Wir parkieren unsere Kinder vor dem Tablet

Die Zeit ist reif: Es ist 2017, und das da sind Digital Natives. Foto: Jim Bauer (Flickr.com)

Diese Eltern, die im Restaurant ihre Kinder vor dem iPad parkieren: Diese Eltern sind wir. Und ich mag mich dafür weder schämen noch entschuldigen.

Doch das sollte man offenbar unbedingt tun, wenn sich Kinder vor Bildschirme setzen. «Ich bin eine Rabenmutter», schrieb vor kurzem eine Mutter auf Facebook. Ihr Kind sei krank, und sie habe ihm das iPad gegeben – allerdings mit einem «sooooo schlechten Gewissen». Andere fragen gleichenorts nach guten Apps und erhalten stattdessen Bünzlischweizer-Kommentare, die so fein und fies sind wie ein Papierschnitt: «Also meine Kinder interessiert das ja gar nicht, die wissen noch, wie man richtige Holzklötzli aufeinanderstapelt!»

Dumm, dick und aggressiv

Das iPad, dieses herrliche, spannende und teuflische Tool, das auch die kleinsten Kinder anzieht wie die Fliegen: Es fasziniert, animiert und – polarisiert.

Das Tablet hat, wie seine Cousins, die Spielkonsolen und Fernseher, keinen guten Ruf. Dick, dumm und aggressiv würden die elektronischen Geräte die Kinder machen, wettert zum Beispiel der von obigen Kommentarschreibern häufig zitierte Manfred Spitzer.

Der stützt seine Behauptungen beispielsweise auf eine Studie, bei der eine Gruppe junger Buben eine Playstation geschenkt kriegte und danach schlechtere Leistungen beim Lesen zeigte als die Kontrollgruppe ohne Spielkonsole. Die Gamer sind also nachweislich dümmer, folgert Spitzer. Dass die Jungen beim Spielen vielleicht dafür andere Fähigkeiten – wie zum Beispiel räumliches Denken – trainiert haben könnten, vergisst er aber bequemerweise.

«Kein Bildschirm unter 2!»

So lautet ein weiterer Ratschlag, der gerne geteilt wird. Seinen Ursprung hat er in einer Empfehlung der American Academy of Pediatrics von 1999, und er bezog sich damals natürlich ausschliesslich auf die passive Nutzung des Fernsehers. Nicht vergessen: Das iPhone feiert erst dieses Jahr seinen 10. Geburtstag, das iPad gibts seit 2010. Sowieso gibt es noch keine Langzeitstudien über die Auswirkungen von Tablets und Smartphones auf Kleinkinder, dafür sind die Geräte schlicht zu neu.

Der entscheidende Unterschied: Touchscreen-Geräte werden nicht passiv, sondern aktiv genutzt. Wenn ich meiner Tochter dabei zuschaue, wie sie Türme baut, Gegenstände nach Farben ordnet oder auch lernt, mit verschiedenen Bewegungen einen Zug zu lenken, dann stört es mich nicht, dass sie das «nur» virtuell tut. Zumal sie es in der realen Welt ja auch kann (ausser das Zugführen. Da üben wir noch).

Übrigens hat der Mann, dessen Zitat die Welt umrundet hat, seine Einschätzung im Hinblick auf das iPad im Jahr 2011 revidiert: «I believe that judicious use of interactive media is acceptable for children younger than the age of 2 years», erklärt der Kinderarzt Dimitri A. Christakis. Die Interaktivität, die das Spiel auf einem Touchscreen bietet, hat ihn dabei umgestimmt. Die Geräte erfüllen sechs von sieben Kriterien, mit denen der pädagogische Wert von Spielsachen bestimmt wird.

Digital Natives und ihre Zukunft

Also, in your face, ihr Holzklötzlimütter. Es ist 2017, und unsere Kinder sind Digital Natives, die in diese Welt hineingeboren werden. Sie werden nicht mehr unterscheiden zwischen virtueller und echter Realität, werden sich nahtlos von der einen in die andere Welt bewegen. Ihnen den Zugang dazu zu verweigern, insofern sie sich dafür interessieren, finde ich schlicht unfair.

Wenn wir davon ausgehen können, dass unsere Kinder in einer technologisierten Gesellschaft leben, in zwanzig Jahren womöglich Berufe ausüben, die es heute noch nicht gibt oder die nicht mehr so aussehen werden wie heute, bin ich froh, wenn sie in diese Technologie hineinwachsen. Wie scheinheilig wäre es von mir, laut Studie durchschnittlich 2000-mal pro Tag ein Handy in die Hand zu nehmen und es gleichzeitig meinen Kindern vorzuenthalten, weil es sie angeblich verdummt?

Zustände, die in den vorgängig zitierten nordamerikanischen Studien vorgefunden werden, bei denen Kleinkinder vier Stunden oder mehr täglich fernsehen oder ein Drittel der Dreijährigen einen eigenen Fernseher im Zimmer hat, haben mit unser aller Alltag wohl hoffentlich nichts zu tun.

Ich bin ehrlich davon überzeugt, dass die Kinder auch am Bildschirm lernen oder zumindest kurzfristig eine andere Gratifikation erhalten. Nebst dem Lerneffekt bietet der Bildschirm nämlich Entspannung, und wenn die Kinder nach einem anstrengenden Kindergartentag mal kurz in eine Fantasiewelt abdriften wollen, habe ich als Serien-Binge-Watcher erstens vollstes Verständnis. Und zweitens ermöglicht das verpönte Vor-dem-Fernseher-Parkieren auch mir eine verdiente Pause.

Relevant ist nicht, wie viel, sondern, was

Nun würde ich lügen, wenn ich behauptete, dass meine Kinder sich am Bildschirm ausschliesslich mit pädagogisch wertvollen Spielen beschäftigen (das tun sie aber manchmal, und meine Favoriten habe ich mal hier zusammengefasst). Auch bei uns nervt Peppa Wutz. Die Lego-Ninjas wirbeln über den Bildschirm. Und der Sohn kennt den Text zu «Let it go». Folgeschäden sind bis jetzt ausgeblieben (ausser, dass sich die Tochter nur noch mit dem Elsa-Badetuch abtrocknen lässt. Aber jänu).

Es kommt aber jetzt doch noch, das Aber. Auch wir lassen die Kinder nicht einfach gewähren und das iPad mit ins Bett nehmen (das sowieso nicht – das blaue Licht der Screens behindert das Einschlafen). Wir wollen wissen, was geschaut und gespielt wird, wollen mitreden können. Ich weiss beispielsweise, dass George Wutz Dinosaurier mag. Dass Lloyd der grüne Ninja ist. Und Kristof kein Rentier, sondern das Schätzeli von Anna. Was ohne Begleitung gar nicht mehr geht: Youtube. Nicht nur wegen der stupiden Videos, in denen Spielzeug aus Knete oder Schleim herausgepult wird (really), sondern spätestens, seit auch auf Kinderchannels plötzlich gefakte Videos im Trickfilmlook auftauchen, die auch Erwachsenen Albträume einjagen könnten.

Zurück ins Restaurant, wo meine Kinder vom iPad «gebabysittet» werden. Oft passiert das in den Ferien, denn zu Hause beschäftigen wir lieber einen lebenden Babysitter und gehen dann alleine aus. Sind die Kinder aber dabei und haben wie gewöhnlich nach sieben Minuten ihr Znacht beendet, wuseln sie weder zwischen den Beinen der Bedienung hindurch, noch nehmen sie die Restaurantdeko auseinander. Sie lassen uns (und die anderen Gäste!) in Ruhe essen.

Gern geschehen.

Dieser Text erschien erstmals auf Anyworkingmom.com

167 Kommentare zu «Wir parkieren unsere Kinder vor dem Tablet»

  • Reto Eggimann sagt:

    Easy, Leute. Warum immer diese ideologischen Grabenkämpfe? Bei uns gibts Klötzli und Tablets, Minecraft und Oldschool-Bücher. Wenn man einigermassen reflektiert handelt, bewusst ein paar Leitplanken setzt, interessiert an der digitalen Lebenswelt der Kids teilnimmt und selber versucht, ein gutes Vorbild zu sein, dann sind Tablets eine halb so wilde Sache. Habe kürzlich ein interessantes Buch zum Thema gelesen: «Fit und fair im Netz» von Felix Rauh (hep). Kann ich guten Herzens bestens empfehlen.

    Dazu habe ich kürzlich ein interessantes Buch gelesen: „Fit und fair im Netz“ von

  • Fritz sagt:

    so dumme ficher wie die heutige Jugend ist der grösste Horror …… auch dessen Eltern ….!!! weil sie alle mit offenen Augen ins Schlachthaus marschieren……freiwillig….!!! so dämlich machen sie alles mit was im fernsehen – Radio und Zeitungen gesagt und geschrieben wird….

  • Madeleine sagt:

    Mein Tipp: Maus App – von Sendung mit der Maus

  • Reto sagt:

    Wer findet, dass Tablets etwas sind, das man „aktiv“ betreibt und noch das Gefühl hat, dass die Kinder besser in die technologisierte Zukunft hineinwachsen, weil sie mit drei Jahren mit den Fingern über einen Touchscreen streichen können, hat glaube ich auch etwas nicht richtig verstanden.

    Unsere Kinder nützen natürlich auch Game-Konsolen und schauen TV und spielen mal etwas auf dem Tablet (wobei die Spiele dort doch recht stupid sind, im Gegensatz zu richtigen Spielen, die nicht nur aus Werbung und „in App-Käufen“ bestehen. Allerdings können sie im Restaurant trotzdem drauf verzichten. Wäre das nicht so, wäre das ein Grund, das Zeugs komplett zu verbieten.

    • Normalweg sagt:

      Was genau hat man denn nicht richtig verstanden, wenn man realisiert hat dass der Alltag und das Berufsleben unsere Kinder (so in 20, 30 Jahren) in grossen Masse von diesen Smart-Devices geprägt sein wird? Und das ob es einem passt oder nicht. Deswegen schadet es sicher nicht, wenn die Kinder schon früh einen massvollen, altersentsprechenden Umgang mit diesen Apparaten erlernen.

  • CoffeeToffee sagt:

    @tststs
    Wir sind gar nicht die grossen Restaurant Gänger aber in den Ferien essen wir häufig auswärts. Und da sind wir normalerweise mit der einen oder anderen Familie unterwegs. Sei es in Italien oder in einem Resti in einem Dorf nähe Zeltplatz.
    Klar könnteich mein nicht Restaurant kompatibles Kind beschäftigen, mach ich auch wenn wir als Familie unterwegs sind. Aber mit Freunden will ich mich gern auch mal an einer Diskussion beteiligen

  • tststs sagt:

    „Unruhige Kinder im Restaurant“
    Wurde hier oft angetönt, deshalb mein Senf dazu:
    Wie viele hier schon geschrieben haben, ist jedes Kind unterschiedlich und ein lautes/störendes Kind (ohne jetzt noch zu diskutieren, was überhaupt störend ist) ist weder per se ein Problem noch die Frucht unfähiger Eltern.
    Aaaaber, wenn ich schon merke, dass mein Kind und Restaurants nicht kompatibel sind, weshalb überhaupt hingehen? (Also ich mein jetzt natürlich nicht, dass deshalb eine Einladung ausgeschlagen werden muss.)

