«Kinder müssen lernen, Frustrationen auszuhalten»

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Was tun, wenn das Baby nicht schläft? Eine hübsche Schlafmütze reicht nicht. Foto: Thanarak Worakarndecha (Getty Images)

Familientherapeutin Susanna Fischer erklärt, wo eine Schlafberatung ansetzen kann.

Frau Fischer, schläft das Kind schlecht, schlafen die Eltern schlecht, und irgendwann sind alle am Rand. Was tun?
Mit den Eltern oder mit dem Kind?

Sagen Sie es mir – wo setzen Sie an?
Da sind wir bereits mitten im Thema. Auf der einen Seite gilt es in einer Schlafberatung natürlich, den Eltern auf der Verhaltensebene konkrete Tipps an die Hand zu geben: Lüften Sie das Schlafzimmer, singen Sie ein Schlaflied, schauen Sie, dass das Kind satt ist am Abend. Gleichzeitig bringt das alles nichts, wenn sich die Eltern dabei nicht spüren, wenn sie keine Wahrnehmung haben für ihre eigenen Stimmungen und Verhaltensweisen – und wenn ihre Bedürfnisse vor dem Kind nichts mehr zählen.

Wir stellen uns vor: Ein erschöpftes Elternpaar kommt mit seinem halbjährigen Kind zu Ihnen. Es meldet sich in der Nacht alle zwei Stunden. Wo setzen Sie an?
Zuerst schaue ich, was die Eltern an Ressourcen überhaupt noch mitbringen. Eine Schlafberatung ist immer eine ganz individuelle Beratung. Wenn die Erschöpfung sehr gross ist, muss ein Notfallplan her. Generell gilt: Es macht keinen Sinn, dort anzusetzen, wo die Not am grössten und die Energie am tiefsten ist – also in der Nacht. Da gleich was verändern zu wollen, ist illusorisch.

Wo denn dann?
Ich beginne immer mit dem Tag. Dann stellen sich mir folgende Fragen: In welcher Entwicklungsphase steckt das Kind? Kann es sich beim Spielen länger auf etwas konzentrieren, oder ist es motorisch eher unruhig? Was isst es tagsüber, und wie gut kann es sich selber beruhigen? Wie schläft es am Tag? Erst wenn diese Punkte geklärt sind, kann ich mich der Nacht zuwenden. Angenommen also, ein gut sechs Monate altes Kind kann sich tagsüber gut sättigen und regulieren, meldet sich dann aber nachts sehr oft: Wie schläft es abends ein?

Warum ist das Einschlafritual wichtig?
Mir geht es darum, herauszufinden, ob das Kind im Beisein der Eltern die Gelegenheit bekommt, einen eigenen Beitrag zum Einschlafen zu leisten. Wird es wie wild auf dem Gymnastikball geschaukelt? Können es die Eltern erst ablegen, wenn es schläft? Dann gilt es, die Aktivitäten der Eltern schrittweise runterzufahren. Die Eltern sollen den unruhigen Zustand des Kindes nicht übernehmen – sie müssen vielmehr lernen, bei sich zu bleiben. Ruhig zu bleiben – und diese Ruhe auf das Kind zu übertragen.

Susanna Fischer ist Sozialpädagogin, Familienberaterin und Leiterin der Familienpraxis Stadelhofen. Sie hat langjährige Erfahrung in der Schlaf-/Erziehungsberatung von Familien mit Säuglingen und Kindern mit Regulationsstörungen. Foto: Vera Hartmann Photography

In solchen Situationen ein hehrer Wunsch.
Anspruchsvoll, zweifellos – doch in diesem Moment steckt in meinen Augen der pädagogische Kern: Erziehen heisst für mich, bei den Kindern zu bleiben, wenn es schwierig wird – und ihnen nicht alles abnehmen zu wollen. Es geht darum, eine Haltefähigkeit zu entwickeln. Und jemanden halten kann nur, wer sich selbst halten kann. Wenn ich das Kind beim kleinsten Mucks aus dem Bett reisse und wie wild umherschaukle, weil ich sein Weinen nicht ertrage, muss ich mir Gedanken machen.

Das ist doch ein Extrembeispiel.
Sie würden staunen, wie viele Eltern grosse Mühe haben, auf Spannungen des Kindes nicht immer prompt zu reagieren. Die Kinder werden sofort mit dem Nuggi oder mit der Brust ruhiggestellt. Klar, dann ist Ruhe, das ist ja für alle einfacher! Doch das Kind muss irgendwann lernen, Frustrationen auszuhalten.

Muss das Kind lernen, Frustrationen auszuhalten, oder müssen die Eltern lernen, die Frustrationen des Kindes auszuhalten?
Beides trifft zu – doch natürlich ist es die Aufgabe der Eltern, ihre Kinder Schritt für Schritt an dieses Aushalten heranzuführen. Sie müssen klarmachen, dass sie nicht in der Lage sind, für das Kind alles Unangenehme aus der Welt zu schaffen. Das kann man wunderbar üben!

Haben Sie ein konkretes Beispiel?
Wickeln und Zähneputzen eignen sich sehr gut. Da weiss ich: Die Situation ist zeitlich begrenzt, und ich kann sie selber wieder auflösen. Angenommen, das Kind protestiert lautstark und windet sich: Als Mutter oder als Vater kann ich ganz klar trainieren, nicht in die gleiche Frustrationshaltung zu kommen. Ziehen Sie eine klare Grenze! Fokussieren Sie auf Ihre Atmung und atmen Sie lange aus, das hilft.

Zum Thema klare Grenzen: Was halten Sie vom Familienbett?
Wenn das für die Familie stimmt, super! Doch ich stelle fest, dass nur ganz selten alle glücklich sind im Familienbett. Dann müssen die Eltern reden, unbedingt. Ebenso, wenn der sogenannte Schlaftourismus zur Belastung für die Beziehung wird: Letztens war ein Paar bei mir, da schlief am Ende der Nacht die kleine Tochter alleine im Elternbett. Der Vater schlief auf dem Sofa, die Mutter beim zweiten Kind im Zimmer, auf einer Matratze am Boden. Da vermisse ich manchmal schon die gesunde Haltung: Das Kind ist ein Familienmitglied, es ist nicht der Mittelpunkt.

Dann halten Sie nicht viel von einer bedürfnisorientierten Erziehung?
Sagen wir es so: Wenn die individuelle Entwicklung des Kindes über allem steht, dann fehlt in meinen Augen oft schlicht der Mut, zu erziehen.

Lesen Sie zum Thema auch Was tun, wenn Husten Kindern den Schlaf raubt?, Wie mein Baby ein Superschläfer wurde, Was Schlaf mit Beziehungsglück zu tun hat.

96 Kommentare zu ««Kinder müssen lernen, Frustrationen auszuhalten»»

  • gabi sagt:

    Entspricht jetzt aber so was von 1 : 1 den Konfliktlinien der üblichen Verdächtigen hier im Blog:

    http://www.spiegel.de/lebenundlernen/schule/elternschule-der-grosse-streit-ueber-kindererziehung-a-1243090.html

    „Eltern müssten Bedürfnissen nachkommen, aber auch Führung übernehmen. „Das hat nichts mit autoritärer Erziehung zu tun“, sagt Langer. Aber davor würden sich viele Eltern scheuen, und dann fehle dem Kind Sicherheit.“

  • Beat Heuberger sagt:

    Danke Frau Fischer. Ich lerne von Ihnen: Ich darf/soll mein eigenes „zur Ruhe kommen“ bewusster erleben. Vorleben – das ist generell ein guter Ansatz. Durch den kleinen Fratz mehr zu mir selbst zu kommen: wie wunderbar und wie einfach.

