Best of: Das arme Kind darf keinen Zucker

Unsere Bloggerinnen und Blogger sind derzeit in den Ferien. Wir publizieren deshalb heute diesen Beitrag vom 1. Februar 2017, der besonders viel zu reden gab.

Nein, bitte auch keine Schokolade: Nicht immer stösst die elterliche Vorgabe auf Verständnis. Foto: iStock

Nein, bitte auch keine Schokolade! Nicht alle Verwandten haben Verständnis für die elterliche Vorgabe. Foto: iStock

Eine befreundete Zahnärztin riet uns, dem Brecht bis zum zweiten Geburtstag keinen Zucker zu geben. Wir fanden den Ratschlag nachvollziehbar und hielten uns daran. Ziemlich strikt sogar, denn wir wussten: Auf eine Ausnahme würden viele weitere folgen. Kein Zucker hiess kein zusätzlich hinzugefügter Zucker – «added sugar», wie der Angelsachse sagt. Darunter fällt sinngemäss auch beigefügter Milch- oder Fruchtzucker. Nicht unter die Regel fallen selbstverständlich alle natürlich in einem Lebensmittel vorkommenden Zucker.

Ganz gemeine Ökofreaks

Wir hielten uns ob dieser Regel für verantwortungsvolle Eltern. Nicht etwa progressive Supereltern, sondern ganz normal vernünftige Eltern, die aktuelle Gesundheitsempfehlungen beachten. Und doch hatten wir manchmal das Gefühl, Ausserirdische vom Planeten Fundi-Ökofreak zu sein. Dann nämlich, wenn es bei Familienanlässen Kuchen gab. Kaum einer verstand, warum der arme Brecht nicht auch ein Stückchen Kuchen durfte. Das resultierte Gott sei Dank nicht in einer Familienfehde, aber für so ein bizzeli gemeine Eltern hielten sie uns halt schon. Immerhin assen wir ja selbst vom leckeren Kuchen.

Doch wir selber fühlten uns nicht gemein. Der Brecht hat nämlich kein einziges Mal nach Kuchen verlangt. Es war ihm herzlich egal, keinen abzukriegen und stattdessen ein Rüebli in seinen Schlund zu raffeln. Er hat sich auch nie beschwert, dass er keinen Alkohol, keinen Kaffee und keine Nüsse darf. (Die Verwandten übrigens auch nicht.)

Die Regel fällt, die Verwandten applaudieren

Am zweiten Geburtstag brachen dann alle Dämme. Wir wollten die Regel erst schrittweise lockern. Aber da fuhr die Verwandtschaft schon Lastwagen voller Süssigkeiten vor und gab sich alle Mühe, die vergangenen zwei Leidensjahre zu kompensieren.

Leicht amüsiert lassen wir sie seither gewähren und geben dem Brecht auch selber ab und zu etwas Süsses. Meist auswärts, wenn es sich aufdrängt. Er fragt inzwischen nach Kuchen, wenn er welchen sieht.

In unserem Haus gibt es nach wie vor nur selten Zucker. Müesli und Milchreis servieren wir ungezuckert, und Lebensmittel, die wir für den Brecht kaufen, müssen zuckerfrei sein. Nicht nur aus gesundheitlichen Gründen: Essen ohne Zucker klebt ja auch viel weniger aggressiv an den Möbeln.

Neues Kind, gleicher Plan

Obwohl die Verwandtschaft schon heute mit den Augen rollt, werden wir es bei unserem nächsten Kind – nein, es ist noch nicht unterwegs – genau gleich handhaben. Aus drei einfachen Gründen:

  1. Ein Kind die ersten zwei Jahre zuckerfrei durchzufüttern, ist extrem einfach. Wer Zutatenlisten lesen kann – und die 500 Industriebegriffe für Zucker kennt –, kauft ohne Mühe ein. Etwa die Hälfte der Lebensmittel für Kleinkinder ist im deutschsprachigen Europa zuckerfrei. Im Urlaub war das schon schwieriger, fast hätten wir dem Brecht resigniert eine Schachtel Würfelzucker gekauft.
  2. Das Thema ist relativ unumstritten. Ein Verzicht auf Zucker hat offensichtliche gesundheitliche Vorteile, ohne dass dem Kind irgendwann etwas fehlen würde. Ausser halt Karies.
  3. Wir hatten zwei Jahre lang Zeit, alle Lebensmittel einzuführen, ohne dass Broccoli, Röselichöli und Kohlräbli in Konkurrenz zu Süssem standen. Auch heute mit drei Jahren isst der Brecht fast alles, und er akzeptiert unseren Speiseplan gut. Wie das ohne die zwei zuckerfreien Jahre gewesen wäre, wissen wir natürlich nicht.

