Betreuungsstress in den Schulferien

Am besten wäre eine Betreuung in der gewohnten Umgebung: Kinder in einem Schulzimmer am Kneten. Foto: iStock

Jedes Jahr im Januar sehne ich mich nach der Zeit zurück, als meine Kinder noch in die Kita gingen. Dienstag und Donnerstag von morgens bis abends, ausser wir fuhren ins Tessin oder es war Altjahreswoche und damit Kita-Betriebsferien.

Jetzt, mit Schulkindern, planen wir im Januar immer das Jahr und unsere Ferien und vor allem die Schulferien. Die Kinder gehen nämlich in die Tagesschule, wenn wir Eltern arbeiten. Die Tagesschule ist in der Nähe des Schulhauses. Fast alle Gspänli essen am einen oder anderen Tag dort Zmittag. Manche sind auch an drei oder vier Tagen bis 18 Uhr dort. Man kann die Kinder für Zeitblöcke und Tage nach Wahl anmelden. Bloss: Die Tagesschule hat während der Schulferien geschlossen. Also während 13 Wochen im Jahr.

Zwar gibt es in der Stadt Bern auch einige Tagesstätten für Schulkinder. Anders als die Tagesschulen haben diese 50 Wochen im Jahr geöffnet, von Montag bis Freitag täglich 11,5 Stunden. Aber erstens gibt es in unserem Quartier keine solche Tagesstätte. Die nächste Tagesstätte wäre 1,7 Kilometer oder anders gesagt ein 25-minütiger Kinderfussmarsch entfernt. Und sie hat zweitens nur 24 Betreuungsplätze – man rechne. Drittens müssten die Kinder an mindestens drei Tagen pro Woche dort hingehen. Kommt also für unsere Familie nicht infrage.

Ab auf die Ferieninsel

Deshalb geht im Januar immer das grosse Planen und Organisieren los. Ich habe sechs Wochen Ferien, mein Mann deren fünf. Sogar wenn wir nie zusammen Ferien nehmen würden, um abwechselnd die Kinder zu betreuen, würden noch zwei Wochen fehlen. Um diese Lücke zu füllen, bietet die Stadt Bern in den meisten schulfreien Wochen sogenannte Ferieninseln an. Hierfür muss man die Kinder nach dem Dr-Gschnäuer-isch-dr-Gschwinder-Prinzip separat anmelden.

Für berufstätige Eltern sind die Ferieninseln sicher eine Möglichkeit, die Schulferien betreuungsmässig zu überbrücken. Aus Kinderperspektive finde ich diese Lösung wenig gelungen. Die Ferieninseln finden nämlich nur in wenigen Schulhäusern statt und damit für viele Kinder nicht in der gewohnten Umgebung. Andere Betreuungspersonen, neue Gspänli.

Kindlicher Inselkoller?

Natürlich gibt es Kinder, für die das keine Rolle spielt. Ich kenne Dreijährige, die man problemlos irgendwo auf der Welt im Hotel-Kinderclub abgeben kann. Es gibt aber auch andere Kinder, unsere zum Beispiel. Ohne behutsame Eingewöhnung irgendwo hinzugehen, wo man niemanden kennt: Das war für sie lange ein grosser Stress. Jedenfalls im Kindergarten und auch noch in der ersten Klasse. Mimosen? Vielleicht.

Aber zum Vergleich: Auch für viele Erwachsene ist der erste Arbeitstag in einem neuen Job eine unangenehme Angelegenheit. Sie finden in der Nacht vorher kaum Schlaf, sind nervös, haben schwitzige Hände und einen flauen Magen. Vielen Kindern geht es nicht anders, wenn sie am Montagmorgen auf irgendeiner fremden Ferieninsel landen.

Grosi oder Kinder-Sharing

Also haben wir uns anders organisiert während der Schulferien. Mal hütete die Gotte, die als Lehrerin arbeitete und unterrichtsfrei hatte. Oder die Kinder gingen zu den Grosseltern. Oder wir wechselten uns mit den Nachbarn ab. Was dann bedeutete, dass ich an bürofreien Tagen in den Sommerferien mit vier bis sechs Kindern in die Badi ging.

Nun sind die Kinder älter geworden und die Betreuung unkomplizierter – aber dennoch mit einem ziemlichen Aufwand verbunden. Oft melde ich sie für Kurse des Ferienprogramms Fäger an. Aber auch dort sind mehrtägige Ganztagesangebote die Ausnahme. Ponyreiten von 13 bis 15 Uhr in Oberkaffiswil gefällt zwar meiner Tochter, bedeutet für mich aber mehr Aufwand als Entlastung.

Lösung: Offene Ganztagesschule

Was ich mir wünschen würde: eine offene Ganztagesschule, die grundsätzlich das ganze Jahr offen hat. So verbringen die Kinder ihre Schul- und Schulferientage in ihrem gewohnten Umfeld mit vertrauten Menschen. Und die Eltern haben eine kinderfreundliche Betreuungslösung ohne Teilzeit-Organisationsjob. Wenigstens jene Eltern, die im Büro arbeiten. Wer als Lokführer, Pflegefachfrau, Schichtarbeiterin oder Koch tätig ist, hat sowieso weitgehend ungelöste Kinderbetreuungsprobleme.

Wenn man von der Vereinbarkeit von Job und Familie spricht, geht es meist um Kitaplätze. Aber solange die Kinder noch klein sind, ist die Organisation der Betreuung recht einfach. Mit Schulkindern wird es kompliziert. Doch wenn wir das mit der Vereinbarkeit wirklich hinbekommen wollen, braucht es auch hier gute, kinderfreundliche Lösungen.

Lesen Sie zum Thema auch «Homeoffice und seine Tücken» und «Fieber? Egal, das Kind geht zur Schule».

124 Kommentare zu «Betreuungsstress in den Schulferien»

  • Maria sagt:

    Wir sind jetzt Grosseltern und helfen auch bei der Betreuung, aber eine Familie bräuchte eben mehr Möglichkeiten. Grosseltern können nicht immer zur Verfügung stehen. Die Probleme fangen mit den Kindergarten an !!!!!!!

  • cyan jaeger sagt:

    Danke Frau Meier – Ihr Artikel spricht mir aus dem Herzen. Die ganzen Diskussionen um Kita Plätze, Vaterschaftsurlaub, Elternzeit etc. sind sicher wichtig und auch richtig. Aber grundsätzliche Probleme wie mangelnde und/oder mangelhafte Betreuungsplätze ab Kindergarten bis ins Schulalter während der freien Nachmittage und Ferienbetreuung werden weder diskutiert noch sind irgendwelche Lösungsansätze in Sicht. Es scheint als wolle „man“ hier doch irgendwie das traditionelle Familienmodell mit aller Gewalt am Leben erhalten – gerade auch für Alleinerziehende sind diese Probleme nicht einfach lösbar – vor allem nicht, wenn die finanziellen Mittel nicht unbeschränkt zur Verfügung stehen.

  • Jo Mooth sagt:

    Hier wird aber mal wieder auf höchstem Niveau gejammert. Eine ganzjährig geöffnete, offene Ganztagesschule? Wer soll das bezahlen? Da könnte man ja auch ganzjährig buchbare Leiheltern verlangen, kinderlose Paare, die Kinder tageweise und kostenlos betreuen. Oder noch eine Idee: die Kinder tageweise in Flüchtlingsunterkünfte geben, Asylbewerber wissen ja sowieso nicht was tun den ganzen Tag. Schliesslich die Radikallösung: keine Kinder, wenn man keine zeit dafür hat. Oder eben: selber Leiheltern sein, diesfalls natürlich nur gegen Bezahlung!

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    …also ich glaube wirklich ob dem mamablog. es gibt kein thema, dass heutige mütter nicht stresst. ich frage mich da schon? sind kinder für die modernen mütter überhaupt noch zumutbar…? (wobei ich nach wie vor hoffe, dass die mütter auf dieser plattform nicht repräsentativ sind).

  • maia sagt:

    Sind Ferienlager keine Möglichkeit?
    Ich bin erstaunt, dass niemand hier davon spricht. Ich war als Kind ein- zweimal pro Jahr in einem Lager. Diese sind z.T. sehr günstig.

  • Mathias Jaeggi sagt:

    In Deutschland gibt es seriöse Anbieter für Jugendreisen (ab 11 Jahren), die auch Gäste aus der Schweiz in die Sommerferien mitnehmen. Die Kids werden professionell betreut und geniessen die Ferien im warmen Süden mit gleichaltrigen. Ruf ist solcher Anbieter, der auch eine Vertretung in der Schweiz hat. Die Preise sind sehr moderat.

