Zu wild für ein Mädchen?

In der Schweiz mag man lieber Annikas als Pippi Langstrumpfs: Zwei Wildfänge in ihrem Element. Foto: Trinity Kubassek (Pexels)

Wissen Sie, was ein Rüedu ist? So nennt man auf Berndeutsch eine Frau, die sich wie ein Mann verhält. Oder ein Mädchen, das sich benimmt wie ein Junge. Kürzlich wurde meine Tochter so bezeichnet. Von einer erwachsenen Person. Und es war nicht das erste Mal.

Zwar hat das Kind schulterlanges Haar, mag Röcke und Pferdepullis. Was also wirkt an ihr so bubenhaft? Wahrscheinlich nicht ihr Aussehen, sondern ihre lebhafte Art. Wo sie ist, geht die Post ab. Sie ist eine Partylöwin, eine Rambazamba-Expertin. Eine Dirigentin, die gern den Ton angibt – und das ziemlich laut.

Laut wie ein Junge

Das wäre ja eigentlich kein Problem. Wenn sie ein Schnäbi hätte. Denn sie ist nicht ungewöhnlich laut und wild für ein Kind. Aber offensichtlich zu laut und wild für ein Mädchen. Jedenfalls in den Augen und Ohren gewisser Leute. Und diese Leute sind meist Mädchenmütter. Unsere temperamentvolle Tochter scheint sie zu irritieren. «Ein ziemlicher Wildfang», konstatieren sie ohne Begeisterung.

In der Schweiz mag man die Mädchen brav. Ruhige Meitschi mit Zöpfen, die stundenlang in einer Ecke sitzen und Mandalas ausmalen. Schön fleissig und nett. Lieber Annikas als Pippi Langstrumpfs. Solche Mädchen sind für Eltern und Lehrpersonen sicher gäbig, das muss ich neidlos zugeben. Trotzdem weigere ich mich, meine Tochter in diese Schublade zu pressen.

Managerinnenqualitäten

Damit Sie mich richtig verstehen: Ich bin nicht der Meinung, dass alle Kinder laut und wild sein sollten. Um Himmels willen! Aber ich werde meine Tochter in diesem Geschlechtertheater nicht die Rolle des braven Mädchens zuteilen. Wenn sie laut und wild ist, dann ist sie kein «Rüedu». Sondern ein lautes, wildes Mädchen. Wenn sie in Kindergruppen gern die Führung übernimmt, ist sie kein «Umebefähli», sondern sie kann sich gut durchsetzen. Wissen Sie, was man bei einem Jungen sagen würde, der dasselbe tut? «Der wird mal Manager.»

Natürlich fördere ich kein rücksichts- oder respektloses Verhalten. Aber sie soll nicht anfangen zu glauben, dass sie sich als Mädchen zurücknehmen muss. Dass sie braver sein muss als die Buben. Oder leiser. Oder kleiner.

Braves Mädchen, brave Frau

Denn ich spreche nicht nur mit dem Mädchen von heute. Ich spreche auch mit der Frau, die sie später sein wird. Und ich finde, dass wir noch mehr Frauen brauchen, die laut und deutlich ihre Meinung sagen. Die sich durchsetzen können und sich grosse Aufgaben zutrauen.

Natürlich kann ich nicht ganz allein gegen die kulturelle Prägung kämpfen. Durch Bücher und Filme, in der Schule oder durch unsensible Bemerkungen von Erwachsenen bekommt sie durchaus mit, wie ein Mädchen angeblich zu sein hat. Aber bisher lässt sie sich zum Glück noch nicht gross verunsichern. Als sie kürzlich hörte, wie eine andere Mutter sie Wildfang nannte, korrigierte sie: «Ich bin kein Wildfang, ich bin ein Wildpferd», und galoppierte davon.

141 Kommentare zu «Zu wild für ein Mädchen?»

  • Sandra sagt:

    Unsere Tochter ist auch ein Wildfang, ich konnotiere nichts Negatives mit diesem Begriff. Ich freue mich darüber, wie sie ist. Das würde ich aber auch, wäre sie ein „Prinzessli“. Es können nicht alle Kinder, Mädchen wie Jungen, gleich laut und durchsetzungsstark sein. Charaktere sind verschieden und das ist gut so. Ich habe das Gefühl, oft werden „brave Mädchen“ als unterdrückt oder „in Schubladen gepresst“ angesehen und die vielleicht eigene „wilde“ Tochter als besser, weil es mehr Frauen braucht, „die laut und deutlich ihre Meinung sagen“.

  • Anna sagt:

    Stimme Ihnen nicht zu. Maedchen wie Jungen koennen als „zu wild“ oder „zu laut“ wahrgenommen werden. Ein Umebefehli kann maennlich oder weiblich sein.

  • Gloria sagt:

    Mami von zwei Mädchen: Beide träumen vom Prinzen und wollen schöne, wallende Kleider. Damit will dann die eine in den Wald schlangenbrot auf selbstgemachtem Feuer bräteln und die andere damit am FC-Turnier Tore schießen. Die eine kann stundenlang lesen und mit Freundinnen quatschen, die andere schafft es kaum ruhig am Tisch sitzen zu bleiben und ist ständig in Bewegung. Es sind Kinder mit vielen facetten und Interessen. Voller Neugier und Lebensfreude. Manchmal wildfang , manchmal Tussi, manchmal zicke, manchmal pippi. Und das ist toll! Wann genau haben wir Grossen diese Energie verloren?

  • Reincarnation of XY sagt:

    1. wer jede Bemerkung als Kritik, Diskriminierung oder Beleidigung auffasst, hat Komplexe
    wenn ich laut bin – und jemand sagt ich sei laut …. dann ist das eine normale Feststellung. Das gilt auch für „ruhig“, „gross“, „klein“, „mutig“ oder „ängstlich“
    Ich wüsste beim besten Willen nicht, warum „Wildfang“ in irgendeinerweise negativ sein soll.

    Im anderen muss ich Sportpapi vollumfänglich recht geben. Was soll das eigentlich, ständig von „weiblichen Stärken“ reden: Sozialkompetenz, Empathie etc. – aber dann ständig sagen, dass dann auf keinen Fall irgendwelche Schwächen geben soll? – Wer so redet hat einen Komplex, er fühlt sich ständig angegriffen und muss sich ständig rechtfertigen. Das Gegenteil von Souveränität.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Ich erziehe meine Buben eben nicht nach dem Buben/Mädchen Schema. Und ich werte die Reaktionen die sie von Lehrern bekommen auch nie nach diesem Schema „hat sie nur gesagt weil du ein Bub bist…. etc.“
      Quatsch! Wir nehmen jeden als Menschen mit seinen Eigenschaften und diskutieren darüber, wie das vielleicht auf andere wirkt.
      Das wahre Gender-Problem ist meisten in erster Linie im eigenen Kopf. Also bitte sich erstmal davon emanzipieren und nicht die eigenen Vorurteile auf die anderen projizieren.
      Unser Wildfang kommt auch nicht bei allen immer gut an. Ihm wurde auch schon grosse Führungsqualität attestiert, ABER manchmal muss er auch lernen, sich etwas zurückzuhalten.
      Unsere Stärken sind auch unsere Schwächen. Das sollten wir einsehen und weitergeben.

  • mila sagt:

    Das erinnert mich an die Episode, wo mich jemand aus der Familie als Prinzessin komplimentieren wollte, und ich mich dem verweigerte mit der Gegen-Behauptung, ich wäre ein Esel… 😉

    Aber, Hand aufs Herz: weshalb schenken Sie, während Sie geschlechtsbedingte Denkmuster ankreiden, parallel typisch weiblichen Äusserlichkeits-Attributen soviel Gewicht? Der Hund liegt wohl teils darin begraben, dass wir uns unserer eigenen blinden Gender-Flecken nicht bewusst sind. Das dürfte Kindern wohl so manche bisweilen bizarren Signale senden. Mein Tipp daher: konsequent(er) bei sich selber bleiben (bzw. bei der eigenen Irritation). Und grosszügiger im Umgang mit anderen werden – sie denken oftmals gar nicht so kategorisch, wie es sich womöglich anhört.

  • Tobias Meyer sagt:

    Ihre Tochter ist doch völlig in Ordnung so wie sie ist!
    Und „Rüedu“ kann man durchaus auch positiv meinen, es kommt immer drauf an, wie man es sagt. Ich mag Rüedus, sowohl weibliche wie auch männliche 😉

  • 2-fach Mädchenmami sagt:

    Toll geschrieben, danke für den Artikel!

  • Eleonore Grossmann sagt:

    Kommt sehr darauf an, wie das Kind sich gibt. Wenn z.B. das Kind eine frühe Sprachentwicklung hat, kann es manchmal auch altklug, vorlaut oder frech wirken. Mir scheint es wichtig, den Kindern auch „Benimm“ beizubringen. Heutzutage sagen Kinder Sachen (punkto anderen Vorschriften machen, bestimmen, sich durchsetzen, auch gegenüber Erwachsenen), die man Erwachsenen nicht durchgehen lassen würde, und da gibt es auch keinen Grund, es Kindern durchgehen zu lassen.
    Höflichkeit muss sein, Anstand muss ein Kind auch lernen.

  • Sportpapi sagt:

    Hm. Richtig, man sollte das gleiche Verhalten nicht unterschiedlich bewerten, nur weil es das eine Mal ein Mädchen, das andere Mal ein Junge ist. Dass Jungs in der gleichen Situation nicht gerügt werden, glaube ich nicht und widerspricht meiner Erfahrung.
    Aber ein paar Fragen stellen sich schon noch:
    Ist es deshalb falsch, wenn man feststellt, dass sich das Verhalten von Mädchen und Jungen vielfach unterscheidet und sie deshalb zum Teil unterschiedlich angesprochen werden sollten?
    Und: Warum gibt es so viele spezifische Mädchenprogramme, z.B. in der Jugendarbeit, wenn doch alle gleich zu behandeln sind?
    Und: Warum ist eigentlich das „typisch weibliche“ Verhalten plötzlich das Erwünschte und der Massstab für alle?

