Lasst die Kinder nuckeln!

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Harmloses Vergnügen oder gefährliche Sucht? Das ist die Frage beim Nuggikonsum. Foto: iStock

«Ab einem Jahr braucht ein Baby tagsüber und ab drei Jahren auch nachts keinen Schnuller mehr. Lassen Sie sich etwas Nettes einfallen, ein kleines Ritual, schenken Sie die Nuggis der lieben Fee, dem Osterhasen oder dem Samichlaus und Ihr Kind wird sich freuen, seine Nuggis abzugeben», stand da geschrieben.

Doch meine damals dreijährige Tochter freute sich überhaupt nicht über die Idee mit der Nuggifee, obwohl ich zuerst ihr Einverständnis zum kalten Nuggientzug eingeholt und das Ganze mit einem Ritual in die Wege geleitet hatte. Oder um es anders auszudrücken, als es im Artikel stand: obwohl ich meiner Tochter die Einwilligung zur Nuggiabgabe mit dem Versprechen auf eine Bescherung abgeknöpft hatte. Trotz ihres Einverständnisses und der Aussicht auf ein tolles Geschenk schrie meine Tochter mörderisch, als ihr beim Einschlafen schlagartig bewusst wurde, was ein Leben ohne Nuggi bedeutete. Ihr Weinen klang nach schierer Verzweiflung, und ich fühlte mich nicht wie eine Rabenmutter, sondern wie ein ganzer Rabenmütterschwarm.

Nach fünf Minuten ohrenbetäubendem und herzzerreissendem Schreien war ich nahe daran aufzugeben. Doch ich blieb hart. So stand es schliesslich im Artikel. Nach gefühlten zwei Stunden nuckelte sie sich weinend mit einem Schoppensauger in den Schlaf, während ich die Nuggis aus dem Schrank holte und ihr Lieblingsexemplar auf den Balkon ins Feenkörbchen zurücklegte. Ihre Augen strahlten, als sie am nächsten Morgen das Feenkörbchen auf dem Balkon entdeckte. Nicht wegen des heiss ersehnten, rosaroten Peppa-Pig-Täschchens; das ignorierte sie. Selig nuckelte sie die nächste Stunde vor sich hin.

Barbie gegen Nuggi

Was war bloss in mich gefahren? In der Regel folgte ich in solchen Situationen meinem Instinkt und nicht irgendwelchen Ratgebern. Das Nuckeln entsprach ganz offensichtlich einem grossen Bedürfnis meiner Tochter. Einen stichfesten Grund für den Nuggientzug hatte ich eigentlich nicht, ausser, dass es mich zunehmend nervte, wenn sie das Ding pausenlos im Mund hatte und ich nichts verstand. Das Argument der schiefen Zahnstellung hatte unsere Kinderärztin bereits vor Monaten mit dem Satz «Kinder haben heutzutage sowieso alle eine Zahnspange» entschärft.

Wir einigten uns schliesslich darauf, dass der Nuggi tagsüber am Bett festgemacht wurde und meine Tochter so nicht mehr den ganzen Tag mit Nuggi herumlief, sondern ins Bett ging, um zu nuckeln, wenn sie Lust dazu hatte. Meistens dauerte dies lediglich ein paar Minuten, dann stand sie wieder gut gelaunt da. Dies brachte für mich die benötigte Entspannung, mehr brauchte es zu diesem Zeitpunkt nicht. Beide waren wir damit zufrieden.

Als meine Tochter viereinhalb war, brachten wir den einen verbliebenen Nuggi auf Drängen der Zahnärztin in ein Warenhaus und tauschten ihn gegen eine Barbie ein. (Das war nicht meine, sondern die Idee der Zahnärztin. Diese Grenzüberschreitung wäre eine weitere Geschichte wert.) Auch da gab es wieder Tränen, obwohl sich meine Tochter nun zumindest bewusst war, welchen Handel sie einging. Auch dieses Mal war der Entzug schwierig, aber sie zog ihn durch.

Die Nuggifee braucht es nicht

Eineinhalb Jahre nach dem letzten Nuckeln fand sie auf dem Spielplatz einen gebrauchten Nuggi. Wie einen kostbaren Schatz trug sie ihn mit sich herum, obwohl ich sie aufforderte, ihn fortzuschmeissen. Irgendwann sah ich ihn nicht mehr und dachte, sie hätte ihn entsorgt. Als ich sie an diesem Abend nach dem Zubettgehen noch einmal zudeckte, lag der fremde Nuggi auf dem Kopfkissen. Ich hoffte, dass sie ihn wenigstens gewaschen hatte. Beim Anblick dieses Nuggis war mein schlechtes Gewissen augenblicklich zurück. Auch nach dieser langen Zeit war ihr Bedürfnis nach Nuckeln also immer noch da. Vielleicht nur oder gerade deshalb, weil sie es nicht vollends hatte stillen können?

Ich fragte mich, was passiert wäre, wenn ich ihr die Nuggis einfach gelassen hätte. Gibt es den freiwilligen Nuggiverzicht für schwerstabhängige Nuckeler? Hätte es einen Zeitpunkt gegeben, an dem sie mir ihre Nuggis völlig freiwillig in die Hand gedrückt hätte? Ich weiss es nicht. Doch im Nachhinein bin ich mir sicher, dass es im Leben eines dreijährigen Kleinkindes keine Nuggifee braucht. Vielleicht gehört die einfach verbannt und ausgerottet, ein für alle Mal.

