Hänsel und Gretel mit Knarre

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Sieht so ein modernes Märchen aus? Illustration: Amy Hulse (Studio Coronado) für NRA Family

Jeder will seine Kinder beschützen. Naja, fast jeder. Einige wenige Menschen mit ernsten Störungen und die Eltern von Hänsel und Gretel wollen es nicht. Das ist auch der Grund, warum ich dieses Märchen nicht mag. Es ist unfassbar grausam. Allerdings nicht wegen der Hexe, sondern eben wegen der Eltern, die ihre Kinder auf heimtückische Weise loswerden wollen. Erst recht, wenn man bedenkt, dass es in der Urfassung nicht die Stiefmutter gewesen soll, welche die Kinder in den Wald schickte, sondern die Mutter. Der Vater bleibt in beiden Fassungen ein Waschlappen, der sich nicht durchsetzen kann.

Die amerikanische Bloggerin Amelia Hamilton hat das Märchen nun für die NRA (die US-Waffenlobby National Rifle Association) umgeschrieben: Sie lässt Hänsel und Gretel beschliessen, ihre Familie vor dem Hunger zu retten, indem sie mit ihren Waffen für die Familie jagen gehen. Dabei retten sie gleich noch einen Jungen vor der Hexe (natürlich ohne dabei mit fremden Erwachsenen zu sprechen) und holen dann den Sheriff, der die Alte sauber erledigt, indem er sie ins Kittchen wirft.

Die Autorin wird nicht müde, zu wiederholen, wie toll es doch ist, schon als Kind eine Schusswaffe zu haben und zu beherrschen. Das wirft ein Licht auf das Weltbild dahinter. Denn wenn man das Originalmärchen genau anschaut, geht ja die wahre Bedrohung von den Eltern aus. Um ihr Waffenplädoyer dennoch in der Geschichte unterzubringen, musste Hamilton sie daher noch um einen Twist weiter verdrehen. Die Kinder beschliessen bei ihr, selbst in den Wald zu gehen. Schlau. Denn sonst hätten wir schon fast das Setting eines klassischen amerikanischen Kleinstadtdramas: Schwiegermutter ist fies und will Kinder loswerden, Kinder merken das, kennen, lieben und haben Waffen als Lösung für jedes Problem – und knallen, schwupps, die Schwiegermutter ab.

Das konnte die Autorin natürlich nicht zulassen. Es würde das wahre Problem enthüllen, das so gerne verschwiegen wird: Die meisten realen Bedrohungen, welchen Kinder ausgesetzt sind, lauern innerhalb der Familie, nicht ausserhalb. Sexueller Missbrauch, seelische Grausamkeit, körperliche Gewalt, Vernachlässigung oder krankhafte Überbehütung und erdrückende Erwartungen erleben Kinder am weitaus häufigsten in der engeren Familie. Daher arbeitet diese Neufassung mit einem wirkungsvollen Trick, alt wie die menschliche Unzulänglichkeit: Man orte die Feinde ausserhalb des eigenen Systems. Damit kann man von inneren Fehlern ablenken.

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Bruder und Schwester sind erwachsen geworden – und gehen in «Hansel & Gretel 3D» gemeinsam auf Hexenjagd. Foto: PD

Das heisst allerdings nicht, dass da keine wären. Statt den Kids also Waffen in die Hände zu drücken, damit sie durch das Leben kommen, wäre es wesentlich sinnvoller, unter anderem die Märchen so zu lassen, wie sie sind. Das sage ich wohlgemerkt nicht, weil ich sie für unabänderlich halte. Das sind sie nicht. Sie sind lebendig. Aber sie haben auch eine Aufgabe. Sie helfen den Kindern, lebensschlau und zuversichtlich zu werden. Denn sie sind einerseits ungerecht und hart, aber anderseits erleben die Kleinen mit ihnen auch, wie zum Beispiel Schläue und Zusammenhalt helfen, sich gemeinsam aus einer Notlage zu befreien. Sie sehen, dass Fehlbare manchmal lernfähig sind (der Vater) und bereuen. Ja gut, sie erleben auch, dass die Stiefmutter einfach zufällig stirbt und dass dann alles gut ist. Aber diese zugegeben etwas billige Auflösung ziehe ich bewaffneten Kindern immer noch bei weitem vor.

Hamiltons Ansatz, den Kindern in dieser Geschichte alle richtigen Probleme per Waffenbesitz vom Leib zu halten, nimmt dem Märchen seine ursprüngliche Macht. Erstens gelingt es ohnehin nicht, Kinder von allen Schwierigkeiten zu bewahren. Zweitens sind so erzogene Kinder kaum dafür gewappnet, sich notfalls selbst aus der Patsche zu helfen. Im Märchen aber erleben die Kinder, dass man Schwierigkeiten mit Grips, Güte, Glück, Gott und Gerechtigkeit letztlich überwinden kann.

Wenn sie das begreifen und in einer liebenden, respektvollen Familie aufwachsen, sind sie bestens gewappnet. Und das ist wesentlich gesünder, als wenn man sie bewaffnet.

PS: Die Autorin Amelia Hamilton, Autorin der Kinderbuchreihe «Growing patriots» (Heranwachsende Patrioten), will offenbar als Nächstes die «Drei Schweinchen» bewaffnen. Wie passend in Anbetracht der grassierenden Angst vor allem Fremden.


«Hänsel und Gretel» – eine Verfilmung des Märchens aus dem Jahr 1954. Quelle: Youtube

148 Kommentare zu «Hänsel und Gretel mit Knarre»

  • Roland K. Moser sagt:

    Die NRA macht doch nur, was unsere Linken und Netten auch machen: Eine Gehirnwäsche verpassen.
    Multi-Kulti beispielsweise ist antibiologisch und widernatürlich.

    • Franz Vontobel sagt:

      Hach, der Roli KKK. Moser mal wieder – ist er nicht süss, wie er jeweils lustig vor sich hin plappert (und wohl auch sabbert…). Ahhh, man möchte ihn doch einfach kkknuddeln… 😀

  • Widerspenstige sagt:

    Märchen sind so wichtig wie das Tagträumen. Sie geben uns seelische Nahrung ein Leben lang und es Bedarf einer grossen Sorgfalt, diese darzustellen in Wort und Illustrationen. Kinderseelen verstehen intuitiv sehr früh, was da erzählt wird vom Erwachsenen mit entsprechendem Augenverdrehen, Stimme heben und senken, der ganzen Atmosphäre während der Märchenstunde. Sie ist unbezahlbar und darf niemals verwässert daher kommen oder instrumentalisiert werden für kapitalistische Zwecke!

    Es liegt in den vertrauten Händen der Betreuungspersonen, dass sie das Märchenerzählen und vor allem das bedachte Auswählen der entsprechenden Bücher und Filme nie verlernen. Gute Märchen sind der Grundstein für das Verstehenlernen des Lebens. Zu viel interpretiert von mir? Vielleicht – vielleicht nicht. 😀

    • Franz Vontobel sagt:

      Wow, WS! Ein neuer Höhepunkt!

      Mein Favorit:
      „Kinderseelen verstehen intuitiv sehr früh, was da erzählt wird vom Erwachsenen mit entsprechendem Augenverdrehen.“

    • Reincarnation of XY sagt:

      Grosse Übereinstimmung: Ich finde man sollte Märchen nur für sozialistische Zwecke instrumentalisieren. Einfach, Hauptsache neutral und nicht instrumentalisieren.

      Und wie gesagt WS. Wenn man Hänsel und Gretel richtig erzählt, wird es jedem Kind einleuchten, dass das BGE der Welt viel Leid ersparen wird.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Da fällt mir ein. Ich finde „Frau Holle“ ein ziemlich kapitalistisches Märchen.
        Das fleissige, gute Mädchen ist auch schön.
        Das faule, böse Mädchen ist auch hässlich.
        Und seine Armut ist selbst verschuldet und hoch verdient.

        Da sieht man’s wieder.

      • adrian wehrli sagt:

        Wir brauchen dann noch ein alternatives Ende, mit der Goldenen Gans, damit wir wissen wer das BGE-Märchen auch bezahlt. Aber hey, träumen dürfen wir allemal, solange ein Andere es bezahlt ….