    • maia sagt:

      In der Schweiz gibt es enorm viele Lager der verschiedensten Organisationen zu den verschiedensten Themen/Interessen – bereits für Kinder ab Schulalter. Oft schon zu sehr günstigen Preisen.

  • Andreas Remund sagt:

    Von Mo – Fr. von 06:00 bis 18:00 während 52 Wochen eine Kinderbetreuung fordern?
    Es spricht nichts dagegen, sich immer wieder selber zu verwirklichen – aber warum zeugt man dazu noch Kinder?
    Wie nimmt man an der Entwicklung teil und am Leben allgemein?
    Abendessen, Tagescheck, ab ins Bett – Wochenend – nächste Woche?
    Und wenn die Kinder gross sind, ausziehen wird man ins Altersheim geschickt – dort gibt es auch die 24h Betreuung während 52 Wochen!

    • C. Schär sagt:

      Das sehe ich auch so, Herr Remund. Mir tun die Kleinen leid, welche ich frühmorgens um 06.30h an der Hand der Mutter laufen sehe, um in die Tagesstätte begleitet zu werden. Man könnte es rückblickend nennen: Mein Leben in der Tagesstätte und Schule, ich hatte kein Daheim….. während der Woche.
      Kenne jedoch auch Alleinerziehende, welche Gott sei Dank das Omi haben, welches während Mutters Abwesenheit bei den Kindern zu Hause ist…. Aber nur des Geldes wegen die Kinder abschieben (1 Salär reiche nicht?)? Nein und nochmals nein! Dann halt mit wenig auskommen und ein schönes zufriedenes Zuhause bieten… Was ich hier so lese ist ja schrecklich, Privatunterricht während den Ferien durch Studenten…

      • Jo Mooth sagt:

        @C. Schär: Stimme Ihnen vollumfänglich zu.

      • cyan jaeger sagt:

        Schön, dass Sie C.Schär Alleinerziehende kenne, die eine Omi haben. Was ist mit den Anderen, die keine Omi haben oder deren 1 Salär auch mit wenig auskommen nicht reicht?
        Die Schweiz ist in vielen Bereichen fortschrittlich aber beim Thema Familie bricht bei den meisten auch im 21ten Jahrhundert noch das traditionelle Rollenmodell durch, welches uns durch die Weltkriege begleitet hat (gemeinsam mit der Ideologie, wie eine Familie zu sein hat). Dank Wählern und Politikern mit ähnlichen Geisteshaltungen wie der Ihren, wird sich dies wohl auch in 100 Jahren nicht ändern.

  • tststs sagt:

    Noch ein Tipp (sorry fürs mansplaining)
    Wenn es um einzelne Tag geht, nach unbezahlten Freitagen fragen. Gerade in den Sommerferien herrscht in vielen Branchen Flaute…
    Oder, wenn vorhanden, Überstunden beziehen.

  • tststs sagt:

    Die beste Lösung ist natürlich, Sie achten darauf, dass Gotti/Götti ebenfalls Lehrer von Beruf sind…
    🙂
    🙂
    🙂

  • tststs sagt:

    Wie wäre es, wenn man hier die Wirtschaft ein bisschen in die Pflicht nehmen würde? Wenn der Arbeitgeber für Betreuung sorgen würde?

    Oder noch ganz simpler gefragt: Wieso die Kinder nicht einfach mit zur Arbeit nehmen?
    Vor ein paar Tagen habe ich geschrieben, dass unsere Oma uns öfters mal zur Arbeit mitgenommen habe, dies war überhaupt kein Problem, da sie selbstständig einen kleinen Dorfkiosk führte und dementsprechnd selber bestimmte, was geht und was nicht. Auch habe ich geschrieben, dass dies bei meiner Mutter nicht ging. Dies ist natürlich so nicht ganz korrekt. Ich kann mich erinnern, im äussersten Notfall nahm sie uns auch mit ins Büro (Angestellte), wir durften dann im Sitzungszimmer warten/basteln/spielen. War kein Problem…

    • tststs sagt:

      Oder ein Mathelehrer hat mal seine Kids mitgenommen (Mutter Not-OP, Blinddarm, konnte so kurzfristig keine Betreuung organisieren). Selbstverständlich hätte man den Unterricht ausfallen lassen können… (okeeee, zugegeben, wir waren halt ein kleines, familiäres Gymi)

    • Lichtblau sagt:

      Sie wurden als Kind in einen Kiosk mitgenommen? Kioskfrau war mein kindlicher Traumberuf! Comics und Candy for free! Leider ist nichts draus geworden.

    • Röschu sagt:

      „Wie wäre es, wenn man hier die Wirtschaft ein bisschen in die Pflicht nehmen würde? Wenn der Arbeitgeber für Betreuung sorgen würde?“

      Nein, nein, nein. Die Betreuung von Kindern, welche die Eltern in aller Regel bewusst und gewollt in die Welt setzen, ist nicht Aufgabe der Wirtschaft, des Staates oder der Allgemeinheit.

  • Tina sagt:

    Das „beste“ was mir übrigens je an „Lösung“ begegnet ist, war einmal ein zweiwöchiges Feriencamp in der Nähe von Zürich. Das Programm wäre ok gewesen, die Anfahrtszeiten auch, allerdings war die erste Woche nur für Kinder der 1.-3. Klasse und die zweite Woche für Kinder der 4.-6. Unsere KInder sind drei Jahre auseinander…
    Die „zweitbeste“ Lösung war ein Sommercamp in Zürich, mit einem zwar tollen Programm (eigentlich fast zu viel des Guten), wo man die Kinder um 9 Uhr hätte abgeben dürfen und spätestens um 16 Uhr wieder hätte abholen müssen. Das ergibt abzüglich Weg ins Büro und zurück genau 5.5 Arbeitsstunden pro Tag…

    • Viola sagt:

      Was nirgends erwähnt wird, dass viele Studenten einen Ferienjob suchen. Warum nicht so in eine Privatferiennurse investieren?Win Win für Alle!

  • Tina sagt:

    Wir hatten jahrelang auch dieses Problem. Während schon die Schulzeit ein einziges Patchworken war (trotz Tagesschule), entwickelten sich die Schulferien zu einem ganzen Flickenteppich…
    Wir haben schliesslich eine Ferienbetreuung gefunden, wo die Kinder zumindest während den Herbst- und Frühlingsferien je eine Woche hingehen konnten. Da die Kinder aber auswärtig waren, bezahlten wir dafür pro Woche 800.- für zwei Kinder und wir mussten die Kinder morgens extra per Auto bringen und abends holen (weil kein ÖV). Aber sonst hat es gepasst.

  • Heinz Kopp sagt:

    Es gab mal eine Zeit – und die ist noch gar nicht so lange her – da waren diese „Probleme“ nicht vorhanden. Ein riesiger Organisationsaufwand nur um die Kinder irgendwo unterzubringen? Da muss in der Evolution etwas grobfahrlässig schief gelaufen sein. Die Kernfrage, warum man dann um Himmels willen überhaupt noch Kinder hat, wenn die Frage wo soll ich sie nur abgegeben wie ein Damoklesschwert über den geldgetriebenen Eltern hängt, darf man nur ungern stellen. Vielleicht sollten wir mal die Kinder fragen, wo und mit wem sie ihre Freizeit am liebsten verbringen wollen. Die am meisten gegebene Antwort wäre vermutlich „Bei und mit den Eltern“.

    • 13 sagt:

      Es gab man eine Epoche, die ist noch gar nicht so lange her, dauerte aber historisch betrachtet nur sehr kurz, da blieben Frauen zu Hause am Herd. Die Probleme der Unterbringung des Nachwuchses war nicht vorhanden, wie sie auch vor der Epoche nicht vorhanden war, da waren die Kinder dann einfach alleine zu Hause. Da sich dies aber nicht bewährte, dass nur ein Elternteil arbeitete, aber man inzwischen auch, durch diese kurze Epoche verwöhnt, zur Überzeugung gelangt ist, dass Kinder nicht sich selber überlassen werden sollten, änderte sich das wieder sehr schnell und so müssen Frauen und Männer im Jahre 2018 die Probleme der neuen Epoche lösen, während einige Nostalgiker, vorwiegend männlich, lieber zum Rundumschlag ausholten, ob mit dem Schwert oder der Tastatur.

      • Röschu sagt:

        Mag ja alles so stimmen. Nur wenn die einzig gestellte Frage dann ist „Wo kann ich meine Kinder für wie lange und möglichst günstig abgeben?“ läuft doch definitiv sehr vieles schief, oder?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Was hat sich nicht bewährt? Woran machen Sie das fest?
        Aber Sie haben recht, wir müssen heute die Bedürfnisse abdecken, die heutige Menschen, hier Eltern, in unserem Land haben. Dazu gehört aber auch, die realen Bedürfnisse aufzunehmen, und nicht etwas sie in eine bestimmte Richtung zu steuern.
        „Während einige Nostalgiker, vorwiegend männlich, lieber zum Rundumschlag ausholten, ob mit dem Schwert oder der Tastatur.“ Das ist jetzt einfach nur Polemik.