    • 13 sagt:

      „Ist es deshalb falsch, wenn man feststellt, dass sich das Verhalten von Mädchen und Jungen vielfach unterscheidet und sie deshalb zum Teil unterschiedlich angesprochen werden sollten?“
      Ja.
      „Warum gibt es so viele spezifische Mädchenprogramme, z.B. in der Jugendarbeit, wenn doch alle gleich zu behandeln sind?“
      Weil die Gleichbehandlung nicht Realität ist, sondern eine starke Beeinflussung immer noch Standard ist und diese Programme quasi das Gegengewicht geben müssen.

      • 13 sagt:

        „Warum ist eigentlich das „typisch weibliche“ Verhalten plötzlich das Erwünschte und der Massstab für alle?“
        Es ist nicht das „typisch weibliche“ Verhalten, sondern das, was dem weiblichen Geschlecht zugeordnet wird. Und dieses wird nicht für alle gewünscht, sondern v.a. für Mädchen, um das patriarch. System beizubehalten.

      • Zufferey Marcel sagt:

        @13: Das patriarchale System beibehalten..!? Im Ernst jetzt? Musste kurz lachen, sorry 😉

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich kann kaum glauben, dass Sie das wirklich ernst meinen.
        Jeder, der mit Kindern zu tun hat, merkt bald einmal, dass Mädchen und Jungs bei allen Überschneidungen anders ticken. Also sind sie auch anders anzusprechen. Was nicht heisst, dass es geschlechtergetrennte Gruppen geben muss, sondern einfach die Verwendung verschiedener Methoden.
        Und nein, Mächen werden sicherlich nicht ungleich behandelt, sprich: benachteiligt. Ihr Schulerfolg spricht eine ganz andere Sprache und würde heute, wenn schon, einzig und allein für Fördermassnahmen für Jungs sprechen.
        Wofür ich nicht plädiere.

      • Sportpapi sagt:

        Zum dritten: „Es ist nicht das „typisch weibliche“ Verhalten, sondern das, was dem weiblichen Geschlecht zugeordnet wird.“ Einfach so, ohne Zusammenhang, oder?
        Gehen eigentlich all die Diskussionen um die Verweiblichung der Schule, um Benachteiligungen von Jungs einfach an Ihnen vorbei? Es ist offensichtlich, dass die Schule heute ein Verhalten erwartet, dem Mädchen viel eher entsprechen als Jungs.
        Und beim „patriarchalen System“, das irgendwelche Leute offenbar krampfhaft erhalten wollen, da bleibe ich dann nur noch ratlos zurück. Aber nicht lachend, sondern Kopf schüttelnd.

      • 13 sagt:

        @ MZ
        Ja, im Ernst. Lachen kann ich persönlich nicht darüber, aber schön, konnte ich Sie erheitern.

      • Sportpapi sagt:

        Eine Frage habe ich aber doch noch: Warum heisst es immer, gemischte Teams wären erfolgreicher, und Frauen würden so viel einbringen?
        Warum werden immer wieder typisch weibliche Stärken angeführt in diesem Zusammenhang?
        Wenn doch Männer und Frauen eigentlich sowieso praktisch das gleiche sind?

      • Martin Frey sagt:

        @ 13
        Welches patriarchale System bitteschön?
        Ich kann das gerade nicht erkennen, zumindest nicht in unseren Breitengraden.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Die Antwort auf Ihre Fragen würde letztlich in einer Diskussion über das Schulsystem enden: wenn angeblich die „weiblichen Attribute“ in der Schule lieber gesehen werden und zu mehr Erfolg führen, aber in der Arbeitswelt dann die ganz grosse Mehrheit der Führungspositionen durch Männer besetzt werden, stellt sich doch die Frage, warum uns die Schule nicht zum Erfolg führt? Aber letztlich verbringen wir mehr Zeit ausserhalb der Schule als in der Schule und da bleibt die Regierung männlich. Wieso dann Männer v.a. diese „Attribute“ entwickeln. Nun die Antwort ist recht einfach und steht bereits im Text: es wird den Mädchen früh beigebracht, angepasst zu sein und sie bleiben es.

      • 13 sagt:

        @ MF
        Das wundert mich angesichts unserer Diskussion unten nicht. Aber auch hier kann ich mich nur wiederholen: die Politik wie die Wirtschaft liegt in den Händen der Männer. Meistens älterer Männer mit einem konservativen Weltbild. Wer macht somit das System? Das System, in dem Männer führen und besser verdienen, was zu einer gewissen Unabhängigkeit führt? Natürlich können Sie nun wieder Rechtfertigungen dafür suchen, aber eben die Zahlen sprechen eigentlich für sich.

      • mila sagt:

        @13: Manchmal hilft es, den Blickwinkel etwas zu verschieben. Wenn Sie sehen möchten, wie weit wir es doch in ‚nur’ einem Jahrhundert gebracht haben – eine vergleichsweise kurze Zeitspanne in der Menschheitsgeschichte -, dann empfehle ich Ihnen ,Alias Grace‘. Wo ich Ihnen recht gebe: wir leben (noch) nicht in der erdenklich besten aller Welten, und das betrifft uns alle. Unsere Kinder werden unabhängig vom Geschlecht dazu erzogen, zu ‚funktionieren‘, wie wir es ja auch soll(t)en. Mit psychischen Folgen, wie gerade wieder in der NZZ zu lesen war. Was uns vor die Frage stellt, von welchen Funktionsweisen wir uns längerfristig lösen möchten, weil sie uns nicht gut tun. Sicherlich gibt es dabei rest-geschlechtsspezifische Unterschiede, aber in meinen Augen sind diese nicht das Hauptproblem.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        „Aber auch hier kann ich mich nur wiederholen: die Politik wie die Wirtschaft liegt in den Händen der Männer. “
        Wenn Sie wenigstens das Wörtchen ‚mehrheitlich‘ verwendet hätten, dann würde ich Ihnen beipflichten. Wir beide wissen aber, dass dies in dieser Absolutheit so nicht stimmt.
        Zudem, Sie machen den gleichen Fehler wie viele Menschen: Sie machen eine Beobachtung, zimmern darum herum ein These mitsamt System und pressen die in Ihr Weltbild, weil Sie von einer Kausalität ausgehen (wollen). Wobei ich bei Ihnen nicht von einem Fehler ausgehe, dafür sind Sie zu intelligent. Aber Sie sind in den Punkten etwas ‚ideologisch aufgeladen‘, wenn ich das so sagen darf.
        Ist ein System ‚patriarchal‘ nur weil Männer prominenter vertreten sind? Woran machen Sie das überhaupt fest?

      • Martin Frey sagt:

        Ein anderes Beispiel: Es schliessen heute mehr Frauen als Männer ein Medizinstudium ab. Ist das Medizinstudium deswegen nun ‚matriarchal‘? Oder die Pädiatrie? Einfach so? Oder Primarlehrerinnen, von denen es wohl mehr gibt als männliche Pendants? Leben die in einem Matriarchat?
        Bevor wir derartige Dinge (zu) leichtfertig in den Mund nehmen, sollten wir die Sache zu Ende denken, und uns der Bedeutung der Begriffe immer wieder bewusst sein.
        Ansonsten werfen Sie mal einen längeren Blick nach Saudi-Arabien.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Wenn angeblich die „weiblichen Attribute“ in der Schule lieber gesehen werden und zu mehr Erfolg führen, aber in der Arbeitswelt dann die ganz grosse Mehrheit der Führungspositionen durch Männer besetzt werden, stellt sich doch die Frage, warum uns die Schule nicht zum Erfolg führt?“
        Weil die Schule sich dagegen verwahrt, Kinder nur auf die Berufswelt vorzubereiten. Vielmehr geht es um Pädagogik, Bildung und Erziehung. Es ist doch nicht das Ziel der Schule, möglichst viele Menschen in Führungsposition zu bringen (zumal die Anzahl solcher Positionen ja gegeben ist).
        Aber ja, man könnte sich schon die Frage stellen, ob bei der Bewertung schulischer Leistungen die richtigen Indikatoren berücksichtigt werden.

      • Sportpapi sagt:

        Weiter: Die Schule verlangt „Anpassung“ von Mädchen wie Jungen, da ist in meinen Augen gar kein Unterschied. Nur dass die Mädchen eventuell darin besser sind (man könnte auch wieder mal über die zwei Seiten: Angst vor Misserfolg/Hoffnung auf Erfolg und die Verteilung auf die Geschlechter nachdenken).
        Ich bin jedenfalls froh, dass in der Schule offenbar die Leistungskomponente wieder mehr zählt, dass Prüfungen und Noten nicht mehr so umstritten sind.
        Beim beruflichen Erfolg geht es dann aber vor allem um Leistungsbereitschaft und Wettbewerb. Und es kann nun mal nur gewinnen, wer am Wettkampf teilnimmt. Was also ist zu tun, damit Frauen sich für Politik interessieren und sich dann einer Wahl stellen? Was, damit sie sich auch beruflich dem Wettbewerb stellen?

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das Problem ist doch, dass genau dieser Wettbewerb als „patriarchalisch“ bezeichnet wird. Man sieht also, dass Frauen das Spiel nicht mitspielen, oder darin nicht erfolgreich sind. Statt zu „trainieren“ oder Einstellungen zu verändern und damit die Erfolgsaussichten zu verbessern sollen nun die Spielregeln verändert werden.
        Frauen sollen dann auch erfolgreich sein, wenn sie gar nicht unbedingt wollen, wenn sie nicht bereit sind, die Prioritäten entsprechend zu setzen. Warum?

      • 13 sagt:

        @ mila
        Es liegt mir fern, die Errungenschaften der letzten 100 Jahre herabzusetzen. Meine These ist jedoch, dass wir eben noch nicht am Ziel sind. Das Problem dabei sind eben nicht Geschlechterunterschiede, sondern das Aufpuschen und Vorspielen solcher, wo sie nicht bestehen.

