Schule ohne Druck – geht das?

Neue Welten: Wird unser Schulsystem den neuen beruflichen Herausforderungen gerecht? (Foto: iStock)

Die Playmobil-Ägypter liegen verteilt auf dem Boden. Der Pharao begraben unter einem Legosteinhaufen. Die Pyramide komplett auseinandergenommen. Der Achtjährige, der eben vom Spielplatz hereingekommen ist und sich aufs Zmittag gefreut hat, heult auf: «Welcher Tubel war das denn?»

Und ich bin beruhigt. Ein normales Kind, kein besonnener 45-Jähriger im Körper eines Zweitklässlers. Eine normale Reaktion. In einer nicht ganz normalen Schule, in der wir gerade einen Schulbesuch gemacht haben. Und wo das fünfjährige Besuchskind sich sehr intensiv mit besagten Ägyptern beschäftigt hat.

«Reisst die Schule nieder!»

Dandelion-Gründerin Angela Joerg.

Dandelion ist eine Privatschule in Zürich. Ein grosser Raum in einem Bürogebäude, der ein wenig an eine Kita oder einen Kindergarten erinnert. Überall Spielsachen, aber auch Bücher, Handwerkszeug und ein Trampolin. Keine Wandtafel.

Das erklärte Ziel der Schule: Die Kinder sollen gerne kommen. «Die heutige Schule passt nicht mehr in die Gesellschaft», meint Gründerin Angela Joerg. Damit ist sie nicht alleine. Kritik am Frontalunterricht, am Notendruck und starr vorgegebenen Stundenplänen kommt von vielen Seiten. Eltern wundern sich darüber, wenn bereits 9-Jährige nicht mehr gerne zur Schule gehen. Der deutsche Philosoph Richard David Precht fordert sogar: «Reisst die Schule nieder!», und will das Schulsystem revolutionieren. So, wie wir seine Strukturen heute kennen, so sagt er, sei es Ende des 19. Jahrhunderts errichtet worden. In der Zeit der Industrialisierung, mit dem Ziel, «fachkompetente Staatsbürger zu erziehen, die nicht aufmucken».

David Precht über unser veraltetes Schulsystem und neue Denkansätze. (Video: Youtube)

Deshalb bin auch ich hier. Aus der Besorgnis, meine wissbegierigen, von Natur aus interessierten Kinder könnten die Freude am Lernen verlieren, wenn Ihnen das Wissen aufgedrückt wird. Ich selber bin ein gebranntes Kind, das will ich nicht verleugnen, die Schulzeit war mir trotz Bestnoten ein Graus. Viel lieber hätte ich stundenlang gelesen und geschrieben, anstatt mit aller Kraft irgendwelche Wurzeln zu ziehen. Meiner besten Freundin ging es genau umgekehrt.

Jedem das Seine?

Ansätze für neue Schulen gibt es viele, alle sind privat geführt. Die Freilerner gehen mit ihrem Konzept der Selbstbestimmung am weitesten: Die Kinder dürfen lernen, was sie wollen. Und wann sie es wollen.

«Morgens sitzen wir alle zusammen, und wer will, erzählt, was ihn beschäftigt oder was er heute machen möchte. Die Leitung der Runde hat immer ein Kind. Auch wir Erwachsenen strecken auf!», lacht Angela Joerg. Wenn die Kinder beschliessen, dass sie heute Rechnen wollen, wird gerechnet. Das Miteinander passiere von alleine – die Lehrer nähern sich dem Thema spielerisch an, und die Schüler wollen mitmachen. Was überhaupt nicht funktioniere, meint Joerg, sei ein fixer Zeitplan ohne gemeinschaftliche Basis: «Wenn wir sagen würden, jetzt ist 11 Uhr, und jetzt wird gesungen, dann würde das höchstwahrscheinlich boykottiert. Wenn wir aber einfach zu singen anfangen, bekommen die meisten Kinder auch Lust und schliessen sich an.»

Ich bin skeptisch. Die Aufmerksamkeitsspanne meiner eigenen Kinder übersteigt manchmal knapp die einer Eintagsfliege. Aber auch hier meint die Schulleiterin: «Wenn die Kinder etwas fertig machen wollen, dann machen sie es auch fertig.» Hm. Und wenn nicht? Ist das schlimm? Oder haben wir es einfach im Kopf, dass unsere Kinder sich über längere Zeit konzentrieren können müssen? Dass sie auch mal still sitzen müssen? Dass Ihnen auch mal etwas verwehrt werden sollte, sie sich «überwinden» müssen? Müssen Kinder überhaupt müssen?

In diesem Punkt ringe ich mit mir. Ein bisschen Struktur sollte doch sein? Wenn Kinder zu jedem Zeitpunkt tun und lassen können, was sie wollen, werden sie dann nicht zu asozialen A-Kindern? Schon heute sagt man den Millennials nach, sie hätten keinen Biss mehr, lebten nach dem Lustprinzip, hätten keine Arbeitsmoral mehr. «Vielleicht ist genau das der Grund», meint Angela Joerg. «Diese Kinder sind durch das System gegangen und dürfen nun ENDLICH tun, was sie wollen – eigentlich eine normale Reaktion.» Trotzdem: Auch die Lehrer der Privatschule halten sich an den Lehrplan des Kantons Zürich. Er wird jedoch nicht als Ziel gesehen, sondern die einzelnen Punkte werden abgehakt, wenn das Kind so weit ist. Als Bewertungssystem werden Berichte verfasst.

Revolution oder Illusion?

Ob das freie Lernen der richtige Weg ist für meine Kinder? Oder ist mir das Ganze doch etwas zu Häbsch-mi-Gschpürsch-mi? Ist alles ganz gut so, wie es ist, und ich projiziere meine eigenen Erfahrungen auf meine eigenen Kinder? Oder könnten ebendiese erst dann ihr ganzes Potenzial entfalten, wenn sie mit Freude genau das lernen, was sie wollen? Und wissen sie, was das ist?

Der Schuleintritt ist in einem Jahr, ich habe noch ein wenig Zeit zum Überlegen. Aber wie sehen Sie das, liebe Leserinnen und Leser?

124 Kommentare zu «Schule ohne Druck – geht das?»

  • Berner sagt:

    ‚Revolution oder Illusion? Wird unser Schulsystem den neuen beruflichen Herausforderungen gerecht?‘
    Solange es uns nur ansatzweise gelingt, eine einigermassen kindgerechte öffentliche Schule zu gestalten, sind Versuche zur Weiterentwicklung zum Scheitern verurteilt.
    Seit mehreren Jahren begleite ich Lernende an einem 10. Schuljahr. Meine grundsätzliche Frage: wie kann das selektive Schulsystem Jugendliche psychisch so stärken und fördern, dass sie schon nur die Volksschule ohne nachhhaltige psychische Schäden und Beeinträchtigungen verlassen?

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Daher finde ich die Schule gar nicht mal so schlecht als „Lehrplätz“. Es tut den Kindern gut, sich in eine Gruppe von ca. 20 Mitschülern und ebenso vielen Anliegen, Bedürfnissen und Charakteren zu integrieren und sich anzupassen. Es tut Kindern (und später auch Erwachsenen) gut, auch Dinge zu erledigen, die einem weniger liegen und wenige Spass machen – Dinge (Fächer) zu lernen, die einem halt weniger zusagen. Ja, die Schule ist auch eine Art Lebensschule und bereitet und aufs Leben vor – ein Leben, das nicht immer in geraden Linien verläuft, ein Leben, wo man halt nicht immer nur auf der Sonnenseite steht und wo man nicht einfach nur tun, lassen und lernen kann, was und wie man will. Und das ist auch gut so :)!

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Tönt irgendwie zu schön um wirklich wahr zu sein… Natürlich ist und wäre es für die Kinder das Schönste, wenn sie immer nur das machen, lassen und lernen könnten, was und wie es ihnen am besten passen würde. Aber: Wäre ein solches „Jekami“-System wirklich auch kompatibel mit der (Hoch)-Leistungsgesellschaft in der Schweiz? Ich befürchte und denke, nein. Wir leben nun mal in einer Gesellschaft, die geprägt ist von Leistung und Arbeit, wo man sich an Regeln und Pläne halten muss und nicht „einfach so“ wie es einem gerade passt, in den Tag hineinleben kann. Wir leben in einem Land, das viel Tolles bietet, aber wo auch viel verlangt wird. Wir müssen leisten, uns beweisen und behaupten, Druck standhalten und aushalten.

  • Sandra sagt:

    Ich stelle mir genau dieselben Fragen, liebe Andrea Jansen. Bei uns steht der Übertritt in die 1. Klasse diesen Sommer an, ich bin sehr gespannt, wie unser Ältester sich im Schulsystem zurecht findet. Ich wäre bei einer Schulsystem-Reform total dabei, obwohl ich gerne zur Schule gegangen bin.

    Unser Ältester interessiert sich sehr für Zahlen, hat begonnen, rechnen zu lernen, ganz von sich aus. Unser Mittlerer interessiert sich viel mehr für die Sprache und kennt mit 4 Jahren bereits das ganze Alphabet und kann schreiben – ohne, dass wir es ihm beigebracht hätten. Es ist schon sehr faszinierend. Aber ob das dann bei allen Dingen so „einfach“ funktioniert?

  • Livia sagt:

    Hach, mein Sohn ist 9 Monate alt und ich beschäftige mich jetzt schon mit dem Thema… Liest man die Bücher oder schaut sich auf youtube die Filme vom berühmten Gehirnforscher Dr. Gerhard Hüther oder der Birkenbihl an, dann wird einem ganz mulmig… Und, nein wir sind keine Eltern mit Managerlöhnen, aber ich wäre ganz bestimmt in der Lage die Ausbildung, egal welche, irgendwie zu finanzieren.
    Und, ist es wirklich so das unser Sohn später Probleme in der Gesellschaft bekommt, weil er auf eine Privatschule geht? Was denken unsere Freunde und Bekannten darüber? Wäre ich bereit einen Fahrtweg bis zur nächstem Privatschule mit einem solchen Konzept in Kauf zu nehmen? Täglich?!? Ist es wirklich das Beste für ihn? Was, wenn er gar nie Probleme hätte in der öffentlichen Schule? Fragen über Fragen

  • Rebekka von Allmen sagt:

    Ich vermute, dass in Privatschulen der Druck auf die Kinder noch grösser ist als in Volksschulen, da Privatschüler meistens aus Arzt- oder Anwaltsfamilien stammen, wo das gesellschaftliche Ansehen sehr wichtig ist.

