Wie kinderfreundlich ist die Schweiz?

Mit Kindern ein Museum zu besuchen, ist für viele schon grenzwertig. Foto: iStock

Was macht die Kinderfreundlichkeit eines Landes aus: Sind es Kriterien wie Vaterschaftsurlaub, genügend Spiel- und Krippenplätze, der freundliche Nachbar, der den Fussball kommentarlos zurückkickt, ein gutes Schulsystem? Oder anders gefragt: Empfinden Sie die Schweiz als kinderfreundlich?

Laut einer Studie für Zukunftsfragen beantworten 53 Prozent der Schweizer Bevölkerung diese Frage mit Ja und vertreten die Meinung, dass in der Schweiz genügend für das Wohl der Kleinsten gesorgt ist. Doch was ist mit den anderen 47 Prozent – und wie wird Kinderfreundlichkeit überhaupt gemessen?

Institutionelle und emotionale Komponenten

Unicef Schweiz zufolge zeigt sich die Kinderfreundlichkeit eines Landes darin, wie die Rechte der Kinder auf Schutz, Förderung, Gleichbehandlung und Anhörung in verschiedenen Bereichen wie beispielsweise Politik, Schule oder Kinder- und Jugendschutz umgesetzt werden. Staat und Politik schaffen demnach die Rahmenbedingungen und übernehmen hinsichtlich der «institutionellen» Kinderfreundlichkeit eine tragende Rolle.

Doch Kinderfreundlichkeit setzt sich nicht nur aus Komponenten zusammen, die vom Staat ausgehen, sondern von den Menschen, die in diesem Staat leben. Wie offen und freundlich sind Herr und Frau Schweizer gegenüber Kindern? Wie tolerant und grosszügig, wenn es etwas lauter wird, und wie flexibel, wenn ein Baby im Restaurant gestillt werden möchte oder ein Kind in einem Geschäft dringend die Toilette benutzen muss?

Fühlt sich jemand gestört?

Während der ersten sechs Lebensmonate unserer Söhne haben wir in Bern gelebt. Was diese Anfangszeit betrifft, kann ich mich wirklich nicht über fehlende Hilfsbereitschaft oder Empathie beschweren. Selten habe ich um Hilfe bitten müssen, wenn es darum ging, den Zwillingswagen in den Zug zu hieven, meistens standen schon ein oder zwei Hilfswillige bereit. Auch das Interesse an den Babys war stets gross, immer wieder bin ich von fremden Eltern und insbesondere Grossmüttern angesprochen worden, die mir stolz von ihren eigenen Zwillingen und Zwillingsenkeln erzählten.

Grundsätzlich haben wir als Familie gute Erfahrungen gemacht in der Schweiz – und trotzdem habe ich bei unseren Besuchen in der Heimat häufig das Gefühl, unsere inzwischen 9-jährigen Söhne seien zu laut, zu wild, und befürchte, die beiden Jungs könnten jemanden stören. Gut möglich, dass dieser Umstand mehr über mich selber aussagt als tatsächlich über die Kinderfreundlichkeit der Umgebung, denn wahrscheinlich ist das Bedürfnis, nicht zu stören und umgekehrt aber auch nicht gestört zu werden, eine doch recht schweizerische Eigenschaft.

Mit Kindern ins Museum

Unabhängig davon wünsche ich mir hin und wieder, man fühlte sich in seiner Privatsphäre nicht gleich bedrängt, wenn sich fremde Kinder anders verhalten, als es den eigenen Erwartungen entspricht. Zudem bedaure ich, dass in der Regel streng unterteilt wird, wo Kinder hingehören und wo nicht.

Mit Kindern ein Museum zu besuchen, ist beispielsweise für viele schon grenzwertig. Dabei versteht es sich von selbst, dass sich auch Kinder an Regeln halten müssen, weder herumtoben noch schreien oder gar Bilder berühren dürfen. Sie sollen sich aber unterhalten, lachen oder sich mal vor einem Bild auf den Boden setzen können, ohne dass ihnen jemand böse Blicke zuwirft. Entgegen der heutigen Tendenz brauchen Kinder nämlich nicht immer ein eigens auf sie zugeschnittenes Programm, sondern nur das Gefühl, dazuzugehören und am gesellschaftlichen Leben teilnehmen zu dürfen.

Welche Erfahrungen haben Sie als Eltern in der Schweiz gemacht? Diskutieren Sie im Kommentarfeld!

 

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111 Kommentare zu «Wie kinderfreundlich ist die Schweiz?»

  • Marla Reimann sagt:

    2/2 Und das alles in einem Schulsystem, welches im Grunde aufgebaut ist wie vor 100 Jahren. Gerade setze ich mich damit auseinander und bin erschüttert. Stichwort: Tagesschule 2015. Es gibt sicherlich positive Beispiele aber die Grundkritik bleibt. Für meinen Mann als fast Vollzeitpapi war die Erfahrung hier in Zürich zeitweise grenzwertig, er war/ist eine ziemliche Ausnahme so scheint es. Teils ist er mit 40 Mamis auf dem Spielplatz, kein Papa weit und breit. Auch gab es Erlebnisse, wo Damen schauen wollten ob die Kleine im Tragetuch noch genug Luft bekommt, oder die genervten Blicke wenn die Maus in der Tram schreit: „Der Mann kann es halt nicht, wo ist nur die Mama? 🙂 Behördlich ist man bei einer umgedrehten Familienkonstellation jedenfalls verloren, Steuererklärung usw.

    • Sportpapi sagt:

      @Maria Reiman: Mich würde ja die Grundkritik interessieren. Ziemlich wirr, Ihr Beitrag. Alles irgendwie durcheinander, und nicht wirklich zum Thema Kinderfreundlichkeit.
      Und als Vater, der viel mit den Kindern unterwegs ist/war: Die Geschichten höre ich immer wieder, erlebt habe ich solches aber noch nie. Liegt vermutlich an mir und meinem Auftreten…

  • Marla Reimann sagt:

    1/2 Ich glaube es ist schwierig ein Land pauschal als kinderfreundlich oder unfreundlich einzuschätzen, die Schweiz ist vielfältig und unterschiedlich ich den Regionen. Die Behörden nehme ich schon als kinderfreundlich wahr, die Abläufe funktionieren, das spart Zeit. Dennoch haben Kinder meiner Ansicht nach keine so immens hohe Akzeptanz hier (Zürich). Es wird geholfen beim Kinderwagen tragen und es wird freundlich geguckt, es kann aber schnell kippen und intolerant werden, wenn sich Leute in ihrem Tagesablauf gestört fühlen. Schaue ich mir das Bildungssystem an, würde ich sagen, die Schweiz ist äusserst kinderunfreundlich, wo die Krippen teuer aber ganz gut sind, hört es beim Chindsgi auf und die Schulen verkommen zu wirtschaftshörigen Kaderschmieden.

  • Alexander Wetter sagt:

    die Schweizer sind kinderfreundlich – die Schweizer Politik und Wirtschaft sind es nicht, denn die Lebens-Kosten (Wohnen, Versicherung, uA) sind sehr hoch, sodass das Elternsein für viele unbezahlbar ist. Dies hat vorallem in der Erziehung unerfreuliche Konsequenzen, denn beide müssen arbeiten und demzufolge bleiben zu viele Kinder tagsüber ohne Aufsicht. Statistiken geben diesbezüglich aufschlussreiche Informationen

    • Sportpapi sagt:

      Diese Statistiken möchte ich gerne sehen. Und vor allem: In welchen Ländern ist es denn besser? Und warum haben ausgerechnet die gut verdienenden eher weniger Kinder?