Das Thema Zucker bietet aber weiterhin erzieherische Tücken. Wir versuchen, dem Brecht zu erklären, welche Lebensmittel gesünder sind und welche weniger. Zucker soll einerseits nicht täglich auf seinem Speiseplan stehen. Andererseits wollen wir auch nicht, dass er Süssigkeiten als etwas Besonderes empfindet. Ein Spagat. Wie gehen Sie mit dem Thema um?

Falls Sie sich übrigens fragen, ob ich beim zweiten Kind nicht doch etwas anders machen würde: Nun ja, ich halte mich dann vielleicht selber auch an die zuckerarme Diät. So, wie es eigentlich schon beim ersten Mal geplant war.

Lesen Sie dazu auch das Posting «Dieser Schleckdreck».

72 Kommentare zu «Best of: Das arme Kind darf keinen Zucker»

  • Liliana sagt:

    Der ein oder andere sollte wohl mal genau seine Lebensmittel kontrollieren, die er zu sich nimmt. In jeder Wurst, die man im Supermarkt kaufen kann ist Zucker, in vielen Soßen, Dressings, Nudelgerichten (Tortellini, Ravioli) sogar in salzigen Chips ist Zucker. Es kann mir doch keiner sagen, dass es normal ist, unsere Lebensmittel so mit Zucker vollzupumpen und das als gesund zu erachten?
    Selbst meine Tante, mit einem 10 Monate altem Baby sagt, in vielen Babygläschen, egal ob süß oder herzhaft, wurde einfach irgeindeine Form von Zucker zugesetzt.
    Wenn man jetzt den Zucker nur durch Süßes zu sich nehmen würde, okay. Dann kann man das ja auch einigermaßen kontrollieren, aber mit der Masse an Zucker, die auch in herzhaften Lebensmitteln stecken, kann man keinen Überblick behalten.

  • B. Schlatter sagt:

    Neurowissenschaftler haben heraus gefunden, dass der Konsum von Zucker ähnliche Hirnbereiche aktiviert wie die Konsumation von Heroin. Also macht der Zucker in erster Linie süchtig und uns Menschen zu abhängigen, manipulierbaren und zahlenden Kunden vieler Industriezweige.
    Da Zucker zudem unserem Körper nicht gut tut, hat auch die Medizinbranche aus wirtschaftlichen Gründen wenig Interesse den Zuckeranteil in den Lebensmitteln zu verringern. Also finde ich es gut und richtig, wenn Jeder und Jede immer mal wieder seinen Zuckerkonsum hinterfragt.

    Kindern werden durch die Erziehung grundsätzlich Muster angeeignet. Warum nicht auch da mal Hinterfragen und anders Handeln als üblich? Braucht es das „Zuckermuster“ für ein glückliches Leben?

    • Öhrensohn sagt:

      Wir bösen Eltern, geben unseren Kindern Schokohasen zu Ostern um ihnen eine Freude zu machen. Meine Kinder sind wohl Heroinabhängig? Wenn Zucker wie Herion ist, warum verteilen wir das nicht gratis an den Schulen?

      • Anton Keller sagt:

        Solange das Kind mit dem Erlebten die gleichen Glückshormone erhält, ist der Zuckerkonsum gar nicht interessant. Es wäre daher besser und gesünder, mit den Kindern eine schöne Zeit zu erleben als diese mit der Ersatzbefriedigung Zucker ruhig zu stellen. Gegen den Schokohasen als Bestandteil eines Festes oder gegen den Geburtstagskuchen haben nur Fundamentalisten etwas einzuwenden. Eine stark zuckerbasierte Ernährung ist einfach ungesund.

  • Koller sagt:

    Unsere Kinder haben die letzten paar Wochen gesündigt, wo kann ich die Sünden beichten? Und was soll ich dagegen tun das meine Kinder die Osterhasen lieben? Die grosse 3 Jahre liebt den Lila von der Kinderüberraschung und die kleine 1 Jahr liebt Schocko. Wo finde ich eine Selbsthilfegruppe?

