Abschottung durch Unschooling

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Abseits der Schule: Dieses Mädchen sagt, wann gelernt wird. (Bild: Flickr/Rick&Brenda Beerhorst)

Wer in der Schweiz aufwächst, kommt mit ungefähr vier Jahren in den Kindergarten und geht danach zur Schule. Was für die meisten von uns eine gegebene Tatsache ist, war für Familie Gantenbein nur eine Möglichkeit. Eine, von der sie keinen Gebrauch machen wollte: Sie hat sich gegen die staatliche Schule und fürs Unschooling entschieden.

Unschooling ist nicht zu verwechseln mit Homeschooling (lesen Sie dazu auch den Mamablog-Beitrag vom Februar «Kinder brauchen keine Schule»). Letzteres ist nichts anderes als Schulunterricht im eigenen Daheim: Die Kinder werden zu Hause von ihren eigenen Eltern unterrichtet, man hält sich dabei mehr oder weniger an den offiziellen Lehrplan. Unschooling funktioniert komplett anders. Es gibt weder einen Lehrplan noch feste Unterrichtsstunden. «Themen werden behandelt, wenn das Interesse des Kindes es verlangt», schreibt Familie Gantenbein auf ihrer Website. Die Eltern seien dabei weniger Lehrer als «Unterstützer und Begleiter der Lebens- und Lernprozesse».

Dreimal im Jahr müssen die Kinder in der staatlichen Schule zu Leistungstests antraben, damit sichergestellt werden kann, dass sie auf einem ihrem Alter entsprechenden Niveau sind. Das sind die einzigen Momente, in denen die Kinder eine Schule von innen sehen.

Gantenbeins sagen gegenüber dem «Migros-Magazin» und in einem Dok-Film auf SRF, dass sie sich aus einem Freiheitsgedanken heraus zum Unschooling entschieden hätten. Zu vieles werde heutzutage von aussen bestimmt, sie aber wollten, dass ihre Kinder von ihren eigenen Impulsen geleitet würden. «Unschooling ist für uns ein Weg, um die Einzigartigkeit und die Integrität des Kindes zu wahren.»

Wenn die Mutter aber betont, dass Kinder keine anderen Kinder brauchen würden, sondern vielmehr eine gute Begleitung durch engste Bezugspersonen, und der Vater ergänzt, dass Kinder die wichtigen Werte «ganz sicher nicht von Gleichaltrigen» lernen würden, dann scheint mir in diesen Aussagen ganz viel Angst mitzuschwingen. Angst, die eigenen Kinder könnten von ihren Gspänli negativ beeinflusst werden. Angst, dass der Nachwuchs mit den Schulstrukturen hadern oder gar auf dem Pausenplatz schikaniert werden könnte. Schliesslich gelte auf dem Schulhof bekanntlich das Recht des Stärkeren, wie der Vater sagt.

Alles Ängste, die ich durchaus nachvollziehen kann. Ich denke aber nicht, dass diese extreme Abschottung, das Aufbauen einer kleinen, heilen Welt, die Lösung sein kann. Denn irgendwann wird unweigerlich der Tag kommen, an dem die Kinder in die grosse Welt hinaus ziehen. An die Universität gehen oder eine Berufslaufbahn einschlagen. Und dann werden sie vermutlich deutlich mehr Mühe haben als andere, sich in die neuen Strukturen einzufügen.

Was sagen Sie zum Konzept Unschooling? Brauchen Kinder tatsächlich keine anderen Kinder, oder sind es genau diese sozialen Kontakte, die besonders lehrreich sind?

 

 

170 Kommentare zu «Abschottung durch Unschooling»

  • Barbara sagt:

    Super, dass mit Familie Gantenbein endlich mal eine nicht extrem religiöse Unschooler-Familie gezeigt wird. Ich glaube, dass Kinder, die so aufwachsen dürfen, im späteren Leben wahrscheinlich besser zurecht kommen als der durchschnittliche Schulabsolvent, da ihre Persönlichkeit besser reifen konnte, sie selbstbewusster sind und über mehr Bildung (nicht nur Ausbildung) verfügen. Ich schreibe aus Deutschland, wo Unschooling leider noch illegal ist…

  • May sagt:

    Kinder werden an unseren Schulen doch vor allem dahin gezüchtet im und für das System „richtig“ zu funktionieren.
    Was jemand kann oder nicht, das IST erst, wenn ein 2t oder 3ter dies am besten mit einem Papierchen bestätigt. Nur wenn der Bestätiger schon im System eingebunden und nur noch in den erlernten Parametern denken kann, wird er das Können eines anderen welcher nicht Hochgezüchtet wurde erkennen – anerkennen können?

  • In meinem Homeschool-Handbuch „Kinder brauchen keine Schule“ habe ich Interviews mit verschiedenen Familien geführt, die unterschiedliche Ansätze bei der Bildung zu Hause praktizieren. Trotz Unterschiede gibt es auch immer wieder Gemeinsamkeiten. Klar ist, dass ein Kind alles auch ohne Schule lernen kann, den Umgang mit Altersgenossen inbegriffen. Kontakte mit anderen Kindern können sehr wertvoll und bereichernd sein, müssen aber nicht zwingend in der Schule stattfinden.

  • Heidi Jaeger sagt:

    Liebe Familie Gantenbein
    Für mich ist es sehr schön, berührend und hoffnungsvoll, dass es Menschen gibt wie ihr, die mutig und Widerständen zum Trotz hinstehen und achtsam&liebevoll ihrem Herzen folgen. DAS braucht unsere Welt. Egal wie der einzelne Weg aussieht (ob Schule oder nicht, vegan, vegetarisch oder nicht usw.), aber dass wir wieder tief in uns spüren, wo uns unser Herz hinführt, in liebevoller Verbundenheit… Und wenn wir uns wieder verbinden mit unserem Herzen, in Liebe und Achtsamkeit, dann beginnen wir automatisch alles was nicht mit Liebe und Achtsamkeit einhergeht zu hinterfragen… Und wer so weit ist, wird niemals mehr verurteilen, was ihr lebt…
    Alles Liebe!

  • Heidi Jaeger sagt:

    Mich stimmen all die Reaktionen nachdenklich! Schon der Titel: „Abschottung durch Unschooling“, klar (ver)urteilend&die Aufmerksamkeit/Meinung in eine bestimmte Richtung lenkend…ohne dahinter zu sehen. Teile des Films (z.T.ev. auch schon eingefärbt von Schnitt&Kommentaren her von der Filmemacherin?), werden einfach ignoriert. Die Kinder werden ja nicht abgeschottet. Gantenbeins betonen lediglich, wie ich das verstehe&rausspüre, dass Kinder ein konstruktives Sozialverhalten und gewaltfreie Konfliktlösefähigkeit durch erwachsene Vorbilder und nicht durch Gleichaltrige lernen, was offensichtlich stimmt, denn beim Eiskunstlauftrainer&Gspänli fallen die Mädchen ja auf als sehr sozial.

  • SeDa sagt:

    Aber es ist doch eine Tatsache, dass mind. 90% aller eingeschulten Kinder spätestens ab der 3. Klasse nur schlecht über die Schule reden. Sie erzählen Dinge, die ein Kind, welches nie da war sicher nicht sonderlich annimiert, zur Schule zu wollen. Ich glaube eher, dass es die Gspänli von den Kindern sind, die Schule schlecht verkaufen. Die Eltern sind von mir aus keine GEGEN-etwas-Tuer sondern eher Sich-FÜR-etwas-Einsetzer, die motivieren sich NICHT daran, ihre Kinder GEGEN etwas aufzuhetzen. Die motivieren sich daran, den Kindern etwas vorzuleben, auf das auch Kinder stolz sein können. Kinder hinterfragen das Fleischessen, Tierquälerei, Ungerechtigkeit etc. Mehr als wir Erwachsenen.

  • esperanza sagt:

    Ich finde diese Idee vom Lernen mit Lust und Engagement und nicht nach Lehrplan etwas sehr erstrebenswertes.
    Wenn sich die Eltern dies zu Hause zutrauen und bereit sind ihre Zeit und die Umgebung dem anzupassen ist das noch besser.
    Es gibt aber auch Schulen die diese Lernweise verfolgen.
    Dieses Gedankengut zu haben und weiterzuvermitteln, wie auch vegan zu essen hat so wenig mit Sekte zu tun wie täglich Fleisch zu essen und wie jeder andere frustriert in die schule zu müssen.
    Es enttäuscht mich, begegnen dem so wenig Leute offen und neugierig. Denn der Lernerfog ist massiv höher!
    Meine Kinder sollen weltoffene, begeisterungsfähige und selbstbewusste Erwachsene werden.

  • SeDa sagt:

    Sekte: = Bezeichnung für religiöse Richtung und ihre Anhängerschaft.
    Ich kann beim besten Willen weder eine Anhängerschaft noch eine abartige religiöse Richtung erkennen. Finanzierbarer, ethischer + die Gesellschaft + Umwelt nicht belastender Idealismus ist modern und inovativ. Sich die allen zustehende Freiheit heraus nehmen, eigenen Beobachtungen und Wahrnemungen zu folgen + fähig sein, ehrlich hin zu schauen, zu hinterfragen + eigenverantwortlich Lösungen zu suchen, hinter denen man mit seinem Gewissen stehen kann, ist einfach nur taff. Hand aufs Herz: wie oft schliessen wir Augen, Ohren, Mund + Herz, wenn es um unsere Kinder und Probleme in der Schule geht?

    • Rosa Grün sagt:

      Eine Sekte muss sich nicht unbedingt selber als Religion (in einem Sinn wie „Christentum“ oder so) definieren, sehr oft zelebrieren Sekten auch einfach eine „Weltanschauung“ oder sind einfach „eine Gemeinschaft“.

      Die Kinder reden übereinstimmend schlecht über die Schule, ohne je in einer gewesen zu sein, das klingt schon ein bisschen nach wir-sie-Denken.

      • Heidi Jaeger sagt:

        Na ja, die Kinder sagen aber auch ganz klar, dass sie so denken, weil ihnen Schulkinder das so erzählen. Sie haben also ihre Infos von Schulkindern und nicht von ihren Eltern. Vielleicht sollten wir mal den Schulkindern Gehör schenken und die Schule/das Gesellschaftssystem hinterfragen, statt eine mutige Familie, die Verantwortung übernimmt für sich, ihre Kinder, Mitmenschen, Umwelt und ihre Kinder in Liebe begleitet und einen Ansatz leben, der tatsächlich zu einer besseren Welt beitragen könnte…

  • Rosa Grün sagt:

    Nachdem ich die Gantenbein-Homepage, die hier verlinkt wurde, besucht habe, bin ich zu dem Schluss gekommen, dass es sich hier doch um eine Sekte oder so etwas ähnliches handelt… „Integrale Weltsicht“ oder so…

    Ich finde es bedenklich, dass Medien wie SRF, Migros Magazin oder auch der Mamablog sich als Propaganda-Maschinerie für solche Gruppierungen einspannen lassen. Insbesondere stört es mich, dass man Herrn Gantenbein hier seinen Blog verlinken lässt.

    Schicken sie doch mal Hugo Stamm vorbei…

  • SeDa sagt:

    Nie wäre ich auf die Idee gekommen, in Familie Gantenbeins Lebensstil sektierische Züge zu erkennen. Wo holt man sich solche surreale Giftpfeile? Mich fasziniert am Bericht einmal mehr die Tatsache, dass Lernen soviel effizienter und erfolgreicher gestaltet werden könnte und zwar ohne Druck und Wertung. Und trotzdem kommen dabei ganz gesellschaftsfähige, feinfühlige, fleissige und talentierte junge Menschen dabei raus (oder eben gerade deshalb?).