      • Alexander Wetter sagt:

        ich kenne auch Unternehmer / Akademiker die keine Kinder haben wollten – ihre Frage war zwischen aussichtsreiche Karriere oder Elternschaft – oder anders : zuerst Huhn oder Ei ?

      • Sportpapi sagt:

        @Alexandra Wetter: also die reichen wollen nicht, die armen können nicht (tun es aber doch).

    • Muttis Liebling sagt:

      Abgesehen von der Schweiz und einigen wenigen Staaten gehe ich nicht davon aus, dass Kinderwunsch und Realisierung mit der soziökonomischen Situation korrelieren. Es dürfte auch eher selten sein, dass eine Frau nur Mutter ist.

      Ihre Vorstellung widerspricht der allseits belegten Beobachtung, dass gerade in den Industriestaaten das Prekariat (inzwischen auch der Islam) sich via Gebärsaal zur umfangreichsten Bevölkerungsgruppe entwickelt. Wohlstand hingegen wirkt kontrazeptiv.

  • Rainer Loretan sagt:

    Diese Frage ist in der Schweiz wie in den meisten Ländern überflüssig, da die Mehrheit ihre Kinder lieber „abtreibt“ oder mindestens „Abtreibung“ befürwortet!
    Oder schon vergessen?

  • Anne-Sophie sagt:

    Die Schweiz hat sich verändert!Man ist doch viel internationaler und toleranter als früher.Mit Kids ins Restaurant zu gehen ist doch kein Thema mehr.Einen gewissen Anstand wird erwartet und das ist doch völlig ok.Ich lasse mich auf Bünzlidiskussionen nicht ein,bin direkt und freundlich.Ich fühle mich gut in der Schweiz und um dieses Gefühl geht es.Einengen tut man sich selbst und ich will ja keine Gefangene und zugleich Wärterin sein.

  • Anna sagt:

    Liebe Regula Portillo

    Sie schliessen Ihren Beitrag mit einem sehr sinnvollen Satz. Trauen wir unsern Kindern mehr zu und bereiten wir sie auf ihre unumgängliche Rolle vor: Die Verantwortlichen von morgen.

  • Franka E. sagt:

    Ich glaube, insgesamt ist die Lage für Familien mit Kindern in der Schweiz schon gut. Nur ist die institutionelle Schweiz eher kinder- bzw. familienunfreundlich. Kinderbetreuung ist extrem teuer (bei hoher Qualität) und lässt sich nicht (oder nur teilweise) von den Steuern absetzen, Mutterschaftsurlaub ist sehr kurz, Vaterschaftsurlaub weitestgehend inexistent. Seitens Mitmenschen ist es m.E. durchwachsen, aber mein Eindruck ist, dass es in manchen anderen Ländern eine grössere Selbstverständlichkeit ist, dass Kinder dazugehören. Sei es beim Restaurantbesuch, bei dem das halbe Restaurant umgebaut wird, sodass der Kinderwagen passt (I) oder sei es, dass Eltern mit Kleinkindern im ÖV konsequent Platz gemacht wird (FR). Das habe ich in CH so noch nie erlebt.

  • Denise sagt:

    Frau Portillo, Das Problem sind weder die Kinder an sich noch eine herbeigeredete Kinderfeindlichkeit, sondern der fehlende Wille der Eltern/Erziehungsberechtigten, den Nachwuchs zu einigermassen rücksichtsvollen, achtsamen Mitmenschen zu formen. Die Kinderfeindlichkeit, so und wo sie denn anzutreffen ist, ist selbstverschuldet, denn man kann nicht von der Gesellschaft erwarten, dass sie Kinder toll findet, die sich im öffentlichen Raum aufführen wie die Säue, so, als gehörte ihnen die Welt und alles müsse sich um sie drehen. Genau das aber fördern viele heutige Eltern, indem sie keine Grenzen mehr setzen und zu faul/zu feige sind für ERZIEHUNGSARBEIT. Ich lebe in Deutschland (allerdings auf dem Land) und erlebe Kinder und Jugendliche hier als viel angenehmer als in der CH.

    • Niklas Meier sagt:

      Tja, die partizipative laisser faire-Erziehung hat eben auch ihre Schattenseiten.
      Wenn Esmeralda, Jonathan und Ibrahim tun und lassen können was sie wollen und die Eltern nur zudienen, dann muss sich niemand wundern, wenn die sich in der Öffentlichkeit daneben benehmen.

    • Regula Portillo sagt:

      @Denise: Zwischen Kinderfreundlichkeit und Kinderfeindlichkeit liegen meiner Ansicht nach Welten; und ich ziehe es vor, bei der Kinderfreundlichkeit zu bleiben. Ihre generelle Anschuldigungen gegenüber Eltern teile ich nicht, auch die Einschätzung nicht, Kinder seien in Deutschland besser erzogen als in der Schweiz (und ich lebe ebenfalls in Deutschland). Wenn sich meine Kinder aufführen würden wie von Ihnen beschrieben, fände ich das wahrscheinlich auch nicht so toll. Aber das machen sie nicht. Sie sind einfach Kinder (wie wir es alle einmal waren) und müssen noch keine kleinen Erwachsenen sein.

      • Annalena Moser sagt:

        Beispiel gefällig Frau Portillo? Da behändigten 2 Kinder , etwa zwischen 9 und 11 Jahren, im Eingangsbereich eines Spitals einen Rollstuhl und machten damit im Korridor der Bettenstation ein Rennen, sie lachten, rannten, schubsten und hatten eine Menge Spass dabei. Ich machte dem Spuk ein Ende, bevor Patienten, die den Korridor auch benutzten, zu Schaden kommen konnten. Die Mutter kommentierte mein Eingreifen folgendermassen: De höret halt uf, d Frau wotts nid ha. Das wäre ein Beispiel, wo elterliche Erziehungsarbeit gefragt gewesen wäre, um Kinder zu rücksichtsvollen, achtsamen Wesen zu formen. Und sie wurde verpasst.

  • Cybot sagt:

    Kinder im Museum? Das ist doch reine Folter für die Kinder, da muss man sich nicht wundern, wenn sie dort Amok laufen.

    • Niklas Meier sagt:

      Waren Sie je im naturhistorischen Museeum mit den Kindern?

      • Kiki sagt:

        Ueberhaupt keine Folter!
        Auch Kunst kann aus Kindersicht ganz spannend sein! Mein 8-jaehrige war hochbegeistert von einer Dali-Ausstellung. Aber eben, wir leben nicht in der Schweiz und da wird sie auch nicht boese angeschaut, wenn sie ihrer Begeisterung mal etwas lautstark Ausdruck gibt…

    • tina sagt:

      du hast keine ahnung, wie cool museen sein können. meine kinder schauten auch gern kirchen an. respektvoll und interessiert. nicht alle tage, aber 1 oder 2 in den ferien. man muss das auch nicht langweilig angehen, sondern auch ich selber neige zu einem zügigen tempo.
      es kam sogar vor, dass ein (allerdings schwimmendes) museum der anlass für eine 10tägige ferienreise war inklusive grossstadt, reise durchs land mit zug und STUNDENLANGEN FREIWILLIGEN märschen der küste entlang zu jener destination. mich selber interessierte das thema mässig, liess mich aber gerne mitreisse

  • Cristina R sagt:

    Die Schweiz ist ein sicheres, schönes und geordentes Land. Das hat Vorteilen und Nachteile. Ich bin der Meinung, das es übrigens kein ‚bestes‘ Land hat. Die Vorteile sind uns allen klar. Zu den Nachteilen gehört für mich als Mutter vor allem die ständige Angst zu stören und somit ‚das perfekte Bild des Schweizer‘ zu berühren. Passend: „Was in der Schweiz nicht verboten ist, ist obligatorisch“. Wo bleibt da der Raum des nicht geregelten und dem spontanen? Der menschliche Kontakt ist im ‚Süden‘ (eigentlich falsche Bezeichnung) ehrlicher und herzlicher, gerade weil nicht alles vorgeschrieben ist. Die soziale Kompetenz ist vielleicht in der Schweiz weniger wichtig, weil gerade alles durchgenormt ist. Sobald man die Schweiz verlässt, ist das Menschengefühl allerdings zentral

    • tina sagt:

      ja das denke ich auch.
      es war nicht der gedanke, die kinder in ein ghetto zu stecken um sie aus der gesellschaft zu entfernen, als man orte finanzierte, die nur für kinder da sind (was auch für andere spezialbehandlungen gilt).
      aber das geld dafür ist eben vorhanden und man hat halt erst erkannt wozu es führt, als diese absonderungsorte schon existierten.
      spörteln auf dem sportplatz, hündelen auf dem hündelerplatz. die intolerant kommt aufgrund des spezialangebots, das gefälligst genutzt zu werden hat.

