Best of: Mamma «Mia» – Warum heissen alle Kinder gleich?

Es sind Sommerferien, auch für unsere Autorinnen und Autoren. Deshalb publizieren wir während zweier Wochen einige Beiträge, die besonders viel zu reden gaben. Dieses Posting erschien erstmals am 18. Januar 2017.

Grosi kann Tscheremi nicht aussprechen: Auch deshalb bleibt die Namens-Hitliste alljährlich gleich. (iStock)

Das Bundesamt für Statistik wird uns im August wieder mit seinem Flagship-Produkt beglücken: der Babynamen-Hitliste 2016. «Nicht schon wieder Babynamen», werden Sie jetzt sagen, und ich kann Ihren Ärger verstehen. Aber Babynamen sind das iPhone des Mamablogs. Man kann gar nicht oft genug darüber berichten, weil Sie ja immer wieder draufklicken, liebe Leserinnen und Leser.

Die Babynamen-Statistik hat sogar noch mehr mit dem iPhone gemein: Es erwarten uns bei der Präsentation selten beeindruckende Neuerungen, und wir wissen schon im Voraus, was kommt. Die Website leonie.io, in Insiderkreisen auch «Babyleaks» genannt, wertet die Geburten von 25 Schweizer Spitälern aus und gibt uns schon heute einen Vorgeschmack auf die amtliche Namensliste 2016. Welch Überraschung, die Mädchen heissen wieder Mia, Emma und Emilia, die Jungs Noah, Leon und Ben.

Wie kommt das, und ist es schlimm?

Niemand will seinem Kind einen einfallslosen Namen geben. Keiner freut sich auf diesen Moment, wenn das Kind nach dem ersten Schultag sagt: «Die Lehrerin nennt mich Emma_3.»

Aber seinem Kind einen individuellen und trotzdem vertretbaren Namen zu suchen, ist längst nicht so leicht, wie Laien sich das vorstellen. Natürlich versuchen wir es zuerst mit etwas ganz Besonderem: Giselmund könnte das Baby heissen oder Ildefons. Und wenn es ein Mädchen wird: Zagortunia oder Rummsgundel.

Doch dann spricht so viel dagegen: Sie erkennen, dass nicht alle Ihren Humor teilen, fürchten die Reaktion der Verwandtschaft oder möchten Ihrem kleinen Atomjochen die berufliche Zukunft nicht versauen.

Viele Eltern weichen nun auf fremdsprachige Namen aus. Aber die passen meist nicht zu unseren traditionell biederen Deutschschweizer Nachnamen. Shakira Hösli, Maximilian-Jason Stückelberger und Eloise-Antoinette Aeschlimann. Na ja, man hofft dann halt auf eine rasche Heirat. Nordische Namen passen schon eher, aber die sind seit mindestens zehn Jahren auch nicht mehr einfallsreich.

Alles wegstreichen, bis Luca übrig bleibt

Ich dachte ja, ich hätte das Problem gelöst: mit seltenen oder selbst erfundenen Namen, die einen relativ gängigen Klang haben. Solange sie wie ein Name klingen, gehen sogar Alltagsbegriffe. So wollte ich meine nächsten Kinder Buolf, Azimut und Nische nennen. Die würden auch gut zum erstgeborenen Brecht passen, doch meine Frau lief Sturm.

Die Partnerin oder der Partner ist in der Regel die letzte und bitterste Guillotine. Da hätten Sie den perfekten Namen gefunden, aber dummerweise hatte Ihre Frau einen Kunobert in der Klasse, der war dumm, hässlich und aufdringlich.

Fast alle werdenden Eltern kämpfen sich nach dem Ausschlussprinzip durch die Babynamen. Und sie sind zu Recht kritisch. Immerhin muss sich das Kind ein Leben lang als «Struppi» vorstellen. Wenn eines Tages der grössere Bruder Tim nicht mehr daneben steht, ist der Witz verflogen. So dezimiert man ein Buch mit «Zehntausend tollen Babynamen» schnell auf eine übersichtliche Liste von fünf Namen, die einigermassen okay sind. Nur merkt man dann, dass Muttis und Vatis Liste null Schnittmenge aufweisen. Zurück zum Start.

