Wie kann man eine Ejakulation kontrollieren?

Das Problem ist oft nicht das frühe Ejakulieren, sondern die Fokussierung darauf. (Bild: Raisa Durandi)

Das Problem ist oft nicht das frühe Ejakulieren, sondern die Fokussierung darauf. (Bild: Raisa Durandi)

Der Geschlechtsverkehr mit meinem Mann wird leider oft durch einen zu frühen Samenerguss beendet. Gibt es wissenschaftliche Erkenntnisse, was man dagegen tun kann?

Schnelles Ejakulieren ist per se kein Problem, denn nicht alle Frauen sind vom endlosen Durchhaltevermögen des Mannes gleichermassen angetan. Vielmehr hängt es von der Situation und von der eigenen und Partnererwartung ab, wie lange der Geschlechtsverkehr dauern soll. Viele Männer leiden jedoch darunter, subjektiv das Gefühl der verminderten Kontrolle über ihre Ejakulation zu haben. Wenn dies der Fall ist, und zudem die durchschnittliche Zeit von Beginn der vaginalen Penetration bis zur Ejakulation unter einer Minute beträgt (auch Latenzzeit genannt), dann spricht man hier von Ejakulationsstörung oder auch Ejaculatio Praecox (EP). Wir haben also drei Kernkomponenten: kurze Latenzzeit, fehlende Kontrolle und den Leidensdruck. Weltweit leiden etwa 30 Prozent der Männer aller Alterskategorien darunter, wobei es starke kulturelle und geografische Unterschiede gibt.

Ein vorzeitiger Samenerguss kann verschiedene Ursachen haben, die bislang nicht hinreichend geklärt sind. Ursprünglich ging man tatsächlich von der Annahme aus, dass der Auslöser rein psychologischer Natur ist. Diesen Theorien zufolge können heimlicher Sex, begleitet von der Angst, entdeckt zu werden, oder Versagensängste, die oft mit den noch spärlichen sexuellen Erfahrungen junger Adoleszenter einhergehen, zu einer negativen Konditionierung führen. Mit zunehmender Erfahrung und erhöhtem Selbstvertrauen lernen die meisten Männer später, die Ejakulation zu kontrollieren. Einige aber entwickeln eine längerfristige Angst, welche zu einer beständigeren Erfahrung mit vorzeitigem Samenerguss führen kann und meist durch eine neue Partnerin getriggert wird.

Heute berücksichtigt das gängige Erklärungsmodell nebst medizinischer Auslöser jedoch auch neurophysiologische Gründe, im Sinne eines Ungleichgewichts des Botenstoffes Serotonin. Zur Behandlung können je nach Ursache physische, medikamentöse und/oder psychotherapeutische Therapieansätze infrage kommen. Übungen wie die Stop-and-Squeeze-Methode, bei der kurz vor der Ejakulation die sexuelle Stimulation durch ein Zusammendrücken der Penisspitze unterbrochen wird, bis der Ejakulationsdrang nachlässt, oder die Stop-Pause-Methode, bei der kurz vor der Ejakulation der Penis aus der Vagina gezogen wird, sind zudem etablierte Methoden, mit denen nach und nach eine längere Penetrationsdauer erreicht werden können.

Im Praxisalltag ist mir die Psychoedukation besonders wichtig, denn ich stelle immer wieder fest, dass EP-Patienten vornehmlich mit ihrem eigenen Problem und ihrer eigenen Leistung beschäftigt sind und dabei die restlichen Bedürfnisse der Partnerin komplett ignorieren. Dies zeigt auch eine jüngste Umfrage, bei der Partnerinnen von Betroffenen angegeben haben, dass für sie nicht die kurze Zeitdauer des Liebesaktes die Hauptquelle des sexuellen Frustes darstellt, sondern der Umstand, dass der Mann so stark auf das Hinauszögern des Samenergusses fokussiert ist, dass er dabei nicht auf die individuellen Wünsche der Frau einzugehen vermag. Der Geschlechtsverkehr richtet sich mehr und mehr nach der Zeit und nicht nach dem «wie mögen wir es und was tut uns gut». Hier hilft es oft, dem Mann vor Augen zu führen, dass erfüllende Sexualität nicht lediglich aus Geschlechtsverkehr besteht, sondern auch andere Aktivitäten wie Küssen, Streicheln und andere Formen sexueller Stimulation umfassen kann.

87 Kommentare zu «Wie kann man eine Ejakulation kontrollieren?»

  • Stefan sagt:

    Beim Orgasmus schon Erfahrung gemacht mit abdrücken des Samenleiters (hinter den Hoden in der Leiste) ?
    Es ist eine neue Erfahrung für IHN !!! — Für SIE ?
    Für ihn es ist gewöhnungsbedürftig explosiv, aber bald erlösend, trocken, sauber, schnell und langfristig, nicht so kräftezehrend.
    Das zurückgehaltene Ejakulat wird beim nächsten Pipi auf natürliche Weise mit dem Urin ausgeschieden.

  • Michael sagt:

    Sie will nicht mich – sie will nur meinen Körper ! Was ist daran so schlimm, wenn ein Mann nicht so standfest seinen Mann stehen kann ? Muss man daraus gleich einen medizinischen Notfall machen ? Alternativ, ist eine Frau nur dann eine Frau wenn sie eine Körbchengrösse DD aufweisen kann ? Bei dem Sexualakt geht es vornehmlich doch um die Vermehrung und erst in zweiter Linie um das Vergnügen. Und ausser der Penetration gibt es noch viele viele andere Methoden, sich gegenseitig Lust und Entspannung zu verschaffen.

  • Karin sagt:

    Dating wenn man in seinen 20er ist: girl meets boy, und so weiter
    Dating in den 40er: man braucht den richtigen Job, wichtige Freunde, eine schöne Wohnung, ein ausgefülltes und attraktives Sexualverhalten in Pornqualität. Wenn man alles hat, scheiterts daran, dass man keine Ganzkörperrasur aufweisen kann.

  • Hannes Müller sagt:

    Praktischer Tipp: Wenn der Mann fast kommt, kann er rausziehen und mit dem Zeigefinger stark auf die Stelle zwischen Anus und Penisansatz drücken.

  • DontJustStandThereAndNodTamely sagt:

    Da ich nur Männer coache, kenne ich die Sicht der Frauen zum Thema EP nicht. Was im Blogbeitrag nicht erwähnt wird, ist das, wie ich es nenne, Unlust-Paradoxon des Mannes. Zusammengefasst: Der Mann hat Angst der Frau offen zu sagen, dass er auf sie keine Lust hat oder, auch schon erlebt, dass er findet, sie sei schlecht im Bett. Was dann passiert, der Mann geilt sich bewusst vor dem Akt mental so stark auf (das Hirn als Sex-Organ Nr.1), um danach den Sexualakt so rasch wie möglich hinter sich zu bringen. Konsequenz: auf beiden Seiten Frust. Interessanterweise ist in solchen Fällen, dass das EP Problem mit einer Prostituierten nicht auftaucht. Expectation management! Statt über ihr Empfinden offen zu reden und Verantwortung zu übernehmen (Trennung?), leiden sie lieber weiter. Better alone!