      • Reincarnation of XY sagt:

        Oder wie wärs mit Pinocchio. Im Original lernen dort die Kinder, dass falls die gute Fee (Mutter?) stirbt, das ganz allein ihre Schuld ist, weil sie böse Kinder sind.

        Und allgemein: dass Hexen zu verbrennen sind.
        Ach die alten Märchen sind einfach so wertvoll, wahrer als die Bibel, und (noch mehr als jene), über jeden Zweifel erhaben. Es sei denn jemand „missbraucht“ sie.

      • adrian wehrli sagt:

        Pinocchio als Entwicklungsroman, als Reise des Helden mit reflektiver Selbstfindung, so haben Sie eine Chance an die Essenz zu kommen und ein paar Brosamen für sich selbst abzukriegen. Aber Hexen, ja die muss man abfackeln, und dann pfählen, eventuell hinterher in Essig einlegen. Passt zu Weichkäsen und Nüssen, falls dünn genug geschnitten.

    • adrian wehrli sagt:

      Nicht immer überall eine Kapitalismuskritk einweben. Kommunistische und Sozialistische Systeme haben die Kindermärchen mindestens so oft missbraucht für die Manipulation der Massen. Einfach den Wert und Funktion von Märchen geniessen, ohne gleich in ein links-rechts, gut-böse, technokrat-hippie Schema zu verfallen. Lauschen Sie 1001 Nacht am Lagerfeuer, auch wenn die Helikoptermom neben Ihnen dazu Ihre AK-47 oelt.

      • Anh Toàn sagt:

        @adrian wehrli: In der Wüste ölt man keine AK-47, da klebt nur der Sand besser drin. Vermutlich sind die Dinger so beliebt, weil überall soviel Spiel ist, dass trockene Sandkörner noch immer den beweglichen Teilen ausweichen können.

        Jetzt habe ich hier ganz viel Schlaues zu Märchen gelesen, habe gemeint, da ginge es darum, dass die schöne Prinzessin vom Prinzen gerettet wird, Stiefmütter böse sind, Hexen auch, die sind aber nicht zwingend Stiefmütter. Eigentlich wie Hollywood oder HK Massenware. Kann man Kinder nicht Stars Wars erzählen? Ich meine schon nicht ansehen, halt eine Geschichte erzählen in fremden Galaxien wo wunderbare Dinge geschehen. Ich mein so Alice im Wunderland reloaded?

      • Anh Toàn sagt:

        Im Märchen sind die Bösen hässlich, es sei denn, es wären Schwiegermütter, dann ist das fakultativ, die Guten sind schön und werden aus einer misslichen Lage gerettet, werden dabei auch noch reich und alles wird gut. Es beginnt mit „es war einmal“ und endet „glücklich und zufrieden“. Märchen brauchen keine Logik um zum glücklichen Schluss zu kommen. Ist alles wie in Hollywood. Nur halt Massenware von früher. RTL2 des Mittelalters quasi.

        Vielleicht werden irgendwann Kinder mit „Pretty woman“ gequält, braucht nur alt genug sein, damit der pädagogische Wert vollständig erfasst werden kann. Die grösste Gefahr für eine gesunde Entwicklung der Kinder ist das familiäre Umfeld.

      • Anh Toàn sagt:

        Die Moral von Hänsel und Gretel ist nicht, dass die grössten gefahren im Elternhaus, der Familie lauern, sondern es geht darum, den Kindern zu sagen, seit froh über die Eltern die ihr habt, andere Kinder werden ausgesetzt und müssen im Wald gegen Hexen sich wehren:

        Also reduziert Eure Erwartungen an Eure Eltern.

  • 13 sagt:

    Wenn wir ehrlich sind, ist Hänsel und Gretel so aktuell wie noch nie. Wie weit geht man, wenn man wirklich in der Not ist und keinen Ausweg sieht? Schleppt man Kinder über Tausende von Kilometern und x Länder? Oder lässt die Familie zurück in der Hoffnung, sie später holen zu können? Oder wartet einfach ab, bis alle sterben…schwierig, schwierig….
    Auch auf die Idee Kinder einfach mit Waffen auszustatten, kamen schon andere als die Amerikaner. Die Folgen davon kann man täglich lesen, eine Lösung des Problems ist es wohl kaum.

    • Muttis Liebling sagt:

      Die meisten der Märchen sind noch aktuell, die Struwwelpeter- Geschichten fast noch aktueller als zu ihrer Zeit. Aber Inhalt und Form des Blogs zeigen, das Verständnis dafür sich arg in Grenzen hält.

      Man verwirft den Spiegel, weil er spiegelt, statt zu imaginieren.

      • Franz Vontobel sagt:

        Ach ja? Wie steht es dann um das Verständnis von jemandem, der Volksmärchen (Hänsel & Gretel) und Kunstmärchen (wobei Struwwelpeter strenggenommen noch nicht mal ein Märchen ist…) frisch-fröhlich in denselben Topf schmeisst..?

      • Muttis Liebling sagt:

        Beides sind Sittenbilder, wie auch ‚Effi Briest‘ oder die grossen russischen Romane von Tolstoi oder Dostojewski, die man auch als historische Quellen z.B. für die Soziologie oder in meinem Fall Demographie benutzen kann.

        Nachträglich geschrieben historische Romane oder Erzählungen sind meist unbewusst mit der Moderne kontaminiert.

      • Franz Vontobel sagt:

        Ach, Literatur ist unter anderem ein Produkt der Zeit, in der sie entstand? Das ist ja mal eine Erkenntnis! Wer hätte sowas gedacht…

  • Philipp Rittermann sagt:

    also ich empfehle diese version: http://www.cede.ch/de/movies/?view=detail&branch_sub=0&id=10334329&branch=2
    sie entspricht am ehesten dem original der brüder grimm. und schon das original ist alles andere als jugendfrei.

    • Susi sagt:

      Hänsel und Gretel als Horrorfilm, wie geil ist das denn? Muss haben!!! Bitz teuer aber für 86 Minuten…

      • Philipp Rittermann sagt:

        …dafür ist er uncut. und auch ziemlich ironisch. mir hat er gut gefallen.

      • Franz Vontobel sagt:

        Bevor sie sich das antun, Susi: das Machwerk stammt von der Direct-to-DVD Produktionsfirma „The Asylum“ – und wenn sie auch nur ein wenig etwas mit Film am Hut haben, so wissen sie, was das bedeutet: unterstklassige Schauspieler, öd-absurde Story, dilettantische Inszenierung, grauenvolle Dialoge und, nicht zuletzt, Effekte auf Ed Wood Niveau.

        Ja, das kann lustig und unterhaltsam sein („Sharknado“, „Mega Shark vs. Giant Octopus“), und nein, ist es hier definitiv nicht. Sparen sie sich die 30 Högger, sie würden ihnen lange nachtrauern…

      • Susi sagt:

        Ich LIEBE „Sharknado“!

      • Philipp Rittermann sagt:

        herr vontobel. mit verlaub. sie haben keine ahnung. und wenn schon – und das ist dann richtiger trash – schaue man sich die filme von troma an. vor allem „toxic avenger“ ist so schlecht, dass er schon wieder fast genial ist.

      • Franz Vontobel sagt:

        Herr Rittermann, sorry, aber ich habe sehr viel Ahnung. Und die „Troma“-Filme mit dem „Asylum“-Schrott in denselben Topf zu schmeissen zeugt eher von erwähnter Ahnungslosigkeit auf ihrer Seite…

        Aber schauen sie sich das Teil an, Susi – sagen sie einfach nicht, ich hätte sie nicht gewarnt.

        Ausser, sie stehen auf Filme, bei denen sie trotz dem verspritzen von Hektolitern von Kunstblut einschlafen… aber hey! Auch das kann ein Nische sein!

      • Franz Vontobel sagt:

        Ach, noch was, Rittermann: wo haben sie die Ironie in dem Teil gefunden? Wie todernst sich der Streifen nimmt ist ja eines seiner Hauptprobleme…

    • Philipp Rittermann sagt:

      vorschlag, herr vontobel. frau susi soll sich den streifen mal anschauen und kommentieren, wie sie ihn fand. die geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden. und nun noch eine empfehlung für sie beide – neueren datums – „tusk“. i was delighted. und wers tiefgründig mag – „martyrs“.

