Sie kriegen ein Kind? Kaufen Sie einen Akkusauger!

Mamablog

Wenn kleine Kinder essen, gibt es für die Eltern viel zu tun. Foto: Quinn Dombrowski (Flickr)

Heute wende ich mich an die Schwangeren unter Ihnen, die den Mamablog lesen und dafür den Geburtsvorbereitungskurs sausen lassen. Zuerst einmal: gute Entscheidung! Den Geburtsvorbereitungskurs können Sie sich sparen. Steht alles im Internet.

Dort finden Sie ausserdem viele Listen mit Dingen, die Sie vor der Geburt für Ihr Bébé kaufen sollen. Vorsicht: Diese Listen sind noch nutzloser als der Geburtsvorbereitungskurs. Da erlagen ein paar Elternforen dem Lobbying der aggressiven Babyausstattungsindustrie. Nestbautrieb in Ehren, aber ich empfehle Ihnen: Kaufen Sie erst mal nichts. Vieles werden Sie sowieso nicht brauchen, den Rest haben Sie dann schnell besorgt.

Hier meine persönlichen Favoriten des unnützen Babyzubehörs:

Der Schoppenwärmer

Ein Fakt, der in keinem Elternratgeber steht: Die meisten Babys trinken gerne zimmerwarme Milch. Manche mögen ihr Lieblingsgetränk sogar direkt aus dem Kühlschrank. Der Brecht hätte vermutlich auch gefrorene Milch en bloc gelutscht – auf jeden Fall hat er warme Getränke verachtet. Da stehen Sie dann da, mit Ihrem Hightech-Schoppenwärmer.

Dekoration im Kinderzimmer

Neugeborene sehen höllisch unscharf und das für eine ganze Weile. Sobald der kleine Maximilian-Jason endlich seine Wände fokussieren kann, möchte er dort schon Poster von tiefergelegten Teslas und Selfies seiner liebsten Schmink-Youtuberin sehen.

Ein Babybett

Ein Babybett ist wie russisch Roulette, einfach mit einer sperrigeren Waffe. Vielleicht findet Ihr Kind Babybetten ja toll. Unseres hatte keine Vorliebe für Gitterstäbe, und so haben wir es irgendwann zum Mitnehmen an die Strasse gestellt. Also das Bett. Hätten wir in der Nacht entschieden, hätte es aber auch das Kind treffen können.

Herzige Kleidchen

Kleidchen sehen süss aus, aber kaufen Sie ja keins. Sie kriegen zur Geburt mindestens ein Exemplar geschenkt, das Sie dem Baby zur Konfirmation Ihrer Cousine Chloë oder zur Beerdigung von Urgrossonkel Sturmfried montieren können. Merken Sie sich aber folgendes Axiom der modernen Physik: Kleidungsstücke, die auf Schwerkraft angewiesen sind, harmonieren schlecht mit Menschen, die den ganzen Tag horizontal auf gepolsterten Flächen rumstrampeln. Was haben wir uns aufgeregt, dass der Brecht sein Kleidchen permanent um den Hals oder über dem Gesicht trug und der Trauergemeinde seine Windel präsentierte.

Die homöopathische Reiseapotheke

Es sei denn, Ihr Baby glaubt daran.

Neue Spielsachen

Spielsachen gehören zur Kindheit, aber für Ihr Baby ist erst mal alles eine Spielsache. Kippen Sie einfach die Tupperwareschublade neben der Krabbeldecke aus, und Sie haben für ein paar Tage Ruhe. Mit der Kochtopfschublade funktioniert es auch, aber halt ohne die Ruhe.

Was tun mit dem Ersparten?

Ihre Erfahrungen dürften natürlich variieren. So oder so: Kaufen Sie zurückhaltend ein, und sparen Sie sich das Geld für sinnloses Babyzubehör. Legen Sie es lieber ein Jahr lang in ein breit diversifiziertes Aktienportfolio an, und investieren Sie anschliessend in einen guten Akkusauger. Sie werden ihn etwa fünfmal pro Tag benutzen, sobald Sie Ihrem Kind sein erstes Stück Brot hinstrecken. Kinder haben die Fähigkeit, Brot allein mit ihrem Blick zum Zerbröseln zu bringen. Maximal ein Viertel davon essen sie, der Rest liegt als Weizenniederschlag in einem Umkreis von sechs Metern auf dem Parkett.

Ob Sie den Behälter des Akkusaugers ausschütten oder darin Ihr Schnitzel panieren, sei Ihnen überlassen. Aber Sie werden das Gerät für die nächsten paar Jahre in Ihr Herz schliessen. Und Ihr Kind hoffentlich auch. Ich wünsche eine angenehme Geburt!