    • Jennifer sagt:

      Ihr Nick ist witzig und bedarf schon alleine eine Erklärung.

      • DontJustStandThereAndNodTamely sagt:

        @Jennifer: Merci!
        Sie kennen bestimmt die Situation, wenn ihr Gegenüber keine Argumente mehr hat (zB in flagranti erwischt), wie angewurzelt da steht und energielos nickt… dann entsteht nicht nur emotional eine gewisse Distanz… Daher auch: Better alone.

  • Jan sagt:

    Mein grösstes Bedürfnis in der Sexualität mit meiner Partnerin ist, dass ich ihr Freude bereiten kann (dann habe ich meine grösste Freude). Da ich mich subjektiv beim Vöglen eher als zu früh ejakuliernder Mann erlebe, lecke ich meiner Frau fast jedes mal ihre schöne Möse aus, was sie auch jedes mal zu ihrem Höhepunkt führt. Danach kann ich sie stossen wie ich will und es ist dann für uns beide auch ok, wenn ich bald komme.
    Auch nach 16 Jahren Partnerschaft und drei gemeinsamen Kindern schätzen wir unsere gemeinsame Intimität immer wieder aufs Neue sehr.

  • Jennifer sagt:

    Immer und überall muss man müssen. Es ist manchmal auch schön, gerade beim Sex mal nicht zu müssen. Einfach dazu liegen, schauen was passiert, sich gehen zu lassen, auch mal daliegen ohne den Sex im Kopf zu haben, sich berühren, ohne dieses „jaaaaa, ich will den Höhepunkt erleben und Du hast ihn mir gefälligst zu geben, das erwarte ich ohne wenn und aber“. In jedem Heftli heisst es 2-3x pro Woche muss eben sein.

    Ich finde da ist einfach zuviel Druck da. Der muss weg. Mann und Frau müssen sich wieder irgendwo auf Augenhöhe begegnen können.

    In Stille warten, bis das Begehren wieder da ist.

  • Simon Heiter sagt:

    Und was ist mit Übung macht den Meister? Wer meint, dass es in einer schwierigen Situation ohne mehrere Anläufe klappt der liegt falsch. In diesem Sinne, macht es mehrmals am Tag und damit steigt auch die eigene sowie gegenseitige Erfahrung.

    • Fabian sagt:

      Sehe ich auch so. Mit Übung (ich würds eher Praktizieren nennen) können die meisten Männer ihre Sexualität positiv verändern.

      Das Problem ist wohl, dass die emanzipierte feministische Frau ausdauernde Männer nicht gut finden darf (auch die Autorin ist skeptisch), aus ideologischen Gründen. Denn wo sind Männer ausdauernd und können endlos? In Pornos natürlich. Und da diese des Teufels sind – frauenverachtendes Teufelszeugs – sinds Männer die ausdauernd Sex haben können, aus feministischer Sicht natürlich auch. Bezeichnenderweise beginnt die Autorin ihren ArtikeI mit Skepsis gegenüber Männern mit ‚Durchhaltevermögen‘.

      • Zufferey Marcel sagt:

        Die männliche Sexualität wird heute generell skeptisch gesehen, gelinde ausgedrückt. Das trägt bisweilen manipulative Züge. Schwache Männer mit wenig ausgeprägtem Selbstbewusstsein fallen natürlich leichter darauf herein, als solche, die ihre eigene Sexualität genau kennen und wissen, was sie wollen. Aber ich glaube, auf diesen Zug wollte die Autorin nicht aufspringen.

        Ich denke, für eine gesunde Sexualität braucht es Jahrzehnte. Aber viele Menschen wollen oder können sich nicht mit sich selbst (und Dritten) auseinander setzen und praktizieren deshalb lediglich eine Sexualität, die sich in einer Art gemeinsamer Masturbation bis ins reife Alter hinein erschöpft, wie RoXY das weiter oben ausgedrückt hat. Richtig ekstatischer, entgrenzter Sex ist deshalb nur Wenigen möglich.

  • Nimm2 sagt:

    Wie wäre es als Mann mit EP einfach nach dem ersten Erguss die Frau weiter zu befriediegen, zu verwöhnen? Meistens kann Mann dann ja nochmals kommen, ev mit Frau zusammen?

  • Sabine sagt:

    Es hat schon Possencharakter, wenn eine Frau den Männern erklären will, was Männer beim Samenerguss und beim Geschlechtsverkehr empfinden.

  • Hans Huber sagt:

    Wir haben keine derartigen Probleme. Meine Frau und ich lieben uns und nehmen Rücksicht aufeinander.

  • Lucrecia sagt:

    Im Beitrag steht alles, was man zum Thema sagen könnte, so dass nichts hinzufügen ist Sehr gelungen und ausgewogen.

    Liebe Fragestellerin,

    Freu dich darüber, was du hast, und mach das meiste daraus.
    Oder lass eine andere sich darüber freuen.

    Wie würdest du dich fühlen, wenn dein Mann dir immer wieder sagen würde, dass dein Orgasmus „zu lange“ gebraucht hat. Oder, dass es zwar gut war, aber er hätte schon lieber, es wäre schon geiler gewesen, wenn du schneller gekommen wärest?

    Ersetze in deinem Kopf „Das war zu früh“ durch „Das war intensiv“. Vielleicht hilft das.
    Alternative: Öfter Sex haben? Vielleicht kommt er früher, weil er länger nicht hatte?

    Alles gute
    L.

  • Gundel sagt:

    Interessante Diskussion.
    Was wirklich helfen kann, und viele Toys, Tabletten, Pülverli und Swingerclubs gänzlich unnötig machen würde, ist heimisches Gras aus dem Garten.
    Richtig eingesetzt, kann dieses bei Mann und Frau für das rechte Mass an Entspannung, Erregung, Einfühlungsvermögen und Lust sorgen, ohne dass man vollkommen weggetreten ist.
    Unglaublich, dass dies in so einer Diskussion, nie zur Sprache kommt.