        @ MF
        Richtig, es ist kein Fehler, sondern Thesen, für die es etliche Beweise gibt. Wir leben in einer Demokratie, damit ist Mehrheit gleichbedeutend mit „Macht“. Wenn aber ein System, welches von einem Geschlecht regiert wird und es im Ergebnis auch dieses ist, welches profitiert, dann rechtfertigt es von Macht zu sprechen. Und wäre es dieses nicht, das profitiert, so wären doch die Aufschreie, die zur Zeit so kreisen nicht nötig.

      • 13 sagt:

        Zur Schule verweise ich Sie auf SP, er erklärt ja gut, dass es sich tatsächlich um eine spezielle Blase handelt, in der plötzlich Verhaltensweisen, die dem weiblichen Geschlecht zugeschrieben werden, mehr zählen. Ich streite das nicht ab, habe jedoch andere Begründungen dafür. Daher ja, man könnte soweit gehen von einem kleinen und sehr überschaubaren Matriarchat zu sprechen. Aber eben nur in der Blase, den es besteht eine Welt neben der Schule.
        In der Medizin ist es etwas anders. Es geht nicht um die Uniabschlüsse, sondern darum, wer letztlich wirklich den Ton angibt. Auch die juristische Fakultät verzeichnet zur Zeit mehr Abschlüsse von Frauen, trotzdem sind 75% aller Richter männlich. Sowie auch die Legislative, die letztlich den Grundstein des Recht legt.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Dann müssten wir vielleicht vorab darüber diskutieren, wie ‚patriarchal‘ zu definieren wäre. Denn darüber scheiden sich ja bereits die Geister. Nach meinem Verständnis jedoch ist damit eine auf Gewalt und Gehorsam beruhende Form der traditionalen Herrschaft klassifiziert, die durch Strukturen und Formen von weiblicher Nachrangigkeit, Ausbeutung und direkter sowie symbolischer Gewalt gekennzeichnet ist. Dafür muss die Gesetzeslage dementsprechend sein. Wie eben zb. in Saudi-Arabien.
        Nicht dass wir in einer perfekten Welt leben, das behaupte ich nicht. Aber ich sehe bei uns wirklich nichts von alledem. Denn Frauen steht, bis auf das Sechseläuten 😉 vielleicht, alles in unserem Land offen. Sogar die Männerpissoirs haben sie erobert…

      • Hans Hintermeier sagt:

        Nur weil es in den Chefetagen heute noch mehr Männer hat, leben wir gemäss den Feministinnen in einem Patriarchat? Was ist mit den 95% normaler Männer?Alles Machtinhaber? Profiteure? Wer hat die Deutungshoheit in den Medien? Viele (Mann & Frau) sehen täglich, dass in den Beziehungen (soziale Mikroebene) einander auf gleicher Augenhöhe begegnet wird.
        Deshalb ist es ja immer so merkwürdig, wenn die Feministinnen immer noch von einem Patriarchat sprechen. Auch wird sich das mit der Chefetage automatisch ergeben, es braucht auch Zeit, man kann es nicht von heute auf morgen erzwingen. Man kann nicht direkt von der Uni in den Chefsessel. Auch müssen dies genügend Frauen wollen. Es ist viel zu undifferenziert, nur Führungspositionen anzuschauen und alle anderen Bereiche auszuklammern.

      • mila sagt:

        @13: Richtig, wir sind Individuen, keine Geschlechter, und entsprechend unterschiedlich sind unsere Eigenschaften auch verteilt. Nur: jegliche Geschlechtsspezifika in Abrede stellen zu wollen, halte ich für abwegig. Für mich steht ausser Frage, dass das gegenwärtige Witschaftsmodell für viele Frauen unattraktiv ist, aus verschiedenen Gründen. Dazu gehören persönliche, jedoch auch biologisch bedingte (an die Mutterschaft gebundene). Müssen sich jetzt die Frauen jedoch stärker ans System anpassen – das müssen sie gegenwärtig idR, wenn sie oben mitspielen wollen -, oder ist das System als solches in Frage zu stellen? Ich habe selbst lange genug im System mitgespielt, um für mich sagen zu können: ich nehme mir die Freiheit, nicht mitzuspielen. Und suche für mich eine individuelle Lösung.

      • Sportpapi sagt:

        @13: In einer Demokratie zählt jede Stimme gleich viel. Entsprechend kann man doch nicht sagen, dass ein Geschlecht, das sogar mehr Stimmen auf sich vereint, machtlos ist.
        Und die Politiker werden gerne Repräsentanten genannt, weil sie die Bevölkerung in all ihren Facetten repräsentieren (und ja direkt von den Stimmberechtigten gewählt werden – es fehlen im Wesentlichen einzig die Kinder und Ausländer).
        Offenbar spielt für viele Stimmberechtige das Geschlecht der Kandidaten nicht die entscheidende Rolle. Genau das, was ja immer verlangt wird.
        Oder aber es stehen einfach weniger geeignete Frauen zur Wahl. Was offensichtlich ist.
        Ich habe jedenfalls noch nie gehört, dass man z.B. in der Gemeindepolitik eine Frau am Einstieg gehindert hätte. Im Gegenteil.

      • Hans Hintermeier sagt:

        @13: „Wenn aber ein System, welches von einem Geschlecht regiert wird und es im Ergebnis auch dieses ist, welches profitiert“

        Ich bin ein Mann. Sagen Sie mir, wo ich über Gebühr profitiere aufgrund meines Geschlechtes?
        Militärpflicht? Familienrecht?
        By the way: meine Kolleginnen verdienen genau gleich gut wie ich. Ich musste sogar eine Beschwerde einreichen, damit mein Lohn auf das Niveau meiner Kolleginnen angehoben wurde (nach einer eingehenden Analyse der Personalverantwortlichen).

      • mila sagt:

        Das Problem, dass ich mit Ihrer Argumentation habe, ist entsprechend das, dass man den Eindruck gewinnen könnte, Frauen wären in der Pflicht, die obersten (Kader-) Riegen anzustreben, wenn nur ein paar ‚Schmankerl‘ zusätzlich angeboten werden: kostenlose Kitas, Ganztagesschulen, flexible Arbeitsstrukturen. Und nein, ich für meinen Teil denke nicht, dass damit das grundlegende (System-)Problem behoben wäre. Zumindest nicht für jemanden mit meinen Interessen, Werten und Fähigkeiten.

      • Sportpapi sagt:

        Zu den Ärzten (und vermutlich auch Juristen). Aktuell diskutiert man ja Ärztemangel, vor allem auch als Folge von Arbeitszeitreduktionen (verordnet oder freiwillig). Und hier wird der zunehemende Frauenanteil bei den neu ausgebildeten Ärzten zu einem Problem, weil kaum eine dann ein volles Pensum übernimmt. Und schon gar nicht das, was die Ärzte, die letztlich „das Sagen“ haben, an Stunden leisten.
        Ich halte die Frauen da für sehr vernünftig. Allerdings ist es klar, dass sie so eben an der Spitze bei Macht und Einkommen fehlen.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Patriarchat? Wenn man sich die schwedische Volkswirtschaft und die Verteilung der Geschlechter im Arbeitsmarkt anschaut- wo arbeiten mehrheitlich Frauen und wo mehrheitlich Männer? – dann kommt man nicht umhin, darin etwas archetypisch männliches- bzw. archetypich weibliches zu erkennen. Das Schweden zum Beispiel keine Frauenquote in den Führungsetagen privatwirtschaftlicher Unternehmen kennt (und auf absehbare Zeit auch keine einführen wird), dürfte seine guten Gründe haben. Aber dafür müsste man undogmatisch und neutral an die Sache heran gehen und offen für Überraschungen sein, die nicht ins eigene (feministische) Weltbild passen…

  • Mina Peter sagt:

    Es soll für beide Geschlechter gelten. Bei dauernder Bestimmerei und reiner Dominanz sollten Eltern ihr Kind darauf aufmerksam machen. Aber was gar nicht geht, sind Rechtfertigungen wie: „Buben sind halt so“. Auch bei Tätlichkeiten.

    • Dreifachpapi sagt:

      „Auch bei Tätlichkeiten“. Was aber auch nicht geht ist diese subkutane Unterstellung, Tätlichkeiten hätten etwas mit „Buben“ zu tun. Ob etwas als „Tätlichkeit“ wahrgenommen wird oder als „sich wehren“ hat leider allzuoft mit dem Geschlecht zu tun.

  • tststs sagt:

    Achach, wer in der Erziehung so dermassen viel Wert auf „Mädchen“ und „Buben“ legt, wird in die eine oder andere Richtung das Kind auf eine Schublade hin dressieren.
    Erst wenn wir anfangen, von (individueller) Kindererziehung zu sprechen, wird sich dieses Dilemma auflösen…

  • Hans Hintermeier sagt:

    Es gibt auch das Umgekehrte, gar nicht so selten: Durchsetzungsvermögen wird bei Buben heute oft negativ bewertet, da sie sich anscheinend zu viel Raum aneignen und das ist ja patriarchal und somit böse. Bei Mädchen wird das gleiche Verhalten als emanzipiert gefördert.
    Man versucht somit bewusst die Jungs klein zu halten und gibt ihnen zu verstehen, dass ihr bubisches Verhalten schlecht ist.

    • Hans Hintermeier sagt:

      Wollte schreiben: „dass ihr Verhalten als schlecht bewertet wird, weil sie Buben sind.“ Es also nicht per se an der Handlung liegt, sondern an ihrem ännlichen Geschlecht, das allzu oft negativ konnotiert wird. Was macht diese konstante mehr oder weniger subtile negative Bewertung mit unseren Jungs, bzgl. Selbstbild? Wäre auch mal einen Artikel wert. Aber diese Seite wird konstant ausgeblendet. Warum?

      Habe nun gesehen, dass Dreifachpapi 11:17 gute Bsp. hierzu gibt.

