Spielend durch die Nacht, müde durch den Tag

Müde Schüler im Unterricht kennt jeder Lehrer: Szene aus der Technischen Berufsschule Zürich. Archivfoto: Martin Ruetschi (Keystone)

33 Stunden pro Woche spielt er Computerspiele. Unter der Woche sind es täglich 2 bis 3 Stunden, am Wochenende 20 Stunden, manchmal auch am Stück: Sein Rekord beträgt 24 Stunden, die er – abgesehen von Gängen zum Klo und Kühlschrank – vor dem Computer sass. Auch wenn er dabei allein vor dem Computer sitzt, allein ist er nicht. Per Skype schalten sich Kollegen dazu, spielen mit ihm oder gegen ihn, und nach einem nächtelangen Game-Marathon wird oft zum Abschluss im Morgengrauen «gemeinsam» ein Film geschaut (alle drücken gleichzeitig auf Start und kommentieren per Chat oder Skype.)

Was mein Schüler (16) der Klasse erzählte, war den anderen keineswegs fremd. Ich fragte in die Runde, wer ebenfalls ab und zu eine Nacht «durchgame». Die Hälfte streckte auf. Völlig normal, meinte ein Schüler. Beim «Gamen» vergesse man eben alles in sich und um sich rum – Zeit, Raum, Hunger, Durst, Müdigkeit.

Das veranlasste mich zu einer kurzen Umfrage bei zwei Klassen. Das Resultat: Rund ein Viertel der Befragten gab an, 14 Stunden und mehr pro Woche zu spielen, der Rest spielt zwischen einer und acht Stunden pro Woche. Nur fünf von 30 Schülern sagten, dass sie nie gamen. Und in beiden Klassen sitzen zwei Extremgamer, die bis zu 40 Stunden pro Woche spielen.

Dass es exzessive Gamer gibt, ist bekannt. Überrascht hat mich aber, wie viele Game-Stunden da in einer Klasse zusammenkommen. Rechnet man noch die übrige Handynutzung hinzu – Facebook, Whatsapp etc. – fragt man sich, wie viel Offlinezeit am Ende des Tages noch übrig bleibt.

Klar, dass man nach einer Nacht vor dem Computer nicht frisch und munter in der Schule sitzt. Schüler, die mit halb geschlossenen Augen vor sich hin dösen, immer tiefer in die Schulbank sinken oder ganz kapitulieren und den Kopf auf den Tisch legen, sind jedem Lehrer vertraut.

Die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) hat über 1000 Jugendliche im Alter von 12 bis 19 Jahren befragt. Resultat: Die Hälfte der Befragten fühlt sich unabhängig vom Alter unter der Woche nicht erholt.

Das Problem der schlafenden Schüler wird jetzt auch im Kantonsrat diskutiert. Drei Zürcher Kantonsräte fordern einen späteren Schulbeginn für Jugendliche, weil diese morgens immer so müde seien. Sie orten das Problem im Biorhythmus: In der Pubertät verschiebt sich der nach hinten. Die Jugendlichen werden zu sogenannten Eulen: Abends sind sie putzmunter und können nicht einschlafen, kommen am Morgen dafür kaum aus den Federn.

Die Forscher der ZHAW nennen aber einen anderen Grund für die morgendliche Müdigkeit: Nebst Partybesuchen seien das Spielen von Videogames, das Versenden von Fotos und Filmen mit dem Handy oder die Nutzung des Handys als Wecker die Ursache für die unausgeschlafenen Teenies.

Sie empfehlen deshalb, alle mobilen Geräte in der Nacht auszuschalten oder in den Flugmodus zu schalten, das Handy aus dem Schlafzimmer zu verbannen und das Gamen zu reduzieren (siehe auch «Legt einfach mal das Smartphone weg!»). Bei Schülerinnen und Schülern, die während des Unterrichts unkonzentriert oder schläfrig sind, sollte der Medienkonsum – insbesondere in den Abendstunden – thematisiert werden. Zudem soll eine einstündige Bildschirmpause vor dem Zu-Bett-Gehen eingehalten werden.

Davon ist mein Schüler jedoch weit entfernt. «Mein Abendritual sieht immer gleich aus», sagt er, «Compi aus und ins Bett.» Natürlich mit dem Handy.

105 Kommentare zu «Spielend durch die Nacht, müde durch den Tag»

  • sergio rivoir sagt:

    Die Schläfrigkeit am Tage

    Sie befällt nicht nur Jugendliche,ist auch bei Erwachsenen zu treffen.
    Man kann sie gut mit dem passendem homöopathischen Mittel beheben.
    Passende Homöopathische Mittel sind die,welche den betreffenden Menschen berücksichtigen,je nach Qualitäten und Eigentümlichkeit .
    Ein guter klassischen Homöopath kann es herausfinden.

    Sergio

  • hans ammann sagt:

    Endlich die Klarstellung: Die morgendliche Müdigkeit der Lernenden würde sich mit späterem Schulbeginn nicht ändern.

  • Cybot sagt:

    Das Problem existiert seit 25 Jahren, schön dass es die Lehrer jetzt schon erkennen. Ich muss jedes Mal lachen, wenn ich den Blödsinn über den Biorhythmus lese. Früher ins Bett gehen reicht auch. Aber natürlich macht das kein Teenager freiwillig, haben wir in den 90ern ja auch nicht gemacht.

  • Tütütütüm sagt:

    Anstatt der einstündigen Bildschirmpause vor dem Zu-Bett-Gehen einfach f.lux (https://justgetflux.com/) installieren.

  • Rudi Buchmann sagt:

    Ja wir haben ihn dann auch bei Sony sperren lassen. Seine Familie war über unser Vorgehen fast schon schockiert. Es ist schwierig zu sagen, wo das Symptom anfängt und wo der Auslöser. Ich denke, es war eine schleichende Entwicklung über viele Jahren, auf die wir keinen Einfluss hatten. Vielleicht ist ja Gamer nicht gleich Gamer. Und jeder Einzelfall wieder anders gelagert. Verallgemeinerungen sind diesbezüglich sehr heikel und fast unmöglich, egal ob Symptom oder Auslöser. Wenn ich an all die Tabs und Smartphones denke, wird es für Eltern immer schwieriger, das ganze zu kontrollieren. Möglicherweise ist auch ein Vergleich mit Ihnen nicht mehr zeitgemäss? Wichtig ist sicher, dass sich Kinder in irgendeiner Form austoben können. Computerspiele gibt es dann sozusagen als Dessert.