    • Sabrina sagt:

      Schicken Arzt- oder Anwaltsfamilien ihre Kinder wirklich in eine Schule, wo es keinen festen Lernplan gibt? Sie wollen doch eher, dass ihre Sprösslinge möglichst viel lernen…

  • Peter sagt:

    Ob diese Schule auch andere Menschen für „das Leben“ rüsten kann als jene, die die Mittel haben, jederzeit nach Lustprinzip auf Weltreise zu gehen, sei mal dahingestellt. Ganz sicher ist aber, dass so ein System, wäre es flächendeckend, schwächere und beeinträchtigte Kinder niemals mittragen könnte. Bisschen elitär und asozial, das.

  • Andrea sagt:

    Ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass einem wissbegierigen Kind die Freude an Neuem und am Lernen genommen wird, nur weil sich die Schule an einen Stundenplan halten muss (ausser das Kind sei hochbegabt und konstant unterfordert). Schlussendlich hängt es aber wohl stark von den Neigungen und dem Charakter eines Kindes ab, welche Schulform ihm am meisten entspricht. Meine grössten Bedenken, mein Kind in eine Privatschule zu schicken wären, es aus dem sozialen Gefüge seines Dorfes, Stadtteils oder Quartieres reissen zu müssen. Es ist eine Illusion, dass diese Bindungen uneingeschränkt bestehen bleiben und ich finde es wichtig, dass ein Kind auch in seiner Freizeit unmittelbar von seinen Freunden umgeben ist.

  • Lea sagt:

    Ich bin Primarlehrerin und unterrichte 4.-6. Klasse. Jeder der gerne einmal einen Einblick bekommen möchte, wie unterschiedlich Kinder sind und wie gross die Herausforderung heutzutage als Lehrperson ist, darf sich gerne mal hinten ins Klassenzimmer reinsetzten. Ich bin ich grundsätzlich auch der Meinung, dass Lernen nur durch intrinsische Motivation erfolgt. Aber romantisierend über das ‚freie und spielerische Lernen‘ zu sprechen finde ich schlichtweg an der Realität vorbei geträumt. Kinder mit 11,12,13 Jahren interessieren sich in erster Linie für ihre Kollegen, ihr Handy und ihre Klamotten. Und was sie mach der Schuld machen möchten. Hinzu kommt, dass viele Kinder oft einfach überfordert sind mot Partizipation und Selbstbestimmtem Lernen. Aber als Begriffe klingen sie furchtbar klug.

  • Nelas sagt:

    Ich glaube, dass es letztendlich nur auf die Beziehung zwischen Lehrperson und Kind ankommt. Wird das Kind gesehen, respektiert, anerkannt so wie es ist oder nicht? Kann die LP begeistern? Sieht sie die kleinen und grossen Bedürfnisse der einzelnen Kinder? Das können auch viele LP‘ s in einer normalen Schule… Was auf der normalen Schule wirklich veraltet ist, ist die frühe Selektionierung, die ständige Bewertung ( für das gibt es einen Stern, für jenes einen Strich…). Letztere führt dazu, dass viele Kinder nicht mehr aus sich heraus lernen, sondern nur noch Punkte sammeln. Doch, seien wir ehrlich: Ist es nicht genauso in den Unis oder bei Top- Lebensläufen? Dabei bringen eigentlich erst Kurven oder Holperwege, ja Umwege Lebenserfahrungen.

    • Mara sagt:

      Genau! Als Primarlehrerin der Volksschule muss ich mich für meine KollegInnen vehement wehren: Den grossen Druck machen nicht wir, sondern die Eltern!! „Schuld“ daran ist bestimmt auch das frühe Selektionieren, aber was Eltern noch aus ihren Sprösslingen pressen wollen … und meist erfolgt dann der Wechsel in die Privatschule, um der Selektion zu entkommen. Es gibt übrigens auch Kinder, die von der Privatschule an die Volksschule wechseln, weil das Niveau der Privatschule zu tief sei?!

  • Franziska sagt:

    Das funktioniert – für alle Kinder die mit einem goldenen Löffel im Maul geboren worden sind. Die machen dann auch totalbegleitet die Matura in einer Privatschule und wenn es mit dem Erwerbsleben auf Anhieb nicht so klappen sollte, dann hat das Elternhaus noch immer genügend Stützmöglichkeiten. Der grosse Rest geht durch die Volksschule, macht das staatliche Gymi oder eine Berufslehre mit Weiterbildungen. Wenn ich Arbeitgeber wäre, wüsste ich, wo ich die hart arbeitenden Leute herbekomme – bei den sozialen Aufsteigern nämlich, nicht bei denen, die sich nach Prinzip Lust/Unlust von Kindsbeinen an nie durchbeissen mussten. Anders könnte es allerdings aussehen, wenn man sehr kreative Leute rekrutieren will – da ist es schon so, dass die Regelschule da manchmal arg bremst.

    • mira sagt:

      Naja, also wenn die Erfinder von Google, der Amazon-Chef, der Gründer von Wikipedia, um nur einige zu nennen (http://www.rp-online.de/wirtschaft/montessori-diese-persoenlichkeiten-waren-auf-montessori-schulen-aid-1.5756740) nur kreativ sind, aber nicht hart arbeiten zu wissen, dann wären sie glaub nicht ganz so weit gekommen.. 😉

    • Franziska sagt:

      Hallo Mira,
      Dein „Gegenbeweis“ in allen Ehren, aber genau das hab ich so nicht gesagt oder gemeint: Ich denke, dass Privatschulen kreativere Leute hervorbringen können – die dann auf dem kreativen Gebiet – das ist Google – auch wirklich leisten. Das ist heute wichtig. Hingegen bin ich skeptisch, ob daher die vielen benötigten Ingenieure, Ärzte u.a. kommen … Aber ich kann mich irren. Wer eine Privatschule besuchen kann, hat sowieso die viel besseren (sozialen) Startchancen als die meisten Normalos. Die Chancen, dass er/sie erfolgreich sein wird, stehen also von vornherein besser. Deshalb kann man gar nicht sagen, ob die Privatschulen insgesamt besser leisten als die Volksschule – die Klientel ist von vorne herein „aussortiert“.

  • tststs sagt:

    „Und wann sie es wollen….“
    vs.
    „Morgens sitzen wir alle zusammen…“
    Also darf ich davon ausgehen, dass am Morgen zuerst im Klassenchat eine Umfrage gemacht wird, ob heute überhaupt alle Lust auf Schule haben?!?… 😉

    Nein, jetzt ernsthaft: Jeder, der das Beste für Kinder und Jugendliche will, hat meine Anerkennung auf sicher… ich glaube aber leider, dass diese Leute/Schule an ihren eigenen Ansprüchen scheitern werden.

    • tststs sagt:

      Als die Schule im Aufbau war, haben die Gründer nach Input gefragt.
      Ich habe mich der Diskussion angeschlossen und u.a. kritisch gefragt, wie das dann gehandhabt wird, wenn nicht alle Kinder Lust auf dasselbe haben (und es zu Engpässen kommt) z.B. wenn einige Kinder einen Ausflug machen wollen, andere aber in der Schule bleiben wollen… Die Antwort war ungefähr: „Kein Problem, wir haben genügend Aufsichtspersonen.“
      … da war ich baff…

      • Sportpapi sagt:

        Scheint aber wirklich so zu sein. Mit Mutter, Tante, usw.

      • Henriette sagt:

        Ich habe auch gegoogelt: Die zwei Lehrpersonen heissen Jörg wie die Schulleiterin. Beide sind den Fotos nach schon älter, es könnte also in absehbarer Zeit Wechsel geben. Das Schulgeld von monatlich gut 1800 Fr. ist nicht wenig, also auch hier eine Hürde, die nicht jede Familie nehmen kann/will.

  • mira sagt:

    Unsere Kinder gehen auf eine Montessori-Grundschule in D. Auch dort wird sehr selbständig und ohne Prüfungsdruck gelernt. Untersuchungen haben gezeigt, dass Montessori-Schüler im Schnitt besser abschneiden, als ihre Altergenossen… sogar noch Jahre nach dem Wechsel in eine weiterführende Schule… wobei dies gar nicht das Hauptziel der M-Pädagogik ist.

    http://www.montessori-deutschland.de/fileadmin/freigabe/dachverband/Centenary_2007/Fischer_Ergebn__emp__Forsch_z_MontiPaed10_12_06_jb_v2.pdf

    • habse sagt:

      Nicht erstaunlich, kommen die Montessori (und andere) Privatschüler doch aus meist bildungsnahen Elternhaus ohne Migrationshintergrund…

    • Christoph Bögli sagt:

      Selbst wenn die Ergebnisse zutreffen sollten, das Problem dabei ist immer, dass die Schülergruppen gar nicht vergleichbar sind und die statistische Analyse darum verzerrt wird. Denn man darf ja davon ausgehen, dass an Montessori-Schulen wie auch vergleichbaren bzw. privaten Schulen sich kein zufälliger Querschnitt aller Kinder einfindet, sondern gewisse soziale Milieus stark überrepräsentiert sind. Wenn natürlich überproportional viele Kinder aus bildungsaffinen und/oder begüterten Elternhäusern in eine Schule gehen, wird diese logischerweise auch besser abschneiden. Um den Effekt des Lernansatzes bemessen zu können, müsste man darum Kinder in grosser Zahl zufällig auf verschiedene Schulkonzepte verteilen und das dann auswerten.