    • 13 sagt:

      Weil die Familie meistens aus mehreren Personen und nicht nur dem nicht-restaurant-kompatiblem Kind besteht und diese auch ihre Wünsche und Bedürfnisse haben?
      Ich bin allerdings davon überzeugt, dass es durchaus möglich ist, auch ein bewegungsfreudigeres Kind in einem Restaurant entsprechend zu beschäftigen, dass es nicht als störend empfunden wird.

  • Katharina sagt:

    „It is hard to find an expert who thinks that monitored and considered tablet use is harmful. Even Richard Graham, the doctor who was reported to have treated the four-year-old patient for iPad addiction, does not think tablets are bad for children. Graham, lead consultant for technology addiction at the Capio Nightingale hospital in London, says that that „case“, so eagerly taken up by the tabloids, comprised a single informal phone call with a parent, in which he gave advice. There was no followup treatment. He doesn’t believe that „addiction“ is a suitable word to use of such young children.“

    https://www.theguardian.com/society/2014/jan/08/are-tablet-computers-bad-young-children

  • Leo Schmidli sagt:

    Die Studie sagt nicht, dass das Handy im Durchschnitt mehr als 2000 mal in die Hand genommen wird, sondern dass es zu so vielen Aktionen kommt (drücken, wischen etc.). Das erreiche ich wahrscheinlich schon mit 15 Nachrichten. Dazu noch ein paar E-Mails, Kommentare in Foren etc. dann ist man auch schnell bei 5000+.
    Übrigens: Der Artikel enthält über 6500 Anschläge.

  • Reisende sagt:

    Zugegebenmassen hat ich anfangs auch eine Medienphobie, sehe das aber inzwischen gelassener weil ich gemerkt habe, dass unser Sohn IMMER sofort den DVD-Player abstellt sobald die letzte Szene läuft oder inzwischen kein Problem hat sich an Abmachungen zu halten (Du darst Schauen oder spielen bis Essen auf dem Tisch ist) – das mit 5 Jahren. Aber, ins Restaurant oder (was bei uns wegen verstreuter Verwandschaft auch immer wieder vorkommt) im Flugzeug gibt es bei mir grundsätzlich keine Medien. Da nehme ich was zum Malen oder lessen mit. Einerseits habe ich mich dazu entschlossen Kinder zu haben und das ist nun mal so und anderseits muss ein Kind doch lernen in gewissen Situationen sich auch benehmen zu können und Rücksicht zu nehmen. ja, das ist anstrengend, aber es wird mit jedem Mal besser.

    • Reisende sagt:

      also das mit dem Abstellen vom DVD-Player hab ich hauptsächlich geschrieben weil mich das selbst so irritiert, ich würde sonst schon noch gerne die letzte Szene zu Ende schauen ;o)

      • AnnaB sagt:

        Keine Medien im Flugzeug? Jeder Sitz hat ein Bildschirm mit Kinderspiele und Kinderfilme. Und meistens, leider, geht es nicht nur mit malen, vorlesen, vorsingen, Gummibärli, Lego, Schoppen, Nuggi um ein Baby oder Kleinkind ruhig und angeschnallt zu behalten bei Turbulenzen oder 20 Minuten (aber es fühlt sich wie Stunden an nach einem langen Flug) vor Landung.

      • tststs sagt:

        „Gell Gotti, nach dere Folg gahni is Bett…?“

        ähm ja…dammi war ich als Kind auch so brav und organisiert?!?
        😉

    • Sportpapi sagt:

      Keine Medien im Flugzeug? Was soll das denn?

      • Stadtmutti sagt:

        Das finde ich in der Tat auch komisch: Während alle Passagiere das On-Board-Entertainment-System nutzen, dürfen die Kinder nicht? Etwa ähnlich gut, wenn man mit einer grossen Gruppe im Restaurant sitzt und die Erwachsenen Schnitzel und Pommes Frittes bestellen, aber die Kinder sollten dann bitte etwas Gesundes essen und bekommen Pasta mit Gemüse oder so…

      • tststs sagt:

        Naja, nicht alle fliegen Swiss, resp. Langstrecke…
        Ich glaub, Reisende meint eher, dass sie/er nicht extra ein Tablet mitnimmt…

  • Stefan Moser sagt:

    Es ist ein Trugschluss zu glauben, wenn man das Kind bis 8 Jahren mit Geräten ruhig stellt, dass es danach weiss, wie man kommuniziert oder auch einmal eine Pause aushält. Das wird es nämlich nie gelernt haben.
    Die meisten von uns werden wohl hin und wieder schwach und drücken den Kleinen ein Grätli in die Hand. Das ist noch nicht so schlimm. Aber in einem Mamablog damit zu prahlen und es als Erziehungsmethode zu verwenden, das ist schlimm.

    • tina sagt:

      es ist ein trugschluss zu glauben, dass die leute ihre kinder permanent ruhig stellen, die ihren kindern auch mal bildschirm erlauben.

  • Richard sagt:

    Wir haben zwei Kinder, 8 und 9, die schon früh mit Tablets und Smartphones in Kontakt kamen (ab 2 Jahren), allerdings gehören digitale Geräte bei uns nicht an den Esstisch. Für uns war die Tatsache ausschlaggebend, dass sie jeweils nach der Nutzung dieser Geräte schlechter drauf waren, als zuvor. Jedes Mal, aber wirklich jedes Mal gab es ein Drama, als die von uns gesetzte Zeit (10-20 Min.) um war. Die beiden waren dann sichtbar mieser drauf. Folglich haben wir den Gebrauch nur noch ab und zu nach dem Znacht und auf die Wochenenden begrenzt. Und auch dann nur, wenn der Tag gut verlaufen ist.
    Was beobachtet ihr? Wie beschreibt ihr den Zustand eurer Kinder nach dem Gebrauch von Tablete?

    • mira sagt:

      Genau gleich bei uns: Riesen Geschrei, wenn die Zeit um ist. Danach erst mal hässig und ohne eigene Idee, was jetzt zu tun sei. Das war für uns auch ein Grund, warum wir die Zeit sehr stark eingeschränkt haben (5 Jähriger: max. 2 x pro Woche 30 Min, 8 Jährige max. 3 x pro Woche 30 Min).
      Wobei die 8-Jährige mittlerweilen vernünftiger geworden ist. Sie kann sich innerlich schon auf das „Ende“ einstellen. Das musste aber bitter gelernt werden…

    • 13 sagt:

      „Was beobachtet ihr? Wie beschreibt ihr den Zustand eurer Kinder nach dem Gebrauch von Tablete?“

      Ein elektronisches Gerät auch wieder aus der Hand lassen, wie auch den Fernseher abstellen, ist ein Lernprozess, der nicht einfach nicht, auch nicht für uns Erwachsene. Aber ich finde ihn deshalb nicht weniger wichtig. Im Gegenteil muss auch das eben gelernt werden. Bei uns ist es sehr unterschiedlich. Manchmal ist es einfach gut und sie finden schnell etwas anderes, manchmal gibt es ein Drama, was auch dazu führt, dass in der nächsten Zeit weniger konsumiert werden darf. Was aber meistens gut hilft, sind klare Ansagen im Vorfeld: Noch 10 Min., noch 5 Min., noch dieses Spiel. Damit machen wir auch bei anderen Dingen (reinkommen, schlafen gehen etc.) gute Erfahrungen.

      • Richard sagt:

        Genau, mit den Ansagen haben wir auch teils gute Erfahrungen. Insgesamt bin ich aber skeptisch, ob den Kindern das Gamen auf dem Tablet gut tut. Ich würde sie nicht mehr so früh ran lassen. Der Teufelskreis ist eben der: Wenn es ein Drama gibt, dürfen sie in nächster Zeit weniger Gamen = Verknappung = noch interessanter. Und wenn dann die Kinder das Zimmer aufgeräumt haben dürfen sie wieder ans Tablet = Belohnung. Was lernt das Kind? Gamen ist rar und wertvoll.

    • Sportpapi sagt:

      Ich frage mich nur, wie ich reagieren würde, wenn mir jemand anderer ständig nach kurzer Zeit den Fernseher abstellen oder das Buch aus der Hand nehmen würde.
      Ganz sicher wäre ich da auch ziemlich mies drauf.

      • tina sagt:

        das ist tatsächlich ein grund. auch ich habe meine jungs bis sie glaubs 13 waren nur täglich 20min vor den bildschirm sitzen lassen (jegliche art von bildschirm).
        so konnten sie gar nie ein spiel wirklich spielen. sie nehmen es mir zwar übel, aber andererseits ist es nicht so, dass sie deswegen einen schaden davon getragen haben :). aber dass ich mit meiner einschränkung das spielen sowieso total verdorben habe, war mir nicht klar damals. man stelle sich vor, man liebt schach, darf aber nur 20minuten.

      • mira sagt:

        Die durchschnittliche Dauer der Filme, die meine Kinder schauen, beträgt 10 – 15 Minuten…. Also nix da mit Unterbrechen…

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Aus diesem Grund vereinbare ich mit meinen Kindern, was sie schauen dürfen und nicht wieviele Minuten. Und wenn diese Sendung vorbei ist, dann ist es fertig.
        Meiner Mutter musste ich jeweils auch immer versprechen, das eine Kapitel noch fertigzulesen und dann endlich zu kommen.
        Trotzdem hilft es, kurz vor Ende sie nochmals daran zu erinnern.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das ist vernünftig und machen wir auch so. Nur: Ich kann den kindlichen Ärger sehr gut nachvollziehen. Zumal wir diesbezüglich auch nicht immer tolle Vorbilder sind.

      • 13 sagt:

        Selbstverständlich kann man den Ärger verstehen. Frustration und Traurigkeit dürfen sein und auch geäussert werden (auf welche Art und Weise ist natürlich altersabhängig). Gefühle muss man nicht unterdrücken. Der Lernprozess liegt einfach darin, den PC trotz Ärger auszuschalten und eben je nach Alter dies nicht dadurch zu kompensieren, dass man das halbe Haus zusammenschreit oder das Iphone durch die Gegend schmeisst.

      • tststs sagt:

        Und man darf/soll die Kinder in ihrem Ärger/Frust auch ernst nehmen!
        (Bricht mir manchmal fast das Herz, wie gewisse Eltern sich daraus noch einen Spass machen… und u.U. das Ganze sogar noch filmen….