  • janed amina sagt:

    Lasst doch die Jugendlichen in Ruhe! Es ist am Morgen in der Schule so herrlich, wenn vor allem die männlichen Schüler müde vom Gamen sind. Der Unterricht ist entspannt und ruhig. Am Nachmittag wird es schon schwieriger, dann wachen die Jugendlichen auf und der Radau geht los. Die Matura haben bis jetzt alle Gamer bestanden. Die meisten von ihnen ein Studium oder eine Berufslehre abgeschlossen. Als, was soll die ganze Aufregung.

  • Rudi Buchmann sagt:

    @Tina. Von wem werden Sie gesponsert? Von Call of Duty, World of Warcraft oder von Nazi Zombies? Wir haben den Neffen meiner Frau für einige Zeit zu uns genommen. Die Eltern befanden sich gerade in Scheidung, der Sohn blieb zum 3. Mal in der Schule sitzen. Wenn ich nachts aufs WC musste, um ca. 3 Uhr, brannte bei ihm noch Licht. Wir haben dann seinen Konsum von Call of Duty an Wochentagen stark reduziert. Und plötzlich war er Klassenbester. Nach den Ferien kam er dann nicht mehr zu uns. Es war mir mehr als recht. Im Facebookprofil nannte er sich später „arbeitslos“. Eine Verwandte sagte letzthin, er hätte sich komplett verändert, äusserlich nicht mehr erkennbar, aber erstaunlich gemacht . Eine Art Metamorphose. Finde es Toll. Aber für meine Kinder wünsche ich das nicht.

    • tina sagt:

      meine söhne finden die von ihnen erwähnten spiele total bescheuert. habe ich selber ein wort über solche spiele verloren?
      nach 3mal in der schule sitzen bleiben durch spiel-entzug zum klassenbesten. mhm.

      • Rudi Buchmann sagt:

        Es lag sicher nicht nur am Spielentzug. Sicher auch daran, dass wir zu den Mahlzeiten alle zusammen am Tisch sassen und zu fixen Zeiten assen. Und an Strukturen, die er nicht kannte. Und zuletzt auch ein eigenes Zimmer hatte.
        In diesem Artikel geht es um Computerspiele im Gesamten. Sie können dann nicht einzelne Spiele ausschliessen. Und wenn Ihre Kinder vernünftig mit solcher Technik umgehen können, was ich und meine Frau übrigens gegenüber unseren Kindern auch versuchen, wäre es doch vielleicht angebracht, etwas mehr zu differenzieren.

      • tina sagt:

        ja, differenzieren finde ich gut.
        dann wünsche ich gutes gelingen mit den eigenen kindern!

    • Maik Schärer sagt:

      1.) Call of Duty ist ab 18 Jahren freigegeben. Das Spiel hat in den Händen von Schülern nichts verloren. Dort fängt das Versagen der Eltern an. 2.) Ich kenne nicht die ganze Geschichte dahinter, aber für mich klingt es durchaus danach, dass der Junge vor dem Stress innerhalb der Familie (Scheidung?) geflohen ist. Dann wäre das Spielen nur das Symptom, aber nicht der Auslöser. 3.) Ich selber sehr aktiv am Gamen seit ich 9 war. Ich hatte nie einen Computer in meinem Schlafzimmer. Das macht die Kontrolle für die Eltern, was denn am Bildschirm läuft, erheblich leichter. So wurde mir von meinen Eltern damals auch Wolfenstein 3D verboten (ich war 14), stattdessen habe ich dann halt was anderes gespielt.

  • Achtzehn isch Geil sagt:

    Bei all dem Thema darf man einfach nicht vergessen, dass die Möglichkeiten von dem älteren Semester weniger interessant waren, als es heute der Fall ist. Ich wette, hättet ihr die gleiche Möglichkeit wie die Jugendlichen heute, dann würde euer Alltag auch etwas anders aussehen. Das Problem ist, dass ihr euch nicht der Zeit anpassen wollt, und immer denkt, dass damals alles Besser/Schlimmer war. Dabei vergesst ihr, dass wir Dingen ausgesetzt sind, von denen habt ihr damals nicht mal geträumt. Ihr wurdet in der Schule gemoppt? Dann lasst mal nen Shitstorm von 500tausend User über euch ergehen, oder werdet durch Pranks ins Lächerliche gezogen, und das INET vergisst nie. Nichts für ungut, aber geht mal mit der Zeit und denkt euch in die jungen Leute, und nicht die Jungen Leute in eure Zeit.

  • Lala sagt:

    Also meine Eltern haben damals zugesehen, dass ich spätestens um 11 in der Kiste lag obwohl ich hell Wach war. Die Games waren nicht in meinem Zimmer, Smartphones gabs noch nicht.
    Ich arbeite jetzt auch schon fast 15 Jahre und kann durchaus früh aufstehen wenns sein muss, aber die Gleitzeit morgens wird so gut ausgenutzt wies nur geht. Ganz egal wie viele Stunden vorher geschlafen wurden.

    Wer Müde ist schläft nicht genug… Schön wärs.

    Das hat btw. auch nichts mit Motivation zu tun, das Aufstehen ist auch fürs in die Ferien gehen oder allg. ALLES eine pure Qual sofern es vor 8 Uhr erfolgen muss (was es so gut wie immer muss).

    Aber ja, wenn man selber dieses Problem nicht hat, existiert es für viele halt einfach nicht.

    • Blanche Wu sagt:

      Es gibt aber auch Zeiten wo man aufwacht und fit ist und Zeiten wo man es eben nicht ist.

      Wenn ich zwischen 5-6 aufstehe, bin ich rasch wach und schüttle den Schlaf rasch ab. Aber zwischen 6-7 leide ich. Zwischen 08.30 – 09.00 geht es wieder problemlos. Dieses Phänomen beobachte ich schon länger und es hat keinen Einfluss ob ich um 21.00 oder erst 23.30 ins Bett gehe. Einfach nach Mitternacht sollte es nicht mehr sein, denn dann kann ich nicht mehr einschlafen und liege Stunden wach.

  • Alex Müller sagt:

    Dass der Biorhythmus Schuld an der Müdigkeit der Teenies sein soll, ist wiedermal eine Linke Zwängerei! Ich musste noch 6 Tage die Woche die Schulbank drücken und von 6 Tagen an 5 um 7h20 in der Schule sein. Die heutige egoistische Weicheier-Gesellschaft der Teenies ist lächerlich!

    • Sportpapi sagt:

      Hm. Ich musste das auch. Und war einer der wenigen, der am Samstag immer da war (da fehlten nämlich immer einige), und der die Abschaffung der 6-Tagewoche in der Schule nicht begrüsst hat.
      Was das aber mit links zu tun haben soll, erschliesst sich mir nicht. Die Lektionenzahl hat zudem keineswegs abgenommen, im Gegenteil.

