Das Familienmodell der Zukunft

Wenn beide Elternteile Teilzeit arbeiten, hat das Kind zwei gleichwertige Bezugspersonen. Foto: iStock

Als der Brecht vor vier Jahren geboren wurde, hätte ich weiterhin Vollzeit arbeiten können. Die Brechtsmutter – damals noch im Studium – hätte sich später einen Teilzeitjob gesucht oder wäre dem Arbeitsmarkt fern geblieben. Oder sie hätte sich auf Vollzeitstellen bewerben können und ich hätte reduziert. Alles nette Familienmodelle, die ich niemandem absprechen will.

Für uns war aber schon vor dem Zeugungszeremoniell klar, dass wir beide Teilzeit arbeiten möchten. Das konnten wir schliesslich auch so einrichten und arbeiten seither beide zwischen 50 und 60 Prozent. Dabei tragen wir Ende Monat auch etwa ähnlich grosse Lohnumschläge nach Hause. Wir teilen uns also die Erwerbsarbeit, die Hausarbeit und die Brechtsbetreuung zu gleichen Teilen. Im Arbeitszeugnis würde stehen «zu unserer vollsten Zufriedenheit».

Ein Modell, das sich lohnt

Man kann dieses Modell natürlich als elitären Idealismus abtun. Wer diese Ansicht vertritt, ignoriert aber all die handfesten Vorteile, die es bietet:

  • Work-Life-Balance: Wir haben genug Abwechslung und müssen beide keine Angst haben, dass ein Lebensbereich zu sehr unter dem anderen leidet. Niemand hat den Brecht rund um die Uhr an der Backe, und niemand muss täglich vom Morgen bis am Abend an die Arbeit denken.
  • Beziehung zum Kind: Der Brecht hat zwei gleichwertige Bezugspersonen. Niemand ist wegen seiner längeren Abwesenheit Elternteil zweiter Klasse.
  • Betreuungsfrage gelöst: Wir können den Brecht problemlos selber betreuen. Ohne Kitakosten kommen wir mit zwei Teilzeitgehältern gut durch.
  • Gleichwertige Mitgestaltung: Beide können auf die gleiche Art zum Wohl der Familie beitragen – finanziell und im Familienalltag. So ist auch die gegenseitige Wertschätzung für Hausarbeit und Erwerbsarbeit gegeben.
  • Arbeitsmarktfähigkeit: Niemand bleibt seinem Beruf längere Zeit fern und hat später einen schwierigen Wiedereinstieg.
  • Finanzielles Risiko verteilt: Ein Jobverlust ist verkraftbarer, als wenn das ganze Familieneinkommen von einem Arbeitgeber stammt. Ich denke dabei auch an freiwillige Kündigungen: Das Modell gibt mehr Spielraum, um sich einmal neu zu orientieren.
  • Im Falle einer Trennung: Das Modell ist die beste Ausgangslage für finanzielle Sicherheit beider Elternteile nach einer Trennung. Und es wahrt die Chancen beider auf eine gemeinsame Obhut.

Karriere in Teilzeit? Hahaha!

Natürlich haben diese Vorteile ihren Preis. Zum Beispiel ist es nicht immer einfach, dieses Modell umzusetzen. Auch bei unseren Arbeitgebern brauchte es eine gewisse Vorbereitung und Hartnäckigkeit. In einem langjährigen Arbeitsverhältnis lassen Vorgesetzte eher mit sich reden – schliesslich wollen sie nicht auf eine eingefuchste Arbeitskraft verzichten. Trotzdem gibt es immer ein paar ganz renitente Chefinnen und Chefs.

Der Preis steigt, wenn man berufliche Ambitionen hegt. Ich war einmal Geschäftsleitungsmitglied eines KMU. Heute bin ich einfacher Angestellter ohne Personalverantwortung. Beförderungen werden in Teilzeit selten, und die Suche nach einer neuen Teilzeitstelle ist schwierig. Insbesondere wenn man ein Team führen will, aber auch in vielen anderen Funktionen, wird man schnell auf die ach so wichtige Dauerpräsenz vor Ort aufmerksam gemacht. Dabei behaupte ich, dass sich fast jeder Job auch in Teilzeit meistern lässt, nötigenfalls im Jobsharing.

Die Teilzeitgesellschaft kommt

Viele Arbeitgeber verkennen derzeit noch die Vorteile, die teilzeitarbeitende Eltern bieten. Eltern in einem Teilzeitpensum arbeiten lösungsorientiert, effizient und flexibel. Das klingt nach dahingeworfenen Buzzwords; es sind aber Beobachtungen an mir selber: Als Arbeitgeber würde ich das Teilzeit arbeitende Vater-Ich dem früheren Vollzeit-Markus jederzeit vorziehen. Ich bin schlicht ein besserer Arbeitnehmer geworden.

Die Zeiten werden sich ändern, davon bin ich überzeugt. Die Nachfrage nach Teilzeitarbeit wird in allen Berufen steigen. Unternehmen werden die Vorteile erkennen, auf gute Bewerberinnen und Bewerber nicht verzichten wollen und mehr flexible Stellen anbieten. Bestimmt hinken wir wieder irgendwelchen skandinavischen Ländern hinterher. Aber wir haben auch in der Schweiz gute Voraussetzungen für eine Entwicklung hin zu mehr Teilzeitarbeit: Hohe Gehälter und einen in Ansätzen schon recht flexiblen Arbeitsmarkt. Flexibler als beispielsweise Deutschland, das keine so feinen Teilzeitabstufungen kennt wie wir. Diese Flexibilität können wir weiter ausbauen – ohne dass es Verlierer gibt.

Im Gegenteil: Ich prognostiziere wirtschaftliche Prosperität und ein zufriedeneres Volk. Dass beide Eltern Teilzeit arbeiten, wird in Zukunft normal sein. Und man wird schon bald auch in Teilzeit eine ordentliche Karriere hinlegen können. Drucken Sie diesen Blogbeitrag ruhig aus und lesen Sie ihn in 20 Jahren noch einmal.

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290 Kommentare zu «Das Familienmodell der Zukunft»

  • o. som sagt:

    Ich habe Ihren Artikel ausgedruckt und beiseite gelegt. In 20 Jahren werde ich ihn wieder lesen. Als von der Wirtschaft dann aussortierter Ü50er werde ich genügend Zeit zum lesen haben. Ich werde ihn auch meinen dannzumal 30 jährigen Kindern zum lesen geben, welche dann von derselben Wirtschaft mit der dritten oder vierten Praktikumsstelle abgespiesen werden. Staunend werden sie lesen, dass es einmal Zeiten gab wo man nicht mal voll arbeiten musste um eine Familie durchzubringen.
    Modell der Zukunft? Ich würde eher empfehlen Ihre Situation zu geniessen so lange es noch geht.

  • Anh Toàn sagt:

    @Markus Tschannen

    Mich stört, wie Sie hier vor lauter easy-peasy und Humor am Thema vorbeischreiben: Es gibt kein ideales Familienmodell, solange Kinder für die Mitte das grösste Armutsrisiko sind:

    Sie und Ihre Frau leben, trotz Einkommenspotential mindestens im Median, mit einem einzigen Kind am Existenzminimum, Sie sind relativ arm in der Schweiz, mit Schulden bis unters Dach: Eine Arbeitsmarktkrise, eine Immobilienkrise, persönliche Unbill kann die ganze Familie jederzeit komplett ruinieren. Und das nennen Sie „ideal“.

    Ideal wäre ein Familienmodell, bei welchem Kinder insbesondere im Plural kein Armutsrisiko sind. Aber das ist unmöglich für die Mitte sind Kinder ein Armutsrisiko: Es steht in Ihrem Text, aber versteckt hinter lockig-flockig-easy-peasy-urban-hip.

    • Aquila Chrysaetos sagt:

      Sie beschreiben die Problematik sehr gut. Das ist meiner Meinung nach der intelligenteste Beitrag bisher hier. Es nutzt den Kindern am Ende des Tages nichts wenn der Vater/Mutter etwas mehr zu Hause waren, die Familie aber im Falle eines Arbeitsplatzverlustes ruiniert ist.

    • Zufferey Marcel sagt:

      Progressive Familienmodelle sind heute unter den gegebenen Umständen und Strukturen ein ähnliches Distinktionsmerkmal, wie der nigelnagelneue Mercedes, den der aufstrebende Mittelstand in den 1970er-Jahren demonstrativ vor der Haustüre parkiert hat. Etwas Anderes zu behaupten, zeugt von einer sozialen Blindheit, die mich als ebenfalls privilegiertes Kind wohlhabender Eltern langsam verdammt zornig macht: Soziale Kompetenz und soziale Weitsicht sind in unserer fragmentierten Gesellschaft offenbar ein Luxus, den sich vor allen Dingen diejenigen nicht mehr leisten können oder wollen, die einen höheren Bildungsabschluss besitzen und sozial auch entsprechend mobil sind.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Ich würde das weniger ideologisch sehen. Soziale Kompetenz und soziale Weitsicht vermisse ich in allen Bevölkerungsschichten unabhängig vom Bildungsabschluss und ich würde bezweifeln dass dies in früheren Generationen besser war. Es ist eher so, dass bloss diejenigen mit einem höheren Bildungsabschluss heutzutage überhaupt die wirtschaftliche Potenz haben, ein Tschannen‘sches Familienmodell zuleben. Das erwähnt der Autor ja auch. Das man sich über die wirtschaftlichen Risiken wie von Antoin so trefflich beschrieben nicht im klaren ist hat m.M. nach nichts mit Ideologie zu tun als mit einer gehörigen Portion Naivität welche heute vielen Bewohnern dieses Landes zu eigen ist.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Zu den Bildungsabschlüssen: Vielleicht sollte man sich einmal vergegenwärtigen, wer genau die Alltagspolitik- und ganz speziell die Familienpolitik- prägt. Ein Blick auf die Zusammensetzung unseres Parlaments schafft da Klarheit:

        http://www.20min.ch/schweiz/news/story/Im-Parlament-sind-Bueezer-eine-Seltenheit-15316848

        Rund 70% der PolitikerInnen haben einen akademischen Hintergrund. Die Familienpolitik wird mMn heute hauptsächlich von der SP und den Grünen geprägt (82% Akademikeranteil). Mir geht es nicht darum, Akademiker schlecht zu reden, ganz und gar nicht. Aber wenn man sich jetzt noch vor Augen führt, wer im publizistischen Bereich die Familiendebatte anführt, bzw. ganz wesentlich mitprägt, dann ergibt sich da aus Sicht der Bildungsabschlüsse eine bemerkenswerte Homogenität.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Dieser Blog ist ein guter Beleg dafür, dass sich (nur) eine ausgesprochen homogene Kaste Gedanken über die Familienpolitik macht. Oder haben Sie hier schon einmal einen einfachen Angestellten oder Arbeiter einen Beitrag schreiben sehen? Ein Blick auf die Zusammensetzung von Zeitungsredaktionen offenbart dasselbe Bild: Es gibt de facto keine soziale Durchmischung- durch‘s Band dasselbe Bild, wie im Bundeshaus.

        Stellen Sie sich einmal vor, es wäre umgekehrt und im Bundeshaus und in den Medien sässen nur Eisenleger, Maurer und Strassenbauer: Welche Weltanschauung würde da wohl gepflegt? Was ich kritisiere, ist dieser erhebliche Mangel an sozialer Vielfalt an den Schaltstellen des Meinungsbildungsprozesses, nicht das Alademikertum als Solches. Ich sehe da partout nichts Ideologisches.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Natürlich kann man jetzt damit argumentieren, die Komplexität unserer Zeit erfordere ein gewisses, intellektuelles Niveau- und das brächten nur Akademiker mit. Aber davon auzugehen, dass dabei so etwas wie Meinungsvielfalt entsteht, ist reichlich vermessen. Vielmehr bestimmen Selbstreferetialität, Blasenbildung und Exklusion den Prozess der Meinungsbildung.

        Ob der erhebliche Mangel an sozialer Kompetenz und Weitsicht schon immer so ausgeprägt war, wie heute, wage ich zu bezweifeln. Zumindest war die Verbundenheit zu unterprivilegierten Schichten früher noch ein kennzeichnendes Merkmal der (linken) politischen Kultur. Ich denke, Künstler wie z. B. Mario Comensoli oder Politiker wie Helmut Hubacher hätten heute zumindest nicht mehr denselben Erfolg, wie damals zu ihrer Zeit.

    • Ich bin etwas erstaunt, ob dieser Diskussion hier. Da kommt von der einen Seite, ich sei wahnsinnig privilegiert und von der anderen Seite, ich würde viel aufs Spiel setzen und hohe finanzielle Risiken eingehen. Es lebt nun mal jeder nach dem Modell, das er unter den ihm gegebenen Umständen für ideal hält. Ich halte meins zusätzlich für zukunftsfähig, weil ich dessen Vorteile erleben durfte. Es ist okay, wenn Sie das anders sehen, Ahn Toàn, ich verstehe nur Ihre Kampagne grad nicht.

      So von wegen locker-flockig-easy-peasy-urban-hip: Ich bin Bauernsohn, wohne auf dem Land und bin beim besten Willen nicht urban-hip. Und als studierter Betriebswirt halte ich mich für fähig, meine Familie finanziell abzusichern. Aber danke für die Sorge.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Es ist ja sehr schätzenswert, mit dem Autor direkt diskutieren zu können. Aber jetzt bin ich etwas erstaunt ab Ihnen, dass Sie ob dieser Diskussion erstaunt sind. Ich denke das ist die doch u.a. Idee von der Kommentarfunktion? Sie propagieren ein Familienmodell als ideal, das einfach nicht für alle funktioniert. Das hierbei dann kritische Stimmen aufkommen ist doch normal. Die einen können es sich im Hochpreisland Schweiz mit defacto Einkommenstagnation seit 15 Jahren nicht leisten, für andere die es sich vermeintlich leisten können stellt es erhebliche finanzielle Risiken dar die sie bei aktuellen tiefen Zinsen und vermeintlicher Arbeitsplatzsicherheit nicht erkennen. Privilegiert sein und finanzielle Risiken eingehen schliesst sich doch nicht aus!

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Was hier sicher unnötig ist sind die ganzen idiologisch gefärbten Diskussionsbeiträge im Sinne von die mit den „hohen Bildungsabschlüssen“ gegen alle anderen u.ä.
        Andererseits, in der Wahrnehmung von diesen Leuten sind das wohl deren subjektive Wahrheiten und die wollen natürlich auch mal ausformuliert sein.

      • Anh Toàn sagt:

        „Es lebt nun mal jeder nach dem Modell, das er unter den ihm gegebenen Umständen für ideal hält.“

        Es gibt eben für die Meisten keine Wahlmöglichkeit. Wenn beide Elternteile ähnliche Erwerbsmöglichkeiten haben, gibt es allenfalls etwas zu wählen. Da sind Sie „privilegiert“, kurzfristig würden Sie mehr verdienen, aber mittelfristig nicht unbedingt. Aber sobald Unterschiede im Einkommenspotential etwas grösser sind, gibt es nicht viel zu wählen. Auch nicht wirklich, wenn einer 1 oder 2 Mio verdienen kann und der andere 140′. Aber am Existenzminimum hat man dann gar nichts mehr zu wählen, und mit Kindern sind die meisten Nahe am Existenzminimum. Sobald Unterschiede im Einkommenspotential da sind, gibt es keine Wahl. Meistens gibt es Unterschiede, und 1000 mehr oder weniger sind viel.

      • Anh Toàn sagt:

        Aber eigentlich hat auch Sie keine Wahl: Wenn der Partner ein ähnliches Einkommenspotential hat, scheint es in der „oberen Hälfte“ der Erwerbstätigkeiten ungerecht, ihm eine solche zu verwehren. In der unteren Hälfte erscheint es ungerecht, nur dem einen Partner die anstrengende Mittelbeschaffung aufzubinden.

        Also letztlich ist Ihre Lösung absolut logische Konsequenz für Ihre Situation des ähnlichen Einkommenspotentials, keine Wahl.

        (Sie könnten beide mehr arbeiten und Kita, das ist Wahl.)

      • Natürlich sind kritische Stimmen normal, und ich stelle mich denen inzwischen seit mehreren Jahren. Ich finde einfach, dass die Kritik in diesem Fall etwas am Punkt vorbei geht. Wir diskutieren hier über privilegierte und über Existenzminima. Ja, ich habe das Modell als Ideal vorgestellt, aber erstens nicht als einziges Ideal und zweitens nicht als für alle geeignet und machbar. Ich halte es für zukunftsfähig und glaube, dass der gesellschaftliche Wandel zu mehr Teilzeit geht. Aber auch in Zukunft werden wohl nicht alle Eltern Teilzeit arbeiten.

      • Natürlich können Sie jetzt allen, die sich in einem solchen Modell organisieren, vorwerfen, sie seien gleichzeitig privilegiert und finanziell naiv. Man könnte aber auch einfach anerkennen, dass Leute unterschiedliche Entscheidungen trefen – nicht nur basierend auf unterschiedlicher Ausgangslage sondern auch auf unterschiedlichen Prioritäten. Hier über Hypothekentragbarkeit zu diskutieren ist müssig weil irrelevant. Wir hätten das 50/50 Modell auch mit deutlich weniger Einkommen gewählt. Das weiss ich, weil es früher so war. Wir würden es auch mit deutlich mehr Einkommen wählen – warum auch nicht. „Vermeintlich leisten können … erhebliche Risiken, die sie nicht erkennen können“ ist eine etwas einseitige Sicht von oben herab. Jedes andere Modell birgt bei einer Trennung mehr Risiken.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Nein, z.B. 2×100% arbeiten mit 100% Fremdbetreuung bringt doch nicht mehr finanzielle Risiken im Falle einer Trennung. Nüchtern gesehen eher weniger.
        Und ich werfe ja nicht allen vor privilegiert zu sein oder finanziell naiv welche Ihr Modell leben wie Sie sagen. Ich sage, dass es Leute gibt die sich ein Solches nur leisten können weil sie überdurchschnittlich verdienen und dass es andere gibt die es sich nicht leisten sollten. Jetzt reagieren Sie aber doch etwas emotional. Vielleicht haben Sie sich deshalb auch zur etwas unbedarften Bemerkung hinreissen lassen dass die Hypothekentragbarkeit irrelevant sei wenn wir letztendlich über die Art der Familienfinanzierung reden. Ist natürlich sehr relevant.

      • Sportpapi sagt:

        Ich muss Markus Tschannen hier recht geben und bin gleichzeitig erstaunt, wie viel Mühe man sich gibt, ihn falsch zu verstehen.
        Er sagt ja eigentlich, aufgeteilte Haus- und Erwerb- und vor allem Betreuungsarbeit sei (sein) ideal und das Modell der Zukunft. Und wenn man hier im Mamablog jeweils liest, dass die Männer eigentlich gerne mehr Kinder betreuen würden, die Frauen alle im Job verbleiben (und Karriere machen…), dann setzt er nur konsequent das Modell um, das hier jeweils propagiert wird. Auch wenn es dann gerne heisst, aus diesem oder jenen Grund ginge das nicht…
        Es geht viel häufiger, wenn man denn will. Auch wenn man nun nicht ein Wahnsinnseinkommen hat (und „privilegiert“ ist).
        Und ja, man hat vielleicht Nachteile im Alter. Vielleicht. Aber heute?

      • Zufferey Marcel sagt:

        @Sportpapi: Dann müsste man eigentlich nur noch herausfinden, warum sich heute nur gerade 5,9% aller Haushalte mit Kindern für dieses offenbar zukunftsträchtige Familienmodell entschieden haben. Das Familienmodell, dass seit Jahrzehnten nachweislich am Stärksten wächst, ist die Zuverdienerehe (Mann Vollzeit / Frau Teilzeit). Am stärksten geht das sog. „traditionelle“ Familenmodell, nämlich die Hausfrauenehe, zurück. Sprunghaft angestiegen ist hingegen der Anteil der Einelternfamilien. Das sind die drei Haupttrends im Bereich der Familienformen. Bei allen anderen Formen des familiären Zusammenlebens lassen sich bei Weitem nicht dieselben, z. T. sprunghaften Bewegungen feststellen. Warum nicht?

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        @ SP: der Titel des Blogs lautet „50/50 – das Modell der Zukunft“. Das ist doch sehr allgemein gültig formuliert. Ich und andere zeigen hier doch nur auf, dass dieses Modell gerade auch in Zukunft einigen wenigen Gutverdienenden vorbehalten bleibt oder solchen die halt nicht rechnen können. Aber nicht für den Durchschnittsschweizer. Es wird hier also eine Diskussion über diese These geführt und nicht alle sind der Meinung von Herr Tschannen. Wir diskutieren nicht darüber den Abwasch aufzuteilen, sondern darüber das beide Partner nur noch 50% arbeiten sollen. Ist es das was Sie nicht verstehen, oder was genau denn?

