«Unsere Gerichte hören überhaupt nicht auf die Kinder»

«Entführt – oder fürs Kind gesorgt?» lautete der Mamablog-Beitrag von letztem Freitag. Der Vater Beni Hess erzählte, weshalb er nicht will, dass Richter seine Tochter nach Mexiko zurückschicken. Heute spricht Andreas Bucher über den Fall. Er ist emeritierter Professor der Universität Genf und Rechtsexperte auf dem Gebiet Kindesentführungen und -rückführungen.

MB_gericht

Was wollen die Kinder? Oft entscheidet die Justiz über ihren Kopf hinweg. Foto: flickr/anthony keller

Mamablog: Herr Bucher, Sie sagten gegenüber der «Rundschau», es gebe zwei Vorbehalte gegen eine Rückführung: Erstens, wenn ein Kind mit der Rückführung nicht einverstanden ist und reif genug ist, muss man auf seinen Willen eingehen. Zweitens darf ein Kind bei einer solchen Rückführung nicht einer schweren Gefahr ausgesetzt werden.

Wie beurteilen Sie den Fall Anna: Ist sie mit ihren neun Jahren reif genug, um selber entscheiden zu können, wo sie leben möchte?
Andreas Bucher: Das etwas über 9-jährige Mädchen ist noch sehr jung. Im konkreten Fall wird aber auch von den Gerichten anerkannt, dass es sich um ein sehr aufgewecktes und intelligentes Kind handelt.

Sprich: Ja, es ist reif genug?
Lassen Sie mich ausholen: Das Problem beginnt damit, dass die Anhörung des Kindes vor dem Obergericht Aargau völlig unprofessionell vollzogen wurde. Man fragte das Kind wie in einem Scheidungsverfahren, wie es sich mit seinem Verhältnis zum Vater und zur Mutter verhalte, wie es in der Schule laufe, ob es Freunde habe und so weiter. Es wurde nur ganz knapp am Rande erwähnt, dass das Kind Angst hat, nach Mexiko zurückzukehren. Da hätte man viel genauer fragen müssen. Das war denn auch der Hauptgrund für das Bundesgericht, den Aargauer Entscheid aufzuheben.

Copy of D3N_1511 Mr- BUCHER version legere (2)

Rechtsexperte Andreas Bucher. Foto: PD

Diese Fragen hätte das Bundesgericht doch nachträglich noch stellen können.
Genau das hätte es tun sollen. Stattdessen hat es sich damit begnügt, festzustellen, das Kind habe sich gemäss dem Anhörungsprotokoll des Obergerichts Aargau der Rückkehr nach Mexiko nicht mit Nachdruck widersetzt. Das ist auch deshalb unverständlich, weil das Bundesgericht selbst anerkennt, dass das Kind beim Gedanken an eine Rückreise Ängste hat und sogar in Panik gerät. Angesichts all dieser Umstände kann ich sagen: Anna war im konkreten Fall reif genug, um ihren Willen geltend zu machen.

Der Vater bezeichnet Mexiko als «Kriegsgebiet», das Bundesgericht hält das Land hingegen offenbar für unproblematisch. Wie gross muss die Gefahr sein, dass eine Rückführung nicht mehr möglich ist?
Das Bundesgericht ist sehr dilettantisch vorgegangen und hat sich nur mit Auskünften befasst, die für Touristen geltend. Im konkreten Fall geht es darum, dass der Vater ein Geschäft führt und mit Erpressungen rechnen muss, bei denen sein Kind als Pfand eingesetzt werden könnte. Eine solche Gefahr kann man nicht von der Hand weisen. Um abzuklären, wie das im Detail einzuschätzen ist, müsste man unter anderem auf die Hilfe des Bundesamtes für Justiz (BJ) zurückgreifen. Es ist höchst bedauerlich, dass sich das BJ nicht mehr engagiert.

Welche rechtlichen Möglichkeiten verbleiben dem Vater jetzt noch, um seine Tochter in der Schweiz zu behalten?
Gegenwärtig laufen die Verfahren vor Bundesgericht und dem Obergericht Aargau noch. Es geht vor allem um die Abklärung der Gesundheit und Sicherheit des Kindes. Das Mädchen hat sich vor einem Monat entschieden gegen die Rückführung gewehrt und war bereit, bis zum Äussersten zu gehen – Sie verstehen sicher,  was ich damit meine. Es wurde nun eine zusätzliche psychiatrische Begutachtung angeordnet. Davon wird viel abhängen.

Zurzeit darf der Vater seine Tochter nicht sehen. Kann das Mädchen den Papa wenigstens vor der Abreise noch treffen, falls es tatsächlich rückgeführt wird?
Das wäre das absolute Minimum. So wie sich die Aargauer Behörden bis jetzt verhalten haben, ist aber zu befürchten, dass es nicht dazu kommt.

Können Sie das ausführen?
Bereits an der Verhandlung vom 19. Februar wollte das Obergericht Aargau das Kind festhalten und per Flugzeug aus dem Land schaffen. In seinem Entscheid vom 6. Mai hat das gleiche Gericht angeordnet, es seien zum Zwecke der Rückführung «Zwangsmassnahmen» zu treffen. Es wird nicht darauf hingewiesen, dass das nur erlaubt ist, solange das Kindeswohl gewahrt ist.

Hätte der Vater nach einer Rückführung noch die geringste Chance, das Kind wieder einmal in die Schweiz zu holen oder es überhaupt wiederzusehen?
Es sollte ihm möglich sein, das Kind in Mexiko zu besuchen. Dass er das alleinige Sorgerecht bekommen und legal mit dem Mädchen in die Schweiz zurückkehren könnte, ist hingegen illusorisch. Zudem wird angenommen, dass die Polizei in Mexiko korrupt ist. Da liegt der Schluss nahe, dass das Gleiche auch für die mexikanischen Gerichte gilt.

Ist Anna ein Einzelfall, oder hören die Schweizer Gerichte Ihrer Meinung nach generell zu wenig auf die betroffenen Kinder selbst?
Sie hören überhaupt nicht auf sie. Entweder sagt man dem Kind, es sei nicht reif genug, um angehört zu werden. Oder man sagt ihm, es sei zwar reif genug, habe aber die besondere Situation einer Kindesentführung nicht verstanden. Im vorliegenden Fall lautet die Gleichung so: Man sagt dem Kind, es habe sich nicht mit Nachdruck gegen die Rückkehr gewehrt. Gleichzeitig sagt man ihm aber auch, es sei lebhaft und intelligent und deshalb durchaus in der Lage, seine jetzige Meinung und die Ängste betreffend die Rückkehr selbst zu überwinden. Wie man es auch dreht und wendet, der Kindeswille wird nie beachtet.

Was sagen Sie zur ausweichenden Antwort des Bundesrates auf die Fragen von SP-Nationalrätin Yvonne Feri zu Annas Fall?
Auch diese passt in das gleiche Schema. Da wird ein Kind für Wochen eingesperrt, um seinen Willen zu brechen, und die Behörden tun nichts. Man entschuldigt sich gegenüber den Verdingkindern, aber man tut nichts, wenn heute einem Kind das Gleiche widerfährt. Das ist alles sehr frustrierend.

328 Kommentare zu ««Unsere Gerichte hören überhaupt nicht auf die Kinder»»

  • Sportpapi sagt:

    Zweitletztes Kapitel: http://www.tagesanzeiger.ch/panorama/vermischtes/Maedchen-aus-dem-Aargau-muss-zurueck-nach-Mexiko/story/20914954
    „Zum Schutz der Beteiligten lief das Verfahren um die Kindesrückführung hinter verschlossenen Türen ab.“ Umso schlimmer, wenn eine Seite dann die Medien instrumentalisiert.

  • Susanne Müller sagt:

    Bin mit Herrn Bucher einverstanden.

  • Marcel Zufferey sagt:

    Bemerkenswerte Diskussion hier, auch nach Tagen noch, sehr authentisch! Nun wäre trotz allem noch die Meinung der Mutter wichtig, jetzt erst recht- in welcher Form auch immer!

    • Sportpapi sagt:

      @Zufferey: Was meinen Sie mit authentisch?.Und um was zu klären wäre nun die Meinung der Mutter wichtig?

  • aus eigener Erfahrung sagt:

    Gefahr der Gesundheit und Sicherheit fuer das kind in mx – mir fallen sofort 3 Sachen ein, die stetigen Verkehrsunfaelle, die Risiken ueberfallen zu werden, und die stetigen „Unfaelle“ in Mx Schulen (aus meiner gemachten Erfahrung stehen mangelnde Aufsichtspflicht dahinter und Einsparen der eigenen unbequemen Pflichten aus den strengen Kindesschutzgesetzen. die Verantwortung fuer die „Unfaelle“ wurde stattdessen absurd den Kindern zugeschoben und sogar Eltern). Kinder haben Angst. und dazu noch die hohe Motivation des kindes zum Kulturwechsel – fuer mich waere da die Entscheidung klar.

    • Andreas Bucher sagt:

      Das tönt geradezu angenehm: Sie sprechen nur vom Kind. Darum geht es. Es gibt kein Gut und Böse. Es geht der Mutter schlecht, aber es geht auch dem Vater schlecht. Was uns beschäftigen sollte, ist das Kind – eingesperrt für Wochen, ohne Kontakt zum Vater, bei dem es leben wollte. Das tut ihm weh, und wird es noch traumatisch belasten, egal wie der Fall dann letztlich entschieden wird. Wenn diese manchmal etwas heftige Diskussion etwas gebracht hat, so glaube ich, dass man den Blick aufs Kind etwas besser verstehen gelernt hat.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @A ndreas B ucher

        nach durchgehen aller bis jetzt erschienener K ommenterare muss ich Ihren „Kontrahenten“ doch mindestens in einer Sache Recht geben, die meisten- auch wenn sie von Ihnen hart angegangen wurden, haben die Netiquette nicht verletzt. Das finde ich bemerkenswert.
        Obwohl ich nicht unbedingt derselben Meinung wie Sportpapi, mila, Katharina, Widerspenstige etc bin, beschleicht mich schon ein seltsames Gefühl, wenn ich lese, mit welchem Vokabular Sie zur Verteidigung der gerechten Sache aufmarschieren. Und beginne mich zu fragen, wessen Einschätzung vertrauenswürdiger sein sollte.

