Single-Mutter sucht Single-Vater

Mamablog

Es ist nicht einfach, aber es lohnt sich: Die Netflix-Serie «The Bonus Family» behandelt die Tücken des Lebens als Patchworkfamilie. Foto: PD

«Also, es ist so», holt er aus und beginnt mit seinen Händen zu reden. «Mein Kind ist von Mittwochabend bis Sonntagmorgen bei seiner Mama, dann von Sonntagmorgen bis Mittwochmorgen und jedes zweite Wochenende bei mir. Aber manchmal, wenn sie ein Seminar hat, dann kommt mein Kind bereits am Samstag zu mir, dann geht es die darauffolgende Woche früher zu seiner Mutter, und hin und wieder müssen wir auch mit den Wochenenden jonglieren, weil ich dann einen Kurs gebe.» Er atmet laut und seufzt, als hätte er gerade live diesen Organisationsmarathon durchlebt.

Sie nickt und weiss genau, weshalb sie nickt, denn eine solche Familienorganisation lebt sie auch. Aber kapiert hat sie seine nicht. Muss sie auch nicht, sofern sie nicht in seine Familienorganisation miteinbezogen werden will. Wenn sie aber diesen sympathischen Menschen kennen lernen möchte, weil ihnen vielleicht ein gemeinsames Glück winkt, muss sie nochmals genauer hinhören: «Also, das heisst, wir können uns jeden zweiten Donnerstagabend ab 19 Uhr sehen und jedes zweite Wochenende … ah nein, das geht nicht, weil wir ja nicht an den gleichen Wochenenden die Kinder haben. Also, wir können uns jeden zweiten Donnerstagabend sehen oder falls sich einmal was ändert.»

Puh, eine Herausforderung, wenn man sich, ohne gleich die Kinder miteinzubeziehen, kennen lernen möchte. Eine solche Konstellation könnte ein Grund sein, das weitere Daten abzubrechen und das Kennenlernen gleich zu Beginn scheitern zu lassen. Möglicherweise wäre die Herausforderung kleiner, wenn man sich einen Partner oder eine Partnerin ohne Kind sucht. Da ist die zeitliche Flexibilität meistens vorausgesetzt.

Zusammen ist man stärker

Was ist aber mit der Familienerfahrung? Die bleibt aus! Vielleicht suchen sich auch deswegen viele getrennte Väter und Mütter alleinerziehende Singles. Denn alleinerziehende Menschen können die Herausforderungen als Einelternfamilie nachvollziehen und teilen ähnliche Erfahrungen, zum Beispiel wie kompliziert eine Trennung mit Kind(ern) ist, im schlimmsten Fall eine grausame Scheidungsschlacht über die Köpfe der Kinder hinweg, oder die wachsende Unsicherheit, ob man die Kinder weniger zu sehen bekommt. Aber auch die schwierigen wöchentlichen Übergaben, die seelisch viel Energie kosten können, das wenige Geld, das nach einer Trennung übrig bleibt – und nicht zu vergessen, die verschiedenen Gefühle, die einen bis in den Schlaf verfolgen: die Trauer über den Verlust einer intakten Familie, Schuldzuweisungen, schlechtes Gewissen und die Enttäuschung – die Enttäuschung über das geplatzte Familienglück.

Aber das «Beruhigende» bei einer Begegnung mit einem getrennten Elternteil ist doch – unter anderem –, dass es beide nicht geschafft haben! Beide sind gescheitert, und das tut gut. Man leckt sich gegenseitig die Wunden, man ist miteinander traurig und wütend, man versteht die Situation des anderen, ähnlich wie in einer Selbsthilfegruppe, nur ist man nebenbei ineinander verliebt. Und wenn die Wunden am Heilen sind und das erste Kennenlernen vorbei ist, dann macht sich die «Wir-Kraft» bemerkbar: «Gemeinsam brechen wir auf, wir stellen unser Leben miteinander um und bauen zusammen Neues auf. Wir sind füreinander da, egal was kommen mag – und wir machen alles anders, natürlich viel besser!