In der Not hat der Teufel Mut zum Durchschnitt

Am Ende wählt man halt einen klassischen Trendnamen. So schlecht sind die nämlich nicht, im Gegenteil: Das sind abgehangene, konsensfähige Namen, die einige Vorteile mit sich bringen. Jeder kann sie aussprechen, und es gibt Laura, Luca und Jan als Autoaufkleber ab Stange. Für Bernfried, Weiderös und Hieronymus hingegen muss man sie teuer anfertigen lassen.

Wir Michaels, Barbaras und Markusse haben unter unseren Namen doch auch nicht gelitten. Wir mussten halt einfach anders beweisen, dass wir speziell sind.

Deshalb, liebe Neueltern, bedient euch ruhig gleich von Anfang an in der Babystatistik. Ihr könnt euch ja von Position 11 der Liste nach unten arbeiten. Lenas hat es später nämlich vier in der Klasse, Livias nur zwei. Ich kannte ein Pärchen, da hiessen beide Sarah. Witzig, aber die öffnen sich natürlich immer gegenseitig die Post.

Übrigens: Der Brecht – entgegen den Befürchtungen schockierter Kommentarschreiber – hat einen eher gängigen Namen im Pass stehen. Gut möglich, dass sein nächstes Geschwisterchen auch einen unspektakulären Namen trägt. Oder wir nehmen unseren ganzen Mut zusammen und nennen es Jackie Tschannen.

Wie haben Sie die Namen Ihrer Kinder gefunden? Und wie stehen Sie zu ausgefallenen und zu ganz gewöhnlichen Namen?

49 Kommentare zu «Best of: Mamma «Mia» – Warum heissen alle Kinder gleich?»

  • Felix sagt:

    Schwierig finde ich Namen, bei denen man jedesmal gleich die Schreibweise mitliefern muss, z.B. Hanna mit oder ohne H am Schluss. Meine Tochter hat eine englisch Variation von Lea bekommen, jeder hat diesen früher populären Namen schon gehört oder gelesen (z.B. in Filmen), trotzdem konnte ich in Statistiken nachlesen das in den letzten über zwanzig Jahren in der Schweiz nur mein Tochter diesen Namen bekommen hat. Auf diese Einmaligkeit ist meine Tochter heute stolz, und ich als Finder natürlich auch.
    Leider kann ich den Namen nicht nennen, jeder der sie kennt wüsste sofort wer gemeint ist.

    • Dinah Lilianne sagt:

      Ich würde mein Kind NIE Lea taufen. Oder irgendeine Form davon.
      Das ist der Hebräischename für Wildkuh….
      Oder etwas andere Schreibweise, für müde.
      naja.

      • Aquila Chrysaetos sagt:

        Sie haben den Wikipedia-Eintrag nicht ganz fertig gelesen. Es gibt noch andere hebräische, assyrische und lateinische Bedeutungen für Lea mit ganz anderen Deutungen. Ich finds ein schöner Name

    • Dinah Lilianne sagt:

      Ach noch, das selbe gilt für Linus…..

  • Claudia sagt:

    Seit 40 Jahren Claudia und dankbar dafür. Ein schöner klassicher Namen, jeder weiss wie schreiben und passt zu vielen Nachnamen. Einige versuchten den Namen zu verhunzen, ich hörte bewusst immer nur auf Claudia, so hatte das Spiel schnell ein Ende.

  • Lisa sagt:

    Wie war das Leben bzw. Taufen noch einfach, als man einfach den Erstgeborenen nach dem Papa Johannes Heinrich bzw. Hansheiri* taufte. Und der taufte wiederum den Sohnemann Hansheiri*. Und der taufte wiederum… (bitte * jeweils durch regionale Varianten ersetzen). Einen Zweitgeborenen konnte man dann übrigens Johannes Ernst taufen (oder so).

