Deine Lehrstelle – meine Nerven!

Das kann schon unter die Haut gehen: Jugendliche orientieren sich an der Berufsmesse in Zürich. Foto: Steffen Schmidt (Keystone)

Ich bin geschafft. Dabei glaubte ich, was das Muttersein angeht, mittlerweile recht entspannt zu sein. Bis vor vier Wochen die Sache mit der Lehrstellensuche losging. Ich wurde nervös, geriet etwas neben die Spur. «Machst du, hast du, bist du?», fragte ich den Sohn in einem Ton, der keine Widerrede zuliess. Ich ermahnte ihn in einem fort, baute Druck auf und reagierte hysterisch, wenn er glaubte, fünf Bewerbungen würden reichen.

Doch ich sah auch, dass er mit der Aufgabe überfordert war. Wie sollte er wissen, welche der 938 freien KV-Lehrstellen im Kanton ihn interessieren könnten? Welche Unternehmen für eine Ausbildung eher infrage kommen würden – von ihrer Grösse, Branche und internen Ausbildung her? Und was war schon wieder der Unterschied zwischen einem Bewerbungs- und einem Motivationsschreiben?

Genug Perfektion für einen Jugendlichen

Wir setzten uns also an den Wochenenden hin, stundenlang, um Websites von Unternehmen zu studieren, Motivationsschreiben anzupassen und Zeugnisse sowie Beurteilungsbogen von Schnupperlehren zu scannen. Für das Bewerbungsbild liess er sich in einem Studio fotografieren. Es sollte alles perfekt sein, aber auf keinen Fall zu perfekt. Gerade so, dass der Jugendliche dahinter noch zu erkennen ist. So hatten es uns die Lehrer und die Berufsberaterin empfohlen.

Nicht jeder Tipp kam so gut an, wie er gemeint war: Über den Hinweis, sich besser nicht bei einem Hilfswerk zu bewerben, weil danach eine Karriere bei einer Bank unmöglich werde, wunderten wir uns. Nicht alle Jugendlichen streben eine Karriere bei einer Bank an. Zudem riet eine Lehrerin, mein Sohn solle den Stiefvater aus dem Lebenslauf eliminieren und die Stiefbrüder zu Halbgeschwistern befördern. «Das macht sich einfach besser», war ihre Begründung. Natürlich ignorierten wir ihre Worte. Wir sind, wer wir sind: eine Patchworkfamilie, wie es sie zuhauf gibt. Sollte ein Unternehmen mit unserer Familienkonstellation ein Problem haben, so wäre es ohnehin nicht das richtige.

Die Zeit, in der es darauf ankommt

Solche Dinge ärgerten mich, doch es war anderes, das meine Nerven strapazierte. Nervös machte mich die Gewissheit, dass die Zeit angebrochen war, in der es darauf ankommt. Die Lehrstellensuche ist ein erster Test. Sie zeigt, wo der Jugendliche steht, was seine Schulnoten, der Multicheck- und Stellwerktest sowie seine Bewerbungen auf dem Markt wert sind. Es sind seine ersten Schritte in der Erwachsenenwelt. Er muss sich den Anforderungen des Arbeitsmarktes stellen und sich gegenüber Konkurrenten behaupten.

Als Eltern kann man den 14- oder 15-Jährigen dabei ein Stück weit unterstützen. Doch die Korrespondenz mit den Firmen, die Bewerbungsgespräche und die Assessments, die in der zweiten und dritten Runde stattfinden, muss er ganz allein bestehen. Das traue ich ihm durchaus zu, und ich bin sicher, er macht es gut. Dennoch merke ich, wie schwer es ist, loszulassen – und zu vertrauen.

Nach zwei langen Wochen erhält der Sohn endlich Einladungen für Vorstellungsgespräche. Und er kommt in die zweite Runde. Er fühlt sich wohl und freut sich, die Treffen mit den HR-Verantwortlichen der Unternehmen verleihen ihm Schwung. Der Druck nimmt spürbar ab, und auch ich beginne mich zu entspannen. Er wird seinen Weg machen, das weiss ich doch.

Lesen Sie dazu auch: Was kommt nach der Schule?

97 Kommentare zu «Deine Lehrstelle – meine Nerven!»

  • Tom Maier sagt:

    in der Schule helfen sie heute viel mehr den Jugendlichen als zu unserer Zeit noch, das finde ich wirklich super. Es wird manchmal ein bisschen übertrieben – aber trotztdem bin ich begeistert von der Hilfe der Schule bei der Lehrstellensuche. Als Eltern muss man sich aber schon reinknien und helfen, es ist auch sehr früh im Leben eines Jugendlichen sich für ein Jobbild zu entscheiden. Alles in allem eine strenge Zeit, aber spannend.

  • Dina sagt:

    Das mit dem Unterstützen ist ja gut, einfach nicht zu viel. Wir haben Praktikanten bei uns. Da rufen allen ernstes Eltern an, um für Ihre Kinder nach einem Praktikum nach zu fragen. Diese werden kategorisch abgelehnt. Ansonsten: Ich war recht entspannt bei meiner Suche. Meine Eltern auch. Heute stehen einem ja so viele Türen offen. Es heisst nicht, wenn Du Polimech lernst, Du bis zur Pension Polymech bist.

    • Merle sagt:

      @Dina. Und wenn doch? Was wäre so schlecht daran, Ihrer Meinung nach? Vielleicht ist noch nicht bis zu Ihnen durchgedrungen, dass es – man glaubt es kaum – auch heute noch Zeitgenossen gibt, denen viel Geld zu verdienen nicht das Wichtigste im Leben ist. Lebensqualität hat übrigens weder mit einem teuren Auto noch mit jährlich dreimal Ferien in einem Luxushotel in Weiss-ich-nicht-wo, etc. zu tun und schon gar nicht mit den teilweise (viel zu) hohen Löhnen, die zwar viele erhalten, aber nicht alle VERDIENEN, weil sie ihrem teuer bezahlten Job nämlich gar nicht gewachsen sind. Wenn sie dann – mal früher, mal später – freundlich aber in Klartext darauf (und auf die entsprechenden Konsequenzen) hingewiesen werden, stecken sie auch schon im tiefen Burn-out. Schönes Leben!

