Schafft die Hausaufgaben ab!

Unnütz und ungerecht: Auf der Unterstufe machen Hausaufgaben keinen Sinn – für Kinder und Eltern. Foto: iStock

Unnütz und ungerecht: Auf der Unterstufe machen Hausaufgaben keinen Sinn – für Kinder und Eltern. Foto: iStock

In vielen Familien gibt es ein Reizwort, das bei Kindern und Eltern gleichermassen starke Gefühle auslöst. Wenn man es sagt, sehen viele sofort rot, einige schon lange schwarz. Das Wort heisst: Husi – oder Ufzgi, wenn Sie nicht in Bern wohnen. Ob Ufzgi oder Husi – die Reaktion auf das Wort dürfte schweizweit ähnlich ausfallen. Hausaufgaben nerven!

Mich jedenfalls. Für meinen Sohn sind Hausaufgaben ein notwendiges Übel, vergleichbar mit seinen Ämtli: Tisch decken und Kompost rausbringen. Mit den Rechnungen ist das schlaue Bürschchen meist in zehn Minuten fertig. Das Schönschreiben dagegen dauert oft dreimal so lange. Da sitzt er also jeden Dienstag mit zusammengepressten Lippen am Küchentisch und schreibt zum Beispiel:
G G G G G G G G G G G G G G G G G G G G G G G G G G
Und dann:
g g g g g g g g g g g g g g g g g g g g g g g g g g g g g g g g g
Und dann:
G g G g G g G g G g G g G g G g G g G g G g G g G g G g G

Manchmal wird er davon verständlicherweise etwas gaga: Er wirft den Bleistift quer über den Tisch, legt den Kopf aufs Heft und seufzt. Und ich dann auch. Dabei bin ich, wenn ich mich so umhöre, mit meinem pflichtbewussten Buben noch glimpflich davongekommen. Mitmütter erzählen mir von täglichen Streitereien, die mit der Frage «Hast du die Husi schon gemacht?» beginnen. Ich höre von erstklassigen Zweitklässlermüttern, die stundenlang mit ihren Kindern über Rechendreiecken brüten. Oder von Vätern, die um 21.58 Uhr entnervt die Verben selber blau anmalen.

Ich finde Hausaufgaben total unangebracht, zumindest auf der Unterstufe. Und zwar aus mehreren Gründen:
Hausaufgaben sind ein Eingriff in die Freizeit der Kinder. Ein Zweitklässler sitzt etwa 22 Schulstunden pro Woche an seinem Pültchen. Für so ein sieben- oder achtjähriges Kind ist das ein 100-Prozent-Job. Nach der Schule sollen Kinder in diesem Alter meiner Meinung nach spielen, spielen und noch mehr spielen. Oder sich langweilen. Aber bestimmt nicht noch mehr arbeiten. Oder wie fänden Sie es, wenn Sie von Montag bis Donnerstag nach Feierabend zu Hause noch eine Stunde etwas für die Chefin erledigen müssten?

Aber egal, könnte man jetzt sagen: Es ist vielleicht für die Kinder nicht angenehm, aber Hausaufgaben bringen etwas. Ist das so? Nein, Hausaufgaben nützen nichts. Eine nicht gerade neue Untersuchung aus der Schweiz hat gezeigt, dass Kinder ohne Hausaufgaben auf dem gleichen Entwicklungsstand waren wie Kinder mit Hausaufgaben. Der Lernprozess wird durch Hausaufgaben nicht beschleunigt.

Was aber sehr wohl etwas bringt: Eltern, die mit ihren Kindern stundenlang an den Ufzgi sitzen. Und das wohlgemerkt trotz der Weisung der Lehrperson, dass die Hausaufgaben selbstständig erledigt werden sollen. Schulstoff nicht kapiert? Aufgabe nicht verstanden? Knopf im Kopf? Mama gibt Nachhilfe! Klar sind Kinder mit solchen Eltern im Vorteil. Also sind Hausaufgaben ungerecht.

Und überhaupt: Hausaufgaben gehören in den Verantwortungsbereich der Schule. Es ist nicht die Aufgabe der Eltern, für die Schule als externe Hilfslehrer zu arbeiten. Und viele berufstätige Eltern haben schlicht keine Zeit, nach Feierabend mit ihren Kindern noch Adjektive oder Subtrahenden zu suchen.

Auf der Oberstufe und vielleicht sogar auf der Mittelstufe machen Hausaufgaben Sinn. Aber auf der Primarstufe bin ich für Aufgaben, die von den Kindern selbstständig erledigt werden – und zwar direkt in der Schule. Keine Regel ohne Ausnahme: Wenige, sinnvolle Aufgaben wie «dem Haustier vorlesen» oder «Blätter von drei verschiedenen Bäumen sammeln» könnten zu Hause erledigt werden. Davon wird man auch nicht gaga.

253 Kommentare zu «Schafft die Hausaufgaben ab!»

  • lucernfox sagt:

    Ach ja, und was machen die Kinder dann in der Zeit, wenn sie keine Hausaufgaben machen müssen? Am Compi sitzen, gamen, simsen usw. Sicher nicht draussen spielen!

  • Christian sagt:

    90% der Lehrpersonen an der Unterstufe sind Frauen, mehr als die Hälfte davon sind Mütter und schaffen Teilzeit. Das Wort Lehrer, männlich, ist also fraglich. Was sind das denn für „schlechte Mütter“ die Schüler mit Hausaufgaben plagen? Alle wissen, wie die Schule besser sein soll, alle sind hochkritische Bildungsexperte. Kinder haben ist eine grosse Verantwortung und Aufgabe, die zu viele Eltern überhaupt nicht oder wenig wahrnehmen. Kinder verwöhnen ist keine Erziehung. Primarschüler machen Sport, Ballet, gehen reiten, lernen ein Musikinstrument, besuchen Sprachkursen, überall müssen sie üben, üben und trainieren. 30 mal die gleiche Buchstabe üben ist nicht stumpfsinniger als 30 mal die Geige quitschen lassen, und es nützt! Thomas Mann und Menuhin haben keinen Schaden davon bekommen.

  • Orlando Lopez sagt:

    Es gibt auch einen positiven Aspekt der Hausaufgaben (HA). Die Kinder lernen sich in ihrer Freizeit, während einer kurzen Dauer, auf eine möglicherweise unliebsame Arbeit zu konzentrieren. Dabei lernen sie kaum viel Neues, sie praktizieren gelerntes, deswegen bildet wohl auch keine Studie diesen positiven Effekt ab. Die Kinder lernen aber beim erledigen der HA ihren Impuls, einer beliebteren Tätigkeit nachzugehen, zu kontrollieren. Dazu gibt es übrigens auch Studien, die nachweisen, dass genau diese Impulskontrolle für den Schulerfolg enorm wichtig ist. Auch die Fahigkeit sich selbst für die HA zu motivieren, kann in diesem „Trainingsbereich HA“ geübt werden. Ich würde mich lieber auf das eigene Denken und den Dialog mit der Lehrperson verlassen, anstatt auf Emotionen & Studien.

  • Sarah sagt:

    Ich möchte einfach DANKE sagen für einen Bericht, der mir aus dem Herzen spricht! Ich bin Kindergärtnerin, habe selber noch keine Kinder aber finde Hausaufgaben schrecklich. Lasst die Kinder spielen in der Freizeit, im Spiel lernen sie 100x mehr und intensiver!

  • Jerome Salinger sagt:

    Fortsetzung:
    Die belasteten Eltern sind dann noch eine weitere Belastung für das Kind.

    Meine persönliche Erfahrung mit unseren drei Söhnen, der jüngste ist jetzt in der dritten Primarschule:
    Demonstrativ haben wir uns nie sonderlich für die Hausaufgaben unserer Kinder interessiert. Das ist ein Thema zwischen Lehrperson und Schüler. Natürlich waren wir präsent, wenn unser Kind mit eine Fragenstellung auf uns zu kam. Hausaufgaben haben bei unseren Kindern noch nie zu übertriebenem Stress geführt.

  • Tanja sagt:

    Danke Frau Meier! Bin ganz Ihrer Meinung!

  • Jerome Salinger sagt:

    Eine These von mir, warum die Hausaufgaben der Kinder für die Eltern oft zu einer emotionalen Belastung führt, ist, dass die Eltern meinen, Verantwortung für deren Erledigung übernehmen zu müssen.
    Das führt von mir aus zu einem unnötigen Teufelskreis:
    Die Kinder haben dadurch noch weniger die Möglichkeit, ein Gefühl zu entwickeln, warum und für wen sie die Hausaufgaben machen (für sich), denn nebst der Erwartung der Lehrperson sind sie auch noch der Erwartung der Eltern ausgesetzt. Diese Erwartungen sind ein Hinderungsfaktor, dass sich das Kind in Eigenverantwortung üben kann. Somit werden Hausaufgaben früher oder später mühsam. Und je mehr negative Gefühle damit verbunden werden, desto mühsamer. Somit auch immer belastender für die Eltern, die meinen, sie müssen Verantwortung tragen.

  • Isso sagt:

    Ach, wie schön, wenn man wieder einmal gegen die Schule wettern kann.
    Ihnen ist aber schon klar, dass der Kanton Schwyz Hausaufgaben abgeschafft hatte und auf Druck der Eltern wieder einführen musste!

  • Tarib sagt:

    Genau, alles was den kleinen Prinzen ein wenig stinkt, soll abgeschafft werden. Die Alten organisieren Ihnen eh alles. So lernen sie dann richtig „beissen“.

    • ABCDEFG sagt:

      So viel Erbsen, wie man derzeit für die vielen Prinzen und Prinzesschen und deren Eltern verteilen müsste, gibt es leider gar nicht.

      Und nein, ich kenne viele Schüler, die gerne Hausaufgaben machen. Die sich freuen, wenn sie nach einiger Anstrengung etwas erreicht haben, etwas können, etwas verstanden haben. Gerade in der Unterstufe, aber nicht nur dort. Vielleicht nicht bei 30° im Schatten, aber über das Jahr verteilt dann doch normalerweise.

      Allerdings sind Hausaufgaben nicht ein Familienbeschäftigungsprogramm. Wenn die ganze Familie Hausis macht, läuft garantiert was falsch, und zwar nicht automatisch in der Schule.

  • maia sagt:

    Wenn die Hausaufgaben abgeschafft würden – was passiert dann eigentlich mit all denjenigen Kindern die gerne Hausaufgaben machen? Die gibt es nämlich auch!

    • adam lechner sagt:

      also ich kenne keines..
      aber wenn ihre Tochter gerne einhundert mal den Buchstaben A schreibt, kann sie das sehr gerne tun. Ich denke das müssen wir nicht verbieten!

      • maia sagt:

        -Nur weil sie keines kennen, heisst das noch lange nicht, dass es sie nicht gibt.
        – Ich habe keine Tochter.
        – Aufgaben bestehen nicht nur aus huntertmal A schreiben.

    • Tanja sagt:

      Es geht ja nicht um ein Verbot, Hausaufgaben zu machen. Wer will, darf. Es geht um das „Müssen“.

  • Gisela sagt:

    Die Schuelerinnen und Schueler der Primarschule in unserem Dorf bei Kapstadt/Suedafrika sind so erfolgreich wie noch nie seit ihre Hausaufgaben gestrichen wurden. Hier der spannende Artikel dazu: http://www.timeslive.co.za/sundaytimes/stnews/2015/11/22/Top-marks-for-school-that-scrapped-homework

  • van der Waerden, Oliver sagt:

    Einer der ersten, der das bemerkt hat, war Rudolf Steiner. Er war sehr konsequent gegen Hausaufgaben, umso wichtiger war ihm ein „ökonomischer“ (=effizienter) Unterricht.
    Würden die Steinerschulen diese beiden Ratschläge energischer verfolgen, wären sie die besten Schulen der Welt.

    • Markus sagt:

      Mmh, bei uns in der Steinerschule gab es immer Hausaufgaben. Zu bedenken ist auch immer, dass Rudolf Steiner seine Schule für Arbeiterkinder zu Beginn des 20. Jh. realisierte, möglicherweise waren Hausaufgaben da wirklich eine schlechte Idee. In den letzten 100 Jahren könnte sich das aber verändert haben.
      Ein weiteres Merkmal von Steinerschulen: Es wird inklusive der oberen Klassen nicht nach Leistung getrennt. Gerade unter diese Umstand erachte ich die Hausaufgaben als sehr wichtig. Den schwächeren Schülern erlaubt es, den Stoff in Ruhe zu vertiefen. Den besseren gibt es die Möglichkeit, auch zusätzlich etwas zu lernen (was man dann zB für die Matur braucht).

  • Anton Keller sagt:

    Hausaufgaben brauchen die Kinder nicht mehr. Papa bezahlt ja das Lernstudio.

  • Widerspenstige sagt:

    Hier ein Auszug aus einer Studie der Uni Zürich über ‚Vielfalt Volksschule‘ Seite 111:
    Angesichts des in den PISA-Studien aufgezeigten Zusammenhanges zwischen sozialer Herkunft und dem Kompetenzerwerb wurden Fragen zur erfolgreichen schulischen Integration auf internationaler Ebene gestellt. Länder, deren Schülerinnen und Schüler in Leistungsvergleichsstudien sehr gut abgeschnitten
    haben, verfügen über integrative Schulsysteme.

    Das ist deshalb erwähnenswert, weil auch heute hier wieder die Vielfalt der diversen Migrationshintergründe als negativ taxiert werden sprich finanzielle Belastung bzw. höherer Lehraufwand etc. statt als positives Element zur besseren Integration/Verständigung in Ländern mit ca. 20% Migrationshintergrund der Bevölkerung.

    • Sportpapi sagt:

      In der gleichen Studie, allerdings nicht im Theorie- sondern Resultateteil (ab ca S 352) die vernichtende Erkenntnis: „Zusammenfassend zeigt sich, dass die befragten Lehrpersonen die integrative Schulform
      grundsätzlich befürworten und die Umsetzung
      unter optimalen Voraussetzungen als machbar beurteilen. Unter den gegebenen Voraussetzungen ist die integrative Schulform für knapp die Hälfte
      der Lehrpersonen aber nicht realisierbar. Die integrative Schulform wird als grosse Herausforderung und als zusätzliche Belastung wahrgenommen.“

    • Widerspenstige sagt:

      Sportpapi:‘..Unter den gegebenen Voraussetzungen ist die integrative Schulform für knapp die Hälfte
      der Lehrpersonen aber nicht realisierbar…‘

      Frage: Welches sind die ‚gegebenen Voraussetzungen‘ nach Deiner Kenntnis?