  • Koller sagt:

    Der Beste Namen für ein Kind im spanischen ist Adolf, da man mit -ita oder -ito, klein Adolf macht, so sagt man dann Adolfito, besonders im deutschen ist das ein wunderschöner Name. Ich habe den 1. Geburtstag vom kleinen Adolfito gefeiert.

  • Koller sagt:

    Warum hat der Autor seinem Brecht nicht einen Frauennamen gegeben. Der Brecht kann doch mal sein Geschlecht selber wählen. Und ich sehe ihn schon als Frau in den Armen eines Starken Mannes, darum wäre ein Frauenname wohl passender gewesen.

  • Lichtblau sagt:

    Dass der Vor- zum Nachnamen passen sollte, hat was. Italienischstämmige Familien mit Ambitionen könnten die für alle leicht auszusprechenden Vornamen „Dottoressa“, Principessa“ oder „Contessa“ wählen. Dottoressa Celentano, dass klingt doch. Aber auch Conte Caminada ist originell. Oder Earl König?

  • Sybille sagt:

    Es gibt klassische Frauennahmen, die momentan nicht IN sind, man muss nicht gleich zu ausgefallen oder doof klingenden Namen greifen: statt Lina/Emma/Emilie/Lena/Luana/Livia zB Beatrice, Mathilde, Susanne, Helene, Dorothea, Theodora, Gabriele, Therese, usw. Wer auf Deutsch steht könnte Namen wie Almute, Kunigunde, Gerda, Silke, Marion, Hildegard nehmen- und sicher sein, dass es nicht drei davon in der Klasse gibt. Für Buben gilt selbstverständlich das Gleiche, da gibt es viele klassische Namen, die momentan nicht In sind (Karl, Kurt, René, André) oder etwas die etwas gewöhnungsbedürftigen deutschen Rüdiger, Volker, Veit, Horst 😉

  • Marek sagt:

    Bis zu meinem 5. Lebensjahr dachte ich mein Name ist „Nein“.

    oder

    Bis zu meinem 5. Lebensjahr dachte ich mein Name ist „Lasdass“

  • mila sagt:

    Womit ich persönlich mehr Mühe bekunde als mit Hitparaden- oder fremdländischen Namen per se, sind stark ausgefallene, ‚programmatische‘ Namen. I.e. solche, die schon von weit her verkünden, welche Rolle den Kindern zukommen soll. Da sind mir die ‚bedeutungsoffeneren‘, alltäglichen Namen in der Tat sympathischer. Eine Anna kann sich selbst entscheiden, wie sie sich sehen will. Einer schweizerischen Chenille, Cheyenne etc. wird von den Eltern bereits ein bestimmtes ‚Prädikat‘ mitgegeben. Und oft (leider) eins, das eher negativ konnotiert wird von der Umwelt. Damit müssen am Ende die Kinder leben, nicht die Eltern. Das scheint mir doch ein bisschen unfair.

    • tststs sagt:

      Das ändert sich gottseidank auch alle Dekade wieder…

      Musste sich eine Klein-Mila noch vor 15 Jahren wohl täglich anhören „Mila kann lachen, wie Sonne über Fujiyama“ trallalalaaa…
      Und heute? Kennt das Lied kaum mehr ein Kind 😉

    • Martin Frey sagt:

      „Damit müssen am Ende die Kinder leben, nicht die Eltern.“
      Das ist der ganz entscheidende Punkt, den viele Eltern auf ihrem Originalitätstrip etwas ausser Acht lassen. Wenn das Kind ein Leben lang gestraft ist, indem der Name zweideutig oder eine unangenehme Konnotation mit sich bringt, sind m. E. angeblich „langweilige“ Klassiker allemal vorzuziehen.
      Für uns waren die Kriterien:
      – kurz (d.h nicht verhunzbar)
      – passend zum Nachnamen
      – zeitlos
      – in jeder uns wichtigen Sprache schön und v.a. ohne negative Konnotation
      Aber auch unter Klassikern hat man eine Menge Auswahl, wenn man denn will.
      Notabene, der beliebteste Babyname in England und Wales, in Brüssel, in gewissen Stadtteilen von Paris und in anderen europäischen Zentren ist mittlerweile… Mohammed. 😉

      • tina sagt:

        haha „nicht verhunzbar“. also wir haben jeden nochsokurzen und schönen namen verhunzt damals in der primarschule.