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Bewerbungen für Lehrstellen zu schreiben war ja noch ganz ok. Stressig fand ich eher, die Berufswahl selber: mein Sohn wollte in verschiedenen Berufen schnuppern, um herauszufinden ob ihm das zusagen würde, aber für 1 Tag schnuppern muss man ja schon sämtliche Unterlagen mit Eignungstest und Schulnoten versenden. Ich finde das übertrieben.

    Bei der Lehrstellenbewerbung haben dann 2 Firmen abgesagt, weil sie einen Schüler mit besseren Noten bevorzugten. Mein Sohn bestand die Zwischenprüfung als einer der Besten mit 5.6

  • Carl Hernandez sagt:

    In das Schweiz ein Arbeit zu finden, ist sehr schwere, ich habe selber über 3 Absagen bekommen. Sogar mit gutem Deutschkenentnis. Aber ich denke die Schweizer sind nicht für intersert an guten Arbeitskraft, lieber billige Sklaven aus den Italien oder Frankreich holen.

  • Peter sagt:

    Interessanterweise ist bei mir eine Lehrstelle frei und bislang nur 3 Bewerbungen. Man kann sich auch künstlich Stress machen.

    • tina sagt:

      ja wenn da nur jeweils angeschrieben wäre, wieviele bewerbungen eine firma schon bekommen hat 😉
      ich dachte oft, dass es gut möglich ist, dass sich ein grossteil der bewerbungen auf einen kleinen teil firmen aufteilt. und da fragt sich eben, wie weit man sich einmischen soll als eltern (aber auch als mutter konnte ich natürlich nicht riechen, welche firmen gute lehrfirmen sein könnten und nicht so viele bewerber haben). meine söhne jedenfalls wollten die firmen, bei denen sie sich bewerben, selber aussuchen.
      dann gibt es ja noch berufe, die weniger attraktiv sind. manche davon sind aber sehr attraktiv nach der lehre. aber man kann sich doch nicht für eine lehrstelle bewerben, wenn einen den beruf nicht interesssiert. macht null sinn

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Kommt doch darauf an, was Sie für eine Lehrstelle bieten. Bäcker-Konditor, Maurer und andere Berufe mit wenig Ansehen und Verdienst sind halt nicht so begehrt.

      • tina sagt:

        tamar, was würde dich davon abhalten, maurer oder bäcker zu werden? mich weder ansehen noch verdienst, sondern beim bäcker die arbeitszeiten und maurer ist körperlich zu hart, es ist schmutzig, man ist dem wetter ausgesetzt und arbeitet selbstverständlich im rohbau. bau ist ok, aber rohbau ist einfach nur hässlich. die akademiker in meinem arbeitsumfeld lassen oft verlauten, dass halt jugendliche schon auch lernen müssen, wozu sie geeignet seien und sind der meinung, wenn es halt maurer lehrstellen habe, sollen die sek b schüler halt maurer lernen. aber keine firma wird einen sek b schüler als maurer einstellen, wenn der nicht auch geeignet ist für den beruf

  • Yves sagt:

    Nach zwei Wochen bereits Einladungen zu Gesprächen? Davon würde mancher Arbeitslose im mittleren Alter träumen! Da dauert es meistens mehrere Monate, bis man überhaupt einmal die Gelegenheit zu einem persönlichen Kontakt bekommt.

    Ich mag es den Jungen herzlich gönnen und finde es gesellschaftlich wichtig, dass sie rasch eine passende Lehrstelle finden. Ich fürchte aber, dass dies immer schwieriger werden wird, so lange wir die Personenfreizügigkeit haben. Denn obwohl Lehrlinge lohnmässig sehr günstig, willig und formbar sind, sind sie unter dem Strich trotzdem teurer als z.B. ein top ausgebildeter Pole direkt ab Uni. Weil sie ausgebildet werden müssen, Betreuung benötigen und weil Leute, die direkt aus der EU geholt werden, keine Ahnung von den Lebenskosten und Löhnen hier haben.

    • Peter sagt:

      Viele Klischees in deinem Text. Ich habe in den letzten 12 Monaten 3x rekrutiert. Die Qualität der Bewerbungen reicht einfach meistens nicht aus.
      Insbesondere für Personal ab 40 gilt:
      Die Mehrheit ist fürchterlich fehlerhaft/mangelhaft in der Darstellung (geht von Produktenamen falsch geschrieben über schreckliche Darstellung), Motivationsschreiben stimmt nicht mit dem Stelleninserat überein (oder generische Motivationsschreiben), Qualifikation ist weit neben dem Profil (DJ, welcher sich als IT System Engineer bewirbt), letzte Ausbildung vor über 10 Jahren, Taussendsassas.

      Die Anforderungen an die Positionen sind massiv gestiegen. Für Quereinsteiger ist das Eis dünn geworden, insbesondere bei grossen Unternehmen. Die Lösungen sind komplex und erfordern viele Grundlagen.

      • second step sagt:

        Wie jeder Markt ist auch der Arbeitsmarkt über „Angebot“ und „Nachfrage“ gesteuert. Bloss weil das „Angebot“ sehr gross ist können Sie Sprüche wie „die Qualität der Bewerbung reicht meistens einfach nicht aus“ machen. Dann bilden Sie doch diese Bewerber nach Ihren Bedürfnissen aus, muss ja nicht alles die öffentliche Hand machen. Man mag sich an die 80er erinnern, als viele grosse Firmen in der Schweiz händeringend Informatiker gesucht haben und daher bereit waren, fachfremde Leute zuerst ein Jahr in IT auszubilden. Und diese noch mit Goodies wie günstige OeV-Abos etc umwarben. Völlig ohne die PFZ zu bewerten: wer den Zusammenhang zwischen dieser und dem schwierigen Arbeitsmarkt für ü50 verneint macht es sich zu einfach. Ihr Beitrag ist genau so klischiert.