      • Franz Vontobel sagt:

        Auf jeden Fall soll sich die Frau Susi selber ein Urteil bilden – ich wollte sie nur vor der Ausgabe der 30 Geld bewahren. Aber es gibt ja auch andere Quellen *hüstel*.

        Torture Porn ist nicht so meins, deshalb hab‘ Martyrs nie gesehen. Weiss aber, dass er als Meilenstein im Genre gilt. Aber wie gesagt: nicht mein Ding.

        Und Tusk tönt interessant – Kevin Smith ist ja immer für eine Geschmacklosigkeit gut… 😀

        Ein Tipp für Susi, als Lehrerin und zur psychoanalytischen Interpretation: Battle Royale

      • Susi sagt:

        Ja, ich werde jetzt mal schauen, ob/wie ich an den Film rankomme.

        Ich war heute Abend im Kino: „Room“, völlig überwältigend, vor allem auch, wenn man Elterngefühle kennt…

      • Philipp Rittermann sagt:

        herr vontobel – ich bitte sie – „battle royal….“ – habe ich mir die erste 1/4h angetan und dann direkt gekübelt. gut. die story gäbe anlass zu einem GUTEN film – rausgekommen dabei ist ein pubertär angehauchter abklatsch von „full metal jacket“. und die äh-schauspieler sind unter jeder s**. – ich bitte sie nochmals, herr vontobel – nun hatten wir fast eine übereinstimmung – und – sie – kommen mit mit „battle….royal….“ – aso nei.

      • Franz Vontobel sagt:

        Haha, Rittersmann, sie beleidigtes Leberwürstli! Ich hätte wohl auch den “Paten”, “Herr der Ringe” oder “Pippi im Takka Tukka Land” vorschlagen können, sie hätten mit “habe ich mir die erste 1/4h angetan und dann direkt gekübelt. gut. die story gäbe anlass zu einem GUTEN film – rausgekommen dabei ist ein pubertär angehauchter abklatsch von „full metal jacket“. und die äh-schauspieler sind unter jeder s**.” reagiert. 😀

        3 Punkte nur:
        – der Film heisst Battle Royale – Royale, mit e am Schluss.
        – Takeshi Kitano als “Schauspieler unter aller S**” zu bezeichnen..?
        – IMDB: Hansel & Gretel: 2.7 / Battle Royale: 7.7 – Rotten Tomatoes: H & G: 16% / BR: 86%

      • Franz Vontobel sagt:

        Shame on me natürlich, dass ich für einen Moment dachte, sie würden auf ihre übliche Trollmasche verzichten – wird mir aber nicht nochmals passieren. Ich denke jede weitere Diskussion können wir uns damit sparen.

        Aber eine Frage hab’ ich noch: “Full Metal Jacket”? Sind sie sicher, dass sie die Synopsis des richtigen Films ergooglet haben..?

      • Sportpapi sagt:

        Hm. Irgendwie verstehe ich langsam, weshalb wir üblicherweise nicht auf einen gemeinsamen Nenner kommen…

      • Franz Vontobel sagt:

        SP, care to elaborate?

      • Sportpapi sagt:

        Ich sehe nur, wo eure Film-/Literatur-Interessen liegen. Ich (Bünzli!) musste alles googeln…

      • Franz Vontobel sagt:

        Steckenpferd, SP, nicht Lebensphilosophie… ;D

      • Philipp Rittermann sagt:

        herr vontobel. ich gebe zu – das asiatische zeugs ist nicht mein ding. obwohl es auch im horror-genre gute wie „ringu“ gibt, gehen mir die darsteller auf den sack. ABER – die ihn battle royalE sind einfach nur mies – inkl. kitano. sorry.
        sportpapi. (wenn ich die abkürzung „sp“ lese wird mir schlecht, drum schreib ichs aus 🙂 ) mein archiv beinhaltet u.a. rund 400 horror-dvds -wenn man sich für das zeug nicht interessiert, gehts einem, wie ihnen.
        herr vontobel. was halten sie von „deliverance“ ?
        an alle -> frau susi ist jetzt völlig untergegangen.

      • Philipp Rittermann sagt:

        noch eine kleinigkeit zum imdb-filmrating. die objektivität ist je nach genre to-tal unterschiedlich. gerade beim horror kann man das rating vielfach rauchen. und – sie „experte“ – sie. was durchs band sehenswert ist, ist die „masters of horror“-serie. z.b. „cigarette burns“. ein richtiges kleinod menschlicher abgründe und unzulänglichkeiten.

  • Christoph Bögli sagt:

    Geschichten/Märchen sind natürlich immer ein Produkt ihrer Zeit, was darum u.a. auch immer zum Reflektieren der sich ändernden Werte einlädt. Interessant an „Hänsel & Gretel“ ist dabei eben gerade der Aspekt, wie sehr sich die Wahrnehmung und der Stellenwert von Kindern gewandelt hat: von der Peripherie der Familie als zu Beginn weitgehend nutzloses Maul, das gestopft werden muss und mit hoher Wahrscheinlichkeit trotzdem nicht überlebt, ins absolute Zentrum als verhätschelte Prinzen und Prinzessinnen. Für die heutige Goldschatz-Kultur ist das darum kein schlechter Gedankenanstoss. Nicht, dass man die schlechten, alten Zeiten wieder aufleben lassen sollte, aber evtl. dass ein Kind auch ganz ordentlich gedeiht ohne dass man es permanent auf ein geschütztes Podest stellen muss..

    • Carolina sagt:

      Interessanter Gedankenanstoss, CB! Fragt sich nur: sollten jetzt dann, angesichts der ‚heutigen Goldschatz-Kultur‘, nicht doch Kinder routinemässig mit Waffen ausgestattet werden? Oder vielleicht doch nur die Eltern? Dann erledigt sich dieser Kult vielleicht ganz von selber…….;-)

  • Michael sagt:

    Kindern denen man Märchen erzählt, haben noch einen zu geringen Wertmassstab, um die in den Märchen enthaltenen Grausamkeiten auch als solche zu erkennen – Barfuss über glühende Kohlen beispielsweise. Für sie ist es einfach eine spannenden Geschichte, in der, wie Frau Schulthess richtig sagt, sie erleben, wie Schwierigkeiten mit Grips, Güte, Glück, Gott und Gerechtigkeit überwunden werden kann. Und darin liegtder Nutzen solcher Märchen. Die Kleinen werden schon früh genug lernen, das das wahre Leben leider nicht wie im Märchen funktioniert. Bis dahin sollten wir sie in ihrer Märchenwelt belassen. Und was interessiert es uns eigentlich, wie die Amerikaner ihre Kinder erziehen ????

    • Reincarnation of XY sagt:

      Das ist eben die Sichtweise eines Menschen, der sich nie Gedanken macht, in welcher Zeit die Märchen entstanden sind.
      Für unsere Wohlbehüteten Kinder sind diese Grausamkeiten vielleicht sehr abstrakt. Aber in der Zeit, in der diese Geschichten entstanden sind, waren diese Grausamkeiten erlebter Alltag. Und deshalb wurden die Geschichten auch so grausam erzählt.
      Der pädagogische Nutzen hält sich in Grenzen, wenn wir nicht fähig sind, über unseren Tellerrand hinauszuschauen. Denn natürlich widerspiegeln die Geschichten allesamt die Ansichten, der damaligen schwarzen Pädagogik.

    • adrian wehrli sagt:

      Die Kinder haben Sehr wohl einen vollen Wertekatalog, keine Sorge. Das wahre Leben funktioniert wie im Märchen, wenn Sie denn die Zusammenhänge begriffen haben, ansonsten müssen Sie noch XY mal Reinkarnieren und dassselbe Leiterlispiel im Kreis herumeisen.

  • Muttis Liebling sagt:

    Mit diesem Beitrag habe ich seit dem Wochenende fest gerechnet. Nur nicht, dass der so naiv bis dumpfbackig ausfällt. Den Namen der Verhunzerin hätte man nun wirklich nicht erwähnen dürfen.

    Aber so funktioniert das heute. Dumme Ideen sterben nicht mangels ausreichender Reproduktion aus, sie werden verstärkt, weil die Klugen sich in manischer Form beflissen sehen, die Dummheit der Idee in epischer Breite zu dokumentieren. Da der grösste Feind des Klugen nicht der Dumme, sondern der noch Klügere ist, muss das auch ganz schnell passieren. Sicheres Konzept, darauf kann man eine kostengünstige Marketing- Strategie aufsetzen.