      • Sportpapi sagt:

        Die aktuelle Schulform: Auftrag, Heterogenität der Schüler inklusive grosser Fremdsprachenanteil, Klassengrösse, Lektionenpensen, Ausbildung, Entlastung/Unterstützung durch Fachpersonen, usw. Also eine Frage der Ressourcen. Denn wie es im Bericht auch heisst: Die ganze Schule muss neu organisiert, der Unterricht völlig neu konzipiert werden: Sehr viel mehr Teamarbeit, klassen- und jahrgangsübergreifend. Was dann eigentlich heisst, dass man zur Integration bisheriger Sonderschüler die bestehenden Gefässe wie einigermassen homogene Klassen opfert. So dass dann alle gleich schlecht dran sind.
        Aktuell haben wir uns mit Integration/Inklusion vielfach sehr viele Probleme, aber wenig Nutzen eingehandelt.

  • Katharina B. sagt:

    Frau Meier, Sie haben einmal mehr recht.
    Erstaunlicherweise haben Länder ohne Hausaufgaben (bspw. Finnalnd) regelmässig die besten Pisa-Resultate. Das sollte doch zu denken geben.

    • Anton Keller sagt:

      Na klar. Die haben dann mehr Zeit für das Lernstudio.

    • Peter A. sagt:

      Allerdings weist Finnland auch eine überdurchschnittliche Jugendarbeitslosigkeit von 22% (April 2016) aus, weil das Schulsystem eventuell nicht die Kompetenzen vermittelt, die von Betrieben benötigt werden.

  • Steffi Lauterbach sagt:

    Es ist Zeit für Subversion. Wenn Eltern und Kinder Opfer sind und Nachhilfe ihnen die Lebenszeit versaut, dann auch bitte mit einer deutlichen Kritik am Hauptlehrer, dessen Unterricht ja offenkundig sub onmi canone ist. Das bedeutet: Blatt raus, Name + Datum drauf, Anfangs- + Enduhrzeiten, fachgerechte Evaluation Lehrplan-Durchgenommenes-Hausaufgaben-Gelerntes. So entsteht eine Doku des Versagens durch den Lehrkörper, das das Kind mit seinem Unverständnis allein gelassen und nach Hause abgeschoben hat. Daraus hopp eine Doku ins Netz, und nach einem Schuljahr und einer Klasse kann sich die betreffrende Lehrperson nach einem anderen Job umsehen und die Schule nach besserer PR. Zu oft bleiben sogar Eltern Opfer von Lehrern. Zeit, sich seines eigenen Verstandes zu bedienen.

    • Alpöhi sagt:

      Das ist mir zu kompliziert (und zu anstrengend).
      Eigentlich ist es ganz einfach (nicht wahr, Tina):

      Wenn die ganze Klasse schlecht ist, hat der Lehrer versagt und ein Anrecht darauf, das zu erfahren.

      Wenn nur mein Kind schlecht ist, ist meine erste Aufgabe, das zur Kenntnis zu nehmen (statt nicht-wahr-haben-zu-wollen) und meine zweite Aufgabe, zu entscheiden, ob das für mich noch „innerhalb der Bandbreite“ ist oder ob korrektive Massnahmen angezeigt sind.

      • cinquefigli sagt:

        Die Schule soll das Morgenessen bereitstellen, die Kinder erziehen, sie in der Freizeit beschäftigen usw. nur weil die Eltern keine Zeit und keine Linie haben. Üben = Aufgaben gehört zur Schule wie der Sauerstoff fürs Atmen. Im Studium, im Beruf und oft auch im Leben muss mehr als nur 0815 gearbeitet werden. Alles Andere ist ein Traumbild.

  • Hanspeter Amstutz sagt:

    Es kommt sehr auf die Art und Menge der Hausaufgaben an, ob sie zur Belastung für die Kinder oder zur pädagogischen Ergänzung des Lernprozesses werden. Das Einüben neuer Lernschritte gehört vollumfänglich in den Schulbereich und darf nicht nach der Schule stattfinden. Das zu Ende führen von gut verstandenen Lernschritten in Form von Hausaufgaben ist aber durchaus sinnvoll und hilft mit, dass im Unterricht zielstrebig gearbeitet wird.
    Am wertvollsten sind Hausaufgaben, wenn sie von Kindern und Jugendlichen eigentlich gern gelöst werden. Dazu gehören gut lösbare gestalterische Aufgaben und entdeckendes Lernen mit attraktiven Lehrmitteln in den Realien. Da gibt es viele Schüler, die weit mehr machen, als was nötig ist, weil die Aufgaben wirklich attraktiv sind und sogar Spass machen.

    • Sisifee sagt:

      Ich bin weitgehend einverstanden, nur: Was den Kindern Spass macht, ist halt von Fall zu Fall schon sehr verschieden. Einem meiner Söhne gefällt es, ein – meiner Meinung nach trockenes – Rechnungsblatt mit 30 x/:-Rechnungen im Höchsttempo runterzurechnen und danach zu schauen, ob er irgendeine Bestmarke an Zeit oder Fehlern übertroffen hat. Er stöhnt hingegen, wenn er mit Schere und Leim etwas bewerkstelligen oder zeichnen soll.
      Meine Erfahrung ist, dass sie gerne und schnell machen, was sie ohnehin gut können. Wo es Fleiss und Anstrengung braucht, wird es logischerweise harziger.

      • OLT sagt:

        Wobei auch gelernt werden soll, dass man auch mal etwas machen muss, was einem nicht so Spass macht. Fleiss und Anstrengung, Durchbeissen muss auch mal gelernt werden. So hart das auch klingen mag.

      • tina sagt:

        OLT, das machen sie ja während der unerrichtszeit

  • sansan sagt:

    in den Niederlanden haben die meisten Kinder bis 10 jährig keine Hausaufgaben, u.a. um (soziale) Ungleichheiten nicht noch zu fördern.

    https://www.ssb.no/a/publikasjoner/pdf/DP/dp566.pdf

    weiter gehören diese Kinder zu „den glücklichsten der Welt“: http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/10317562/Kids-these-days-A-portrait-of-childhood-around-the-world.html

  • Sisifee sagt:

    Ich finde die Hausaufgaben nicht schlimm, vorausgesetzt, die Lehrer geben nicht zu viel. Meine Buben (2. und 3. Klasse) haben ihre jeweils in 10-30 Minuten erledigt. Oft werden sie so gegeben, dass zwei oder mehr Tage dazwischen liegen, wir also zusammen einteilen können: Vielleicht anfangs Woche etwas mehr leisten, dafür den Mittwochnachmittag ganz frei haben. Ich schätze es, dass sie lernen, Kräfte und Zeit einzuteilen.
    Ausserdem: Voci lernen in der Klasse macht eigentlich keinen Sinn.
    An den Nachmittagen, an denen ich da bin, gibt’s einen fliessenden Übergang vom Zvieri- zum Aufgabentisch. Dabei sprechen wir auch über Ereignisse in der Schule und ich sehe, wo die beiden stehen. Wenn es früh dunkel wird schicke ich sie erst raus zum Spielen, dann kommt die Arbeit später.

  • Heidi K. sagt:

    Unser Kinder machen die Hausaufgaben sehr gerne, weil sie auch sehr gute Schüler sind. Punkt. Es ist nicht in Ordnung, dass das Niveau immer weiter runter sinkt, nur damit die Schwachen auch mitkommen. Man kann ja auch mal was stehen lassen, dass für die starken Schüler gut ist. Sie leiden sowieso schon zunehmends am immer weiter sinkenden Unterrichtslevel. Eigentlich sollte man Spezialklassen einrichten für Schüler, die arbeiten und aus sich was machen wollen. Der Rest kann sich ja dann an einer Schule erfreuen, in der man überhaupt nichts mehr machen muss. Aber dies bitte nicht für die Klugen.

    • Muttis Liebling sagt:

      Gibt es in der Schweiz keine Spezialschulen, z.B. für Mathematik, Musik oder Sprachen? Das ist doch eigentlich ein internationaler Standard.

      • Alpöhi sagt:

        In der Schweiz ist „Mittelmass“ das Mass aller Dinge. Das ist sogar an den Mittelschulen so, wo man die Matura eher besteht, wenn man in allen Fächern mittelmässig ist (Note 4) anstatt in einem Fach exzellent. Da war kürzlich ein Artikel, ich glaube in der NZZ.

        Ich gehe noch einen Schritt weiter und sage: Folge des linken Mythos „Chancengleichheit“ führt zur Nivellierung nach unten – mit anderen Worten: Nach einem Ausbildungszyklus sind alle gleich dumm.

        Unsere Volksschule ist für wirklich Hochbegabte ungeeignet bis schädlich.

    • Susanne Nicolini sagt:

      @ Heidi K: Sie sind ja auch diejenige, die denkt, dass Ihre Kinder wegen ihrem super Belohnungssystem (gute Noten = Geld) so erfolgreich in der Schule sind, oder?
      Da halte ich mal wieder mit meinen eigenen Erfahrungen dagegen – ich habe die Hausaufgaben gehasst. Und sie meistens auch nicht gemacht. Bei mir haben die Lehrer deswegen meist weggeschaut, da ich jeweils eine der Besten in der Klasse war (mit cum laude Abschluss an der Uni, nur um es richtig einzuordnen).

      • Brunhild Steiner sagt:

        🙂

        richtig erkannt, aber HK zieht es vor auf Hinterfragen jeweils nicht eingehen zu wollen sondern zu neuen Ufern aufzubrechen 😉

  • Malin sagt:

    Genau! Hausaufgaben verschärfen bildungsungleichheit. Ob solche schönschriftübaufgaben überhaupt sinnvoll sind, sei zudem dahingestellt. Ich kann mich zudem nicht erinnern, in der primarschule so viele hausaufgaben gehabt zu haben wie die kinder heutzutage. Die ansprüche sind enorm gestiegen und viele kinder stehen unter grossem stress deswegen.

    • Muttis Liebling sagt:

      Bildungsungleichheit ist auch unbedingt anzustreben.

    • Sisifee sagt:

      Doch, Hausaufgaben hatten wir ähnlich (ich glaube, die Lehrer meiner Kinder geben sehr angemessen Hausaufgaben). Was anders war: Wir hatten Mo-Fr weniger dichte Stundenpläne, wohl auch, weil wir am Samstag morgen noch Schule hatten. In der 4. um 7.20 bereits Schule oder nachmittags bis 16.30, das gab es nicht, und es gab auch mehr freie Nachmittage.

  • Alpöhi sagt:

    Zu dem Schönschreib-Frust von N.M.s Kind noch folgendes: Intelligenz und Schönschreibvermögen sind zwei Paar Schuhe, die natürlich nicht zwingend an die gleichen Füsse passen.

    Aber: Kinder mit Schönschreibfrust sind ja eben genau die, die Mühe haben mit schön schreiben. Ich kenne ein Kind, hochintelligent, aber macht seit der ersten Klasse alle Buchstaben „verkehrt herum“ (aufwärts statt abwärts), und die Schrift ist entsprechend grauenhaft zu lesen. Auch heute noch, nach Jahren.

    Daher meine ich, es lohnt sich durchaus, gerade den Kleinen die Sache von Anfang an „richtig“ beizubringen. Ein bisschen Drill (mit Mass!) (auch Disziplin genannt) erleichtert Vieles später im Leben.

    • Muttis Liebling sagt:

      In einem Roman von Jorge Luis Borges gibt es einen Priester, der von sich sagt, er war schon als Kind zu intelligent, um so etwas Profanes wie Schreiben zu lernen.

    • Christoph Bögli sagt:

      Die Frage ist bloss: Ist „Schönschreiben“ wirklich eine relevante Fähigkeit, auf die man besonders wert legen müsste, erst recht in dem Alter? „Schönschreiben“ ist willkürlich-ästhetischer und damit völlig nebensächlicher Aspekt der Sprache und ein Anachronismus oben drauf, es ist darum nicht nachvollziehbar, wieso derart viel Zeit und Energie auf sowas verwendet werden muss. Wenn man so eine Tradition unbedingt pflegen will dann wäre wenn schon der Kunstunterricht der bessere Rahmen dafür..

      • Alpöhi sagt:

        Es geht ja nicht um Kalligrafie, sondern um die Möglichkeit, sich mit anderen schriftlich zu verständigen, nicht wahr. Und für Letzteres ist es unabdingbar, dass der Adressat die Message entziffern kann…

  • Samichlous sagt:

    Mir gefällt die Erklärung von Professor Hans Gängler von der Fakultät Erziehungswissenschaften der TU Dresden. Er erklärt das so:

    „Gute Schüler werden durch Hausaufgaben nicht unbedingt noch besser, und schlechte Schüler begreifen zuhause durch bloßes Wiederholen noch lange nicht, was sie schon am Vormittag nicht richtig verstanden haben.“

    Sein Fazit:
    „Hausaufgaben haben keinerlei Effekt in Hinblick auf die Schulleistung. In den Zensuren schlägt sich die nachmittägliche Quälerei mitnichten nieder. Entscheidend ist nicht die Hausaufgabe, sondern die qualifizierte pädagogische Betreuung.“

    • Sisifee sagt:

      Das kann ich so nicht unterschreiben. Meine Kinder machen die Aufgaben selbständig, können mich aber fragen, wenn sie was nicht verstanden haben. ehr wohl. Regelmässiges Üben von Reihen, Vocis etc. hilft, den Stoff nicht nur ins Kurzzeit-, sondern auch ins Langzeitgedächtnis zu bekommen.
      Einer meiner Söhne war ausserdem anfangs blockiert, wenn er im Klassenverband einen freien Text schreiben musste. Durch Üben zu Hause, mit wenig Druck und in Ruhe konnte er diese Blockade abbauen, heute schreibt er fix und von der Leber weg.

    • Muttis Liebling sagt:

      Das Ärgerliche an solchen Expertenurteilen ist, dass die Experten damit

      1. Ihr Experten- Sein zementieren.
      2. Um originell zu sein, muss die Mehrheitsmeinung angegriffen werden.

      So richtig erfährt man von Experten nichts, ausser dass sie ihre Rolle präferieren.

  • Alpöhi sagt:

    Das Problem an den Hausaufgaben sind die Eltern. Und die Erwartungen, die sie auf die Kinder projizieren.

    Die Unterstufenlehrerin sagte am Elternabend: „10 Minuten pro Tag. Ziel ist nicht das Lösen der Aufgabe, sondern das Einüben des selbständigen Arbeitens.“

    Heisst dann für mich: Wenn die Zeit um ist und das Kind nicht vom Fleck kommt, werden die HA abgebrochen. Auch werde ich NIE die HA lösen für das Kind, weil der Lehrer nicht wissen will ob ICH es kann.

    • tina sagt:

      oh danke für das kompliment. ja, sowas sagten die lehrer bei uns am elternabend auch. wir eltern waren happy. aber in der praxis wurde dann eben doch verlangt, dass die hausaufgaben fertig abgegeben werden, und wenn das kind die aufgabe nicht begriffen hat, dann musste man es ihm ja beibringen. also die eltern. sonst gibts schlechte noten und der schulstoff zieht am kind vorbei…
      wie ich es hasse, wenn die leute über eltern runterziehen

      • Alpöhi sagt:

        Es hilft dem Kind und der Lehrperson überhaupt nichts, wenn Sie dem Kind die „richtige Lösung“ vorkauen. Wie soll denn die Lehrkraft wissen, dass das Lernziel noch nicht erfüllt ist, wenn die Eltern ständig gut gemeint, aber schlecht gemacht dreinfunken?