    • maurena salzmann sagt:

      Liebe Gundel
      Vielen Dank für Deinen Hinweis. Ich werde das meinem Mann bei Gelegenheit vorschlagen 😉

  • Sofia Baffo sagt:

    1/2 Die Autorin weist auf das Serotoninsystem hin, gleichzeitig wird aber für dieses Problem schnell mal eine Psychotherapie empfohlen (so scheint es mir zumindest). Wahrscheinlich ist bei einem Teil dieser Betroffenen also eine genetische Grundlage da (s. z.B. “Premature Ejaculation: It’s Not in Your Head” auf livescience.com). Ich frage mich, ob in diesem Zusammenhang diese immer noch verbreitete Psychologisierung hilfreich ist. Eine Psychotherapie ist sicher gut, wenn grosser Leidensdruck besteht. Der Fokus sollte aber realistisch sein, d.h. im Zentrum steht die volle Akzeptanz. Es kann ja sein, dass manche einfach prädisponiert sind und dies gar nicht ändern können. …

    • Sofia Baffo sagt:

      2/2 Man kann es ja auch als positive Eigenschaft betrachten: Diese Männer sind einfach schneller erregbar, und somit eigentlich sehr begeisterungsfähig, wenn’s um Sex geht. Ein solches Selbstbild hilft sicher, um kreativ damit umzugehen. Man sollte auch keine falschen Hoffnungen wecken, indem man SSRI & Co. anpreist, die können nämlich auch dazu führen, dass das sexuelle Verlangen verschwindet und die Orgasmusfähigkeit flöten geht. Damit will ich aber nicht infrage stellen, dass diese unterschiedlichen therapeutischen Ansätze auch erfolgreich sein können.

  • maurena salzmann sagt:

    Als seit Jahren Betroffene möchte ich hier folgendes ungefiltert loswerden: Manchmal willst Du auch als Frau einfach nur f*cken und nichts anderes!
    Darauf zu verzichten, vor allem wenn Du in den vorherigen Beziehungen eine erfüllte Sexualität hattest, ist wirklich hart. Da hilft kein Spielzeug, keine anderen Praktiken, nix nada. Die Verschmelzung gepaart mit einer gemeinsamen Geilheit kann durch nichts ersetzt werden. Und ja, wir haben alles durch und ich bin verständnisvoll. Dennoch würde ich am liebsten regelmässig für eine Woche in einen Swingerclub ziehen und Frauen, die sich über den Sexdrive ihres Mannes beklagen, ein bisschen würgen.

    • Lion sagt:

      Endlich mal eine ehrliche Frau die dazu steht und vor allem sagt was sie möchte. Bravo.
      Nun Frau Salzmann, das Leben ist zu kurz und zu vergänglich um zu verzichten.
      Dennoch können die im Swingerclub 1. nichts dafür und 2. … nun.. Swingerclub? Echt jetzt?

    • Sofia Baffo sagt:

      Vielleicht wäre die Idee mit dem Swingerclub nicht mal so verkehrt (oder eine offene Beziehung). Die Frage ist natürlich, ob der Partner damit umgehen bzw. auch für sich selbst was Positives davon abgewinnen kann, das ist sehr individuell. Es gibt ja Männer, die an dieser Vorstellung des „Delegierens“ Gefallen finden.

      • Lion sagt:

        Das meinte ich damit auch nicht, offene Beziehungen sind ja im Trend – obwohl dabei einer immer leidet, auch wenn er es nicht zugibt.

        Ich meinte damit eher:
        Swingerclub…? Echt jetzt? Hat sicher hübsche Männer da; und schmuddelig wird auch nicht sein. Und sauber sicher auch. Und gut riechen wird’s da auch. Da geh ich lieber ins Steakhouse für Foodporn.

      • maurena salzmann sagt:

        @Lion
        Wohin geht man denn als sexuell frustrierte Ehefrau, die ihren Mann nicht betrügen will weil sie ihn von Herzen liebt?

        @Sofia Baffo
        Der Ehemann könnte leider nicht damit umgehen, das ist leider sehr klar.

      • Sofia Baffo sagt:

        In Swingerclubs kommt es immer auf den Abend an (wie in jedem Club eigentlich). Manchmal ist auch dort tote Hose und das Publikum uninteressant. Riechen tut’s oft nach Desinfektionsmittel (ja, es wird geputzt). Zudem ist guter Sex nicht eine sterile Angelegenheit. Was die Attraktivität der Männer angeht, halte ich es nach Catherine Millet: «Sex ist ein Modus», also eine Frage der Einstellung.
        Ich kenne übrigens Leute, die eine offene Beziehung führen und dadurch richtig zusammengewachsen sind.

      • Sofia Baffo sagt:

        @maurena salzmann: Verstehe, es ist nicht einfach. Ein Dilemma irgendwie. Vielleicht ein Versuch mit Medikamenten, wie die Autorin erwähnt?

      • Lion sagt:

        @maurena
        1/2
        Da ich nicht Frau bin, kann ich leider die nicht beantworten wie ich als Frau meine sexuellen Bedürfnisse befriedigen würde. Als Mann kann ich es beim Sex lediglich versuchen zu spüren, mich in die Frau hineinfühlen und sie verwöhnen, bis ich glaube selber wahrnehmen zu können was ich in ihr auslöse. Das funktioniert meistens, braucht aber Übung und viel Einfühlungsvermögen – da lebe ich nach dem Motto Ladies first. Ausser Sie möchte das in dem Moment natürlich nicht sondern was wilderes. Auf jedenfall könnte das euch vielleicht helfen, euer Erlebnis zu verlängern. Sollte das auch nichts helfen, versuchts mal mit einem Penisring. Kenne ich selbst nicht, aber schon von Freunden gehört dass das Wunder bewirkt. Des weiteren: Atemtechniken. Wenn er richtig atmet kommt er später.

      • Lion sagt:

        @maurena
        2/2
        Wenn du ihn von Herzen liebst, wie du schreibst, nichts unversucht lassen. Medikamente finde ich übrigens nicht so toll. Das gibt dem ganzen einen klinischen Touch und kann auch psychische Störungen auslösen (ohne geht’s nicht mehr).

        @Sofia
        Danke für die Bestätigung bezüglich Swingerclubs 😉

    • maurena salzmann sagt:

      @Lio
      Das Alternativprogramm ist in Hülle und Fülle vorhanden, vögeln liegt einfach nicht drin, auch nicht mit Penisring 😉

      @Sofia
      Genau das ist das Dilemma, ist es mir so wichtig, dass er Medikamente nehmen soll? Kann ich das von ihm verlangen wenn er es mir nicht von alleine anbietet?

      • Lion sagt:

        @maurena
        Welch Reim 🙂
        Entweder du fühlst dich geehrt dass er deinetwegen so erregt ist und schnell kommt oder du fragst dich, wie wichtig dir das Vögeln ist im Verhältnis zur Alternative (Klartext: du gehst einen anderen Weg.. Affären sind ja in 😉
        Die Entscheidung kann dir Niemand abnehmen.