  • VB sagt:

    Schlafprobleme von Kindern auf die Eltern zu projizieren, scheint mir wenig pragmatisch. Es ist fraglich, was es dem Kind in Bezug auf das Durchschlafen hilft, „Frustration auszuhalten“, ausser, wenn Erfolg in Resignation gemessen wird. Vielmehr sollte verhaltenstherapeutisch mit der Familie gearbeitet werden, so dass dem Kind Kompetenzen erlernt werden, wie es selbst ein-und druchschlafen kann. In Folge ist das Kind nicht mehr frustriert, sondern durch die neu erlernten Strategien gestärkt und kompetent.

    • Dietmar Plotzer sagt:

      Es ist ja nicht nur beim Schlaf so: Was die Eltern nicht gelernt haben, das bekommen die Kinder auch nicht mit. Und wer als Kind frustrierte Eltern miterlebt hat, die daraus resultierenden Spannungen dann aber sehr patriarchalisch (niedermachend) erlebt hat, der weiss, was Frustration und Resignation bedeutet. Ich war wirklich ein pflegeleichtes Kind, habe durchgeschlafen (so Augenzeugen) anständig und war anspruchslos (mir haben Spielzeuge nicht viel zugesagt und ich habe gelernt, meine Eltern früh zu mässigen, ich wollte nichts ausser der Elternliebe, die ich aber nie erhalten habe, weil tja, was Hänschen nicht lernte…
      Neugierde wurde bestraft, Fragen wurde ignoriert und ja, nachfragen bestraft.
      Heute fragen sich meine Eltern: warum rufst Du nicht mehr an. Erklärungen: sinnfrei…

  • Mother of Four sagt:

    @13: niemand spricht hier von acht Stunden Schlaf am Stück. Aber wenn die Eltern während Wochen alle 30 Minuten aus dem Schlaf gerissen werden, wenn das Kind morgens um vier bespielt werden will, wenn es auch tagsüber nie länger als 30 Minuten am Stück schläft, wenn sich die Eltern vor Erschöpfung anschreien, wenn sie sich nicht mehr auf die Arbeit außer Haus konzentrieren können (Ja, tatsächlich muss auch mit Baby Geld verdient werden), wenn sie wegen Kleinigkeiten in Tränen ausbrechen (Abfallsack vor der Haustüre statt im Container), dann ist eine Schlafberatung dringend angesagt. Und wenns nur darum geht, von jemandem angehört und ernst genommen zu werden.

    • 13 sagt:

      Ich habe kein Problem mit einer Schlafberatung, sondern mit den Tipps! Wer am Ende ist, oder vielleicht besser schon vorher, braucht Unterstützung!
      Ich habe drei Kinder, von denen zwei sehr lange, sehr häufig aufkamen. Und gearbeitet habe ich immer gleich mind 80%. Dass der kurze Mutterschaftsurlaub und der fehlende Vaterschaftsurlaub nicht hilfreich ist, bei dem Thema kommt dazu. Daneben wache ich eh mehrmal pro nacht auf, auch ohne Kinder, was eher job- als familienbedingt ist. Also ja, ich weiss wovon Sie sprechen, obwohl ich dank Familienbett nie am Ende war. Aber die Haltung hätte mich völlig abgeschreckt und ich wäre lieber weiter auf dem Zahnfleisch gelaufen, als mir anzuhören, ich hätte keinen „Mut mein Baby! zu erziehen“. Darum sage ich, es gibt bessere Lösungen!

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Es fehlt doch nicht der Mut, sondern die Bereitschaft. Warum denn einfach, wenn es auch sehr viel komplizierter und für alle erschöpfender geht.
        Wieder: Wer Energie genug hat, kann seine Prinzipien bis zur Selbstaufgabe umsetzen, das muss ja keinen Aussenstehenden interessieren. Aber wer unter besseren Lösungen immer versteht, dass andere unterstützen sollten, weil man selber an den eigenen (überhöhten) Erwartungen (fast) zerbricht, dem wünscht man sich dann doch einmal etwas Einsicht. Sich selber und der Familie zu liebe.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Mut steht im Text, ist keine Erfindung meinerseits.
        Du willst es aber offenbar nicht verstehen, dass Selbstaufgabe gerade nicht das Ziel sein kann. Natürlich nicht, das würde Dir ja Angriffsfläche mir gegenüber nehmen. Unterstützung/Hilfe etc. ist etwas gegenseitiges. Menschen, die mir helfen und geholfen haben, können jederzeit mit meiner Hilfe rechnen und sind dafür genau so dankbar, wie ich es war und immer noch bin. Ich erachte ein gutes Umfeld, wo es geht, ein familiäres, wo nicht, dann ein selbst gesuchtes, mit Kindern (v.a. wenn man noch berufstätig ist) für unentbehrlich, um den Bedürfnissen aller! (nicht nur des Kindes!) entgegenzukommen. Warum es falsch sein sollte, wenn es allen gut geht, verstehe ich nachwievor nicht.

      • 13 sagt:

        Ausser natürlich, man glaubt daran dass Babies erzogen werden müssen. Nun ja, ich erachte es als erwachsene Person als sehr schwach, seine eigenen Prinzipien und den eigenen Stolz vor die Bedürfnisse meines Kindes zu stellen. V.a. weil ich gerade nicht sehe, dass Anhänger klassischer Erziehungsmethoden der alten Schule irgendwie entspannter und energiegeladener wären. oder deren Kinder glücklicher.

      • tststs sagt:

        Ich würde ganz generell sagen, Sie, 13, sprechen hier die Lösung für fast alle Elternprobleme an: Holen sie sich Hilfe! Und zwar nicht in erster Linie Hilfe, die einem sagt/beibringt, wie man es richtig macht, sondern die schlicht ein paar Momente Abhilfe verschafft und einem die Arbeit abnimmt.
        Ich spreche hier von Nachtnannies und Tagesmüttern, Haushalthilfen, auswärts essen, Wäscheservice, Einkäufe liefern lassen etc. Gerne darf man auch im Freundeskreis nachfragen. JA MAN DARF! Nein, ich korrigieren: um der eigenen, des Kindes und der Freunde Gesundheit willen: SIE MÜSSEN! DELEGIEREN!

      • gabi sagt:

        Sehr gut formuliert, SP!

      • tststs sagt:

        @SP: Und wenn die überhöhte, am Ende zum Zusammenbruch führende Erwartung eben ist, dass man es doch gefälligst ohne Hilfe schaffen soll? Alle anderen können das doch auch…
        Ich kann einfach nicht verstehen, dass Ihre Welt so dermassen aus „entweder…oder“ besteht. Kann es nicht ein sowohl als auch sein? Ist es nicht gerade so, dass die Realität eben genauso so (vermeintlich widersprüchlich) ist und wir gerade daran so verzweifeln?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das wäre natürlich mühsam, wenn ich eine Angriffsfläche finden würde…
        Aber Fakt ist nun mal, dass wir von Eltern sprechen, die in ihrer Not zur Therapie gehen. Die völlig erschöpft sind. Und die Fachfrau weist zu recht darauf hin, dass die Eltern auch die eigenen Bedürfnisse achten sollten, statt nur die des Kindes.
        „Warum es falsch sein sollte, wenn es allen gut geht, verstehe ich nachwievor nicht.“ Behauptet das jemand? Im Gegenteil!
        Nur geht es offenbar vielfach eben nicht allen gut. Das ist ja der springende Punkt und Auslöser der Diskussion. Dass wir immer häufiger überforderte Eltern haben, die von totaler Erschöpfung und Burnout sprechen, und gleichzeitig immer mehr Entlastung für Eltern gefordert und umgesetzt wird, kannst aber auch du nicht bestreiten.

