Kinder schreiben immer schlechter – na und?

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Mit der Schnürlischrift müssen sich Schweizer Schulkinder zum Glück nicht mehr abmühen. Foto: Gaetan Bally (Keystone)

«Ich kann deine Sauschrift nicht lesen», sagte mir in der vierten Klasse mein Lehrer, «du kannst den Aufsatz zu Hause ins Reine schreiben.» Das machte ich dann auch, mehr als einmal. Ich schrieb nicht schön und schwungvoll wie Susanne und auch nicht rund und regelmässig wie Rahel, sondern «wie ein Junge». Den Buben, die noch unleserlicher schrieben als ich, beschied der Lehrer übrigens eine Zukunft als Arzt.

Spezialunterricht gegen Sauschrift

Heute würde man mich zur Ergotherapie schicken oder in die Psychomotorik. Bis vor kurzem wusste ich nicht einmal, was Letzteres genau ist. Aber seit mein Sohn in der Schule ist, höre ich von immer mehr Kindern, meist Buben, die wegen Sauschrift oder aus anderen Gründen diesen Spezialunterricht besuchen. «Die Lehrerin sagt, man müsse ihm den Vierpunktgriff abtrainieren», erzählt mir dann die Mutter eines Jungen. Oder: «Sein Schriftbild sei eine Katastrophe.»

Obwohl heute nicht mehr Schnürlischrift gelehrt wird, sondern die einfachere Basisschrift, macht das Schreiben immer mehr Kindern Mühe. Viele würden den Stift nicht mit dem gewünschten Dreipunktgriff, sondern mit der ganzen Faust halten, erzählte mir unlängst eine Kindergärtnerin aus dem Quartier.

Und warum? Gemäss Bildungsexperten gibt es verschiedene Gründe wie Bewegungsmangel, keine schreibenden Vorbilder – hier sind wir gemeint, liebe Mamas und Papas – sowie iPads und Smartphones. Natürlich verändert das iPad in Kinderhand einiges. Das sieht man schon daran, dass die Knirpse ganz selbstverständlich mit dem Mittelfinger «swipen» anstatt mit dem Zeigefinger. Für mich ist es aber ein wenig zu einfach, den bösen iPads die Schuld auf den Screen zu schieben. Mein achtjähriger Sohn hat nämlich auch eine Sauschrift – das iPad darf er aber erst seit wenigen Wochen in die Finger nehmen.

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Für Kinder ist heute das Schreiben auf dem Computer eine Selbstverständlichkeit. Foto: Elaine Thompson (Keystone)

Wo liegt das Problem?

Ich bin davon überzeugt, dass auch die frühere Einschulung ein Grund ist für die mangelnde Stifthaltekompetenz. Früher hatten die Kinder ein Jahr länger Zeit, um spielend feinmotorische Fähigkeiten zu trainieren: Aus Knete etwas formen, Perlen auffädeln oder ein Bild ausmalen sind ja alles super Vorbereitungen aufs Schreiben.

Aber auch bei kleinen Ämtli im Haushalt wird die Fingerbeweglichkeit unbewusst trainiert: etwa wenn das Kind beim Kochen hilft, mit Wäscheklammern seine Socken zum Trocknen aufhängt oder Besteck abtrocknet. Durch die vermehrte Berufstätigkeit der Mütter – die ich hier absolut nicht infrage stelle – und die damit einhergehende familienexterne Kinderbetreuung ist häusliche Kindermitarbeit wohl seltener geworden.

Und dann gehen wir modern-dauergestressten Eltern ja auch oft den Weg des geringsten Widerstands und muten den Kindern, auch feinmotorisch, lieber so wenig wie möglich zu. Also tragen heute auch Schulkinder Kleider und Schuhe mit bubieinfachen Verschlussmechanismen. Klettverschlussturnschuhe gab es schon zu meiner Primarschulzeit, waren damals aber eher etwas Besonderes. Heute findet man im Schuhgeschäft in Grösse 34 kaum Schuhe mit Schuhbändeln. Und bei den Hosen sehe ich in der Kinderabteilung immer mehr Gummizüge und Druckknöpfe auch bei Grössen über 116, weil offenbar ein ordinärer Hosenknopf die Schulkinder überfordert.

Tschüss, Handschrift!

Bleibt die Frage, ob es überhaupt ein Problem darstellt, wenn die Kinder nicht mehr von Hand schreiben können. Die Digitalisierung nimmt ihren Lauf, und die technologische Entwicklung wird dazu führen, dass sich in ein paar Jahren niemand mehr handschriftliche Notizen machen wird. Ich kenne das Argument, dass man leichter lernt, wenn man selber schreibt. Es deckt sich mit meiner eigenen Erfahrung: Am Gymnasium und an der Uni konnte ich mir den Stoff besser merken, wenn ich ihn von Hand aufgeschrieben anstatt abgetippt habe. Beim Begreifen muss man selber zupacken, diese Einsicht steckt schon im Wort selbst.

Aber ich bin jetzt mal nicht so kulturpessimistisch und stelle mir eine Zukunft ohne Handschrift vor. Wäre das wirklich so schlimm? In Finnland lernen die Kinder seit diesem Schuljahr nach der Blockschrift direkt das Tastaturschreiben. Schon heute gibt es Einkaufszettel-Apps, bei denen man das gewünschte Produkt einfach durch Tippen auf ein Symbolbild hinzufügen kann. Und bestimmt werden mir meine Enkel nie eine Postkarte schreiben, sondern eine Videobotschaft schicken, die automatisch auf meine Kühlschranktür projiziert wird. Auch gut.

PS: Seien Sie froh, dass ich diesen Text nicht von Hand geschrieben habe. Sie hätten ihn sonst gar nicht lesen können.

164 Kommentare zu «Kinder schreiben immer schlechter – na und?»

  • aemi sagt:

    was mir persoenlich aufgefallen ist dass seit ich hauptsaechlich die digitale schrift anwaende sich meine rechtschreibung SEHR verschlechtert hat. ich war supper in der rechtschreibung in verschiedenen sprachen. (mit einer elenden sauschrift)jetzt kann ich manchmal die einfachsten woerter nicht mehr buchstabieren. wenn ich woerter von hand schreibe kann ich mich meistens am naechsten tag noch an die rechtschreibung des wortes erinnern. mit einer noch groesseren sauschrift.

  • Evhe sagt:

    Wir sind soeben von Schweden mit 3 schulpflichtigen Kindern in die Romandie gezogen. In Schweden schrieb man nur mit Bleistift und legte keinen Wert darauf dass etwas ordentlich ist (Handschrift, unzerknittertes Papier etc.). Alles nur zweckmässig. Krasser Gegensatz hier mit Schreibschrift,Fueller, Ordnung und Arbeitsruhe im Klassenzimmer. Die schwedische Schule ist aus vielen Gruenden heute am Abnippeln. Handschrift ist vielleicht nicht mehr soo wichtig heutzutage, aber etwas seriös einueben bis man es känn ist eine gute Schule fuers Leben. Ausserdem sollte jeder dad 10fingersystem können.

  • Widerspenstige sagt:

    Übrigens scheint es niemanden zu stören, dass im Artikel iPad steht, statt neutral TABLET. Das hatten wir schon mal diskutiert hier, aber offensichtlich muss Schleichwerbung für den AnbissApfel gemacht werden. Schade.

    • Markus Schneider sagt:

      Es gibt auch Leute, die weder iPad noch TABLET brauchen, das ist für die nämlich alles dieselbe iSSE. Der Hinweis auf solches Ungebrauchsgerät also keine Schleichwerbung, sondern bloss vollkommen überflüssig.

    • Susi sagt:

      Und jedes weitere Mal, wo hier iPad geschrieben wird, ist es wieder Werbung, auch wenn es im kritischen Ton daherkommt. (There is no such thing as bad publicity.)

      • Markus Schneider sagt:

        Das heisst also Sie wollen für das Ding Werbung machen. Wenn ich aber so oder so NIEMALS irgendetwas von Apple kaufen werde – wie kann das Werbung sein? Ich empfinde das als blosse Belästigung. Aber iDioten mögen sowas eben. Für euch: iPad iPad iPad alles iSSE

      • Susi sagt:

        @Schneider: Die Frage ist nicht, ob ich Werbung machen will oder nicht, sondern ich tue es, sobald ich den Namen schreibe, genau wie WS, jedes Mal, wenn sie auf vermeintliche Schleichwerbung hinweist; da ist schon eine gewisse Ironie dahinter.
        Und auch wenn Sie NIEMALS etwas von Apple kaufen würden, so haben Sie, in dem Moment, wo Sie das sagen, den Namen erwähnt und somit Werbung betrieben.

        Ich habe 12 Jahre in der Privatwirtschaft gearbeitet und regelmässig Verkaufspsychologiekurse besucht. Etwas vom Wichtigsten, was einem dort eingebläut wurde: In einem Kundengespräch den Namen eines Konkurrenten zu nennen, gehört zu den Todsünden, auch wenn es in einem negativen Kontext passiert.

  • Markus Schneider sagt:

    Klar sind heute „andere Fähigkeiten“ gefragt. Die Kinder von heute sollen mir dereinst meine Rente zahlen, diese Fähigkeit ist gefragt. Wie sie schreiben, das wird mir dabei herzlich egal sein, solange mein Rentenauszahlung elektronisch erfolgt. Mich hat ja auch keiner gefragt, ob ich schön schreiben will oder nicht, aber Rentenbeiträge einbezahlen musste ich doch. Und tu es immer noch. Nicht beiträge für mich, sondern Beiträge für die, welche jetzt Rente beziehen.

