Und welcher Badi-Muttertyp sind Sie?

Glace verteilen, schwimmen, Kühlboxen tragen oder Eincremen: Das bunte Badi-Treiben der Mütter. (iStock)

Glace verteilen, Kühlboxen tragen oder Eincremen: Das bunte Badi-Treiben der Mütter. (iStock)

Bei uns haben die Sommerferien bereits begonnen. Die Baditasche steht gepackt an der Garderobe. Bald fahren wir mit dem Velo durch ein Wäldchen und dann ein paar Hundert Meter über Land: Schwups, sind wir in der besten Agglobadi von Bern. Dort gibt es ein Schwimmbecken mit Rutschbahn, einen Sandkasten, einen Fussballplatz, Pommes frites, Chicken Nuggets und Glace. Und gefühlt tausend Kinder. Und natürlich auch viele verschiedene Mamas.

In jeder Badi gibt es mindestens so viele Muttertypen wie Glacesorten. Zum Beispiel:

Die Kleinkindmutter
Dieses Mami steht den halben Vormittag im knietiefen, bisiwarmen Planschbecken. Im Tragetuch ein Baby, in Griffweite einen Zweijährigen. Am Nachmittag sitzt sie im schattigen Sandkasten und schlichtet Streit unter überzuckerten Kleinkindern, die keinen Mittagsschlaf gemacht haben.

Typischer Satz: «Das Mami will, dass du das Meiteli zuerst fragst, bevor du ihm mit dem Giesskännli Wasser über das Köpfli leerst, gäll, Julian.»

Die Schwimmlehrerin
Diese resolute Mutter im sportlichen Speedo-Badeanzug kommt nicht zum Plausch in die Badi, nein, sie hat eine Mission: Ihr Kind soll schwimmen lernen. In der Hand eine Stoppuhr, konsultiert sie regelmässig das feuchte Blatt am Beckenrand, auf dem die verlangten Übungen illustriert sind. Derweil schielt ihre Tochter, ein blaulippiges Mädchen mit Badekappe, neidisch zur Rutschbahn.

Typischer Satz: «Doch, Vivienne, das üben wir jetzt grad noch mal – sonst gibt es dann keine Rakete.»

Die Cateringverantwortliche
Diese fürsorgliche Mama war heute die erste Badibesucherin und hat umgehend mindestens drei Kühlboxen unter einem Baum deponiert. Sie serviert ihrer grossen Sippe ein Sechsgangmenü auf bunten Plastiktellern und verköstigt auch gleich die Fremdkinder auf den umliegenden Badetüchern. Und sie wird nicht ruhen, bis die Kühlboxen leer sind.

Typischer Satz: «Nach dem Essen darfst du eine Stunde nichts ins Wasser.»

Die Sonnenschutzaktivistin
Bewaffnet mit einem Sonnenspray mit Schutzfaktor 50 plus schleicht diese bleiche Mutter ihren Kindern wie ein Schatten nach. Viel zu sprayen gibt es allerdings nicht, denn die Kinder tragen UV-Shirts, Shorts, breitkrempige Südwester und Sonnenbrillen. Die Sonnenschutzaktivistin trifft man immer unter dem grössten Baum – neben den Kühlboxen – und niemals zwischen 11 und 15 Uhr.

Typischer Satz: «Lars, geh sofort unter das Sonnensegel!»

Die Geniesserin
Liegt am liebsten im pinkfarbenen Bikini an der prallen Sonne. Oder sitzt in der Badibeiz, trinkt mit Freundinnen Eiskaffee und raucht dazu Marlboro Silber. Ihr Kind sitzt unter einem fremden Tisch und stopft sich runtergefallene Pommes frites in den Mund. Oder es erkundet die Badi grad auf eigenes Fäustchen – der Bademeister schaut dann schon.

Typischer Satz: «Ou, wo ist eigentlich die Emmy-Lou?»

Die Apothekerin
Diese hilfsbereite Mutter ist auf alles vorbereitet: In ihrem überdimensionalen Necessaire hat es nicht nur Sonnencreme und Mückenspray, sondern auch bunte Pflaster in allen Grössen. Wenn sich ihr eigenes Kind nicht am Beckenrand das Knie aufschürft, verarztet sie andere kleine Badibesucher und verteilt für jeden Kratzer ein Hämpfeli Arnikakügeli.

Typischer Satz: «Oje, ein Bienenstich! Ich hole rasch unsere Unterdruck-Minipumpe, um das Gift abzusaugen.»

Die Kinderlose
Auf den ersten Blick ist diese Mutter gar nicht als solche erkennbar. Ihre präpubertäre Brut liegt nämlich mit angemessenem Abstand und einigen kichernden Kolleginnen in der Teenie-Ecke. Die scheinbar Kinderlose liest in Ruhe ein Buch oder blättert in einem Magazin. Das Kind kommt nur vorbei, wenn es Geld für einen Hotdog möchte oder der Handyakku leer ist.

Typischer Satz: «Was meinst du genau mit voll peinlich?»

Welche Badimuttertypen kennen Sie sonst noch?