      • Samira Maurer sagt:

        Warum haben Eltern so Angst dass Namen „verhunzt“ werden? Die Eltern geben den Namen einem Neugeborenen, das weder einen erkennbaren Charakter hat, noch seinen Willen kundtun kann – Namensgebung ist ein absoluter Blindflug.
        Es ist der Name des Kindes und allein das Kind entscheidet, wie es genannt werden will – Spitznamen sind grundsätzlich etwas Tolles und Eltern haben absolut kein Recht dazu irgendetwas zu sagen.

      • mila sagt:

        Gemeint sind hier die Verhunzungen durch Dritte, nicht Spitznamen des Kindes. Kennen Sie diese Kindergarten- und Schulspielchen nicht mehr? Fürs Kind selbst sind die nicht in jedem Fall lustig.

      • Martin Frey sagt:

        Das meinte ich, mila. Selber hat das Kind ja meist wenig Einfluss darauf. Und gewisse Namen laden jedenfalls mehr zum verhunzen ein als andere. Besonders bizarr finde ich darüber hinaus noch, wenn die Eltern selber beginnen, die Namen der eigenen Sprösslinge zu verhunzen, weil sie zu lang (ergo zu mühsam) sind…. 🙂

    • mila sagt:

      Immer, immer am Ball… Gott, was hab ich meine schmetternde Namensvetterin geliebt! Es gab ganz andere Namensassoziationen, die tatsächlich extrem nervig waren… (gedenke, Mila ist nur eine mögliche Kurzform meines Ganznamens).

      • Lichtblau sagt:

        Hm. „Veit“ hat für mich etwas Wütendes, Trotziges (ich denke da an „Veitstanz“). Und schon wegen dem Spruch „mach dich nicht zum Horst“ würde ich diesen Vornamen eher nicht wählen. Ausser, er passt zum Nachnamen. Also Horst Huber – Naja. Horst Adler hingegen lässt sich hören – vor allem bei einem Schwinger 🙂

        Wenn sich der kleine Veit dann im Trotzalter auf dem Supermarktboden wälzt, kann man immerhin sagen, er leidet unter Veitstanz. Und

  • Marek sagt:

    Anstatt nach Kindernamen zu suchen, empfehle ich nach Frauen und Männernamen zu suchen. Kindernamen sind vielleciht 10 Jahre lang niedlich, aber der Rest vom Leben solltens doch passendere Namen sein.

    • tststs sagt:

      Ganz genau…
      Und doch bitteeee zuerst einen Blick auf das Kind werfen und sich dann für einen Namen entscheiden… er sollte doch irgendwie zum Kind passen, nicht?

      • tina sagt:

        das problem ist, tststs, dass babys nach der geburt meist erstmal verschrumpelte haut haben und käseschmiere und keine haare ;-). soll man sie deswegen quasimodo nennen?

      • tina sagt:

        aber ja, wir habens auch so versucht damals. klappte super beim ersten kind, beim 2. fanden wir einfach es passt nichts. am schluss passte von unseren mehreren seiten langen namensideen ein einziger name, und wir brauchten mehr als 2 tage bis er sich rauskristallisierte. das arme kind. dazu würde jeder sagen, der name gehört für einen dunkelhaarigen menschen, aber unser sohn war jahrelang extrem hellblond (als er dann mal haare kriegte). ihm gefällt der name aber 🙂 und vorsichtshalber haben beide noch einen 2. namen bekommen 😉

  • Rolf Frech sagt:

    Jackie Tschannen ? Wieso nicht Gianna Tschannen ? Den nächsten Buben könnt Ihr dann Gianni nennen (Giovanna/Giovanni). Es gab mal einen Jazzexperten am Radio – Lance Tschannen.