      • Sportpapi sagt:

        Und nein, Anhänger einer klassischen Erziehung stellen nicht die eigenen Bedürfnisse über die des Kindes. Sondern sie glauben, dass ihre Massnahmen letztlich im Interesse des Kindes sind. Weil es zu mehr und besserem Schlaf kommt und entspanntere Eltern hat.
        „V.a. weil ich gerade nicht sehe, dass Anhänger klassischer Erziehungsmethoden der alten Schule irgendwie entspannter und energiegeladener wären.“ Ich schon. Und noch entspannter sind vermutlich Eltern, die gar nicht so sehr auf Ratgeber hören, die die Messlatten immer weiter nach oben legen.
        „Oder deren Kinder glücklicher.“ Da sehe ich allerdings auch das Gegenteil nicht.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: „Und wenn die überhöhte, am Ende zum Zusammenbruch führende Erwartung eben ist, dass man es doch gefälligst ohne Hilfe schaffen soll?“
        Was ist jetzt das wieder für ein Irrweg? Habe ich mich jemals dagegen ausgesprochen, ein gutes Netzwerk zu haben, und sich gegenseitig zu helfen?
        Ändert aber nichts daran, dass man sich das Leben auch einfacher machen kann. Ändert nichts daran, dass viele Eltern immer mehr Aufwand für ihre Kinder betreiben, aus Angst, irgend etwas falsch zu machen. Dass zunehmend mehr Eltern ständig über Erschöpfung klagen und schon mit einem Kind überfordert sind. Dass die Trends genau in diese Richtung gehen. Und immer sollte dann die Gesellschaft wieder mehr Entlastung bieten. Und zeitgleich „Vereinbarung“ mit Job ermöglichen…

      • gabi sagt:

        tststs…

        Ihre weiteren Antworten bestätigen doch gerade einmal mehr, wie treffend SPs Kommentar dazu ist!

        “ …wenn die überhöhte, am Ende zum Zusammenbruch führende Erwartung eben ist, dass man es doch gefälligst ohne Hilfe schaffen soll?“ schreiben Sie.

        Eben; es gilt, was Sportpapi zuvor schon treffend formuliert hat:

        „… wer unter besseren Lösungen immer versteht, dass andere unterstützen sollten, weil man selber an den EIGENEN (überhöhten) ERWARTUNGEN (fast) zerbricht, dem wünscht man sich dann doch einmal etwas Einsicht.“

        Ja, tststs; so ist das im Leben halt.

        Für mangelnde Einsicht in die Unmöglichkeit eines Wunsches (also, dass etwas – realistisch analysiert – nicht umzusetzen ist) sind NICHT die Mitmenschen verantwortlich.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Kommt ein weitere Punkt dazu. Natürlich bin ich gerne solidarisch. Wir helfen, wo wir können, und unterstützen andere Familien, die Hilfe benötigen. Durchaus auch ohne Gegenleistung. Aber wenn wir das Gefühl haben, das Problem sei nun mal vor allem hausgemacht, dann werden wir das ansprechen. Und früher oder später wird die Lust schwinden, mitauszubaden, was andere sich selber einbrocken.

      • 13 sagt:

        @ SP
        „Warum es falsch sein sollte, wenn es allen gut geht, verstehe ich nachwievor nicht.“ Behauptet das jemand? Im Gegenteil!
        Nur geht es offenbar vielfach eben nicht allen gut. Das ist ja der springende Punkt und Auslöser der Diskussion.“
        Ja, aber das Wohlbefinden des einen auf Kosten des Anderen verbessern, halte ich halt nachwievor nicht für eine gute Lösung. Unsere Differenzen fangen aber schon damit an, dass Du davon ausgehst, dass das Kind am angeblich schlechten Schlafen leidet, was ich bezweifle. Und zu entspannten Eltern kommt es auch anders. Ich glaube Dir dabei gerne, dass Du Hilfe leistest. Wenn jedoch Hilfe mit gleichzeitiger Verurteilung angeboten wird, überlegt man sich mal, ob man nicht darauf verzichten will.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ob das Kind unter dem regelmässigen Erwachsen leidet, weiss ich nicht. Aber dass es auf seine Kosten geht, wenn es lernt, von selber wieder einzuschlafen, das bestreite ich vehement. Dass die Eltern dann auch entspannter sind, kommt noch dazu. Denn „Und zu entspannten Eltern kommt es auch anders.“ wäre noch zu beweisen. DAS erlebe ich ganz anders.
        Ausserdem ist es klar, dass wenn man möchte, dass ein ganzes Dorf erzieht, dann halt tatsächlich auch ein ganzes Dorf mitspricht. Ich würde das nicht Verurteilung nennen, sondern Mitsprache. Aber es ist klar, dass die Motivation, Hilfe zu leisten nicht gefördert wird, wenn man der Meinung ist, dass Problem sei grösstenteils selbst verschuldet.

      • 13 sagt:

        Nur zum Abschluss:
        „Ausserdem ist es klar, dass wenn man möchte, dass ein ganzes Dorf erzieht, dann halt tatsächlich auch ein ganzes Dorf mitspricht. Ich würde das nicht Verurteilung nennen, sondern Mitsprache. Aber es ist klar, dass die Motivation, Hilfe zu leisten nicht gefördert wird, wenn man der Meinung ist, dass Problem sei grösstenteils selbst verschuldet.“
        Grundsätzlich einverstanden. Das ist aber auch der Grund, warum ich mir mein Dorf sehr ausgesucht zusammenstelle. Und mehrheitlich Menschen in mein Leben lasse, die entweder gleich ticken wie ich oder dann meine Ansicht einfach tolerieren und hinnehmen, auch wenn sie es anders sehen. Menschen, die einfach bedingungslos und „ohne Fragen zu stellen“ da sind, sind unbezahlbar. Muss natürlich beidseitig sein.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Du schaffst dir also deine eigene Blase, in der alle deiner Meinung sind. Und wenn nicht, sich niemand getrauen würde, etwas zu sagen.
        Das scheint sehr bequem, aber weder spannend noch lehrreich.
        Und es wundert mich denn auch nicht, dass du immer wieder so verwundert bis empört bist, wenn jemand nicht gleicher Meinung ist mit dir.

      • Sportpapi sagt:

        Kommt dazu, dass Leute, die sich ein Umfeld schaffen, das „gleich tickt“, vermutlich auch nur Literatur lesen, die die eigenen Glaubenssätze bestätigen. Dabei wäre es doch für lernen und entwickeln wichtig, die eigenen Überzeugungen immer wieder hinterfragt zu bekommen. Und sie auch selber zu hinterfragen.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Es besteht ein Unterschied zwischen seine Meinung sagen und verurteilen. Selbstverständlich baue ich mir eine Blase, in der die Menschen ihre Meinung sagen können und ich bin auch nicht jemand, der schweigt. Die Frage ist wohl eher, wie man damit umgeht, wenn der andere sich Argumente anhört und danach meint, er bleibe bei seiner Meinung. Steht man dann weiterhin hinter ihm? Redet man auf ihn ein, bis er einknickt? Geht man auf Abstand? Du schreibst, dass da die Motivation zu helfen abnimmt. Nun, das ist bei mir nicht so.
        Aber dass ganz grundsätzlich Menschen mit gleichen Grundwerten einander suchen, ist ja nicht gar aussergewöhnlich, sondern eher normal. Das heisst noch lange nicht, dass man immer gleicher Meinung ist.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich erlebe dich hier allerdings nicht immer so tolerant gegenüber anderen Meinungen. Aber das gehört doch dazu. Wer starke Überzeugungen hat, der kann doch gar nicht anders als urteilen oder gar verurteilen.
        Man sollte Toleranz nicht mit Gleichgültigkeit verwechseln.
        Und die Bereitschaft zu helfen (und auch nicht die Freundschaft!) nimmt nicht ab, weil der andere eine andere Meinung hat. Sondern weil er sich das Problem mit dem kritisierten Verhalten selber erst schafft, und nicht einsichtig ist.

  • gabi sagt:

    Mir spricht das sowas von aus dem Herzen.