43 Kommentare zu «Single-Mutter sucht Single-Vater»

  • mira sagt:

    In meinem Umfeld wurde bei solchen Familien das Hin- und Her der Kinder ab einem gewissen Alter beendet, da es für die Kinder einfach zu anstrenged war. Schule lässt grüssen. Ein fester Wohnsitz der Kinder bei (meist) der Mutter und häufige Besuche beim anderen Elternteil trugen dann zur besseren Lebensqualität der Kinder bei.
    Ich bin sehr dankbar, dass unsere Ehe bisher gehalten hat und wir unseren Kindern das nicht antun müssen.

  • A.B. sagt:

    @ 13 gibt es, meinen.

  • Nicolas sagt:

    Netter Artikel.
    Was mich aber irritiert ist, eine geschiedene Ehe als Situation zu bezeichnen, wo man „gescheitert“ ist. Das wäre zumindest nicht mein Selbstbild als geschiedener Ehemann.

  • marsel sagt:

    Inwiefern soll das vielversprechend sein, wenn beide „gescheitert“ sind?

  • sophie sagt:

    Ich habe noch nie eine Patchworkfamilie gekannt wo es geklappt hat. Leider.

  • 13 sagt:

    „Aber das «Beruhigende» bei einer Begegnung mit einem getrennten Elternteil ist doch – unter anderem –, dass es beide nicht geschafft haben! Beide sind gescheitert, und das tut gut.“
    Ich finde es schlicht Wahnsinn, dass man 2018 immer noch von „nicht geschafft“ oder „scheitern“ spricht. Wenn nach 10 Jahren meine Arbeitsstelle nicht mehr passt oder mein Wohnort oder die Rollenverteilung oder was auch immer, dann ändere ich das, aber deshalb ist dies nicht gescheitert, sondern halt einfach nicht mehr passend. Praktisch hinter jeder dieser angeblich gescheiterten Ehen liegen doch x schöne Jahre oder sogar Jahrzehnte, die man sehr genossen hat. Kann man nicht einfach sagen, das war eine gute Zeit, aber jetzt passt es nicht mehr und ist halt vorbei?

    • zysi sagt:

      solange sie keine Kinder haben, mag das ja Ihre eigene Ssache ( und evtl. auch die ihres Partners, sofern Sie Ihm dies auch so schön prägnant vor der Ehe mitteilten) sein.
      falls nicht, dann lassen sie schön tief ins Ego blicken im Ssinne eines nachhaltigen Sozialverhalten.
      Tja, der Wahnsinn kann wahnsinnigerweise wahrhaftig sein.

      • 13 sagt:

        @ zysi
        Ich habe Kinder und einen tollen Mann (und Vater dieser Kinder), der seit 16 Jahren an meiner Seite ist, und von dem ich hoffe, dass es noch lange passt. Er kennt und teilt meine Meinung dazu. Andererseits sehe ich beruflich in viele Familien in Trennungssituationen rein. Und ich kann schlicht nicht garantieren, dass meine Kinder davon verschont werden, das kann niemand, egal was man sich vornimmt. Aber ich werde nicht zulassen, dass sie je das Gefühl haben, die Jahre mit ihnen (denn sie sind ja da auch dabei gewesen) seien für einen von uns schlecht oder verschwendet gewesen.

    • sophie sagt:

      @ 13 : sie haben vollkommen recht. Auch ich habe immer so gedenkt. Leben ändert sich einfach und selber ändert man sich ebenfalls.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Nein 13, so einfach ist es nicht.
        Die Allermeisten, welche zusammen eine Familie gründen, hatten vor zusammenzubleiben.
        Ebenfalls wer heiratet.
        Insofern ist eine Scheidung ein scheitern. Und es scheint mir weit sinnvoller, dies zuzugeben, anstatt es einfach anders zu nennen.

        Es ist nur kein Scheitern, wenn es denn gar nie geplant war zusammen zu bleiben. Aber dann heiratet man normalerweise nicht.