        Und wenn ein Kind den Schulstoff andauernd (also immer) nur mit elterlicher Hilfe schnallt, dann ist es in der besuchten Klasse schlicht überfordert.

        Es tut mir leid, wenn Sie sich angegriffen fühlen. Vielleicht wäre aber gerade deswegen ein bisschen Reflektion angezeigt.

        Ich verstehe Hausaufgabenhilfe als punktuellen Input, der das Kind zum Nachdenken und zum Reaktivieren der richtigen Strategie führen soll.

      • tina sagt:

        vorkauen? ich schrieb glaube ich „beibringen“. also das was des lehrers job wäre.
        deine wenn-dann-analysen sind mir ein bisschen zu einfach, um es nett zu sagen

      • tina sagt:

        übrigens kannst du gern davon ausgehen, dass ich sehr fest reflektiere 😉

      • tina sagt:

        und zu guter letzt: das thema war ja, ob hausaufgaben denn sinn machen. ausgehend von deiner meinung über andere eltern könnte man sagen: keine hausaufgaben, kein problem mit eltern.
        ich denke jeweils, ist ja schön, wenn die leute komplexe dinge in einer selbstverständlichkeit aus ihrer perspektive von weit weit draussen auf 3 mögliche und auf jeden fall praktikable lösungen für alle runterreduzieren können. lebt sich sicher prima so. dann hoffen wir, dass die dinge für dich so einfach bleiben

      • Alpöhi sagt:

        Einstein soll gesagt haben: „Alles sollte so einfach sein wie möglich, aber nicht einfacher.“ Daran halte ich mich durchaus 🙂

      • Alpöhi sagt:

        Und zu guter Letzt: Der Sinn von Hausaufagben ist, dass Kinder zu Hause das Thema selbständig vertiefen / nachbereiten. Der Sinn ist nicht, dass sich die Eltern ins Thema vertiefen. Und: „Lernziel nicht erreicht“ (so es denn zutrifft) ist eine wichtige Mitteilung an die Lehrkraft.

      • tina sagt:

        einstein zu zitieren wirkt in jedem fall extrem intelligent und das ist ja die hauptsache

    • Sisifee sagt:

      „Das Problem an den Hausaufgaben sind die Eltern“. So ein Quatsch aber auch. Diese Aussage ist in etwas so objektiv, wie „Das Problem an der Schule sind die Lehrer“.
      Ein Problem mit den Hausaufgaben in der Unterstufe entsteht dann, wenn ihre Fertigstellung mengenmässig 20-30 Minuten übersteigt. Idealerweise gibt’s dabei einen Pflichtteil und einen freiwilligen Teil, oder verschiedene Schwierigkeitsstufen (1 / 2 / 3-Punkteblätter), so dass auch die schwächeren Kinder nicht allzu lange dransitzen müssen.

  • Phillip Vogelweide sagt:

    Wieso soll man beim Thema Hausaufgaben nur auf die Lerneffizienz achten?
    Ich selber bin erst seit ca. 7 Jahren aus dem Gymnasium draussen und habe Hausaufgaben weder in der Primar- der Sekundar, noch in der Gymnasialstufe gemocht. Ob ich durch die Hausaufgaben was gelernt habe, kann ich schlecht sagen, ich habe sicherlich einige Dinge mitgenommen, sofern ich mich dafür interessiert habe.
    Was aber ganz sicher ein positiver Effekt war, ist der Disziplin-Effekt. Egal ob man wollte oder nicht, man machte die Hausaufgaben. Gleichermassen ist es später im Job. Manchmal kommt es einem vor, als ob der Chef unnötige Arbeiten verteilt. Tja, und auch wenn man dann nichts lernt, gemacht werden muss es trotzdem.
    Sinn und Zweck muss nicht immer so naheliegend sein.

    • bohereri sagt:

      meine schulzeit ist schon länger her, aber ehrlich, disziplin kann kind auch lernen, wenn es daheim regelmässige aufgaben zu erledigen hat. je nach entwicklungsstand. der vorteil wäre, man würde wirklich was fürs leben lernen. einaufen, aufräumen, schuhe putzen, kochen, wäsche waschen zusammenlegen und versorgen. defekte kleidungsstücke flicken ect.ect.

  • Tina sagt:

    Immer wieder nerve ich mich ab gewissen Kommentaren im Mama-Blog, jedoch schaue ich immer wieder gerne rein und gebe auch meinen Kommentar ab :-).

    • Muttis Liebling sagt:

      Das ist nun mal der Sinn der Sache. Wenn der Blog nicht kommentiert wird, droht die Einstellung. Für die Autoren ist unsachliche Kritik immer noch besser, als ein unbegründetes ‚Gefällt mir‘.

      Ärgerlich sind nur Kommentare ohne jeden Bezug zum Thema. Nutzt den Autoren ebenso wenig, wie den anderen Lesern.

  • Tina sagt:

    Solange die Meinungen so auseinandergehen, wird es sowieso nie eine goldene Mitte geben, denn jeder hat die eigene Meinung und man findet nie einen goldenen Mittelweg…leider! Schlussendlich denke ich persönlich, kann ich als Eltern meinem Kind so gut es geht versuchen mitzugeben (vor allem vorleben), was im Leben wichtig ist und das kann das System den Kindern nicht beibringen, jedoch ich als Eltern schon, und es ist meine Pflicht.

  • Pumuckl sagt:

    Betrachten wir es doch mal von der anderen Seite. Die Kinder (egal ober Unter- oder Oberstufe) sollen in der Schule eigentverantwortlich das lernen, was sie lernen wollen. Die Lehrer sind ihre Coaches und unterstützen die Kinder nur noch auf deren Geheiss und immer unter dem Aspekt der „Hilfe zur Selbsthilfe“. Google und Wikipedia sind die Hochaltare der Bildung. Anstatt GgGg als Hausaufgabe zu schreiben, schickt man sein Kind dann halt in die Psychomotorik, wo es lernt den Stift zu halten und GgGg zu schreiben. Kommt aufs Gleiche raus, kostet aber ein Vielfaches. Dann kann man wenigstens wieder über die Kostenexplosion im Bildungswesen jammern. Und später wundert man sich, wenn das Kind den Ausbildungsplatz hinschmeisst, weil der Chef Arbeitserledigung einfordert? Toll

    • Alpöhi sagt:

      Genau so. 🙂

    • Birgit sagt:

      Diese Beobachtungen sind absolut richtig! Viele Kinder werden allein in der Schule nicht mehr wirklich auf die Arbeitswelt vorbereitet. Unruhige, zu grosse Klassen in denen der Schulstoff nicht mehr vertieft bearbeitet werden kann, sind heute die Regel. Wo, wenn nicht daheim, sollen denn die Lerninhalte gefestigt werden und ‚langweilige‘ Übungen wie zum Beispiel das Schönschreiben gemacht werden, wenn dies in der Kompetenz lastigen Schule nicht mehr konsequent eingefordert wird? Das heutige Schulsystem verlangt die Mithilfe und Unterstützung der Eltern wenn – vor allem die Jungen – in den Schulen ’selbstbestimmt‘ arbeiten sollen. Ihnen wird viel zu früh zuviel Verantwortung für den eigenen Lernerfolg übergeben. Sonst sinken die Leistungen eben. Traurig aber wahr.

      • Pumuckl sagt:

        Geschätzte Birgit. Die Schule würde das schon einfordern, wenn man sie denn mal lassen würde. Aber da gibt es inzwischen nicht nur den Widerstand der Kinder und Jugendlichen, sondern extremen Widerstand bei vielen Eltern, hirnrissige Vorgaben der Schulpflegen noch hirnverbranntere Ideen aus dem Volksschulamt. Notabene alles Laien, die versuchen den Lehrern zu erklären, wie sie ihren Job zu machen haben und dies auch mit massivem Druck einfordern. Sich dem entgegen zu stellen braucht dann schon einiges an Durchhaltewillen und Überzeugung.

  • Samichlous sagt:

    Herzlichen Dank Frau Meier!

    Eigentlich weiss man schon lange, dass Hausaufgaben nicht das bringen, was man sich davon verspricht. Und beim Spielen lernen Kinder viel mehr!

    http://www.spiegel.de/schulspiegel/studie-der-universitaet-dresden-hausaufgaben-bringen-nichts-a-532362.html

    • Sportpapi sagt:

      Samichlous, haben Sie den verlinkten Artikel auch gelesen? Kommt darin irgendeine Schulleistungsmessung vor? Gibt es irgendeinen Anhaltspunkt, dass die Wirkung von Hausaufgaben (also eine Gruppe macht, die andere nicht, möglichst in der gleichen Klasse) wirklich überprüft wurde?

    • Alfred E. Neumann sagt:

      Sie meinen, solche asozialen Tablet-Games wie Candy-Crush usw.? Viele Kinder können ja gar nichts mehr mit ihrer Zeit anfangen, wenn sie nicht ein Handy, Tablet oder Ipod in den Händen halten. Das bringt natürlich viel mehr, wie mal ein Buch über Geschichte zu lesen.
      Manchmal frage ich mich schon, wie wir heute als Erwachsene leben können, obwohl wir noch Schulaufgaben hatten.

  • DS sagt:

    Ich möchte Frau Meier zu grossen Teilen beipflichten. Wie z.B. John Hattie in seiner grossen Studie „Visible Learning“ feststellt, haben Hausaufgaben eine recht moderate Effektstärke von nur 0.29, was weniger als der durchschnittliche Lernzuwachs (0.4), aber immerhin wesentlich besser als z.B. Fernsehen (-0.18) ist. Zudem stellt er fest, dass Hausaufgaben bei Älteren mehr bringen als bei Jüngeren. Ob nun aber Spielen mehr bringt, ist trotzdem zu bezweifeln, wenn es nicht angeleitet wird.
    Wie hierzulande üblich wird gerne auf Freiwilligenarbeit (in dem Fall der Eltern) gebaut um Finanzlücken zu überbrücken.
    Tun Sie mir aber bitte den Gefallen und heulen sie in Ihrem Artikel nicht so ewig rum und bleiben sie sachlich. Allein deswegen hätte ich Ihnen nämlich gerne vehement widersprochen.

  • Philipp Rittermann sagt:

    ah. da träumt wieder wer. natürlich. es wäre schön, schulische leistungen auf „singen und klatschen“ zu reduzieren. nur leider können wir uns dann gleich aus der wirtschaft verabschieden. das andere extrem stellen beispielsweise die chinesen dar. da wird geld den lippen abgespart um die kids auf privatschulen zu schicken – mit horrenden anforderungen an die dito, und erwartungen der eltern, welche viele kinder in den selbstmord treibt.
    -> wie immer. die goldene mitte ist wohl anzustreben. die zu finden wird halt einfach in unserer globalisierten welt, immer schwieriger. wichtig finde ich aber hier, dass man „das kind kind sein lässt“ solange es geht, und ihm den weg aufzeigt-, aber nicht aufdrängt. selbstbestimmung statt gruppendynamik formt persönlichkeiten.

    • Franz Vontobel sagt:

      Genau! Man stelle sich vor, keine Hausaufgaben mehr in der Unterstufe! Was das für unsere wirtschaftliche Leistungsfähigkeit bedeuten würde! In die Steinzeit würden wir zurückgeschleudert!

      • Sportpapi sagt:

        Das mit der goldenen Mitte haben Sie vermutlich in Ihrem heiligen Zorn nicht verstanden. Aber versuchen Sie es doch noch einmal, repetitives Lesen kann auch beim Textverständnis helfen.

      • Franz Vontobel sagt:

        Hö, heiliger Zorn? Wo denn? Sie sollten nicht von ihrer Gefühlslage beim Kommentieren auf die von anderen schliessen, SP… 😉

        Und zum Leseverrständnis: der Wunsch der Autorin, nach einer hausaufgabenfreien Unterstufe wird mit
        ah. da träumt wieder wer. […] nur leider können wir uns dann gleich aus der wirtschaft verabschieden. abgeurteilt. Scheint also eine völlig unrealistische Extremforderung und weit weg von der „goldenen Mitte“ zu sein.

  • Tina sagt:

    Bin derselben Meinung wie Frau Meier. Kinder sollen in der Unterstufe Kinder sein, sie haben genügend Zeit um erwachsen zu werden. 1x wöchentlich Ufzgi würde ich auch noch akzeptieren, aber täglich?!, nein, das ist wirklich zuviel für so kleine Kinder! Bin gespannt ob sich etwas ändert, bis mein Kind in die Schule geht…

    • Alpöhi sagt:

      Mit 1x wöchentlich würde es nicht funktionieren. „schon wieder vergessen“ usw.

      In der Mittelstufe haben sie Wochenplan, d.h. 1x pro Woche wird ein Sack Hausaufgaben verteilt, den die Kinder selbständig einteilen und erledigen wenn sie Zeit haben. So kann ideal um die vielen Freizeitstress-Aktivitäten (Yoga, Turnverein, Unihockey, Reiten, …) herumjongliert werden. Das funktioniert viel besser als ein tägliches fixes Soll.

      Und jetzt raten Sie mal, warum das in der Mittelstufe funktioniert.

  • Künzli sagt:

    Hausaufgaben abschaffen! Die Kids brauchen auch andere Stimuli als nur Buch, Bleistift, Heft. Kreativität bleibt auf der Strecke, welche so ersehnt wird in der Arbeitswelt / Wirtschaft! Die Bevormundung des Bürgers ist gross, der Schultag lange. 5. Klasse: 8 Lektionen am längsten Tag / um 7:00Uhr die frühste Lektion! Da ist man gerade mal 11. Dann erst kommt da aber die täglichen 1,5 h Hausaufgaben noch oben drauf (Testvorbereitung nicht inkl. für das geht der Mittwoch und Samstag drauf). Das sind zum Teil 10h Tage für die Kids; auch Mittwoch!! Nix da mit raus gehen und Blumen beobachten, kurz mal schwimmen gehen, ne stunde beim Nachbarn auf’s Trampolin hüpfen! Nachvollziehbar, dass das gewissen Kindern nicht gut tut. So können sie aggressiv, übergewichtig werden, oder bekommen Ritalin!

  • Bruno Schnider sagt:

    Dieser nun seit Jahren andauernde Einsatz für eine vermeintlich „menschlichere Welt“ schafft vor allem eine noch grössere Kluft zwischen den verschiedenen Gesellschaftsschichten. Die Welt ist nun mal kein Ponyhof und somit lässt sich kein Schlaraffenland konstruieren.
    Leistungswillige und leistungsfähige Menschen werden sich nicht von harter Arbeit, Strebsamkeit und Ehrgeiz abhalten lassen, um an die vorderen „Futterplätze“ zu gelangen. Der Mensch ist nun mal ein intelligentes – je nach äusseren Bedingungen auch mal kultiviertes – Raubtier.
    Wer Menschen der unteren Schichten wirklich helfen will, lehrt sie, diese Erkenntnisse aufzunehmen.