      • Carmen sagt:

        Also,im „Süden“ ist es voll von sochen „Kindereinrichtungen“.Weit und breit Kinderspielhallen,Workshops für Kinder,Tagesschulen von morgens bis abends mit x- Aktivitäten.Tages/Wochenlager etc. Übrigens im Sommer alles voll,3 Monate Schulferien muss man ja irgendwie überbrücken….

    • Niklas Meier sagt:

      Sie sind etwas gar blauäugig.
      Im „Süden“ ist man nicht herzlicher oder ehrlicher.
      Man gibt sich einfach so, weil „man“ das so macht.
      Sie finden auch irgendwo in Russland sehr freundliche, herzliche Menschen, aber auch in Italien hinterlistige Kriminelle und verschlossene Frauen und Männer.

      • Carmen sagt:

        Genau!Auch sich immer bei Begrüssungen zu Küssen (in Spanien küsst man wirklich Jeden,auch beim Vorstellen) hat nichts mit Herzlichkeit zu tun.Man macht es einfach!

      • Cristina R sagt:

        Wenn man ein wenig reist (ausserhalb der Schweiz wohlverstanden) und/oder im Ausland lebt, versteht man was ich geschrieben habe! Vielleicht müssten Sie einen Schritt ausserhalb der Schweiz wagen. Es kann Sie nur bereichern!

      • Anne-Sophie sagt:

        @Christina R Habe im Ausland gelebt mit Familie.(Südeuropa)Als Ausländerin extrem schwierig sich zu integrierrn,obwohl wir die Sprache beherrschen.Also von Herzlichkeit haben wir sehr weniig gespürt.Wurden überall nur abgezockt.So ist das nunmal in ärmeren Ländern!

      • Cristina R sagt:

        @Anne-Sophie: das ist ja der Punkt, es geht ja nicht nur um die Sprache. Übrigens, wenn Sie in den Süden oder sonst ins Ausland gehen mit der Einstellung ‚die armen Südländer‘, nimmt es mich nicht wunder, dass Sie nicht herzlich behandelt wurden…

      • Anne-Sophie sagt:

        @Christina R Da haben Sie mich Missverstanden!Ich bin selbst ein Mix aus 4 verschiedenen Nationen.Habe meine halbe Kinheit im „Süden“ verbracht und war mehrere Jahre im Ausland.Es gibt viele Vorteile in Südeuropa.Für uns,als Familie, überwiegen die Vorteile hier in der Schweiz.Herzlichkeit finde ich auch hier.Wir waren in Südspanien,,die ärmste Region in Spanien.Da werden Auslländer abgezockt bis zum geht nicht mehr.Wenn ich 7 Euro die Std.verdiene,muss ich ja nach Lösungen suchen um irgendwie durchzukommen.

  • coffeetoffee sagt:

    Nein, Röschu. Aus meiner Sicht ist mit kinderfreundlich ganz einfach gemeint- freundlich und wohlwollend den Kindern gegenüber. So wie man auch freundlich den Erwachsenen gegenüber ist. Das beinhaltet keine Schubidu Kinder-Planschlandschaft im Geschäft/ Restaurant/…

    • Sportpapi sagt:

      @coffeetoffee: Wenn ich in der Gartenwirtschaft den Rauch vom Nachbarstisch abbekomme oder der Lärm des nahen Stammtischs das schöne Essen stört, dann ärgert man sich auch, sagt vielleicht sogar etwas. Und im schlimmsten Fall geht man nicht mehr in dieses Restaurant.
      Und wenn da tobende Kinder im Raum ist, gilt das gleiche. Im Gegenteil – man ist sicherlich noch viel toleranter als mit Erwachsenen.

      • Luana sagt:

        @Sportpapi Hmm,was machen Sie denn in einer Gartenwirtschaft wenn Rauch und Lärm Sie stören?

      • Sportpapi sagt:

        @Luana: Den lauen, friedlichen Abend geniessen? Znachtessen?
        Wobei ich zugeben muss, dass der Zigarrenrauch etv. vor allem meine Kinder stört. Die kennen das auch nicht mehr von früher…

    • Niklas Meier sagt:

      Nicht ganz. Wenn etwas „kinderfreundlich“ sein soll, wird erwartet, dass auf die Bedürfnisse und Emissionen der Kinder Rücksicht genommen wird.
      Und das hängt immer mit Einschränkungen der Anderen zusammen.

  • Röschu sagt:

    Bereits die Prämisse, dass alles immer zwingend kinderfreundlich zu sein habe, ist absurd. Denn schliesslich bedeutet diese Forderung ja nichts anderes, als dass die Bedürfnisse einiger (Kinder, Eltern) höher zu gewichten sind als die Bedürfnisse anderer (Kinderlose).

  • CoffeeToffee sagt:

    Ich bin ganz Ihrer Meinung, Niklas Meier. Da meine Jungs um 8 schlafen und auch so 1000 andere Dinge neben Trampolinspringen machen sind Zeiten einhalten gar nicht das Problem. Und auch nicht die Rücksichtsnahme auf Essenszeiten anderer. Diesem Nachbarn geht es schlicht ums Prinzip- er lauert hinter der Hecke und wartet drauf, sich beschweren zu dürfen. Die bösen Asylantenkinder haben ihm auch das Leben vermiest. Das Fussballgekicke nervt ihn auch. Ich erwarte nur gegenseitige Rücksichtsnahme, nicht einseitige. Dann bin ich gerne sehr tolerant.

  • fabian sagt:

    Die Kinderfreundlichkeit in der Schweiz dürfte erheblich grösser sein als die Väterfreundlichkeit.

  • CoffeeToffee sagt:

    Gerade gestern erlebt- lärmklage eines nachbars. Wir haben im garten unseres mehrfamilienhauses gemeinschaftlich ein trampolin aufgestellt. Jetzt kann der nachbar leider nicht mehr ungestört zu Abend essen. Und die Bälger gehen sogar um 8 Uhr vor der Schule für 20min hüpfen- unerhört! Wir haben uns auf der Gemeinde informiert über Kinderlärm- der fällt unter ‚Lärmbelastung wie Rasenmähen‘… wenn man sich an die Zeiten hält (werktags 7-20 uhr) sollten wir nicht vor Gericht geschleift werden…
    unglaublich wie lärmsensitiv die Schweizer sind. Und ja- ich bin auch Schweizerin…
    Wahre Kinderfreundlichkeit erlebten wir auf unserer Asien-Reise. Auch ich habe stets das Gefühlt hier die Jungs würden ‚stören‘.