    Wenn ich beobachte, was, meiner Meinung nach, in den letzten Jahren mehr und mehr fehlt und ich nur ein Wort nennen dürfte, dann ist es:

    Frustrationsresistenz.

    Wenn´s dabei nur bei Einschlafproblemen bliebe, wär ja alles halb so schlimm. Was mich sorgt, sind die vielen Heranwachsenden, die schon weit über das Kleinkindstadium hinaus sind.

    • tststs sagt:

      Haha, das finde ich jetzt ganz geil, die Kinder sollen eine Resistenz gegen Frust aufbauen, indem man sie mit ihrem Frust alleine lässt?!?

      Bitte nicht missverstehen, ich sehe auch ein Problem zum Thema Frust, aber nicht im Sinne von einer mangelnden Resistenz (wie soll das überhaupt gehen? Müssten wir uns hierfür nicht kollektiv die Kugel geben?), sondern weil sie eben nicht gelernt haben, mit Frust umzugehen!
      Dem Kind den Frust abnehmen ist ebenso kontraproduktiv, wie das Kind mit seinem Frust alleine zu lassen. Aber man kann das Kind durch die Frustphase begleiten (ganz nahe mit Händchehalten und gutzureden, etwas weiter entfernt und eine Geschichte dazu erzählend oder vllt auch aus Distanz einfach mit Anwesenheit…)

  • Barbara sagt:

    Verstehe nicht was an dem kritisierten Schlafarrangement schlecht sein soll wenn so alle zum schlafen kommen. Die Vorstellung, die Nächte als Paar ständig romantisch und ungestört zu verbringen ist als Jungeltern mit Kleinkindern schlicht illusorisch und egoistisch. Die Nächte in diesen Jahren sind dazu da, dass möglichst alle Familienmitglieder zu möglichst viel Erholung kommen und gleichzeitig das (unterschiedlich ausfallende) Nähebedürfnis der Kinder zu stillen und wenn dies mit einer unkonventionellen Zimmeraufteilung am einfachsten ist sehe ich nicht weshalb dies von einer Schlafexpertin kritisiert werden soll. Als erstes sollten die Erwartungen an den kindlichen Schlaf realistisch werden, das ist meistens bereits die halbe Miete.
    Ach und ja; es geht ja vorbei!

    • Mother of four sagt:

      Zur Erinnerung: zur Schlafexpertin gehen Eltern, welche mit der arrangierten Schlafsituation nicht mehr zurecht kommen und niemand mehr glücklich ist damit. Zur Schlafexpertin gehen Leute, die fix und fertig sind und denen der allgegenwärtige Spruch „es geht vorbei“ nicht mehr hilft.

    • Sportpapi sagt:

      @Barbara: Die Schlafexpertin wird aufgesucht, wenn die Eltern bezüglich Schlaf ihre Grenzen erreicht haben. Wenn alles eitel Sonnenschein ist, braucht es ja keine Intervention.
      Aber es ist schon erstaunlich, wie immer wieder Durchhalteparolen verkündet werden, weil man ja leider gar nichts tun kann, angeblich. Relistischerweise.
      Dumm nur, wenn es dann mit ein paar einfachen Tipps doch klappt.
      Aber ist sicherlich nur Zufall.

  • tina sagt:

    mir hat damals (auch) geholfen (aber ich hatte keine schreibabys, nur einfach wahnsinnig lebendige kinder, mehrmals nachts wach, extrem früh vollgas morgens früh, sehr spät ruhe gefunden): wenn ein kind weint ist es nicht selten einfache stressäusserung. so wie wenn jemand nach einem langen, harten tag heimkommt, und nicht begeistert erzählt sondern vielleicht auch frustriert, müde. er braucht nichts zu essen, er braucht zuspruch und verständnis. ich habe versucht, dem baby gut zuzureden, eigentlich ähnlich wie man das bei freunden oder familienmitgliedern auch macht. vielleicht ist es eher meine haltung, die sich dabei änderte. ich suchte ja nicht nach einem problem. man wendet sich einfach dem menschen zu, lässt ihn seinen frust erzählen (und so ein baby hat viele gründe für frust)

  • Simona Seiler sagt:

    Frau Fischer redet doch nicht davon, dass man Säuglinge schreien lassen soll. Sie redet davon, dass man das Kind nicht sofort bei jedem Mucks stören soll. Meine Kinder sind nachts oft kurz aufgewacht. Wir haben dann immer ein paar Sekunden gewartet bis wir reagiert haben (ging meistens gar nicht schneller, da so erschöpft). Und oft war nach 10 Sekunden wieder Ruhe im Bettchen und das Kind hat friedlich weitergeschlafen. Wenn nach 10-15 Sekunden keine Ruhe war, war klar, dass ein Grundbedürfnis zu stillen war (meistens Hunger, selten eine volle Windel), da haben wir uns dann natürlich so schnell wie möglich drum gekümmert. Aber ich glaube schon, dass dieses wirklich sehr kurze Abwarten unseren Kindern geholfen hat, immer längere Zeitfenster nachts am Stück zu schlafen. Ohne Zwang.

    • Amélie Müller sagt:

      Genau. Ist schon seit Jahren meine Theorie: Beim zweiten und dritten Kind kann man umständehalber weniger schnell auf jeden Japps reagieren, was in der Regel dazu führt, dass diese Folgekinder viel unkomplizierter und weniger fordernd sind. Zuviel Aufmerksamkeit kann durchaus schaden.

    • gabi sagt:

      Hä? – Was mag mit „Ohne Zwang“ wohl gemeint sein?

      Ich kann mir beim besten Willen keine Möglichkeit vorstellen, ein Kleinkind zu „zwingen“ durchzuschlafen.

      Es ist schon faszinierend, was für Bilder hier rumspuken.

      • Simona Seiler sagt:

        Meine Güte, lesen Sie doch einfach was ich geschrieben habe. Ohne Zwang heisst, dass das Kind ganz von allein immer besser (bzw. länger am Stück) schlafen kann. Es schläft ein, ohne vorher zu weinen, zufrieden und satt. Ist nicht so kompliziert. Ohne Zwang = ohne schreien lassen, ohne Schlaftraining, ohne allein lassen.

      • gabi sagt:

        Das Wort „Zwang“ ist schlicht und einfach ein Fehlgriff.

      • Simona Seiler sagt:

        Wenn Sie sich an dem einen Wort aufhängen wollen, bitte sehr. Von mir war es eine Replik auf den Vorwurf, Babies würde man schreien lassen, um sie so zum alleine schlafen zu zwingen.

  • misi sagt:

    Dieser Satz trifft es auf den Punkt:
    „Das Kind ist ein Familienmitglied, es ist nicht der Mittelpunkt.“
    Die Bedürfnisse aller Familienmitglieder zählen, nicht nur die des Babys.

  • Adrian Haus sagt:

    Wer heute Schlafberatung macht und den Elektrosmog nicht beachtet ist ziemlich inkompetent. Egal ob Kinder oder Erwachsene, biologische Systeme brauchen Nachtruhe.

  • Leu Scheu sagt:

    Frustrationen aushalten? In welchem Alter? Die ersten 2-3 Jahre gehören der Bindung – dann sind die Frustrationen lebenslänglich für alle reduziert 😉 Das ist ja wohl durch aktuelle Forschung klar geworden. Dass später dann zu wenig Frustrationen ausgehalten werden (insbesondere beim Jugendlichen in der Phase der Entwicklung des Frontalhirnes, siehe Lutz Jäncke) ist ein anderes Blatt.

    • Sportpapi sagt:

      Welche aktuelle Forschung ist hier gemeint?