      • Richard sagt:

        Ne, damit hat es nichts zu tun. Beim Gamen ist das zudem etwas Anderes, die dauern ja nicht sonderlich lang. Als wir sagten, ihr dürft drei Games spielen, dauerte das ewig. Und wenn wir warteten, bis sie von selber keine Lust mehr hatten, waren sie genauso mies drauf, wie nach 20 Minuten.

    • tststs sagt:

      Nicht Tablet, aber sonstige „Digitale-Medien-Konsum“-Erfahrungen:
      1. Vorab klar definiert Zeit- oder Episodenraum benennen (also zb 30min. gamen oder 2 Episoden einer Serie schauen)
      2. Beim Gamen: zuerst nicht radikal sein („aber i bi grad zmitzt im Level drin… dörfi fertig mache?“)
      3. Aber dann, spätestens nach der 2. Aufforderung, radikal werden: ich gehe halt hin und drücke auf den Aus-Knopf.
      4. Wenn Frust daraus resultiert, darauf aufmerksam machen, dass es nächstes Mal gar keine Medien gibt, wenn jedes Mal so ein „Gschiss“ daraus resultiert…

      Aber der gemeine Leser hier weiss, dass ich mich „nur“ mit Göttikindern rumschlage, und dass Kinder sich auswärts immer von der besseren Seite zeigen 😉

      • Sportpapi sagt:

        @tststs: Alles klar, so machen es wohl die meisten. Aber auch hier: Wie würden Sie reagieren, wenn irgendjemand das mit Ihnen machen würde? „Wenn Frust daraus resultiert, darauf aufmerksam machen, dass es nächstes Mal gar keine Medien gibt, wenn jedes Mal so ein „Gschiss“ daraus resultiert…“
        Ich vermute, das würden Sie dann doppelt unfair finden (also nicht einmal mehr gegen eine Ungerechtigkeit aufbegehren ist erlaubt?). Wie die Kinder auch…

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Ich erkläre meinen Kindern jeweils, dass wenn es wieder soweit kommt, dass der TV so wichtig ist, dass sie gar nicht wissen, was sie ohne ihn tun sollen und darum wütend sind, wenn ich ihn abstelle, wir mal eine Weile Pause machen sollen, weil uns so gute Alternativideen kommen. Wir lassen ihn dann eine Woche aus. Eines der Kinder ist damit nicht begeistert, macht aber mit und nach 1-2 Tagen fragt niemand danach. Das zweite Kind hingegen äussert sich selber klar, dass ihm die Pause gut tat. Man darf ja schauen/spielen, es sollte nur nicht Lebensinhalt werden.

      • tststs sagt:

        Also Sie meinen, wenn trotz der Abmachung Frust entsteht?
        (Ehrlich, sind Sie auch frustiert, wenn Sie wissen, ich fahre jetzt 30Min Zug und wenn ich ankomme muss ich das Buch zur Seite legen…?)
        Dann kommt eben Ansage 4. Wenn es dann noch einmal zu Frust kommen, dass muss ich mir eingestehen, dass ich das Kind überfordere und die Geräte noch nicht geeignet sind. Ergo, es wird nicht mehr damit gespielt…

      • tststs sagt:

        „DANN muss ich mir eingestehen…“

        Heute habe ich irgendwie Mühe…

      • mila sagt:

        Also, ich würde mir so manchmal gerne spätsspätabends noch eine (weitere) Serienfolge reinziehen, oder den Buchrest. Und tue es aus reinen Vernunftgründen nicht. Aber frustieren tut es mich trotzdem jedes Mal… Ein Grund, mir den Medienkonsum einzuschränken? Wohl nicht. Der mithin einzige Unterschied zum Kind ist, dass dieses erst noch lernen muss, Frust ‚adäquat‘ auszuhalten. Respektive, selbst auszuschalten. 😉

      • 13 sagt:

        @ tststs
        (Ehrlich, sind Sie auch frustiert, wenn Sie wissen, ich fahre jetzt 30Min Zug und wenn ich ankomme muss ich das Buch zur Seite legen…?)

        Ging die Frage an mich? Ja, da bin ich frustriert. Ich habe auch Bücher, die ich wirklich nur lesen kann, wenn ich Ferien habe oder die Kinder weg sind oder so, weil sie mich derart in Beschlag nehmen, dass ich schon genervt bin, wenn ich durch ein Kind (oder so Dinge wie Arbeit, Haushalt etc.) unterbrochen werde. Darum plane ich konkret, wann solche gehen. So auch beim Handy. Wenn ich merke, dass der Stellenwert dieses zu gross wird, wird es bewusst weggelegt. Oder bei Serien, wenn ich merke, es tut mir nicht gut, weil ich gar nicht raus möchte, sondern immer weiter schauen, gibt es zuerst eine Pause, bis die Prioritäten wieder klar sind.

  • CoffeeToffee sagt:

    @martin frey
    Da muss ich mich sportpapi&co anschliessen. Am besten sieht man es bei geschwistern. Der eine sitz schön am tisch, seit er sitzen kann. Der andere isst unmöglich, zappelt herum, nimmt die tischdeko auseinander. So gesehen bei uns und vielen freunden…. so ein tablet hat uns auch schon ein angenehmes halbes stündchen in einem restaurant beschert- da wollte ich nämlich mit unseren freunden reden und nicht büechli vorlesen. Voll ok, ab und an.

    • Martin Frey sagt:

      @CoffeeToffee
      „Voll ok, ab und an.“
      Sicher, ab einem gewissen Alter, das sehe ich auch so.
      Oder wie es Stefan Moser m. E. treffend formulierte:
      „Das ist noch nicht so schlimm. Aber in einem Mamablog damit zu prahlen und es als Erziehungsmethode zu verwenden, das ist schlimm.“

  • Susi sagt:

    Wir haben uns an gewisse Empfehlungen gehalten: Kein Bildschirm vor 2, kaum Bildschirm bis 3, dann ab und zu ein Film. Keine Games bis ca. 6, dann seeehr moderat.
    Mit dem Zucker hielten wir es gleich, es gab keinen im 1. Jahr und kaum welchen im 2.
    Das Resultat: Eine jetzt 8 Jährige, die mit Leidenschaft vor dem TV sitzt und dabei Süsses essen möchte. Für die es ein Highlight ist, wenn sie mal das Smartphone von Mami oder Papi in die Hände kriegt und unbedingt ein eigenes will.
    Tscha.
    Ok, vielleicht wäre es ja noch ärger, wenn sie früher damit angefangen hätte. Aber summa summarum hat der Verzicht nicht viel gebracht. Und ich würde im „Notfall“ jederzeit ein Tablet oder Smartphone als Babysitter einsetzen. Nur haben wir zum Glück kaum je einen solchen Notfall.

    • tststs sagt:

      Wir hatten zuhause ja auch ein strenges Zucker- und TV-Regime… (war kein Anlass für grosse Diskussionen und Streitereien, war einfach so…)

      Und ja, einerseits pfeiffe ich mir schon Zuckercornflakes zum Zmorgen rein; am Sonntag gerne auch verbunden mit Binge-Trash-TV-Watching.
      Andererseits habe ich (behaupte ich zumindest) ein normales Verhältnis zu Ernährung und ein gutes zu meinem Körper; und ich lasse mir nicht jedes digitale Gerät aufschwatzen, resp. gerate nicht in Schweissausbrüche, wenn ich mein Kasten mal zuhause vergesse…

      Und ganz ehrlich, dass Ihr Kind das Benutzen des Iphones als Privileg und nicht als Selbstverständlich betrachtet, zeigt mir, dass dieser Verzicht durchaus was gebracht hat. Aber das ist meine Meinung…

      • Susi sagt:

        @tststs: „dass Ihr Kind das Benutzen des Iphones als Privileg und nicht als Selbstverständlich betrachtet, zeigt mir, dass dieser Verzicht durchaus was gebracht hat“

        Stimmt, das hat was!

    • Reincarnation of XY sagt:

      Das ist ein guter Punkt Susi.
      Verbote bringen mMn oft wenig.

      • Susi sagt:

        @RoXY: „Verbote bringen mMn oft wenig.“

        Ja, Verbote sind sogar oft kontraproduktiv.

        In unserem Fall waren es aber keine eigentlichen Verbote, denn unsere Tochter wusste ja gar nicht, dass es z.B. sowas wie ein Tablet gibt und hat auch nie danach verlangt.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Manchmal hat man einfach Nachholbedarf.

        Geht uns oft so: man schaut z.B. Fernsehen, immer mehr und mehr – und plötzlich hat man gar keine Lust mehr „weil man es gesehen hat“.
        Oder: Die exzessiven Partygänger von früher sind heute alles Stubenhocker. Und der, der eher zurückhaltend war, dreht später plötzlich auf.

        Mir ist es lieber, wenn die Kinder in unserem Umfeld verschiedene Sachen ausprobieren können, als wenn sie dann später auswärts extremen Nachholbedarf ausleben.

        Handy z.B. ist momentan nicht mehr so hoch im Kurs, weil es immer wieder haben durften, von mir oder der Tante. Vielleicht ist es gerade nicht so gut, wenn sie die Benutzung solcher Dinge als Privileg ansehen. Vielleicht gibt es diesen Dingen eine zu Hohe Wichtigkeit. Aber da sind Kinder wohl auch verschieden.

      • tina sagt:

        xy: bei kindern ist es aber so, dass sie für manche dinge einfach noch zu klein sind und darum nicht oder nur wenig dürfen. das hat auch etwas mit gehirnentwicklung zutun, mit sich selber kontrollieren können und mit sich hoffentlich entwickelnder vernunft

      • tststs sagt:

        Ich muss mich hier tina anschliessen. Dinge, die so dermassen direkt aufs Belohnungszentrum im Hirn einwirken, oder kurz: Dinge mit Suchtpotential, sollten tatsächlich kontrolliert an Kinder abgeben werden. Oder eben, wie RoXY auch sagt: „mal ausprobieren“

        Und natürlich kann die Taktik „Überdosis“ durchaus auch mal gut funktionieren… aber würden wir dies auch mit Alkohol machen? Oder Ziggis?

    • Martin Frey sagt:

      @Susi
      „Ok, vielleicht wäre es ja noch ärger, wenn sie früher damit angefangen hätte. Aber summa summarum hat der Verzicht nicht viel gebracht. “
      Das wissen Sie nicht, Susi. Weil Ihr Kind jetzt ein anderes Kind sein könnte, hätten Sie von Anfang an anders gehandelt.
      Ansonsten aber absolut einverstanden, wir halten das fast ident.

  • tststs sagt:

    Darf ich mal kurz eine Frage in die Runde werfen?

    Wie oft geht denn die Familie mit Sprösslingen im Alter von 2-8 Jahren ins Restaurant? Also ich meine jetzt richtig ins Restaurant (nicht McDo, nicht Konfirmantionsessen, nicht Einkehr in die Bergbeiz)?

