Ferien sind da, um Regeln zu brechen

Zweimal Glace abends um zehn? Kein Problem, wir sind ja in den Ferien. Foto: iStock

Es ist eine der ersten goldenen Regeln, die man als Mutter und Vater lernt: Das Kind braucht Regeln! Richtlinien also, die es zwar immer wieder zu umgehen versucht, die ihm aber Orientierung bieten. Und so geben wir Eltern tagein, tagaus unser Bestes, diese Regeln konsequent durchzuziehen, allem kindlichen Widerstand zum Trotz.

Dann beginnen die Ferien – und plötzlich ist alles anders. Wir sagen nicht nur dem Zuhause vorübergehend Adieu, sondern auch seinen sonst so heiligen Regeln:

IPad ohne Ende

Es beginnt schon auf der Reise. Nach einer Stunde bekommen die Kinder zum ersten Mal das iPad in die Hand, um sich ein Filmchen anzuschauen oder ein bisschen zu gamen. Der Nachwuchs darf normalerweise maximal 20 Minuten gamen pro Tag? Nun … nicht heute.

Glace abends um zehn

Das gibt es bei uns normalerweise nur an Weihnachten, Silvester oder anderen Feiern. Doch in den Ferien brechen wir diese Regel fast täglich. Aus purem Egoismus. Wir Erwachsenen haben keine Lust, wegen einer Regel auf unser abendliches Glace zu verzichten, wenn wir die hausgemachten Gelati direkt vor der Nase haben.

Extrakleine Cornflakes-Päckchen

Meine Kinder möchten sie das ganze Jahr hindurch erbetteln, doch sie gibt es nur, wenn wir in die Ferien verreisen. Also kippen sie ausnahmsweise diese grässlichen Schokolade-Knusperbällchen in die Milch und öffnen für jede Portion eine neue Packung. Dafür kann ich den Rest des Jahres sagen «Die kaufe ich jetzt nicht, ihr wisst doch, die gibts nur in den Ferien», und das Thema ist erledigt.

Täglich Pommes

Ich habe kein Problem damit, wenn die Kinder während der Ferien jeden Tag Pommes frites futtern. Isst man im Restaurant, darf sich meiner Ansicht nach jeder sein Wunschgericht bestellen – das gilt auch für die Kleinen. Der Tag kommt von alleine, an dem ihnen die Kartoffelstängel verleiden. Passiert das erst am letzten Ferientag, seis drum.

Ausgeben statt sparen

Auch in Sachen Geld bin ich in den Ferien grosszügiger. Jedes Kind bekommt bei der Abreise einen Ferienbatzen – sogar ein Nötli, Euro sei Dank. Damit kann es sich ein Souvenir kaufen. Franken für Franken sparen, bis man am Ziel ist, das üben wir dann zu Hause wieder.

Früh ins Bett, um früh aufzustehen

Nicht in den Ferien. In den langen Sommerferien darf und soll sich der kindliche Schlafrhythmus ruhig verschieben. So können wir hoffentlich abends länger am Strand sitzen und am Morgen wenigstens ein kleines bisschen länger schlafen.

Wie handhaben Sie es? Halten Sie auch in den Ferien strikt an Ihren Schlafenszeiten und Essensregeln fest?

 

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10 Kommentare zu «Ferien sind da, um Regeln zu brechen»

  • Stephan sagt:

    Regeln im Urlaub?
    Ins Bett gehen können meine Kinder auch zuhause dann, wann sie wollen, sie wissen einfach, dass sie um 6 Uhr geweckt werden. Wenn das Wecken mal zäh ist, gibt es einen Zusammenschiss und abends den Hinweis, dass sie früher ins Bett gehen müssen, funktioniert super.
    Mir ist es im Urlaub eigentlich egal, wann die Kinder aufstehen, meist stehen sie auch dann um ca. 6 Uhr auf, eine der Regeln lautet, dass sie leise sein müssen. Selten sind die Kinder dann am Tag müde und auch mal schlecht gelaunt, das merken sie aber recht gut und passen ihren Rhythmus an.
    Was bekommen diese armen Kinder zuhause, dass sie jeden Tag Pommes essen? Oder anders gefragt; was gibt es in diesen Restaurants sonst?
    Komische Ferien

