Schluss mit dem Mutterfrust!

Mama schimpft immer…: Lois aus «Malcom mittendrin». (Foto: Screenshot)

«Man könnte wirklich nicht meinen, dass du bereits fünf Jahre alt bist!»

«Nun hör auf damit!»

«Komm endlich!»

«Gopferteli!»

Es ist Frühling, die Sonne scheint und die Bäume leuchten in den prächtigsten Farben. Das Hotel ist vollständig auf Familien mit Kleinkindern ausgerichtet und das Angebot vielseitig: Ponyreiten, Bäderlandschaft, Badminton, Klettern, Minigolf, Bowling. Möchte man mal seine Ruhe, kann man die Kleinen in den Kinderclub bringen und sich in der römisch-irischen Therme entspannen. Was will man mehr? Glück und Erholung pur.

Doch nicht die glücklichen Gesichter der Mütter fallen mir auf, sondern deren missmutige Minen. Immer ist mindestens eine am Nörgeln, am Zetern und am Schreien. Wenn nicht mit ihren Kindern, dann mit ihrem Mann.

Die allzeit geduldige Mutter?

Ich frage mich, ob ich auch so eine missmutig aussehende Mutter geworden bin. Manchmal befürchte ich es fast. Es gibt Tage, an denen auch ich von früh bis spät am Zetern bin. Weil die Gläser dauernd vom Tisch fallen, weil die Tomate durch das Restaurant fliegt, weil ich keine lautstarke Krise im Laden haben möchte und weil meine Geduld nach Tausenden von «Neins!» und «Hör auf damit!» irgendwann am Ende ist. Dann werde ich die Mutter, die ich nie sein wollte und die garantiert jede von uns zuweilen ist: die, die das Kind anschreit, ihm droht, es hart anfasst, ins Zimmer stellt und ihm vielleicht zu alldem auch noch irgendetwas Bösartiges an den Kopf wirft. Danach bleibt man zermürbt zurück und gelobt Besserung, denn das nächste Mal will man unbedingt die allzeit geduldige und liebevolle Mutter sein, von der man träumte. Vor dem Kinderhaben.

Fühlt sich so «regretting motherhood» an? Nein. Es geht nicht darum, das Kinderhaben zu bereuen. Muttersein ist ein Extremjob und ein Kind rund um die Uhr liebevoll und geduldig zu begleiten, ist meines Erachtens eine unmögliche Herausforderung. (Ausnahmetalente ausgeschlossen). Eine Aufgabe, bei der es weder Pausen noch Ferien gibt. Da nützt auch der schönste Ort wie dieses Hotel nichts. Ferien mögen helfen, den Kopf durchzulüften und eine Auszeit vom Alltag zu erhalten, aber wirkliche Erholung sieht anders aus.

Vonwegen «regretting motherhood»!

Meine knapp vierjährige Tochter und ich haben diese Auszeit sehr genossen. Zweimal habe ich sie angeschrien und einmal habe ich gedroht abzureisen. Das war, als sie nach einem Tag Reiten, Klettern, Schwimmen und Bowling fand, ich müsse ihr ein hässliches, rosarotes Barbie mit Scooter kaufen, da sie hier bisher noch «nichts Schönes» erlebt habe. Ich weiss, ich hätte es nicht persönlich nehmen und ihr keinen Vortrag über hart erarbeitetes Geld, Privilegien und das Leid anderer Kinder in anderen Erdteilen halten sollen.

Aber wie gesagt: Ich bin auch nur eine ganz normale Mutter. Mindestens zehnmal in diesen Ferien habe ich eine grössere Krise wegen einer Lappalie umschifft, zwanzigmal etwas Unvernünftiges mit einfach formulierten Erklärungen ausgeschlagen, sie dreissigmal zum Lachen gebracht, ihr fünfzigmal gesagt, dass ich sie über alles liebe und sie hundertmal ermutigt, gelobt und liebkost. Genau darauf kommt es doch eigentlich an. Nicht «regretting motherhood» ist das Thema, sondern «admiring motherhood»!