  • cyan jaeger sagt:

    Meine Tochter liebt alles was Pink und Princess-Like ist – aber sie mag auch Piraten und tobt schon mal wild herum. Sie ist ein richtiger Wildfang und ich bin stolz darauf und werde nichts tun um ihr „mädchenhaftes“ benehmen eintrichtern. Sie soll sich so geben wie sie ist und wenn es der Umgebung nicht passt, werde ich ihr erklären müssen, dass die Leute, die ein verändertes Verhalten aufgrund ihres Geschlecht verlangen, einen an der Waffel haben und definitiv zu ignorieren sind.

  • Dreifachpapi sagt:

    Ich beobache zwei Phänomene gleichzeitig. Einerseits wie von Nadia Meier beschrieben, werden wilde Mädchen von gewissen Leuten argwöhnisch beobachtet oder deren Eltern gar gemassregelt.
    Andererseits genau das Gegenteil: Wildes oder gar dominantes Verhalten von Mädchen wird in gewissen Kreisen als „aufgeschlossen und emanzipiert“ begrüsst, während selbiges Verhalten der Buden als „machohaft“ bekämpft wird.

    • Dreifachpapi sagt:

      Meine Tochter hat mir wiederholt erzählt, dass sich die Mädchen in ihrer Schule viel mehr erlauben können als die Buben. Ein Mädchen, dass dreinschwatzt sei halt „selbstbewusst“, der Bub dagegen „undiszipliniert“. Ein Mädchen dass Fusstritte verteilt würde „sich halt wehren“. Buben getrauen sich daher oft kaum mehr, einem aggresiven Mädchen paroli zu bieten, weil sie am Ende eh schuldig seien.
      Es kommt also ganz auf das Umfeld an, welches Geschlecht in ein GenderKorsett gedrängt wird. Nicht immer sind es die Mädchen.

      • Sisifee sagt:

        Danke, Dreifachpapi. Ich finde es sehr spannend, zu lesen, wie sich Ihre Tochter äussert. Ich höre solches regelmässig von meinen Söhnen und bin oft nicht sicher, wie ich die Berichte geeichten muss und wo es in ihrer Eigenwahrnehmung blinde Flecken gibt.

      • Niklas Meier sagt:

        Ich sehe das bei den Kindern meiner Freundin.
        In der Klasse regieren die Mädchen. Sie stehen während dem Unterricht auf, gehen zu einer Freundin, schauen kurz aus dem Fenster…und der Lehrer sagt dazu..nichts.
        Währenddessen wird der Sohn meiner Freundin in unserer Anwesenheit vom Lehrer angeschnauzt, weil im Sport den Ball beim Sitzball 8diese flaufigen gelben Kugeln) zu fest geworfen haben soll.
        Und die anderen Kinder haben gesagt, der Lehrer sei nur so „nett“ weil wir da gewesen seien. Danach habe der Lehrer wieder die Jungs angeschrieben.

      • Martin Frey sagt:

        @Dreifachpapi
        Da man das immer wieder hört, scheint das ein Stück weit doch ein Schulproblem zu sein. Dass nämlich offenbar nicht wenige LP die auch schon genannte Genderbrille aufhaben, und die Kinder dadurch aufgrund eigener Vorurteile und Weltbilder unterschiedlich behandeln. Zum Nachteil von Mädchen wie auch Knaben, notabene.

      • Sportpapi sagt:

        @Dreifachpapi: Ich kann mir schon vorstellen, dass es unter Lehrerinnen manche gibt, die gezielt Mädchenförderung betreiben möchten und die etwas ideologisch geprägt sind. Ich kenne auch ein paar so Fälle.
        Aber: Sie sind nach wie vor die Ausnahme und sicherlich nicht „die Schule“.
        Etwas anders sieht es bei körperlichen Auseinandersetzungen aus. Da heisst es gerne bei Jungs- und Männern, die von Mädchen oder Frauen geschlagen werden, sie sollten sich halt wehren.
        Aber wehe, sie machen es dann auch.
        Und Frauen, die Männern eine Ohrfeige geben, werden teilweise gar gefeiert, weil sie sich gegen (verbale!) Belästigungen wehren…

  • Zufferey Marcel sagt:

    Meine Tochter ist ein Alpha-Tier und genau so habe ich sie auch erzogen. Hätte ich einen Jungen gehabt, dann wäre es auf dasselbe hinaus gelaufen. Mehr fällt mir dazu partout nicht ein.

    • Sisifee sagt:

      Ist das Erziehungssache? Ich habe zwei Alpha- und ein Beta-Tierchen (ein Junge, übrigens) und habe alle mehr oder weniger gleich erzogen. Das ist zu einem guten Teil eine Frage des Charakters.

    • Jessie sagt:

      Jesses, wie wenn „Alphatiere“ noch total gefragt wären…..
      Mein Gottemeitli ist auch so ein „erzogenes Alphatierli“ – aufgrund ihrer Dominanz eckt sie leider ständig total an.

    • Zufferey Marcel sagt:

      Man spürt als Vater instinktiv, welchen Charakter das eigene Kind hat. Wäre meine Tochter ein Betatier gewesen, dann hätte ich sie natürlich dort abgeholt. Man sollte eine natürliche Veranlagung nicht einfach ignorieren, sondern fördern.

  • Sofie Gabathuler sagt:

    Es ist schlimm, dass dieser Sexismus schon so früh beginnt. Unsere Gesellschaft ist so rückständig und gefangen in diesen alten Denkmustern. Danke, dass endlich jemand Klartext redet! Die Frauen kommen ja sonst kaum zu Wort …

    • Richard Müller sagt:

      Kindererziehung wird – gerade in der Schweiz – nach wie vor mehrheitlich und massgebend von Frauen geprägt, das ist ein Fact. Sie sollten über Ihr Statement nochmals genau nachsdenken. Klartext ist notwendig: Frauen sind nicht Opfer, sondern Mittäter.

  • Divi D. sagt:

    Nun ja, zwischen „Wildfang“ und „Umebefähli“ ist schon noch ein Unterschied. Und wer alleine bestimmen will, was auf dem Spielplatz läuft und anderen vorschreiben will, was seine/ihre Rolle im Spiel zu sein hat, macht sich halt meist unbeliebt. Nicht nur bei den Müttern, sondern bald auch bei den Kindern – unabhängig ob Junge oder Mädchen. Deshalb finde ich es durchaus angebracht, einem Kind zu erklären, dass auch andern ein Mitspracherecht eingeräumt werden sollte, zum Wohle aller.

  • Erika Meier sagt:

    So wie Sie ihre Tochter beschreiben, scheint sie mir eher ein klassischer „Bully“ zu sein als eine zukünftige Managerin. Echte Leader sind besonnen, und haben eine selbstbewusste Ausstrahlung und brüllen nicht rum. Hat Ihre Tochter ADS oder wird sie zu Hause unterdrückt? Ich frag mich, wie wohl die „normaleren“ Mädchen unter so einer zu leiden haben, die immer alles an sich reisst. Und seien wir doch ehrlich: es kommt nicht darauf an, was man “ i dä Schnurre hätt sondern im Chopf“.

    • Papperlapapi sagt:

      Diese Ferndiagnosen aufgrund der paar Zeilen Blog sind erschütternd! Kein Wildfang ist das Kind, sondern krank oder „unterdrückt“ meint Erika Meier.
      Nein, das Kind ist kerngesund, es hat einen lebhaften Charakter!
      Krank ist ihr Kommentar!

    • cyan jaeger sagt:

      Ich bin erschüttert – was heisst denn „normaleren“ Mädchen? Sie leben wohl wirklich noch mit der Meinung, dass Verhalten von Mädchen muss zwingend anders sein als das von Jungen.

      Meine Tochter ist auch ein Wildfang (und ich bin so unendlich stolz auf sie), lässt sich nicht unterkriegen und weiss jetzt schon ziemlich genau was sie will. Und nein, ich werde ihr niemals mädchenhaftes Verhalten eintrichtern, weil ich nicht an Sexismus oder geschlechtertypisches Verhalten glaube.

      Es gibt auch Mädchen die haben es „i dä Schnurre und im Chopf“….es gibt übrigens auch Jungs die beides vereinen…

    • M. wright sagt:

      Was für ein Kommentar, hier ist die Gleichberechtigung ist noch weit im Dunkeln! Kann man die Kinder nicht entwickeln lassen, wie sie nun einmal sind? Da meine ich nicht ohne Erziehung aber ihrem Temperament entsprechend.

  • 13 sagt:

    Danke, Frau Meier.

    Gerade vor Kurzem wieder erlebt. Wir kommen zu einer (kinderlosen) Freundin zu Besuch, meine Kinder sind überdreht. Ich mahne sie, sich etwas zu beruhigen, meine Freundin wendet sich zu meiner Tochter und meint: „Hör bitte auf. So benimmt sich doch kein Mädchen.“ Zu meinem Sohn, der exakt das Gleiche tat, kein Wort.
    Und wenn ich das nächste Mal im Kindergarten erklären muss, dass mein Sohn nicht „nur noch etwas auftauen“ muss, wenn er nicht mit einigen Jungs herumtobt, sondern das ruhigere Spiel vorzieht, sondern es einfach seinem Charakter entspricht, dann schreie ich glaube ich einfach mal laut (total unweiblich, ich weiss, ich weiss…).

    • Brunhild Steiner sagt:

      😀
      legen Sie sich aber unbedingt zuerst noch die Schachmatt-Entgegnung zurecht, welche Sie auf die entsprechenden Reaktionen gekonnt nachliefern 😉

      • 13 sagt:

        „War das gut so? Erwarten Sie das von meinem Sohn? Nur damit wir uns richtig verstehen und ich ihm das richtige Verhalten beibringen kann.“ So in etwa? 😉

  • Peter sagt:

    Dann hat meine Tochter wohl auch „Managerfähigkeiten“ und zwar Durchsetzungsstärke.
    Beispiel aus dem Kindergarten: Tochter wurde von der Kindergärtnerin gefragt, warum der kleine Iro neben der Schaukel liege und weine. Antwort: Er wollte nicht von der Schaukel runter obwohl eigentlich jetzt die kleine Emma dran sei. Als er nach 3 maliger Aufforderung nicht runterging, habe sie ihn kurzerhand an seiner Kapuze gepackt und runter gezerrt.
    Tja, Konsequenz ist alles! 🙂
    Musste innerlich grinsen. Habe ihr dann gesagt, dass sie – bis aufs runterzerren – eigentlich alles richtig gemach habe…

    • Martin Frey sagt:

      „Habe ihr dann gesagt, dass sie – bis aufs runterzerren – eigentlich alles richtig gemach habe…“
      Was wäre denn die Alternative zum runterzerren gewesen, Peter? Oder anders gesagt, was haben Sie Ihrer Tochter geraten?