      • @Aquila Chrysaetos, Sie „zeigen auf“ obwohl andere „emotional reagieren“. Das ist natürlich nobel.

        Ich persönlich sehe das mit den 50% nicht all zu eng. Mit 50/50 meine ich die hälftige Teilung von Familien- und Ewerbsarbeit. Das kann 50% und 50% sein. Wenn es finanziell knapp wird, fällt für mich auch 60% und 70% noch darunter. Jede Familie muss ihr Modell gemäss ihren Bedürfnissen und Umständen ausgestalten. So glaube ich, ist es nicht einer Minderheit vorbehalten. Aber Sie dürfen natürlich anderer Meinung sein.

        Die Hypothek kann selbstverständlich einen Einfluss auf das Modell haben. Ich sagte nur, dass das bei uns nicht der Fall war und wir deshalb nicht über unsere Hypothek zu diskutieren brauchen.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Ja, ja. Machen Sie sich nur über meine Ausdrucksweise lustig. Ich konnte mich noch nie besonders eloquent ausdrücken und dieser Punkt wird mir bei Diskussionen früher oder später meist um die Ohren gehauen wenn der „Gegenseite“ die Argumente ausgehen. Aber easy, machen sie nur.
        Warum ihre 50/50 das „Modell für die Zukunft“ für die breite Masse sein soll, was Ihr Titel impliziert (machen Sie sich bloss auch über diesen Ausdruck lustig) bleiben Sie aber schuldig. Jemand der Wohneigentum hat und bei dem die Hypothekenschulden „keine Rolle“ spielen würde ich jedenfalls nicht als Durchschnittsbürger dieses Landes nehmen. Dabei empfinde ich Ihr 50/50-Lebensmodell tatsächlich als ein Ideal, aber im Gegensatz zu Ihnen denke ich, dass nur Wenige sich dies in Zukunft leisten können.

      • Sportpapi sagt:

        @Steinadler: Tschannen macht sich nicht über die Ausdrucksweise lustig, sondern reflektiert Ihre Art der Kommunikation. Sie „zeigen auf“, was irgendwie sehr objektiv ist, während er, naiv wie er ist, die Sachlage nicht richtig erfasst und sich gar noch von Emotionen leiten lässt.
        Überhaupt scheint es bei Ihnen irgendeinen Zwang zu geben, immer noch in einem Nebensatz anzumerken, dass das Gegenüber oder alle, die es anders sehen, halt keine Ahnung haben oder „nicht rechnen können“. Das ist keine Art!

      • Sportpapi sagt:

        Und ja, ich „verstehe“, dass man von 50:50 irritiert sein kann, wenn man damit genau dieses Pensum meint. Tschannen hat das aber längst relativiert. Mir ist es klar, dass dies auch 60:60 oder gar 70:70 bedeuten könnte.
        Und Tschannen hat auch geschrieben, dass sie dieses Modell leben wollten, auch wenn sie weniger Einkommen hätten, quasi als Grundhaltung und Ideal.
        Es stimmt auch hinten und vorne nicht, dass Familien wahnsinnig privilegiert sein müssen in der Sehweiz, wenn sie von 100% oder 120% leben wollen. Das können viele, die meisten setzen aber wie Sie die Prioritäten anders.
        Aber der Punk ist: So wie hier im Mamablog viele Frauen immer genau diese egalitäre Arbeitsaufteilung verlangen, so müsste es tatsächlich das Modell der Zukunft sein.

      • Sportpapi sagt:

        @Zufferey: Auf der einen Seite sind die politischen Aussagen von vielen Menschen, die anscheinend genau das propagierte Modell leben wollen. Im Prinzip. Oder dieses zumindest für die Gesellschaft zur Norm erklären.
        Auf der anderen Seite ist die Realität, dass viele Paare sich dann doch anders entscheiden. Dass viele Mütter sich dann doch anders entscheiden.
        Mir reicht es ja schon, wenn aus dem „Zuverdienen“ eine „Mitverantwortung für die finanzielle Versorgung“ wird. Und das ist doch heute meist so, zumindest in meinem Bekanntenkreis.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Und wie betreuen Sie ihr Kinder problemlos selber bei 70/70? Sperren Sie sie jeweils im Keller ein wenn Sie zur Arbeit müssen oder nehmen Sie die Kinder mit? Bleiben Sie doch beim 50/50-Modell und erläutern Sie die Vorteile. 70/70 ist was ganz anderes, eher wie 80/80 oder 90/90. Unsere Nachbarn leben 100/100 und teilen sich auch alles, inklusive Kinderbetreuung (nach der Kita und am WE). Das ist eigentlich das Tschannsche Modell in Perfektion – ohne Altersarmut und in finanzieller Sicherheit.

      • tina sagt:

        2*70% ist sogar ohne schule/kiga/fremdbetreuung machbar unter umständen. das macht ja total nur knappe 10h/tag an 6 wochentagen. aber 2-3 krippentage pro woche oder ähnliches sind ja schliesslich kein weltuntergang, nichtwahr

      • Zufferey Marcel sagt:

        @sportpapi: 80/80 wäre für die meisten Paare möglich. Aber sie tun es nicht. Dafür wird es triftige Gründe geben. Vielleicht sind ja die Opportunitätskosten einfach zu hoch- und die dürften nicht einmal alleine im materiellen Bereich zu suchen sein. Item: Weniger Imperativ und mehr Wohlwollen täte gewissen Kreisen gut. Ein Modell verkaufen zu wollen, dass bis auf magere 5,9% niemand wirklich lebt, ist wirklich vermessen.

        Für den reisserischen Titel dieses Blogbeitrages dürfte Markus Tschannen nicht verantwortlich sein. Aber was er bewirkt hat, sieht man ja an der Zahl der Kommentare 😉

      • Sportpapi sagt:

        @Steinadler: Wir haben auch ein Gesamtpensum von ca 130%. Und benötigen keine bezahlte Fremdbetreuung – gegenseitige Nachbarschaftshilfe reicht. Und sonst wäre die Nutzung eines Mittagstisches oder gar einer Kita ja auch nicht so schlimm.
        Vorteile? Wenn beide Eltern gerne einigermassen ambitioniert im Beruf verbleiben möchten, sind 50% das Minimum. Höhere Pensen wahrscheinlicher.

      • Sportpapi sagt:

        @Zufferey: Klar gibt es trifftige Gründe. Die meisten Frauen möchten keineswegs in hohen Pensen arbeiten, wenn sie kleine Kinder haben (und vielfach danach auch nicht mehr). Ich halte deshalb alle diese Klagen, frau würde ja gerne, könne aber leider nicht, in den meisten Fällen eher für eine Ausrede. Wie ich auch nicht glaube, dass wirklich die meisten Väter gerne ihr Pensum reduzieren würden, wenn sie denn könnten. Machen sie vielfach ja nicht einmal, wenn die Frau eigentlich mehr verdienen würde.
        Letzter Grund ist klar: Man kann es sich vielfach leisten. Ist ja nicht so, dass die meisten Familien in der Schweiz nahe am Existenzminimum leben. Und auch die vielbeschworene Altersarmut droht den wenigsten Familien.

      • tina sagt:

        sportpapi: ich habe eigentlich noch nie eine frau jammern sehen oder hören, sie würde gern 100% arbeiten, könne aber nicht. ich denke, auch du nicht

      • Zufferey Marcel sagt:

        Sportpapi: Völlig richtig, die meisten Frauen, die ich kenne, wollen ihr Pensum gar nicht erhöhen und die meisten Männer umgekehrt beruflich gar nicht kürzer treten, als 100%. Ich kenne ein paar Akademikerinnen, die Vollzeit wesentlich mehr als ihre Männer verdienen würden, aber viel lieber +/- 50% arbeiten. Deren Männer widerum (Berufslehre) arbeiten ganz gerne Vollzeit. Damit sind alle glücklich. Henusode.

        Die Rentenfrage ist noch offen. Ich denke, seit dem AHV-Nein erst recht. Und die 2. Säule entwickelt sich auch immer mehr zur Baustelle. Die demografische Alterung + der Wandel auf dem Arbeitsmarkt + die wachsende Zahl alleine lebender Personen (d. h. auch Geschiedener / Teilzeitler / lange Erwerbsloser) ergibt mittelfristig einen recht schwierigen Mix.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        @ Tina und SP: schön das sie und ihre Partner 140%, respektive 130% arbeiten können und trotzdem immer jemand von Ihnen zu den Kindern schauen kann. Sie sind sicher Gymnasiallehrer oder so. Bei uns heisst arbeiten um 6.30 aus dem Haus und frühestens um 17.00 wieder zu Hause sein. Es geht dabei nicht darum wie bei SP, dass die Kinder ab und zu nach der Schule zum zvieri zu den Nachbarn dürfen bis der Papa zu Hause ist, sondern wir brauchen richtige Kinderbetreuung.

  • Aquila Chrysaetos sagt:

    Ein schönes Modell wenn die Voraussetzungen gegeben sind. Die Hauptfrage ist doch aber, ob ein 100% Einkommen reicht, und das hängt von den jeweiligen Berufen ab. Falls nicht, macht es schon Sinn wenn derjenige mit dem höheren Einkommen mehr arbeitet. Es ist dabei auch nicht verwerflich, wenn man für die Familie einen hohen Lebensstandard anstrebt. Die meisten die vorgeben mit „wenig“ zufrieden zu sein sind irgendwie privilegiert, sei es dass sie günstig Wohneigentum geerbt haben oder dass sie in gutbezahlten, sicheren Jobs arbeiten ( z.B. Bildungswesen) welche Teilzeitarbeit erst erlauben.

    • tina sagt:

      warum macht es sinn, dass der mit dem höheren einkommen mehr arbeitet? weitverbreitete, mir völlig unverständliche haltung.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Es ist recht einfach, weil so das höhere Nettoeinkommen erzielt wird. Damit werden unsere Renten höher sein, wir werden so unsere Kinder bei der Ausbildung besser unterstützen können, ebenso jetzt schon unsere Eltern die teilweise nicht auf Rosen gebetet sind. Zudem konnten wir uns so Wohneigentum leisten, den privaten Musikunterricht für die Kinder ( im staatlichen 2 Jahre Wartefrist). Im weiteren liegen wir so der Allgemeinheit nicht mit allfälligen Prämienbeihilfen und subventionierten Kita– Plätzen auf der Tasche oder mit Stipendien für unsere Kinder. Das sind jetzt so zwei, drei Gründe warum es Sinn macht dass bei uns derjenige mit dem höheren Einkommen voll arbeitet und der mit dem tieferen in Teilzeitarbeit.

  • Anh Toàn sagt:

    Herr Tschannen, Ihre finanziellen Verhältnisse gehen mich nichts an, aber mit 100’000 Brutto (Sie und Ihre Frau) gibt es keine Hypo von 600’000, sondern höchstens rund 400’000: (400’000 zu 5% = 20’000 + 5000 Unterhalt = 1/4 des Bruttoeinkommens.

    Also wenn Sie schon erzählen, wie toll und einfach Sie dies auf die Reihe bekommen, würde mich schon interessieren, wie Sie an eine Hypo von 600′ kommen.

    • Anh Toàn sagt:

      Und woher kam dass Eigenkapital für den Kauf eines Objektes, das sich mit 600’000 beleihen lässt. Mindestens rund TCHF 150′ (20%), damit bei der Tragbarkeit nicht noch Amortisationen auf die Hypo berechnet werden können? Ihre Frau hat studiert, doktoriert, kaum je über längere Zeit ein Einkommen erzielt, das die Bildung wesentlicher Ersparnisse ermöglicht hätte. Vielleicht Sie ein wenig, aber jährlich TCHF 20′ sparen bei einem Medianlohn nach Steuern ist schon ziemlich viel.

      Wie viel helfen Ihre oder die Eltern Ihrer Frau?

      Ich glaube nicht, dass Ihre Geschichte so wie erzählt vollständig ist.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Das habe ich mir alles auch gedacht, Anh. Allerdings ist es gut möglich, dass Herr Tschannen sein Eigenheim vor Einführung der neuen Finma-Regeln gekauft hat. Und damals wäre eine Hypo á 600k mit diesem Einkommen je nach Geldinstitut durchaus möglich gewesen.

        Man hat sich hier drinnen offenbar ganz allgemein darauf geeinigt, dass man privilegiert unter vielen Privilegierten ist. Genau genommem sind ja eigentlich alle Schweizer privilegiert. Da fällt mir Karl Polanyi ein, der einst zynisch angemerkt hat, den Sklaven im Amerika des 19. Jhrds. ginge es ja eigentlich besser, als in Afrika…

        In der Schweiz besitzen nur 40% aller Menschen ein Eigenheim. Das ist eine der tiefsten Eigenheimquoten Europas. Und dank der Finma ist der Eigenheimerwerb nur noch für ganz Wenige möglich.

      • Fridli sagt:

        @Anh Toàn: Und was nicht sein darf, kann nicht sein – oder wie genau geht Ihre Argumentationskette?
        Auch wenn Herr Tschannen einen Lottogewinn gemacht haben sollte, ändert das nichts daran, dass er aufzeigt wie ein 50/50-Modell aussieht und dieses auch lebt. Ich gehe mit dem Autor einig, dass es ein Modell mit Zukunft und vielen Vorteilen ist – aber auch mit Einschränkungen und Nachteilen verbunden. Dass es das einzig richtige Modell ist und für alle und jede Situation geeignet, behauptet hier glaube ich niemand. Aber anscheinend reicht schon das Aufzeigen von unterschiedlichen Lebensansätzen, um Abwehrreaktionen zu wecken.

      • mila sagt:

        Handumkehrt haben die Mietwohnungen in der Schweiz einen weit höheren Standard, als das Gros der Eigenheime im Ausland. So schlecht lebt es sich darin also nicht…

        Persönlich verstehe ich es auch nicht, wenn man sich bis an die Schmerzgrenze belastet und verschuldet für vier eigene Wände. Aber jedem (der will und kann) das seine.

      • Anh Toàn sagt:

        Also das ideale Familienmodell basiert darauf, dass man entweder schon viel gespart hat und dank Wohneigentum günstig wohnt, Oder von den Eltern Zuwendungen, zumindest nachrangige Kredite erhält, damit man Zugang zu Wohneigentum hat und günstig wohnt: So oder so, kommt ein zusätzliches Einkommen aus dem Vermögen.

        Auch gut geht es mit Kindern, wenn zwei Grosselternpaare die Kinder abwechslungsweise gratis betreuen: Dann kann man zweimal 100% arbeiten und die einmal im Jahr auf Kreuzfahrt senden.

        Das 50/50 ist ein 60/60 + Sponsor Modell!

        und das bei einem einzigen Kind.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Die Familienformen in unserem Land im Überblick findet man hier:

        https://www.bfs.admin.ch/bfsstatic/dam/assets/2347880/master

        Abbildung 5.6 auf Seite 36 präsentiert die Fakten. Da nützt alles postmoderne Schönreden und Herumgekeife nichts: Teilzeit/Teilzeit ist mit mickrigen 5,9% das zweitseltenste Familienmodell in Haushalten mit Kindern. Noch seltener ist nur noch das Hausmännermodell mit 2,4% Anteil.

      • Zufferey Marcel sagt:

        @mila: Wenn der Tschannen schon die Hosen runter lässt, kann ich das ja auch tun: Ich bin ebenfalls Eigenheimbesitzer, nota bene. Von einem Eigenheim habe ich aber nie geträumt, das fand ich immer irgendwie bünzlig. Aber vor zehn Jahren kam ich zu etwas Geld, wie die Jungfrau zum Kinde, sozusagen. Die Bilateralen 2 gingen grad durch und ich begann zu rechnen: Immobilienkrise 1990er + starke Zuwanderung = Steigende Mieten und Immopreise. Ferner ging ich davon aus, dass mein Einkommen real nicht mehr gross steigen wird = abnehmende Kaufkraft. In eine strukturschwache Gegend umziehen wollte ich nicht, ergo Kauf aus rein ökonomischen Gründen. Heute kostet mich meine 4 1/2 Zi-Whg. kaufkraftbereinigt weniger, als meine erste 2-Zi-Mietwohnung vor 25 Jahren = Rechnung inkl. Mehrwert aufgegangen!

      • Zufferey Marcel sagt:

        Was ich sagen will: Man verschuldet sich nicht einfach bis an die Schmerzgrenze, sondern kommt heutzutage paradoxerweise erst dank der Hypothek und der rekordtiefen Zinsen in die komfortable Lage, die Lebenshaltungskosten drastisch absenken zu können. Ohne Hypo wäre mir das nie möglich gewesen und genau das war auch mein Kalkül. Zudem habe ich zentral gekauft und besitze deshalb nicht einmal mehr ein eigenes Auto = gleich noch einmal tiefere Lebenshaltungskosten. Ohne den Kauf einer Eigentumswohnung hätte ich schon lange umziehen müssen: Mein Einkommen stagniert nämlich nicht nur, es nimmt sogar ab. Und meine Frau und ich verdienen zusammen in etwa gleich viel, wie die Tschannens. Aber wir sind beide über 50 und arbeiten dafür 150%- allerdings ohne jede Aussicht auf Besserung…

      • Natürlich ist die Geschichte nicht vollständig, Anh Toàn. Für eine vollständige Geschichte bräuchte ich mehrere Tage.

        Aber ist es so relevant? Die Zahlen habe ich veröffentlicht, weil plötzlich abstruse Annahmen über unser Einkommen rumgeisterten. Nicht um zu beweisen, dass wir irgendwie arm seien; das sind wir nicht. Trotzdem: Wir könnten das 50/50-Modell auch mit einem Median-Gehalt ohne Ersparnisse in meiner alten Mietwohnung leben. Glauben Sie mir, als geiziger Mensch habe ich das durchgerechnet.

        Und damit Ihnen meine Finanzsituation aufgeht hier noch ein Tipp: Ich habe auch vor dem Kind schon gearbeitet und hatte nie einen teuren Lebensstil.

      • Anh Toàn sagt:

        Nach der Rückkehr in die Schweiz mieten wir zuerst, irgend etwas musste dringend her. Dann habe ich mich umgesehen und nach knapp zwei Jahren eine kleine Wohnung gekauft, ein wenig Hypo ging privat, zur Not hätte ich alles zahlen können, halt alle Aktien und die Hütte in Saigon verkaufen. Seit wir gekauft haben, kostet besser wohnen halb so viel wie vorher. Nach drei Jahren wollen wir etwas grösseres kaufen, wegen Kindern: Ich sehe mich um am Markt, bin ziemlich sicher, wenn wir jetzt verkaufen was wir haben, haben wir (auf dem Papier) bereits nach drei Jahren soviel Gewinn, dass wir mit wohnen (und unserem Eigenkapital) Geld verdient haben.

        Aber weil ich als alter Papi lange kinderlos war und sparen konnte, insbesondere Gewinne auf Wohneigentum.

        Ich war reich, bis ich Papi wurde.

      • Anh Toàn sagt:

        Ich sage Gewinn auf dem Papier, weil die grössere Wohnung, die wir wollen, ja einfach entsprechend mehr kostet. Aber hätten wir die drei Jahre Miete bezahlt, würde die grössere Wohnung auch mehr kosten, wir hätten aber deutlich weniger Geld.

        Wer Miete zahlt, hat verloren, sollte es irgendwann zu einem Crash kommen bei den Immobilien, hat wer jetzt Miete zahlt, auch nicht den Mut oder die Fähigkeit zu kaufen. Im Kapitalismus kommt Reichtum nur sehr ausnahmsweise aus Arbeit, Geld kommt von Geld.

        Soll ich jetzt als ideales Familienmodell propagieren, Papi ist über 50 und hat vorher Glück gehabt und gespart? Philipp Hildebrand und seine Frau haben das ideale Modell.

      • Anh Toàn sagt:

        „Im Kapitalismus kommt Reichtum nur sehr ausnahmsweise aus Arbeit, Geld kommt von Geld.“

        Ich möchte dies noch ausführen bezogen auf Kinder als Armutsfalle.

        Arbeit, Erwerbseinkommen macht kreditfähig. Wer viel verdient, bekommt viel Kredit, kann viel Kapital investieren und viel Gewinn erzielen und reicher werden.

        Kinderbetreuung reduziert das mögliche Erwerbseinkommen und damit die Kreditfähigkeit. Die Armen müssen sich verschulden (Spekulieren sagte Kostolani) um reich zu werden, mit Kindern kann man sich mangels genügend Erwerbseinkommen nicht mehr verschulden und bleibt gefangen in der Armut.

      • Zufferey Marcel sagt:

        „Ich war reich, bis ich Papi wurde.“

        Ich wurde reich, weil ich Papi wurde. Ohne das Erwerbseinkommen meiner Frau hätte mir die Bank auch vor der Einführung der neuen FINMA-Regeln keine Hypothek gegeben. Und gekauft habe ich ja nicht, um zu besitzen, sondern weil ich meine Lebenshaltungskosten massiv herunter fahren musste. Jetzt hat meine Wohnung ca. 60 bis 70% mehr wert. Damit habe ich aber nie gerechnet. Meine ökonomischen Perspektiven stufe ich als gefährlich ein: Verliere ich den Job, verliere ich praktisch meine gesamte Existenzgrundlage (Ü50 + mittelmässig qualifiziert = sozialer Abstieg zumindest in Reichweite). Deshalb habe ich bereits die nächste, strikt ökonomisch geprägte Lebensentscheidung gefällt: Alles verkaufen und auswandern = Risikominimierung.