    • alam sagt:

      Ich weiss nicht, wie alt Sie sind, aber wäre das heutige 7h20 nicht eher das damalige 8h20? Die Sommerzeit wurde in der Schweiz übrigens 1981 eingeführt.

  • extraterrestre sagt:

    Die ganze nacht durchgamen und dann am tag zu müde sein geht gar nicht.ich gehe mit HH’s ganz erstem kommentar einig:es reicht nicht,den kindern limits vorzugeben,man muss als eltern auch alternativen bieten.meine kinder sind noch relativ klein,aber unsere strategie wird es sein,ihnen von klein an musik und sport näherzubringen,damit sie sinnvolle alternative beschäftigungen haben,wenn sie ins compi-alter kommen.bei musik/kunst und sport ist auch eine echte gruppendynamik da und es können sehr schöne freundschaften entstehen,ausserdem stärkt es das selbstwertgefühl,wenn ein kind etwas gut kann.das alles ist es was ich mir für meine kinder wünsche.ich hoffe,die strategie geht dereinst auf.es wäre interessant zu lesen, ob andere eltern es auch so versucht haben und ob sie erfolg hatten.

    • tina sagt:

      auch falls es nicht wie gewünscht kommt, ist das sicher ein guter plan. aber kinder sind keine maschinen und haben ihren eigenen plan.

      • extraterrestre sagt:

        es ist ja wohl klar, dass kinder keine maschinen sind.trotzdem glaube ich, dass das anbieten von alternativen beschäftigungen etwas sehr wichtiges ist,um die online-zeit einzuschränken.ich verplane meine kinder nicht,ich will ihnen alternativen bieten.man muss sein kind auch beobachten und zeit mit ihm verbringen,um herauszufinden,was es am meisten mag und wo es allenfalls grosses potential und daher dann auch freude am sport/an der kunst hat, nicht jedes kind ist gleich.aber das braucht halt zeit und initiative von seiten der eltern — von daher:smartphone weglegen und zeit mit den kids verbringen ist bestimmt nicht falsch als ansatz!5 von 30 schülern gamen nie — was macht diese kinder anders? warum gamen sie nicht? das würde mich interessieren!

      • tina sagt:

        eben, sage ich doch.
        die einen kinder gamen einfach nicht gern.
        ich hörte oft, dass mädchen nächte lang durch chatten aber nicht gamen.

      • Anh Toàn sagt:

        @extraterrestre

        Und wenn sich die Ambitionen, das Potential und die Freude ihres Kindes darauf richtet, der beste Gamer der Welt zu werden? Oder gar der mittelmässigste Gamer?

        „Anbieten von Alternativen“, tönt für mich nach Marketing, wenn er kein Budget hat zum kaufen soll er halt mieten oder ich geb’s gratis und verdiene am Service. Es gibt bei uns nicht viele Teenager welche keine Alternativen hätten. „Alles so schön bunt hier, kann mich gar nicht entscheiden.“ (Nina Hagen)

        In Vietnam wird gesagt, wir gebären die Kinder, aber wir machen sie nicht.

  • Anh Toàn sagt:

    „Der Mensch ist nur da ganz Mensch, wo er spielt“

    Dass Schiller dies geschrieben hat, habe ich nicht im Deutschunterricht gelernt, es war an einen Flipperkasten im Spielsalon geheftet. Wir verschafften uns als Teenager da Eintritt mit Hilfe gefälschter Schülerausweise.

    (Das einzige Buch, welches mir im Deutschunterricht gefiel, war Eichendorffs Taugenichts.)

    • Anh Toàn sagt:

      „Thommy“, die Rockoper der Who mit dem „Pinball wizard“ ist von 1969.

      Die Story der spielenden Teenager ist uralt.

      • Ralf Schrader sagt:

        Johan Huizingas Schlüsselwerk: ‚homo ludens‘ der spielende Mensch.

        Alle Menschen spielen, auch die meinen, nicht zu spielen. Die spielen aber nur, dass sie nicht spielen.

  • Katharina sagt:

    Wie auch immer….

    Es gibt tatsächlich Lehrer, bei denen mann und frau zu jeder Tageszeit einschläft.

    • Sportpapi sagt:

      Dumm nur, dass die gleichen Lehrer dann aber manchmal für die weitere Zukunft wichtige Noten geben.

      • Katharina sagt:

        Ich weiss. Ich hatte einen Geschichtslehrer, der das Thema mit verve vorgetragen hatte. Darauf freute ich mich immer. dann später einen wandelnden Schlafsack. Meine Noten waren deutlich tiefer.

      • tina sagt:

        mein einer sohn hat durch ein spiel (europa universalis) angefangen sich für geschichte zu interessieren. dieses spiel bietet das, was mir immer fehlte: man kann die ganze welt beobachten und am zeitrad drehen! ach hätte ich nur so ein cooles spiel gehabt.
        es ist ein strategiespiel und sehr komplex.
        englisch haben sie auch erst beim gamen gelernt, weil sie mit anderen kommunizieren. ich hatte nie etwas übrig für gamen (allerdings auch nicht für geschichte, und englisch habe ich nie richtig gelernt).
        ich will damit nichts beschönigen. ich war sehr sehr streng mit bildschirmzeiten bis meine kinder so 10/12 waren. aber man muss auch nicht dinge verteufeln, die es nicht verdient haben.
        ich lese nur krimis bis spät in die nacht. völlig sinnbefreit und unnütz

      • Muttis Liebling sagt:

        Krimis lesen ist weder sinnbefreit noch unnütz. Man kann von allem lernen, auch vom Gegenteil des zu Lernendem.

        Unnütz ist nur gegenständliches Denken.

      • tina sagt:

        das ist aber nett ML :). eigentlich wollte ich aber damit sagen, dass man zwar bei geschichte einpennen kann, weil es so langweilig rübergebracht wird, aber das noch lange nicht heisst, dass man während dem spielen nur dummes zeug macht. manche spiele sind so gut, dass man davon viel mehr lernt (vielleicht auch nur indirekt, weil man sich für das thema zu interessieren beginnt und sich rein hängt), als wenn man im schulunterricht aufpasst.
        strenge eltern kann man sein und ich halte das auch für ganz gut, aber einen teenager zum schlafen bringen kann man damit nicht

      • Muttis Liebling sagt:

        Wenn man Jugendliche übersteuern könnte, gäbe es keine soziale Evolution.

        Ab dem Ende der Pubertät muss man vergewahren: Eher haben die Kinder recht.

    • Blanche Wu sagt:

      Die schlimmste Kombination ist Lehrer und ein Raum welcher schlechtes Licht und eine traurige Einrichtung hat. Das macht so extrem müde, wir haben darüber sogar mal in der Berufsschule gesprochen, da immer im gleichen Unterricht, in diesem einen Zimmer einige eingeschlafen sind. Der Lehrer trug natürlich mit seiner monotonen, trockenen Art erheblich zu diesem Umstand bei.