      • Reincarnation of XY sagt:

        Das ist so ähnlich wie beim Ironie Beitrag von Frau Tsch. –
        zum einen weiss ein Laie eh nicht was die „neueste Forschung“ wirklich sagt, und noch etwas ganz anderes wäre, wie diese Resultate zu interpretieren wären.
        Eine Schwarz-Weiss Interpretation, ist m.E. aber meist unangebracht.
        Wir haben mit unseren Kindern Erfahrungen gemacht, von denen andere Eltern behaupteten, das sei gemäss „neuester Forschung“ unmöglich.

        Wie gesagt, wir haben es genau so gehalten. Bedürfnisse stillen, aber etwas Frust, oder emotionale Verarbeitung etc., muss toleriert werden, nach Augenmass und Erfahrung. Unsere Kinder brauchten z.B. ein 10min Weinen um Ruhe zu finden. Hat man sie dann „getröstet“, störte man sie in Wahrheit und liess sie nicht zur Ruhe kommen.

      • t sagt:

        Erfahrung ist das eine, die Erklärung/Theorie dahinter etwas anderes. Sie glauben, durch das Weglassen von Trost haben Ihre Kids gelernt mit dem Weinen vor dem Schlaf umzugehen (ja, es wurde gar ein Ritual). Ich behaupte jetzt aber, dass sie den Trost nicht weggelassen haben, sondern in einer für Ihre Kids sehr passenden Art gegeben haben: aus dem Hintergrund. Trost heisst eben nicht immer Knuddeln und Schsch-Rufe ins Ohr. Sicherheitsgefühl kann auch Trost sein (und dies kann durch simple Anwesenheit vermittelt werden).
        Bitte nicht missverstehen, ich bin dezidiert für Frustbewältigungstraining (aka aussitzen), aber das macht nur dann Sinn, wenn ein Kind bereits ein Konzept von Frust hat/haben kann. Und schon gar nicht anhand der Grundbedürfnisse.

      • tststs sagt:

        t=tststs
        😉

      • Reincarnation of XY sagt:

        tststs – Ja, das meine ich ja genau. Wir haben für die Atmosphäre der Geborgenheit geschaut. Wir haben die Bedürfnisse des Kindes ernst genommen und irgendwann gemerkt „ah, es braucht jetzt diese Zeit für sich, es ist seine Art runterzufahren“
        Klar wurde kontrolliert: Windel ok?, kein Hunger? keine Schmerzen? und wenn es mal länger ging als üblich, dann haben wir schon geschaut.
        Aber hätten wir die Regel gehabt: IMMER springen, NIE eine Sekunde weinen lassen (da sonst traumatisiert….) Dann hätten wir unseren Stress auf das Baby übertragen und uns alle in die Bredouille geschaukelt.

  • tststs sagt:

    OMG… verwechselt da jemand Erziehen mit Trainieren?

    • Sportpapi sagt:

      Hm, ich glaube kaum. Persönlich finde ich es aber spannender, von einer Fachperson zu lesen, was im Alltag funktioniert, als irgendwelche theoretischen Diskussionen zu führen, ob das nun dies oder jenes ist, das da wirkt.
      Warum ist das, OMG!, entscheidend?

      • tststs sagt:

        Es ist – OMG – entscheidend für die Glaubwürdigkeit dieser Fachperson. Wenn Sie kaum die richtigen Begriffe verwendet, wie viel Sachgehalt enthalten dann ihre Aussagen?
        Noch schlimmer: es wird dann vom erfolgreichen Resultat auf die Methode geschlossen, aka die Fachperson glaubt, sie habe Babies das Schlafproblem aberzogen (also ob dies eine Frage eines durch Erziehung zu steuerndes Verhalten sei). Ich halte dies für unzulässig, ausschlaggebend war nicht die Erziehung, sondern eine Mischung aus Training und Zufall…

      • tststs sagt:

        Oder schon die Verwendung des Wortes „Frust“ wenn es um die Deckung von Grundbedürfnissen geht, finde ich suboptimal. Wenn ein Kind Hunger hat und dies weinend artikuliert, würde man dann auch von Frust sprechen?

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Ist denn Training kein Bestandteil von Erziehung? Und nach welchen Definitionen liegt denn die Fachperson falsch?
        Und, nebenbei: Alles nur Zufall? Ist das nicht etwas gar einfach?
        PS: Ja, dem würde ich auch Frust sagen.

      • tststs sagt:

        Selbstverständlich kann man (an)trainieren als Teil von Erziehung verstehen. Ich hoffe, Sie verstehen, was ich mit dem kleine, aber wichtigen Unterschied zwischen trainieren und antrainieren meine. Etwas übertrieben gesagt: Wenn mein Kind alleine auf den Sportplatz trainieren geht, zu einem Spitzenathlet heranwächst und ich dann sage: Das Kind habe ich aber zu einem guten Athleten erzogen, ist doch etwas in der Wahrnehmung nicht ganz richtig…
        Naja, ob ein Kind plötzlich durchschläft, weil irgendeine Frustbewältigungsmethode anschlägt oder ob es doch einfach – zufällig – eine Entwicklungsstufe weiter ist, finde ich wirklich nicht so eindeutig…

      • tststs sagt:

        Also wenn Sie sich artikulieren, also auf erwachsene Weise und Worte benutzen wie: „Ich habe Hunger“, dann zeigen Sie eigentlich Frust? Okeeee…

        Die Fachperson liegt IMHO in ihrer „Begründung/Kausalität“ falsch. Natürlich nützen/helfen Rituale, ruhige Eltern/Umgebung/Atmosphäre etc. beim Einschlafen, natürlich gibt es Eltern, die mit ihren Methoden genau das Gegenteil von dem erreichen, was sie eigentlich wollen. Aber das ist doch nicht „erziehen“, das ist simple Bedürfnisbefriedigung, oder?

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Machen Sie wieder mal argumentative Kapriolen?
        „Naja, ob ein Kind plötzlich durchschläft, weil irgendeine Frustbewältigungsmethode anschlägt oder ob es doch einfach – zufällig – eine Entwicklungsstufe weiter ist, finde ich wirklich nicht so eindeutig…“ Ähm ja. Und der Klimawandel könnte auch ganz natürliche Ursachen haben…
        Und nein, wenn ich ein paar Minuten Hunger habe, bin ich noch nicht frustriert. Weil ich mich ja selber versorgen könnte, wenn ich wollte. Und gelernt habe, etwas auf die Bedürfnisbefriedigung zu waren.
        Im Sport ist es übrigens mein grösstes Ziel, „meine“ Athleten zur Selbstständigkeit zu erziehen. Nur Fussballer bleiben zeitlebens von ihrem Trainer abhängig…
        Aber trotzdem oder gerade deshalb ist es dann doch auch mein Erfolg, wenn es klappt.

      • gabi sagt:

        Ich kann nur einmal mehr über Beiträge im MB lachend den Kopf schütteln.

        SELBSTVERSTÄNDLICH ist erziehen zu einem nicht unerheblichen Teil trainieren.

        Die Vorstellung IRGEND etwas ohne jede Übung, einfach aus dem Nichts heraus, zu beherrschen, ist dermassen grotesk…

      • tststs sagt:

        @SP: ??? Und der Klimawandel könnte auch ganz natürliche Ursachen haben… ??? Hat er ja auch ganz sicher!!!????
        „…wenn ich ein paar Minuten Hunger habe, bin ich noch nicht frustriert…“ Bitte lesen Sie doch einmal genau, was ich schreibe. Nicht Hungerhaben=Frust, das Kundgeben von Hunger=Frust artikulieren.
        Ein Baby tut dieses Kundgeben halt mit weinen/schreien machen, ein erwachsener Mensch kann Worte hierfür benutzen. Ergo würde es heissen, wenn ein Sie sagen „ich habe Hunger“, dass sie somit Frust ausdrücken. Und das ist doch nicht der Fall, oder?