  • C. Achermann sagt:

    Wunderbar, genau so müssen Ferien sein! Mein Sohn hat als er kleiner war, jeweils eine strikte Spaghetti-Bolo-Diät eingehalten. Mittlerweile wurde der Speiseplan breiter (und teurer )

  • Eve sagt:

    Ja, bei Glace, Filmen, neues Spielzeug etc. sind wir in den Ferien auch viel lockerer. Aber den Schlafrythmus behalten wir bei. Denn auch wenn die Kinder mal erst um 22.00 schlafen sind sie auch spätestens um 7 auf (in den Ferien eher noch früher als sonst…hilfe!). Beim später ins Bett gehen gibt es dann spätestens nach 2 Tagen Gequengel am Tag. Und da die Ferien der Eltern nur 2 und nicht 7 Wochen dauern…in der kurzen Zeit kommt man gar nicht vom alten Rythmus weg und am Ende wieder dahin zurück. Ich als Mutter würde es aber grundsätzlich sehr schön finden, da ich selber eine Nachteule bin und gerne Sommerabende geniessen und morgens ausschlafen würde. Hoffe wenn die Kinder etwas älter sind…

  • Anh Toàn sagt:

    Kinder brauchen Regeln.

    Aber nicht, um sich daran zu gewöhnen. Sondern nur die Regeln, die ihm nützlich sind. Wie bei Gesetzen geht es um Sinn und Zweck der Regel: In den Ferien muss das Kind nicht früh aufstehen, vielleicht ist es heiss und es macht ohnehin am besten einen Mittagsschlaf, also können die Regeln betreffend Schlafenszeit aufgehoben werden. Aber es gibt auch in den Ferien Karies, also müssen auch in den Ferien Zähne geputzt werden.

    Wenn man fragt, wozu die Regel gut ist, („Sinn und Zweck der Norm“) ergibt sich, ob sie in den Ferien, oder gar überhaupt, gebraucht wird.

  • Cybot sagt:

    Manche Leute übertreiben es auch einfach etwas mit all den Regeln. Auf Ideen wie „täglich Pommes“ kommen die Kinder ja nur, wenn Dinge im Alltag komplett verboten werden, anstatt sie einfach auf ein vernünftiges Mass zu begrenzen. Lieber einmal im Monat Pommes als solche Ferien-Exzesse. Und Ausschlafen darf man bei uns auch am Wochenende, genug Schlaf ist viel wichtiger als willkürliche Regeln.

  • Vera Beutler sagt:

    Genau so ist es. Und meiner Erfahrung nach verstehen es Kids tiptop, dass zuhause wieder andere Regeln gelten. Ist für uns ja nicht anders.

  • maike sagt:

    Regeln gelten auch in den Ferien – nur nicht ganz so streng. Wenn z.B. Pommes gewollt selten auf dem Plan stehen, kann man sie in den Ferien nicht zur Tagesnahrung machen und nach den Ferien wieder zurückrudern. Auf die Begründung bin ich mal gespannt. Gleiches gilt für das iPad.
    Mit dem Schlafen kann man anders umgehen. Ich habe meine Mädels anfangs immer ausschlafen lassen – schliesslich war die Schulzeit vor den Ferien kein Zuckerschlecken. Nachher sind sie von selber früh aufgestanden, sie wollten ja was vom Tag haben. Gegen Ende der Ferien habe ich etwas mehr drauf geachtet, das sie rechtzeitiger in’s Bett gegangen sind.

    • Marcus Ballmer sagt:

      Pommes gab es bei uns zu Hause nie. Das war Restaurantbesuchen vorbehalten. Und die waren sehr selten. In den Ferien war man aber täglich im Restaurant, also gehörten – fast – täglich Pommes halt dazu. Dass es zu Hause nicht mehr so sein würde, musste man uns nicht erklären. Von zurückrudern konnte keine Rede sein.

  • dres sagt:

    Pizza statt Pommes. Aber sonst handhaben wir das genau so. Ferien sind zum Geniessen, nicht um Regeln durchzuboxen.

  • Muttis Liebling sagt:

    Regeln braucht man auch in den Ferien, aber bezogen auf Ernährung sind die meisten Regeln auch ausserhalb der Ferien verzichtbar.

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