  • Benni Aschwanden sagt:

    Bingo, Problem erkannt. Jetzt müsste konsequenterweise nur noch eine Lösung her. So wie früher mit dem Fernsehen (Sie erinnern sich noch an den O-Ton damals: „Ooooch, schon ins Bett?? Ist doch noch nicht mal elf Uhr…“). Wieso geht das heute nicht mehr? Ich orte eine gewisse Erziehungsträgheit und -Bequemlichkeit bei den jungen Eltern. Man geht den Weg des geringsten Widerstandes. Und sucht die Problemquellen lieber anderswo (unpassender Schulbeginn, blöde Lehrer, Leistungsdruck der Gesellschaft, unzeitgemässe Ausbildungs- und Arbeitsstrukturen etc. etc.). Ausreden noch und nöcher. Die Erwachsenen sollten mit gutem Beispiel vorangehen und auch selber vor dem Einschlafen aufs Internet und Gamen verzichten. Aber Verzichten? In der heutigen All-options-Wohlstandsgesellschaft?? Schwierig…

    • Cybot sagt:

      Das funktioniert vor allem deshalb nicht, weil es auch früher schon nicht funktioniert hat. Wir haben auch damals schon immer Wege gefunden, die Zeit fürs Ins-Bett-Gehen nach hinten zu schieben. Oder uns einfach heimlich nochmal rausgeschlichen. Heutige Teenager sind eben auch nicht blöder oder folgsamer als früher.

  • tina sagt:

    lieber herr hintermeier und sportpapi, ich würde so gerne mit euch hier weiterdiskutieren, aber meine bildschirm-fun-zeit ist abgelaufen. schade

  • Sportpapi sagt:

    Aber was solls. Gamen gilt ja nun als Sport, und man kann sich damit das Leben verdienen… http://www.srf.ch/sendungen/sportlounge/nationaltrainer-patrick-fischer-im-gespraech

    • Hans sagt:

      Gamen ist mindestens so Sport wie Schach. Möchte dich mal gegen die Jungs und Mädels gamen sehen. Du hättest keinen Stich, auch nicht, wenn du ab jetzt ein Jahr trainieren würdest…
      Übrigens kann man auch mit Pokemon und Magic Geld verdienen. Aber das gilt wohl auch nicht als Sport…

      • Sportpapi sagt:

        Ich habe keine Zweifel. Aber dass einer sein Studium hinschmeisst, um professioneller Gamer zu werden ist für mich noch unverständlicher wie Profisport.

      • Katharina sagt:

        Umgekehrt aber einen passionierten Gamer motivieren, selber Games zu programmieren, wäre auch ein Ansatz. Bzw – da neuere Games mit AI arbeiten, die AI zu trainieren. Eine Arbeit mit viel Zukunft. Oder sich mit Gametheory zu beschäftigen – Mathematiker braucht das Land.

      • Muttis Liebling sagt:

        Katharina, Mathematiker und Philosophen braucht das Land.

        Die Mathematiker braucht man für die Kausalität und die Grenzen, die Philosophen für Teleologie und das Grenzenlose.

        Gute Mediziner, so am Rande, braucht man, um sich von beiden zu lösen. Von der Kausalität und von der Teleologie. Gute Medizin beschäftigt sich mit Singularität.

    • Maik Schärer sagt:

      Gamen ist schon seit fast 20 Jahren ein Sport, der Grossteil der Bevölkerung hat es nur nicht gemerkt. Und genau gleich wie bei den tratidtionellen Sportarten werden damit auch ganze Stadien gefüllt (einfach mal auf der Google-Bildersuche „e-sport arena“ eingeben)., Ich habe phasenweise auch soviel gespielt wie hier im Artikel erwähnt (25-30 Stunden die Woche), da ich damals in einem internationalen Clan regelmässig mit anderen trainiert und an Turnieren teilgenommen habe (Amateurlevel, ohne Preisgelder). Das war von ca. 1997 bis 2002. Als ich das Gamen dann etwas reduziert habe, habe ich übrigens nicht mehr geschlafen, stattdessen war ich einfach wieder öfter mit den Kollegen im Ausgang… Aber saufen ist ja sozial akzeptiert, daher stört das niemanden.

      • Sportpapi sagt:

        Nein, das stört niemanden. Wenn die Schüler morgens müde und mit Alkoholfahne in den Unterricht kommen, wird die Lehrerin überhaupt nichts sagen. Denn das ist ja normal.

      • Maik Schärer sagt:

        @Sportpapi
        Saufen ist zugegebenermassen übertrieben. Aber wenn ich in der Berufsschule der Lehrerin gesagt habe, dass ich am Vorabend mit den Kollegen unterwegs war (und mit 17 trinkt man ja auch mal das eine oder andere Bier) , war die Reaktion ganz anders, als wenn die Begründung für meine Müdigkeit das Spielen war. Und ich frag mich jetzt schon auch, ob es diesen Blogeintrag gegeben hätte, wenn die Lehrerin als Reaktion auf ihre Frage die Antwort bekommen hätte, man habe halt das Champions League Spiel mit Freunden geschaut und dabei sei es etwas später geworden. Oder man habe mit der Band wieder mal lange in die Nacht hinein geprobt. Meines Erachtens ist es nicht unüblich, dass die Jugendlichen müde sind. Die Gründe dafür haben sich nur geändert.

      • Sportpapi sagt:

        @Maik Schärer. Vermutlich ist der Unterschied der, dass das eine eher als mehr oder weniger einmaliges Ereignis gesehen wird, das aber aber nicht. Ansonsten ja, man muss das alles in einen Topf werfen. Einmal müde am Morgen, und tapfer versuchen dem Unterricht zu folgen ist eines. Ständig müde und abhängen im Unterricht etwas ganz anderes.

  • alam sagt:

    Mich wundert, dass eine Lehrerin so die Augen verschliessen kann vor den wissenschaftlichen Erkenntnissen. Jede Generation findet in der Pubertät ihre Beschäftigung, wenn sie nicht schlafen kann. Ich habe mangels Alternativen die Nacht durchgelesen.

    • Sportpapi sagt:

      Mich wundert, weshalb es so schwierig ist, auch mal auf die Leute in der Praxis zu hören. Dass nächtelanges Gamen nicht einfach nur Zeitvertreib ist in Stunden, in denen man sowieso nicht schlafen könnte, liegt eigentlich auf der Hand. Zum Schlafen muss man sich erst mal hinlegen, und davor (oder beim Lesen…) erst mal etwas zur Ruhe kommen.