  • Anton Keller sagt:

    Freuen wir uns über die Wisch-Kompetenz unserer Kinder.

  • Muller Karin sagt:

    ich habe auch Schönschrift gelernt so um 1950-1960 in Zürich, hatte auch eine hübsche , schwungvolle Schrift wie mir gesagt wurde. Aber eine Frage, gibt es nun keine graphologische Bewertung mehr bei z.B. einer Einstellung ? Früher wurde darauf viel gehalten !!!

  • Susi sagt:

    Übrigens, Schüler/innen lernen von Lehrpersonen mit schlecht leserlicher Handschrift mehr, weil sie nicht dumpf von der Tafel oder dem OHP abschreiben können, sondern entziffern müssen und mitdenken, was ein unleserliches Wort im Zusammenhang wohl bedeuten könnte.
    (Ich habe darum natürlich jahrelang an meiner Handschrift gearbeitet, damit sie NOCH übler wird!)

  • Lala sagt:

    Ich tippe eher auf die frühe Einschulung, sowie Spielgruppen und Kitas. Jedoch nicht nur, sondern einfach darauf, dass wir den Kindern viel früher Stift und Papier in die Finger geben. Wir fördern viel mehr. Mein Grossvater empörte sich immer wenn Kleinkinder so wertvolle Farbstifte und Papier in den Händen hielten.
    Unsere Töchter begannen mit etwas mehr als 1 Jährig zu kritzeln. Da wars zu früh für eine korrekte Stiffthaltung. Naja wenn der einzige negative Nebeneffekt ist, dass die Stifthaltung nicht ganz korrekt ist, ist der Schaden klein. Kleinkinder sind heute motorisch weiter entwickelt als zu Zeiten der Grosseltern. Da blieb das Bebe bis zum ersten Geburtstag in der Stubenwiege.

    • 13 sagt:

      Sind sie weiter entwickelt oder werden sie gezwungen, weiter entwickelt zu sein?
      Als ich in die Schule kam, konnte ich als einzige alle Buchstaben lesen und schreiben. Ca. die Hälfte der Klasse konnte ihren Namen schreiben.
      Als mein Neffe vor 6 Jahren in den Kindergarten kam, war das Ziel, am Ende des Kindergartens seinen Namen schreiben zu können.
      Als meine Tochter vor 3 Jahren in den Kindergarten kam, mussten sie vom ersten Tag an, ihren Namen lesen können und bis zu den Herbstferien wurde geübt, ihn zu schreiben.
      Mein Sohn kam dieses Jahr in den Kindergarten. Zwei Wochen vor dem Eintritt bekam er ein Bild nach Hause geschickt, welches er ausmalen, selber mit seinem Namen anschreiben und am ersten Tag in den Kindergarten mitnehmen sollte.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @13

        ihre Jüngste (oder?) wird das alles schlagen, sie wird nämlich mit selbst-ausgefülltem (handschriftlich, nicht online!) Selbsteinschätzungsbogen aufmarschieren müssen, inklusive individuelle Zielformulierungen fürs erste Quartal…-
        aber Sie haben ja jetzt noch bisschen Zeit zu trainieren 😉

      • 13 sagt:

        Ja, vermutlich. Und wenn es dann die Hälfte der Klasse nicht kann, wirf die Schlagzeile lauten: „Heutige Kinder können nicht mehr schreiben – Sind Tablets schuld?“

      • Martin sagt:

        @Brunhild Steiner: Aber erst, nachdem er ein psychologisches Gutachten und ein ärztliches Attest für den Kindergartenbesuch eingeholt hat.
        Natürlich darf dann auch die Kindergartenweg-App nicht fehlen, sowie die App für die richtige Znüniwahl….

      • Sportpapi sagt:

        So wahnsinnig finde ich die angeführte Steigerung der Anforderungen nicht. Dafür kommen die Kindergärtner heute mit Windeln und können auch bei Schuleintritt noch nicht die Schuhe binden…

  • maja sagt:

    Wenn die E-Mails künftig überwacht werden, gibt es vielleicht wieder mehr Leute, die Briefe schreiben. Wer weiss schon wofür die Schreibkunst in der Zukunft noch nützlich sein wird. Diese Kinder haben noch gut 90 Jahre vor sich wenn alles gut läuft.

    • Muttis Liebling sagt:

      Briefe werden auch geöffnet oder mit irgendwelchen Strahlen im Umschlag lesbar gemacht. Sicher ist nur die Brieftaube und der kann man nur sehr kleine Zettel ans Bein binden. Dann doch lieber eine Laserdrucker- 7 Punkte Schrift einzeilig.

    • Widerspenstige sagt:

      Noch kann mit einem Nein ein Riegel geschoben werden am 25. September beim verschärften Nachrichtengesetz, maja. Und ja, Briefe von Hand schreiben wird wieder salonfähig werden in diversen Branchen und auch das Faxgerät sollte man nicht entsorgen. Wer noch eine Kugelkopfschreibmaschine irgendwo rumstehen hat darf sich reich nennen 😉

    • Max Blatter sagt:

      @Muttis Liebling: Um Briefe im Umschlag sichtbar zu machen, reicht bei normalen Umschlägen ganz normales Licht. Als Teenager habe ich entdeckt, dass man die Briefumschläge vor den Diaprojektor halten kann, wodurch der Inhalt lesbar wird. Die einzige Schwierigkeit ist, dass die Briefe gefaltet sind und man die verschiedenen Lagen „auseinanderdividieren“ muss, was man aber meist gut hinbekommt. – Was meinen Sie, weshalb Banken Umschläge verwenden, die inwendig ein wildes Muster aufweisen!

      • maja sagt:

        ich schreibe meiner alten Tante lieber kurz einen Brief als telefonieren, da sie mir kaum zuhört und redet und redet. Den Brief muss sie lesen und sich Zeit nehmen. Da sie auch oft Briefe verschickt kann ich annehmen, dass sie ihn auch lesen wird.

  • Franz Vontobel sagt:

    Ahh, der Blog für alle Rechtschreib-Nazis (und den einen Rechtschreib-Altstalinisten). Hier könnt ihr euch endlich mal austoben und eure überragenden Fähigkeiten selber feiern!

  • Rahel S sagt:

    Fuer mich gehoert eine saubere, lesbare Schrift einfach dazu. Das muss nicht wunderschoen geschwungen und regelmaessig sein. In der Schule meiner Kinder (wir wohnen nicht in der Schweiz) wird absolut kein Wert auf sauberes Arbeiten gelegt und es stoert mich enorm. Meine Tochter (4. Klasse) kann immer nocht nicht sauber etwas auf eine Linie schreiben. Sie hat nie wirklich gelernt, wo man anfaengt einen Buchstaben zu schreiben und somit sehen gewisse Buchstaben kraklig aus. Es muss ja nicht gerade Kalligrafie sein…
    Spaeter entwickelt jeder seine persoenliche Schrift, aber die Basis sollte schon gut geuebt und gelernt werden.

  • Anh Toàn sagt:

    Heutzutage kann kaum einer mehr mit Hammer und Meissel umgehen, und etwas in einen Stein ritzen.

    • Anh Toàn sagt:

      Bei mir hat sich auch mal ein Lehrer über meine Handschrift beklagt. Ein Kollege hat gemeint: „Wissen Sie, er ist Linkshänder, aber er hat es noch nicht bemerkt!“

      • Widerspenstige sagt:

        Für diesen Satz erhält er von einer Linkshänderin eine Watschen, Anh Toàn.

      • Anh Toàn sagt:

        Wieso er beleidigte nicht Linkshänder, sondern mich: Ich sei zu doof, zu merken, dass ich Linkshänder bin.

      • Widerspenstige sagt:

        Huch! Sie sind tatsächlich auch Linkshänder, Anh Toàn?! Dann haben meine linken Hirnlappen wieder mal mit den rechten Hirnlappen zu heftig ‚kommuniziert‘, wie das bei Linkshändern ja üblich ist gemäss neusten Erkenntnissen der Gehirnforschung. Aber solche Beleidigungen waren in meiner Kindheit Alltag, später hat sich das gelegt oder ich habe es ignoriert, so gut es ging.

      • Franz Vontobel sagt:

        Nein, er ist nicht Linkshänder – sie haben den Witz immer noch nicht kapiert…

      • Widerspenstige sagt:

        Ok. Aber es bleibt eine Beleidigung der Linkshänder. Denn wenn es sich um Rechtshänder gehandelt hätte bei der Bemerkung, dann merken Sie erst, dass es eine Beleidigung der Rechtshänder wäre. Klappt eben nur, wenn man selber davon betroffen ist. Rechtshänder checken das eh nicht, weil sie ja nie in Linkshänder abgestuft wurden.
        „Wissen Sie, er ist Rechtshänder, aber er hat es noch nicht bemerkt!“

      • Martin sagt:

        @Widerspenstige: Es geht wohl darum, dass er eine grässliche Handschrift hat, weil er mit der falschen Hand schreibt. Ist eigentlich nicht unbedingt gegen Linkshänder gerichtet. Ich kann mit beiden Händen schreiben und es sieht genau gleich hässlich aus. Meine Handschrift macht viele schöne Bogen, wenn es keine Linien hat. Mal hoch, mal runter, manchmal beinahe schon im Kreis. Verknorzt und ist nicht wirklich schön anzusehen. Aber ich kann mich nicht wirklich an eine „Schönschreibnote“ erinnern. Trotzdem staune ich manchmal nicht schlecht, wenn ich alte Briefe sehe und was die Leute früher für eine Schrift hatten. Das ist wirklich bemerkenswert.