    • Widerspenstige sagt:

      SeDa, ich sehe das ebenso und habe mich auch gefragt, wie man ein so menschenfreundliches Erziehungs- und Bildungsmodell negativ bewerten kann. Genau dieses Feingefühl kommt schön zum Tragen, wenn man ein Kind seinen eigenen Weg gehen lässt. Es entwickelt dadurch genügend Selbstbewusstsein, um sich selber wahrzunehmen und zu erkennen, was es will. Man ist später als Erwachsener Trends weniger unterworfen, legt wenig Wert auf Schein, sondern auf Sein.

  • Blaua Lilyth sagt:

    Wäre die Familie Gantenbein ein abgeschlossenes System, wäre diese Art der Erziehung richtig und schön. Realität ist aber, dass sich ausserhalb dieses Systems eine kapitalistische Leistungsgesellschaft befindet. Und wenn die Kinder Gantenbein nicht für den Rest ihrer Tage zu Hause bleiben wollen, werden ihnen dort Strukturen begegnen, die für sie schwer bewältigbar sein werden.

    • Blaua Lilyth sagt:

      Weiter gibt mir zu denken: Nett, wenn man sich das leisten kann. Die öffentliche Schule hat aber einen wohlüberlegten Grundgedanken: Auch die armen dürfen und auch die reichen müssen. (Arm/reich kann beliebig ersetzt werden: bildungsnah/bildungsfern ect.) Eine Untergrabung dieses Grundgedankens fördert nur die Mehrklassengesellschaft.

      • Andrina sagt:

        …nicht weit genug gedacht…, denn auch die Home-/ Unschooler zahlen ihre Steuern, von denen die öffentlichen Schulen finanziert werden.

      • Blaua Lilyth sagt:

        Darum gehts doch nicht. Sondern darum, dass es halt Kinder gibt, deren Eltern sich Unterricht zu Hause leisten können. Bei der Fam. Gantenbein betreut zB eine Lehrerin gerade mal 4 Kinder. Neben den offensichtlichen Nachteilen, was das Soziale angeht, ergeben sich eben auch Vorteile, wie die Bildungsqualität. Das Widerspricht der Idee der Volksschule, und fördert somit Klassenunterschiede.

  • Sandra sagt:

    Liebe Familie Gantenbein, Die Kinder auf das Leben vorzubereiten, bedeutet nicht konkurrenzfähig zu werden. Eben sowenig braucht es keine Hahnenkämpfe auf dem Schulplatz um später ein vollwertiges Mietglied der Gesellschaft zu werden. Das wichtigste was ein Kind braucht ist ganz klar die Liebe der Eltern. Damit sie in der heutigen Zeit eine gute Chance haben brauchen sie besondere Fähigkeiten die man nicht in der Schule lernt. Die Welt ist schnell und ändert sich rapide. Diese Ressourcen sollten sie lernen, wenn Kinder von selbst Wissen was sie brauchen und wo sie sich dies selbstständig holen können, ist dies eine enorme stärke. Bravo!

  • Marina sagt:

    Das Konzept des Homeschooling kann eine Alternative sein, aber in diesem Falle finde ich das Verhalten der Gantenbeins ihren Kindern gegenüber sehr problematisch für deren persönliche Entwicklung.

    Stichwort Helikopter-Eltern – ein gefundenes Fressen! „Wenn wir unsere Kinder nicht zur Schule gehen lassen, können wir sie noch besser kontrollieren.“ Und zurück bleibt ein traumatisiertes Kind, dem nichts zugetraut wird und dessen kindliche Naivität und Unwissenheit durch fehlende Reife und Lebenserfahrung schamlos ausgenutzt wird, um die elterlichen Bedürfnisse zu befriedigen.

    Fazit: das Kind ist verantwortlich für das Wohl der Eltern – eigentlich sollte es ja umgekehrt sein…

    • Heidi Jaeger sagt:

      In welcher Weise soll das Erleben von Liebe und Freiheit (mit auch einigen Leitlinien wie aber in jeder Familie und in der Schule sowieso) traumatisierend wirken? Ich hatte trotz Schulbesuch sowohl sehr traumatisierende Erlebnisse mit meinen Eltern, die nicht diese Achtsamkeit hatten UND auch traumatisierende Erlebnisse in der Schule.
      Inwiefern sollen hier die Kinder verantwortlich für das Wohl der Eltern sein?
      Und was für eine Kontrolle? Sie lernen ja, was sie interessiert. Wegen vegan? Aber das hat ja wiederum nichts mit Schule zu tun&ist einfach ein so Leben in der Familie wie andere Fleischesser oder Vegetarier oder Veganer oder Rohköstler, die die Schuke besuchen…

  • Marina sagt:

    Nach dem Film bleibt eine Frage: was wird aus diesen Kindern, wenn sie erwachsen sind?
    Für mich persönlich liegt die elterliche Aufgabe der Erziehung darin, die Kinder auf das Leben und die Realität vorzubereiten, und nicht, ihnen die Realität vorzuenthalten. Eine heile Welt gibt es nicht.

    Dann die Aussage: „Kinder brauchen keine anderen Kinder, um zu lernen.“ – das Geschehen auf dem Schulhof, die kindlichen Konkurrenzkämpfe und Schikanen sind eine Mini-Version dessen, was wir Erwachsenen tagtäglich da draussen erleben. Wenn ein Kind dies nie erleben darf, weil ihm die Eltern die Erfahrung dessen vorenthalten, wie soll es dann lernen, mit Konfliktsituationen umzugehen?

    • Marina sagt:

      Noch eine kleine Anekdote zur erzieherischen Aufgabe: ich stelle mir vor, ich bin Mutter oder Vater. Ich habe eine persönliche Abneigung gegen die Tatsache, das der Himmel blau ist. Er gefällt mir so nicht, also lege ich mir zurecht, dass er rosa ist – ergo ipso factum, ich begehe die Tat der aktiven Verdrängung der Wahrheit. Diese lautet: der Himmel ist blau und bleibt es auch.

      Nun, ich darf diese Meinung haben. Aber meine persönliche Abneigung gegenüber dieser Tatsache macht sie nicht ungeschehen. Und sie gibt mir nicht das Recht, meinen Kindern die Wahrheit vorzuenthalten und sie glauben zu lassen, der Himmel sei rosa. Noch Fragen?

    • Heidi Jaeger sagt:

      Also, ich habe eine sogenannt normale Schulzeit hinter mir, mit Jahren, in denen ich zu den Beliebten gehörte, gleichzeitig aber miterlebte, wie andere ausgestossen und runtergemacht wurden und mich auch für die einsetzte und mit Jahren, in welchen ich zu denen gehörte, die gemobbt wurden… Es gab für mich schreckliche Zeiten… Und ich habe in keiner Weise das Gefühl, dass mir diese Erfahrungen irgendwas gebracht haben, um jetzt in der Erwachsenenwelt/Arbeitswelt zurechtzukommen. Im Gegenteil. Ich habe das Gefühl, wenn ich durch Liebe und Halt in der Familie und zuerst Aufbauen eines starken Selbstwertgefühls hätte erstarken können, so wäre mir wohl vieles einfacher gefallen!

  • Sandra sagt:

    Ich finde das Unschooling eine Interessante Möglichkeit ist, die Kinder in einer neuen Form zu Unterrichten. Ich denke nicht das die Familie die Kinder abschottet. Im Gegenteil, es sollte jedem selbst überlassen werden, wie und wo die eigenen Kinder erzogen und ausgebildet werden und nicht eine Staatsentscheidung sein. Das Schulsystem kämpft ja ebenfalls mit einer veraltung und viele sind auch mit diesem System nicht glücklich. Also finde es es sehr mutig eine solche Entscheidung zu treffen. Von mir ein Daumen hoch für die Familie Gantenbein.

  • Benjamin sagt:

    Der Kindergarten/ Schulbesuch ist in CH gesetzlich geregelt. Mir erschliesst sich, beim besten Willen, nicht – warum „Sekten“ im Mamablog so viel Aufmerksamkeit erhalten. Da könnte ja jeder kommen. Soziologisch; Sekten befinden sich ausserhalb der Gauss’schen Normalstrukturen einer Gesellschaft.

    • Rosa Grün sagt:

      Ganz meine Meinung. auch mich stört, dass Mamablog solchen Sekten ein Forum bietet, noch mehr stört mich, dass Fernsehanstalten wie SRF es machen, und noch mehr stört mich, dass öffentlich-rechtliche Fernsehanstalten das tun.

      Die Raeliten sind dadurch gross geworden, dass das Fernsehen Beiträge über sie gesendet hat (in den 70er und 80er Jahre), und nur die 1% oder 0,1% oder 0,01% Verrückte, die das toll gefunden haben, haben daraus eine grosse Sekte gemacht…

  • Ravioli-dad sagt:

    Ich halte unschooling für ein seltsames ego-projekt sich selbstüberschätztender Eltern. Als Eltern soll man seinen Einfluss auf die Kinderschar relativieren, es gibt auch noch eine Welt ausserhalb des familiären Kosmos. Im Falle der Schule@home wird es für die Kinder schwierig, einen eigenen Standpunkt zu entwickeln. Es riecht nach Sekte und psychischer Abhängigkeit: wir die Guten,ihr draussen die Bösen. Die zelebrierte „Freiheit“ der Gantenbeins entpuppt sich als „Gefängnis“. Beinhaltet dieses wunderbare Schulkonzept auch eine nötige Selbstkritik? Oder genügt es, unser Schulsystem zu verteufeln?

  • Rosa Grün sagt:

    Auf Herrn Gantenbeins Rat hin bin ich auf seinen Blog gegangen und finde dort „Coaching Integral“ – „der integrale Ansatz“ – scheint doch eine Sekte zu sein, vielleicht so eine Mini-Sekte, die sich jetzt langsam aufbaut…

    3 Kinder vegan aufziehen – ob sie wollen oder nicht – hmmmm

  • Rosa Grün sagt:

    …was ich auch auffällig finde sind die lustlos nach unten gezogenen Lippen der ältesten Tochter… sieht nicht aus, als ob sie Spass hätte…

  • keine ahnung sagt:

    kinder die heute eingeschult werden, gehen ca im jahre 2070 in rente!
    doch die (volks) schule überfrachtet die armen dinger mit wissen, das sie im leben kaum brauchen und sicher schnell vergessen.
    heutige lerntheorie, entwicklungspsychologie etc. zeigt, dass nur was mit neugier gelernt wird den kinder wichtig und bedeutsam ist. und nur was ihnen bedeutsam ist weckt die kreativität und spornt leistungsbereitschaft an. deshalb müssen schulen anders werden, deshalb hat unschooling seine berechtigung und deshalb sollten eltern auch mal ein bisschen genauer auf die kinder hören und die zeichen deuten. die welt muss sich ändern und dies beginnt spätestens in der schule.

  • Rosa Grün sagt:

    Insgesamt hat man nach dem Film den Eindruck, dass diese unschooling-Eltern den Kindern schon ziemlich ihre eigene Ideologie aufdrücken, am besten sichtbar bei dem Mädchen aus der anderen Familie, die „eigentlich schon Lust hätte, in die Schule zu gehen, die sich aber dann damit tröstet, dass sie die Schulbücher auch zu Hause hat… Ich würde vermuten, dass ihre Mutter sie so beschwichtigt (und vom Schulbesuch abhält)

    Ausserdem ist auffällig, dass all diese Kinder doch eine strukturierte Lernumgebung suchen, sei es beim Eislaufen, beim Schlagzeug-lernen oder in der Hundeschule…

  • Rosa Grün sagt:

    Ich kenne Familien, die setzen die Kinder, noch bevor sie sitzen können vor den Fernseher… Bei solchen (vernachlässigten) Kindern hat der Kindergarten und die Schule eine wichtige Entwicklungsarbeit geleistet, die die Eltern verabsäumt haben. Wenn diese Eltern dann auch „unschooling“ machen, bonjour les dégâts!