      • Anh Toàn sagt:

        Auswandern ist für mich die Back-up Option. In Saigon habe ich ein bezahltes Haus, AHV Minimalrente mit Kinderrente reicht für internationale Schule und Gesundheitsvorsorge. Meine Frau will dass ihr(e) Kind(er) in der Schweiz aufwachsen. Ich habe fast mein ganzes Leben selbständig gearbeitet, Treuhänder, Revisor, Berater, ich hatte eine Chance auf einen guten Job (CFO) über mein Netzwerk. Wurde nichts draus. Ansonsten kann ich mich ich bewerben, ich habe kein CV, keine Zeugnisse, keine Spezialisierung, keine dokumentierte Führungserfahrung. Aber ich will auch keinen Job, keinen Arbeitsvertrag, kein „Subordinationsverhältnis“, also arbeite ich wieder selbständig, und bisher wurde es jedes Jahr mehr, wenn auch von tiefem Niveau. Bei den Banken ist selbständig unter 100′ schlicht 0.00

      • Sportpapi sagt:

        @Zufferey: Welches Risiko wird denn minimiert mit Auswandern? Jobverlust? Der ist dann ja sowieso schon weg. Geldverlust? Kann man dort denn stabiler anlegen als in der Schweiz?
        Sicherlich kann man billiger leben. Wenn man das Einkommen in der Schweiz erzielt(e), ist das toll. Wenn man dann auch dort leben möchte.

      • Zufferey Marcel sagt:

        @Anh: Wir besitzen genug Land auf den Philippinen und mein soziales Umfeld ist dort jetzt schon grösser, als hier in der Schweiz. In Geldfragen habe ich ein geschicktes Händchen. Ohne meinen ausgeprägten ökonomischen Sachverstand und meine Herkunft wäre ich dank ADS zumindest sozial schon lange am untersten Rand der Gesellschaft angekommen. Aber ich bin zum Glück ein ausgesprochen resilienter Charakter.

        @Sportpapi: Ich habe in den letzten 10 Jahren nebenher ein Mehrfaches von einem jährlichen Erwerbseinkommen verdient. Ein Stellenverlust könnte das auf einen Schlag zunichte machen, ergo gehe ich. Angesichts der Debatten um die Altersvorsorge, dem Wandel auf dem Arbeitsmarkt und meiner finanziellen Situation gibt es keinen besseren Zeitpunkt dafür! Asien kenne ich seit bald 30 Jahren.

    • 13 sagt:

      @ Ahn
      Wie kommen sie auf 1/4? Die Banken, die ich kenne rechnen mit 1/3, wie auch die Vermieter. Und schon geht es auf.

      • Anh Toàn sagt:

        Für 600′ Hypo brauchen sie mindestens 120′ Einkommen.

        Füllen Sie es doch aus irgendwo im Netz, bei mir kam etwa 140′ für 600′ Hypo, da war aber Amortisation auf 2. Hypo eingerechnet, also geht es ohne mit etwas weniger. Aber mit nicht mal 100′ (7000 pro Monat) gibts keine 600′ Hypo.

        Unterhalt auf 750′ 7’500.00
        Zins 5% auf 600′ 30’000.00

        37’500 sind deutlich mehr als 1/3 von knapp 100′

      • 13 sagt:

        @ Anh
        Ja, es ist etwas drüber, wobei der Unterhalt bei Neubauten oder gerade renovierten Objekten nicht zwangsläufig 1% betragen muss. Da kann die Bank entgegenkommen und z. Bsp. 0.7% anrechnen. Des Weiteren sind Banken häufig gerade bei Akademikern grosszügig (die Frau ist Doktorantin), wenn klar ist, dass das Einkommen sehr bald steigen wird. Gleiches gilt für Teilzeit, da ist die Erhöhung relativ einfach. Hinzu kommt, dass man einfach das Einkommen beim Abschluss einer Hypothek nimmt, ob es später sinkt, fragt niemand, solange die Zinsen bezahlt werden. Bis zum Ablauf der Hypothek. Das heutige Einkommen muss also nicht das sein, womit die Bank rechnete. Ich kenne die Zahlen von Herrn Tschannen im einzelnen nicht, aber ich sehe täglich einige ähnliche Konstellationen.

      • 13 sagt:

        Also mit Konstellation meine ich Höhe Einkommen und Hypothek, nicht 50:50-Modell, das ist nachwievor selten.

      • Danke 13 für die Erklärung. Kann ich bestätigen: Die Banken – zumindest meine – sind relativ flexibel, wenn ein Lohnpotential nach oben vorhanden ist. Wir haben uns ja freiwillig – für ein Akademikerpärchen – zu einem eher tiefen Einkommen entschieden.

        Unser Einkommen ändert ohnehin relativ häufig. Ich meinte, zur Zeit der Hypothekenvergabe wäre es sogar noch etwas tiefer gewesen. Kann mich aber auch täuschen.

  • Franka E. sagt:

    was ich nicht verstehe: wenn bei einem Paar ein Lohn niedriger ist als der andere, wieso führt das bei vielen automatisch zur Annahme es sei vernünftig, wenn einer gar nicht und dafür der andere voll arbeitet? Ja klar, im Moment hat man mit diesem Modell wohl etwas mehr Geld, aber Karrieren und Löhne entwickeln sich doch über die Zeit!
    .
    Wir haben das 50/50 Modell mit zwei 80%-Jobs umgesetzt. Mein Lohn war 10 Jahre lang der deutlich(!) höhere. Mein Mann wechselt im Herbst nun in eine leitende Position und hat mich dann auf einen Schlag wiederum deutlich überholt. Merke: Aufstieg ist auch mit weniger als 100% – Pensum möglich. Und sein Karriereschritt wäre mit einem klassischen 0/100-Modell nicht möglich gewesen.

    • Aquila Chrysaetos sagt:

      Mit zwei 80% Löhnen setzten Sie das 50/50-Modell nicht um, sondern ein 80/80 Modell. Das ist ja was ganz anderes und sie vergleichen Äpfel mit Birnen. Fragen Sie sich kritisch ob Ihr Partner auch eine leitende Position erhalten hätte wenn er jahrelang „nur“ 50% gearbeitet hätte. Falls Sie das ehrlich mit ja beantworten können würde es mich interessieren in welcher Branche er tätig ist. Ausser im Bildungswesen, bei NGO‘s oder bei der öffentlichen Hand kann ich mir eigentlich nichts vorstellen.

      • Franka E. sagt:

        Falsch, es geht darum, dass man alles hälftig teilt, Haushalt, Kinder und Erwerbstätigkeit. Dass auch Herr Tschannen nicht nur an Familien denkt, wo beide gensu 50% arbeiten hat er übrigens schon klargestellt.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Sie haben sich aber nicht alles hälftig geteilt sondern zumindest die Kinder an whs 3 Tagen fremdbetreuen lassen. Geht ja nicht anders mit 2×80%. So wie Sie argumentieren könnten auch beide 100% arbeiten, eine Nanny sowie Putzfrau beschäftigen, sich bloss im Sonntagabendabwasch abwechseln, mit den Kindern abwechselnd auf den Spielplatz gehen und dann hat man ja auch hälftig geteilt. Die Tschannen’s machen etwas anderes, sie reduzierten soviel dass sie das Kind offenbar immer selber betreuen und nehmen dafür bewusst Nachteile bei der Karriere in Kauf. Und wo man mit 50% Karriere machen kann bleiben Sie übrigens noch schuldig. Zudem 80% leitende Mitarbeiter sind i.R. nützliche Idioten fürs Geschäft: arbeiten meist 100% zum Lohn von 80%.

    • Franka E. sagt:

      Selbstverständlich sind unsere Kinder bei unserem Modell in der Kita. Aber das ist doch überhaupt nicht der Punkt. Es geht einzig und allein darum, sich möglichst egalitär aufzuteilen. Und darum, dass wenn wir uns traditionell 100/40 aufgeteilt hätten mein Mann nie im Leben sich so hätte beruflich weiterentwickeln können wie er es jetzt getan hat. Ergo man bei der Wahl des Modells eben nicht nur danach gehen sollte wer mehr verdient.

    • Franka E. sagt:

      Im ersten Post habe ich doch bereits geschrieben, dass sein Karriereschritt nicht möglich gewesen wäre, wenn er nicht mit beiden Beinen im Beruf geblieben wäre. Was wollen Sie eigentlich noch von mir hören???

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Es nimmt mich einfach ernsthaft wunder in welchen Branchen es möglich ist in Teilzeitarbeit ( also mit 40, 50 oder max 60%) Karriere zu machen. Sie haben weiter oben geschrieben dass dies problemlos möglich sei. Ich bin sehr dankbar für Ihre Tipps damit ich das meinen Kindern empfehlen oder mich selber beruflich umorientieren kann.
        Es ist glaube allen klar dass ein 80% Pensum nicht wirklich als Teilzeitarbeit durchgeht, das ist eher ein regelmässig verlängertes Wochenende.

      • Franka E. sagt:

        Ich habe nirgends geschrieben, dass man mit 40-60% Pensen Karriere machen kann sondern (zweimal) das genaue Gegenteil. Ich gabe langsam echt Zweifel an Ihrem Textverständnis.

      • maia sagt:

        @Aquila Crysaetos: Wenn wir ehrlich sind, so machen die meisten Menschen eh keine Karriere (sonst wäre ja alle irgendwann Chef) – auch wenn sie 100% arbeiten.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        @ Franka: Naja, Sie schreiben allgemein das Aufstieg auch mit weniger als 100% möglich ist, das impliziert ja alle möglichen Pensenreduktionen und mich interessiert ja bloss in welchen Branchen das gehen soll. Wenn Sie sagen wollten dass Aufstieg auch mit 80% anstatt 100% möglich ist dann schreiben Sie es doch so, dann hätte ich mir mein ehrliches Nachfragen sparen können.

        @ maia: da haben Sie natürlich recht, aber das war hier nicht unbedingt die Frage, sondern in welchen Branchen ein Aufstieg mit weniger als 100% möglich sei. Warte immer noch auf eine Antwort.

      • maia sagt:

        z.B. Verkauf, Informatik, Pflege….. Wobei ich zugeben muss, diejenige die ich kenne arbeiten 60%

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Besten Dank, das merke ich mir. Wobei die IT-Leute mit Führungsfunktion bei uns im Betrieb alle hochprozentig arbeiten, aber das muss nicht überall so sein.

      • Ich habe es insbesondere in der IT erlebt. Da lässt man gute Leute nicht einfach zur Konkurrenz gehen, nur weil sie 60% arbeiten wollen. Ist Talent vorhanden und der Arbeitsmarkt etwas trocken, dann geht in Sachen Pensum ziemlich viel. Eben auch Karriere. Aber natürlich ist es noch nicht der Normalfall, das behauptet ja niemand.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Gut, ok. Wobei das eine ist ja das Pensum, da glaube ich Ihnen aufs Wort dass gute Leute behalten werden. Ist bei uns ja auch so. Das andere ist dann effektiv Karriere machen mit 50% oder 60% ( und nicht etwa eine bereits erreichte Kaderposition behalten) Hier zweifle ich etwas ob das ausserhalb der erwähnten Pflege und im Verkauf irgendwo möglich ist. Obwohl das natürlich begrüssenswert wäre. Aber ich lasse mich gerne eines besseren belehren.

      • Sportpapi sagt:

        Die Frage ist ja nicht unbedingt, ob man in teilzeit Karriere machen kann. Sondern ob man nach 10 Jahren teilzeit z.B. mit 40 Karriere machen kann. Wenn man den Rücken wieder frei hat, die Kinder in der Schule sind, usw.

  • Enrico sagt:

    Komisch ist das Frauen nicht Karriere machen wollen und Hausmänner suchen.
    Weil dann könnte Frau sich ja verwirklichen und der Mann müsste sich für die Familie aufopfern. Was ja im umgekehrten Normalfall so interpretiert wird.
    Komisch, komisch, wo ist der Denkfehler ?

  • Nala sagt:

    Meine Arbeitsstelle ist so eine Job-Sharing-Stelle. Kollege arbeitet 40% (neben Studium) und ich 60% (neben Fachausweisausbildung). Das klappt soweit gut, aber für „höhere“ Stellen stell ich mir das kompliziert vor. Bei uns macht einfach jeder soviel wie geht, und der andere dann den Rest. Wobei der Kollege wie auch ich durchaus auch mal Dinge liegen lassen, die wir nicht erledigen mögen und hoffen, der andere werde es dann erledigen. Bei Chefpositionen wird es dann doch schon komplizierter und mit Führung sowieso. An wen wendet sich denn der Untergebene, wenn der Chef „mal wieder“ nicht da ist?

    • Ich habe mal gut zwei Jahre lang eine Chefposition zusammen mit einem Kollegen besetzt – quasi im Jobsharing. (Wir haben zwar beide Vollzeit gearbeitet, hatten aber noch je eine andere Funktion im Unternehmen.)

      Das geht – finde ich – gerade bei Vorgesetztenfunktionen ziemlich gut, weil man da sehr viele unterschiedliche Aufgaben hat, die man gut teilen kann. Sei es inhaltlich oder halt einfach Tages-/Wochenweise. Und es hat handfeste Vorteile: Zwar ist nicht die ganze Woche die gleiche Person anwesend, dafür ist auch bei Krankheit und Ferien meistens einer da. Mitarbeitende haben dann auch einen „zweiten“ Chef, an den sie sich wenden können, wenn sie mit dem „ersten“ ein Problem haben. Gegenseitige Qualitätssicherung, etc …

  • Rachel Züsler sagt:

    Das ist der Anfang vom Ende (im positiven Sinne) und deshalb: Chapeau, Hr Tschannen. Trotzdem kommt mir beim lesen dann der Gedanke: Oh Gott, ich will keine Kinder! Der organisatorische Aufwand in einem solchen Familienmodell (was für mich übrigens als einziges in Frage käme) scheint mir zu gross. Mitte 20 arbeite ich leider immer noch temporär auf dem Bau und kann von altersvorsorglichen Privilegien und Teilzeit nur träumen. Bei einem Kind müsste ich auf 0% reduzieren oder bei gleichen Konditionen weitermachen, inkl. der massiven Unsicherheit und dem unvorhandenen Kündigungsschutz. Ich später noch studieren. Dann bin ich 30 und in der sog. „Torschlusspanik“. Da schon das nächste Problem: Wenn ich damit fertig bin und einen sicheren Job habe, ist mein Partner bereits 50. Toll!

    • tina sagt:

      das ist doch gar kein so schlechter plan. du könntest anfangen nach alternativen ausschau zu halten und dich entsprechend beginnen darauf einzurichten. mal brainstormen: wieviel liegt dir an der arbeit selber oder käme ein branchenwechsel in frage? welche branchen kämen in frage und fehlt dir für einen wechsel noch knowhow? dann peilst du den wechsel an, besorgst dir das knowhow, wirst schwanger :), fängst an zu studieren und teilzeit arbeiten und wenn das kind grösser ist, bist du schon fertig mit studium oder kannst dich richtig reinhängen. angenommen du hängst an deiner arbeit auf dem bau und auch dein studium ginge in die richtung, könnte trotzdem ein einschub von etwas anderem für ein paar jahre für deine entwicklung nützlich sein.

  • Hansli sagt:

    Teilzeit wird auch in Zukunft einer privilegierten Schicht vorbehalten sein. Und damit meine ich nicht, die Vereinbarkeit von Teilzeit und Beruf/Karriere (für mich meist Einstellungssache), sondern einfach die finanzielle Seite. Im Prinzip wäre das einfach die Fortführung in anderer Form, das ein Verdienst für den Lebensunterhalt einer Familie genügt. Wir haben immer noch das Privileg, das ein Medianlohn für eine Familie mit 2 Kindern knapp genügt. Heisst für mich bescheiden leben, aber ohne gerade jeden Rappen umzudrehen. Aber um denselben Lebensstandard wie früher (20 – 30) zu halten braucht es mehr als einen Medianlohn. In vielen Bereichen hat es in den letzten 10 bis 20 Jahren keine Lohnerhöhung gegeben. Die Einstiegslöhne sind immer noch dieselben und das Lohnband ist schmaler

    • Zufferey Marcel sagt:

      Unter den gegebenen Strukturen ist das vollkommen richtig. Über die Ursachen, warum paritätische Familienmodelle bis hoch in den gesegneten Norden so selten sind, darüber lässt sich vortrefflich streiten, wie dieser Blogeintrag einmal mehr beweist. Nur eines ist in diesem Zusammenhang ganz sicher: Durchsetzen werden sich auch in Zukunft (nur) Paarformen und Familienmodelle, bei denen die Opportunitätskosten für alle Beteiligten am tiefsten sind. Und wie man diese tief halten kann, darüber lässt sich sicher gleich noch einmal streiten.

      • Hansli sagt:

        @Zufferey
        In meinem nicht repräsentativen Bekanntenkreis arbeiten die meisten beide 80% oder er 80% sie 60%. Unter 60% geht niemand, das ist so die unterste Grenze für die meisten Jobs um sich nicht Chance auf Karriere zu verbauen. Ich meine damit nicht die Top-Managementkarriere, sondern Projektleitung in einer Fachkarriere. Ich denke, wären Krippen günstiger, dann würde einige aufstocken. Ist halt eine Mischrechnung zwischen Minimum, Krippenvergünstigung und Steuern. Unter dem Strich einfach das Modell wo am meisten Ende Monat beleibt, ohne sich die Karriere zu zerstören. Was jedoch so alle nicht beachten sind die Konsequenzen im Falle eines Unfalls mit Todesfolge/Invalidität und auch später die AHV. Das alles misst sich am Lohn oder dem prognostizierten PK-Kapital.

      • Hansli sagt:

        Nachtrag: Diese Risiko-Opportunitätskosten bei den Sozialwerken werden übersehen. Die Chance, dass es einem trifft ist klein, abgesehen von den Renteneinbussen. Gesellschaftlich gesehen schenkt das jedoch mit steigenden Sozialkosten ein.

  • Christoph Bögli sagt:

    Den Ansatz finde ich definitiv begrüssenswert und es im Prinzip befremdlich, dass man so etwas in der heutigen Zeit überhaupt noch als quasi-exotisches Modell der Öffentlichkeit schmackhaft machen muss, sprich dieser Ansatz nicht längst die Normalität ist.

    Eine Anmerkung jedoch: Gerade die skandinavischen Länder kennen Teilzeit eigentlich kaum bzw. dieser Ansatz hat dort keine Priorität, ganz einfach weil die sonstigen Rahmenbedingungen dies wesentlich weniger erfordern um Arbeit, Familie und Lebensqualität unter einen Hut zu bringen. Stichwort niedrigere Wochenarbeitszeit, aber auch grössere Flexibilität (z.B. bei kranken Kindern) sowie bezahlbare Kitas. Alles Punkte, die m.E. mindestens genau so wichtig sind, wie ein grösseres Entgegenkommen punkto Teilzeit.

    • Danke für den Hinweis. Ich bin kein ausgeprägter Skandinavien-Kenner und hab einfach mal Annahmen getroffen. Ihre Erklärung ergibt natürlich Sinn.

    • Hansli sagt:

      Teilzeit ist ausserhalb der Schweiz eigentlich überall unbekannt. Da stellt sich die Frage nach wieviel arbeiten gar nicht, man ist froh zu arbeiten, weil man 2 Einkommen braucht um zu überleben. Daher wird dann oft, nicht überall, die Kundenbetreuung fasst gratis angeboten.

      • Christoph Bögli sagt:

        @Hansli: Das ist grösstenteils falsch. Insbesondere die Annahme, dass man in der Schweiz mit einem Einkommen besser durchkommt als anderswo, entbehrt so ziemlich jeder Grundlage. Ebenso wenig dürfte das Einverdiener-Modell in der Schweiz historisch oder heute überdurchschnittlich verbreitet sein, ansonsten bitte Quellen dazu.

        Mein Erklärungsansatz ist wesentlich plausibler: die meisten europäischen Länder, insbesondere die familienfreundlichen, haben deutlich niedrigere Wochenarbeitszeiten. Was halt meist genau jene Stunden ausmacht, mit denen sich auch 100% Jobs wesentlich stressfreier mit Kindern vereinbaren lassen. Wenn man bereits mit 100% auf 80-90% des Schweizer Standards ist, dann erübrigt sich der Teilzeit-Bedarf vielfach bereits.