Lesen Sie zu diesem Thema auch: «Ich stille mein Kind, solange es will», «Acht tolle Erfindungen für Eltern» und «Wie mein Baby ein Superschläfer wurde».

65 Kommentare zu «Lasst die Kinder nuckeln!»

  • Rachel sagt:

    Unsere Kinder warfen den Nuggi ganz von alleine so um den 3.Geburtstag in den Abfall und es gab nie ein Geschrei, ein „Zurueck“ oder so. Wir haben ihnen immer wieder so nebenbei gesagt, dass man irgendwann zu gross ist fuer einen Nuggi und das hat anscheinend geklappt. Ziemlich frueh verbannten wir den Nuggi auch aus „der Oeffentlichkeit“- er war zwar oft irgendwo in einer Tasche, aber waren wir ausserhalb des Hauses, waren die Kinder ohne Nuggi. Spaeter gab es den Nuggi eigentlich auch nur noch beim schlafen. Was ich gar nicht ausstehen kann, das sind Kinder, die mit dem Nuggi im Mund sprechen.

  • Tina Kuster sagt:

    Meine 2-jährige kaut auf ihren Nuggis rum. Ich muss sie also regelmässig austauschen. Einmal habe ich den Nuggi von ihrer Nuggikette vor ihren Augen gewechselt. Von da an war der Tages-Nuggi passé, sie wollte ihn nicht mehr. Ein paar Tage lang hatte sie den Tag durch gar keinen Nuggi mehr, aber dann hat sie angefangen, den Nacht-Nuggi aus dem Bett zu holen. Dass war der Zeitpunkt, an dem ich den genau gleichen Nuggi wie den letzten kaputten gekauft habe und ihn vor den Augen meiner Tochter ausgetauscht hatte mit den Worten: Mami hat deinen Nuggi geflickt. Jetzt war die Welt wieder in Ordnung für sie und ich habe mit ihren 2 Jahren kein Problem, wenn sie ab und zu noch nuckelt. Nur zum Sprechen muss der Nuggi aber raus, da habe ich kein Erbarmen.

  • 13 sagt:

    Schön, eine entspannte Haltung zu haben, wobei das eine das andere nicht ausschliessen muss. Eines meiner Kinder hat den Nuggi genau am 4. Geburtstag der Nuggifee gegeben, nachdem es 6 Monate vorher den gleichen Vorschlag vehement abgelehnt hat. Dann war es aber eben soweit und trotzdem fand es die Nuggifee als Übergangsritual schön. Die Zähne waren 3 Monate danach wieder ganz gut, der Zahnarzt glaubt uns heute nicht, dass es so lange nuckelte.
    Dafür kenne ich das umgekehrte: mit 2 auf Anfrage unsererseits den Nuggi abgegeben und dann ging es los: Kragen, Ärmel, Spielzeug, Haare, alles landete im Mund, auch Türklingen und Treppengeländer wurden abgeleckt, ständig kaute sie auf etwas herum und auch heite mit 10 kommt es gelegentlich vor. Da war mir der Nuggi viiiieel lieber!

  • Zahnfee sagt:

    Nachdem wir unsere Tochter mit 3 Jahren vom Nuggi entwöhnt hatten (kalter Entzug, wie im Artikel beschrieben), hat sie nach einem Jahr Abstinenz plötzlich angefangen zu Däumelen… Sie hat dann bis ca. 8 Jahre weitergedäumelt (trotz diesem extrem bitteren Anti-Däumel-Lack – „weisch Mami, am Aafang isch es gruusig, aber mer chas mit de Zäh eso wegbiise und dänn schmöckt mers nüme“), bis irgendwann von selbst Schluss war. Der kleine Bruder hat von Anfang an (mit 8 Wochen fing es an) jeweils gleichzeitig gedäumelt und in den Haaren gewühlt. Auch er hat mit ca. 8 Jahren von selbst aufgehört (auch waren die Haare dann etwas kürzer…). Die Tochter hatte ein Zahnspange, der Sohn nicht.

  • Jänu sagt:

    Nie einen Nuggi und alle Probleme mit Nuggizahnstellung, Karies, Entwöhnung (Entzug, sic!), Sprechen und Umstieg auf den Daumen sind Geschichten aus einer anderen Welt. Kein Kind braucht einen Nuggi, die Menschheit hat Hunderttausende von Jahren ohne Nuggi überlebt.
    «Kinder haben heutzutage sowieso alle eine Zahnspange», ein wirklich sehr überzeugendes und fundiertes Argument pro Nuggi.

    • sophie sagt:

      falsch ! Vor dem Nuggi gab man dem Kind was anderes, ein stück Stoff z.B. oder ein nastuch.