92 Kommentare zu «Sie kriegen ein Kind? Kaufen Sie einen Akkusauger!»

  • Martina sagt:

    Cool geschrieben! Erfrischend, amüsant!
    Eine Frage hättich aber … zum Babybett. Komme nicht draus. Wieso kein Babybett? Was für eins sonst?Was gibt es Anderes als ein Babybett fürs Baby? Einfach eins ohne Gitter oder was? (Dann fällts ja raus evt?)
    Nimmt mich Wunder… bitte um Antwort, danke!:-)

  • O‘Mary sagt:

    Wie immer sehr witzig geschrieben und auf den Punkt gebracht, werter Tschannen!
    Hinsichtlich des Geburtsvorbereitungskurses kann ich Ihnen jedoch nicht ganz beipflichten. So hilft dieser zwar nicht zum Gebären (läuft eh anders als gedacht), hat aber durchaus Vorteile. zB dass sich der werdende Vater mit dem Geburtsvorgang auseinandersetzt. Oder, dass man andere Paare trifft, und sich bewusst wird, welche Sorgen man/frau NICHT hat bzw. die brennenden aber womöglich etwas peinlichen Fragen
    von anderen gestellt werden (sollte frau kurz vor dem Termin noch schnell zum Brazilian Waxing?).
    Für ein 2. ist eine Einzelsitzung mit der Hebamme sicher zielführender – dafür muss man aber erst wissen, welchen Typ Hebamme man bevorzugt, und welche Fragen für einen selbst wirklich relevant sind.

    • Dear O’Mary. Ich vermute, dass es bei Geburtsvorbereitungskursen gewisse Qualitätsunterschiede gibt, oder vielleicht sogar bei den anderen Teilnehmern. Ich persönlich war von unserem Kurs nicht so begeistert. Aber naja, wären wir nicht gegangen, hätten wir bestimmt das Gefühl gehabt, wir hätten was Wichtiges verpasst. No harm done, wie der Angelsachse zu sagen pflegt. Ich persönlich habe übrigens nach langem Überlegen auf das Brasilian Waxing vor der Geburt verzichtet. Hochachtungsvoll, Ihr M. O’Shanahan

  • Peter sagt:

    Absolut überflüssig, ein Akku-Sauger. Nimmt Platz weg, ist laut, und ewig der Akku leer.
    Und bei den meisten am Boden landenden Speiseresten- ausser Brot & Co. hilft er eh nicht.
    Schüfeli, Bäseli und Lumpe!

  • Murmeli sagt:

    Ein super Beitrag, danke! Habe mir den Akkusauger im 6. Monat Schwangerschaft mit dem zweiten Kind angeschafft, weil ich da definitiv nicht mehr unter den Tisch kriechen wollte. ist auch ein super Spielzeug
    Absolut unnötig fand ich zudem den Anti-Gestank-Windeleimer. Am Anfang stinkt es sowieso kaum. Und sobald sie wirklich essen, kann auch der beste High-Tech-Windeleimer nicht über die Sch*** hinwegtäuschen. Ein normaler Eimer mit Deckel tuts dann auch, am besten in kurzen Abständen leeren (im Sommer) oder auf den Balkon (im Winter).

    • Murmeli sagt:

      (Die ganz ausgeklügelte Sorte mit „Einzel-Verpackung“ haben wir allerdings – aus ökologischen und ökonomischen Gründen – nicht ausprobiert.)

  • Hans Minder sagt:

    Nach allem Applaus doch noch eine Anmerkung: Eltern von Buben hat müssen vorausdenken. Jene sollten für 15 Jahre im Voraus all jene Kleidungsstücke/Schuhwerke im Second-Hand einkaufen, die nicht das Aussehen eines löchrigen Putzlumpen oder jenes des gekochten Schuhs von Charlie Chapplin haben….sonst wird es sehr teuer! Buben zerschleissen oder beklekkern nämlich in der Regel ihre Kleidung derart massiv, dass nach 2 Wochen Tragdauer nichts mehr in den Second-Hand zurückfindet, auch wenn der Sprössling nun eine grössere Nummer braucht. Somit gibt es im Second-Hand lediglich die Stücke, die Maximilian-Jason zu Weihnachten bekam, allerdings schon zu klein waren, oder sich nicht mit seinem ausgereiften Farb-Empfinden vereinbaren liessen…und das sind lediglich ein paar wenige, goldige Funde

    • Na, ob Buben und Mädchen sich da wirklich so stark unterscheiden …

      Grundsätzlich finde ich Secondhand-Läden eine gute Sache, aber wirklich fündig bin ich da nur selten geworden. Wir haben den Grossteil der Kinderkleidung der Verwandt- und Bekanntschaft abgekauft. Ich hab das Gefühl, die meiste Kleidung wechselt privat den Besitzer und der Ramsch, den niemanden will, der geht in den Secondhand-Laden.