      • maia sagt:

        @AB: Was schlagen Sie denn vor, wie weiter vorzugehen ist. Soll das Kind weiterhin beim Vater sein, der es massiv beeinflusst und die Medien für sich einsetzt? Eigentlich gehörten doch – wenn überhaupt – die Eltern zusammen eingesperrt, wenn möglich mit einen unvoreingenommenen Mediator, so lange bis sie eine Lösung für das Kind gefunden haben. Leider ist es doch so, dass es in solch strittigen Verfahren nur verlierer geben kann.

      • mila sagt:

        Liebe Brunhild, merci für Ihren Kommentar. Ich persönlich wurde von Herr Bucher nicht angegriffen, aber mir haben gewisse seiner Äusserungen gegenüber SP und Katharina den buchstäblichen Deckel gelupft. Und in solchen Situationen erlaube auch ich es mir, eine deutliche und nicht mehr besonders nette Sprache zu sprechen. In dieser Hinsicht könnte ich mir unter anderem an Malena ein Vorbild nehmen – jedoch wäre das dann nicht mehr die glasklare (Gegen-)Botschaft, die ich in diesem Fall für angebracht hielt.

      • Andreas Bucher sagt:

        Zu Maja: Den Kontakt mit dem Vater nicht abbrechen, solange das Verfahren läuft. Das Kind soll dort sein, wo es ihm am wöhlsten ist und von beiden Eltern akzeptiert werden kann. Wenn’s beim Vater nicht geht, dann könnte es bei der Mutter sein, oder bei Pflegeltern oder gar im Heim, solange nur der Kontakt mit beiden Eltern bleibt. Das hilft, die Situation zu stabilisieren. Und dazu sollte es eine intensive Mediation durch Fachleute geben, obwohl der erste Versuch gescheitert ist. Das eine Idee, es gibt andere Ideen von Fachleuten, aber was wir heute haben ist nicht gut.

      • Andreas Bucher sagt:

        An Frau Steiner: Danke für Ihren Rat. An meiner Antwort an Maja erkennen Sie, dass ich bereits Fortschritte gemacht habe. In einer heftigen Auseinandersetzung dürfen auch einmal die Fetzen fliegen. Katherina und Sportpapi waren ja alles andere als zuckersüss. Die Obwaldner aus meinem Heimatkanton waren ja mit den Habsburgern aus dem Aargau auch nicht zimperlich.

      • maia sagt:

        wenn ich mich recht erinnere, darf der Vater sehr wohl Kontakt – wenn auch nur schriftlich – mit der Tochter haben. Das ist sicher schwierig, aber nachdem was er getan hat (Kind einfach bei sich behalten, es massiv beeinflusst hat..) irgendwie auch verständlich.

      • Sportpapi sagt:

        Zuckersüss, hm. Herr Bucher, Sie verwechseln da etwas. Eine prägnant andere Meinung haben und daran festhalten ist nicht das Gleiche wie sich im Ton vergreifen und das Gegenüber auf persönlicher Ebene anzugreifen.

  • Daniel H. sagt:

    Herr Bucher, ich glaube das bringt gar nichts. Katharina, Sportpapi und ein paar andere die hier immer noch fleissig weiter disskutieren haben ein paar fundamentale Tatsachen nicht verstanden, und egal wie genau Sie ihnen diese darlegen werden diese auch nicht verstehen. Wollen sie nicht verstehen. Justiz Justiz Justiz Mutterliebe Mutterliebe, und diese Leute schreien das so laut dass sie ihren eigenen Verstand nicht mehr hoeren koennen, und noch viel weniger Ihren Input. Mit allem Respetk fuer Ihre Arbeit, das ist verschwendete Liebesmueh.

    • Andreas Bucher sagt:

      Einverstanden, vielen Dank, das wirkt wie eine Erleichterung. Mein Vergleich mit den Verdingkindern war nicht so daneben, es ist die gleiche Mentalität. Hoffentlich werden diese Leute dem Kind nie begegnen. Sie müssten die Wahrheit erfahren! Schöne Zeit und herzlichen Dank für Ihr Verständnis!

    • Widerspenstige sagt:

      Mit Verlaub, aber was genau hätte es hier ‚bringen‘ sollen, Daniel Hess? Wollten Sie einen shitstorm auslösen damit, um so Ihr Ziel erreichen zu können? Hier kommentieren zäh nicht irgendwelche Deppen, sondern gebildete und differenziert Denkende. Vielleicht war das nicht erwartet worden von Ihnen u somit zweifelt man einfach am Verstand. Das ist nicht gerade die feine Art, wie man mit Menschen umgeht, die analytisch sich an diesem verkorksten Fall eingaben! Ich wünsche Ihnen mehr Einsicht in die Gefühlswelt von ‚Anna‘ und deren Mutter, welche harte Zeiten durchleben müssen.

    • Sportpapi sagt:

      Das Schlimmste ist ja, dass ihr wohl wirklich glaubt, hier die Guten zu sein, auf der richtigen Seite zu stehen. Und alle Argumente von durchaus auch klugen und freundlichen Menschen hier gar nicht mehr ankommen. Nun gut.

  • mila sagt:

    Fassen wir es doch einmal zusammen: der Vater hatte in Mexiko a) das gemeinsame Sorgerecht, und b) ausgedehnte Besuchsrechte, während die Obhut bei der Mutter lag. Viele Schweizer Väter würden sich so eine Situation wünschen, Schweizer Gerichte sind nicht selten (weit) weniger kulant. Und Schweizer Mütter nicht immer derart kompromissbereit. Was hat er jedoch getan? Er hat diese Kulanz buchstäblich ausgenutzt, um nicht zu sagen: mit den Füssen getreten, indem er sich einseitig und gegen die geltende Sorgerechtsregelung nicht an die Verabredung mit der Mutter hielt. Unter, wie mir scheint,

    • mila sagt:

      mehr als nur zweifelhaften Begründungen. Weiter hat er gezielt Ängste beim Kind geschürt, und die Mutter vor den Schweizer Behörden als eine Frau abgestempelt, die lieber ihren Hobbys nachgeht, als sich um das gemeinsame Kind zu kümmern. Diese Geschichte(n) sollen wir unbesehen glauben, oder aber es zumindest als Gegebenheit ansehen, dass das Kind nun Angst hat – ungeachtet der Gründe dafür. Tut mir leid, aber für mich geht das alles nicht auf. Sehr viel wahrscheinlicher scheint mir, dass genau das vorliegt, was das Bundesgericht bereits festgestellt hat:

    • mila sagt:

      nämlich der Umstand einer massiven Beeinflussung väterlicherseits. Zu sagen, das Kind wäre bei einem Vater, der zu solchen Massnahmen fähig ist, gut aufgehoben, spricht jeder Berufung auf das Kindswohl Hohn.

    • mila sagt:

      Klingt das nun alles vereinfachend und etwas gar polemisch? Das mag daran liegen, dass ich die mantrahaft verkürzend wiederholte Beteuerung der Gegenseite, es ginge ausschliesslich um das Kindswohl und den Kindswillen, tatsächlich nicht mehr hören kann. Niemand würde ernsthaft für mildernde Umstände bei einem Entführer plädieren, nur weil das Opfer vom Stockholm-Syndrom befallen ist. Aber bei einem Kind kann man das ja machen, und im vorliegenden Fall soll der vorgebliche Zweck die angewandten Mittel sogar rundum rechtfertigen. Tut mir leid: aber für dumm lasse ich mich nicht verkaufen.

  • Katharina sagt:

    @AB: Sie mahnen andere hier mehrmals an, Akten zu studieren. Ich bitte Sie daher, den BG Entscheid durchzulesen. Dort drin ist nachzulesen, dass die Fragen der Gefährdung, der Belastung des Kindes bei einer Heimführung usw. mit der einer Institution wie dem Schweizer Bundesgericht Sorgfalt geprüft wurde. So hat das Kind einen eigenen Anwalt UND eine eigenen Beistand im Sinne von elterlichem Beistand. Der Begutachtende Arzt attestiert entgegen Ihrer Darstellung hier, dass die mehrmaligen Befragungen eine massive Beeinflussung des Kindes seitens der väterlichen Familienseite belegen.

    • Katharina sagt:

      …Bundesgericht zu Recht angenommenen Sorgfalt… sollte es heissen.

    • Katharina sagt:

      Der Entscheid selber ist hier nachlesbar:

      http://www.servat.unibe.ch/dfr/bger/150430_5A_229-2015.html

    • Katharina sagt:

      (Davor wartet ein Teil)

    • Andreas Bucher sagt:

      An Katherina: Sie lesen nicht vollständig. Beeinflussung durch den Vater ja, aber das Kind hat diese Haltung völlig verinnerlicht und trägt sie autonom für es selbst. Das hatte das Aargauer Obergericht an sich richtig gesehen, nur war die Anhörung unvollständig. Es ist beim BGer entscheid nicht zu lesen, die Frage der Sicherheit sei sorgfältig geprüft worden. Die angegebenen Quellen sind ungenügend und bewegen sich auf dem Sicherheitsniveau für Touristen. Hier geht es um die Risiken der Erpressung des Vaters im Zusammenhang mit seinem Geschäft in Mexiko. Da muss man mehr verlangen.

    • Andreas Bucher sagt:

      An Katherina – 2: Und die massive Beeinflussung durch die Mutter im geschlossenen Rahmen der Anstalt, das stecken Sie einfach weg? Und dass das Kind nicht einmal seinem Vater zuwinken darf, das finden Sie auch gut? Sie schreiben, das kind hätte einen elterlichen Beistand. Das sind Mutter und Vater. Der Vater darf aber nicht beistehen, obwohl er einen Anspruch darauf hat zu wissen, wie es dem Kind geht und ob es noch gesund ist.
      Die Diskussion ist hier engagiert, weil es keine perfekte Lösung gibt, so oder so, wenn sich Eltern so verbissen streiten. Mir geht es ums Kind.