    • Niklas Meier sagt:

      Man kann doch auch einfach mit den Kindern vereinbaren, dass sie während dieser halben Stunde beim Abendessen des Nachbarn nicht hüpfen?
      Mich persönlich stören Kinder überhaupt nicht. Was mich aber stört sind die Leute, die meinen ihre Kinder dürften alles und das Umfeld habe dies zu tolerieren oder gut zu heissen.
      Ja, im Süden, in Afrika, in Thailand, da sind die Leute kinderfreundlicher (zumindest gegen aussen), dafür gibt es in der Schweiz ein paar tolle Sache für Kinder. Wie etwa Schulbildung, gute medizinische Versorgung usw..

    • Marusca sagt:

      @CT: Warum ziehen Sie dann nicht nach Asien bitteschön Ich wette mal, weil Sie und Ihre Kinder dort dafür so einiges andere vermissen müssten. Warum haben Eltern eigentlich immer das Gefühl, sie und ihre Kinder seien das grosse Geschenk Gottes an die Welt und alle hätten jeden Furz und jede Rücksichtslosigkeit von ihnen blindlings, kritiklos und von ganzem Herzen zu akzeptieren?

    • Sportpapi sagt:

      Hm. Es ist allerdings auch typisch schweizerisch, sich bei der Gemeinde zu erkundigen, die Erfolgsaussichten vor Gericht abzuschätzen, statt mal mit dem Nachbarn bei einem Kaffee zu besprechen, wie beide Seiten glücklich sein könnten…

      • Frank Lauer sagt:

        Marusca, anstatt auf die Argumente / Geschichte einzugehen immer gleich der Hinweis, man möge doch bitte auswandern, wenn’s einem nicht passt. Geht’s noch platter?

  • Anne-Sophie sagt:

    Nach 2 Jahre Andalusien mit Familie,bin ich unendlich dankbar wieder in der Schweiz leben zu dürfen.Unsere Kinder gehen zu Fuss in die Schule.Privatschule ist nicht mehr nötig.Sie haben ihre Freunde im Quartier,sind viel unabhängiger.Sauberes Trinkwasser,kein Wasserschleppen..Es ist alles sauber und sicher!Man kann sich auf die Menschen hier verlassen,sowohl in der Arbeit wie auch in derFreizeit.Es läuft halt alles gut….es machr halt bequem.Nörgeleien,zu Laut sein etc.nehme ich nicht mehr persönlich.Ich bin direkter geworden und spreche „Problemchen“grad an,was gut ankommt.
    Meer,Strand ,Sonne Restaurants mit Kinder die laut sind und immer spät ins Bett dürfen,sich Frei fühlen,da man ja nicht viel Rücksicht auf die andern nehmen muss…ist schon toll…in den Ferien!

  • Sandro Studer sagt:

    Die Schweiz ist in keiner Weise Kinder freundlich, wer regelmässig nach Italien fährt kennt den Unterschied. Hier muss Mann oder Frau Schwul oder Lesbisch sein, dann kann man auf Vertreter im Parlament hoffen, wenn es aber darum geht Familien und Kinder zu fördern sind wir ein 3. Welt Land.

  • 13 sagt:

    Es stimmt, dass die institutionelle und die soziale Kinderfreundlichkeit nicht gleichzusetzen sind. Die institutionelle ist aber auch in Relativität zum Lebensstandard zu setzen. Selbstverständlich stehen wir diesbezüglich relativ gut da. Gute Bildungsmöglichkeiten für alle, so auch für Kinder, gutes Gesundheitssystem, so auch für Kinder etc. Und doch gäbe es einige gewichtige Verbesserungsmöglichkeiten (in erster Linie verlängerte Elternzeit für Mütter und Väter sowie bezahlbare Betreuung), die gerade dank des Standards möglich wären. Dies zu beanstanden heisst nicht, nicht für den Standard dankbar zu sein.
    Die soziale Kinderfreundlichkeit ist etwas anderes und da steht die Schweiz relativ schlecht da. Offenbar verhält sich diese umgekehrt proportional zum Standard.

    • Niklas Meier sagt:

      Vielleicht liegt es auch daran, dass in der Schweiz 42Stunden die Woche gearbeitet wird, man Steuern bezahlen muss und versucht sich auch mit zwei Jobs ein gewisses Mass an Luxus zu schaffen und dann kein Bock hat, sich von fremden Kindern stressen und nerven zu lassen?
      Ich weiss es nicht, aber ich könnte es mir durchaus vorstellen.
      In der Schweiz ist man fleissig pünktlich, höflich und korrekt. Wenn nun die Leute die ganze Zeit selber angehalten werden auf andere Rücksicht zu nehmen, dann wird dies automatisch auch im Umkehrschluss erwartet. Auch bei Kindern.
      Das würde doch einiges erklären?

      • 13 sagt:

        Ein guter Punkt. Natürlich passen eigentlich Kinder an sich mit all ihren Eigenschaften und Besonderheiten etwas schwer in die Schweizer Kultur von Pünktlichkeit, angepasster Lautstärke, Bescheidenheit und v.a. Planbarkeit. Und dann wird die Vereinbarkeit so geregelt, dass spezielle Kinderorte geschaffen werden und dafür Kinder im Alltag weniger Platz einnehmen. Die Autorin sprach von Museen, dabei trifft man oft schon im öV Menschen, die Kinder als eine Zumutung erachten. Ihre Anwesenheit, selbst dann wenn das Verhalten angepasst ist. Damit fallen dann Kinder, die trotz dieser unsichtbaren Grenze in der Erwachsenenwelt dabei sind, mehr auf. Denn es entspricht dann nicht der Norm.

      • Niklas Meier sagt:

        Die Leute im ÖV sind doch oft gestresst von der Arbeit, müde usw…

      • 13 sagt:

        @ Niklas
        Ja, und das kann ich auch nachvollziehen. Wirklich. Geht mir ja auch oft so. Ich mag mich noch an mein Praktikum im Oberland erinnern und an all die nervigen Skischuhe im Zug, wenn ich kaputt von der Arbeit fuhr. Und die Kinder sind vielleicht gelangweilt oder überdreht. Das alles ist menschlich. Mit dem Unterschied, dass es dann eben meine Empfindung ist und nicht die Kinder oder die Skifahrer daran schuld sind. Sie haben genauso das Recht mit dem Zug zu fahren, wie ich. Nur bei Kindern wird das oft anders ausgelegt. Dann sind die Eltern selbstsüchtig, wenn das Kind einen Piep macht und nicht derjenige, der aufgrund eigenem Ruhebedürfnisses von allen anderen erwartet, sich ihm anzupassen und still zu sein.

      • Sportpapi sagt:

        @13: In anderen Zusammenhängen würdest du das, was du hier anführst, als klassisches Victim Blaming bezeichnen…
        Obwohl du natürlich zum Teil recht hast.

      • 13 sagt:

        @ sp
        Ich wusste bisher nicht, dass die „Ruhebedürftigen im öV“ eine diskriminierte Gruppe sind 😉

      • Sportpapi sagt:

        @13: Warum diskriminiert? Sind sind einfach Opfer von Lärmbelästigung.

    • Sportpapi sagt:

      @13: „Die soziale Kinderfreundlichkeit ist etwas anderes und da steht die Schweiz relativ schlecht da.“ Woran machst du das denn fest?
      Und wie sieht es denn in deinem Herkunftsland aus (ist das Slowenien, Kroatien?) bezüglich der Kinderbetreuung. Ist die dort vorhanden, und nicht nur bezahlbar, sondern qualitativ auch dem schweizer Angebot vergleichbar? (Betreuungsverhältnis, Ausbildung und Lohn der Erzieher, Infrastruktur, usw.)
      Ist es nicht gerade in Südosteuropäischen Ländern viel verbreiteter als in der Schweiz, dass die Kinder bei der Mama zu Hause bleiben (und dort verhätschelt werden)? Was dann auch bei den Zuwanderern ein Problem ist, weil sie ihre Kinder nicht in die Kitas geben.
      Ich frage das als Laie, weil ich mich am ehesten noch mit Italien auskenne.