      • Susi sagt:

        Uinei. Mir kommt jetzt in den Sinn, dass ich in meinen Anfängen einen Schüler mit einer schrecklich krakeligen Handschrift mal anschnauzte, weil ich dachte, er schreibe aus Provokation mit der linken Hand. Ich: „Hey, werum schriibsch mit de linggä Hand, findsch das luschtig? Wie söll ich das chönnä läse?“ Er, mich erstaunt anblickend: „Aber ich bi doch Lingshänder!“ Ich, errötend: „Ui, ‚tschuldigung…“

      • Franz Vontobel sagt:

        Aber es bleibt eine Beleidigung der Linkshänder.

        Nein, es ist auch keine Beleidigung von Linkshändern.

      • Max Blatter sagt:

        Und alles zusammen sind Beleidigungen der Beidhänder, wie ich es bin! Nein, natürlich fühle ich mich nicht beleidigt. Aber tatsächlich hielt ich im Vorschulalter die Malstifte links; meine Grosseltern ermutigten mich, es rechts zu versuchen, was auch kein Problem war. So schreibe ich rechts, aber ein Schönschreiber war ich nie; vieles musste ich in der Schule ein zweites Mal schreiben. Einen Hammer halte ich (meist!) links; einen Schraubenzieher (pardon: -dreher) kann ich links wie rechts gleich gut „handeln“: Beidhändigkeit ist sehr praktisch. (Hoffentlich sind durch die letzte Aussage jetzt nicht gleich Links- und Rechtshänder beleidigt…)

  • Sportpapi sagt:

    Im Zeugnis meines Sohnes gibt es heute noch drei Noten: Deutsch, Mathe und – Schönschreiben.

  • Widerspenstige sagt:

    Die Tinte hat mir den Stinkefinger gezeigt in der 1. Klasse und das ging so: Meine Buchstabenreihen waren nämlich mit Bleistift geschrieben als schön zu bezeichnen, denn es gab ein Bildli vom Lehrer als Note. Ich schrieb diese Reihen mit links. Dann kam die Spielverderberin: die Tinte! Es schmierte mit der Tinte und das Löschblatt gleichzeitig zu handhaben war einfach sehr mühsam. Ich musste umlernen als Linkshänderin auf Rechtshänderin in Schönschrift in den 1960er-Jahren. Links war etwas Abnormales und es brachte mich an den Rand der Verzweiflung. Ich gab mir so viel Mühe, dass ich öfters den Krampf im Arm spürte. Mein Kampf gegen Konventionen begann beim Schönschreibenlernen mit der rechten Hand.

    Eine lesenswerte Handschrift hat für mich etwas Kunstvolles, ja.

  • Nick sagt:

    Mit meiner „Sauklaue“ könne ich für den Geheimdienst Nachrichten verschlüsseln, meinten meine LehrerInnen, nur entschlüsseln könne sie dann niemand mehr, nicht mal ich selber. Das Problem dabei: Meine Grundschullehrerin hat mich gezwungen, mit der rechten Hand zu schreiben, obwohl ich eigentlich Linkshänder bin. Damals (frühe 1970er Jahre) wurde das leider gern praktiziert. Der Schreibmaschine und später dem Computer war es dann egal, ob rechts oder links. Eine echte Befreiung für mich.

  • Dänu sagt:

    Die Prophezeiung vom Untergang der Handschrift erinnert mich ein wenig an frühere Behauptungen vom papierlosen Büro…

  • Georg sagt:

    Es muss leserlich sein. LESERLICH! Und zwar ohne Mühe! Man muss eine 9 als eine 9 lesen können. Auf Anhieb. Und Herr Trespykskzyltrsy muss man als Herrn Trespykskzyltrsy lesen können. Ebenso auf Anhieb. Wenn es dann noch „schön“ ist, ist’s gut, aber das ist nicht nötig. Wenn die geschätzte Lehrerschaft DAS ihren Schülern beibringen würde. Danke.

    PS. Und übrigens: Schweizerdeutsche Texte weise ich strikte zurück. Die sind nämlich auch nicht leserlich.

    • Alpöhi sagt:

      Schweizerdeutsch lesen braucht etwas Übung. Sich laut vorlesen hilft viel.
      Darüber hinaus kann man Schweizerdeutsch auch vereinfacht schreiben, dann geht es leichter

      Isch doch gar nöd so schwer, oder?

    • Lucrecia sagt:

      Na, kommen Sie, Georg. Selbst ich kann Schweizerdeutsche Texte lesen.

      Und wenn die Deutschschweizer hier auf Schweizerdeutsch schreiben würden, würde es viel schöner und bunter aussehen. Jeder in seinem Dialekt. Schade eigentlich, dass man das nicht darf. Die werden auch wegmoderiert, oder?

      • Georg sagt:

        Lieber Alpöhi und liebe Lucrecia

        Schweizerdeutsch heisst auch Mundart. Weil man es SPRICHT. Schweizerdeutsch ist in Visp und in Kleinbasel und in Wipkingen und in Kreuzlingen anderes, und zudem darf jeder Visper und Kleinbasler etc. es etwas anders schreiben als die anderen Visper und Kleinbasler. Also ist es keine „gemeinsame Sprache“. Die gemeinsame Sprache ist Standarddeutsch. Wenn man schreibt, setzt man Standarddeutsch ein – schon aus Höflichkeit. Sie schreiben als Münchner einem Husumer auch keinen Münchner Text, sondern einen in Standarddeutsch. Aber eben: aus Höflichkeit.

      • Alpöhi sagt:

        Mundart ist sehr wohl eine gemeinsame Sprache.
        Und manchmal sogar eine gemeinsame Schrift:
        https://als.wikipedia.org/wiki/Wikipedia:Houptsyte

      • Lucrecia sagt:

        Ich bin dafür, dass der Mamablog einen Schweizerdeutsch- (bzw. gemischten) Monat einführt! Im September sollen alle Beiträge (ausser vielleicht der Sexologisch-Kolumne, dort ist es zu sachlich) jeweils in der Muttersprache verfasst werden und die Foristen dürfen sich auch in der Muttersprache ausdrücken (ohne Zwang, natürlich).
        Oder
        Der Beitrag erscheint auf Hochdeutsch, aber es gibt davon zusätzlich eine Audio-Version auf Schweizerdeutsch.
        Wäre schon cool, finden Sie nicht?

      • Maja sagt:

        Alpöhi, das ist die alemannische Site von Wikipedia. Legen Sie die mal einem Plattdeutsch redenden Menschen vor… Schweizerdeutsch schreiben ist unanständig, denn der andere versteht es nur mit Mühe. Es sei denn, man wisse als Schreiber, dass es für den anderen in Ordnung ist.

      • Maja sagt:

        Alpöhi versteht es nicht mal, wenn man ihm Standarddeutsch schreibt. Und Lucrecia auch nicht. Typisch für die Mundartschreiber. „Jeder in seinem Dialekt“ – und keiner versteht mehr den anderen. Wunderbare Auffassung von Kommunikation!

      • Alpöhi sagt:

        Maja, Sie haben recht. Ich verstehe den Sinn Ihrer Zeichenketten wirklich nicht.

  • tststs sagt:

    Weshalb sollte man eingermassen schön und korrekt schreiben können:
    1. Der bereits erwähnte Lerneffekt. Und natürlich der Nebeneffekt, dass gleichzeitig immer wieder Grammatik geübt wird.
    2. Bei aller Digitalisierung ist man immer wieder mit Situationen konforniert, in welchen man eine „Schriftprobe“ abgeben muss. Und wenn dann das Schriftbild eines 6jährigen erscheint, hinterlässt dies einen …sagen wir mal: fahlen Nachgeschmack. Und dabei mein ich nicht die für Uneingeweihte unleserliche Ärztehandschrift, die doch meist ein gleichmässiges Bild aufweist. Sondern eben, wenn es aussieht, als ob jemand gerade erst schreiben gelernt hat. Gerade am Arbeitsplatz nicht zu unterschätzen…

    • Lichtblau sagt:

      Perfekt. Und ich denke, dass viele von uns beim Anblick einer Handschrift den Schreibenden vor uns sehen. Man merkt doch einfach, ob hier jemand Mühe hatte, seine paar Zeilen aufs Papier zu bringen (eben wie ein 6jähriger) oder ein origineller Geist seine Worte zügig hingeschrieben hat. Wenn der das dann noch in einer „schönen“, ausdrucksstarken Schrift tut, hat er bei mir schon gewonnen.

  • Kamran Safi sagt:

    Ich hatte bis vor Kurzem das Theater um die Handschrift auch nicht verstanden. Ich dachte die Kids müssen so viel Neues lernen, man soll sie mit der Schönschrift in Ruhe lassen. Jetzt aber, wo einer meiner Kinder bei einem Lehrer war, der darauf Wert legte, und der andere bei dem das Wurst ist, sehe ich den Effekt auf die Einstellung der Kids auf das, was sie machen müssen oder wollen. Es geht nicht um die Vermittlung der Information, es geht darum, dass meine Söhne jetzt unterschiedliche Ambitionen haben. Der Eine hat gelernt sich die kleine Extramühe zu geben, die er sich im Zuge der vielen zuvor als sinnlos erachteten Abende aneignete, als er Reinschreiben musste. Dem anderen ist es egal wie es aussieht, ungeachtet des Eindrucks, das er hinterlässt. Kleider machen halt immer noch Leute.