      • Malena sagt:

        Im BG Entscheid steht: „Auch das Obergericht, von welchem das Kind persönlich angehört wurde, hatte den Eindruck, dass die Meinung von C.________ (=Anna) massiv beeinflusst und ihr Wille fremdbestimmt sei. “
        Die massive Beeinflussung durch den Vater scheint geklärt. Auf was beruht Ihre Aussage, dass die Mutter das ebenfalls versucht?

      • Andreas Bucher sagt:

        An Milena: Zitat an sich richtig. Aber es steht auch (Erw. 2) vom Obergericht: Es stehe ausser Zweifel, dass sie sich einen festen Willen gebildet hat, … (also trotz Beeinflussung) Das ist der springende Punkt, in Verbindung mit der grossen Angst und Panik vor der Rückkehr. Wenn dem nicht so wäre, wäre die rechtliche Situation natürlich ganz anders.
        Die Mutter kann das Kind besuchen, wann sie will. Das erlaubt ihr, das Kind zu beeinflussen. Das ist an sich nicht falsch. Was nicht richtig ist, ist, das der Vater keinen Kontakt haben kann, nicht einmal unter Begleitung.

      • Widerspenstige sagt:

        Herr Rechtsexperte: Ich bin ziemlich konsterniert über die Art, wie Sie sich hier ausdrücken, Dinge wiederholen, die an und für sich inzwischen klarer auf dem Tisch liegen. Es scheint meine Vermutung rechtens u bestätigen auch andere, dass hier eine verdrehte öffentliche Kampagne geführt wird mit allen verfügbaren Mitteln. Dass das Mädchen zwei Mal entführt wurde väterlicherseits ignorieren Sie tunlichst u genau deshalb der Zugang väterlicherseits unterbunden wird. Dass das Mädchen in dieser Zwangsheimhaltung ausharren muss, ebenso! Der Mutter wie dem Kind soll Recht gesprochen werden!

      • mila sagt:

        Massive Beeinflussung darf sich aus Ihrer Sicht also lohnen, wenn ein Kind seinen ,Willen‘ darauf basierend ausgeprägt hat? Sie wären also auch einverstanden damit, dass ein Kind den ‚bösen‘ Papi nicht sehen muss, ausser allenfalls in strikter Begleitung (aka Überwachung), nachdem ihm eben dies von der Mutter weisgemacht wurde? Mir sträuben sich die Haare. Ich habe nun genug gehört, um mir eine Meinung zu erlauben. Nämlich, dass dieser Vater gezielt das Kindswohl beeinträchtigt hat. Und welches Geschäft bitte? Ein Geschäftsmann kehrt nicht als Unterstützungsbedürftiger in die Heimat zurück.

      • mila sagt:

        Mag übrigens sein, dass ich das falsch verstanden habe, und der Vater nicht in der Schweiz sozialabhängig ist (war), sondern in Mexico. Aber dann wäre mir umso schleierhafter, woher die konkrete Gefährdungslage für das Kind entstanden sein soll – aber klar, den Mexikanern traut man so gut wie alles zu, auch, Schutzgelder von einem nicht mehr als Geschäftsmann tätigen (bankrotten?) ‚Geschäftsmann‘ eintreiben zu wollen.

        Wie Widerspenstige oben schon bemerkte: die Mutter hat sich in punkto Sorgerechtsregelung bislang nichts zuschulden kommen lassen, im Gegensatz zum Vater und seiner Familie,

      • mila sagt:

        die gleich zweimal nachweislich dagegen verstossen haben. Da ich stärker zur Emotionalisierung neige als Sportpapi, halte ich fest, dass ich es aus Perspektive des Kindes äusserst hart finde, dass ihm derzeit jeglicher Kontakt zum Vater verwehrt wird, selbst unter Aufsicht. Aber diese Situation herbeigeführt hat letztlich der Vater selbst, sie kann den Behörden, die das Mass der väterlichen Beeinflussung beim Kind abzuklären haben, nicht vorgeworfen werden. Dem Kind der ‚Fairness‘ halber auch den Kontakt zur Mutter zu verweigern, ginge in jedem Fall entschieden zu weit. Zumal – noch einmal –

      • mila sagt:

        der Vater selbst sich alles andere als fair verhalten hat. Was ich persönlich keinem Kind wünsche: ein Elternteil, dem jedes Mittel recht ist, um sich irgendwie Recht zu verschaffen. Der Zweck – das Kindswohl – heiligt diese Mittel nicht. Ich würde sogar bestreiten, dass es so einer Person überhaupt um das Kindeswohl gehen kann. Aber eben: das ist zu diesem Zeitpunkt meine gegenwärtig geprägte Meinung, basierend auf der bisherigen Faktenlage. Ich war schon zu Beginn der Ansicht, dass der Vater mit seinem Handeln die Spirale losgetreten hat, unter der das Kind nun leiden muss –

      • mila sagt:

        nun würde ich ihm elterliche Befähigung absprechen. Es sei denn, es würden weitere Umstände ans Tageslicht kommen, die seine Aussagen hinsichtlich Drohungen etc. in irgendeiner Weise handfest belegen und damit die konkrete Bedrohungslage für das Kind untermauern. Mich mit guten Argumenten vom Gegenteil zu überzeugen, ist – respektive wäre – nicht sonderlich schwer. Aber die guten Argumente habe ich bislang schlicht und ergreifend nicht gehört.

      • Malena sagt:

        @Bucher: Wenn das Kind „Angst und Panik“ vor der Rückkehr hat aufgrund der Beeinflussung durch den Vater gibt es zwei Möglichkeiten: 1) man hilft ihr, diese Angst abzubauen auf ein realistisches Mass (entsprechend der tatsächlichen Bedrohung), und 2) man akzeptiert die Angst als „festen Willen“ der eine Rückkehr nach Mexiko unmöglich macht. Offensichtlich hat man den ersten Weg gewählt, und wird wohl verhindern dass die Mutter das Kind jetzt ihrerseits gegen den Vater aufwiegelt (obwohl sie diesem gegenüber nach 2 Entführung zurecht ziemlich misstrauisch eingestellt sein dürfte).

      • Malena sagt:

        Ich habe leider schon erlebt, wie Kinder nach der Trennung ihrer Eltern vom einen oder andern Elternteil beeinflusst wurden, entweder gezielt und massiv oder subtil und vielleicht nicht einmal immer mit strategischer Absicht. Wenn man davon ausgehen kann, dass ein Gericht die so erzeugten Gefühle einfach als „verinnerlicht“ akzeptiert und dem Kind nicht hilft, sich frei davon zu äussern, besteht ein Anreiz für Manipulationsversuche in ähnlichen Fällen, zum Schaden anderer Kinder. Die Behörden müssen für Anna eine gute Lösung finden, aber auch die richtigen Signale aussenden an andere Eltern.

    • Katharina sagt:

      Der wartende Teil wartet noch immer, so dass eine zeit gerechte frei schaltung sich zu einem vernünftigen Austausch nun wirklich anbietet….. PLEASE.

    • Katharina sagt:

      @AB: Solange der eine Teil meines Beitrages wartet, müssten Sie auf eine Antwort warten. Im Wesentlichen finde ich aber auch, dass bei Passagen wie ‚Sie lesen nicht vollständig‘ sich weiteres erübrigt. So habe ich vor Tagen schon darauf hingewiesen, dass die Gefahrenlage MIT lokalen Kenntnissen anders ausschaut. Meine lokalen Kenntnisse ergeben sich aus folgendem: Ich lebe in Südkalifornien (LA). Alleine in meiner unmittelbaren Nachbarschaft gibt es 4 Familien, die Timeshares am derzeitigen Wohnort in Baja besitzen.

      • Katharina sagt:

        2: Es war also ein leichtes, mich direkt über die Lage im gegenwärtigen Wohnsitz zu informieren. Weiter kommt meine Frau aus der Provinz, wo der Vater in diesem Fall hier eine Tauchschule unterhielt. Aus seinem hier im Haupttext voll genannten Namen war dies leicht recherchierbar. Somit konnte ich mich auch über jene Fakten schnell informieren, auch was die Sicherheit dort betrifft.

      • Katharina sagt:

        3: Wer den BG Entscheid in meinem Link nachliest, kann auch nachlesen, warum dieses Ihre hier portierten Unterstellungen als Lügen entlarvte und warum dem Kind mit der Durchsetzung einer Trennungsvereinbarung nach MEXIKANISCHEM Recht (gemeinsames Sorgerecht) KEIN Schaden entsteht.

      • Katharina sagt:

        4: Dass Sie selber zugestehen, dass auf den Vater bei einer Rückkehr nach MX ein paar rechtliche Probleme warten, sei nur am Rande erwähnt. Sie nannten ‚fehlende Papiere‘, er selber ängstigt das Kind ein mit ‚er müsste dort ins Gefängnis‘, so das BG.

        Und nun unterstellen Sie weiter, dass die Mutter das Kind beeinflusse, nachdem die väterliche Seite mit 2 Entführungen Tatsachen zu schaffen versuchte? Warum in aller Welt benutzen Sie diesen Fall in dieser Weise?

      • Katharina sagt:

        5: und abschliessend: Indem Sie zu Verinnerlichung selektiv zitieren und dabei wohl absichtlich den Kern der Begutachtung des Facharztes unterschlagen, belegen Sie, dass Sie es sind, der die Situation dieses Kindes ausnutzen, um als Instrument jener Familie Druck auf die CH Behörden auszuüben und dank Ihrer akademischen Position weiter in der CH Legislative Druck auf Gesetzesänderungen (Verfahrensverordnungen) in Ihrem Sinne auszuüben.

        Falls Sie repräsentativ für die Lehrstellen des Rechts in Ihrem Land sind, dann graut mir.

      • Andreas Bucher sagt:

        Ich verstehe die Verzögerung. Das ist üble Post. Die Gefahrenlage kann ich nicht beurteilen, Sie auch nicht, auch wenn Sie von Kalifornien über die Grenze schauen. Der Mutter wird Recht gesprochen. Sie darf das Kind besuchen und mir scheint es normal, dass sie das Kind beeinflusst. Das tut jede Mutter, was ist daran schlecht? Aber dann darf man nicht dem Vater vorwerfen, er hätte das Gleiche getan und müsse damit bestraft werden, dass er das Kind nicht sehen darf. Was Sie unter Ziff. 4 sagen, ist alles falsch, Ziff. 5, erst recht. Die Begutachtung liegt ja gar noch nicht vor.