    • Anton Keller sagt:

      Sie müssen sich nur Fragen, weshalb ihre Kinder so viel Ersatzbefriedigung in Form von Schokolade brauchen. Kochen Sie so schlecht oder haben Sie für die Kinder keine Zeit? Beichten müssen sie es niemanden, einzig die Folgen der Erziehung selbst tragen.

  • Familie Zuckerfrei sagt:

    Wir ernähren uns seit 8 Monaten fast zuckerfrei: https://www.familiezuckerfrei.ch
    Und es funktioniert besser als erwartet…

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Kleinkinder bis 2 jährig zuckerfrei zu ernähren ist sicher ok, aber beim 2. Kind schwietig durchzusetzen. Bei meinem Grossen war dieses Ziel gesetzt, wurde aber mit 18 Monaten vom Tanti boykottiert. Der Kleine bekam dann vom grossen Bruder in einem unachtsamen Momment einen Osterhasen in die Hand gedrückt. Der war zwar noch in der Folie, aber irgendwie ging diese auf, so dass der Kleine an den Ohren lutschen konnte.

    Was mir mehr Sorgem macht, sind Kinservierungsstoffe und Geschmacksverstärker. Deswegen koche ich fast alles frisch, obwohl ich kochen hasse.

    Lieber Süsses mit Maass, statt Fertigfood und Convidience.

  • Peter Aletsch sagt:

    In einem Zucker-Enthaltungstestregime fuer Erwachsene wurde festgestellt, dass sich die Toleranz (Insulin-Ausschuettungs-Reaktion) gegen Zucker vermindert hatte. Offenbar gewoehnt sich der Koerper wie bei anderen Einfluessen auch an den Zucker. Waere interessant zu erfahren, welche Auswirkungen fruekindliche Zuckerabstinenz hat. Besonders auf den Appetit auf zuckrige Speisen.

  • Mody Bühler sagt:

    Zum Glück bin ich normal (und gut) aufgewachsen, nicht unter solchen Eltern mit falschem Idealismus.

    • tststs sagt:

      Sind Sie doch einfach dankbar, dass Ihre Eltern sich mit der Problematik des „added sugar“ noch nicht auseinandersetzen mussten…

    • Koller sagt:

      Wir haben alle gelernt das Zucker schlecht für die Zähne ist, das war vor 30 Jahren, heute gibt es dank Fluor keine Karies mehr und die Kleinkinder verlieren die Milchzähne. Also was soll der Verzicht auf Zucker bringen? Gar nichts. Ok wenn die Kinder zu dick sind ist es was anderes. Aber sonst, ist Zucker nicht schädlich, sonst müsste man es ja verbieten.

  • Olivier Fuchs sagt:

    Wenn ich die Wahl hätte zwischen einer Zivilisation, worin Fufu und Omo Tuo neben den diversen ‚Suppen‘ typisch sind mit der Begleiterscheinung gute Zähne und keine Lust auf Süsses nicht einmal Bananen und Ananas – und unserer mit Schwarzwäldertorte, Linzertorte, Sacherkuchen, Rhabarberwähe, verbunden mit einigen Füllungen, so würde ich trotzdem die süsse Fraktion vorziehen. Das Leben zusätzlich versüsst mit dem ‚Rosenkavalier‘ und der ‚Lustigen Witwe‘.

  • Margrit sagt:

    Das groesste Problem sind doch die Verwandten —sie meinen es ja nur gut mit der großen Tafel Schoggi — und man will ja die Großmutter nicht beleidigen, man will mit den Schwiegereltern keine Probleme …es braucht eine recht dicke Haut, um den Zucker weitgehend aus dem Haushalt zu verbannen. Zudem die Aufklaerungsarbeit ueber Zuckerarten und Kalorien….

    • Sam Fuller sagt:

      @Margit
      ich empfehle nicht den Zucker vollständig zu verbannen sondern die dicke Haut etwas aufzulockern. Ist doch auch schön wenn ein Kind beim Grosi Schoggi im Übermass essen darf und das diebisch geniesst und zu Hause wieder gesund und vernünftig ernährt wird.

    • Koller sagt:

      Am besten bricht man den Kontakt zu den Verwandten ab, es kann doch nicht sein das Verwandte den Kindern etwas geben was die Kinder lieben. Gebt den Kindern statt Osterhasen, Rübli und sie werden euch lieben.

  • Philipp M. Rittermann sagt:

    zu viel zucker ist der feind der gesundheit. jahrzehnte lang machte man die fette dafür verantwortlich. de facto ist der zucker einiges schädlicher. es gibt praktisch keine lebensmittel mehr, wo der nicht im übermass drin ist. die industrie freuts.