  • zysi sagt:

    wer hat die kinder bekommen, damit man junge menschen ins Erwerbsleben führen, anleiten kann – die Lehrerinnen und lehrer wie auch die Lehrmeister/-innen oder doch die Eltern?
    Eltern, die notabene vorleben, was anstrengend sein kann „…Er wirft den Bleistift quer über den Tisch, legt den Kopf aufs Heft und seufzt. Und ich dann auch. “

    Mal schauen, was ich beim Lohn-Arbeiten/-Verdienen von meinem Chef erwarten kann, wenn ich ihm sage, das Aneignen des nötigen Wissens möchte ich im Rahmen der Arbeitszeit erledigen und gerne mit individueller Betreeung…..
    Heimatland, das ist ja eine Konsumhaltung – unglaublich. Aber dafür dann überfordert sein, wenn die Träume nicht von der Allgemeinheit besinnungslos (oder bedingungslose) mit getragen werden; Oh heilige utopia

    • Alpöhi sagt:

      „Learning on the Job“ ist im Fall ein weit verbreitetes und sehr erfolgreiches – weil kostengünstiges – Ausbildungsmodell. Natürlich nicht für die Grundfertigkeiten Lesen, Schreiben, Rechnen.

      Aber bei den Fremdsprachen geht’s schon los: Firma schickt michin die M-Klubschule, Franz lernen. Firma drückt mir ein Programmierhandbuch in die Finger. „Mach was draus.“ Usw. usf.

      • zysi sagt:

        Absolut einverstanden mit dem zugrundeliegenden Fokus: Grundfertigkeiten auf Unterstufe wie erweiterte Fertigkeiten auf Oberstufe zwecks Vorbereitung auf die Ausbildung in einer spezifischeren Disziplin (Lehre, Matur, 10. Schuljahr) ist zweckmässiger als ein „servez-vous à ta façon, n’est-ce pas? 😉 )

  • alam sagt:

    Egal wie viele Untersuchungen beweisen, dass Hausaufgaben auf Primarstufe nicht nur nichts nützen, sondern sogar schaden, solange Schulen und Eltern darauf bestehen, müssen die Kinder weiterhin gequält werden.

    • Martin Frey sagt:

      „gequält“?
      Sie meinen, so wie das Ausreissen von Fingernägeln, Daumenschrauben und anderen traditionellen Methoden?

      • Franz Vontobel sagt:

        Andererseits ist es extrem unwahrscheinlich, dass ein über 150 Jahre in allen Staaten mit wenigstens rudimentären Bildungssystem äusserst erfolgreiches Procedere plötzlich nicht mehr stimmt.

        Genau! Und aus diesem Grund ist die Erde ja auch eine Scheibe.

    • Muttis Liebling sagt:

      Ich bin überzeugt, dass es nicht möglich ist, den Erfolg oder Nichterfolg von Hausaufgaben empirisch zu beweisen. So wie man mit empirischen Sozialstudien generell nichts beweisen kann, denn alle diese fixieren das Resultat bereits durch die Versuchsanordnung.

      Den Grund habe ich schon öfter genannt: n komplexen Systemen (Mensch, Soziale Gemeinschaft) gilt das Gesetz der grossen Zahlen und damit die ganze math. Statistik nicht.

      Andererseits ist es extrem unwahrscheinlich, dass ein über 150 Jahre in allen Staaten mit wenigstens rudimentären Bildungssystem äusserst erfolgreiches Procedere plötzlich nicht mehr stimmt.

      Eher ist es so, dass das Bildungssystem (wie das Gesundheitswesen) sein Optimum überschritten und aktuell nur noch weiter verschlechtert werden kann.

      • Sergej Victorov sagt:

        Es stimmt nicht, dass Sozialstudien das Resultat generell schon durch die Versuchsanordnung fixieren. Ebenfalls falsch ist die Behauptung, dass die mathematische Statistik nicht auch für komplexe Systeme Werkzeuge bereitstellt. Es ist aber wahr, dass Sozialstudien schwierig sind und vorsichtig interpretiert werden müssen, und dass die Statistik für diese komplexen Systeme nicht einfach ist.

    • Sportpapi sagt:

      alam, jetzt zeigen Sie uns doch mal eine Originalstudie, wenn möglich mit Bezug zur Schweiz, die Ihre Aussage (nichts bringen, sogar schaden) in dieser pauschalen Form belegt.

      • alam sagt:

        Wie soll es je eine Schweizer Studie geben, wenn jeder Versuch im Keim erstickt wird?
        Einige Infos gäbe es hier:
        http://www.wireltern.ch/artikel/0316-blog-hausaufgaben-nuetzen-unseren-kindern-nichts

      • Sportpapi sagt:

        @Alam: Ein Link zu einem weiteren Blog, der zu einer Studie führt, die nur als Abstract lesbar ist. Aber auch der spricht eine klare Sprache, die im Widerspruch zum Haupttext steht: „However, both within and across design types, there was generally consistent evidence for a positive influence of homework on achievement.“
        Ich habe inzwischen auch die Originalstudie mir angeschaut. Hauptaussage: Klare Bestätigung für die positive Auswirkung von Hausaufgaben, mit zunehmendem Alter mehr.

      • alam sagt:

        Harris Cooper hat in einer Metaanalyse Dutzende von Hausaufgabenstudien ausgewertet. Sein Fazit: In den ersten sechs Klassen ist der Effekt der Hausaufgaben auf den Schulerfolg noch marginal. Erst ab der 7. Klasse schnitten Schüler, die viele Hausaufgaben erledigten, bei Standardtests etwas besser ab. Das heisst, der Erfolg der Hausaufgaben steht in der Primarschule in keinem Verhältnis zum Aufwand.

      • Sportpapi sagt:

        @alam: Die angeschauten Studien waren methodisch lausig. Aber das nur nebenbei. Wenn also bereits die 10min am Tag bei Primarschülern einen kleinen Gewinn bringen, die deutlich längeren Hausaufgaben von älteren Kindern aber deutlich mehr, würde das eigentlich eher dafür sprechen, dass es vor allem um auch um den Umfang geht. Man lernt also in der Primarschule praktisch, wie man selbstständig Aufgaben erledigt. Von Schaden sehe ich aber beim besten Willen nichts.

  • gioia sagt:

    ….wieder üben. Spricht man die Lehrerin auf die Tatsache an, dass der Aufwand für das Kind (und die Eltern) aber deutlich die an sich geforderten 10 min pro Werktag überschreitet, meint sie lapidar, dann sollen Kinder einfach aufhören. Aber ehrlich, wer tut das schon ? Das impliziert doch, das der Stoff gemäss Lehrplan in den Köpfen der Lehrpersonen in dieser Zeit erledigt werden können sollte, aber das eigene Kind halt wohl zu doof dafür ist. Also lässt man es halt schuften im Wissen darum, dass einem dies spätestens in der Pubertät nicht mehr gelingen wird und wenn man Pech hat, das Kind schon früh jeglichen Selbstvertrauens und Lust an der Schule beraubt hat.

  • tommaso sagt:

    Hausaufgaben nerven nicht, sie sind ein unzulässiger Eingriff ins Familienleben. Will man mal ein ganzes Wochenende zusammen etwas unternehmen, muss das generalstabsmässig vorbereitet werden. Zu meiner Zeit (Jg. 66) waren Aufgaben übers Wochenende zwar nicht unmöglich, aber eher verpönt, auch im Gymi. Sogar die Ferien werden einem vermiest. O-Ton Lehrerin (1. Sek) vor den Herbstferien: „Die erste Woche könnt ihr euch erholen, danach macht ihr Ufzgi…“

    • Sportpapi sagt:

      Hausaufgaben übers Wochenende sind auch heute verpönt. Sofern Sie wie ich damit Aufgaben meinen, die am Freitag für Montag aufgegeben werden.

      • tina sagt:

        meine söhne hatten jeweils wochenaufgaben in der primarschule, so ab der 2. klasse ungefähr. das läuft dann eben nicht selten auf weekend-ufzgi hinaus

      • Alpöhi sagt:

        Merken Sie den Widerspruch zu ihrer Aussage weiter oben „wir Erwachsenen müssen nicht täglich…“? Und nebenbei: Der Sinn der Wochenaufzig ist genau der, dass man „nicht täglich…“ muss.

      • Alpöhi sagt:

        Aber ich hab ja schon gelernt: Ihnen kann man es schwerlich recht machen, weder als Lehrpersonal noch als Mitmensch mit anderer Meinung. Bewerben Sie sich doch bei der Mamablog-Redaktion als Gastautorin; Sie kriegen sicherlich einen sensationell empört-aufgebrachten Blog hin, der viele Klicks generiert 😉

      • tina sagt:

        an einem bestimmten tag musste dann ja doch abgeliefert werden. nix widerspruch.

  • gioia sagt:

    Als unsere Kinder noch kleiner waren, habe ich mich immer sehr gewundert, wenn mir andere Eltern davon erzählt haben, wie sie mit ihren Kindern tagtäglich spätabends nach der Arbeit an den Hausaufgaben sassen. Ich selber kann mich nicht erinnern, dass in den 70er und 80er die Eltern in irgendeiner Weise (ausser vielleicht Wörtchen abfragen) bei den HA mithelfen mussten und ihnen dies auch gar nie in den Sinn gekommen wäre. Nun sind meine Kinder selber im Unterstufenalter, und ich sitze nun tatsächlich Tag für Tag daneben und helfe bei Dingen, die sie in diesem Alter einfach nicht alleine können: Vorträge auf Power-Point für 9-jährige, Bücher lesen und eine Zusammenfassung schreiben, schwieriges Sachrechnen, Englisch Wörter fehlerfrei schreiben, angekündigte Diktate immer und immer wieder..

    • Alpöhi sagt:

      Als meine in der Vierten kam und sagte sie müsse eine PowerPoint-Präsentation haben, kontaktierte ich die Lehrerein. Und siehe da: PP war als „freiwillig“ deklariert.

  • Daniel Wüthrich sagt:

    Das ist nun aber wirkich Unsinn: Unsere Tochter liebt es Hausaufgaben zu machen. Sie erledigt das gerne schnell und selbständig und ist jeweils stolz darauf.

  • Lucrecia sagt:

    „viele berufstätige Eltern haben schlicht keine Zeit, nach Feierabend mit ihren Kindern noch … “
    Traurigste Aussage.

    • 13 sagt:

      Warum? Viele berufstätige Eltern haben an manchen Tagen, oftmals nicht alle, nur eine beschränkte Zeit mit ihren Kindern zur Verfügung. Diese kann man nun mit Gesprächen oder gemeinsamen Unternehmungen, Spielen etc. nutzen oder mit Hausaufgaben. Mir persönlich ist das erste viel wichtiger, somit habe ich für die Hausaufgabenaufsicht keine Zeit!

      • Sportpapi sagt:

        Mir persönlich ist der Schulerfolg meiner Kinder wichtig. Deshalb nehme ich mir die Zeit, die es braucht. Nicht nur für Hausaufgaben.

      • Muttis Liebling sagt:

        Also Hausaufgaben ohne Aufsicht. So ist es wohl auch gemeint.

    • Lucrecia sagt:

      @13
      Lernen kann Spass machen. Kommt auf die Lehrerin bzw. Mutter an. Wenn Sie ein negatives Bild des Lernens haben und vermitteln, dann kein Wunder.

      • Lucrecia sagt:

        Und: Kinder sind kein Hobby. Es spielt keine Rolle, ob es Ihnen Spass Macht, sich richtig um sie zu kümmern. Laisser-Faire ist immer einfacher.

      • Muttis Liebling sagt:

        Lernen macht Spass. Es gibt nichts Schöneres. Muss nur erfolgreich sein.

  • Hotel Papa sagt:

    Es gibt eine wesentliche Komponente beim Lernen, die heisst „Üben“. Dazu braucht es keine Betreuung, und dazu braucht es keine Klassenverband.

    Alles eine Frage des Masses.

  • Stefan Moser sagt:

    Endlich Widerspruch. Sportpapi: Selbständiges Lernen und Arbeiten muss gelernt werden, keine Frage – das geht aber auch in der Schule. Dort sogar noch besser, da Ehrgeiz-Mami (oder -Papi) dann nicht noch dem Kind fast alles abnimmt oder im anderen Fall dem Kind eine schlechte Lerndisziplin antrainiert.

    • Sportpapi sagt:

      @Stefan Moser: Haben Sie in der Sonntagszeitung über „selbstorganisiertes Lernen“ gelesen, was dort unter dem Übertitel „Schulreform-Chaos“ abgehandelt wurde?
      Ich finde, das Mass machts. Und da sind die Hausaufgaben eigentlich ein guter Kompromiss. Zumal man auch da, mit Aufgabenhilfe etc., bei Bedarf schnell mal eine Lösung anbieten könnte für Kinder, die mit „selbstorganisiert“ überfordert sind.

      • Stefan Moser sagt:

        Nein, habe ich nicht gelesen, nur dipl. Bildungsexperte Rutishauser’s Editorial, in dem er als Erstes mal erklärt, dass das Leistungsniveau an den Volksschulen heruntergeschraubt worden sei. Das ist höherer Blödsinn. 27 Wochenlektionen in der ersten Klasse plus Aufgaben plus Noten, Mathematik im ersten Jahr Gymnasium, die vor 20 Jahren im vierten Jahr Gymnasium gelehrt wurde zeigen etwas anderes. Der Druck ist hoch. Aufgaben mit Mass lägen da bestimmt drin – aber welche Lehrer haben noch Mass, wenn die Forderung nach LeistungLeistungLeistung von aussen erfolgt? Ich bin auch stolz darauf haben meine Kinder usdauer, manuelle und sportliche Fähigkeiten.

      • Sportpapi sagt:

        Ich zitierte Rutishauser vollständig: „Die Widersprüchlichkeit ist eklatant. Da erzählt einerseits unser Bildungsminister Johann Schneider-Ammann, die Matur sei inzwischen zu einfach, obwohl die Anforderungen gegenüber der Zeit, als er selbst seine Maturfeier hatte, deutlich gestiegen sind; mindestens Englisch muss man heute können. Andererseits wird an den Volksschulen das Leistungsniveau ständig mit unsinnigen Massnahmen heruntergeschraubt.“
        Das erscheint mir recht differenziert…
        Dass es in der ersten Klasse (und im Kindergarten) mehr Lektionen gibt als früher mag sein und ist wohl auch auf Blockzeiten, aber auch Fremdsprachenunterricht zurückzuführen. Ebenso mag es sein, dass die Anforderungen gestiegen sind. Eine Drillschule haben wir aber längst nicht.

  • Jürg. sagt:

    Durch die Hausaufgaben kann der Stoff durch die Eltern vermittelt werden, auch wird die Leistung von Kind und Schule ersichtlich.
    Letztendlich scheint vieles aber vergeudete Zeit zu sein..