      • maia sagt:

        @AB: Immerhin kann die Mutter das Kind „nur“ im Heim besuchen. Vermutlich unter Beobachtung. Da kann sie es ganz sicher nicht so beeinflussen, wie dies der Vater hier offenbar wärend längerer Zeit völlig ungehindert tun konnte. Und bis jetzt führt die Mutter keine öffentliche Kampagne, was ihr hoch anzurechen ist.

      • Katharina sagt:

        Erstens kann ich lesen, Teil 4 bezieht sich auf das, was Sie hier sagten und Teil 5 bezieht sich auf den BG Entscheid. Wenn Sie weiter sagen, ich könne die Gefahrenlage nicht beurteilen, weil ich nur über die Grenze schaue, dann haben Sie meinen Beitrag nicht vollständig durchgelesen. Meine Information stamm aus Quellen vor Ort. Das betrifft auch die berufliche Tätigkeit des Vaters. Weiteres habe ich hier mit Ihnen nicht zu besprechen.

      • Katharina sagt:

        In dem Sinn: Viel Glück bei Ihrer weiteren Beratungstätigkeit, ‚Abe‘.

  • Andreas Bucher sagt:

    Die Schweiz führe Kinder nie zurück? Mega-falsch, wir führen praktisch immer zurück! Aber Sportpapi ist blind und es wird mehr und mehr peinlich, zumal er sich versteckt. Ich habe Horror vor Angsthasen und Waschlappen, vor allem den Anonymen. Im Jahre 2001 ist eine Rückführung im Aargau verweigert worden: der Gerichtspräsident und der Schwiegervater der Mutter (Entführerin) waren miteinander politisch verbandelt – das half.

    • Katharina sagt:

      Hier werden Sie nun sehr ausfallend und entlarven sich selber. Interessant, dass sie hier familiäre Verbindungen erwähnen. Dahingehend könnte auch im vorliegenden Fall Vermutungen angestellt werden, auch im Hinblick auf die Ihnen hier zurufenden Beitrager.

      • Andreas Bucher sagt:

        Akzeptiere Ihre Kritik. Ich kenne den Fall zu gut. Die politische Verstrickung steht im Urteil selbst. Der Fall war damals sehr bekannt. Aber ich kann keine Namen nennen. Deshalb habe ich über-interpretiert.

  • Sportpapi sagt:

    Ich würde mich sehr freuen, wenn wir als Gegenpol vielleicht auch mal noch die Stellungnahme eines Experten lesen dürften, der die Haltung des Bundesgerichts erläutert. Wenn es schon nicht möglich ist, dass sich die Mutter oder ihr Rechtsvertreter hier äussert.

    • Andreas Bucher sagt:

      Da wird Sportpapi wieder vernünftig. Ich gratuliere. Den Entscheid können Sie selbst nachlesen beim Bundesgericht: 5A_229/2015 vom 30. April 2015. Ein Interview von Christoph Häfeli ist erschienen in der neuesten Ausgabe des Magazins „Grosseltern“. Er war auch Experte in der eidg. Expertenkommission, die das Gesetz geschaffen hat. Und er wohnt im Kanton Aargau! Auch wenn Sie mir nichts glauben wollen, ich stehe Ihnen auch weiterhin gerne zur Verfügung.

      • Sportpapi sagt:

        Leider ist das Interview mit Christoph Häfeli online nicht verfügbar (habe es jedenfalls nicht gefunden). Den Entscheid habe ich nun auch nachgelesen und finde ihn absolut nachvollziehbar und vernünftig und damit Ihre Kritik noch viel fragwürdiger. Das Bundesgericht äussert sich klar und in meinen Augen korrekt zur Sicherheitslage in Mexiko. Und ebenso zum Kindeswillen und wie dieser offensichtlich manipuliert worden ist. Und selbst dann bleibt die Frage offen, ob der (momentane) Kindeswillen eines 9jährigen Mädchens ausreicht, Entscheide solcher Tragweite zu begründen.

      • Sportpapi sagt:

        Aus dem Urteil ist auch ersichtlich, dass es eine Trennungsvereinbarung gegeben hat, die gemeinsames Sorgerecht und Obhut bei der Mutter umfasste und „das Verlassen des Landes mit dem Kind von der schriftlichen Zustimmung des anderen Elternteils abhängen soll. Offenbar war die Mutter naiv, das Kind trotzdem mit dem Vater ausreisen zu lassen. Vorwürfe, die auch hier im Blog gefallen sind, die Mutter habe sich nicht um das Kind gekümmert, wurden als unzutreffend abgewiesen.

      • Sportpapi sagt:

        Zuletzt ist es offenbar so, dass die Muter genügend verdient, um die Familie gut ernähren zu können, während der Vater von der Sozialhilfe und der Freundin lebt (e). Vermutlich ist das mit ein Grund, weshalb die Aussicht gering ist, bei einem mexikanischen Gericht das alleinige Sorgerecht zu behalten. Dafür braucht es keine korrupte Richter…

      • maia sagt:

        Ich habe jetzt das Urteil auch gelesen. Gibt ein etwas anderes Bild, als das was man bisher aus der Presse erfahren hat. Ich find es aber immer noch sehr gut, dass die Mutter NICHT die Medien für sich instrumentalisiert.

      • mila sagt:

        Ich werde den Entscheid später selbst nachlesen, aber danke erst mal für Ihre inhaltlichen Hinweise, SP.

        Finde es übrigens auch korrekt von der Mutter, dass sie die Medien nicht einspannt – sofern das auch für Mexiko gilt.

      • maia sagt:

        Ja, Mila, da haben Sie natürlich recht! Wer weiss!

      • Widerspenstige sagt:

        Die Mutter ist sogar innerhalb La Paz in ein noch sichereres Wohnquartier gezogen, welches nur 3 Min. Fussweg zur Schule für ihre Tochter bedeuten würde. Auch seien die Nachbarn im Quartier vorwiegend aus USA ansässig. Das lockert doch die nebulöse ‚Mord-und-Totschlag-Atmosphäre‘ erheblich auf, welche väterlicherseits inszeniert wurde. Er macht weniger das Bild eines sehr sorgenden Vaters, kam er doch mit seiner Tochter in die Schweiz quasi mittellos u wohnte bei seiner Mutter. Im August 2014 teilt er seiner Frau in MX mit, dass er nicht zurück kehre mit Tochter. Wieso wohl?

      • Andreas Bucher sagt:

        Sportpapi’s anonyme Meinung ist zu respektieren, denn nun hat er endlich das Urteil gelesen. Die Prüfung der Sicherheitslage in Mexiko beruht auf Informationen, die sich ausschliesslich auf Touristen beziehen (Verglech: in Sizilien sehen Sie als Tourist von der Mafia auch nichts). Das Kind ist jung, richtig, aber es hatte nun einmal panische Angst vor der Rückkehr, die niemand bestreitet. Das Trauma einer Rückkehr kann man nicht einfach ignorieren. Und auch dann: warum das Kind während Wochen einsperren, damit sein Wille von der Mutter gekippt werden kann? Den Vater nicht ?? Das Kind bitte !!

      • Sportpapi sagt:

        Herr Bucher, aber seit ich das Urteil gelesen habe, kann ich Ihre Argumentation noch weniger nachvollziehen. Ich weiss zudem nicht, weshalb Sie sich so an dem anonym aufhalten. Ich beleidige niemanden und kritisiere angemessen, meiner Meinung nach. Sollten Sie aber mit mir Kontakt aufnehmen wollen oder wissen wollen wer ich bin, lassen Sie sich die Angaben von der Redaktion geben, die ich dazu gerne ermächtige. Ansonten geniesse ich hier die Freiheit, an Meinung und Argumenten, und nicht an meiner Person (Status etc.) gemessen zu werden.

      • Malena sagt:

        Herr Bucher, ich finde es befremdlich, dass Sie Kommentatoren mit abweichender Meinung (die sich wohlgemerkt anti-Entführung geäussert haben und nicht pro-Einsperren) persönlich angreifen („unvernünftig, anonym, herzlos“). Das kann man interpretieren wie man will: als Ihre persönliche Art, als Unerfahrenheit im Umgang mit öffentlichen Blogs, oder als Teil einer emotionalen, einseitigen Kampagne zur Erzeugung von öffentlichem Druck, um den Vollzug des Bundesgerichtsentscheids zu verhindern. Das hat in andern Fällen schon funktioniert, aber es hinterlässt einen schalen Nachgeschmack. Ob Anna in

      • Malena sagt:

        Mexiko oder der Schweiz glücklicher geworden wäre kann niemand mit Sicherheit sagen, die vom Vater ausgelöste Eskalation der Situation wünscht ihr aber wahrscheinlich niemand. Und einverstanden, man sollte alles dafür tun damit sie kein Rückkehrtrauma erleidet. Der Vater könnte z.B. mitreisen, und die vormals geplante Umsiedlung in die Schweiz ist ja immer noch möglich, oder?

    • Widerspenstige sagt:

      Ich habe mich eingelesen in diesen Bundesgerichtsentscheid u finde nur Bestätigungen u gut begründete Antworten auf noch offen gewesene Fragen. Insbesondere darf festgehalten werden, dass die Mutter in keiner Weise das Kind in eine gefährliche Lebenssituation zurück holen möchte. Haben sie doch als Familie lange zusammen unbehelligt und wie es scheint sogar glücklich in La Paz gewohnt. Die Mutter ist gut gebildet als Sozialwissenschaftlerin u doktoriert. Sie arbeitet an der dortigen Uni! Sie verdient mehr Respekt als in den Medien bisher zum Tragen kam u sie vermisst ihre Tochter!

      • Andreas Bucher sagt:

        Zu Milena 13:29: Das könnte er. Nur müsste er seine Papiere zurück erhalten. Und dann bleibt die Angst des Kindes. Wenn die weg ist, dann wird die Situation anders. Aber das kann niemand wissen, und dafür braucht man das Kind nicht während Wochen einzusperren.
        Zum anonymen Sportpapi: Sie sagen mir nicht, warum Sie meine Meinung nicht nachvollziehen. Das will ich ja auch nicht. Ich will nur, dass Sie die wichtigen Fragen richtig verstehen: Sicherheit muss richtig abgeklärt werden, nicht einfach via Touristen-internet Berichte. Und vom Kind sprechen Sie ja überhaupt gar nie, nicht einmal anonym.