      • Alpöhi sagt:

        Also, ich gehe mal davon aus, dass kein medizinisches Problem vorliegt. Dann wäre Strategie Nr.1 eigentlich: reden, reden, reden… Gute Freunde sind dazu da, einem auch die unbequemen Dinge zu sagen. Und wenn ein sich liebendes Paar nicht „gute Freunde“ in diesem Sinn ist – wer denn dann? *koppkratz*

        Reden ist also der Anfang. Bei uns war das wichtig um überhaupt zu erkennen, dass sie häufiger wollte oder er mit dem Mythos vom gleichzeitigen Höhepunkt so unter Leistungsdruck kam, dass daraus Unlust wurde. Das war ein Anfang. Dann konnten wir wieder aufeinander zu gehen und kreative neue Wege ausprobieren.

      • Gundel sagt:

        @maurena
        Ich hoffe sie haben meinen Rat gelesen.
        Ich kann Sie gut verstehen.
        Und ihre ehrlichen Worte, gehören für mich zu den Besten hier seit langem.

        Gerade deshalb könnte mein Rat ihnen beiden wirklich helfen. Jedenfalls wären sie eine Erfahrung reicher und es wäre bestimmt keine schlechte.

    • maurena salzmann sagt:

      @Lion
      Natürlich ehrt es mich, dass mein Mann von meinem blossen Anblick fast kommt. Trotzdem gibt es Tage, da geh ich fast die Wände hoch….deswegen verlassen würde ich ihn niemals, den Frust totzuschweigen bringt jedoch auch nichts.

      @Alphöhi
      Wir reden viel und offen darüber. Das Thema wird jedoch immer weniger konkret angegangen weils einfach ein potentiales Minenfeld bleibt. Für mich ist die Befriedigung nach Sex mit Penetration einfach eine andere als wenn ich auf anderem Wege zum Höhenpunkt komme. Da kann ich leider nichts schönreden….

      • Alpöhi sagt:

        ms: Das verstehe ich. Aber ändern kann ich es auch nicht. Mir geht es so: Als ich noch die fixe Idee vom gleichzeitigen Höhepunkt hatte, versuchte ich mit der Hand die Klitoris zu stimulieren, während ich drin war, was einen verdrehten Arm und somit eine sehr unbequeme Körperhaltung ergibt. Zusätzlich konzentrierte ich mich fast vollständig auf meine Partnerin, worunter meine eigene Orgasmusfähigkeit litt. Es war ein Krampf. Schliesslich konnte und wollte ich so nicht mehr; ich verlor völlig das Interesse an dieser Form von Sex. Schliesslich gestand ich es meiner Partnerin. Wir haben miteinander geheult darüber. Aber es war ein Neuanfang. Heute haben wir es immer beide, aber nacheinander. Dadurch wird – als Nebeneffekt – das Thema „vorzeitige Ejakulation – weitgehend unwichtig.

  • Harry Keller sagt:

    Was Mann nicht noch alles erreichen, können, tun, unterlassen, versprechen, versuchen, probieren und bezahlen muss, damit Frau endlich, endlich zufrieden ist. Wozu liebe Frauen gibts eigentlich Dildos in allen Formen, Farben und technischen Ausrüstungen?

  • Jeremias sagt:

    „Der Geschlechtsverkehr mit meinem Mann wird leider oft durch einen zu frühen Samenerguss beendet.“
    Der Geschlechtsverkehr als ein vom Reptilienhirn gesteuerter Vorgang bezweckt nicht mehr und nicht weniger als die möglichst erfolgreiche Reproduktion der Spezies Mensch. Sobald die Spermien auf dem Weg zum Ei der Partnerin sind, ist der Zweck der meist mit Wollust begleiteten Kopulation erfüllt. Da spielt es grundsätzlich keine Rolle, ob die Ejakulation nach ein paar Sekunden oder erst nach 3 Stunden erfolgt. Dümmer ist’s, wenn die zwei tantrisch veranlagten Partner vor lauter ausgefeilter Technik vorher einschlafen…

    • Christoph Bögli sagt:

      Leider greifen solch biologistische Pseudo-Erklärungen meist viel zu kurz. Sexualität/Geschlechtsverkehr dienen nicht nur der unmittelbaren Fortpflanzung, sondern erfüllt auch weitergehende, soziale Funktionen. Zweitens gibt es evolutionär betrachtet durchaus Gründe, den Sexualakt für die beteiligten Partner möglichst lange oder reizvoll zu gestalten. Selbst bei einfachen Lebewesen werden so etwa Weibchen längerfristig besetzt bzw. von Kopulationen mit anderen Partnern abgehalten. Bei manchen Säugetieren inkl. dem Menschen gibt es auch Hinweise, dass ein weiblicher Orgasmus die Befruchtungswahrscheinlichkeit erhöht und darum einen konkreten Nutzen hat. Die menschliche Sexualität ist nicht aus Spass so komplex, sondern gerade weil diese das Ergebnis evolutionärer Entwicklung ist.

  • Lion sagt:

    Mein Gott.. habt Sex und geniesst es.
    Ende.

    • Muttis Liebling sagt:

      Dann müssten die Sexualtherapeuten sich aber einen richtigen Beruf suchen.

      • Lion sagt:

        Stimmt. Oder wir müssten wieder mehr Sozialabgaben zahlen.. Teufelskreis.

        Ich halte mich wohl einfach raus aus der Diskussion 😀

  • Carolina sagt:

    Ich bin ganz sicher keine Sexualtherapeutin, aber in einem stimme ich der Autorin komplett zu: ‚…EP-Patienten vornehmlich mit ihrem eigenen Problem und ihrer eigenen Leistung beschäftigt sind und dabei die restlichen Bedürfnisse der Partnerin komplett ignorieren….‘ Meine Kollegen und ich haben öfter Paare, die, weil es einen der Partner so belastet, von diesem Problem berichten. Meistens ist es tatsächlich der Mann, der es seiner Partnerin nicht glauben kann/will, dass für sie andere Dinge wichtiger wären, dass sie froh wäre, wenn der Mann andere Formen von Nähe und Sexualität annehmen könnte. Das Abschiednehmen von alten Verhaltensformen, vor allem sozusagen gegen seinen eigenen Körper im Wettbewerb zu stehen, fällt oft sehr schwer.
    Es hilft aber auch nicht, wenn eine Beziehung

    • Carolina sagt:

      /2 wegen gravierender Kommunikationsschwierigkeiten und Aneinander-Vorbeireden oder mangelndem Vertrauen sowieso schon auf dem Prüfstand steht: dann sind solche Verhaltens- und Denkänderungen noch schwieriger.
      RoXY hat es oben schön auf den Punkt gebracht: wenn innere Gelassenheit und Ruhe fehlen, wird auch die Sexualität leiden, in welcher Form auch immer; und vor allem kann keiner der Partner (mehr) vertrauensvoll sagen, was ihm wirklich wichtig ist – denn beim anderen ist immer der Tunnelblick eingeschaltet.
      Meiner Ansicht nach ist EP in den seltensten Fällen pathologisch – die Bandbreite dessen, was als völlig normal/akzeptabel und vielleicht sogar erwünscht zu betrachten ist, bestimmen die Partner selber.