      • Christoph Bögli sagt:

        PS: Und die Geringverdiener mussten eh schon immer doppelverdienen um durchzukommen, bloss dass diese in sturen Workaholic-Ländern wie der Schweiz oder USA doppelt gestraft sind und die Kinder dann sich selbst überlassen müssen wenn nicht gerade die Grosseltern einspringen. Weshalb gerade jene von besseren Arbeitsbedingungen profitieren. Umgekehrt wird also ein Schuh drauf.

      • Hansli sagt:

        @Bögli Die Durchschnittliche Wochenarbeitszeit aller Erwerbstätigen ist in der Schweiz gerade einmal 36:12h, in der EU sind 24 min mehr. Bei Vollzeit arbeiten wir jedoch eine Stunde mehr. Die Stundenmedianlöhnen sind Kaufkraftbereinigt etwa gleich hoch in Dänemark, ca. 25% höher als in Deutschland, Frankreich und Niederlande. Um den CH-Standard zu erreichen müsste in diesen Ländern 25% mehr gearbeitet werden. Anzumerken ist auch das im Alter der Familiengründung in den meisten EU-Staaten der Erwerb von Eigentum ansteht. Denn Miete ist praktisch unbekannt und teuer. Heisst man zieht vom Elternhaus/WG direkt ins Eigentum. Bei Gründung der Familie arbeitet man zu zweit um die Hypothek abzuzahlen. Die höchsten Lebenskosten hat man während der Familiengründung!

      • Hansli sagt:

        @Bögli Die Frau mit den Kindern zuhause war bis Mitte der 90’er das dominierende Modell.

  • Tina sagt:

    Mir gefällt der heutige Beitrag sehr, weil er eben auch offen anspricht, dass Kinderhaben mit Einschränkungen verbunden ist. Das heisst also, dass ich mir, wenn ich mich an der Kinderbetreuung und an der Hausarbeit substantiell beteiligen möchte, mir einen Job suchen muss, der a) möglichst nicht in der Privatindustrie ist und b) keine Führungsverantwortung hat oder ich mir c) den Arbeitgeber danach aussuche, dass er Teilzeitstellen anbietet (z.B. Axa). Dann sollte es eigentlich klappen mit der Teilzeit. Das haben meine Studienkolleginnen alle gemacht (und konnten nach der Familiengründung Teilzeit arbeiten) und von meinen Studienkollegen keiner (hier konnte niemand Teilzeit arbeiten).

  • Peter Mayer sagt:

    Ein solches Modell hat Esther Vilar bereits vor knapp 40 Jahren in ihrem Buch „Das Ende der Dressur“ vorgeschlagen. Als faire Lösung für Frau und Mann. Sie nannte es einfach der 5 Stunden Arbeits-Tag. Mit 2 Schichten, eine Vormittags und eine Nachmittags in allen Betrieben (wo möglich). Mit dem Vorteil, dass jemand der Vormittags z.B. anruft, immer den gleichen Ansprechpartner erreicht und umgekehrt. Ich halte Esther Vilar für eine unterschätzte Autorin, man muss ihre Bücher einfach richtig interpretieren und nicht alles 1:1 wörtlich nehmen. Vieles was sie anprangert, stimmt leider und ist auch heute noch topaktuell!

  • Fridli Marti sagt:

    Die diversen pauschalen Urteile i.S. „Teilzeit geht nicht – Punkt“ erstaunen mich, ich habe andere Erfahrungen: Meine Frau und ich haben vor 16 Jahren das 50-50-Modell gewählt und sind sehr glücklich damit – mit allen Vor- und Nachteilen. Jetzt wo unsere beiden Buben langsam auf eigenen Füssen stehen, liegt das Pensum bei je 70% – die Hausarbeit immer noch +- ausgeglichen aufgeteilt. Wir sind beide Akademiker und in unseren Berufen tätig, meine Frau angestellt und ich mit eigener Firma. Mit der heutzutage üblichen projektorientierten Arbeitsweise wissen (+ bemerken) diverse meiner Auftraggeber gar nicht, dass ich nur Teilzeit arbeite. Und nein (@Anh Toàn), ich bin kein halber Amateur, sondern ein Vollprofi – ist v.a. eine Frage der schlauen Organisation (wie vieles im 50-50-Modell …)

    • zysi sagt:

      Danke für ehellenden Beitrag. Dadurch ist eigentlich klar, dass es schon heute hierzulande mit persönlichem Engagement möglich ist, sein Modell einzurichten, wenn wir denn auch wollen…vielleicht gelingt es nicht genau allen so wie frau/man es sich vorgestellt hat, aber sicherlich nah genug.
      Geht uns seit 11 Jahren auch so, wenn auch mit individuell angepassten Beschäftigungsanteilen.

  • Martin Waldner sagt:

    Viele der Kommentare hier gehen fälschlicherweise davon aus, dass eine 50/50-Rollenverteilung impliziert, beide Partner würden nur im 50%-Pensum arbeiten. Das mag bei Herrn Tschannen so sein, und das geht natürlich nur in privilegierten Kreisen. Aber 50/50-Rollenverteilung kann auch heissen, beide Eltern arbeiten in hohen Teilzeitpensen. Allerspätestens ab dem Kindergartenalter (und somit während 80% der Kindheit) sollte das absolut kein Problem sein, und es hat gegenüber den erwähnten Argumenten kaum Nachteile und gleichzeitig viele Vorteile. Entsprechend fallen auch die Einwände weg, man müsse privilegiert sein, um sich das leisten zu können. Zwei 50%-Jobs zu finden, mit denen man den Familienbedarf decken kann, mag schwierig sein – bei zwei 80%-Jobs sieht es anders aus.

    • Danke für die Richtigstellung. Ja, was ich hier vertrete ist „beide arbeiten Teilzeit“. Der Ausdruck 50/50 ist etwas missverständlich. Bei uns sind es im Schnitt etwa 60% und 60% mit kleineren Schwankungen über die Monate.

  • Linus sagt:

    Meine Frau und ich haben beide je 80% gearbeitet. Sehr schöne Wohnung, gehobene Ferien, 2 Autos, guten Wein usw.
    Nach Geburt beide reduziert auf 50%. Neue günstigere Wohnung, Ferien in Ferienwohnung mit selber kochen, 1 Auto, immer noch guten Wein usw.

    Jetzt nach 8 Jahren werde ich mein Pensum auf 60% erhöhen. Vielleicht in Zukunft noch höher. Mal schauen.

    Auf alle Fälle war es eine fantastische Zeit, die ich erleben durfte. Ich empfehle diesen Schritt allen, denn nie wieder kriegt man die Chance, die Kinder beim aufwachsen so nah zu begleiten.

    Klar, Geld spielt immer eine Rolle. Aber wenn mir jemand sagt, es liege finanziell nicht drin, im Wissen darum, dass sein neuer Audi zwei meiner Jahreslöhne vernichten würde, liegt mir ein Schmunzeln im Gesicht.

    • Linus sagt:

      Übrigens ist auch die Altersvorsorge nicht am Arsch. Die AHV kriegt keine Lücken ab (natürlich gibts später nicht die Maximalrente, die kriegen aber auch viele andere nicht) und die Pensionskasse wird vorher, in der Zwischenzeit und danach wieder gefüttert. So schlimm ist es nicht.

      Wenn man in einem Tieflohnjob arbeitet, kann dieser Schritt wohl nicht gemacht werden. Aber so läufts nun mal in unserem System.

      • Anh Toàn sagt:

        1 Kind?

      • Anh Toàn sagt:

        Mit zwei Kindern wird das mit der günstigeren Wohnung ziemlich ummöglich. Zentral wohnen empfiehlt sich sehr, sonst braucht man zwei Autos.

        Wir haben ein kleines Kind, das ist kein Problem, aber für ein zweites brauchen wir mehr Wohnraum, mehr Essen, mehr Schränke, kurz mehr Geld und auch noch mehr Betreuungszeit. Also müssen wir optimieren, möglichst viel Geld pro aufgewendete Arbeitszeit bekommen, wer mehr verdient pro Stunde, muss Geld beschaffen.

      • Carlita sagt:

        Die AHV-Lücken gibt es sowieso nicht (Erziehungsgutschriften). Abstriche finde ich zu Gunsten eines gängigen alle zufriedenstellenden Familienmodells auch nicht tragisch. Hauptsache der gute Wein geht nicht flöten!

      • Anh Toàn sagt:

        Und letztlich gilt dies für fast alle. Alle haben Ansprüche an ihren Lebensstandard, ein wenig runter geht ja auch, aber irgendwo sind Grenzen. Wir sind ja keine Hippies! Und alle haben ein Budget. Und wenn mehr Betreuungszeit gefordert ist, und gleichzeitig mehr Geld, ist der Entscheid letztlich logisch. Und wenn die 100% vom besser verdienenden nicht reichen, müssen halt noch 20 oder 40 dazu, am Wochenende, abends.

      • Ahn Toàn: Wenn beide um die 50% arbeiten braucht es eben kein zweites Auto. Das ist nebst der Kita einer der Vorteile z.B. gegenüber beide 80%. Daneben existiert öffentlicher Verkehr in der Schweiz nicht nur in der Stadt. Ich wohne auf dem Land. Weder meine Frau noch ich fahren mit dem Auto zur Arbeit.

      • Anh Toàn sagt:

        Herr Tschannen, Sie haben 1 Kind, wie ich, habe ich verstanden. Wir denken über ein zweites nach. Erst da wird es ernst, das war doch mal ein Blogthema.

        Viel Spass mit 1 Säugling im Kinderwagen und 1 Kleinkind und dem Familieneinkauf im ÖV.

        1 Kind ist kein Problem aber 1 Kind ist nix richtiges Familienmodell.

      • maia sagt:

        Anh Toàn: ich kann Ihnen versichern, dass es auch mit mehreren Kindern kein Problem ist autolos zu leben. Vor allem bei einem ca. bei 50/50 Modell kann ja problemlos ein Elternteil ohne Kinder einkaufen gehen. Auch können sich vor allem kleine Kinder problemlos ein Zimmer teilen. Es wird also nicht unbedingt teurer mit dem Wohnen.

      • Anh Toàn sagt:

        Wir haben jetzt zwei Zimmer…..
        ziemlich gross und ziemlich schön und ziemlich gute Lage und ziemlich Eigentum (wenig Schulden).

        Ich bin aufgewachsen zu fünft, drei Kinder, auf 70m2. Meine Frau ist aus Vietnam. Wir hätten kein Problem in dieser Wohnung zu bleiben, auch mit zwei Kindern nicht, aber wir wären eines für unsere Nachbarn, und das wäre wiederum ein Problem. Aber vielleicht werden die zwei drei Jahre damit leben müssen.

        Bei weiter weg wohnen sind noch viel bedeutender als die Kosten des Transportes zur Arbeit, Zentrumsleistungen die Zeit, die man dafür braucht, aber nicht hat, weil sonst könnte man ja mehr Prozente arbeiten.

  • misi sagt:

    Mal ganz off topic:
    Ich habe heute Vormittag den Beitrag gelesen, meinen Kommentar abgegeben und jetzt wieder hier rein geschaut, gelesen und mehr und mehr den Kopf geschüttelt…
    Herr Tschannen, ich bewundere Sie dafür, dass Sie auch noch so herablassende, angriffige, sarkastische Kommentare „ruhig“ und sachlich und oft mit einem 😉 beantworten.

    • Danke. Wissen Sie, ich bin dafür anderweitig sehr privilegiert. 🙂

      Nein ernsthaft: Manchmal nerven mich einzelne Kommentare natürlich auch. Aber das muss man beim Bloggen aushalten können oder halt was anonymeres machen. Ich diskutiere hier gerne mit, auch wenn es mal persönlicher wird. Die anderen Kommentierenden opfern ja auch ihre Zeit, warum sollte meine da zu schade sein? Und verglichen mit vielen anderen Kommentarspalten der Schweizer Medienlandschaft geht es hier doch ziemlich anständig zu und her.

  • Hansli sagt:

    Finanziell taugt dieses Modell für die meisten nicht als Zukunftsmodell. Denn entweder genügt der Lohn nicht, oder man ist danach mit hoher Wahrscheinlichkeit im Alter auf Ergänzungsleistungen angewiesen. Das kann nur eine finanziell privilegierte Schicht machen. Ich halte deswegen den Titel für völlig falsch gewählt.

    • Michael sagt:

      Der Autor scheint offenbar der Meinung zu sein, dass in der Schweiz alle im Monat mehr als 10K verdienen.

      • 13 sagt:

        Der Autor hat geschrieben, dass er uns seine Frau zusammen ein durchschnittliches Schweizer Einkommen haben. Das liegt einiges unter 10K. Aber ja, es ist schön in einem Land zu leben, wo der Durchschnitt finanziell privilegiert ist…

      • Hansli sagt:

        @13

        Der Autor hat im Titel geschrieben das Familienmodell der Zukunft. Also ein Modell, das für alle geeignet ist. Das funktioniert bereits finanziell für viele nicht. Median-Brutto 2014 ist 6400 CHF/Monat. Für Miete (ca. 2000CHF) und Krankenkasse 2 Erwachsene 2 Kinder (ca. 900CHF) gehen da bereits locker ca. 2900 CHF pro Monat weg. Klar kommt man mit diesem Betrag durch, ist für mich das Minimum für eine Familie. Aber eben, 50% der Bevölkerung haben diesen Betrag nicht zur Verfügung bei einer 50% Anstellung.

      • Der Autor und seine Frau verdienen mit total knapp 120 Stellenprozent etwa 7’000 Franken im Monat. Sie könnten mit einem anderen Modell wohl mehr verdienen, sind so aber sehr glücklich. Gehören wir zu einer finanziell privilegierten Schicht? Vermutlich ja. Genauso wie viele andere auch.

        Krankenkasse bezahlen wir mit einem Kind 650.- im Monat. Hypothek 600’000 Franken, bei zugegeben derzeit sehr attraktiven Zinsen. Möchten Sie sonst noch etwas wissen?

      • Zufferey Marcel sagt:

        Läck Bobby, meine ehrliche Bewunderung haben die Tagi-Blogautoren langsam, ganz ehrlich: Erst die Medien geben den Menschen ihre Würde wieder zurück, hat Houellebecq einmal sinngemäss geschrieben. Die Medienschaffenden hat er damit nicht gemeint, item: Was wir als Leser alles über das Privatleben bis hin zu z. T. intimsten Details erfahren, ist ja sagenhaft! Da entblättern sich M. Binswanger, M. Tschannen und andere bisweilen ja förmlich: So viel Mut habe ich nicht einmal als Kommentator, der mit seinem Klarnamen schreibt. Ich habe ehrlich gestanden Mühe, dieses Phänomen richtig einzuordnen. Irgendwie… ja, ist das schon bemerkenswert, wirklich.

      • Die Form des Blogs bedingt m.E. einen Touch Persönliches und Intimität. Ich gehe davon aus, dass meine Finanzdetails im Normalfall niemanden sonderlich interessieren. Aber wenn hier Vorstellungen darüber kreisen, wie viele 10k ich pro Monat verdienen würde, stelle ich das gerne klar.

      • Anh Toàn sagt:

        Einkommen etwa 7000 Franken, Hypo 600’000 Franken: Ihr Modell hebelt die Kriterien der Banken zur Tragbarkeit aus. Oder Sie erzählen nur eine Teil Ihrer Geschichte.

  • 13 sagt:

    Ich finde das Modell gut. Für die Umsetzung braucht es sicher je nachdem einige Voraussetzung (dass Herr Tschannen und seine Frau gleichviel verdienen hilft sehr, ist aber wohl nicht Bedingung), aber vor allem Bereitschaft. Ohne diese geht es nicht. Bereitschaft des Arbeitgebers, aber auch der Eltern. Wer will, sucht Wege, wer nicht will, sucht Gründe. Und wenn ich schaue, wieviele (auch oder insbesondere Männer) nun Gründe suchen, warum es nicht geht, nicht schlau, nicht umsetzbar ist, dann muss ich sagen, dass diese wohl einfach nicht besteht. Spannend wird es dann, wenn es die gleichen sind, die nach einer Scheidung die hälftige Betreuung fordern. Während der Ehe soll sie aber völlig unmöglich sein?

    • Sportpapi sagt:

      Hm. Schon richtig. Aber die hälftige Betreuung heisst doch keineswegs, dass keinerlei Fremdbetreuung möglich ist. Sondern nur, dass der Mann 3-4 Tag für das Kind zuständig ist.
      Oder ist die Frau als alleinige Obhutsinhaberin verpflichtet, jegliche Arbeitstätigkeit einzustellen? (schlimm genug, dass es teilweise passiert.)

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Nein, es geht um die Fortführung des Gelebten, dies sicher nicht nur in Bezug auf die Elternbetreuung, sondern auch sonst. Ein Kitakind, das sich da wohl fühlt, aufgrund der Trennung aus der Kita zu nehmen, wäre genauso falsch, wie ein Kind, das bisher zu Hause betreut wurde, aufgrund der Trennung in eine Kita zu geben. Es hat ja in beiden Fällen schon genug Änderungen zu verkraften.
        Ich stelle einfach fest, dass entweder a) die Männer bei einer Trennung plötzlich alles möglich machen können, wie reduzieren, was vorher nicht möglich war, wobei ich mich frage, warum es nicht möglich war, oder b) es bei der Forderung nach geteilter Betreuung eben nicht um Betreuung geht, sondern doch um Geld, denn betreuen will man ja dann nicht. Nur Verantwortung? Kontrolle?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Worum geht es? So wie ich es (aus der Ferne) sehe um die schicksalshafte Frage: Bleib ich dem Kind ein präsenter Vater, oder verschwindet es praktisch ganz aus meinem Leben. Alle zwei Wochen mal ein Wochenende ist ja ein Witz, wenn man es bisher jeden Tag (oder zumindest morgen und Abend) erlebt hat. Und ja, da würde auch ich sehr viel mehr möglich machen, wenn es etwas bewirken würde.
        Die Frage bleibt, ob es zuvor wirklich nicht möglich war, bzw. ob es wirklich ultimativ verlangt worden war? Meistens wohl eher nicht. Und ja, sicherlich spielt das Geld auch eine Rolle, denn das ist meistens knapp. Es macht allerdings wohl wenig Unterschied, ob man an einem Tag eine Kinderbetreuung zahlt oder der Mutter etwas überweist. Sollte es zumindest nicht.

      • Martin Waldner sagt:

        @13:
        Die Argumente kann man alle auch umkehren: Warum soll die während der Ehe gezeigte Bereitschaft des Mannes, die Frau mit ihrer (oft nicht abendfüllenden) Betreuungstätigkeit vollzufinanzieren nach der Ehe plötzlich in einen moralischen Anspruch zur Weiterfinanzierung für die nächsten xx Jahre umgedeutet werden? (Wäre die Ehe weitergegangen, hätte das Modell ja auch im Laufe der Zeit noch ändern können.) Hätte das Kind das dann auch „nicht verkraftet“? Und bei der Forderung nach alleiniger Obhut geht es ja auch ganz sicher NIE ums Geld? (Wenn ich mir das Gejammer über die bösen Männer anhöre, die sich alle nur vor „DEN Zahlungen“ drücken würden, dann impliziert das ja auch, dass von gewissen Frauen der Anspruch die 5000CHF/m Teil ihrer Version der göttlichen Ordnung ist.)

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Grösstenteils einverstanden. Ich finde die Lösung alle 2 Wochenende in den allermeisten Fällen haarsträubend. Aber die Frage würde sich ja hier noch stellen, ob eine Präsenz auch ohne gemeinsame Obhut nicht möglich wäre. Zusätzliches Abendessen einmal pro Woche oder so sollte ja drinliegen.
        „Es macht allerdings wohl wenig Unterschied, ob man an einem Tag eine Kinderbetreuung zahlt oder der Mutter etwas überweist. Sollte es zumindest nicht.“
        Absolut einverstanden, aber nicht, wenn es „nur ums Prinzip geht“ und leider erlebe ich das zu häufig. Ich habe keine Statistik gemacht, aber ich würde sagen, in etwa 10% der Fälle wird inzwischen die gemeinsame Obhut überhaupt gewünscht. Und in ca. 50-60% davon wäre sie auch umsetzbar und im Kindswohl.

      • Christoph Schnyder sagt:

        Das sehe ich so wie Sportpapi. Wenn ein Mann während der Ehe zu einem bestimmten Zeitpunkt einer bestimmten Rollenverteilung zustimmt, dann tut er genau das – für einen bestimmten Zeitpunkt dieser Rollenverteilung zustimmen. Er gibt damit keine impliziten Garantien ab, dass diese Rollenverteilung für alle Ewigkeit und insbesondere nach der Ehe beibehalten wird. Und wenn er nach der Ehe merkt, dass seine Bereitschaft die Familie zu finanzieren, ausgelegt wird als implizite Zustimmung dazu, dass er seine Kinder nur noch alle zwei Wochen sehen darf, dann ist es völlig natürlich, dass er dass dann „plötzlich“ um alles in der Welt ändern will, und nicht irgendwie böswillig oder geldorientiert. Betreuen tut er übrigens auch abends, nachts und morgens, nicht nur während Kita-Öffnungszeiten.