      • Sportpapi sagt:

        Herr Bucher, ich habe mehrfach erklärt, weshalb ich Ihre Meinung nicht nachvollziehen kann. Im Allgemeinen: 1) Halte ich das Gericht am alten Lebensmittelpunkt der Familie für zuständig. Entsprechend finde ich, die Abklärungen am Fluchtort sollten äuserst restriktiv erfolgen und sich auf die Zumutbarkeit einer Rückführung beschränken, und nicht auf die Frage, ausgedehnt werden, wo das Kind lieber leben möchte. 2) Kann ein Kleinkind so wichtige Entscheide nicht selber treffen. Im Gegenteil, es ist einem Loyalitätskonflikt ausgesetzt, was ich als unerträgliche Belastung empfinde.

      • Sportpapi sagt:

        3. Darf sich ein Unrecht/Gesetzesverstoss nicht lohnen. Aus Gerechtigkeitsgründen, aber auch als Signal für andere in der gleichen Situation. Wird bekannt, dass die Schweiz praktisch nie zurückführt, wird die Zahl der Entführungen vermutlich noch stark zunehmen. 4. Haben wir einen Vertrag unterschrieben, wovon auch viele Eltern in der Schweiz hoffentlich profitieren. Das funktioniert aber nur, wenn sich alle Vertragspartner im Wesentlichen daran halten. Dies umso mehr, als 5. ja auch in der Schweiz nun das gemeinsame Sorgerecht inklusive Umzugsverbot die Regel ist.

      • Sportpapi sagt:

        Und da hoffe ich, dass Kinder effizient und schnell in die Schweiz zurückgeholt werden können, wenn ein Elternteil mit ihnen ins Ausland flieht.
        Soll ich jetzt noch vom Kind sprechen? Ich finde es ganz schlimm, dass ein Kind das erleben muss. Das beginnt mit der Trennung der Eltern und dem Fakt, dass ein Elternteil den Kontinent verlassen möchte, ohne Rücksicht zu nehmen auf das Kind, das ein Recht auf Umgang mit beiden Elternteilen hat. Eine Katastrophe! Weshalb können sich die Eltern – der Vater! – da nicht einmal etwas zusammenreissen?

      • Sportpapi sagt:

        Und nun konkret: Offenbar ist das Schweizer Umfeld massgeblich dafür verantwortlich, dass das Mädchen Angstzustände, Alpträume hat und glaubt, in Mexiko ist niemand mehr seines Lebens sicher (nicht einmal mehr die Mutter). Selber hat es offenbar allerdings keinerlei negative Erlebnisse gehabt in den Jahren, da es in Mexiko aufgewachsen ist. Ich muss mich da auf die Einschätzung des Bundesgerichtes verlassen. Mich erinnert das an die massive Gehirnwäsche einer Sekte. Insofern finde ich es nachvollziehbar, das Mädchen zuerst einmal aus diesem Umfeld herauszuholen.

      • Andreas Bucher sagt:

        Sportpapi versinkt ins Grässliche: Das Kind muss zahlen für den Streit der Eltern, auch wenn es dabei zugrunde geht. Abscheulich! Und immer noch anonym, das sind die Schlimmsten! Aus dem Umfeld herausgeholt ist es, was den Vater anbetrifft, nicht was für die Mutter gilt. Das Kind hat ein fundamentales Recht, seinen Vater zu sehen, sogar nur kurz und in Begleitung. Klar sind die mex. Gerichte zuständig, niemand sagt etwas anderes. Das Kind trifft den Entscheid nicht, aber die Gerichte müssen seinen Willen respektieren.Es war nicht belastet, hat den Loyalitätskonflikt gelöst.

      • Sportpapi sagt:

        Herr Bucher, nach Ihren widerholten unangebrachten emotionalen Ausbrüchen/Angrffen lasse ich jetzt die Diskussion mit Ihnen. Und zur Anonymität, habe ich Ihnen das Angebot gemacht, wie Sie meine Identität erfahren können. Ansonsten lassen Sie doch bitte diese Nebengeleise, die nichts mit der Sache zu tun haben.

      • mila sagt:

        Wie Sportpapi und viele andere kommentiere ich anonym in diesem Blog, aus denselben Gründen, die Sportpapi schon genannt hat. Vielleicht haben Sie ja auch schon mal vom Begriff Cyber Stalking und Harassing gehört – darauf kann ich gut verzichten.

        Sportpapi ‚kenne‘ ich als Kommentator nun schon seit Jahren. Er ist ein bisweilen unbequemer Diskussionskontrahent, weil er seine Meinung kompromisslos vertritt, wenn eine andere ihn im Austausch nicht zu überzeugen vermag. Man kann das Sturheit nennen, aber es ist am Ende eine Qualität, die ich trotz Differenzen an ihm schätze.

      • mila sagt:

        Wichtiger noch: nie hat er seine Anonymität als Deckmäntelchen genutzt, um sich als Troll aufzuführen. Unterm Strich ist es das, was für mich in diesem Kontext zählt. Und bis er so persönlich ausfallend wird Sie, Herr Bucher, braucht es eine wesentliche Menge mehr als bei Ihnen, die Sie hier nur auf Stippvisite sind.

      • Sportpapi sagt:

        Danke mila.

      • Widerspenstige sagt:

        Ich unterstütze das Gesagte von mila, Sportpaps. Es war wohl nötig, dran zu bleiben bei diesem hanebüchenen Fall, den ich eigentlich ignorieren wollte wegen dem unglaublich einseitigen Medienhype. Und das in einem Rechtsstaat CH vs. Bananenrepublik MX…tztzzt Wir Stammbloggende lassen uns nicht so schnell instrumentalisieren, auch wenn das hier nur ein Mamablog ist (wenn die wüssten, was hier täglich sich abspielt bei gewissen Themen, hätten sie ein anderes Forum dafür gewählt….!). Danke!

  • Rolf Raess sagt:

    im Blog steht, in Mexico sei die Polizei korrupt… bei uns auch die Gerichte!

  • Joerg Hanspeter sagt:

    Ein 9-Jähriges Mädchen kann sicher nicht objektiv entscheiden, wie sicher oder unsicher Mexico ist. Grundsätzlich existiert hier ein Gerichtsurteil aus einem Rechtsstaat, um dieses zu ignorieren müssen sehr, sehr wichtige Gründe vorhanden sein. Ich kann nicht beurteilen, ob die Berichte über Mexico jeweils das ganze Land betreffen, oder nur ein Teil davon und zu welchem Teil das Gebiet gehört, in dem das Mädchen lebt. Dass das Mädchen vielleicht lieber hier leben würde, kann ich leicht nachvollziehen, aber das alleine kann nicht ausschlaggebend sein.

    • Andreas Bucher sagt:

      Im Prinzip richtig. Der Entscheid und die Tatsachen sind einsehbar beim Bundesgericht: 5A_229/2015. Es gibt kein mexikanisches Urteil. Die Eltern sind verheiratet mit gemeinsamem Sorgerecht. Das Kind kann die Sicherheitslage nicht objektiv beurteilen und man muss nach Regionen unterscheiden. Aber jemand muss doch das tun !!! Wenn es die Gerichte nicht tun, wer dann sonst? Es gibt viele Möglichkeiten (Bundesamt für Justiz, dipl. Dienst, ISD, etc.) aber niemand tut etwas seriöses. Und dann müssen Sie gleichwohl den Kindeswillen respektieren, wenn er wie hier so deutlich geäussert wird.

  • fabian sagt:

    das ist doch normal, dass die schweizer gerichte im zweifelsfall das kind dem vater wegnehmen und der mutter zusprechen. sehe jetzt nicht, weshalb um diesen fall so ein grosses trara gemacht wird. weil die mutter ’nur‘ eine ausländerin ist?

  • Odi et Amo sagt:

    Lasst Anna hier, sie auszuschaffen nütz doch niemandem etwas! Dem Kind nicht, weil es hier bei seiner Familie, dem Vater und den Schulfreunden bleiben will. Dem Vater nicht, weil er sein Kind verliert und erpresst wird. Der Mutter nicht, weil sie nicht diejenige ist, bei der Anna leben will – und zwar schon viel vorher. Dem Staat nicht, weil dieser mit dieser Grausamkeit das moralische Gesicht verliert. Lasst Anna hier!!

  • B.Inder sagt:

    Und jetzt noch für diejenigen, welche der Familie Hess die Schuld gibt: Wäre die Grossmutter nicht kurz mit Anna untergetaucht, wäre Anna längst in Mexico und würde als wunderbares Druckmittel für Erpressungen herhalten. Fragen Sie Leute, welche Ähnliches erlebt haben – sie werden Ihnen genau das bestätigen. Bitte schaut die Sache differenziert an und seid nicht auf beiden Augen blind, nur weil Ihr gerne an den Rechtsstaat glaubt (wie ich es übrigens auch getan habe).

  • F.Berger sagt:

    An alle! Es geht hier nicht um Staat und Recht, es geht um ein Mädchen, dass bei dem Elternteil bleiben will, welcher es bis jetzt aufgezogen hat. Es will hier in diesem Umfeld leben. Ist das so schwer zu begreifen. Es geht hier um ein Einzelschicksal, welches gerade vom Staat von einem normalen, freidlichen Leben in eine Katastrophe verwandelt wird! Es geht um ein Kind, welches von seiner wichtigsten Bezugsperson, hier also dem Vater, förmlich weggerissen wird! Wer stoppt diesen Wahnsinn? Lasst Anna hier in Ruhe ihr Leben leben!

  • Claude sagt:

    Der Fall ist meines Erachtens ganz klar und hat überhaupt nichts mit Kind, Mutter oder Vater zu tun. Das Bundesgericht ist paritätisch aufgestellt, das heisst 60-70 % Bürgerlich. Diese Leute hören „Ausländer“ und sagen „ausschaffen“. Das ist bei uns halt so und wir können es nur sehr langsam und mühselig ändern, wenn überhaupt.