Muttersein ist oft ein Krampf, bei dem wir in einer von zehn Situationen zwar die Geduld verlieren, sie aber in den anderen neun bravourös behalten. Bewundern wir das täglich Geleistete und schrauben wir unsere Ansprüche herunter. Jeder Tag, an dem wir die geduldige, liebevolle Mutter sind, die wir zu sein wünschen, zählt doppelt. Oder dreifach! Nein, zehnfach!! An alle Mütter da draussen: bewundern sollten wir das Muttersein, gopferteli, nicht bedauern.

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65 Kommentare zu «Schluss mit dem Mutterfrust!»

  • Karl Allemann sagt:

    Warum gehts hier immer nur um die Mutter?
    Viele Väter leisten heute auch sehr viel.
    Bei uns teilen wir alles ca. 50/50. Das dient allen, und wir haben jeweils viel mehr Geduld, ich kann es nur empfehlen.

  • Michael sagt:

    Seit doch alle ein bisschen entspannter !! Oder habt ihr vergessen, das ihr selber mal klein gewesen seit und Eure Eltern in den schieren Wahnsinn getrieben habt ? Erfreut Euch doch an dem Gedanken, das, wenn alles normal läuft, diese kleinen Plagegeister später selber mal kleine Plagegeister haben werden….
    Zudem habt ihr selber aktiv dazu beigetragen, Eltern zu werden oder ? Wieso sich dann also beklagen ??

  • Anonym sagt:

    Das, was ich so schlimm finde, ist, dass die „schlechten Tage“ bei so vielen Müttern (Eltern) mit so viel mit Gewalt an ihren kleinen Kindern einhergeht! Sicher tun nicht alle Mütter ihren Kindern weh, dennoch sieht man es einfach zu oft!! Warum denken Eltern, sie dürften ihren Kindern weh tun? Nur, weil sie grösser und stärker sind und es deswegen „können“? Das finde ich schwach und dem Kind gegenüber traurig. Kinder haben ein Recht auf gewaltfreie Erziehung und die Aufgabe von uns Eltern besteht meiner Meinung nach darin, sie zu schützen (manchmal, an diesen „schlechten Tagen“ auch vor uns selbst!!) und ihnen ein gutes Vorbild zu sein. Dazu gehört, authentisch zu sein, aber eben nicht, zu schlagen, zu kneifen, Ärmchen zerquetschen, sie vor anderen bloss zu stellen, gemein zu sein!!

  • 13 sagt:

    „Muttersein ist oft ein Krampf, bei dem wir in einer von zehn Situationen zwar die Geduld verlieren, sie aber in den anderen neun bravourös behalten. Bewundern wir das täglich Geleistete und schrauben wir unsere Ansprüche herunter.“
    Grundsätzlich ein guter Aufruf, v.a. wenn man es aus dem Aspekt des schlechten Gewissen betrachtet, den wohl die meisten Mütter kennen. Aber Tatsache ist halt auch, dass die allermeisten Menschen einen gewissen Druck, ein Ziel brauchen. 9 von 10 Mal gelassen zu bleiben ist super. Wenn man sich aber von vornerein vornimmt, es „nur“ 9 von 10 Mal zu schaffen, wird man es vermutlich max. 7 Mal hinkriegen. Manchmal dürfen die Ansprüche daher doch hochgehalten werden. Bei der Beurteilung der Leistung kann man immer noch grosszügiger sein.

  • Lina Peeterbach sagt:

    Ich finde bewundern irgendwie auch den falschen Ansatz. Elternschaft ist ein neuer Lebenszustand, am besten gelingt mir das mit einer nicht allzu aktiven Haltung, eher so „sich in den Flow begebend“: Man muss die Tage ohnehin nehmen wie sie kommen, und versuchen das Beste draus zu machen. Manchmal gelingt das wunderbar, und manchmal gelingt es überhaupt nicht: dann muss man es einfach unter Sch…-Tag abbuchen und nach vorne schauen. Meistens liegt man irgendwo in der Mitte, und das ist bestimmt auch ganz gesund für die Kinder: Eltern sind auch nur Menschen, mit Stärken und Schwächen, mit besseren und weniger guten Tagen (Kinder übrigens auch…). Geht doch allen Eltern (nicht nur Müttern!) gleich. Der meiste Druck ist sowieso selbstgemacht.