  • Hansli sagt:

    Das ist und war in meiner Familie, auf Seite Mutter und Vater der Standard. Seit Generationen keine Süssgetränke und keine Süssigkeiten, und das nicht nur während 2 Jahren, sondern durchgehend. Süssigkeiten gibt es dann erst mit dem Sackgeld. Einzige Ausnahme waren und sind Kuchen bei Anlässen.

    • Lichtblau sagt:

      Hansli: Und wie waren Sie denn alle so beisammen? Schlank, gesund und rundum happy? Oder öfter mal frustriert und trotzdem, naja, „stämmig“?

  • Sam Fuller sagt:

    Drum würde ich den Titel des Beitrages ändern: Die armen Eltern dürfen dem Kind kein Zucker
    🙂

  • franziska mueller sagt:

    Man bekommt auch jetzt den Eindruck, dass heutige Kinder, wenn sie nicht regelmässig mit Unmengen von Lebensmitteln gefüttert werden, denen Zucker ohne die zugehörigen Ballaststoffe zugesetzt wurden, gleich an Schwindsucht oder einem Instanttod eingehen würden! Klingt aber eher nach Schädigung der Wirtschaft…
    Wie gesund ist denn das?
    Zucker ist ok, wenn die zugehörigen Ballaststoffe mitgegessen werden. Das minimiert übrigens die Chance, dass zuviel Zucker konsumiert wird.
    ***
    Der kleine Vergleich: was heute in drei Wochen durchschnittlich an Zucker verdrückt wird, assen die Leute um 1850 in einem ganzen Jahr!

    • Koller sagt:

      1850? Sie machen jetzt wirklich vergleiche zu 1850 als noch der Hunger für die Armen herrschte also Mangelwirtschaft. Die Leute hätten damals sicher auch lieber abwechslungsreich und süsse Schockolade gegessen als das tägliche gleiche und öde essen. Vorallem was hat Wirtschaft mit Zucker zu tun??? Ein Rübli oder eine Schokolade wo ist der Unterschied, an beiden verdient die Migros. Alle Menschen lieben süsses und klar lieben Kinder süsses, warum also vorenthalten und ihnen was derbes aufzwingen?

  • Paul Gisin sagt:

    Das Vorenthalten von zusätzlichem Zucker (es hat mehr als genug, vor allem in Conveniance Food) ist für die Gesundheit des Kindes äusserst positiv. Wer den Dokumentarfilm „Voll verzuckert – That Sugar Film“ von Regisseur Damon Gameau gesehen hat, wird seinen eigenen Konsum von „added sugar“ von selber drastisch einschränken.
    Ausser er oder sie ist komplett verbohrt und süchtig.

    • Leben und leben lassen sagt:

      Ich sehe das genau so – je länger man sich mit dem Thema auseinandersetzt, desto bewuster geht man mit sich und natürlich seinen Kindern um. Man sollte sich vielleicht besser informieren bevor man hierzu kommetiert von wegen beichten wenn man süsses isst, böse schoggi-esser usw. Und wenn man darauf keine Lust hat ist schweigen auch eine gute Lösung und jeden so machen lassen wie er/sie es für richtig hält.

  • Susanna sagt:

    Also, meine Mutter, selbst Tochter eines Zahnarztes, hat bei uns auch versucht, ei ersten Jahre möglichst wenig Zucker zu füttern – die eigentliche Ausnahme war Kuchen an Familienfesten, und dies wirklich einfach wegen der Zähne. Als SchülerInnen erhielten wir hingegen, wenn wir aus der Schule kamen zum Zvieri, jeweils ein Glas Milch, ein Stück Brot und ein Stück Schokolade, aber da konnten wir bereits die Zähne putzen und dazu wurden wir vor allem angehalten. Das Hauptproblem sind wirklich die Geschwister – ich als jüngste kam natürlich trotzdem in den „Genuss“ von gezuckerten Süssigkeiten, da meine Schwester bereits zur Schule ging und sogar, wenn meine Mutter mir nichts gab, via meine Schwester Zugang hatte. Die Askese bei Familienfesten finde ich übertrieben.

    • Koller sagt:

      Ich bedauere sie, welch leid mussten sie durchmachen und ihre Geschwister haben ihnen die Kindheit versaut, weil sie ihnen Süssigkeiten gaben. Ja Familienfeste sind wirklich übertrieben, da trifft man sich und feiert bei einem guten essen. Man kann auch alleine zuhause schmollen und Brot und Wasser essen und trinken.