    • Bär sagt:

      Warum kann die kleine Emma nicht warten bis Iro fertig ist mit schaukeln? Und warum finden sie das toll?

      • Peter sagt:

        Weil der liebe Iro seine Abmachung nicht einhält. Wo kämen wir denn dahin, wenn was abgemacht wird, und sich dann niemand daran hält.
        Und so musste der Iro halt – zugegeben etwas drastisch – die Konsequenz spüren. Sie hats dann auch eingesehen, dass man das anders lösen kann.

      • Martin Frey sagt:

        Darauf wollte ich eigentlich hinaus. Wenn sich das immer basisdemokratisch regeln liesse, nach hätte es Ihren Post, Peter, wohl gar nie gegeben. Es gibt nun mal diese Iros (wir kennen sie wohl alle) die extra scheints für ewig auf der Schaukel verbleiben und alles gut Zureden und Argumentieren mit provokativem Grinsen abtropfen lassen, und denen im Gesicht steht: „hier bleibe ich, Eure Regeln und Fairness interessieren mich einen Deut. Ueberhaupt, Du kannst mich mal. Und was machst Du jetzt?“ 😉
        Wie man als Kind damit umgehen soll, ist eben nicht so einfach.

  • Lentokio sagt:

    Grüezi Frau Meier

    vor ein paar Jahren musste ich erstmals bei einem Blogeintrag von Ihnen schmuntzeln „Tsüss Nutti“
    Seither haben Sie einige, aus meiner Sicht, sehr passende Beiträge geschrieben. Und auch dieser passt, leider ganz gut zu dem, was wir mit unseren Töchtern erleben.

    Danke

  • Sportpapi sagt:

    „Wenn sie in Kindergruppen gern die Führung übernimmt, ist sie kein «Umebefähli», sondern sie kann sich gut durchsetzen. Wissen Sie, was man bei einem Jungen sagen würde, der dasselbe tut?“
    Man würde ihm sagen, er sei ein „Umebefähli“. Und dass er sich mal zurückhalten soll. Und dass er Rücksicht nehmen soll auf die anderen Kinder, die vielleicht andere Pläne haben, diese aber nicht einbringen können. Und überhaupt, dass jede/r mal Chef/in sein soll…

    • Richard Müller sagt:

      …und dann gibts noch die Zusatzdosis Ritalin, so wie bei vielen Buben.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Ich wäre sehr vorsichtig mit solchen Aussagen, Herr Müller. Immerhin ist AD(H)S eine Entwicklungsstörung, die zu 2/3 Buben betrifft. Ich war ein ADS-Kind und man hat das Ritalin bei mir seinerzeit schon nach kurzer Zeit wieder abgesetzt. Ich war ein schwerer Fall. Es ist ein Wunder, dass ich überhaupt noch existiere und diesen Kommentar hier schreiben kann! Erfahren habe ich das alles leider erst kürzlich. Was meinen Sie, wie viel ich mich schon gefragt habe, was wohl aus mir geworden wäre, wenn man das Ritalin damals nicht abgesetzt hätte?

  • Nelas sagt:

    Ich stimme zu! (natürlich gilt das Gleiche auch für Jungen- einfach mit anderen Zuschreibungen)!
    Ich beobachte aber tatsächlich oft, dass Frauen im Kader oder leitenden Funktionen sich das Selbstbewusstsein erarbeiten mussten. Ob das was zu tun hat mit der Erziehung? Viele Männer scheinen das nötige Selbstbewusstsein mitbekommen zu haben; sie wirken selbst dann noch überzeugt von sich, wenn sie irgendetwas nicht richtig verstanden haben oder ganz klar Fehler gemacht haben. Natürlich will ich auch hier nicht verallgemeinern; doch eine Tendenz dazu ist meiner Meinung da!

    • Niklas Meier sagt:

      Dieses Verneinen von Versagen zeigt sich in den letzten Jahren vermehrt bei Frauen.
      Es wird den jungen Frauen regelrecht eingeprügelt, dass sie selbstbewusst und taff und grandios in ihrer Leistung sind. Und wenn dann jemand dem nicht zustimmt ist er entweder ein Sexist, oder versucht sie sonstwie zu boykottieren. Dass es an ihnen liegen könnte, scheint diesen Frauen nicht bewusst zu sein. (Es gibt aber natürlich auch unzählige Männer die so sind. Die Frauen haben wohl einfach aufgeschlossen)

  • Peter Eugster sagt:

    Warum denken so viele Eltern darüber nach, was andere Leute über sie denken mögen. Unsere mittlere Tochter war genau so ein Wildfang wie im Artikel beschrieben. Wir Eltern freuten uns darüber, dass sie die Rote Zora im Quartier war und haben nie den geringsten Gedanken darüber verloren, ob sich das für ein Mädchen ziemt oder nicht. Aber ebne, damals gab es noch nicht so viele Ratgeber wie heute und deshalb waren wir Eltern wohl auch selbstbewusster als die die erzieherisch verunsicherten Eltern von heute.

    • Asouka sagt:

      Ich bin mit Ihnen ganz einig Peter Eugster. Aber wieso bezeichnen Sie Ihre Tochter als die Rote Zora des Quartiers? Ich finde, wenn man solche Bilder benutzt (auch die Pippi Langstrumpf oder die Powerfrau), dann bewegt man sich eigentlich in den gleichen Schubladen und Denkmustern wie diejenigen, welche man kritisiert.

  • Wilma Tell sagt:

    ich gratuliere Ihnen zu Ihrer Tochter: ein Kind mit Temperament und Fantasie und dem Herzen auf dem rechten Fleck!

    • Samira Maurer sagt:

      Ob dieses Kind das Herz auf dem rechten Fleck hat wird sich noch weisen. Das Kind ist sich seiner Fähigkeit zur Macht bewusst und nutzt dies aus. Ob es diese Macht in Zukunft missbrauchen wird, weiss niemand, aber es ist sehr gut möglich.
      Man muss höllisch aufpassen, dass man nicht auf etwas bei der Tochter stolz ist, was man einem Sohn nicht durchgehen liesse.

  • Klärli Benz sagt:

    Ich hatte als Kind das gleiche Problem: Ich wurde als bubenhaftes Mädchen gesehen, was in mir der Wunsch weckte, ein Junge zu SEIN.
    Als Mutter (sensibilisiert auf das Thema) habe ich beobachtet, wie bei Jungen latent aggressives Verhalten und herumbrüllen hingenommen wurde. Ein Verhalten, welches bei Mädchen nicht geduldet wird.
    Man müsste sicher auf beiden Seiten ansetzen: Mädchen mehr Freiheiten lassen, Jungen mehr erziehen.

    • Sisifee sagt:

      Ich weiss nicht, Frau Benz, aber in meinem Alltag mit zwei Söhnen und einer Tochter sieht das dann doch etwas anders aus. Sowohl latentes wie auch offen aggressives Verhalten kann ich nicht einfach durchgehen lassen, egal von wem. Freiheiten bekommt jedes Kind der Verantwortung entsprechend, die es übernehmen kann. Und wenn meine Chindsgi-Tochter ihre grossen Mittelstufen-Brüder herumkommandiert, was sie gerne tut, freue ich mich nicht über ihre „Durchsetzungskraft“, sondern sage ihr, sie solle bitte freundlichere Worte wählen. Für die Jungs gilt dasselbe.
      Das sind eigentlich keine Gender-Fragen, hier geht es um Anstand und um ein normales, halbwegs friedliches Miteinander.

      • Klärli Benz sagt:

        Liebe Sisifee. Genau so, wie sie es beschreiben, sollte es sein! Sie sind aber nicht die einzige Person, die Einfluss auf ihre Kinder hat. Und es gibt Kinder, die wachsen in einem Elternhaus auf, in dem die Erziehung zwischen Jungen und Mädchen immer noch stark variiert.

      • Martin Frey sagt:

        „Das sind eigentlich keine Gender-Fragen, hier geht es um Anstand und um ein normales, halbwegs friedliches Miteinander.“
        Dem schliesse ich mich nur zu gerne an, Sisifee. Auch Ihrem Beitrag von 07:13, notabene.

      • 13 sagt:

        @ Sisifee
        Anständiges Miteinander würde ja auch hier keiner kritisieren, auch N.M. nicht, die ja ausdrücklich schreibt, dass sie nicht alles durchgehen lässt. Problematisch wird es da, wo die Erwartungen, wie ein angemessenes Verhalten denn aussieht, vom Geschlecht des Kindes abhängig gemacht wird. Dann wird es nämlich zum Genderthema. Und das geschieht nun mal immer noch sehr oft.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        „Problematisch wird es da, wo die Erwartungen, wie ein angemessenes Verhalten denn aussieht, vom Geschlecht des Kindes abhängig gemacht wird. Dann wird es nämlich zum Genderthema.“
        Das kann sein.
        Es kann aber genauso gut sein, dass das besagte Mädchen eben in den Augen anderer doch etwas auffällig ist. Was ich zwar nicht unterstellen möchte, aber:
        In dem Falle wäre der Sachverhalt damit erklärbar, dass a) die Mutter dies tendentiell anders interpretiert, weil sie derartiges gewöhnlich durch die Genderbrille zu sehen pflegt. Oder sie b) (wie viele Mütter) diesbezüglich sowieso nicht ganz objektiv ist, weil es sich ums eigene Kind handelt.
        Das kann auch sein.
        Es gibt immer mehr als eine Sicht auf die Medaille. Vorgefasste Meinungen trüben da nur den Blick.