      • Muttis Liebling sagt:

        Ich würde sogar sagen, es ist nie pathologisch, hat einen doppelten Altersbezug, zum biologischen und zum sexuellen Erfahrungsalter, klärt sich also von allein.

        Wer das Altern nicht abwarten kann, dem wird mit einer halben Falsche Rotwein präkoital geholfen.

        Aber so richtig MamaBlog ist das nicht mehr, oder ?

      • Reincarnation of XY sagt:

        Na ja ML – wenn sich alles von alleine „auswachsen würde“, dann hätten nicht so viele Leute ein Problem.
        Und Wein? Finde ich eine der schlechtesten Drogen für den Sex.

    • fabian sagt:

      Carolina, „Das Abschiednehmen von alten Verhaltensformen“ falle schwer? Frauen die so sprechen glauben im Ernst, sie können den Mann nach feministischer Gusto neu erziehen.
      Stelle dir mal vor, ein Mann würde von Frauen „das Abschiednehmen von veralteten Verhaltensnormen“ fordern, weil anders jetzt angesagt ist. Stells dir einfach mal vor. Wie kann man nur so feministisch männerfeindlich und überheblich sein…

      • Carolina sagt:

        Fabian, ich sehe das erst jetzt! Erwarten Sie ernsthaft, dass man sich mit Ihnen und Ihren ständig wiedergekäuten Vorurteilen und tunnelblickigen Null-Argumenten auseinandersetzt? Sie sind auf Ihre Art genauso verbohrt und uneinsichtig wie die von Ihnen so gehassten ‚Feministinnen‘, von denen Sie sich umzingelt sehen – ich sehe übrigens kaum eine.
        Aber ich beschäftige mich beruflich mit Paaren – und mit deren Leidensdruck, in diesem Falle wie oben berichtet. Ich erhebe keinen Anspruch auf Vollständigkeit, weil ich natürlich nur die Paare sehe, die ein Problem haben und manchmal ist es EP. Ich pathologisiere nicht, ich halte es manchmal nicht einmal für das Hauptproblem in einer Beziehung (wenn Sie richtig lesen würden und sich mal den Schaum vorm Mund abwischen würden, sähen Sie das),

      • Carolina sagt:

        /2 aber ich weiss, dass eine Beziehung, in der Wettbewerb zugunsten erhöhtem Vertrauen verändert wird, beide Partner offener und kommunikativer werden können (RoXY hat es an anderer Stelle eindrücklich beschrieben, aber Sie lesen ja nicht) und es dadurch möglich wird, sich von alten Erwartungen zu lösen, die kontraproduktiv geworden sind – das gilt selbstverständlich so manches Mal auch für die Frau in einer Beziehung.
        ‚Weil anders jetzt angesagt ist (sic)‘: was soll das?

  • Widerspenstige sagt:

    Bemerkenswerte Kommentarhemmung derjenigen, die sonst kaum zu bremsen sind mit ihrem Redestrom, wenn es um Sexuelles geht. Das hat nicht nur mit Ferienzeit zu tun, nehme ich mal stark an …

    • Marcel Zufferey sagt:

      Nö, das hat nicht nur mit Ferienzeit zu tun. Aber mit Zufriedenheit.

    • fabian sagt:

      dafür bringt die widerspenstige das ganze feministinnen-gedöhns. sogar den schlenker zum frauenstimmrecht hat sie geschafft, in einem artikel zur ejakulation des mannes. momol.

  • Reincarnation of XY sagt:

    „Ursprünglich ging man tatsächlich von der Annahme aus, dass der Auslöser rein psychologischer Natur ist.“ … „Heute berücksichtigt das gängige Erklärungsmodell nebst medizinischer Auslöser jedoch auch neurophysiologische Gründe, im Sinne eines Ungleichgewichts des Botenstoffes Serotonin.“

    „Serotonin gibt uns das Gefühl der Gelassenheit, inneren Ruhe und Zufriedenheit. Dabei dämpft es eine ganze Reihe unterschiedlicher Gefühlszustände, insbesondere Angstgefühle, Aggressivität, Kummer und das Hungergefühl.“

    Also ganz einfach: die Ursache ist fehlende Gelassenheit und innere Ruhe.
    WARUM es dazu chronisch kommt und WIE man dazu gelangt, dort wird es Unterschiede geben. Doch der Grund ist immer derselbe, fehlende Gelassenheit und innere Ruhe.

    • Reincarnation of XY sagt:

      Das Problem mag in erster Linie in der eigenen Psychologie liegen, aber natürlich hat auch die Partnerin einen Anteil daran, dass sie ihr Männlein zum souveränen Lover wird. Also Ladys, es liegt auch an euch.
      Jahrelang wurde dem Mann gesagt, er müsse sich Verständnis für die weibliche Sexualität aneignen.
      Aber umgekehrt gilt es genau so.

  • Alpöhi sagt:

    Oh ob, heute geht’s ans Eingemachte! 😉

    Mann sollte sich vom jedem Leistungsdruck lösen. Nicht nur von „wie lange kann ich“, sondern auch von der fixen Idee, die Frau durch Penetration zum Höhepunkt zu bringen. Gemäss weiterer Studien (suchen sie sich eine aus) klappt das sowieso eher nicht, wobei diesmal die Anatomie der Frau die Ursache ist. (Über den Höhepunkt der Frau filosofieren wir ein ander mal.)

    Also Mann, lass dich gehen, sonst wird das nie was. Es ist auch eine gute Idee, mal langsam zu machen. Miteinander/ineinander liegen und die Nähe der Partnerin geniessen, ohne ständiges Geraffel. Wenn du dich bewegen willst, bewege dich. Wenn es kommen will, lass es kommen oder auch nicht. Freu dich mit deiner Partnerin – und tu es bald wieder 😉

  • fabian sagt:

    „Schnelles Ejakulieren ist per se kein Problem, denn nicht alle Frauen sind vom endlosen Durchhaltevermögen des Mannes gleichermassen angetan.“

    Sehr bezeichnend, dass ein Beitrag zu Samenerguss-Problemen des Mannes damit beginnt, was die Frau gerne hätte.
    Männer sollten sich von dieser frauzentrierten Idee von männlicher Sexualität lösen und ihre eigene Sexualität finden. Herausfinden was ihnen gefällt, was sie gerne haben. Die Dauer bis zum Samenergusses ist mit Praxis und Übung (etwa auch durch Selbstbefriedigung) beeinflussbar und steuerbar. Herausfinden und ausprobieren. Wenn der Mann mit seiner Sexualität selbst zufrieden ist, wird auch der Sex gut sein. Das bringt mehr als von Frauen diktieren zu lassen, wie Mann sein soll.