      • Hans Minder sagt:

        Ich habe 10-jährige Zwillingsbuben. Selbst die gesamte Bekannt- und Verwandschaft mit all den vorbildlich und vorsorglich aufgehobenen Kleidungsstücken konnten ab dem 5. Lebensjahr nicht mehr mit unserem Kleidungsverschleis mithalten. Somit bin ich Dauerkunde im Second-Hand….allerdings in den USA. Hier gibt es dank gewaltigem Lohngefälle doch ab und zu Qualitäts-Kleidung, die unversehrt im Second Hand landet. Weshalb jemand diese Stücke dort hin bringt, ist mir nach wie vor ein Rätsel…..unser Haus verlassen diese nämlich nur noch im Abfalleimer.

  • Werte Leserinnen und Leser. Kein einziger Kommentar zur homöopathischen Reiseapotheke? Respekt, Sie sind heute schwer zu provozieren.

  • Karina sagt:

    Haha, voll ins Schwarze getroffen. Zum Glück hatten wir nicht so viel Platz und haben schon von daher nur wenig gekauft. Sinnlosestes Geschenk: Definitiv Kleidchen fürs Baby, teils noch mit passender Rüschenunterhose. Ist nicht nur total unpraktisch, sieht auch beknackt aus. Wir (inkl. Kind) fahren auch nach 3 Jahren noch total auf Overalls ab.
    Sagen Sie auch nie, nie, nie das Geschlecht des Babys, sonst bekommen Sie alles in rosa – oder blau. Ein Akkustaubsauger ist aber garantiert nicht dabei.

  • Bettina sagt:

    Köstlich, sehr witzig geschrieben – Kompliment!

  • Peter Vogel sagt:

    Leute die ihren Müll zum Mitnehmen auf die Strasse stellen sind das Letzte. In vielen Gemeinden kann man Sperrmüll bis zu einem gewissen Gewicht GRATIS entsorgen.

    • Herr Vogel, bei echtem Müll bin ich durchaus auf Ihrer Seite. Noch brauchbare Sachen gehen auf der Strasse aber gut weg und das ist dann auch super ökologisch und so. Ein junges Paar – vermutlich im siebten Monat – hat das Babybett nach etwa 20 Minuten mitgenommen.

    • Samira Maurer sagt:

      Dinge, die noch brauchbar sind, sind kein Sperrmüll
      Es hat nicht jeder Zeit und Nerven, die Sachen versuchen zu Verkaufen oder einem Brocki schmackhaft zu machen – möchte aber trotzdem brauchbare Sachen nicht wegwerfen.
      Wir stellen viel auf die Strasse (resp. auf den privaten Vorplatz -aber auch auf der Strasse würde kurzzeitig kaum jemand meckern) und bei uns im dichtbesiedelten Quartier mit bescheidenem Durchschnittseinkommen (Matthäus Basel) kommt fast alles weg (auch Lebensmittel, die uns zugelaufen sind, wir aber nicht mögen) – was bis zur nächsten Kehrichtabfuhr nicht weg ist, bekommt dann den Sperrgutaufkleber.
      Ob die Leute es dann selber brauchen oder versuchen weiter zu verkaufen ist uns egal: Wir haben wenig Aufwand und die Sachen werden wieder verwertet.

  • Mlle Ry sagt:

    Fantastisch! Habe gerade mit kugelrundem Bauch im Bus lauthals lachen müssen!

  • Stephanie sagt:

    Shitstorm? Wieso? Fühlt sich hier wer pikiert? Wenn ja bitte mitteilen …

  • Carina Leone sagt:

    Die besten Mamablogs kommen eindeutig von Tschannen. Dieses Exemplar hier ist ganz besonders gelungen. Sorgt auch für nicht werdende („nur“-Stief-)mütter für Lacher. Danke 🙂

  • tststs sagt:

    Oder man kann sich vor dem Kauf einfach überlegen, ob man nicht bereits über einen Haushaltsgegenstand verfügt, der schlicht zweckentfremdet werden kann.
    Schoppenwärmer = heisses Wasserbad
    Heizstrahler = Haarfön
    „Geräusch“-Spielzeug = Pasta in Tupperware, Holzlöffel und Pfanne, Petflasche mit Kieselsteinen…
    Lätzli = Küchentuch (bevorzuge ich sogar, denn entweder ich muss auf ein Lätzli mit Auffang aus dem pösenpösen Plastik zurückgreifen oder das Lätzli endet auf Bachnabelhöhe und ist somit eigentlich eh viel zu kurz…)

  • Peter Pelz sagt:

    Brecht? Echt jetzt?
    Aso ich mein ja nur – wenn mein Kind Brecht (!) (?) heissen würde, dann würde ich mich zurückhalten mit spitzzüngigen „Maximilian-Jasons“.