      • Sisifee sagt:

        Ich kann Martin Freys Worte aus eigener Erfahrung insoweit bestätigen, dass es sowohl mir als meinem Mann immer mal wieder passiert ist, dass wir freches Verhalten unserer Jüngsten belächelten. Es ist ja so süss und drollig wenn eine 2jährige ihren grossen Bruder ins Gesicht klatscht…. Während bei den Jungs (8tung Zukünftiger Gewalttäter) immer sofort eingegriffen wurde.
        Zum Glück korrigieren und korrigierten wir uns und solchen Fällen gegenseitig.

      • 13 sagt:

        @ MF
        Leider funktioniert das „etwas gibt es nicht, solange es nicht zu 100% bewiesen wurde“ bei dem Thema nicht. Selbst wenn die andere Mutter oder eine Lehrerin es nicht bewusst machen, so gibt es ein grosses Spektrum an unbewussten Verhaltensweisen und Erwartungen, denn wir alle wurden nun mal auf diese Art sozialisiert, nur dass einige sich dessen inzwischen bewusst sind. Natürlich, möglich ist alles, wenn es aber immer wieder auffällt und es nicht nur eine Situation ist, dann fällt es irgendwann schwer an Zufälle zu glauben.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        „Natürlich, möglich ist alles, wenn es aber immer wieder auffällt und es nicht nur eine Situation ist, dann fällt es irgendwann schwer an Zufälle zu glauben.“
        Das erinnert mich an die Story mit dem Autofahrer, der von der Polizei wegen Geisterfahrens angesprochen wird und antwortet: „Was, ein Geisterfahrer, Hunderte…!“
        Im Ernst, wie Sisifee richtig sagt, wir sind alle nicht davor gefeit, einem Bias zu unterliegen. Sie nicht, ich nicht, niemand. Ich denke jedoch eher, dass man gut beraten ist, auch mal die eigene Position (und die eigenen Dogmen) kritisch zu hinterfragen, wenn man immer wieder die selben Rückmeldungen erhält.
        Wichtig scheint mir, sich der eigenen Voreingenommenheit immer bewusst zu sein, und immer wieder zu versuchen, diese zu abstrahieren.

      • 13 sagt:

        @ MF
        Und Sie glauben, das mit diesen Kommentaren zu tun? Indem sie die aufgezeigten unterschiedlichen Behandlungen von Mädchen und Jungs zu rechtfertigen oder schlicht verneinen versuchen? Wer im Glashaus sitzt…
        Nun, ich könnte hier Hunderte von Beispielen nennen. Einige vielleicht zu unrecht, gut möglich, aber wie gesagt die Anzahl verunmöglicht es mir, es zu ignorieren.

      • Martin Frey sagt:

        @13
        Sie sollten mein Beitrag eher als Plädoyer für gleichberechtigtes Behandeln verstehen, so zumindest war es meine Intention. Verneint habe ich gar nichts. Weder Bevorzugung von Mädchen (wie es heute ab und an passiert) wie auch von Knaben (wie es wohl früher durchwegs passierte, und weltweit immer noch viel häufiger passiert) ist m. E. zu rechtfertigen.
        Denn ich bin überzeugt von der Voreingenommenheit vieler Menschen, nicht nur was Genderfragen betrifft. Kinder werden auch sonst permanent ungleich behandelt, auch innerhalb der Familie. Ebenso Erwachsene, in Abhängigkeit von zig Parametern. Wenn Sie denken, SIE seien davon gefeit, beglückwünsche ich Sie. Aber glauben tue ich es, mit Verlaub, nicht ganz. Selbst wenn Sie dem Ideal wohl näher kommen als ggf. andere.

      • 13 sagt:

        @ MF
        Im Gegenteil. Ich bin nicht davon gefeit, denn wie geschrieben, wurden wir alle so sozialisiert und es passiert mir fast täglich, dass ich mich bei etwas erwische, das die Folge davon ist. Ich versuche mir einfach dessen bewusst zu werden. Aber eben, erst mal davon auszugehen, es habe bestimmt andere Gründe (und dann noch krampfhaft danach zu suchen) halte ich nicht für de Lösung des Problems. Eine Gleichbehandlung können wir dann beginnen, wenn alle den gleichen Ausgleichpunkt haben. Solange dies aber aufgrund unterschiedliche Erwartungen an die Geschlechter nicht erreicht ist, wird es schwierig. Da wir dann ungleiche Situationen gleich behandeln müssen.

      • 13 sagt:

        Wenn bei Jungs draufgängerisches Verhalten erwartet, ja sogar gewünscht wird, bei Mädchen jedoch kritisiert oder als „unweiblich“ betitelt, dann braucht es keine „Gleichbehandlung“, da es eben nicht die gleiche Situation ist. Es braucht jemand, der hin steht und den Mädchen klarmacht, dass ihr Verhalten trotz dieser Reaktionen in Ordnung ist. Bei Jungs ist das nicht notwendig, denn das geschieht bereits. Gleiches bei Jungen, wenn mal Tränen fliessen. Bei Mädchen wird das erwartet (wie oft habe ich bei meiner Jüngsten gehört: „Sie weint nicht? Die ist ja hart im Nehmen. Das ist aussergewöhnlich bei einem Mädchen!“ und sie ist erst 2), sie müssen also nicht darin bestärkt werden, dass es ok ist. Jungs hingegen schon.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich wiederhole auch hier gerne noch einmal. Aktuell werden vor allem die Jungen problematisiert. Sie haben schlechte Schulleistungen, sie werden ständig abgemahnt, sie sind in Therapien und Sonderschulen, usw.
        Und das sicher nicht, weil man in unserem „patriarchischem System“ Mädchen ständig anders oder gar schlechter behandelt als Jungs.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Ich habe bereits oben geantwortet: anders Behandlung ist nicht auf den ersten Blick als schlechter erkennbar. Wird einem weiblichen Kleinkind beigebracht, sich anzupassen, wird es in der Schule darin noch gestärkt, wird es dieses Verhalten beibehalten. Wird der Junge nicht zurückgehalten, eher im Gegenteil gestärkt, in der Schule mit der Erwartung, ein Störenfried zu sein, konfrontiert, auch wenn dieses Verhalten nicht primär gewünscht ist, bleibt er dabei, was erwartet wird. Er bleibt dabei, beendet die Schule und stellt fest: „Wow, hier in der „richtigen“ Welt kann ich das einbringen!“ Während das Mädchen noch denkt: „oh Gott, wie geht das. Ich kann das nicht, habe ja gelernt, dass ich es nicht kann. Und bleibe darum in angepasster Position!“

  • Niklas Meier sagt:

    Was würden die Leute bei einem Jungen sagen? „Der hat ADHS, der braucht Ritalin“.
    Vielleicht würde es Ihnen gut tun, den Blick etwas zu öffnen und nicht nur Ihre Tochter als Opfer des klassischen Rollenprägens und unterjocht von der Männerschaft sehen.
    Es gibt viele Menschen die sich über laute Kinder ärgern. Es ist ihnen dabei egal, ob mit oder ohne Schnäbi. Sie titulieren das dann einfach anders.
    Schade, dass Sie eine so genderfokussierte Weltsicht haben.

    • Lentokio sagt:

      Schade Herr Meier, dass Sie sich offenbar nicht zu schade sind über andere und deren Kinder zu urteilen ohne sie persönlich zu kennen.

      Und als Papi von zwei wilden Mädchen kenne ich die impliziten Vorwürfe gegenüber meiner Kinder und unserer angeblich schlechten Erziehung nur zu gut.

      Wäre schön, wenn das Mädchen/Jungs und Frau/Mann Thema keines wäre. Aber leider erlebe ich das täglich anders.

      • Carolina sagt:

        Liebe/r Lentokio
        Ich bin Mutter von zwei Mädchen und einem Knaben. Eine Tochter war extrem wild, die andere sehr still. Der Sohn ist ein Sensibelchen, mit einem Gerechtigkeitssinn ausgestattet, der ihm Schulleben nicht einfacher macht. Mein Fazit (und das aus meiner eigenen Schulzeit) ist, dass alle Kinder, unabhängig vom Geschlecht, gegen Vorurteile und Vorverurteilungen anrennen müssen – wenn sie Glück haben, haben sie Eltern, die sich in jungen Jahren für sie einsetzen.
        Wenn ich im Laufe meines Lebens etwas gelernt habe, dann, dass es immer Menschen gibt, die dummes Zeug reden, die meinen, den Hilfssheriff zu spielen. Die darf man, finde ich, ruhig in den Senkel stellen. Aber letztlich kann man auch lernen, dass viele unserer ‚Probleme‘ erstens alle Geschlechter angehen und

      • Niklas Meier sagt:

        Sie verstehen mich falsch.
        Es ist im Grunde doch völlig egal, ob ein Junge oder ein Mädchen „zu laut/wild“ ist (was immer das heissen mag).
        Kinder dürfen sich heute oftmals nicht mehr ausleben und sollen einfach funktionieren und still sein. Jungs haben dann ADHS, Mädchen sind Wildfänge usw.
        Ich finde es aber falsch, den Fokus auf die Mädchen zu legen und mit einem Geschlechterargument zu argumentieren.

      • Carolina sagt:

        /2 zweitens, dass wir schon auf sehr hohem und oft sehr einseitigem Niveau klagen.
        Vielleicht hätte als NM seinen Text etwas verbindlicher formulieren können, aber in der Sache hat er meiner Meinung nach absolut Recht.

  • Sisifee sagt:

    Ich erlebe das anders. Jungs sollen schon nicht so sein, wie beschrieben: Nicht laut, nicht grossmaulig, nicht wild. Mädchen auch nicht. Hingegen kommen die Kinder mit passiveren, ruhigeren Machtstrategien weiter: Sich als Opfer inszenieren, obwohl man den Streit losgetreten hat, Ausgrenzung, Abwertung über kleine, fiese Bemerkungen, Instrumentalisierung etc. Solches fliegt gemächlich unter dem Radar.