    • mila sagt:

      Nun, mit dieser Verschwörung der Bürgerlichen machen Sie nun doch tatsächlich der Stern’schen Verschwörung der Feministinnen Konkurrenz. Und ich dachte, dass das eigentlich nicht möglich ist. 😉

      • Stranger sagt:

        Ist aber schon etwas wahr. Dass „Ausländer“ schnell den „ausschaffen“-Reflex bewirkt, kannst sogar Du, mila, nicht rundweg vom Tisch wischen.

    • Marcel Zufferey sagt:

      So weit weg her geholt ist dieser Gedanke aber gar nicht: Heute werden z. T. Menschen in Länder ausgeschafft, in denen faktisch Krieg herrscht. Für unsere Behörden gelten sie aber als sicher. Gut, das ist ein anderes Gebiet, aber das mit dem In-, bzw. Ausländer dürfte m. E. auch hier eine Rolle spielen, wenn auch eine Untergeordnete. Seit Annahme der Zuwanderungs-Initiative schalten die Behörden schneller und härter. Und Mexiko gehört bekanntermassen weder zum Schengen- noch zum EU/EFTA-Raum. Speziell letztere Länder sollen die neuen Zuwanderungsregeln aber ganz besonders hart treffen!

      • Sportpapi sagt:

        Gerade deshalb habe ich ja gestern gefragt, ob mexikanische Asylsuchende eigentlich zurückgeschafft werden.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Ob es Asylanträge aus Mexiko gibt weiss ich nicht. Aber im vorliegenden Fall ist von Zwangsmassnahmen die Rede. Das dürften Zwangsmassnahmen im Rahmen des Bundesgesetzes über Aufenthalt und Niederlassung der Ausländer (ANAG) sein. Damit ist ein gewisser politischer Rahmen gegeben.

      • mila sagt:

        Das eine hat mit dem anderen nichts zu tun. Und ausserdem: in wessen Auftrag handeln unsere Behörden? Richtig, sie setzen den Mehrheitswillen des Souveräns um.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Für mich hat es insofern miteinander zu tun, als in beiden Fällen die Sicherheit im Herkunftsland abgeklärt werden muss. Und ich gehe davon aus, nach vergleichbaren Massstäben.

    • Esther Müller sagt:

      Der Vater ist Schweizer! Somit ist das Kind auch Schweizerin. Frage mich nur wieviele Länder eigene Staatsbürger ausschaffen…..

      • Sportpapi sagt:

        Das ist jetzt wenigstens mal eine ehrliche Aussage. Pfeifen wir doch auf solche Abkommen und auf Fairness und Gerechtigkeit. Bilden wir einen sicheren Hafen für alle Schweizer, egal gegen welche Gesetze sie im Ausland verstossen haben.
        Ich nehme an, es ist auch ok, wenn andere Länder das dann auch so sehen. Und in jeder binationalen Ehe in der Schweiz immer die Gefahr besteht, dass das ausländische Elternteil mit den Kindern in sein Heimatland flüchtet, ohne jegliche Sanktionsmöglichtkeit. Reicht es nicht, dass wir mit vielen (z.B. muslimischen) Ländern tatsächlich keine Verträge haben?

  • alam sagt:

    Mir tut die ganze Familie – Kind, Vater und Mutter – leid. Die Situation ist so verfahren. Was sie eigentlich brauchen ist eine wirklich gute Beratung, was für Möglichkeiten es noch gäbe. Erst mal ohne Anwälte, Psychiater und Gerichte. Ich hoffe sehr, dass sie doch noch eine gute Lösung finden…

    • Andreas Bucher sagt:

      Genau, ausgezeichnet. Aber dafür braucht es guten Willen von allen Seiten, und etwas begleitende Unterstützung von den Gerichten. Daran fehlt es; man will den Streit durchziehen, bis zum bitteren Ende, egal wie es dem Kind geht. Mit dem neuen Gesetz wollte man, dass das Bundesamt für Justiz jeweils ein Care-Team bildet, das sich dem Fall annimmt, bevor der Streit vor die Gerichte geht. Daraus ist nichts geworden. Das Gesetz wird nicht umgesetzt. Dem Bundesrat ist das egal.

      • Sportpapi sagt:

        @Andreas Bucher: Dieses Gesetz steht ja auch offensichtlich im Widerspruch zu Sinn und Geist des Haager Abkommens. Was Sie da eingebracht haben, ist schlicht und einfach eine nochmalige Überprüfung des Sorgerechtsanspruchs in der Schweiz, unter Missachtung des Entscheids der zuständigen Behörden im Herkunftsland. Machen das alle Länder, können wir das Abkommen vergessen, zum Schaden ganz vieler Kinder.

      • Andreas Bucher sagt:

        Sportpapi meldet sich noch einmal, leider total daneben. Es geht überhaupt nicht um eine Überprüfung des Sorgerechtsanspruchs, sondern nur um die Vermeidung einer Gefahr für das Kind. Geben Sie sich doch wenigstens eine minimale Mühe, das Abkommen und das Gesetz zu lesen, bevor Sie solchen Quatsch verbreiten. Einen Entscheid in Mexiko gab es im Übrigen gar nicht; das hätten Sie Auch nachlesen können. Und nehmen Sie endlich zur Kenntnis, dass man sich um das Kindeswohl bemühen sollte. Da haben Ihre Theorien keinen Stand.

      • Sportpapi sagt:

        @Andreas Bucher: Welchem Zweck dient die Befragung des Kindes? Doch wohl nicht der Abklärung von Gefahren, oder? Ob in Mexiko ein Entscheid gefällt wurde, weiss ich nicht und habe ich hier auch nicht gelesen. Die Rede war von gemeinsamen Sorgerecht. Klar ist aber, zumindest für mich als Laie, dass die Sorgerechtsfrage in Mexiko geregelt werden müsste, wo der Lebensmittelpunkt der Familie war. Aber Sie geben ja selber an, dass die Aussichten, dort das alleinige Sorgerecht zu erhalten, „illusorisch“ waren. Weil oder wegen der angegebenen Korruption der Gerichte? In der Schweiz wäre es ähnlich.

      • Sportpapi sagt:

        In anderen Fällen, die Sie als Beispiel vorgebracht haben – z.B. der Fall Bianchi – war die Sorgerechtsfrage nach meinem Wissen geklärt. Zum Nachteil der Entführer. Sie plädieren aber gegen eine Rückführung, und damit eigentlich zu einem Umstossen des Sorgerechtsentscheids. Oder habe ich da etwas falsch verstanden?
        Um das Kindswohl bemühen sich übrigens wohl alle involvierten Stellen. Die Frage ist aber, ob man die Situation einfach stehen lassen will, die rechtswidrig geschaffen wurde. Und damit eben ein Signal setzen auch für andere in der gleichen Situation.

      • Sportpapi sagt:

        Und in diesem Punkt gehen unsere Meinungen auseinander. Mir ist es lieber, wenn das Recht in einem Fall durchgesetzt wird, wenn damit viele andere Fälle vermieden werden können. Mir ist es wichtig, dass ein Haager Abkommen, von dem auch viele Schweizer Eltern profitieren, nicht von unserer Seite sabotiert wird, so dass es weiterhin Bestand hat.
        Ich bedanke mich übrigens, dass Sie sich hier der Diskussion stellen – das ist nicht selbstverständlich. Dennoch können Sie nicht erwarten, dass alle hier Ihre Meinung teilen.

      • Sportpapi sagt:

        Übrigens bin ich auch nicht Rechtsprofessor, sondern absoluter Laie. Deshalb habe ich auch ein grosses Vertrauen in unsere Gerichte und die Leute, die dort nach bestem Wissen und Gewissen tätig sind, auch wenn mir ihre Entscheide vielleicht einmal gegen den Strich gehen.
        Andererseits habe ich diese Tage einiges gelesen, auch einige Texte von Ihnen, zahlreiche Gesetze und Bestimmungen. Was meine Haltung nur verstärkt hat. Letztlich ist es ja auch nicht ausschleisslich eine Frage von Wissen, sondern von Haltungen und Wertvorstellungen. Und da gehen wir auseinander.

      • Sportpapi sagt:

        Zuletzt noch einmal zum Kindswohl. Ich bin in erster Linie einmal ein Verfechter davon, dass die Eltern sich zusammenraufen, dass sie ihre Verantwortung wahrnehmen, dass sie zu ihren Abmachungen und Verpflichtungen stehen. Dazu passt nicht, dass ein Elternteil dem anderen einfach das Kind wegnimmt. Wie sollen wir an das gemeinsame Sorgerecht (inklusive Umzugsverbot) in der Schweiz glauben, wenn wir es andererseits völlig ok finden, wenn jemand dann das Recht in die eigenen Hände nimmt. DAS haben wir ja schon genug, und es wäre schön, die Behörden würden da mal Klartext sprechen.

      • mila sagt:

        Was mir in solchen Fällen immer wieder auffällt: wie gross das Misstrauen in unsere Rechtsorgane ist. Die Gerichte und die anderen Behörden produzieren, wenn man der Stimmungsmache glauben will, Fehlurteile am Laufmeter.

        Dazu folgende Gedanken: wo immer Menschen am Werk sind, werden ab und an Fehler gemacht. Richter und Behördenmitglieder sind, wie der Rest von uns, keine Maschinen, die am Ende einer Verhandlung ein untrügliches, über alle Zweifel erhabenes Urteil ausspucken. Von all den vielen korrekt verhandelten Fällen erfahren wir nie. Und dass gerade bei Kampfscheidungen

      • mila sagt:

        mit Sorgerechtsstreitigkeiten eine Partei notwendig auf der Strecke bleibt, liegt in der verhärteten Ausgangssituation begründet. In diesem Fall ist die öffentliche Meinung gemacht: die Mutter soll zugunsten des Kindes auf ihre Ansprüche verzichten. Aber ernsthaft: wer würde, wenn er/sie selbst betroffen wäre, einfach so zurückstecken? Mit allen damit verbundenen Konsequenzen, nach allem, was geschehen ist?