    • Da haben Sie ja Glück gehabt, dass sich Ihr Kind einen schöneren Namen ausgesucht hat.

    • tststs sagt:

      Jöööö, lueged emal… ein Tschannen-Neuling… Pssst, ganz leise sein, sonst verschwindet er sofort wieder im Blätterwald… 🙂

      • Hahaha.

        Aber das ist natürlich etwas gemein.

        Herzlich willkommen im Mamablog, Herr Pelz. Der Brecht heisst natürlich nicht wirklich Brecht. Das ist nur der Rufname. Genau genommen ist es die Kurzform von Brechtholdibus Maximus Zoe Hans.

    • super brecht! sagt:

      ich find die gschichten vom kleinen brecht immer mit abstand die lustigsten im MB. etwas schade finde ich allerdings, dass ich mir brechts kolumnen nicht währen meiner schwangerschaft zu gemüte führen durfte, weil der brecht im 2008 wohl noch am sternen putzen war. so stand ich dann schon etwas doof da mit nuggi-sterilisator, schoppenwärmer und sonstigem unnützen kram! aber unser grotil ist dann trotz aller widrigkeiten super rausgekommen und hat sich zu nem prachtsburschi entwickelt..

  • Kurt sagt:

    Für mich als Papa sag ich: Geburtsvorbereitungskurs unbedingt! Nicht für die Frau, sondern für den Mann. Wie oft hat sich so ein Mann mit dem Gebären eines Kindes beschäftigt, bis zum dem Zeitpunkt, wenn der erste Geburtsvorbereitungskurs anstehen würde? Genau. Also hopp. Und als Mann einer Frau sag ich gleich noch: Geburtsvorbereitungskurs im Internet never! Jede besprochene .ch-Studie wird auf der .de-Seite wieder belegt. Jeder Rat ist gleich wieder falsch, weil, genau, die neue .de-Studie. Jeder Tipp haben alle anderen schon auf die Palme gebracht. Was dem einen half, war der Schrecken für den anderen. Heute macht man das so, morgen so. Beides richtig, beides falsch. Und wenn der Kleine auf der Welt ist, ist sowieso alles anders. Da wäre weniger mehr.

    • Vielleicht hatte ich ja einen schlechten Geburtsvorbereitungskurs, aber ich habe dort nicht wirklich viel gelernt.

      • tststs sagt:

        Haha, waren Sie auch in so einem Gspürschmifühlschi-Kurs. Ich habe nur einmal eine Freundin begleitet (Kindsvater konnte nicht)… why not, irgendwas Neues lernt man dabei sicher…
        Es war dann so à la „Sorgen sie für ein wohliges Umfeld…“, „Versuchen sie ihre Frau zu unterstützen…“
        Überhaupt keine medizinischen Fakten, keine Details zum ungefähren Ablauf. Jede Führung durch die Geburtsabteilung (ja, deren zwei habe ich auch schon mitgemacht) war aufschlussreicher.
        Deshalb würde ich auch sagen: Man spare sich diesen Kurs, lieber für eine Stunde eine Krankenschwester der Geburtssation „mieten“ und diese(r) soll mal Tacheles reden…

      • mila sagt:

        Man kann auch eine Hebamme ‚privat‘ für die Geburtsvorbereitung buchen. Wir hatten eine wirklich tolle, mit Verzicht aufs ‚Gschpürsch mi‘, dafür mit umso mehr Raum für unsere Fragen. Gerade auch mein Mann fühlte sich in diesem Rahmen gut abgeholt.

      • Jahaa. Die anwesenden Mütter haben Fragen zu Tee und Schüsslersalzen gestellt und die Hebamme hat eindringlich vor den bösen Ärzten im Krankenhaus gewarnt und alle 5 Minuten ein Geburtshaus empfohlen in das man seine eigene Musik mitnehmen darf.