    • Angelika Maus sagt:

      Schnelle Ejkulation ist für den Mann ja besonders darum ein Problem, weil er die Frau nicht befriedigen kann. Darum finde ich es nicht verkehrt, darauf hinzuweisen, was Mann denn sonst noch so tun kann. Von einer „frauenzentrierten Idee männlicher Sexualität“ sind wir jedenfalls weit entfernt. Viele Studen belegen zum Beispiel, dass sich Frauen unbewusst den Wünschen der Männer anpassen und zwar so, dass sie schlussendlich meinen, die Vorliebe zu dieser Art der Sexualität sei aus ihr selber entstanden. Also alles eher männerzentrierte Ideen und Habitus.

      • Christoph Bögli sagt:

        Andererseits ist es aber definitiv auch so, dass in den Medien und der Ratgeberliteratur nun schon seit Jahrzehnten stark auf die weibliche Sexualität fokussiert wird, meist mit dem Schwerpunkt auf deren „Komplexität“ und wie Mann dem gerecht werden kann. Die männliche Sexualität wird hingegen fast durchwegs marginalisiert und simplifiziert. So ein wenig nach dem Motto, Männer wollen eh immer, sind aber auch völlig zufrieden mit etwas schnellem rein-raus – weshalb man sich damit auch gar nicht weitergehend abgeben muss. Die Qualität männlicher Sexualität wird vielmehr oft dadurch definiert, es der Frau „besorgen“ zu können. Dass das gerade auch das Resultat eines unaufgeklärten Patriarchats ist, stimmt zwar auch wieder, machts für Männer aber auch nicht besser.

      • Roland Kuster sagt:

        „weil er die Frau nicht befriedigen kann“ – Mit Verlaub: Wenn der Mann nicht fähig ist eine Frau auch ohne sein Schnäbi zu befriedigen, ist es an der Zeit für ihn, sich anderen Dingen des Lebens zuzuwenden. Zum Beispiel mit Zündhölzli Modällchileli bauen. Es gibt 1 Mio. andere Wege dem Orgasmusgestöhn einer Frau lauschen zu können.

      • Hans Hintermeier sagt:

        @RK: Die Beiträge zeigen es,die heutigen Männer setzen sich enorm unter Druck,machen einen Wettbewerb daraus,wer die Frau zum Orgasmus (Pokal) bringen kann. Frauen sollten ihren Körper selber sehr gut kennen und tragen deshalb zum Hauptteil die Verantwortung für ihren eigenen Orgasmus selber (d.h. nicht, dass man als Mann nicht auf die Partnerin eingeht,so wie natürlich auch die Partner auf den Mann eingeht). Frauen können durch Übung (auch Masturbation) und Erfahrung ihre Orgasmusfähigkeit auch entwickeln und sind nicht nur die passiven Erleber/Erleider,der männlichen Künste/Versagens! Eigenverantwortung auch hier. Natürlich kann der Mann auch lernen seinen eigenen Orgasmus zurückzuhalten,aber wenn die Frau nicht gelernt hat mit ihrem Körper umzugehen/Abzuschalten, nützt das alle nichts.

      • Hans Hintermeier sagt:

        Es sollte natürlich heissen: „Frauen können durch Übung (auch Masturbation) und Erfahrung ihre Orgasmusfähigkeit auch weiterentwickeln“

    • Widerspenstige sagt:

      Ein ganz wichtiger Punkt, den Sie da erwähnen Angelika M. Bisher war fast alles männerzentriert, sonst gäbe es ja kaum entsprechende Pornos, einschlägige Magazine und Werbeflächen allüberall mit nackigen Schönheiten etc. Das Umdenken tut weh und stört natürlich den bisherigen Blickwinkel aus männlicher Sicht. Und wie Sie richtig bemerken: Frauen haben sich unbewusst den Wünschen des Mannes angepasst und zwar so stark, dass sie schlussendlich selber davon überzeugt sind, die Vorliebe dieser Art der Sexualität sei aus ihr selber entstanden. Das ist mehrfach untersucht worden und bewiesen. Bis zum frustierten Ausnahmezustand – nämlich kein Sex mehr oder ausserhalb der Beziehung. Jetzt geht es ums Ausbalancieren dieses Missverhältnis auch zwischen den Laken.

      • Adina sagt:

        „Frauen haben sich unbewusst den Wünschen des Mannes angepasst“ : haben Frauen echt so ein schwaches Selbst? Wirklich? Wäre schade.

        Sex ist mMn nicht nur ein Mittel zur Machtausübung sondern vor allem auch ein Mittel um Liebesgefühle auszudrücken.
        Da kann wohl passieren dass eine Frau, die gerade keine grosse Lust auf Sex verspürt, sich trotzdem wünscht mit ihrer/m Partner/in Liebe zu machen, weil die Intimität mit der geliebten Person so schön ist. Und da muss auch nicht unbedingt ein Orgasmus her, geht es doch mehr um das intim sein, um einen Austausch von Gefühlen. Das wünschen sich Frauen manchmal auch, oder?…

      • Christoph Bögli sagt:

        Nunja, grau ist alle Theorie, darum: Welche Wünsche „des Mannes“ meinen Sie genau? Bezieht sich „der Mann“ hier auf alle Männer und impliziert eine homogene männliche Sexualität? Und: Wenn Männer angeblich so gut darin sind, ihre sexuellen Bedürfnisse durchzusetzen und Frauen aufzuzwingen, wieso liest man u.a. auch hier Unzufriedenheit über die Paarsexualität insbesondere von männlicher Seite?

        Im übrigen hört sich das Ganze wenn schon eher nach Thesen aus vergangenen Alice-Schwarzer-Zeiten an, die letztlich die Frauen zum willfährigen, schwachen Opfer degradieren. Ich erlebe die jüngeren Generationen aber durchaus anders, sprich Frauen, die im Schnitt recht genau wissen, was sie wollen. Und zwar oft deutlich besser als die Männer..

      • Reincarnation of XY sagt:

        WS – bekanntlich sind wir ja alle verschieden.
        Woher wissen denn unbefriedigte Frauen (Männer) worauf sie stehen?
        Dazu müsste man ja echte positive Erfahrungen haben. Das wird aber derjenige kaum haben, der sich einbildet ihn mache etwas heiss, das ihn gar nicht heiss macht.
        Jedenfalls, Freundinnen meiner Frau melden meistens eine Sache: sie hätten es gerne etwas „schmutziger“, was sich offenbar ihre weichgespülten Partner nicht trauen. (Sie natürlich trauen sich auch nicht, diese dazu herauszufordern.
        Das entspricht mMn so überhaupt nicht der gängigen Theorie, welche sie hier einmal mehr verbreiten.