      • Yves sagt:

        Die Anforderungen sind nicht gestiegen, sondern sie wurden erhöht! Die Unternehmen wären auch ziemlich dumm, würden sie das nicht machen, wenn es der Markt hergibt. Und der Arbeitsmarkt, der bezieht sich auf die 500 Mio. Einwohner der EU (natürlich nur die Arbeitskräfte davon, aber genug, um grundsätzlich für JEDEN Job in der Schweiz einen günstigeren und besseren Ersatz zu finden).
        Früher war es so, dass Firmen noch Anreize hatten, in die Ausbildung eines Bewerbers zu investieren.
        „Letzte Ausbildung vor 10 Jahren“ ist ein Indiz dafür. Viele Firmen reduzierten die Ausbildungsbudgets auf ein Minimum. Da reicht es dann eben höchstens noch für einen Konferenzbesuch statt für einen Weiterbildungskurs mit Zertifikat, was im CV etwas hergäbe. Letztlich gehts um PFZ ja oder nein.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Peter

        Vielleicht sind ja Arbeitslose nach 300 Bewerbungen einfach nicht mehr motiviert, einwandfreie Dossiers zu versenden.

        Warum laden Sie nicht einfach mal Leute zu einem Bewerbungsgespräch ein, anstatt Haare in der Suppe zu suchen?

  • tststs sagt:

    „Natürlich ignorierten wir ihre Worte. Wir sind, wer wir sind…“
    Hier haben Sie wohl etwas falsch verstanden. Die Ratschlag ging nicht darum, die Patchworkfamilie zu verheimlichen („Halbgeschwister“ sind jetzt weiss gott nicht weniger offensichtlich als „Stiefgeschwister“).
    Es geht um das Wörtchen „Stief-…“.
    Und ich muss ehrlich zugeben, dass ich auch meine Mühe damit habe. Ich habe unglaublich Mühe von meinem „Stiefvater“ zu sprechen… ich nennen ihn lieber „Zweitvater“ 😉

    • Samira Maurer sagt:

      Darüber bin ich auch gestolpert – leben die in der gleichen Familie, dann sind das nach aussen hin Brüder und fertig. Ob Stief-, Halb-, Adoptiv-, Pflege- oder was auch immer spielt doch nur im Erb- und Familienrecht eine Rolle und geht niemanden was an.

  • tststs sagt:

    Ich kann hier nur einen Tipp geben:
    Gelassen bleiben.
    Bewerbung Nr. 73 schon wieder eine Absage? Einfach hinnehmen… wichtig sind nicht die zig Absagen, sondern die eine Zusage!
    Wegen 10.Schuljahr und sonstigen Brückenprogramme hat das Kind die LAP erst mit 20 im Sack? So what… Das sind mehr als genug Jahrzehnte im Berufsleben!

    In der Schweiz ist es jederzeit möglich, in der Kindheit/Jugend verpasste Ausbildungen nachzuholen!

    • Jolanda sagt:

      Habe meine LAP mit 24 abgeschlossen. Heute 12 Jahre danach: Masterabschluss, Kaderposition und in den oberen Einkommenrängen.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Das habe ich weder selber, noch bei meinem Sohn erlebt, aber ich könnte mir vorstellen, dass ein Jugendlicher nach 73 Absagen nicht mehr motiviert ist. Wie helfen Sie dann Ihrem Kind dessen Selbstzweifel zu bewältigen? Ich finde das ein sehr wichtiger Aspekt.

  • Amanda sagt:

    @ Stefan W.
    „Wenn die Schule der Meinung ist, sie sollten Bewerbungen schreiben können, wieso üben sie das dann nicht dort?“
    So, wie ich es kenne, lernen die Jugendlichen in der Schule schon, CV und Bewerbungsschreiben zu verfassen. Leider beschränkt sich dies jedoch meist auf das Abschreiben von (oft nicht mehr zeitgemässen) Vorlagen. Ein Personalverantwortlicher sagte, nach der dreissigsten Bewerbung hätte er schon keine Lust mehr, diese zu lesen. Sie liessen jede Individualität vermissen, seien in Form und Inhalt derart standardisiert, dass er den Menschen hinter der Bewerbung kaum mehr erkennen könne. Dies ist die Kehrseite der Medaille, wenn Bewerbungsunterlagen in der Schule verfasst werden.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Umgekehrt: warum erwarten Lehrbetriebe schon von 14 und 15 jährigen Kindern, dass deren Bewerbungen schon kreativ sein müssen? Kann man nicht einfach einmal die Bemühungen von Heranwachsenden wohlwollend gegenüberstehen?

  • Stefan W. sagt:

    Erstens: Diese Berufswahl kommt doch viel zu früh. Ich hätte mit 15 null Ahnung gehabt, was für ein Beruf mich interessieren könnte. Hätte das auch meinen Kindern nicht zumuten wollen (ausser natürlich, sie hätten ganz konkrete Vorstellungen)

    Zweitens: Wäre es denn nicht Sache der Schule, den Schülern das beizubringen, was sie in der Schule lernen sollten? Wenn die Schule der Meinung ist, sie sollten Bewerbungen schreiben können, wieso üben sie das dann nicht dort?

    Drittens: Es ist dem Arbeitgeber gegenüber eine Form von Betrug, wenn die Mutter das Bewerbungsschreiben macht. Ist es sinnvoll, dem Kind so früh schon einzureden, dass man betrügen müsse, um es zu etwas zu bringen? Manchmal kann man sich ja auch aus eigener Kraft entwickeln. Warum nicht das fördern?