  • Samichlous sagt:

    Den Film habe ich nicht gesehen. Der Satz, dass Kinder die wichtigen Werte nicht von Gleichaltrigen lernen kann man aber schon sehr oft beobachten.
    So haben doch die meisten von uns die politische Gesinnung von den eigenen Eltern übernommen. Aber auch ganz andere Werte übernimmt von von Eltern/Betreuungspersonen.
    Ich frage mich, wer auf die Idee gekommen ist, dass Kinder alles von anderen Kindern lernen können, wenn dieses doch eben noch Kinder sind und es selbst auch noch lernen müssen?
    Hat da die Childcare-Industrie aus Amerika schon so sehr Propaganda für die Kinderbetreuung gemacht, dass es hier schon geglaubt wird? Soziales Verhalten lernen Kinder von Erwachsenen.

  • Samichlous sagt:

    Ich hätte bestimmt viel mehr und anders lernen können, hätte das nicht nach Schema X sein müssen. Und die oft unbegabten Lehrpersonen , die wenigstens nur einmal im Leben ein Buch von Jesper Juul, Arno Grün, Alfie Kohn etc hätten lesen können, vermiesten mir so oft die Lust aufs Lernen.
    Als wissbegieriger Mensch lerne ich heute noch viele Dinge im Selbststudium. So macht lernen Spass und bringt viel grössere erfolge, als wenn es unter Druck stattfindet.
    Ich kenne aber auch mehrere Leute, die in der Schule sei es von unkompetenten oder extrem autoritären Lehrern kaputt gemacht worden sind. Davor können die unschooling-Eltern ihre Kinder zumindest schützen.

  • Samichlous sagt:

    Danke für den Beitrag. Habe wieder etwas gelernt. Kannte erst homeschooling. Aber die Reaktion auf das unschooling finde ich nun doch klischeehaft und immer das Vorurteil, diese Leute wollten ihre Kinder abschotten.
    Nur wenn jemand seine Kinder nicht in die 08/15 Form steckt, heisst das doch noch nicht, dass er sie abschotten will! Er will ihnen vielleicht bloss noch etwas mehr oder etwas besseres zeigen, als das 08/15Programm, welches die Kinder sowieso irgendwann mitbekommen.
    Ich selbst war in der öffentlichen Schule/Uni. Meine jüngeren Geschwister in der Steiner Schule. Obwohl Klassenbester und keine Probleme in der Schule empfand ich die Schule immer als Einschränkung und oft sinnlos

  • 13 sagt:

    So, ich habe den Film nun auch gesehen und bin irritiert. Eltern als Begleiter und Unterstützer leuchtet mir ein, aber Mutter als (Zu)-Dienerin? Da wird von der Selbstbestimmung der Kinder gesprochen, aber das funktioniert nur, wenn die Mutter herumspringt und Sachen reicht oder erledigt, für welche man keine Lust hat? Ein Kind soll sich künstlerisch frei entfalten können, aber etwas Selbstverständliches wie aufwischen, wenn es ausleert oder einen Farbtopf auffüllen, kann es nicht? Das hat doch nichts mit Lernen am Leben, durch Erfahrungen zu tun! Da sind meine Kinder freier, unabhängiger, lebensnaher, denn sie können das selber, in der Schule/Kita und zu Hause gelernt.

  • alam sagt:

    Ich bin froh, in einem Land zu leben, wo das einerseits möglich ist, andererseits aber doch eine gewisse staatliche Aufsicht im Interesse der Kinder da ist. Es wird immer Ausnahmen geben, die nicht so lernen / leben / arbeiten können oder wollen wie alle anderen. Bei uns in der Schweiz liegt vieles davon drin, ohne das jemand unter die Räder kommt. Ich wünsche mir, dass dies so bleibt. Darüber zu diskutieren, es nicht immer gut zu finden, es immer wieder neu auszuhandeln ist aber auch legitim.

  • Katharina sagt:

    Der PR und Coaching Bewerben Geist ist hier sehr stark. mäi ze farse bi weez srf.

    Ich werde das Gefühl nicht los, dass Trump’s Haarteil irgendwo im Toggenburg landete.

  • ruf sagt:

    Man sieht es an der heutigen Jugend, was die häusliche Erziehung wert ist.
    Ob sich die Kinder, die zuhause unterrichtet werden, sich für das Gymnasium qualifizieren können, ist eine andere Frage. Zudem hätten die Kinder keine Schulfreunde. Was ist denn das für ein Leben.
    Des weiteren dachte ich immer, die Schule sei obligatorisch.

  • mira sagt:

    Wir fanden die Regelschule jetzt auch nicht so toll und haben uns für eine Montessori-Schule entschieden. Dort wird auch sehr viel frei gelernt. Ich staune immer wieder über die Begeisterung, die dort Lernen auslösen kann 🙂

    Wenn es sich eine Familie leisten kann, sich einen Privatlehrer zu halten (bei Eignung Mama/Papa oder sonst extern), warum denn nicht? Bevor die Volksschule eingeführt wurde, was das in der Oberschicht normal.

    Selbstredend ist das Modell nur für einen kleinen Prozentsatz der Bevölkerung übertragbar: die Mehrzahl der Familien kann es sich nicht leisten und/oder hat keine Lehrerausbildung und/oder hat andere Interessen und/oder ist dazu intellektuell nicht fähig.

    • mira sagt:

      Ich könnte mir übrigens gut vorstellen, dass aus solchen Familien starke Kinder wachsen, die mal einen interessanten Lebensweg gehen werden. Und ihre eigenen Kinder dann in eine Schule stecken, um die eingeschlagenen Wege auch wirklich zu gehen und nicht vorzeitig abzubrechen 😉

    • tststs sagt:

      Ich hatte sogar an einer hunzkommunen staatlichen Primar LehrerInnen, die ebenfalls ein abwechslungsreiches, zum lernen motivierendes Umfeld boten…
      Ist einmal mehr eine Frage der Lehrperson (und nicht der Schule), wobei ich mir natürlich durchaus vorstellen kann, dass Montessori für solche Lehrer ein offeres Ohr hat…

  • Lisa sagt:

    Jedem das Seine.
    So lange nicht missioniert und behauptet wird, ein normales Regelklassenkind würde sich in seiner Entwicklung nicht optimal entfalten können, können solche Idealisten tun und lassen, was sie möchten. Die Lebensweise hat aber schon sehr starke Merkmale, die der Definition einer areligiösen Sekte entsprechen.
    Insgeheim sind Gantenbeins bestimmt der Überzeugung, dass ihre Kinder (und nur ihre Kinder bzw. solche, die so aufwachsen) den Samen in sich tragen, um aus dieser Welt eine bessere zu machen.

  • monalisa sagt:

    Ein wichtiger Punkt ist meines Erachtens, dass die Mutter Primarlehrerin ist. Somit glaube ich gerne, dass sie den Kindern das Wissen auf diesem Bereich problemlos „beibringen“ kann, auch nebenbei im Alltag. Wie sieht es aber auf Gymnasialstufe aus, wenn die Kinder mal Matur machen wollen? Woher holen sie sich das benötigte Wissen? Glaube kaum, dass man alles einfach so nebenher lernt…

  • Walter Kuhn sagt:

    Der Dokumentarfilm regte zu einigem Denken an. Das Unschooling-Konzept ist bestimmt nicht geeignet für die „breite Masse“, nur schon weil es dann aus dem Ruder laufen würde und unbezahlbar wäre. Es ist ein elitärer Ansatz, vergleichbar mit teuren Eliteuniversitäten. Das Konzept der „Einzigartigkeit“ der eigenen Kinder ist ebenfalls etwas Elitäres. Mit beiden Konzepten tut man den Kindern nichts wirklich Gutes. Der Mensch ist ein soziales Wesen, und grundsätzlich gleich geboren. Für die allermeisten ist es besser, wenn sie sich frühzeitig in eine Gruppe gleichartiger einfügen lernen. Für ein späteres gutes Leben sind auch Frustrationstoleranz und gelegentlich verlieren können nützlich.

    • Thomas 1 sagt:

      Nun nimmt mich Wunder, auf welche Daten Sie Ihre Behauptungen stützen. Mich dünken sie arg folkloristisch und in einem mechanistischen Weltbild verhaftet, das im 17. Jh entstanden ist. Der Mensch soll grundsätzlich gleich geboren sein? Echt? Studiert man etwa neurowissenschaftliche Erkenntnisse, kommt man auf jeden Fall zu anderen Schlussfolgerungen.

    • tststs sagt:

      Wenn etwas für die Massen untauglich ist, weshalb darf es dann einem einzelnen Kind zugemutet werden?
      Ich bin auch der festen Meinung, dass Unschoolung für einige (wenige!) Kinder tatsächlich eine gute, gar die passendste Form des Wissenserwerb ist. Aber ehrlich, dass diese Kinder auch immer in die Familie geboren werden, die solche Konzepte leben, grenzt fast schon an ein Wunder 😉

  • tststs sagt:

    Ich würde eine gelungene Sozialisierung jetzt nicht unbedingt von der Art des Unterrichts abhängig machen… auch mit 20 Klassenkameraden kann man vereinsamen resp. versarschlochen!

    Was ich mich einfach frage: Irgendwie scheint es ein kosmisches Gesetz zu geben, dass gerade Eltern, die auf Unschooling setzen, die dazu passenden Kinder kriegen! Kinder, die über eine so hohe intrinische Motivation verfügen – die notabene auch noch 11 Jahre (2Kiga, 6Primar, 3Oberstufe) anhält – so dass eine Motivation (resp. Zuckerbrot und Peitsche) von seiten der Eltern vöööööllig unnötig ist!
    Come on… als ob diese Eltern den Kids nicht auch mal Feuer unter dem Hintern machen müssten 😉

    • 13 sagt:

      Ist das so oder können wir nicht aus unserer Haut und wollen das so sehen, quasi vorschieben, dass sie nur Glück hatten, weil sie völlig zufällig solche Kinder bekommen haben?

      Wenn ich ganz ehrlich bin und meine eigenen betrachte: ich habe ein Schulkind und zwei Vorschulkinder, davon eins ein Baby. Lernt mein Schulkind am Tag mehr als die anderen zwei, die von niemanden zum Lernen gepusht werden? Nein. Macht es grössere Sprünge als die anderen? Nein. Lernt das gleiche Kind in den Ferien oder am Wochenende weniger als an einem Schultag? Nein. Hmmmm….

      • Sportpapi sagt:

        Hm, zum Lernen gepusht? Sooo intensiv ist nun so eine Primarschule auch wieder nicht. Die Frage ist nicht nur, ob das Kind etwas lernt bzw. wie viel, sondern auch was. Könnten alle Kinder frei wählen, was sie lernen möchten, würden einige gar nichts tun, andere sich äusserst einseitig ausbilden (schliesslich will man ja Fussballprofi werden…). Aber klar, mit der Mutter (oder Vater) als Lernbegleiterin kann man Vieles eher intensiver lernen als in einer Regelklasse mit 20+ Kindern (an das Märchen der individuellen Förderung glaube ich nur beschränkt).

      • 13 sagt:

        Das war her so gemeint, dass der Input fürs lernen von aussen kommt, was beiden kleineren zur Zeit nicht wirklich der Fall ist. Was wäre wohl zumindest zu Zeit ähnlich. Sie lernt jetzt lesen und rechnen. Aufgrund er Anleitung der Schule kann sie die Grossbuchstaben und das Rechnen bis 20. Ginge es nach ihrem eigenen Antrieb könnte sie bis 10 rechnen, das hat sie nämlich ein halbes Jahr vor der Schule gelernt, als es sie interessierte, und dafür auch Kleinbuchstaben schreiben, weil das gerade bei ihr in ist. An einem viel anderen Stand wäre sie als nicht, es würde sich angleichen. Es gibt viele Gründe gegen das Unschooling, aber dass die Kinder von sich aus nichts machen, ist keins davon.