    • Widerspenstige sagt:

      Während dem Schreiben von Hand entsteht ein Prozess, den ich nicht missen möchte. Jede Grusskarte zu Feierlichkeiten schreibe ich inzwischen gerne stilvoll mit entsprechenden Schreibutensilien. Ich werde sogar mit Tinte wieder beginnen zu schreiben – irgend wann …

      • Muttis Liebling sagt:

        Für Briefe habe ich einen edlen Füllfederhalter, keinen mit Patronen.

        Wenn man chinesisch oder japanisch kalligraphiert, stellt man sich die Tinte selbst her. Das ist allein ist schon Teil der Zeremonie. Das schwierigste aber ist die Beherrschung des Pinsels für die spitz auslaufenden Tupfer. Trotzdem nennt man das im Chinesischen Schreiben, nicht Malen, wie im Japanischen. Allerdings sind die japanischen Zeichen auch viel komplexer, können es zumindest sein.

        Bis heute werden alle chinesischen Schüler zum Schreiben mit der rechte Hand gezwungen. Es gibt genaue Regeln, in welcher Reihenfolge man die Teile der Zeichen schreibt. Es beginnt immer links oben, was mit der linken Hand nur schlecht geht.

      • Alpöhi sagt:

        >> Es gibt genaue Regeln, in welcher Reihenfolge man die Teile der Zeichen schreibt.

        Gibt’s bei uns auch: Man beginnt links oben und zieht nach unten. Wer unten beginnt, kriegt auch nach Jahren keine schöne Handschrift hin. Ich hab da ein Beispiel in der näheren Umgebung…

        Und: Der Füller fördert das (krampflose) Schreiben von oben nach unten, wohingegen der Kugeli genau das nicht tut.
        Heute lernen sie in der Schule nicht mehr mit Fülli zu schreiben, bzw. man gibt einem Kind einen Kugeli, wenn es mit dem Füller nicht klar kommt.

      • Alpöhi sagt:

        Interessant ist, dass ich mit dem Kugeli nicht schön schreiben kann, aber gerne mit dem Fülli schreibe, und es wird auch schöner.

      • Widerspenstige sagt:

        Ich merke schon lange, dass Du in gewissen Bereichen schamlos untertreibst, Mother’s Finest, und schwelge gerade in Gedanken in Schriftstücken mit kunstfertigen Zeichen aus Pinselstrichen auf kostbarem Seidenpapier, das sich Kalligraphie nennt. Ich bekam solche Pinsel von einem Chinesen geschenkt. Sie erinnern mich immer wieder daran, wie ich sie mit viel Muse zwischen meinen Fingern anwenden werde – irgend wann.

  • Charles Neuer sagt:

    Die Schrift ist nun mal sehr individuell, da ist nicht das eigentliche Problem. Wesentlich schlimmer ist die Grammatik und der schriftliche und mündliche Ausdruck der Kinder und Jugendlichen! Das betrifft auch die über 20-Jährigen, und hat nicht mal etwas mit „Intelligenz“ zu tun. Wenn ein 24-jähriger Student totlangweilig schreibt, ohne jegliche Spannung und ohne Benutzung von Synonymen, dann ist das himmeltraurig.

    • Georg sagt:

      „todlangweilig“, Herr Neuer. Mit d.

    • Susi sagt:

      „Wesentlich schlimmer SIND die Grammatik und der schriftliche und mündliche Ausdruck…“
      Ah, und Komma vor „und“ nur, wenn danach ein eigenständiger Satz steht (oder bei Einschub eines Relativsatzes), gälled Sie.

  • Katharina sagt:

    ‚ bubieinfache Verschlussmechanismen‘.

    Ich lass das mal hier so stehen…..

    • Muttis Liebling sagt:

      Einheit von Inhalt und Form. Wozu Sprache lernen, wenn man nichts zu sagen hat.

    • Alpöhi sagt:

      Die Mädchen sind sicher mitgemeint. Oder, Frau Meier? 🙂

      Zum Thema: Ist doch süss, heutzutage kann man zu jedem Satz ein Emoticon hinzufügen. Von denen, die eine leserliche Handschrift haben, können nämlich nicht alle Cartoon-Gesichter zeichnen… Ach ist die Welt so triste… 😀 😀 😀

      • Muttis Liebling sagt:

        Das ist noch einmal ein Kapitel für sich, das Bindeglied zwischen schriftlicher Artikulation und Sich- in – die- Tastatur- Erbrechen.

  • Alexandra Weber sagt:

    Schreiben gehört nun mal als persönlicher Ausdruck eines jeden Menschen zum Leben und prägt und zeichnet uns. Zugleich ist die Handschrift der Spiegel des Charakters. Also ist das Erlernen der Handschrift in der Schule klar ein MUSS.
    Alexandra weber

    • Anh Toàn sagt:

      Also wenn man auf die Finger gehauen wird, damit man schön schreibt, bildet sich Charakter?

      Die Handschrift spiegelt den Charakter? Dann kann man einem wüsten Charakter keine schöne Handschrift beibringen? Oder macht eine schöne Handschrift dann einen schönen Charakter? Ja, ja, so ha man mal gedacht, als Schläge in de Schulen noch an der Tagesordnung waren.

      Und wer sagt, was schön ist? Regelmässig find ich langweilig, Abwechslung find ich schön. Der Lehrer aber sagt, ich muss immer gleich schreibe, sein Schönheitsideal übernehmen, ich muss gehorchen: Das lernt man in der Schule: Denen oben gehorchen, und wer es da nicht lernt, lernt es im Militär.

      • Muttis Liebling sagt:

        Die Variabilität der Handschrift spiegelt die Variabilität der geistigen Fähigkeiten. Mentale Flachzangen schreiben schöner und regelmässiger als Klein- Einstein. Aber Klein- Einstein schreibt so, dass ein Graphologe ihn schon an einem Satz erkennt und längere Texte zeigen eine andere Ästhetik, aber eben auch Ästhetik.

        Nur der iPhone- Urs- Maximilian krakelt so, dass der Graphologe Augenkrebs und der Lehrer einen Wutanfall bekommt.

      • Anh Toàn sagt:

        Bei meinem ersten Job nach der Uni wurde auch ein graphologisches Gutachten gemacht. (Warum ich den Job dennoch bekommen habe, fragte ich mich).

        Es gibt Leute, die glauben den Charakter eines Menschen aus seiner Handschrift lesen zu können. Es gibt auch Leute, die glauben aus der Kopfform oder dem Gesicht den Charakter lesen zu können. Es gibt auch solche, die lesen der Charakter eines Menschen aus den Eingeweiden einer Katze.

      • Widerspenstige sagt:

        Mentale Flachzangen? Ich muss da widersprechen und verweise auf graphologische Gutachten, welche das Gegenteil aussagen. So einfach ist das bei Weitem nicht einzustufen! Nein, nein und nochmals nein!

      • Muttis Liebling sagt:

        @Anh Toàn

        das meinte ich ja gestern. Wer Fotos von sich öffentlich macht, muss damit rechnen, charakterliche oder gar psychiatrische Gutachten daraus erstellt zu sehen. Das war schon vor der Eugenik im III. Reich in den 20 – 30’er Jahren ein als seriös betrachtetes Arbeitsgebiet in der deutschen Anthropologie. Die Schriftdeutung auch. Das sieht man heute manchmal in Krimis, wenn der Profiler plötzlich aus der Handschrift die Charaktermerkmale Dominanz, Prägnanz und Durchsetzungsfähigkeit ableitet.

  • Flori Antha sagt:

    Ich finde es gut, dass die Primarschule ein wenig von der preussischen Paukschule abrückt. Aber wenn man sich die Schulen anschaut, dann ist insbesondere die Verehrung des wilhelminischen Gymnasiums und seiner Paukkultur im Schweizer Bürgertum immer noch sehr verbreitet. Schade, es wäre schön, wenn die Schüler stattdessen kindgerecht (und familienkompatibel) mit einem für heutige Gesellschaften brauchbaren Rucksack ausgestattet würden.

    • Muttis Liebling sagt:

      In der gesamten bisherigen Bildungsgeschichte war der preussisch- militärisch organisierte Frontalunterricht mit Drill und Züchtigung das erfolgreichste Modell. Das 19. und das 20. Jahrhundert bis zum 2. Weltkrieg war von deutschen Wissenschaftlern und Künstlern geprägt.

      Seit 1945 ist zunehmend modernerer, menschlicher Unterricht eingezogen und das Resultat ist eher das eine Baumschule, als einer Bildungseinrichtung. Bei der deutschen Einheit wurde sehr deutlich, dass die DDR- Abiturstufen denen des Westens um mindestens 1 Jahr im voraus waren. Meine Kinder mussten sich mehr als ein Jahr langweilen, um endlich auf das Niveau der Westberliner herunter gekommen zu sein.

      • Stevens sagt:

        @Muttis Liebling:
        Vielleicht hast du da Recht – an der Spitze.
        Der preussische Drillunterricht erreichte wahrscheinlich wirklich, dass einige wenige, denen dies zusagte und die extrem stark am Ende der Schulzeit waren.
        Und die grosse Masse landete in einem finsteren dreckigen Kellerloch in der Fabrik, verdiente einen Hungerlohn und starb mit 40.