  • Emil Eugster sagt:

    Die ersten zwei Lebensjahre ohne zugefügten Zucker geht ja noch aber wer nennt sein Kind Brecht! Das ist gegen jedes Kindeswohl.

    • Susanna sagt:

      Brecht gibt es anscheinend als Kindername (habe ich eben gegoogelt) und bedeutet „der ernste und der kluge“ – worüber ich immer stolpere, ist, dass der Bub nicht „Brecht“ bezeichnet wird, sondern „DER Brecht“. Warum eigentlich? Es gibt sicher eine Erklärung, die würde mich offengestanden interessieren.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Der Name ist natürlich ein Witz. Aber wer über keinen Witz verfügt, wird das wohl nie verstehen. Selbst wenn es dauernd gesagt wird.

        Aber selbst wenn: begreift doch endlich dass unsere Kinder in einer Welt gross werden, wo man Melody, Fikret, Abdullah, Faith, Almen, Chelsea o.ä. heisst. Für die wäre auch Brecht völlig normal.
        Also beruhigt euch. Es ist nur eure eigene Engstirnigkeit, die euch so erschaudern lässt. Die Welt unserer Kindheit ist schon lange passé.

      • Takumi Fujiwara sagt:

        Weil es nicht irgendein Brecht, sondern eben DER Brecht ist.

    • tststs sagt:

      Halten Sie sich fest, Hr. Eugster, Brecht ist ein Mädchen!
      Und als Ausgleich – zum biologischen Geschlecht – heisst sie halt jetzt DER BRECHT…
      😉

      • Lichtblau sagt:

        Das mit dem Brecht als Kosename für ein Mädchen finde ich witzig und originell (eine grosse Sache machen ja auch eher die Leser draus). In Sachen Gender- und Erziehungsthemem fand ich Herrn Tschannen aber auch schon entspannter.

  • Steff La Giraffe sagt:

    wenn du Brecht getauft wirst bist du genug gestraft. da brauchts nicht auch noch ein Zuckerverbot.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Na, ob Stefan oder Stafanie schöner ist?

      Die Tochter heisst ja auch nicht Brecht, es ist ein Fakename.

  • Sam Fuller sagt:

    Ach ja und das noch: Wetten dass es beim zweiten Kind anders wird? Dafür wird die kleine Brecht und die Angehörigen sorgen…

    Oder aber die Tschannen`s installieren eine 24 Std. und 360-Grad Kontrollsystem und den zweiten Racker ja vor dem bösen Zucker (der die Zähnlein frisst) zu schützen.

    Den Tschannen empfehle ich den Zahnarzt zu wechseln statt so einen Aufwand zu betreiben. 🙂

  • Sam Fuller sagt:

    1. Eine Liste mit 500 verbotenen Zutaten bei Einkauf zu berücksichtigen sei extrem einfach findet Tschannen? Kinder ohne added-sugar zu ernähren ist krass aufwändig!
    2. Den Grund für diesen enormen Aufwand den Tschannen nennt sind die Zähne: Eine gute Zahnhygiene ist wichtig egal ob der Brecht Rübeli oder Schoggi isst. Beides hat schädigende Säuren und Süssstoffe drin. Also etwas viel Aufwand für etwas was so oder so gemacht werden muss…
    3. Für mich steckt da viel Ideologie dahinter. Ich hingegen bevorzuge da einen gesunden Pragmatismus.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Unsere Kinder haben kein Loch im Zahn und wir haben nie speziell geschaut, geschweige denn etwas verboten. Was es bei uns nicht gibt: täglich Süssgetränke. Wir selbst jedoch als Eltern essen weniger Süssigkeiten als das durchschnittliche Umfeld.

      Tschannen geht wahrscheinlich darum, dem Kleinkind nicht eine Zucker-Fettsucht anzugewöhnen. Das ist soweit ok. Aber mMn reicht es, wenn man selbst nicht ständig Kuchen, Schöggeli und und und isst. Man gibt dem Kind das weiter, was man selbst lebt.
      Nicht zu vergessen, dass es genetische Unterschiede gibt, gegen die man relativ machtlos ist. Freunde von uns haben ein sehr stark übergewichtiges Kind, während die anderen zwei eher schlank sind.