    • tina sagt:

      1. die schüler sind eben auch mit 18 noch überfordert, offenbar macht es die dinge nicht einfacher, wenn man noch länger zur schule geht.
      2. die machen das auch in der schule, aber wie immer, hängt es dabei von der lehrperson ab und vom einsatz des schülers natürlich sowieso. aber alles kann man nicht in der schule machen, jedenfalls nicht jeder, und wie bei allen schulischen belangen, ist die zusammenarbeit mit den eltern wichtig aber die anforderungen widersprüchlich (sollen sich raushalten und trotzdem dafür sorgen dass es gemacht ist)
      3. wenn perfekte bewerbungen erwartet werden von einem kind, das unmöglich die erfahrung dazu mitbringt dann hat es offenbar die möglichkeit entweder keine lehrstelle zu finden, oder hilfe in anspruch zu nehmen (biz, schule, eltern)

      • Stefan W. sagt:

        @tina: Werden wirklich perfekte Bewerbungen erwartet? Ich stelle nicht oft Leute an, da ich nur 3 Angestellte habe, aber wenn, dann fallen nicht die raus, die keine perfekte Bewerbung schreiben, sondern als erstes die, deren Bewerbung man die Lustlosigkeit anmerkt, und dass sie sie nur schreiben, weil sie müssen. Die gar nicht genau wissen, wofür sie sich eigentlich bewerben und was der Arbeitgeber von ihnen wollen könnte.

        Eine formal „unperfekte“ Bewerbung, der man aber eine gewisse Begeisterung für die ausgeschriebene Stelle anmerkt, hat viel mehr Chancen, auf den „Einladen“ Stapel zu kommen, als ein formal perfektes, aber blutleeres Schreiben.

      • Ursula Hefti sagt:

        Ich habe einige Jahre Lernende rekrutiert (~ 400 Bewerbungen/Jahr) – und ich merke es, wenn Mami das Motivationsschreiben verfasst hat. Die kommen dann bestenfalls auf Stapel B … Selbstverständlich sollen sich Eltern in dieser Zeit beim Nachwuchs einbringen: Fragen beantworten, bei der Ideensuche helfen, nachfragen nach Besuch Berufsmesse/BIZ oder selber mitgehen, Dossier durchlesen und auf Fehler/Missverständliches/Unvollständiges hinweisen, ermutigen, Rücken stärken nach einer Absage usw.. Die Hauptarbeit sollten aber erkennbar die Jugendlichen leisten: Berufswahl begründen, Interesse am Lehrbetrieb aufzeigen können, anrufen, um nach einer Lehrstelle zu fragen (das geht auch in der 10-Uhr-Pause mit dem eigenen Smartphone!), sich mit Recherchen auf ein Gespräch vorbereiten usw.

      • tina sagt:

        das mit der 10uhr-pause und husch telefonieren ist so dahergeredet. alsob das teenies so leicht fallen würde. auch mir würde das nicht so leicht fallen, dass ich es in der kantine machen würde. da muss ich mich vorbereiten und stichworte parat haben, muss nochmals kurz üben was ich sagen will. ich finde einfach nicht richtig, dass man das dann total unerfahrenen teenies so sagt. das macht sie doch nur unsicherer und dabei müsste man sie stärken

      • tina sagt:

        einen text so zuverfassen dass er lustvoll rüberkommt ist auf sekniveau nicht ganz so einfach wie für sie und mich vielleicht. auf sek b niveau schon gar nicht.
        klar schreiben sie weil sie müssen. wer hat schon wirklich lust auf bewerbung. eine stelle bekommen ja, die stelle antreten und den beruf lernen: ja. aber bewerben ist ein wahnsinns mühsamer prozess gespickt mit fettnäpfchen, blossstellungen und enttäuschungen. wenn ein 40jähriiger sich ein halbes jahr beworben hat und 20 absagen bekommen, kriegt er ein burnout. ein teenie hat das wegzustecken

      • tina sagt:

        ah das vergass ich noch:
        klar wissen sie nicht, wofür sie ich bewerben und natürlich wissen sie nicht, was der arbeitgeber von ihnen will. sie haben die informationen vom biz gelesen, sie waren schnuppern und haben eine vorstellung. siehe mein beispiel wegen dem achso kreativen bunten malerberuf 🙂 das wird den teenies ja noch so verkauft.

    • mira sagt:

      Wer seinem Kind bei einer Bewerbung hilft, der betrügt doch kein Unternehmen. Auch Lehrlingen wird noch sehr viel geholfen werden. Daher sind es ja eben Lehrlinge.
      Abgesehen davon: Auch Erwachsenen wird noch bei Bewerbungen geholfen (zB in Kursen auf dem RAF).
      Ich sehe es eher so, dass wer keine Hilfe annehmen kann, der hat ein Problem mit sich selber…

    • Amanda sagt:

      @ Stefan W.
      „Diese Berufswahl kommt doch viel zu früh.“
      Sehe ich auch so! Die Erhebungen der letzten Volkszählung aus dem Jahre 2000 ergaben, dass bei Erwerbstätigen aus den häufigsten Lehrberufen, im Alter von 22 bis 24 Jahren, im Durchschnitt lediglich noch 50% im erlernten Beruf tätig sind (http://www.bildungssoziologie.ch/assets/Leemann-und-Keck-2005.pdf – ab Seite 109. Neuere Daten sollen bei SEKA einsehbar sein, habe ich aber auf die Schnelle nicht gefunden.) Das heisst, etwa die Hälfte dieser Erwachsenen, ist mit ihrer Berufswahl nicht zufrieden!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Amanda
        🙂 aber trotz diesen Zahlen wird unheimlich Druck auf diese erste Stelle aufgebaut, die perfekte Performance erwartet und, mMn Qualitäten erwartet…, für die man ua eben genau diese kommenden Ausbildungsjahre braucht um sie zu entfalten.

        Das Beste war ja die Bewerbung für 2 (ZWEI) Schnuppertage, für die Lehrstellenbewerbung hats später nicht viel mehr gebraucht (ausser die noch gar nicht vorhandenen Zeugnisse, Testunterlagen etc)

      • Zufferey Marcel sagt:

        @Amanda: Bomben Link, danke! Wenn man dann noch die hohe Rotationsquote in vielen Wirtschaftszweigen, z. B. Gastgewerbe oder Bau, hinzu nimmt, dann wird einem auch sofort klar, warum nur 50% aller Menschen in dem Beruf bleiben, den sie einmal ursprünglich erlernt haben.