      • 13 sagt:

        @ Röschu
        Nein, die Frage lautet eher: „Wie kann ich meine Kinder an einem ihnen möglichst zugute kommenden Ort, aber bezahlbaren Ort, unterbringen, wo sie liebevoll umsorgt werden, während ich arbeite, damit ich dann meine Freizeit entspannt mit ihnen verbringen kann, weil ich einerseits den Ausgleich hatte und glückliche Eltern für glückliche Kinder notwendig sind und zudem dann nicht ständig darüber nachdenken muss, wie ich meine Rechnungen bezahlen soll?“

      • 13 sagt:

        @ SP
        Nun ja, wenn sich eine Familienmodell nur wenige Jahrzehnte hält und dann wieder ändert, hat sie sich wohl nicht bewährt, ansonsten würde man sie beibehalten. Der Aufschwung der modernen Hausfrau, begann irgendwann um Mitte des 20. Jh und heute anfangs des 21. Jh sind vielleicht noch ca. 20% der Mütter nicht erwerbstätig.
        Etwas polemisch mag es sein, aber ich halte es nachwievor für eine gerechtfertigte Reaktion auf den Kommentar.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Nun ja, wenn sich eine Familienmodell nur wenige Jahrzehnte hält und dann wieder ändert, hat sie sich wohl nicht bewährt, ansonsten würde man sie beibehalten.“ Warum wird schon wieder ständig beklagt, dass sich das „traditionelle“ Familienmodell in der Schweiz so standhaft hält?
        Ich bin nicht sicher, ob die Tatsache, dass die meisten Mütter nun in tendenziell kleinerem Pensum noch teilzeit arbeiten, wirklich eine Umwälzung ist.
        Zumal wenn es dann häufig nicht einmal mehr ums Einkommen geht, sondern um Abwechslung. Und aus dem früheren Engagement im gemeinnützigen Frauenverein heute eine Anstellung als Spielgruppenleiterin oder der Aufbau eines eigenen Geschäfts, leider praktisch ohne Gewinn, wird.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Die Schulferien kommen in etwa so überraschend wie Weihnachten und Ostern. Es ist zumutbar, die Kinderbetreuung zu organisieren.

    • 13 sagt:

      Lesen würde soviel erleichtern. Kein Mensch hat gesagt, es sei nicht zumutbar, auch N.M. nicht. Aber wenn Möglichkeiten fehlen, spielt es keine Rolle, ob man 12 oder 2 Monate….

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Ich habe schon richtig gelesen. Man hat an jeder Möglichkeit etwas auszusetzen. Die einzig zufriedenstellende Lösung ist ein 52 wöchiger Schulbetrieb und wenn dieser nicht gestellt wird, muss Mami sich ärgern.

        Tja, mein Mitleid hält sich in Grenzen. Mir scheint, je besser gestellt man ist, je höhere Ansprüche stellt man, dass andere für die Kinder zuständig sind.

      • 13 sagt:

        Ich glaube auch nicht, dass N.M. auf ihr Mitleid aus war. Das „Auszusetzen“ an den Lösungen ist v.a., dass es nicht kindsgerecht ist. Das macht sie nicht zur verwöhnten Göre, sondern zu einer Mutter, der es ein Anliegen ist, dass ihre Kinder auch in ihrer Abwesenheit gut umsorgt werden und es ihnen gut geht. Etwas, das auch die allermeisten berufstätigen Eltern zutrifft, auch wenn das viele nicht glauben wollen….

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Dass die meisten Eltern ihre Kinder gut umsorgt haben wollen, bestreite ich nicht. Mir geht es um den Umwillen, diese Umsorgung rechtzeitig zu organisieren und man diese Organisation aus Bequemlichkeit lieber anderen überlässt. Kinder stellen nunmal nicht nur Ansprüche wenn Mami und Papi gerade Freizeit haben. Zudem möchte ich behaupten, dass die Organisation von Kinderbetreuung noch am einfachsten zu organisieren ist, wenn Mami geregelte Büroarbeitszeiten hat. Da stehen Verkäuferinnen, Pflegepersonal, Busfahrer ect mit unregelmässigen Arbeitszeiten verteilt auf 7 Tage vor ganz anderen Problemen, als diese Wunschkonzertmütter.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Ich selber hatte es zwar lange Zeit einfach, weil meine Mutter meine unregelmässigen Arbeitszeiten zu 100% abdeckte, aber nach einem Schlaganfall meiner Mutter musste ich innerhalb 10 Tagen vor Schulbeginn vom Ausland aus eine Kinderbetreuung organisieren und habe es hinbekommen. Ja, es ist nicht immer einfach mit Kindern, aber wenn es bei jedem 2. Blogthema darum geht, wie unbequem sich die öffentliche Hand sich doch verhält, weil sie keine 24/365 Gratiskrippen zur Verfügung stellt lupft es mir den Hut.

        Kann man sich nicht einfach über seine Kinder freuen und sein Leben ein paar wenige Jahre lang um die Kinder herumorganisieren, anstatt umgekehrt?

      • 13 sagt:

        Ich verstehe immer noch nicht, was genau Ihr Problem ist. Sie und viele andere organisieren es ja, für die Kinder wäre am Besten, man müsste nichts neues organisieren, sondern könnte das Bekannte weiterführen. Das kann man aber nicht organisieren, weil das Angebot schlicht nicht besteht. Dass es Schichtarbeiter noch schwerer haben, wurde erwähnt. Und doch, das Leben um die Kinder herum zu organisieren wäre schon möglich. Leider macht mein Arbeitgeber nicht mit, wenn ich ihm vorschlage, nun 10 Jahre gar nicht zu arbeiten und danach 10 Jahre 100%, während ich aber über die ganze Zeit 50% Lohn habe. Der findet nämlich, ich muss meine Familie um meinen Beruf herumorganisieren. Und was nun?

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Sie meinen, am bequemsten für die Eltern und nicht am besten für die Kinder.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Und ja: erklären Sie mir mal, wieso es nicht zu anstrengend ist, Ferien zu planen, stundenlang Kataloge zu wälzen, Angebote zu vergleichen, Flüge und Hotel zu buchen, aber es als zu anstrengend empfindet, die Betreuung seiner Kinder zu organisieren…….

      • 13 sagt:

        Nein. Hätte ich das gemeint, hätte ich das geschrieben.

  • Michael sagt:

    Schade liebe überforderte Eltern, das es für Euch nicht eine Institution gibt, wo Ihr Eure Kinder mit 6 abgeben könnt und bekommt sie dann fixfertig mit Schulabschluss wieder. Dann könnt Ihr weiter Euren Stiefel leben, beide ordentlich Geld verdienen, schön auf die Malediven fliegen usw.

    • tststs sagt:

      Ich lese hier nichts von ÜBERfordert, GEfordert ja… Und das hier ist ein Blog, der sich mit dem Alltag von Eltern beschäftigt.

      Ehrlich, ich rege mich grad es bitzeli uf… was wäre denn die Alternative? Dass es ab sofort 13 Wochen Ferien gibt? Oder dass jemand ganz aufhören soll zu arbeiten, nur damit er diese 13 Wochen abdecken kann? Und was macht man die restlichen 40 Wochen?

      Seien Sie doch so nett und schildern Sie, wie Sie diese Problem so problemlos lösen?

      • Markus sagt:

        Hmm, der Blog handelt vom Alltag von Eltern? Ist jetzt aber nicht ihr ernst oder? Ich und meine Frau (so richtig mit Ehering und so und dies seit über 20 Jahren) haben auch Kinder (und wir sind von allen gemeinsam die Eltern), haben unsere Kinder ohne KITA, Tagesschule etc. grossgezogen. Aber halt auch ohne Malediven, Weltreise, 2 Autos etc. Wir haben auf viel Geld verzichtet, dafür die Kinderbetreuung selbständig gelösst (ja, meine Frau arbeitet auch ausser Haus). Ferienbetreuung? Kein Problem; es gibt Pfadilager, WWF-Lager, Sportlager, etc., aber wenn ich nur schon „behutsame Eingewöhnung“ lese, sträuben sich mir die Nackenhaare. Manchmal braucht es halt auch einfach ein „und jetzt gehst Du, basta“ von den Eltern. Aber wenn die Eltern halt ein Trennungsproblem haben…

  • Alexandre sagt:

    Warum eigentlich setzt sich niemand für kürzere Schulferien ein? Will man es mit den Linken nicht verderben? Will man keinen Streit mit den Reichen, die viermal im Jahr mit ihren Kindern verreisen müssen? Niemand braucht kurz nach den Weihnachtsferien zwei Wochen Sportferien, und bald darauf Frühlingsferien. Niemand braucht, kaum sind die langen Sommerferien zu Ende, noch Herbstferien. Die Ferien könnten ohne Weiteres auf 8 Wochen verkürzt werden. Der Schulstoff könnte besser verteilt werden übers Jahr, was den meisten Schülern zugutekäme. Weniger Stress, mehr Üben. Für Hochbegabte gibts Spezialaufgaben, damit sie sich nicht langweilen. Man könnte viel mehr aus der obligatorischen Schulzeit herausholen, und wie die Resultate von Schulabgängern zeigen, wäre es auch dringend nötig.