        Es ist kein Problem zu scheitern, Ziele nicht zu erreichen. Das menschlich und gehört zum Leben dazu. Aber lernen tun wir am meisten, wenn wir klar eingestehen: „ich wollte was anderes, aber das habe ich nicht erreicht.“

      • 13 sagt:

        @ roxy
        Ob man gescheitert ist, hängt vom Ziel an, da gebe ich Ihnen recht. Aber ich habe nicht mit dem primären Ziel geheiratet, dass einer von uns irgendwann weinend am Totenbett des anderen steht. Wenn das der Fall sein sollte, schön, aber eine Voraussetzung ist das nicht. Der Grund für die Heirat sollte doch sein, dass man mit diesem Menschen leben, ein Leben aufbauen, die Zukunft planen, evtl. eine Familie gründen, einander beistehen, auch rechtlich, will. Dieses Ziel ist aber nicht erst dann erreicht, wenn man es die 50 oder mehr Jahre bis zum Tod durchhält. Es kann auch für gute 20 Jahre erreicht sein.
        Ich „wollte“ etwas anderes geht ja eh nicht auf, wenn man irgendwann etwas anderes „will“. Dann wäre ein am „wollte“ festhalten und das „will“ nicht erfüllen, auch scheitern.

    • Martin Frey sagt:

      Nein, 13, eine geschiedene Ehe ist immer irgendwo ein Scheitern, zumindest aus Kindersicht. Geschiedene Ehe, wohlgemerkt, Beziehung nicht unbedingt.
      Kinder sind unglaublich wertkonservativ. Kein Kind wünscht sich ernsthaft von sich aus einen alleinerziehenden Elternteil, eine Patchworkfamilie oder sonst eine der Realitäten die von dem an sich gewünschten Ideal einer harmonischen Kleinfamilie abweichen. Sie können allenfalls damit gut leben, insbesondere wenn die Zustände vorher aus Kindersicht belastend waren. Aber einem Kinderwunsch entspricht es nie. Und das hat mit modernen Zeiten oder „altbacken“ nichts zu tun, sondern nur mit der Perspektive.
      Bezüglich reinen Erwachsenenbeziehungen pflichte ich Ihnen natürlich bei.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Schliesse mich MF an. Es geht ja hier nicht um ein Paar, dass sich irgendwann im Guten trennt. Sondern um getrennte Familien mit Kindern.
        Das wollen weder die Kinder, noch wollen das Eltern für ihre Kinder.
        Da kann man schon von einem Scheitern sprechen.

      • 13 sagt:

        @ MF
        Nun, sollten wir einige Sachen auseinanderhalten. Ersten s ging es hier um die Erwachsenen:
        „Aber das «Beruhigende» bei einer Begegnung mit einem getrennten Elternteil ist doch – unter anderem –, dass es beide nicht geschafft haben! Beide sind gescheitert, und das tut gut. Man leckt sich gegenseitig die Wunden, man ist miteinander traurig und wütend, man versteht die Situation des anderen, ähnlich wie in einer Selbsthilfegruppe,“
        Zweitens, wenn wir aus Kindersicht sprechen, können wir keinen Unterschied zwischen Ehen und Beziehungen machen, eine Trennung ist auch dann schmerzhaft, wenn die Eltern nicht verheiratet waren. Das ist den Kindern ziemlich egal.

      • 13 sagt:

        /2:
        Drittens kommt es immer auf die Umstände an, was das Kind vorzieht. Wenn es nicht so harmonisch war, was ja gerade in der Endphase oft der Fall ist, ist auch für sie die Trennung wünschenswerter. Denn auch wenn sie sich die harmonische Beziehung zurückwünschen, diese Option besteht ja nicht mehr. Aber auch da: Sagen wir, der Streit kommt in den Teenagerjahren der Kinder auf und dann die Trennung. Hatten diese Kinder dann keine schöne Kindheit und dürfen es auch so empfinden? Und die Eltern auch?
        Ich glaube, dass viele Trennungskonflikte ohne dieses Versagensgefühl viel einfacher zu lösen wären.

      • Sportpapi sagt:

        Wenn ein Plan – hier bis in alle Ewigkeit – nicht klappt, dann nennt man das gescheitert.
        Versagensgefühle sind dann noch einmal etwas anderes. Ob die nötig sind, muss jede/r selber wissen.