    • Anton Keller sagt:

      Montessori-Grundschulen haben ja auch viel weniger Migrantenkinder und sind auch keine Integrierte Schule mit Verhaltensauffälligen und Behinderten. Zudem können sich die Schule meist nur Akademiker leisten. Das eine solche Schule Erfolge nachweisen kann verwundert daher nicht. Ein grosser Teil des Erfolgs wird aber den weiterverbten Genen geschuldet sein.

    • mira sagt:

      Bitte erst Link lesen und dann kommentieren. Diese Effekte wurden schon herausgerechnet… Ansonsten wäre es ja wirklich zu einfach 🙂

      Montessori war und ist übrigens auch eine Integrationsschule. Es werden auch Kinder aufgenommen, die mit sicherheit nie ans Gymi gehen werden…

    • mira sagt:

      In Deutschland ist übrigens das Schulgeld nicht ganz so hoch wie in der Schweiz, da die Schulen vom Staat mit-subventioniert werden. Da haben nicht alle Eltern das Abi (…).

      • Sportpapi sagt:

        aus Ihrem anderen Link: „Die Alternativschulen profitieren von zwei Sonderfaktoren: Weil sie ein spezielles pädagogisches Konzept haben, bewerben sich auch nur besonders motivierte Lehrer – das hebt fast schon automatisch das Niveau, ähnlich wie bei den ersten Gesamtschulen in NRW, die in den 70er Jahren viele äußerst engagierte Pädagogen hatten.
        Außerdem locken Reformschulen meist viele Eltern mit hohem Bildungsniveau oder zumindest hohem Bildungsinteresse an – die Unterstützung dieser Eltern wird eingefordert, alle Kinder profitieren.“

      • mira sagt:

        Ja, das ist richtig. Die Elternhaus-Faktoren wurden in den Studien aber herausgerechnet, um die Schülergruppen vergleichbar zu machen. In Realität sind die Unterschiede grösser, weil eben das Elternhaus eine so grosse Rolle spielt. Wie es auch Unterschiede zwischen Schulen in unterschiedlichen Quartieren (Arbeiterquartier versus Goldküste etc) gibt.

        Zur Lehrerschaft: Ja, diesen Effekt gibt es sicherlich auch, wobei ich den normalen Grundschullehrern nicht unterstellen möchte, dass sie nicht motiviert sind. Es gibt auch da viele ganz tolle Lehrkräfte.

      • habse sagt:

        Liebe Mira
        Dann sollten Sie aber auch berücksichtigen, dass das Verwenden der VERA-Daten in der Fachwelt zumindest umstritten ist. Diese Vergleichsarbeiten werden durch die Lehrpersonen selbst korrigiert, die Fragen sind offen formuliert. Strenge Empirie sieht da doch etwas anders aus.

      • Widerspenstige sagt:

        Ergänzend noch die Handhabung in Skandinavien, wo zB in Dänemark die freie Schulwahl seit 1849(!) besteht und der Staat bis zu 80% an Privatschulen bezahlt (diese dürfen nicht gewinnorientiert arbeiten):
        https://www.nzz.ch/schulwahl_in_skandinavien_alle_laender_haben_gesamt-_schulsysteme_ohne_selektiondaenemarknorwegenschwedenfinnland-1.725257

  • Henriette sagt:

    Diese Schule bietet nur für die Primarschulzeit ihre Dienste an, daher wird für die Oberstufe ein Wechsel nötig. Die Eltern stehen also vor der schwierigen Aufgabe, eine Anschlusslösung für ihr Kind zu finden. Könnte schwierig werden.

  • Carina Leone sagt:

    Spätestens beim Eintritt ins Berufsleben, weht ein anderer Wind. Dort gibt es Regeln die eingehalten werden müssen, Arbeiten die gemacht werden müssen und Termine die eingehalten werden müssen. Das Freilerner-Konzept produziert meines Erachtens Erwachsene, die in der normalen Arbeitswelt und wirtschaftlich nicht integegrierbar sind und dem zunehmenden Druck noch weniger gewachsen sind.

    • tini sagt:

      hast du das den schon persönlich so erfahren können?
      Das würde mich sehr interessieren.
      Ich habe drum genau das Gegenteil erfahren 😉

      • Anton Keller sagt:

        Man darf nicht von den engagierten Eltern ausgehen, welche das Kind schon perfekt gebildet, erzogen haben, das Kind neugierig und interessiert belassen haben.
        Man stelle sich ein verwahrlostes und unbegabtes Kind vor, dass auf sich bei den täglichen Entscheidungen alleingelassen und überfordert wird. Vielleicht entscheidet es sich nähmlich für das Verprügeln der Mitschüler und träumt von einer Drogenhändler-Karriere wie sein halbstarker Bruder. Solche Kinder müssen dann die Privatschule verlassen, da sie stören.

    • Christoph Bögli sagt:

      Fairerweise muss man aber auch sagen, dass die normale Schule ebenso einen nicht gerade kleinen Bodensatz an Erwachsenen produziert, die intellektuell wie sozial nur begrenzt funktional sind und schlecht bis gar nicht in die Arbeitswelt integriert werden können. Ob/wie weit verschiedene Schulkonzepte überhaupt etwas daran ändern können, ist darum schwierig zu beantworten..

      • tststs sagt:

        Fairerweise muss man aber auch sagen, dass die normale Schule ebenso in überwältigender Mehrheit einen Satz an Menschen produziert, die intellektuell, sozial, handwerklich und allgmein lebensbewältigend absolut funktional sind und bestens in die Arbeitswelt integriert werden können…
        😉

      • Christoph Bögli sagt:

        @tststs: Das ist natürlich auch richtig..;)

      • Anton Keller sagt:

        Ich finde die normale Schule bringt es sogar fertig ihren Bodensatz weiterzubringen, der in einer privaten Schule gar nicht aufgenommen würde. Keine schlechte Leistung!

    • tini sagt:

      deshalb wäre es doch einfach nur toll, hätten wir die möglichkeit zu wählen

  • extraterrestre sagt:

    zu dem thema hier 3 gedanken: 1) hier wir anscheinend davon ausgegangen, dass „man“ wählen kann, ob ein kind in die öffentliche oder in eine privatschule geht. was aber, wenn das portemonnaie keine solche wahl zulässt? 2.) mich würde interessieren, wieviel diese verschiedenen privatschulen kosten und ob das endresultat dann so viel besser ist, dass es das ganze geld wert ist. 3.) tut man dem kind wirklich einen gefallen, wenn man es aus dem system nimmt, in welchem wir nun mal leben? ich bin auch dafür, dass kinder kreativ sind, wir ihre talente und stärken fördern sollen, aber dafür gibt es auch andere Wege und mMn ist dem kind eher gedient, wenn es lernt, innerhalb des bestehenden systems wege zu suchen, um sich selber zu finden, anstatt ihm über Jahre den roten Teppich auszurollen.

    • tini sagt:

      1) nein, in der schweiz gibt es leider keine wahl möglichkeiten. der staat gibt vor wie die schulische erziehung aussehen soll. egal ob, wie die zahlen zeigen, mind. 20% der kinder gar nicht klar kommen in diesem system. im gegensatz zu dem was man aber glaubt sind in privatschulen sehr viele kinder von eltern die es sich eigentlich gar nicht leisten können, bei denen aber die ganze verwandschaft und freunden mithelfen. weil das kind sonst schlicht und einfach kaput gegangen wäre.

      • Anton Keller sagt:

        Es gibt Kinder die kommen mit keinem System klar., so wie der bekannte Schläger Carlos. Während früher das Problem mit speziellen Sonderklassen gelöst wurde, welche auch das Leistungsniveau anpassen konnten, werden nun alle in die gleiche Klasse geschickt.

      • tini sagt:

        ich kenne carlos nicht persönlich.
        aber interessant wäre doch wir könnten zurück spulen ihn gleich von anfang an in eine selbstbestimmte schule schicken und seine eltern begleiten und unterstützen. was wäre wohl da passiert ?

      • Anton Keller sagt:

        tini, eine selbstimmte Schule löst keine schwerwiegende psychologische Probleme, kein Veranlagungsprobleme noch kann es die Erziehung durch die Eltern ersetzen. Man weiss heute, dass solche Probleme häufig aus Erlebnissen der ersten 5 Jahren entstehen bzw. sich verstärken. Dennoch käme es dem Staat nie in den Sinn, in den ersten 5 Lebensjahren den Eltern niederschwellige Angebote anzubieten und auch nur minimale Vorschriften zu machen.

    • tini sagt:

      2) zwischen 800 und 1500.- im monat je nach schule, kanton, und je nach alter des kindes.

      • tini sagt:

        3) ja mann tut ihnen einen gefallen. nur in dem man sich einen anderen weg getraut und mann so auch erfahren kann das dieser andere weg auch geht wenn nicht sogar besser geht, können sich dinge ändern. viele erwachsene sind nicht glücklich in der geselschaft in der wir leben. viele erwachsene die die öffentliche schule durchboxet haben und damals schon nicht glücklich waren finden ihren weg in diesem stress und druck des altages nicht oder nur schwer. manchmal muss man sich trauen um etwas ändern zu können.

      • Sportpapi sagt:

        Die angeführte Schule kostet 1850.-

    • tini sagt:

      und hier noch ein weiteren gedanken von mir 4) was viele nicht wissen ist dass es manchen kinder so schlecht geht in der schule, sei es wegen mobbing, unterdrükung, übervorderung … dass der kinderartzt die eltern bittet eine lösung zu finden um dieses kind helfen zu können. dabei gibt es leider keinen anderen weg als die privatschulen weil die öffendlichen schulen mit solchen probleme einfach überfordert sind und dann das problem nicht selten auf die eltern abschieben. interessant ist dann aber zu beobachten wie schnell sich diese kinder plötzlich zu guten schüler entwikeln sobald sie mit spass lernen dürfen und ohne angst. auch in solchen extremen fälle gibt es keine finanzielle unterstüzung. der staat sieht keine hilfe für solch doch sehr häufige extrem situationen.