        Heute gibt es diese Jobs in der dreckigen stinkigen Fabrik (leider?) nicht mehr und es wollen alle älter als 40 werden.

        Deshalb muss die Schule heute auch für die schwächeren etwas bieten…
        Vielleicht durchaus mit der Folge, dass das Bildungsniveau für die stärkeren Schüler leidet

      • Muttis Liebling sagt:

        @Stevens

        Wir hatten, wie erwähnt auch in der DDR den guten alten Frontalunterricht, mit angsteinflössenden Gebärden der Lehrer, manchmal auch noch einen Stups zwischen die Hörner, was zu ein ausgewiesen besseren Bildungsergebnissen, als die BRD führte. Nach der Einheit sank der Bildungsgrad im Osten ganz dramatisch.

        Lehrer – Schüler- Verhältnisse (die Eltern der Schüler inbegriffen), sollten wie das Arzt- Patient- Verhältnis streng hierarchisch strukturiert sein. Schule ist am besten, wenn sich weder Elternhaus noch Schüler einmischen dürfen, bzw. wenn Einmischung drastisch bestraft wird.

        Das wird sich auch wieder so einstellen, oder irgendwann will niemand mehr Lehrer werden.

      • Alpöhi sagt:

        Stevens,
        durch „gschpürschmi-Schule“ lassen sich die Unterschiede zwischen mehr begabten und weniger begabten Schülern nicht ausgleichen. Es wird immer so sein, dass einige besser sind als andere und (auch im Berufsleben) weiterkommen. Und es wird immer so bleiben, dass einige der weniger Begabten (früher) in den schwarzen Fabriken landeten oder (heute) auf dem Sozialamt. Man kann das gut finden oder nicht – ändern kann man es nicht.

        In jeder Gesellschaft beutet die Oberklasse die Unterschicht aus. Unser allgemeiner Wohlstand beruht nur darauf, dass wir die Menschen in den Niedriglohnländern ausbeuten. Aber es ist gerade am Drehen: Die Ausbeutung kehrt zurück nach Europa.

      • Alpöhi sagt:

        ML, ganz so krass möchte ich es nicht haben. Ich halte es durchaus für eine Errungenschaft, wenn Lehrkräfte mit Schülern respektvoll und empathisch umgehen.

      • Muttis Liebling sagt:

        @Alpöhi wie schon mal erwähnt, habe ich das Wort ‚Empathie‘ zum ersten Mal in der Schweiz gehört. Im Deutschen ist sowohl der Begriff, als auch der Inhalt wenig gebräuchlich, im Osten war er das gar nicht.

        Aber ich war schon immer ein militär- affiner Mensch und schätze bis heute die jesuitische Form des bedingungslosen Gehorsams, vorausgesetzt, der Vorgesetzte ist wie ein katholischer Priester zu 100% verlässlich.

      • Alpöhi sagt:

        ML, dann nehmen Sie halt meinetwegen „Einfühlungsvermögen.“

        Aber ich fürchte, das hilft auch nicht weiter, denn man sagt den Deutschen nach, sie seien weniger auf Konsens und mehr auf Konfrontation aus. „Ruck zuck zack zack“. Ihr Beitrag untermauert das in gewisser Weise.

      • Muttis Liebling sagt:

        @Alpöhi

        wie sind auf klare Ansage gedrillt. Kein Wort, kein Satz zu viel. Möglichst kein Raum für Interpretation, schon gar nicht plurale Ausdeutungen. Pluralismus galt in meine Jugend als Schimpfwort.

        Der Ton wie auf dem Kasernenhof, abgehackt und knapp:

        Kamerad, hab sie jestern nicht im Kasino jesehen!
        War im Konzert mit der Frau Jemahlin.
        Wat hamse jespielt?
        Mozart.
        Na und, jewonnen?

      • Sportpapi sagt:

        „“ie schon mal erwähnt, habe ich das Wort ‚Empathie‘ zum ersten Mal in der Schweiz gehört. Im Deutschen ist sowohl der Begriff, als auch der Inhalt wenig gebräuchlich, im Osten war er das gar nicht.“
        Da fehlt es halt an Bildung…

      • Muttis Liebling sagt:

        Nein, SP, es fehlt an Empathie. Das Wort konnte ich schon deuten, als ich es zum ersten Mal hörte. Nur machen tu ich das trotzdem nicht. Ich bin nicht empathisch und das soll so bleiben.

      • Susi sagt:

        ML: “ Ich bin nicht empathisch und das soll so bleiben.“

        Eben: Manchmal reicht ein einzelner Satz für eine Diagnose.

        (Übrigens, vor dem Wort „und“ dürfen Sie hier ein Komma setzen, wenn Sie möchten; nach alter RS hätten Sie eins setzen müssen.)

      • Muttis Liebling sagt:

        Naja Susi, eine Diagnose ist das nicht, aber ein Charakteristikum. Preussen haben und zeigen Gefühle erst nach dem 13. Glas und haben die am nächsten Tag vergessen. Man kann den Menschen auch mit einer rein rationalen Bewertung gerecht werden. Unsere natürliche Umgebung ist der Kasernenhof, nicht Handarbeitskurs.

        Bei der Kommasetzung ist es so, dass ich keine Regeln befolge, weil ich als Bio- Deutscher Sprache im Urin habe und keine Regeln je gelernt habe. Kommata werden nach Gefühl gesetzt und stimmen in 90% der Fälle. Jedenfalls habe ich bei abgegebenen Arbeiten, sei es in der Schule oder heute bei Zeitschriften und Verlagen nie negative Rückkopplungen bekommen. Aber vielleicht sind die nur höflich.

      • Susi sagt:

        Wissen Sie, ML, manchmal machen Sie mich irgendwie traurig. (Nein, nicht wegen Ihrer 10% falsch gesetzter Kommas…)

      • Stevens sagt:

        @Susi: Lassen sie sich nicht traurig machen.
        Der Muttis Liebling ist einfach so.
        Ein paar Jahrzehnte in der Vergangenheit lebend, sowie viel Halb- und wenig richtigem Wissen sind so eine Kombination, die nicht gut tut.

      • Alpöhi sagt:

        ML, es gibt verschiedene Menschen – manche haben die Empathie eines Kühlschrankes, andere sind am entgegengesetzten Ende der Skala und verdampfen schon, wenn man ihnen auf der Strasse „guten Tag“ sagt. Was soll’s, es gibt solche und solche.

        Aber dass alle Preussen so sein sollen – da scheint mir etwas nicht zu stimmen. Zum einen kenne ich mehr umgängliche Preussen als „tiefgefrorene“. Zum andern wäre, wenn Sie recht hätten, der Flughafen termingerecht fertig geworden 😉

    • Frank Lauer sagt:

      Muttis Liebling, meinen Sie etwa die katholischen Pfarrer, die ihre Schützlinge vergewaltigen? Ich hoffe nicht. Eine gewisse Autorität steht einer Lehrperson durchaus zu, aber sicherlich keine Allmacht.

      Im Übrigen ist ein hierarchisches Arzt-Patienten-Verhältnis, bei dem der Patient vor dem Arzt spuren muss, das Allerletzte. Mein Körper, meine Entscheidung. Wenn ein Arzt zu inkompetent ist, um mir verständlich erklären zu können, warum er welche Therapie bzw. welches Medikament anwenden will, dann wechsle ich den Arzt.

      • Muttis Liebling sagt:

        Erklären ist das eine, klare Anweisungen geben und die Ausführen das andere. Das nennt man Compliance. Wenn die nicht klappt, ist Wechseln für beide Seiten das Beste.

  • plop sagt:

    Hier wird vieles angesprochen – kann man das dann wirklich mit einem „Ich will jetzt nicht so kulturpessimistisch sein“ einfach so wegwischen?

  • Alpöhi sagt:

    Wer schreibt, will etwas mitteilen. Es ist die Aufgabe des Senders, sich verständlich auszudrücken – und dazu gehört auch eine leserliche Schrift. Daher habe ich vollstes Verständnis für Lehrkräfte, die unleserliche Aufsätze zwecks Nachbesserung an den Absender zurückschicken.

    Darüber hinaus ist es ein Unterschied, ob jemand „nicht kann“ oder „nicht will“. Bei genauerem Hinschauen merkt man dann oft: „Könnte, wenn er/sie wollte.“

    Dass die Schrift – als Spiegel des Charakters – in der Zeit der Pubertät an Klarheit einbüsst (die nachher prägnanter wiederkommt), tut der Aussage keinen Abbruch.

  • Michael sagt:

    Wenn es bei der Schreibschwäche nur um die Handschrift ginge, wäre wohl tatsächlich alles halb so wild. Fakt ist jedoch, dass sich viele Schüler am Ende der Schulzeit schriftlich schlicht nicht ausdrücken können und so nicht in der Lage sind, sich zum Beispiel bei einer Behörde mit einem Brief Gehör zu verschaffen. Zudem ist auch heute nicht nur im Journalismus, in der Werbung oder einem Kommunikationsberuf schriftliches Ausdrucksvermögen gefragt. Es ist doch peinlich, wenn selbst Ingenieure, Banker und Versicherungsmakler Briefe und E-Mails verfassen, die kaum verständlich sind und von Rechtschreibefehlern nur so strotzen. Die Bedeutung der Handschrift in der heutigen Zeit ist natürlich eine andere Frage. Allem Anschein nach bestehen in der heutigen Schule in beiden Kompetenzen Defizite.