    • Cristina sagt:

      Ich habe meinem 1. Kind bis zum 2. Jahr auch keinen Zucker gegeben, war gar kein Problem und nicht schwierig. Was es nicht kennt, verlangt er auch nicht. Beim einkaufen, auch bei den 500 Namen, doch nicht so kompliziert.
      Beim 2. Kind ist es natürlich anders, ich wollte nie nein sagen für Süssigkeiten (wenn die Menge akzeptabel ist), sonst wird es natürlich um so spannender, und wenn Kind 2 sieht was Kind 1 isst, will er es natürlich auch. Also hat er schon nach 1 Jahr Süssigkeiten bekommen, beide essen aber meistens gut.
      Bei mir geht es nicht um Karies, Milch gibt ja auch Karies und Zähneputzen muss man sowieso. Bei mir geht es um eine solide Basis für eine gesunde Ernährung die sie hoffentlich ein Leben lang beibehalten werden.

      • Sam Fuller sagt:

        @RoXY, einverstanden z.B. das Gen Sirt7 ist bekannt dafür. Doch auch da gibt es Hinweise dass bei gesunder Ernährung und guten Familiensitten die Kultur der Natur trotzen kann. So besteht Hoffnung für das zu Übergewicht neigende Kind.

        @Cristina
        ja, sehe ich gleich: weniger ist mehr, beim Zucker sowieso.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Gute Zahnpflege ist ein muss. Sonst wird halt Süsses gestrichen…

  • Säbi sagt:

    Eine tolle Idee, welche uns(leider) nicht in den Sinn gekommen ist bei unseren Kindern. Ob das aber auf das Essverhalten auswirkungen hat, mag ich bezweifeln. Jedoch gibt es den Eltern bestimmt „gefühlt“ mehr Zeit, dem Kind allerlei Lebensmittel zu zeigen, weil der böse Zucker keinen Stress macht (im Kopf der Eltern). Unser Sohn hat bis 1 keine Süssigkeiten bekommen, trotzdem weder Früchte noch Gemüse gegessen(ab dem 1. Breilöffel) und stürzt sich auch heute nicht auf Süssigkeiten -und isst immernoch weder Früchte noch Gemüse, ist aber kerngesund.

    • Sam Fuller sagt:

      ist bei uns genau gleich 🙂

      Aber ich war als Kind auch so und heute liebe ich sog. gesundes Essen….

      • Lichtblau sagt:

        Mir war viel wichtiger, dass unser Kind eben nicht schon ab dem ersten Breilöffel selektioniert, als dass es von allem Bösen ferngehalten wird. Fazit: Es hat von Beginn an eigentlich jedes Gemüse und alle Früchte genossen – genauso wie die gelegentlichen Süssigkeiten. Diese Verbotskultur erinnert mich an meine eigene Kindheit: Wir durften fernsehen und waren nicht im geringsten „süchtig“, unsere daheim abstinent gehaltenen Freunde aber extrem fasziniert.

  • Aaron sagt:

    Finde ich super!! als Fitnesstrainer kann ich sowas nur unterstützen. Denn ich weiss was Zucker für Auswirkungen hat – und wieviele Erwachsene bei mir im Beratungsgespräch sitzen und von dieser Sucht nicht loskommen!
    Weiter so!

    • Aaron sagt:

      So nebenbei:
      Meine Eltern haben mich ähnlich augezogen. Sehr wenig Zucker, keine Süssgetränke und wenig Schokolade – und ich bin Ihnen so unglaublich dankbar dafür!
      Vielleicht gerade darum habe ich es jetzt so leicht mein Gewicht so leicht zu halten ohne Massenhaft Fettzellem zu besitzen.

  • tom ate sagt:

    Relax, Corinne, meine Güte.
    Erstens gehts dich nichts an, wie andere Leute ihre Kinder taufen und zweitens scheint an der Diät aus gesundheitlicher Sicht was dran zu sein. Ob ichs auch machen würde? Wahrscheinlich nicht. Aber immer noch besser, als wenn Brecht eine kleine kariesbefallene Pirellidampfwalze werden würde.
    „Brecht“ ist übrigens Herrn Tschannens Tochter, und wird im Blog-Umfeld zum Namensschutz so genannt. Relax.

    • Sam Fuller sagt:

      Kinde werden aus anderen Gründen zur „kariesbefallenen Pirellidampfwalzen“:
      Das Essverhalten und die Esskultur der Eltern sowie ein bewegungförderendes Umfeld sind die zwei wichtigsten Indikatoren gegen Adipositas.