    Wie viele Schweizer hätten ohne die aufgebrachten Medien an der Entköppelung teilgenommen, oder nur Kenntnis davon gehabt. 2 oder gar 3?

    • Muttis Liebling sagt:

      Das sollte unter Katharinas Beitrag stehen.

    • Adrian Wehrli sagt:

      Im köppelschen Dilemma ging es wohl eher darum, einen peinlichen Rabulisten und Streberlein mit dümmlichem pseudointelektuellem Kunst-dung zu bewerfen, und das ganze als mediale, sehr dünne Mehlsuppe zu servieren. Wobei Ruch noch peinlilcher war als Köppel und das will ja schon etwas heissen.

    • Widerspenstige sagt:

      Sie haben nichts verstanden von diesem Spektakel, nicht wahr Adrian Wehrli? Schade, Ihnen hätte ich eigentlich mehr Tiefgang zugetraut, denn Ihre Art zu Kommunizieren lässt einiges in diese Richtung vermuten. Von peinlich kann keine Rede sein – im Gegenteil. Es war ein brillanter Spiegel, um das heutige Thema aufzunehmen. Und für einmal schätze ich eine Gegenüberstellung bei Schawinskis Talk (rein zufällig mir angesehen nota bene!) mit Ruch. Ansehen bitte und dann nochmals darüber sich auslassen ist meine Empfehlung für ein besseres Verständnis dieses Spektakels und das Raunen im Gebälk der Getroffenen.

      Ziemlich genau getroffen und versenkt, ML. Aber worüber lohnt sich denn noch breitflächig zu schreiben, wenn der Konkurrenzkampf immens geworden ist unter den Medien?

      • adrian wehrli sagt:

        Gesehen, und trotzdem, das Spektakel war peinlich, auch wenn Ruch es hinterher schönreden wollte. Köppel bleibt eine Gefahr, aber nur solange man köppelige Provokation mit pseudokünstlerischer Provokation beantwortet, sondern wie bei Rumpelstilzchen mit kühler Verachtung. Wissen Sie was ich an Ruch nicht mag? Er nimmt sich viel zu Ernst und ist eine Rampensau ohne Inhalt. Widerspenstig mag Programm sein, Sie hätten besser den Ihrer Meinung nach von mir übersehenen Aspekt ausleuchten sollen, anstelle mir vorzuwerfen nichts verstanden zu haben, so in Ruchscher böser, blöder Geist muss exorziert werden. Sie haben noch eine Handvoll Vorschusslorbeeren für frühere schön widerspenstige Kommentare, also lass ich Ihnen diesen Ausrutscher in ruchsche Niederungen mal durch ….

  • Katharina sagt:

    Dass Sie die NRA als Aufhänger benutzen und jene bescheuerte Märchenneuerfinderin überhaupt mit diesem prominenten Forum beehren, nehme ich Ihnen übel.

    • Adrian Wehrli sagt:

      Die NRA ist ein willkommenes Kontrastmittel, da offensichtlich bescheuert und böse. Natürlich verschwinden dann auch die grautöne, ist dann wie ein Burger mit vieeeel Ketchup. Ist ja auch der Tagi hier und nicht die NZZ; also Burger, Fries & NRA!

  • Franz Vontobel sagt:

    Frau Fischer, ist da irgend etwas Unverarbeitetes, das hier via Freud’sche Verschreiber nach Aufmerksamkeit verlangt?
    Oder weshalb wird im 3. Abschnitt aus der Stiefmutter plötzlich eine fiese Schwiegermutter, die – schwupps – abgeknallt wird..? 😉

  • Muttis Liebling sagt:

    Grimms Märchen sind eigentlich Sittengemälde ihrer Zeit. ‚Hänsel und Gretel‘ beschreibt ein Phänomen, welches es wirklich gab. Wenn die Familie in Notzeiten nicht genug zu essen hatte, wurden die jüngeren Kinder im Wald ausgesetzt. Realität war auch, das die Hälfte der Kinder >8 Jahre eine Stiefmutter hatten.

    Es ist müssig, diesen Geschichten Grausamkeit vorzuwerfen. Sie spiegeln eine grausame Realität und es gibt auch heute keinen Grund, Kindern die Sicht auf die Realität (Terror, Völkerwanderung, ersaufende Kinder im Mittelmeer) zu verbauen.

    Dabei sind die bei uns verlegten Versionen schon mehrfach bearbeitet. Bereits die Gebrüder Grimm haben kräftig Hand angelegt. Im Ursprung gibt es im Einklang mit der Realität auch pornographische Szenen.

    • Muttis Liebling sagt:

      Schaut man sich die neueren Verfilmungen an, sind die noch mal bis zur Unkenntlichkeit abgebügelt (Kleidung, Architektur, demographische Struktur der gezeigten Gruppen, usw.).

      Aus literarischer Sicht ist es einerlei, ob man Weltliteratur völlig, oder nur durch Austausch einzelner Wörter (N..) teil verhunzt. Insofern ist das oben Geschilderte nur der Gipfel vom Eisberg und entspricht in seiner Einfachheit dem Publikum, für welches das Märchen verhunzt wurde.

      Dem wird die sehr oberflächliche Betrachtung des Blogs leider nicht gerecht.

      • Franz Vontobel sagt:

        Die deutschen Volksmärchen waren nie „Weltliteratur“, bis die Grimms sie aufschrieben.

        Es gibt kein „Original“, es waren ursprünglich nur mündlich überlieferte Stoffe ohne eine feste Textgestalt.

      • Adrian Wehrli sagt:

        Ihre Betrachtung ist nicht minder oberflächlich. Gerade als Muttis Liebling sollten Sie die tiefenpsychologische Bedeutung alter Volksmärchen (von Grimm gesammelt) verstehen. Wenn Mutti den Liebling mit seinen weiblichen und männlichen Attributen ins Leben wirft (Wald), und er die Herausforderungen der irdischen Reise meistert, dann hilft vielleicht ein Sturmgewehr, vielleicht auch nicht. Oder man bleibt bei Mutti unter der Decke …

      • Susi sagt:

        A.W.:“Gerade als Muttis Liebling sollten Sie die tiefenpsychologische Bedeutung alter Volksmärchen (von Grimm gesammelt) verstehen.“

        Ja, genau, ich gehe auch immer aus dieser Perspektive an die Deutung. Manchmal ist ein Finger zwar nur ein Finger, aber in Hänsels Fall wohl eher nicht. Und ein Gewehr ist eben auch nicht einfach ein Gewehr. Da wurde wieder mal alles falsch verstanden, weil wörtlich anstatt metaphorisch angegangen.

      • Adrian Wehrli sagt:

        Sozusagen Tiefenpsychologie für die Hobbypsychologen, neben dem Hobbyhomöopath. Wieso nicht auch noch ein bisschen Hobbywaffennarr? Das würde einige Spielplatzdiskussionen abkürzen ….

      • Muttis Liebling sagt:

        In der Bibliotheca Bodmeriana gibt die ersten Hand- Niederschriften der Gebrüder Grimm, die nach mündlichen Vorträgen aus dem mitteldeutschen und dem elsässischen Raum gefertigt wurden und die man als Original bezeichnen kann.

        Bibel (AT) und Koran sind ja auch so entstanden, nur war Mohammed so klug, zu verfügen, dass Änderungen im Nachhinein verboten sind, selbst wenn dadurch der Koran für durchschnittlich gebildete heutige Araber nicht mehr lesbar ist.

        An den tiefenpsychologischen Deutungen hat sich schon Freud abgearbeitet. Da kann man verschiedener Ansicht sein. Mein Lieblingskaktus im Wohnzimmerfenster hört auf den Namen ‚Phallus immensus‘.

      • Martin Frey sagt:

        „Mein Lieblingskaktus im Wohnzimmerfenster hört auf den Namen ‚Phallus immensus‘.“
        Solange es sich dabei nicht um ein Prachtsexemplar von Echinocactus grusonii handelt ist wohl alles in Ordnung. Ansonsten sind wir wohl wieder bei Freud.