    • Lina Peeterbach sagt:

      Ach ja: von den scheinbaren „Ausnahmetalenten“ nimmt man am besten ganz schnell Abstand. Das ist in etwa so gesund wie Schönheitsmagazine lesen 😉

  • Rita Cansino sagt:

    „Extremjob“ ist treffend. Genau das ist es. Wenn man dann nicht mehr so jung, nicht mehr so hübsch, verbraucht und müde ist, dann gehen die Kids aus dem Haus und der Ehemann schaut sich nach was knackigerem um. Das mag niemand gerne hören, aber genau so ist es.

    • Mariu sagt:

      @RC: Sie bringen es bestens auf den Punkt. Nicht, dass ich diese Tatsache je gutheissen würde, allerdings – und auch dass muss einmal gesagt sein – taten die, eines (un)schönen Tages „verbrauchten und müden“ Frauen über Jahrzehnte oft sorglos und einfältig alles dafür, um genau diesen Zustand herbeizuführen.

  • Martin sagt:

    „…nach einem Tag Reiten, Klettern, Schwimmen und Bowling…“
    Vielleicht haben die Kleinen zuviel statt zuwenig? Wie wärs mit einem Nachmittag im Wald, Pfeilbogen schnitzen und dem Knirps zeigen, wie ein Indianer ein rauchloses Feuer macht?

    • Carina Leone sagt:

      @Martin Die Rede war von einem Kinderhotel. Da ist Reiten, Klettern, Schwimme und Bowling im Angebot inklusive. Wieso soll es dann nicht genutz werden? Einen Nachmittag im Wald kann man dann ausserhalb der teuren Hotelferien machen.

      • evchen sagt:

        Eben weil‘s evtl. zuviel ist für das Kind. So wie man bei einem all-in Buffet auch nicht alles leer ist, weil zu viel. Das heisst, manche Leute tun das dann eben schon…

      • Martin sagt:

        Ja, ich meine anstelle von teuren Hotelferien (Hat der Vater bezahlt, nebenbei?)

        Frage, was soll der jugendliche Freund der 17jährigen dann bieten, wenn sie als Kind Reiten, Klettern, Schwimmen und Bowling bis zum abwinken hatte? Und hat sie als 24jährige dann eine überzogene Anspruchshaltung an den künftigen Ehemann?

    • Asouka sagt:

      Ihr seid Miesepeter!!! Eine Woche Kinderhotel verdirbt wohl keinen Charakter. Wir waren letztes Jahr auf einem Erlebniscamping: Surfen, Pool, basteln und Spielplatz an einem Tag hat die Kinder wohl nicht zu unerzogenen Persönchen gemacht. Den Nachmittag im Wald kann man auch dann aus dem Hut zaubern, wenn die drei Tage Angebot vorbei sind…

  • E. Keil sagt:

    Mutter sein ist also ein Job. Muss man sich als Mann künftig damit arrangieren, dass man seine Frau dafür bezahlen muss, dass sie sich um die Kinder kümmert? Das wird ja spannend. Mal sehen, ob sich das die weniger gut Bemittelten auch leisten können oder ob man sich dann überlegt, Vater zu werden. Die Frau meines Cousins ist mit ihrem Kind masslos überfordert. Sie kommt aus einem fernen Land und kennt die Begriffe, Verantwortung, Fleiss, lernen und sich weiter entwickeln nicht. Der arme Mann muss für alles zahlen und leidet still darunter. Aber jeder sucht sich seinen Partner selber aus. Tipp: vielleicht mal nicht immer aufs Aussehen und mehr auf die Herkunft und die Werte achten. Erspart viel Ärger.

    • tststs sagt:

      Ist eigentlich nicht soooo spannend, eigentlich so richtig bünzlig langweilig.
      Auswärtverdiener bezahlt Daheimbleiber einen Lohn inkl. Abgaben. So wie bei der Putzfrau.

      Und wer es schlau macht, zahlt dem Daheimgebliebenen den gesamten Lohn aus –> aus einem Lohn 2x mal AHV/BVG etc bezahlt!

      Das Geld kann nach dieser „Ehrenrunde zur Vorsorge“ ganz nach belieben unter den Partnern aufgeteilt werden…

      Wie gesagt, eigentlich ziemlich langweilig.