  • Sportpapi sagt:

    Aufgabe der Eltern: Das ist nun ziemlich widersprüchlich. Wenn die Schule sagt, die Hausaufgaben sollen selbstständig erledigt werden, weshalb sollen dann Eltern stundenlang mit den Kindern an den Hausaufgaben sitzen? Statt dass mit unvollständigen, schlecht gelösten Aufgaben der Lehrperson rückgemeldet wird, dass die Aufgaben zu anspruchsvoll waren oder das Kind überfordert? Weshalb soll der Vater schliesslich die Aufgaben lösen? Das geht ja gar nicht!
    Dass Eltern aber auch mal Zeit haben müssen, wenn die Kinder in der Schule Schwierigkeiten haben, ist hingegen klar. Und dass da neue „Ungerechtigkeiten“ entstehen auch. Aber soll man nun Eltern, die ein förderndes Umfeld bieten, verbieten – ja was genau? Umgang zu haben mit den Kindern?

    • tina sagt:

      ich musste meinem sohn eine menge erstmal beibringen, weil ers offenbar in der schule nicht gelernt hat. die lehrerin sagte dazu so sachen wie „jetzt sollte er aber langsam schon ….. können“. ja, lustig

      • Alpöhi sagt:

        Dann klappt es offensichtlich nicht zwischen Kind und Lehrperson. Ohne irgend jemandem eine Schuld zuzweisen, kommen mir einige Gründe in den Sinn:
        – Chemie stimmt einfach nicht (das gibt es)
        – Kind ist einfach noch nicht so weit
        – Kind träumt (ja, auch das gibt es)
        – Kind ist überfordert
        – Kind ist unterfordert

        Je nach Diagnose gestaltet sich dann die „Therapie“ bzw. Lösung. Beispielsweise eine Klasse repetieren / überspringen / Wechsel der Klasse oder des Schulhauses.

      • Alpöhi sagt:

        Und damit Sie sich nicht angegriffen fühlen müssen: Ich habe alle drei „Lösungen“ in meinem persönlichen Umfeld erlebt und für das Kind war es mit Abstand das Beste.

      • tina sagt:

        ja und jetzt. kind träumt. dann muss es ja doch lernen. und wenn die lehrerin es ihm nicht beibringt, dann mach ich es eben, nicht? oder was sonst?

      • tina sagt:

        ich bin mir nicht so sicher, ob du beurteilen kannst, was für kinder „das beste“ ist, die nicht deine sind.

      • Alpöhi sagt:

        Ich schon 🙂

        Ich hab meine ganze Berufslehre durchgeträumt und war in dem Sinne ein „Lehrmeisterschreck“. Ich hatte aber das Glück, in der Schule gut zu sein. Wenn das nicht so gewesen wäre, dann wäre ich durch die LAP gerasselt. Na und? Hätt‘ ich halt eine „Ehrenrunde“ drehen müssen. 10 Jahre später interessiert das niemanden mehr.

      • tina sagt:

        nein, klar, ein jahr verlieren ist wirklich keine sache. aber das ist nicht das thema

  • Lucrecia sagt:

    Dann erlaubendie Sie doch dem Kind die Hausaufgaben nicht bzw. nur teilweise zu machen, wenn diese sinnlos scheinen.

    • Alpöhi sagt:

      Bingo. Soviel elterliche Autorität muss sein.

      • tina sagt:

        ach, man kann neuerdings als eltern bestimmen, was ein kind für die schule machen muss? hallo realität 🙂

      • Lucrecia sagt:

        In meiner Realität gestalte ich mein Leben selbst. Dazu gehört, dass ich Dinge nicht nur hinterfrage und online kritisiere, sondern auch aktiv werde.
        Wenn das Kind nach 20x G g schreiben es schon meistert, dann ist gut. Muss nicht 50x wiederholen.
        Hausaufgaben sind kein Selbstzweck. Es geht darum, dass das Kind etwas übt, lernt, versteht. Manche brauchen länger und müssen extralange üben, manche kapieren sofort.
        Sinnvoll ist, wenn das Kind so viel tut wie nötig. Aber um das beurteilen zu können, muss man sich eben die Zeit nehmen, sich dafür interessieren.

      • Alpöhi sagt:

        @Tina
        Ja, das kann man. Im schlimmsten Fall führt das zu einem Gespräch zwischen Lehrkraft und Eltern, aber das verläuft i.d.R. konstruktiv und ist daher ein durchaus „tragbarer schlimmster Fall“.

      • tina sagt:

        als ob wir eltern immer nachvollziehen könnten, aus welchen beweggründen welche hausaufgaben wann gemacht werden müssen.
        alsob ich zeit hätte, ständig zu gesprächen anzutraben deswegen. alsob lehrer lust hätten, mit allen eltern alle hausaufgaben individuell zu diskutieren und selbst wenn: dazu ist gar nicht genug zeit

      • Alpöhi sagt:

        Falsch. Es ist immer Zeit für das, wofür man sich Zeit nimmt. Wenn Sie das Gespräch mit der Lehrkraft nicht suchen, dann ist Ihnen die Sache nicht so wichtig.

      • tina sagt:

        und die lehrperson hat natürlich wenn sie will auch zeit um mit allen 23 elternpaaren individuell die hausaufgaben zu diskutieren :). mhm, klar

      • Alpöhi sagt:

        Es werden nie alle 23 Elternpaare diskutieren wollen. Dass das so ist, sind Sie der schönste Beweis – denn Sie reihen hier nur Ausreden aneinander, warum Sie nicht mit der Lehrkraft reden wollen.

        Da Sie von meiner Sicht so oder so unbefriedigt sind, bleibe ich dabei: Wer ein Gespräch will, kriegt auch eins. Und die Zusammenarbeit mit den Lehrkräften unserer Kinder war und ist durchwegs positiv.

      • tina sagt:

        die zeiten sind bei mir vorbei herr alphöhi. ich war doch einige male in der schule zum gespräch. aber eigentlich habe ich ja nicht behauptet, dass es nicht möglich sei, mit lehrern zu sprechen, sondern ich bin nicht der ansicht, dass eltern entscheiden können, welche hausaufgaben gemacht werden. und mit autorität hat das sowieso nichts zutun. wenn du mit lehrern sprichst über sinn von aufgaben ist das doch eher eine frage der konsensorientierten kommunikation und sicher nicht der autorität

  • OLT sagt:

    In ihrem Artikel liefern Sie keinerlei Begründungen, warum Hausaufgaben auf der Unterstufe nutzlos, in der Mittel- und Oberstufe aber sinnvoll sein sollten. Könnten Sie das noch präzisieren?
    Hausaufgaben können durchaus sinnvoll sein, sie müssen einfach schlau konzipiert sein, als Vertiefung des Stoffes oder als vorbereitender Teil. Reine Fliessbandarbeit nützt sicherlich nichts.

    • Sportpapi sagt:

      Doch, gerade reine „Fliessbandarbeit“ erscheint mir für Hausaufgaben am Sinnvollsten. Also repetitives Üben, bis es sitzt. Zum Beispiel beim Schreiben, Lesen, usw.

    • mila sagt:

      Auch das Repetitive kann mehr, oder eben weniger, schlau konzipiert sein…

      • mila sagt:

        Siehe z.B. Ka weiter oben.

      • Sportpapi sagt:

        Was an kas Beispielen war repetitiv? Wie lernen Sie Vokis für Französisch auf attraktive Art?

      • Alpöhi sagt:

        Ich lerne viel Fremdsprachenvokabular, indem ich mir fremdsprachige Chansons höre und den Text kapieren will. Dazu muss ich ihn zuerst verstehen und dann übersetzen. Selbständig. Und es macht mehr Spass als Voci büffeln.

      • tina sagt:

        ich lach mich immer noch krumm über die chansons. es erinnert mich an meine ersten englisch kenntnisse. ich übersetzte metal texte. nunja. hust.

    • OLT sagt:

      @Sportpapi: Voci kann man durchaus kreativ lernen. Ich habe jeweils Kartenspiele daraus gemacht und mein eigenes Vocispiel kreiert.
      ‚Fliessbandarbeit‘ kann man auch kreativ gestalten. Ich gehe mit Ihnen ein, dass das Repetieren ungemein wichtig ist.
      (wenn ich das Schriftbild meiner Schüler betrachte, dann finde ich durchaus, dass etwas mehr Schreibunterricht gut tun würde)

    • tina sagt:

      ja OLT, das würde ich eben auch gerne wissen

    • Jan Holler sagt:

      Im Mamablog wird in der Regel nicht begründet, sondern erspürt und gefühlt. Alternativ versucht man es auch mit den Top-10-Listen (Superpapi, Supermami). Argumente braucht man dafür nicht und sie könnten ja, ausdifferenziert, der ursprünglichen These, pardon, dem ursprünglichen Bauchgefühl, widersprechen.
      Zum Thema: Wer wegen 10 (max 20) Minuten Hausaufgaben am Tag einen solchen Aufstand macht, der hat wohl ein allgemeines Problem mit dem Schulsystem.

      • Muttis Liebling sagt:

        Nicht mit dem Schulsystem, sondern mit dem Lernen als solches. Es wird als Belastung, statt als Genuss empfunden.

      • Jan Holler sagt:

        Und ich bin sicher, die lieben Kinderchen teilen dann die Einstellung ihrer fürsorglichen Mutter.
        Meine Kinder machen weder gerne, noch ungerne die Hausaufgaben. Wenn sie aber wüssten, dass ich Hausaufgaben so verachten würde, dann würden sie das sicher auch. Wenn ich ihnen aber erkläre, dass Hausaufgaben Übungen sind, damit man es dann besser kann, dann sehen sie das auch so.
        Natürlich finde ich manche Hausaufgaben daneben. Wenn meine Kleinste für die Rechenaufgabe (2. Klasse) 5-10 Minuten braucht, aber fürs Ausmalen derselben dann eine halbe Stunde, hörts bei mir auch auf. Und wenn ich noch höre, dass es schön ausgemalt werden muss, dann frage ich mich auch, was das denn nun noch mit Rechnenüben zu tun hat. – Aber so oft kommt das nicht vor, dass ich darüber mit der Lehrperson rede.

  • Sportpapi sagt:

    Wenn Hausaufgaben keinen Sinn haben, soll man sie abschaffen. So ist es aber nicht. Im Gegenteil. Hausaufgaben sind die konsequenteste Umsetzung von individuellem Lernen, jede/r in seinem Tempo. Denn wäre das ernst gemeint, dürften schnelle Lerner jeweils viel früher heim als andere. Dass schlechte Schüler länger an den Hausaufgaben haben und mehr üben müssen, ist zwar ungerecht, aber auch eine Chance.
    Weiter sollen Hausaufgaben Übung und Vertiefung sein, und dazu nur ausnahmsweise elterliche Hilfe benötigen. Es käme niemandem in den Sinn, täglich eine (teure) Musikstunde zu buchen. Nein, zur eine Lektion soll noch täglich zu Hause geübt werden. Insofern müssten man eigentlich Schule eher verkürzen und Hausaufgaben ausbauen.

    • mila sagt:

      Danke, sehe ich auch (genau)so. Sofern, wie OLT unten wichtigerweise anmerkt, die Aufgaben intelligent konzipiert sind. Was nicht immer der Fall ist, und zwar beileibe nicht nur auf den unteren Schulstufen…

      Zudem kommt, dass manche Kinder schlicht mehr elterliche ‚Supervision‘ brauchen als andere. Es sind halt wirklich nicht alle Kinder gleich. Wobei elterliches Interesse (wohlgemerkt nicht: elterliche Leistung), zumindest zu Beginn, wohl allen gut tut. Zumal solches Interesse wesentlich dazu beiträgt, Kindern die Schule ’schmackhaft‘ zu machen – wer sich ganz aus der Schulung seiner Kinder raushalten will, bitte. Aber der/die soll sich dann umgekehrt nicht über vermeintliche Chancenungleichheit beklagen.

      • Sportpapi sagt:

        Können Sie mir mal erklären, was Sie mit intelligent oder schlau in diesem Zusammenhang meinen? Die Beispiele von ka oben finde ich zwar interessant, decken aber nicht das ab, was ich aufgeben würde. Repetitives Buchstaben schreiben, Einmaleins lernen, Fertigkeiten üben schon eher. Eben wie bei der Musik, wo ein Stück oder nur schon Tonleitern stundenlang geübt werden müssen.

      • mila sagt:

        Was spricht beispielsweise dagegen, aus Buchstabenschreiben ein kleines ‚Kunstprojekt‘ zu machen? So, dass die Buchstabenreihen am Ende nicht einfach in einem langweiligen Heft stehen, sondern die ‚gelungensten‘ Erzeugnisse gerahmt werden können? ‚Lebensnähe‘ suchen scheint mir ebenfalls immer sinnvoll. Hingegen: musisches Interesse, sofern gegeben, ist oft (Erst-)Ansporn genug. Ein Kind, das gar kein instrumentales Interesse zeigt, würde ich persönlich durch keinen Musikunterricht ’schleifen‘.

      • Sportpapi sagt:

        mila, lebensnähe heisst für meinen Sohn, dass seine Hieroglyphen ja gelesen werden können, also was soll er sich da noch Mühe geben. Und dass er sein Ausmalen nach ein paar Strichen beendet, weil ja jetzt sichtbar ist, welche Farbe in welches Feld kommt. Und er mehr für das Leben nicht braucht.
        Und da kommt die Lehrerin, und will in in erster Linie zu sorgfältigem Arbeiten erziehen, auch wenn es nicht immer Spass macht (und nebenbei zu etwas verbesserter Feinmotorik).
        Es ist also immer eine Frage der Abwägung, ob man nun lebensnah (und vielleicht spannend, aber vielfach auch aufwändiger), oder einfach schnörkellos effizient arbeitet. Letztlich muss aber natürlich alles in Anwendung integriert werden können, siehe Kompetenzen.

      • mila sagt:

        Was man bei Kindern in frühem Schulalter nicht unterschätzen sollte, respektive zu eigenen ‚Gunsten‘ nutzen: den Willen, zunächst den Eltern, und zunehmend auch der Lehrperson, zu ‚gefallen‘ – mitunter auch deswegen ist die Lehrperson, nicht die Methode, in vielen Studien der ausschlaggebende Faktor für Lernerfolg. Beziehungsweise, die (persönliche) Beziehungsebene. Ein Kind sieht noch nicht immer, weshalb es etwas lernen soll, und ‚allein“ die Lebensnähe hilft, reicht aber nicht immer aus. ‚Fürs Leben lernen‘ muss man eben, wie so vieles andere, auch erst lernen. Aber was alle Kinder packt ist, wenn sie sehen, dass Eltern ihr Tun mit Freude (und Stolz) sehen und begleiten. Gerade bei Effizienzaufgaben, wobei etwas Kreativität in der Zielsetzung nicht schaden kann.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Völlig richtig. Deshalb braucht es auch Lehrpersonen, die präsent sind und Verantwortung übernehmen.

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi: Sie meinen so eine Art Oberbandenführer, wie es Guggenbühl diese Woche so schön formuliert hat?

