Dumm, dümmer, Kita-Kind?

Krippen-Verteufelung statt Unterstützung: Arbeitende Mütter werden stets kritisiert. (Foto: iStock)

Noch bevor ich mein Kind geboren hatte, fühlte ich mich schuldig. Just in der Zeit, als ich ein paar Monate schwanger war, machte der Zürcher Psychologe Guy Bodenmann Schlagzeilen, die mein schlechtes Gewissen aufkeimen liessen. Ich informierte mich über verschiedene Kinderbetreuungsstätten, weil ich vorhatte, nach der Geburt wieder arbeiten zu gehen. Doch verdammte ich mein Kind damit dazu, womöglich ein bindungsgestörtes und emotional verstümmeltes Wesen zu werden? Das zumindest könnte man meinen, glaubt man dem zitierten Psychologen und entsprechenden Kommentaren.

Ja, ich war verunsichert! Als mein Kind in die Krippe kam, versuchte ich mich an den beiden Tagen so zu organisieren, dass mein Sohn so früh wie möglich abgeholt wurde. Immerhin war er damals erst sieben Monate alt! So brauchte er sich an diesem vermeintlich schädlichen Ort nicht zu lange aufzuhalten. Doch mein Sohn machte in der Krippe wahnsinnige Entwicklungssprünge. Ich bemerkte, wie sehr er von diesem Ort profitierte. Wie er offen, sozial und für sein Alter sehr selbstständig wurde.

Kitas vermindern den IQ?

Dann aber lässt dieser konservative Opa und Ex-SVPler Bortoluzzi Flyer in Haushalte verteilen, die vor den Folgen früher Fremdbetreuung warnen: Der IQ von Kindern würde sich aufgrund der Kita reduzieren, steht da. Denn: Mit jedem zusätzlichen Monat, den Kinder in der Kita verbringen, reduziere sich ihr später gemessener IQ um durchschnittlich 0,5 Prozent. Laut Bortoluzzi hat sich der IQ meines Kindes also bereits um fünf Prozent gemindert – und das nach nicht einmal einem Jahr in der Kita.

Weshalb mich diese Aussage dennoch nicht verunsichert? Nun, ich habe gesehen, wie gut es meinem Sohn in der Kita geht und wie er die Kita vermisste, als wir im Urlaub waren. Mein schlechtes Gewissen bleibt aus. Stattdessen werde ich wütend. Ich frage mich: Wieso wird die Mutterschaft noch immer derart idealisiert, dass eine gute Mutter zu Hause sein und ihre Glückseligkeit beim Babywickeln, Liedersingen und Breiverfüttern finden muss? Und weshalb müssen sich Frauen, die sich gegen Kinder entscheiden, dafür rechtfertigen – und werden als abnorm und egoistisch verurteilt?

Zeit, unsere Familienpolitik zu optimieren!

Immer wieder wird Müttern signalisiert, dass sie sich entscheiden müssten: Kind oder Beruf. Sogar im Bundeshaus wurde vergangenes Jahr die Basler Grossrätin Lea Steinle des Saales verwiesen, weil sie mit ihrem Baby im Tragetuch zur Abstimmung kam. Und auf der Aargauer Nationalrätin Irène Kälin wurde herumgehackt, weil sie ihr Kind im Bundeshaus stillte. Gerade im Bundeshaus ist ein solcher Umgang mit Müttern fatal und hat Signalwirkung. Männliche Politiker implizieren, dass gute Mamas zu Hause bleiben, anstatt dass sie etwas an der kinderfeindlichen Situation ändern, die mitunter daran schuld ist, dass man Kinder sehr früh in die Kita abgibt. Ein irrwitzig kurzer Mutterschaftsurlaub verunmöglicht es vielen Frauen, länger beim Kind zu Hause zu sein. Unterstützung vom Vater ist nur begrenzt da, dank eines nicht existierenden Vaterschaftsurlaubs. Und auf eine Elternzeit zu hoffen, ist in diesem Land derzeit utopisch oder naiv.

Es ist an der Zeit, die Debattenhoheit über Krippen nicht mehr Männern zu überlassen, die aus der Theorie kommen oder sich Frauen wieder an den Herd wünschen. Vielleicht wäre es Zeit – mit jedem Flyer, den man in den Briefkasten geworfen kriegt, mit jeder Studie, die Müttern ihr Depot des schlechten Gewissens wieder neu auffüllt, und mit jeder Politikerin, der es erschwert wird, als Mama ihrer Arbeit nachzukommen –, eine gescheitere Familienpolitik zu fordern. Denn nur hier kann man wirklich etwas von Grund auf für Mütter tun, die ihre Kinder gerne länger zu Hause betreuen. Ein schlechtes Gewissen zu machen, reicht nicht.

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120 Kommentare zu «Dumm, dümmer, Kita-Kind?»

  • Werner Graf sagt:

    Früher, da hiess die Sache Kinderhort. Es waren Hortkinder.
    Wer die Kinder in den Hort geben musste, war wirtschaftlich gezwungen dies zu tun, weil in der Regel der Lohn des Vaters nicht reichte und die Mutter arbeiten gehen musste oder weil es sich um eine Alleinerziehende handelte.
    Dazu gab es sogenannte Tagesmütter, welche ein Kind durch den Tag betreute.
    Kita heisst die Sache erst, seit unsere lieben Zugewanderten aus dem nördlichen Nachbarland, Gewicht ihrer Anzahl und ihres Deutungsanspruches, den Begriff Hort durch Kita verdrängten. Tönt halt nicht so armengenössig.
    Damit wurden auch die Tagesmütter aus den Konzepten gestrichen.
    Die meisten Kitakinder sind heute nicht im „Hort“ weil das Geld zum Überleben fehlt, sondern weil beide ohne wirtschaftliche Not arbeiten wollen.

  • Eva Roth sagt:

    Die Mütter die zuhause bleiben werden ebenso verurteilt… meistens von den frauen die ihre kinder in die kitas bringen… was du bist zu faul im arbeiten zu gehen? Was du willst nicht dass sich dein kind sozialisiert? Was du überbehütest dein kind? Das wird im schaden. Zudem fordert die wirtschaft immer die mütter zurück in den arbeitsprozess statt dass sie die männer auffordert ware vereinbarkeit von familie und beruf zu leben.
    Und die politik?? Die findet die monatlichen kosten für die familienergänzende kinderbetreuung müsse massiv unter den kosten für die krankenkassenprämien liegen. Und damit sollen dann pädagogisch geschulte personen möglichst mit tertiär abschluss entlöhnt werden und dazu schauen, dass die nächste Generation „gesund“ heranwächst?

  • Diana Furlan sagt:

    Als heute 55 Jährige und ehemaliges Kita Kind, kann ich sagen, dass ich einen überdurchnittlichen Verstand besitze. Was meinen IQ betrifft, so weit so gut. Trotzdem haben sich Spuren über meine knapp 3 Jahre andauernde wechselhafte Fremdbetreuung eingegraben. Ich habe gelernt Everybody Darling zu sein. Mit meinem Charme und süßen Aussehen hatte ich die Zuneigungen auf sicher! Daran gewöhnt, habe ich dann später alles getan, um diese zurück zugewinnen. Fremden gegenüber war ich und bin es heute noch, viel zu offenherzig. Innerlich habe ich niemanden wirklich an mich herangelassen, schon früh eine Maske aufgesetzt. Ich blicke auf wechselnde Beziehungen zurück, die ich oft mit meinen 3 Kindern fluchtartig verlassen musste. Ich kann sagen, dass ich bindungsgestört war. Alles hat Konsequenzen!

  • Lia sagt:

    ich kann es nicht oft genug betonen: dass ein Elternteil zu Hause bleibt, ist eine NEUE Erscheinung und keinesfalls Tradition! Früher konnte es sich kaum eine Familie leisten, mit nur einem Einkommen auszukommen, und beide Elternteile mussten arbeiten. Erst seit den 1950ern können Frauen zu Hause bleiben, und ganz ehrlich, wenn ich die Mamitittis sehe, die mit 4 in den KiGa wechseln und völlig überfordert damit sind, mit 22 Kindern auskommen zu müssen, bin ich froh, dass meine Kinder in der KiTa waren. Lieber ein KiTa Kind, das sieht, wie froh seine Mama ist, es am Abend zu sehen, als ein Kind, das mit gelangweilter Hausfrau zu Hause hocken muss.