    • Muttis Liebling sagt:

      Man merkt das an vielen, sagen wir mal höflich, unglücklichen Wortschöpfungen der Neuzeit, wozu auch ‚Digitalisierung‘ gehört. Das Wort kam ausgerechnet auf, als Computer den Massenmarkt eroberten, welche per Touchscreen vorwiegend analog bedient werden. Dem normalen Nutzer kann es völlig egal sein, ob im Inneren einer digitaler oder ein analoger Prozessor wurschtelt. Er versteht das sowieso nicht und muss das auch nicht.

    • 13 sagt:

      @ Michael
      Da haben Sie völlig recht. Auch mein Herz blutet eher bei völlig willkürlicher Kommasetzung oder der Unfähigkeit vieler Mitmenschen auch nur einen Satz fehlerfrei zu schreiben, viel eher als bei einer „Sauklaue“ oder wie die Autorin richtig gesagt hat „Ärzteschrift“. Allerdings ist das wirklich interessante, dass, wie Sie auch richtig bemerken, selbst Akademiker und Personen mit höheren Positionen oftmals nicht richtig schreiben können. Und Menschen mit Sauklaue werden Ärzte. Vielleicht sind tatsächlich beide Kompetenzen für das heutige Leben gar nicht mehr entscheidend? Und wenn man, wie hier immer wieder ausgeführt, die Schule nur als Vorbereitung fürs spätere Leben sieht, muss sie dann diese Kompetenzen überhaupt noch vermitteln?

      • Muttis Liebling sagt:

        Handgeschrieben Rezepte erzeugen immer noch mehr Tote im Jahr, als Terror, Selbstmord und Unfälle zusammen. Selbst, wenn Computer längst Einzug gehalten haben (alle CH Spitäler haben IT- Netzwerke, aber nicht alle eine klinische Software), wird immer noch mehr per Hand, als elektronisch dokumentiert.

        Schliesslich haben nicht mal 50% aller Arztpraxen der Schweiz überhaupt einen PC und der Gesundheitsminister hat sich nicht getraut, diesen bei der letzten eHealth- Gesetzesnovelle vorzuschreiben. Im Vergleich können bundesdeutsche Ärzte schon seit 15 Jahren nur elektronisch abrechnen. Ohne Hard- und Software kein Honorar.

        Handschrift ist also essentiell für schweizerische Ärzte und Sauklaue kann tödlich sein.

      • Lucrecia sagt:

        13, heute um 09:04:
        „mir fehlt vielleicht das Romantikgen und Gedichte sind nicht wirklich mein Fall“

        13, heute um 09:13:
        „mein Herz blutet (…) bei völlig willkürlicher Kommasetzung“

        😉

      • 13 sagt:

        @ Lucrecia
        Ja? Habe ich dabei ein Komma vergessen?

      • Muttis Liebling sagt:

        @13 4 Kommata fehlen im zweiten Satz (nach alter Rechtschreibung).

      • Susi sagt:

        @13: „Auch mein Herz blutet eher bei völlig willkürlicher Kommasetzung oder der Unfähigkeit vieler Mitmenschen auch nur einen Satz fehlerfrei zu schreiben“
        Genau, da fehlt ein Komma nach „Mitmenschen“, weil die Infinitiv-Gruppe von einem Nomen („Unfähigkeit“) abhängig ist. Ansonsten wäre das Komma fakultativ bzw. wird gesetzt, wenn es der Übersichtlichkeit des Satzes dient.

        @ML: Alte Rechtschreibung ist ALTE Rechtschreibung.

      • Lucrecia sagt:

        Mir war das gar nicht aufgefallen!

        Ich meinte eher den Inhalt:
        Kein Romanitkgen, Gedichte lassen Sie kalt.
        Aber bei falscher Grammatik „blutet das Herz“ (anstatt einfach: es stört mich).
        – Ist das nicht typisch Romantik (übertriebene Gefühle, viel Pathos) bzw. gedichtähnlich?
        – Keine Sensibilität für (litterarische) Kunst, dafür eine hohe Emotionalität, was Richtigkeit angeht. Fand ich lustig.

      • Muttis Liebling sagt:

        @Susi, privat darf ich die alte Rechtschreibung ja benutzen und was in den Druck geht, wird lektoriert. Ich finde, die rigide Kommasetzung macht Texte leichter lesbar.

      • Susi sagt:

        @ML: Sind Sie hier privat? Denn nach alter Rechtschreibung müsste da nach „benutzen“ ein Komma stehen.

      • Sportpapi sagt:

        Eigentlich ist ML gar nicht hier. Das ist nur eine Kunstgestalt…

      • Lucrecia sagt:

        @ML
        Wo hätten Sie die 4 Kommata gesetzt?
        Auch mein Herz blutet eher bei völlig willkürlicher Kommasetzung oder der Unfähigkeit vieler Mitmenschen, auch nur einen Satz fehlerfrei zu schreiben, viel eher als bei einer „Sauklaue“, oder, wie die Autorin richtig gesagt hat, „Ärzteschrift“.
        Richtig?

      • Muttis Liebling sagt:

        Nee Susi, vor ‚und‘ kommt kein Komma. Nie.

        Lucrecia, vor ‚oder‘ und vor ‚als‘ kommt immer ein Komma (bei mir).

        Es gibt auf der DUDEN- Webseite einen Test für Kommasetzung und Deklinationen in komplexen Sätzen. Da kann man ausprobieren, was alles geht und was nicht geht. Eigenartigerweise gehen immer mehr Varianten, als ich das finde. Richtige Fehler sind eher selten.

      • Lucrecia sagt:

        Übrigens:
        „Auch mein Herz blutet EHER bei …, VIEL EHER als bei ….“

        Wie stoppt man die Hämorrhagie? 😉

        Wenn man aus dem Glashaus mit Steinen wirft, ist die Wahrscheinlichkeit einer Blutung in der Tat ziemlich hoch…

      • Susi sagt:

        ML, sie sind so lustig!

        Momoll, vor „und“ kommt in gewissen Fällen ein Komma, es untersteht den gleichen Regeln wie „oder“. Nach alter Rechtschreibung war vor „und“/“oder“ das Komma beispielsweise obligatorisch, wenn damit zwei Hauptsätze verbunden werden; heute darf man es in diesem Fall auch weglassen. Es wird immer gesetzt bei Einschüben oder Nebensätzen: „ML, der grosse Kommaregelnkenner, und Susi, seine hartnäckige Widersacherin, diskutieren heute angeregt.“

        Vor „als“ kommt in Vergleichen nur ein Komma, wenn es einen Nebensatz einleitet. (Bei „Susi ist klugscheisserischer als ML“ kommt zum Beispiel keins, bei „Susi ist klugscheisserischer, als es die Welt erlaubt“ hingegen schon.)

      • Susi sagt:

        P.S.: Mir blutet das Herz manchmal auch, aber ganz sicher nicht bei Komma- oder Rechtschreibefehlern.

      • 13 sagt:

        @ Susi
        Danke, Sie haben natürlich recht. Ich sollte mir die Texte wirklich zuerst durchlesen und dann verschicken.

        @ ML
        Sie können anwenden, was Sie wollen, ich als Juristin bin der Meinung, dass das aktuelle Recht anwendbar ist.

        @ Lucrecia
        Ach so. Ich sehe da keinen Widerspruch. Die Liebe zur Sprache hat keinen Zusammenhang mit Romantik. Da ich aber Tag für Tag sehe, was Menschen, die einander einmal Gedichte ins Ohr geflüstert haben, antun können, halte ich Ehrlichkeit und ein Realitätsbewusstsein für wichtiger. Gedichte finde ich, und nun wird mich ML wohl endgültig zerreissen, gerade aus sprachlichen Gründen schlimm. Der Satz macht weder inhaltlich noch grammatikalisch Sinn, tönt aber schön? Nein, ich mag das Direkte, abstrakte Kunst ist mir ein Graus.

      • KA sagt:

        @13;“Der Satz macht weder inhaltlich noch grammatikalisch Sinn, tönt aber schön?“ das tut mir aber im Herzen weh, dass sie sich gar nicht für Gedichte erwärmen können. Es gibt so klare einfache Gedichte, mit wenigen Worten werden so viele Emotionen erzeugt.
        „Nein, ich mag das Direkte, abstrakte Kunst ist mir ein Graus“
        Versuchen sie es doch mal mit Erich Kästner, der ist lustig, oder Kurt Marti, der ist oft sehr direkt und schnörkellos.

      • Susi sagt:

        @13: „Da ich aber Tag für Tag sehe, was Menschen, die einander einmal Gedichte ins Ohr geflüstert haben, antun können, halte ich Ehrlichkeit und ein Realitätsbewusstsein für wichtiger.“

        Dieser Satz gibt schon sehr zu denken.

      • 13 sagt:

        @ KA
        Oh je, traurig machen wollte ich Sie nicht. Ich gebe den beiden eine Chance.

    • Susi sagt:

      @Michael: „Allem Anschein nach bestehen in der heutigen Schule in beiden Kompetenzen Defizite.“

      Da widersprechen Sie sich jetzt aber selbst: Die heutigen Ingenieure besuchten ja nicht die heutige Schule, sondern in die gestrige. Zudem ist das Thema der basalen Kompetenzen gerade in der heutigen Zeit (seit etwa 10 Jahren, vgl. EVAMAR II) ständig im Fokus.