      • mila sagt:

        MF: 😉 Exakt.

      • Sportpapi sagt:

        Das hatte ich im Hinterkopf, ja.

      • 13 sagt:

        @ SP
        „@mila: Völlig richtig. Deshalb braucht es auch Lehrpersonen, die präsent sind und Verantwortung übernehmen.“

        Jetzt bin ich verwirrt. Gemäss Ihrer ursprünglichen Aussage sollen die Lehrpersonen doch eher weniger präsent sein (Abbau Unterrichtsstunden) und die Verantwortung an die Kinder, oder dann die Eltern abgeben (mehr Hausaufgaben).

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das haben Sie falsch verstanden. Ich bin mit dem aktuellen Mix von geführtem Unterricht und Hausaufgaben recht zufrieden.

      • tina sagt:

        mila: es wird den eltern durch die schule eingetrichtert sich nicht in den lernprozess einzumischen!

    • Martin Frey sagt:

      @mila, SP: Schliesse mich Euch beiden absolut an. Zudem passt da für mich auch nicht ganz ins gezeichnete Bild, dass gerade die sog. exekutiven Funktionen in den letzten Jahren (bereits ab Kindergartenstufe) ja eigentlich priorisiert werden. Auch scheint mir in späteren Jahren (inkl. Uni) der Fokus der Ausbildung ja heute mehr auch auf selbständiges (Er-) Arbeiten von Themen gelegt zu werden im Vergleich zu früher. Hausaufgaben unterscheiden sich davon ja nicht diametral, abgesehen natürlich von den etwas stupid wirkenden Schreibbeispielen die die Autorin genüsslich aufgeführt hat.
      Würde mich in dem Kontext noch wundernehmen auf welche „Studien“ sich die Autorin beruft, um zu belegen dass Hausaufgaben pauschal nichts bringen. Wissen Sie da mehr, SP?

      • Sportpapi sagt:

        Vermutlich die Hattie-Studie.

      • Martin Frey sagt:

        Korrigieren Sie mich, Sportpapi, aber ging es dort nicht eher um die Bedeutung der Lehrpersonen sowie die emotionale Seite des Lernens?

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Nein. Die zentrale Erkenntnis war, dass die (Haltung der) Lehrperson, und nicht System oder Methode, von allen untersuchten Faktoren der wichtigste war für den Lernerfolg von Schülern. Er fand aber auch geringe (aber positive) Effektstärken für Hausaufgaben, wobei die mit zunehmendem Alter (und offenbar bei „guten“ Schülern) grösser wurden. Einige interpretierten das als „Hausaufgaben bringen nichts“. Erstaulicherweise hat Hattie aber auch die Bedeutung von Üben für den Lernerfolg gezeigt. Insofern müsste man weniger über Hausaufgaben, als mehr über ihre Art diskutieren. Bzw. allenfalls wieder individuelle Aufgaben. Aber neben Lernerfolg dann auch, wie das wohl von Kindern und Eltern aufgenommen würde.

      • Sisifee sagt:

        @SP: 20 Kinder? An unserer Schule 24-26! Mit dem genannten Mix aus Schnelllernern, Sorgenkindern, ads/adhs-Betroffenen und sonstwie Rebellierenden. Die Schulen müssten einfach viel mehr Ressourcen haben, um ihren Integrationsauftrag zu erfüllen.

      • Sportpapi sagt:

        @Sisifee: Vielleicht müssten die Schulen ihre Prioritäten anders legen? Noch mehr Mittel gibt es in absehbarer Zeit vermutlich nicht. Im Gegenteil.

      • Martin Frey sagt:

        @Sisifee: „Die Schulen müssten einfach viel mehr Ressourcen haben, um ihren Integrationsauftrag zu erfüllen.“
        Haben sie das nicht? Oder anders gefragt, ist es nicht so, dass vor Jahrzehnten auf der Grundstufe ein Primarlehrer innerhalb einer Klasse quasi alles abgedeckt hat, und sich um eine heutige Primarklasse doch eine Armada von geschätzt einem halben Dutzend Fachpersonen für IF, TT, Psychomotorik, DAZ, Logo usw. bewegt?

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Fairnesshalber sollte man aber auch anfügen, dass vor „Jahrzehnten“ Integration vermutlich kein Kernauftrag von Schule war.

      • Martin Frey sagt:

        Schon klar, SP. Ich habe einfach mit dem Mantra der angeblich fehlenden Ressourcen etwas Mühe. Bzw. diverse dieser Aufgaben, wenn auch nicht alle, wurden halt früher von der Klassenlehrperson abgedeckt.

      • mila sagt:

        Wenn es denn nur (integrations-)’zuzügliche‘ Fachpersonen wären… Wobei auch diese Entwicklung zumindest frag-würdig ist. Nein, das für Primarstufenkinder so wichtige Klassenlehrperson-Konzept hat sich vielfach schon nahezu zur (Fachbereichs-)Unkenntlichkeit ‚zersplittert‘. Dienlich für die Erwachsenen (u.a. in pukto Niedrigst-Teilzeitpensen), nicht so dienlich für die Kinder.

      • Nadia Meier sagt:

        @Martin Frey: Danke für Ihre berechtigte Frage. Ich meine die Untersuchung von Franziska Bischof von 1996, die den leistungssteigernden Effekt von Hausaufgaben nicht bestätigte. Damals gab es im Kanton Schwyz seit 1993 integrierte Hausaufgaben. Bischof: „Die Ergebnisse legen nahe, die Integration der Hausaufgaben in den Unterricht zu befürworten, da sich im Leistungsbereich keine Auswirkungen ergaben, die Schwyzer Schülerinnen und Schüler aber deutlich lieber zur Schule gehen, als die gleichaltrigen im Vergleichskanton.“ Quelle: Bischof, F.: „Wenn Hausaufgaben in die Schule gehen“, in: Schule und Bildung im Kanton Schwyz, 1996, H. 1, 15-17

      • Sisifee sagt:

        @ Martin Frey: Vor vielleicht 4 Jahren hätte ich Ihnen beigepflichtet, betr. Klage über fehlende Ressourcen. Inzwischen sind meine Kinder eingeschult und ich sehe einfach, dass die Idee der Integration als Sparübung missbraucht wurde, auf dem Rücken der Lehrer und der Kinder. Man könnte jetzt sagen, das mit der Integration ist eine blöde Idee. Oder aber man kann der Idee treu bleiben, muss sich aber vielleicht eingestehen, dass damit keine Kosten gespart werden.
        Ich sehe einfach, dass auch bestandene und gute Lehrkräfte an ihre Grenzen kommen, dass es wahnsinnig lange geht bis Unterstützungsmassnahmen für schwierige Kinder greifen, dass dies auch zu Problemen in der ganzen Klasse führen kann. Ich finde, ein gutes Schulsystem braucht ausreichend Ressourcen. Mir wäre es das Wert.

      • Sportpapi sagt:

        Danke, Nadia Meier. Leider habe ich die Originalstudie (=Lizentiatsarbeit) nicht online gefunden und auch nicht das angeführte Interview mit Franziska Bischof. Und untersucht wurde der Vergleich von Hausaufgaben mit einem Schulmodell, das als Ersatz eine zusätzliche Schulstunde vorsah. Und überprüft wurde wohl ausschliesslich Mathe. Die erwähnte Zufriedenheit der Schüler, die in zwei unterschiedlichen Kantonen zur Schule gingen, konnte, musste aber nicht mit dem Thema Hausaufgaben zusammenhängen.
        Wie auch immer: Der Versuch wurde wieder abgebrochen, Hausaufgaben wieder eingeführt.

      • Martin Frey sagt:

        Danke für die Antwort, Fr. Meier.
        Habe die Studie selber nicht gelesen, aber wie so oft ist halt eine Studie etwas wenig um eine pauschale Aussage daraus abzuleiten. Zumindest nach meinem Verständnis.
        Zudem gibt es dazu offenbar auch andere Untersuchungen wie der heutige Diskussionverlauf zeigt.
        @Sisifee: Ob bei der Integrationsidee Spargedanken vordergründig waren kann ich nicht beurteilen. Wenn man aber nach Jahren erkennt, dass eine Idee vielleicht doch ihre Defizite aufweist, muss man vielleicht auch mal diese Idee einer Prüfung unterziehen. Und nicht einfach pauschal immer nach mehr Ressourcen verlangen wie es halt immer wieder passiert. Denn man würde ja erwarten, dass bei einer Reform entweder irgendwann die Resultate besser sind oder doch etwas gespart werden könnte.

    • alam sagt:

      Was ist denn ein „schlechter Schüler“? Beispiel: Wenn du ein Kind hast, dass tolle Geschichten schreibt, bei denen aber ausschliesslich die Rechtschreibung zählt… ja dann hast du einen „schlechten Schüler“ zu Hause… der dann bald auch mal nicht mehr die geringste Lust verspürt, irgendwas aufs Papier zu bringen. Ziel erreicht?
      Zum Glück bist du keine Lehrperson. Die sollten nämlich im Jahr 2016 wissen, wie nicht nur das gleiche fixe Programm für alle abgespult wird, und wie auch „schnelle Lerner“ gefördert und gefordert werden.

      • Sportpapi sagt:

        Leider bin ich Lehrperson. Und mit einer Unterstufenlehrerin verheiratet. Und Vater eines Zweitklässlers, der zu den sehr schnellen Lernern gehört (und eine tolle Lehrerin hat).
        Deshalb weiss ich, dass individuelles Lernen, Förderung jedes Kindes auf seinem Niveau zwar das Motto und der Anspruch ist, nicht aber die (umfassende) Realität. Denn nach wie vor ist nur ein Lehrer da, der über 20 Kinder zu betreuen hat, wovon einige wirklich ernsthafte schulische Sorgen haben und deshalb viel Priorität geniessen – von disziplinarischen Schwierigkeiten moderner Klassen ganz zu schweigen.

      • Sportpapi sagt:

        Ausserdem glaube ich nicht, dass bei Aufsätzen ausschliesslich die Rechtschreibung zählt. Vielfach im Gegenteil, was auch nicht in Ordnung ist.
        Aber gut, den pauschalen „Schlechten Schüler“ nehme ich zurück. Bzw. beziehe das mal auf das Schulfach, zu dem die Hausaufgaben gehören. Unser Sohn ist z.B. ein schlechter Schüler, wenn es um Schönschrift geht.

      • Sisifee sagt:

        @SP: @SP: 20 Kinder? An unserer Schule 24-26! Mit dem genannten Mix aus Schnelllernern, Sorgenkindern, ads/adhs-Betroffenen und sonstwie Rebellierenden. Die Schulen müssten einfach viel mehr Ressourcen haben, um ihren Integrationsauftrag zu erfüllen.

  • mila sagt:

    Eine Frage: Wenn Hausaufgaben den Lernprozess nicht beschleunigen, weshalb sind sie dann ‚ungerecht‘, bzw. chancenverungleichend? Unterstützende Eltern würden in diesem Sinne ja nur ‚kosmetische‘ Abhilfe leisten, für die reine Fleissbilanz sozusagen…

    • mila sagt:

      …aber ernsthaft: ich kann derartige Chancengleichheitsparolen je länger je mehr nicht mehr hören. Respektive, die dahinter implizierten Nivellierungsbestrebungen. Werden wir bald soweit sein, mehr-leistenden Kindern Hausaufgaben zu verbieten, damit sie den anderen ja nicht vorauseilen? Diese Fixierung auf den gepflegten Durchschnitt, der mit vielerlei schulischen Mitteln ‚gefördert‘ wird, hat mittlerweile fast schon pathologische Züge. Wehe dem, der aus der normativen Skala rausfällt, in beiderlei Ausschlagsrichtungen…

      • Till Lindemann sagt:

        wenigstens eine, die denkt… danke Mila

        Von den Hausaufgaben profitieren genau die Kinder, die länger brauchen.
        Es ist nämlich so, dass die Husi in der Unterstufe auf 10 min(!) angesetzt sind. Später dann 20 min.
        Ein Kind von uns macht das auch in 5-7 min.
        Das andere braucht vieeel länger. Wir sind sehr froh um die Husi. So bekommen wir 1:1 mit, wo unsere Kinder stehen und was sie (noch) lernen müssen.
        Die Kinder lernen Selbstverantwortung, Zeiteinteilung etc. Zum Spielen haben sie immer noch soviel Zeit, dass ihnen oft genug langweilig ist.
        Hier geht es doch nur um Eltern, die einfach ihre Ruhe haben wollen. „Sollen doch die Lehrer alles machen und am besten die Kinder noch 1-2 Stunden mehr betreuen…“

      • Martin Frey sagt:

        Das hat sicherlich etwas auch mit der Schweiz zu tun, mila. Bei uns ist nämlich Mittelmass Trumpf, wenn man ehrlich sein will. Wenn jemand nach „unten“ ausschlägt wird das sogar noch eher akzeptiert als nach „oben“, scheint mir. Gepaart mit einer Art „sozialdarwinistischen Nivellierung“ vermeidet man krampfhaft auch alle Begriffe die in dem Kontext irgendwie schmerzen könnten. Darunter sind so verpönte Begriffe wie „Elite“, Glamour, „Beste“ usw. die bei unüberlegtem Gebrauch sofort Argwohn erregen würden.
        Dies scheint mir in anderen Ländern weniger der Fall zu sein.

      • mila sagt:

        Ähnliches lag auch mir in den Tasten… aber ich wollte den Bogen nicht schon frühmorgens überspannen. 😉

      • Martin Frey sagt:

        Dann bin ich wenigstens nicht der Einzige der das so empfindet… 🙂

      • Alpöhi sagt:

        Im schweizer Bünzlitum wird jeder Grashalm, der über den Durchschnitt herausragt, auf das Mittelmass zurückgemäht. Jeden Samstag. Und nicht nur die Grashalme…

      • tina sagt:

        till lindenmann: es gibt ja noch anderes interessantes und wichtiges im leben als nur schulstoff. und das würde man als eltern gerne seinen kindern vermitteln. aber das kind kaut noch an den hausaufgaben….
        mila: zu deinem beitrag 7:48: wenn ein kind die hausaufgaben nicht selbständig schafft, dann können den einen die eltern helfen. den anderen nicht. so kann ein kind die aufgaben gar nicht machen oder hat massiv viel länger. das hat mit kosmetik nichts zu tun, sondern das kind ohne unterstützung quält sich ungleich mehr. so lustig finde ich das nicht.
        ja, ich finde tatsächlich, dass die elite auch ausserhalb der volksschule input bekommen kann und man eher die schwächeren unterstützen muss. die starken sind dank ihrer stärke selber in der lage, ausserdem geht es in der volksschule um

      • tina sagt:

        grundfertigkeiten

  • dres sagt:

    Dieser Beitrag dürfte wohl nicht viele Kommentare generieren. Absolut einverstanden – ganz sicher auf Niveau Unterstufe.