    • Sportpapi sagt:

      Ausserdem hat sie doch wissenschaftliche Erkenntnisse und Empfehlungen vorgetragen.

      • Muttis Liebling sagt:

        Nein, es wieder ein Blog des Musters, Problem erkannt, Strategie keine.

        Was den iJugendlichen zur Nacht das Smartphone ist, war uns die Taschenlampenbrille. Da hatte ich immer eine so gut versteckt, dass ich nächtelang lesen konnten und auch Eltern gehen mal zu Bett. Dann ist die Nacht offen.

        Wie der HH, selten recht richtig sagt: Man eliminiert ein Bedürfnis nie durch Verbote, sondern durch konkurrierende Bedürfnisse, welche das zu bekämpfende verdrängt. Verbote erzeugen nur ein Bedürfnisvakuum, welches vom erstbesten anderem ausgefüllt wird. Eigentlich kann es dadurch immer nur weiter nach unten gehen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Aber das ist wieder ein ganz anderes Thema ML.
        Es geht nicht um die Uhrzeit.
        Sehen Sie, in Ländern die später beginnen gehen die Leute vergleichsweise später ins Bett.
        anderes Beispiel:
        Seit es in der Schweiz keine Polizeistunde mehr gibt, hat man die Idee eine Party dürfte frühestens um 1:00 beginnen. Davor begannen sie um 21:00/22:00.
        Müssten die Jungen erst um 9:00 in die Schule würde sie halt statt bis 2:00 Uhr bis 4:00 Uhr gamen. Die Ausgangslage wäre immer noch die gleiche.

      • Sportpapi sagt:

        ML: Die Lösungsstrategie heisst Erziehung. Verbote sind ein Teil davon. Dass diese „niemals“ funktionieren, wissen offensichtlich viele Eltern nicht, die es trotzdem erfolgreich tun.

      • Muttis Liebling sagt:

        SP, Du sagst es selbst. Verbote funktionieren gut, aber nur in einer Erziehungsstrategie. Aber genau die Beschreibung dieser vermisse ich im Blog.

        Hätte meine Mutter mir 60 min Taschenlampenzeit verordnet, würde dies nur zur Ausarbeitung einer Strategie meinerseits führen, ihr diese 60 min zu gaukeln. Real hätte sich nichts getan.

        Eltern Pubertierender vergessen eines. Ihre Kinder sind ihnen, wenn alles gut lief, schon intellektuell überlegen.

      • Katharina sagt:

        ‚Ausserdem hat sie doch wissenschaftliche Erkenntnisse … vorgetragen‘

        ‚oder die Nutzung des Handys als Wecker die Ursache für die unausgeschlafenen Teenies‘ ist Wissenschaft. Na dann ist ja alles klar.

      • Sportpapi sagt:

        @Katharina: Wenn wir hier höhere Ansprüche an Wissenschaftlichkeit erheben würden, wäre der Blog in der Regel praktisch ohne Substanz.

      • Katharina sagt:

        SP: ‚Wenn wir hier höhere Ansprüche an Wissenschaftlichkeit erheben‘ – dann hätte es mehr Substanz statt dünne selbstreferenzielle Pseudostudien, die politisch motiviert sind.

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Das mit dem politisch motiviert ist ein schwerer Vorwurf. Ansonsten ist das Problem ja, dass viele Studien als zu wenig wissenschaftlich gelten, wissenschafliche sauber durchgeführte Studien hingegen in ihrer Aussagekraft meist so beschränkt und alltagsfern sind, dass sie wenig Nutzen haben.

      • Muttis Liebling sagt:

        Wissenschaft ist das, was Wissen schafft. Gemeint ist aber öffentliches Wissen, nicht privates. Einen wissenschaftlichen Text erkennt man daran, dass Nichteingeweihte den nicht lesen können.

        Andersherum, was der Moderator von ‚Wissen vor 8‘ in der ARD versteht, ist gar keine Wissenschaft. Das ist Trivialgerede der Art, im Herbst fallen die Blätter von den Bäumen.

        Das imponierendste Beispiel für Nichtwissenschaft ist das sog. Human Brain Projekt. Man kann noch so viele lineare Kausalitäten aneinanderreihen und vernetzen, Wissenschaft entsteht dadurch nicht.

      • Muttis Liebling sagt:

        SP, korrekt wäre politökonomisch motiviert. Kein Mensch weiss, was wissenschaftliche Korrektheit bedeutet, kein Mensch weiss, was Qualität in der Medizin ist. Es gibt immer nur vage Anfangsvermutungen.

        Am bio- psycho- sozialen Objekt Mensch und an Sozialsystemen kann man empirisch alles beweisen, was man will. Es hängt nur von der im vorhinein konstruierten Repräsentativität der Stichprobe ab. Die Pharmaindustrie demonstriert seit 1958, wie das geht.

        Wir wären einen Riesenschritt weiter, würden wir Empirie nicht mehr als Wissenschaft, sondern nur als Vorfeld von dieser begreifen.

        Ansonsten kann man bei Zitaten ‚40% …‘ mit dem Lesen aufhören. Denn von da an wird nur noch beschrieben. Keine Wissenschaft.

      • Stefan Moser sagt:

        @Muttis Liebling: Gamen spricht andere Hirnregionen an als das Lesen – im Guten wie im Schlechten. Deshalb werden Computerspiele zum Beispiel auch gegen Demenz eingesetzt. Beim Buchlesen kann ich einschlafen. Aber wohl kaum, wenn ich im Witcher Wild Hunt unbedingt noch meine Phantom Pain Punkte durch den Stryke des Ebony eliminieren muss (oder so…).

      • Ralf Schrader sagt:

        @Stefan Moser, dieses Hirnareale ansprechen würde ich in Frage stellen. Man kann das messen, aber ob das irgendetwas zu bedeuten hat, weiss niemand.

    • Sepp Manser sagt:

      Na, dann grenzt es wohl an ein kleines Wunder, dass die vorhergehenden Generationen nicht jeweils vor Erreichung des Erwachsenenalters ausgestorben sind, wegen krasser Missachtung „wissenschaftlicher Erkenntnisse“… Wohlstandsneurotik pur.

    • alam sagt:

      Andere Länder schneiden bei Pisa besser ab als die Schweiz, obwohl dort mindestens so viel gegamed wird wie bei uns. Die Schule beginnt morgens jedoch später. Da gibt es natürlich üüüüberhaupt keinen Zusammenhang.

      • Sportpapi sagt:

        Was für Länder mögen das wohl sein. Die Mittelmeerländer, in denen man lange aufbleibt und spät aufsteht?
        Sollten meine Söhne mal schulisch nicht reüssieren, weil ich sie frühzeitig ins Bett geschickt und das gamen mitten in der Nacht verboten habe, werde ich dafür die volle Verantwortung übernehmen.