    • Sportpapi sagt:

      @Lia: Wir leben allerdings heute. Und es gibt einen Unterschied, ob beide Eltern arbeiten müssen, oder wollen.
      Fragen Sie mal die vielen Eltern, die heute noch müssen, ob es ihnen nicht lieber wäre, sie bekämen eine Direktzahlung, statt der subventionierten Kinderbetreuung.
      Und fragen Sie mal die vielen Mütter, die teilzeit oder gar nicht arbeiten, ob sie froh wären, wenn sie nun jeden Tag zur Arbeit müssten, im Pensum der 50er-Jahre…
      Ausserdem kenne ich doch einige Kinder, die zu Hause gut betreut und auf den Kindergarten vorbereitet werden. Ich glaube nicht, dass ausgerechnet die Kita da ein Erfolgsgarant ist. Diese Aussage entspricht der Bortoluzzis – nur mit umgekehrtem Vorzeichen.

      • L.T. sagt:

        @ SP: noch schöner wäre es, wenn nicht nur die Mütter, sondern auch ich als Vater Direktzahlungen bekäme und gar niemand mehr arbeiten müsste. Das wäre doch toll! Beide könnten den ganzen Tag zu Hause sein. Wer das zahlt? Egal – als Staatsangestellten kümmert Sie das whs nicht gross. Gefühlte 99% der Menscheit würden gerne im Schlaraffenland leben, wenn man sie fragen würde. Ihre Aussage „ Fragen Sie mal die vielen Eltern…..“ hat also einen gewaltigen Bias.
        Lia hat recht: das Ein-Ernährer-Hausfrauen-Modell ist sozialgeschichtlich eine Ausnahmeerscheinung der westlichen Wohlfahrtsstaaten zwischen 1950 und 2000.

      • Sportpapi sagt:

        @L.T. Dann einigen wir uns doch darauf, dass die Gesellschaft sich raushält, und weder Kinderbetreuung, noch sonstige Beiträge zahlt, wenn es nicht dringend nötig ist.
        Und ja, Wahlfreiheit und Mütter, die zu Hause bleiben, bedingt ein gewisses Einkommen, Wohlfahrt und Wohlstand. Die Lösung wäre es also, diesen Wohlstand zu begrenzen, damit die Mütter endlich wieder zur Arbeit müssen?

      • L.T. sagt:

        Die Lösung wäre, Familie und Beruf vereinbar zu machen. Solange bestens ausgebildete Akademiker aus dem Arbeitsleben austeigen wegen fehlender Kinderbetreuung, muss man schon ein Narr sein zu behaupten, in der CH sei diese Vereinbarkeit gegeben. Ich habe mind. drei bekannte Paare von talentierten Akademikern, wo einer von beiden auf eine Karriere und somit auch auf das Ausleben seiner beruflichen Fähigkeiten verzichten muss, weil es keine adäquaten Möglichkeiten zur externen Kinderbetreuung gab. Kinder haben und beruflich erfolgreich zu sein ist ja kein Widerspruch. Und nein, nur weil Akademiker sind sie keine Millionäre. Als Postdoc kann man sich nicht unbedingt eine Nanny leisten. Trifft vielleicht auf Turnlehrer zu, aber mit 22 Lektionen als Vollzeitpensum reicht ja eine Tagesmutter.

      • Sportpapi sagt:

        @L.T. Die Provokation im letzten Satz ist etwas peinlich, finden Sie nicht?
        Kinder haben und beruflich erfolgreich sein ist kein Widerspruch. Aber Kinder haben und viel Zeit mit ihnen verbringen und beruflich erfolgreich sein schon eher.
        Ich kenne ja auch mehrere Postdocs, mehrere auch mit Kindern, die sie zum Teil während dem Doktorat bekommen haben. Und die Professorin mit den vier Kindern, die allerdings wie der Professor mit den zwei Kindern die ganze Woche weg ist (einmal Pendeln von Belgien, einmal Pendeln nach Schweden).
        Was wäre also in diesem Fall adäquat – Kinderbetreuung an den Unis gibt es ja längst? Eine Betreuung Tag und Nacht? Für Tage und Woche, wenn man wieder mal an einem Kongress ist? Die mitkommt in die Auslandjahre?
        Und alles gratis?

      • L.T. sagt:

        Was Sie betreiben ist whataboutisms. Sie bringen ein Extrembeispiel von einem Professor der 4 Tage in der Woche im Ausland als Argument dass Arbeit und Kinder nicht vereinbar sind. Es geht um Leute wie mich, die mit ihren Kindern frühstücken und sie am Abend nach der Arbeit wieder sehen. Was ist daran falsch? Wie schwachsinnig ist es, für teures Geld AkademikerInnen auszubilden, die arbeiten möchten und nicht können, da es keine adäquate Betreuungsmöglichkeiten tagsüber gibt? Was wollen Sie denn, dass man sich mit 20 entscheiden muss: Ausbildung oder Kinder – beides gibts nicht? Und ja, ihre Lebensrealität als Turnlehrer mit 13 Wochenferien und 22 Lektionen ist anders als meine mit 5 Wochen Ferien und einer 50 Stundenwoche. Wussten Sie, dass Tagesstrukturen i.R. während den Ferien zu sind?

      • Sportpapi sagt:

        @L.T.: Aha, schon wieder Whataboutismus. Scheint mir gerade in Mode zu sein, um andere Meinungen und Beispiele abzuwerten.
        1) Wie kommen Sie darauf, dass ich als „Turnlehrer“ arbeite? (und kennen Sie den Unterschied zwischen Turnen und Sport?)
        2) Wieso schaffen Sie es erneut nicht, „adäquat“ zu definieren?
        3) Ich habe mich vielleicht zu sehr auf das „Postdoc“ eingeschossen und das universiäre Arbeitsumfeld gemeint, wo es sehr viele Optionen gibt. Aber auch sonst: Es gibt keine Kinderbetreuungsstätten tagsüber??
        4) Wie häufig ist es denn, dass 2x50h Arbeit, Kinder, aber trotzdem kein Geld, und offenbar trotzdem keine Subventionen für Kinderbetreuung zusammenkommen?
        Wo sind Sie denn nun angestellt?

      • L.T. sagt:

        Naja, Sie bringen doch ein absurdes Extrembeispiel mit dem Professor, der 4 Tage pro Woche im Ausland ist… Das nennt man halt Whataboutism.
        Adäquat: das die Kinderbetreuung mit einem normalen Arbeitstag (also 7.30 bis 17.30) übereinstimmt. Das Problem ist nicht unbedingt das Finanzielle, eher die Verfügbarkeit (z.B. während den Schulferien), Flexibilität (Pflichtmodule die man buchen muss aber gar nicht braucht), fehlende Plätze etc. Es gibt übrigens auch Alleinerziehende, die den Lebensunterhalt für sich und die Familie selber verdienen. Da Sie offenbar nie darauf angewiesen waren, können Sie das aber wohl nicht nachvollziehen – was ich sogar verstehen kann.
        Was ich mache? Im weitesten Sinne Change- und Prozessmanagement in einem grösseren Unternehmen.

      • L.T. sagt:

        Noch zum Finanziellen: Ich zahle gerne die Kita-Plätze selber und anerkenne, dass gute Betreuung etwas kostet. Allerdings zahlen wir auch Einkommensteuern im 5-stelligen Bereich mit einer 3 als erste Zahl, aber das ist schon ok so, uns bleibt ja noch genug. Obwohl – manchmal denke ich, irgendwie zahlen wir somit doppelt für die Kita/Tagesstruktur – einmal direkt und einmal indirekt über die Steuern. Sie nennen das wahrscheinlich soziale Gerechtigkeit, ich Umverteilung.

      • Sportpapi sagt:

        @L.T. Für mich war das nicht absurd. Die Rede war ja von Postdoc. Von dort zum Professor ist der Schritt nicht so weit, zumindest wenn man Arbeitszeit und Ansprüche an Flexibilität im Auge hat. Bei Einkommen/Sicherheit ist das natürlich etwas anderes.
        Das Problem der Ferienbetreuung ist auch mir bekannt, auch wenn wir glücklicherweise nicht betroffen sind. Ansonsten scheint mir die Abdeckung 7:30-17:30 doch genau das zu sein, was Kitas üblicherweise anbieten.
        Flexibilität wird ja zunehmend angeboten, ist aber vermutlich schon auch wieder eine Frage des Geldes.

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Steuern bezahlen Sie nach Ihrer wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit. Kinderbetreuung entsprechend den Kosten dafür. Beides nenne ich einfach korrekt und angemessen.