        Meine Frau war auch nicht so begeistert. Sie sollte eine Woche vor dem Geburtstermin ihre Bachelorprüfungen ablegen während die anderen werdenden Mütter offensichtlich sehr viel Zeit hatten, sich mit ihrer Schwangerschaft auseinanderzusetzen. Was natürlich nicht schlimm ist, aber in dem Moment halt einfach nicht so gut zueinander passte.

      • Frau Tschannen sagt:

        Haha, ja. Die Stunde, in der die richtige Atmung gelernt wurde, haben wir dann auch noch zur Hälfte verpasst. Aber atmen konnte ich im Krankenhaus glücklicherweise auch ohne Anleitung.

      • Martin Frey sagt:

        „Die anwesenden Mütter haben Fragen zu Tee und Schüsslersalzen gestellt und die Hebamme hat eindringlich vor den bösen Ärzten im Krankenhaus gewarnt und alle 5 Minuten ein Geburtshaus empfohlen in das man seine eigene Musik mitnehmen darf.“
        Bin da ganz bei der Familie T. Selber habe ich auch so einen Kurs über sagenhafte 7 (!) Abende tapfer absolviert, und meine Erfahrungen decken sich weitgehend mit der Familie T. Für Leute, die diese Lebenserfahrung noch nicht durchlaufen haben, kann ich nur sagen: Doch, es kann noch schlimmer kommen…. Oder um beim Thema zu bleiben: Jeder Schoppenwärmer hat mehr Mehrwert! 🙂
        Geburstvorbereitungskurse wären grundsätzlich sogar mal ein gutes MB-Thema für sich. Dies nur so als Anregung, Herr Tschannen. 😉

      • Vierauge sagt:

        unserer war ganz gut, vor allem haben wir da andere erstgebärende Paare kennengelernt, das war hilfreich. Über Ärzte hat da keiner geschimpft.

      • Martin Frey sagt:

        @Vierauge
        „Über Ärzte hat da keiner geschimpft.“
        Bei uns schon. Eine knappe Stunde lang (hab extra auf die Uhr geschaut), sozusagen das warm-up im Rahmen der eröffnenden Selbstbeweihräucherung am ersten Abend. 🙂
        Pikanterweise gab es erst danach die obligate Vorstellungsrunde, mit Namensnennung und Beruf… 😉

    • Trudy Schalotti sagt:

      Ich habe mir, vorallem in der Schwangerschaft, mir nicht allzu viele Gedanken rund ums Gebären/Geburt gemacht. Da es immer anders kommen kann.. Ich habe/hatte den Eindruck, dass gerade viele Frauen ein riesen tamtam rund um Geburt machen (Hypnose, sanfte Geburt, Geburtshaus , Designer-Geburt etc) dass hat mich ehrlich mehr abgelöscht. Eine Geburt ist das was es ist: eine Geburt. Einfach heavy! Kein Lifestyle.. Mein Kredo war: Es kommt wies kommt und ich bin für ALLES offen und bereit. Deswegen haben wir auch kein Geburtsvorbereitungskurs gemacht.. Wozu auch?! Ich kann in dieser Situation nur auf mich und den Menschen im diesen Raum vertrauen. Thats it. Und ja, der Akku-Staubsauger ist auch vor ein paar Tagen in erwägung gezogen worden…owohl unsere Kleine 3Wochen alt ist. Lg

  • 13 sagt:

    Ein herrlicher Beitrag. Bei uns brauchte es drei Kinder, bevor ich es wirklich begriffen hatte. Beim Ersten war ich den Listen noch hörig. Beim zweiten dachte ich: „Ach, jetzt weisst du Bescheid, das Zweite braucht einfach das gleiche wie das Erste!“ Hahaha, ich lache immer noch über meine Naivität!
    Beim dritten hatte ich es aber wirklich raus und die Einkaufsliste sah so aus (wobei ich von den ersten zwei wirklich nichts mehr an Babysachen hatte):
    – ein guter Autositz
    – eine Wickelauflage über der Badewanne
    – eine Packung Windeln inkl. Waschlappen (und nur eine, die Babys kommen ganz verschieden gross zur Welt!)
    – eine Kiste gebrauchter Kinderkleider von Ricardo (50 Stück für 50.-, siehe oben)
    – ein Tragetuch
    Fertig.
    Alles andere, wenn man den Bedarf sieht.

  • Martin sagt:

    Wenn das Baby dann im Krabbel- und Lauflernalter ist: alles online bestellen. Man, bzw. das Baby, braucht jeden Karton.