  • Sportpapi sagt:

    Da bringe ich den Link von gestern gerne noch einmal. Er zeigt einerseits auf, was läuft (erschreckend!), aber auch, was Alternativen wären. http://www.tagesanzeiger.ch/zuerich/stadt/Leben-ohne-Handy/story/28540540

  • Reincarnation of XY sagt:

    Das Thema hatten wir schon mal. Nur von der anderen Seite vorgetragen. Damals war von Verständnis und biologischer Unabänderlichkeit der Rede.
    All das, was das Herz derer aufblühen lässt, die ihre Befriedigung v.a. daraus ziehen, wenn sie sich über die Massen verständnisvoll vorkommen.

    Hier ist die Realität: wer am Morgen zu müde ist. Schläft zu wenig. Wer zu wenig schläft, muss seinen Lebensstil ändern.
    Eine Gesellschaft kann um 8 oder 9 anfangen. Oder um 4 oder 5. Es wird sich daran nie etwas ändern.

    • tina sagt:

      alle menschen, die ich kenne, die morgens nicht müde sind, sind unter einem meter gross

      • Muttis Liebling sagt:

        Ab einem bestimmten Alter ist man jeden Morgen froh, wenn die Nacht endlich vorbei ist.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Meine Kinder sind etwa 1.2 Meter gross.
        Sie stehen jedes Wochenende und während der Ferien ohne Wecker um 6 Uhr auf. Damit sie gamen können, während wir schlafen.
        Davor ziehen sie sich selbständig an und bereiten das Frühstück vor.
        Es ist alles nur eine Frage der Motivation und des Rhythmus.
        Meine Frau war bekennender Morgenmuffel. Als sie in einer Fabrik um 6 Uhr anfangen musste – gewöhnte sie sich an den Rhythmus.
        Und dann lebte ich noch in einem Land des Schlendrians in dem Büros um 9 beginnen und um 9:30 die erste grosse Pause ist. (Die Zeit dazwischen, eine mentale Einstellung darauf.) Die Leute waren dort nicht weniger müde, als in der Schweiz.

        Gewöhnung, Rhythmus, Einstellung, Motivation.
        Ist für alle Leute so. Für mich und für dich.

      • tina sagt:

        eben. dann ist man eben müde.
        ich bins übrigens, weil ich – wie immer – viel zu lange gelesen habe

      • Muttis Liebling sagt:

        RoXY, die Kraft der Jugend erlaubt, gegen Rhythmus zu leben. Das hat bei mir noch bis unter 30 funktioniert.

        In der Zeit zwischen meinem 2. Studienjahr (verheiratet, 1 Kind) und Ende der Assistenzzeit (2 schulpflichtige Kinder) habe ich viele Nächte im Rechenzentrum der Charité zwecks Programmieren verbracht. Tagsüber bekam, ich keine Rechenzeit, es war vor der Zeit der Individualcomputer.

        Das damalige Bedürfnis nach Computerprogrammierung hat in 50% meiner Zeit das Bedürfnis nach Familie überschrieben und das ging nur gegen Biorhythmus.

      • Reincarnation of XY sagt:

        alles kein Problem ML – ich könnte ihnen ähnliche Geschichten erzählen.

        Das sollte uns einfach erst recht darin bestärken, dass eine Verschiebung des morgendlichen Schulbeginns absolut nichts bringt.
        Es gibt Menschen, die können mehr über die Stränge schlagen und andere weniger. Am Schluss muss jeder von uns lernen, was er sich leisten kann und was nicht.

  • Stefan Moser sagt:

    Danke für diese Klarstellung. Wir müssen nicht die Welt den Jugendlichen anpassen, sondern die Jugendlichen müssen sich anpassen – oder halt die Welt verändern. Übrigens: Wieso sollten nur Schüler davon profitieren? Sollten wir den Handwerkern dann nicht auch sagen, bitte fängt doch auf der Baustelle erst um 9 Uhr an? Denn die Stifte sind ja noch so müüde.

    • Sportpapi sagt:

      Das hätte auch den Vorteil, dass die Nachbarn der Baustellen etwas auschlafen könnten 🙂

      • Swissgirl sagt:

        …und der Sanitärinstallateur oder Elektriker kommt dann irgendwann zwischen 9.30 – 15.30. Weil ja erst um 9.00 begonnen wird mit der Arbeit weil ja die Jungen sonst zu müde sind. Pech halt dann für all die, welche an diesem Tag frei nehmen müssen um zu Hause zu sein, wenn die kommen. Aber Hauptsache die Jungen können ausschlafen….

      • Claudia Brüllmann sagt:

        Swissgirl: der Handwerker sagt zwar, er komme um 07.00h, kommt dann aber tatsächlich doch erst um 9.30h. Da stehen wir aber dümmer da, als wenn wir freigenommen hätten.

    • Anh Toàn sagt:

      @Stefan Moser: „Wir müssen nicht die Welt den Jugendlichen anpassen, sondern die Jugendlichen müssen sich anpassen – oder halt die Welt verändern.“

      Tja, bisher haben die Jugendlichen immer genau das gemacht, die Welt verändert. Es ist nämlich deren Zukunft, wir sind bereits Vergangenheit. Ob dies noch heute noch geht, scheint mir Angesichts der Mehrheit der Alten (Trau keinem über 30!) fraglich. Die reale Welt wird bestimmt von Alten, einzig in der neuen virtuellen Welt haben die Jungen Gestaltungsmöglichkeiten.

      Früher haben die Teenager unter der Bettdecke mit Taschenlampe nachts gelesen. (Wenn sie nicht grad auf Sauftour waren)

      • Muttis Liebling sagt:

        Ein wichtiger Gedanke. Die Jugendlichen waren immer in der Mehrheit, sind es aber nicht mehr, seitdem die Geburtlichkeit im Keller ist und die Alten partout nicht sterben wollen.

        In dieser beginnenden Gerontokratie müssen sie sich immer früher und immer deutlicher abkoppeln. Das tun sie leider aber nur über ihre Generationssymbolik.

        Zielbezogen sind unsere Ypsilons und drunter noch konservativer, als meine Eltern.

      • Stefan Moser sagt:

        Jawoll – oder man hat die halbe Nacht durchgemacht und dann wenigstens nicht das Weichei rausgehängt. Wie sagte weiland mein Grossvater: Wer feiern kann, der kann auch arbeiten (oder umgekehrt).