    • Ben Steiner sagt:

      Mehr bringt nicht immer mehr. Wieso keine kürzeren Schulferien? Weil es um die Kinder geht. Nicht um die Eltern, nicht um die Lehrer. Wenn Sie mal Kinder haben, werden Sie feststellen, dass die geistig nach 6-8 Wochen ausgebrannt sind. Mit den Schuljahren nimmt die Aufnahmefähigkeit zu, sodass mehr Lektionen in den Stundenplan integriert werden können. Aber die längeren Erholungsphasen in Form von Ferien bleiben zwingend. Eventuell wären kürzere Ferien ab dem 7. oder 8. Schuljahr möglich, aber da sind die Kinder mit anderen wichtigen Entwicklungen wie Lehrstellensuche, Vereinszugehörigkeiten etc. richtigerweise absorbiert.
      Kurz; Warum keine kürzeren Schulferien? Weil wir den Kindern damit schaden würden.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Warum sollen meine Kinder weniger Ferien haben, nur weil Sie zu bequem sind, die Betreuung Ihrer Kinder zu organisieren?

      Nein, ich bin nicht reich und habe 2 Wochen Ferien pro Jahr.

      • Alexandre sagt:

        Es geht nicht um mich. Wir konnten es uns damals leisten, dass Mama zu Hause blieb. Aber viele Mütter wollen oder müssen arbeiten. Ich habe 15 Jahre lang unterrichtet und weiss deshalb, wie viel Stoff nach den vielen Ferien wiederholt werden muss. Unser Schulsystem ist extrem ineffizient. Für die Vertiefung fehlt die Zeit, und das ist für 70-80% der Schüler nachteilig.

    • 13 sagt:

      @ Alexandre
      Nein, viel einfacher: Es möchte niemand zusätzliche Unterrichtswochen bezahlen. Schauen Sie doch mal, was in einigen Kantonen los ist wegen der Erhöhung der Lektionen aufgrund des Lehrplanes 21, da wird mächtig geweibelt, nicht etwa aufgrund der Bedürfnisse der Kinder, sondern wegen der steigenden Kosten.

      (Das soll nicht heissen, dass ich für weniger Ferien bin, ich würde sie eher seltener und länger machen, v.a. die Sommerferien, aber die Begründung ist in erster Linie diese.)

    • tststs sagt:

      Nun ja, die Antwort ist eigentlich ganz einfach:
      Für die Lehrer teilen sich diese +/-13 Wochen in 4-5 Wochen Ferein und in 8-9 Wochen unterrichtsfreie Zeit auf. In dieser Zeit ist er aber durchaus am arbeiten.
      Wenn man jetzt die Ferien auf 8 Wochen zusammenkürzt hat die Lehrperson gar keine Ferien (schon gar nicht mal 2 Wochen am Stück)

    • Christina sagt:

      Diese Überlegung habe ich dem Erziebungsdirektor in Bern seinerzeit auch vorgeführt: Weniger Schulstunden in mehr Wochen. Allen wäre gedient: Den Lehrpersonen, die mit dem heutigen Unterrichtspensum inklusive Vor- und Nachbereitung, plus Elterngespräche, plus Konferenzen, plus Koordination mit der Schulsozialarbeit, Erziehungsberatung etc. nachweislich auf 60 Stunden-Wochen kommen, den Kindern, die weniger unter Druck und nach 6 Wochen schon erschöpft sind, wie unten zu lesen ist, und dann auch wirklich Zeit hätten, anderen Interessen nachzugehen wie Sport und Musik, und auch den berufstätigen Eltern. Das würde zwar auch mehr Betreuungszeit als heute brauchen, aber besser verteilt und besser organisierbar. Antwort: „Die Lehrer hängen Euch auf! „

  • Andreas sagt:

    Ich kenne diese Problematik und daher habe ich vor über 10 Jahren den Verein Kinder-Camps gegründet. In über 80 Camps in der Deutschschweiz bieten wir für Kinder zwischen 6 und 13 Jahren eine Ferienbetreuung an. Dabei wollen wir die Kinder aber nicht ´nur´ betreuen und die Eltern entlasten, sondern wir wollen den Kindern eine unvergessliche Sportwoche bieten, in der sie diverse Sportarten ausprobieren und kennen lernen können, wie z.B. Kampfsport, Hip-Hop, Parcours, Unihockey, Fussball, Akrobatik, Koordination usw.
    Extra für berufstätige Eltern bieten wir auch eine Ganztagsbetreuung von 8.00 bis 17.30 Uhr an. Wer sich das nicht leisten kann, kann bei unserem Nationalen Partner, der Pro Juventute, um Unterstützung anfragen. Mehr Infos unter kinder-camps.ch

    • Nicole sagt:

      Der Beitrag durch Pro Juventute, der sogenannte Göttibatze, unterstützt finanziell schlechter gestellte Familien bzw. deren Kinder bei Freizeit- und Ferienangeboten, die sie sich sonst nicht leisten können (wie z.B. eine der polysportiven Feriencampwochen des Vereins Kinder-Camps). Wenn man das Gesuchsformular (siehe Homepage) ausfüllt und die Kriterien (finanzielle Verhältnisse) erfüllt, zahlt Pro Juventute den gesamten Campbeitrag direkt an den Verein Kinder-Camps und ermöglicht so einem Kind die Teilnahme an einer dieser Ferienwochen.

  • Ruedi sagt:

    Für meine Kinder gibt es nichts Schöneres als die Aussicht auf fünf lange schulfreie Wochen. Doch ich bin eine berufstätiger Vater, dies bedeutet einen ganz schönen Organisationsaufwand. Kann mich die Mutter mich, von der ich getrennt lebe, zur Betreuung verpflichten? Gibt es da ein Gesetz?
    vgl. https://www.betreut.de/magazin/kinder/zwischen-schulferien-und-arbeitsalltag/
    vgl. http://www.anwalt-zuerich.attorney/rechtsberatung/
    Die blosse Einführung eines neuen Gesetzes wird natürlich kaum zu weniger Spannung und Streit zwischen geschiedenen Eltern führen. … und damit indirekt auch den in der Betreuungspflicht stehenden Elternteil – finanziell besser absichern soll:

  • jane marple sagt:

    endlich mal ein vernünftiger vorschlag in diesem blog, aber… diese form von ganz-jahres-betreuung sollte primär den eltern zur verfügug stehen, die nicht anders können, als arbeiten gehen. also alleinerziehende zuerst und dann jene, bei denen das einkommen eines 100% wirklich nicht ausreicht.
    alle anderen sollen selber schauen. meiner beobachtung nach ist es leider zu einem trend geworden, zuerst mal auf seine persönliche selbstverwirklichung zu achten und die kinder an krippe und hort abzuschieben. dieser trend sollte durch ganz-jahres-tages-schulen nicht noch gefördert werden.

    • Patrizia sagt:

      Warum frag ich mich da, hab ich eigentlich studiert?
      So dumm!
      Also entweder arm dran sein, weil ich entweder Jahre nicht gearbeitet hätte und/oder mit schlechter Qualifikation? Ne Moment! Die Lösung: zufrieden sein mit der Armut! Geld macht eh nicht glücklich. Also was solls.

      Oder Kinder zur Adoption freigegeben. Dann kann ich meinen Ego-Trip natürlich viel gelassener ausleben!

      Oder die Kinderlosen finanzieren mein Ego-Kinder-Tripp! Das wäre auch dufte!
      Ach, das will ja nun auch kein- (Kinderloser)-er…
      Mhhh

      Aber wirklich, was keiner will, sind Leute, die sich über die Angelegenheiten anderer das Maul zerreissen. Was warum und wann gut ist, soll doch bitte jede Familie selbst entscheiden.