      • Martin Frey sagt:

        Ich möchte ja keine Semantik betreiben, 13. Aber eine Ehe ist eine Ehe. Man nennt das auch Bund fürs Leben. Eine Lebensabschnittsgemeinschaft ist etwas anderes. Man kann vom Ehebegriff halten was man will, aber so lautet nun mal die Definition. Und wenn der Bund nicht fürs Leben hält, dann ist formal diese Ehe gescheitert. Meine ich zumindest, ohne dieses Scheitern irgendwie werten zu wollen.
        Ob „Trennungskonflikte ohne dieses Versagensgefühl besser zu lösen“ oder auszuhalten sind, können Sie besser beurteilen als ich. Das mag sein.
        „Wenn es nicht so harmonisch war, was ja gerade in der Endphase oft der Fall ist, ist auch für sie die Trennung wünschenswerter.“
        Klar, das habe ich bei meinem Post ebenfalls erwähnt. Nur entspricht das trotzdem nicht dem kindlichen Wunschdenken.

      • 13 sagt:

        Nun, letztlich darf das jede*r sehen, wie er*sie will. Ich finde es einfach schade, wenn die schöne Zeit offenbar nichts mehr zählt, wenn es nicht „bis in alle Ewigkeit“ (???) dauert. Es ist ein trauriges Bild auf das Leben und auch auf die Menschen, die es angeblich „nicht geschafft haben“. Sollte ich je in die Lage kommen und ich gehöre nicht zu denen, die naiverweise annehmen, dass es sich nicht treffen kann, so werde ich nicht zulassen, dass jemand die tolle Zeit, die ich hatte, als gescheitert bezeichnet. Im Gegenteil.

      • Roxy sagt:

        Das heisst doch nicht, dass die schöne Zeit nichts mehr zählt! Eine Kollegin wollte den Kilimandscharo erklimmen, ist am Ende aber gescheitert. Trotzdem ist die Expedition für sie ein schönes und bereicherndes Erlebnis.
        Der Punkt ist: wir müssen doch nicht leugnen, dass wir ursprünglich mal andere Pläne hatten.

      • mila sagt:

        @13: Jetzt stellen Sie sich mal vor, Ihr Mann, der Sie 16 Jahre lang kennt, ist nicht mehr an Ihrer Seite. Nichts spricht dagegen, dass Sie einen neuen Partner kennen lernen, den Sie ebenso lieben werden. Der womöglich sogar noch besser ‚passt‘. Aber dieser Partner wird nie wissen, wie sie als junger Mensch waren. Und sie werden andere gemeinsame Träume haben.

        Ich hatte auch mal so einen Menschen für 15 gemeinsame Jahre an der Seite. Die schönen Erinnerungen überwiegen (mittlerweile), und obschon ich das Rad nicht zurückdrehen möchte, weil es dann meine wunderbare Tochter nicht geben würde, sehe ich die Beziehung als gescheitert. Aus diesem Eingeständnis kann man für die Zukunft lernen, es in manchen Situationen besser machen als zuvor. Und doch macht es mich bisweilen traurig,

      • mila sagt:

        dass mein wunderbarer zweiter Mann nie wissen wird, wie ich auch mal war – als unbeschwerter, idealistischer, vom Leben noch unbelasteter Mensch. Dieses Wissen ist unwiederbringlich verloren, und wäre mir viel wert gewesen. Aber diesen Verlust würden Sie nur spüren können, wenn Ihre Beziehung nicht mehr bestünde. Dann würden Sie vielleicht doch auch ein Gefühl des Scheiterns verspüren. Was keineswegs die schönen erlebten Zeiten schmälert.

      • Martin Frey sagt:

        „Ich finde es einfach schade, wenn die schöne Zeit offenbar nichts mehr zählt,“
        Aber so ist es doch nicht, 13? Im Gegenteil. All das sehe ich doch genau gleich. Die Ehe ist ein Ideal, und der Weg das Ziel. (ein bisschen erinnert mich das an das katholische Zölibat 🙂 )

      • 13 sagt:

        @ MF
        Also, den Romantiker hätte ich nicht vermutet. Eine Ehe ist in erster Linie ein Vertrag, welcher so lange gilt, bis er entweder durch Tod eines Partners oder aber durch ein gerichtliches Urteil aufgehoben wird. Aber das war ja gar nocht mein Einwurf, sondern:
        Entweder geht es darum, wie Erwachsene das wahrnehmen, dann ist es eben nicht nach kindlichem Wunschdenken. Und ja, für die kann die Ehe entscheidend sein. Je nach Einstellung.
        Oder aber es geht um das kindliche Empfinden und denen ist die Ehe egal. Sie erleben Familie unabhängig des Zivilstandes der Eltern.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        „Also, den Romantiker hätte ich nicht vermutet.“
        Vielleicht unterschätzen Sie mich.
        🙂 frage mich gerade, weshalb?