    • mira sagt:

      Richtig. Babys muss man nämlich zuerst anfixen, damit sie den Nuggi überhaupt nehmen… wir haben darauf verzichtet und damit sehr gute Erfahrungen gemacht: Kein nächtliches Geschrei, kein tägliches Geschrei, keine Nuggi-Fee, keine Tränen, kein verzweifeltes Suchen nach dem Nuggi.
      Wenn ich da unsere Kinder mit den (Klein-)Kindern der Nachbarschaft vergleiche, dann kann ich nur sagen: alles richtig gemacht 🙂

      • Jänu sagt:

        Zurück zur Natur?
        mira, genau und dann die möglichen Weichmacher (Bisphenol A) und Schadstoffe in Silkon oder Latex und Plastik. Sonst rufen moderne Eltern doch immer nach Natürlichkeit, Bio fürs Kind, und selbstgemachten Breis. Als ob es natürlich ist, die meiste Zeit am Tag einen Nippelersatz aus möglicherweisen mit Schadstoffen belasteten Kunststoffen im Mund zu haben.

    • Tina Kuster sagt:

      Die Ältere hat einen Nuggi, die Jüngere nicht. Die Jüngere nuckelt dafür am Daumen. Ich glaube, darum hat man auch den Nuggi erfunden, um den Daumen zu schonen. Ich frage mich, wie ich die Jüngere später vom Daumen-Nuckeln abhalten will. Beim Nuggi-Kind habe ich da weniger Angst, da kann man einen langsamen Entzug machen, zuerst am Tag, dann in der Nacht. Und punkto sprechen gibt es bei uns eh keine Diskusion, ich höre ihr nicht zu, wenn sie den Nuggi nicht raus nimmt und dass weiss sie auch.

      • Jänu sagt:

        Denke, es ist genau umgekehrt, Tina. Kinder, die dauernd oder oft am Nuggi saugen, ersetzen den Nuggi mit dem Daumen. Meine Kinder hatten nie einen Nuggi und sie hatten auch nie Daumen gesaugt. Sie hatten als Kleinkinder ihr Nuscheli, auf dem sie auch herumkauten, doch das hatte wohl eher mit dem Zahnen zu tun.

  • Beat sagt:

    Lebe in Indonesien und habe selber 5 Kinder mit erlebt. Nuggi, war einfach nie ein Thema. Keines lutschte deswegen an einem Finger. Milchflasche wurde gemäss Milchpulver Rezept verabreicht, aber wurde sicher kein Ersatz. Ist mir immer aufgefallen, dass einheimische Kinder selten mit Nuggi daherkamen, „weisse“ Kinder dagegen meistens. Weshalb? Ist mir nicht wichtig!
    Übrigens, auch das indonesische (vielleicht auch anderswo) Ritual, die Babys im ersten Jahr für das Schlafen in eine Art Mumie einzuwickeln, kann ich nur empfehlen. Alle Kinder schlafen problemlos 10h, einzige Gefahr besteht durch gamen….

    • Martin Frey sagt:

      Das „Ritual, die Babys im ersten Jahr für das Schlafen in eine Art Mumie einzuwickeln, kann ich nur empfehlen.“ ist eine heikle Aussage. Das sog. Pucken wurde und wird zwar in vielen Teilen der Welt gemacht, ist aber hochumstritten.
      Ihr Beitrag ist m. E. eher ein gutes Bsp. für den Röhrenblick den man gerne kriegt, wenn man in Kulturen lebt die nichts anderes kennen als die eigene.

      • Sportpapi sagt:

        Was ist am Pucken umstritten? Klar, ist nicht jedermanns Sache – wir wollten das beispielsweise nicht. Aber sonst?

      • tina sagt:

        ein hinweis auf die art der kritik am einwickeln wäre doch noch gut gewesen, denn so sieht es einfach nach martin-frey-kultureller-röhrenblick aus ;).
        mir wurde das von der tschechischen schwiegermutter auch nahegelegt, es gibt super schnuckelige einwickeldinger in tschechien. es widerstrebte mir aber irgendwie. von mir und meiner schwö gibt es auch babybilder, in denen wir eingewickelt sind und wie fette maden aussehen ;-). und wir wuchen in der schweiz auf. haben schweizer eltern.

      • Franka E. sagt:

        Pucken ist eine super Sache. Man sollte einfach damit aufhören, wenn das Kind anfängt, sich selbständig zu drehen. Also so mit ca. 4-5 Monaten (je nach Kind). Dass das hochumstritten ist, hat eher damit zu tun, dass man das in unserem Kulturkreis als „fesseln“ empfindet. Dabei war das m.W. bis Anfangs 20. JH auch hier Usus. Und viele Kinder finden das wirklich toll und können sich gepuckt so entspannen, dass sie dann gut schlafen können. Hat bei unseren wunderbar funktioniert.