      PS ich war 6 Jahre bei den Kindern. Arbeite Teilzeit. Kartiere ade…

    • tststs sagt:

      ?
      Verstehe ich das richtig, sobald zwei zusammen mehr als, sagen wir mal, +/- 6000 CHF verdienen, soll einer von beiden aufhören zu arbeiten, damit diese 13 Wochen abgedeckt werden?
      Auch hier die Anschlussfrage: Und was macht man die restlichen 40 Wochen?

      • Simone sagt:

        ?
        Öööhh…Den Haushalt? Die Kinder betreuen, wenn sie nicht in der Schule sind? Einkaufen, kochen und und und..

        Ich bin seit 10 Jahren zuhause. Hab ich etwa nichts zu tun, wenn meine Kinder ausser Haus sind?

        Wirft ja ein suuuper Bild auf uns Hausfrauen und Mütter, die offenbar in Deinen Augen nicht arbeiten, nur weil sie nicht arbeiten gehen? (Verstehe ich das richtig? ..fand Deine anderen Kommentare eigentlich sehr vernünftig, tsts…hoffentlich hab ich Dich falsch verstanden!)

  • Tell sagt:

    Ich habe meinen Kinder versprochen, dass ich, sollten sie jemals Kinder haben, ich als Grossmutter einspringen werde. Nun, jetzt ist es so weit.
    Ich werde die Kleinen, wenn immer nötig hüten. Und wenn die Eltern einmal ausserhalb von Schulferien und der Hochpreissaison ohne Kinder Ferien machen möchten, dann hüte ich kommentarlos und ohne Wenn und Aber. Ich war auch froh, als ich meine drei Göfis an die Grosseltern abschieben durfte, weil ich mit meinem Mann in die Ferien oder einmal allein sein wollte.
    Und diesen Gefallen und Service gebe ich nun sehr gerne an meine Kinder weiter.
    Egoistische Grosseltern war ja kürzlich hier eine Thema.

    • Pauline sagt:

      Finde ich total schön!

    • Klärli Benz sagt:

      @ Tell. Das ist nett und schön. Meine Eltern waren noch berufstätig als mein Kind klein war. Und es gibt auch Familien die räumlich weit getrennt sind oder sich nicht so gut verstehen.

  • Lia sagt:

    Lösung: Stadt Zürich mit Ganztages-Ferienhort für jedes Schulkind, das auch den regulären Hort besucht.

  • siu sagt:

    Zum Glück lebe ich in einem anderen Land… da ist Kinderbetreuung organisiert und staatlich subventioniert. Am Nachmittag nach der Schule und in den Ferien. Für den Staat lohnt sich das allemal: Wenn beide Eltern arbeiten, kassiert der kräftig Steuern und AHV ab. Wohl wesentlich mehr als ihm die Subventionierung des Angebots kostet.

    Man kann die Subventionierung von Kinderbetreuung sehr wohl aus ideologischen Gründen ablehnen, aber nicht aus finanzpolitischen Gründen. Das Geld, das da ausgegeben wird, kommt ganz sicher zurück.

    • Martin Frey sagt:

      „Man kann die Subventionierung von Kinderbetreuung sehr wohl aus ideologischen Gründen ablehnen, aber nicht aus finanzpolitischen Gründen. Das Geld, das da ausgegeben wird, kommt ganz sicher zurück.“
      Das ist eben gar nicht so sicher.

      • siu sagt:

        Man rechne: Das Durchschnittseinkommen ist um die 90’000 Franken. Wenn man die Sozialversicherungsbeiträge einrechnet, ist der Steuersatz auf das zweite Einkommen so um die 30%. Macht also knapp 30’000 Einnahmen für den Staat. Das entspricht in etwa den vollen Kosten für einen Platz in der Kinderbetreuung. Für den Staat wärs also finanzpolitisch neutral wenn er die ganzen Kosten subventionieren würde. In Tat und Wahrheit subventionniert der Staat aber nicht den Totalbetrag. Ergo gewinnt der Staat finanzpolitisch.

      • Sportpapi sagt:

        @siu: Das Durchschnittseinkommen ist 90000 Franken? Und alle, die ihre Kinder (ja, meist Mehrzahl!) in die Betreuung geben, arbeiten praktisch Vollzeit?
        Tatsächlich ist der Anstieg der Erwerbsquote von Frauen trotz massivem Ausbau der Betreuungsangebote in der letzten Jahren doch eher bescheiden ausgefallen.
        Offenbar wurde eher private Initiative ersetzt, oder aber die freie Zeit wird nicht nur für Erwerbsarbeit eingesetzt.

      • siu sagt:

        @sportpapi: gemäss offiziellen statistiken liegt das brutto-medianeinkommen bei etwa 90’000. das durchschnittseinkommen ist normal noch etwas höher als das medianeinkommen. und wenn man die firmenbeiträge an die sozialversicherungen noch einbezieht, sinds sogar noch mehr.

        wenn die eltern nur teilzeit arbeiten, dann ists natürlich auch weniger, aber dann muss der staat auch weniger subventionieren.

        und der effekt dürfte wohl eher langfristig wirken: das ganze brauch ein umdenken in der gesellschaft.

      • Sportpapi sagt:

        @Siu: Der Einbezug der Sozialversicherungsbeiträge ist eine interessante Geschichte.
        In der Realität ist es aber doch so, dass die Einnahmen keineswegs so munter sprudeln. Weil die Ausgaben für Betreuung teilweise wieder abgezogen werden können, weil bei weitem nicht Vollzeit gearbeitet und vielfach auch nicht dieser Lohn erzielt wird (man arbeitet ja nicht nur wegen dem Geld…) – u.a. tiefere Progression.
        Kommt dazu, dass gut verdienende Doppelverdiener eher eine private Lösung finden (müssen). Auf der anderen Seite ist da meist nicht nur ein Kind.
        Aber würde die Rechnung so stimmen, wäre auf der anderen Seite die Frage offen, warum denn diese Doppelverdiener noch Subventionen brauchen, wenn doch so viel Geld fliesst und sich das doch auch für den Haushalt lohnt…

    • Widerspenstige sagt:

      Das würde mich interessieren, in welchem Land Sie wohnen, siu. Skandinavisches Land?

  • Sylvie sagt:

    Genau deshalb schiebe ich Panik… Meine Grosse kommt im Sommer in den Kindergarten. Mein Mann arbeitet 100%, ich 60% und wir haben beide nur 4 Wochen Ferien… Wie soll das bitte gehen?! Wir sind beide arbeitstätig, nicht aus Karieregründen, sondern aus finanziellen Gründen. Die Grosseltern sind schon da, aber nicht mehr die jüngsten und haben auch keine Kraft die Kinder 1 Woche lang zu nehmen. Und Ferienhort ist so teuer, dass es das Budget enorm belastet… Es ist bedenklich, dass man als Arbeitnehmer in so eine Stresssituation kommt und der Staat/Kanton/Stadt sehr wenig hilft.

    • 13 sagt:

      @ Sylvie
      Ich hatte vor einigen Jahren die gleiche Panik und unsere Antwort war: Tagesmutter (hätte auch Tagesvater sein dürfen) anstatt Hort. Ich wollte keinen Organisationsstress in den Ferien und erst recht nicht die Kinder da an irgendeinen Not-Betreuungs-Ort, den sie nicht kennen bringen. Zwar haben wir inzwischen festgestellt, dass wir doch weniger Ferienbetreuung benötigen, als zuerst gedacht, weil die Grosseltern die Kinder sehr häufig und gerne nehmen und sich auch immer mal ein Gotti anmeldet und einlädt, aber wenn wir es brauchen, sind wir sehr froh drum. Wir haben aber das Glück, dass Tageselternstunden hier genauso subventioniert sind wie der Hort. Zudem haben wir einen einfach wunderbaren Glücktreffer mit unserer Tagesmutter gelandet.

      • Sportpapi sagt:

        Zu hoffen ist einfach, dass die Tagesmutter dann nicht zu häufig in die Ferien fährt…

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Ein Thema, das man selbstverständlich am Anfang diskutieren muss, aber 14 Wochen plus Brückentage sind es wohl bei den wenigsten. Und solange man es früh genug weiss, ist es ja organisierbar.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Wir haben das damals nicht am Anfang diskutiert. Und tatsächlich ging die Tagesmutter zufällig genau in anderen fünf Wochen als wir.
        Aber ja, war organisierbar, schliesslich habe ich eine Lehrerin zu Hause.