      • tststs sagt:

        Sorry, habe ganz unterschlagen, dass es natürlich schon einen Punkt gibt, wo man aufpassen muss: Steuern!

      • 13 sagt:

        @ tststs
        Die Steuern sind mehr als nur ein „aufpassen“ wert. Im Normalfall wird es sich nicht lohnen zugunsten der Vorsorge den gleichen Lohn zweimal zu versteuern, höchstens den Teil der für die Kinderbetreuung wieder abgezogen werden kann und das nur, wenn die Steuerbehörden mitmachen. Stattdessen ist es sinnvoller, nach Ausschöpfung der Möglichkeiten für die Säule 3a und Pensionskasse inkl. Einkauf, das Geld zu sparen und bei einer Wiederaufnahme der Erwerbstätigkeit die Pensionskasse damit zu füllen. Steuerrechtlich auch sehr interessant. Natürlich immer vorausgesetzt, es ist überhaupt Geld da für solche Vorhaben. Das wird aber bei den allermeisten Einverdienerfamilien nicht der Fall sein.

      • Sportpapi sagt:

        Wenn ich die Frau für ihre Tätigkeit marktüblich voll bezahle (natürlich nur zu 50%, für die andere Haushaltshälfte ist sie zuständig), warum soll dann das Restgeld noch geteilt werden? Ist ja dann bereits alles fair abgegolten…

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Tststs meinte aber: „Und wer es schlau macht, zahlt dem Daheimgebliebenen den GESAMTEN Lohn aus“. Dann muss es ja geteilt werden, weil der erwerbstätige Ehegatte ja nichts mehr hat.

        Ansonsten bleibt zu diskutieren, ob marktüblich angemessen ist oder doch gemessen am Lohnausfall. V.a. dann, wenn es beiden irgendwie wichtig ist, dass ein Kind von einem Elternteil betreut wird (ganz oder zumindest mehrheitlich). Hinzu kommt die Frage, ob man bei unterschiedlichen Einkommen auch bereit ist, den anderem am Standard partizipieren zu lassen oder nicht.

        Aber wie gesagt: Da sich diese Variante, bis man vielleicht irgendwann die vollen Betreuungskosten abziehen kann, eh kaum lohnen dürfte, braucht es wohl ohnehin andere…

      • Sportpapi sagt:

        @13: Normalerweise kommt der Vorschlag ja mit der Idee, die „Gratis-Arbeit“ aufzuwerten. Wenn es nur um die Altersvorsorge geht, sehe ich gerade gar keinen Gewinn. Da wird die Vorsorge des einen ja bei einer allfälligen Trennung sowieso geteilt.

      • 13 sagt:

        @ sp
        Entschuldige, mir scheint, du hast den Vorschlag nicht verstanden:
        Also, als Beispiel: ich arbeite und bekomme Lohn, zahle davon schon einmal AHV und PK. Stelle ich nun meinen Mann an und bezahle ihm einen Lohn, bezahlt er davon nochmals AHV und PK. D.h. Insgesamt haben wir viel mehr Vorsorge, es muss weniger oder sogar nichts geteilt werden. Das ist der Gewinn.
        ABER damit bezahlen wir auf dem gleichen Lohn auch doppelt Steuern, da ich eben nicht seinen ganzen Lohn als Kinderbetreuungskosten abziehen kann, aufgrund der tiefen Obergrenze. Und es ist zudem ohnehin fraglich, ob die Sterverwaltung diese Lösung als externe Betreuungskosten akzeptieren würde. Da dürfte es kantonale Unterschiede geben.
        Darum denke ich, Einkäufe in die PK und 3a-Beiträge lohnen sich eher.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das habe ich schon verstanden. Aber wenn tatsächlich bei nur einem Einkommen noch Reserve da ist für eine weitere Vorsorge, dann könnte man das auch meist bei der vorhandenen dazunehmen. Also 3. Säule und allenfalls Aufstocken 2. Säule.
        Aber scheint mir sowieso eher theoretisch, die Option.