      • Amanda sagt:

        @ Marcel Zufferey
        Ja, diese Seite ist wirklich interessant. Wie oben erwähnt, müssten neuere Zahlen auf der Seite des SAKE (nicht wie ich oben schrieb SEKA!), des Bundesamtes für Statistik verfügbar sein.
        https://www.bfs.admin.ch/bfs/de/home/statistiken/arbeit-erwerb/erhebungen/sake.html
        Auf deren Seite kann man sich übrigens auch für Personenbefragungen zu diesem- und weiteren Themen anmelden.

      • gabi sagt:

        „Das heisst, etwa die Hälfte dieser Erwachsenen, ist mit ihrer Berufswahl nicht zufrieden!“

        Find ich jetzt etwas rigoros ausgedrückt.

        Kann ja auch heissen, dass sie den Erstberuf so oder so nur mal als Einstieg betrachteten oder halt erst by doing drauf gekommen sind, wohin sie sich aus diesem heraus entwickeln könnten oder sich schlicht und einfach, panta rhei, selbst in eine andere Richtung verändert haben.

        Das mit „unzufrieden“ gleich zu setzen, find ich übertrieben.

      • maia sagt:

        @Amanda: „….etwa die Hälfte dieser Erwachsenen, ist mit ihrer Berufswahl nicht zufrieden!“ – Dieser Schluss ist jetzt schon etwas voreilig, schliesslich entwickelt man sich ja auch im Laufe des Lebens!

      • Zufferey Marcel sagt:

        @amanda: Den Arbeitsmarkt kenne ich in und auswendig, aus jeder Perspektive, egal, welche, item: Ihr Link mit den 50% ist phänomenal! Bislang war mir lediglich bekannt, dass z. B. im Menschen im Gastgewerbe- und dort vor allem Köche (so weit ich weiss 7 von 10)- ihrem erlernten Beruf den Rücken kehren.

      • Amanda sagt:

        @ maia und gabi
        Ich gebe Ihnen Recht! Natürlich entwickelt man sich im Laufe des Lebens, die Interessen verändern sich. Die verlinkte Statistik bezieht sich jedoch ausschliesslich auf 22 bis 24-Jährige. Erwerbstätige also, bei denen ich als Motiv für den Wechsel nicht vorrangig Entwicklungsschritte/Verlagerung der Interessen vermuten würde. Die von mir genannten 50% sind über den Daumen gepeilt. Die Statistik listet verschiedene Berufe. Bei den Männern, die im erlernten Beruf verbleiben, reicht die Spanne von 36,5 bis 71,8%, bei den Frauen von 32,5 bis 83,5%. Berufsausbildungen auf Tertiärstufe sind in einer eigenen Statistik ausgewiesen.
        Ich korrigiere meine Aussage dahingehend, dass – IMHO – „die Mehrheit der Berufswechsler“ mir ihrer Berufswahl unzufrieden ist.

      • tina sagt:

        man weiss doch erst wie ein beruf wirklich ist, wenn man ihn gelernt hat und darauf arbeitet. also jedenfalls nicht durch infos lesen und schnuppern. und dass auch die interessen und neigungen ändern ist doch normal bei jungen leuten.
        die berufsberatung so: „magst du farben? bist du kreativ? dann werde maler“.
        1. wird kaum je etwas anders als in den üblichen standardfarben gestrichen und 2. kommt kaum je ein maler dazu, sich irgendwie kreativ einzubringen

      • maia sagt:

        @Amanda: Sie sagen ja selber – es ist Ihre Vermutung. Darüber warum es zu einem Berufswechsel kam, gibt die Untersuchung keine Auskunft. In meinem Bekanntenkreis gibt es viele – mich inklusive – die den Beruf wechselten. Das hat auch damit zu tun, dass dies heute viel einfacher wie fürher möglich war / nötig ist. Aber ich kenne niemanden, der fand, er/sie hätte den falschen Beruf gelernt.

    • maia sagt:

      @Stefan W.: Ich denke nicht, es ist die Meinung der Schule, das sie Bewerbungen schreiben sollen, aber irgendwie müssen die SchülerInnen ja zu einer Lehrstelle kommen. So gesehen ist es die Wirtschaft/Gesellschaft die das verlangt.

  • mira sagt:

    Ich bekomme manchmal Bewerbungen von Studis, die ebenfalls Eltern mit Beruf und sogar manchmal Geschwister aufführen. Ich muss dann immer ein wenig schmunzeln, da es mir herzlich egal ist, was die Eltern/Geschwister machen.

    • tina sagt:

      habe mich auch gewundert, aber das ist standard und es ist gemein, über die bewerber zu schmunzeln, die alles tun um eine lehrstelle zu finden. die tun nur, was man ihnen sagt, sei korrekt.

    • mira sagt:

      In meinem Fall suchen die eine Praktikumsstelle, keine Lehrstelle. Die sind alle schon deutlich über 20 und Studenten. Ich finde es einfach irgendwie süss, es beeinflusst aber meine Entscheidung nicht und ich teile dies den Bewerbern ja auch nicht mit.
      Aber, ein bisschen Humor sollte am Arbeitsplatz schon erlaubt sein … es ist schon so stier genug…!!

      • tina sagt:

        bin da bisschen empfindlich, meine söhne sind erst gerade aus der phase raus und nach zig absagen findet man eben witze auf kosten der bewerber nicht mehr lustig.
        aber natürlich hast du schon recht

      • mira sagt:

        Tina, ok, jetzt verstehe ich Deine Reaktion. Absagen sind nicht toll… ich kenne das aus eigener Erfahrung!