      • 13 sagt:

        Gut geraten 😉 Obwohl ich die Kinderbetreuung als institutionelle Kinderfreundlichkeit und nicht soziale sehe, antworte ich gerne: Sie ist viel flächendeckender vorhanden, für jeden bezahlbar und qualitativ schlechter, im Bezug auf das Betreuungsverhältnis, den Lohn und die Infrastruktur, nicht bei der Ausbildung, da die meisten über einen Uniabschluss verfügen), wo wir wieder beim Standard wären. Ich kenne mich in Italien nicht aus, aber die Erwerbstätigkeit von Frauen ehemaliger sozialistischen Staaten ist ja eigentlich viel höher als in der CH. Es kann sich auch niemand leisten über den Mutterschaftsurlaub (1 Jahr) hinaus zu Hause zu bleiben und Teilzeitarbeit gibt es nicht. Meine Mutter (und viele andere Frauen) hatten einen richtigen Kulturschock diesbezüglich.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ja, ich stelle mit den Schock gerade vor, als die Mutter realisierte, dass sie jetzt in einem Land lebt, in dem sie es sich leisten kann, reduziert zu arbeiten… Ein Paradies! 🙂

      • Sportpapi sagt:

        Aber jetzt ernsthaft: Warum schon wieder ist es kinderfreundlicher, wenn beide Eltern gezwungen sind, Vollzeit zu arbeiten? Auch wenn diese Vollzeit etwas kürzer ist als bei uns.

      • 13 sagt:

        Der Schock kam erst, als sie dem Arbeitgeber die Bestätigung bringen musste, dass sie über eine Kinderbetreuung verfügt und sie erfuhr, dass sie einen Frauenlohn bekam und dann als sie das erste Mal gefragt wurde, warum sie arbeite.
        Kinderfreundlicher ist es, dass sie beide Elternteile mehr zu Hause haben und nicht einer erst zur Schlafenszeit kommt (ich kenne da auch sehr wenige geschiedene alle-14-Tage-Väter), dass man einen Beruf wählen kann, ohne über Teilzeitarbeit und Vereinbarkeit nachzudenken. Ich habe ja nichts gegen Wahlfreiheit, das ist ein hohes Gut, aber manchmal denke ich, wir bezahlen zuviel dafür. Zu lasten derjenigen, die sich diese nicht leisten können. Aber eben, jetzt sprechen wir über die institutionelle Kinderfreundlichkeit, nicht die gesellschaftliche.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Noch einmal: Wenn in allen Familien beide Eltern Vollzeit arbeiten müssen, dann ist das keineswegs kinderfreundlich. Auch wenn dann beide etwas früher wieder da sind als bei uns.
        Und ja, die geschiedenen-alle 14-Tage-Väter sind ein Problem bei uns. Eigentlich ein Skandal.

      • Sportpapi sagt:

        Zurück zur Wahlfreiheit: Ich finde es eben toll, darüber nachzudenken, wie ich mein Leben gestalten möchte. Und nicht, dass Papa Staat für mich das Denken übernimmt. Letzlich ist das, was dort offenbar die Norm ist – beide Eltern arbeiten 7-8 Stunden am Tag, die Kinder sind betreut, der Lebensstandard nicht allzu gross – auch bei uns haben. Als eine von mehreren Optionen.

  • sonic sagt:

    Vielleicht sind die Menschen in der Schweiz nicht immer so offenherzig und spontan wie in anderen Ländern, aber das sind sie auch Erwachsenen gegenüber nicht. Gleichzeit gibt es auch in Europa nicht viele Länder in denen Primarschulkinder alleine zur Schule laufen dürfen, unbeaufsichtigt draussen spielen etc. Diese Selbständigkeit, die den kindern zugetraut wird, halte ich für sehr kinderfreundlich. Dazu kommen die exzellente Infrastruktur, Schulen unzählige Freizeitmöglichkeiten.

  • sonic sagt:

    Einerseits sind viele Schweizer wohl nicht wahnsinnig erpicht auf Kinderlärm und Kinderunordnung. Andererseits gibt es wenige Orte auch nur schon in Europa, wo Kinder trotz allen Unkenrufen alleine zur Schule gehen und alleine draussen spielen dürfen. Diese Selbständigkeit, die unseren Kinder zugetraut wird, finde ich äusserst kinderfreundlich.

  • Fritz Bünzli sagt:

    Das kinderfreundlichste an der Schweiz sind die Ausländer. Gibt glücklicherweise immer mehr davon.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Das ist nun genau diese völlig naiv-oberflächliche Sichtweise, die der oberflächliche CH-Touri von den so „lebensfrohen“ und freundlichen „Einheimischen“ hat.
      Die echte Wertschätzung eines Menschen beginnt aber erst dort, wo man sich auch für das interessiert, was unter der Oberfläche liegt.

      • Fritz Bünzli sagt:

        Ja die naiv-oberflächliche Sichtweise zieht sich durch alle Kommentarschreibenden hindurch. Wie z.B. bei der verklärten Darstellung des schweizerischen Bildungswesens (ohne zu erwähnen, dass die Bildungslaufbahn eines Kindes in der Schweiz (u.a. infolge früher Selektion) überdurchschnittlich hoch von der (sozialen) Herkunft seiner Eltern abhängt), oder der Tatsache, dass Kinder in der Schweiz noch zu Fuss zur Schule können. Ich durfte glücklicherweise einen Teil meiner Kindheit in Italien verbringen: dass man zu Fuss zur Schule geht war und ist auch heute noch normal. Dass in den Städten mehr Eltern ihre Kinder mit dem Auto zur Schule fahren ist wohl in allen Ländern Europas Usus.

      • Martin Frey sagt:

        Wovon hängt denn die Bildungslaufbahn und die beruflichen Perspektiven eines Kindes in Italien ab, Herr Bünzli? Und können Sie uns bei der Gelegenheit noch mitteilen, wie es um die Qualität des öffentlichen Schulsystems wie auch des Bildungswesens bis hin zu den Hochschulen in Italien steht?

      • Fritz Bünzli sagt:

        Ich kenne mich beruflich (und erfahrungs-)bedingt sehr gut mit dem CH-Bildungswesen aus. Finde es daher äusserst wichtig, dass der Einfluss der sozialen Herkunft (insbesondere des Schulabschlusses der Eltern) auf die Schullaufbahn der Kinder immer wieder erwähnt und (bei allen Vorzügen des schweizerischen Bildungswesens) nicht unter den Teppich gekehrt wird. Fakt ist, dass bei gleichen Schulleistungen Schüler/innen aus privilegierten sozialen Verhältnissen nach der Primarschule eher in ein Langzeitgymi oder die anspruchsvolle SekI-Abteilung befördert werden als Kinder aus weniger privilegierten Verhältnissen. An diesem Punkt schneidet die Schweiz im vergleich mit anderen OECD-Ländern schlecht ab und da ich persönlich von dieser Ungleichheit betroffen war, hebe ich sie auch gerne hervor.