    • Frecher Rolf sagt:

      Sie haben offensichtlich den Witz nicht verstanden, Herr Frech. Jackie Tschannen klingt stark nach Jackie Chan – also, ich fand es lustig, go for it!
      Alternativ: Berthold Tschannen (wahrscheinlich schon 100 Mal gehört, würde aber zum Geschwisterchen passen)

      • Rolf Frech sagt:

        Jackie Chan ? Das war doch irgend so ein Schläger-Typ ? ist halt unter meinem Niveau, also go ich nit for it. Dafür sind Sie Hr. Anonymus (Angst vor Schlä-gen ?) ja ein überragend origineller Wortspieler.

  • Luca Cannolari sagt:

    Eltern, die ihren Sohn heute noch Luca taufen, sind sowas von unspiriert, kaum zu glauben. Die Schweizer haben diesen Namen in den letzten 20 Jahren schlicht und einfach kaputt gemacht. Tragisch.

  • alexandra weber sagt:

    Die mut- und phantasielose Gesellschaft von heute. Nicht mehr selber denken ist Trumpf. Sie bereitet sich für den Zentralismus vor, denn wir mit dieser Regierung wohl schneller erreicht haben als uns lieb ist.
    ewz

  • Martin sagt:

    Warum heissen alle Kinder gleich? Wieso haben alle die selben Tattoos oder zumindest die selben Motive? Sie wollen „individuell“ sein, hip usw. Und da alle hip und trendy sein möchten, stylen sie sich erst einmal ganz „individuell“ mit „ganz persönlichen Tattoos“, deren Bedeutung „ganz persönlich“ ist (deswegen tätowiert man es auch auf die Haut, ist ja logisch) und wenn die Kinder dann da sind, bekommen die eben auch so „ganz spezielle, individuelle“ Namen. Da aber alle das selbe machen, weil es eben so „individuell“ ist, landen sie am Schluss im Mainstream! Wer will schon sein Kind „Leon“ taufen? Leon Trotsky, der Erfinder des Kommunismus? Wieso nicht gleich Adolf? Ein Name sollte Bedeutung haben, nicht trendy sein.

    • tststs sagt:

      Sie wissen schon, dass Leon ein absoluter Topseller ist?

      Und übrigens, der einzige Menschenschlag, der fast noch nerviger als die Gruppe ist, die gerne ihre Individualität mit Tattoos betont (denn „individuell sein“ tun wir alle sowieso!!!), ist derjenige, der sich – vermeintlich lässigindividual – über sie lustig macht…

      • Martin sagt:

        @tststs: Weiss schon, dass das ein Top Seller ist. Aber es gibt noch viele Namen. Es gibt auch Namen mit der selben Bedeutung, die aber anders geschrieben werden usw.. Martin gilt auch als „Streber Name“, dabei stammt er vom lat. Wort „martinus“ ab, welches wiederum vom Wort „Mars“ hergeleitet wird. Der Mars war der Kriegsgott der Römer. Aber eben. Lieber Luca (gibt es auch für Frauen), Leon, Mia und andere oberflächliche Namen. Meine Favoriten zähle ich hier jetzt nicht auf, ansonsten werden sie noch zum Trend.

      • Martin sagt:

        @tststs: Was ich noch schreiben wollte, wegen dem lustig machen usw.: Ich habe mir von diesem Tattoo- Veganer- Hipster Volk lange genug Beleidigungen angehört und Unterstellungen jeglicher Art, da darf ich mich doch noch ein wenig über ihre völlig unnötige Körperverunstaltung lustig machen, oder nicht? Nicht jeder will individuell sein und muss das der ganzen Welt mitteilen. Ich wäre froh, ich könnte normale Kleidung kaufen.