  • Amanda sagt:

    Forts.:
    – Führen eines Bewerbungsjournals (unter Beilage der Bewerbungen),welches der Lehrperson wöchentlich vorgelegt werden musste.
    – Überarbeiten der Bewerbungsunterlagen, wenn nach 12 Bewerbungen noch keine Einladung zu einem Gespräch vorlag.*
    Alle dabei gemachten Erfahrungen mussten von den Schülern in diversen
    Aufsätzen reflektiert- und in Grafiken dargestellt werden.
    Für die Eltern:
    – eine Infoveranstaltung des BIZ
    – Vier Elternabende, einer davon fakultativ zum Thema „Zwischenlösungen und Brückenangebote“
    * Bei unserer Tochter bestand die Überarbeitung darin, a) die von ihr genannten Lieblingsfächer dem Anforderungsprofil der jeweiligen Lehrstelle „anzupassen“, und b) ihr Hobby „Schwimmen“ nicht zu erwähnen, da Schwimmen kein Teamsport sei.
    TGIO!

  • Amanda sagt:

    „Nach zwei langen Wochen“ bereits eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch zu erhalten, finde ich aussergewöhnlich kurz! Bei vielen Schülern zieht sich das über Monate hin. An der Oberstufe unseres Ortes wird enorm Druck ausgeübt, die Lehrstellensuche zum alles beherrschenden Thema:
    – Durcharbeiten des scripts „Wie finde ich eine Lehrstelle“
    – Mehrmalige BIZ-Besuche
    – Besuch der Berufsmesse
    – Teilnahme an Führungen durch verschiedene Unternehmen der Region
    – Obligatorisches Anlegen eines Profils bei der Lehrstellenplattform LENA
    – Absolvieren von mindestens 5 Schnupperlehren (auch während der Schulzeit)
    – Führen eines Schnupperlehr-Tagebuches, in welchem die Firmen ihre Beurteilung eintragen mussten. (to be cont.)

    • Susi sagt:

      @Amanda: „„Nach zwei langen Wochen“ bereits eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch zu erhalten, finde ich aussergewöhnlich kurz! Bei vielen Schülern zieht sich das über Monate hin.“

      Wie wahr. Ich habe ein paar Jahre lang am 10. Schuljahr gearbeitet und das oberste Ziel war, dass die Jugendlichen eine Lehrstelle finden. Es gab Fälle, da hatten die auch nach 200 (!) Bewerbungen noch nichts gefunden. Das war wahnsinnig zermürbend, sowohl für die Jugendlichen als auch für die Eltern.

      • Amanda sagt:

        Ja, auch das Selbstwertgefühl der Jugendlichen leidet. Unmöglich finde ich, dass von manchen Personalverantwortlichen gar keine Antwort kommt, nicht mal der Erhalt der Bewerbung bestätigt- und darin erwähnt wird, wie der Rekrutierungsprozess, zumindest terminlich, abläuft. Bei manchen Grossunternehmen ist der ja in drei bis vier Stufen gegliedert. Mehr als einmal habe ich mich gefragt, ob die wirklich einen Azubi suchen, und nicht ein Kadermitglied.;-)

      • mila sagt:

        Ich war beim Lesen auch etwas kosterniert – Assessment-Runden für Lehrlingsstellen? Ich denke, ich würde zweimal überlegen, ob so ein Unternehmen wirklich etwas für mein Kind wäre…

      • tina sagt:

        mila: das kannst du überlegen, aber die wahl hast du nicht wirklich

      • mila sagt:

        Ja, das ist mir durchaus klar. Aber ich gehe davon aus, dass man auch im Teenageralter (solche) Dinge mit den Eltern bespricht…

      • tina sagt:

        ich meinte eigentlich, dass das prozedere heute bei den firmen üblich ist. aber vielleicht war das auch eher in den letzten paar jahren und nun ist es vielleicht wieder besser. dieses jahr hatte es viele lehrstellen und weniger bewerber.

  • Susi sagt:

    An dieser Stelle möchte ich einen wichtigen Link einbringen, wenn man Hilfe sucht in den Bereichen Laufbahn, Berufswahl, Bewerbungsunterlagen etc.

    Das offizielle schweizerische Informationsportal der Berufs-, Studien- und Laufbahnberatung:

    https://berufsberatung.ch/

    Und ein Besuch in einem BIZ kann auch nie schaden.

    Viel Glück allen Suchenden!

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Susi

      die meisten Schulen werden heute von einem BIZ-Vertreter besucht, es gibt ganze Handouts welche im Unterricht durchgearbeitet werden, und offizielle BIZ-Besuchtermine, je nach Angebot Besuch der Lehrstellen-Messe, plus BIZ-Veranstaltungen für die Eltern. Dazu entsprechende Apps welche den Jugendlichen zur Verfügung steht, Onlineportale uswetc.

      Ich hab über das Angebot wirklich gestaunt, aber die Belastung ist dennoch ziemlich hoch.

      • Brunhild Steiner sagt:

        fällt mir grad noch bezüglich BIZ ein, auch für Maturanden laufen da viele Angebote bspw Bewerbungen für Praktikumsplätze/Ferienjobs usw, es lohnt sich wirklich da anzudocken 🙂

      • Susi sagt:

        @Brunhild: Ich weiss, gehört ja zu meinem Beruf. Grad gestern war ich mit einer meiner Klassen im BIZ.
        Auch wenn es noch zig Apps etc. gibt, finde ich den Link sehr gut und darum habe ich ihn gepostet hier. Da kann man auch auf die Schnelle mal nachschauen, was denn der Unterschied zwischen einem Bewerbungs- und einem Motivationsschreiben ist… 😉

      • Susi sagt:

        Ah, und P.S.: Der BIZ-Vertreter, der vorbei kommt, ersetzt den Besuch im BIZ eben nicht; dort BIZ hat es eine wahnsinnige Menge von Unterlagen, die man auch ausleihen kann. Meine Klasse war gestern einen halben Morgen beschäftigt nur mit Sichten dieser immensen Fülle an Information.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Susi

        mein Punkt war eher, wobei ich nicht weiss ob das regional/kantonal unterschiedlich geregelt ist, dass sich Eltern nicht unbedingt von sich aus ans BIZ wenden müssen, da die Klassen dorthin aufgeboten und Eltern für Informationsabende eingeladen werden.