      • 13 sagt:

        Nun, es kann unter Umständen schon gute Gründe haben:
        – ein gewisser Sparzwang
        – AHV-Beiträge gehen nicht anders
        – der (meistens) zugunsten der Männer verschobene Stichtag für die Teilung
        – nucht verheiratete Paare
        – Paare mit Gütertrennung
        – je nach PK-Reglement
        Aber wenn man dann viel mehr Steuern bezahlt, lohnt es sich eben nicht.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „– der (meistens) zugunsten der Männer verschobene Stichtag für die Teilung.“ Was ist damit gemeint?
        Bei unverheirateten Paaren gebe ich dir recht, da muss eine Absicherung stattfinden. Allerdings ist in der Situation der Verzicht auf ein eigenes Einkommen sowieso fahrlässig.
        Leider wird das mit dem neuen Betreuungsunterhalt im Sinne eines Fehlanreizes noch unterstützt. Und die Vertragsfreiheit der beiden Partner massiv eingeschränkt.

    • Synn sagt:

      Ähm auch als Vater darf man sich gerne um die Kinder kümmern, oder?

    • maia sagt:

      Mann muss sich nicht künftig damit arrangieren. Das ist schon immer so! Wenn die Mutter (allenfalls der Vater) nicht abreitet, dann übernimmt in der Regel der Vater alle Kosten. Bei einer Trennung heisst das dann Betreuungsunterhalt.

  • Marc Holdener sagt:

    Was für Mütter gilt, gilt auch für Väter, also Eltern allgemein.

    Man könnte die Kleinen manchmal auf den Mond schiessen. Aber ohne sie, geht einfach nicht mehr. Es ist gerade der Job der Kleinen, zu provozieren, und der Job der Eltern, Grenzen zu setzen. Das ist Erziehung.

    Und Schaden nehmen die Kleinen nicht, wenn sie verstehen, warum und wieso. Im Gegenteil, das künstliche Getue ums Kindeswohl ist so eindimensional. Das Familienwohl und gesunder Egoismus der Eltern ist die Klammer um das Kindeswohl, das ohne die anderen beiden nicht geschützt werden kann.

    Wenns eng wird mit Kraft und Geduld, dann sage ich das. Meine Kinder verstehen, dass sie nicht alles dürfen und ich nicht unendlich Kraft habe. Sonst reagiere ich so, wie es unter solchen Umständen eben normal ist.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Anmerkung:
    Mütter vergessen bisweilen, dass auch Väter mit den gleichen Herausforderungen konfrontiert sind.
    Es ist ja nicht so, dass sie nur unbeteiligte Abwesende sind. Aber diesen Eindruck bekommt man regelmässig, wenn man Müttern zuhört.

    Ansonsten: volle Zustimmung.

    • tina sagt:

      das liegt vermutlich eben an der verteilung respekive einseitigkeit der rollen, wie „fritz bünzli“ ja schön dargestellt hat

    • mila sagt:

      Mein Gedanke, Roxy. Ich verstehe nicht ganz, wie man einen solchen Text rein aus Mutterperspektive schreiben kann – meiner Erfahrung nach handelt es sich um eine Elternperspektive… Wobei ich mir persönlich schnell einmal auf den Wecker gehe, wenn die Frustmiene sich (für meinen Geschmack) zu lange festsetzt. Daran kann man etwas ändern.

      • k. miller sagt:

        @mila Es ist ein Blog, und da ist es ganz normal, dass aus der persönlichen Sicht – hier also als Mutter – geschrieben wird. Wäre es ein Artikel, würde mich die Eindimensionalität allerdings auch stören.

      • mila sagt:

        Es ging hier nicht nur um dir Autorin, sondern um die missmütigen Gesichter der Mütter (im Urlaub). Dahinter setze ich doch ein Fragezeichen, respektive frage: was ist mit den Vätern, wo sind sie? Irgendetwas läuft schief, wenn da nur das weibliche Elternteil auffällt…

    • tststs sagt:

      Naja, es sind IMHO verschiedene Problemfelder! Es ist weniger ein Väter-Müttern-Ding, sondern eher ein Auswärtsverdiener-Kinderbetreuer-Ding. (Im Moment sind halt die Geschlechter noch relativ eindeutig auf die Rollen verteilt.)
      Wenn es hier also um Frondienst-/Betreuungsstress geht, sollten wir nicht mit Arbeits/Ernährerstress kommen. Heute besprechen wir das eine, morgen das andere 😉

      • Reincarnation of XY sagt:

        sie haben ja Erfahrung tststs….