      • L.T. sagt:

        Steuern nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit ist ok. Warum ich für einen Kitaplatz aber auch noch 1500 Franken bezahle, mein Nachbar für die gleiche Leistung aber praktisch nichts – würde ich aber eher systemgewählt, nicht aber korrekt bezeichnen. Mein Kind isst ja nicht von einem goldigen Teller und seins vom Boden. Derselbe Nachbar, der dank Prämienverbilligung keine KK-Prämie bezahlt, in einem von mir als Steuerzahler subventionierten städtischen Genossenschaftshäuschen wohnt und dank Geschäftsauto gratis rumkurvt. Und seine Frau arbeitet nur Teilzeit, weil ihr sonst „alles zuviel ist“, während wir alles selber finanzieren. Sie nennen das korrekt, ich Umverteilung. Da finde ich das schwedische Modell geradezu fair – dort muss wenigstens über seine Arbeitsleistung jeder mitbezahlen.

      • L.T. sagt:

        Übrigens: der Schritt vom Postdoc zu einer Professur ist riesig, nur wenige schaffen das – gerade in der CH. Tut mir fast etwas leid um Sie, da ich jetzt gerade realisiere, dass Sie eigentlich gar keine Ahnung haben von dem Zeugs welches wir hier vermeintlich diskutieren.

      • Sportpapi sagt:

        @L.T: Ach, also geht es doch ums Geld? Es ärgert Sie also, dass mit Ihrem Steuergeld Subventionen für andere bezahlt werden. Hat zwar nicht wirklich mit dem Thema zu tun, zumal ein Ausbau von Kinderbetreuung dies noch verstärken würde. Aber gut.
        „Tut mir fast etwas leid um Sie, da ich jetzt gerade realisiere, dass Sie eigentlich gar keine Ahnung haben von dem Zeugs welches wir hier vermeintlich diskutieren.“ Hm ja. Dann lasse ich Sie in dem Glauben.
        Ach, noch eine Frage: Was ist eigentlich Ihr Problem, dass Sie so Mühe haben, sachlich zu bleiben?

  • En Papi sagt:

    Bitte verwendet Ausdrücke wie „Eltern“ und scheibt nicht immer nur von „Mutter“: Solche Entscheidungen gehen immer von beiden Elternteilen aus, zumindest in unserer Zeit, so hoffe ich. Was ja auch einer der Punkte wäre.

    Ich fühle mich als Papi jedesmal etwas ans Bein gebrünzelt, wenn die Rede nur von „Mama“ und „Muttis“ ist…Gerade in Blogbeiträgen hier (quasi im Tagi und nicht in der Weltwoche)…auch wenn es sich um den „mama blog“ handelt, es kann doch nicht so schwer sein

  • M. Kessler sagt:

    Elternzeit – in Deutschland sehr beliebt um länger Urlaub oder den Hausbau voranzutreiben, da beide Elternteile gleichzeitig Urlaub machen können. Fragt sich wer die Hauptarbeit mit dem Kind übernimmt. Ist das der Sinn der Elternzeit?? Was würden sie in einer Elternzeit machen? Ganz ehrlich?
    „Arbeitende Mütter werden stets kritisiert „- Ich lebe im sch… ss konservativen Osten und hier ist das kein Problem. Nochmals, kein Problem. Wechseln sie den Wohnort oder ihr Umfeld. Sorry. Und wenn vom Vater zu wenig Unterstützung kommt, liegt es nicht immer an dessen Job.
    Aber so frustriert, wie sie sich im Text geben, können sie in Wirklichkeit gar nicht sein. Die Bilder auf Insta sind wirklich schön. Echt.

    • Christoph Bögli sagt:

      Elternzeit kann normalerweise nur nacheinander bezogen werden, nicht parallel. Zumindest ist das in den Ländern so, die ich kenne (Skandinavien). Mir wäre darum neu, dass das in Deutschland anders wäre.

      Ansonsten, worin liegt denn das Problem, wenn jemand während der Elternzeit die Zeit nutzt, um etwas zu unternehmen, gar zu verreisen? Evtl. gar der andere Elternteil dabei noch Urlaub bezieht? Mir wäre neu, dass sich ein Säugling nur hinreichend betreuen lässt, wenn man sich in der eigenen Wohnung verbarrikadiert.

      • M.Kessler sagt:

        In Deutschland für beide möglich! Deshalb gibt es auch viele Kritiker und Kritikerinnen der Elternzeit. Recherchieren sie mal was der Sinn von der Elternzeit eigentlich wäre. Nicht umsonst gibt es soviele frustierte Mütter, die eigentlich lieber im Job weiter gearbeitet hätten, als so lange Zeit zu Hause zu sitzen. Probleme zuhauf. Und natürlich bringen sie wieder das Beispiel von Skandinavien. Hab nur drauf gewartet.

  • Auchmutti sagt:

    Bravo! Sie sprechen mir aus dem Herzen! Die WHO empfiehlt eine Stillzeit von 6 Monaten, nur endet der Mutterschaftsurlaub nach 14 oder 16 Wochen. Milch abpumpen währen der Arbeit oder sich das Kind zur Arbeit bringen zu lassen um zu stillen ist überhaupt nicht realistisch, ich fände ein Urlaub von 6 Monaten angezeigt. Krippenplätze sollten zudem günstiger sein

    • 13 sagt:

      Ich fände einen längeren Urlaub auch wichtig, aber warum genau ist es nicht realistisch, abzupumpen? Ich habe das 3 Mal gemacht (1x 50% Arbeit und 2x 80%).
      Die WHO empfiehlt zudem VOLLstillen für 6 Monate und dann neben der Beikast bis zum 2. Geburtstag und darüber hinaus…

      • Jane Doe sagt:

        @13: Naja, die WORLD Health Organization hat mit ihrer Empfehlung von 2 Jahren Stillen wohl nicht Frauen in Westeuropa im Sinn, sondern eher aus 3-Welt-Ländern, wo es keine Hygiene oder Mittel für Milchpulver gibt. Ab 6 Monaten ist das Verdauungssystem von Babies sowieso soweit ausgereift, dass keine grösseren Komponenten wie z.B. Immunglobuline mehr aufgenommen werden können. Stillen ab diesem Alter bringt also medizinisch gesehen nichts mehr.

      • 13 sagt:

        @ Jane
        Es gibt x Vorteile des Stillens auch nach 6. Monat, nicht nur beim Kind, sondern auch bei der Mutter und die Aussage ist so schlicht falsch. Die Quellen finden Sie selber. Aber es geht hier nicht um eine Stilldiskussion, ich bin eine Anhängerin der freien Wahl, was dieses Thema anbelangt. Das Zitat der WHO ist falsch und diese macht bewusst keine unterschiedlichen Empfehlungen je nach Wohnsitz. Darauf wollte ich hinweisen.

    • StillendeMutti sagt:

      Ich habe nach 14 Wochen wieder meine Arbeit aufgenommen und mein Kind während 14 Monaten gestillt. Abpumpen während der Arbeit ist also durchaus realistisch. Klar, nicht jede Arbeit ist dafür gleich gut geeignet, aber es grundsätzlich als unrealistisch zu bezeichnen, ist definitiv falsch.
      Stimme Ihnen aber zu, dass ein längerer Mutterschaftsurlaub durchaus angezeigt wäre.

    • Sportpapi sagt:

      Wenn die WHO empfehlen würde, dass die Mütter mindestens 5 Jahre ganz bei den Kindern bleiben, würden Sie das dann auch mustergültig umsetzen?

  • Werner Graf sagt:

    Dumm, dümmer? Vielleicht nicht das Kitakind, aber sicher einige Kitakindeltern.
    Nicht selten veranstalten Kitakindeltern ein umständliches, gestresstes, hedonistisches Getue jenseis aller gescheiten Vernunft.
    Sie bringen es regelmässig fertig, jede gemütiche Runde in eine Kitakonferenz zu verwandeln und lange, sehr lange über Ihre Kitaprobleme zu diskutieren.

    • Christoph Bögli sagt:

      Mühsame, querulante oder einfach strunzdoofe Leute gibt es leider in jeder Bevölkerungsgruppe. Ich bezweifle stark, dass es da zwischen „Kita-Eltern“ und „Nicht-Kita-Eltern“ einen signifikanten Unterschied gibt. Da muss man z.B. nur die Sondergruppe „Homeschooling“ betrachten, bei denen die Eltern des öfteren ganz schön nervig sind, um nicht zu sagen schlicht gestört..

      • Werner Graf sagt:

        Ideologisch verblendete Eltern, und nicht nur Eltern, gibt es natürlich viele, da haben sie Recht.
        Nur, Kitakindeltern sind, im Gegensatz zu Homeschoolingeltern massiv zahlreicher.
        In meinem Umfeld sind ca die hälfte der Eltern, mit Kindern zwischen 2 und 7 Jahren, Kitakindeltern. Darüber sind es dann Mittagstisch-, Tagesschul und sonstige Kindabgabeeltern mit einem riesigen Anspruch was die Schule zu ihrer Entlastung zu leisten habe.