      • Martin Frey sagt:

        Nun, aus Sicht der Eltern ist Pucken natürlich super… der eigene Schlaf wird belohnt 😉
        Aber mit Pucken verbunden sind mehr Hüftdysplasien, bis hin zur Verletzung der Gelenke. Zudem Temperaturregulationsstörungen durch das enge Wickeln, mit Gefahr des Ueberhitzens, diskutiert wird auch ein erhöhtes Risiko eines SIDS. Alles eigentlich ganz logische Dinge….
        Ganz abgesehen davon, dass der natürliche Bewegungsdrang der Neugeborenen und Säuglinge durchs Pucken massiv zwangsweise eingschränkt wird. Was mir persönlich sehr unsympathisch ist, und niemand von uns sich gefallen lassen würde. Aber klar, der Säugling kann sich ja nicht gut darüber beschweren… Also ist doch alles ok. Hauptsache, die Eltern schlafen besser. 🙂

      • Martin Frey sagt:

        @Franka E.
        „Dass das hochumstritten ist, hat eher damit zu tun, dass man das in unserem Kulturkreis als „fesseln“ empfindet. Dabei war das m.W. bis Anfangs 20. JH auch hier Usus.“
        Das war noch nie ein gutes Argument. Denn es gibt so einige „Traditionen“ aus früheren Zeiten die wir glücklicherweise hinter uns gelassen haben. Oder wollen Sie zurück zu Hexenverbrennungen, Verdingkindern, dem alten Eherecht und Prügelstrafen?
        Es spricht für unsere Gesellschaft und unsere Zeit, dass wir bereit sind, dazu zu lernen, Bedürfnisse und Rechte von Neugeborenen die weder sprechen noch sich erinnern können wahrzunehmen und zu achten, und für neue Erkenntnisse überholte Traditionen über Bord zu werfen. Dies ist in weiten Teilen der Welt nicht so. Aber wollen wir uns dies zur Richtschnur nehmen?

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Das ist jetzt aber schon etwas undifferenziert, was das Alter des Babies anbelangt. Wenn unkontrollierte Reflexe unterbunden werden, die das Kind regelmässig aufwecken, dann ist das doch nicht „den natürlichen Bewegungsdrang einschränken“. Oder zumindest nur zum Wohle des Kindes.
        Und Eltern von frisch geborenen zu unterstellen, sie würden Massnahmen zum Schaden des Kindes nur ergreifen, um selber besser schlafen zu können, ist meiner Meinung nach völlig verfehlt.

      • Martin Frey sagt:

        „Und Eltern von frisch geborenen zu unterstellen, sie würden Massnahmen zum Schaden des Kindes nur ergreifen, um selber besser schlafen zu können, ist meiner Meinung nach völlig verfehlt.“
        Verfehlt nicht, aber etwas provokativ, zugegebenermassen. Andererseits, sagen Sie mir einen Grund, der sonst explizit für das Pucken sprechen würde? Und der gar im Kindswohl liegt?
        Sich selber bei solchen Themen zu reflektieren schadet m. E. nicht.

      • 13 sagt:

        Sinnvoll wäre es ja v.a. wenn wir anerkennen würden, dass es eigentlich in der Natur gar nicht vorgesehen ist, dass bereits kleinste Babys 10 Stunden am Stück schlafen. Das kommt in unsere Zivilisation schon noch, aber muss es im ersten Jahr sein?
        Andererseits muss ich schon zugeben, dass es eine gewisse Ironie hat, wenn hierzulande übee das Pucken hergezogen wird, nicht aus den durchaus zutreffenden Punkten, die MF anfügt, wie Überhitzung und Hüftentwicklung, sondern weil es ja die Kinder einschränkt und dann die gleichen Eltern ihr Kind fürs schlafen in einen Käfig stecken, damit es nicht immer aufsteht…

      • Franka E. sagt:

        Das mit dem SIDS stimmt nur für Kinder, die sich bereits drehen können. Was auch logisch ist, weil sie dann nämlich aufs Gesicht rutschen können. Das mit der Überhitzungsgefahr ist zwar an und für sich richtig, aber darauf muss man immer achten. Wenn gepuckt, dann halt ohne Decke bei kühler Raumluft etc.
        .
        Das mit der Hüftdysplasie stimmt so auch nicht. Ausserdem merkt man verdammt schnell, ob ein Kind pucken toll findet oder nicht. Hier gehts doch nicht drum, was für die Eltern gut ist, sondern für die Kinder.
        .
        Beim Hinweis, dass das früher bei uns auch üblich war, gings mir nur um die kulturelle Verankerung. Nicht darum, dass „früher alles besser war“. Das haben Sie reininterpretiert, Herr Frey. Und keiner sagt, dass Kinder dauerhaft gepuckt werden sollen…

      • Franka E. sagt:

        @M.Frey: „Oder wollen Sie zurück zu Hexenverbrennungen, Verdingkindern, dem alten Eherecht und Prügelstrafen?“
        .
        Gehts eigentlich noch übertriebener? Nur weil manche Sachen von früher heute nicht mehr akzeptabel sind, heisst das noch lange nicht, dass früher alles doof war. Manches gute Wissen geht auch verloren.
        .
        Sie haben Ihre (schlechte) Meinung zum Pucken. Wir haben unsere positiven Erfahrungen dazu. Viele andere Menschen aus anderen Kulturkreisen auch. Das kann man glaube ich so stehen lassen.