      • tststs sagt:

        Bitte nicht falsch verstehen, natürlich gehe ich davon aus, dass Kinder auch eine innere Motivation haben. Das Lesenkönnen ist ein Paradebeispiel: Die Eltern, ältere Geschwister etc können das, das will ich auch können!
        Aber eben, was, wenn das Kind so gar keine Lust dazu hat, noch weiter als 100 zu rechnen?!
        Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass es auch beim Unschooling ohne einen gewissen Druck geht…

  • Verena Schurter sagt:

    Ich hätte diese Enge nicht ausgehalten bei meinen Eltern. Ist ja schlimmer als ein Überwachungsstaat. Frei von Schulzwang auf Kosten von Unfreiheit im Elternhaus? Nein, danke. Es gibt sicher Kinder die im heutigen Schulsystem leiden, besonders wenn sie begabt sind und zurückgebunden werden. Trotzdem noch lieber eine Teilnahme auch ausserhalb des Familienkreises zu pflegen finde ich gut. Die Gefahr von einseitiger Indoktrinierung ist bei Abschottung doch eher gegeben.

  • Nina sagt:

    die Idee in Ehren, aber dass Herr Gantenbein findet, eine Frau, die sich nicht zu 100% den Kindern zur Verfügung stellt und sowieso Zuhause bleibt habe halt keine Kinder zu haben, das finde ich problematisch. Und Frau Gantenbein nickt mit Bambiblick, sie sei halt die Dienerin der Kinder…. Naja.

    • Markus sagt:

      Das war genau das, was mich an dem TV-Beitrag sehr gestört hat. Aber schlussendlich hat es nichts mit Umschooling zu tun, denn ich bin überzeugt, dass man die Erziehung und Bildung der Kinder auch fair unter Eltern aufteilen könnte und nicht so einseitig, wie die beschriebene Familie. Wenn seine Frau aber damit glücklich ist, dann ist ja alles in Ordnung. Seine generalisierte Aussage von wegen „natürliche Bestimmung und Grundkompetenzen der Frauen“ hätte sich der Herr „ich-lebe-im-18-Jahrhundert“ sparen können.

    • mila sagt:

      Ich habe soeben auf dem Blog der Familie Gantenbein einen neueren Eintrag gelesen, zur Angst der Nicht-Nur-Mütter, sich ‚tiefer‘ auf ihre Kinder einzulassen bzw. selbst ‚zu kurz‘ zu kommen. Mit Verlaub: diese sowie weitere, nicht anders als tendenziös zu benennende Bemerkungen tragen in meinen Augen nicht sonderlich dazu bei, die eingeforderte Toleranz für das eigene Lebens- und Lernmodell oder gegenseitige Verständigung im erweiterten Sinn zu generieren. Vielmehr wird offenkundig Gegen-Ideologie betrieben, und damit kann ich genauso wenig anfangen wie z.B. mit der einmal wieder aktuellen Argumentation der Gegen-Seite, Kinder noch früher einzuschulen, um ‚Chancengleichheit‘ zu gewähren.

      • Rosa Grün sagt:

        Genausowenig wie die Aussagen des Vaters, dass Frauen an den Herd gehören… Vielleicht gehören sie ja doch den 12 Stämmen an… von der Haartracht des Vaters her würde es stimmen…

    • mila sagt:

      Insofern kann ich, ohne den TV Beitrag gesehen zu haben, die Skepsis von Frau Kuster bezüglich potentieller (zumal ‚weltbildlicher‘) Abschottung durchaus nachvollziehen.

    • mila sagt:

      Respektive: mir muss der Home- oder Unschooler erst noch begegnen, bei dem/der ich nicht am Ende einer Diskussion gemäss den vorliegenden Eigenaussagen den Eindruck gewinne, es ginge bei ihrem Anliegen tatsächlich einzig und allein, oder nur schon in erster Linie, um die ‚Freiheit‘ der Kinder, und die ‚Wahrung‘ ihrer Einzigartigkeit‘. Und solche Diskussionen gab es nur schon hier zuhauf.

      • Carolina sagt:

        Genau das wollte ich wissen, Mila! Schon in früheren Beiträgen habe ich nach der Motivation für diese doch radikale Entscheidung gefragt – ausser Beschwichtigungen und schönen Allgemeinplätzen nichts…… Dann also doch wie im Februar, als es um Homeschooling ging. Hier geht es anscheinend zwar nicht um Religion, aber doch um Ideologie – was das Ganze für mich nicht besonders glaubhaft macht

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Ich kann hier nicht ganz folgen. Natürlich wird in einem Blog eine Grundhaltung vertreten, auch wenn es hier eine sehr persönliche Sichtweise ist. Und natürlich ist da ein gewisses Sendungsbewusstsein vorhanden, sonst würde man das weder in der Öffentlichkeit vorstellen noch gar ein Buch darüber schreiben. Man kann das Gegen-Ideologie nennen, wenn man unbedingt möchte.
        Aber was hat das mit dem Vorwurf des Abschottens zu tun? Und weshalb ist es falsch, wenn auch die Eltern ihre Befriedigung daraus ziehen, die Kinder so aufleben lassen zu können, wie sie es für sinnvoll halten? Ist das nicht eine Selbstverständlichkeit?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Carolina
        @mila

        nach wie vor finde ich, so bringt das überhaupt nichts ausser wieder mal geschürter künstlicher Empörung.

        Wenn das Thema so unter den Nägeln brennt, und angeblich so grenzwertig-kritische Aussagen in der Doku gefallen sein sollen, oder auf dem Blog, oder weiss der Geier wo-
        also warum um alles in der Welt nehmen dann diejenigen welche können, nicht die Gelegenheit beim Schopf, erstellen einen Fragekatalog, und bringen dann die Fragen-Antworten als weiterführenden Austausch zum Gespräch?
        Ich hab jedes Verständnis dass die Betroffenen keine Lust haben sich hier von Beitrag zu Beitrag zu arbeiten- und nein, ich praktiziere keine Schuldispens…

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/ ich finde da ist echt eine Chance zum gegenseitig besseren sich-verstehen verpasst worden, schade!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi

        hier völlig bei Ihnen 🙂

      • mila sagt:

        Es ist nicht ‚falsch‘, Kinder in dieser (Schul-)’Form‘ aufzuziehen, solange es als Möglichkeit erlaubt ist und staatliche Auflagen eingehalten werden. Aber wieso sind es immer die ideologisch/religiös Grundüberzeugten respektive ‚Sendungsbewussten‘, die sich dafür entscheiden? Und immer im Namen der Nicht-Indoktrination (durch die Schule, und eigentlicher noch: das Gemeinwesen, daher das Stichwort weltbildliche Abschottung: im Sinne von, zwischen mich und mein Kind soll bloss kein anderer erzieherisch potentiell wirk-mächtiger Einfluss kommen, ausser ein paar Vereinskindern etc.). Mich zumindest stimmt das doch wiederholt nachdenklich.

      • Carolina sagt:

        Nochmal, SP: Wenn also Eltern Befriedigung darüber verspüren, Ihre Kinder in eine Privatschule zu schicken, ist das jetzt ok für Dich oder nicht?
        Und wenn das das Kriterium für Homeschooling/Unschooling/Privatschule etc ist: dann müssen wir konsequenterweise jeder Form des Schoolings (man verzeihe mir dieses Nicht-Englisch) akzeptieren und eben den Eltern überlassen, ob sie ihre Kinder in Regelschulen schicken oder nicht. Es herrscht aber – wage ich mal zu behaupten – ein breiter Konsens darüber, dass die Regelschule nun mal, äh, die Regel ist. Wann sind also Ausnahmen/Dispens erlaubt, wann nicht?
        Das ist doch hier zur Diskussion gestellt worden – daher müssen doch Fragen erlaubt sein……

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Es liegt auf der Hand, dass Leute, die einen eigenen Weg gehen, davon auch stark überzeugt sind. Und dieses Mal habe ich eben wenig von Indoktrination der Schule etc. gelesen (bzw. dem Widerstand dagegen) als vielmehr von der Überzeugung, dass Kinder besser Lernen, wenn ihre eigenen Bedürfnisse im Zentrum stehen. Übrigens würde da wohl kaum ein Pädagoge wiedersprechen.
        Mir scheint Sie interpretieren hier etwas gar nach eigenem Gutdünken.

      • Sportpapi sagt:

        @Caro: Das sind nun ja äusserst substanzielle Fragen. Also: Ich mache Eltern keinen Vorwurf, wenn sie Kinder in einer Privatschule schicken, um ihnen so für viel Geld einen Vorteil zu verschaffen. Allerdings finde ich es fragwürdig, dass es diese Option überhaupt gibt. Und völlig daneben, dass es Privatschulen gibt, die sich nicht an den Lehrplan halten müssen. Und hier kommt auch mein Veto gegen Unschooling: Der Lehrplan ist verbindlich und muss eingehalten werden. Da reicht es nicht, hin und wieder den Lernstand in gerade mal zwei Fächern (Mathe, Deutsch) zu überprüfen.

      • Sportpapi sagt:

        Also: Es geht um eine Unterscheidung zwischen individueller und gesellschaftlicher Ebene. Es schwächt die Volksschule, wenn kritische Stimmen sich nicht für die Weiterentwicklung/Qualitätssicherung einsetzen, sondern sich verabschieden. Und wenn es Regeln gibt, sollten die für alle gelten. Mein Sohn kann ja auch nicht am Nachmittag zu Hause bleiben, weil er das Tages-Soll erfüllt hat, und im Sport sich dispensieren lassen, weil er bereits am Abend Training hat, usw.

      • Sportpapi sagt:

        Letztlich muss ich allerdings zugeben, dass ich dieses – offensichtlich erfolgreich praktizierte – Homeschooling als Modell sehr spannend finde. Im Sport versuchen wir mit offenen Lernsituationen (z.B. Konzept Mut tut gut) eigentlich Ähnliches, indem man die Lernprozesse über die Auswahl und Veränderung von Lerngelegenheiten steuert. Was allerdings sehr anspruchsvoll ist. Und spätestens dann nicht mehr funktioniert, wenn eben eine vorgegebene, spezifische Technik/Form erworben werden soll.

      • mila sagt:

        Haha, die Darlegung eines bestimmten Geschlechter- bzw. Mutterkonzepts, das als familiäre Basis hinter dem Unschooling steht, ist eine Interpretation von mir… Ich ermuntere Sie, selbst in den Blog zu schauen. 😉 (Oder in die Doku, die ich mir herzlich spare.)

      • Carolina sagt:

        SP: ok, das akzeptiere ich. Wie Du vielleicht weisst, bin ich prinzipiell ein Befürworter davon, dass Eltern einen relativ grossen Spielraum bei der Erziehung ihrer Kinder haben sollen. Dazu gehört im Bereich Schulwesen für mich auch, eine Wahl zu haben zwischen Regel- und Privatschule (die ich für legitim halte, allerdings mit Lehrplan, da gebe ich Dir recht). Für meine Begriffe sollten Home- und Non-Schooling Ausnahmen bleiben und zwar aus dem einfachen Grunde, weil wir unsere Ressourcen besser in die Verbesserung der Regelschule stecken sollten, so dass auch das einzelne Kind nicht zu kurz kommt. Ausnahmen können mMn Behinderung, Krankheit, Bullying, Sonderbegabungen sein. Mit dem Konzept

      • Carolina sagt:

        /2 , dass Eltern die Kinder nicht in die Regelschule schicken, habe ich deshalb so Mühe, weil mir oft ideologische/religiöse/fundamentalistische Ideen der Eltern ausschlaggebend zu sein scheinen. Und jede noch so gründliche staatliche Prüfung kann kaum Sozialisation, wirkliche mentale Freiheit und Wohlwollen der Eltern überprüfen. Das heisst aber natürlich nicht, wie in allen Ausnahmefällen, dass ich jede Familie verdamme, die so lebt.
        Ich frage mich aber, wie wir, wenn das Schule machen würde, darauf reagieren würden, wenn jede (weltanschauliche und/oder religiöse) Gruppierung hier ihr eigenes Süppchen kochen würde – inklusive Themen wie Schwimm-, Sportunterricht.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Carolina

        „…wirkliche mentale Freiheit und Wohlwollen der Eltern überprüfen. …“

        das ist es was mich nun besonders stört; als ob Sie in der Volksschule ausschliesslich befreiheitete Kinder aus besonders wohlwollend gesinnten Elternhäusern hätten, und nur das Gegenteil bei den anderen?!
        Immerhin machen sich diese „anderen“ einen ziemlichen Aufwand und Mühe-

        Aufwand und Mühe welche ich in allen Klassenzügen, welche ich durch meine Kinder bisher kennengelernt habe, nicht wirklich überall flächendeckend sehen konnte… .
        Diese Ausspielerei bringt uns nirgendwo hin.