        „Oder aber es geht um das kindliche Empfinden und denen ist die Ehe egal. Sie erleben Familie unabhängig des Zivilstandes der Eltern.“
        Das stimmt natürlich.

  • Marc Hummel sagt:

    Irgendwie ein schöner, hoffnungsvoller Artikel. Der Weg durchs Gericht und durch Vorurteile ist ermüdend, dem Leiden der Kinder zuzuschauen traurig. Die Bitterkeit über oberflächliche Gerichte und die Stärke mutters Wort gegen vaters Beweise macht wütend. Mann möchte sein Weltbild so schnell wie möglich wieder auf Optimismus und Hoffnung drehen können. Es gibt sicher viele gute Männer und Frauen da draussen. Glückliche Väter und Mütter macht glückliche Kinder. Dank von einem alleinerziehenden Vater.

    • Lichtblau sagt:

      Einer der besten (und bestgeschriebenen) Mamablog-Einträge seit langem. Gratuliere zur Wahl der Autorin!

  • Maike sagt:

    Das Schwierige was ich an Patchworkfamilien sehe ist, ob sich die Kinder verstehen. Und wie sie damit klarkommen, das sie jetzt in mehreren Familien ein zu Hause haben. Die Eltern haben das ja so gewollt, aber die Kinder sind immer die. die letztenendes alles ausbaden müssen.

    • Thomas Schmitt sagt:

      Das kann ich nur bestätigen.
      Habe mich damals als Teenager überhaupt nicht mit dem anderen Kind vertragen. Und da für jedes Elternteil „mein Kind an erster Stelle“ kam, ist die Beziehung meiner Mutter und ihrem damaligen Freund schlussendlich auseinander gegangen. Vielleicht auch noch aus anderen Gründen, wer weiss. Allerdings gab man jahrelang mir die Schuld dafür.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ich würde sagen – wenn die Kinder nicht zusammenpassen – passen die Verliebten höchstwahrscheinlich auch nicht wirklich zusammen.
        Kinder sind ein Abbild unserer Werte und unserer Wesensart (Ausnahmen bestätigen die Regel). Das Verliebtsein hingegen kann auf oberflächlicher Attraktion beruhen. Deshalb ist das Feedback der Kinder nicht zu unterschätzen.

  • Muttis Liebling sagt:

    Statt retrospektiv die Konsequenzen scheinbar naturereignishaft eintretenden Trennungen in der Grössenordnung von 50% zu diskutieren, wäre es zweckmässig, prospektiv zu bedenken, wie man diese Zahl bei Anwesenheit erziehungspflichtiger Kindern im Haushalt temporär auf nahe Null senkt.

    Scheidung sicher, nur nicht innerhalb 20 Jahre nach Geburt eines Kindes und nicht wegen banaler Gründe wie ausbleibender Liebe oder gegenseitigem Desinteresse. Das beides halte ich in jeder Ehe für unvermeidlich und kann bei Eheschliessung kalkuliert und im Sinne eines Temporärkontraktes ausgeschlossen werden. So wenig Liebe Grund für Eheschliessung sein kann, so wenig ist ausbleibende Liebe ein Grund für Trennung.

    • Urs M. sagt:

      das ist korrekt. bei der scheidung geht es meist stark um umwirtschaftliche interessen. immerhin geht es darum, ob eine mutter in den nächsten 16 jahren (!) lohnarbeit verrichten muss oder auf kosten des mannes zuhause bleiben darf. Für viele Frauen ist das der wie der Jackpot im Lotto, den lässt man nicht einfach sausen.

      • Seidenspinner sagt:

        Mann stelle sich vor, es gibt Frauen, die verdienen das Geld und sind die Ernährerinnen der Familie!