        Nein, so ist es eben nicht. Es ist nicht jeder „Ernährer“ „nur weg“ und auf diese Rolle beschränkt.
        Ich bin regelmässig auch bei den gemeinsamen Essen, dem Kinder ins Bett bringen, zur Schule bereit machen, den Hausaufgaben machen, und am WE und in den Ferien sowieso absolut gleichwertig in der Betreuung, auch wenn ich 100% arbeite.

        Es mag wohl abwesende Väter geben, aber das sind längst nicht alle. Mütter tun oft so, als seien sie die einzigen, die oben beschriebenen Herausforderungen zu meistern haben und genau diese Einstellung wird ihre Frustrationstoleranz noch weiter senken.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Wenn Männer arbeiten – dann sagt frau schnell: „Oh der ist ja der Ernährer und bekommt nicht die hälfte davon mit.“
        Aber noch nie hörte ich dass eine arbeitende Mutter hören musste: „na ja vom Mutterstress weisst du als 100% erwerbstätige ja wenig.“

      • Regula Habig sagt:

        @tststs: Besprechen wir es also, das Frondienst/Betreuungsstress-Ding! Solche Ausdrücke lassen mich einfach perplex zurück. Ich betrachte mich nicht als „Ausnahmetalent“, aber ich bin doch herrschaftszeiten eine erwachsene Frau, eine souveräne Person die vor den Kindern lange verantwortlich gearbeitet hat: wie sollen mich KINDER aus der Ruhe bringen können, kleine Wesen, denen die Welt zu zeigen und zu erklären doch justement meine selbstgewählte Aufgabe ist! Ich kann einfach Leute nicht ernst nehmen, die durch das Benehmen von KINDERN an ihre Grenzen gebracht werden, denn wie funktionieren diese Leute denn an der Arbeit, wo ja selten alles reibungslos und wie am Schnürchen klappt? Wenn es zu bunt wird mit den Kleinen, poltert man halt lautstark und überzeugt, und gut ist.

      • Fritz Bünzli sagt:

        @Reincarnation
        Ohne Ihnen nahetreten zu wollen: ein paar Stunden am Abend und ein paar Tage während den Ferien macht man es gerne. Auch ich geniesse meinen wöchentlichen Tag (zusätzlich zu den Wochenenden) mit meinen Kindern. Daneben haben Sie und ich unsere Freiräume ohne Kinder, intellektuelle Herausforderungen und interessante Gespräche auf der Arbeit. Wenn ich mir jedoch vorstelle, wie es wäre wenn ich 4-5 Tage alleine mit den Kindern verbringen müsste, dann bin ich mir ziemlich sicher, dass ich unzufrieden und frustriert wäre.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Sie dürfen mir sogar noch näher treten und etwas genauer lesen Bünzli:
        Ich bin regelmässig (eigentlich täglich) auch bei den gemeinsamen Essen, dem Kinder ins Bett bringen, zur Schule bereit machen, den Hausaufgaben machen…. (muss ich das fett drucken, damit Sie das glauben?)
        und am WE und in den Ferien sowieso absolut gleichwertig in der Betreuung (Tage ohne Schule gleich min. doppelt so hohe Betreuungszeit).

        2. sagte ich: wenn Mama arbeitet findet sie sich absolut kompetent um über den Mama-Stress zu reden – aber der arbeitende Papa, der nicht.

        Dieses Paradigma ist für viele Familien längst nicht mehr angebracht. Aber es hält sich hartnäckig und senkt die Frustrationstoleranz der Mütter.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Warum sollem die zwei Aufgaben so strikt getrennt betrachtet werden? Warum geht es nicht einfach um Belastung und Belastbarkeit? Und dass Eltern häufig mal an Grenzen stossen?

      • Fritz Bünzli sagt:

        @Reincarnation
        dann trete ich Ihnen halt noch etwas näher: regelmässig (eigentlich täglich) bei den gemeinsamen Mittag- und Nachtessen, dem Kinder zu Bett bringen, für die Schule bereit machen und Hausaufgaben machen sowie die gleichwertige WE und Ferienbetreuung finde ich „easy“. Happiger wirds dann, wenn Sie sich regelmässig für mindestens einen bis zu fünf kompletten Tagen Betreuung verpflichten. Aber auch hier gilt: jeder hat seine eigenen Wunschvorstellungen und Grenzen.