      • 13 sagt:

        Aber das sind oftmals die Fälle, wo auch während des Zusammenlebens eine gemeinsame Betreuung gelebt wurde.

        @ Martin
        Doch, auch da geht es oft ums Geld. Allerdings häufiger darum, Geld zu erhalten, um das Kind länger selber betreuen zu können, was doch einen Unterschied ausmacht.
        Es rechtfertigt natürlich nicht die Finanzierung bis ans Lebensende, aber evtl. vorübergehend. Auch verkraftet ein Kind normalerweise die Kita sehr gut. Ich wollte mich auch nicht dagegen aussprechen. Ich halte es nur für schlecht, wenn der Kita/Horteintritt zeitlich genau mit der Trennung der Eltern zusammenfällt. Wo es auch anders geht, sollte das vermieden werden. Später oder ohne Trennung ist es kein Thema.

    • Martin Waldner sagt:

      Und – nicht zu vergessen – die Frauen, die eigentlich nur Gründe suchen, nicht arbeiten zu müssen („die Kita-Kosten bzw der Verdienst-Ausfall bei meinem Mann frisst ja sowieso nur MEINEN potentiellen Lohn weg, da lohnt es sich ja nicht“). Und spannend wird es dann, wenn es die gleichen sind, die bei der Trennung im Babyalter des Kindes meinen, dass sie für die nächsten 15 Jahre im Leben des Kindes auch einen Anspruch auf die alleinige Obhut haben, weil der Vater ja die paar Monate im Leben des Kindes „während der Ehe“ auch nicht reduziert hat bzw den nicht-existenten Vaterschaftsurlaub nicht bezogen hat.

      • Martin Waldner sagt:

        PS Aber ich gebe Ihnen recht. Wenn ich mir die ganzen Kommentare hier anschaue, die mehr oder weniger die landläufig als „traditionell“ bezeichnete Rollenverteilung verherrlichen, dann wird mir auch schlecht. Diese Männer erweisen allen engagierten und bei Trennungen benachteiligten Vätern einen Bärendienst.

      • 13 sagt:

        @ Martin
        Grundsätzlich richtig, wobei diese Gründe nicht immer nur auf Frauenseite gesagt werden. Auch wenn heute kaum ein Mann wie in die „göttliche Ordnung“ ausdrücklich sagen würde, dass Berufstätigkeit der Frau nur geht, wenn der Haushalt etc. nicht leidet, so gibt es doch viele Fälle, wo er im Gegenzug nicht viel übernimmt, und ich irgendwann verstehen kann, dass sie sich vor der Doppelbelastung ziert.
        Für die Trennung im Babyalter wäre ich nachwievor der Meinung, dass verpflichtende Eheverträge, wo man eben den Plan (das Gelebte gibt es ja nicht nicht) festhält. Das würde beide schützen…

  • Domenico sagt:

    Schon im 18. JH fand man heraus, dass (ökonomische) Effizienz einer Arbeitsteilung bedarf. Konkret bedeutet dies, dass man i.d.R. mit einem 50% Job nicht 50% des Gehalts eines Vollzeitjobs erhält, sondern signifikant weniger, wobei die Diskrepanz mit steigendem Gehalt bzw. steigender Qualifikation stetig zunimmt (was mitunter auch ein Grund ist, wieso Frauen weniger verdienen). Das Ganze verschärft sich, sollten die beiden Eltern nicht denselben Lohn haben. Long story short: aus ideologischer Sicht mag Ihr Ansatz interessant sein, wirtschaftliche hingegen sind sie auf dem Holzweg.

    • Martin Waldner sagt:

      Was Sie hier in ihrer Rechnung vergessen ist die wirtschaftliche Effizienz der Frau in einer traditionellen Rollenverteilung. Die war nämlich im 18. Jahrhundert recht gut, wo eine Frau einen Grossteil ihres Lebens schwanger war, ca 5-8 Kinder grossgezogen hat und meist nebenbei noch durch verschiedene Tätigkeiten zum Erwerbsbeinkommen beigetragen hat. Bei den 1-2 Kindern heutzutage ist die Effizienz absolut miserabel. Das nicht-arbeiten-um-Kinder-zu-betreuen ist heute ein extrem teures Hobby, insbesondere wenn man die langfristigen Kosten (vertane Karrierechancen) mitberücksichtigt. Die heute wirtschaftlich effizienteste Variante wäre maximale Fremdbetreuung – (oder, wenn man das nicht möchte, die Variante beide arbeiten 80% plus etwas Fremdbetreuung, vorzugsweise durch Pensionierte).

      • Domenico sagt:

        Da haben Sie recht, das habe ich nicht erwähnt. Selbstverständlich bin ich nicht der Meinung dass die Frau nicht arbeiten soll.

  • Ernst Walter sagt:

    Ich bin zu 100% Hausmann, und habe über die letzten Jahre gemerkt, dass ein Mann für die Kinderarbeit genetisch einfach nicht taugt. Und das sagen alle Männer, welche ich als Hausmänner kenne. Das moderne Rollenbild der Arbeitsteilung ist komplett falsch. Jeder weiss es, aber niemand will es zugeben. In allen Medien wird immer und immer wieder erzählt, dass der Mann genetisch eine Frau sei. Die Praxis zeigt aber das genaue Gegenteil. Ich weiss nicht, weshalb das nicht endlich zur Kenntnis genommen wird. Muss man denn unbedingt das Rollenbild der karrieremachenden Frau unter allen Umständen zementieren, entgegen jeglicher Erfahrung und gegen jede Wissenschaftsforschung? Wann hört dieses Dogma endlich auf?

    • Und wo haben Sie Biologie studiert?

    • Sandra sagt:

      Die Frustration aus den eigenen vier Wänden komplett auf die Gesellschaft zu übertragen scheint mir wenig hilfreich.
      Ich bin aber voll bei Ihnen, dass das zementierte Bild der karrieremachenden Frau abgeschafft wird. Es soll Karriere machen können wer will, unabhängig vom Geschlecht. Das Problem an diesem neuen Rollenbild ist doch, dass viele Männer von ihren Frauen erwarten, dass sie trotz Kindern Karriere machen, da sie auf keinen Fall für die Frauen aufkommen wollen. Dabei sind die meisten aber nicht bereit, sich dafür an der Haus- und Erziehungsarbeit zu beteiligen. In dem Sinne: Hut ab vor dem Autoren!

      • Danke Sandra. Es ehrt mich, aber Sie dürfen den Hut wieder aufsetzen. Ich arbeite gerne im Haushalt und betreue mein Kind. Entsprechend erbringe ich keine bewundernswerte Leistung sondern folge schlicht meinen Interessen.

    • Tabea Schneider sagt:

      @ Ernst Walter: Für diese Worte muss ich ihnen Dankeschön sagen. Wie wahr.

    • 13 sagt:

      „In allen Medien wird immer und immer wieder erzählt, dass der Mann genetisch eine Frau sei.“

      Können Sie mir 1-2 Beispiele nennen?

    • Cybot sagt:

      „Genetisch nicht taugt“ ist hier wohl eher ein Synonym zu „hat keinen Bock“ gemeint. Ansonsten bitte die konkreten Gene angeben, die das steuern.

    • Martin Waldner sagt:

      Und ich habe gemerkt, dass Frauen für die reine Hausfrauenarbeit ebenfalls nicht taugen. Ich habe noch nie eine Hausfrau getroffen, bei der ich das Gefühl gehabt hätte, den Kindern ginge es wesentlich schlechter, wenn die Mutter ordentlich arbeiten ginge. (Bitte keine Gegenkommentare überzeugter Hausfrauen – wenn Ihr das gern macht, und Euer Mann Euch das auch wirklich gern finanziert, ist dagegen nichts einzuwenden. Es ist einfach ein Lifestyle-Entscheid – wie das Einkaufen im Bio-Supermarkt – aber keine Notwendigkeit oder ein sinnvoller „Standard“).

      • Enrico sagt:

        Sehr richtig Herr Walder,
        Zum Problem wird’s aber bei einer Trennung. Dann wird dieser Lifestyle Entscheid plötzlich in die totale Aufopferung der Frau um Interpretiert.
        Sie werden dann die größten Mühen haben, das die Frau je wieder arbeiten geht. Und Sie dürfen als Dank neben den Alimenten den Haushalt am Wochenende selber machen.

      • Regula Habig sagt:

        @Martin Waldner: Soviel Arroganz in einem einzigen Beitrag ist unglaublich. Nicht nur wollen Sie anderen Leuten den Schnabel verbieten und entscheiden, wer Ihnen antworten darf und wer nicht, nein, Sie wissen auch noch ganz genau, wie es den Kindern anderer Leute ginge, wenn die Mutter ORDENTLICH (!) arbeiten gehen würde. Was arbeiten Sie denn Ordentliches, dass Sie sich an einem Wochentag um 15.16 h im Internet herumtreiben können, oder sind Sie selbständig, oder haben Sie Ferien? Das geht mich genausoviel an wie Sie, wer wie wo was ordentlich arbeitet: gehts eigentlich noch!

  • Claudi sagt:

    Wenn 50% ausreichen für den Lebensunterhalt, ist das natürlich nicht schlecht. Bei den meisten Menschen, ob mit oder ohne Kinder, reichen 50% Arbeitspensum nicht aus. Allerdings gibts natürlich immer Ausnahmen. Wer gut erbt muss gar nicht arbeiten…

    • Anh Toàn sagt:

      Oder jemanden heiraten, der gut gerbt hat.

    • Margot sagt:

      50 % und 60 % ergeben 110 % Arbeitsaufwand.

    • 50% sind etwas knapp, aber 2 x 50% geht eigentlich.

      • Claudi sagt:

        Tschannen, ob eine Einzelperson 50% arbeitet, oder ob zwei Personen mit Kinder 2×50% arbeiten, kommt auf dasselbe raus. Es bedeutet, dass bloss 50% der üblichen Arbeitszeit benötigt werden, um ein Auskommen zu finden.

      • Adam Riese sagt:

        Ich finde auch, dass 2 x 50% für zwei Personen und Kinder zu wenig sind. Aber da in der Schweiz grosse Teile der Bevölkerung es für normal halten, dass 1×100% + 1×0% reichen, ist wohl gegen 1 x 50% nichts einzuwenden.

      • 13 sagt:

        @ Claudi
        Der Medianlohn in der Schweiz liegt bei rund CHF 6’400.00 brutto. Das Existenzminimum einer Person bei rund CHF 2’800-3’200.00, s.h. es müsste in etwa, wenn auch knapp aufgehen. Das Existenzminimum der Einzelperson reduziert sich, wenn man in einer Gemeinschaft wohnt, drastisch. Für eine 3-köpfige Familie würde in etwa so aussehen: Grundbetrag Eltern 1’700.00, Grundbetrag Kind 400.00, Miete 1’700.00, Krankenkasse 700.00, Telekom 100.00, Steuern 500.00, berufsbedingte Ausgaben 500.00. Das ergibt CHF 5’600.00. 110 % (50 + 60) des Medianlohns sind CHF 7’040.00, netto ca. CHF 6’300.00. Mit tiefen Lebenshaltungskosten und einem ungefähren Medianlohn geht das auf.

      • Anh Toàn sagt:

        @13 Also mit 50/50 oder 100% Medianlohn und einem Kind ist es genau das Existenzminimum. Hat man keine Ersparnisse, fährt man ab zwei Kindern oder mit Einkommen unter dem Median, besser beim Sozialamt, hat den ganzen Tag mit den Kindern und vielleicht noch Zeit, ein paar mehr zu machen. Die Armen und die Reichen haben viele Kinder, die Mitte darf nicht, sonst wird sie arm.

      • 13 sagt:

        @ Ahn
        Beim zweiten Kind nicht zwangsläufig. Zumindest am Anfang werden die Kinderzulagen (die habe ich oben nicht einmal eingerechnet) und die Steuerersparnis das zweite Kind aufwiegen. Zudem dürfte es bei der skizierten Berechnung zu einem Prämienverbilligungsanspruch kommen, was ja auch wieder entlastet. Bei mehr als zwei Kindern dürfte es knapp werden. Auch wenn die Kinder grösser (und teurer) werden, aber da kann ja das Pensum meistens aufgestockt werden. Bei 50/50 oftmals einiges einfacher als bei 100/0.
        Ein Duchschnittseinkommen (Medianlohn) ist aber meistens Voraussetzung, es sei denn, man lebt wirklich sehr günstig. Die Wohnkosten dürften ausschlaggebend sein.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Mila sprach das Problem Altersvorsorge an.
    Der eigentliche Punkt wurde aber – wenn ich es nicht übersehen habe – dabei nicht berührt.
    In der 2. Säule wird knapp 25’000.- vom Lohn abgezogen.
    D.h. jemand der 100k verdient hat nur 75k die versichert sind, die Sparanteile generieren.
    Ein Paar das 50/50 arbeitet, hat also ein Drittel weniger (50 statt 75k versicherter Lohn) in der PK – bei einem Lohn von 100k.
    Je tiefer der Lohn um so verheerender wird dieser Koordinationsabzug!
    Bei einem Lohn von 70k aufgeteilt auf zwei Pensen hat man weniger als die Hälfte (!) (20 statt 45) in der PK, als wenn der Lohn in einem Pensum verdient wird.

    Darüber müssten Sie sich informieren, bevor Sie vorschnell ihr Modell weiterempfehlen Tsch.!

    • Doch, darüber haben wir unten geredet. Es ist natürlich ein Problem, muss aber nicht unbedingt so sein. Der Arbeitgeber kann den Koordinationsabzug auch dem Pensum anpassen oder den vollen Teilzeitlohn versichern.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Der Arbeitgeber kann – hört sich wieder nach einer sehr privilegierten Stelle an, wo der Arbeitgeber einfach mal ein paar Tausend Franken mehr in die Vorsorge einzahlt….

        Die Realität für die Mehrheit aller Arbeitnehmer ist nun mal eine andere. Das müssen Sie beherzigen.
        Gehen Sie davon aus, dass der ARbeitgeber das nicht extra ändert. Und gehen Sie davon aus, dass die Mehrheit aller Teilzeitler, sich dieser Lücke nicht die Bohne bewusst sind.

      • RoXY, natürlich, man ist da vom Arbeitgeber abhängig. Auf der anderen Seite, darf man bei der Arbeitgeberwahl ruhig auch mal auf seine Vorsorgeleistungen achten. Da gibt es teils massive Unterschiede.

        Aber zugegeben: Ich wusste nicht, wie es bei uns ist und habe es heute morgen nachgeschaut. Scheint als hätten wir gute Arbeitgeber erwischt. Allerdings: Um „ein paar tausend Franken“ geht’s dann im Monat auch wieder nicht.

      • Reincarnation of XY sagt:

        ich schrieb auch nicht im Monat…
        (im Jahr natürlich) und das ist für die meisten Arbeitgeber alles andere als Pipifax.

        Aber ich gebe ihnen recht. Wenn alle sensibilisiert wären und das zur Sprache brächten, wäre das gut. Deshalb muss dieses Thema immer berücksichtigt werden, wenn man das Teilzeitmodell propagiert.

      • Wenn ich das im Kopf richtig überschlage, reden wir hier von 50 Franken im Monat, die ein Arbeitgeber mehr an die Pensionskasse bezahlt, wenn er den Koordinationsabzug mit dem Arbeitspensum reduziert (also zum Beispiel bi 50% nur 12’000 statt 24’000 abzieht).

    • Patrizia Schmid sagt:

      Ich nehme an, dass das 50/50 Modell ausschliesslich für die ersten Jahre der Kindheit sich richtet. Wenn das Kind die Schule besucht und selbständiger wird, gibt es für den Eltern die Chance das Pensum wieder zu erhöhen.
      Ich würde gerne mich darüber Informieren, wie viele alte Frauen, die wegen Familie Ihre Tätigkeiten verlassen haben, eine ausreichende Vorsorge haben, ins besondere wenn sie Witwen sind…
      Das 50 /50 Modell ist das berechtigter für alle Menschen. Da hat Herr Tschannen meine Unterstützung.

      • Sportpapi sagt:

        @Patrizia Schmid: Sie meinen die „alten Frauen“, die wegen der Kinder ihre Arbeitstätigkeit reduziert oder aufgegeben haben. Und es dann 40 Jahre dabei belassen haben? Gibt es ja auch…

      • Patrizia Schmid sagt:

        Ja… viele!! so viele!! ich frage mich wieso???
        Und wann sollte Ihrer Meinung nach eine Frau wieder Ihrer Tätigkeit weiter üben? ändert sich den Arbeitsmark während dieser Zeit nicht? Hat Sie die gleiche Chancen wie Männer ihrer alter, die keinen Stop im Berufsleben für seine Familie gemacht haben? Hat das null Einfluss auf die Vorsorge dieser Frau?

    • Nala sagt:

      Aehm nur so als kleine Anmerkung. Obligatorisch ist sowieso nur ein Lohn von knapp 85’000 (abzüglich die 25′ gibt dann noch 60’000) versichert! Also wer 100k verdient, tut gut daran zu schauen, dass der AG auch überobligatorisch versichert. Sonst ist da nix mit mehr BVG-Rente im Alter.

  • Sandra sagt:

    Zuerst gratuliere ich Ihnen, dass Sie es geschafft haben dieses Modell zu leben, und sich als Mann auch dafür eingesetzt haben.
    Leider ist die Realisation solcher Ideen sehr berufstypus-abhängig. Wie Sie richtig schreiben: z.B. als Mitglied der Geschäftsleitung geht es nicht. Mein Partner und ich haben beide (studierte) Berufe, die kein Teilzeit zulassen, egal in welcher Position. Würden wir diesen Wunsch anbringen, würden wir einfach mit jüngeren, billigeren Studienabgängern ersetzt (ausser man bleibt, so wie er, eben doch in Führungsposition). Ich hatte in meiner Branche als normale Angestellte schon grösste Mühe, überhaupt eine Anstellung zu finden wegen „Baby-Angst“.

  • Michael sagt:

    Sorry, aber es können nicht alle in der öffentlichen Verwaltung oder in den geschützten Bereichen der Binnenwirtschaft arbeiten.

    In der Exportindustrie, aber auch in der Wissenschaft herrscht international ein äusserst harter Wettbewerb. Da reicht Dienst nach Vorschrift einfach nicht aus, um an der Spitze zu bleiben.

    Der Wohlstand hat die Schweizer sehr träge werden lassen. Spätestens bei der nächsten Krise werden wir uns aber entscheiden müssen, wieder mehr zu leisten zu wollen oder halt abzusteigen.

    • Und Teilzeitarbeit ist also Dienst nach Vorschrift? Oder wollen Sie sagen Teilzeitler sind faule Menschen, die nicht richtig arbeiten können und ihren Arbeitgeber nur kosten? Ich weiss ja nicht so recht …

      • Anh Toàn sagt:

        Einerseits ja, aber andererseits sind zum Beisiel ein selbständig Erwerbende bei Teilzeitarbeit keine Profis auf ihrem Gebet, sondern Halbamateure: Und wer will einen Halbamateur, wenn er einen Profi haben kann?

      • Anh Toàn sagt:

        Eine eigentliche Karriere in der Wirtschaftswelt setzt eine Erwerbstätigkeit von ungefähr 200 Prozent voraus, wenn man einfach die notwendige Zeit berücksichtigt:

        Der kleine Sohn meines Freundes hat mal gesagt, wenn er gross sei, werde er „travelling man“, wie sein Vater: Sonntag abend ins Flugzeug, ab Samstag mittag zurück: Aber nur, wenn es gerade gut läuft: Als er den neuen Job übernommen hatte in, besser aus Singapore war er in den ersten drei Monate 2 Wochenende zu Hause.

        Teilzeitarbeit geht bei Lehrern, in der öffentlichen Verwaltung, ansonsten geht allenfalls 80% (das zu verlangen ist dumm, man macht den gleichen Job für 80% des Lohnes, schlauer ist ein Tag Homeoffice, da gibt es weiterhin 100% des Lohnes). Alles darunter ist Ende Karriere.

      • Muttis Liebling sagt:

        @Anh Toàn

        Das ist nicht nur in der Wirtschaft so. Mit nur 100% Pensum oder gar weniger kann man auch nicht Arzt sein. Psychiater geht, aber niemals Hausarzt, Chirurg oder Notarzt.

      • Sportpapi sagt:

        @ML: Wie kommt es dann, dass die Hausärzte meiner Familie immer gerade nicht da sind, wenn wir sie brauchen?
        Doch, fast würde ich sagen leider, Hausarzt in Teilzeitpensum geht sehr wohl.