    Ich kenne – kurz überschlagen – niemanden, der dies macht; wenn die Kids ins Restaurant mitgenommen werden, dann weil die Eltern in ein Restaurant eingeladen wurden…

    • Susi sagt:

      Das habe ich mich vorher auch gefragt. Wir gehen nur wenige Male jährlich ins Restaurant, hauptsächlich an den Geburtstagen. Und da war/ist es eigentlich nie ein Problem, dass man aufs Essen warten muss.

      • tststs sagt:

        Ich kann hier ja nur auf die Erfahrung meiner eigenen Kindheit zurückgreifen und muss sagen: Gab es bei uns auch nie. Ausser eben irgendein Geschwister/Cousin/Nichte hatte Firmung/Taufe/Hochzeit; aber eben, das war dann auch kein klassischer Restaurantbesuch und selbstverständlich durften wir zwischen den Gängen raus auf den Spielplatz…

      • tststs sagt:

        Bekomme langsam das Gefühl, dass dies bei uns wohl eher eine Frage der Finanzen war… 🙂

    • Franziska sagt:

      Wir machen dies ca. alle 2 Wochen. Meistens sind wir irgendwo unterwegs und gehen gerade noch ins Restaurant. Wir haben schon standardmässig immer etwas zum Malen oder ein paar Pixibüechli dabei…

    • 13 sagt:

      Wir haben 3 Kinder in dem Alter und würde sagen: so ca. alle 2 Monate, in den Ferien öfters, die Kinder kommen sicher auf ca. 10-15 Besuche pro Jahr. Natürlich ist es meistens eine Pizzeria oder ähnlich, das Familienbudget lässt grüssen aber auch mal ein Gasthof etc. Das ist so ein bisschen unser Luxus, dass wir gerne auswärts essen und die Kinder sind in den meisten Fällen dabei und mögen das auch.

    • AnnaB sagt:

      Wir gehen so 2 bis 3-mal die Woche als Familie, also mit unseren 2 Kinder (2.5 J und 5.5) ins Restaurant. Freitag am Abend mit Grosseltern oder auch ohne, Samstag Mittagessen zum Bespiel Sushi bar und am Sonntag Brunch mit Kollegen. Oder manchmal auch sonst unter der Woche zum Abendessen zum Italiener weil keine Lust zu kochen.

    • Jürg. sagt:

      ca. alle 2 Monate, in der Regel Samstagmittag, die Kinder gehen gerne ins Restaurant (ohne Tablett etc.).

    • mila sagt:

      Wöchentlich (einkaufshalber) im Migros oder Coop Restaurant, ausflugsweise im Hafencafé, in der Badibeiz, beim Italiener etc., und vielleicht 2 mal im Jahr an Familienfesten ‚gehobener‘. Ich würde demnach sagen, wir essen gut 6-8 mal pro Monat auswärts. In aller Regel völlig problem-los bislang.

      • mila sagt:

        Wollte noch anfügen: ich denke schon, dass ein Kind mit der Zeit restaurant-kompatibler wird, wenn man ‚einfacher‘ anfängt, und es grundsätzlich gewöhnt ist, ab und an nicht am heimischen Tisch, bzw. in erweiterter Gesellschaft zu essen.

      • 13 sagt:

        @ mila
        Das kann ich unterschreiben. Und was ich auch wichtig finde: Grundsätzlich verzeiht man einem 2jährigen ein sagen wir „etwas weniger sozialkompatibles“ Verhalten eher als einem 10jährigen. Darum finde ich es gut, wenn man auch mit kleinerem Kind mal essen geht und es das alles kennenlernt. Dann weiss er auch als älterer, wie man sich im Restaurant benimmt.

      • tststs sagt:

        Hüstelhüstel… gelten denn bei Ihnen zuhause andere Tischregeln als Auswärts? 😉

      • 13 sagt:

        @ tststs
        Ja. Die Kinder müssen nicht schon am Tisch sitzen, wenn der Koch mit dem Koch anfängt, sondern dürfen bis dahin Trampolin springen und müssen auch nicht sitzen bleiben, bis mein Mann und ich mit dem Kaffee fertig sind, nicht einmal bis alle fertig gegessen haben. Je nach Essen darf mal mit den Händen gegessen werden. Sie dürfen selber schöpfen oder Sachen zu schneiden versuchen, auch auf die Gefahr hin, dass das Schnitzel zu Boden fliegt und sie dürfen aufstehen und etwas zu trinken holen und müssen nicht warten, bis jemand etwas bringt. Sie dürfen bei Tisch auch noch das neu gelernte Kindergartenlied trällern oder wenn es mal nicht warten kann, die neue Zeichnung präsentieren.
        Das alles geht im Restaurant nicht so gut….

    • Martin Frey sagt:

      Wöchentlich…

  • tamarind sagt:

    hübsch geschrieben.
    vielleicht mal selber drüber nachdenken, warum sie ihr handy 2000 mal pro tag in die hand nimmt.
    um harald welzer zu zitieren: leben findet offline statt.

  • Julien Sorel sagt:

    Was haben die Eltern eigentlich vor 2010 gemacht, wenn sie eine wohlverdiente Pause brauchten?

  • Martin Frey sagt:

    @mila:
    „Entsprechend würde ich mich sehr hüten, das, was in unserer Erziehung ‚funktioniert‘, in irgendeiner Weise (zu stark) verallgemeinern zu wollen.“
    Das tue ich auch nicht. Mir ist sehr bewusst, wie verschieden Kinder sind. Wir kennen auch alle Situationen wo es „einfach nicht geht“. Aber man kann gewisse Dinge auch fördern, und sich dann noch die Dinge zurechtrücken mit teils waghalsigen Argumenten, was für mich dann irgendwann nach Schönreden von Hierarchieumkehr riecht. Denn wenn wir ehrlich sein wollen, geht bei Tablets in Kinderhänden primär um Zerstreuung. Etwaig pädagogische Argumente wirken zumeist sehr gesucht.
    Wir sind auch keine völlig technologiefeindlichen Puristen, aber es ist alles eine Frage von was, wann und in welchem Rahmen. Und va. in welchem Alter.

    • Martin Frey sagt:

      Mist, gehört ganz nach unten…

    • mila sagt:

      Nun, wir haben das Glück, dass unser Kind gerne und seeehhhr gemächlich ist – eine gemütliche Pizza auswärts liegt also gut drin. Gesellige Tischrunden findet sie zudem fabelhaft und sitzt problemlos eine Stunde und länger still (sonst ist sie immer in Bewegung, lustigerweise) – super für Familienessen. Soweit können wir uns also nicht beklagen. Sollte sich das ändern, würd ich aber durchaus mal, mit zunehmendem Alter zum Tablet greifen. Sich selbst beschäftigen lernt man, denke ich auch, grundsätzlich eher zuhause als auswärts…

    • mila sagt:

      Und wenn ich ehrlich bin, dann kommt mir selbst Zerstreuung bisweilen sehr gelegen. Abends auf dem Sofa zum Beispiel. So sehr ich also im Allgemeinen auf pädagogische Werthaltigkeit achte, so wenig denke ich, dass man dogmatisch daran festhalten muss, in jedweder Situation (i.d. auf Kosten eigener Nerven, und die anderer…).

  • mira sagt:

    Kleine Anekdote: als ich auf einmal eine Klarsicht-Folie unter dem WC-Deckel aufgespannt vorfand (leider zu spät…), wurde mir bewusst, dass ich den Youtube-Konsum meiner Tochter doch nicht ganz so unter Kontrolle hatte, wie vorher gedacht… ala „10 Wege Deine Eltern auf die Palme zu bringen“ (o.ä.)

  • Andrea sagt:

    Ich bin schon auch der Meinung, dass digitale Geräte zu unserer Zeit gehören und nicht verteufelt, sondern einfach vernünftig eingesetzt werden sollen. Ich finde es aber schwierig, wenn die Kinder mit den Geräten ruhig gestellt werden und diese zu dem Zweck sogar mit an den Tisch genommen werden (auch wenns nur auswärts ist). Kinder müssen sich auch anders beschäftigen können. Bei uns wird das IPad auch ab und zu gebraucht und nicht immer nur pädagogisch sinnvoll, aber immer als (kleiner) Teil des Spiele-Alltags und nie als Babysitter, das wäre mir schlichtweg zu einfach. Das soll aber jede Familie so machen wie sie es für gut hält.

  • Sandra sagt:

    Einmal mehr ein toller Artikel von Andrea Jansen! 🙂 Danke! Entspannend zu lesen, dass andere ähnlich darüber denken und ähnliche Artikel zum Thema gelesen haben.

  • fättigloschtig sagt:

    Erstaunlich und beunruhigend sind Resultate über die Aufmerksamkeitsspanne Jugendlicher, die mit diesen Gadgets aufgewachsen sind. Wenn der neue Reiz nicht innert 8 Sekunden geschieht, ist man mental weg und schaltet ab. Eine kürzere Spanne als bei Goldfischen. Die Suchtmaschine wird hier ein bisschen gar leichtfertig schön geredet, wer sich wirklich interessiert, sollte mal nach ‚5 Ways Smart Phones Are Dumbing People Down‘ oder ‚Are we programmable‘ suchen. Selbstgerechte Entschuldigungen des eigenen Verhaltens ist Öl ins Feuer der Tablet- & Smartphonehersteller…

    • tststs sagt:

      Dann muss man aber auch eingestehen, dass diese Wunderboxen selbst gestandene Erwachsene binnen kürzerster Zeit „umerziehen“!

  • tststs sagt:

    Auch als Gotti nutze ich die Macht der digitalen Geräte, jedoch mit ein paar Unterschieden (im Vergleich zur Auto rin)
    1. Ich habe kein Pad; das ist mir schlicht zu teuer für ein Nonsense-Gerät. Dafür Laptop (da kann man sogar DVDs einlegen) und Spielkonsolen in Gross und Klein.
    2. Dient die Nutzung der Geräte zur Überbrückung von Wartezeit, so muss diese min. 30min betragen. Ansonsten können sich die Kids anders beschäftigen (vgl. auch SP Kommentar zur Erlernung von Langeweile…)
    3. Ich mache mir keine falschen Vorstellungen: Nein, ein 2Dimensionsales Spiel auf einem 2Dimensionalen Pad wird sicher NICHT das räumliche Denkvermögen steigern.
    4. Mir ist es wichtig, dass die Kids sehr wohl zwischen Virtuel und Real unterscheiden könnnen, und zwar trennscharf!

    • Muttis Liebling sagt:

      Das Lustige daran ist: Das Tablet ist zwar von der Technologie her digital, wird aber ausschliesslich analog benutzt. Gesetzt den Fall, ich will meine Enkel an die digitale Welt heran führen, ist das Tablet dafür so geeignet, wie ein Bilderbuch oder eine TV- Film. Also überhaupt nicht.