      • Barbara v.e. sagt:

        Und die Gene. Es ist mittlerweile bewiesen, dass Adipositas genetisch vererbt wird. Ob es dann auch „ausbricht“ ist dann die Frage des Essverhaltens und die Frage der Bewegung und dem gesunden Umgang/Alternativen bei Stress oder anderen Belastungen. Wird von vielen (leider auch von Aerzten) ignoriert und macht dadurch aus jedem Dicken einen willenlosen faulen Fresssack. Wenn man aber um das Problem weiss, kann man, als Betroffener, bei sich selber und den eigenen Kindern anders agieren und reagieren. Und als Nichtbetroffener: vielleicht mal zu hören und keine „Du musst halt nur…“-Ratschläge erteilen. Würde es dem Adipösen einfacher machen. (wenn es mit „einfach-nur“ gemacht wäre, wären viele Uebergewichtige normalgewichtig).

  • Muttis Liebling sagt:

    Gestern spazierten vereinzelte, desorientierte Wissenschaftsanfänger durch Städte, um u.a. gegen etwas zu demonstrieren, was man neudeutsch ‚FakeNews‘ nennt.

    Da darf man sich an eines der grössten Wissenschaftsmärchen, das von der gesunden Ernährung, erinnern. In diesem Text wieder einmal eindrücklich demonstriert. Das Gegenteil von Bildung ist nicht Dummheit, sondern Halbbildung und das Gegenteil von Krankheit ist nicht Gesundheit. Deshalb gibt es zwar krankmachende, aber keine gesunde Ernährung.

    Glukose ist kein essentielles, also kein unverzichtbares Nahrungsmittel, weil der Körper es selber synthetisiert, wenn man zu wenig davon isst. Aber das ist kein Grund, Glukose- arm zu speisen. Nur Zuviel sollte es nicht sein. Nur, wer kennt die Grenze?

    • SJ sagt:

      naja, Glukose ist nur eine Zuckerart. Normaler Haushaltszucker besteht nicht nur aus Glukose.

      Zucker,egal welcher Art ist in vielen Lebensmitteln enthalten. Zuckerfrei ernähren ist also praktisch unmöglich. Genau deshalb erleiden Kinder, die keine “ zusätzlichen“ Süssigkeiten erhalten, auch keineswegs einen Mangel…auch nicht Glukosemangel

      • SJ sagt:

        Ps: In vielen Süssigkeiten sind Sorbit und andere Zuckerarten enthalten und nicht Glukose.

      • Muttis Liebling sagt:

        Alles, was nährt, aber nicht Eiweiss oder Fett ist, ist Zucker. Raffinierter Zucker, eine winzige Untergruppe, besteht hälftig aus Glukose und Fruktose. Ein Apfel ist zu 100% Zucker, allerdings überwiegend Fruktose und Zellulose.

        Da die ‚Zuckergegner‘ die Zuckernahrungen Obst und Gemüse unbegrenzt zulassen, obwohl das ernährungsphysiologisch genau so ein Unfug ist, richtet sich die Ablehnung von ‚Zucker‘ offensichtlich gegen Glukose.

      • Christoph Bögli sagt:

        @ML: Das ist nicht korrekt. Der Begriff Zucker steht normalerweise für Mono- und Disaccharide im weiteren Sinn, bezieht sich gemeinhin aber explizit auf Saccharose. Dass in diesem Kontext damit auch Polysaccharide gemeint seien, ist entsprechend eine sehr erzwungene Interpretation.

        Der Rest der Kritik ist auch eher vorsätzliche Erbsenzählerei, die am eigentlichen Problem vorbei zielt. Denn dieses ist natürlich nicht Zucker per se, sondern dessen übermässige Verwendung insbesondere in stark- bis ultraverarbeiteten Produkten. Weshalb beigefügter Zucker effektiv ein guter Indikator für „schlechte“ Lebensmittel ist und über diese oft in absurden Mengen konsumiert wird. Das gilt im übrigen auch für Fructose z.B. in hochkonzentrierten Säften/Smoothies.

  • Corinne sagt:

    Man kann sich heutzutage wohl nicht genug individualisieren. Das fängt bei diesem schrecklichen Namen an- wie kann man sein Kind nur Brecht nennen- und dann diese Regel kein added Zucker vor zwei Jahren.
    Wo ist in der heutigen Zeit der gesunde Menschenverstand geblieben?