      • Sportpapi sagt:

        „dabei gibt es leider keinen anderen weg als die privatschulen weil die öffendlichen schulen mit solchen probleme einfach überfordert sind und dann das problem nicht selten auf die eltern abschieben.“
        Was machen die Privatschulen im Falle von Mobbing anders als die öffentlichen Schulen?
        Könnte es sein, dass die Privatschulen schlicht Kinder, die Probleme verursachen, nicht aufnehmen? Was die Volksschule nicht kann…
        Meinen Sie denn, eine öffentlich finanzierte private Schule mit Ausländeranteil über 50% wäre auch noch so populär?
        Und: Bei vielen Schulproblemen sind die Eltern schon auch Teil des Problems.

    • tini sagt:

      mit einem roten tepich hat dies nichts zu tun. sondern einfach nur mit respekt. und was ich immer wider erlebe in solchen schulen. die jugendlichen sind offen, aufgestellt und interessiert, sie sind hilfsbereit und gehen respektvoll mit den lehrern um weil sie diesen respekt dort auch selbst spüren und lernen.

      • extraterrestre sagt:

        1850 CHF pro monat ist wirklich viel geld, wir zum beispiel könnten uns das auf keinen fall leisten und so wird es vielen anderen auch gehen. ja, schwierig wenn das kind in der schule leidet. ich selber wurde in der primarschule massiv gemobbt, alternative zu dieser schule gab es aber nicht. ich wünsche das meinem kind nicht, aber privatschule ist trotzdem keine alternative. eine andere öffentliche schule vielleicht, mit damit verbundenem höheren aufwand (längerer schulweg etc.). löst man damit das problem? oder sollte man den weg mit dem kind gehen, es in dieser schweren zeit unterstützen so gut es geht (selbstwertgefühl des Kindes stärken zb mit sport, „gute“ zeiten ausserhalb der schule organisieren, etc.)? ist das halt nicht einfach das leben?

  • Eleonore Grossmann sagt:

    Umgekehrt muss man auch wissen, dass kleine Privatschulen funktionieren, wenn dort Lehrer arbeiten, die sich diese Schule und Unterrichtsmethode ausgesucht haben, aber auch das kann man nicht unbedingt auf alle Lehrer, auf das ganze Land übertragen.
    „Improvisierter“ Unterricht erfordert viel mehr Arbeit von den Lehrern, wenn man es richtig macht, und nicht alle Lehrer sind bereit und in der Lage, den dafür notwendigen Aufwand zu treiben.

  • Eleonore Grossmann sagt:

    Vor allem muss man wissen, dass nicht allen Kindern das Lustprinzip liegt. Es gibt auch welche, die haben lieber Frontalunterricht.
    Egal wie man die Schule reformiert, es wird immer einem Prozentsatz der Kinder nicht passen. Daher ist es gut, Diversität zu haben, und für jedes Kind das zu finden, was ihm liegt.

    • Melanie sagt:

      Genau meine Meinung. Kinder sind so unterschiedlich, dass es gar nicht möglich ist, ein System zu haben das für alle passend ist. Lasst uns doch die Vielfalt kultivieren und Möglichkeiten für alle schaffen.

  • Christoph Bögli sagt:

    „Viel lieber hätte ich stundenlang gelesen und geschrieben, anstatt mit aller Kraft irgendwelche Wurzeln zu ziehen.“ Damit verdeutlicht Frau Jansen unbewusst ja bereits das Problem: die meisten Kinder mögen gewisse Themen überhaupt nicht, manche mögen sogar Lernen und Denken per se nicht besonders, sind also „nie so weit“, um gewisse Themen anzugehen. Richtet man die Schule nur nach diesen individuellen Vorlieben aus, dann würden die meisten Kinder zwangsweise mit eklatanten Lücken aus der Schule kommen.
    Die andere Frage wäre generell, wie kompatibel solche Konzepte mit der nächsten Ausbildungsstufe sind. Spätestens in der Lehre oder an der Uni ist Druck und „Zwang“ unvermeidlich. Und ob man damit dann zurecht kommt, wenn dies vorher krampfhaft vermieden wurde..

    • mila sagt:

      Dazu eine Anmerkung: ich kenne doch so einen und eine, die sich so la la durchs Gymi gebracht haben, dann an der Uni (Druck unbenommen) jedoch richtiggehend aufgeblüht sind. Weil sie endlich das machen konnten, was sie wirklich interessiert. Die Lehre für mich daraus: wenn man interessiert ist, geht (fast) alles. Die Frage: wie weckt/fördert/behält man das Interesse der Kinder an der Schule, oder allgemeiner am Lernen. Oder kurzum: nicht (hohe) Anforderungen sind das Problem. Die Aufmerksamkeit und Bereitschaft, diese aufzuwenden, ist es.

      • Christoph Bögli sagt:

        Das gibts natürlich oder ist in dem Bereich ziemlich normal. Jedenfalls haben sich in meinem Umfeld auch fast durchwegs jene an der Uni am Besten gemacht, die im Gymnasium eher zu den Underperformern gehörten. Andererseits ist das Gymnasium schon eine spezifische Subgruppe von meist entweder cleveren oder fleissigen Schülern. Wie repräsentativ das ist für jene, die effektiv Probleme in der Schule haben, ist eine andere Frage.

        Wobei – uabhängig von den Voraussetzungen – es gemeinhin das grösste Problem von Studienanfängern ist, dass sie zwar meinen, „nun endlich das machen konnten, was sie wirklich interessiert“, das aber keineswegs zutrifft. Da gibts jedes Jahr viele böse Überraschungen. Weshalb sich meist auch eher die Pragmatiker als die besten Studenten erweisen..

    • 13 sagt:

      @ Mila
      Danke für Ihre Worte. Genau so eine war ich. In der Sek hiess es, was ich mit einem 4,5-Schnitt im Gymi soll, im Gymi bin ich so knapp durchgekommen, an der Uni nicht nur geistig sondern auch leistungstechnisch aufgeblüht. Vorlieben hin oder her, jedes Kind merkt doch, was die Grundlagen sind, die es im Leben schlicht braucht. Wurzeln ziehen zu können ist das in den meisten Jobs kaum. Eine mathematische Grundlage hingegen schon. Und wenn der Bedarf kommt, wird auch gerne und einfach gelernt.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Vorlieben hin oder her, jedes Kind merkt doch, was die Grundlagen sind, die es im Leben schlicht braucht.“
        Da möchte ich ganz vehement widersprechen. Ein Kind hat meist keine Ahnung, was es dereinst im Leben mal brauchen könnte, und warum. Deshalb gibt es ja einen Lehrplan. Deshalb reden wir von Bildung, nicht nur von Ausbildung.
        Ausserdem geht man immer mehr weg von verfrühter Spezialisierung, was auch nicht immer gut ist. Aber es ist undenkbar, in der Lehre und vor allem im Gymnasium einfach alles wegzulassen, von dem man aktuell ausgeht, dass man es vielleicht nie braucht.

      • 13 sagt:

        Dabei geht es halt wieder einmal um unsere Sicht auf das Kind. Da Ihre Sicht von einem Kind, dass nicht weiss, was es braucht, was gut für ihn ist, nicht lernbegierig ist, ausser man setzt es von aussen unter Druck und dann auch nicht in der Lage ist selber zu lernen, wenn man es ihm nicht von aussen beibringt, sehr von meiner abweicht, wird es auch schwierig über ein gutes Schulmodell zu sprechen. Aber ich habe tatsächlich in meinen 36 Jahren noch nicht herausgefunden, inwiefern mir die Hunderte von Stunden, die ich damit verplempert habe, Sachen zu „lernen“, die ich weder verstand, noch interessant fand oder für meine heutigen Tätigkeiten (Job, Familie, etc.) brauche, wirklich etwas gebracht haben. Bildung ist ja gut, muss nicht jobbezogen sein wie eine Ausbildung, aber sinnvoll.

      • Muttis Liebling sagt:

        Im Leben braucht man eine Allgemeinbildung und die muss Schule vermitteln. Zusätzlich die Fähigkeit des Lernens. In der Schule lernt man Lernen. Wenn man lernen kann, sind spätere Spezialisierungen in Eigenregie zu bewältigen.

        Man muss sich also nur noch verständigen, was Allgemeinbildung alles umfasst. Das sollte so schwer nicht sein.

        Nur ein Beispiel: In den letzten Tagen ist die mathematische Bildung, welche angeblich schlechter geworden ist, mehrfach in die D wie CH Presse gekommen. Studenten verstehen Textaufgaben nicht, kommen also gar nicht bis an den mathematischen Kern der Aufgabe. Den können sie dann zwar auch selten lösen, aber wie gesagt, es kommt meist gar nicht dazu.

        Prompt die Vorschläge, die Aufgaben einfacher zu formulieren. Aber genau das ist praxisfremd.

      • Christoph Bögli sagt:

        Ich denke, das ist wenn schon sehr individuell. Es mag Kinder geben, die ab einem gewissen Alter relativ schnell begreifen, was wichtig ist. Und die vielleicht auch noch schnell/gerne lernen. Aber das gilt längst nicht für alle.

        Meine Erfahrung zeigt zumindest, dass selbst Studienanfänger oft völlig naiv an die Uni kommen und keine Ahnung haben, was dort benötigt oder erwartet wird. Und dann völlig schockiert sind, wenn keine Delfine gestreichelt werden, sondern knallharte Mathematik gemacht wird und gut formulierte Texte erwartet werden. Wenn also selbst vielen erwachsene Maturanden diese Weitsicht fehlt, wie sollen Primarschüler dazu in der Lage sein?

      • Muttis Liebling sagt:

        2/ Es ist 2017 allgemeinbildend nicht notwendig, eine Differentialgleichung lösen zu können. Aber man muss in der Lage sein, praktische Fragestellungen auf Differentialgleichungen zu projizieren.

      • Christoph Bögli sagt:

        PS/@13: Hinzu kommt ja auch, dass es noch so etwas wie Allgemeinbildung gibt, die zwar selten unmittelbar nützlich ist, mir aber trotzdem sehr wertvoll scheint. Klar, all das Wissen zu Lyrik, Geschichte, Geographie, etc. habe ich eigentlich noch nie für meinen Job oder sonst etwas benötigt. Dennoch bin ich froh, ein solides Basiswissen in allen möglichen Bereichen zu haben, alleine weil das dazu beiträgt, die Welt besser zu verstehen. Umso mehr wenn ich sehe, wie viele Ignoranten heute auch noch stolz darauf sind, von nichts eine Ahnung zu haben und Meinungen zu „Fakten“ zu erheben..