      • Anh Toàn sagt:

        @sportpapi

        Ein Hausarzt hat zwar weniger als ein Zahnarzt zum beispiel, hohe Fixkosten. Praxisräume, Abschreibungen auf Maschinen. Viele Selbständig Erwerbende arbeiten etwa 9 Monate im Jahr für die Fixkosten und drei für ihr Einkommen. Bereits bei 70% verdienen Sie nichts mehr, bei 50% würden sie drauf zahlen, bei 120 Prozent können die „absahnen“.

        Klar kann man versuchen, die Fixkosten auch zu halbieren, mit Praxisgemeinschaften z.B. Aber ist in der Praxis nicht so einfach.

      • Röschu sagt:

        @ML
        „Mit nur 100% Pensum oder gar weniger kann man auch nicht Arzt sein. Psychiater geht, aber niemals Hausarzt, Chirurg oder Notarzt.“
        Weshalb sollte denn das nicht gehen?
        Die 100%-Arbeitsstelle eines Notarztes kann z. B. durch zwei Notärzte besetzt werden, die je 50% arbeiten. Wichtig ist ja schlussendlich nur, dass im Notfall überhaupt ein Arzt da ist bzw. Dienst hat.

      • maia sagt:

        @ML: ich kenne KEINEN Hausarzt, der/die 100% arbeitet und in der Zahnartzpraxis wo ich hingehe arbeitet niemand 100% (und die Praxis wird ständig ausgebaut!). – Warum sollte das nicht gehen?

      • Martin Frey sagt:

        „Mit nur 100% Pensum oder gar weniger kann man auch nicht Arzt sein. Psychiater geht, aber niemals Hausarzt, Chirurg oder Notarzt.“
        Arzt ist man eigentlich immer, ethisch, und von der Haltung her. Das ist kein Job den man an der Türschwelle ablegt.
        Mit welchem Arbeitspensum man als Arzt gut leben kann ist eine andere Frage. Gerade Notärzte gibt es sehr wohl in Teilzeitpensen, da man im Schichtbetrieb arbeitet, und die Tätigkeit keine Kontinuität verlangt. Als Grundversorger, sei es Hausarzt, Kinderarzt oder Psychiater, ist ein Pensum deutlich <100% hingegen fast nicht möglich, ausser man lässt sich anstellen. Freilebende Allgemeinchirurgen haben sowieso nicht mehr viel zu beissen, die müssen allzeit bereit sein.
        Bei spezialisierten Operateuren sieht es wieder anders aus.

  • Jo Mooth sagt:

    50/50 muss eben auch mal propagiert und eingefordert werden, drum löblich, dieser Beitrag! Eltern machen ja erst mal dadurch „Karriere“, dass sie Vater oder Mutter sind, das ist eine Entscheidung, die Vor- und Nachteile hat. Wenn die Kinder grösser sind, können die Pensen aufgestockt werden und vielleicht ist dann immer noch Zeit für eine berufliche Karriere, jedenfalls dann, wenn man nicht erst mit 40 Eltern wird, sonst hat man das schon hinter sich. Ob zwei 50% Gehälter zum Leben reichen, wird ja bisweilen in Frage gestellt, aber ich behaupte mal, dass das meistens geht, wenn man den Lebensstil entsprechend wählt. Bei Tieflohnjobs geht es wohl nicht, da reicht ja auch ein Vollzeitjob manchmal nicht.

  • sepp z. sagt:

    Der Punkt ist ja, dass (vor allem linke) Frauen in der Politik (und auch hier im Blog) stets den Anspruch äussern, dass Frauen mit Kindern ebenso Karriere machen sollen können wie Frauen und Männer ohne Kinder. Insofern interessant, dass erstmal ein Mann/Vater die realistische Einsicht äussern muss, dass mit Kindern und Teilzeitarbeit Karriere im Prinzip nicht möglich ist.

    • Tina sagt:

      Äh nein, es fordert niemand, dass Frauen MIT Kindern ebenso Karriere machen wie Frauen OHNE Kinder. Wie soll dass denn gehen bitteschön – man kann sich ja nicht verdoppeln.
      Aber was jeder auf Fairness bedachte Mensch fordern sollte, ist, dass Frauen OHNE Kinder ebenso Karriere machen wie Männer OHNE Kinder und umgekehrt natürlich auch Männer MIT Kindern ebenso wenig Karriere machen wie Frauen MIT Kindern. Der springende Punkt ist hier nämlich nicht das Geschlecht sondern die Elternschaft.

  • Kurt sagt:

    Wir hätten diesen Artikel mit den genau gleichen Vor und Nachteilen bereits vor 40 Jahren schreiben können. Weil wir die Kinder sehr jung hatten und beide während rund 15 Jahren zw 50 und 60% berufstätig waren, konnten wir uns -als die Kinder zur Schule gingen- weiterbilden und später (als sie erwachsen waren) noch „Karriere“ mit leitenden Jobs machen, und damit noch die materielle Grundlage für eine vorzeitige Pensionierung schaffen, welche wir heute in vollen Zügen geniessen.

  • misi sagt:

    Dankeschön für diesen tollen Beitrag! 🙂
    Ausnahmslos alle, die unser „Modell“ kennen (70% und 60%, mit drei bzw. zwei Bürotagen und dem Rest des Pensums als homeoffice) sind begeistert, dass wir uns das so einrichten konnten und dass unsere Kinder jeden Tag von morgens bis abends ein Elternteil daheim haben. Und die Kinder freuen sich, dass der Papa nicht nur abends und am Wochenende für sie da ist.

    • Röschu sagt:

      Homeoffice bei gleichzeitiger Kinderbetreuung zu Hause halte ich für nicht seriös dem Arbeitgeber gegenüber.

      • Kommt sehr auf die Ausgestaltung an. Homeoffice gibt manchmal eben auch die Flexibilität Arbeit auf die Zeiten zu verlegen, wenn man gut und in Ruhe arbeiten kann.

      • Sportpapi sagt:

        Homeoffice bei schulpflichtigen Kindern ist gut geeignet. Die gehen spätestens um 8 Uhr, und kommen auf das Mittagessen wieder. Und nachmittags sind sie sowieso irgendwo unterwegs.

      • misi sagt:

        2.5 Stunden homeoffice während die Kinder im Kindergarten sind geht hervorragend!

  • Michael sagt:

    Um 50/50 zu einem geschmeidigen Modell zu machen, bedarf es einer ziemlich grossen soziokulturellen Revolution. Zum ersten müsste es gleiches Geld für gleiche Arbeit geben, geschlechtsspezifische Unterschiede müssten abgeschafft werden. Die Arbeitgeber müssten sich mit massiv mehr Halbtagskräften zufrieden geben. Ein Halbtag COO müsste hoffähig werden. Ganze Versicherungssysteme müssten umgebaut werden. Der Gedanke ist nicht schlecht, aber wird wohl immer nur ein Wunschgedanke bleiben.
    Was ich für die Zukunft eher erwarte, ist das 50/0 Modell. Jobs werden aufgrund der ansteigenden Automatisierung immer rarer – auch wenn es von der KI-Lobby anders verkauft wird.

    • Ich denke, statt einer Revolution tut es die Evolution. Aber Ich gebe ihnen durchaus recht. Es darf sich noch einiges verändern, bis das System für alle problemlos möglich ist.

      • Markus sagt:

        100/0? Aber Herr Tschannen. wo leben Sie denn? 100/0 ging noch vor 20 Jahren, heute muss man als mittelständische Familie 100/50 arbeiten um über die Runden zu kommen. Warten Sie mal ab, bis die Kinder älter werden. Unsere KK-Prämie mit zwei studierenden Jugendlichen ist pro Monat ist Doppelt so hoch wie die Wohnkosten.

      • Timo sagt:

        Mit der höchsten Franchise und dem HMO oder Haushaltmodel sollten sie um die 1000 CHF pro Monat zahlen. Ihre Kinder haben wahrscheinlich Anrecht auf Prämienverbilligung wodurch die Kosten auf 50 CHF pro Kind sinken.

        Wenn die Kinder auch noch einen Angemessenen Beitrag leisten, sollten 100-120 Stellenprozent bei 5500 netto ausreichen

      • Sportpapi sagt:

        @Markus: Vor 20 Jahren haben die studierenden Jugendlichen meist ihr Geld selber verdient. Zumindest wenn das Geld zu Hause knapp war.

    • Martin Waldner sagt:

      Zum Thema „Zum ersten müsste es gleiches Geld für gleiche Arbeit geben“. Könnten wir endlich einmal mit dieser von gewissen PolitikerInnen leider immer noch repetierten Mär aufhören, die Lohndiskriminierung sei schuld an den vielen Familien im traditionellen Rollenmodell? Nach den max 9% bereinigter Lohnlücke („gleicher Lohn für GLEICHE Arbeit“) richtet niemand seine Lebensplanung aus. Wenn wirklich ökonomische Gegebenheiten zur Hausfrauenehe drängen, dann ist es in den meisten Fällen, weil (überspitzt) wieder mal eine gelernte Kindergärtnerin einen gelernten Maschinenbauingenieur geheiratet hat, mit all den Unterschieden bzgl Lohn, Job-Flexibilität und Neigungen/Fähigkeiten, die das mit sich bringt. Finde ich zwar auch so nicht gut, aber es ist NICHT die Lohndiskriminierung.

      • Sportpapi sagt:

        Zumal ich mehrere Beispiele kenne, bei denen die Frau eigentlich mehr verdienen würde, und das Geld knapp ist. Und dennoch arbeitet er voll, sie reduziert. Sie möchte ja etwas haben von den Kindern… (und er sich als Ernährer fühlen!)

  • Joech sagt:

    Das 50-50 Modell ist ja ganz Nett….
    …wenn beide etwa das ähnliche Lohniveau hätten. Und damit meine ich nicht irgendwelche „Diskriminierungen“ von Frauen, sondern einfach weil Ihr Beruf nur rund halb so gut bezahlt wird wie meiner.
    …wenn man in beiden Berufen Job’s mit 50% oder zumindest 60%-Pensen finden würde. Bei meiner Frau wäre das noch so, dort aber meist mit sehr unregelmässigen Arbeitszeiten. Bei meinem Job ist dass nicht nur kaum angeboten sondern schlicht nicht Umsetzbar.
    Fazit: Ich glaube nicht daran dass sich diese 50-50-Zukunft so schnell durchsetzt. Das mögen ein paar wenige privilegierte mit entsprechenden Jobs umsetzen können. Für ganz viele geht das aber (leider?) nicht.

    • Ach, immer dieses „privilegiert“. Ich sage nicht, dass es immer geht, aber wenn man bereit ist, sich etwas zu bewegen …

      Klar muss man auch die Jobwahl mit einbeziehen. Ich könnte andernorts deutlich mehr verdienen, aber aktuell ist mir die Möglichkeit Teilzeit zu arbeiten wichtiger. Verzichte ich halt auf Geld und ein paar damit verbundene Annehmlichkeiten. Bin ich privilegiert, weil ich auf einen Teil meines Einkommens verzichten kann? Vielleicht. Aber lassen Sie uns doch nicht so tun, als würden fast alle zu ihrem absolut lebensnotwendigen Gehalt arbeiten.

      • Martin Frey sagt:

        Ich bekomme langsam den Eindruck, dass Ihnen wirklich nicht ganz bewusst ist, wie privilegiert Sie wirklich sind, Herr Tschannen. 🙂

      • Anh Toàn sagt:

        Wenn sich die Alleinverdiener beklagen dass ein 100% nicht (mehr) reiche für eine Familie mit zwei Kindern, reichen halt zweimal 50% auch nicht.

        Das Zukunftsmodell ist, alle werden Akademiker, oder die Friseure, Maler und Gipser und de Detailhandelsangestellten verdienen auch so viel wie Akademiker.

        Wäre 20%/20% nicht noch besser?

      • Doch, das ist mir schon bewusst. Ich sage nur: Nicht alle, die sich am Existenzminimum sehen, sind auch wirklich dort.

        Meine Frau ist Doktorandin und ich arbeite in einer Agentur. Wir haben entsprechend keine astronomischen Gehälter, können aber gut leben. Bis vor zwei Jahren haben wir zu dritt von meinem 50%-Agenturgehalt gelebt und mussten davon auch noch zwei Wohnorte finanzieren. Mussten wir uns einschränken? Oh ja. Hatten wir trotzdem ein schönes Leben? Oh ja!

      • Anh Toàn sagt:

        Wer einkommen unter der Mitte erzielt und mit zwei Kindern 50/50 arbeitet, sollte noch ein-zwei Kinder machen, aufhören mit arbeiten und von der Sozialhilfe leben.

      • Anh Toàn sagt:

        Ihre Frau ist Doktorandin. Bald wird sie mehr verdienen. Ich bin überrascht wie wenig durchdacht Ihre Argumente hier sind:

        Kleine Kinder brauchen vor allem Betreuung, sind nicht teuer wenn man „gratis“ betreut. Werden ihre Kinder grösser, und brauchen weniger Betreuung aber mehr Geld, wird ihre Frau verdienen.

        Es ist ein riesiger Unterschied, mit knappen Einkommen zu leben, im Wissen, es werde besser, als im Wissen, es wird nur noch enger.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Hm, Herr Tschannen, haben Sie nicht noch etwas vergessen zu erwähnen? Stichwort Jugendstilbadewanne oder so was, ich mag mich gar nicht mehr so genau daran erinnern, item: Ich als Eigenheimbesitzer sage Mietern, die sich über horrende Mieten beschweren amix auch, kauft euch doch einfach eine Eigentumswohnung, hahaha: So geht billiger wohnen..!

        Seien wir ehrlich: Progressive Familienformen sind doch heute ein ähnliches Distinktionsmerkmal, wie seinerzeit der vom aufstrebenden Mittelstand stolz vor der Haustüre parkierte Mercedes 450 SEL in den 1970ern.

      • Martin Frey sagt:

        „Meine Frau ist Doktorandin und ich arbeite in einer Agentur.“
        Ok, Herr Tschannen, anders gefragt:
        Was denken Sie, wieviele Leute arbeiten an den Kassen von Migros, Coop, Denner, Aldi, Lidl, bei der Post, der SBB usw. und wieviele sind Doktorandinnen oder arbeiten in Agenturen? Nur so im Vergleich…
        Zweite Frage, was meinen Sie, sagt der Migrosfilialleiter als Antwort auf den Hinweis der Mitarbeiterin, die meint, sie erfülle ihren Job an der Kasse auch ebenso gut in 50-60% anstatt 100%, sie sei dafür kreativer?

      • Anh Toàn, ich habe ja nie behauptet für alle zu sprechen. Natürlich sind die verschiedenen Familienmodelle nicht für alle Familien gleich einfach umzusetzen. Und klar ist mein Beitrag anekdotisch. Aber Sie müssen es jetzt auch nicht so darstellen, als ob ich hier irgend einer unrealistischen Bourgeoisie angehörte.

        Meine Frau wird noch lange doktorieren und danach alles andere als ein sicheres, hohes Einkommen haben. Wo haben Sie Ihre Vorstellungen über das akademische System her? Aus einem Kinderbuch?

      • Anh Toàn sagt:

        „Meine Frau wird noch lange doktorieren und danach alles andere als ein sicheres, hohes Einkommen haben.“

        Dann verschwendet die ihre Zeit mit Doktorieren? Wozu ist das gut, wenn nicht, um später ein höheres Einkommen zu erzielen?

      • Herr Zufferey und Herr Frey. Ich besitze zwar keine Jugendstilbadewanne, aber ja, mir geht es gut. Das will ich nicht abstreiten. Nicht so gut, dass ich auf das Schreiben von Mamablogs verzichten könnte.

        Nur, was ist Ihr Punkt? Dass sich der Grossteil der Menschen kein 50/50-Modell leisten kann? Natürlich wird es bei manchen finanziell knapp. Aber es gibt erstaunlich viele, die sich offenbar ein 100/0-Modell leisten können. Ich will hier ja nichts verkaufen. Wer findet, 50/50 sei aus welchen Gründen auch immer nichts für seine Familie. Bestens.

        Aber Ihre Darstellung, ich könne mir den unglaublichen Luxus dieses Modells leisten, weil ich irgendwie zu den 1% gehören würde. Nun ja, auch etwas fern der Wahrheit.

      • Anh Toàn sagt:

        In meiner Kinderbuchwelt wählen die Leute die Ausbildung welche sie sich zutrauen, welche die besten Erwerbschancen verspricht. Sonst würden die meisten Frauen Stilberaterin und die Männer Rock- oder Fussballstar werden wollen: Da sie aber nicht gut genug sind dazu, werden Sie halt Krankenpfleger, Maler oder Schreiner.

        So ist meine Kinderbuchwelt, Ihre Kinderbuchwelt, wo man mal doktoriert, auch wenn man damit später kaum etwas verdient, kenne ich auch, die ist dort, wo man selber in der Villa mit Pool und Porsche aufgewachsen ist und zur Not die Eltern anpumpen kann.

      • Anh Toàn: Naja, sie verdient Geld? Wo genau sehen Sie da die Verschwendung?

      • Anh Toàn sagt:

        @Markus Tschannen:

        Wenn sie später nicht mehr verdient, dank dem Doktor, könnte sie jetzt und später im Aldi mehr verdienen. dann könnte sie ja statt einer Doktorarbeit schreiben einen Töpferkurs absolvieren, mit Zertifikat. Damit verdient sie später auch nicht mehr.

      • Jetzt werden sie etwas albern, aber nun gut, ich bin hier auch nicht immer ernsthaft unterwegs.

        Meine Frau arbeitet in einem Job, den sie liebt und sie verdient damit auch Geld. Es ist alles in Ordnung. Ich habe nur klargestellt, dass wir den zukünftigen Wohlstand damit nicht abonniert haben. Vielleicht wird meine Frau ja mal Professorin, vielleicht aber auch nicht.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Also mir geht es auch gut, Herr Tschannen: Ich bin genau so privilegiert wie Sie, deshalb auch mein Beispiel mit der Eigentumswohnung. Nur ist mir stets bewusst, dass ich privilegiert bin. Ich denke, Ihnen ist tatsächlich nicht bewusst, wie privilegiert Sie sind. Das sage ich ohne jeden Sozialneid. Und was ihr Argument mit dem 100%-Job anbelangt, den sich viele Leute offenbar leisten können: Die Einkommen in einem Paarhaushalt sind häufig schon vor der Gründung einer Familie ungleich. Die Berufswahl von Frauen unterscheidet sich bis dato immer noch stark von derjenigen der Männer:

        http://www.spiegel.de/wirtschaft/service/jobstatistik-maenner-mauern-frauen-frisieren-a-736114.html

        Entsprechend sind dann auch die Einkommen ungleich verteilt.

      • Anh Toàn sagt:

        Wäre ich Moslem, hätte ich gesagt, dank der Doktorarbeit wird Ihre Frau mehr verdienen, so Gott will: Selbstverständlich ist die Zukunft ungewiss und das Ende immer nah, wie die Doors mich lehrten, aber Ihre Frau hat die Erwartung an ein später höheres Einkomme, darum schreibt sie eine Doktorarbeit.

      • Dass ich privilegiert bin, habe ich ja jetzt in mehreren Kommentaren eingestanden. Aber vielleicht müssen wir auch mal über den Begriff privilegiert reden. In der Schweiz sind halt einfach verhältnismässig viele Menschen privilegiert. Man kann doch unter dieser Ausgangslage über Teilzeitarbeit reden. Es ist ja nicht so, dass ich hier Teilzeitarbeit als Ausweg aus der Armut predigen würde.

      • Fritz Bünzli sagt:

        Ein Grossteil der Schweizer ist privilegiert (verglichen mit dem restlichen Europa oder gar mit der Weltbevölkerung) und trotzdem wird das 50/50-Modell zurzeit von wenigen Paaren gelebt. Jedoch findet man verglichen mit den vergangenen Jahren mehr Paare, die sich ein 40-70% Jobpensum teilen und zu den restlichen 60-30% die Kinderbetreuung teilen. Auch findet man mehr Männer die Teilzeit arbeiten und sich um die Kinder kümmern wollen, als noch vor 40 Jahren. Gesellschaftlicher Wandel findet langsam statt. Interessant wird es in Zukunft, welche Auswirkungen die Digitalisierung auf die Arbeitswelt und damit verbunden auch die Familienwelt haben wird. Da kann es sowohl in die eine, als auch in die andere Richtung gehen.

      • Sportpapi sagt:

        @AT: Ich gewissen Studienrichtungen ist ein Doktorat zwingend, um überhaupt einen Job zu bekommen. Oder es ist eine der wenigen Anstellungen, die nach dem Studium überhaupt offen stehen, neben vielen Praktika.
        So oder so verdient man deswegen noch lange nicht viel Geld.
        Und, Markus Tschannen, die meisten werden auch nicht Professorinnen. Nicht, wenn sie bereits ein gewisses Alter haben. Nicht, wenn sie nicht bereit sind, in der ganzen Welt zu arbeiten. Und schon gar nicht, wenn sie nur teilzeit arbeiten möchten.