      • Peter Sequenzer sagt:

        Das ergibt ja vorne und hinten keinen Sinn. Sie wissen schon, was ein Tablet ist, oder?

      • tststs sagt:

        Sie müssen bei MLs Kommentaren manchmal schon ein wenig Phantasie an den Tag legen, dann findet man schon auch einen guten Input in den Posts.

        Und ich interpretiere es wie folgt:
        Mit digitaler Welt meint ML wohl vorallem die über Internet verbundene Welt, also quasi „online“.
        Kinder verwenden als Gerät aber oft offline.
        Anstatt, dass es die Seite umblättert, wird geswipt.
        Anstatt, dass das Figürli auf dem Spielfeld in die Finger genommen und bewegt wird, wird ein Figürli mit der Fingerspitze auf dem Tablet bewegt.
        Alles in allem näher an „analogem Verhalten“ als an „virtuellem Verhalten“… Verstehen Sie, was ich meine? 🙂

      • Muttis Liebling sagt:

        @tststs
        Mit ‚digital‘ meine ich digital. Das Gegenteil von analog. Es gibt ein, zwei oder noch mehr Finger, aber nicht etwas zwischen 2 und 3. Das wäre dann analog.

        Programmieren ist eine digitale Tätigkeit, weil man nur richtig oder falsch liegen kann. Ein Punkt, ein Digit ist richtig, alle anderen sind falsch.

        Computerbenutzen ist nur dann digital, wenn es zeichenorientiert ist. Wenn man wischen kann, ist es analog. Wenn es ausser ja und nein noch Graustufen gibt, ist es analog.

        Das Tablet ist ein Ding, welches digital konstruiert und analog benutzt wird.

      • tststs sagt:

        Ja, dann streichen Sie das mit dem „online“…
        Aber mein „analoges Verhalten“ war jetzt nicht so weit an der Sache vorbei, oder? 🙂

      • Muttis Liebling sagt:

        ‚digital‘ ist ein dämliches Wort. Rein theoretisch könnte man ein Tablet auch mit analoger Rechentechnik bauen. Dann wäre die mediale Abhängigkeit keine andere.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @tststs
      😀

      ein trennscharf erkennendes Gotti ist Gold wert

    • Brunhild Steiner sagt:

      @tststs
      hab die Macht der Re li wieder mal unterschätzt:

      😀 ein trennscharf erkennendes Got ti ist Gold wert!

  • AnnaB sagt:

    Super Artikel, Danke! Unsere Kinder (2.5 und 5.5) haben auch IPhone und IPad, ideal für längere Wartezeiten beim Starten und Landen, längere Flüge, Autofahrten und Restaurant besuche, Brunch trotz Kinderspielecke und viele Büchlein und Holzklötzli. War schon mehrmals sehr dankbar (und nicht nur ich auch die andere Passagiere) beim Landeanflug, dass sich meine Kinder mit dem IPad ablenken konnten.

  • Widerspenstige sagt:

    Wieso nur schicken ausgerechnet die CEOs solcher IT-Produkte aus dem Silicon Valley ihre eigenen Kinder in Waldorfschulen, wo sich diese zuerst ausgiebig real mit Holzklötzlibauen beschäftigen lernen sollen? Eigenschutz oder schlicht genaueres Wissen um die neurale Beeinflussung der Gehirnentwicklung mit IT-Produkten? Ich wäre weiterhin äusserst skeptisch mit solchen Gadgets bei meinen eigenen Kindern.

    P.S. Es sollte neutral ‚Tablet‘ heissen und nicht Schleichwerbung für eine Produktemarke. Ausser, es wird so verlangt vom Sponsor dieses Artikels …

    • Blog-Redaktion sagt:

      Liebe Wiederspenstige, unsere Postings sind nicht gesponsert und falls ausnahmsweise doch, so werden sie klar gekennzeichnet sein. Zu ihrer Kritik: Im Lead als auch im Text kommt der Begriff Tablet vor. Der Markenbegriff iPad wird als Synonym verwendet – auch weil umgangssprachlich davon oft die Rede ist. /gb

      • tina sagt:

        ich wäre der blog redaktion und überhaupt allen redaktionen dankbar, wenn man das um jeden preis verhindert. ein tablet ist ein tablet.
        vorallem soll mans dann vermeiden, dass marken zu umgangssprachlichen kategorien werden, wenn die marke ausgerechnet die teuerste ist, und am wenigsten platform übergreifend.

      • tina sagt:

        ….übrigens: wenn man glaubt, i-dinger seien synonyme in der umgangssprache, dann ist das ein indiz, dass man sich in einer blase befindet. ich empfehle einen moment darüber nachzudenken und dann den kindern nicht unbedacht irgendwas ins gehirn zu pflanzen

      • Widerspenstige sagt:

        Genau das ist das Ziel der Marketingleute, liebe Frau Braun, und Sie erwähnen schön den Grund für die Erwähnung: ‚…wird als Synonym verwendet – auch weil umgangssprachlich davon oft die Rede ist.‘ Die Marketingleute können sich ins Fäustchen lachen und fette Boni einstreichen für diesen coup formidable. Tina hat dazu bereits alles gesagt und ich wollte nur meine Bedenken auch diesbezüglich kund tun.

      • tststs sagt:

        Uiuiui, meine Damen so sehr ich Ihren Gedankengang verstehe… ich hoffe dementsprechend benutzen Sie
        – weder Kleenex noch Labello
        – weder Eding noch Polaroid
        – niemals Natel und Tupperdose
        Und irgendetwas googlen würden Sie niemals…
        😉

      • Muttis Liebling sagt:

        @tststs
        Man kann das benutzen, aber nicht im öffentlichen Raum. Da ist es Schleichwerbung.

      • tststs sagt:

        @ML: Ich dachte dabei auch eher an „… dann ist das ein indiz, dass man sich in einer blase befindet. ich empfehle einen moment darüber nachzudenken und dann den kindern nicht unbedacht irgendwas ins gehirn zu pflanzen“

      • tina sagt:

        liebe tsts, vom wort natel kriege ich regelmässig einen hirnkrampf wenn ich es höre 😀

        ich nenne es lippenpomade und meine ist von lush 😉

        kleenex: ok, erwischt. siehe aber bitte meine begründung was i-dinger angeht. wir sprechen da von sachen, die mehrere 100 franken kosten und eben vorallem eben am wenigsten platformübergreifend sind. das ist wirklich etwas, das man aktiv erörtern muss, meiner meinung nach und vorallem nicht im sprachgebrauch so verwenden, dass der eindruck entsteht, die teuren dinger gibts nur von der einen marke

    • Sportpapi sagt:

      „Wieso nur schicken ausgerechnet die CEOs solcher IT-Produkte aus dem Silicon Valley ihre eigenen Kinder in Waldorfschulen, wo sich diese zuerst ausgiebig real mit Holzklötzlibauen beschäftigen lernen sollen?“
      Davon hört man immer wieder. Aber gibt es dazu auch Belege? Für mich ist das eher so eine Sage…
      In meinem Umfeld sind es vor allem auch die Kinder von IT-Menschen, die auch viel Umgang mit Geräten haben. Macht ja auch Sinn.

    • Samira Maurer sagt:

      Warum soll sich eigentlich frühes hantieren mit Tablet & Co und der Besuch von Steinerschulen ausschliessen?

      In meiner Verwandt- und Bekanntschaft tummeln sich jede Menge IT-Leute, deren Kinder haben immer sehr früh mit Smartphones etc. herumgespielt und trotzdem Steinerschulen besucht – es geht in einer Steinerschule nicht ums Bauklötzchen stapeln, sondern es ist ein Unterrichtsstil und eine Weltanschauung, die eben auch IT-Menschen für ihre Kinder wünschen können.

    • Widerspenstige sagt:

      Hier ist das Wesentliche dazu erwähnt:
      http://www.erziehungskunst.de/artikel/waldorfpaedagogik-im-silicon-valley/

      Im letzten Absatz im Link äussert sich ein IT-Pionier der ersten Stunde:
      Joseph Weitzenbaum, der Technologiepionier vom MIT meinte, Computertechnologie sollte in Mittelstufen überhaupt nicht gelehrt werden, es sei denn, an einer Waldorfschule, an der die Kinder angemessen vorbereitet werden, um sich dem Thema mit wirklich tiefgehendem Verständnis zu nähern.

  • zysi sagt:

    Seit dem Besuch der Sportanlässe unseres 9j Knaben, wo jeweils die einzelnen Sporteinsätze über den Tag verteilt sind à 4 Minuten bietet sich reichlich Raum & Zeit für die Beschäftigung mit den bildschirmlichen Begleitern – dort haben wir mit Jassen angefangen und zu Hause ist nun meisten Jassen Trumpf, inkl. der 8j Tochter und des 31/2 j Knaben (der schaut dann derweil den zweiten Stappel Jasskarten an und sucht sich die schönsten raus.) Die Bildschirme sind immer noch vorhanden und zugänglich, nur sind die vielfältigen Spielarten mit den Jasskarten, für die im Blog beschrieben Situationen, gefragter und auch gäbiger (Akku, Körperhaltung, müde Augen, Reizbarkeit bei Ende des Bildschirmgebrauchs etc.) schliesslich sind die Karten auch husch gezuckt im Zug, im Restaurant, zu Besuch etc

    • tststs sagt:

      Könnte auch daran liegen, dass Mama, Papa und Geschwister (oder auch Freunde) einfach die ein wenig lässeren Spielgspändli sind als ein Pad…

  • Lambda sagt:

    Mein älterer Sohn, der jetzt 4 ist, sitzt niemals und nirgends gerne still, obwohl er nie viel „screen time“ gehabt hat. Entsprechend ist es auch im Restaurant immer ein bisschen schwierig. Wir nehmen trotzdem keine Geräte mit ins Resti, weil ich finde die haben beim Essen nichts verloren, was ihn leider bisher (entgegen Ihrer Vermutung) nicht dazu gebracht hat, gerne still und leise und anständig auf seinem Stuhl sitzen zu bleiben.
    Zu Ihrem Vergleich: Wir halten es mit dem Autoschlüssel in etwa so wie Frau Jansen das in Bezug auf das Tablet beschreibt: Unser Sohn darf den Schlüssel auch mal in die Garage tragen, das Auto aufschliessen, und auf meinem Schoss den Motor starten. Dh. er darf damit rumhantieren, aber in eng gesteckten Grenzen. Was ist daran so unvernünftig?

  • Lambda sagt:

    Mein älterer Sohn, der jetzt 4 ist, sitzt niemals und nirgends gerne still, obwohl er nie viel „screen time“ gehabt hat. Entsprechend ist es auch im Restaurant immer ein bisschen schwierig. Wir nehmen trotzdem keine Geräte mit ins Resti, weil ich finde die haben beim Essen nichts verloren, was ihn leider bisher (entgegen Ihrer Vermutung) nicht dazu gebracht hat, gerne still und leise und anständig auf seinem Stuhl sitzen zu bleiben.
    Zu Ihrem Vergleich: Wir halten es mit dem Autoschlüssel in etwa so wie Frau Jansen das in Bezug auf das Tablet beschreibt: Unser Sohn darf den Schlüssel auch mal in die Garage tragen, das Auto aufschliessen, und auf meinem Schoss den Motor starten. Dh. er darf damit rumhantieren, aber in eng gesteckten Grenzen. Was ist daran so unvernünftig?