  • Fritz Bünzli sagt:

    Einfacher Erklärungsversuch wieso es scheinbar so viele gefrustete Mütter da draussen gibt: die tägliche Arbeit mit Kindern ist emotional anstrengend, in vielen Momenten auch frustrierend. Nach einem Tag mit meinen Kindern bin ich froh, dass ich am nächsten Tag wieder zur Arbeit gehen kann. Zeit für (ungestörte) Gespräche, einen guten Kaffee und abwechslungsreiche Mittagessen habe. Bei Vier oder fünf Tagen pro Woche mit den Kindern zusammen würde mein Frust exponentiell steigen und ich auch zu einer entsprechenden Motzgurke mutieren.

    • tina sagt:

      exakt. einseitige belastung. nicht gut. es geht eben nicht nur darum, wer mehr geld heimträgt, und darum ist es eben nicht eine logisch überlegung, dass der elternteil, der weniger geld verdient in der selben zeit, auf erwerbstätigkeit verzichtet. wenn dann vor lauter einseitigkeit einer ausbrennt kostet nicht nur geld

      • Synn sagt:

        tina, ganz genau! Ich habe wirklich noch nie vestanden, wieso das höhere Einkommen oftmals das (einzige!) Entscheidungskriterium ist wer wieviel arbeitet. Man muss da einiges mehr in die Waagschale werfen, sonst wird es am Schluss in irgendeiner Form nämlich teurer.

      • Christina sagt:

        Schliesse mich meinen VorrednerInnen voll und ganz an.

      • Sportpapi sagt:

        Meistens brennt man nicht wegen Einseitigkeit aus. Vielmehr spricht man immer wieder von Doppel- und Dreifachbelastungen, denen Frauen ausgesetzt sind (ja, in der Regel nur Frauen).

      • tina sagt:

        sportpapi? burnout hielt ich doch für eine managerkrankheit (nicht managerinnen ;-))

      • Sportpapi sagt:

        @tina: Risikogruppen sind unter anderem Sozialarbeiter, Arzt, Lehrer, Krankenpfleger. Alles typische Männerberufe…
        Und immer häufiger werden in den Medien Burnout und Frauen/Mütter thematisiert. In Zusammenhang mit Mehrfachbelastungen.
        Also was soll der Einwurf?

    • Aquila Chrysaetos sagt:

      Ich weiss ja nicht was Sie alle für entspannende Wohlfühljobs da draussen haben. Bei uns ist der Job (auch emotional) wesentlich strenger als die Aufgaben zu Hause. Wenn man sich nach einem Tag Kinder zurück in die Arbeit flüchtet (oder umgekehrt) muss man vielleicht eher mal an seinem Selbstmanagement arbeiten?
      Zudem setzt sich die Gesamtbelastung aus den Einzelbelastungen zusammen. Ob man nun sich 2 Tage durch die Arbeit und 5 durch die Kinder stressen lässt oder 4 durch die Arbeit und drei durch die Kinder etc spielt ja am Ende des Tages wohl keine Rolle. Und dann würde ich doch meinen, dass wenn ein Partner mehr als das Doppelte verdient als der andere es sehr wohl nur logisch ist dass ersterer das höhere Pensum hat. Ausser man ist in der glücklichen Lage dass Geld keine Rolle spielt.

      • Regula Habig sagt:

        @Aquila Chrysaetos: Genau so sehe ich das auch. Ich habe mir einfach diese Frage auch umgekehrt gestellt: was für Monster sind denn die Kinder derer, die sich immer über sie beklagen? Und ohnehin stellen diese Leute nicht ihre unmöglichen Kinder bloss, sondern eigentlich sich selber und ihre „Erziehungskünste“, wenn sie mit ihnen nicht fertigwerden ohne in Verzweiflung zu geraten.