  • Manuela sagt:

    Dies deckt sich so gar nicht mit meiner Erfahrung. Lebe an der Grenze der Stadt Zürich- (fast) alle Frauen arbeite , es ist normal sein Kind fremd-betreuen-zu-lassen. Ich denke, dass diese Wahrnehmung oft mit dem eigenen Bind zu tun hat.

  • 13 sagt:

    Schön zusammengefasst. Die Meinung anderer ist eine Sache. Wenn aber Politiker einerseits gegen Drittbetreuung weibeln und gleichzeitig eine anständige Elternzeit verunmöglicht, familienfreundliche Arbeitsstrukturen bekämpfen und nun auch Sozialleistungen kürzen, ist das absurd.
    Aber vielleicht fehlt es mir als ehemaliges Kitakind an Intelligenz, um das zu verstehen…

    • Martin Frey sagt:

      @13
      „Aber vielleicht fehlt es mir als ehemaliges Kitakind an Intelligenz, um das zu verstehen…“
      Oder Du wärst ohne Kita nun im Rennen für den nächsten Nobelpreis? 😉 Wer weiss?
      Das ist ja das schöne daran (wie auch an den Aussagen der Autorin), dass man aus persönlichen Einzelbeispielen quasi alles herleiten kann. Wenn man denn will.

      • 13 sagt:

        Ja, wer weiss 😉 ! Die Beweislast liegt allerdings bei demjenigen, der solchen Blödsinn behauptet und nicht bei dem, der es nicht einfach blind glaubt.

  • katy ammann sagt:

    Wenn Kinderbetreuung, wie Füttern, Windelnwechseln etc. für Sie wirklich so schlimm oder fast einer Strafe gleichkommt, warum dann Kinder zeugen? Wenn ein Kind in den Kindergarten geht oder in die Primarschule ist es noch früh genug, wieder zu Arbeiten. Schliesslich möchte man die Zeit mit dem Baby ja auch geniessen. Ich sehe auch, dass viele Famlien mit dem Spagat, Kinder und beide Eltern berufstätig fast oder oft ganz zugrunde gehen. I

    • 13 sagt:

      Fragen Sie dasauch einen berufstätigen Vater?

    • Kindergartenmutter sagt:

      Ich sehe es genau umgekehrt. Ob ich mit einem Säugling durch den Park spaziere oder die Betreuerin von der Kita spielt nun wirklich keine Rolle. Ob das Kind in unserer Wohnung oder in der Krippe seinen Mittagsschlaf macht, auch nicht. Auch reicht es mir völlig aus, an vier Tagen das Kind zu füttern, die Zähne zu putzen oder mit ihm am Sandkasten zu sitzen. Die restlichen drei Tage geniesse ich statt mit dem Baby mit meinem Job. Richtig interessant und spannend wird es ja mit der Betreuung und Erziehung ohnehin erst, wenn das Kind in den Kindergarten kommt. Merke: es ist nicht jede Mutter eine Puppenmutter.

      • Barbara sagt:

        Ja das spielt eine Rolle! Und zwar eine gewaltige. Im ersten Jahr festigt das Kind seine primäre Bindung, die das ganze weitere Leben prägt. Ständig wechselnde Betreungspersonen sind keine gute Voraussetzung für ein sicheres Bindungsmuster.

  • Andrea sagt:

    Danke für den Artikel. Ich erlebe es genau gleich, Mütter können es nie recht machen… egal wie und durch fehlende Solidarität unter den Müttern wird es noch schlimmer. Dass Kinder ausschliesslich von der Mutter betreut werden ist eine sehr lokale (deutschsprachige) Sitte und auch hier erst seit Ende dem 2.Wk verbreitet. Kinder brauchen von Anfang an liebevolle, konstante, zuverlässige Beziehungen, eine anregende Umgebung und andere Kinder für eine gesunde Entwicklung. Dies ist nicht nur und schon gar nicht automatisch bei jeder Mutter möglich. Drumm, ob bei Mutter, Vater, beiden, Opa, Nachbarn, Kita, nanny spielt da schlussendlich keine Rolle…., sonst wären ja nur die seit 70 Jahren im deutschsprachigen Raum geborenen Menschen gesund und intelligent….

  • Andreas Martin sagt:

    Bisher habe ich nicht den Eindruck, dass die Fremdbetreuung möglichst schlecht gemacht wird, trotz den kritischen Stimmen dazu. Im Gegenteil bemüht man sich mehrheitlich, die Fremdbetreuung quasi als „Optimum“ darzustellen bzw. so zu argumentieren, dass sich die Eltern noch fast auf die Schultern klopfen können ob der Wohltat, welche sie den Kindern dadurch erweisen, dass sie diese fremdbetreuen lassen. Es gibt Lebensumstände, wo es nicht anders geht. Die Optimierung des persönlichen Wohlbefindens und der eigenen Karriere zählt jedoch nicht dazu, auch wenn angestrengt Argumente dafür gesucht werden. Zum Beispiel, dass es auch Eltern gibt, bei denen ein Kind bei einer Fremdbetreuung wohl tatsächlich besser aufgehoben ist.

  • Thomas sagt:

    Es ist meistens die Gier nach Geld. Als Doppelverdiener kann man sich vieles leisten das sonst Luxus wäre. Wir sind alle materialistisch veranlagt. Auch die die es nie zugeben würden.

    • Christina1 sagt:

      Haben Sie eine Ahnung. Es ist nicht die Gier nach Geld sondern die Freude an der Arbeit. Ansonsten hätten wir uns die fünf Jahre Nullsummenspiel nicht angetan. Ach ja, ein Jahr waren wir übrigens sogar im Minus.

    • Ruben Illi sagt:

      Es gibt Menschen die trotz gelernten Berufen Sozialhilfeabhängig wären, weil es sonst nicht reicht. Diese Menschen leben z.B in einer Stadt wie Zürich und arbeiten dort in nicht gerade fürstlich bezahlten, sozialen Berufen, rauchen nicht, trinken nicht, ohne Auto und haben auch keine Verwandten die kurz einspringen können. Reicht das ?

    • Remo Baumann sagt:

      Genau das ist es! Vielleicht informieren Sie sich zuerst wieviel ein Krippenplatz kostet bevor Sie solchen Nonsense posten!

  • Jane Doe sagt:

    Das wirklich befremdliche an dieser Diskussion finde ich, dass anscheinend wieder mal nur die Mütter ihre Kinder fremdbetreuen lassen und nicht die Väter. Die arbeiten nach wie vor selbstverständlich Vollzeit und haben nichts mit der Kinderbetreuung zu tun. Vielleicht könnte man wenigstens in solchen Blog-Einträgen mal das Wort Mutter mit Eltern ersetzen, das wäre immerhin ein Anfang..

    • Christina1 sagt:

      Danke. Sie treffen mit Ihrem Kommentar den Nagel auf den Kopf.

    • Karen sagt:

      Eigentlich hat nur die Bloggerin die Männer einfach weggelassen. Warum sie nur die Seite der Frau beleuchtet ist ihr Geheimnis.
      Insofern mag es „anscheinend“ so sein wenn Sie es so wahrnehmen. Für mich jedenfalls ist die Egosicht der Bloggerin eine Verzerrung der Realität. Väter lassen ihre Kids genauso oft fremdbetreuen wie Mütter. Ist ja irgendwie auch logisch oder?

  • Raffaela Meisterhans sagt:

    „Ja Bortoluzzi nervt und die Behauptung dass Kita Kinder an IQ verlieren ist total daneben und völlig gestört.
    Aber was hat diese dämliche ‚Studie’/ Behauptung mit der Geschlechterfrage zu tun? Es wird ja nur behauptet dass das Kind zuhause besser als in der kita aufgehoben ist, aber nicht, wer zuhause zu sein hat?
    Und zur Stillfrage: es ging nicht darum dass die erwähnten frauen im parlament gestillt haben, sondern dass kinder, v.a. sehr kleine, in einem parlamentssaal (wie auch im büro, auf der baustelle, am abend in der bar) NICHTS verloren haben!
    Kriegen sie sich mal wieder ein, sie leben im reichsten land der welt, haben alle rechte die sie brauchen – niemand unterdrückt oder diskriminiert sie, also ein bisschen mehr eigenverantwortung und ein bisschen weniger heulen wäre toll.

  • Patrick Lang sagt:

    Was ich nicht verstehe: Das zu diesem Thema eine Festlegung der persönlichen Meinung eingefordert wird, von Rechtskonservativen, ebenso aber auch von anderen politischen Standorten aus. … Mami dihei, oder Mami go schaffe? Isch doch em Mami sini Sach. Und hat emol ganz sicher nichts damit zu tun, wie gute Erziehung funktionieren kann.