      • Martin Frey sagt:

        @Franka E
        Ich habe einfach Mühe mit undifferenzierten Hinweisen auf frühere (angeblich bessere) Zeiten, oder andere Länder wo angeblich alles viel toller ist/gehandhabt wird (wie aktuell hier).
        Natürlich ist das Pucken nicht für Kleinkinder gedacht. Und natürlich können Sie als Individuum versuchen, die erwähnten Komplikationen durch Umsicht zu vermeiden. Fakt ist aber, dass das eben nicht allen so gelingt, daher auch die Warnungen der pädiatr. Gesellschaften. Auch an Sie die offene Frage, weshalb man überhaupt so eine tradierte Praxis anwenden soll? Wo ist nun genau der Vorteil für das Kind? Denn wenn Sie die erwähnten Risiken für vernachlässigbar halten, ich tue das nicht.
        Sie sagen, das Kind findet es toll? Woher wollen Sie das wissen? Weil es sich so bequem ruhig stellen lässt?

      • Martin Frey sagt:

        Zum Thema Hüfte:
        Beim klassischen Pucken werden die Beine in Streckstellung aneinandergebunden. Je nach Dauer des Puckens wirken Kräfte, die das Wachstum der Hüfte verändern und verlangsamen. Die Hüfte reift nicht normal aus, und es kann sich eine Hüftdysplasie entwickeln, bei der Gelenkkopf und -pfanne nicht aufeinander passen. Das kann bis hin zum Ausrenken des Gelenks führen.

      • tina sagt:

        „Andererseits, sagen Sie mir einen Grund, der sonst explizit für das Pucken sprechen würde? Und der gar im Kindswohl liegt?“
        herr kultureller-röhrenblick: dann frag doch die leute, was der grund ist, anstatt ihnen das übelste zu unterstellen.
        meine schwiegermutter meinte, dass das kind ruhiger schlafe. das kind! nicht ich. sie meinte, es liege daran, dass es im mutterbauch ja auch eng gewesen sei. ich sage nicht dass das so stimmt, aber ihre haltung war jedenfalls eine, die vom wohl des kindes ausging

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Es gibt vereinzelte Warnungen von einzelnen pädiatrischen Gesellschaften, die allerdings offenbar mehr auf Befürchtungen als auf Empirie beruhen. Aber auch dann können interessierte Eltern ja auch Punkt für Punkt ernst nehmen und beachten. Soweit es nicht mit anderen Ratschlägen kollidiert…
        Es ist aber bezeichnend für Sie, dass Sie nicht sehen, warum Eltern zu solchen Massnahmen greifen. Und Sie Ihnen unterstellen, dies nur aus Eigennutz zu tun.
        Die Kinder selber können wir aber natürlich nicht fragen, ob sie lieber alle paar Minuten aufwachen, wie es in ihrer Natur liegt, oder doch lieber etwas länger schlafen möchten. Ich hätte allerdings eine Vermutung, was sie wohl lieber hätten…

      • Martin Frey sagt:

        Ach Sportpapi, Sie haben mir eine einfache Frage gestellt:
        „Was ist am Pucken umstritten?“
        Ich glaube, für meinen Teil habe ich sachlich begründet dargelegt, was gemeinhin an Pucking strittig ist. Auf meine ebenso offene Frage, was denn genau für Pucking sprechen soll, ernte ich nur die nachgerade üblichen persönlichen Anfeindungen und Unterstellungen. Wo Sie wohl verstehen, dass ich irgendwann nicht mehr darauf eingehe. In Erwartung wenigstens eines belastbaren Argumentes kam …. nichts. Von keiner Seite.
        qed, mehr sage ich da nicht.
        Ich freue mich aber, wieder mal bei einem Thema mit Ihnen zu diskutieren, wo Sie auch etwas substantielles beizutragen haben.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Was hätten wir und andere denn mehr vorbringen können, als dass die Kinder besser schlafen, weil sie sich nicht mehr versehentlich selber aufwecken aufgrund von Reflexen? Der Aspekt ist ja offensichtlich nicht umstritten. Und die Mehrheit findet offensichtlich einen guten Schlaf für Neugeborene wichtig und wertvoll. Nicht in erster Linie für die Eltern, notabene.
        Sie haben ihre Befürchtungen vorgebracht. Und auch das ist ja nicht umstritten – nur vermeidbar. Insofern ist wieder mal ein klassisches Abwägen von Vor- und Nachteilen gefordert, ohne irgendwelche moralischen Apelle.

      • Martin Frey sagt:

        Also SP, dass Kinder derart zur „Mumie“ gewickelt besser schlafen ist nicht strittig. Dass dies irgendwie physiologisch sein soll, gar im „Kindswohl“ und die Unterdrückung der Reflexe und der Willkürbewegungen irgendwie gesund oder gar natürlich sein soll, ist reine Interpretation seitens der Eltern. Oder wollen Sie behaupten, Alkohol oder Schlafmittel im Schoppen seien ebenfalls im Kindswohl? Die Kinder schlafen damit auch ruhiger, und haben weniger Spontanbewegungen.
        „Und die Mehrheit findet offensichtlich einen guten Schlaf für Neugeborene wichtig und wertvoll.“
        Das ist genau der Punkt: Die Eltern finden das wertvoll. Physiologisch ist das deswegen noch lange nicht. Und dass die Eltern besser schlafen wenn das Kind länger und tiefer schläft, wollen Sie wohl nicht bestreiten?