      • Martin Frey sagt:

        Das war keine Antwort auf meine Fragen, Herr Bünzli
        „Fakt ist, dass bei gleichen Schulleistungen Schüler/innen aus privilegierten sozialen Verhältnissen nach der Primarschule eher in ein Langzeitgymi oder die anspruchsvolle SekI-Abteilung befördert werden als Kinder aus weniger privilegierten Verhältnissen.“
        Das ist auch unbestritten. Diese Unterschiede sind in anderen Ländern jedoch noch viel krasser, gerade auch wo gewisse (oft teure) Eliteschulen eben nur sozialen Eliten und nicht intellektuellen Eliten offenstehen. Vergleiche mit anderen OECD-Ländern können Sie zudem rauchen, die Systeme, die Maturitätsquoten, die Qualität der öffentlichen vs privaten Schulen sind zu verschieden. Um nur ein paar Beispiele zu erwähnen.
        Könnten Sie sich nicht doch noch zu Italien äussern?

      • Sportpapi sagt:

        @Fritz Bünzli: Bei gleicher Schulleistung melden die einen Familien ihren Sohn für die Aufnahmeprüfung an, die anderen nicht.
        Natürlich wäre es schön, wenn die Lehrer eingreifen, motivieren, die Eltern überzeugen.

      • Fritz Bünzli sagt:

        @sportpapi
        Ihre Beschreibung trifft für den Kanton Zürich zu. Die Verfahren für den Übertritt von der Primar- in die Sekundarstufe I sind je nach Kanton unterschiedlich. Grundsätzlich basiert den Entscheid über die Zuteilung zu einem bestimmten Sek1-Leistungsniveau auf den Leistungen am Ende der Primarstufe und der Empfehlung der Lehrperson. Das Problem ist an dieser Stelle, dass bei gleicher Schulleistung Schüler A aus einer Akademikerfamilie für ein höheres Anspruchsniveau empfohlen, während Schüler B aus der Handwerkerfamilie in ein niedrigeres Niveau eingeteilt wird.

      • Sportpapi sagt:

        @Fritz Bünzli: Ihre Aussagen sind natürlich richtig: https://www.fritzundfraenzi.ch/gesellschaft/schule/herr-urs-moser-wie-gerecht-ist-das-schweizer-bildungssystem?page=1
        Die Frage ist ja nur, ob es in anderen Ländern denn besser ist. Bzw. ob das Nivellieren von Chancen nicht auch bedeutet, dass das Niveau der besten nivelliert wird.
        Wenn ich am Besuchstag meines Viertklässlers die Leistungsunterschiede sehe, dann finde ich die Aufteilung in Leistungsniveaus ab der 7. Klasse als längst überfällig.
        Letztlich ist aber klar: Auch ein gutes System kann noch besser werden. Die Frage ist hier nur: Wie? (ich erinnere daran, wie umstritten die Aufnahmeprüfung in Zürich ist, da nur eine Momentaufnahme. Erfahrungsnoten seien so viel besser…)

    • sonic sagt:

      aha Herr Bünzli, die Schulbildung in Italien ist also nicht von der Herkunft der Eltern abhängig. Und auch sonst in Europa nirgens. Vor allem dort nicht, wo die öffentlichen Schulen so schlecht sind, dass die die können, private besuchen (zB England..)
      Und nein, in der Schweiz laufen vor allem in den Städten die Kinder allein zur Schule (Ich wohne in Zürich, kein einziges Kind wird dort regelmässig mit dem Auto angeliefert). Elterntaxis gibts häufiger auf dem Land. Und weder in Frankreich, Grossbritannien, Spanien noch Portugal laufen Primarschüler alleine zur Schule. Oft werden sie dann während des Tages in einer Art Hochsicherheitstrakt aufbewahrt. Italien weiss ich es nicht, da mögen sie recht haben.

      • Fritz Bünzli sagt:

        Zuerst einmal gilt es zwischen einzelnen Kantonen zu differenzieren, was sowohl von mir, als auch von anderen Kommentierenden nicht gemacht wurde. Ich beziehe mich bei meiner Kritik des CH-Bildungswesen hauptsächlich auf die mangelnde Chancengerechtigkeit begüngstig durch frühe Selektion (siehe Felouzis ; Charmillot: Schulische Ungleichheit in der Schweiz (2017): http://www.socialchangeswitzerland.ch/?p=1096). Hinzu kommt die Tatsache, dass die Anzahl resilienter Schüler in der CH in den vergangenen 5 J. (vgl. zu anderen OECD-Staaten) zugenommen hat. Bevor die Diskussion hier noch weiter abdriftet ging es mir darum zu zeigen, dass diese naiv-oberflächliche betrachtungsweise sowohl Beschreibungen des Auslands als auch solche der Schweiz betreffen. Je nachdem, wo die eig. Präferenzen liegen.

  • Martin Frey sagt:

    Es ist richtig, bei der Bemessung der Kinderfreundlichkeit zwischen Institutionellen und emotionalen Komponenten zu unterscheiden.
    Institutionell dürfte die Schweiz relativ gut dastehen: Wir haben zb ein relativ gutes Schulsystem für die breite Masse der Bevölkerung und weitgehende Chancengleichheit unabhängig von Herkunft und sozialer Schicht. Zudem ein gutes wenn auch teures Gesundheitswesen mit kinderspezifischen Angeboten auf hohem Niveau. Breit gefächerte Angebote für Sport und Freizeitgestaltung bis ins hinterste Dorf. Eine halbwegs gesunde Umwelt mit relativ emissionsarmer Luft, sauberen Seen und Trinkwasser ab Hahn. Alles Dinge die uns selbstverständlich dünken aber es überhaupt nicht sind. Um dies zu erkennen reicht es, kurz über die nächste Grenze zu fahren.

    • Martin Frey sagt:

      Emotional sieht die Sache anders aus. Es werden zwar brav bei neuen Überbauungen Spielplätze eingeplant, aber gerne unter Vorwänden gesperrt, auswärtige Kinder weggewiesen, zu viel Lärm beklagt und teils rechtlich bekämpft. In Restaurant werden Kinder oft nicht gerne gesehen, gerade in etwas gehoberen. Wobei es hier selbstredend riesige Unterschiede unter den Kindern gibt. Wir haben von Anfang an unseren Nachwuchs überall mitgenommen, und so war das Hineinwachsen in situativ richtiges Verhalten bei uns nie ein Thema. Aber klar, es gibt Kinder mit denen ist das schwieriger. Aber das hat wie oft eben auch mit den Eltern zu tun.

    • Muttis Liebling sagt:

      Wenn schon, muss man unterscheiden zwischen Kinderfreundlichkeit der schweizerischen Bevölkerung, der kulturellen Schweiz und die des Staates Schweizerische Eidgenossenschaft. Was Sie institutionell nennen gibt es ja nur in Staaten, nicht in Ländern oder Kulturen.

      Die Kinderfreundlichkeit der Bevölkerung ist in einer Zahl abgebildet – der kumulativen Fertilität. 70% von der Erhaltungsrate bedeutet 70% Kinderfreundlichkeit gemessen an der Normalen.

      Die Diskussion heute im TA über Schüler- Lager mit Projektion ausgerechnet auf die Kosten verweist auf eine sehr geringe kulturelle Akzeptanz von Kindern. Wo Kinder Privatsache sind, existiert Kinderfreundlichkeit nur als Idee, nicht in der kulturellen Praxis.

      Der Staat hingegen erfüllt seine Aufgaben, wie Ihre Beispiele belegen.

      • Martin Frey sagt:

        Kinderfreundlichkeit der Bevölkerung an der Fertilität (wohl gemeint, Geburtenrate) festzumachen ist m. E. absurd, ML. So wäre in Italien, ein Land mit vielen Defiziten, einer der tiefsten Geburtenraten der Welt, aber einer ausgesprochen kinderfreundlich eingestellten Bevölkerung diese gemäss Ihnen am tiefsten. Noch tiefer als in der Schweiz…. Dafür in Ländern wie Saudi-Arabien, Pakistan, Somalia oder Indien Spitze. Und ich muss wohl nicht näher erläutern wie man in solchen Ländern teils mit Kindern umzugehen pflegt….
        Die Geburtenrate ist durch zig Parameter geprägt, so u.a. Religion, Armut, Kindersterblichkeit, Perspektiven, Traditionen. Aber wohl am wenigsten durch das, was wir heute hier emotionale Kinderfreundlichkeit nannten.