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Über diese natürlichen Ursachen würden ich gerne mehr lesen…
        Wir verabschieden uns hier immer weiter vom Thema, indem wir über Semantik, statt über Problemstellungen und Lösungen diskutieren.
        Und es ist bei mir nun auch nicht gerade der Eindruck entstanden, dass Sie mehr von der Sache verstehen als die Fachperson, die nicht nur Wahrheiten verkündet, sondern täglich auch umsetzt.

      • tststs sagt:

        Gelle, gaby, es ist ja soooo gar kein Unterschied, ob das Kind trainiert oder der Erwachsene erzieht…
        Aber ja, rollen Sie weiter mit den Augen und überlassen Sie das Differenzieren anderen…

        Und noch zum offoffoff-Topic, SP: Wenn ich jetzt ganz perfid sein wollte, dann würde ich sagen, dass der Klimawandel schon immer natürliche Ursachen hatte (auch der Mensch ist Natur).
        Was glauben Sie denn, was den Klimawandel am laufen hält, wenn nicht natürliche Ursachen/Gegebenheiten? Resp. bevor die Künstlichkeiten der Menschheit den Wandel massiv antrieben, was war da wohl die Ursache?
        Ehrlich, SP, das überrascht mich jetzt doch ein bisschen…?!?

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Also gut, es gibt auch Klimawandel ohne den Menschen (nur viel langsamer), und eigentlich ist der Mensch sowieso Teil der Natur, also was soll die Unterscheidung zwischen natürlich und künstlich.
        Und jetzt?
        Ach ja, für die Kinder, die ich trainiere, bin ich der Trainer, oder Leiter. Oder auch mal Erzieher. Aber wir können jetzt auch darüber noch eine spitzfindige Diskussion über die Wortbedeutungen führen.

    • 13 sagt:

      Das Wort Trainieren ist dabei ja noch sehr wohlwollend. Dressur wäre wohl passender. Aber ich bin froh, stösst der Text doch auf breiten Widerstand. Das lässt hoffen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Mir kommt in diesem Zusammenhang ja auch immer Dressur in den Sinn. Allerdings eher, wenn ich an die perfekt abgerichteten Eltern denke…

      • 13 sagt:

        Dressur ist etwas,das aktiv vom einem ausgeht. Vielleicht hattest du tatsächlich so Wunderkinder, die bereits mit 6 Monaten zur Manipulation fähig waren. Die allermeisten sind es nicht. Stattdessen wird dies eher als Rechtfertigung gebraucht, um selber zu manipulieren…

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ja, schon kleine Kinder merken schnell, wie die Umwelt auf ihr Verhalten reagiert. Und richten sich entsprechend aus.
        Lustigerweise ist es ja auch widersprüchlich, wenn du auf der einen Seite sagst, Eltern würden Kinder zu einem Verhalten zwingen, und auf der anderen Seite, genau dies sei noch gar nicht möglich.

      • 13 sagt:

        Nun, zum aufgeben kann man die Kinder schon bewegen. Mit der Zeit, zuerst schreien sie sich die Seele aus dem Leib (Überlebensinstinkt). Wo ist da der Widerspruch? Dressur meint aber, jemanden aktiv eine Reaktion beizubringen. Dafür müsste derjenige in der Lage sein, sich in die andere Person reinzuversetzen. Wie soll das ein Säugling hinbekommen?

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Nun, zum aufgeben kann man die Kinder schon bewegen. Mit der Zeit, zuerst schreien sie sich die Seele aus dem Leib (Überlebensinstinkt)“ Ach, immer so dramatisch. Nun ja, das Kind lernt so oder so, dass die Eltern auf eine bestimmte Art reagieren, und stellt sich offenbar bestens darauf ein.

      • tststs sagt:

        „das Kind lernt so oder so, dass die Eltern auf eine bestimmte Art reagieren, und stellt sich offenbar bestens darauf ein.“
        Und hier liegt eben genau der Fehler. Ab einem bestimmten Alter können Kinder das sicherlich. Aber Babies? Ganz sicher nicht! Wenn ein 4monatiges plötzlich durchschläft, dann hat das nichts, aber auch gar nichts damit zu tun, dass in den letzten 10 Nächten Mama und Papa eben nicht gekommen sind, wenn es weint. Himmel, es versteht noch nicht einmal was Mama und Ppa sind!

        Wann verstehen die Leute endlich, dass die Gehirne von Babies anders funzen als die von Erwachsenen?

      • 13 sagt:

        Ach, immer so herablassend. Aber ja, es stellt sich darauf ein. Auch darauf, dass niemand kommt, wenn es schreit. Die Frage was das mit dem Kind macht, wird damit aber nicht beantwortet. Ich persönlich gehe ja davon aus, dass es zu einem Erwachsenen wird, welcher in der Lage ist, die Bedürfnisse schwächerer und wehrloser Baby’s und Kinder zu ignorieren und diese Ignoranz zu rechtfertigen. Ich zumindest kenne niemanden, der bedürfnisorientiert „erzogen“ wurde und es heute anders macht. Umgekehrt (zum Glück!) schon.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Vielleicht sollte man den Kinder einfach mal sagen, dass das, was sie gelernt haben, eigentlich gar nicht möglich ist.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Von wegen herablassend: Ich finde es eigentlich meinerseits erschreckend, wie ungemein selbstsicher du (und andere) beurteilen kannst, wie andere erziehen und was die Konsequenz ihrer Erziehung ist.
        Dass Ihr eure Ideologie „bedürfnisgerecht“ nennt – geschenkt.
        Dass ihr aber gleichzeitig verkündet, dass alle anderen nicht nur alles falsch machen, sondern gar aus Eigennutz über die Bedürfnisse der Kinder hinwegtrampeln, das ist eigentlich schon dicke Post.
        Und dass die Kinder darunter leiden und gar sich schlecht entwickeln, ist ziemlich weit hergeholt.
        Ich sehe jedenfalls nicht, dass die Kinder heute so viel glücklicher sind wie früher, und sie sich so viel besser entwickeln. Ich sehe nur, dass immer mehr Eltern völlig überfordert sind und an ihren eigenen Ansprüchen scheitern.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Wir müssen einfach mal ein paar Sachen auseinanderhalten. Und zwar ist das „Gelernte“ und das „Verhalten“ nicht unbedingt das Gleiche.

        Manipulation wäre: Das Kind denkt sich, ich schreie jetzt, dann müssen die Eltern aufstehen und kommen -> das kann es logischerweise noch nicht.

        Was es kann/weiss, weil instinktiv: Ich brauche etwas (egal ob Nahrung oder Nähe) und rufe, um das zu bekommen.

        Kommen die Eltern, hat es gelernt: Zu mir wird geschaut. Wenn ich was brauche, kann ich rufen. Es wird ernstgenommen, fühlt sich wohl.

        Kommen die Eltern nicht, hat es gelernt: Ich brauche etwas, aber rufen bringt nichts. Darum spare ich lieber meine Kräfte (Überleben).
        Das Kind ist gestresst, verängstigt, verliert Urvertrauen, aber ja, es hat „gelernt, nicht mehr zu schreien“.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich weiss nicht, ob wir das auseinanderhalten müssen, im Ergebnis ist es irrelevant, ob das Kind weiss, was es tut. Natürlich kann es nicht bewusst manipulieren. Aber es lernt schnell, dass es Signale aussenden kann, auf die umgehend und in seinem Sinne reagiert wird.
        Die Frage ist dann, ob es etwas braucht (Bedürfnis!), oder einfach gerade will. Und in welchem Alter es dann anfängt, dass man nicht mehr jedem Willen des Kindes nachgibt, weil man es nun nicht tragen möchte, kein Schlechzeug geben, usw.
        „Das Kind ist gestresst, verängstigt, verliert Urvertrauen, aber ja, es hat „gelernt, nicht mehr zu schreien“.“ Genau solche Aussagen sind hochproblematisch. Durch nichts belegte „Wahrheiten“, die alle Eltern unter Druck setzen.