      • Carolina sagt:

        Haha, Martin! So ist es: der Schwiegermutter-Sitz führt aber so was von direkt zu Freud! 😉

      • Susi sagt:

        @Martin: Ich musste jetzt grad „Echinocactus grusonii“ bildergooglen. Haha! Der steht eben für die Übermutter!

        Ich besass mal Fliegenfallen, aber die gingen immer ein. I wonder, why.

      • Carolina sagt:

        In diesem Fall heisst das ‚Untermutter‘, Susi 🙂

      • Susi sagt:

        „Untermutter“!!??
        Was für ein cooles Wort!!

      • Reincarnation of XY sagt:

        Allerdings sind manchmal die Metaphern-Deuter auch die grössten aller Narren.

        Ein Freund von mir, lag während seines Studiums auf der faulen Haut. Dann musste er eine Abschlussarbeit schreiben und hatte keine Ahnung was. Er schrieb dann einfach wirres Zeug von einer Frau mit Regenschirm und rotem Regen – einfach schräg, damit es nicht auffiel, dass im nichts als Nonsens einfiel und er keine Zeit hatte um etwas gescheites zu Schreiben.
        Seine Professoren gaben ihm die Höchstnote und schwärmten über den Tiefgang seiner Metaphern.

      • Susi sagt:

        Der Schirm ist eben ein ganz komplexes Symbol, zusammengeklappt steht er für den Phallus, aufgespannt für die Frau. Der rote Regen ist eine Metapher für Menstruationsblut. Alles aus dem Unbewussten. (Ich würde ihm auch die Note 6 geben dafür.)

      • Felix Stern sagt:

        Muttis Liebling hat in diesem Falle eindeutig Recht: Die Grimm’schen Märchen sind vor allem ein Spiegel der Zeit, in der sie geschrieben wurden und illustrieren, mit welcher Selbstverständlichkeit die Menschen grausamste Akte vollzogen. (Sie haben hingegen keinen tiefenpsychologischen HIntergrund, der den Autoren zu der Zeit ja fremd war). Genauso muss man das Alte Testament verstehen, das an mehreren Stellen Völkermord beschreibt: Städte zu plündern und alle Einwohner niederzumetzeln war im Altertum eine akzeptable Vorgehensweise. Die Leute, die diese Texte schrieben, fanden es offenbar völlig OK, sich einen Gott vorzustellen, der zu solchen Taten aufrief.

      • Susi sagt:

        Stern: „Sie haben hingegen keinen tiefenpsychologischen HIntergrund, der den Autoren zu der Zeit ja fremd war.“

        Aber eine Psyche hatten sie schon, die Menschen damals, die entwickelten sie nicht erst um 1900 rum. Es gab literarisches Psychologisieren bereits sehr lange vor Freud, da kann man auch ins Mittelalter oder in die Antike zurückgehen. Freud begründet ja viele seiner Theorien mit Beispielen aus der Mythologie oder mit Bildern, die sehr lange vor ihm existierten (Oedipus. Narziss.)

    • Reincarnation of XY sagt:

      Danke – das ist die einzig vernünftige Haltung zu diesen Märchen.
      Sie sind Abbilder der damaligen Zeit und geben uns einen Einblick in das Leben und Denken von damals. Das können wir und unsere Kinder in erster Linie aus ihnen lernen.

      Natürlich kann man Märchen auch neu erzählen, wie z.B. „Rapunzel neu verföhnt“, damit sie zeitgemässer und lebensnaher sind. Wichtig ist aber, dass man das Original so lässt, wie es ist, um Einblick in diese Zeit zu erhalten.

      • Susi sagt:

        RoXY: „Natürlich kann man Märchen auch neu erzählen, wie z.B. „Rapunzel neu verföhnt““

        Die Rapunzel-Verfilmung ist ein absoluter Genie-Streich! Toll, wie die Mutter für alle Helikoptereltern steht, welche ihre Kinder von der Welt abschotten möchten und zudem versuchen, die eigene Jugend durch den Nachwuchs zu konservieren.
        Und wenn wir schon von Tiefenpsychologie reden: Hammermässige Illustration des Unbewussten.

        Eugene als Erlöserfigur lässt sich auch von Matrix-Neo kaum toppen: Stigmata in der Handfläche und auf der Brust, inklusive Auferstehungsmotiv am Schluss!

      • Franz Vontobel sagt:

        Aber wir sind uns schon einig darüber, dass der ganze von ye goode, olde Sigi Freud ausgelöste Tiefenschwindel sich punkto Wissenschaftlichkeit auf etwa derselben Stufe wie Numerologie und Astrologie bewegt?

      • Adrian Wehrli sagt:

        @ Von dem TobeL: Auf etwa auf derselben Stufe wie Liebe, Politik & Familie, es menschelt halt sehr und die Axiome wechseln immer mal wieder. Aber natürlich dürfen Sie in Ihrer Glühbirne sitzen bleiben, your Choice …

      • Carolina sagt:

        Ye goode olde Sigmund muss eben auch im Kontext seiner Zeit gesehen werden, ebenso wie die Grimm’schen Märchen. Und wenn man dann noch die jeweiligen biografischen Hintergründe miteinbezieht in die Gleichung, hat man schnell einen Prinzen, der wieder zum Frosch mutiert. Oder man ist sich einfach von vornherein darüber im Klaren, dass nichts und niemand einfach nur abgrundtief schlecht ODER wunderbar ist; dass niemand nur Held ODER Versager ist; dass wirkliche Wahrheit immer eine sehr individuelle Komponente hat.

      • Franz Vontobel sagt:

        Echt, Wehrli? Auf den Chügeli-Fans rumhacken, aber den ganzen Tiefenpsycho-Gugus für Wissenschaft halten..? 😀

        Ja dann… keine weiteren Fragen.

      • Adrian Wehrli sagt:

        Jedem seine Schneckenhaus … die einem unten im Tobel, die anderen auf dem Berg. ;-). Ich bin etwas neidisch, dass Sie alleine mit Toaster & Regressionsrechnung ein ausgefülltes Leben führen. Good luck & good night.

      • Susi sagt:

        Ach, Franz, das ist die typische Reaktion, wenn man sich von der Tiefenpsychologie bedroht fühlt. Verleugnen, verneinen, verdrängen…

        Denial is not a river in Egypt!

      • Adrian Wehrli sagt:

        Denial is not JUST a river in Egypt, Susi! Gopferdechel, suuber schaffe!

      • Franz Vontobel sagt:

        Ach, meine Schneckenhaus, deine Schneckenhaus – wem weiss das schon… Hauptsache, gehen wir Schneckenhaus. 😀

      • Carolina sagt:

        And ignorance is bliss 🙂

      • Franz Vontobel sagt:

        Haha, Susi, hatten wir das nicht schon mal?

        Und ist die Argumentation „das ist die typische Reaktion, wenn man sich von der Tiefenpsychologie bedroht fühlt. Verleugnen, verneinen, verdrängen…“ nicht die typische Reaktion, wenn man sich als Tiefenpsychologie-Gläubiger nicht ernst genommen fühlt… 😉

      • Adrian Wehrli sagt:

        Schneckenhause nicht gehen, Schneckenhaus kriechen! Das sein wissenschaftlich belegt! Und jetzt husch ins Elfenbeinhäusschen, sonst kriegen Sie noch eine Überdosis Leben ab und der Elfenbeinturm der wahren Wissenschaft beginnt zu wackeln.

      • Franz Vontobel sagt:

        Aber wie gesagt, es geht mir bloss darum, dass die Tiefenpsychologie sich als Wissenschaft gebärdet – sie erfüllt in diesem Belang noch nicht mal die rudimentärsten Ansprüche.

        Ich gestehe ihr allerdings durchaus ein hohes Mass an Unterhaltungswert zu – wäre doch nur schon ein Woody Allen ohne sie schlicht undenkbar…

      • Adrian Wehrli sagt:

        Nun, Franzl, ob denn die Tiefenpsychologie Wahrheitsgehalt hat oder nicht, wenn interessierts? Der Nutzen, das zählt! Gute Kochkenntnisse und ein fundiertes Wissen in Jungscher Tiefenpsychologie vermag dir die prüdeste Auster zu knacken und ins Bett zu kriegen. Das nenn ich Nutzen!

      • Franz Vontobel sagt:

        Hmm, Frauen als zu knackende Austern anschauen – Susi? Interpretation?