  • Lorena sagt:

    Spielen Sie bitte nicht das arme Opfer, leider eine Unsitte bei den Feministinnen. Und ja, ein Baby hat an einer Parlamentssitzung nichts verloren. Das hat mit Gleichberechtigung überhaupt nichts zu tun, sondern mit Anstand. Ein Kind zu haben fordert von den Eltern nun mal Opfer. Es hat Sie ja niemand dazu gezwungen

    • Hans Meier sagt:

      Opfer spielen dürfen nur die Bauern (Regulierungen), die Unternehmer (Regulierungen), die Hausbesitzer (Regulierungen) und die alten weissen Männer ((Regulierungen, Velos, Parkplätze).

    • Andreas Buttner sagt:

      Fehlendes Textverständnis, eine Unsitte unter den Wutbürgern. Es geht oben weder um Feminismus noch um Gleichberechtigung, sondern um eine optimale Familienpolitik. Eine gute Familienpolitik ist ein ureigenes Interesse des Staates, um das langfristige Wohlergehen zu sichern. Insofern ist Ihr Satz „Es hat Sie ja niemand dazu gezwungen.“ nicht nur in persönlicher Hinsicht despektierlich und unangebracht, sondern auch inhaltlich kurzsichtig.

      • Lorena sagt:

        Wenn Sie mir fehlendes Textverständnis vorwerfen Herr Buttner, haben sie ein fehlendes Verständnis für Verantwortung. Immer sollen die anderen für das individuelle Wohl aufkommen. Ich liebe meine Kinder über alles, bezahle die Kosten aber selber. Es würde mir nicht im Traum einfallen, dies als „ungerecht“ zu empfinden.

    • Luc Di Gennaro sagt:

      Warum hat ein Baby an einer Parlamentssitzung nichts verloren? Wo steht das? Wer sagt das? Anstand ist vor allem all den Kindern entgegen zu bringen, die ständig einer verknorzten Moralvorstellung weichen müssen. Diese Einstellung ist für alle gesünder. Bin Vater von drei Kindern und meine Kinder gehören dazu, wenns nicht anders geht. PS… Funktioniert gut.

      • Coco sagt:

        Es gibt Lebensbereiche ohne Präsenz von (Klein-)kindern. In einem Parlamentssaal sitzen hoffentlich gewählte VertreterInnen ihrer WählerInnen und konzentrieren sich auf ihre Arbeit, im Operationssaal befinden sich hoffentlich ausschliesslich qualifizierte Erwachsene, der Nachwuchs von FluglotsInnen ist hoffentlich nicht im Tower anwesend. Die Argumente, welche Sie, meine Damen und Herren, für die Legitimität der Anwesenheit von (KIein-)kindern in jeder Situation anführen, könnten auch für andere Betreuungsbedürftige gelten, z.B. alte, gebrechliche Eltern, Haustiere…ich meine, es lohnt sich, sich Rechenschaft über die Art und Weise der Ausübung der Elternrolle abzulegen – und die entsprechenden Konsequenzen zu ziehen. Diese können durchaus „Kita“, Tagesfamilie etc. heissen.

      • Niklas Meier sagt:

        Wo steht das? In der Verordnung?

      • Martin Frey sagt:

        Auf den Punkt gebracht, Coco. 🙂

      • Coco sagt:

        Danke, MF :-)!

  • Karl Muster sagt:

    Herr Bortoluzzi war wohl sehr lange als einziges Kind in einer sehr speziellen Kita, deshalb seine Äusserung.

  • Momof4 sagt:

    Zudem erlebe ich viele berufstätige Mütter welche ständig am rotieren sind und am organisieren ums Kind rum, damit das mit der Berufstätigkeit irgendwie klappt. Sie sind ausgelaugt und müde und einem Burnout nahe. Ich frag mich dann immer, warum tut man sich das an?! Abends wartet dann noch der Haushalt und auch das Kind das noch was vom Mami haben will und ach ja, einen Partner hätte man auch noch. Geniesst die Zeit mit euren Kids lieber, sie ist so schnell vorbei und kommt nie mehr zurück.

    • tststs sagt:

      Schon mal überlegt, dass diese Frauen noch viel mehr am Anschlag wären, wenn sie nur zuhause rotieren würden?
      Ja, es ist stressig und verlangt viel Organisation, aber in allen mir bekannten Fällen überwiegt der positive Effekt den damit einhergehende Stress.

      • Sportpapi sagt:

        „Schon mal überlegt, dass diese Frauen noch viel mehr am Anschlag wären, wenn sie nur zuhause rotieren würden?“ Wie das?
        „Aber in allen mir bekannten Fällen überwiegt der positive Effekt den damit einhergehende Stress.“ Klar, sonst hätte man es ja längst geändert. Wobei: viele ändern es ja auch. Und viele klagen über den Stress…

    • sottosopra sagt:

      Wenn der Mann sein Pensum reduziert während die Frau es aufstockt dann bleibt auch dem Mann „genügend Zeit für die Organisation rund ums Kind rum, damit das mit der Berufstätigkeit [beider] irgendwie klappt“. Aber ja, in einer Situation die Sie beschreiben, in der Frau arbeiten, rotieren, organisieren, den Haushalt tätigen sowie Kind und Partner bespassen muss, würde ich auch einen Burnout erleiden. Liegt aber nicht am Status „Berufstätige Mutter“, sondern eher an der Familienorganisation, die so nicht stimmt.

    • Jane Doe sagt:

      Ja, genau, Sie sagen es, einen Partner hat man auch noch! Und im Idealfall muss der nicht auch noch umsorgt werden, sondern organisiert mit und trägt seinen Teil zum Haushalt bei, dann klappt es auch mit der Berufstätigkeit.

    • Andreas Buttner sagt:

      Das kann ich nicht bestätigen. Meine Frau und ich teilen uns auf. Niemand rotiert, alles sind glücklich, bei der Arbeit, zu Hause und in der KITA. Vor allem habe auch ich als Papi so Zeit, die Kids zu geniessen. Denn da haben Sie recht – die Zeit geht so schnell vorbei.

  • Momof4 sagt:

    „Hausfrau kann heute ein ganz und gar politisch nicht korrekter Lebensentwurf sein, ein Widerstand gegen alle Aufdringlichkeiten des Zeitgeists. Die bewusste Hausfrau ist eine Rebellin gegen die Zwänge des Marktes. Sie macht nicht mit beim großen Rattenrennen. … Sie sitzt am Sandkasten und schaut den Kleinkindern beim Schaufeln zu. Sie hat, was Kinder zum Großwerden brauchen: Zeit. Zeit zum Spazierengehen, zum Plätzchenbacken, zum Basteln, zum Vorlesen. Sie ist eine Entschleunigungsfigur von einer fast philosphischen Dimension. …Die Hausfrau ist eine merkwürdig altruistische Erscheinung in einer Welt von Egomanen, sie arbeitet nicht an ihrer Selbstoptimierung, sondern am Wohlergehen anderer, Schwächerer. An der Stabilität von Bindungen in einer Zeit der Unverbindlichkeit.“

    • sottosopra sagt:

      Klar…Widerstand gegen die Zwänge des Marktes und wohl auch gegen den Kapitalismus. Dabei ist der Lebensentwurf der Hausfrau nur dann möglich, wenn man sich in einer privilegierten Position befindet (derer sich man oftmals gar nicht bewusst ist, z.B. das über Erbvorzüge mitfinanzierte Einfamilienhaus (verglichen zu den Mehrkosten die eine Familie in einer Mietwohnung hat). Aber logisch ist es einfach aus dem System auszusteigen, wenn man genug Kapital hat (genauso wie es in einer privilegierten Situation auch einfacher ist sich nachhaltig, gesund und biologisch zu leben).

    • Jane Doe sagt:

      Ja, eine Hausfrau hat alles, nur u.U. dann keine Altersvorsorge…

      • 13 sagt:

        Richtig. Aber v.a. hat sie einen Mann, der bei dem bösen Rattenrennen sehr gut mitläuft und ihr das finanzieren kann….

  • Momof4 sagt:

    Ich bin eine Vollzeitmutter von 4 Kindern im Alter von 3,5 / 9/ 11 und 13 Jahren und kann dir nur von meiner Erfahrung berichten. Vorneweg, jeder macht es anders und sollte so Leben dürfen wie es für ihn stimmt ohne von anderen runtergeputzt zu werden.
    Ich denke nicht das der IQ tiefer ist bei Kita Kids, das ist Quatsch! Was ich aber glaube ist, das es das Optimale für ein Kind ist, von der eigenen Mama Vollzeit betreut zu werden sofern diese damit auch Happy ist. Die Mama ist in dem ersten Lebensjahren das wichtigste für ein Kind. Ist ja auch logisch, ist sie es doch welches das Kind ernährt und es 40 Wochen unter dem Herzen getragen hat. Das Kind erhält durch die Vollbetreuung der Mutter Sicherheit und ein gutes Urvertrauen was für später wichtig ist.