      • Widerspenstige sagt:

        Adina, die Emanzipation hat in der Schweiz sehr spät angefangen wegen dem verspäteten Frauenstimmrecht ab 1971 und im Appenzell sogar erst seit 1989 – zwangsverordnet aus Bern notabene. Das ist ein Prozess, der für die einen viel zu früh kam und für die anderen viel zu spät. Das Umdenken braucht Generationen und deshalb werden immer noch Muster übernommen vom Umfeld, von Filmen/Literatur etc. Frau neigt ja dazu, sich möglichst harmoniesüchtig zu verhalten, in der Anfangsphase einer Beziehung sowieso, und später mit Kindern bleibt ihr fast nichts anderes mehr übrig, denn wer das Familieneinkommen berappt, hat meistens auch zwischen den Laken die bessere Ausgangsposition. Deshalb ist es so wichtig, dass Frauen unabhängig bleiben in jeglichem Bereich, dann werden sie aktiver auch im Bett.

      • Widerspenstige sagt:

        Christoph B:’Nunja, grau ist alle Theorie, darum: Welche Wünsche „des Mannes“ meinen Sie genau?‘

        Es gibt kaum eine Frau, die sich freiwillig ins Gesicht ejakulieren lassen will oder ihre Brüste dafür als geeignet ansieht. Auch verspürt sie kaum Lust auf Oralsex mit Ejakulation und anschliessendem Schlucken. Solches und ähnliches wird bis zum Exzess in Pornos aber gezeigt und der Eindruck erweckt, dass sämtliche Frauen darauf stehen und erst dadurch geil werden.

        Das ist absoluter Schwachsinn und nein, ich bin keine Emmaleserin und bin mit vielen Statements von Alice Schwarzer nicht einverstanden. Gerade jüngere Generationen melden sich diesbezüglich zu Wort – auch hier im MB ein Studentenpaar – welches Mühe hat mit dem pornosierten Getue bis zur Wundscheuerung der Frau, ok?

      • Widerspenstige sagt:

        Reincarnation:’Woher wissen denn unbefriedigte Frauen (Männer) worauf sie stehen?‘
        Sie fühlen sich überrollt und passen sich vorerst an, um ja konform sich als Liebhaberin zu verhalten. Sie lassen sich so einiges gefallen, weil der Liebste es von ihr so haben will. Dann spürt sie immer mehr, dass sie es nicht geniessen kann wie erhofft und funktioniert eine Weile völlig ohne wirklich Lust dabei zu empfinden. Das Spiel geht so lange, bis sie sich bewusst wird, dass sie nur eine Rolle spielt, in der sie eigentlich wenig davon hat. Dann wagt sie aber kaum mehr, ihm das genau so zu sagen. Sie verstummt und eines Tages verweigert sie sich einfach, findet Ausreden und/oder leitet die Trennung ein. Eine Scheidungsrate von knapp 50% sprechen eine deutliche Sprache.

      • Alpöhi sagt:

        WS: Das ist dann das Migräne-Syndrom, nicht wahr.

        Ich denke es verhält sich tatsächlich so; zustimm.
        Ist der Umkehrschluss zulässig? Eine Frau, die zu Hause eine „befriedigende“ Sexualität erlebt, wird sich kaum je verweigern (medizinische und sonstige Unpässöichkeiten natürlich vorbehalten) oder gar sich trennen wollen? Wozu auch – sie hat ja alles?

        Dann wäre doch die Lösung wiederum: Reden, reden, reden. Dem Partner die Wahrheit zumuten: Ich krieg’s nicht auf dem Weg wie wir es heute machen. Der Wahrheit in die Augen schauen, den Stier bei den Hörnern packen und gemeinsam neue kreative Wege ausprobieren.

      • Marcel Zufferey sagt:

        „Es gibt kaum eine Frau, die sich freiwillig ins Gesicht ejakulieren lassen will oder ihre Brüste dafür als geeignet ansieht. Auch verspürt sie kaum Lust auf Oralsex mit Ejakulation und anschliessendem Schlucken.“

        Können Sie diese Ausführungen stichhaltig belegen, Widerspenstige

      • Adina sagt:

        WS: „wer das Familieneinkommen berappt, hat meistens auch zwischen den Laken die bessere Ausgangsposition“ – So ein Unsinn!!!
        In einer Hinsicht gebe ich Dir absolut recht: wenn eine Beziehung vom Anfang an auf Augenhöhe ist, und auch sonst ein gutes Fundament hat, dann bleibt es auch später auf Augenhöhe, trotz Anderungen der Lebenslage oder unerwünschten äusseren Einflüssen.
        Idealerweise erkennt ein Mann dass er ohne die Unterstützung seiner Ehefrau definitiv nicht allzu weit kommt. Also muss er seine Frau respektieren.
        Und kluge Männer tun das schon, auch zwischen den Laken.

      • Reincarnation of XY sagt:

        WS – ja, dann wissen sie worauf sie nicht stehen, nicht aber worauf sie stehen. Wie ich sagte.
        Aber ich stimme überein: diese Art Sex ist erbärmlich.

        Aber nun kommen ich zu dem Punkt, an dem ihre Rhetorik scheitert und nur weiter einen destruktiven Kreislauf am Leben erhält. Sie unterstellen, dass ins Gesicht wi..sen „männliche Sexualität“ sei. Ich sage, dass ist „Wi..ser-Sexualität“.
        Wären sie ein Mann, und würden bisweilen mastur bieren, würden sie merken, dass der passendste Film dazu (wenigstens für den Höhepunkt), eben genau so ein Facial ist. Sie wi..sen, synchron zu dem im Porno. Aber anstatt auf die Klobrille oder Haushaltspapier, in ein schmachtendes Frauengesicht. Wenn man sich anderes anschaut, ist der Unterschied zwischen Realität und Fiktion zu gross. …

      • Reincarnation of XY sagt:

        WS 2
        … das Problem ist nun, dass viele Männer (viele Frauen) keine Ahnung haben, was echter Sex ist. Sie kennen nur irgendwelche Wix-Phantasien und versuchen nun diese auszuleben und sie treffen auf Frauen, die gleich unwissend sind.
        Es geht nicht um Männer gegen Frauen, sondern es würde darum gehen, dass wir begreifen, dass ein Paar einen eigenen Weg finden muss, um die höchsten Höhepunkte zu erreichen. Aber das Bewusstsein dafür ist kaum vorhanden.
        Manchmal kommt es mir vor, dass viele nie über das Stadium „mastur bieren mit Partner“ hinaus gekommen wäre. Man begreift nicht, dass der Sinn der Sache wäre, gemeinsam ein ganz eigenen Weg zu beschreiten, der beide gleichermassen begeistert.
        Das zentriert sein auf Vorlieben hingegen, trägt Auto-Sexuelle Züge.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Ich finde es immer problematisch, wenn eine (politisch aktive) Gruppe der Gesellschaft ihre Vorstellungen von ‚guter Sexualität‘ per Gesetz auf zu diktieren versucht, wie das beispielsweise kürzlich in Grossbritannien im Porno- und Netzbereich geschehen ist:

        http://www.independent.co.uk/news/uk/a-long-list-of-sex-acts-just-got-banned-in-uk-porn-9897174.html