      • Sportpapi sagt:

        Sie vergleichen ein Einwickeln mit Alkohol und Schlafmitteln?
        Was meinen Sie mit physiologisch? Eltern von Neugeborenen machen alles, damit dem dem Kind gut geht. Dazu gehört nicht zuletzt, dass das Kind auch ausreichend Schlaf bekommt.
        Ob es der Entwicklung förderlich ist, wenn sich ein Kind ständig selber aufweckt, kann ich nicht beurteilen. Dass es aber wohl lieber schlafen würde, das liegt auf der Hand.

      • Martin Frey sagt:

        „Sie vergleichen ein Einwickeln mit Alkohol und Schlafmitteln?“
        Ja. Um die Absurdität des Einwickelns zu veranschaulichen. Denn alle 3 Massnahmen stellen die Kinder ruhig, ruhiger als es ihrem Naturell und Bedürfnis entsprechen würde.
        „Was meinen Sie mit physiologisch? Eltern von Neugeborenen machen alles, damit dem dem Kind gut geht.“
        Das ist eben der Bias. Mit physiologisch (nennen Sie es meinetwegen natürlich) hat das nichts zu tun. Neugeborene schlafen von sich aus einen Grossteil ihrer 24h, dass sie unwillkürliche Bewegungsmuster, Reflexe haben, und immer wieder aufwachen ist normal. Sie künstlich zu „versenken“ ist NICHT normal, nicht altersgerecht, nicht physiologisch und (sorry wenn es schmerzt) nicht im Kindswohl.
        Ich weiss nicht, wie ich es noch ausdeutschen soll.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Sie müssen das nicht weiter ausdeutschen. Ich verstehe Ihre Meinung schon. Auch wenn ich sie nicht teile.

    • Tina Kuster sagt:

      Im ersten Jahr? Das ist doch viel zu lange. Wir haben unsere auch gepuckt, aber nur ein paar Wochen lang. Danach war ihr Bewegungsdrang zu hoch. Ich unterbinde doch nicht den Bewegungsdrang meiner Kinder, auch nicht im Schlaf.

      • Astrid Meier sagt:

        Heute kann man mit Granulat gefüllte Westen und Decken kaufen, die hyperaktiven oder autistischen Kindern und Erwachsenen eine bessere Körperwahrnehmung ermöglichen, und so entspannend wirken. Das Baby hat noch keine durchgehende Wahrnehmung des eigenen Körpers, diese wird durch das Pucken gefördert. Ich frage mich, ob die Zunahme von leichten Autismen und ADHS auch durch die Abwesenheit fester Körpergrenzen im Babyalter gefördert wird? Ist der Überhang vom engen Mutterleib zum „freien“ Liegen im Kinderbett und – Wagen zu viel für den Säugling?

  • KFO sagt:

    Liebe Frau Hofmann,
    als Kieferorthopädin muss ich Ihrer Ärztin leider widersprechen. Aus medizinischer Sicht ist ihre Einstellung zum Nuggi falsch. Durch den übermässigen Gebrauch des Nuggis entsteht u.U. erst eine Zahnfehlstellung. Der ständige Gebrauch eines Nuggis führt über längere Sicht hin zu einer Verschiebung der Zähne und einer Deformation des Oberkiefers. Es entsteht ein sog. offener Biss. Die Folge davon ist, dass die Zunge ungehindert nach vorne kann, es kann eine Zungenfehlfunktion resultieren. Dies wiederum macht die Korrektur des offenen Bisses schwierig. Gewöhnt man den Nuggi bis ca. 3 Jahre ab, kann sich die Zahnfehlstellung von alleine beheben. Die Begründung: man bräuche eh eine Spange, ist für uns als Kieferorthopäden zwar gut, aber generell falsch.

    • Martin Frey sagt:

      Völlig einverstanden.
      Die Bemerkung dieser Aerztin, sofern sie so gefallen ist, war mehr als salopp.
      Einen etwas entspannteren Umgang mit Nuggientwöhnung finde ich jedoch wichtig. Analog anderen Entwöhnungen wie Windeln etc. fährt man m. E. relativ gut, wenn man die Kinder in die Verantwortung mit einbezieht, und sie letztendlich mit entscheiden lässt, wann sie aufhören wollen und was sie mit den Nuggis dann machen. Unser Nachwuchs hat dann jeweils die Nuggis dem Samichlaus mitgegeben „für arme Kinder die keine Nuggis haben“.
      Wenn man Nuggis zwangsweise und mit Druck entzieht, muss dies (nebst einer Ueberhöhung der Bedeutung des Nuggis) zwangsläufig zu einem Drama führen. Analog etwas dem Toilet-Training.

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Auf der einen Seite klagt man heute, dass man den Kindern die Kindheit stiehlt, indem man sie z.B. immer früher einschult (dass viele bereits davor in allen möglichen Betreuungen sind, lassen wir mal auf der Seite). Auf der anderen Seite werden sie heute Jahre später trocken als früher, sind im Schulalter vielfach noch nicht in der Lage, mal eine Nacht ausser Haus zu schlafen, die Kindheit verlängert sich immer mehr ins Jugendalter und Jugendliche bleiben manche fast bis 40 oder ewig.
        Doch, ich glaube das Gras wächst schneller, wenn man es pflegt und düngt. Und man kann von Kindern sehr viel mehr (Mit-) Verantwortung (nicht Scheinverantwortung!) erwarten, als es heute üblich ist.
        Und ja, ab einem gewissen Alter ist der Nuggi nicht mehr passend, und der Kinderwagen auch nicht.