      • Fritz Bünzli sagt:

        Keine Panik die Frauen Chrysaetos und Habig, ich bin kein Monster. Nur stehe ich auf etwas Abwechslung im Leben, auf Kontakte mit Kindern, aber auch mit gleichaltrigen, auf Herausforderungen beim Spielen sowie auf intellektuelle Herausforderungen, auf das wöchentliche Essen im Restaurant sowie auf das gemeinsame und zum Teil chaotische Nachtessen mit den Kindern. Vielleicht ist nicht jedermann/jedefrau dafür gemacht, sich voll um seine Kinder zu kümmern, genauso wie es den Kindern wohl irgendwann ablöscht, sich ständig mit der Mutter zu unterhalten. Aber jedem das Seine. Mein Post war etwas überspitzt formuliert 😉

      • Regula Habig sagt:

        @Fritz Bünzli: Ich dachte eher an Erwachsene, für die Kinder eine Art Monster sind, nicht Sie seien ein Monster, keine Sorge 🙂 . – Nur begreife ich nie, warum eins das andere ausschliesst: ich bin zwar mit Begeisterung Vollzeit-Mutter (es gibt eben kein anderes Wort dafür), aber ich kann doch trotzdem immer noch anspruchsvolle Bücher lesen und mit anderen Menschen über alles Mögliche diskutieren, und die Kinder kennen durchaus nicht „nur“ mich. Den Beruf aufgeben heisst doch nicht den Verstand verlieren, aber genauso wird es hier immer dargestellt. Ich meine, wer Tendenz zum Verblöden hat und langweilig ist, hat diese zwei Probleme an der Arbeit oder zuhause, und wer Spass hat an dem was er tut, macht seine Sache vermutlich überall ganz gut.

  • Muttis Liebling sagt:

    Man muss nicht bewundern, wenn jemand es schafft, fast das ganze Leben lang rhythmisch zu atmen. Alle anderen Selbstverständlichkeiten auch nicht, wie Mutter sein oder sich die Schnürsenkel selbst zuzubinden.

    • Philipp M. Rittermann sagt:

      …babysteps, ml, babysteps. 😉 aber immerhin.

    • tina sagt:

      ich glaube eben auch dass bewundern einfach die falsche haltung ist und mit zu diesem fun-mum-theater beiträgt, dieses alles perfekt machen und dabei noch strahlen und permanent glückselig sein wollen. nein müssen

    • Röschu sagt:

      „Mutter sein“, wie auch „Vater sein“, ist keine Selbstverständlichkeit, sondern eine bewusste Entscheidung.

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    bravo! endlich mal ein statement, welches sich vom üblichen „och-wir-armen-mimimi“ abhebt! weiter so. mir scheint – erfahrene, gereifte mütter können hier ihren wohlstandsverwöhnten jüngeren pendants noch einiges an normalität und augenmass vermitteln.

    • tina sagt:

      ich will ncht an dieser erfahrenen mutter da herummäkeln, aber ähm: reiten/klettern/schwimmen/bowling an einem tag und sich dann wundern, dass noch ein barbie gefordert wird. ich hätte da einen millimeter selbsterkenntnis erwartet, insbesondere wenn man es noch aufschreibt und dann selber lesen kann.

      • tina sagt:

        so apropos wohlstandsverwöhnt und augenmass…. aber schwamm drüber.

      • Philipp M. Rittermann sagt:

        siehe bitte oben tina. babysteps. mich dünkt aber schon die erkenntnis, dass das ständige gejammere aufhören muss, ein schritt in die richtige richtung.

      • tststs sagt:

        Sie waren offensichtlich noch nie in einem Kinderhotel, inkl. Kinderbetreuung. (Ansonsten wüssten Sie, dass 4 Aktivitäten am Tag absolut normal sind… und dann kommt noch das Abendprogramm dazu 🙂 )

      • Karin Hofmann sagt:

        Liebe Tina
        Da haben Sie absolut Recht. Das ganze Programm verteilte sich natürlich auf mehrere Tage, nicht auf einen, sonst wäre sowohl das Kind wie auch die Mutter überfordert gewesen mit so viel Freizeitaktivität!

      • tina sagt:

        liebe karin hofmann 🙂 aaaah! da bin ich ja beruhigt. entschuldigung, habe ich missverstanden im blogtext.

        tststs: gottneinbewahre 😉

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