      • Urs M. sagt:

        @Seidenspinner, das ist natürlich so. Aber es gibt keine Rechtssprechung und keine Fälle, wo die Frau dem Kindsvater Unterhalt zahlen muss.

        Im Gegenteil: Ich erinnere mich an die Reportage vom SRF, die einen Vater zeigte, der 100% für die Kinder sorgte und sie grosszog, 50% arbeitete und seiner von ihm geschiedenen Frau noch Unterhalt zahlen muss (!).

      • 13 sagt:

        @ Seidenspinner
        Sie wollen doch nicht etwa am Bild der bösen Frau, die den Mann nur ausnutzt, rütteln? Mutig, mutig…

        @ Urs M.
        Gibt es nicht? Keinen Fall? Keinen einzigen Entscheid?

      • Reiner Zufall sagt:

        @ Urs M.: Stimmt genau. Ich bin auch einer von denen. Ziehe als Vater meine Kinder seit Jahren alleine gross, arbeite mehr als 100%, zahle Unterhalt für die Ex (die nicht arbeitet), habe keinerlei Entlastung bei der Betreuung durch die Ex (kein Kontakt erwünscht), erhalte keinerlei Kinderunterhalt. Und das alles mit rechtskräftigem Segen des Gerichtes. Wäre ich alleinerziehende Frau, würde ich mit Unterhaltsleistungen nur so überhäuft.

    • Toni Bernasconi sagt:

      Mit staatlichem Zwang Eltern zusammenketten? Das muss zu glücklichen Kindern führen!

      • Muttis Liebling sagt:

        Wie kommen Sie auf staatlichen Zwang? Es sollte zum Zeitpunkt der Geburt des 1. Kindes nur klar sein, dass damit eine Vertragslaufzeit von min. 20 Jahren beginnt. Wenn die Liebe nicht für so lange reicht, muss die Beziehung halt ohne Liebe weiter geführt werden. Das setzt allerdings die Einhaltung bestimmter Regeln voraus, die man aber bereits vor Geburt des Kindes bespricht.

        Also grundsätzlich kein offener Streit. Wenn man die Beziehung nur noch formal führt, löst man keine Probleme, sondern sitzt die aus. Keine gemeinsamen Gespräche ausser Koordination, keine gemeinsame Freizeitgestaltung, keine gemeinsame Ferien, usw..

        Nur ein gemeinsames flaches Familienleben auf kleinster Flamme, ansonsten alles getrennt. Das kann man 20 Jahre durchhalten, wenn man 90 davon zur Verfügung hat.

      • BinAmScheiden sagt:

        @Muttis Liebling: das ist ja ein furchtbares Familienbild, das Sie da haben. Als Kind habe ich genau das erlebt. War nicht so toll, als Teenager haben wir meinen Eltern öfters gesagt sie sollen sich scheiden lassen. Sie sind übrigens im Pensionsalter und noch immer zusammen, ich würde das aber als reine Zweckgemeinschaft bezeichnen.

      • Muttis Liebling sagt:

        Die meisten Ehen der letzten 150 Jahre beruhen am Anfang auf Liebe und spätestens nach 5 Jahren auf Resignation. Die Trennung findet nur wegen des Aufwandes nicht statt. Im Bewusstsein ist sie längst vollzogen, stellt aber keine reale Alternative dar. Die innere Scheidungsrate ist deutlich >50%.

        In Foren wie MB, in dem die Ausnahme 5% schreiben und kommentieren, bildet sich diese soziale Gesetzlichkeit natürlich nicht ab.

        Allerdings sieht man häufig in den letzten Lebensjahre wieder ein emotionales Verhältnis entstehen. Das hängt wahrscheinlich mit dem körperlichen Verfall und der gegenseitigen Abhängigkeit zusammen. Auch hat man irgendwann niemand anderen mehr, als den jahrzehntelangen Mitbewohner.

  • Jacques sagt:

    Innerhalb der Patchwork-Varianten gibt es eine grosse Bandbreite. Es ist ja schon ein Unterschied, ob die Kinder noch im Bebealter, oder bereits schon erwachsen sind. Ich habe nur mit der zweiten Variante meine Erfahrungen. Sehr gute sogar.

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