      • Danke, Sportpapi. Ob das mit der Professorin klappt weiss ich nicht. Bis es so weit ist, sind die Kinder aus dem gröbsten raus und Vollzeit wird wieder ein Thema. Ich bin da sehr ergebnisoffen.

      • Martin Waldner sagt:

        Die hier oft geäusserte Behauptung, dass nur Privilegierte ein 50/50-Modell leben können, kann ich kaum nachvollziehen. (Ich spreche jetzt aus einer städtischen Sicht – soviel zu meinen Vorurteilen.) Bei den Unterprivilegierten, die ich kenne, läuft es entweder so: (a) beide Eltern arbeiten 70-100% (nicht 50-60% wie die Privilegierten) und das Kind ist halt in der Tagi (geht auch nicht anders, sonst wäre nicht genug Geld da; Hausfrauenehe wäre hingegen ein Luxus), oder so (b): die Familie lebt ganz oder teilweise von Sozialhilfe, und da ist dann nicht zwingend ein Partner mehr ausser Haus. Wahrscheinlich gibt es soziale Schichten, bei denen eine Alleinverdiener-Ehe am meisten Sinn macht, aber das ist nicht zwingend eine Frage von privilegiert/nicht-privilegiert.

  • Zaucker sagt:

    Das ist sehr wünschenswert, erfreulich für die, welche es leben können. Das Modell geht dann auf, wenn, wie sie sagen, die Arbeitgeber oder bei Selbständigkeit die Kunden mitmachen und vorallem, wenn das Einkommen bei beiden Verdienenden in etwa gleich hoch ist. Ansonsten ist es ein Modell, welches mit einem bis zwei Kindern immer noch funktioniert, bei jedem weiteren Kind aber finanziell schwieriger wird.

  • Lala, es gibt neben Arbeitsmenge auch die Dimension Arbeitsqualität. Und die lässt sich nicht einfach mit „mehr vom Selben“ erreichen. Wenn Sie besser sind, sind Sie besser, egal wer in welchem Pensum arbeitet. Der Teilzeitler arbeitet zwar weniger Stunden, aber er kostet ja pro Stunde nicht erheblich mehr. Also sobald er seine Arbeit in seinem Pensum erledigen kann, ist der fähigere einfach die bessere Wahl. So einfach ist das.

    • Joech sagt:

      Es gibt aber Job’s die ganz einfach Präsenz oder zumindest Flexibilität erfordern. Da kann man nicht einfach sagen: „Montags und Donnerstags bin ich nicht da!“ irgendwann wird dann der Aufwand, die Arbeitszeiten von sich und seine Frau aufeinander abzustimmen und ggf. doch noch eine Kinderbetreuung zu Organisieren (in meinem Fall für vier Kid’s) einfach zu gross. Die freie Zeit nutze ich dann doch lieber für anderes als für die Organisation meines Privatlebens.
      Ist halt einfach ein Abwägen was die beste Lösung ist….

    • Martin Frey sagt:

      Ich mag Ihnen Ihren Erfolg mit dem für Sie erfolgreichen Modell von ganzem Herzen gönnen, Herr Tschannen. Aber Sie gehen zu sehr von Ihrer persönlichen, privilegierten Situation und Ihrer „Kreativbranche“ aus, und versuchen das etwas krampfhaft zu extrapolieren, ungeachtet der Realitäten ausserhalb Ihrer Blase. So zumindest mein Eindruck.
      Das funktioniert darum nicht, weil es nicht zutrifft.

    • (Der Beitrag ist am falschen Ort gelandet. Sorry, sollte unten eine Antwort an Lala sein.)

  • Anna sagt:

    Super! Sie machen mir Mut! Und noch ein Argument für das fifty-fifty-Modell:
    Die Kinder kriegen das mit und tragen in der nächsten Generation zur Emanzipation der Geschlechter bei.
    Oder anders: wenn der Zehnjährige den Papi noch nie Wäsche zusammenlegen sah, dann wird er logischerweise folgern, dass das Frauenarbeit ist.
    Ich wünsche allen viel Durchsetzungsvermögen im Kampf gegen die veralteten und ineffizienten Patronmodelle.

    • Joech sagt:

      Also wenn ich ganz Ehrlich bin: Das 100/0 Modell ist so ziemlich das effizienteste dass ich kenne.
      Das 50/50-Modell (oder 40/60 oder was auch immer) hat ganz viele andere Vorteile. Aber ganz ganz sicher nicht die „Effizienz“!

      • Martin Frey sagt:

        „Das 100/0 Modell ist so ziemlich das effizienteste dass ich kenne.“
        Es ist das effizienteste und sozial stabilste, insofern nichts passiert, sprich die Beziehung nicht in Brüche geht, der 100% Job nicht gefährdet ist, das Gesamteinkommen für alle Eventualitäten genügt, und auch für das O-Modell genug Altersvorsorge betrieben werden kann. Mit anderen Worten, etwas viele wenn und aber… 😉

  • Zufferey Marcel sagt:

    „Man kann dieses Modell natürlich als elitären Idealismus abtun.“ Das ist es, zweifellos. Eine der weltweit seltensten Familienformen (noch seltener ist nur die Hausmännerehe) zum Idealfall hoch zu stilisieren, ist ganz schön verwegen, item: Schön wär’s. Staatlich lässt sich dieses Ding ganz sicher nicht herbei führen. Da muss schon vielmehr der ökonomische Druck genug gross sein. Dann haben die Menschen nämlich keine Wahl mehr. Abgesehen davon war die ausschliesslich auf romantischen Gefühlen basierende Familie, bestehend aus einem Ernährer, einer Mutter und Kindern im 19. Jhrd. auch nur dem Grossbürgertum und dem Adel vorbehalten. Weil nur diese Schichten es sich leisten konnten, die Frau vom Arbeitsmarkt fern zu halten. Heute würde man beide Partner hälftig vom Arbeitsmarkt nehmen…

    • Sie halten also stets den häufigsten Fall für den Idealfall? Natürlich ist die beschriebene Familienform heute selten, aber Arbeit war schon immer im Wandel.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Der heute noch häufigste Fall ist einfach die Familienform, die sich die Menschen leisten können. Schauen Sie sich doch einmal die Einkommen und deren Verteilung in der Schweiz an. Rein rechnerisch betrachtet, kommt das 50/50-Modell übrigens auf dasselbe hinaus, wie das Ideal des Grossbürgertums und des Adels im 19. Jhrd.: Ein ganzes Einkommen fehlt. Das muss man sich zuerst einmal leisten können! Einfach davon auszugehen, alle Menschen hätten die Wahl zwischen verschiedenen / unzähligen Lebensoptionen, ist falsch, auch wenn’s gerade trendy ist. Oder anekdotisch ausgedrückt: Nicht alle Menschen haben das Privileg, in einer Jugenstilbadewanne ein Schaumbad zu nehmen, und dabei die Mieteinnahmen zu kontrollieren. It’s the economy, stupid 😉

      • Röschu sagt:

        Anders herum: Wenn es wirklich für alle/viele der Idealfall wäre, dann wäre es auch die häufigste Form.

      • Joech sagt:

        Der „Ideallfall“ ist sehr sehr individuell! Fakt ist, und da muss ich Zufferey recht geben, dass die Mehrheit gar nicht wirklich die Wahl hat. Dieser oft Plakativ hervorgehobene „Wohlstand“ und die Annehmlichkeiten des „Urban live“ mit all seinen alternativen und „modernen“ Formen ist selbst in der Schweiz nur dem „oberen Drittel“ vorbehalten. Weltweit siehts da noch ganz anders aus.
        Was heute als so wahnsinnig modern propagiert wird, gibt’s übrigens schon seit Hunderten von Jahren. Nur das Gesamtpensum ist vielleicht etwas kleiner geworden. Früher gabs ja z.B. für Familien mit fünf Kindern das 150-130-100-100-70-50-50 Modell…….

  • JD sagt:

    Ich mag grundsätzlich deine Texte, aber dieser ist mir eher negativ in Erinnerung geblieben. Was ist die Aussage? Teilzeit wird in Zukunft salonfähig? Es ist geil, weil du jetzt mehr Zeit hast für dein Kind, aber im Job nur noch einfach Aufgaben erledigst? Dein Model mag für dich und dein Frau/Freundin stimmen, aber es ist nicht eine universelle Lösung für alle Eltern. Da gibt es die Eltern, die 80-100% arbeiten, etc.
    Das Problem reicht viel tiefer: Die Arbeitgeber müssen ihre Infrastruktur analysieren und mitteilen, was als Teilzeitmitarbeiter möglich ist: In vielen Branchen wird auch Karriere möglich sein, in anderen wenigen nicht. Das ist doch der Punkt und nicht (sorry) deine auf deine Erfahrung basierende Erklärung der Welt.

    • Natürlich ist mein Beitrag anekdotisch, ich bin kein Arbeitsmarktforscher und das hier nur ein Blog. Wie sehr sich meine Erfahrungen auf einen selber übertragen können, muss jeder für sich entscheiden. Meine Aussage: Wir haben das Modell 50/50 gewählt und sind sehr zufrieden damit. Das ist sozusagen der Erfahrungsteil. Und der Meinungsteil: Während das Modell heute noch eher selten ist, bin ich überzeugt, dass sich hier viel tun wird. Teilzeitarbeit wird häufiger werden und ich behaupte, davon werden alle profitieren.

      • Robert Kastasek sagt:

        Es funktioniert bei Ihnen, das ist schön und freue mich. Aber das System ist zu unflexible. Wir sind alle unterschiedlich und lässt nicht mit starre System die Gesellschaft gestalten. Abgesehen müssen wir auch die wirtschaftliche, gesellschaftliche usw. berücksichtigen.
        Vater-Mutter-Kind Model scheint mir nach Jahren unersetzbar zu sein. Aber das wäre falsch, wenn wir bezahlte Erwerbstätigkeit und unbezahlte Lebenserhaltungsarbeit genau regulieren wollen.

  • Rita Bossard sagt:

    Bravo für dieses Statement.
    Ich selber kenne dieses Modell auch von innen und etliche meiner Bekannten leben in etwa nach diesem Modell.
    Unsere Jungs stehen mitten/ends Pubertät und ich bin mir sicher, dass sie sich freuen, in ihren eigenen Familie in spe auch eine zentrale Rolle spielen zu dürfen.
    Dass die Energie meistens nicht reicht für die grosse Karriere, ist etwas bitter für das Ego, aber man wird mit vielen kleinen und grossen Glücksgefühlen belohnt, die ein Leben sehr reich machen.

  • Sybille sagt:

    Ja, Herr Tschannen, da bin ich ganz ihrer Meinung. Gleichverteilung tut allen Beteiligten gut. Nur eine Anmerkung: Man kann auch 60/60 oder sogar 80/80 arbeiten, dann reicht es auch für die Krippe. Und für unser Brecht sind die Krippentage eine echte Bereicherung. Er geht mit Begeisterung!

  • mila sagt:

    Ich schliesse mich Ihnen in der Überzeugung an, dass sich die derzeit noch eher starren Arbeitsstrukturen in den nächsten 20 Jahren weiter bewegen werden, als die meisten das sich ausmalen können (oder wollen; in jedem Fall weiter als die gängig geliebäugelte ‚Vision‘, dass beide Eltern hochprozentig arbeiten).
    Wo ich jedoch aus inzwischen vorliegender Erfahrung widersprechen kann: ein vollzeitarbeitendes Elternteil ist kein Elternteil zweiter Klasse. Eher wird dessen/deren Abwesenheit die ‚Attraktivität‘ fürs Kind steigern.

    Eine andere Frage: wie sieht es mit der Altersvorsorge bei einem Modell wie dem Ihren aus? Vielleicht wird sich diese Frage dereinst ebenfalls erübrigen (wie so vieles andere), aber zur Zeit ist sie noch aktuell.

    • Sportpapi sagt:

      Hm. Wenn die zwei Eltern mit steigendem Alter des Kindes ihr Arbeitspensum wieder erhöhen auf sagen wir mal 80:80, dann stehen sie bezüglich Altersvorsorge doch nicht so schlecht da, oder?

      • 13 sagt:

        Das sehe ich auch so, dies gilt v.a. dann, wenn man nicht erst mit 40 Kinder hatte. Arbeiten beide Teilzweit, bleiben in den Jobs drin, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass sie in den Jahren einiges mehr verdienen, die insbesondere vorsorgerelevant sind (ab ca. 45/50 bis zum Pensionsalter!).

    • Martin Frey sagt:

      @mila
      Die Altersvorsorge ist die eine, berechtigte Frage. Aufgehen tut diesbezüglich das Modell nur, wenn bereits hohe Grundlöhne vorhanden sind, die eine breit abgestützte Altersvorsorge erlauben.
      Das zweite ist der in meinen Augen mittlerweile ad nauseam verzerrte Karrierebegriff. Vielleicht müsste man diesen mal vorab definieren…. Aber einfach permanent vorzugaukeln, Karriere sei problemlos in einem 50% Pensum möglich, ist m. E. Augenwischerei. Nicht nur weil hinter jedem Möchtegernkarrieristen zehn andere stehen, die dasselbe mit 150% Pensen ausfüllen würden. Aber wahrscheinlich sind Systeme wie die hier propagierten, fein austarierten 50/50 Modelle nicht zwingend flexibler sondern meistens eben weniger belastbar. Zumindest aus Sicht der Arbeitgeber, sowie der Teamkollegen.

    • Die Altersvorsorge muss man wohl individuell betrachten, abhängig vom Zivilstand, den Leistungen des Arbeitgebers, etc.

      Wenn ich das auf die Schnelle richtig gesehen habe, hat meine Frau einen reduzierten Koordinationsabzug und bei mir ist das ganze Gehalt versichert. Ich habe zudem in jungen Jahren gespart. Es dürfte bei uns also gar nicht so schlecht aussehen im Alter.

    • mila sagt:

      @MF: Es gibt Karrieristen (die werden aber kaum je auf unter 100% reduzieren), es gibt Menschen, deren Arbeit ihre Passion ist (weshalb auch sie nicht, oder wenig reduzieren), und es gibt Menschen, die schlicht arbeiten müssen (oder wollen), für die die Arbeit einfach nur ein Mittel zum sonstigen Lebenszweck ist. Entsprechend gibt es keine Patentlösungen. Ich schätze, ich war mal eine Karrieristin… heute zählen für mich ganz andere Prioritäten. Und das wird sich sicherlich auf meine Arbeitssuche auswirken, wenn ich wieder in den Arbeitsmarkt einsteige. Entscheidend ist die Ehrlichkeit gegenüber sich selbst, und die Orientierung an eigenen Besürfnissen und Notwendigkeiten. Das einzige, was ich persönlich nicht mehr hören mag in diesem Themenbereich, sind irrealistische Erwartungen,

    • mila sagt:

      entsprechend den heutigen Gegebenheiten (will man eine interessante, anspruchsvolle Stelle mit einem 50, 60% Pensum, muss man/frau sie sich selbst ein Stückweit schaffen, sie werden einem nicht nachgeworfen), sowie Scheinausreden (ich würde ja gerne xy, aber die Wirtschaft/ die Gesellschaft/der/die Partner/in stehen mir im Weg). Vieles ist, mit Effort und Eigenengagement, heute schon möglich, und die Menschen, die entsprechend neue Wege betreten, ebnen anderen den Weg.

    • Übrigens mila (in Bezug auf den Ursprungskommentar): „Elternteil zweiter Klasse“ ist natürlich hart formuliert. Und natürlich kann seltenere Präsenz zu mehr Attraktivität führen. Das ist aber nicht unbedingt Beziehungsqualität, wie ich sie mir vorstelle. Wenn es für alle stimmt, gibt es nichts dagegen einzuwenden. Ich möchte es ehrlich gesagt nicht: Man verpasst halt vieles und weiss über sein Kind weniger Bescheid. Aber das ist wahrscheinlich einfach mir mich ein schlimmer Gedanke. Ich bin ein elender Kontrollfreak.

      • mila sagt:

        Ich verstehe Sie sehr gut… 😉

      • Martin Frey sagt:

        „Wenn es für alle stimmt, gibt es nichts dagegen einzuwenden. Ich möchte es ehrlich gesagt nicht: Man verpasst halt vieles und weiss über sein Kind weniger Bescheid.“
        Völlig richtig. Ich verstehe Sie ebenfalls nur zu gut. Aber trotzdem sind das sehr privilegierte Ueberlegungen, s. weiter oben.

      • mila sagt:

        MF, wobei ich schon sagen muss: wenn ich mir so anschaue, wohin in einer durchschnittlichen, nicht-privilegierten Familie das Geld fliesst (zwei Autos, mehrmals Ferien pro Jahr, laufend neue Garderobe, laufend neue technische Gadgets, bis hin zum motorisierten Fahrzeug für Kleinstkinder), dann wird deutlich, wofür gearbeitet wird – nicht für den Existenzerhalt, nicht für ‚das Nötigste‘. Es gibt auch die Fälle, wo das nicht zutrifft, wo es tatsächlich mit viel Krampf ums Wesentlichste geht. Aber in der Schweiz betrifft das vergleichsweise wenig Familien. Der Rest jammert auf allen gesellschaftlichen Milieuebenen auf ziemlich hohem Niveau.

      • Martin Frey sagt:

        Mila, beim Stichwort „privilegiert“ beziehe ich mich nicht nur auf finanzielle, materielle Belange. Auch wenn ich selber keine Jugendstilbadewanne habe 😉 bezeichne ich mich ebenfalls privilegiert, wie auch die meisten Kommentierenden hier. Ich bin aber insofern nicht privilegiert, da ich anders als Hr. T. nicht einfach so ein niedrigeres Pensum mit mehr Kreativität und dafür viel mehr Zeit mit dem Nachwuchs kompensieren kann. Diese T.’sche Wahlfreiheit ist ein Riesenprivileg das auf sehr viele Menschen einfach nicht zutrifft, und das nicht nur mit finanziellen Ressourcen zu tun hat.
        Beim Autor staune ich etwas, wie dogmatisch er doch daran festhält, dass das „normal“ sei. Was ein Stück weit Wunschdenken und der Begeisterung für sein gewähltes Modell geschuldet sein dürfte.

      • Dogmatisch? Meine Frau und ich verdienen zusammen ein Gehalt im Bereich des Schweizer Durchschnittseinkommens. Wenn man Sie liest, hat man den Eindruck, ich hätte ein Privileg gegenüber 90% der Bevölkerung. Da müssen Sie mir dann schon mal noch erklären, wo dieses Privileg herkommen soll.

        Die Badewanne macht Ihnen schon etwas zu schaffen, nicht? 🙂

      • Martin Frey sagt:

        Also gegen die Badewanne würde ich mich nicht wehren… 🙂 aber der Spruch stammt auch nicht von mir.
        Nein, es geht mir nicht um die finanziellen Verhältnisse, Herr Tschannen. Da haben Sie mich falsch verstanden. Es geht darum, wie frei Sie in der Gestaltung ihres Lebens- und Berufsmodells sind. Diesbezüglich sind Sie gegenüber 90% der Bevölkerung privilegiert.

      • mila sagt:

        MF, ich gehe davon aus, dass Sie Ihre Arbeit mit einer gewissen Passion ausüben (so wie mein Mann, der übrigens auch nicht in der Position ist, sein Pensum reduzieren zu können). Auch das ist ein Riesen-Privileg! Wenn es das nicht ist, dann müsste man alternativ umzusatteln. Es geht vieles, wenn man wirklich will, entsprechend den Prioritäten, die man zusammen mit dem Partner setzt. Mein Wunsch wäre, dass es unseren Kindern möglich sein wird, nicht zwischen der einen und der anderen Passion (Arbeit-Kind) wählen zu müssen. Dass es selbstverständlich(er) wird, dass man beides haben kann, völlig unabhängig vom Geschlecht. Dafür können wir einstehen. Und ja, ich denke, dass das eine umsetzbare Zukunfts-Vision ist.

      • Martin Frey sagt:

        „…ich gehe davon aus, dass Sie Ihre Arbeit mit einer gewissen Passion ausüben (so wie mein Mann, der übrigens auch nicht in der Position ist, sein Pensum reduzieren zu können). Auch das ist ein Riesen-Privileg!“
        Das ist so!
        Aber das bringt es mit sich, dass ich diese T.’sche Wahlfreiheit nicht habe. Gut, dann hätte ich halt etwas anderes machen können, wäre da eine Antwort. Dies stimmt, ginge aber auf Kosten anderer Privilegien, oder der Passion für meinen Beruf.
        Oder anders formuliert, meinen Traumberuf auszuüben UND diese Wahlfreiheit über Pensums- und Lebensgestaltungsmodell zu haben, ist mir nicht vergönnt.
        Aber ich will mich überhaupt nicht beklagen, für mich stimmt es.
        ps. Rein aus Interesse: Ihr Mann arbeitet in einem ähnlichen Gebiet?