        Zudem wird jedes Elterteil, meist der Vater, nur müde darüber lächeln, dass der Kindswille über alles gestellt werden soll, wenn das Kind gezielt von der Gegenseite vereinnahmt wurde.

      • mila sagt:

        So selten kommt das, wenn man nur schon länger in diesem Forum mitliest, offenbar nicht vor.

        Meine Meinung hat sich auch nach der Diskussion nicht geändert, zumal im Wesentlichen wichtige Fragen nach wie vor nicht beantwortet, respektive umschifft wurden. Der Vater hat, indem er sich einseitg nicht an Verabredungen gehalten hat, eine Beeinträchtigung des Kindswohls in Kauf genommen. Wie auch immer dieser Fall ausgeht – und für das Kind ist wirklich zu wünschen, das er in aller Sorgfalt abgeklärt wird: das Resultat ist ein Trauma auf Seiten des Kindes. War es das wert?

      • mila sagt:

        Die betroffenen Behörden mögen nicht immer sachgemäss gehandelt haben, das wird sich im Detail noch weisen. Aber dass insbesondere auch die Entführung nach Frankreich weitreichende Konsequenzen haben würde, die nun das Kind ausbaden muss, erscheint mir hart, aber logisch. Kurzum: die Handlungen seitens der väterlichen Seite der Familie waren alles andere als dem Kindswohl dienlich. Die Verantwortung dafür kann nicht den Behörden zugeschoben werden.

      • mila sagt:

        Meine ganz persönliche Meinung ist: wo immer Eltern ihre Differenzen auf dem Kindsrücken austragen, wird es selbst beim ausgeglichensten rechtlichen Rahmen keine ’saubere‘ Lösung geben. Denn das ist kein Problem von Gesetzen, sondern von Individuen.

      • tina sagt:

        mila: genau. gewisse dinge sind gar nicht möglich, wie zum beispiel irgendwie behördlich verordnete gerechtigkeit. das ist einfach so, das hat gar nichts mit mangelndem vertrauen zutun.
        wenn man dem ausgeliefert ist, dann betrifft das das eigene leben massivst. klar machen menschen fehler. das ist in diesen fällen ein drama. das hat nichts mit mangelndem bewusstsein über die fehlerhaftigkeit des menschen zutun.
        bei einer scheidung müssen alle zurückstecken. bittere einsicht, aber das meiste stecken die meisten doch irgendwie weg. einfach nicht ohne mit der wimper zu zucken.

      • tina sagt:

        beim sorgerecht geht es allerdings nicht ums zurückstecken.

      • tina sagt:

        ernsthaft mila, wie stellst du dir das vor? du denkst, wenn das leben einzelner massivst betroffen ist von völlig schamtisch und unpersönlich gefällten entscheiden von aussen, soll er sich denken: „ach das geht ja allen so, was solls“? und wenn ein gerichtsbeschluss wirklich eine fehlentscheidung ist, dann zusätzlich noch versöhnlich „ach, menschen machen eben fehler“? und „wir müssen einfach vertrauen haben“? nicht im ernst, oder?

      • mila sagt:

        Ein Teil meiner Kommentare ist noch nicht aufgeschaltet. Aber ja: absolute Fairness oder Gerechtigkeit für alle beteiligten Parteien wird es vor Gericht nie geben. Wenn zwei ihr ‚Schicksal‘ in die Hände von Richtern legen, mit gegenläufigen Interessen, wird einer unterliegen. Selbstredend ist das der Teil, der von einem Fehlurteil sprechen wird.

        Was nicht heissen soll, dass nachweisliches Fehlverhalten von Behörden, z.B. ein Überschreiten von Kompetenzen und Ermessensspielräumen, nicht geahndet werden soll. Aber wie SP gehe ich davon aus, dass wir (immer noch) in einem Rechtstaat leben,

      • mila sagt:

        wo vieles richtig funktioniert. Und gegen Misstände gezielt vorgegangen werden kann, sei es mit individuellen Massnahmen, sei es mit Anpassungen des gesetzlichen Rahmens, wo dieser eine Partei substanziell benachteiligt.

      • mila sagt:

        Und noch eins: das Wesen der Justiz besteht darin, dass es sachlich-objektiv, d.h. über-parteilich geregelt ist. Ein gewisser ‚Schematismus‘ ist damit vorgegeben (die Alternative dazu wäre reine Willkür), auch wenn es durchaus so etwas wie richterlichen Ermessensspielraum gibt. Und diesen würde natürlich jeder Verhandlungsbeteiligte gern zu seinen Gunsten ausgeschöpft sehen.

      • Daniel H. sagt:

        @mila, sportpapi, und alle anderen Sportkommentatoren. Ausnahmnweise meldet sich hier ein wirklicher Experte, Prof Bucher, zu Wort, der nicht nur viele solche Faelle kennt sondern auch Akteneinsicht in diesen spezifischen Fall hatte. Wenn er von Fehlern spricht solltet ihr vielleicht, fuer ein einziges Mal, einfach nur zuhoeren, oder sachliche Fragen stellen, und nicht konstant mit „aber meine meinung ist “ zurueckschreiben, ausser ihr bringt aehnliche Qualifikatikonen und Fallwissen mit. Sonst wird das naemlich eher peinlich.

      • tina sagt:

        mila, du musst einfach unterscheiden: auch der einzelne, dessen leben von einem objektiven gericht total durcheinander geworfen wird, egal ob zu recht oder unrecht, den trifft das persönlich, und zwar auch objektiv. aber auch dieser einzelne wird objektiv und subjektiv nicht den rechtsstaat im allgemeinen komplett und total anzweifeln. das ist wiedereinmal der unterschied zwischen punktueller kritik und dem grossen ganzen. punktuelle kritik ist wichtig, auch wenn man im grossen und ganzen den eindruck hat, in einem gut geregelten staat zu leben

      • tina sagt:

        ich begreife wirklich nicht, was du überhaupt aussagen willst mila. ich habe den eindruck, dir fehlt die einsicht, dass gerichtsurteile oder behördliches eingreifen für einzelne eben wirklich ein drama ist. gerade eben weil das eigene leben durch dieses schematische/objektive durcheinander geschmissen wird.
        es ist ähnlich wie beim grundsatz „im zweifel für den angeklagten“. das finden wir alle gut. ausser, wir sind opfer eines täters, dessen schuld nicht zweifelsfrei bewiesen werden kann

      • Malena sagt:

        @Daniel H.: Ja, es ist toll dass der Experte Herr Bucher mitdiskutiert. Etwas weniger toll finde ich dass er in vielen Statements durchblicken lässt, all denjenigen welche eine nachträgliche Legitimierung der Entführung (und die Signalwirkung davon) kritisch sehen sei das Kindswohl egal. Ehrfurchtsvolles Schweigen und Zuhören verdient er damit aus meiner Sicht nicht.

      • Andreas Bucher sagt:

        Vielen Dank an Alle und vor allem an Daniel H. All das Gespräch betr. Sorgerecht und Fehler der Eltern (Vater hat entführt, Mutter gibt nicht nach) ist im Wesentlichen durchaus verständlich. Aber man höre doch endlich mal auf, am Wesentlichen vorbeizuschwatzen: Das Kind ist daran nicht schuld, überhaupt nicht !! Und es leidet darunter, hat Angst vor Mexiko und ist nun für Wochen in einem Heim eingesperrt, ohne dass es eine Ahnung hat, was mit ihm geschehen wird. Wie lange wollen Sie denn das noch als normal herbeiargumentieren?

      • Sportpapi sagt:

        @Daniel H. Wir haben wiederholt sachliche Fragen gestellt, die vom Experten aber nicht beantwortet werden. Er äussert sich nicht dazu, in wiefern die von ihm verlangte Vorgehensweise mit den Prinzipien des Haager Abkommens konform gehen. Er äussert sich nicht zur Signalwirkung eines solchen Entscheids. Er wird ärgerlich, wenn wir darauf hinweisen, dass die von ihm vorgesehene Überprüfung des Kindswohl faktisch in der Regel eine Überprüfung des Sorgerechtsentscheids des zuständigen Landes bedeutet – gibt aber wieder keine Antwort, die das Problem auflöst.

      • Sportpapi sagt:

        Nein, Herr Bucher, es ist nicht normal, dass das Kind in einem Heim betreut werden muss, wo es doch eigentlich in seiner Heimat bei Vater oder Mutter und mit regelmässigem Umgang zum anderen Elternteil leben sollte. Leider wurde das Kind aus seinem normalen Leben gerissen. Nicht von den Schweizer Richtern!
        Und nein, es ist normalerweise nicht an einem neunjährigen Kind zu entscheiden, wo es leben will. Und gerade in Sorgerechtsfragen führt das zu ganz schlimmen Zuständen (Instrumentalisierung), die gerade gar nichts mit dem Kindswohl zu tun haben. 13 hat das gestern gut ausgeführt.

      • tina sagt:

        ich fänds noch gut, wenn du versuchen würdest zu verstehen was ich meine, mila. ah, keine zeit? ja isch guet 😉

      • Andreas Bucher sagt:

        An Sportpapi, zum x-ten Mal: ich habe alle Ihre Fragen beantwortet. Wenn Sie sie nicht finden oder gar nicht lesen, was soll ich da noch tun? Sie sagen, Sie seien ein Laie. Gleichwohl können Sie ja das Abkommen lesen (Art. 13) oder das Gesetz. Sie tun überhaupt nichts, glauben aber, alles besser zu wissen. Ich kann nicht mehr als Sie zu bitten, sich etwas Mühe zu geben, statt anonym auf die Leute loszuspreschen. Mein Vergleich mit den Verdingkindern war doch nicht so schlecht: Besserwissen, Eltern straffen, kein Blick aufs Kind. So tun Sie und wollen, dass es die Richter auch so machen.

      • Sportpapi sagt:

        Herr Bucher, ich presche auf gar niemanden ein. Ich bezeichne auch nicht die Arbeit unserer Behörden als unprofessionell und dilettantisch. Ich werde auch nicht emotional und werfe allen, die den Sachverhalt anders sehen vor, sie würden sich nicht ums Kindswohl kümmern. Ich bin sogar sehr sicher, dass Sie es gut meinen. Ich für meinen Teil äussere mich weniger zum Fall, als mehr grundsätzlich. Und da habe ich eine entschieden andere Haltung als Sie.