      • 13 sagt:

        Jetzt kenne ich mein Beuteschema fürs nächste Leben 😉

  • Sportpapi sagt:

    Es ist tatsächlich nicht einsichtig, warum man Tagesstrukturen einführt und dafür Betreuungspersonal anstellt, aber nicht in der Lage ist, in den Ferien, in den vorhandenen Infrastrukturen, ebenfalls eine Betreuung anzubieten.
    Natürlich nicht gratis.
    Aber es stimmt, die meisten Eltern sind nicht Lehrer (wie meine Frau glücklicherweise), und sind zeitlich und örtlich nicht so flexibel, dass sie die Arbeit einfach später oder zu Hause erledigen können. Auch Jahresarbeitszeit ist noch nicht so sehr verbreitet.

    • Martin Frey sagt:

      Bei uns gibt es solche Angebote über die Schulferien hinweg, im zumeist gewohnten, einfach etwas reduzierten Rahmen. Bern scheint da etwas nachzuhinken.

      • 13 sagt:

        @ M. Frey
        In Bern ist das sehr regionsabhängig, von solchen, wo das Angebot in den Ferien normal weitergeführt wird bis zu solchen Schulen, wo es gar nichts gibt, wie bei uns.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Im Schulalter ist doch der Hauptteil der Betreuung durch die Schule abgedeckt. In den Ferien eben nicht, und deshalb müsste der „gewohnte“ Umfang stark ausgebaut werden.

    • Sila sagt:

      Bei uns in Bern gibt es solche Ferienangebote. Nicht 13 Wochen, aber ein paar Wochen.

  • Ben Steiner sagt:

    Wenn die Eltern beide 100% arbeiten wollen, sich für Kinder entschieden haben und dann bei der Organisation nach dem Staat rufen, ist das in höchstem Masse asozial, weil sich die Gesellschaft in Form von Steuern an Ihrem Modell beteiligen muss. Seien Sie froh , dass Ihr Wohnort eine Tagesschule anbietet. Die meisten Eltern wohnen in Gemeinden, die aus finanziellen Gründen keine Tagesschule anbieten. Entsprechend ist es eine Frage der Organisation. Sei es mit Grosseltern, Ferienkursen, Nachbarn, Freunden etc. oder man setzt bei sich an und reduziert das Pensum. Würden Ihr Mann und Sie auf 95% reduzieren und vor-/nacharbeiten, hätte Ihr Familienferienbudget über 5 zusätzliche Wochen und Sie könnten alle Ferientage abdecken und 5 Wochen zusammen. Sind Ihnen Ihre Kinder das nicht wert?

    • Klärli Benz sagt:

      Das mit den 2 arbeitenden Eltern war ein Beispiel. Ein anderes Beispiel wäre die erwerbstätige alleinerziehende Mutter. Ich wäre so ein Fall. (Der Kindsvater hat aus „gesundheitlichen Gründen“ keinen Kontakt zum Kind und kann somit die Betreuung auch nicht übernehmen.) Wenn der Staat will, dass Alleinerziehende arbeitstätig werden/bleiben, muss er dieses Problem lösen.

    • Urs Forster sagt:

      Nein es ist im höchsten Mass asozial, wenn der Staat nicht dafür schaut, dass die Vereinbarkeit von Beruf und Familie möglich ist. Denn die Steuergelder aufgrund des Erwerbseinkommen verzichtet der Staat auch nicht. Das Doppeleinkommen führt dann bei verheirateten Paaren vor allem bei der direkten Bundessteuer zu einer überproportionalen steuerlichen Belastung. Auch muss man in Betracht ziehen, dass diese Kinder eines Tages die Renten der heutigen Motzer gegen Tagesschulen bezahlen dürfen.

    • Michael sagt:

      Es ist im höchsten Masse asozial, wenn sich Leute ohne Kinder nicht an der Förderung von Kindern und Familien beteiligen wollen. Praktisch ausnahmslos alle gemachten Studien zeigen auf, dass die Förderung von Tagesschulen etc. positive Effekte für Wirtschaft und Gesellschaft hat. Nur ideologisch ewiggestrige kommen immen noch mit dem Totschlag-Argument, man müsse sich nun halt mal zwingend zwischen Arbeit und Kinder entscheiden.

      • Ben Steiner sagt:

        Können Sie mir unabhängig erarbeitete Langzeitstudien über die öffentliche Tagesschule in der Schweiz nennen? Würde mich interessieren.
        Ich habe selbst auch Kinder und meine, dass sich alle Personen ohne Kinder bereits sehr grosszügig zeigen, man den Bogen aber nicht überspannen sollte. Schauen Sie sich ansonsten mal die Budgets der Gemeinden an. Ein Drittel sind Bildungsausgaben und dann noch 25%-30% Soziales, worin u.a. diverse Unterstützung für Geringverdiener, Alleinerziehende etc. enthalten sind. Das Problem ist, dass die öffentliche Schule pro Schüler mehr Geld zur Verfügung hat als die Mehrheit der Privatschulen (z.B. ca. 5000.– p.M. pro Sekschüler in ZH – Vollkosten). Offenbar wird das Geld nicht richtig eingesetzt und so fehlt es dann bei der 365Tage-Tagesschule.

      • tststs sagt:

        Daumen hoch. Manchmal frage ich mich, ob gewisse Leute simple Mathematik nicht verstehen.
        1. Wir leben nicht in Phantasia, wo ALLE die Kinderbetreuung privat abdecken können (familiäre Organisation, bezahlte Betreuung etc.).
        2. Es gibt also eine – nicht gerade kleine – Gruppe von Menschen, die man entweder einfach sich selbst überlässt (für diejenigen ist die Schweiz aber dann das falsche Land ) oder man gibt einen Weg/Lösung vor. Da bieten sich prinzipiell zwei Möglichkeiten an:

      • tststs sagt:

        3a. Man sorgt dafür, dass diese Menschen einer Arbeit nachgehen können und finanzpolitisch gesehen brave Bürger, aka Steuerzahler, sind. Dies bedeutet halt staatlich organisierte Kinderbetreuung.
        Oder
        3b. Man hilft nicht, und sie liegen via RAV/soz.Hilfe/EL auf der Staatstasche.

        Man zücke den Taschenrechner…

      • tststs sagt:

        Und mit „staatlich organisierte Kinderbetreuung“ meine ich natürlich nicht zwangsläufig, dass der Staat flächendeckend Ganztages/ferien-Schulen, Horte etc. anbieten muss. Er kann auch einfach private Initiativen (finanziell) unterstützen.

        Komme wieder mal mit meiner ewigen Idee für eher ländliche Gegenden: Lasst die Betreuung von all den Teilzeit oder gar nicht arbeitenden Müttern und Vätern (inkl. rüstigen Omas und Opas) organisieren. Man schliesse sich zusammen, lege einen Jahresplan vor und lasse diesen vom Staat absegnen. Selbstverständlich alles mit ordentlichen Arbeitsverträgen.

      • Sportpapi sagt:

        @Michael: Die Studien, die positive Effekte auf die Gesellschaft zeigen, würde ich gerne mal nachlesen. Würde mich interessieren, was denn da für Indikatoren verwendet werden.
        Aber vielleicht können Sie mir ja erklären, was Sie hier als positive Effekte sehen würden.
        Aus meinem Bereich, dem Sport, weiss man vor allem, dass Tagesschulen die Sportvereine (und andere) in grösste Schwierigkeiten gebracht haben, was nur durch Professionalisierung teilweise gelöst werden kann.

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Dumm nur, wenn diese simplen Taschenrechner-Spiele in der Realität so schlecht aufgehen.
        Hatten wir denn Horden von Sozialhilfeempfängern, bevor wir in der Schweiz anfingen, Kinderbetreuung umfangreich aufzubauen und zu subventionieren? Warum nicht?
        „Es gibt also eine – nicht gerade kleine – Gruppe von Menschen, die man entweder einfach sich selbst überlässt (für diejenigen ist die Schweiz aber dann das falsche Land ) oder man gibt einen Weg/Lösung vor.“ Eigentlich ist es ja eher Tradition in der Schweiz, dass man die Menschen selber entscheiden lässt, und ihnen nicht den Weg vorgibt. Für wen ist die Schweiz das falsche Land?

    • 13 sagt:

      @ Benn
      Wo steht denn, dass beide 100% arbeiten? Und nicht jeder hat Jahresarbeitszeit. Ich kann keine zusätzlichen Ferienwochen vor-/nacharbeiten.