      • Stephan Baumann sagt:

        ICh denke bei Leon an Leon der Profi, ein toller Film.
        Geht wohl noch anderen so.
        Schlimm finde ich Namen, die bewiesen sollen, dass die Eltern Bücher lesen können und wilde Kinder toll finden und dabei doch einfach beweisen, dass sie aus dem bildungsnahen linken Mittelstand kommen:
        Zora, Ronja, …

    • Frank Lauer sagt:

      Erstens hiess der Mann Leo (Lev) Trotzki, nicht Leon. Beziehungsweise eigentlich hiess er Lew Dawidoditsch Bronstein. Zweitens bezweifle ich stark, dass irgendjemand an Trotzki denkt, wenn er oder sie den Sohn auf den Namen Leon (oder Leo) tauft. Und drittens ist die Vielfalt an Vornamen so gross wie nie.

      • Hugo Brot sagt:

        Leo/Leon stammt ja eigentlich von Leonidas – ein schöner, männlicher Name. Leider wird er eben oft gekürzt genannt. Schade!

      • Koller sagt:

        Leo, Leon bedeutet Löwe, kommt wohl aus dem spanischen. aber ich finde ihn blöd.

      • Martin sagt:

        @Frank Lauer: Merkwürdig! Aber wenn jemand sein Kind Adolf tauft, ist er automatisch ein Nazi oder auch wenn er es Heinrich taufen würde. Obwohl es viele Könige mit dem Namen Heinrich gab. Könnte doch auch sein, dass diese Leute gezielt diesen Namen auswählen, weil sie eben zu diesem kommunistischen Milieu gehören?

    • Regina Bischof sagt:

      @Martin. – Ich bin ganz auf Ihrer Seite im Kontext der trivialen Tattoos. Sie haben es absolut auf den Punkt gebracht. „tststs“ ist tätowiert und fühlt sich auf den Schlips getreten.

      • Hans Dampf sagt:

        Bei Adolf denkt jeder sofort an Hitler, bei Josef interessanterweise niemand an Stalin. Und der Name Judas wurde wohl seit 2000 Jahren nicht angewendet, obwohl die Bedeutung eigentlich noch schön ist: Der Gelobte/Gepriesene.

  • Doris Aerne sagt:

    Englische (Jason) oder skandinavische Namen (Lars) etc. sind einfach zu häufig, ebenso Leon und Emma und Lilli etc.
    Da wir 1990 keinen gängigen, aber auch nicht bemüht ausgefallenen Namen suchten, liessen wir uns von Steve Harley and the Cockney Rebel inspirieren und seinem Song „Sebastian“.
    Heute ist unser Sohn 27 und schätzt seinen Namen, auch wenn ihn viele mit Sebi anreden.

    • mila sagt:

      Für uns war das ein Grund für einen kurzen Namen – keine Verkürzung/Verhunzung möglich. Aber ja, Sebastian ist sicher eine angenehme Wahl für den Träger. 😉

      • Samira Maurer sagt:

        Gott sei Dank kann man trotzdem aus jedem Namen (auch in Kombination mit dem Nachnamen) einen Spitznamen kreieren.
        Ich hoffe sehr, das ihre Kinder Spitznamen bekommen und ich hoffe noch viel mehr, das Sie nicht zu den Eltern gehören, die solche Spitznamen dauernd korrigieren – es ist nicht IHR Name, sondern der des Kindes.

    • Dinah Lilianne sagt:

      Naja, ich gehöre zur gleichen Generation (drei, vier Jahre älter) wie Ihr Sohn. Ich war mit 5 Sebastian in der Schule. Von den Sebastians, Baschis, Sebis im Privatleben mal abgesehen.
      So originell ist der nun auch nicht.
      Aber eben, ist doch egal. Ich finde Sebastian schön. Ich finde auch Emma (meine Urgrossmutter) schön. Meinen Namen mag ich auch.
      Dann finde ich Dörte schon wesentlich schlimmer.

  • Hans Koller sagt:

    In Portugal schrie eine Verkäuferin Ladron, das ist doch ein schöner Name? Darum heisst unser Kind Ladron. Frankreich hat auch schöne Namen wie voleur, sorcier, etc.

Kommentar

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