    • Lambda sagt:

      Mist, das war als Antwort an Martin Frey unten gedacht. Sorry!!

    • Martin Frey sagt:

      @Lambda:
      An dem, was Sie schreiben, ist nichts unvernünftiges. Ich finde einfach Argumente à la „es ist doch ein Kind und will es halt, was soll ich machen“ ein Stück weit immer eine elterliche Bankrotterklärung. Denn wir müssen tagtäglich unseren Kindern Grenzen setzen. Nicht nur bei bekanntermassen gefährlichen Dingen wie bei meinen bewusst etwas absurd gewählten Beispielen.
      Aber zur Analogie des Autoschlüssels. Wenn Ihr Sohn sagen würde: “ Hey, gib mir mal die Autoschlüssel, ich will jetzt eine Runde drehen.“
      Würden Sie ihm die Schlüssel geben? Auch wenn er das sonst unfair findet und auf andere verweist, oder gar „Stress“ androht?

      • Sportpapi sagt:

        Was machen Sie denn mit einem Kind, das im Restaurant trotz aller Ermahnungen nicht ruhig sitzen kann oder will?
        Ich kenne Eltern, die meiden mittlerweile Restaurants und sonstige gesellige Treffen, weil sich das Kind trotz oder vielleicht auch wegen aller Bemühungen immer wieder daneben benimmt.
        Ist das keine Bankrotterklärung?

      • AnnaB sagt:

        @ MF unsere ältere Tochter (5.5 J) kann Stunden im Restaurant einfach da sitzen oder mitreden oder malen usw. und zwar schon immer. Die Kleinere weniger (2.5J), nach etwa 30 bis 40 Minuten will sie runter jedes Kind ist anders. Wir gehen gerne ins Restaurant 2 bis 3-mal die Woche und in den Ferien öfter. Was sollen wir, die Kinder nicht mehr mitnehmen, oder nur die ältere Tochter, oder jeden Restaurantbesuch zur Tortur machen? Nein, das wäre Bankrotterklärung. Wenn es nicht mehr geht, kann sie ein Kurzfilm anschauen oder etwas auf dem IPad spielen.

      • Lambda sagt:

        @ MF: Genau diesen vernünftigen Umgang wollte ich mit der Analogie thematisieren. So wie Frau Jansen schreibt, überlässt sie das Tablet nicht einfach zur stundenlangen Benutzung, sondern bestimmt, was wie lange geschaut/gespielt wird. Unter diesen Umständen finde ich es durchaus legitim, das Tablet auch einmal als Babysitter zu benutzen.
        Und dazu muss man dem Kind natürlich Grenzen setzen, einfach nicht ganz die gleichen, wie wenn man sie gar nicht lässt.

      • Martin Frey sagt:

        @Lambda
        So wie ich die Autorin verstanden habe, gibt es va eine Einschränkung:
        „Auch wir lassen die Kinder nicht einfach gewähren und das iPad mit ins Bett nehmen.“
        So wahnsinnig restriktiv finde ich das nicht. 🙂

  • Lena Like sagt:

    Ich bin eine bekennende Holzklözli-Mama. Und eine kein Bildschirm bis 2 Jahre Mama. In unseren Augen (Mama und Papa) ist das der richtige Weg und ich sehe nicht ein, dass daran was schlecht sein soll. Zitat:“Also, in your face, ihr Holzklötzlimütter.“

    Wer es anderst handhabt darf allerdings gerne machen wie er denkt. Missionieren ist nicht mein Ding.

  • Martin Fuchs sagt:

    Mit der letzten Aussage kann ich überhaupt nichts anfangen.
    Wenn Kinder am Tisch nur artig sein können, wenn sie mit einem Tablet abgelenkt sind, läuft etwas schief. Gut, ich bin eh jemand, der pingelig auf Tischmanieren achtet – aber das iPad (oder welch unsinniges Spielzeug auch immer) da zu haben, damit die Kinder nicht stören?!?
    Ich achte darauf, dass sie möglichst lange von selbst ruhig bleiben, z.B. indem sie – völlig analog – Stift und Papier kriegen oder sie eben mal gemahnt werden. Pädagogisch aus meiner Sicht äusserst wichtig: es gibt nun mal Situationen in denen bestimmtes Verhalten erwartet werden darf. Oder … und jetzt kommt’s … ich diskutiere irgendwas mit Ihnen, wenn’s doch etwas länger dauert. Und ja, ab und zu klappt’s doch nicht – na und?! Es sind nun mal Kinder.

  • Stadtmutti sagt:

    Mir gefällt der Kommentar. Es geht ja auch nicht darum, dass man seine Kinder ständig vor dem Ipad deponiert, aber eben ausnahmsweise. Mein Kind ist noch zu jung, als dass sie mit dem Ipad spielen kann (es landete höchstens auf dem Boden oder im Mund), aber ich denke, dass ich ihm das ab einem gewissen Alter auch für gewisse Zeit erlauben würde. Klar würde ich versuchen, dass es bei einem Restaurantbesuch etwas malt, Büechli anschaut etc., aber das funktioniert halt nicht immer und wenn man in solchen Momenten mal zum Ipad greift, finde ich das nicht verwerflich. Letztens waren wir mit Eltern essen, die ihre Kinder nicht das Ipad nutzen liessen und die sich auch nicht sonstwie ablenken liessen. Es war für alle Beteiligten eher ein gestresstes Znacht…

  • Larifari sagt:

    Danke, Frau Jansen. Seh ich auch ganz ähnlich. Verteufelung neuer Medien ist immer etwas einseitig. Und man kann ja ganz prima wechseln zwischen Bauklötzchen und Ipad und Büchlein und App und das Ganze mal entspannt sehen. Kommt auch immer auf die Familie, das Mass, in dem gedaddelt wird, die Situation an. Und wer einmal nach drei durchwachten Nächten wg. Zahnen von Kind Nr.2 einer übermüdeten Mama/Papa sagt, sie/er solle jetzt aber mal mit Kind Nr.1 aktiv was machen (und nein, die Kids wollen nicht immer alleine vor sich hin spielen, die wollen auch mal Aufmerksamkeit…gerade dann, wenn man selbst auf Klo muss oder so…) statt sich und der Familie mal 20 Minuten Pause mit Ipad gönnen, kann gerne den Kinderdienst übernehmen. Einfach leben und leben lassen…

  • Lambda sagt:

    Liebe Frau Jansen, vielen Dank für diesen Artikel. Es gefällt, dass Sie Gift aus der Diskussion nehmen und die Dinge nicht dogmatisch sehen. Ein Hoch auf den Pragmatismus!

  • Nick sagt:

    Mal eine Frage an alle BedenketrägerInnen: Bitte nennen Sie eine (oder mehr) nützliche oder attraktive Erfindungen/Innovationen aus der Vergangenheit, die nicht eingeführt wurden, weil BedenkenträgerInnen davor gewarnt haben.
    Noch JEDE Innovation ist auf Widerstand interessierter Kreise gestossen. Motivation konnte politisch, ökonomisch, religiös, philosophisch, kulturell oder irgendwie anders begründet sein. Genützt hat es nichts. Egal ob Eisenbahn, Auto, Elektrizität, Kino, Fernsehen, Computer, Handy, etc. alles hat sich etabliert. So wird es weitergehen. Und das ist gut so.

    • Brunhild Steiner sagt:

      alles hat sich etabliert,
      samt Nebenwirkungen übrigens welche in gewissen Weltgegenden doch nicht ganz unerheblich sind…,
      es ist nicht gut Erfindungen/Innovationen nicht im Gesamtbild anzusehen.

    • tststs sagt:

      Woher soll ich denn die Dinge kennen, die nicht eingeführt wurden….?!?
      Wirklich komische Aufforderung, Nick…

  • Lina Peeterbach sagt:

    Faszinierend, wie viele negative, selbstgerechte Kommentare hier schon wieder dabei sind. Es geht doch auch hier wie bei allem um das Mass: Meine Tochter liebt es, auf meinem Telefon Föteli anzuschauen, und macht neuerdings auch selbst welche. Mehr als 15-30 min pro Tag ergeben sich für beide Kinder kaum. Und ich fühle mich überhaupt nicht schlecht dabei, meinem Kind mal kurz das Natel in die Hand zu drücken, damit ich rasch in Ruhe den Tisch abräumen kann (meine Kids sind noch zu klein um zu helfen!). Apropos Samuraischwert & Schusswaffen: Die gehören beide nicht in meinen Alltag. Ein Tablet / Smartphone aber schon. Auch den Umgang mit z.B. scharfen Messern üben wir langsam. Lasst doch die Kirche im Dorf: Niemand redet von Stunden, es geht hier um Pragmatismus und unsere Lebensrealität.

  • 13 sagt:

    Zum grössten Teil gebe ich Ihnen recht. Meine Kinder dürfen das Tablet oder das IPhone auch mal haben, darauf spielen oder etwas schauen teilweise sogar pädagogisch wertvolles wie Minilük, teilweise nicht. Aber er wird von ihnen gleich gebraucht, wie von uns. Abends zum etwas ausruhen nach einem anstrengende Tag oder einfach zwischendurch als Spass. In einem Restaurant würde ich hingegen kein Handy oder Tablet hervor nehmen, also auch nicht für meine Kinder. Dort kann man doch problemlos zusammen sprechen, aufs Essen warten, von mir aus auch etwas zeichnen oder so. Allerdings gehen wir ja mit anderen (also auch Kindern) ins Restaurant, um Zeit mit demjenigen zu verbringen, und nicht, weil wir in den Ferien keinen Babysitter haben….

  • Beat Rüedi sagt:

    Wie Eltern das mit den digitalen Geräten mit ihren Kindern regeln, geht mich grundsätzlich nichts an. In der Schule resp. in meinem Schulzimmer bestimme ich die Regeln – auch, weil wir in der Schule und nicht auf dem Pausenplatz und nicht zuhause sind. Zu diesen Regeln gehört auch, dass einzig das Smartphone als Computer einzig als Präsentationsmittel (sprich als Fernsteuerung) zugelassen ist.