  • Max Demian sagt:

    Es ist in der Tat unglaublich wie unsere Gesellschaft Kinder schon extrem früh stigmatisiert und in Schubladen drängt. Man denke einfach mal an die eigene Kindheit zurück, um zu beurteilen ob eine solche Stigmatisierung Sinn ergibt.

    Und es tut mir leid, liebe Mütter, aber oft seid es selbst ihr, welche die Mädchen schön getreu der Tradition in ein weibliches Rollenverständnis drängt und damit die Kleinen schon von frühester Kindheit an konditioniert. Mag sein, dass es oft ihr Mütter seid, weil ihr überproportional häufig die Betreuungs- und Erziehungsrolle übernimmt und der Erzeuger sich dem willentlich oder nicht entzieht.

    • Sisifee sagt:

      Oh wie gut! Der Tag hat noch kaum begonnen, da sind die Schuldigen des heutigen Mamablog-Problems bereits gefunden: Die Mütter! Hallo Schublade!
      (Falls sich Mütter mit traditionellen Rollenmustern in Familien dominant gebaren, gäbe es da doch mindestens einen Mitschuldigen: Den absenten Vater. Der wird ja nicht völlig unbewusst 100%+ arbeiten gehen. )

      • Dreifachpapi sagt:

        Der Tag hat nicht 8.5 Stunden, sondern 24 Stunden. Und am Samstag und Sonntag arbeiten Väter in der Regel auch nicht. Deshalb ist Ihre Gleichung 100% arbeiten = absenter Vater einfach nicht wahr.
        Abends und am Wochenende kompensieren viele Väter und kümmern sich ganz speziell um den Nachwuchs. im CH Durchschnitt kümmern sich Väter deshalb nur einen Drittel weniger als Mütter.

      • Sisifee sagt:

        @ Dreifachpapi: Das mag absolut stimmen und war von mir vielleicht unsorgfältig formuliert. Umso weniger sehe ich aber Grund, den Müttern die mehrheitliche Schuld für die Konditionierung der Kinder in die Schuhe zu schieben.

    • Niklas Meier sagt:

      Aus evolutionärer Sicht macht es aber Sinn, dass die Frauen ruhiger und sozialer sind als die Männer.
      Die Männer gingen los zum Jagen und Kämpfen, da war Stärke und Dominanz vorteilhaft.
      Die Frauen blieben in der Gruppe zurück und mussten sich arrangieren. Soziales Verhalten, Empathie, Aufeinander achten. Das war gefragt.
      Die die laut rumschrieben und tobten wurden entweder irgendwann von der Gruppe ausgeschlossen, oder von einem Löwen gefressen.

      • Sisifee sagt:

        @ NM: Eben, Sie schreiben ja schön in der Vergangenheitsform: „Die Frauen blieben in der Gruppe zurück und mussten sich arrangieren“. Da sich die Menschheit ja bekanntlich weiterentwickelt (Buchdruck, Industrialisierung, Digitalisierung…): Haben Sie noch zeitgemässere Argumente??

      • 13 sagt:

        Evolution ist ein Synonym für Entwicklung, diese ist nicht irgendwann abgeschlossen, sondern ein dauernder Prozess. Und da wir bereits seit einigen Generationen, nicht mehr befürchten müssen, von Löwen gefressen zu werden, hier in Europa seit immerhin mehreren Tausend Jahren, wäre es doch aus evolutionärer Sicht sinnvoll, es würden sich alle Individuum aller Geschlechter weiterentwickeln. Leider ist heute einmal mehr der Beweis erbracht worden, dass dies nicht geschehen ist. Aus evolutionärer Sicht eine Tragödie.

      • Niklas Meier sagt:

        Sisifee, was denken Sie denn, wie schnell ein durch die Physis prädestiniertes Rollenverständnis abgelegt und verändert werden kann (rein biologisch, nicht aus sozialer Sicht), das hundertausende von Jahren Erfolg brachte und erst seit vielleicht 300 Jahren nicht mehr so gefragt wird wie früher?
        Auch heute ziehen vornehmlich die Männer in den Krieg und erledigen die körperliche und gefährliche Arbeit (gibt immer auch Ausnahmen) und wenn man Kinder wählen lässt, wählen sie (auch die aus Familien die Rollen verneinen) automatisch die „passenden“ Geschlechterspielzeuge. DAS ist bewiesen.

      • 13 sagt:

        @ Niklas Meier
        Bewiesen ist einzig und allein, dass wir Kinder vom ersten Tag an bewusst und unbewusst beeinflussen, indem wir ihnen das eine oder andere Spielzeug wählen und sie dann selber eher das wählen, was ihnen vertraut ist.
        Und doch nochmals: vor 300 Jahren musste die Frau in Bern, von N.M. lebt, ruhig und angepasst sein, um nicht von Löwen gefressen zu werden? Wobei: Welche 100’000 Jahren? Ich bin sicher, dass „früher“ in der Landwirtschaft oder auch in so mancher Industrie die Frauen nicht wirklich körperlich geschont wurden, um nicht zu erwähnen, dass sie Hof und Heim alleine stemmen mussten, während die Männer im Krieg waren (auch wieder mehr als 300 Jahre und kaum in der Schweiz) und noch heute ist in vielen Gesellschaften schwerere Arbeit Frauenarbeit.

      • Sisifee sagt:

        @ NM: Ist es nicht viel eher so, dass man die Tätigkeiten der Männer als „körperliche und gefährliche Arbeit“ klassifiziert, während man die weiblichen Tätigkeiten anders einordnet? Kinder austragen und gebären ist nicht nur körperlich schwere Arbeit, sondern war lange auch lebensgefährlich. Arbeiten auf dem Hof ebenfalls.

        Was männlich ist und was weiblich, ist in der Regel grösstenteils gesellschaftlich definiert. Das zeigen auch Ihre Posts sehr schön. NMs Text kann man durchaus als Plädoyer gegen diese Deutungshoheit verstehen, die sich zu Gunsten eines grösseren individuellen Selbstverständnis langsam aber sicher verschieben sollte.

      • Niklas Meier sagt:

        Richtig Sisifee, deshalb haben Frauen auch diese speziellen Becken die das Gebären auch überhaupt möglich machen. Und eine andere Körperzusammensetzung als Männer.
        Ja, Frauen leisten 100% der Geburten. Wäre seltsam wenn nicht.
        Aber dafür ist ihr Körper auch konstruiert. Die Dimensionen des männlichen Körpers eigenen sich für andere schwere Tätigkeiten.
        Versuchen Sie doch einfach eine 100kg-Hantel zu heben. Nur einmal.

        Das ist weder gut noch schlecht, oder auch nur wertend. Es sind einfach Fakten.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Bewiesen ist einzig und allein, dass wir Kinder vom ersten Tag an bewusst und unbewusst beeinflussen, indem wir ihnen das eine oder andere Spielzeug wählen und sie dann selber eher das wählen, was ihnen vertraut ist.“
        Ah ja?
        So wie ich es sehe, gab es doch eher ganz viele Versuche, genau das absichtlich nicht zu tun. Die fast alle grandios gescheitert sind.
        Übrig bleiben dann nur noch irgendwelche latenten Beeinflussungen, vielfach eben gerade nicht belegbar.
        Nur weil es auf keinen Fall sein darf, dass auch die Biologie eine Rolle spielt.

  • Carl sagt:

    es ist ganz einfach durch die Evolution bewiesen, dass Mädchen tendenziell ruhiger sein müssen. Sie sind für die Aufzucht verantwortlich, da kann man nicht umspinnen
    Buben sind wilder weil sie um die Weibchen kämpfen müssen.
    Sie sehen, es ist ganz natürlich warum Annikas beliebter sind und nicht durch die böse Gesellschaft aufgedrückt .

    • chocolate sagt:

      Au Backe, aus welchen Jahrhundert sind Sie denn?
      Es ist schon längst bewiesen, dass Männer gut sind in der Kinderaufzucht und Frauen als Managerin – wenn man sie denn machen lässt.
      Diese Steinzeitmenschen-Clichés sind zwar niedlich, aber nicht mehr nötig oder nützlich im 21. Jahrhundert. Statt Anpassung braucht es im Gegenteil mehr Kreativität, Originalität, Mut und Querdenken – für alle Geschlechter.

    • andere Tina sagt:

      @Carl: Immer wieder erstaunlich, wie manche Leute die Evolution interpretieren. Sobald man keine anderen Gründe findet, um seine Sichtweise zu untermauern, greift man auf die Evolution zurück. Es ist oft nachgewiesen worden, dass Männer sich durchaus bestens um Kinder kümmern können, wenn sie müssen, und es ist ebenso nachgewiesen, dass Frauen sich sehr aktiv durchsetzen können, wenn sie müssen. Wäre die Evolution das unflexible Gebilde, das Sie beschreiben, wären wir nie von den Bäumen runtergekommen und vermutlich auch längst ausgestorben. Die Evolution hat uns tatsächlich auch mit so etwas wie Intelligenz ausgestattet, und Intelligenz bedeutet auch Flexibilität.

    • Klärli Benz sagt:

      Das ist überhaupt nicht „bewiesen“. Wie die sozialen Strukturen der unzähligen Stämme vor 100`000 Jahren waren, ist heute weitgehend unbekannt. Die Vorstellung, des beerensuchenden Weibchen und des jagenden Männchens ist eine Applikation bürgerlicher Paläontologen und ist heute mehr als umstritten. Davon dann noch Charakterzüge wie „ruhig“ ableiten zu wollen, ist sowieso ganz unmöglich.
      Zudem: Wir sind alle sozialisiert und müssen uns nicht wie die angeblichen Höhlenmenschen verhalten.

      • Niklas Meier sagt:

        Natürlich sind die sozialen Strukturen von damals nicht „bewiesen“.
        Aber nur schon aufgrund der Physis von Mann und Frau und daraus resultierender erfolgversprechendster Handlungsmuster ist von Jäger/Sammler=Mann, Aufzucht/Pflege=Frau auszugehen.
        Wonderwomen ist ja gut und recht, aber nunmal nicht realistisch.