        Klar, der link ist absolut erwähneswert, eigentlich Pflicht unter so einem Art ikel. Schade rutscht er nun mit jedem weiteren Kom mentar weiter runter und out-of-sight…

      • Susi sagt:

        @Brunhild: Ich fand auch, dass man etwas hätte verlinken können. Bei mir steht er noch immer ganz oben, heute haben die Leute nicht viel zu sagen, offenbar.

        Und ja, stimmt, das wird heutzutage von der Schule in die Hand genommen, für die Eltern ist das eine grosse Entlastung.

      • tina sagt:

        susi, ja ich war auch total erleichert, als am elternabend der oberstufe erklärt wurde, wie das programm ist in der schule.
        aber nicht jeder lehrer kann das so vermitteln dass es in der praxis taugt und darum muss man dann – wie so oft – feststellen, dass es eben doch hauptsächlich zuhause erledigt werden muss.
        die infos, die man im biz bekommt, bekommt man auch im netz. allerdings ist es einfach nicht damit getan, den jugendlichen einen riesen berg info zu zeigen :). auch die tests (wie beim biz) führen nicht dazu, dass die jugendlichen wissen, was sie lernen wollen.

      • Susi sagt:

        @tina: „die infos, die man im biz bekommt, bekommt man auch im netz.“

        Das stimmt so nicht wirklich, ich habe dort ja auch geschmökert und ein paar extrem interessante Bücher entdeckt zum Thema „Lernen“. Man kann die Bücher dort ausleihen, aber ich habe mir grad eigene Exemplare bestellt, die ich beim Coaching und bei der Lernberatung einsetzen werde. Was ich meine: Sowas findet man nicht einfach im Netz, es hat dort sehr viel Material auf Papier zu allen möglichen Themen, das online nicht verfügbar ist.
        Ich finde, ein Besuch dort ist wirklich sehr lohnend!

      • tina sagt:

        nichts gegen das biz und klar ist es einen oder mehrere besuche wert, aber die berufsinformationen, wegen denen die schüler da hin gehen, die findet man eben auch unter dem link, den du angegeben hast.
        was man nur im biz kriegt (wenns mir recht ist nur in der 2. sek) sind die listen von firmen, die schnupperlehren anbieten.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Die Balance zwischen (An-)Leiten/Unterstützen etc und „gelassenem Loslassen“ finden ist gerade in dieser entscheidenden Phase nicht einfach.
    Sich dermassen präsentieren und auf-den-Markt-werfen müssen nicht jedermanns Sache, schon gar nicht wenn in diesem Alter sowieso sehr vieles mit innerer Sicherheit und sich selber finden los ist.

    Und an die „1.Sek-Eltern“, es kommt schneller als Ihr denkt, macht Eurem Nachwuchs klar dass viele Lehrbetriebe auf die „Verhaltens“-Kreuzchen schauen und nicht nur auf die Noten!

  • Carmelita01 sagt:

    Letztes Jahr hiess das von August bis Mitte November mit dem Sprössling jeden Sonntag Bewerbungen zu schreiben. Ja es war anstrengend ihn in dieser Phase zu begleiten, die eigenen Ängste nicht zu sehr zu zeigen, Vertrauen zu haben, sich ärgern, weil er es anstrengend fand 3-5 Online-Bewerbungen zu ‚machen‘, einfach dranzubleiben, aber es hat sich gelohnt. Über alle Jahre hinweg, ist es ja dann doch eine kurze, intensive Phase.

  • Hans Koller sagt:

    Warum man nicht Verwante Geschwister ereähnt?? Es interessiert doch wer der richtige Vater ist und nicht den Lebensabschnitt Bubbler der Frau.

    • Eugster Peter sagt:

      Ja Herr Koller, Sie hätten gescheiter auch etwas weniger „gebubbelt“ und mehr Ihr Hirn eingeschaltet!

    • Blog-Redaktion sagt:

      Bubbler! Gerade sehr gelacht / gb

    • Susi sagt:

      Koller, Sie haben halt schon sehr wenig Lebensklugheit.

      Der Bubbler meiner Mutter ist für mich auch heute noch eine sehr wichtige Bezugsperson. 21 Jahre nach dem Tod meiner Mutter.

      • k. miller sagt:

        Mal abgesehen vom Bubbler 😀 , warum überhaupt Geschwister usw. erwähnen? Ich finde es bei meinen Lernenden schon immer interessant, etwas über ihre Familie zu erfahren – es erklärt so manches wenn man da im Gespräch bleibt. Im Bewerbungsverfahren hat es jedoch noch nie eine Rolle gespielt, ob jemand einen älteren Bruder oder drei Stiefmütter oder einen Molch als Haustier hat. Was soll ich da denn bitte rauslesen? Soziale Kompetenz etwa?

  • Hans Koller sagt:

    Die Lehre ist für Dummis die später für einen Hungerlohn arbeiten.

    • Susi sagt:

      Und was machen die Nicht-Dummies? Geld waschen, Studium oder mit Drogen handeln?

      • Noemi sagt:

        Sie haben echt keine Ahnung, Herr Koller. Ich habe eine Lehre gemacht, BMS und habe jetzt den Bachelor im Sack (nicht den von 3+). Hätte ich das übersGymnasium gemacht, würde mir jetzt etwas Berufserfahrung fehlen. Die Lehre hat durchaus ihre Vorteile und in der Schweiz gibt es viele Weiterbildungsmöglichkeiten. Wenn ich Lust hätte, könnte ich jetzt auch an die Uni…

      • Susi sagt:

        @Noemi: „und habe jetzt den Bachelor im Sack (nicht den von 3+)“
        🙂

        Zum Rest: Bin ganz Ihrer Meinung.