  • Reincarnation of XY sagt:

    So variieren die Erfahrungen. Der Akkustaubsauger war nur mässig gebraucht. Gitterbett war ein Volltreffer. Schoppenwärmer ebenfalls hilfreich, Maxi Cosi und Nuggis ebenfalls. – Und ob das Baby und ab wann das Baby die schöne Einrichtung mitbekommt, war uns egal. Die wunderschöne und liebevolle Atmosphäre hat auf uns alle abgefärbt.
    Aber klar ist: zurückhaltend kaufen.
    Nur – bei Jungeltern ist die Freude oft so gross, dass sie einfach etwas kaufen wollen, damit sich die Freude irgendwie materiell manifestieren kann.

    Warum ist es eigentlich so IN, stets darüber zu philosophieren, was man alles NICHT braucht? Warum nicht einmal über alles Gute berichten? (Klar, es würde weniger Klicks geben. Aber ich sag es halt trotzdem….

    • Reincarnation of XY sagt:

      … Woche für Woche. Das hat uns nicht geholfen, das und das braucht es nicht. etc. etc.
      Warum nicht einmal umgekehrt? Das hat uns geholfen, das hat uns Freude gemacht, das macht unser Kind froh.
      Das wäre nützlicher, ehrlicher und natürlich auch etwas anspruchsvoller.

      • Hold my beer!

        Oder wie wir früher gesagt haben: „Challenge accepted“. Ich stelle bei nächster Gelegenheit gerne eine positive Erfahrungsliste auf. In diesem Jahr habe ich sowieso schon genug Klicks.

    • Lichtblau sagt:

      Das mit dem Babyzimmer sehe ich auch so. Es ist ja kein grosser Aufwand, es mit etwas Farbe und Stoff hübsch herzurichten. In unserem Fall in blau und weiss. Gut möglich, dass die Atmosphäre abfärbte. Unsere Lorelei-Laetitia hat im eigenen Zimmer früh durchgeschlafen und pink war später nie ein Thema 🙂

      • Das Babyzimmer kann ich ehrlich gesagt gar nicht so gut beurteilen. Wir waren nach der Geburt arm und konnten uns gar keins Leisten. Heute hat der Brecht zwar ein Zimmer, aber das ist rundum mit Holz vertäfelt. Hellblau ist also immer noch kein Thema.

  • Andrea sagt:

    Einmal mehr ein Highlight im Mamablog. Danke für den Lacher, Herr Tschannen.

  • Veronica sagt:

    Herrlich Herr Tschannen, wie recht Sie haben! Vermutlich jedoch werden Ihnen die werdenden Eltern nicht glauben und sich alles ausser dem Akkustaubsauger anschaffen. Aber auch Sie werden Ihnen in absehbarer Zeit recht geben. Aber auch werdende Eltern haben das Recht auf eigene Fehler.

  • Linus sagt:

    Ein Laufgitter kann ich empfehlen. Dort hinein können sie nämlich sämtliche Dinge legen, welche das Baby nicht erreichen soll.

    • Ein Laufgitter (Erbstück) hatten wir auch und tatsächlich haben wir es zusammen mit dem Gitterbett für diesen Zweck genutzt. Ich kann die Empfehlung bestätigen, hätte mir aber vermutlich nicht extra eins gekauft.

    • Aber Hallo sagt:

      Laufgitter sind spätestens ab dem zweiten Kind nützlich, um das Jüngere vor dem Grösseren zu beschützen. Wichtig ist, dass es genügend hoch ist und mit Kletterschutz. Allerdings wäre bei uns noch ein Laufgitter-Dach nötig gewesen, da dann halt schwere Bücher rein geschmissen wurden. Vielleicht hätten wir das Baby besser in einen Kaninchenstall gelegt. Nur um kurz aufs WC zu gehen oder zu Duschen. Aber es hat auch ohne überlebt 🙂

  • Aber Hallo sagt:

    Meine Rede. Aber Akkusauger braucht es auch nicht. Ein gewöhnlicher Swiffer/Besen mit Bäseli und Schüfeli tut es auch. Ist erst noch ökologischer 🙂

    • Bitte denken Sie auch an Eltern mit Spannteppich (Graubeige), Flokati oder Schaffell oder unter dem Esstisch.

    • mila sagt:

      Also, mich hat das (ewige) Bäsälä in den Wahnsinn getrieben. Auch ohne Spannteppichunterlage. Die Umwelt muss für einmal zurückstecken, dafür profitiert meine Tochter von einer wesentlich entspannteren Mutter in der Nach-Mahlzeit-Zeit.