    • Andreas buttner sagt:

      Ach, was mich an dieser Debatte rasend macht, ist immer das „Entweder-Oder“-Denken. Beides ist gut, beides hat seinen Platz verdient, jeder soll für sich und seine Familie entscheiden, was das beste ist. Weder Vollzeit Mami, noch Vollzeit Papi, noch Kita ist besser als das andere. Alles hat seine Berechtigung. Wichtig ist, dass sich das Kind und die Eltern wohl fühlen.

      Hinzukommt, dass nicht alle Eltern einfach aus freien Stücken entscheiden können, sondern aufgrund der Umstände in eine bestimmte Betreuungsform gedrängt werden (Alleinerziehende, tiefes Haushaltseinkommen, etc.) Nur schon deshalb sind die Vergleiche fehl am Platz.

  • Niklas Meier sagt:

    Etwas für die Mütter tun die ihre Kinder länger zuhause betreuen wollen? Klar doch: arbeiten. Entweder der Mann geht arbeiten und kann alle finanzieren, oder man legt vor der Schwangerschaft genügend zurück um sich eine Auszeit gönnen zu können. Denn genau das ist es, eine Auszeit freiwilliger Art vom Beruf. Der Steuerzahler zahlt auch nicht wenn man eine Weltreise machen will und nicht so viele Ferien hat. Auch der Arbeitgeber bezahlt keine Extramonate Ferienzeit wenn man sich verwirklichen will.
    Warum auch?
    Es wird immer von der „Ewiggestrigen“ SVP lamentiert, dabei sind genau solche Aussagen wie im Blog noch viel altbackener. Mama bleibt beim Kind, andere bezahlen.
    Nicht nur fordern, innovativ denken und handeln wäre mal was neues.

    • Andreas Buttner sagt:

      Weltreisen zu ermöglichen ist auch nicht Staatsräson, dass die Bürger Kinder bekommen jedoch schon. Daher muss der Staat aus ureigenem Interesse für möglichst günstige Rahmenbedingungen sorgen, damit die Bürger möglichst frei von Unwägbarkeiten Kinder bekommen und für Nachwuchs sorgen. Oder wer soll für Sie morgen die Altersvorsorge finanzieren?

      • Niklas Meier sagt:

        Es ist nicht nicht die Aufgabe des Staates die individuellen Verwrklichungswünsche zu ermöglichen und zu finanzieren.
        Es gibt Mietzinsbeiträge, Prämienverbilligung, Kinderzulagen, subventionierte Tagiplätze, aber nein das reicht alles nicht.
        Man will auch das Kind zur Arbeit nehmen, egal wo und wann. Man will 100% für das Kind da sein, aber bitte mit den selben Einnahmen.
        Man will Teilzeit arbeiten, aber die gleichen Karrierechancen wie die die nur arbeiten usw..
        Merken Sie was Herr Buttner?

  • Viola sagt:

    So oder so spricht Frau Brenneisen eine weiterhin bestehende Diskrepanz zwischen der gewünschten und der wirklichen Familienpolitik an. Die kleinen Racker waren wir auch einmal und sie werden intelligent geboren und sicherlich kann man Studien nur glauben, Wer sie selbst erstellt hat!
    Ich denke dass es nicht reicht auf den kleinen Fehlern im Text herumzuhacken sondern bei seinen Leisten bleiben sollte und den jungen Familien zuhören darf.
    Jeder wird seinen Weg gegen, sollte zu seinen Entscheidungen stehen und das schlechte Gewissen ganz weit weg legen.

    Danke für den kurzen Artikel.

    • Röschu sagt:

      „So oder so spricht Frau Brenneisen eine weiterhin bestehende Diskrepanz zwischen der gewünschten und der wirklichen Familienpolitik an.“
      Wessen Wünschen entspricht die reale Familienpolitik nicht? Und weshalb wird diese denn nicht an diese Wünsche angepasst? Allenfalls halt eben doch nicht mehrheitsfähig?

  • Christina sagt:

    Ich bin ja schon etwas erstaunt über Ihren Artikel. Sie geben doch Geburtsvorbereitungskurse? Da müssten Sie sich doch auch mit dem Thema Kinderkrippen auseinandergesetzt haben? Ich kann mich erinnern, dass in unserem Kurs vor 15 Jahren die Frage nach der Vereinbarkeit und der Kinderbetreuung wichtiger war als die Frage nach dem Geburtsschmerz. Wenn Sie im Jahr 2019 noch mit Bodenmann und Bortoluzzi argumentieren, reibe ich mir schon etwas die Augen. Reden Sie doch mal mit der Generation, deren Kinder die Kinderkrippe besucht haben und die heute in der Lehre oder an der Uni sind. Ich kenne keine Eltern, die unzufrieden waren.

    Ausserdem können Sie selber etwas zum Fortschritt beitragen: Sprechen Sie in Ihrem nächsten Artikel nicht mehr nur von den Müttern sondern auch von den Vätern.

  • Stefan Haller sagt:

    Wer konservativ denkt, dem sind Kita’s etc. ein Gräuel. Von den konservativ Denkenden und vor allem auf alten Schemen beharrenden gibt es gerade in einer Schweizer Partei genug. Aber nicht alles was die Partei oder deren exponnierte Personen sagen ist richtig. Ich war zu Beginn selber kritisch was die Kita angeht. Aber generell behaupten zu wollen, dass Kita Kinder weniger IQ haben wäre mir nie in den Sinn gekommen. Wir haben in der Schweiz hinsichlich Beruf und Flexibilität noch viel zu lernen und solche Argumente sind in dem Prozess mehr als hinderlich. Leider werden die Miesepeter meist nicht entlarvt oder durch entsprechende Mittel noch gestärkt.

  • Rüdiger sagt:

    Die Politikerinnen die da ihre Kinder mitschleifen und es für nötig halten diese stillen zu müssen (natürlich niemals um selber aufzufallen und kein TamTam darauszumachen), geniessen da Privilegien, die sie nicht verdienen. Alle anderen Frauen, die Auch berufstätig sind, können sich dies sicher nicht (zurecht) erlauben und müssen sich halt organisieren (beweisen es tagtäglich). Warum dies eine Person mit einem 6-stelligen Gehalt nicht auf die Reihe bekommen sollte, ist mir schleierhaft. Oder ich bin halt doch mit Super-Woman zusammen

    • 13 sagt:

      @ Rüdiger
      Es geht nicht ums Gehalt oder ähnliches. Wenn ich eine Politikerin wähle, dann weil ich von ihr erwarte in meinem Sinne abzustimmen. Ist sie nicht da, kann sie das nicht. Und im Gegensatz zu anderen Frauen im Mutterschaftsurlaub gibt es weder Ersatz, noch kann sie es danach nachholen. Im Übrigen sind Stillzeiten für alle Frauen gesetzlich vorgeschrieben. Sofern frau will, natürlich.

  • Max Bader sagt:

    Ist es in der heutigen Zeit verboten, unangenehme Wahrheiten auszusprechen. Sicherlich hat die Kita auch vorteile, aber es gibt auch genug Studien, die Kita-Kindern eine höhere Gewaltbereitschaft, mehr psychische Probleme und eine schlechtere Leistungsfähigkeit aussprechen. Natürlich kann man darüber diskutieren, ob diese Resultate brauchbar sind. Aber nur weil man ein paar Schneeflocken-Müttern damit ein Schuldgefühl einbringt, darf man das gleichwohl sagen.
    Im übrigen gibt es niemand, der perfekt in der Kindererziehung ist und es kann auch schief gehen, wenn man sich alle Mühe gegeben hat.

  • Maria sagt:

    Liebe Mütter, Väter, Betreuer und PolitikerInnen

    hört doch endlich auf, alles schwarz/weiss zu malen und jegliche Positionen zu verteufeln/verherrlichen.
    Die schlechteste Variante ist, die jeweilige Entscheidung – Kita oder daheim -mit schlechtem Gewissen oder Frust aufzunehmen. Sollte eine Entscheidung sich bald als falsch erweisen – ändern, nach Alternativen suchen.
    Ich habe in meinem langen Leben viele falsche Entscheidungen gesehen. Ich habe verwandte Kita-Kinder zum zeitweisen Hüten angenommen, da sie die Kitazeit heulend verbracht hatten.
    Ich habe frustrierte Mütter beim Hüten entlastet, die nach kurzer Berufs/Mutter-Zeit ein Burnout bekamen.
    Schaut man sich in Kitas um, so trifft man jedoch auch so viele zufriedene, glückliche Kinder. Also was soll das – schwarz/weiss!