      • gabi sagt:

        Letztendlich kann man nur auf Empathie und Elterninstinkte vertrauen… Und darauf, dass diese nicht aussterben.

        Allerdings lassen mich viele vollkommen überrissene, melodramatische Kommentare und völlig weltfremde Vorstellungen hier im Mamablog daran zweifeln.

      • 13 sagt:

        „Die Frage ist dann, ob es etwas braucht (Bedürfnis!), oder einfach gerade will. Und in welchem Alter es dann anfängt, dass man nicht mehr jedem Willen des Kindes nachgibt, weil man es nun nicht tragen möchte, kein Schlechzeug geben, usw.“
        Da hier von Säuglingen, angesprochen wurde ein 6 Monate altes Kind, die Rede ist, stellen sich diese Fragen eigentlich nicht. Es besteht noch kein Unterscheid zwischen Wunsch und Bedürfnissen. Und auch eine Erziehung ist insofern nicht nötig, zumal es ja kein Schleckzeug verlangen wird und vermutlich ohnehin noch nicht alleine laufen kann.

      • 13 sagt:

        Ach und Belege gibt es zu Hauf. Das dürfte kein Problem darstellen.

        @gaby
        Geht mir genau so. Nur werden erfahrungsgemäss Sie und ich nicht die gleichen meinen…

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Ach und Belege gibt es zu Hauf. Das dürfte kein Problem darstellen.“ Warum wurden sie denn noch nicht angeführt?
        Ja, hier geht es um das sechsmonatige Kind. Aber dabei endet es ja nicht. Die Grundhaltung bleibt die Gleiche.

      • 13 sagt:

        Weil ich davon ausgehe, dass Du in Lage bist, selber zu googeln und dich einzulesen?

        https://geborgen-wachsen.de/2012/09/07/wenn-babys-schreien-gelassen-werden-was-passiert-in-babys-korper/

        https://www.welovefamily.at/interview-mit-dr-renz-polster-das-passiert-wenn-du-dein-baby-schreien-laesst/

        Zwei Texte von vielen, Du kannst Dir also eine Quelle aussuchen, die Dir gefällt. Oder auch nicht.

        Die Grundhaltung bleibt die Gleiche. Nämlich, dass echte Bedürfnisse, und MF schreibt dabei lediglich die physischen, zu befriedigen sind. Was sich aber ändert ist die Fähigkeit, diese aufzuschieben, und dass Wünsche dazukommen. Zwei wichtige Entwicklungen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Du kannst davon ausgehen, dass ich zu den meisten Themen, zu denen ich mich äussere, auch bereits einiges gelesen habe. Auch hier.
        Nun gibt es in solche Artikeln jeweils ein paar wenige Befunde, wie etwa Hormonspiegel bei gestressten Kindern. Dazu ein paar ethnologische Betrachtungen und ganz viele pseudeowissenschaftliche Erklärungen (mit Bezug auf Steinzeit, etc.).
        Ich vermisse aber Belege, dass die behauptete bessere Entwicklung der Kinder (bzw. die schlechtere bei „traditionell“ erzogenen) irgendwie tatsächlich messbar stattfindet. Ist ja nicht so, dass mit den neuen Erziehungstrends beispielsweise die Verbreitung psychischer Probleme zurückgegangen wäre. Und es ist auch nicht so, dass wir bisher nur Problemkinder aufgezogen hätten.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Es ist also offensichtlich nicht so, dass die behaupteten schwerwiegenden Folgen von allfälligem (bisher normalen) elterlichem Fehlverhalten tatsächlich so offensichtlich zu Tage treten. Auf der anderen Seite wird ein enormer Druck auf alle Eltern, insbesondere Mütter, ausgeübt, weil offenbar bereits die ersten Wochen und Monate (ja, teilweise gar vor Geburt!) unglaublich wichtig für die gute Entwicklung des Kindes sein soll.
        Ein Druck, an dem offensichtlich ganz viele Eltern schwer leiden, und nicht wenige auch zerbrechen.
        Wie hasserfüllt, ja gewalttätig die „Diskussion“ verläuft, zeigen ja auch die Reaktionen auf den Film „Elternschule“. https://www.sueddeutsche.de/kultur/dokumentarfilm-elternschule-die-frage-nach-der-richtigen-erziehung-1.4167928

      • Sportpapi sagt:

        Die grosse Differenz, übrigens auch immer wieder hier im MB, ist ja, dass deine Seite auf absolut intolerante Art allen anderen den Vorwurf macht, sie würden die eigenen Bedürfnisse über die eines armen wehrlosen Kindes stellen, und damit dessen gesundes Gedeihen fast zwingend in Frage stellen.
        Während die andere Seite vor allem daran erinnert, dass auch das Wohlbefinden der Eltern zu beachten ist, dass überforderte, überlastete , an den eigenen Ansprüchen zerbrechende Eltern für die Kinder ebenfalls ein Problem sind. Und deshalb ein Ausgleich zu schaffen ist.
        Weil wir nämlich in der Gesellschaft leben, in der wir leben. Und unsere Kräfte beschränkt sind, und die externe Hilfe nicht unbeschränkt angeboten wird.
        Und auch mit ein paar Abstrichen: Meist kommt es doch gut!

  • Tinu sagt:

    Ich meinte eigentlich, es sei unterdessen einigermassen akzeptiert, dass Kinder bis ca. 1-jährig keine „Erziehung“ – wie im Artikel suggeriert – benötigen. In diesem Alter von Frustrationstoleranz sprechen?
    Unsere Kleine war bei Geburt untergewichtig und hatte enormen Aufholbedarf (an Nahrung). Auch wenn wir uns die Nachtverpflegung 50% geteilt hatten, waren wir nach einem halben Jahr komplett am Anschlag. Im Schnitt war jede Nacht ca. alle 1.5-2 Stunden Verpflegung angesagt. Im Nachhinein gesehen hätten wir uns mehr Hilfe von Bekannten und Freunden holen sollen.

  • Maike sagt:

    Mit unser Erstgeborenen bin ich und mein Mann abwechselnd 7 Monate lang Nacht für Nacht durch die Wohnung gelaufen. An der Schulter war Schlafen kein Problem, aber sie hatten einen internen lageabhängigen Weckschalter, der sofort in Aktion trat, wenn sich die Lage der Waagerechten näherte. Da muss man einfach durch. Den fehlenden Schalf hat sie dann immer nachzuholen versucht, wenn der Wecker morgens um 7 für die Schule geklingelt hat.

    • mila sagt:

      Statistisch betrachtet sind etwa 10% aller Neugeborenen schlaf-resistent, wenn man sie auf den Rücken legt. Aber das sagt einem niemand.

      • misi sagt:

        🙂 Wie so manches andere auch.
        Eltern scheinen sich zu denken, hihi, ich bin darauf reingefallen, warum soll ich andere vorwarnen?! 😉

  • Reincarnation of XY sagt:

    Danke – endlich mal ein intelligenter Beitrag zu dem Thema.
    Wir haben es genau so gehalten.

  • 13 sagt:

    Erziehung und Frusttoleranz bei 6 Monate alten Babies? Regulationsstörungen bei Säuglingen? Oh Mann, ich habe wirklich gehofft, wir seien weiter. Anstatt dass Eltern in Notsituationen, z.Bsp. durch vermehrte Unterstützung im Umfeld, entlastet werden, wird das Problem ans schwächste Glied weitergegeben und am Kind, ups sorry, am Baby herum manipuliert. Kann man machen. Ob es eine gute, sinnvolle Lösung ist, steht jedoch auf einem anderen Blatt.