    • tststs sagt:

      Ach, montieren Sie einfach doppelseitiges Klebeband an die Bauchseite des krabbelnden Kindes… et voilà… Problem gelöst.

      • 13 sagt:

        Wenn das Kind krabbelt, ist das unnötig. Es wird das runtergefallene Mittagessen eh genüsslich zum Zvieri verspeissen.

      • tststs sagt:

        Hahaha… wollte zuerst noch schreiben: „und es kann sich dann den Zvieri gemütlich vom eigenen Bauch picken.“
        War mir dann aber unsicher, ob mein Humor nicht wieder einmal ein Spürchen zu gruusig sei… 🙂

      • k. miller sagt:

        Heute amüsiere ich mich nicht nur über den Blogbeitrag, sondern auch über die Kommentare. Merci an alle für die Lacher 🙂

  • Lydia sagt:

    Korrektur: für den Wickeltisch

    • Vierauge sagt:

      apropos Wickeltisch: nachdem unser Grosser mit 4 Monaten von der Wickelkommode geflogen (leider no pun intended!) ist, haben wir ihn und nachher auch den kleinen nur noch am Boden bzw. auf dem Elternbett auf einem grossen Handtuch gewickelt.
      Der Wickeltisch o.ä. kann also auch auf Tschannens Liste.

  • Lydia sagt:

    Gitterbett (verweigert), Beistellbett (verweigert) Vorrichtung, um den Maxicosi als Kinderwagen verwenden zu können (Schlaf in Maxicosi verweigert), Laufgitter (verweigert) Polster für Hochstuhl (nach jedem Festgelage verschmutzt), Nuggi (verweigert), Nuggikette (durch Nuggiverweigerung überflüssig), Babybadewanne inklusive Aufsatz (verweigert), Ergobaby (erst ab Sitzalter empfohlen, Baby sass erst mit 12 Monaten), Babyeinsatz für Ergobaby (zu schwitzig) … Schoppen (verweigert), Schoppenwärmer (überflüssig), Sterilisator (überflüssig) … Unser Sohn lacht sich krumm über seine Eltern und deren „Babyerstausstattung“! Wenigstens haben wir keinen Heizstrahler für dem Wickeltisch gekauft.

    • Ahh, da klingeln so viele Glöcklein: Heizstrahler (nie montiert), Nuggi von 300 verschiedenen Herstellern (alle abgelehnt), Babybadewanne (gemerkt, dass die Duschwanne praktischer ist), Tragetuch (Hitzesommer) diverse Töfpchen (fand der Langscheisser unbequem) und viele, viele Spielsachen und Kleidungsstücke. Zum Glück hatten wir nur weniges gekauft und viel im Umfeld zusammengeschnorrt oder günstig auf eBay ersteigert.

    • mila sagt:

      Sehr zu empfehlen sind – zumindest was (tatsächlich bespielte) Spielsachen betrifft – die altersentsprechenden Geschenktipps im Blog ‚Das gewünschteste Wunschkind‘ (bitte nicht vom Titel abschrecken lassen…). Ich habe diesbezüglich bisher nur einmal voll daneben gegriffen, mit dem Buch ‚Gute Nacht, Gorilla‘ („Gorilla isch blöd“.). Besonders die ‚einfachen‘ Sachen wie Nachziehtiere (kriegt man nie geschenkt, aus welchem Grund auch immer; dafür nie genutzte Elektro-Hunde an blinkender Leine, mit denen man nur eins machen kann: entsorgen oder spenden) erfreuen sich höchster (täglicher) Beliebtheit.

      • Katharina Egloff sagt:

        Der Heizstrahler war unsere beste Anschaffung, da Winterbaby und eher kühle Wohnung. Sie hat es geliebt und das Wickeln wurde richtig schön für uns.

      • Samira Maurer sagt:

        Ich habe Affen als Kind gefürchtet (und mag sie immer noch nicht besonders) – das gleiche gilt für Clowns – das menschenähnliche hat mich extrem irritiert. Ich habe mir gerade die Bilder von dem Gorilla angeschaut und hätte das Buch sicher nicht gemocht – gehört dein Kind auch zu dieser Spezies, die sich damit schwer tut?
        PS: Nachziehtiere gehören zu meinen liebsten Geschenken….

  • Mel sagt:

    Sehr lustig geschrieben, mal wieder. 😀 Und vom Inhalt absolut korrekt. Ich will gar nicht wissen, wie viel Geld wir beim 1. Kind für unnötige Dinge ausgegeben haben… Kinder brauchen gar nicht so viel. Unsere haben ein Zimmer voller Spielsachen (vieles davon geschenkt bekommen) und spielen höchstens mit ein paar wenigen davon. Und generell nicht zu viel Kleidung. Lieber ein paar bequeme Sachen, denn bevor man sich’s versieht, ist der Kleine schon aus den Sachen herausgewachsen.