      Interessanter ist die Frage, inwiefern die Digitalisierung das Schreibverhalten / die Schreibkompetenzen beeinflusst. Texte lassen sich in einem Textverarbeitungsprogramm sehr viel flexibler erstellen; davon hätte ich geträumt, als ich die Manuskripte (!) meiner (Pro-)Seminararbeiten mit der Schreibmaschine abtippte.

      • Muttis Liebling sagt:

        Ich habe meine Promotion 1986 mit einem 8- Bit- Computer ohne Textprogramm mit ASCII- Editor geschrieben. Kurz vor Schluss habe ich eine WordStar- Raubkopie bekommen, das war eine Horizonterweiterung.

        Heute entstehen meine Prosatexte im ersten Entwurf meist von Hand, weil ich morgens noch ungewaschen zu faul bin, wegen der Tagesnorm von 6- 800 Zeichen extra ins Arbeitszimmer zu gehen. Auf dem Wohnzimmertisch liegt ein Klemmbrett mit einseitig bedrucktem Altpapier, darauf landet der erste Entwurf fast aller Texte. Wenn ich an denen genug rumgestrichen und korrigiert habe, kommt der PC.

        Berufliches schreibe ich primär am PC, es sind aber deutlich längere Texte geringeren Anspruches. Wenn ich weiss, dass ich alles mit cut & paste hin- und herschieben kann, sinkt die initiale Sorgfalt.

      • Susi sagt:

        @ML: Ich mache es genau umgekehrt: Wenn ein Text, bei welchem mir Struktur und Formulierungen wichtig sind, handgeschrieben sein muss, dann erstelle ich ihn am PC, feile ihn dort aus und schreibe ihn dann ab.

      • Alpöhi sagt:

        Ich kenne beides. Aber mir fällt auf: handschriftlich bin ich kreativer.

      • Muttis Liebling sagt:

        Ich vergass noch, handschriftlich benutze ich Bleistift und Radiergummi. Das macht Korrigieren etwas leserlicher.

        Ich finde auch, dass ich mir handschriftlich mehr Zeit nehmen, um Satzbau, synonyme Wortwahlen, gern mal eigene Wortschöpfungen und grammatikalische Alternativen vorher zu bedenken. Am Computer, selbst in den kurzen Blog- Kommentaren, neige ich zu Schachtelsätzen, kleinerem Wortschatz und den berüchtigten Dativ- Konstrukten. Hand- und Computer- Schreiben haben eindeutig verschiedene Einsatzfelder.

  • Alberto La Rocca sagt:

    Die Finnen haben die Handschrift als Schulfach abgeschafft – mal abwarten, wie deren PISA-Tests in ein paar Jahren ausschauen. Ich habe jedenfalls Russisch erst richtig gelernt, als ich auch von Hand kyrillisch schreiben konnte. Die Zeiten, als man selbst im KV Schönschreiben musste, waren schon vorbei, als unsere Jungmutter noch ein Sämchen war.

    • Muttis Liebling sagt:

      Die chinesische Schriftsprache kann man überhaupt nur durch Imitieren lernen. Kein Mensch kann sich 5’000 – 20’000 Zeichen vom blossen Anschauen merken. Am Computer benutzen die Chinesen eine reine ANSI- Tastatur. Sie müssen die Zeichen schon erkennen, welche ihnen das Programm aus einer Auswahl von bis zu 20 Zeichen anbietet, wenn das pinyin Pedant eingetippt ist.

  • Laurence sagt:

    Die Autorin setzt voraus, dass nebst den Geräten auch immer eine Steckdose vorhanden ist und sein wird. Dem ist nicht so. Ich würde also Papier und Bleistift nicht zu früh abschreiben. Man muss auch nicht unbedingt schön schreiben, leserlich genügt.

  • Peter sagt:

    Früher gab es Schönschreibunterricht. Ich „durfte“ da antreten weil meine Sauklaue (Zitat Primarlehrer) unleserlich war. Ein Jahr lang eine Stunde früher in die Schule und unter der Aufsicht des Lehrers üben, bis er meinte ich sei ein hoffnungsloser Fall.
    Bekanntermaßen leben Totgesagte länger und so glaube ich nicht, dass sich die Handschrift zugunsten der Digitalisierung verabschiedet. Alleine schon Anmerkungen zu Dokumenten sind schwerlich als digitale Post-Its möglich, auch redigieren eines Textes geht einfacher von Hand, trotz „Änderungen verfolgen“ in Word etc.

  • Dani sagt:

    Ich sehe den Punkt der Handschrift viel tiefer. Es geht nicht nur darum ein paar Buchstaben auf ein Blatt zu kritzeln, sondern es geht um Persönlichkeit. Es geht um die Art und Weise, wie der Charakter eines jeden sich in der Schrift niederlegt. Es geht nichts über einen von Hand geschriebenen Brief und ich liebe es, wenn die Person es auch zu verstehen weiß, wie man eben Worte geschickt hervorhebt. Aber schon aus dem Blog der Person merkt man die Lieblosigkeit, die Müßigkeit zur eigenen Handschrift, obwohl ich mir sicher bin, dass sich auch da liebvollen Charakterzüge wiedererkennen lassen, dass das digitale Zeitalter leider zu verbergen weiss. Leider ist es auch Schade, dass viele Leute nur noch fähig sind, ihren Namen in Druckschrift darzulegen, weil sie einfach keine Übung mehr haben.

  • René sagt:

    Prüfungen werden aber weiterhin von Hand geschrieben werden, weil man Geometrien, Strukturen und Formeln einfacher und schneller von Hand schreiben kann und weil oft keine elektronischen Hilfsmittel erlaubt sind. Deswegen braucht es die Handschrift wohl noch lange. Aber wenn man die Prüfungsantwort nicht lesen kann, kann es auch keine Punkte geben. Deshalb ist eine leserliche (nicht unbedingt schöne) Handschrift heute noch etwas wichtiges.

    • Kurt Bernasconi sagt:

      Denn nicht für das Leben sondern für die Schule lernen wir!

    • Sportpapi sagt:

      Ich sehe ja eher den Trend zu Online-Prüfungen, zumindest an den Hochschulen…

      • Lala sagt:

        Dann schaust du besser mal bissl weg von den Hochschulen hin zu den höheren Fachausbildungen.

        Stift + Papier + Taschenrechner… Damit schreibt man dann 3 Tage lang Buchhalterprüfung (Fachm. Finanz und Rechnungswesen). Eine angeblich extrem Praxisnahe Ausbildung (wers glaubt).

    • Eveline sagt:

      Wenn Sie das sagen, haben Sie noch nie mit einem in diesem Bereif fähigen Computerprogrammgearbeitet.

  • Bruno Looser sagt:

    Es verabschiedet sich eine weitere Kulturfähigkeit. Neben Bitte, Danke sagen, andere Personen zu begrüssen oder ein normales Gespräche zu führen gehört dies heute offenbar zum guten Ton in der Kinder(nicht)erziehung durch dauergestresste Eltern. Nachdem die Handschrift verschwunden ist, wird auch die Lesefähigkeit verschwinden. Wie steht es mit der (Mutter)sprache? Ist ja wohl ersetzt durch die Nannysprache (in gebrochenen brasilianisch-deutsch) oder durch die Kleinkinderzieherin. Sollte sich ein Ereignis einstellen, das die elektronische Kommunikation stilllegt, steht die Menschheit Kommunikationstechnische auf wieder auf der Stufe der Neandertaler.
    Mutter, wo bist du nur geblieben?

    • Muttis Liebling sagt:

      So kurz kann man es sagen. Handschrift ist primär ein Kultur-, keine Kommunikationstechnik.

      Braucht aber auch kein Notstromaggregat, was im nächsten Krieg überlebenswichtig sein wird. Denn die Mobil- und die Stromnetze fallen als erstes aus.

    • 13 sagt:

      Schade gehört offenbar die Toleranz gegenüber anderen Familienformen offenbar immer noch nicht zum guten Ton. Dafür könnte ich schlimmstenfalls sogar auf ein Danke verzichten, wobei dieses zumindest in meinem Umfeld noch sehr verbreitet ist. Aber ob nett formuliert oder nicht, von Hand geschrieben oder getippt, ein Rundumschlag bleibt ein Rundumschlag.

  • Noldi Schwarz sagt:

    Auch ich hatte eine miese Klaue. Nur, schön schreiben (lassen) hat viele Vorteile für das Kind. Es muss sich auf das konzentrieren was es tut. Und das über längere Zeit. Es lernt, das was gefordert wird möglichst gut zu machen. Die Motorik wird gestärkt. Es lernt (z.B. beim Aufsatz), das was es denkt mit Bedacht zu Papier zu bringen. Es lernt mit der Grammatik umzugehen, denn es gibt Programm auf dem Papier, das die Fehler anzeigt. Es entwickelt seinen eigenen Schreibstil und erfährt, dass das ein Alleinstellungsmerkmal ist. All das hilft dem Kind später durchs Leben und erwachsen zu werden.

    • Lucrecia sagt:

      Ich schrieb nicht so schön und brav jede Buchstabe ganz sorgfältig und rund wie die meisten Mädchen, aber dafür sehr schnell. Das macht schon einen Unterschied, wenn man einen 3-stündigen Aufsatz verfassen muss. Mein Stil ist auch ziemlich individuell (nach Ansicht meines Mannes sieht er wie Arabisch aus).
      Auch, wenn es darum ging, Notizen zu schreiben, konnte ich mühelos alles aufnehmen, was ich wollte. Hatte dazu auch teilweise eine Art Stenographie entwickelt.
      Ich glaube, da liegt/lag auch ein Unterschied zwischen den meisten Mädchen und den meisten Jungen (meiner Generation): Mädchen wollen alles schön und „richtig“ machen, brav alles tun, was von ihnen erwartet wird. Jungen ging es eher um das Kosten-Nutzen bzw. Aufwand-Ergebnis-Verhältnis.