  • Bruno Juchli sagt:

    Allenfalls ist diese Information schon überholt, das kann ich leider nicht überprüfen:
    Die elektrischen Geräte führen dazu, dass das Gehirn die Verarbeitung der Sinne falsch erlernt, respektive deren Zusammenhänge nicht richtig versteht.
    Bei elektrischen Geräten ist z.B. der Ton zum Ereignis nie 100% synchron, meistens ist da eine kleine Zeitdifferenz von c.a. 50ms (variable). Dazu gibt es natürlich kein „richtiges“ Stereo-Hören, das heisst die Ortung des Ereignisses durch das Gehör kann nicht richtig erlernt werden.
    Auch der Tastsinn kann auf die gesehenen Objekte nicht angewendet werden. Und 3D sehen funktioniert damit natürlich auch nicht richtig.
    Diese Nicht-Verknüpfung respektive Falschverknüpfung soll ineffiziente (unbewusste) Denkmuster zur Folge haben.

  • Chrigi sagt:

    bei 14 Wach-Stunden würde ich also alle 20 Sekunden mit meinem Handy interagieren? Das schreit etwas nach click-bait, ich vermute relevanter wäre die Menge und Qualität der Beschäftigung. Aber eine solche headline generiert weniger hits.

    • Susi sagt:

      @Chrigi: „2000 Mal in die Hand nehmen“ ist von der Autorin falsch ausgedrückt, es geht im verlinkten Artikel um die durchschnittliche Anzahl clicks, taps, swipes, die wir täglich auf dem Phone ausführen. Scheint mir durchaus realistisch, diese Zahl, ich hab ja schnell mal 20 swipes, wenn ich mich durch eine mittelgrosse Anzahl Mamablog-Kommentare skrolle…

  • Sportpapi sagt:

    Das hat etwas. Und ist doch nur die halbe Wahrheit. Ja, unsere Kinder dürfen auch mal bei einem Essen mit einem Gerät Zeit verbringen. Aber grundsätzlich haben wir lieber, sie beteiligen sich an den Gesprächen und lernen, auch einmal etwas auf das Essen zu warten.
    Kinder und Jugendliche, die keinen Moment mit Langeweile umgehen können, finde ich nicht erstrebenswert. Wir üben jetzt dann wieder auf der Fahrt in die Ferien…

    • tststs sagt:

      Sorry, das hätte ein eigene Kommentar sein sollen…

    • Susi sagt:

      „Are we there, yet?“
      🙂

      • Sportpapi sagt:

        Ich wundere mich ja immer wieder, wie geduldig die Kinder im Auto sitzen können. Obwohl sie ja nicht häufig Auto fahren. Aber es hat doch auch irgendetwas mit Vorfreude, mit Ankommen zu tun.

      • tststs sagt:

        Ahhhh, was habe ich die Gottharddurchquerung geliebt!
        Es gab nichts Spannenderes… sind wir noch in Uri oder schon im Tessin…. wann kommt die 11km Tafel (obwohl wir schon gefühlte 3000km im Gotthard unterwegs sind)… wie siehts auf der anderen Seite aus…?

        Und heute? Möglichst schnell durchs Loch!

  • Maia sagt:

    „Sie werden nicht mehr unterscheiden zwischen virtueller und echter Realität, …..“ – das wäre dann aber die Katastrophe schlechthin. Wenn wir den Kinder schon Zugang gewährend, dann doch vor allem mit der Absicht, dass sie lernen zwischen virtueller und echter Realität zu unterscheiden!

    • Reincarnation of XY sagt:

      wahrscheinlich hat sie damit nicht gemeint, dass Kinder nicht unterscheiden können, dass Schweine in real nicht sprechen und Legofiguren tatsächlich leben und Kung Fu können.
      Aber Sie haben recht: der Satz ist höchst erklärungsbedürftig.
      Meine Kinder jedenfalls wissen bereits, dass vieles was auf YouTube dargeboten wird, auch ein Fake sein könnte.
      Sollen sie es früh schauen dürfen, aber ich weiss, was sie schauen und wir reden über die Eindrücke aus dem Netz.
      Aber das machen wir ja auch mit den grimmschen Märchen die ganz altmodisch über Bilderbuch konsumiert werden. Wir hinterfragen die eine oder andere Darstellung, überprüfen wie sinnvoll die vermittelte Botschaft ist, etc.

      • Maia sagt:

        Was ist an dem Satz erklärungsbedürftig? Für mich ist er klar verständlich und es gibt genug Menschen, die genau das möchten. – Aber ja, für mich ist das eine Schreckensvorstellung!

      • tststs sagt:

        Man kann den Satz einfach überlesen; aber er ist eine Katastrophe…
        1. Es gibt nur eine Realität! Die meiste Zeit darin verbringen wir mit „analogen“, „realen“ Dingen; eine Teil der Zeit verbringen wir mit „digitalen“, „virtuellen“ Dingen.
        2. Oder spricht die Auto rin von Cyborgs?
        3. Oder geht es doch um „real“ vs. „fiktiv“?

        Wie gesagt, matchentscheidend ist der Satz nicht, aber selbsterklärend schon gar nicht…

      • Maia sagt:

        Selbstverständlich ist der Satz Matchentscheidend! und ich finde es erschreckend, dass sie finden er könnte einfach überlesen werden. Es geht um unsere und die Zukunft unserer Kindeskinder und ICH möchte nicht, dass diese nicht mehr unterscheiden können – die Autorin offenbar schon.

      • tststs sagt:

        Nicht matchentscheidend für das Thema des Blogs…

      • maia sagt:

        Da sind wir offenbar einfach unterschiedlicher Meinung. Wenn jemand denkt, der Satz ist i.O. und für ihn die Zukunft so richtig ist, dann wird sich das auch auf den Umgang mit den Tablet auswirken.

  • mila sagt:

    Ich habe es schon mal geschrieben, ich dachte früher auch, ‚kein Bildschirm unter 3‘ wäre die einzig richtige Maxime. Einiges hat meine Meinung dazu zwischenzeitlich geändert. Unter anderem das Phänomen, dass eine meiner Nichten sich via Youtube Nursery Rhymes selbst Englisch beigebracht hat. In feinstem BBC Akzent, und konversationsfähig (d.h. nicht einfach repetitiv). So ‚passiv‘ scheint also selbst so eine eingeschränkte Medien-Nutzung nicht zu sein…

    Nicht, dass ich meine Tochter nun vor dem englischen Kanal parkieren würde. Aber ich bin nicht mehr die absolute Skeptikerin, die ich vorher war.

    • sonic sagt:

      hm das ist doch einfach eine Frage der vor dem Bildschirm verbrachten Zeit. Wenn man seine Kinder den ganzen Tag fremdsprachiges Fernsehen schauen lässt, lernen sie die Sprache. Das machen ganze Nationen erfolgreich so..

  • Jacqueline Uhlmann sagt:

    Liebe Andrea Jansen! Danke für den wunderbaren Artikel – genau was ich heute morgen hören wollte! Danke!

  • Christine Güttinger sagt:

    Meine Erfahrungen mit Kinder zeigen, dass es schwierig ist, am Bildschirm Dinge für’s richtige Leben zu lernen. Wenn ich z.B. Physikexperimente mache, so ist die Reaktion meist: „das kann ich, habe ich in Youtube gesehen“. Meist sind die Kinder dann schon fast nicht mehr zu motivieren, es wirklich auszuprobieren.
    Und wenn wir es dann doch tun, und es klappt nicht gleich auf Anhieb, so geben sie gleich auf.
    Feuer machen ist auch so ein Beispiel. Alle „können“ es schon aus Youtube. Aber erstaunlicherweise wissen sie nicht mal, wie man ein Feuer aufbaut, geschweige denn, dass sie ein Zündholz oder Feuerzeug anzünden könnten.
    Man kann eben am Compi nur gewisse Dinge lernen.
    Bei uns zeigt sich immer häufiger, je früher und häufiger am Compi, desto mehr fehlt die Basis.

    • Sportpapi sagt:

      Hm. Ich sehe die Paralelle ja eher darin, dass Kinder heute auch kein Feuer mehr machen dürfen. Aber später sollen sie es dann einfach können.

  • Martin sagt:

    Das Ipad gibt es erst seid sieben Jahren. Es gibt absolut keinen Vorteil, den Kindern diese digitalen Medien konsumieren zu lassen. Konsolen waren in den 80ern weit verbereitet, auch dort kann man interaktiv herumnudeln. Welche Auswirkung hat das gebracht? Absolut keine, du wirst kein besserer Programmierer, kein besserer Büroangestellter, weil diese Aktivitäten keinen Mehrwert haben, null Bezug zu anderen tagtäglichen Aktivitäten. Ausser eben, du parkierst deine Kinder bei einer digitalen Zeitverschwendung. Ich kenne zig Beispiele, wo es negative Auswirkungen auf die Entwicklung der Kinder hat. Sorgen machen mir auch diese Kamer-Video Funktionen auf den Handys und dann publizieren auf Socialmedia.

    • Sportpapi sagt:

      Hm. Mein Bruder war einer der ersten mit einer C64, dann Atari. Heute ist er tatsächlich IT-Spezialist.
      Aber natürlich zählt der Einzelfall gar nichts. Aber es scheint mir klar, dass die kindliche Prägung sehr wohl mit der späteren Berufswahl zu tun haben könnte.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Martin – Ich kenne auch einige Informatiker – die auch versierte Gamer sind…
        Man könnte Ihre Logik fast auf alles anwenden.
        Beispiel? Viele Jungs die auf Bäume kletterten, haben es zu nichts gebracht. … weil auf die Bäume klettern zu den wenigsten Berufen einen direkten Bezug hat. Auch ist längst nicht jeder Sackmesser-Schnitzer ein Künstler geworden oder sonderlich kreativ in seiner heutigen Profession.

        Ich denke, Ihre Haltung hat Mani Matter im Lied „Eskimo“ treffend karikiert. Der kam letztlich wegen dem Radio ins Unglück.
        „und was isch d Moral dävo, choufed niä äs Radio, sus gohts euch grad äbeso, wiä dem arme Eskimo…“

        Nichts neues unter der Sonne.

      • Martin sagt:

        Klar, alles sehr subjektiv, und jeder hat so seine Meinung. btw Eskimo, war die Moral nicht kauft chei Djembalo…

      • Sportpapi sagt:

        Die Vergleiche gehen anders. Wer viel Sport treibt, wird nicht zwingend Sportler. Aber wer nur sehr eingeschränkt bis gar nie Sport treiben darf, wird es garantiert nie.
        Und wer kaum Umgang mit Computern hat, wird auch kaum gerade hier sein Berufsfeld finden.

      • Reincarnation of XY sagt:

        stimmt Martin, gut aufgepasst :), das Radio wird nur subtil als Unglücksherd identifiziert. Die wahre Gefahr ist einfach das Djembalo.

        Und klar, mich freuts auch mehr, wenn meine Kinder etwas anderes machen, als gamen und glotzen. Aber alles hat zwei Seiten.
        Kenne Kinder, die dürfen kaum Fernseh schauen, benehmen sich aber asozialer als alle anderen. Oder da gibt’s ein Bub, der macht nie Hausaufgaben und hat schlechte Noten, weil für ihn nur Fussball zählt. Aber es wäre doch falsch, den Fussball für diese Lernfaulheit verantwortlich zu machen oder das NICHT-Fernsehen für das asoziale Verhalten.
        Man muss die Dinge immer im Gesamtpaket betrachten.