  • mila sagt:

    In der Tat, der Akkustaubsauger ist der Jungeltern(-nerven) allerbester Freund… 😉

    Das Problem beim Gitterbett sind ja nicht nur die Gitter – sondern auch die äusserst mickrig bedachten Masse. Einen Umbau zum Juniorbett wird es bei uns insofern nicht geben. Sondern direkt ein Upgrade auf 140 cm.

    • Michael R sagt:

      Wir sind vom Gitterbett (mit einer Seite abnehmbar, daher bis 2 Jahre tauglich) direkt auf ein normalgrosses Bett umgestiegen. Das sollte bis zum Auszug aus dem Elternhaus reichen. Tipp: zuerst eine billige Schaummatte kaufen, die durch eine bessere ersetzt werden kann, wenn das Leckagezeitalter vorbei ist.

    • mila sagt:

      Die 90 cm Standardbreite wären für meine Bettwälzerin immer noch zu mickrig. Sie hat‘s allerdings nicht gestohlen, soviel sei zugegeben.

  • Daniel Hofstetter sagt:

    Babyphone. Es sei denn sie haben das jüngste Mitglied der Familie im Keller oder im Estrich und hören gerne während das Kind schläft Heavy Metal mit 120 dB. In einer 7 1/2 Zimmer Wohnung mit 242 m2 lohnt es sich vielleicht auch noch ein hippe Gegensprechanlage zu installieren..
    Nach dem Kauf eines Luftentfeuchters bietet es sich an, daneben einen Luftbefeuchter zu platzieren. Die richtige Balance findet man mit der Zeit selbst heraus.
    Ein Laufgitter hatten wir zum Glück gar nie gekauft. Und aus dem Umfeld dessen Überfluss wahrgenommen. Gerade wenn man nicht in der 7 1/2 Zimmer Wohnung wohnt freut man sich über den Platz. Und Kunigunde hat gewiss manchmal mit den CD’s gespielt und die Prospekte unter dem Stubentisch zerrissen, aber das legte sich bald wieder.
    Ps: RIF Sturmfried

    • Anton Keller sagt:

      Im Laufgitter lässt sich perfekt ungestört Zeitung lesen. und hat dennoch das Kind perfekt im Blick.

    • tststs sagt:

      Babyfon…muhaha… und die noch viel schlimmere, neumodische Version: Babyfon-Apps!!!
      Lustig an einem gemütlichen Abend am Tisch zu beobachten: Eltern werden jetzt nicht nur auditiv, sondern auch noch visuell (fehl)alamiert… ich nenne es „das Interferenzenzucken“
      🙂

  • Shekina Niko sagt:

    Haha, Klasse! Kann ich alles bestätigen. Zusätzlich zum Akkusauger empfehle ich lediglich ein abwaschbares Ganzkörperlätzli.

  • Stephanie sagt:

    Ha ha ha köstlich 🙂 ich kann auch nicht mehr ohne, also ohne den Akkustaubsauger. Er ist mein täglich Freund und Helfer und übrigens manchmal auch um das Geschrei für einige Minuten zu übertönen. Was ich noch hinzufügen möchte ist der Rat eines professionellen Schlafcoach wenn das Kind nach 17 Monaten noch immer nicht durchschlafen kann. Ohne den würden wir noch immer nachts mindestens 2x aufstehen. Endlich Durchschlafen – juhuii!

    • Leo Schmidli sagt:

      (Berechtigter) Shitstorm in 3, 2, 1…

    • Lassen Sie uns am Rat teilhaben. Hat es auch etwas mit dem Akkusauger zu tun?

      • Billy Lomba sagt:

        Beide Kinder haben ab Geburt durchgeschlafen! Also geschlafen bis sie wieder aufgewacht sind!

      • Maja sagt:

        Machen das nicht alle Leute? Schlafen bis sie wieder aufwachen? bis auf Dornröschen vielleicht, die musste wachgeküsst werden…

      • Billy Lomba sagt:

        Ja eben darum schliefen meine Kinder durch. Kommt nur auf die Interpretation an!

        Bitte nicht Dornröschen..die Geschichte ist ja sehr sexistisch und überhaupt nicht kindergerecht! Ich selbst habe die Grimmmärchen fast alle in mehr oder weniger ursprünglicher Version gelesen was mir nicht geschadet hat..oder doch?

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