      • Carolina sagt:

        Brunhild, es tut mir leid, aber die Mühe, der Aufwand, den Eltern beim HS bzw NS betreiben, kann eben auch Ausdruck einer sehr – sagen wir es mal – starken ideologischen Haltung sein. Das kann nicht das (einzige) Kriterium sein.
        Und nochmals: ich meine, dass ich überhaupt niemanden/nichts gegeneinander ausspiele! Dieses Thema wurde zur Diskussion gestellt, mit (zugegebenermassen) unvollständigem Argumentarium. Aber wie weiland im Februar hat mir niemand schlüssig beantworten können (oder wollen?), warum eine Ausnahme in Form von NS so eminent wichtig für die Kinder sein soll? Was genau die Gefahren sein sollen, wenn man die Regelschule vorzieht?

      • Carolina sagt:

        Noch etwas, Brunhild: Wenn Eltern ihre Kinder in einem Rahmen erziehen, der sich jeglicher gesellschaftlichen Beurteilung entzieht, vor allem wenn es um mentale und soziale Befindlichkeit geht, meinen Sie nicht, dass es dann besonders wichtig ist, in irgendeiner Form das überprüfen zu können?

      • mila sagt:

        Nein, Ausspielerei bringt nichts, Brunhild. Aber wenn Eltern davon überzeugt sind, dass die Wahrung von Einzigartigkeit davon abhängt, ob ein Kind in die Schule geht oder eben nicht, ist die Botschaft dahinter für mich ein ziemlich klares Ausspielen. Und passt zur insofern stimmig ins restliche selbst-dargelegte Blog-Bild (wobei man selbst von der Mutterrolle reden darf, aber der Rest soll sich doch bitter sehr aufs Unschooling konzentrieren, statt allfällig unbequeme Fragen zum präsentierten Ganzen zu stellen).

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Ich habe den blog gelesen und die Doku. Auch den von Ihnen bemängelten Beitrag. Trotzdem kann ich Ihnen nicht folgen. Jede/r begründet doch sein Modell damit, dass es ihn/sie überzeugt. Mit Mutterkult etc. hat das aber nichts zu tun.
        @Caro: Wir haben für einmal grosse Übereinstimmung. Freut mich.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Carolina

        ich habe einfach zu viele ungünstige erzieherische Rahmen mit noch ungünstigeren Auswirkungen, ohne dass irgendwer wirklich was grundlegendes in der Hand gehabt hätte, in den Klassenzügen unserer Kinder gesehen; dass ich vermute, wenn es zu einem Hochrechnen von Problemfeldern welche wirklich angegangen werden müssten, wir in der Volksschule einiges mehr zu tun hätten als mit alternativen Modell-lebenden.

      • Carolina sagt:

        Brunhild, auch ich habe drei Kinder, die durch das CH-Schulsystem gingen bzw noch gehen. Und wir haben mit ihnen alles erlitten, was gut, schlecht, bedenklich und verbesserungswürdig ist. Nur meine ich, dass wir – ausgenommen sind immer krasse Fälle, in denen ich meine Kinder vor irgendetwas schützen müsste – innerhalb dieses Systems, das nunmal von der absoluten Mehrheit benutzt wird, für Verbesserungen und Aenderungen sorgen müssen. Nur dann kommen diese letztlich den allermeisten zugute.
        Kommt noch hinzu, dass eine Abschottung der Kinder in einem elterlichen Biotop nicht unbedingt dazu geeignet ist, sie auf ‚das Leben‘ wirklich vorzubereiten. Und das ist mMn unsere grösste Aufgabe: sie

      • Carolina sagt:

        /2 nicht in einer Schutzatmosphäre zu verpacken, in der sie vermeintlich mehr Freiheit geniessen (die ihnen u.U. später um die Ohren fliegt, weil der Rest der Welt keine Rücksicht mehr darauf nimmt) und vor dem, was uns selber nicht genehm ist, geschützt sind, sondern sie zu lehren, dass nicht alles immer angenehm, wunderbar, toll und auf sie abgestimmt ist. Wie sonst (und wann?) sollen sie lernen, damit umzugehen?

      • mila sagt:

        SP, mir scheint, dass unsere ‚Antennen‘ unterschiedlich ausschlagen. Vielleicht liegt es daran, dass ich in meinem Leben oft genug auf verkappte wie unverkappte Ideologen, Reformisten und Weltverbesserer unterschiedlichster ‚couleur‘ getroffen bin, um nicht auf die immergleichen argumentativen Muster ‚anzuspringen‘. Das wesentlichste unter ihnen: es wird Freiheit/Toleranz gepredigt/eingefordert, aber bei geringstem Gegenwind nachgerade mimosenhaft reagiert. Und besonders typisch ist, dass das ‚Problem‘ primär beim Miss- oder Unverständnis des ‚Mainstream‘ geortet wird, Konzentration auf bestimmte ausgewählte Aspekte gelenkt werden soll, und – vor allem bei den verkappten –

      • mila sagt:

        pro forma Lippenbekenntnisse bekundet werden, die der vertieften Rückfrage nicht standhalten. Denn im Grunde weiss man es ja besser als die anderen, auch wenn man des lieben Diskussionsfriedens willen damit doch lieber etwas hinter dem Berg zurückhält. Same old Vernebelungstaktik also. Familie Gassmann bildet für mich leider keine Ausnahme, und wie gesagt warte ich darauf, dass mir jemand das Home- und Umschooling auf eine Art und Weise näher bringt, bei der ich nicht die Ängste der Eltern hinsichtlich möglicher Welt- und Wertüberfremdung der Kinder vor dem propagierten Recht der Kinder auf ‚Freiheit‘ erkennen kann. Zumal mir schleierhaft ist,

      • mila sagt:

        Oder eine ‚Ausstiegshilfe‘ aus einer prekären Situation.

      • mila sagt:

        Anmerkung: der letzte Teil ist nach unten verrutscht.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Carolina 17:28

        das sind aber verschiedene Dinge welche durch die Existenz „der Alternativen“ nicht gefährdet sind.

        Biotope und Ausschluss vom Rest der Welt kann in der Volksschule genauso stattfinden, wir meinen bloss die betroffenen Kinder hätten die viel besseren Karten, weil sie ja „öffentlichen Umgang“ hätten, erleben wie es auch noch gesehen/gelebt werden kann etc, und schauen noch viel weniger hin, kommen viel weniger auf die Idee dass sie „unterdrückt“ sind; im Gegensatz bei den alternativeren wo wir von vorneherein sehr kritisch sind.

        Nicht-aufs-Leben-vorbereitet sein, ich wiederhole mich, sind auch zu viele aus ganz „regulären“ Systemen.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Ich gehe davon aus, dass niemand, der aus tiefster Überzeugung einen extremen Weg wählt, bei Ihnen Gnade finden wird. Denn es beisst sich ja in den Schwanz. Gerade diese Überzeugung (Sie nennen es dann Ideologie) ist doch die Basis dafür, diese Belastung auf sich zu nehmen.

      • mila sagt:

        Ja, da haben Sie völlig recht: für extreme Haltungen, egal aus welcher weltanschaulich-ideologisch-religiösen Ecke sie kommen, habe ich persönlich nichts übrig. Ganz besonders dann nicht, wenn sie sich auch noch ins missionarische Mäntelchen exklusiv-überzeugten Heilsbringertums schlagen. (Ich habe selbstredend meine – vielfachen – Gründe und ‚Erfahrungswerte‘ dafür, aber es wäre an dieser Stelle müssig, ein Referat darüber zu halten.)

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Nennen wir das mal begründete Vorurteile. Ehrlicherweise ist dann aber auch ein „ich wartet darauf, dass mal jemand mir das anders erklärt“ eigentlich unfair, wenn man doch weiss, dass man das eigentlich kategorisch ausschliesst.

      • mila sagt:

        Das stimmst so nicht ganz, SP: ich warte darauf, dass ich jemandem der begegne, der Home-/Unschooling vertritt, ohne dass eine extreme(re) Lebenshaltung dahinter steht. Jemand, der z.B. ganz einfach sagt: mein Kind kommt mit den regulären Schulstrukturen nicht klar, sei es aufgrund von Hochbegabung, Behinderung, individueller Verhasstheit etc. Per se ausschliessen, dass es es den einen oder die andere gibt, würde ich nicht. Sie sind mir bislang nur nicht untergekommen.

      • mila sagt:

        Ups: gemeint war natürlich Verfasstheit. Aber die Autokorrektur sah es anders. 😉

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Also Veganer sind ok, wenn der Entscheid ausschliesslich auf eine Fleischallergie zurückzuführen ist…

      • Carolina sagt:

        Brunhild, ich würde nie abstreiten wollen, dass die Regelschule nicht perfekt ist, dass es ganz sicher Kinder gibt, die in einem alternativen System besser aufgehoben sind – wobei ich allerdings, wie schon gesagt, nur relativ wenige handfeste Gründe zu HS oder US zulassen würde.
        Und was Abgeschottetheit angeht: ich habe mehrfach nachgefragt, wie übrigens andere auch, wie sich denn der soziale Bezug gestaltet, was genau denn die Gründe dafür sind, die Kinder aus dem System zu nehmen. Die Antworten und eine (für mich schon fast freche) Referenz, man sollte doch das Buch lesen, nähren in mir persönlich eben den Verdacht, dass es hier um ein Art Parallel-Biotop gehen könnte.

      • Carolina sagt:

        Die Diskussionen, die wir hier schon hatten über das Thema, haben noch kein einziges Mal für mich schlüssig erklärt, wieso man ein Kind aus dem Regelsystem herausnimmt – im Gegenteil, nach einigem Hin und Her kommt heisse Luft oder dann eben doch ein religiöser/ideologischer Hintergrund und damit habe ich Mühe.
        Im Prinzip habe ich kein Problem mit alternativen Lösungen – aber es muss gewährleistet sein, dass Kinder nicht in einem Vakuum aufwachsen, in einer künstlichen Schutzatmosphäre, die allein von den Eltern unterhalten wird. Wenn mir jemand beantwortet, wie man das Sozialverhalten von Kindern testet oder beurteilt, die so aufwachsen, wäre ich schon zufriedener.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Carolina

        ich verstehe es ja auch nicht, da sitzen wir imselben Boot!

        Aber ich finde das Urteil „abgeschottet“ einfach ein bisschen too much, abschotten kann ich überall in jedem System, wir wissen alle nicht was sich hinter verschlossenen Türen abspielt, mit welchen Auswirkungen. Dieser Aspekt scheint mir hier völlig abgesa uft zu sein, vor den Biotoplern wird gewarnt- mit völliger Ausblendung dass Biotope überall angelegt werden können.