        Auch in den bekannten matriarchischen Kulturen war die Rollenverteilung die selbe, die Macht war einfach anders verteilt.

    • 13 sagt:

      Und solange es solche Meinungen gibt, braucht es leider auch Texte wie den von N.M. oder weltweite Aufschreie über die Art und Weise, auf die Menschenmännchen um die Weibchen kämpfen….zum Glück gibt es aber doch noch einige Männer, die ihr angeblich natürliches Verhalten, sich wie sexistische Idioten zu benehmen, abgelegt haben…

      • Klärli Benz sagt:

        @ Niklaus Meier: Das ist in den Köpfen so drin. Aber heute können sich Forscher auch ganz andere Strukturen vorstellen: zB Grössere Kinder achteten auf die kleineren während alle Erwachsenen sich um die Nahrungsbeschaffung kümmern. Das ist viel effizienter. Es variiert natürlich über die Zeit und den Ort, aber Erwachsene konnten unabhängig vom Geschlecht ziemlich ähnliche Beschäftigungen haben.

      • Niklas Meier sagt:

        Nein KB, können (resp. konnten) sie nicht.
        Jagd und Kampf ist nichts für den weiblichen Körper. Der wurde schlichtweg nicht so entwickelt. Klar, es können grosse auf kleine Kinder aufpassen und die Mütter gehen dann sammeln oder stellen Kleider usw. her.
        Männer können natürlich auch basteln und sammeln, beim Sozialen haben sie dann aber einfach gewisse Defizite.
        Alles Andere ist nur der Versuch eine Gendergleichheit in historische Gegebenheiten hineinintrepretieren zu wollen um Physiologie zu negieren.

      • Klärli Benz sagt:

        @Niklaus Meier. Jetzt wird’s mir aber langsam zu bunt. Sie behaupten hier einfach irgendetwas und stellen es als Tatsache hin. FRAUEN KÖNNEN JAGEN UND KÄMPFEN. Es gibt kein physiologisches Merkmal, welches das verhindert.

      • Niklas Meier sagt:

        Ausser dass Männer viel mehr Muskelmasse haben, stärker sind, schnell sind, dazu grösser und ein besseres räumliches Vorstellungsvermögen.
        Frauen sind dazu im Vergleich eine Notlösung.
        Ja, auch Frauen können mit primitiven Mitteln/ohne Waffen jagen und kämpfen, aber längst nicht so gut. Warum wohl sind alle sportlichen Weltrekorde bei den Männern viel besser als die der Frauen? Selbst mit modernen sind nur wenige Frauen konkurrenzfähig. Und da dann im Bereich der Präzision.
        Stellen Sie einen Mann einer gleich gut trainieren Frau gegenüber und er wird sie in der Regel problemlos umhauen. Nicht toll, nicht schön, nicht gendergerecht, aber wahr.

      • Klärli Benz sagt:

        Herr Meier. Dass ein Mann körperlich in Sachen Schnelligkeit und Kraft einer Frau leicht überlegen ist, zweifle ich gar nicht an. Aber, dass es sich eine prähistorische Gesellschaftsform leisten konnte, auf Frauen in Sachen Nahrungserwerb und Verteidigung zu verzichten, wird heute sowohl von Paläontologen als auch von Archäologen angezweifelt. Es macht wirklich mehr Sinn, Kinder, Alte und Kranke „zu Hause“ zu lassen, als eine gesunde Frau, die jagen und kämpfen kann.

      • Sportpapi sagt:

        @Klärli Benz: Klar können Frauen jagen und kämpfen. Sieht man ja in allen modernen Filmen…
        Aber es liegt auf der Hand, dass hier körperliche Vorteile schon eine Rolle spielen.

      • Lichtblau sagt:

        @13: „Einige“ Männer? Ich habe in meinem gar nicht so kurzen Leben kaum einen Mann getroffen, der sich wie ein „idiotischer Sexist“ aufführte. Weder in der Familie, noch bei Partnern, Freunden und Kollegen – noch nicht mal bei Vorgesetzten. Und auch meine Tochter, wie ich als Kind Prinzessin/Wildfang in Personalunion, macht glücklicherweise ähnliche Erfahrungen. Ich bezweifle die Existenz solcher „Idioten“ nicht. Aber ich denke, sie sind nicht erst seit heute in der Minderheit.

    • Martin sagt:

      Beiträge wie der von Carl sind das Salz hier im Blog.

    • second step sagt:

      Was viele nicht verstehen: evolutionär sind die Rollenverteilung der Geschlechter nur Mittel zum Zweck – nämlich damit möglichst viele Individuen überleben. Wenn diese Rollenverteilungen fürs weiterbestehen einer Gruppe keinen Vorteil mehr bringen verschwinden sie auch wieder. Das geschieht m.M. nach in der westlichen Welt gerade wieder – da es fürs erfolgreiche reproduzieren wichtiger dass man wirtschaftlich erfolgreich ist als dass man etwa eine Hirsch mit einem Speer erledigen könnte.

  • wildfangmami;-) sagt:

    wunderbar! vielen dank, sie haben mir aus dem herz geschrieben:-)

  • Oli Olson sagt:

    Schön, dass Ihre Tochter noch Kind sein darf..! Wir (CH) leben nur jeweils im Sommer in der Schweiz und sind immer ziemlich überrascht wie Herr und Frau Schweizer mit Kindern umgehen – ziemlich anders als sonst wo auf der Welt – im negativen Sinne..

    • Jeanne-Auslandschweizerin sagt:

      Ja,habe ich als Kind selbst erlebt.Auch waren wir 1 Jahr mit unseren Kinder in Südeuropa.In der Schweiz müssen/sollen Kinder sich an tausend Regeln halten.Zuhause und in der Schule.Ich bin immer wieder erstaunt wie Elten hart und schlussendlich lieblos mit ihren und anderen Kindern umgehen.Es fehlt vielen Schweizern an Grosszügigkeit und Gelassenheit.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Oli Olson
      @Jeanne Auslandschweizerin

      ah, wie ich es liebe diese alte Leier von der unbegrenzten Entfaltungsmöglichkeit und Kind-sein-dürfen anderswo,
      so richtig engagiert voll an der Sache vorbei… .
      Ja, in CH läuft es anders, aber deswegen nicht rundum schlechter.
      Ist Ihnen anderswo tatsächlich noch nicht aufgefallen dass die gelebte Kinderfreundlichkeit durchaus auch ihre unschönen Kehrseiten hat, welche ebenso intensiv gelebt wird?

      • Carolina sagt:

        Stimme Ihnen zu, Brunhild. Es ist schon erstaunlich, was eingeschränkte Wahrnehmung so anrichten kann. Sie wissen ja: ich habe in vielen Ländern dieser Erde gelebt als Kind und kann Ihnen allen nur sagen: das System, in dem Kinder ein Tika-Tuka-Leben leben dürfen, gibt es nicht. In manchen Ländern ist man gelassener mit Kinderlärm, geduldiger, dafür aber oft auch nicht besonders konsequent, was Bildung und Schulung angeht. Es gibt unzählige Modelle, jedes mit Vor- und Nachteilen. Und sobald man unsere Breiten mal verlässt, merkt man auch ganz schnell, dass wir wirklich auf sehr hohem Niveau klagen!
        Benennen Sie, was Ihrer Ansicht nach schief läuft, aber seien Sie dann so fair, auch die Klagen der anderen Seite (Eltern von Knaben) ernstzunehmen.

      • Carolina sagt:

        Oder ist es Taka-Tuka? 🙂

      • Martin Frey sagt:

        Aber Carolina, wenn schon Tiki-Taka! 😀

      • Jeanne sagt:

        Wir sind glücklich in der Schweiz zu leben.Unsere Kinder haben sehr viel Freiraum.Gute öffentliche Schulen,sie können sogar alleine dahin.Trotzdem,die Gelassenheit und Herzlichkeit im Umgang mit Kindern fehlt leider Vielen.Leider sind viele Menschen hier sehr gestresst,obwohl sie alles haben!

    • Martin Frey sagt:

      Und das wäre wieder die im-Ausland-ist-alles-besser-als-in-der-Bünzlischweiz-Keule. Natürlich ohne das pauschalisierende über einen Kamm scheren noch irgendwie zu begründen.
      Man kann die verschiedenen Erziehungsstile und Stilmittel gerne mal im internationalen Kontext vergleichen, das wäre vielleicht auch mal ein MB-Thema, und nicht so ganz abwegig angesichts der Migration und der grossen Durchmischung der CH-Wohnbevölkerung. Aber dann bitte mit Hand und Fuss, und etwas konkreter.

      • Jeanne sagt:

        @Carolina
        Schade!Beleidigen ist nicht gerade stilvoll!Ich verlasse diesen Blog.Es wird langweilig,da immer die gleichen Personen mitmachen und diese,wie man immer wieder merkt,unter sich bleiben möchten.Zeit habt ihr ja anscheinend genug!Grüsse ML,der Einzige bei dem ich was profitieren konnte!

      • Muttis Liebling sagt:

        @Jeanne
        Danke für das Kompliment. Das auf die Person zielen, gern unter vollständiger Entfremdung vom Thema, hat auch den MamaBlog unterminiert. Ich habe das ein paar mal explizit angesprochen, aber es ist von Vielen genau so gewollt.

        Das ist aber kein Grund, sich zurück zu ziehen. Jeder themenbezogene und personal neutrale Kommentar ist ein Gegengewicht zu den unter der Gürtellinie- Metakommentaren und verbessert insgesamt die Kultur.

  • Bartholdi sagt:

    Laut und deutlich die Meinung sagen ist nur bedingt richtig. Gute Argumente müssen sein.

    • Ann-Sophie sagt:

      Gute Argumente haben nicht mal alle Erwachsene.Etwas nachsichtiger im Umgang mit Kinder wäre sicher gut!

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