      • Anh Toàn sagt:

        @ML und Stefan Moser

        Ich lese den Mamablog und denke was wie: „Wenn’s sonst nichts ist mach‘ ich mir höchstens Gedanken, wie brav die Jugend heute ist: „Gestern habe ich bis 4 Uhr morgens gegamed oder nonstop Fernsehserien geglotzt, krass wild Alteh!“

        Wo bleibt Sex & Drugs & Rock’n’roll? Frisierte Mopeds, Absingen wüster Lieder, Ausbrüche aus Hausarrest, Autoritätsverweigerung? Die Schweiz empört sich über einen verweigerten Händedruk, wir haben in dem Alter Lehrer, und erst recht -innen, ganz anders gefordert. Und sind schlafend vom Stuhl gefallen im Unterricht.

        Vielleicht ist ja die Welt denen schon gut genug, vielleicht ist Schule inzwischen gut geworden, die Alten fähig geworden, sich zu verändern. Glaube ich zwar nicht, aber ist ja deren Problem, nicht meins.

      • Anh Toàn sagt:

        Aber vielleicht war die Revolution der Mittelstandsteenager immer nur Attitüde, endet doch die Hymne der 68er Revolutionäre mit:

        „Well, what can a poor boy do
        Except to sing for a rock n roll band
        Cause in sleepy london town
        There’s no place for a street fighting man“

      • Anh Toàn sagt:

        copy/paste ist gefährlich: es sollte heissen, „in A sleepy London town“ also eben die Schlafstadt von der alle in die City fahren: Einfamilienschachtelland.

      • Muttis Liebling sagt:

        @Anh Toàn

        wir von der anderen Seite haben eine Anglizismus- Allergie. Das ist nicht inhaltlich, sondern ideologisch, eigentlich auch Quatsch, aber es ist so. Mit uns kann man nicht mit englischsprachigen Floskeln reden.

        Da gehen wir auf Kontra, egal welchen Inhalts. Ich kann ziemlich viele Sprachen oberflächlich, statt eine richtig. Aber englisch spreche ich nur im Ausnahmefall, weil ich denen nicht zugeordnet werden möchte.

        Ansonsten, ich sagte schon. Jugendlich ist Minderheit. Alt- Vertrottelt Mehrheit. Go down Moses.

      • Reincarnation of XY sagt:

        cool down Anh Toin – ich bin zwar noch nicht ganz so ein alter Sack wie sie, aber RocknRoll war auch zu unserer Zeit, die Minderheit.

        Und die alten RocknRoller sind oft konservative Luschen, die nur jammern das früher alles besser war.
        Die Welt hat sich weiterbeweg. Leute, die eine Handschlagverweigerung gegenüber einer Frau in ihren alten RocknRoll stereotypen deuten, haben null, null begriffen. Diese Geste ist reaktionär, Frauen- und Alles verachtend, wofür RocknRoll je gestanden ist. Ein wahrer RocknRoller hätte genau gegen solche reaktionären A…. die Stimme erhoben. Gegen diese Neo-Reaktionäre Bewegung die waren die 60er/70er Autoritäten Waisenknaben.

      • Anh Toàn sagt:

        Rock’n’Roll, Punk, Trash, Rap ist heute alles Mainstream. Jede Vorstadttante hat schon ein Piercing.

        Schockieren kann man heute nur noch mit Ultra reaktionär, ob religiös, marxistisch-anarchistisch, national, egal, welcöm in se postmoderne.

      • Anh Toàn sagt:

        Heute dreht sich niemand um, wenn einer schreit „Gott ist tot“, aber wehe er schreit „Gott ist gross“, und dann noch arabisch.

      • Reincarnation of XY sagt:

        ja und darum soll man da ganz locker bleiben… – obwohl dahinter eine grosse Bewegung steht, die es ernst meint mit der Neo-Unterdrückung.

        Im Übrigen ist es überhaupt nicht so, dass alles Mainstream ist. Viele Musik die ich höre, ist ein totales No Go – sowohl im Radio, wie auch in Bars und erst recht in Gesellschaften.
        Die Gesellschaft ist insgesamt einfach toleranter und offener geworden. Dagegen zu rebellieren hat nichts mit RocknRoll zu tun – sondern ist das Gegenteil davon. Ansonsten könnten sie ja auch sagen, dass die Braunen von damals, die RocknRoller ihrer Zeit waren.
        Nein, RocknRoll war immer GEGEN autoritäre und religiöse Repression.
        Und heute wäre es wieder umso nötiger sich darauf zu besinnen.

      • Anh Toàn sagt:

        „dahinter stehen“ die Saudis, das sind gern gesehene Gäste bei uns, die hofieren wir in unseren Luxushotels und Boutiquen und Banken.

        Ich sehe schon Gründe für eine Revolution auf dieser Welt.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Sie haben ja diese geistigen Höflinge saudischer Ideologie verharmlost und verglichen mir ihrer „viel wilderen Revolution von damals“.

        Die heutigen Bürgerlichen stellen das Geldverdienen vor unsere Werte. Nur ist die Linke besser? Die verharmlost diese repressive Gesinnung, mit entrüstet sich lieber über einen Huonder, der ein Waisenknabe im Vergleich zu dieser Frauen-geb-ich nicht-die-Hand-Ideologie ist.

        Da bräuchte es wahren RocknRoll gegen das feige Establishment. Aber nein, man gefällt sich lieber im verharmlosen und dichtet diesen Rebellen der religiösen Repression noch eine RocknRoll Attitüde an. Das sehe ich bei ihnen.

        PS
        Iran und Türkei haben u.a. übrigens gezeigt, dass die Wiedererstarkung religiöser Unterdrückung auch ohne Saudis geht.

      • Anh Toàn sagt:

        Was habe ich „verharmlost“? Ich habe über Handschlagverweigerung gesprochen. Sie haben von dahinter stehender Ideologie gesprochen.
        Die dahinter stehende Ideologie interessiert bei uns nicht, die ist frei und die darf man äussern und leben, wenn sie auch noch so reaktionär ist, bei uns. Wir verbieten gewisse Handlungen und gebieten ein paar wenige. Respekt wollen wir nur freiwillig bezeugen und nicht von Amtes wegen müssen, ist doch so schweizerisch wie uns Willi vor dem Gesslerhut. (Manch Schweizer meint, die Hüte der Schweizer Fürsten grüsst man als anständiger Schweizer, Gessler war Ausländer)

        Nicht was die zwei Teenager machten ist interessant, oder gar beängstigend, sondern unsere Reaktion darauf.