  • Stefan Moser sagt:

    Ich stimme überein. Allerdings kann das Argument nicht sein, dass es dem Kind stinkt. Den Tisch abräumen, Kompost rausbringen, Schuhe ins Regal stellen etc. stinkt ihm auch. Aber bei uns haben bereits Erstklässler 27 Wochenlektionen Schule und dann noch jeden Tag Husi. Nach einigen Wochen Schule war unser Siebenjähriger jeweils so fertig, dass er die Lust auf die Schule verlor (und er hatte sich so gefreut). Mittlerweile geht’s wieder – aber kurz vor den Ferien sind die Kinder einfach weichgekocht. Und dann noch Husi.

  • Ka sagt:

    Wie immer ist die Lehrpersonal entscheidend. Zum Glück hatten meine Kinder eine kreative Lehrerin, tolle Hausaufgaben waren z.b. : zählen der Bücher, Bälle etc. zu Hause, Seilspringen und aufschreiben wie oft es gelang, einkaufen von Obst Gemüse im nächsten Laden, Gewicht und Preis aufschreiben, die Grosseltern nach den Erinnerungen an die Primarschule ausfragen, jonglieren üben, etc. Und der Schwierigkeitsgrad der normalen Hausaufgaben war so, dass sie von 90 Prozent der Schüler allein bewältigt werden konnten. Die zwei drei Schüler die die Hausaufgaben nicht konnten, bekamen Unterstützung der Schule. Auf dem wochenlang gaben die Kinder jeweils Rückmeldung, ob es zu viel oder zu schwierige Hausaufgaben waren.

  • LP sagt:

    Einleuchtende Argumente,die ich als Lehrerin und Mutter unterstütze.Bloss:Gerade das scheinbar tumbe Einüben von Buchstabenformen auf der Unterstufe ist elementar wichtig-und seit die Schule das Fach „Schreiben“ wegrationalisierte, sollte das Schreibenkönnen irgendwie so ganz nebenher eingeführt,GEÜBT,automatisiert werden.Da bleibt einfach nur die Option,dafür auch zu Hause Zeit dafür einzusetzen.Ähnlich läufts bei Basics in Mathe.
    Als Oberstufenlehrerin sehe ich auch den Aspekt des Trainings für eine Lern-Kultur,die im weiteren Studium unbedingt nötig ist.

  • Melanie sagt:

    Liebe Frau Meier, ich bin hunderprozentig Ihrer Meinung!

  • bcn sagt:

    ich hab letzthin unseren lehrling im büro gefragt, ob er gerne in die schule ging. er sagte, eigentlich schon nur was wirklich nervte waren die hausaufgaben!
    mal ehrlich, wenn wir von der arbeit nach hause kommen, arbeiten wir auch nicht weiter, oder? dann ist feierabend und f. die kinder spielzeit! frau meier hat absolut recht: ufzgi abschaffen!

    • tina sagt:

      ….und warum sollen hausaufgaben für ältere sinnvoller sein? in der oberstufe haben die kinder ja locker 35 lektionen. dazu noch hausaufgaben. und ämtli. dazu vorteilhafterweise ein musikinstrument spielen und unterricht nehmen, vereinssport betreiben, freunde und familie nicht zu kurz kommen lassen.

    • maia sagt:

      @bnc: „wenn wir von der arbeit nach hause kommen, arbeiten wir auch nicht weiter, oder? “ – Sie haben offenbar sehr sehr viel Glück, mit ihrer Arbeit und ihrem Leben. Natürlich arbeiten sehr viele Menschen wenn sie von der Arbeit nach hause kommen weiter. Arbeiten noch für’s Geschäft, waschen, putzen, kochen – Erledigen noch all die sog. unbezahlten Arbeiten.

    • Sportpapi sagt:

      Vielfach nehme ich Arbeit nach Hause, weil ich dafür früher gehen kann. Das Abschaffen von Hausaufgaben würde nun dazu führen, dass der flexible Teil von Schule auch noch in zusätzlichen, fixen Lektionen abgehandelt werden müsste. Ob die Kinder das lieber hätten? Und die Eltern?

    • Martin Frey sagt:

      „mal ehrlich, wenn wir von der arbeit nach hause kommen, arbeiten wir auch nicht weiter, oder?“
      Da sollten Sie vielleicht weniger von sich selbst ausgehen, bcn. Ganz abgesehen von anderen unbezahlten Arbeiten (z.b. Kleinigkeiten wie Haushalt) die es noch zu erledigen gilt, gibt es ganz viele Leute die dann zuhause (zb. auch mit Fernzugriff) weiter arbeiten nachdem sie die Kinder ins Bett gebracht haben.

    • Muttis Liebling sagt:

      Die ausserbetriebliche Fortbildung ist das Pendant der Eltern zu den Hausarbeiten der Kinder. Kinder, die keine schulischen Hausarbeiten zu erledigen haben, haben das gleiche Schicksal, wie Erwachsene, welche sich nicht fortbilden:

      Beste Voraussetzungen für den sozialen Abstieg ins Bildungs- und dann in Berufsprekariat.

      • tina sagt:

        erwachsenenbildung läuft aber gar nie so, dass man täglich ein stündchen täglich am feierabend noch einbaut, das aber zwingend erledigt haben muss.
        fortbildung für erwachsene sind meist kurse, die entweder einen halben tag am stück gehen und damit abgehakt sind, oder ein paar wochen lang 1mal wöchentlich abends. die vor- und nachbereitung der längeren kurse kann man wiederum machen wann man will und schlussendlich auch ob man will

      • maia sagt:

        @Tina: Wann haben Sie das letzte mal eine Weiterbildung gemacht? Bei meiner letzten wurde vorausgesetzt, dass man wöchentlich ca. 10-20 Stunden zu Hause lernt. Wenn Sie eine Sprache lernen, dann kommen Sie um regelmässiges Lernen nicht herum. Eine Kollegin macht im Moment eine Weiterbildung: d.h. 2 Abende pro Woche und Sa-Vormittag Schule und daneben ca. 10 Stunden Aufgaben.

      • tina sagt:

        ich mache mehrmals jährlich fortbildung. so wie von mir beschrieben. die letzte war letzte woche.
        wenn du die verordneten hausaufgaben nicht machst, was ist dann der effekt? das wird gar nicht kontrolliert oder bewertet.
        aber meine aussage war ja, dass man die hausaufgaben machen kann wann man will. also nicht wie die schüler: mach auf morgen dies und jenes.
        wir sind nicht gezwungen jeden abend 2 stunden hausaufgaben zu machen auf den nächsten tag.

      • Nala Rubischon sagt:

        @Tina: Sie wollen behaupten, dass ich meine Weiterbildung ohne Hausaufgaben geschafft hätte? Ich hab sinnloserweise ein Jahr lang jeden Tag (Sa/So ausgenommen) über 1 Stunde Hausaufgaben erledigt, für nichts und wieder nichts? Ah moment, ich hab die Prüfung mit 6 bzw. 5.5 abgeschlossen. Könnte es daran liegen, dass ich genug neben der Schule gelernt habe? Sachbearbeiter Finanz-/Rechnungswesen und Treuhand (ja, zwei Weiterbildungen gleichzeitig) sind ja nun auch nicht gerade die einfachsten Lehrgänge.

      • tina sagt:

        äh nein, das meinte ich nicht. gratulation nebenbei.
        ich meinte eigentlich das, was ich auch schrieb. soll ich nochmals? habe ja sonst nichts zu tun :). also:
        aber meine aussage war ja, dass man die hausaufgaben machen kann wann man will. also nicht wie die schüler: mach auf morgen dies und jenes.
        wir sind nicht gezwungen jeden abend 2 stunden hausaufgaben zu machen auf den nächsten tag.

      • maia sagt:

        @Tina. ok, wenn Sie so Wohlfühlkürslein als Weiterbildung deklarieren, dann haben sie wohl recht. Aber wenn Sie eine Prüfung bestehen müssen, oder eben z.B. die Sprache, das PC-Programm etc. dann anwenden müssen, dann sieht es doch etwas anders aus.

      • tina sagt:

        boah.
        ja gut, vielleicht muss ich einfach bei pc anwenderkürslis nicht auch noch üben. sie können vielleicht besser stricken

      • tina sagt:

        ps: einer meiner 3 jobs ist programmierer. früher gab ich kurse.
        gemäss alpöhi sollten Sie mehr fremdsprachige chansons üben 😉

      • maia sagt:

        @tina – bei „Kürslis“ muss ich auch nicht üben, aber Sie wollen doch wohl die Schule nicht mit einem „Kürsli“ vergleichen.

  • 13 sagt:

    Aber, aber Frau Meier. Sie wollen doch nicht wirklich etwas ändern, das so lange Bestand hatte. Wir leben ja schliesslich in der Schweiz. Wo kämen wir da hin, wenn Änderungen wirklich möglich wären? Womöglich ohne voher 30 Jahre zu diskutieren? Also, so geht das nicht! Schliesslich hatten wir schon Hausaufgaben und es hat uns nicht geschadet. Man soll die heutigen Kinder nicht so verweichlichen. Spielen? Also wirklich, wie sollen sie da auf den Ernst des Lebens vorbereitet werden?Und schliesslich weiss ja jeder, dass jede Sekunde der Kindheit nur der Vorbereitung aufs Erwachsenenleben gilt!
    *achtungironie*

    • 13 sagt:

      Aber im Ernst: ich bin völlig Ihrer Meinung, sogar unsere Schulleiterin befürwortet das, aber eben sind Änderungen hierzulande etwas schwierig und schwerfällig. Ich würde sogar noch weitergehen und die Nachmittagsschule abschaffen: bei uns haben 1.+2. Klässler 23 Lektionen. Würde man Mo-Fr einfach am Morgen je 5 Stunden machen, gäbe es 25, damit wären die Hausaufgaben auch mit drin und die Kinder hätten täglich ab spätestens 13.00 Uhr frei. Davon kann ich aber nur träumen.

      • tina sagt:

        wobei „frei“ ja bedeuten würde, dass sicher 70% betreut werden. im schulhaus. mit all den schülern die sie gar nicht mögen. um lauter verbote zu bekommen und dafür ein programm aufgehalst

      • Sportpapi sagt:

        Fragen Sie doch mal den Lehrer Ihres Vertrauens, ob sie auch von 5×5 Lektionen am Stück träumen. Und wie es so ist mit der Aufmerksamkeit und der Lernbereitschaft von Kindern und ihrer Belastbarkeit. Schon heute wird die Schule ja immer mehr nach den Bedürfnissen der Eltern, und nicht der Kinder aufgebaut (Blockzeiten, etc.).
        Und dann fragen Sie mal die Eltern in Ihrem Umfeld, die immer häufiger nach Tagesschulen verlangen, ob so eine Kompaktschule mit Schulschluss 13 Uhr auch das ist, wovon sie träumen.
        Und dann fragen Sie mal noch die Kinder. Ob sie lieber länger in der Schule bleiben würden, wenn sie dafür keine Hausaufgaben mehr hätten.

      • Sisifee sagt:

        Mein Traum-Schulmodell für die Unterstufe:

        – 7.15-8.00: Bewegungsstunde, fakultativ
        – 8.10-12.30: Fachunterricht (Mathe / Sprachen /Mensch&Umwelt/Religion und Kultur)
        – 12.00-13.15: Mittagessen
        – 13.30-16.30: Aufgabenzeit / Sport, Werken oder Musik nach Wahl / Ergänzungsunterricht für die, welche es brauchen (Logo / DaZ / Aufgabenhilfe)
        – 16.30-18.00 Auffangzeit

      • Sportpapi sagt:

        @Sisifee: Jeden Nachmittag Schule? Ob das wohl auch der Traum der Kinder wäre?

      • 13 sagt:

        @ Tina
        Na ja, ich vertraue da den Eltern genug, um eine Betreuungsmöglichkeit zu finden, die auch den Kindern zusagt.

        @ SP
        Lehrer fragen? Sie meinen diejenigen, die sich eh schon ihre Schulstunden nach eigenem Gusto zusammenstiefeln können? Mein Mitleid hält sich in Grenzen, die Fabrikarbeiterin wird auch nicht gefragt, ob ihr der Beginn um 6.00 Uhr zusagt. Und nach 3 Jahren und stundenlangen Diskussionen mit Schulleitern und Eltern bin ich da desillusioniert. Die Organisation der Schule dient in erster Linie der Schule, weder den Eltern noch den Kindern, die Blockzeiten, sofern sie eingehalten werden sind ein Witz, gleich wie die Stundenpläne. Und die Kinder in meinem Umfeld hätten nichts gegen freie Nachmittage.

      • 13 sagt:

        Was die Eltern anbelangt sehe ich zwei Lager: Diejenigen, die davon überzeugt sind, dass ihre armen Kinderlein sterben würden, wenn sie eine Stunde später zu Mittag essen können und dafür den freien Nachmittag doch sehr geniessen, um in Ruhe den Haushalt zu machen o.ä. Und diejenigen, die sowieso, auch bei meinem Modell eine Betreuung brauchen, aber es angenehmer fänden, diese fix von 13.00-18.00 zu suchen, als von 12.00-13.15 und 15.15-18.00. Ich kenne unzählige, wo die Grosseltern, also die private Betreuung, die Sie doch so befürworten, genau deshalb nicht mehr hüten können/wollen, weil sie die Kinder nicht einfach abholen und bei sich zu Hause beaufsichtigen können, aber zu weit wohnen für ein hin und her.

      • Sisifee sagt:

        @Sportpapi: Nachmittags nicht Schule im herkömmlichen Sinn, nein! Die welche ein Instrument spiele, besuchen dann den Musik- / Instrumentalunterricht, die, welche Sport machen, diesen. Die, welche Werken wählen, sind im Atelier. Es ist eine Art Wahlkurs-Modell.
        Ausserdem würde ich den Mittwoch Nachmittag frei lassen.
        Die Kinder, welche spezielle Fördermassnahmen brauchen, haben Zeit für diese.
        Meine Kinder fänden es recht toll, wenn sie um 16.30 heimkommen und danach im Quartier herumlungern könnten, ohne Ufzgi. Sie haben ohnehin an 3 Nachmittagen Schule.

      • Sportpapi sagt:

        @Sisifee: Also Ganztagsschule. Wobei dann unklar ist, weshalb Unterricht und Freizeit (Wahlprogramm) doch so klar zeitlich getrennt wird.
        Und da es ja Ihr Traum ist, müssen Sie sich weder mit den Träumen der Kinder befassen, noch mit der Realisierbarkeit (z.B. Kosten: wer gibt denn diesen schönen Wahlunterricht, z.B. im Sport? Der Trainer, der das abends gratis macht, ist am Mittag ja nicht verfügbar…)

      • Sportpapi sagt:

        @13: „Mein Mitleid hält sich in Grenzen, die Fabrikarbeiterin wird auch nicht gefragt, ob ihr der Beginn um 6.00 Uhr zusagt. Und nach 3 Jahren und stundenlangen Diskussionen mit Schulleitern und Eltern bin ich da desillusioniert. “
        Ich erinnere daran: Wir haben Lehrermangel. Und offensichtlich läuft es in Bern auch etwas anders als in Zürich. Was dabei eher Referenz sein soll, weiss ich nicht. Aber in Zürich versucht man seit längeren, Minimalpensen durchzusetzen und die Anzahl Lehrer pro Klasse zu reduzieren. Ohne Erfolg. Weil die Schulleiter diese Idee der Bildungsdirektion unter den aktuellen Vorgaben der Bildungsdirektion praktisch nicht umsetzen können.
        Suchen Sie mal die Lehrperson, die noch ein 100%-Pensum hat. Und dies bewältigen kann!