      • Sportpapi sagt:

        Wenn bei Schullagern die Finanzierung wegfällt, worüber soll man dann diskutieren, wenn nicht über Kosten und Einnahmen?

  • Reincarnation of XY sagt:

    Gleichzeitig muss uns bewusst sein, dass das laissez faire im Süden, auch sehr sehr unschöne Kehrseiten hat.

    Letztlich wäre jedem Mensch und jedem Volk geholfen, wenn man sich bewusst machte: meine Stärken sind gleichzeitig meine Schwächen und ich muss daran arbeiten. Ich kann von jeder Kultur etwas lernen, eine Scheibe abschneiden von den guten Seiten – ohne zu vergessen, was aber auch deren Schattenseiten sind etc.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Ich lebte auch mal zehn Jahre im Ausland und bei der Rückkehr erlebte ich die Eigenarten der Schweiz viel bewusster.
    Worum geht’s? Letztlich darum, dass unsere Stärken auch immer unsere Schwächen sind. Aber das gilt für alle, nicht nur für dich Schweiz. Das gilt auch für die Mexikaner und Brasilianer, die hier schon erwähnt wurden. Falsch ist es, von den einen nur die Sonnenseiten zu zitieren und von den anderen nur die Schattenseite. Im Moment zitiert Frau P. nur die Sonnenseite von Mexiko. Das halte ich für naiv.
    Die Schweiz ist eines der saubersten Ländern der Welt, und eines der ordentlichsten und korrektesten. Und das ist sehr sehr wertvoll. Aber gleichzeitig manchmal auch etwas mühsam, wenn sich das in der Mentalität niederschlägt.

    • Regula Portillo sagt:

      @Reincarnation of XY: …und dabei habe ich mir doch so Mühe gegeben, Mexiko kein einziges Mal zu erwähnen;)!

      • Reincarnation of XY sagt:

        Geschätzte Frau Portillo, das kommt daher, dass wenn ich etwas von Ihnen lese, ich an all das denke, was sie sonst noch geschrieben haben.
        Sie lebten in Mexiko. Und haben den Vergleich in einem früheren Post gemacht. Falls sie länger als 3 Jahre dort gelebt haben, wissen Sie wohl auch um die Schattenseiten bescheid und dass nicht alles Gold ist was glänzt. Das gilt Mexiko genauso, wie auch für die Schweiz.
        Mein Punkt ist folgender: natürlich haben wir Verbesserungspotential und das soll auch angesprochen werden. Aber wirklich besser wird es nur, wenn wir das nicht in naiver weise tun: a la „lasst uns sein wie die …. , denn die sind ja soviel besser“.

      • Regula Portillo sagt:

        @Reincarnation of XY: Es freut mich natürlich, dass Sie auch meine anderen Beiträge noch im Hinterkopf haben. Ja, ich habe diesen Mexiko-Vergleich mal gemacht. Da bezog ich mich auf die Lärmempfindlichkeit und wenn ich mich richtig erinnere, war dies mein einziger Vergleich. Ich stimme Ihnen nämlich zu, vergleichen ist nicht unbedingt zielführend. Ich wage jetzt aber mal zu behaupten, dass ich das mehrheitlich auch nicht mache. Gerade in diesem Beitrag versuchte ich möglichst sachlich zu beschreiben, dass es nicht immer an den anderen liegt, wie man etwas wahrnimmt, sondern oft auch an einem selber.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Natürlich – ich habe Ihnen ja damals auch beigepflichtet (und bekam ebenfalls Schelte). Jetzt kam es mir einfach so vor, als würde es langsam etwas einseitig.

        Z.B. wenn Sie die Lärmempfindlichkeit ansprechen: es nun mal Schweizer Mentalität, dass man es lieber ruhig als lärmig hat. Wir haben hier Mittagsruhe und Nachtruhe nach 22:00 Uhr. Das hat gegenüber 24h Krach schon auch gewisse Vorteile, aber es prägt.
        Die Lärmempfindlichkeit muss also nicht per se als Kinderfeindlichkeit gedeutet werden, genauso wenig wie grössere Spontanität und Offenheit per se Kinderfreundlicher ist.
        Natürlich kommt beides (Lärmtoleranz und herzliche Spontanität) den Kindern eher entgegen.

  • Rahel S sagt:

    Als Auslandschweizerin habe ich manchmal auch genau dieses Gefuehl, wenn ich mit unseren Kindern unterwegs bin in der Schweiz: „Sind sie zu laut? Stoeren sie andere? etc“… eine Frage, die ich mir im Wohnland eigentlich nie wirklich stelle- da gehoeren die Kinder einfach ganz natuerlich dazu. Aber negative Erfahrungen habe ich tatsaechlich nie gemacht. Wir schaetzen die wunderbaren Spielplaetze, die tollen Museen, die interessanten Wanderwege- das gibt es in unserem Wohnland nicht oder nicht auf diesem Niveau. Ich denke auch, dass das Schul- und Ausbildungs-system in der Schweiz sehr hochstehend und vielfaeltig ist. Von „Natur aus“ sind die Schweizer eher zurueckhaltend – aber die Kinder haben schon manche Leute mit ihrer Neugier und ihrem Interesse „aus dem Loch gelockt“.

    • Regula Portillo sagt:

      @Rahel S: Interessant, dass es Ihnen auch so geht. Liegt es daran, dass man dann eben doch zu Gast ist oder woher kommt dieses Gefühl?

  • mila sagt:

    2 / Ich habe, für meinen Teil, jedenfalls nicht vor, mein Kind die nächsten zehn, zwölf Jahre künstlich in Kinderzoowelten zu halten. Die Galerie muss es für kleine Kinder nicht sein. Aber ansprechende Museen? Definitiv.

    • Martin Frey sagt:

      Mein Rat, mila:
      Machen Sie alles was Sie machen wollen, gewöhnen Sie Ihren Nachwuchs früh an verschiedene Settings, Situationen und die jeweils gewünschten Verhaltensweisen. Das beinhaltet kulturelle Institutionen, aber auch gehobenere Restaurants usw. Nicht nur lernen Kinder so die Diversität des Lebens kennen, sie lernen auch damit umzugehen.
      Oder anders gesagt, wer nur Chicken Nuggets im Self Service Restaurant kennengelernt hat, lernt auch nichts anderes kennen. Inklusive das dort teils übliche Verhalten.

      • tina sagt:

        „nur (!) so lernen kinder…“
        martin frey: meine eltern gingen mit mir weder in museen noch in restaurants. ich aber machte das mit meinen kindern.
        ich finds richtig, kindern verschiedene „welten“ zu zeigen. aber kinder können auch selber interessen entwickeln, auch wenn die eltern es ihnen nicht schon vorkauten… zum glück! es gibt eine million welten, von denen habe ich nämlich keine ahnung habe sie meinen kindern darum nie gezeigt. sehr gut möglich, dass sie sie trotzdem für sich entdecken

      • mila sagt:

        @MF: Wie gesagt, ich bin gegen künstlich abgeschottete Kinderzoo-Welten. Wenn man aus lauter Angst, die Kinder könnten negativ auffallen, nur dorthin geht, wo Kinder explizit erwünscht sind (ua als Konsumenten…), dann beschneidet man ihre Lebenswelt. Auf der anderen Seite finde ich es nicht verkehrt, sich auch ein wenig Gedanken über altersentsprechende Aktivitäten zu machen. Heisst, man fängt vielleicht hinsichtlich Kulturprogramm nicht gerade mit der Tate Modern an.