      • Martin Frey sagt:

        „Auf der anderen Seite werden sie heute Jahre später trocken als früher…“
        Ist das so, SP?
        Und ja, Gras wächst wohl schneller, wenn man es pflegt und düngt. Aber nicht, wenn man daran zieht. 😉

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Ist das nicht so?
        Und eben darum ist das gerne zitierte Sprichtwort mit dem ziehen so falsch. Macht ja niemand, der fördern will…

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi:
        Nun, Nuggi zwangsweise wegzunehmen ist nicht ‚fördern‘. Aufoktroyiertes Toilettraining ist nicht ‚fördern‘. Beides lauft unter „fordern“ oder in der Analogie, ziehen.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Nun gut, wenn wir schon beim „wachsen lassen“ sind, dann passen Nuggi und Windeln ja sowieso nicht dazu.
        Auch sonst ist es so, dass nicht alle Entwicklungsschritte von alleine kommen, sondern eben Förderung brauchen. Ein Kind kommt nicht von allein auf die Idee, ein WC zu benutzen.

      • Martin Frey sagt:

        Sie drehen sich wieder mal in der notorischen „Sportpapi-Schlaufe“, SP. Oder weshalb meinen Sie, habe ich „fördern“ explizit erwähnt?
        Viele Dinge sind nun mal Entwicklungsschritte, ein Klassiker darunter das Gehen. Nuggi zb. gehört nicht dazu. Gegen das Anbieten von WCs spricht gar nichts.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Tut es nicht? Ein Kind, dass täglich sieht, wie die Eltern und andere Grosse es tun, kommt nicht auf die Idee, es selber zu probieren? Wie kommt man auf solche Gedanken? Es ist ja nicht so, als hätte ein Kind vorher noch nie eine Toilette gesehen und ich hoffe doch, auch mal zugeschaut, wie sie benutzt wird…
        (Mutter von drei trockenen Kindern, die mit ziemlich genau 3 Jahren ganz alleine auf die Idee kamen….aber vermutlich sind das Aliens…)

      • Astrid Meier sagt:

        Ja, das ist so. Kinder werden später trocken, weil die neuen supertrocken bleibenden Windeln dem Kind keinen Sinnesreiz bezüglich seiner Ausscheidung geben.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Ich verzichte also darauf, die Diskussion weiterzuführen. Sie haben recht wie immer – ich habe mich verrannt…

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wenn meine Kinder mit gerade 3 Jahren von selber trocken geworden wären, hätte ich auch keine weiteren Schritte unternommen. Ist ja banal.
        Aber ich habe ja schon einmal von einem Ausflug über Nacht erzählt, und meiner Überraschung, dass dort alle 4-8 jährigen Kinder ausser meinen über Nacht noch Windeln anzogen. Zur Sicherheit…
        Ausserdem beginnen die meisten Kinder nicht auf dem WC, sondern einem speziellen Hafen. Und nein, den habe ich nicht vorgezeigt. Allerdings habe ich schon einige Geschichten erlebt, wie der Umstieg von Windeln auf WC höchst unterschiedlich, und keineswegs immer „natürlich“ und „harmonisch“ abläuft. Nur schon, weil die Eltern vielleicht auch nicht immer Lust haben, täglich mehrfach die Kleider ihrer Kinder zu wechseln.

      • Martin Frey sagt:

        @Astrid Meier
        „Ja, das ist so. Kinder werden später trocken, weil die neuen supertrocken bleibenden Windeln dem Kind keinen Sinnesreiz bezüglich seiner Ausscheidung geben.“

        Seltsam, war ich doch immer der Ansicht, die Ausreifung des Rückenmarks sei die Grundbedingung, um eine volle Blase zu spüren.
        Wenn mit 24 bis 48 Monaten die meisten Kinder tagsüber den Urin bewusst zurückhalten können, und die nächtliche Blasenkontrolle durchschnittlich ein halbes Jahr später gelingt, wieviel früher war denn Kinder früherer Generationen nachweislich trocken? Oder anders gesagt, sind die Kinder wirklich „heute Jahre später trocken“, wie ein prominenter Kommentator hier sich verlauten liess?

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Sie hatten jedenfalls viel früher nachweislich keine Windeln mehr an.
        „Trocken“ ist nach meiner Erfahrung ein sehr weiter Begriff. Und dass man den richtigen Moment zur Sauberkeitserziehung auch verpassen kann, das ist heute wohl klar.

  • Olaf Ganz sagt:

    „Das Nuckeln entsprach ganz offensichtlich einem grossen Bedürfnis meiner Tochter.“ Nun, ich glaube sicher, dass es für jedes Kind seine eigene Zeit gibt, mit dem Nuckeln aufzuhören. Aber das zitierte Argument gilt nicht. Das kann man nämlich bei allem bringen: beim Zigarettenkonsum, beim Nuckeln am Joint, an der Flasche… Suchtverhalten ist nicht Ausdruck eines Bedürfnis, sondern ist Ersatzbefriedigung. Nuckeln auch, es gibt dem Kind das Gefühl, noch gestillt zu werden. Das gibt Sicherheit.