      • Adrian Wehrli sagt:

        Ach Franzl, nimm mal etwas Humor hervor, es staubt hier drinn, wie trocken du die Dinge nimmst. Sie nicht von allem bedroht, deine Mama mag dich auch so wie du bist. Enspann dich. Freud würde sagen: „Entspann dein Rectum“

      • Susi sagt:

        Adrian, der mit „just“ geht m.E. eben nur mündlich, schriftlich lasse ich das „just“ weg…
        Ja, das Rektum sollte schon entspann sein, aber nicht allzu fest.

        Franz: Was, ich soll eine Interpretation zu „die Frau als zu knackende Auster“ liefern?
        One does not applaud the tenor for clearing his throat…
        Und genau, natürlich hatten wir GENAU diese Diskussion schon mal. Aber das ist halt so im MB, die gleichen Themen werden immer wieder durchgekaut. „Wiederholungszwang“, würde Freud dazu sagen.

      • Carolina sagt:

        Würde mal sagen, dass in punkto Auster und prüd und knacken vielleicht eher Jung gefragt sein könnte……. Auch so ein Kind seiner Zeit!

      • Adrian Wehrli sagt:

        Caroline: Liess meinen Text bezüglich Jung … Und ja, wir hatten das schon durchgekaut, Susi hat damals bestanden, indem Sie nicht gleich hyperventilierte.
        So, und nun Kinder, geht an die Sonne und lasst euch das Herz erwärmen. (Im Falle von Franzl, die fleischige Pumpe im Korpus)

      • Susi sagt:

        @Adrian: Ja, bei Tiefenpsychologie-Diskussionen bin ich immer die Gelassenheit in Person, es gibt ja heiklere Themen und wundere Punkte. Zum Beispiel die Chügeli-Fraktionen oder so. Die Anthroposophen, die in Frankreich auf der Sektenliste sind. Besonders schlimm, weil mein Französisch so schlecht ist und ich dann nicht mal etwas im Original zitieren kann. Dann habe ich so Unzulänglichkeitsgefühle, ich meine, hey, ICH!!! Krass wunder Punkt.

      • Adrian Wehrli sagt:

        Nun, liebe Susi, ich leg den Finger nicht auf die Wunde. Aber etwas weniger Papa und etwas mehr von der Mama, hätte Dir gut getan. Sorry!

      • Susi sagt:

        @Adrian: Also, eigentlich bin ich ganz die Mama, und die war auch ganz die Mama, aber vielleicht war die dann ihrerseits mehr der Papa und es kommt von daher.
        (Warum meinst du?)

        P.S. „Dini Muettär“

      • Reincarnation of XY sagt:

        Eine Frage Susi: nennt man das Tiefenpsychologie, wenn in einer fiktiven Geschichte, psychologische Gegebenheiten (Überbehütung/eigene Defizite zu lasten des Kindes kompensieren, etc.) thematisiert werden?
        Für mich als Laien, ist das schlicht, abstrakte Dinge, treffend illustrieren.

        Das Zweite: eine Gesellschaft wird in ihrem Denken und in ihren Sehnsüchten u.a. auch von den Geschichten geprägt, die sie hört.
        Folglich werden auch in neueren Geschichten stets wieder alte Motive und Grundtypen aufgegriffen.
        Diese Grundtypen sind einst in Geschichten entstanden, weil sie in der Psyche geschlummert haben, bzw. die damaligen Lebensumstände/Denkweisen so waren. Andererseits werden sie durch die Geschichten selbst, stets zu neuem Leben erweckt.

      • Carolina sagt:

        AW: Welchen Text bezüglich Jung? Und wo?

        Susi: Kennt Ihr Euch? Oder woher will AW wissen, welche Genverteilung bei Ihnen herrscht?

      • Reincarnation of XY sagt:

        Das Dritte: Hat jemand eine Idee, wie auch in dieser Frage, das BGE wieder die Lösung für alles sein könnte?
        (Vielleicht könnte uns WS da weiterhelfen.)

      • Susi sagt:

        @RoXY: Psychoanalytische Filminterpretation gehört zu meinen Steckenpferden, ich gebe da auch immer mal wieder Kurse zu diesem Thema.
        Ich bin der Meinung, dass sich gewisse Konzeptionen in Filmen widerspiegeln. Das heisst nicht, dass man die Figuren analysiert, als wären sie real, sondern viel mehr, dass man grössere Dynamiken anschaut. Animationsfilme eignen sich oft sehr gut dafür, weil sie vollständig konstruiert sind.
        Ein lapidares Beispiel: Rapunzel lebt in ihrem Turm, der eigentlich ein riesiges Phallussymbol ist, das die Macht der Mutter repräsentiert, genau wie die Haare, darum ist Eugenes Handlung am Ende eine Art Kastration der Mutterfigur und eine Abnabelung derselben. Ist Ihnen mal aufgefallen, dass die Haare in dieser Szene einer Nabelschnur ähneln?
        😀

      • Susi sagt:

        @ Carolina: A.W. und ich kennen uns nicht persönlich, aber er ist halt ein sehr Intuitiver. (Dafür, dass er ein Mann ist.)

      • Reincarnation of XY sagt:

        ich dachte immer man nennt das Metaphern.

      • Susi sagt:

        Ein Symbol und eine Metapher ist schon nicht ganz dasselbe. Aber natürlich enthalten solche Filme auch Metaphern. Die kann man tiefenpsychologisch analysieren, wenn man möchte. Es geht ja um die Perspektive oder letztlich darum, eine konkrete Theorie als Interpretationsinstrument einzusetzen. Und dazu sind Freuds (oder auch die von Jung, danke Carolina!) Konzeptionen halt recht gut geeignet.

      • Franz Vontobel sagt:

        Der Phallus repräsentiert die Macht der MUTTER? Und Haare schneiden ist Kastration der MUTTER? Und Haare sind Phallus und Nabelschnur in einem???

        Ich weiss schon, was euch Tiefenpsycho-Fans so fasziniert: Man kann einfach zu Allem alles behaupten und dazu noch dessen Gegenteil… für euch macht es immer irgendwie Sinn… 😀

      • Reincarnation of XY sagt:

        Sorry – das gehört hier hin:
        Allerdings sind manchmal die Metaphern-Deuter auch die grössten aller Narren.

        Ein Freund von mir, lag während seines Studiums auf der faulen Haut. Dann musste er eine Abschlussarbeit schreiben und hatte keine Ahnung was. Er schrieb dann einfach wirres Zeug von einer Frau mit Regenschirm und rotem Regen – einfach schräg, damit es nicht auffiel, dass im nichts als Nonsens einfiel und er keine Zeit hatte um etwas gescheites zu Schreiben.
        Seine Professoren gaben ihm die Höchstnote und schwärmten über den Tiefgang seiner Metaphern.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Nun – wenn ich Sie richtig verstanden haben, ist der Unterschied zwischen Metapher und Tiefenpsychologie – dass man sämtliche Bilder einfach gemäss Freud oder Jung deutet.
        So im Sinne: ganz egal was erzählt wird, am Ende hat Freud (Jung) immer recht.

        Das ist insofern interessant, als dass man auch andere Umfassende-Erklärungs Theorien nehmen könnte (zum Beispiel eine Theologie/Philosophie) und zum gleichen Schluss kommen würde.

      • Susi sagt:

        ja, dann auch nochmal hier:
        Der Schirm ist eben ein ganz komplexes Symbol, zusammengeklappt steht er für den Phallus, aufgespannt für die Frau. Der rote Regen ist eine Metapher für Menstruationsblut. Alles aus dem Unbewussten. (Ich würde ihm auch die Note 6 geben dafür.)

        Bei Interpretationen/Analysen von Filmen/Texten geht es nicht darum, recht zu haben, sondern um Gedankenspielereien.

      • Susi sagt:

        Und natürlich kann man andere Theorien nehmen. Man muss aber nicht zum gleichen Schluss kommen. Interpretationen werden durch Theorien einfach gut begründet, und eine gut begründete Interpretation ist immer eine gute Interpretation.