  • Jo Mooth sagt:

    Warum ist beim schlechten Gewissen immer nur von Müttern die Rede? Haben die meisten Kinder nicht Eltern, die ebenso meistens einen Vater beinhalten? Tun Mutter werden wollende Frauen wirklich genug, um sich mit dem zukünftigen Vater bezüglich Betreuung abzusprechen und ev. abzusichern? Begatten Männer wirklich nur, ohne auch nur einen Gedanken auf die allfällige Kindbetreuung zu verschwenden? Wenn erst mal vor der Zeugung Klarheit herrschen würde unter den Eltern, wer was tun kann oder mag, wäre eine Auswärtsbetreuung wohl ganz ohne schlechtes Gewissen möglich.

    • 13 sagt:

      Haben Sie es je erlebt, dass ein Mann dafür kritisiert wurde, dass er (vollzeit) arbeitet?

      • Lisi sagt:

        Nein dafür oft, dafür das er teilzeit arbeitet.

      • 13 sagt:

        Eben. Entsprechemd wird es aber auch nicht dem Vater vorgeworfen, dass ein Kind die Kita besucht…
        Ich bin wirklich die Erste, die gleichberechtigte Elternteile propagiert, aber gier beibdiesem speziellen Text, wo es um Vorurteile gegenüber Kitas und auch Kritik gegenüber individueller Familienmodelle geht, verstehe ich schon, warum die Autorin von Mütter spricht…

      • Jo Mooth sagt:

        Ja, mehrmals. Und auch ich selbst habe schon Kollegen kritisiert, dass sie nach der Geburt weiterhin Vollzeit arbeiten.

  • Maike sagt:

    Warum Mutterschaft immer noch so idealisiert wird ? Weil wir immer noch in einem Patriarchat leben, liebe Nadja. Da sind die Rollen klar verteilt – Mann, arbeiten, Geld verdienen und Frau, Nachwuchs sicherstellen, aufziehen und das Haus beackern. Im Berufsleben, was ja nach wie vor vornehmlich von Männern dominiert wird, stören sie eigentlich nur, weil sie Unruhe in einen geregelten Ablauf bringen. So braucht es zusätzlich nach Geschlechtern getrennte Toilette, es bringt Unruhe in die Lohnstruktur, es bringt Unruhe in die Befehlshierachie, mann kann keine Zoten mehr reissen und sollte immer ordentlich angezogen zum Job kommen.
    Deswegen wird das Übel an der Wurzel gepackt. Mann versucht der Frau einzureden, das alles andere als die Mutterrolle nicht der Frau entspricht !

    • Sportpapi sagt:

      @Maike: Es sind (ausschliesslich) die Männer, die Mutterkult betreiben? Und Frauen von der Arbeitswelt fernhalten, wo doch alle so viel lieber den ganzen Tag arbeiten würden, statt zu Hause bei den Kindern zu sein?
      Wir leben vor allem in einer relativ liberalen Gesellschaft, in der jede/r in seinem Lebensentwurf ziemlich frei ist. Aber offenbar wollen viele Frauen eben gar nicht, wie sie eigentlich sollten.

  • Stefan Zeier sagt:

    Frau Brenneisen, Sie haben ja Recht. Dass die KITA den IQ negativ beeinflussen soll ist schwachsinnig. Lassen Sie sich (und wir uns auch) nicht von dilettantischen Flyern verunsichern. Ich habe mit meinem Sohn bezüglich Entwicklung ähnlich gute Erfahrungen in der KITA gemacht wie Sie.

    Doch möchte ich einen zweiten Punkt aufgreifen.
    Kinder im Bundeshaus bezüglich Basler Rathaus: Hier kann ich Ihre Meinung nicht nachvollziehen.
    Wie würde mein Arbeitgeber reagieren, wenn ich meinen Sohn mit zur Arbeit nehmen würde? Das würde verständlicherweise nicht geduldet. Das auch für Parlamentarier. Im Parlament ist Arbeit, und in die Arbeit bringt man keine Kinder mit. Das sollte eigentlich selbstverständlich sein. Daher gibt es ja Krippen, Grosseltern, Geschwisterte und Freunde.

  • Muriel sagt:

    Ich bin nach diesem Artikel auch etwas ratlos. Meine zwei Kinder sind jetzt in KG/Schule und das Kita-Modell war für uns perfekt. Stets hatten wir das Gefühl dass unsere Kinder dort gut aufgehoben sind, in einem kreativen und liebevollen Umfeld. Deshalb hätten wir uns nie durch unser Unfeld oder durch mediale SVP Äußerungen verunsichern lassen. Die Autorin ist auch überzeugt dass die Kita für ihr Kind das richtige ist. Toll! Ist ihr Ärger Ausdruck einer Verunsicherung? Es wird bei Eltern-Themen immer verschiedene Meinungen geben, so what! So lange die Strukturen stimmen, sprich Kita-Angebot vorhanden im aktuellen Fall, sollten uns gegenteilige Meinungen nicht stören sondern bestenfalls amüsieren.

  • Sportpapi sagt:

    Was ist denn eine „gescheitere Familienpolitik“? Erstens haben wir die Familienpolitik, die mehrheitsfähig ist, glücklicherweise können wir ja sogar darüber mitbestimmen. Zweitens scheint mir, dass jede/r nicht nur sein Leben führen möchte, wie er/sie/die Familie es für richtig empfindet. Dagegen ist ja gar nichts einzuwenden. Sondern dass man dafür auch noch Zustimmung und ganz viel finanzielle und sonstige Unterstützungen durch die Gesellschaft erwartet.
    Ich für meinen Teil freue mich, dass wir in der Schweiz so viele Freiheiten haben wie kaum irgendwo auf der Welt. Was bedeutet, dass wir selber entscheiden müssen, und zu unsere Entscheidungen auch stehen. Selbst wenn es Leute gibt, die unsere Entscheidungen kritisieren. Befürworter gibt es ja immer auch.

  • Martin Frey sagt:

    Gemach. Ein schlechtes Gewissen machen Sie sich wenn schon selber. Kein Mensch sagt, dass Sie auf die tausend Einflüsterer und Besserwisser hören sollen. Wenn schon, sind die Aussagen aus dem Interview mit Bodenmann eine Diskussion wert, wobei er von sehr kleinen Kindern redet die in hohem Ausmass sehr früh in Krippen gesteckt werden. Da die CH-Mutter sich nach wie vor meist nur ein Niedrigpensum zumuten möchte, muss man diese Aussagen schon mal relativieren.
    Die Aussagen über „Debattenhoheit über Krippen“ empfinde ich als reine Polemik. Es ist ja nicht so, dass Frauen sich durchwegs eines Kommentars enthalten würden, wenn es um Lebensentwürfe anderer Frauen geht. Aber beginnen wir (Sie) doch damit, eine „gescheitere Familienpolitik“ zu konkretisieren anstatt nur zu fordern.

    • Christina2 sagt:

      Lieber Herr Frey,
      die Betreuung eines Babys in einer Kita kostet täglich 130-140 ChF, die eines älteren Kindes 120 ChF. Die Aussage: „Da die CH-Mutter sich nach wie vor meist nur ein Niedrigpensum zumuten möchte“ ist m.E. nicht ganz richtig. Viele Mütter verzichten gerade in den ersten Jahren ihrer Kinder auf eine Rückkehr an den Arbeitsplatz, da die Kinderbetreuung so kostenintensiv ist. Eine „gescheitere Familienpolitik“ würde für mich zunächst einmal bezahlbare Kinderbetreuung bedeuten.

      • Martin Frey sagt:

        Liebe Christina2
        Das ist grundsätzlich nicht falsch, nur arbeiten gemäss Statistik Mütter unabhängig vom Angebot auch später kaum je Vollzeit. Im Gegenteil, wurde eigentlich nie belegt, dass mehr und günstigere Kitas automatisch höhere mütterliche Pensen nach sich ziehen. Auch wenn man das immer wieder hört, ist es bis dato nicht viel mehr als ein heissgeliebtes, nicht wirklich belegtes Dogma.
        Darüber, weshalb das so ist und was die Hintergründe dafür sind, haben wir uns hier im MB schon oft ausgetauscht. Je nach persönlicher Warte und Ideologie kann man das verschieden sehen. Persönlich bin ich nur schon froh, wenn Leute sich konkret etwas dazu (inklusive Finanzierbarkeit und Bedarf) überlegt haben, bevor sie pauschal Forderungen à la „gescheitere Familienpolitik“ proklamieren.