      • Sportpapi sagt:

        @13: In Ihrer Beschreibung meiner Haltung schiessen Sie weit übers Ziel hinaus. Wenn ich davon ausgehe, dass Kinder nicht wissen, was Sie 20 Jahre später im Berufsleben mal brauchen (und es sie auch nicht wirklich interessiert), dann heisst das nicht, dass sie lernfaul sind, dass sie immer Druck brauchen zum Lernen, dass sie nur lernen, was man ihnen beibringt. Keineswegs.
        Aber: Die Lernbegeisterung der Kinder ist sehr unterschiedlich und stark von der Prägung zu Hause abhängig. Das Problem der Volksschule ist, dass sie nicht auswählen kann, wer geeignet ist. Und: viele Fächer lernen die Kinder als Grundlage für die Zukunft, ohne Einsicht, wofür das denn mal gut sein soll. Schön, wenn man diese Einsicht immer vermitteln kann.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „inwiefern mir die Hunderte von Stunden, die ich damit verplempert habe, Sachen zu „lernen“, die ich weder verstand, noch interessant fand oder für meine heutigen Tätigkeiten (Job, Familie, etc.) brauche“
        Da würde ich ja gerne mal konkret hören, was Sie denn gerne weggelassen hätten. Mathe? Naturwissenschaften?
        Und Sie wussten immer schon, was Sie werden wollten?
        Überspitzt gesagt: Sollen dann Frauen, die Hausfrau und Mutter werden wollen, überhaupt noch zur Schule? Nur noch in die Hauswirtschaft?
        Was ist es denn, was wir weglassen könnten ohne Schaden?

      • tststs sagt:

        Mann, 13, Sie klingen gerade wie einige meiner Pappenheimer: „inwiefern mir die Hunderte von Stunden, die ich damit verplempert habe, Sachen zu „lernen“, die ich weder verstand, noch interessant fand oder für meine heutigen Tätigkeiten (Job, Familie, etc.) brauche…“
        Bitte nennen Sie mir nur etwas, das Sie bisher gelernt haben, von dem Sie 100% überzeugt sind, dass Sie es bisher nicht brauchten und auch bis zu Ihrem Tod niemals brauchen werden! (Oder irgendetwas, das in Ihren Augen „sinnlos“ ist.)

      • mila sagt:

        So wie ich es sehe, hat die Schule heute eine primäre Aufgabe: die Schüler zu befähigen, (komplexe) Probleme zu lösen. Ein gewisses Mass an naturwissenschaftlich-mathematischem Verständnis kann dazu nur beitragen (es geht/ginge im Grunde auch darum, das abstrakt-logische Denken zu lernen, nicht Formeln etc.). Aber wie soll(te) man dies Kindern erklären, gerade vielleicht auch, wenn der entsprechende Unterricht unattraktiv ist (in meiner Schulkarriere waren die Lehrer dieser Fachrichtungen mit einer grossen Ausnahme keine pädagogischen Leuchten – und gerade sie sollten es vielleicht besonders sein).

      • Elbe sagt:

        @13
        Wie bitte? Wenn solch absolut grundlegende Themen wie Wurzelziehen nicht zur mathematischen Grundbildung zählen sollen, was gehört ihrer Meinung nach denn überhaupt dazu?

      • 13 sagt:

        @ ML
        Betreffend Allgemeinbildung bin ich mit Ihnen einverstanden. Jedoch bleibt die Frage offen, was darunter zu verstehen ist. Und die Anschlussfrage, warum Allgemeinbildung für einen Gymnasiumschüler bis ins letzte Detail eines jeden Faches notwendig ist, während wir durch das Lehrlingssystem damit leben, dass viele Schüler mit ihrer Allgemeinbildung auf dem Stand eines 15jährigen stehen bleiben.
        Das Lernen lernt man nicht in der Schule, diese kann im Idealfall Tipps geben, mehr nicht. Lernen können ist uns angeboren, ansonsten könnten wir beim Schuleintritt weder laufen noch sprechen.

      • Anton Keller sagt:

        Bei den einen geht der Knopf früher, bei den anderen später und bei noch anderen nie auf. Daher soll es auch verschiedene Bildungswege geben. Die Pubertät kann zudem viele positive und negative Effekte auslösen.

      • 13 sagt:

        @ Christoph Bögli
        Dann frage ich zurück: Wenn junge Erwachsene, die unser traditionelles Schulsystem (inkl. Gymnasium) durchgelaufen haben, derart naiv und unvorbereitet an die Uni kommen, müsste man sich dann nicht die Frage stellen, ob dieses doch keine gute Vorbereitung bietet? Wäre es dann nicht besser, sie selbständiger werden zu lassen mit Eigeninitiative und auch Eigenverantwortung, damit sie reifer sind? Sehen Sie, ich finde Wissen nie unnütz und man braucht etliches nicht nur für die Arbeit, sondern wie geschrieben auch sonst. Das Problem sind all die Stunden (ja, ich wiederhole mich), bei denen Null oder maximal kurzfristiger Lernerfolg resultierte. Davon, dass ich das mal büffeln musste, habe ich nämlich nichts. Ich kann es ja nicht.

      • 13 sagt:

        @ tststs
        Sehen Sie meinen Kommentar an C.B. Mein Hassfach war französisch, es war einfach schlimm und hat mir Jahr für Jahr den Notenschnitt versaut. Ich sage nicht, dass Französisch nichts sinnvolles wäre, aber da ich es auch heute gar nicht spreche, über einen Café bestellen auch nicht sprechen kann, waren diese Stunden eben verloren. Ich könnte da etliche weitere Beispiele nennen, von Chemiestunden, Geologie oder lateinischen Namen von Wolken, die ich heute auch weder kann noch brauche. Im Grundsatz etwas über das Wetter zu wissen, finde ich auch wichtig, aber nicht bis ins letzte Detail. Da würde es reichen, dass das diejenigen, die daran interessiert sind, lesen. Ich vertiefe mich inzwischen in irgendwelche Verordnungen, bei denen andere laut gähnen.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Ich wollte nicht provozieren oder so. Es ist mein Eindruck, dass Sie das Kind im ganzen System als recht passiv und auch nicht kompetent erleben, was eben nicht mit meiner Meinung übereinstimmt. Dazu kommt die Fokussierung auf das Resultat. Ich erwarte von einer Schule etwas anderes als gute Pisa-Resultate. Wie gesagt, finde ich es aufgrund dieser beiden grundlegenden Unterschiede in unseren Haltungen sehr schwer mit Ihnen ein Schulmodell zu diskutieren, was nicht heisst, dass ich dazu nicht bereit bin. Wenn wir aber verschiedene Ziele haben, dann ist auch klar, dass wir andere Vorstellungen von Mitteln haben, um diese zu erreichen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Es ist mein Eindruck, dass Sie das Kind im ganzen System als recht passiv und auch nicht kompetent erleben, was eben nicht mit meiner Meinung übereinstimmt.“
        Im Gegenteil. Aber ich sehe auch eine Enwicklung von der Anleitung zur Selbstständigkeit. Und ich erhoffe mir von meinen Kindern die Einsicht, dass es auch wichtig ist, ungeliebte Fächer zu lernen und anständige Noten auch da zu schreiben, wo es schwerer fällt. Und dass Schulerfolg für das Leben eine Bedeutung hat, und man sich deshalb anstrengen muss, um später man Optionen zu haben.
        All das hat nichts damit zu tun, dass die Kinder nicht begeisterungsfähig und wissbegierig sind, sein sollen – obwohl ich auch da schon ganz andere Kinder kennengelernt habe.

      • Sportpapi sagt:

        Und ja, für mich sind bei einer Schule die Resultate entscheidend. Die Kinder gehen zum Lernen in die Schule, das ist der Hauptauftrag.
        Ob nun PISA der geeignete Indikator ist, könnte man diskutieren. Aber immerhin haben sich Experten einmal darauf geeinigt.
        Einfach keine Noten mehr zu setzen und keine Prüfungen zu machen verbessert aber den Unterricht auf keinen Fall. Umgekehrt besteht immerhin die Chance.
        Aber mit bleibt immer noch die Frage offen: Wenn Kinder in der Schule immer nur tun dürfen, wozu sie Lust haben: Wie kann man dann einen Lehrplan über viele Fächer einhalten? Oder ist es vielleicht doch eher so, dass dies kaum überprüft wird, und wenn, dann nur in den Kernfächern Mathe und Deutsch?

      • Ralf Schrader sagt:

        @13
        Bezüglich Allgemeinbildung muss man nur definieren, was dazu gehört. So schwer ist das nicht.

        Intellektuelles Lernen ist etwas anderes als das aus Erfahrung. Physiker können sehr artfremd arbeiten, z.B. als Kunstdirektor, weil sie Lernen gelernt haben. Das ganze Physikstudium ist nur lernen zu lernen.

        Wer Mathematik versteht, versteht auch viel vom Rest der Welt, weil alles mathematisch angelegt ist. Mathematiker wissen, dass es nichts Unendliches gibt. Weder Wirtschaftswachstum, noch menschliches Leben. Die Fachwissenschaftler bestreiten das mit ihren Argumenten, welche der Mathematik aber grundsätzlich unterlegen sind. Das ist Allgemeinbildung. Zu wissen, was überhaupt geht, oder nicht.