    • Martin Frey sagt:

      Das sehe ich auch so, 13, und den Text eher kritisch. M. E. ist vieles eine Frage des Alters, der Entwicklung, und der Phase. Bei 6 Mo. alten Babies gibt es keine Frustrationstoleranz anzuerziehen, sondern primär die Bedürfnisse zu befriedigen, die da sind: Schlaf, Essen, Stuhlen. Das sind die Hauptgründe, weshalb sich ein Säugling meldet (und eine andere Möglichkeit sich zu melden hat es nicht). Wenn man ein Säugling schreien lässt, um dann irgendwann doch noch die Urbedürfnisse zu befriedigen, wäre dann noch die Frage, ob so nicht eher die Verhaltensweisen antrainiert werden die man eigentlich vermeiden möchte.
      Primär aber redet Sozialpädagogin ja von ihrem spezifischen Patientengut. Insofern sind ihre Ratschläge aus Sicht der Durchschnittsfamilie mit Vorsicht zu geniessen.

      • Chruistina sagt:

        Und wann und wie hören Sie dann auf, mit dem ständigen Service für das Kind?

      • tststs sagt:

        Also wenn ich es richtig in Erinnerung habe, dann haben die frey’schen Kinder mit 15 aufgehört an der Mutterbrust zu nuckeln, im Moment wird gerade das Einschlafen ohne Nuggi geübt (sollte pünktlich auf die Hochzeitsreise klappen) und das mit dem selbstständigen Stuhlen wurde vorerst vertagt, lohnt sich wahrscheinlich eh nicht, mit 70ig gehts ja dann eh wieder los mit den Windeln…

      • Martin Frey sagt:

        @Chruistina
        „Und wann und wie hören Sie dann auf, mit dem ständigen Service für das Kind?“
        Wir reden hier nicht von einem „ständigen Service“ wie Sie das etwas negativ darstellen, sondern von einer bedürfnisorientierten Fürsorge im Säuglingsalter wie es eigentlich elterliche Pflicht ist.
        Dies kann und soll im Kleinkindesalter sukzessive erweitert werden, ist aber ein Prozess der sich an den natürlichen Entwicklungsschritten orientieren sollte. Alles andere ist m. E. nur bedingt kindsgerecht.

      • 13 sagt:

        @ Martin
        Ich bin durchaus der Meinung, dass es ein spezifisches Patientensegment ist. Zur Schlafberatung geht man ja nicht zum Spass. Ebenfalls einig gehe ich, dass ein Akzeptieren, Durchhalten nicht immer die Lösung sein kann, manchmal braucht es spezifische. Diese sollte aber nicht zu Lasten des Kindes gehen. Das Baby kann nichts dafür, dass unsere Gesellschaft wider die Natur in Kleinstfamilien lebt, wo sich max. 2 Personen um ein Baby kümmern, oftmals nur die Mutter. Wir Erwachsenen wären aber dafür zuständig das wahrzunehmen und bei Überforderung, und dass es diese geben kann, ist klar, Massnahmen zu treffen. Um UNS zu helfen.

    • Sportpapi sagt:

      @13: Wer die Kraft hat, kann allen möglichen Konzepten nachleben.
      Andere machen besser das, was einigermassen funktioniert.
      Und natürlich scheint es sinnvoller, wenn die Eltern sich selber schützen lernen, wenn sie ihr Familienleben selber bewältigen können, als dass weitere Personen letztlich diese Suppe auslöffeln müssen.
      Dass dies auf Kosten der Kinder passiert, ist höchst unwahrscheinlich oder zumindest heftig umstritten.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Sich schützen? Vor einem wehrlosen Säugling?
        Nun gut, in meinem Umfeld gilt Unterstützung nicht als „Suppe auslöfeln“. Und dass Babies keinen Schaden nehmen, wenn ihre Bedürfnisse bewusst ignoriert werden, kann man sich natürlich schon einreden. Andererseits redete man sich früher ja auch ein, sie hätten kein Schmerzempfinden. Für manche Dinge braucht es nicht einmal Studien. Da würde gesunder Menschenverstand reichen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Sich schützen vor Überforderung, vor Burnout. Ist ja heute sehr in Mode bei Eltern, aus gutem Grund.
        Aber ich nehme gerne auch noch den „Gesunden Menschenverstand“ auf, von dem ja jeder glaubt, ihn als einziger zu besitzen. Das war die Ausgangslage: „Schläft das Kind schlecht, schlafen die Eltern schlecht, und irgendwann sind alle am Rand.“ Und da soll also der gesunde Menschenverstand sagen, dass dies ein erstrebenswerter Zustand sei, dass die Eltern nur zwischendurch mal etwas Unterstützung benötigen. Und dass es zum Wohle des Kindes ist, ständig wieder zu erwachsen, und nicht mehr allein einschlafen zu können. Wenn es doch auch anders gehen würde.
        Mein gesunder Menschenverstand sagt mir, dass wir unseren Kindern helfen sollten, statt nur zu trösten.

      • 13 sagt:

        Wer spricht denn von zwischendurch etwas. Wenn man mit dem Schlafmanko nicht klarkommt, warum auch immer, dann braucht es eine Unterstützung. Gerade um sich vor Überforderung zu schützen. Aus falschen Stolz oder komischen Überzeugungen keine Hilfe annehmen und dafür um sich selber zu schützen, Bedürfnisse desjenigen, der sich nicht wehren kann, zu unterdrücken, kann kaum die Lösung sein. Und jeder, der sich tatsächlich mit Entwicklung des Kindes beschäftigt hat, wird wissen, dass 8 Stunden Schlaf am Stück nicht natürlich ist. Ja, da frage ich mich auch, warum soll man dem Kind das aufzwingen, wenn es auch anders geht?

      • maia sagt:

        @13: Ich lese im Artike kein Wort davon, dass die Bedürfnis der Babies bewusst ignoriert werden sollen – im Gegenteil!

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wie soll man dem Kind etwas aufzwingen, was es gar nicht kann, angeblich?
        Und glaubst du denn, das Kind wäre nicht froh, wenn es gut schlafen kann, und die Eltern zudem auch entspannter sind?
        Aber du hast recht: Die Eltern holen sich in der Not Hilfe. Wie im Beispiel hier. Und erhalten dann mal klare Hinweise, wie es gehen könnte, ohne sich selber und die ganze Familie an den Rand der Erschöpfung zu treiben. Und ohne arme Babies lebenslang zu schädigen!

    • Mother of Four sagt:

      Erst müssen sie jemanden aus dem Bekanntenkreis finden, der mit Ihnen die Nächte teilt. Dann muss die Mutter / Vater ein Plätzchen finden, wo sie / er gut schlafen können und das Weinen des Babies nicht hören. Dann muss das Vertrauen in die Person aus dem Bekanntenkreis so groß sein, dass wir ihr/ ihm das Baby jede dritte Nacht sorgenlos überlassen. Wenn Sie so jemanden haben, der das mit Ihnen teilt, dann gratuliere ich Ihnen herzlich zu ihrem Glück. Unterstützung am Tag hilft leider nur bedingt gegen die massive Erschöpfung durch Schlafmangel erzeugt.

      • 13 sagt:

        @ Mother of Four
        Doch, man kann tagsüber sehr viel nachholen, was nachts verloren geht. Nächte aufteilen geht auch besser, wenn nicht gleich einer zu 100% fit am nächsten Tag springen muss, weil die grossen Kinder zu versorgen sind. Mir hat es jeweils extrem gut getan, wenn ich die grösseren Kinder ein Wochenende abgeben konnte und damit auch beim dritten Kind dieses „dann schlafen, wenn das Kind schläft“ praktizieren. Und oftmals tut auch schon Zuspruch gut. Zuspruch und eben keine Kritik à la „man muss dem Baby halt Frustrationstoleranz beibringen“ oder ähnliches. Babys, die nachts sofort umsorgt werden, weinen auch nicht. Wozu denn? Dann kann man im Nebenzimmer durchaus schlafen. Vorausgesetzt, man weiss das Kind gut umsorgt.

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