    • Nicole sagt:

      Leider kam im Film nicht rüber, dass die Aussage von Herrn Gantenbein sich auf das erste Lebensjahr des Kindes bezieht. Und da liegt er wohl wirklich nicht falsch…

    • mila sagt:

      weshalb elterlicher Einfluss, oder in meinen Augen: elterliche Begleitung der Kinder in die Welt, an der Schultür enden soll. Ein souveränes Lebens- und Wertkonzept hält es durchaus aus, mit Gegenkonzepten konfrontiert zu werden.

      Hingegen haben Sie, @Brunhild, tatsächlich den Finger auf einem wunden Punkt mit der Feststellung, dass es wohl mehr Kinder mit (hoch-)problematischem familiären Hintergrund in der Volksschule als ausserhalb davon gibt. Ich denke dennoch, dass es eine grosse Hilfe sein kann, wenn auch nur eine der vielen Betreuungspersonen, die einem Kind in der Volksschulzeit begegnen, eine Gegen-Prägung bieten kann. Oder eine ‚Ausstiegshilfe‘ aus einer prekären Situation.

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Kinder sollen sich ihre Freunde und Kollegen selber aussuchen und Erfahrungen (gute wie halt eben auch schlechte) machen zu dürfen, ohne dass da die Eltern auch noch im Hintergrund die Fäden ziehen und alles koordinieren. Den Kindern ihre Freiheiten, Freiräume, Oasen und Freunde lassen und ihnen gleichzeitig einen sicheren Hafen bieten mit viel Liebe, Geborgenheit, Verständnis, Geduld, Wärme und offenen Ohren/Armen muss sich nicht ausschliessen, im Gegenteil – es kann und muss beides möglich sein!

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Solange wir den Kindern vertrauen und sie uns stets vertrauen und alles anvertrauen dürfen und wir sie stets mit viel Liebe, Wärme, Geborgenheit, Zuwendung, Verständnis und Freiheiten begleiten, ist das kein Problem. Sich abnabeln und loslösen ist ein wichtiger Prozess, nicht nur für Kinder, sondern und gerade auch für Eltern. Helikoptereltern, die ihre Kinder aber am liebsten auf Schritt und Tritt überwachen und kontrollieren, von Gefahren und gleichaltrigen Freunden fernhalten wollen, erweisen ihren in Watte gepackten Kindern einen wahren Bärendienst und sicher keinen Nutzen. Für Kinder und Jugendliche ist es wichtig, sich mit Freunden zu vereinbaren, ohne dass die Eltern stets dabei sein.

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Gordon Neufeld/Gleichaltrigenorientierung: Neufeld ist mir da viel zu extrem mit seinen Ansichten, auch wenn ich einiges nachvollziehen kann. Ich finde, dass Gspänlis, Kollegen und Freunde für Kinder und Jugendliche unabdingbar und wichtig sind, auch und gerade in der Pubertät. Dass wir unsere Kinder plötzlich an ihre gleichaltrigen Kumpels verlieren und sie so auf die schiefe Bahn geraten können, halte ich für übertrieben, Humbug, Panikmache und Schauermärchen. Es ist doch normal, dass Kinder uns ab einem bestimmten Alter als uncool und peinlich betrachten und gewisse Themen lieber mit ihren Freunden besprechen als mit uns. Das war schon bei uns so und wird auch bei unseren Kindern so sein.

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Eine Gefahr beim Unschooling könnte nämlich aber darin bestehen, dass diese Kinder später draussen im wahren, richtigen Leben, spätestens in der Lehre, wenn und wo das Lernen/Arbeiten nach dem Lustundlaune-Prinzip nicht mehr möglich ist, plötzlich Mühe mit der Umstellung haben werden. Denn das “echte Leben” birgt nun mal neben viel Schönem auch gewisse Gefahren und Risiken und ist kein “Ponyhof”, sondern leider eher ein „Konkurrenzkampf“… Weitere Gefahren bestehen im „Isoliert werden“, da sich die Kontakte nicht mehr „einfach so“ und automatisch ergeben via Kindergarten, Schulweg, Schule, etc. Da sind Eltern wie Kinder sehr gefordert und in der Pflicht!

    • Thomas 1 sagt:

      Ihre Logik bedeutet, überspitzt formuliert: Wenn einem Sklavenkind nicht von frühauf beigebracht wird, dass es später mal ein Sklave sein wird, wird es Mühe haben, es zu akzeptieren. Das Leben ist kein Konkurrenzkampf. Wer nicht verlernt hat, seine Passion zu leben (wird meistens in der Schulzeit ausgetrieben), der geht gebend durchs Leben, er schöpft aus dem Vollen und kriegt entsprechende Resonanz. Oder wie Picasso sagt: “The meaning of life is to find your gift. The purpose of life is to give it away.”

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Wir finden es wichtig, wenn sie sich auch ausserhalb der Familie ein- und unterordnen, sich anpassen, beweisen, behaupten, streiten, sich versöhnen, teilen, verzichten und zurückstecken müssen. Eine Schule mit vielen anderen Kindern und Jugendlichen und somit vielen Bedürfnissen ist nun mal nicht vergleichbar mit dem „Mikrokosmos“ Familie. Wir möchten ihnen die Kontakte zu Gspänlis mit all den tollen und auch weniger tollen Erfahrungen nicht vorenthalten. So wie viele Freilerner besuchen auch unsere Kinder Vereine und Kurse und halten draussen zum Spielen, Erleben, Erfahren und Entdecken auf. Das eine (Schulbesuch) muss das andere (Freizeitaktivitäten) ja nicht ausschliessen, im Gegenteil!

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Wir wohnen zudem im Quartier, wo ich bereits aufgewachsen und mit Freude in den Kiga und zur Schule gegangen bin. Dass unsere Kinder daher auch die um die Ecke gelegene Kigas und Schulen ohne Strassenquerung besuchen, lag daher auf der Hand. Ausserdem erachten wir es als zusätzliche Bereicherung, wenn die Kinder noch weitere Bezugs- und Kontaktpersonen dank SG, Kiga, Schule etc haben dürfen als ausschliesslich wir Eltern und allenfalls Geschwister. Es tut den Kindern, gerade auch und vor allem Einzelkindern, allgemein gut, wenn sie sich in andere Gruppen mit anderen Strukturen und Regeln integrieren müssen als bloss in die eigene Familie als eine Art geschützter Rahmen, geschützte Werkstatt.

  • Roland Ruckstuhl sagt:

    Diese Kindern tut man keinen Gefallen. Sie werden es sehr schwer haben, im Berufsleben Fuss zu fassen. Unschooling sollte in der Schweiz verboten werden. Und Homeschooling genau geprüft werden.

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Zudem hätten wir alle ziemlich bald einen wahren Overkill. Als Mutter brauche Freiräume, Distanzen und „Oasen“, so wie es auch unsere Kinder brauchen. So tun mir sowohl mein Teilzeitjob als auch die kinderfreien Vormittage gut, wo die Kinder in der Schule sind. Ehrlich gesagt möchte ich die wieder gewonnene Freizeit nicht mehr missen, auch wenn ich dieser Zeit oftmals nicht mehr erledige als den Haushalt mit Putzen, Wäsche, Einkäufe, doch dies zumindest effizient, ungestört, ohne Kindergezanke, Rumgebrülle und “Maaaamiiii”-Geschrei ;). Ich bin wirklich nicht gemacht um 24/24 um die Kinder zu sein, 7/7 Tage, 365 Tage im Jahr und brauche daher etwas Abwechslung und Ablenkung zum Mutteralltag.

  • Eberhard S. sagt:

    Familie Gantenbein hinterlässt bei mir einen sehr positiven Eindruck. Die ganze Familie ein strahlendes Kraftwerk. Aus meiner Sicht ist in der Kritik vor allem die Angst zu spüren in dieser Gesellschaft nicht zu reüssieren, dem Leistungsdruck nicht standzuhalten. Leistung wird uns aber in Zukunft nicht weiterbringen, mit Robotern können wir nicht konkurrieren. Unsere Zukunft braucht Menschen deren Visionen und Kreativität gefördert wird. Es wäre interessant mehr Berichte über „unschoolers“ und wie sie das Leben meistern zu erfahren.

    • Widerspenstige sagt:

      Eberhard S.:Sehe ich auch so und berühmte Schulabbrecher sprechen da eine deutliche Sprache.

      P.S. Wieso kommen grössere Beiträge nicht durch?

    • tststs sagt:

      Mmhhh, ich glaube, was vielen von uns nicht passt (auch wenn wir das Ganze tolerieren): Was, wenn alle es so machen würden…?!?

      Und übrigens, im Moment lautet es noch: Die Roboter können nicht mit uns konkurrieren. 😉

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Home- oder Unschooling kann für Kinder, die an der öff. Schule Probleme haben, dort über- oder unterfordert sind, vorübergehend gut sein. Ich kenne eine Familie, die nach rund 3 Jahren Kampf, Krampf inkl sehr viel krank sein, ihre Kinder nun erfolgreich zu Hause unterrichtet. Doch Freilernen eignet sich nicht für alle Kinder und Eltern. Gerade in Familien, wo beide Elternteile arbeiten müssen oder wollen, wie bei uns, ist Freilernen weder denk- noch machbar. Und für die Anstellung einer Lehrkraft, die zu Hause die Kinder unterrichtet, während die Eltern ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen, fehlt es nicht selten am nötigen Kleingeld. Schon nur deshalb käme dieses System für uns nicht in Frage.

  • … habe an dieser Stelle selten einen einseitig reflektierten Beitrag gelesen. Diesen Artikel würde ich jedoch so bezeichnen. Das zeigt insbesondere die Frage am Schluss. Hier wird Unschooling gleichgesetzt mit „keine Beziehung zu anderen Kindern“. Vielleicht lohnt es sich bei einem solchen Konzept, von dem die meisten von uns doch eher wenig wissen, auch mal hinter die Kulissen zu schauen. Möglicherweise könnten noch andere Dinge berichtet werden.

  • Alpöhi sagt:

    Ich möchte, dass sich meine Kinder in der gegebenen Welt zurechtfinden. Das erreiche ich bestimmt nicht, indem ich wie aus der Welt (diesmal die Schulwelt) entferne. Im Gegenteil. Ich halte es für besser, die Kinder mit den „Unmöglichkeiten“ der Welt zu konfrontieren und mit ihnen Strategien zu erarbeiten, um damit klarzukommen.

    Bis etwa 12 Jahre sind es hauptsächlich die Eltern, die die Kinder prägen. Dann geht „eine Türe zu“ und der Mist ist geführt: Kinder ab 12 orientieren sich mehr an der Peer Group. Ab dann ernten Eltern, was sie vorher gesät haben.

  • Papperlapapi sagt:

    Ich gestehe, ich finde das zu Hause Schulen (oder eben soger Nicht-Schulen) eine schräge Idee. Solange die Schule aber den Lernfortschritt überprüft ist es doch in Ordnung. Meine Kinder gehen (meist) gerne zur Schule, aber es gibt Kinder, die in der Schule sehr unglücklich und sehr einsam sind. Das „normale“ Modell wird also offensichtlich auch nicht jedem Kind gerecht, ist also nicht Alleinseeligmachend.

  • 13 sagt:

    Als ich den Titel sah, war ich gespannt. Es wäre interessant gewesen zu hören. wie es zum Unschooling kam und wie es gelebt wird. Schade wurde daraus nicht anderes als die immer gleichen Vorurteile, tausendfach widerlegt.
    Und nein, ich halte nicht wirklich viel von Home- oder Unschooling, v.a. weil ich der Meinung bin, dass die Volksschule eine soziale Errungenschaft ist, die wichtig ist, um allen Kindern die gleichen (soweit das möglich ist) Chancen auf den Weg zu geben, aber wieder mal nur auf die angebliche Abschottung zu pochen? Einfach nur schade.