      Und:
      „Können Sie mir unabhängig erarbeitete Langzeitstudien über die öffentliche Tagesschule in der Schweiz nennen?“
      Sie sind lustig, die Berufstätigkeit der Mütter und damit zusammenhängend die Tagesschulen/Horts in der Schweiz stecken noch in den Kinderschuhen. Wie soll es da Langzeitstudien geben? Selbst die von Sportpapi und Herrn Frey immer wieder erwähnte Erklärung, dass die Berufstätigkeit unterproportional zum Ausbau der Betreuungsmöglichkeit wächst, ist eine Momentaufnahme.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Stimmt, es ist eine Momentaufnahme. Es gibt aber keinen Grund anzunehmen, dass daran so bald etwas ändert, wenn nicht die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sich völlig verändern.
        Oder sehen Sie da etwas?
        Auf jeden Fall ist es finanziell aktuell eher nicht lohnend für die Gemeinden.

      • k. miller sagt:

        Ich finde die Aussage «dass sich alle Personen ohne Kinder bereits sehr grosszügig zeigen» seltsam. Auch zu anderen Kontexten ist dies schon zur Sprache gekommen, z. B. dass Kinderlose nicht zahlen sollten für Kinder usw.
        Ich habe keine eigenen Kinder, aber für das Bestehen einer Gemeinde, einer Stadt, eines Landes – oder einfach für die gesamte Gesellschaft sind Kinder etwas ganz normales und für die Zukunft wichtiges. In sofern finde ich es ganz selbstverständlich, dass ich als Kinderlose auch für Dinge zahle, die nicht mit mir direkt zu tun haben. Und dazu gehört eben auch Kinderbetreuung.

      • Ben Steiner sagt:

        Das mit den Studien würde mich eben auch interessieren. Michael hat erwähnt, dass es solche gibt. Mir ist auch klar, dass dem wohl nicht so ist.

      • 13 sagt:

        Ja, ich sehe das anders, denn es gibt neben den wirtschaftlichen Verhältnissen noch weitere Faktoren, wie beispielsweise, ob der Mann auch etwas reduzieren kann (zwei Teilzeitler arbeiten zusammen meistens mehr als 100%), wenn die gesellschaftliche Akzeptanz wächst, hier drin wieder schön zu sehen, wie rückständig man noch ist, und wenn die Generation „meine Mutter war auch zu Hause“ von der „meine Mutter hat immer gearbeitet, wenn auch Teilzeit“ abgelöst wird…

      • Sportpapi sagt:

        @13: Von wegen rückständig: „Meine Mutter hat immer gearbeitet“ gabe es auch schon in der Schweiz. Besser gesagt: Musste immer arbeiten. Ob dieser Rückschritt wirklich Ziel sein sollte?
        Sie haben völlig recht, natürlich gibt es noch gesellschaftliche Erwartungen, die sich verändern sollten und auch werden. Im Zentrum stehen aber immer die Wünsche der Menschen, hier Eltern in Paarbeziehung. Und nicht einfach ein neuer Standard, wie etwa beide müssen/sollen teilzeit oder gar Vollzeit arbeiten.
        Die Frage nach Subventionen (und damit höheren Steuern) ist aber eine finanzielle und sollte auch so diskutiert werden. Das Angebot von Tagesbetreuung/Tagesschulen könnte auch einfach nach Bedürfnis entstehen und letztlich privat finanziert werden. Warum nicht?

      • 13 sagt:

        @ SP
        Weil dieses „nach Bedürfnis entstehen“ nicht praktikabel ist. Als die KITA bei uns im Dorf öffnete, galt das Bedürfnis als eher gering. Schliesslich lebte man damit, dass es keine gibt und zog weg oder die Frau blieb dann zu Hause, da sie keine Alternative sah. Nur wenige Jahre nach der Eröffnung, gab es das erste Mal eine Warteliste. Warum? Die Kita zog Familien an und diejenigen, die schon da waren, sahen sich eher motiviert, arbeiten zu gehen. Und nein, die Steuern wurden da nicht erhöht. Im Nachhinein muss man also sagen, dass das Bedürfnis durchaus bestand, in einem netten, mittelgrossen Dorf mit Kinderbetreuung zu leben, nur als es das nicht gab, arrangierte man sich halt. Und das Bedürfnis lautet „bezahlbare Betreuung“, das beantwortet die zweite Frage.

  • Kurt Bucher sagt:

    Und billig ist die Tagesschule nicht. Arbeiten Sie um das zu bezahlen, oder sich im Job zu erfüllen? Und wer keine Verwandten in der Nähe hat? Und wenn ein Elternteil 10-15 Jahre zu Hause bleibt? Wer wird es sein, wessen Job ist wichtiger, besser bezahlt, mit besseren Zukunfts- oder Wiedereinstiegschancen usw. Also Familie = Stress, wenn beide arbeiten (müssen), darum wollen heute viele Erwachsene keine oder nur wenige Kinder. Gewisse Ausländer machen da noch die übliche Geschlechter-Trennung und haben daher keine Probleme, mehr Kinder zu haben. Das wird sich auswirken mit der Zeit. Ein Dank an alle Schweizer, die noch Kinder haben und das auch bewältigen.

    • Urs Forster sagt:

      Genau weil es eine makabre Güterabwägung ist deswegen sich viele Schweizer Paare aufgrund der fehlenden Infrastruktur gegen Kinder entscheiden und somit dem Aussterben der Einheimischen Vorschub leisten. Auch bei den meisten ausländischen Familien müssen beide arbeiten gehen und diese Kinder bleiben dann einfach alleine zu Hause, was in der Folge für den Staat deutlich teurer werden kann, weil damit das Risiko einer kriminellen Laufbahn gefördert wird.

      • Martin Frey sagt:

        „Auch bei den meisten ausländischen Familien müssen beide arbeiten gehen und diese Kinder bleiben dann einfach alleine zu Hause, was in der Folge für den Staat deutlich teurer werden kann, weil damit das Risiko einer kriminellen Laufbahn gefördert wird.“
        Das ist jetzt aber eine ziemlich steile These, Herr Forster.
        Sind die Kinder von NM jetzt gefährdet? Oder betrifft das nur ausländische Familien?

  • Jenny sagt:

    Und die Bezahlung spielt auch eine Rolle. Mit drei Kindern eine Ferienbetreuung zu organisieren ist kostspielig.

  • Karl Hugentobler sagt:

    Schon etliche Lehrer haben mir gesagt, normal begabte Kinder könnten den Schulstoff auch in der Hälfte der Zeit erlernen. Aber weil sich unsere Sowjet-Schule am staatlichen Zentralplan orientert, dauert es dann trotzdem 9 Jahre. Aber den Politikern kanns egal sein, der ganze Spass geht ja auf Kosten der Steuerzahler.

    • Urs Forster sagt:

      Dies ist ein absoluter Hafenkäse, den Sie hier von sich geben. Viele normal begabte Kinder bringen es heute nicht mehr fertig das grundlegende Basiswissen innerhalb der 9 Jahren zu erwerben um später im Berufsalltag bestehen zu können. Viele Eltern müssen deshalb ihre Kinder selber noch fördern, damit es nach 9 Jahren nicht zu viele Lücken hat. Viele Privatschulen bieten inzwischen auch Tagesschulen und ferienergänzende Angebote an, weil der Staat seine Hausaufgaben nicht macht.

      • Karl Hugentobler sagt:

        Anstatt einer Beleidigung könnten Sie ja auch echte Gegenargumente bringen. Tatsache ist, schon ich wurde damals als Primarschüler gerügt, weil ich den Matheblock selbstständig im Voraus gelöst hatte. Und wie die meisten TA-Leser wissen, bin ich nicht hochbegabt.

  • Jan sagt:

    Es sollen also noch mehr Steuergelder zu Gunsten Ihrer Selbstverwirklichung ausgegeben werden. Wenn das alles so schwierig ist, dann schlage ich vor, dass Sie Ihr Arbeitspensum reduzieren oder dann sich einige Jahre lang ganz der Kinderbetreuung widmen. Die Schule hat einen Bildungsauftrag, Betreuung sowie Erziehung ist Sache der Familie.

    • arbeitende Mutter sagt:

      …und morgen reklamieren Sie dann wieder über all die gutausgebildeten Frauen, deren Ausbildung den Steuerzahler viel gekostet hat, welche später brachliegt, weil die Frauen als Mütter zuhause sind und Kinder betreuen, statt zu arbeiten und Steuern zu zahlen.

    • Felix Frei sagt:

      Das Argument musste ja kommen, wird aber auch nach 1000 mal wiederholen nicht wahrer….