      • tina sagt:

        bem c64 konnte man nicht einfach hinhocken und loskonsumieren.
        bei einem tablet hinsichtlich programmieren ist es eher wie im mac donalds einen hambuger kaufen und koch werden

  • Stepi sagt:

    Man kann für oder gegen die Digitalisierung des Kinderzimmers sein. Es ist doch schlicht eine Frage der Erziehung: warum nur Lego spielen? Und wenn Computerspiele, wie lange? Wenn Junior viel draussen ist und Fussball spielt, so kann der doch bei Regenwetter auch mal ein Mittwochnachmittag vor der Kiste sitzen und Fifa gamen. Blöd wird das Ganze erst, wenn der Compi dazu benutzt wird, die Kinder ruhig zu stellen im Sinn von „dann ist Ruhe im Stall und ich muss mich nicht kümmern“. Es ist doch wie mit allem anderen auch: man sollte den Kindern den sinnvollen Umgang mit Dingen beibringen. Sei das der Compi, Gärtner, Hausarbeiten usw usf. Ein Kind das 12 h täglich nur Lego spielt ist ja auch nicht wirklich „gesund“.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Unsere Kinder, respektive die heute geborenen,
    sind KEINE digital Natives, ich finde diese Bezeichung hochgradig dumm.

    Und ein nicht-mehr-unterscheiden-können alles andere als erstrebenswert.

    Das „im Restaurant ruhig halten“ geht auch mit Papier, Stiften, Büchlein, klar, dann muss man mehr einpacken, von daher eignen sich die elektronischen Geräte besser.

    • Brunhild Steiner sagt:

      2/
      Was mir bei solche Ar t meistens fehlt, alle Geräte welche über WLAN arbeiten sind für Kleinkinder nicht besonders gesundheitsfördernd, daher ja auch die Empfehlungen für Vieltelefonierer dies mit Headsets zu tun um die Strahlenbelastung tiefer zu halten.
      Der Abstand den Kleinkinder zum Gerät (in der Hand) haben ist viel kleiner als bei Erwachsenen. Mögliche Folgen sind erst in 25 Jahren zu erkennen, kluge Köpfe schützen sich vorher.

      PS und nein, ich hab kein smartes phone und unsere Kinder sehen mich bloss zuhause vor Bildschirm und Tastatur.

      • Marcel sagt:

        Entschuldigung Frau Steiner, aber genau das merkt man. Ziemlich veraltete Denkweise. Wehren Sie sich nicht, gehen Sie mit der Zeit. Schon mal die Bilder verglichen die ein Kind mit Papier und Zeichenstift, oder mit dem Ipad zeichnet? Die Kinder lernen sehr schnell die diversen Stifte, Farben und Formen zu verwenden. Und das Strahlen-/WLAN thema ;o) Sie klingen wie mein 68 jähriger Vater. Es ist nicht mehr so wie vor 10 Jahren, viele Leute nutzen nur noch ihr 5GHZ Netz für das WLAN, die Reichweite ist extrem viel höher und wenn sie nicht gerade ein Haus abseits der Zivilisation haben, gibt es kein Entkommen der WLAN und HANDY Netze. Dann kommen noch die Radio- und Funkverbindungen und die zigmillionen verwendeten Satellitenverbindungen für GPS und GPRS. Da hilft nur ein Aluhut …. nicht.

      • Brunhild Steiner sagt:

        nein, ich gehe nicht einfach „mit der Zeit“, ein kritischer Umgang- egal ob mit altherbrachten/traditionellen Geschichten oder neuen Techniken ist durchaus angebracht.

      • Maia sagt:

        @Marcel: Wach und kritisch zu sein, heisst ja nicht automatisch dass man nicht „mit der Zeit geht“.

      • Maik Schärer sagt:

        Die Strahlenbelastung beim telefonieren kommt vom Mobilfunknetz. Die hat mit dem WLAN nichts zu tun. Die Antenne fürs Mobilfunknetz an einem iPhone 6 strahlt im schlimmsten Fall (GSM-Netz) um 30 bis 40 mal so stark wie die WLAN-Antenne. Ausserdem ist das Gerät bei WLAN-Gebrauch nicht direkt am Kopf. Die Strahlenbelastung für ein Kind ist bei WLAN somit verschwindend klein.

        Kluge Köpfe informieren sich vorallem, bevor sie in Internetkommentaren abstruse Zusammenhänge zwischen Technologien erstellen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Maik Schärer

        wenn unsre Kinder das Ding in der Hand halten um damit ein online-Game zu absolvieren, dann sind sie Strahlung ausgesetzt.
        Richtig, es ist nicht immer dieselbe, und direkt am Ohr ist noch schlechter, deswegen ja auch die Empfehlungen, aber ganz ausweichen geht nur mit Nicht-Gebrauch, und nicht mal da geht man wirklich unbelastet durchs Leben.

        Seien Sie einfach dankbar wenn niemand in Ihrem Umfeld darunter leidet, oder mal leiden wird.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/ ah, und bloss damit Sie mir nicht nochmal uninformiert vorwerden müssen, die Games welche sie spielen gehen bei uns übers WLAN

    • mila sagt:

      Ich kenne mich mit Kinder-Apps (noch) nicht aus. Aber vermutlich braucht es für deren Bedienung (nach der Installation) keinen WLAN Zugriff. Und diesen kann man nach Bedarf abschalten.

  • chrigu sagt:

    „Wie scheinheilig wäre es von mir, laut Studie durchschnittlich 2000-mal pro Tag ein Handy in die Hand zu nehmen und es gleichzeitig meinen Kindern vorzuenthalten, weil es sie angeblich verdummt?“

    schon mal darüber nachgedacht, ob sie selber durch den handywahn schon längst verdummt sind?….

  • Martin Frey sagt:

    Studien gibt es schon ein paar, und es werden auf jeden Fall mehr werden. Aber dannzumal werden Ihre Kinder in der Schule sein. Und falls dann die ersten Rückmeldungen über etwaige Verhaltensauffälligkeiten kommen, kann man ja immer noch überall rumerzählen, sie seien halt hochbegabt. 😀
    Im Ernst, nur weil Kinder stundenlang über den Bildschirm swishen werden sie nicht zu Programmierern. Glauben Sie im Ernst, da gäbe es irgendetwas pädagogisches was andere Kinder nicht in 30′ auch erlernen könnten?
    „Ihnen den Zugang dazu zu verweigern, insofern sie sich dafür interessieren, finde ich schlicht unfair.“ Das Argumente gefällt mir am besten, und lässt sich sicher auf Dinge wie Autoschlüssel, Samuraischwerter und Schusswaffen ausdehnen.

    • Martin Frey sagt:

      Zum Thema Restaurant: wir haben nie einen Bildschirm dabei, wirklich nie. Meist zum Erstaunen der Familie am Nachbartisch die meinen, ihre Kinder mit Bildschirmen ruhigstellen zu müssen. Und unser Nachwuchs hat noch nie ein Restaurant auseinander genommen oder ist anderen Leuten zwischen den Beinen durchgekrochen. Ist Ihnen noch nie der Gedanke gekommen, da könnte ggf ein Zusammenhang bestehen, wenn Sie glauben, das tun zu müssen?

      • Sportpapi sagt:

        „Ist Ihnen noch nie der Gedanke gekommen, da könnte ggf ein Zusammenhang bestehen, wenn Sie glauben, das tun zu müssen?“
        Ist Ihnen noch nie der Gedanke gekommen, Sie könnten mit Ihren Kindern diesbezüglich einfach Glück haben?

      • Martin Frey sagt:

        Nein, Sportpapi. Ich halte das nicht für Zufall. Wenn Sie Kinder quasi anfixen, als erstes die Bildschirme im Restaurant auspacken, schon beim Warten aufs Essen vorsetzen, was erwarten Sie von den Kindern? Im Ernst? Dass sie ruhig den Dreigänger zu Ende essen und am gehobenen Smalltalk teilnehmen?
        Wenn Kinder sog. „schwierig“ tun, liegt das meist daran, dass sie sich eben nicht lange selber mit sich und mit etwas beschäftigen können. Und mit dem Fehlanreiz, dass je „schwieriger“ man tut, desto schneller sitzt Kind hinter dem heissersehnten Bildschirm.
        Das aber muss nicht sein. Aber natürlich, wenn Sie mal diese Stufe erreicht haben, ja dann führt wohl kein Weg mehr daran vorbei…. 😉

      • Lambda sagt:

        Wahrscheinlich besteht da ein Zusammenhang, ja. Kinder, die das Restaurant auseinandernehmen und anderen Gästen zwischen den Beinen hindurch kriechen, wenn sie nicht beschäftigt werden, werden wahrscheinlich eher mit Bildschirmen ruhiggestellt. Wenn die Kinder sowieso ruhig auf ihrem Stuhl sitzen und brav sind ist das ja nicht nötig!

      • mila sagt:

        Martin, bin ja grundsätzlich bei Ihnen. Aber eines habe ich doch auch in den 18 Monaten mit meiner Tochter gelernt: Kinder sind sehr verschieden. Vieles, was mit ihr gut klappt, geht bei anderen nicht (und umgekehrt!), u.a. aufgrund von unterschiedlichen Anlagen, einschliesslich Temperament. Entsprechend würde ich mich sehr hüten, das, was in unserer Erziehung ‚funktioniert‘, in irgendeiner Weise (zu stark) verallgemeinern zu wollen.

      • mila sagt:

        Und ja, ich verstehe unterdessen sehr gut, dass es zwischendurch auch mal eine Pause braucht (für die Eltern), und ein Kind, egal welchen Temperaments, sich nicht beliebig lange (ruhig) mit sich selbst beschäftigen kann.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Es gibt ja schon auch noch Mittelwege. Ich habe ja schon vor Tagen erklärt, dass ich beispielsweise keineswegs schlechtes Verhalten damit belohnen möchte, dass sie jetzt eines der begehrten Geräte erhalten. Im Gegenteil. Aber wie Lambda schön ausführt, könnte man Ursache und Wirkung auch anders herum sehen. Und wie mila erklärt: Nicht jedes Kind ist gleich. Was wir bei unseren dreien sehr eindrücklich sehen.
        Noch einmal: Geniessen Sie Ihre braven Kinder. Aber denken Sie daran: Nicht in allen Fällen, da dies nicht so gut gelingt, sind die Eltern daran schuld. Und: Vielleicht haben diese angetriebenen Kinder dafür auf einer anderen Ebene ihre Stärken.

Kommentar

Die E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht. Die benötigten Felder sind mit * markiert.

800 Zeichen übrig

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.