      • mila sagt:

        Nein, mein Mann ist in gänzlich anderen Gefilden unterwegs. 😉

        Mir ging es genau um diesen Punkt: wir ‚Normalsterblichen‘ müssen alle in irgendeinem Bereich, zumindest phasenweise, zurückstecken, und geniessen dafür das eine oder andere Privileg. Wir sind uns dieser Privilegien, angesichts der zu erbringenden Verzichte, vielleicht nicht immer bewusst. Doch wenn wir bewusst abwägen, dann sind unsere Entscheide eben doch in sich stimmig – für uns. Wenn nicht, können wir unsere Umstände ändern. Das ist eine grosse, oft unterschätzte Freiheit, die weite Teile der Menschheitsbevölkerung so nicht haben.

      • Herr Frey, ich wehre mich ja nicht gegen die Aussage privilegiert zu sein. Und trotzdem ist mir noch nicht so ganz klar, was Sie damit meinen. Warum bin ich denn privilegierter als 90% der Bevölkerung? Ich habe viele inhaltlich interessante und gut bezahlte Jobangebote ausgeschlagen, weil sie mir nicht das heutige Familienmodell ermöglicht hätten. Ich sehe da eher ein Trade-off als ein Privileg. Oder worin genau ist mein Privileg Ihrer Ansicht nach begründet?

      • Martin Frey sagt:

        „Warum bin ich denn privilegierter als 90% der Bevölkerung?“
        Weil Sie all diese Wahlmöglichkeiten haben, zudem offenbar eine befriedigende, kreative Arbeit die sie auch in kleinerem Pensum genauso gut erledigen, zudem eine Partnerschaft sowie Vorgesetzte die das vorbehaltlos zu unterstützen scheinen. Dadurch können Sie (Ihrem Wunsch entsprechend) diese eminent wichtigen ersten Lebensjahre hautnah und intensiv mit Brecht verbringen.
        Dafür haben Sie selbstredend gewisse „Opfer“ gebracht (je nach Perspektive), aber das scheint es Ihnen wert zu sein.
        Dass Sie aber überhaupt über diese Gestaltungsmöglichkeiten verfügen, ohne für Sie nennenswerte Nachteile und ohne grossen Zwänge, nenne ich zumindest privilegiert. Die meisten Leute haben eine solche Wahl nicht mal ansatzweise.

    • Markus sagt:

      @Sportpappi: Eben nicht! Bei den Pensionskassen gilt heute fast überall das Beitragsprimat. Alles was Sie nicht einbezahlt haben fehlt also für den Rest des Arbeitslebens. Zudem wird für die Berechnung der Leistungsansprüche oftmals auch der durchschnittlich Beschäftigungsgrad über das ganze Arbeitsleben hinzugezogen.
      Bei der AHV das Gleiche, die durchschnittlichen Jahresbeiträge über den ganzen Beitragspflichtszeitraum ist massgbend, ob man eine Maximalrente erhält.

      • Sportpapi sagt:

        @Markus: Das weiss ich. Die Frage ist aber: Gelingt es so nicht, insgesamt auf Lebenszeit ein gleiches Totalpensum zu erzielen wie traditionelle Familien? Und: Ist es nicht möglich, dass er zwar reduzierte Karrierechancen hat, sie dafür deutlich bessere Berufsaussichten? Man könnte ja auch 60:60 oder mehr arbeiten, und nach 5-10 Jahren erhöhen auf 100:100. Das wäre dann definitiv besser als temporär 100:0 und später 100 und etwas schlecht bezahlte Teilzeitarbeit…

  • Markus sagt:

    Die Rechnung für ihr ach so fortschrittliches Familienmodell wird ihnen dann spätestens mit der Pensionierung gestellt Herr Tschannen. Den Antrag auf EL und Sozialhilfe können Sie bereits heute ausfüllen. Ausser sie haben Jobs und ein Einkommen die ihnen erlauben hohe Beiträge in die private Vorsorge einzuzahlen. Für Durchschnittsverdiener bedeutet ihr Familienmodell aber: Sozialhilfe und EL ab der Pensionierung.

    • tina sagt:

      nunja. heute schon den tagi gelesen? thema pensionskassenbeiträge von heute und renten von morgen

    • Man darf das Thema schon etwas differenzierter betrachten. Es gibt Arbeitgeber und Pensionskassen, die den ganzen Lohn versichern oder den Koordinationsabzug dem Pensum anpassen. Man darf bei der Jobwahl ja durchaus auch mal auf die Pensionskasse achten.

      Und so unmöglich ist die private Vorsorge für Durchschnittsverdiener in der Schweiz jetzt auch nicht. Man kann ja mit dem Betrag anfangen, den man dank dem Koordinationsabzug selber nicht in die Pensionskasse einzahlen muss.

      • tina sagt:

        ich habe mehr als eine arbeitsstelle und mir auch schon überlegt, ob ich freiwillig für kleine arbeitspensen zusätzlich einzahlen soll. ich hätte keine 20’000 mehr auf dem konto bei pension. ergibt wohl etwa 100.– weniger rente pro monat. ich glaube ernsthaft, dass ich wegen diesen 100 weniger nicht grossartig sparen muss im alter, denn dank dem ich dann mehr zeit habe, kann ich diese 100 pro monat auch so einsparen. da ich weiss wie man mit wenig geld lebt, spreche ich da aus erfahrung

      • Markus sagt:

        Dies mag ja sein, hat aber auf die Rente keinen grossen Einfluss. Und einen Arbeitgeber der bei einem 50%-Job den Lohn eines 100% Jobs versichert? Wow, welcher Betrieb kann sich den dass Leisten? Verwechseln Sie hier nicht das Beitrags- mit dem Leistungsprimat? Dann ist nämlich ihr aktueller Lohn zu 100% versichert, aber nicht ein 100%-Lohn. Aber das Leistungsprimat kann sich heute auch kaum mehr eine Pensionskasse Leisten, sogar die Kassen der öffentlichen Verwaltung wechseln daher zum Beitragsprimat und die waren bisher die Grosszügigsten.

      • Markus, der Arbeitgeber muss nicht bei einem 50%-Lohn den 100%-Lohn versichern. Es reicht ja schon, wenn er den 50%-Lohn voll versichert, ohne Koordinationsabzug, oder zumindest mit einem angepassten Koordinationsabzug. Daneben kann übrigens das 50/50 Modell durchaus zu einer höheren AHV-Rente führen als das 100/0-Modell. Es kommt also immer auf die individuellen Details an.

        Die Diskussion Leistungsprimat- und Beitragsprimat ist etwas müssig. Wer in der Privatwirtschaft arbeitet hatte in der Regel schon immer Beitragsprimat.

      • Markus sagt:

        Und was soll jetzt daran gut sein Herr Tschannen? Schön, versichert er ihren vollen 50%-Lohn. Aber wegen dem, erhalten sie trotzdem kaum eine Pension von der Sie dann leben können. AHV und Pensionskasse entsprechen heute in etwa 60% des durchschnittlichen vormaligen Lohnes bei einem 100%-Pensum – Tendenz sinkend.

        Wenn aber Beide 50% arbeiten ist es rententechnisch nicht das Gleiche wie wenn jemand 100% arbeitet. Ein Gedankenfehler der viele machen. Sie werden zusammen noch auf etwa 30% der vorherigen Lohnsumme kommen. Nun können Sie selber rechnen, ob dies noch aufgeht.

      • Ich bin kein Vorsorgeexperte Markus, also helfen Sie mir etwas auf die Sprünge. Können wir uns darauf einigen, dass es bei der AHV keinen wesentlichen Unterschied macht, ob man 100/0 oder 50/50 arbeitet? Zumindest ist letzteres nicht von Nachteil.

        Bleibt die Pensionskasse: Da meine ich, dass im Beitragsprimat der Koordinationsabzug das Hauprproblem ist. Wird der also ans Pensum angepasst oder sogar der ganze (Teilzeit-)Lohn versichert, kommt’s doch bei 50/50 auch wieder etwa aufs Gleiche raus wie bei 100/0. Man hat dann einfach zwei kleinere Pensionen anstelle von einer grossen. Gut möglich, dass ich etwas übersehe. Ich bin wie gesagt kein Experte. Rechnen Sie es mir bitte vor.

      • Markus sagt:

        Keine wesentliche Unterschiede bei der AHV? Sie wissen aber schon, dass zwischen der Minimal und der Maximalrente eine Differenz von 1200.- pro Monat liegt? Die Höhe der AHV ist abhängig von den Beitragsjahren und des durchschnittlichen versicherten Lohnes über die Beitragsdauer. Bei Ehepaaren wird dies zusammengezählt und durch zwei geteilt. Mehr Infos erhält man dazu unter der Webseite des Bundes: https://www.ch.ch/de/ahv-rente-berechnen/ . Es hat also durchaus Einfluss auf die Höhe der AHV, ob Beide das halbe Leben 50% arbeiten.
        Der Koordinationsabzug der Teil des Jahreslohnes, der bereits über die AHV versichert ist und hat nichts mit der Höhe der Pension zu tun. Massgebend für die Rente ist das Sparkapital = SK.
        SK x 6,8 (aktueller Umwandlungssatz) : 12 = monatliche PK-Rente.

      • Ich habe den AHV Rechner benutzt, sehe aber immer noch nicht, was Sie meinen. Natürlich bezahle ich mit 50% weniger AHV-Beiträge als mit 100%, aber meine Frau steuert ja auch nochmal ein 50%-Gehalt bei. Unter dem Strich resultiert eine ähnliche … mit meinen Zahlen gerechnet sogar etwas höhere AHV-Rente, wenn beide 50% arbeiten statt nur einer 100%.

    • Markus sagt:

      @Tina: Umso schlechter werden die Bedingungen für Teilzeitler.

      • tina sagt:

        ja eben. wenn ein system nicht mehr funktioniert (weil man viel älter wird als bei einführung des systems), dann schmeisst man noch mehr geld rein, obwohl es ncht wieder ausgespuckt wird? ich glaube man nennt das ein totes pferd reiten

    • Markus sagt:

      Upps, Fehler, natürlich ((SK/100) x 6,8) :12 = PK-Rente.
      Hilfreich ist sicherlich auch der Artikel aus dem Beobachter: https://www.beobachter.ch/finanzen/pensionskasse/teilzeitarbeit-die-uhr-tickt-sorgen-sie-fruhzeitig-vor
      Sie sehen also Herr Tschannen, sie haben zwar einen etwas höher versicherten Lohn, was sicherlich hilfreich bezüglich einer allfälligen Wittwen und Waisenrente ist (was ich natürlich nicht hoffe) und sie sparen etwas mehr Pensionskassengelder an. Aber überschätzen Sie dies nicht! 18’000.- mehr Guthaben, entsprechen heute ca. 100.- mehr Rente.

      • Ihr Artikel vergleicht Einzelpersonen, die entweder Vollzeit oder Teilzeit arbeiten. Darum geht es hier ja nicht. Es geht um die Frage ob in einer Partnerschaft einer 100% arbeitet oder beide 50%. Natürlich hat man weniger Altersrente, wenn man insgesamt weniger arbeitet. Das bestreitet niemand.

  • Manuela sagt:

    Das mach ich – ausdrucken. Ein schöner Text und wichtig. Schön, zu wissen, wie es viel mehr solche Eltern gibt, die so denken und das – wie in eurem Beispiel – auch leben und noch besser darüber schreiben. Wenn wir unsere drei Kinder beobachten und ihnen zuhören, wissen wir: es kommt eine ganz neue Generation auf den Arbeitsmarkt. Das mit dem Papi „fährt sich im 100% oder mehr Kaderjob“ an die Wand und unglückliche, dauergestresste Mama im „40% Job oder Vollzeit-Hausfrau“ gehört schneller der Vergangenheit an als erst in 20 Jahren. Unsere Kinder werden das 50/50 Modell zufrieden leben und wir dürfen sie unterstützen und vorbahnen.

    • Muttis Liebling sagt:

      Wenn Ihre Kinder noch klein sind, werden Sie einen sog. ‚Arbeitsmarkt‘ wahrscheinlich gar nicht mehr kennenlernen. In 30 Jahren gibt es keine Erwerbstätigkeit mehr und für die paar Tage bis dahin muss man bestehende Modelle nicht mehr ändern. Lohnt nicht.

      • Annelise Meyer sagt:

        ML: Wie meinen Sie dies? Ernsthafte Frage (kein Flopsigkeit).

      • Muttis Liebling sagt:

        Die autonome Robotik wird alle mit Substanz interagierenden Erwerbstätigkeiten (nicht Kunst oder Hobby) verschwinden lassen. Die Regulationsaufgaben, welche heute von Staaten und Geld getätigt sind, übernimmt autonome KI. Also auch Politik, Verwalten, Rechtsgestaltung und -sprechung, Regulierung des Warenverkehrs.

        Autonom bedeutet dabei, dass es keinen menschlichen Anteil mehr bei der Konzeption, der Herstellung, des Funktionierens und der Wartung der jeweiligen Objekte gibt.

        Wenn es kein Geld gibt und alle Waren ohne menschliche Arbeit hergestellt werden, damit keinen Preis haben, gibt es auch keine Erwerbstätigkeit.

        Klingt etwas futuristisch, ist aber plausibel. Die Idee stammt auch nicht von mir, sondern von Ray Kurzweil, dem KI- Chef von Google.

      • tina sagt:

        ein wandel wird sowieso stattfinden müssen, das liegt auf der hand. aber ich glaube nicht, dass das so laufen wird ML. wir können ja wetten und in 30 jahren schauen wir dann 🙂

      • Cybot sagt:

        Da würde ich auch dagegen wetten. Auf jeden Fall bei dem Zeithorizont. Solche Prognosen dienen oft eher der Motivation der eigenen Mitarbeiter als dass sie tatsächlich eine realistische Prognose darstellen. Sonst wären wir alle längst in fliegenden Autos unterwegs und würden Ferien auf dem Mars machen.

      • Anh Toàn sagt:

        Geht zumindest in den nächsten 30 Jahren rasant schnell in die Richtung: Keine Piloten mehr, keine Busfahrer, keine Taxifahrer, Zahnersatz macht der 3D Printer nach einem Scan, keine Modellbauer für Architekten, keine Buchhalter, Software erkennt die Info auf dem digitalen Beleg und verbucht automatisch. Einzig dort, wo direkt Menschen an Menschen arbeiten, vor allem in der Pflege, für Liebhaber und Nischenprodukte, wird es noch Arbeit geben. Wenn Apple die Produktion aus China nach USA verlegt, ist dies, weil der Strom für die Roboter billiger ist in den USA als die Arbeiter in China. Und was bei der Güterproduktion bereits geschah, wird bei vielen Dienstleistungen in den nächsten 30 Jahren geschehen.

        Wir optimieren dann unser Selbst, dafür gibts Punkte in China, soziale Stellung.

      • tina sagt:

        wir können uns einfach gar kein bild machen von hier aus. wir sehen, was es nicht mehr geben wird, aber sich vorzustellen, was es neues geben wird, dazu sind wir nicht fähig.
        ich möchte nun ja nicht so tun als ob industrialisierung für alle ein segen gewesen wäre, aber die vorstellung vom wandel war allgemein eher auf den verlust gerichtet. „oh mein gott, eisenbahn, wo kommen wir denn hin, wenn unsere städte nicht mehr nach pferd stinken“

      • tina sagt:

        „kein mensch kann klar denken wenn er mit 30khm über schienen holpert! wir werden alle verblöden! oder gleich überfahren“

      • tina sagt:

        anh toan: SAP gibts ja nicht seit gestern. kann sich eine kleine firma ein SAP leisten? trotz automation selbst in grossbetrieben, geht es noch nicht ohne menschen im prozess. und das wird auch noch lange so bleiben.
        cybot: ja genau, die fliegenden autos haben wir damals in der primarschule gezeichnet, als wir bilder malen sollten, wie die welt im jahr 2000 sein wird :D.
        mit dem einsatz von KI wird man vorsichtig sein, denn asimovs geschichten gab es ja schon in den 1950er jahren. seid schon mal nett zu siri 😉

  • Muttis Liebling sagt:

    Teilzeit kommt nur in Frage, wenn man den Beruf als lästigen Broterwerb betrachtet. Dann hat man eh etwas falsch gemacht und zwar gewaltig.

    • Oder beide lieben ihren Job und möchten nicht darauf verzichten. Man kann durchaus auch an einer Teilzeitanstellung sehr viel Freude haben.

      • Muttis Liebling sagt:

        Teilzeitarbeit setzt eine zeitgetaktete Tätigkeit voraus. Eine Tätigkeit mit einem realen oder fiktiven Anfang und Ende.

        Inhaltlich orientierte Tätigkeit, programmieren, sich ein Gesetz ausdenken und niederschreiben, eine wissenschaftliche Theorie oder einen neuen Motorantrieb entwickeln, kennt keinen Zeittakt. Davon träumt man des Nachts und denkt als erstes daran, wenn man morgens aufsteht.

      • Ach Blödsinn. Das Eine hat doch mit dem Anderen nichts zu tun. Teilzeit oder Vollzeit beschreibt die Anzahl Stunden zu denen ich mich etwa verpflichte und die ich mit meinem Arbeitgeber abrechne. Wie und wann man diese Arbeit inhaltlich leistet, ist davon unabhängig. Ich träume Nachts von meiner Arbeit, stehe nochmal auf, weil ich etwas niederschreiben will oder setze mich am Morgen ungeduscht vom Bett direkt an die Arbeit. Das geht sehr, sehr gut auch in Teilzeit. Passion und Kreativität bedingen nicht den Dauerbetrieb. Im Gegenteil: Arbeit mit hoher Hirnleistung benötigt auch Freiräume und Abwechslung. Ich bin in meinem Job deutlich besser geworden, seit ich teilzeit arbeite.

      • tina sagt:

        ah! ML denkst du, teilzeit heisst mit den 100%-pensümlern um 8 einchecken aber schon um 12 den schraubenzieher fallen lassen? 🙂
        und die 42h-woche ist gemacht, weil man sich nur in exakt dem rahmen ein ähm gesetz ausdenken (???) kann?

      • tina sagt:

        ja genau, all die neu entwickelten motorantriebe 🙂
        der einzige job, von dem ich je geträumt habe, war dieses fliessband an dem ich mit 18 arbeitete – nicht länger als 3 monate, danach war ich geheilt vom gedanken, es sei mir egal als was ich arbeite

  • Sportpapi sagt:

    Tönt für mich nach dem idealen Modell. Schön, wenn die Voraussetzungen stimmen und es so gut aufgeht.
    In diesem Fall glaube ich auch, dass es mit der Flexibilität stimmt, die ein Vorteil für den Arbeitgeber darstellt. Leider ist es meistens nicht so, denn teilzeitarbeitende Eltern sind vielfach nicht in der Lage, mal länger, an einem anderen Tag oder zusätzlich zu arbeiten. Weil die restliches Zeit minutiös verplant ist.
    An Karriere in teilzeit glaube ich hingegen nicht. Nicht, weil es nicht möglich wäre (gerade wenn man eben bei Bedarf flexibel und erreichbar ist). Aber in diesem Wettbewerb gibt es immer ganz viele Konkurrenten, die Vollzeit und viel mehr anbieten. Warum sollte der Arbeitgeber da die „handicapierte“ Variante bevorzugen?

    • tina sagt:

      ich sehe jedenfalls heute, dass man in positionen und berufen teilzeit kann, in denen das vor 15 jahren noch kein gedanke war.

    • Die Flexibilität ist natürlich von vielen Faktoren abhängig. Unter anderem vom Gesamtpensum beider Elternteile und von beiden Arbeitgebern. In unserem Fall: Wir können uns sehr gut gegenseitig abfedern und unsere Wochenarbeitszeit sowie die Arbeitstage bei Bedarf ziemlich rasch anpassen.

      Bezüglich der Karrieren gibt es ja nicht nur das Pensum sondern auch die Fähigkeiten. Ein Teilzeitler muss den Vollzeitler einfach damit ausstechen, dass er für den Karrierejob fachlich und persönlich geeigneter ist. Natürlich ist das nicht immer einfach, aber es gibt auch immer mehr Arbeitgeber, die erkennen, dass hohe Präsenzzeiten nicht unbedingt besser Arbeitnehmer machen.

      • Lala sagt:

        Oder er könnte merken, dass der anderen Person mehr Arbeit aufgelastet werden kann/sollte weil diese offensichtlich trödelt…
        Wenn Sie als ~50-60% Teilzeitler einen 100% ausstechen ist das etwas „merkwürdig“ bzw. die andere Person vermutlich eine ziemliche taube Nuss.

        Ansonsten, ja, schön wenn das geht und man das will. Wie so etwas derzeit für die meisten Menschen (die das wollen) möglich sein soll ist mir aber absolut schleierhaft.

    • Cara sagt:

      @Sportpapi: weil die, wie Sie sie nennen, „handicapierte“ Variante qualifizierter ist zum Beispiel? In dem Fall würde ich mich als Arbeitgeberin lieber für die 70% Variante entscheiden. Und es gibt durchaus auch Geschäftsleitungsstellen zu 60 oder 70%.

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