        Selbstverständlich gibt es Grenzen- aber die werden im Sexualstrafrecht (und im Strafgesetzbuch) bereits ausreichend definiert. Die Proteste gegen erw. Verbote liessen übrigens nicht lange auf sich warten:

        http://www.20min.ch/panorama/news/story/18295598

      • Sportpapi sagt:

        WS: Du verlangst, dass Männer sich um die Bedürfnisse ihrer Frauen kümmen, und tun, was diese schön finden. Auf der anderen Seite findest du es offenbar abwegig, dass eine Frau mal einen Wunsch ihres Mannes erfüllt.
        Die meisten Männer, die ich kenne – und das ist doch auch das Thema hier – versuchen doch gerade, es den Frauen recht zu machen. Und sie scheitern meiner Meinung nach unter anderem daran, dass die Frauen nach wie vor zu wenig formulieren, was sie möchten, geschweige denn aktiv werden. Und die meisten Männer freuen sich daran, wenn sie ihre Frauen befriedigen können. Da ist es doch nicht falsch, wenn das gegenseitig läuft. Er erfüllt ihre Wünsche, sie seine.

      • Sportpapi sagt:

        „Es gibt kaum eine Frau, die sich freiwillig ins Gesicht ejakulieren lassen will oder ihre Brüste dafür als geeignet ansieht. Auch verspürt sie kaum Lust auf Oralsex mit Ejakulation und anschliessendem Schlucken.“
        Ah ja? Aber Oralsex bei der Frau ist dann doch wieder sehr erwünscht?

    • Zufferey Marcel sagt:

      Hm, da kommt mir ein uralter Artikel von Beatrice Schlag (Achtung: Weltwoche!) in den Sinn:

      „In der Sexualität tat sich die Goldgrube der weiblichen Emanzipation auf. Die Frauen verbargen ihre Unbefriedigtheit zunehmend weniger und lernten: Indem man seine sexuelle Leistung anzweifelt, kann man den Mann abholen. Und wie man ihn abholen kann. Ein enttäuschter Blick nach dem Erreichen des Gipfels, wo er allein einen Wimpel steckte, und man brach sein Kreuz. Nicht nur im Bett. Einmal angeknackst, schien er eine einzige Knickfläche zu werden.“

      Ach ja, hier noch der Link: http://www.weltwoche.ch/ausgaben/2005_2/artikel/kein-salz-auf-unserer-haut-die-weltwoche-ausgabe-22005.html

      • Reincarnation of XY sagt:

        Bögli 10:46 – danke, sie bringen es genau auf den Punkt.
        @Maus – welche Studien meinen sie. Wurde die weltweit erhoben, oder beziehen sie sich auf die Schweiz? – In der Schweiz ist es doch eher wie Bögli sagt.
        Dann bezüglich „erlenen von Vorlieben“. Ich habe doch auch Vorlieben entwickelt von denen ich gar nichts gewusst hätte, wenn sie sich nicht durch eine Partnerschaft entwickelt hätten.
        Die Idee, dass ein Mensch mit einer unabänderlichen Vorliebe auf die Welt kommt und dann nichts anderes will, halte ich ich für kompletten Schwachsinn.
        Oftmals wissen wir selbst nicht, was genau uns total antörnt, bis wir es erleben. Und ich glaube, das ist nie ganz abgeschlossen, solange wir offen bleiben. Zuerst muss man mal abgehen wie eine Rakete, bevor man es weiss.

      • Christoph Bögli sagt:

        @RoXY: Das ist auch ein guter Punkt. Sexualität ist ja sehr individuell, komplex und wird immer von der eigenen Sozialisation und Erlebnissen geprägt. So zu tun als gäbe es eine ursprüngliche, „reine“ Sexualität, die dann leider von bösen äusseren (männlichen) Einflüssen pervertiert wird, wirkt auch deshalb eher seltsam. Ebenso ist es bedenklich und ironischerweise völlig unemanzipiert, wenn gerade Frauen immer wieder unterstellt wird, sie wären unmündig und manipuliert nur weil sie eine Sexualität wollen und mögen, die nicht einem Zerrbild der „richtigen“ weiblichen Sexualität entspricht. Dabei zählt doch eigentlich nur, dass man selber zufrieden ist mit seinem Sexualleben und dieses möglichst kompatibel ist mit jenem des Partners.

    • Jennifer sagt:

      Das ist echt komisch:

      Männer sagen: frauenzentriert
      Frauen sagen: männerzentriert

      • tom dobranovic sagt:

        My words. Dabei würde uns eine gesunde Portion Egoismus grade im Bett (oder meinetwegen auf dem Küchentisch…) sehr gut tun: wenn man nämlich wirklich Spass dran hat, ist die Chance, dass man den Partner damit ansteckt, relativ gross. Amen!

      • Alpöhi sagt:

        Ja eben, darum sage ich: Entspannt euch, lasst euch gehen. Wenn Sexualität ein Krampf ist, wird das nie was.

        Und nehmt euch selbst nicht so wichtig.

      • fabian sagt:

        Alpöhi, natürlich ist Sexualität heute ein Geschlechterkampf. Es geht um Deutungshoheiten, Vormacht und Meinungsführerschaft. In den Medien und in der öffentlichen Wahrnehmung. Auch in diesem BIog, seit Jahren.

        Privat ist interessanterweise alles ganz anders. Da ehelicht die Feministin den Macho-Kubaner, und die emanzipierte Mami fordert vom ausserehelichen Liebhaber Schläge und Erniedrigungen. Und in Zug kann die Grüne mit dem SVPler…

    • Bettina Fries sagt:

      Also ich weiss nicht, in Sexfilmen, in der Werbung und basierend auf der Anzahl Sextipps in Frauenmagazinen im Vergleich zu Männermagazinen erkenne ich keine frauenzentrierte Sexualität. Und – wenn Frauen sich nicht verbiegen täten, wieso werden dann bitte Orgasmen vorgespielt? Da hat ja niemand was davon.

      • Reincarnation of XY sagt:

        ich wollte nie etwas mit einer Frau zu tun haben, die einen Orgasmus vorspielt
        dazu braucht es nicht nur do ofe Frauen, sondern eben auch do ofe Männer

        im übrigen: lesen sie doch mal Mans Health, dort geht es dann eben darum, was man tun kann, das Frauen gefällt… ist irgendwie logisch, oder ?

      • Sportpapi sagt:

        Weshalb sollten Orgasmen vorgespielt werden, wenn sich die Männer nicht um das Wohl ihrer Partnerinnnen sorgen würden? Aber ja, ich halte das auch nicht für eine tolle Verhaltensweise. Mutiger und ehrlicher wäre es, seine Bedürfnisse zu äussern. Aber eben, das braucht halt etwas mehr.

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