    • Tobias Meister sagt:

      Danke, Sie sprechen mir und wohl sehr vielen Lesern aus dem Herzen!

      • Reincarnation of XY sagt:

        Das Schöne an der Individualisierung ist doch, dass heute kein Kind mehr für seinen Namen ausgelacht wird. Das wird es höchstens noch von Erwachsenen im MB.
        Ein Hoch auf Kevin Brecht!

      • Carolina sagt:

        Ich nehme ja an, Markus Ts.hannen ist auch in den Ferien, also: er hat schon ungefähr fünfhundertmal erklärt, warum sein Kind der Brecht heisst – ich finde es auch etwas merkwürdig, aber wirklich nicht weltbewegend. Und Corinne und andere: was sagen Sie erst dazu, dass das arme Kind ein Meitli ist? 😉

        Und übrigens: wie ist denn Ihre Meinung zum heutigen Thema?

    • Georg sagt:

      Der Name des Kindes, Frau Corinne, hat mit dem Thema Zucker nichts zu tun. Trennen Sie also die Themen sauber, auf dass Sie (vielleicht) in der Lage seien, sich zu den Themen sauber zu äussern. – Gegen die dargestellte Ernährung ist nichts, aber auch gar nichts einzuwenden: Das Kind leidet keinen physischen oder psychischen Mangel, und das, was ihm „vorenthalten“ worden ist, bringt eher Schaden als Nutzen. – Setzen Sie sich mal irgendwohin, wo es viele Kinder hat, und schauen Sie, wie viele Fette rumwatscheln – wenn Sie in der Lage sind, die Fetten von den Normalgewichtigen zu unterscheiden. – Es diente zahlreichen Kindern und der Gesellschaft, wäre die vom Autor beschriebene Regel Allgemeingut. Aber ich weiss: Lernen und Umdenken sind mühsam und für viele gar unmöglich.

    • Brecht-Fan sagt:

      Man kann heute auch nicht mehr zwischen Fantasie & Realität unterscheiden… Corinne glaubst du ernsthaft, der Herr Tschannen nennt sein Kind offiziell Brecht? Es besteht tatsächlich die Möglichkeit, dass auf der Identitätskarte des Kindes ein anderer Name steht. Und noch ein kleiner Tipp für dich: Freude ist die Gesundheit der Seele!

    • Margrith sagt:

      Der aufmerksame Mamablogleser weiss natürlich: Der Brecht ist a) ein Mädchen, und heisst b) selbstverständlich nicht wirklich so.

    • Christoph Bögli sagt:

      Ja, wo ist er denn, der „gesunde Menschenverstand“? Gäbe es effektiv einen solchen, dann wäre es doch das Natürlichste der Welt, dass man ein Kleinkind mit wenig bis keinen Zucker ernährt. Ja eigentlich müsste es dann völlig normal sein, dass auch Kinder und Erwachsene wenig bis keinen zugefügten Zucker konsumieren. Aber eben, den „gesunden Menschenverstand“ gibt es eben nicht, da muss man nur mal sehen, welchen Müll die meisten Menschen täglich in sich hinein stopfen.

      • Muttis Liebling sagt:

        Versuchen Sie mal nur von Fett und Eiweiss zu leben.

      • Christoph Bögli sagt:

        @ML: Wieso sollte ich das versuchen? Ich sprach explizit von zugefügtem Zucker, also Saccharose oder vergleichbaren Produkten aus Glucose und/oder Fructose, die einem Produkt beigefügt werden. Welche effektiv als recht guter Indikator dafür taugen, wie minderwertig ein Produkt ist. Darauf lässt sich problemlos weitgehend verzichten. Kohlehydrate an sich sind im vernünftigen Mass hingegen völlig in Ordnung und gehören natürlich in jede normale Ernährung.

      • Lichtblau sagt:

        Naja, was ist eher „Müll“? Eine Dessertcréation vom leidenschaftlichen Könner oder ein Tofugericht vom wenig talentierten Veganer? Darüber lässt sich streiten. Ich habe mein Kind eher für ersteres sensibilisiert. Mit Erfolg. Weder Karies noch Pirelli. Wer von uns hat überhaupt solche Kinder in der Umgebung?

    • tststs sagt:

      Liebe Corinne, ich weiss nicht, wo der Menschenverstand geblieben ist; aber ich kann Ihnen sagen, mit wem er unterwegs ist: mit Ihrem Humor!

      😉

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