    • Jeanette Kuster sagt:

      @13, wie es dazu kam, können Sie direkt bei den Gantenbeins nachlesen (Link oben im Text) – oder Sie schauen sich den Film an. Ich habe beim Schreiben auf die Punkte bzw Aussagen fokussiert, die mich beim Schauen des Doks irritiert haben. (Bzw auf einige davon, es gab noch weitere…).

      • 13 sagt:

        Frau Kuster, was ich lesen konnte, war in erster Linie Ihre Meinung. Dies ist ja auch in Ordnung und wird in einem Blog erwartet. Aber um mir eine Meinung zu bilden, muss ich zuerst die Fakten kennen. Diese haben Sie, wie Sie oben selber zugeben, nicht im Einzelnen nachgefragt. Ich bin einfach sehr irritiert, wenn ich hier von Abschottung lese, kein einziges Wort zu den Aktivitäten der Kinder ausserhalb der Familie und erst wenn man nachlesen geht, merkt man, dass gar keine Abschottung stattfindet.

    • Widerspenstige sagt:

      Ja, der Titel ist tendenziös geschrieben, wie fast immer. Leider lesen die meisten wohl nur das und haben ihre Meinung bestätigt gesehen. Bitte differenziertere Titel setzen, damit so wenig wie möglich Vorurteile gefüttert werden. Gerade neue Modelle im Schulwesen sind doch willkommen in anbetracht der unglaublichen Unfähigkeit von differenzierten Wahrnehmungen bei aussergewöhnlichen Ereignissen. Kreativität fördern ist eminent wichtig, damit flexibles Handeln zur Gewohnheit wird. Robotertätigkeiten sind ja im Anmarsch.

  • Evelin Camponovo sagt:

    Bisher habe ich nur sehr soziale Unschooler und Homeschooler erlebt, welche auch noch durchschnittlich gesehen viel gebildeter waren als altersgleiche Schulkinder.

  • Felder E. sagt:

    Es gibt auf dieser Erde nur EINE einzige Krankheit – nämlich: seelischer Stress. Alles was wir Krankheiten nennen sei es Körperlich oder Geistig sind nur Symptome.
    Es gibt nicht nur eine körperliche Reifungs- und Entwicklungsstufe – sondern
    auch eine seelische. Unsere hochgepriesenen Sozialisierung entfernt uns viel zu früh von uns selber und produziert somit ein grosses Ungleichgewicht in uns selbst.
    Andere kümmern sich dann um dieses/Dein Ungleichgewicht, um Deine Krankheiten. Davon Leben sie. Fangen wir an, uns um uns selber zu kümmern. Um unserer Gesundheit und Lebensfreude. Davon leben wir.

    • Michu sagt:

      Ist das hier jetzt ein Beispiel für Bildungsferne?

      oder schon von einer Sekte?

      oder Beides?

      Bitte um Aufklährung (aber bitte richtig).

    • Brunhild Steiner sagt:

      … und deshalb sind Sie auch nicht geimpft?

      Und waren/sind „naturnahe-bei-sich-selbst-sozialisiert-gereifte-Kulturen/Volksgruppen“ nie von Krankheiten betroffen?

  • Karl-Heinz Failenschmid sagt:

    Ein Leichtathlet, ein Gewichtheber, ein Triathlet, ein Tennisspieler trainieren ohne Plan, immer wann, wenn und wie sie Lust haben? Undenkbar. Es sei denn,
    man will in die Riege der Sonntagsfeierabendathleten. Dann verdient man allerdings kein Geld damit. Und hängt am Tropf.

  • Wie kommt man nur darauf, dass Unschooling-Kinder abgeschottet werden? Und dies wegen einer isolierten Aussage von uns im TV. Unsere Kinder haben mehr als genügend soziale Kontakte mit anderen Kindern und haben auch genügend Aktivitäten ausserhalb des Elternhauses, sei dies im Chinderchörli, in der Klettergruppe, in der Eislaufgruppe, in der Tanzgruppe, im ‚Silvesterchlausen-Tschuppel‘, beim Reiten, im Reitlager, in Projektwochen mit alternativen Schulen, draussen mit Nachbarskindern, usw.
    Unschooling ist ein Teilhaben am Leben, und nicht umgekehrt. Wir thematisieren das Lernen, das scheinbar niemanden interessiert.

    • Jeanette Kuster sagt:

      Liebe Gantenbeins, es freut mich, dass Sie sich in die Diskussion einschalten.
      Es gab im Dok diverse Aussagen, die mich irritiert haben – deshalb habe ich einige davon herausgepickt für den Text.
      Wie genau meinen Sie das, dass das Lernen „scheinbar niemanden interessiert“?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @JK
        dann wärs vielleicht, gerade auch im Hinblick auf die Lesenden hier, von Vorteil gewesen diese Irritationen mit den Betroffenen im Vorfeld zu klären und erst danach einen Bericht darüber zu erstellen-
        liegt es denn in der Verantwortung der GB’s für Richtigstellungen zu sorgen? Und nicht bei den Journis sich mal erst alle Infos zu beschaffen vorausgesetzt das ist einigermassen machbar, was mir hier durchaus gegeben erscheint?

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        „Wie genau meinen Sie das, dass das Lernen „scheinbar niemanden interessiert“?“

        schätzungsweise meint das ua, dass auch Sie sich nicht wirklich für das lernen interessiert (und mehr darüber wissen wollten, nachfragten) haben, sondern einen Text über abschotten verfassten?

      • Jeanette Kuster sagt:

        @BS, ich finde nicht, dass es Sinn gemacht hätte, im Blog noch einmal dieselbe Geschichte zu erzählen. Wie schon erwähnt, können Sie diese ja bereits mehrfach lesen und sogar schauen.
        Und: Wenn jemand im TV solche Aussagen macht, ist es legitim, sich als Reaktion darauf seine Gedanken dazu zu machen im Mamablog. Das ist keinesfalls unjournalistisch.

      • Brunhild Steiner sagt:

        Mein Interesse an nachlesen hält sich in Grenzen, was ich aber sehr interessant gefunden hätte, ein darüber austauschen Ihrer Gedanken und „Irritationen“ mit den Betroffenen.

        Das TV als solide Ausgangsbasis? Eher weniger.

      • Liebe Frau Kuster, liebe Interessierte. Leider ist es uns nicht möglich, an dieser Stelle die vielen offenen Fragen zu beantworten, welche leider durch ein völlig falsch vermitteltes Bild über uns in den Medien entstanden sind. Wer mitreden will und wirklich etwas über echtes Unschooling erfahren will, dem empfehlen wir die Lektüre unseres soeben erschienenen Buches ‚Das Wahren der Einzigartigkeit‘. Anhand von vielen Praxisbeispielen sowie tiefgründigen und kritischen Gedankengängen zur heutigen Mainstream-Sozialisation stellen wir eine Verknüpfung zwischen Philosophie und gelebtem Alltag her. Nach der Lektüre können wir gerne in einen Dialog eintauchen. http://www.pro-lernen.ch

    • Martin Frey sagt:

      Mich würde vom Ehepaar Gantenbein interessieren, welche Motivation dahinter steckt, die Kinder aus allem rauszunehmen und jegliche Vorgaben, Lehrplan, Unterrichtsformen usw. über den Haufen zu werfen? Aufgrund welcher Erfahrungen und Befürchtungen haben Sie diesen Entscheid gefällt? Weshalb denken Sie, könnten Sie den pädagogischen Auftrag selber besser erfüllen als ausgebildete Pädagogen? Und last but not least wovor glauben Sie Ihre Kinder damit bewahren zu können, da ja gemäss Ihren Aussagen Ihre Kinder „die wichtigen Werte «ganz sicher nicht von Gleichaltrigen» lernen würden“?

      • Carolina sagt:

        Da schliesse ich mich vollumfänglich MF an! Das ist nämlich mMn der Knackpunkt: warum diese Entscheidung der Eltern? Und es geht ja nicht ’nur‘ um Homeschooling, sondern um Unschooling. Die Motivation kommt überhaupt nicht heraus!
        Ich erinnere mich an die Diskussion bei Homeschooling, dass ständig um den heissen Brei herumgeredet wurde, bis man dann irgendwann endlich zu der religiösen Komponente kam.
        Also nochmal: nur immer wieder das Schlagwort ‚freies Lernen‘ in die Diskussion zu werfen, reicht mir nicht. Was ist denn an unserem (natürlich nicht vollkommenen) Schulsystem so anstössig, dass man die Kinder nicht nur zu Hause unterrichtet, sondern gar nicht (im herkömmlichen Sinne?)…..

      • Sportpapi sagt:

        In der Zwischenzeit habe ich den Film gesehen. Die Familie ist nicht religiös. Und: die Mutter (wie auch eine weitere im Film interviewte) ist ausgebildete Lehrerin.
        Insofern können wir ja auch mal annehmen, dass es wirklich in erster Linie um selbstbestimmtes und – wie es heisst – integrales Lernen geht (lustig für mich ist hier die Parallele zu den „Kompetenzen“ in der Regelschule, die ich sehe). Und vermutlich auch eine Abkehr von Leistungs-, Prüfungs-, und Notendruck. Auch das sehe ich bei einigen Lehrpersonen, die von ersten Erfahrungen frustriert werden.

      • Carolina sagt:

        Wenn ich mich recht erinnere, warst gerade Du sehr gegen Homeschooling (wie auch z.B. gegen Privatschulen) – warum dann diese Toleranz gegenüber diesem System?
        Versteh‘ mich richtig: ich habe tatsächlich noch keine Meinung dazu, tendiere lediglich dazu, das zu tolerieren, wenn die Kinder nicht in irgendeiner Form benachteiligt werden und ihr ‚Leistungs‘-Ausweis tatsächlich gut ist.

      • Sandra sagt:

        Für Gantenbeins kann ich nicht sprechen, aber für unsere Familie. Unser Grund mit Homeschooling zu beginnen war die extrem hohe Präsenzzeit die die Kinder an der Schule haben. Dies schon ab vier Jahren. Das Familienleben findet nur noch am Rande statt, das war uns nicht genug. Nun haben wir seit vielen Jahren Erfahrung mit der Bildung zu Hause. Überall gibt es Vor- und Nachteile, da könnte man lange diskutieren. Fakt ist, dass es Kindern zu Hause bestimmt nicht an Sozialisation mangelt, da kann ich tatsächlich mitreden, da ich viele Homeschooler kenne, die meisten hier haben nur Vorurteile, deshalb finde ich es gut, wenn man mit Offenheit an das Thema ran geht, es führen viele Wege nach Rom.

      • Sportpapi sagt:

        @Caro: Mir ging es hier darum, das richtig einzuordnen, und keine Unterstellungen bezüglich der Motivationslage der Eltern zu machen. Trotzdem bin ich nach wie vor gegen all diese Sonderwege, mit denen privilegierte Familien ihren Kindern einen Vorteil verschaffen (ob es wirklich einer ist bleibt mal offen). Und ich bin sehr für Leistung und Leistungsbewertung. Und ich bin überzeugt, dass Kinder andere Kinder brauchen. Aber ehrlich gesagt hatte ich auch nie Probleme in der Schule, und meine Kinder bisher auch nicht. Weder wegen der Leistungen, noch wegen dem sozialen Umfeld. Im Gegenteil.

      • Sportpapi sagt:

        Ach ja, dass das verantwortliche Elternteil zumindest ein Lehrdiplom hat halte ich grundsätzlich für eine Mindestanforderung!