      • Reincarnation of XY sagt:

        ihre Statements sind selbstgefälliger Selbstbetrug. Schreien sie doch mal Al..h ist tot! Und M…. ein Tyrann. Und dann sehen sie, dass das um Welten explosiver ist, als das Gott ist tot vor einigen Jahrzehnten. Aber sie wollen den Glanz dort sehen, wo Leute mit diesem Ausruf Gewalt, Unterdrückung und Machtansprüche äussern.
        2) Sie verharmlosen gerade wieder, indem sie sagen, in der Schweiz interessiere die Ideologie niemanden. Diese Ideologie ist per se gewalttätig, z.B. für die weiblichen Familienangehörigen/ das soziale Umfeld.
        Das sind repressive Machtdemonstrationen, die sie einfach als „legale Gedanken“ abtun. Dabei ist das keine rein theoretische Ideologie.
        Aber das wollen sie nicht wahrhaben, damit sie sich selbst gefallen können.

      • Anh Toàn sagt:

        „Diese Ideologie ist per se gewalttätig, z.B. für die weiblichen Familienangehörigen/ das soziale Umfeld.“

        Nein. Ist sie nicht. Keine Ideologie ist gewalttätig. Ich sage dies, obwohl ich von den Brigade Rosse im Bahnhof von Bologna um eine Minute verpasste, in die Luft gejagt zu werden. Menschen sind Täter, nicht Ideologien. Gewalttätig sein, ist bei uns verboten, auch bei Moslems muss die KESB nach den gleichen Regeln kommen.

        Die Hand nicht geben ist nicht gewalttätig, wenn ist die Hand nehmen, also zwingen, die Hand zu geben, gewalttätig.

      • Franz Vontobel sagt:

        Nur waren das im Bahnhof Bologna nicht die „Brigate Rosse“ sondern Faschisten mit Beziehungen zum italienischen Geheimdienst…

      • Anh Toàn sagt:

        @FV: Die hätten alle mehr gamen sollen. Oder mehr kiffen, das hätte zumindest den Antrieb gebremst, dümmeres zu machen.
        Oder am besten, kiffen und gamen.

  • Hans Hintermeier sagt:

    Meiner Meinung nach genügt es nicht, die mobilen Geräte über Nacht auszuschalten oder den Konsum reduzieren zu wollen. Es ist wichtig, dass die betroffenen Jugendlichen andere/konstruktive Freizeitaktivitäten entdecken und pflegen. Erst wenn es ihnen gelingt, auch abseits des Computers eine befriedigende Freizeit zu erleben, können sie vom Compi loskommen. Eine bewusste Gestaltung der Freizeit ist deshalb wichtig und evtl. muss man die Jugendlichen darin zu Beginn unterstützen. Das Problem besteht mMn darin, dass diese Jugendlichen keine anderen Interessen abseits des Computers haben und somit nicht wirklich eine (Aus)wahl. Das Gamen verspricht immer eine schnelle Belohnung, alle anderen Freizeitaktivitäten (abgesehen vom passivem Konsum, z.B. TV) benötigen immer zuerst eine Überwindung.

    • tina sagt:

      und herr hintermeier, wie stets denn so mit der eigenen zeiteinteilung? hobbies neben der kommentiererei?
      als ob wir nicht als teenies mitten in der lehre nächte durchgemacht hätten um dann als totale wracks am arbeitsplatz zu erscheinen. arbeiten geht ja noch, aber auf einem stuhl sitzen stundenlang, da schläft man eben ein.
      nicht dass ich das gut finden würde, ich bin schliesslich mutter und mein job ist es, auf den tisch zu hauen und den teenager zu nerven. aber tut doch nicht so, als ob ihr nun nicht die rolle eurer eigenen väter spielen würdet. die meisten teenies machen es meistens gut. und die anderen sind eben etwas labiler, und damit hat man es heute echt schwerer als wir damals

      • Hans Hintermeier sagt:

        @tina: Danke der Nachfrage! Ich bin eine vielseitig interessierte Person und habe eigentlich nie Mühe mich zu beschäftigen (Auf meinem Nachttisch liegen immer ca. 2-3 Sachbücher, die ich am Lesen bin).
        Ich habe nie behauptet, dass alle Jungendlichen davon betroffen sind, ich habe mich explizit auf die BETROFFENEN Jugendlichen im Artikel bezogen.

      • Hans Hintermeier sagt:

        Bei vielen beschriebenen Bsp. hat das Gamen einen so grossen Stellenwert im Alltag, dass praktisch alle anderen Aktivitäten zugunsten des Gamens verdrängt werden und das hat für mich durchaus Suchtcharakter. Für diese Jugendlichen empfehle ich den bewussten Aufbau einer konstruktiven Freizeit.

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Ja, ich erinnere mich gut, dass wir nicht länger als 30min am C64 sitzen durften. Und nächtelang durchmachen, wenn am nächsten Tag Schule war, das gab es in meiner ganzen Schulzeit nicht – und die dauerte bis 19. Ich muss wohl strenge Eltern gehabt haben… (So wie meine Kinder).

      • verità sagt:

        Auf den Tisch hauen und den Teenager nerven? Ich muss Sie doch sehr bitten! Wissen Sie denn nicht, dass der Teenager davon lebenslängliche Schäden an Geist und Seele erleiden und schon bald in eine ernstzunehmende tiefe Depressionen fallen könnte?

      • 13 sagt:

        @ Tina
        „als ob wir nicht als teenies mitten in der lehre nächte durchgemacht hätten um dann als totale wracks am arbeitsplatz zu erscheinen.“

        Oh ja. Zuerst gelesen, dann öfters mal gelernt oder einen Vortrag geschrieben, weil man im letzten Moment angefangen hat und im Gymnasium/Uni auch mal gefeiert. Das gehört dazu und steckt jeder Jugendliche weg. Die Frage ist eher, ob das ein Dauerzustand sein sollte und da bin ich ganz bei H.H.

      • tina sagt:

        ich glaube nicht, dass irgendjemand sagen würde, das sollte ein dauerzustand sein, 13

    • tina sagt:

      übrigens war das früher auch nicht anders: man kann durchaus nächte durchmachen (zuhause am bildschirm gefährdet man wenigstens niemanden durch bewegung im strassenverkehr unter einfluss von ähm schlafmangel) und trotzdem regelmässige hobbies pflegen. was natürlich nicht gegen hobbies spricht, im gegenteil, da gebe ich herrn hintermeier recht

      • Claudia Brüllmann sagt:

        Ich bin lange vor der Game- und Onlinezeit zur Schule gegangen (Jg. 55) und habe es tatsächlich porblemlos geschafft, mit Lesen, Kreuzworträtseln oder Patiencenlegen lange aufzubleiben. Fragen Sie sich doch einfach mal: Wieso gamen die Kids nicht frühmorgens? Liegt halt wahrscheinlich doch eher dran, dass man in diesem Alter abends fitter ist als morgens (Biorhythmus).

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