      • Lucrecia sagt:

        Die Frage, wie auch sonst im Leben, ist dabei: Inwiefern komme ich dem anderen entgegen und inwiefern schaue ich, was mir am meisten nutzt? Wie finde ich das richtige Gleichgewicht zwischen dem, was für den anderen optimal ist bzw. stimmt, und dem, was für mich optimal ist bzw. stimmt?

        Suche ich Anerkennung? Oder bekomme ich meine Zufriedenheit ohne die Bestätigung anderer? Bzw. wie viel Anerkennung reicht mir?

        Im Berufsleben gibt es die, die alles perfekt machen wollen und viel Zeit mit Details verlieren, so dass sie völlig ineffizient sind. Aber auch schlampiges Arbeiten geht nicht. Wie überall gilt es, das richtige Mass zu finden.

      • Lucrecia sagt:

        *wieviel

        Und wenn jemandem bei meinen Fehlern die Augen brennen: Es tut mir leid. Mir geht es in meinen beiden ersten Sprachen auch so und irgendwann gebe ich mir die Mühe, deutsche Grammatik ein für alle Mal zu lernen. In der Zwischenzeit bitte ungeniert korrigieren. So tust du dir und mir gleichzeitig einen Gefallen.

  • Muttis Liebling sagt:

    Elektronische Eingabegeräte werden die Handschrift genau so wenig verdrängen, wie Fotografieren nicht das Malen und Zeichnen verdrängt hat. Wirklich gute Bilder kann man nur malen oder zeichnen und bestimmte Texte, das eigene Gedicht (ggf. mit Zeichnungen verziert), ein Graffiti an die Hauswand, Kalligraphien, usw. fertigt man von Hand.

    Ggf. kann man Schönschreiben in den Kunstunterricht verlagern, das lateinische Alphabet ist ja nicht sprachspezifisch.

    • Muttis Liebling sagt:

      Ich glaube übrigens auch nicht, dass heute andere Fertigkeiten in der Grundschule gefragt sind, als vor oder in 100 Jahren. Es gibt weder neue sprachliche, als auch naturwissenschaftliche Anforderungen. Physik und Mathematik beschränken sich auf Erkenntnisse von vor 1900, die Biologie einzig rangiert in und vor den 1950’ern. Alles was in den nächsten Jahren neu erkannt wird, gelangt sicher nicht in den Schulstoff.

      Die wesentlichen Fertigkeiten bleiben sprechen, lesen, schreiben, rechnen und lernen lernen.

      Ich weiss nicht, was im Fach Informatik unterrichtet wird, aber wenn es sich auf Computer-, bzw. Softwarebedienung beschränkt, ist es verzichtbar.

      • Alpöhi sagt:

        Im Informatikunterricht lenen sie heute noch, gleich wie vor 20 Jahren, Word und Excel (spezifische Produkte) statt Textverarbeitung und Tabellenkalkulation (hilfreiche Strategien zur Lösung von gestellten Aufgaben). Ein Kommentar erübrigt sich.

        Oder doch – ein ganz kurzer: in Mexiko lernen die Kinder an den Schulen Linux statt Winzigweich.

      • plop sagt:

        Hm, die IT-Industrie hat Schulstoff entwickelt wo die Kinder lernen was zu programmieren – das finde ich dann wieder ein spannender Ansatz, das Gerät als Werkzeug sozusagen.
        (Und die, die’s interessiert können dann direkt in die Lehre..)

        Nur machen da wohl nicht alle Schulen mit.

      • Muttis Liebling sagt:

        Das könnte ich mr auch vorstellen. Ein einfaches LINUX, um die Grundfunktionen eines Betriebssystems zu lernen, die sind bei LINUX ja nicht anders als bei Android, iOS, Winzigweich. Letzteres würde ich aber definitiv nicht lehren.

        Dazu ein wenig JAVA, die wichtigsten Schlüsselwörter, Kontrollstrukturen, kurze Konsolenprogramme. Wem das Spass macht, der lernt den Rest ganz schnell aus den massenhaft verfügbaren Literatur, online- Manuals, usw..

        Die Softwarekosten für Schulen lägen so bei 0.00 Geld.

    • Alpöhi sagt:

      Zustimm. Man denke etwa an einen Liebesbrief,auf dem Computer getippt: wie romantisch 🙁

      • Muttis Liebling sagt:

        Das meinte ich ja oben. Als ich noch unreif und romantisch war (das gab es wirklich, auch wenn ich mir das nicht mehr vorstellen kann), habe ich meinen jeweiligen Freundinnen (Liebes-) Gedichte geschrieben. Zu der Zeit gab es nur Nadeldrucker mit randperforiertem Papier.

        In diesen Bereichen ist Handschrift unersetzbar. Ein Gedicht per SMS, da graust es dem Mann und hoffentlich auch der Frau.

      • 13 sagt:

        „Ein Gedicht per SMS, da graust es dem Mann und hoffentlich auch der Frau.“

        Nein, warum sollte es? Ok, mir fehlt vielleicht das Romantikgen und Gedichte sind nicht wirklich mein Fall, aber grundsätzlich geht es beim geschriebenen wie auch gesprochenen Wort darum, dem Anderen seine Wertschätzung zu zeigen und auch, dass man eben gerade an denjenigen gedacht hat. Ich habe mehrere SMS gespeichert, die mir sehr viel bedeuten und auch E-Mails, ja sogar Sprachnachrichten. Auf jeden Fall mehr als Briefe. Ein Problem sehe ich damit nicht.

        Dass es sich beim Schreiben von Hand jedoch immer mehr um eine Kunstform und nicht eine Grundfertigkeit handeln wird, gebe ich Ihnen recht. Aber auch das finde ich völlig in Ordnung. Warum auch nicht?

      • Muttis Liebling sagt:

        Bei der SMS sieht man nicht, dass die Hand beim Schreiben gezittert hat, an welcher Stelle der Schreiber eingehalten hat. Auch der Tintenkleks hat manchmal eine Bedeutung. Es ist ein Gesamtwerk, der Text, das Papier und die Tinte.

        Wortschöpfungen, welche in der Lyrik erlaubt sind, werden unterkringelt, usw..

        So richtig die Einheit von Inhalt und Form wird das auf dem Bildschirm nicht.

      • Anh Toàn sagt:

        @ML: Dann kan man sämtliche gedruckte Gedichtbände als unnützer Mumpitz beschreiben? Ich mein, da ist ja die Einheit von Inhalt und Form nicht mehr gegeben?

        Eigentlich ist ja ein aufgeschriebenes Gedicht nichts als Tinte auf Papier: Es reimt nicht, hat keinen Rhythmus usw, erst wenn man es liest, die Laute in Buchstaben umwandelt: Ob man dies aus in einen Baumstamm geritzten Buchstaben macht, oder aus geladenen Elektronen, welche am Bildschirm als Buchstaben dargestellt werden, ist doch nicht relevant.

      • Muttis Liebling sagt:

        @Anh Toàn

        nicht umsonst gibt es Handschriftensammler. Der Erfinder vom LSD, Albert Hofmann war so einer. Der hat alle seine noch lebenden Lieblingsautoren angefragt, für ihn ein handschriftliches Exemplar eines kurzen Textes anzufertigen.

        Im Regelfall existiert ja immer ein erstes Exemplar und das erzielt bisweilen Spitzenpreise, ob nun Noten, Gedichte oder Prosa. Das machen auch heutige Dichter für die Sammler, manchmal eben erst hinterher.

        Ich meinte aber meine selbst geschriebenen Gedichte, welche an eine Person adressiert waren. Das geht nur per Hand.

      • Muttis Liebling sagt:

        Diese Intimität geht beim Drucken natürlich verloren, es sei den, man druckt die Faksimile der Originalhandschrift, was ja auch manchmal gemacht wird. Aber das hat das Vervielfältigen eben an sich. Erst das Digitale kennt die Besonderheit des Originals nicht. Deshalb gebe ich den digitalen Kunstformen auch keine Zukunft. Man kann die nicht exklusiv sammeln.

      • Alpöhi sagt:

        AT: Keine Regel ohne Ausnahme:
        Christian Morgenstern
        Der Trichter

        Zwei Trichter wandeln durch die Nacht.
        Durch ihres Rumpfs verengten Schacht
        fließt weißes Mondlicht
        still und heiter
        auf ihren
        Waldweg
        u.s.
        w.

        (Im Odiginal ist der Text mittenzentriert)
         

      • Anh Toàn sagt:

        @Muttis Liebling „nicht umsonst gibt es Handschriftensammler.“

        Es gibt auch trainspotter. Umsonst?

        Wenn alles, was bisher in Computer geschrieben und aus dem Internet runtergeladen, angesehen worden wäre, jede sms auf einen Zettel geschrieben, wäre der letzte Baum schon abgeholzt.

        Oder, Papier wäre so teuer geworden, dass wir uns eine Menge Gelabber erspart hätten. Auch die meisten Liebesgedichte, die auf der Welt geschrieben werden, sind keineswegs künstlerisch wertvoller, als die meisten SMS.

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