      • Sportpapi sagt:

        @Christina2: Diese Betreuungsplätze sind subventioniert, wenn die Familien zu wenig Geld haben. Warum aber soll die Gesellschaft Familien finanziell unterstützen, die es gar nicht nötig haben? Und warum soll diese einseitige Unterstützung eines Familienmodells unter gescheiter Familienpolitik laufen?

      • Lina Peeterbach sagt:

        Liebe Christina2
        Sie beschreiben hier den Vollsatz für einen privaten Platz. Subventionen gibt es gestaffelt bis zu relatuv hohem Jahreseinkommen. Man muss also recht viele Kinder betreuen lassen und selbst sehr wenig verdienen, bis es sich „nicht mehr lohnt zu arbeiten“.

  • Sportpapi sagt:

    „Es ist an der Zeit, die Debattenhoheit über Krippen nicht mehr Männern zu überlassen, die aus der Theorie kommen oder sich Frauen wieder an den Herd wünschen.“
    Ah ja. Dabei verdienen ganz viele Frauen ihr Geld damit, genau diese und ähnliche Debatten in Blogs und Foren zu führen, in der Regel in empörtem Ton. Und wie hier, ständig in der Ich-Form, wo es doch eigentlich um eine Elternfrage geht. Die Väter spielen in den Überlegungen offenbar keine Rolle.
    Und wie zuletzt hier diskutiert: Es sind vielfach Mütter, die bestimmen, was für ihr Kind das Beste ist, wie viel das Kind zu Hause und wie viel es fremdbetreut wird.
    Bis zur letzten Diskussion, da es darum ging, dass (getrennt lebende) Väter dafür (mehr) zahlen müssen, dass die Mütter gerne selber betreuen. Ist doch für das Kind!

  • Jared Müller sagt:

    Die Schweiz ist einfach ein Drittweltland wenn es um Kitas geht, in keinem anderen Land ist soviel Unsinn über Kitas zu lesen! Den Amerikanern käme nie in den Sinn zu sich zu fragen, ob man die Kinder 2 oder 3 Tage bringen will; 5 Tage Betreuung ist Normalität. Was meist vergessen geht bei der ganzen Diskussion ist die Kitaqualität. Wenn die Kitaqualität gut ist, zeigen die Studien, dass die Kinder weiter sind als die Nichtkitakinder. Darum: Freundlich Lächeln, Ohren zu und 5 Tage bringen – wenn man dies denn wünscht. Und vielleicht auch mal überlegen, dass es für die Kinder einfach auch Vorbildfunktion ist, wenns Mami arbeitet!

  • Angie sagt:

    Wo ich einig bin: Der Mutterschaftsurlaub ist viel zu kurz, 1 Jahr wäre super. Können wir aber bei unserem rechten Seniorenparlament vergessen.
    Wo ich nicht einverstanden bin: Auch wenn das Kind keine KiTa besucht macht es im ersten Jahr riesige Entwicklungssprünge , auch später noch. Genau so, wie die Kita schlechtgeredet wird, wird sie auch schöngeredet. Die Wahrheit liegt vermutlich in der Mitte.

    • Sportpapi sagt:

      Das hat wenig mit unserem Seniorenparlament zu tun. Jede/r kann eine entsprechende Initiative lancieren. Nur macht das eben nicht jede/r, und wird die von den Stimmberechtigten, mehrheitlich Frauen, vermutlich auch nicht angenommen.

    • Schneeflocke sagt:

      Kommt halt auch auf die Situation zu Hause an. Wird da kindgerecht gefördert, entwickelt sich das Kind prima.
      Wird aber zu Hause nur „gewischt“ ( I-Pad, Handy, etc) wird die Entwicklung des Kindes verzögert.

      Eine gute Entwicklung hängt vom Engagement der Betreuungsperson ab und auch vom Betreuungsschlüssel.
      Egal ob Mutter, Vater, Grossmutter, Tagesmutter oder Kita.

  • Röschu sagt:

    (Klein-)Kinder am Arbeitsplatz der Eltern sind auch dann unangebracht, wenn diese vom Vater mitgebracht werden. Mit der angeblichen Benachteiligung von Müttern hat dies nichts zu tun.

  • Jänu sagt:

    Gut gebrüllt, Löwin. Ihr Wort in der Stimmbürger Ohren!
    Bin ich aber froh, ist meine Ältere immer in die Krippe (2 Tage die Woche, seit sie 6 Monate alt war). Sonst müsste ich mich heute mit einer Einsteinin, einem schwierigen Wunderkind herumschlagen, hat sie doch heute in der 6. Klasse fast überall 6er-Noten.
    Kleine Bemerkung noch: Liebe Frauen, hört endlich auf, schlechtes Gewissen zu haben und entscheidet selbstbewusst. Bortoluzzis gibt es leider immer noch viel zu viele.

  • Selina sagt:

    Mich nervt genauso die Aussage, dass Krippe-Kinder sich ach so toll entwickeln – als wenn das Zuhause nicht möglich wäre! Jede Familie soll für sich das Modell wählen (wobei nicht alle den Luxus der Wahl haben) das für sie stimmt, ohne zu werten.

  • Meinrad sagt:

    Was mich mal interessieren würde: ist die Sache mit dem IQ ein Fakt oder hat sich das einfach ein konservativer alter Mann aus den Fingern gesogen? Darüber habe ich leider nie etwas gelesen, es gab immer nur Polemik von beiden Seiten.

    Grundsätzlich finde ich es schon speziell, wenn Paare Kinder haben, aber nicht auf ihre Karriere verzichten wollen und die Kinder nach dem Mutterschaftsurlaub zu 100% in die Krippe geben.

    Angesprochen sind da aber natürlich nicht nur die Mütter, sondern auch die Väter.

    Ein schönes Betreuungsmodell aus dem Bekanntenkreis: Mutter 60%, Vater 60%, einen Tag in der Woche sind die Kinder bei den Grosseltern. Aber ja, geht natürlich nicht in allen Berufen.

  • SK sagt:

    Ich würde mal meine grundsätzliche Haltung überdenken: Sie lassen sich wirklich von einem SVP-Opa, der womöglich kaum noch gerade sieht, einschüchtern? Echt jetzt? Ich glaube nicht, dass die verschiedenen Modelle ein Problem darstellen (im übrigen werden Mütter, die gerne zu 100% zu Hause sind, genau so stigmatisiert), sondern, dass wir/die Eltern uns zu sehr Sorgen, über die Meinung anderer machen und darüber, was richtig oder falsch ist: Es gibt unzählige Studien, die sich widersprechen. Mein Fazit: alles weniger Ernst nehmen und sich mit den eigenen Entscheidungen wohlfühlen, etwas Input/Studien lesen und Punkte für sich berücksichtigen. Und aufhören, wie ein kleines Kind rumzuheulen…

    • Hans Meier sagt:

      Wenn ein Mann so etwas sagen würde wäre es „sachliche Kritik“, der Frau wird mit denselben korrekten Argumenten vorgeworfen „wie ein Kind rumzuheulen“. Das alte weisse Männer Frauen und Mütter wie seit Jahrhunderten immer noch an den Rand der Gesellschaft zu drängen versuchen muss diskutiert werden. Nichts wäre falscher als diese strukturellen Probleme privat lösen zu wollen.

    • Brenner sagt:

      Das scheint mir in vielen Bereichen das eigentliche Problem zu sein: Jeder hat eine Meinung, aber keiner will Entscheiden und dann zu seiner Entscheidung stehen.
      Werdet endlich erwachsen.

    • Elmar Scherrer sagt:

      Es geht hier um ganz konkrete Forderungen bezüglich Elternurlaub, Verfügbarkeit und Subentionierung von Kitas, für mehr Akzeptanz bei Arbeitgebern (Urlaub, Flexibilität usw.).
      Es geht beileibe nicht um Meinungen, richtig und falsch, oder darum rumzuheulen.
      Darf ich raten: Sie sind ein Mann und haben keine kleinen Kinder?

      • SK sagt:

        Lesen scheint nicht Ihre Stärke zu sein, jedoch wilde Intepretation? Wo steht hier etwas von Forderung nach Kitas und Subventionen?

        Sie liegen komplett daneben 😉 Ihre Menschenkenntnis scheint Ihrer Leseschwäche Konkurrenz zu machen.
        Auch wenn der Text von einem Mann geschrieben wäre, ist es rumgeheule und zwar aufgrund von fehlendem Selbstvertrauen!

  • Bruno sagt:

    Lea Steinle wurde nicht in Bundeshaus, sondern im Basler Rathaus des Saales verwiesen!

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