  • Jan Holler sagt:

    Die Ferieninseln der Stadt Bern sind für die Kinder sehr angenehm und sie kosten auch noch viel weniger als die Tagesschulen. Es ist und war für uns nie ein Problem, Platz für die beiden Kinder zu finden. – Es liegt wohl an den eigenen überhöhten Ansprüchen und der eigenen Einstellung, wenn man sogar gegenüber diesem Angebot eine ablehnende Haltung hat. Für „Behutsame Einführung“ kann niemand ausser die Eltern etwas. Auch wenn die Ferieninseln manchmal nicht im Quartier liegen, der ÖV in Bern ist so gut, dass auch das meistens kein Problem ist. Dann steht man halt 15 Minuten früher auf. Kinder zu haben ist halt manchmal ziemlich anstrengend und fordert die Eltern oft stark heraus.
    Eine Ganztagesschule ist etwas anderes, als sich die Autorin vorstellt. Es ist eine schulisches Angebot.

  • Angie sagt:

    Sie leben aber doch komfortabel mit Ihren 5 resp. 6 Wochen Ferien. Wir bekommen beide nur das Minimum von 4 Wochen und es geht trotzdem. Was toll ist, ist, dass hier ein Ferienhort angeboten wird.

    • Anneliese Meyer sagt:

      Ich habe auch nur 4 Wochen Ferien (und bin noch alleinerziehend). Da sind im Vergleich die 11 Wochen purer Luxus.

      Wir haben uns mit dem Angebot der „Ferieninseln“ arrangiert (bei uns die exzellenten Robi-Spielaktionen in Basel). Ist nicht ideal aber was will man halt sonst machen?

  • Urs Forster sagt:

    Ich unterstütze diese Forderung, dass die Ganztagesschule auch in den Ferien ein freiwilliges Angebot für die Kinder von arbeitstätigen Eltern bietet. Denn es ist auch ein ökonomischer Blödsinn, dass die Schulgebäude während 13-15 Wochen leer stehen.
    Wer für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist, muss ein solches Angebot unterstützen, da auch der Staat kräftig von arbeitenden Eltern profitiert, indem er Steuern abkassiert.
    Da sich heute eine Mittelstandsfamilie es nicht mehr Leisten kann, dass nur eine Person arbeiten geht, ist diese Forderung überfällig.

    • Ben Steiner sagt:

      Sie haben keine Kinder, oder? Die Schulferien sind nicht für die Eltern da, sondern für die Kinder. Diese brauchen mehr Erholung als Sie meinen und erholen kann man sich am besten im Kreise der Familie und Freunde. Oder erholen Sie sich am besten im Geschäft?
      Und wenn es nach der Ökonomie ginge, dann müsste das Schulhaus in den Wintermonaten 15 Wochen zu bleiben, um Heiz- und Reinigungskosten zu sparen.
      Das mit der Mittelstandsfamilie ist auch so ein Märchen. Eine Mittelstandsfamilie kommt mit 100 Stellenprozent (wie auch immer aufgeteilt) durch. Aber vielleicht reichts nicht zum Kauf aller Luxusobjekte oder Ferien mit dem Flugzeug…

  • peter huber sagt:

    Arbeiten sie doch einfach weniger und sind für ihre Kinder da. Sie werden es schätzen und sie weniger Stress haben.

    • Urs Forster sagt:

      Und wenn man auf beide Einkommen angewiesen ist? Was soll man dann machen?

      • romeo sagt:

        Das Budget halt mal dem Einkommen anpassen und nicht umgekehrt.. das gilt übrigens auch für die Kinder(planung).

    • Claudia sagt:

      Wie kurzsichtig. Das löst vielleicht das Betreuungsproblem, aber dafür hat der betreuende Elternteil anschließend eine ganz beträchtliche Lücke bei der Altersvorsorge.

      • Sportpapi sagt:

        @Claudia: Dass Kinder (viel!) kosten, und diese Kosten grösstenteils durch die Eltern getragen werden, ist bekannt.

  • Manz sagt:

    Liebe Frau Meier

    ich verstehe ihr Problem, auch wir sind Arbeitstätig und sind immer wieder am organisieren wer in den Schulferien wie die Kinder betreuen kann. Was mich an ihrem Text stört ist, dass es nicht primär um das Wohl des Kindes geht sondern eher um den Stress von ihnen. „… dass ich an bürofreien Tagen in den Sommerferien mit vier bis sechs Kindern in die Badi ging.“ Ist das denn wirklich so schlimm, tönt ja fast wie eine Strafe, da muss man mit den eigenen Kindern und deren Kollegen/innen in die Badi… Na ja, ich sehe das immer etwas entspannter, wir tauschen oft mit Nachbarn ab und das funktioniert meist gut, teilweise sogar besser als wenn unsere drei alleine zusammen sind. Für die Kinder ist das aus meiner Sicht auch besser als sie auf eine Ferieninsel abzuschieben.

    • Jan Holler sagt:

      Zusammen mit den Kindern anderer Eltern ins Schwimmbad zu gehen ist/war für mich jeweils eine Entlastung statt eine Belastung, weil die Kinder dann nicht auf die Eltern fixiert sind, sondern sich miteinander beschäftigen. Und da man dann manchmal seine eigenen Kinder auch anderen mitgeben kann, ist es eigentlich für alle eine Win-Win-Situation. Wir machen das auch so mit dem Hüten, nachdem die Babysitterin mit dem Wechsel aufs Gymnasium keine Zeit mehr hatte.
      Es schimmert im Text eine Anspruchshaltung durch für die ich überhaupt kein Verständnis habe. Es ist völlig klar: Wenn man Kinder hat, müssen die eigenen Ansprüche herunter geschraubt werden. Es ist die eigene Sichtweise, die bei vielen Dingen darüber entscheidet, ob sie als Stress oder als Gewinn gesehen werden.

    • Martin Frey sagt:

      „Was mich an ihrem Text stört ist, dass es nicht primär um das Wohl des Kindes geht sondern eher um den Stress von ihnen.“

      Ist das nicht zumeist der Fall?
      Oder anders gesagt, oft geht es ja nicht um die vordergründige Aussage. Letztlich ist es immer die Frage nach dem halbvollen und halbleeren Glas. Sieht man etwas (in dem Fall Ferieninseln u.ä) als Chance, als Möglichkeit, die an sich auch nicht selbstverständlich ist? Oder als Belastung? Letzteres oft, weil man insgeheim selber noch höhere Erwartungen an andere hat: Die Schule, die Gemeinschaft, der Staat, die Wirtschaft…
      Diese sind aus dem Text herauszulesen: ein 365d Betreuungsdienst, mehr oder weniger rund um die Uhr (hier der Verweis auf Schichtarbeiter, die sonst wenig Erwähnung finden) und im gewohnten Umfeld.

  • Markus sagt:

    Bis jetzt dacht ich, die KITA oder die Tagesschule ist eine Möglichkeit für die Eltern, damit diese einer Erwerbstätigkeit nachgehen können. Nach dem Wunschssystem von Frau Meier sind die Eltern anscheinend die Entlastung für das Personal der KITA oder der Tagesschule, damit diese Feierabend machen können. Schöne neue Kinderwelt.

  • Daniel Wyss sagt:

    Das Problem ist die „Ich-will-alles“-Einstellug von vielen Eltern. Wir haben uns bewusst für Kinder entschieden, und dies mit allen Konsequenzen. Beide haben ihr Arbeitspensum so reduziert, dass die Kinder nicht fremdbetreut werden müssen. Dafür verzichten wir auf Wohneigentum, zweites Auto und machen nur einmal im Jahr Urlaub. Dafür verbringen wir viele wunderbare Tage mit den Kids.

    • Urs Forster sagt:

      Lieber Herr Wyss, schön, dass Sie es sich leisten konnten, aber viele können es leider nicht. Fremdbetreuung der Kinder ist nicht etwas schlechtes. Und der Staat profitiert bei den Steuereinahmen auch noch sehr gut davon, da dabei viele anbietenden Organisationen Steuern bezahlen, wie auch deren Mitarbeiter und zuletzt auch noch die Eltern, da deren Einkommen höher ist. Der Staat ist somit nicht Verlierer, sondern nachhaltig ein Gewinner.

  • Suseldrus sagt:

    Was ich mir wünschen würde? Eltern, die einsehen, dass 1,7 km Wegstrecke auch von Kindern alleine bewältigt werden können, mit dem öV oder zu Fuss. Ohne Elterntaxi.

  • ALOHA sagt:

    Kenne das Problem, unsere Tochter hat die Ferienbetreuung nur 1x besucht. Seither lösen wir die Ferien mit abwechseln Überzeit abbauen), Nachbarn, Grosseltern. Meine Eltern wohnen im Ausland. Der Flug dorthin ist günstiger als 3 Tage Ferienhort und die Grosseltern und Enkelin haben Spass.

  • Elisabeth Bänz Anliker sagt:

    Es ist noch genau gleich wie vor über 30 Jahren, als unsere Kinder schulpflichtig wurden – der einzige Unterschied ist, dass wir jetzt die Grosseltern sind.
    Ama Bänz

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.