      • merle sagt:

        @Susi …oder in ihre Sessel furzen, während sie Pornos herunterladen, zwischendurch mal schnell auf dem Klo eine Kokslinie reinziehen und nicht selten arglistig diejenigen über den Tisch ziehen, die ihnen dummerweise vertrauen. Halt einfach so , wie es sich weltweit für Orte wie z.B. den ……platz (und weitere Unorte) gehört, dort wo nämlich die wahren Spitzbuben sitzen, nicht auf dem Bau oder an der Ladenkasse. Und schliesslich, um Erfolgsgeschichten dieser Art noch die Krone aufzusetzen, fallen die Herrschaften nicht selten genau zum richtigen Zeitpunkt dem sogenannten Burnout anheim, worauf dann – wenn’s nicht wirklich dumm läuft – eine Kündigung samt satter Abfindung erfolgt, und schon ist das Leben wieder doppelt ein Bollwerk höchster Lebenslust….

      • Hans Koller sagt:

        @Noemi willkommen im Club, aber warum eine Lehre machen wenn man später nicht darauf arbeitet? Was empfehlen sie ihren Kindern? Ich nehme an wir beide arbeiten beide aus dem selben Grund nicht mehr auf dem Niveau Lehre, im weiteren haben sie bei gewissen Berufen zwar Weiterbildungschancen aber keine Entwicklungschance.

    • Carla sagt:

      Nicht für Dummies,Herr Koller.Aber mit 15 arbeiten ist schon fraglich.Die Jugendlichen sollten doch etwas länger die Schulbank drücken um ein breiteres Allgemeinwissen zu erlangen.

      • merle sagt:

        Ha, ha! „Jugendliche und Allgemeinwissen“, das passt ungefähr gleich gut zusammen wie Schlagrahm mit Senf.

      • gabi sagt:

        Hängt meiner Meinung nach aber DIREKT mit den Eltern zusammen.

        Kinder von Eltern, die Spass an einem breiten Allgemeinwissen haben, vermitteln das auch ihren Kindern. Und zwar ohne auch nur einen Finger dafür zu krümmen!

    • Evi Müller sagt:

      Ja klar, und wer macht Ihrer Meinung nach die ganze Arbeit wenn es nur Studierte gibt?

      • Carla sagt:

        Es geht nicht um „Studierte“.Es geht um Bildung.Wieso schon mit 15 in die Lehre?Und dies soll erstrebendswert sein?Es geht schon in Richtung Kinderarbeit.Passt irgendwie nicht mehr ins 2017 ! 1-2 Jahre länger obligatorische Schule würde vielen gut tun.Die Jugendlichen hätten mehr Zeit und wären reifer.

      • tststs sagt:

        Sie treffen hier einen wichtigen Punkt. Auch ich wäre dafür, ein freiwilliges 10.&11. Schuljahr anhängen zu können, wenn jemand noch nicht „reif“ fürs Erwerbsleben ist!

      • tina sagt:

        es gibt aber auch einen grossen teil jugendliche, die sind wirklich wirklich schulmüde und da würde zusätzliche schulzeit wirklich nichts nützen, im gegenteil

      • Sportpapi sagt:

        Man könnte ja schon auch auf die Idee kommen, dass man den Kindern und Jugendlichen etwas mehr zumuten könnte, als es heute bei uns üblich ist, und man damit ihre Reifung etwas weniger verzögern würde.
        Jetzt festzustellen, dass man die Phase der unbeschwerten Kindheit verlängern muss, weil die Jugendlichen mit 15 noch nicht bereit sind, halte ich für den falschen Weg.

    • beat graf sagt:

      Blöde Bemerkung Herr Koller. Meine beiden Töchter , noch unter 30 Jahre alt, haben KV und BMS sowie Weiterbildungen gemacht. Beide verdienen über Fr. 6000.– netto im Monat. Ich meinerseits damals KV mit Weiterbildung, sprachlich und fachlich verdiene rund Fr. 150’000.– im Jahr. Hungerlohn?

      • Hans Koller sagt:

        KV kommt immer auf die Sparte an und die Weiterbildung, welche Chance haben sie als Coiffeuse mit Weiterbildung??? Egal wo sie arbeiten mit UNI-Abschluss gibt es (meist) mehr Kohle.

    • Zufferey Marcel sagt:

      @Koller: Wenn schon heisst es Dummies und nicht Dummis, Sie Dummkopf. Und wer flickt ihren Kühlschrank, wenn er mal kaputt geht? Das duale Bildungssystem haben Sie offenbar auch nicht begriffen.

      Haben Sie überhaupt einen Bildungsabschluss..?!

      • Synn sagt:

        don’t feed the troll

      • Marusca sagt:

        @Koller …. oder wühlt in Ihrer Familienscheisse herum, wenn Ihr Klo verstopft ist? Der Rechtsanwalt oder Ihr Banker vielleicht? Zuffereys Frage, ob Sie selber je eine Lehre oder ein Studium absolviert haben ist übrigens mehr als berechtigt. Meistens verhalten sich nämlich genau diejenigen so arrogant und grossmäulig wie Sie, die nichts sind und nichts können.

  • Bartholdi sagt:

    Zwei lange Wochen? Mir kommen die Tränen.

    • Karl von Bruck sagt:

      Bingo! Laut Pro Juventute sind heute 50 000 Jugendliche stellensuchend. Mit unktrollierten EU-Lohndoempern a Discretion werden nicht nur Alte gegosst, sondern auch noch unerfahrene Jugendliche oft zu Warteschlaufen von Berufswahlklassen, Motivationssemestern, Gratispraktia oder „Vor“leeren genoetigt, die alle aus der Statistik fallen. Statt zwei Wochen, wie frueher allgemeinueblich, kann die Leerstellensuche heute auch locker 3 bis 4 Jahre dauern. Mit den Bewerbern ists wie mit den Aepfeln. Bei Ueberfluss werden nur fehlerfei hochglanzpolierte gekauft, bei einer Hungersnot werden gar massiv angefaulte aus den Haendlerhaenden gerissen….

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.