  • Sportpapi sagt:

    „Das Argument der schiefen Zahnstellung hatte unsere Kinderärztin bereits vor Monaten mit dem Satz «Kinder haben heutzutage sowieso alle eine Zahnspange» entschärft.“
    Soso.

    • Sophia sagt:

      Mein Sohn hatte einen Nuggigebiss.Nach dem abgeben des Nuggi waren die Zähne wieder normal.Er hat den Nuggi am 5 Geburtstag abgegeben… .

      • Sportpapi sagt:

        Ich würde sagen: Glück gehabt!

      • tina sagt:

        🙂 könnte man als laie leicht denken, aber tatsache ist, dass die zähne gerne wieder in ihre ausgangsstellung zurück gehen. das gilt aber eben auch nach dem enfernen der zahnspange. pech gehabt

    • Büchli Yvonne sagt:

      bis 3. Jahre. Nicht mehr.

  • Veronica sagt:

    Eltern müssen für sich entscheiden, wie sie das mit dem Nuggi handhaben wollen. Ein Urteil darüber steht mir nicht an. Ein „richtig“ oder „falsch“ gibt es wohl kaum. Allerdings erlaube ich — auch als Mutter, mir, nicht zu verstehen, wie man Kinder diese ekligen Silikon-Dinger in den Mund stecken kann, resp. stecken lässt.

    • Elvira Schellenberg sagt:

      Genau. Aber wehe eine Mutter stillt das Kind mit 1 Jahr noch. Das ist dann eklig… Soll einer die Welt verstehen.

      • Gerhard Engler sagt:

        wieso finden Sie das eklig?

      • Martin Frey sagt:

        „Aber wehe eine Mutter stillt das Kind mit 1 Jahr noch. Das ist dann eklig… “
        Das ist nicht eklig. Aber wenn die Mutter ihr Kind mit 7 Jahren immer noch still, wirkt es irgendwann nur noch eklig….. 😉

      • Elvira Schellenberg sagt:

        @Gerhard Engler: ich finde das nicht eklig, es war sarkastisch gemeint. Ich kenne Eltern, deren Kind mit 3 tagsüber den Nuggi noch braucht, die jedoch das Stillen (was eben auch das Nuckelbedürfnis stillt) von Kindern > 6 Monaten unsinnig bzw. sogar eklig finden.

        @MF: ich gebe Ihnen recht, aber etwas länger als ein Jahr finde ich absolut vertretbar;-)

  • Karen sagt:

    Nuckeln gehört zum Leben. Küssen ist die Erweiterung dazu. Der Nuggi wird nicht das einzige Problem sein bis man 18 und mehr ist. Das einzige: mit Nuggi kann das Kind nicht gut sprechen, hört sich nuscheln und spricht den nuschelnden Akzent nach den es hört.

  • Lina Peeterbach sagt:

    Ich denke hier gilt woe bei fast allem im Leben: Menschen sind verschieden. Dazu kommt, dass Kinder verschiedene Phasen durchlaufen, und manche sind vielleicht besser geeingnet als andere. Meine Tochter hat mit 3 den Nuggi fast problemlos abgegeben: 1x 10 min geweint, das wars. Am nächsten Tag machte sie schon Witze darüber, und das obwohl der kleine Bruder noch fleissig am Nuckeln ist. Sie war wohl einfach reif. Nur ganz ganz selten, wenn sie mal ganz schlimm weinen muss, wandern ein paar Finger in den Mund. Ich glaube das ist ähnlich wie mit vielen Themen: selber einschlafen, Windelentwöhnung etc: wenn das Kind reif ist, klappt es gut. Wenn nicht, ist es ein schmerzhafter Krampf.

  • Gerhard Engler sagt:

    Meine Tochter wollte auch nicht auf den Nuggi verzichten obwohl wir alles taten um sie dazu zu bringen. Sie hatte dann eine ganz schreckliche Zahnfehlstellung und es dauerte mehr als 5 Jahr bis das mit viel Aufwand wieder korrigiert werden konnte. Glücklicherweise haben wir im letzten Moment eine Zahnversicherung dafür abgeschlossen, sonst wäre es SEHR teuer geworden. Allerdings hat bei unserer Tochter auch der Nuggi-Entzug nichts genützt, sie hat dann den Daumen genommen. Ich bin sehr froh, dass unsere zweite Tochter gar nie Interesse an einem Nuggi hatte.

  • Kathrin sagt:

    Ich habe meine 3jährige Tochter und mich in dem Artikel 1:1 wiedererkannt. Ich habe gerade mal einen Tag durchgehalten, dann hatte sie die Nuggis zurück. Eine Freundin hat mir mal gesagt: Auf uns kommen sicher noch grössere Probleme zu als nur ein paar Nuggis 🙂

  • Muttis Liebling sagt:

    Erwachsene und Jugendlich nuckeln auch aus speziell dafür konstruierten Wasserflaschen. Manche dazu noch an Zigaretten. Nuckeln ist ein Universalphänomen der menschlichen Kultur.

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