      • 13 sagt:

        „Und ich erhoffe mir von meinen Kindern die Einsicht, dass es auch wichtig ist, ungeliebte Fächer zu lernen und anständige Noten auch da zu schreiben, wo es schwerer fällt. Und dass Schulerfolg für das Leben eine Bedeutung hat, und man sich deshalb anstrengen muss, um später man Optionen zu haben.“

        Und das ist für mich oft der Grund, warum die Begeisterungsfähigkeit auf der Strecke bleibt. Welche Optionen hat man denn mehr, wenn man sehr viel Zeit in ungeliebte Fächer steckt? Diejenige, diese Fächer zu einem ungeliebten Beruf zu machen?
        Wie diese Schule den Lehrplan erfüllt weiss ich nicht, ich kenne ihn ja nicht. Von anderen weiss ich, dass sie dem im Grundsatz nachgehen. Ich persönlich halte ich gerade in den höheren Klassen zu überladen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Im Grundsatz nachgehen“ heisst, dass man vielleicht gemeinsam singt, und damit der Musikunterricht abgedeckt ist. Dass man gemeinsam in den Wald geht, und damit der Sportunterricht und der Biologieunterricht abgedeckt ist. usw.
        Können die Lehrer der Volksschule so selektiv arbeiten, hätten sie auch einen ganz anderen Unterricht. Dort sind aber Lehrplan, Lehrmittel und Stundendotationen mehr oder weniger präzis vorgegeben. Insofern sind es mindestens nicht gleich lange Spiesse, mit denen da gearbeitet wird.

      • Sportpapi sagt:

        Noch etwas zu Ihrem Beispiel, das ich gut nachvollziehen kann. Wenn nun das ungeliebte Französisch nicht nur durchgeseucht, sondern gar nicht erst besucht wird ist das sicherlich auch nicht zielführend.
        Und plötzlich merkt der angehende Jurist, dass er sich politisch engagieren möchte, dass er in einem Verband tätig sein will, usw.
        Und dass dort französisch und teilweise italienisch erwartet werden…
        Eben – man weiss nie, was kommt.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Wie gesagt, ich kenne diese Schule nicht. Meine Kinder sind in der öffentlichen Schule. Ich kenne einfach einige Steinerschüler und solche, die zu Hause unterrichtet werden. Und da wird der Lehrplan schon befolgt, aber nicht in der „richtigen“ Reihenfolge (das meinte mit im Grundsatz), sondern eher projektbezogen, auch wo das Kind gerade steht und wo das Interesse liegt. Es kann dann sein, dass ein Kind in einem Fach viel weiter ist und in einem anderen eher im Verzug, da wird dann das Interesse auch etwas gelenkt, wenn es zu weit weg ist. Das führt zu schnellerem Lernen, so dass mehr Zeit für eigene Interessen bleibt. Dass es weniger Schüler pro Lehrer gibt, hilft aber natürlich sehr, was in der Volksschule mit der heutigen Finanzpolitik kaum umsetzbar ist. Das ist richtig.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das heisst, es gibt irgendwann einen Stau bei den ungeliebten Fächern…
        Was natürlich stimmt: Wenn ich meine Kinder selber unterrichten würde, bekämen wir den Schulstoff sicherlich in allerhöchstens halber Zeit durch. Gerade wenn wir uns in nicht so geliebten (und wichtigen) Gebieten auf das Minimum beschränken würden.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Ein Stau muss nicht geschehen, der Lehrer lenkt das schon ein bisschen und wenn es dann schnell vorwärts geht, macht es auch mehr Spass und die Motivation steigt, vielleicht auch für das ungeliebte Fach. So bin ich davon überzeugt, dass der angehende Jurist, der plötzlich merkt, dass ihm das Französisch fehlt, in einem Auslandjahr in Paris mehr lernen würde, als in 9 Jahren in einer Schule in Sumiswald.

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Ein Stau muss nicht geschehen, der Lehrer lenkt das schon ein bisschen.“ Eine Mogelpackung also. Ihr dürft machen was ihr wollt, aber wenn ihr nicht wollt, was ihr sollt, greife ich ein…
        Ehrlich gesagt: Anders lässt sich der Widerspruch zwischen freier Schule und Lehrplan gar nicht auflösen.
        Anders sieht es dann bei Themen und Fächern aus, die als nicht so wichtig gelten, und in denen die Lernstände auch nie überprüft werden.

    • Asta Amman sagt:

      Dem supererfolgreichen Autor Martin Suter ging es wohl ähnlich wie Frau Janssen, er hat (laut Interview im Magazin) ein Gymi weitgehend ohne naturwissenschaftliche Fächer besucht. Nur Sprachen, Literatur und Kunst – da würden wohl viele aufblühen. In diesen Fächern hatte ich brillante Noten, deshalb bin ich gerne zur Schule gegangen, ohne viel lernen zu müssen.
      Jahre der freien Entfaltung erlebte dann auch unsere nach der Oberstufe schulmüde Tochter, die das Gymi strikt verweigerte: In einer privaten Kunstschule. Allerdings hat dann kaum mehr als die Hälfte der Klasse beim ersten Anlauf das Diplom geschafft.

  • Meinrad Wiederkehr sagt:

    Mich würden Studien zu dem Thema interessieren. Wie finden sich Kinder, die nach dem Lustprinzip gelernt haben, in der Arbeitswelt zurecht? Haben sie Mühe oder sind sie im Gegenteil kreativ und unternehmungslustig?

    Ich hatte in der Schule Fächer wie Musik und Französisch nicht gerne, dafür ging ich gerne in Physik- und Chemiefreifächer. Hätte es meiner Entwicklung geschadet, wenn ich mich noch mehr auf meine Interessen fokussiert hätte, oder tragen Musik und Zeichnen zu einer guten Bildung bei, auch wenn man das Kind dazu zwingen muss?

    • Muttis Liebling sagt:

      Empirische Studien macht man entweder, um die Studiendurchführer zu alimentieren, meist aber, um politische Verantwortungen aufzuweichen.

      Wenn man die Schule von 2017 an die Arbeitswelt von 2017 justiert, dürfte das in die Hose gehen. Ich bin mir zwar sicher, dass die heute vorgestellte Arbeitswelt von 2037 auch nicht realistisch ist. Aber so wie heute wird sie definitiv nicht sein.

  • Regina Probst sagt:

    Nach bald 40 Jahren an div Schulen und Zusatzausbildungen als Genderfachfraun und einem Psychologiestudium, und auch unternehmerisch tätig: DIE Schule als Ei des Kolumbus gibt es nicht. Die „Klientel“ ist viel zu verschieden, die Ansprüche der Gesellschaft zu vielfältig, die Zeiten ständig im Wandel, entscheidend wirkt die Qualität der einzelnen Lehrperson und die Klassengrösse. Ich schätze Precht, hier ist er nicht kompetent genug. Ich habe reformfreudige Zeiten erlebt / ausprobiert – unter dem Strich gibt es gleich viele Vorteile und Nachteile. Z.B sind solche Reformschulen praktisch immer Kleinstschulen mit „ausgewählten“ Kindern.
    Insgesamt gilt für die staatliche Volksschule das Gleiche wie für die Demokratie: ALLE Interessen einbinden, langsam, stetig weiterentwickeln

    • Martin Frey sagt:

      Nur so aus Interesse, Frau Probst. Ich weiss zwar, was eine Pflegefachfrau ist, und was ihre Arbeit beinhaltet. Aber was genau ist eine Genderfachfrau, und was macht ihre Arbeit wie auch Ausbildung aus?

      • Regina Probst sagt:

        Es macht (bei mir, da schon 20 Jahre her und vor den Genderabteiliungen an Unis) eine 2 1/2jährige interdisziplinäre Ausbildung zu Geschlechterthematik aus. Die verschiedenen Theorien, versch. gesellschaftliche Ansätze (schwarze Frauen, Entwicklung in Ex-Sozialistischen Staaten, Rechtsgrundlagen der EU, etc) und direkter Aufenthalt vor Ort mit entspr. Programm. Dazu nun 25 Jahre Praxis neben der Unterrichtstätigkeit, u.a. als Gründerin einer Frauenrechtsorganisation und publizistisch. Also nun eine Expertin in Geschlechterfragen. Nicht direkt vergleichbar mit Angestellte der Genderstudies einer Uni. Auch aus der Genderperspektive die Schule und Unterricht einigermassen beurteilen zu können ist ein wichtiger Teil.

      • Muttis Liebling sagt:

        Was Frau Probst ist Geschlechterproblematik? Was ist für einen prekriatären Mann anders, als für eine verwahrloste Frau. Wo ist der Geschlechterunterschied von Elend?

        Warum arbeiten in Berufen mit klar asozialer Ausrichtung eher Männer, wie Frauen eher in sozialen Berufen? Warum gibt es diese Konstellationen, über Jahrtausende?

      • Regina Probst sagt:

        @Muttis Liebling: Ganz konkret zu Ihren Fragen: Männer in prekären Verhältnissen verwahrlosen eher als Frauen in prekären Verhältnissen. Diese Männer haben auch die kürzeste Lebenserwartung von allen Gruppen, in unseren Ländern.
        Mit „asozialer“ Ausrichtung meinen Sie wohl technische Berufe und Berufe in denen es weniger um Menschen geht. Asozial sind die deswegen aber nicht. Es gibt Länder, in denen in technischen Berufen wie Ingenieur gleich viele Frauen wie Männer arbeiten. In vielen Berufen, in denen die Körperkraft früher entscheidend war, war es deswegen ein Berufsfeld von Männern. Diese Berufe nehmen ab. Viele Berufe waren Frauen auch verboten, siehe Zünfte im Mittelalter. Soziale Berufe wie Lehrer an öffentlichen Schulen waren lange Männerberufe. Usw

  • Sportpapi sagt:

    „«Die heutige Schule passt nicht mehr in die Gesellschaft», meint Gründerin Angela Joerg.“
    Ich sehe das ja eher umgekehrt. Steigende Leistungsanforderungen und Druck im Arbeitsalltag würde eher dafür sprechen, auch an der Volksschule die Zügel (wieder) deutlich mehr anzuziehen, statt immer neue pädagogische Experimente zu wagen.
    Andererseits ist es doch auch gut, dass wir eine Schule haben, die integriert und die Schwächsten nicht einfach aussondert.