      • Susi sagt:

        Franz: „Der Phallus repräsentiert die Macht der MUTTER? Und Haare schneiden ist Kastration der MUTTER? Und Haare sind Phallus und Nabelschnur in einem???“

        Genau. Die vermeintliche Nabelschnur zur (unechten!) Mutter wird vom Erlöser durchtrennt. Die Mutter benutzt ja die Macht der Haare, um die eigene Jugend zu erhalten, das gesamte Machtpaket versorgt sie sicher im Turm, aus dem sie am Ende (mittels der Haare) hinausgeworfen wird.

        Phallussymbole und deren Zugehörigkeit sind nicht geschlechterabhängig, im Gegenteil!

      • Reincarnation of XY sagt:

        Ich halte solche Phallus-Menstruationsblut Gedankenspielereien für völlig sinnlos.
        Ich mache mir lieber Gedanken darüber, was eine Geschichte aussagt.
        Wie eben zum Beispiel, dass Eltern ihre Defizite zu Lasten der Kinder kompensieren wollen. Das hat einen Nutzen.
        Oder – im Original – wie frauenfeindlich, die damalige Morallehre war. Oder wie arm die Menschen, dass sie ihre Kinder aussetzten.

        Was den Onkel Sigi betrifft: der hatte sicher in einigem Recht. (Wie eben jeder denkende Mensch.) Aber er war auch hoffnungslos einseitig, wie jeder, der versucht mit einem einzigen Steckenpferd das ganze Universum der menschlichen Psyche zu erklären.

      • Reincarnation of XY sagt:

        mit dem Rest, den Sie sagen, bin ich dann wieder einverstanden

      • Susi sagt:

        „Aber er war auch hoffnungslos einseitig, wie jeder, der versucht mit einem einzigen Steckenpferd das ganze Universum der menschlichen Psyche zu erklären.“

        Freud mag heute in gewissen Belangen überholt sein, aber in seiner Zeit war er schon revolutionär, insbesondere eben die Konzeption des Unbewussten und das Drei-Instanzen-Modell, natürlich ging/geht das vielen gegen den Strich, da es den Menschen eben auch entmachtet darstellt.

        Zu den Gedankenspielereien: Das eine schliesst das andere nicht aus. Man kann Dinge aus psychologisch-soziologischer Sicht interessant finden, oder eben (auch) aus psychoanalytisch-künstlerischer.

      • Reincarnation of XY sagt:

        da haben sie natürlich wieder völlig recht

        ich habe einfach festgestellt, dass viele oft den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehen.
        Oder um des Kaisers neue Kleider zu zitieren (und meinen uninspirierten Freund mit seinen Professoren): Bei einem Nonsens einen künstlerischen Wert herbeikonstruieren.
        Das halte ich für absolut sinnlos.

        Ihre Interpretationen zu „neu verföhnt“ sind soweit in Ordnung. Nur ist der „Turm“ und die „Haare“ grundsätzlich der Original-Geschichte geschuldet.
        Und ein Turm war in der damaligen Zeit in erster Linie Machtsymbol nicht wegen dem Phallusbezug, sondern einfach, weil ein Turm ganz praktisch eine schwer einzunehmende Festung war. (Und sich somit auch gut als Gefängnis eignete.)

      • Franz Vontobel sagt:

        „… aus dem sie am Ende (mittels der Haare) hinausgeworfen wird.“

        Um nicht zu sagen: heraus-ejakuliert wird!

        „…aus psychologisch-soziologischer Sicht interessant finden, oder eben (auch) aus psychoanalytisch-künstlerischer.“

        Ja, das ist sicher richtig.
        Das Problem entsteht für mich dann, wenn die psychoanalytisch-künstlerische Perspektive zur Welterklärung der Realität herangezogen wird.

      • Susi sagt:

        @RoXY: Klar sind die Haare und der Turm dem Original entnommen, aber das hat auf eine Interpretation ja eigentlich keinen Einfluss. Im Film wird der Turm dann einfach noch ad absurdum in die Höhe gestreckt.
        Was ich zum Ausdruck „Steckenpferd“ noch sagen wollte: Ich möchte Freuds Theorien nicht als solches bezeichnen, sondern lediglich mein weiteres kleines Standbein, das mir viel Spass macht.

        Franz: „Um nicht zu sagen: heraus-ejakuliert wird!“
        HAMMER! Das werde ich im nächsten Kurs sicher mit einfliessen lassen, sollte der Film zur Analyse stehen!
        Es gibt ja wahrscheinlich sowieso kein Konzept, mit dem man wirklich die Welt erklären kann, oder?

      • Franz Vontobel sagt:

        „Es gibt ja wahrscheinlich sowieso kein Konzept, mit dem man wirklich die Welt erklären kann, oder?“

        Ich denke, mit dem wissenschaftlichen Methodearsenal sind wir bisher nicht so schlecht gefahren…

      • Susi sagt:

        Dennoch konnten wir die Welt bisher nicht erklären. Haben, ach, so viel studiert und noch immer nicht erkannt, was die Welt im Innersten zusammenhält.

      • Franz Vontobel sagt:

        „Zwar weiss ich viel, doch will ich alles wissen…“, schon klar.

        Aber im Ernst: wir (die Wissenschaft des 21. Jahrhunderts) können ziemlich viel von der Welt erklären…

      • Reincarnation of XY sagt:

        Susi – gehe hier mit VT in allem einig.

        Möchte aber im konkreten Beispiel noch hinzufügen:
        1. Ein Turm wurde ursprünglich deshalb gebaut, weil er ganz praktisch am besten vor Feinden schützte. Er hatte ursprünglich rein gar nichts tun, mit einem Ständer und was man womöglich alles verdrängen/kompensieren wollte. Punkt. Punkt. Punkt.
        So wurde ein Turm auch ein (reales) Machtsymbol. Später – als der Turm nicht mehr unbedingt die beste Verteidigung war, blieb er (aus Gewohnheit) weiterhin ein Machtsymbol. Und irgendwie, irgendwo, irgendwann wurde dann auch mal ein Brückenschlag zum Penis gezogen, der Männern seit jeher einiges bedeutet.
        2. Das Sexualleben von Freud und seinen Zeitgenossen ist mehr Kultur- und Gesellschaftsbedingt, als Universal.

      • adrian wehrli sagt:

        Muss mich wieder einklinken, das rutsch hier ja ins Bodenlose! Und für unterirdische Kommentare bin ja doch ICH noch zuständig. Als steck Euch die Wissenschaft dahin wo auch die Sonne nicht mehr scheint, wobei dann ist es wieder etwas schwierig dem dem entspannten Dings nach Freud. Nein ehrlich, nach 30 darf das Weltbild schon ein bisschen breiter sein also Descart und Newton. Nehmt doch das magische an Märchen als Einstieg zu einer offenen Weltsicht, die Homöopathen, Homophoben und Homolgen dazu bringt mal etwas lockerer vom Hocker zu fallen.

      • Franz Vontobel sagt:

        Ok, Wehrli, das war jetzt nicht schlecht… schlussendlich lese ich aber immer noch lieber das Original, wenn ich Lust auf Schwurbel habe – und Widerspenstigen-Level haben sie halt schon (noch) nicht.

      • Susi sagt:

        Neinein, RoXY: Ein Turm war schon immer ein Phallussymbol, genau wie ein Speer oder eine Keule. Alles, was länger ist als breit, ist/war ein Phallussymbol und wird immer eins sein.

      • Franz Vontobel sagt:

        Mist. Ich wollte gerade fragen, wie das denn bei Völkern ist, die keine Türme bauen…
        Aber damit haben sie mir natürlich grad den Wind aus den Segeln genommen – ausser es gab mal eine Kultur, die komplett und ausschliesslich auf den Würfel setzte…

  • dres sagt:

    Ich verstehe die amerikanische Waffenlobby bestens, ich selber bin Produzent für handgemachte Kinderwaffen. Unser Fünfjähriger hat einen Pfeilbogen, mit dem er täglich nach dem Kindergarten in den Wald jagen gehen muss. Unter dem Bett liegt jede Nacht sein Tomahawk. Nur so lernt er sich gegen die böse Welt zu behaupten. Alles andere ist naive Träumerei.

    • Franz Vontobel sagt:

      Naja, schon nicht ganz dasselbe – Pfeilbogen oder Bushmaster.
      Dies von Kinderwaffen-Produzent (Spezialgebiet Schwerter, Schilde & Holzgewehre) zu Kinderwaffen-Produzent.