        Wichtig finde ich auch tinas Bemerkungen weiter unten. Wenn ein Kind wirklich stört, dann habe ich Verständnis dafür, dass das Umfeld davon genervt ist, falls die Eltern nichts unternehmen. Sprich: Ich würde dann mein Kind ggf. aus der Situation rausnehmen. Nur schon, weil es sich selbst sichtlich unwohl fühlt.

  • mila sagt:

    Ich würde sagen, hier handelt es sich ein Stückweit um Ihre Projektion(en). Neunjährige im Museum sind kein Thema, und nur durch entsprechende Erfahrung lernen Kinder ein kindgerecht passendes Verhalten.

    Beispiel: Wir gehen mit unserer zweieinhalbjährigen Tochter regelmässig auswärts essen. Oft ‚nur’ im Coop, aber manchmal darf es auch gehobener sein. Letzte Woche, in den Ferien, fiel der Wirtin einer edleren Usteria zunächst einmal die Kinnlade runter, als wir (mangels anderer lokaler Alternativen) mit ihr dort aufkreuzten nach der Wanderung. Mit zunehmendem Verlauf, wohl ohne das erwartete ‚störende‘ Verhalten, taute die Wirtin merklich auf. Will sagen: traut den Kindern etwas zu, nehmt sie mit, gewöhnt sie an solche Situationen, und erwartet nicht sogleich das Schlimmste.

    • Sportpapi sagt:

      Nun ja, manchmal traut man es ihnen zu, erlebt aber das Schlimmste.
      Aber selbst dann war das Personal in der Schweiz immer verständnisvoll, oder zumindest professionell. Aber nie unfreundlich.

    • tina sagt:

      ich bin ja überzeugt, dass die erwartungshaltun schon einen einfluss hat auf das verhalten von kindern (nicht nur von kindern).
      wenns dann nicht gut läuft, tjanü. dann muss man halt schauen wie man es händelt. all die schreienden und nervenden kinder sind eben meiner ansicht nach nicht die ausbrut einer nicht vorhandenen erziehung oder schlimmer, sondern da liefs halt mal nicht gut. einzelfall.
      seit meine kinder nicht mehr klein sind, sind wir aber zum beispiel ja alle auch heilfroh (also auch meine söhne), dass wir nicht direkt am fussballplatz/kinderspielplatz und grillecke wohnen, sondern auch ruhe haben auf unserem balkon. ein bisschen verständnis für die genervten finde ich ja auch nicht verkehrt

  • sarah sagt:

    Mit 3 Jungs kenne ich das Gefühl. Wir waren für viele immer zu laut, zu unruhig etc. Eigentlich sollte man das Problem, dem lassen, der es hat und nicht zu seinem machen. Gelang mir auch nicht immer.

    • Büchli Yvonne sagt:

      Wir leben in einer sehr lauten Gesellschaft, darum warscheinlich sind wir schneller gereizt. In den ersten Jahren ist es für Kinder in einem Restaurant z.B. zu langweilig und ich würde sie nicht dorthin mitnehmen ausser es sei auf der Sommerterrasse.

  • New Mum sagt:

    Wir sind gerade aus 4 wöchigen Ferien in Brasilien heimgekehrt. Unglaublich wie kinderfreundlich die Menschen dort sind. Es ist völlig normal die Kinder dabei zu haben, auch wenn sie mal weinen oder laut sind. „Es sind halt Kinder, ist schon ok“; das haben wir oft gehört.
    Ich denke schon das wir Schweizer uns schneller gestört fühlen. Aber wir Eltern sind manchmal auch zu schnell gestresst ob der Reaktion anderer, anstelle ins Gespräch zu gehen. Ich habe mir jedenfalls vorgenommen offener zu werden.

  • Aha sagt:

    Nach diversen längeren Aufenthalten in Spanien und Italien kann ich nur sagen: nein, die Schweiz ist nicht kinderfreundlich. Vor allem im Gastronomiebereich und im Einzelhandel zeigen sich die Schweizer wenig flexibel wenn man mit Kindern auftaucht. Böse Mienen und wenig freundliche Worte kommen einem entgegen. Da muss die Schweiz noch etwas an sich arbeiten.

    • Sila sagt:

      Ich habe bisher wenig Kinderunfreundlichkeit in der Schweiz erlebt. Weder im Gastronomiebereich noch im Einzelhandel noch im Zug, in Museen. Ich kann Ihre Erfahrungen nicht teilen, was nicht heisst, dass ich Ihnen nicht glaube, dass Sie es so erlebt habe.

    • Ach ja? Ich habe mit Kind in Gastronomie oder Einzelhandel nicht ein einziges Mal böse Blicke oder Worte erlebt. Stattdessen: Kinderfreundliche Sonderbehandlungen, Aufmerksamkeit, Geschenke, Nachsicht. Und das alles mit einem Kind, das sich wahrlich nicht immer zu benehmen weiss.

    • Sportpapi sagt:

      Auch ich hatte noch nie negative Erfahrungen in der Schweiz.
      Wäre abgesehen davon ja auch verwunderlich, weil in den genannten Bereichen kaum Schweizer, dafür ganz viele Südosteuropäer arbeiten…
      Und zur Gastronomie in Italien, die ich vorwiegend von Tourismusorten kenne (und damit natürlich verzerrt). Ja, die Kinder dürfen dort vieles. Meist vor allem gemeinsam vor dem überall aufgestellten Fernseher sitzen.
      Der Service ist zwar freundlich. Dafür klappt es mit den Bestellungen meistens nicht. Das Essen kommt irgendwann, in wilder Reihenfolge. Gut möglich, dass ausgerechnet die Kinder eine halbe Stunde später essen als die Eltern… (und entsprechend maulen).
      Und: Zur kinderfreundlichen Zeit sind die Restaurants sowieso noch nicht offen – muss man halt länger aufbleiben.

    • Linus sagt:

      Manchmal wird der Bogen aber auch überspannt. Letzte Woche kam eine Familie mit 3 Kindern in ein Restaurant. Riesiges Towabohu schon bei der Tischwahl. Mutter am herumschreien. Kinder immer wieder am herumtollen zwischen anderen Tischen.

      So wäre diese Familie auch in Italien oder Spanien nicht freundlich behandelt worden.

      • Martin Frey sagt:

        „So wäre diese Familie auch in Italien oder Spanien nicht freundlich behandelt worden.“

        Doch, wohl schon. Denn dort ist das, was Sie Tohuwabohu nennen, Standard. Und selbst wenn nicht, würde niemand etwas sagen. Was wiederum kulturelle Gründe hat.

      • Carmen sagt:

        @Oh,doch!Sie hätten nen Lolly und einen Ipad zum Filmschauen gekriegt!

      • Linus sagt:

        @Frey auch in Italien oder Spanien kriegen Kinder Grenzen gesetzt, wenn sie sich total daneben benehmen.
        Sprechen Sie mal mit den Angestellten von Restaurants in Touristenorten. Sie würden staunen, was sie von den Eltern der anstandslosen CHer Kindern denken.

    • maia sagt:

      @Aha: Warum hat dann Italien eine der tiefsten Geburtenraten ?

      • Mara Klein sagt:

        weil man bis 35 immer wieder und noch in befristeten Jobs / Praktikas angestellt ist und. bei Mama wohnt. Da stellt kein halbwegs vernünftiger Mensch absichtlich Nachwuchs in die Welt.

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