  • Sportpapi sagt:

    Obwohl ich mich eigentlich sehr für das Thema interessiere, habe ich hier fast nichts erfahren über alternative Schulen. Irgendwie findet das meiste ja im Kopf der Aut orin statt, die von der Volksschule nur weiss, was sie selber vor vielen Jahren (negativ) erlebt hat. Und die nun eine einzige alternative Schule besucht und nicht so recht weiss, warum eigentlich.
    Mich aber würde interessieren, was für Pädagogische Grundgedanken die Schulen leiten, was für didaktisch-methodische Konzepte angewandt werden, wie Freilernen und Lehrplan einhalten zusammengehen, was der Unterschied einer Bewertung mit Bericht zu einer mit Note ist, was die Ergebnisse der Schulen sind, für welche Kinder welche Schulen geeignet sind, und warum. Und wie es mit den Kosten steht…

    • Muttis Liebling sagt:

      Das wäre ein objektiver Ansatz, nicht geeignet in Zeiten, in welchem man die Realität fühlt.

      Mein Ansatz wäre, dass sowohl die inhaltlichen, als auch die methodischen Anforderungen an die Grundschule nur sehr langfristigen Änderungen unterliegen. Es gibt keinen Grund, 2017 anders als 1977 vorzugehen.

      Allerdings muss man sich sehr präzise artikulieren. Was gehört zwingend zur Allgemeinbildung, was ist optional? Welche Methoden sind unverzichtbar, welche möglich und welche obsolet. Das kann man auf einem 3- Seiten- Papier fixieren und dann ist gut bis 2100.

      • Carolina sagt:

        Tja, ML, dann fangen Sie doch mal an, optional und Allgemeinbildung zu definieren! Wenn Sie Zeitung lesen, wissen Sie doch sehr genau, dass hier seit Anbeginn der Zeit (oder sagen wir der Neuzeit) alle möglichen Meinungen aufeinanderprallen und das diese ganz sicher nicht nur sachlicher Natur sind, sondern zum Teil emotional besetzt.
        Es ist natürlich am einfachsten, dem Staat die Oberhoheit für immer und ewig zu geben, weder Lehrer- noch Eltern- bzw Schüler-Input zuzulassen und einfach stur nach Schema F bzw 1977 zu arbeiten – ich bin sicher, für die DDR hat das gestimmt.

      • Muttis Liebling sagt:

        Wenn etwas wie Bildung emotional besetzt ist, ist schon alles zu spät. Man kann alles, man muss alles, emotionsfrei regeln. Dann sterben natürlich bestimmte Berufsgruppen aus. Das muss aber so sein.

      • Muttis Liebling sagt:

        Um Allgemeinbildung zu beschreiben, reichen 800 Zeichen nicht. Man kann aber schon Elementares klären. Das ein Staat keine Nation und kein Land ist. Das Medizin keine Gesundheitskosten, nur die von Krankheit erzeugt.

        Das jeder halbwegs intelligente Mensch zwar wissen muss, was Infinitesimalrechnung ist, aber die nicht können muss.

        Das jeder halbwegs intelligente Mensch zwar wissen muss, was Demokratie bedeutet, aber trotzdem damit nicht umgehen kann.

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Später dann aber auch eine private Universität oder Privatlehre. Sonst könnte es passieren, dass die verwöhnten, sensiblen, zerbrechlichen und lebensuntauglichen Kinderchen aus Wolkenkuckucksheim rausfallen und hart landen.

    • 13 sagt:

      Liebe Tamar
      Darf ich Sie um eine Quelle bitten, aus der hervorgeht, dass Privatschüler verwöhnt, sensibel, zerbrechlich oder lebensuntauglich sind? Oder kann es sein, dass das nur die Tausendste Wiederholung nicht belegter Vorurteile ist, ohne dass Sie sich selber mit einer entsprechenden Schule auseinandergesetzt haben?

      • Karl von Bruck sagt:

        Die wegen der Bevoekerungsexplosion ueberlaufenen Staatsschulen ziehen die Schrauben rasant an. Welsche Kantone usurpieren nun nicht mehr nur DELF B2, sondern verlangen – auch von Englisch-B2ern – Deutsch. In Privatschulen wird nicht mal die Gebietssprache F durchgesetzt. Es gibt da nicht nur Schueler, sondern gar auch Drittland-Lehrer mit Aufenthalts- und Arbeitsbewilligung, die kein Wort F verstehen, geschweige denn sprechen. Privat- oder gar Religionsschulen sollten vom Staatssteuertropf abgehaengt und Zertifikatspruefungen nicht mehr nur unter der Pseudoaufsicht des Staates, sondern vom Staat selber abgenommen werden. Das wuerde den Staatsweizen vom Privatspreu rasant trennen….

  • Tini sagt:

    Es gibt etwas ganz wichtiges was die kinder in solchen schulen lernen was sie in den öffendlichen schulen nicht lernen können.
    Und zwar Entscheidungen treffen! selber für sich. Sie lernen verantwortung zu übernehmen.
    Es ist nicht wichtig zu wissen wann ein kind lesen gelernt hat, genau so unwichtig ist es auch zu wissen wann wir reden gelernt haben. Wir haben ein leben lang zeit dazu und wenn ein kind freude am lernen hat, lernt es ganz von alleine genau so wie es alleine laufen gelernt hat. Weil ein kind von natur aus neugirig ist.
    Unsere „solche“ schule im kanton freiburg heisst: tagesschule sesam
    Ein ort wo sich kinder wie ihre eltern wohl fühlen und aufblühen und die freude am lernen kaum zu stillen ist.
    Ich kann sie von herzen empfehlen.

    • tststs sagt:

      Sie meinen wohl Pseudoentscheidungen.
      Was meinen Sie, was passiert, wenn die Kinder beschliessen, dass sie die nächsten zwei Wochen keine Schule haben wollen…oder einen Tagesausflug aufs Jungfraujoch machen wollen… oder sie wollen für den Biounterricht einer Fliege die Flügel ausreissen?!?
      Dann ist’s mit der Selbstbestimmung schnell vorbei.

      Da bevorzuge ich (ganz im Sinne des Kindswohls), dass ein Kind weiss woran es ist, und manchmal heisst das, dass die Entscheidung nicht bei ihm liegt; anstatt dass man ihm eine bestimmte Macht übergibt und diese dann – für das Kind – willkürlich beschneidet.

  • Marc sagt:

    Die öffentlichen Schulen haben sich seit dem 19. Jahrhundert auch gewandelt.

    Aber wenn man sooo grosse Bedenken hat, die eigenen Kinder in die öffentliche Schule zu schicken, dann sollte man sich für eine Privatschule entscheiden. Sie werden sonst immer – bei jedem Problem – ein schlechtes Gewissen bekommen und nie zufrieden sein.
    Allerdings werden ihre Kinder keine Eriträer, keine Albaner und auch keine Afganen kennenlernen. Dafür viele CHer und ein paar Deutsche.

  • Reincarnation of XY sagt:

    Keine Ahnung ob das geht. Aber Sie scheinen dafür prädestiniert ihre Kinder dahin zu schicken. Also tun Sie es! Solche Experimente kommen uns allen zu Gute. Denn ob gut oder schlecht, sie liefern uns neue Erfahrungswerte.

    Meine Kinder kommen täglich froh von der Schule nach Hause. Weil sie dort von guten Lehrpersonen so tolle Sachen lernen. Für mich und meine Kinder wär die von Ihnen beschriebene Schule ein totaler Ablöscher. Aber Menschen sind verschieden. Also, folgen Sie ihrem Herzen!

  • Martin Frey sagt:

    Ob man den Millennials zurecht nachsagt, sie hätten keinen Biss mehr, lebten nach dem Lustprinzip, hätten keine Arbeitsmoral mehr, weiss ich nicht. Dass das aber mit der Schule zu tun haben soll wie die Schulleiterin geflissentlich behauptet, ist mehr als an den Haaren herbeigezogen. Denn dann müsste das auf frühere Generationen noch viel mehr zutreffen.
    Überhaupt fehlen mir im Artikel jegliche Belege und plausiblen Erklärungen, weshalb dieser x-te antiautoritäre Schulansatz, der an sich ja nicht wirklich neu ist, der konventionellen Schule auch nur annähernd überlegen sein soll. Nur weil Kinder ausschliesslich das tun dürfen, was Freude macht? Weil sie gerne gehen? Das tut mein Nachwuchs in der stinknormalen öffentlichen Volksschule auch, glücklicherweise muss man sagen.

    • Martin Frey sagt:

      / Wo bleiben zB die hochgelobten exekutiven Funktionen in diesem Jekami-Konzept? Deren Bedeutung später im Leben elementar ist? Spätestens wenn es um Berufs- oder Studienwahl geht, was bereits viele in ihrer freien Entscheidung sehr früh (über)fordert, dürfen Jugendliche doch auch nach Gusto wählen was sie wollen. Aber spätestens dann sind auch Fähigkeiten und Kompetenzen gefordert, die über das Lustprinzip hinausgehen, und bei denen ich grad nicht sehe, wo und wie sie sich diese in diesem Dandelion-Konzept aneignen.
      Persönlich bin und bleibe ich daher mehr als skeptisch.

    • Carolina sagt:

      Einmal mehr, MF: stimme Ihnen vollumfänglich zu, mit einer Ergänzung: es ist wichtig, dass Privatschulen nicht alle über einen Kamm geschoren werden (heisst das so?), es gibt durchaus auch in diesem Bereich Konzepte, die für das eine oder andere Kinder sogar hilfreich und passend sind. Aber auch in Privatschulen kann man nicht unbedingt davon ausgehen, dass alle Lehrer extrem aufgestellt, innovativ und interessiert sind, auch PS haben ihre Tücken. Wobei ich, je nach Umständen und wie es meinem Kind in der Volksschule geht, das Geld zusammenkratzen würde und sie nicht rundweg ablehne.
      Es ist im Grunde dieselbe Diskussion (nur ein wenig dünner) wie mit der Rudolf-Steiner-Schule. Stimmt es wirklich, dass Kinder realitäts- und alltagsuntauglich (in Hinsicht auf die später Realität

      • Carolina sagt:

        /2 spätere Realität in Ausbildung und Arbeitsleben) aufwachsen oder muss man schon differenzieren. Meines Wissens schneiden die Absolventen der RSS, die ja immer sehr unter Beschuss kommt (auch von mir), keinesfalls schlechter ab, was späteres Arbeitsleben angeht.
        Aber die allgemeine Volksschule muss nun mal eben für Kinder aller Art den kleinstmöglichen Nenner finden – in einer Zeit, in der immer mehr Eltern das Gefühl haben, ihre Kinder seien Ausnahmetalente, bedürfen der ganz besonderen Förderung und würden nicht als Individuum betrachtet, wird es immer schwieriger, diesen Auftrag zur Zufriedenheit der meisten zu erfüllen.
        Angesichts all dieser Probleme meistert die Schule das doch ziemlich gut, oder?