      • Martin Frey sagt:

        @Kinderwaffen-Produzenten: Naja, jedes Mal wenn ich all die Kinder im Vorschulalter mit ihren Plastik-Bushmaster (Stichtwort NERF) herumrennen sehe die grad en vogue sind, dann zweifle ich nicht nur an der Kinderwaffenproduzentenlobby sondern v.a. auch ein bisschen an uns Eltern.
        Für Hänsel wie auch Gretel würde ein Holztomahawk allemal reichen, meine ich.

      • dres sagt:

        @Martin Frey: Genau deshalb ist es wichtig, dass die einheimische Holzkinderwaffenindustrie nicht ausstirbt. Abgesehen davon, dass das Plastikzeugs spätestens nach drei Tagen den Geist aufgibt. Dresens Bärentöter dagegen halten ewig – und schiessen erst noch weiter.

      • Franz Vontobel sagt:

        Kein Widerspruch von meiner Seite, Herr Frey – und im Sinne einer Klarstellung: Meine Kinderwaffen-Produktion (und wohl auch die von dres, wie ich vermute) ging nicht über den Familienkreis hinaus…

  • Lucrecia sagt:

    Wieder ein interessanter, schön und klug geschriebener Beitrag von Frau Fischer, wo Inhalt und Schreibkunst, und nicht überhebliche Selbstdarstellung und billige Polemik, im Vordergrund stehen. Erfrischend.
    Gestern und vorgestern hatte ich demgegenüber wirklich das Gefühl, die Autoren wüssten gar nicht, worüber sie schreiben sollten, und dachten sich „Ich schreib mal schnell meine Meinung zu einem viel diskutierten Thema, egal, wenn ich nichts Neues zu sagen habe, und umso besser, wenn ich nicht sachlich bin und die Tatsachen verzerrt darstelle, so wird es für viele Clicks und Kommentare sorgen.“ (Ob das Entgelt auch davon abhängt?)
    Danke Frau Fischer für die stets gute Qualität und den angenehmen Stil Ihrer Beiträge.

    • Carolina sagt:

      Eigentlich stimme ich Ihnen zu: auch ich schätze Frau Fischer sehr.
      Und trotzdem lässt mich gerade dieser Beitrag etwas ratlos zurück: was genau soll denn hier an Diskussion stattfinden? Findet sich jemand, der die Position pro Waffenlobby einnimmt? Gibt es irgendjemanden, der auch nur ansatzweise der Meinung ist, Kinder sollten schon sehr früh an Schusswaffen gewöhnt werden? Für meine Begriffe ist das Ganze dermassen skurril, dass ich einen Moment lang überlegt habe, ob hier nicht böse Satire am Werke ist. Und da offensichtlich nicht, kann man nur hoffen, dass der heutige Tag nicht mit langweiligem USA-Bashing beginnt und endet. Nach dem Motto: haben wir ja immer schon gewusst, wie doof die Amis und wie schlau wir sind…….

      • Franz Vontobel sagt:

        „Findet sich jemand, der die Position pro Waffenlobby einnimmt? Gibt es irgendjemanden, der auch nur ansatzweise der Meinung ist, Kinder sollten schon sehr früh an Schusswaffen gewöhnt werden?“

        Abwarten, Carolina. Es würde mich eher wundern, wenn sich im Bodensatz der Mamablog-Community niemand finden würde… 😉

    • Adrian Wehrli sagt:

      Also, ich nehm mal die Position der NRA ein: Wenn ich davon ausgehe, dass der Gesellschaftliche Nucleus die Familie und Freunde sind, dass der Staat eine Bedrohung darstellt und ich Ihm (dem Staat) das Gewaltmonopol nicht anvertraue, dann machen Waffen Sinn. Und dann macht es auch Sinn, den Kinder den Gebrauch von Waffen früh beizubringen, wie es auch im Mittelalter Usanz war. Die USA entstand halt gerade aus der Ablehnung des Staates (der britischen Kronkolonie) und das sitzt bei manchen Amerikaner tief, so gesehen habe ich ein Verstädniss für die Waffenaffinität, hier würde uns ein gesünderer Zugang und weniger Hysterie auch helfen. Der Ansatz der (birräweiche) NRA alles mit Waffen zu lösen, gleicht sehr stark der Globuli-Fraktion hier, die alles Kranke mit „Chügeli“ abschiesst. Amen.

      • Carolina sagt:

        Schön, dass Sie das Bömbeli geworfen haben, AW! Und dann auch gleich noch eine Verbindung zur Homöopathie, tststs…. Bringen Sie sich besser in Sicherheit!

      • Reincarnation of XY sagt:

        Jedenfalls kann man mit Sicherheit sagen, dass das BGE eine Geschichte wie Hänsel und Gretel verhindert hätte!
        Das müsste hier unbedingt auch noch hin.

        Keine hungernde Familie – kein Kinderaussetzen.

      • Adrian Wehrli sagt:

        Ich fürchte meine Bombe war zu grosse, denn die NRA und die Chügelifrakion haben eins gemeinsam, unangenehme Fakten werden aus dem Weltbild verbannt und gefliesslich ingnoriert. Ich müsste alse nachladen um ein paar Rebhühner aus dem Unterholz zu jagen …

      • Adrian Wehrli sagt:

        Das stimmt, und passen würde das BGE hier sowieso, als schönes Märchen …

      • Martin Frey sagt:

        „Jedenfalls kann man mit Sicherheit sagen, dass das BGE eine Geschichte wie Hänsel und Gretel verhindert hätte!“
        Haha, der war gut, Roxy!
        Persönlich glaube ich halt, dass die Chügelifraktion noch nicht aufgestanden ist. Und die NRA (natürlich nur mangels Sprachkenntnisse) nicht mitliest. Insofern sollte man nicht zuviel Hoffnung haben.. 😉

      • Katharina sagt:

        Wehrli: The second Amendment guarantees the right to form WELL REGULATED MILITIA (e.g. like the swiss army) in order for each STATE to defend itself (i.e. against the federal government and British colonial forces).

        https://www.law.cornell.edu/wex/second_amendment

        It does not guarantee the unalienable right for an individual to bear arms. Hence it has nothing to do with the NRA.

        Please leave us yanks out of this ‚discussion‘.

      • Adrian Wehrli sagt:

        Let’s stick to the original constitution: 2nd : „A well regulated militia being necessary to the security of a free state, the right of the people to keep and bear arms shall not be infringed.“ and leave the shillyshally interpretation to soggy yanks lawmakers. AND, we love stomping on the yanks, this gives us the feeling of superiority and helps us to forget our own weaknesses and shortcommings. Amen.

      • Reincarnation of XY sagt:

        Man kann gegen die Amis sagen, was man will. Punkto Integration sind sie uns um längen voraus.
        Zuwanderer – und seien sie aus dem Zürcher Oberland – setzen sich schon nach kurzer Zeit mit einem glühenden Patriotismus für „ihr“ Land eigenes, den wir selbst, nicht einmal für unser eigenes VaterInnen-Land empfinden. (Ich schrieb nicht Mutterland, weil man bei Mutter nicht auch noch eine weibliche Endung anfügen kann.)

      • Reincarnation of XY sagt:

        Sorry – das sollte heissen: “ setzen sich für ihr Land ein, den wir selbst, nicht einmal…“

      • tina sagt:

        ou danke aber auch. ja, hier, chügelifraktion. dann doch lieber auf den placeboeffekt vertrauen, der ja auch 50% der wirksamkeit von getesteten, wirksamen medikamenten ausmacht, als eine kugel im kopf (= 0 placeboeffekt)

      • tina sagt:

        ich cha nöd änglisch

  • Ania sagt:

    Wo kommt denn in Hänsel und Gretel Gott vor? Hab ich da was verpasst oder wurde die Geschichte auch dem eigenen Weltbild angepasst?

    • Lucrecia sagt:

      Aus der Originalfassung:
      – „Sei getrost, liebes Schwesterchen, und schlaf nur ruhig ein, Gott wird uns nicht verlassen“
      – „Weine nicht, Gretel, und schlaf nur ruhig, der liebe Gott wird uns schon helfen.“
      – Da fing sie an zu heulen, ganz grauselich; aber Gretel lief fort, und die gottlose Hexe mußte elendiglich verbrennen.
      Findet man online.

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