      • Martin Frey sagt:

        Gerade weil ich das Vorgehen von Leute wie die Gantenbeins nicht werten wollte, habe ich ein paar Fragen zu stellen versucht, um sie und die Hintergründe besser zu verstehen. Insbesondere weil der Artikel (vielleicht auch notgedrungen) etwas einseitig auf die mögliche fehlende Sozialisation der Kinder und etwaige Aengste der Eltern fokussiert.
        Leider sind die Gantenbeins weitere Erklärungen schuldig geblieben, die über ein paar Schlagworte hinausgehen würden. Wobei, vielleicht liegt ja da genau das Problem, wer weiss…
        Aber um mir die verlinkten Artikel, den Film oder gar den Blog zu Gemüte zu führen ist mir das Thema dann doch nicht wichtig genug, ehrlich gesagt.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Weshalb sind die Gantenbeins Erklärungen „schuldig geblieben“, wenn doch Sie nicht bereit sind, diese Erklärungen nachzulesen? Bzw. Sie sich gar nicht genügend dafür interessieren? Haben die Gantenbeins hier irgendeinen (bezahlten) Auftrag?

      • Carolina sagt:

        MF: sehe ich genau gleich. Vor allem weil bruchstückhaft ’neue Infos‘ hier zutage kommen, die dann doch wieder der Meinungsbildung im Wege stehen bzw gewisse Vorurteile begünstigen. Daher hätte ich sehr gern von den Betroffenen eine Erklärung, was genau denn an einer normalen Schulkarriere sie ihren Kindern ersparen wollen…..

      • Martin Frey sagt:

        Ganz einfach, SP, weil das hier die Blogplattform ist die von den Gantenbeins handelt. Notabene haben die Protagonisten selber die Oeffentlichkeit aus welchen Gründen immer wiederholt gezielt gesucht, so auch hier im Blog mit Andeutungen, empörten Reaktionen etc. Das mindeste wäre aus meiner Sicht, dass sie dann nicht nur den Stein ins Wasser schmeissen sondern auch auf sachliche Fragen einzugehen wissen.
        Der Blog als Diskussionsplattform kann ja nur funktionieren, wenn jede/r bereit ist sich zu erklären. Und nicht in stiller Erwartung, dass andere Leute sich gefälligst selber zu informieren haben, von dannen zu schweben wenn es mal um die Sache zu gehen beginnt. So sehe zumindest ich das.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @M artin F rey
        @C arolina

        nein, ich finde definitiv nicht dass die Betroffenen nun eine Bringschuld hätten! Das ist von Beginn weg sehr unglücklich gelaufen und aufgegleist worden.

        Ergiebiger wäre es meiner Ansicht nach gewesen die entstandenen Fragen/Kr itik den Betroffenen vorzulegen und daraus einen Beitrag zu machen. So kann man ja über jedes Format/Inhalt das/der irgendwo erscheint einen kritischen Beitrag schaffen und es dann den „Angegriffenen“ überlassen wie sie nun damit zurechtkommen, dass nun die Aufgebrachten/Hinterfragenden sich über fehlende Antworten ärgern. Irgendwie ödes Spiel.

      • Martin Frey sagt:

        @Brunhild Steiner: Natürlich ist das an sich nicht Aufgabe der Familie, und ja, man hätte das ganze anders aufgleisen können. Trotzdem wäre den Protagonisten kein Zacken aus der Krone gefallen wenn sie sich der Diskussion und den (wenigen) Fragen mal gestellt hätten. Einfach nun darauf hinzuweisen, dass die Fragenden und Kritiker das promotete Buch doch kaufen sollen um Antworten zu erhalten, finde ich etwas gar einfach und durchschaubar.

    • Carolina sagt:

      Auch ich finde es lobenswert, dass Sie sich beteiligen und wäre wirklich dankbar, wenn Sie mir Ihre Motivation besser erklären könnten – diesen Satz, den auch JK hervorhebt, verstehe ich z.B. nicht wirklich.
      Ich habe durchaus Verständnis dafür, dass man für Kinder, die wirkliche Mühe in der Schule haben, eine Alternative schafft, von mir aus auch Homeschooling. Aber Sie haben ja die Entscheidung getroffen, bevor absehbar war, wie Ihre Kinder in der regulären Schule zurechtgekommen wären……

    • Sandra sagt:

      Mir hat die Reportage gut gefallen und hat einen durchaus positiven Eindruck hinterlassen. Ich finde die Thematik Unschooling sehr interessant. Und etwas beneide ich die Gantenbeins um die Vielfalt und Möglichkeiten, die sie ihren Kindern bieten können.

  • Dieter Neth sagt:

    So eine Lösung KANN gut sein für das Kind. Grundbedingung ist, dass die Eltern fähig und willens sind, ihre Kinder zu entsprechend zu instruieren, und das dürfte bei halt bei den wenigsten der Fall sein. Analphabeten müssen daraus nicht werden, im Grunde braucht man keine 9 Jahre um Lesen, Schreiben und Rechnen so gut zu lernen, dass man in der Gesellschaft zurechtkommt. Den Rest kann man sich selber aneignen. Und von wegen Kontakt zu Gleichaltrigen: Nirgendwo fühlt man sich einsamer als von einer Gruppe ausgeschlossen. Ich habe trotz guter Schulnoten eine ganz schlechte Erinnerung an meine Schulzeit. Da werden auch heute noch viele Leute kaputtgemacht.

  • Maier Tom sagt:

    Kontakt zu Gleichaltrigen, Freunden und Gspähnli — das ist das worauf sich die Kinder immer wieder freuen nach den Ferien, auch wenn die Schule natürlich nicht geliebt wird so sind es aber die Freundschaften, auch die Auseinandersetzungen und das Sich-Behaubten, welches ja gerade die soziale Kompetenz fördert und festigt.
    Wir kennen 2 Familien die das Homeschooling betreiben, deren Kinder sind fast schon süchtig nach irgendwelchen Kontakten zu anderen Kids weil sie dies einfach sehr viel weniger haben als normal wäre, keine wirklich gesunde Entwicklung!

  • Brunhild Steiner sagt:

    Ist denn garantiert nachgewiesen dass die betroffenen Kinder aufgrund des Unschooling keine Kontakte zu Gleichaltrigen haben?

    Ob sie im späteren Bildungs/Arbeitsverlauf messbar mehr Schwierigkeiten haben, müsste sich recherchieren lassen; oder gibt es noch keine home/ungeschoolten an Unis, Lehrbetrieben, Arbeitswelt?

    Ich freue mich, bei allen Schwierigkeiten, sehr über unser Schulssystem und hätte nie im Leben selber die Verantwortung für den ganzen Bildungs auftrag übernehmen wollen. Nehme jedoch den Teil, welcher bei uns liegt, wahr und delegiere das nicht an die Schule.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Redi, 6:49 kann nun bedenkenlos ins Nirvana geschickt werden, das Nutztier wurde inzwischen ent sch ärft…

  • Tober Denise sagt:

    Zuerst möchte ich mich ganz herzlich bedanken bei Doris und Bruno Gantenbein und ihren Kinder bei diesem Schritt so offen und authentisch über ihr Leben mit ihren Kindern und dem freien Lernen zu berichten! Es erfordert sehr viel Mut und Kraft einen anderen Weg zu gehen, als die meisten Menschen. Ich hoffe, dass auch die Menschen hier in der Schweiz ihr Herz öffnen für “ andere“ Bildungswege. Freies Lernen wird überall auf der Welt praktiziert. Edison z. B. Welcher die Glühbirne erfand, ging nicht zur Schule und diese Reihe könnte sich noch beliebig vorsetzen. Direkt im Leben lernen ist die älteste “ Lernart“ der Menscheit!

    • Michu sagt:

      Der Edison. Und von seinen 20 Gspänli, welche auch nicht zur Schule gingen, hat man von denen je wieder was gehört? Eben.
      Sonderfälle eignen sich als Beispiele immer schlecht.

  • Arrietta Schoots sagt:

    In ihrer Reflexion zur SRF-Reportage schreiben Gantenbeins auf ihrem Blog deutlich, dass ihre Kinder nicht abgeschottet werden. Sie sind aktiv in Vereinen und spielen regelmässig mit den Nachbarskindern und anderen FreundInnen. Un- und Homeschooling ist meistens das Gegenteil von Abschottung. Es findet zu einem grossen Teil nicht zu Hause statt, wie angenommen, sondern Mitten in der Gesellschaft. Dabei lernen die Kinder, wertvolle Mitglieder der Gesellschaft zu sein. Wenn man wirklich interessiert ist an dieser Thematik, könnte man in vielen Studien lesen, dass Un- und Homeschool-Kinder sozial sehr kompetent sind und ein gesundes Selbstwertgefühl haben–im Gegensatz zu vielen Schulkollegen?!

    • Sportpapi sagt:

      Nun ja, wenn die gleichaltrigen Kinder alle in der Schule sind, kann man sie nun mal nur dort treffen.

      • 13 sagt:

        Erstens sind Homeschooling/Unschooling-Familien oftmals gut vernetzt, so dass die Kinder viele Kinder treffen, die eben nicht in der Schule sind und zweitens dauert meines Wissens die Schule ja auch nicht den ganzen Tag.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Diese Vernetzung ist wohl gegeben, wöchentliche Treffen finden aber eher nicht statt. Und doch, die Schule mit 5 Mörgen und mehreren Nachmittagen nimmt doch sehr viel Raum im Alltag ein.

    • Rantanplan sagt:

      Sie können doch daraus keine Kausalität ableiten. Diese Kinder wären vielleicht auch in der regulären Schule sozialkompetent und selbstbewusst… und umgekehrt.

  • Meier Pirmin sagt:

    Zwischen keinem Lehrplan und einem Lehrplan mit 3000 Kompetenzen gibt es hoffentlich noch einen vernünftigen „Mittelweg“.

    • Sportpapi sagt:

      Was ist das Problem bei 3000 Minimalkompetenzen?

      • Hanspeter Niederer sagt:

        Die Idee, mit ausufernder Bürokratie Bildung vermitteln zu können. Es werden nur sinnlos Resourcen bei Lehrpersonen und Lernenden verschleudert.

      • Sportpapi sagt:

        @Hanspeter Niederer: Weshalb setzen Sie Kompetenzen mit Bürokratie gleich? Dies wäre es, wenn die Lehrpersonen tatsächlich transparent über die Erfüllung dieser Kompetenzen Buchführen oder gar berichterstatten müssten.

      • Sportpapi sagt:

        Meine Rechnung übrigens ist ganze einfach. 3000: 9 Schuljahre, rund 10 Fächer. Dann bleiben noch 30 pro Jahr und Fach. Also nicht einmal eine pro Woche. Und längst nicht jede Kompetenz erfordert einen entsprechenden Test. Bzw. manchmal können über einfache Beobachtung gleich mehrere Kompetenzen überprüft werden.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Ist denn garantiert nachgewiesen dass die betroffenen Kinder aufgrund des Unschooling keine Kontakte zu Gleichaltrigen haben?

    Ob sie im späteren Bildungs/Arbeitsverlauf messbar mehr Schwierigkeiten haben, müsste sich recherchieren lassen; oder gibt es noch keine home/ungeschoolten an Unis, Lehrbetrieben, Arbeitswelt?

    Ich freue mich, bei allen Schwierigkeiten, sehr über unser Schulssystem und hätte nie im Leben selber die Verantwortung für den ganzen Bildungsauftrag übernehmen wollen. Nehme jedoch den Teil, welcher bei uns liegt, wahr und delegiere das nicht an die Schule.

    • Robin H. sagt:

      In der SRF – Doku wurden sowohl die Sportkameradinnen der Mädchen gefragt, als auch der Trainer beim Schlittschulaufen.

      Die Freundinnen der Mädchen (aus normaler Schule) fanden alle, die Mädchen aus der Unschooling – Familie seien völlig ok im Umgang,
      der Trainer sagte, sie seien nicht unter- sondern überdurchschnittlich in Sozialkompetenz und Benehmen.

      Natürlich kann ich oder jeder seine Gedanken darüber machen, oder man kann die Aussage von Gantenbeins in Frage stellen, dass Kinder vor allem von Erwachsenen lernen – aber die Feedbacks von AUSSEN waren schon überzeugend.

      Und die Kinder im Film hatten eine erstaunliche Selbstsicherheit im Formulieren.

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