      • Sportpapi sagt:

        @Carolina: Es ist ja in erster Linie Sache der Schulen – ein Verkaufsargument – zu zeigen, wie gut ihre Absolventen letztlich in der „Realität“ abschneiden. Und da sind die Belege teilweise schon sehr spärlich, da würde mir „keine Nachteile“ nicht reichen.
        Ausserdem: Wenn ich als Privatschule mir die Schüler aussuchen könnte (nach Probezeit!), ich den Lehrplan nur ungefähr umsetzen müsste und ich methodisch freie Hand hätte, dann glaube ich, müssten die Resultate bezüglich Schulleistungen noch ganz anders sein können.

      • Carolina sagt:

        SP: Ich weiss ehrlich gesagt nicht, was Du sagen willst?
        Auf der einen Seite scheinst Du die Beleglosigkeit für Erfolge in den PS anzumahnen (also für das spätere Leben), aber auf der anderen Seite unterstellst Du mal, dass die Resultate doch eigentlich viel besser sein müssten?
        Wir könnten uns ja jetzt endlos darüber unterhalten, was als ‚erfolgreich‘ gilt, wirklich endlos. Ein Kind, das in eine Privatschule wechselt, weil es vielleicht gemobbt wird, weil es mehr Ansprache braucht als in einer Klasse mit 25 Kindern, was auch immer der Beispiele mehr sind, braucht vielleicht einfach einen sichereren Rahmen, wird dann aber durchaus fähig sein, im späteren Leben zu bestehen, oder?
        Wie kann man denn das messen? Mein Kriterium wäre gewesen, ob meine Kinder, ganz banal, gern in

      • Carolina sagt:

        /2 die Schule gehen bzw mal mindestens nicht sehr ungern. Die Noten waren bei uns zweitrangig, entscheidend war, dass sie gelernt haben, sowohl mit den guten als auch (in ihren Augen) nicht so tollen Lehrern umzugehen.

      • Sportpapi sagt:

        @Caro: Privatschulen für Kinder, die in der Volksschule unter die Räder kommen ist eine Sache. Eine andere ist es, generell die Volksschule zu kritisieren und ein abweichendes Konzept zu suchen. DANN wäre mein Anspruch, dass meine Kinder letztlich mehr lernen, weiter kommen als in der „normalen“ Schule. Ein Anspruch, der vermutlich auch nicht so schwer zu erfüllen ist, wenn man motivierte und talentierte Schüler in einer (kleinen) Klasse versammelt.

      • mila sagt:

        Meines Wissens sitzen nicht wenige Abgänger(innen) alternativer (Privat-)Schulen in Unternehmensvorständen etc. Manche von ihnen tragen äusserst namhafte Namen. Gemessen daran, wie wenige Schüler solche Schulen besuchen, wäre das (je nach Sichtweise) womöglich so etwas wie ein Qualitätsnachweis. Oder man kann sich fragen, ob diese herausragenden Köpfe in jeder Schule (genauso) gut herausgekommen wären. Die Alternativen erheben ja den Anspruch, in besonderer Weise kreativ-problemlösungsorientiertes Denken zu fördern. Wie man das handfest belegen oder widerlegen könnte, ist für mich fraglich, und somit Glaubenssache.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: „Meines Wissens sitzen nicht wenige Abgänger(innen) alternativer (Privat-)Schulen in Unternehmensvorständen etc.“
        Davon habe ich noch nie gehört.
        Und die haben sich ihre Karriere selber erarbeitet, sind nicht gleich im Familienunternehmen zuoberst eingestiegen?
        Oder sind gar die verschiedenen Elite-Internate etc. auch unter alternativen Privatschulen subsummiert?

      • Carolina sagt:

        SP: Ich weiss nicht, warum Du mich ansprichst – ich bin kein Gegner der Volksschule (im Gegenteil). Allerdings habe ich auch nicht von Kindern gesprochen, ‚die unter die Räder gekommen sind‘, sondern nur zwei handfeste und einen selber sich auszudenkenden Hinweis darauf geliefert, dass es sehr viele Gründe geben kann, sein Kind auf eine Privatschule zu schicken.
        Und zur Messbarkeit hast Du Dich noch nicht geäussert…..

      • Carolina sagt:

        SP: Mit Verlaub, aber mir erscheint es so, als ob Du zwar selber ein Gegner von Privatschulen bist, aber eigentlich keine schlüssigen Gründe (bzw solche, die für jeden gelten müssen) liefern kannst, genau das aber den Befürwortern der Berechtigung beider Systeme vorwirfst. Es redet doch hier niemand von entweder/oder, sondern von einer Wahlfreiheit bei Bedarf (und Möglichkeit).

      • Sportpapi sagt:

        @Caro: Die zwei Beispiele würde ich salopp unter „unter die Räder kommen“ aufsummieren. Sprich: Es gibt einen Grund, weshalb die Kinder sich an der Volksschule nicht entfalten können, sich nicht wohl fühlen und entsprechend nicht lernen können.
        Zur Messbarkeit: Meine Erwartung ist, dass die Kinder ihren Fähigkeiten/Talenten entsprechend optimal gefördert werden. Dass sie meistens/grundsätzlich mehr oder weniger gerne zur Schule gehen ist eher Voraussetzung als Ziel (meine gehen wirklich gerne, was mich sehr freut). Lesen, Schreiben, Rechnen, etwas von der Welt erfahren, Probleme lösen, Lernstrategien finden, aber auch einmal mit Druck und Misserfolg umgehen und spüren, dass Erfolg auch vom eigenen EInsatz abhängt, all das sollte mitgenommen werden. Und viel mehr.

      • Sportpapi sagt:

        @Caro: „Mit Verlaub, aber mir erscheint es so, als ob Du zwar selber ein Gegner von Privatschulen bist, aber eigentlich keine schlüssigen Gründe (bzw solche, die für jeden gelten müssen) liefern kannst.“
        Mein (Haupt-)Argument gegen Privatschulen heisst Chancengleichheit. Ich bin nicht dafür, dass man sich den Schulerfolg kaufen kann. Und ich bin auch nicht dafür, dass in der Volksschule irgendwann nur noch der „Rest“ verbleibt.
        Das zweite Thema sind die Rahmenbedingungen (Lehrplan, usw.), die für alle gleich gelten sollten.
        Auf der anderen Seite bin ich sehr für Wettbewerb der Schulen, sehr dafür, dass verschiedene Methoden erprobt werden. Aber das bedingt, dass man sich auch einig ist, was denn das Ziel sein soll, was letztlich Erfolg ausmacht.

      • mila sagt:

        Gelegentlich staune ich,von wievielem Sie noch nie gehört haben. Googeln Sie mal Montessori und berühmte Schüler oder so… oder folgen Sie miras link weiter oben.

      • Sportpapi sagt:

        Ja, das ist erstaunlich. Trotz guter Bildung und breitem Interesse gibt es tatsächlich Gebiete, in denen ich nicht im Detail Bescheid weiss. Zumal es hier ja auch nicht an mir ist, das Argument zu belegen.
        Aber das „nicht wenige“ nehme ich zur Kenntnis, da kann man ja kaum widersprechen. So wenige Schüler in Privatschulen ausserhalb der Schweiz gibt es allerdings nicht, und natürlich wird es auch darunter manchen geben, der Karriere macht. Überdurchschnittlich häufig? Keine Ahnung.
        Könnte man aber sehr wohl handfest belegen, wenn man denn wollte.
        Und dann in Vergleich bringen mit z.B. Internat Salem.
        Und noch die grösseren Kaderschmieden sind dann Turnverein, Pfadi, usw. Aber das ist wieder eine andere Geschichte, vermutlich aber mit gleicher Ursache.

      • mila sagt:

        Das Problem ist doch: wie kann man den Startvorteil eines bildungsnahen Umfelds, homogene(re) Schülerverhältnisse etc. aus dem Vergleich rausrechnen. Das hat mE etwas Künstliches, gerade wenn man annimmt, dass Ersteres ein enormer Vorteil ist, der allein für sich benommen schon (höchst) ungleiche Ausgangsbedingungen schafft. Dazu kommen dann noch (mehr) Mittel, und entsprechend mehr Wege… Plus: Leistung kann man messen. Aber Kreativität als solche? Dazu müsste man spezifische Tests anwenden, die nicht nur die üblichen Fähigkeiten (Abstraktionsvermögen etc.) abfragen.

      • mila sagt:

        Bei solchen Tests müsste ua der Lösungsweg mitberücksichtigt werden, nicht nur das Resultat. Für die Leistungsbemessung spielt letztlich nur das richtige Ergebnis eine Rolle. Fragt man nach der Kreativität, geht es aber auch darum, wie originell und/oder effizient das Ergebnis erarbeitet wurde. Für komplexe Problemlösungen braucht es beides, nncht zuletzt damit Neues entstehen und praktikabel umgesetzt werden kann. Und komplexe Problemlösungen sind heute mehr denn je gefragt, in allen Bereichrn.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Wenn man komplexes Problemlösen überprüfen will, muss man komplexe Aufgaben stellen, die zu lösen sind. So schwierig scheint mir auch das nicht. Eigentlich genau das, was die „Kompetenzen“ neu beschreiben sollen.
        Und ja, „Startvorteile“ – und nicht nur Start – lassen sich schlecht herausrechnen. Auch wenn das oben behauptet wurde…

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