      • 13 sagt:

        Die Ursache ist mir schon klar. Ich kenne das Dilemma auf etliche Lehrerforderungen eingehen zu müssen, um die Lehrer zu Behalten bzw. bekommen. Dann aber zu behaupten, die Organisation ist elternangepasst ist eine Frechheit. Beim Pensum ist es nicht anders. Wir haben einige Lehrer mit einem Vollzeitpensum, wer aber keins will, muss auch keins leisten. Die Wahl des Pensums liegt bei der Lehrperson. Dies zu einer Zeit, wo in der Privatwirtschaft soviele (Frauen wie Männer) für Teilzeit hart kämpfen und einige Repressionen auf sich nehmen müssen. Und diese Jobs sind oft nicht einfacher! Ich sage nicht, dass sie LPs keinen guten Job machen. Oft tun sie dies, auch wenn es nicht immer leicht ist, aber die Organisation der Schule ist mir persönlich ein Dorn im Auge.

      • Sisifee sagt:

        @ Sportpapi: Woher wissen Sie so genau, dass die Träume meiner Kinder nicht in mein „Traum-Schulmodell“ eingeflossen sind? Das Gegenteil ist der Fall.
        Werk- und freier Sportunterricht wird von den üblichen Lehrkräften erteilt. Musikunterricht ebenso. Wer zB. eine Kampfkunstschule besucht, kann dies auch in dieser Zeit tun – vielleicht sind da ja Kooperationen möglich. Ich kenne einige Fussballtrainer, welche selbst Kinder haben und vermutlich nicht mal unglücklich wären, wenn sie das Training an einem Papi- oder Mami-Tag auf dem Schulhaus-Areal geben könnten. Wieso sollte die Schule nicht vermehrt mit Vereinen / Musikschulen / Sportanbietern kooperieren?

      • Sportpapi sagt:

        @Sisifee: Zumindest meine Kinder haben andere Träume. Lehrer, die solche Angebote leiten? Das kostet… Im freiwilligen Schulsport hat man das im Kanton Zürich versucht, zuerst zu reduzierten Ansätzen, dann zu vollen Löhnen. Nicht mal da waren die Lehrer in grösserer Zahl bereit, Angebote zu machen. Aber noch einmal: Eigentlich ist dieses Geld nicht vorhanden!
        „Wieso sollte die Schule nicht vermehrt mit Vereinen / Musikschulen / Sportanbietern kooperieren?“ Das wird in Deutschland flächendeckend versucht, eben gerade um Freiwilligenarbeit auch im Schulalltag zu bekommen (und damit Geld zu sparen). Mit grossen Problemen, obwohl es dort durchaus professionellere Vereine gibt als in der Schweiz. Bei uns ist das tagsüber nur in Ausnahmefällen machbar (habe ich selber erprobt!)

      • Sportpapi sagt:

        @13: Blockzeiten (inklusive dafür benötigte zusätzliche Lektionen), Auffangzeiten, Betreuung bei Abwesenheiten usw. ist eine Dienstleistung an die Eltern. Dass es Kleinpensen braucht für Teamteaching, weil Halbklassen nicht mehr einfach hintereinander (8-10, 10-12) wie früher geführt werden können, ebenso. In gewissen Schulstufen können Lehrer so nur noch ein volles Pensum haben, wenn sie in anderen Klassen Stunden bekommen.
        Für Primarschüler/Unterstüfler wären vermutlich drei Lektionen an einem Morgen genügend. Und sicher nicht fünf in Serie!

      • tina sagt:

        „Na ja, ich vertraue da den Eltern genug, um eine Betreuungsmöglichkeit zu finden, die auch den Kindern zusagt.“
        das klingt grausam herablassend. wenn man anfangen müsste seine kinder von 13uhr bis abends täglich fremdbetreuen zu lassen würde das sehr sehr sehr sehr teuer. bei diesem modell würde es darauf hinauslaufen, dass die kinder im schulhaus bleiben. und egal welche betreuungsform, sooo lässig finden das kinder im schulalter eben nicht mehr….wenn es nur 2-3 tage sind, nur 1-2 stunden nach schulschluss oder über mittag, dann mag das noch gehen. aber täglich den ganzen nachmittag ist ein anderes kaliber

      • 13 sagt:

        @ SP
        Und wie würden sich Ihre Kinder denn das perfekte Schulsystem vorstellen?

        @ Tina
        Das war nicht herablassend gemeint. Die Betreuungsstunden würden ja nicht wachsen, nur anders verlegt werden. Ob ich meine Tagesmutter an einem Tag für 6 Stunden bezahle und am anderen für 4, wobei fairerweise kurze Abwesenheiten der Kinder auch bezahlt werden müssten, oder ob ich sie täglich für 5 Stunden bezahle, macht ja keinen Unterschied. Aber die Kinder müssten nicht hin und her, sondern wären zuerst an einem, dann am anderen Ort. Dazu brauchen die wenigsten 5 Tage pro Woche eine Betreuung und die Kinder hätten an den Tagen, an denen sie zu Hause sind, die Möglichkeit wirklich zu Hause zu sein oder abzumachen etc., weil sie eben nicht nochmals in die Schule müssen oder Hausaufgaben machen.

      • 13 sagt:

        Und ich denke, dass jeder berufstätige Elternteil verpflichtet ist, eine für das Kind angemessene Betreuung zu suchen. Stellt man fest, dass es im Hort unglücklich ist, dann eben eine Tagesmutter. Das traue ich eben den Eltern durchaus zu. Wieso es herablassend sein soll, dass ich glaube, dass dies die meisten schaffen, verstehe ich nicht.

      • tina sagt:

        ich habe die antwort gegeben, mehr kann ich dazu nicht sagen. ich bezweifle, dass du versucht hast zu verstehen was ich meine

      • 13 sagt:

        @ Tina
        ?? Ja, ähm, gut…

      • tina sagt:

        ok, dann halt.
        du meinst, die betreuungszeit würde nicht wachsen. doch, würde sie. denn manches kind kann 16uhr bis 18uhr allein zuhause sein, und braucht einfach einen mittagstisch, wenn nachmittags schule ist. ist aber um 1 schule fertig, müsste es den ganzen nachmittag betreut werden.
        bild dir nicht ein, dass kinder den schulhort so toll finden. nicht schlimm, aber auch nicht lässig. das ist für über mittag tragbar, aber für alle schultag-nachmittage eben dann doch nicht mehr gut. und eine tagesmutter erst recht eher nicht, da das kind alleine dort ist, und ausserdem hängt zuviel an einer person (was ist wenn sie krank wird, oder kündigt).
        es ist nicht nur eine frage des wollens, ob man einen guten betreuungsplatz findet.
        ich hoffe, nun kommt es an

    • Widerspenstige sagt:

      Genau gleiche Meinung wie es 13 so schön ironisch auf den Punkt bringt und Nadia Meier in meinen Augen wieder mal ebenso.

      Frage an die ewigen Traditionalisten: wie machen denn das die Tessiner? Die bekommen das hin schon seit über 20 oder gar 30 Jahren! Sind die besser organisiert als der Rest der Schweiz was Schulleitung anbelangt? Es ist mir nicht bekannt, dass Tessiner SchülerInnen darunter leiden – im Gegenteil haben die auch noch längere Sommerferien ab Mitte Juni bis Mitte August. Da staunt der Laie was in der kleinen Schweiz mit seinem Kantönligeist alles möglich ist, wenn man es wirklich will.

      • Sportpapi sagt:

        Die Tessiner sind nach meinem Wissen in allen Schulleistungstests auf den hintersten Plätzen. Ansonsten kenne ich das Schulsystem dort nicht, und kann nicht vergleichen, was sonst noch alles eine Rolle spielt.
        Dass lange Ferien bezüglich Lernen aber problematisch sind, ist längst bekannt.

      • Widerspenstige sagt:

        Da würdest Du Dir aber auf die Zunge beissen, wenn du mit meinem Tessiner Schwiegersohn darüber diskutieren würdest. Er könnte Dir das genaue Gegenteil aus Erfahrung sagen, denn er hat mit Bravour den Dr. phil. an der Uni Zürich gemacht. Einzig die deutsche Sprache war ein kleines Hindernis für ihn bei seinem Lizentiat. Deine Aussage ist eine Beleidigung für alle Tessiner SchülerInnen und Du solltest Dich mässigen, Sportpaps. Dass lange Sommerpausen einen Einfluss auf den Schulstoff haben können, das kann durchaus kontraproduktiv sein.

      • Sportpapi sagt:

        WS, ich habe viel mit Tessiner Studenten zu tun. Ansonsten verweise ich auf die Leistungsstudien, die ich nicht erfunden habe.
        Aber toll, es gibt Tessiner mit Dr? Ach hätten wir die doch in der Deutschweiz auch…
        Und nein, ich beleidige die Tessiner Schüler nicht, die ja für ihr Schulsystem nichts können.

      • Franz Vontobel sagt:

        Da muss ich WS für einmal klar unterstützen! Kommt ja nicht von ungefähr, dass das Tessin als der Schweizer Wirtschaftsmotor gilt! 😀

      • Widerspenstige sagt:

        Und somit ist dieses Schulmodell aus der Südschweiz mit solch abschätziger Bemerkung nicht diskussionswürdig? Das ist fast schon ketzerische Vorgehensweise um ja nicht flächendeckende Anspruchshaltung von Eltern hervor zu rufen, gell. Trotzdem haben die Tessiner bewährte Tagesschulen mit betreutem Mittagessen/Hausaufgabenhilfe. Und ja, leider bleiben die meisten Spitzenleute in den Regionen der Schweiz hängen, wo sie ihr Studium absolviert haben. Das ist das Dilemma, welches näher angesehen werden sollte.

      • Sportpapi sagt:

        @WS: Es ist durchaus diskussionwürdig. Aber mit Argumenten, nicht mit Glauben und Hörensagen.

      • Widerspenstige sagt:

        Franzl, das Tessin lebt vorwiegend vom Tourismus und entsprechenden kultureller Vielfalt. Wer so viele Täler aufweist und grosser See sein eigen nennt, muss kreativ sein und diesem schwierigen aber nicht wenig reizvollen Umstand entsprechend Rechnung tragen. Es wimmelt im Tessin ja von Deutschschweizern, die ganz gerne sich vom Tessiner Charme einlullen lassen. Also bitte weniger Polemik wegen der ganz eigenen Tessiner Mentalität, die ich immer wieder gerne geniesse. Zudem hat das Tessin Persönlichkeiten wie ein Mario Botta und eine Carla del Ponte und ein Clay Regazzoni hervorgebracht. Der jetzige UBS-CEO stammt ebenso aus dem Ticino, Sp!

      • 13 sagt:

        Können Sie die Leistungsstudien referenzieren? Wurden dabei auch Faktoren, wie die Tatsache, dass Tessiner in der Schweiz die meisten Fächer in einer Fremdsprache studieren müssen und die Distanz der nächsten Uni zum Wohnort mitberücksichtigt? Ich war nie an der Uni tätig, aber diejenigen Tessiner, die mit mir studierten, hatten ganz sicher keine schlechteren Leistungen als die Deutschschweizer oder die Welschen. Im Gegensatz waren sie diejenigen, die ein zweisprachiges Studium (deutsch/französisch) oftmals müheloser bewältigt haben als die anderen.
        Wenn lange Ferien derart problematisch wären, müssten ja ganze Staaten grosse Bildungsnachteile haben, die ich kaum erkennen kann.
        Und dann die ketzerische Frage: Sind Schulleistungen das wirklich Entscheidende?

      • Sportpapi sagt:

        Googeln, Schulleistung Tessin: http://www.nzz.ch/pisa-kantone-1.13519989
        Ja, die Tessiner Studenten sind teilweise sehr gut. Aber es kommen auch vorwiegend die in die Deutschschweiz, die eben gut sind. Was sie vom Tessiner Sportunterricht berichten, lasse ich nun mal als irrelevant weg.
        Ansonsten: klar, wenn man Schulleistung nicht als zentrales Ziel von Schule sieht, kommt man natürlich zu ganz anderen Schwerpunkten. Für mich ist das aber das Hauptkriterium.

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Danke.
        Schulleistung mag als zentrales Ziel der Schule gelten, aber meine Frage bezog sich eher darauf, welchen Stellenwert die Schule und damit die Schulleistungen im Leben des Kindes haben sollte und da sind wir nicht gleicher Meinung. Ja, ein Kind, das nachmittags zwei Stunden an den Hausaufgaben sitzt, wird vermutlich mehr Schulstoff lernen als dasjenige, das die Zeit auf dem Spielplatz verbringt. Welches jedoch mehr Lebensrelevantes lernen wird, ist eine andere Frage.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Eine gute (Schul-)Ausbildung halte ich für sehr lebensrelevant.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Dem widerspreche ich überhaupt nicht, es ist nur nicht das Einzige. Wir suchen gerade neue Mitarbeiter. Wer gute Noten und/oder Arbeitszeugnisse mitbringt, aber ansonsten nichts, weder ein Engagement bei einem Verein, Politik etc. noch Familie hat, wird gar nicht erst zum Gespräch eingeladen. Wir brauchen Menschen, die mehr mitbringen als eine gute Schulbildung, man nennt das auch Lebenserfahrung 😉

      • Sportpapi sagt:

        @13: Und dem widerspreche ich nicht. Aber praktisch alle engagierten jungen Menschen, die ich aus Vereinen kenne, sind auch schulisch gut und mach(t)en ihre Hausaufgaben. Sie haben eine gewisse Einstellung und Arbeitshaltung.

    • Sisifee sagt:

      @ tina: Meine Kinder hocken zwar nicht gerne in der Schulbank, tummeln sich aber gerne auf dem Pausenplatz. Über den Hort (2x mittags, 1x nachmittags) schimpfen sie zwar, sie nennen ihn „Kindergefängnis“ (weil sie ihrer Meinung nach zuviel helfen müssen).
      Als ich jedoch neulich unsere kranke 3jährige betreute und ihnen anbot, mittags / nachmittags heimzukommen statt in den Hort zu gehen, haben sie das Angebot ausgeschlagen. Grund: Da hat es Gschpändli, mit denen sie nur im Hort spielen können. Ich denke also, „nicht schlimm“ ist gut genug… ;-).

      • tina sagt:

        hey meine kinder gingen auch in den mittagshort 🙂 . ich meinte es genau so, wie du schreibst. hier aber war ja thema, wenn um 1 schulschluss wäre, sie mehr zeit im hort verbringen müssten.

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