      • mila sagt:

        Ich versteh Dich sehr gut, tina. Aber Du mich offensichtlich nicht. 😉

      • Widerspenstige sagt:

        Es liegt im Bereich des Möglichen, dass der Mensch dazu neigt, seine Perspektive als die allein seelig machende zu sehen. Ein Gericht sieht sich mit den gut dargelegten Punkten zB von mila konfrontiert u muss dabei auch noch Gesetze u int. Abkommen in Übereinstimmung bringen. Das ist etwas delikater als einige zu glauben wissen. Wieso übergibt man denn so einen verkorksten Fall einem Gericht, wenn man ein Wunder erwartet von Menschlichkeit u Herzensgüte wie es eigentlich ohne Gericht von den Eltern verlangt werden könnte? Es ist einfach zu schmerzvoll, unbequeme Wahrheiten anzuerkennen…

      • Widerspenstige sagt:

        …und zum Rechtsexperten in diesem Fall: wieso ist das Kind denn immer noch im Heim untergebracht? Was war der Auslöser für diesen unhaltbaren Zustand? Eben.

      • Andreas Bucher sagt:

        Antwort an Widerspenstige, 10:53: Es wurde zunächst für etwa 10 Tage in eine psychiatrische Klinik gesteckt und dann in das Kinderheim verschoben. Zweck: Es soll ein Zweitgutachten hergestellt werden, um im Wesentlichen zu beurteilen, ob das Kind fähig ist, die Reise nach Mexiko anzutreten. Das kann noch bis Ende Juni gehen. Was nicht akzeptabel ist, ist, dass das Kind so lange zwangsweise eingeschlossen wird, und dass es von der Mutter jederzeit, vom Vater aber überhaupt nicht, auch nicht unter Begleitung besucht werden darf. Das ist für jedermann einsehbar (ausser für „Sportpapi“).

      • Daniel H. sagt:

        @sportpapi: Wie Prof Bucher sehr richtig gesagt hat: Sie tun überhaupt nichts, glauben aber, alles besser zu wissen. Ich kann nicht mehr als Sie zu bitten, sich etwas Mühe zu geben.
        Damit hat er gemeint sie sollen doch einmal das Haager Abkommen lesen, sich ueber die Zustaende im Herkunftsland orientieren, etc etc. Habe ich Ihnen glaub auch schon einmal empfohlen.
        Das Gesetz hat Klauseln, so nennt man das wohl, von gescheiten Leuten fuer genau diese Faelle erarbeitet. Die sind nicht so kompliziert zu verstehen. Sorry, aber ihre „Verallgemeinerung“ wird irgendwie oede…..

      • Sportpapi sagt:

        Herr H, die Vereinbarung hat einen Sinn und Zweck, und es gibt Klauseln, die unter anderem Ausnahmen regeln. Wenn aber die Ausnahmen wichtiger sind als die Regeln, dann sind eben Sinn und Zweck nicht mehr erfüllt. Verstehen Sie das? Erklären Sie mir mal: In wie vielen Fällen würden Sie denn einer schnellen Rückschaffung aus der Schweiz zustimmen, so prozentual. In 90%? Wenigstens 50%? Oder, wie ich vermute, gegen 0%?

  • Marcel Zufferey sagt:

    Nun fehlen eigentlich nur noch drei Beiträge, damit man sich ein umfassenderes Bild der hier geschilderten Situation machen kann: Wie sieht der ganze, emotionale Hintergrund aus, in dem sich die beiden Elternteile befinden? Sind sie zerstritten oder immer noch in der Honeymoon-Phase? Wie stehen die beiden Familien aus Mexiko und der Schweiz einander gegenüber? Und was meint die Mutter zu dieser ganzen, offenbar verfahrenen Situation?

  • Peer sagt:

    Mexico ist ein failed State. Wirklich unverständlich, dass das BJ hier nicht aktiv wird. Gem. Heidelberger Institut für Intl. Konfliktforschung herrscht in Mexico ein innerstaatlicher Krieg. Zehntausende von Toten jährlich im Drogenkrieg (2010 waren es bspw. 15’573). Aus im Bericht erwähnten Gründen ist dieses Kind aufgrund eines Elternteils in der CH expliziter der Gefahr einer Entführung exponiert. Schlimm wie dieser Diletantismus auf Kantons- und Bundesebene eine Zukunft eines Kindes ruiniert.

    • Tomas Gonzalez sagt:

      Koennte ich wenn ich Mexikaner waere, also aus einem „failed state“ kaeme ein Aufenthaltsrecht in der Schweiz bekommen? Sie koennen mich wohl kaum zurueckschicken. Viel zu gefaehrlich! Die Sache ist doch klar: Der Vater nimmt das Kind mit in den Urlaub und bringt es nicht zurueck. Sie muessen die Sache mit der Mutter abklaeren bevor Sie Massnahmen ergreifen. Wenn Sie das Recht dann in ihre Haende nehmen, die Sache in der Oeffentlichkeit ausspielen, abtauchen: Handeln Sie dann wirklich im Interesse des Kindes? Die sind doch nicht sauber! Maedchen sind keine typischen Opfer des Drogenkriegs.

  • martina sagt:

    ann von allen bezugspersonnen zu trennen, grenzt an Misshandlung. ich kann zwar verstehen, dass man das Kind aus der Schusslinie nehmen muss. es ist aber nicht einzusehen, warum dann doch die mutter zugang erhält. es sollten für alle die gleichen rechte gelten.

    • fabian sagt:

      ich lese grad das buch ‚platzspitzbaby‘ von einer tochter, die bei der scheidung in den 90ern ihrer drogensüchtigen mutter zugesprochen wurde… nicht in mexiko, sondern in zürich.

  • martina sagt:

    ich weiss nicht, wie oft ich es in den letzten Wochen schon gesagt habe: es geht hier weder um den vater, nicht um die mutter und auch nicht um die grossmutter. es geht einzig und allein um Anna. sie will nicht zurück. sie kennt das leben in mexico. sie war den gefahren ausgesetzt und hat sie bewusst mit erlebt. sie weiss, wie es ist, wenn man nicht unbeschwert draussen spielen kann. für jeden gang zur Freundin oder schule begleitet werden muss. daür musst sie nicht beinflusst werden, das hat sie erlebt. es ist ihr gutes recht, sich für das zu entscheiden, was sie selber als besser empfindet.

  • Régine Bruppacher sagt:

    Ich würde bei den Behörden nachprüfen. Der Richter, das Kinderheim und andere Behörden sind verwandt . Ich finde, es sollte nicht im Bremgarten geprüft werden. Nach dem neuen Gesetz sollte man das Wohl des Kindes schauen. Die Schweiz hat früher gröbere Fehler gemacht. Sind die Behörden lernfähig?

  • Thom Odermatt sagt:

    e mit wirtschaftlichen Argumenten oder verstecken sich hinter Paragrafen. Viele dieser Entscheide lassen nur zwei Schlüsse zu: Die Richter sind entweder völlig von Sinnen oder korrupt.

    • Caro sagt:

      Und lassen Akten mit kritischen Informationen nur zu gerne verschwinden. Gerade auch in Fällen von Ärztepfusch.

  • Thom Odermatt sagt:

    Es wäre Zeit eine Organisation ins Leben zu rufen die sich darum kümmert dass die Richter und Juristen in unserem Land eine Ausbildung erhalten. Denn offensichtlich ist das zur Zeit nicht der Fall. Zahlreiche Richterliche Entscheide in der Schweiz, nicht nur was Kinder betrifft, z.B. auch bei Asbestopfer, Polizei-Übergriffen, Ärztepfusch, Versicherungsdeckung, belegen die Unfähigkeit der Schweizer Justiz. Ein Fehlentscheid am Anderen zeigt dass Richter in der Schweiz von RECHT keine Annung haben. Statt ihre Aufgabe wahrzunehmen und Entscheide im Wohle der Gsellschaft zu treffen, entscheiden si

    • Thomas Plüss sagt:

      Nur weil Sie etwas als Fehlentscheid einstufen, heisst das noch lange nicht, dass es auch tatsächlich einer ist. Ihr Rundumschlag ist äusserst polemisch und undifferenziert. Solche Phrasen können Sie von mir aus am Stammtisch von sich geben, aber bitte nicht hier. Sie befürworten offensichtlich eine Willkür-Justiz, die sich um bestehende Gesetze foutieren kann. Schön. Aber dann bitte nicht weinen, wenn das mal auf Sie zurückfallen sollte. Denn Rechtssicherheit können Sie dann vergessen.
      .

      • Andreas Bucher sagt:

        Durchaus verständlich. Aber das ist kein Grund, um Fehlentscheide unter den Teppich zu kehren und Herrn Odermatt so niederzuschmettern. Fehlentscheide gibt es und mir scheint, sogar mehr und mehr. Sie sollten dazu bereit sein, dass man eine Diskussion führen darf. Das gehört auch zum Rechtsstaat. Und so wäre es bessr gewesen, das Los der Verdingkinder sogleich anzuprangern, als nach über 50 Jahren Geld aufzuwerfen. Heute geht es darum, dass man den Kindern als Opfern von elterlichen Streitigkeiten endlich gerecht wird. Heute ! Tun Sie auch etwas, statt nur zu schimpfen!

    • Thom Odermatt sagt:

      Herr Plüsch, wenn Sie jetzt mit Stammtisch Argumenten daherkommen dann ist das schon ziemlich tragisch denn dies ist ein ernstes Thema und die Forderung nach einer Jus-Ausbildung die das Wort Bildung wirklich verdient ist dringend notwendig in unserem Land. Schauen Sie sich die Urteile zu den genannten Themen genauer an die in den letzten 20 Jahren gefasst wurden; es ist haarsträubend!

  • Lea sagt:

    Ich finde es schade, dass der Mamablog Kampagnenjournalismus betreibt und nach dem Vater nun auch noch dessen Rechtsberater schreiben darf. Das das Kind, nachdem es ein Jahr in der Schweiz lebt und vermutlich dauernd höhrte, wie gefährlich es in Mexiko ist, angst hat, ist logisch. Ob es vor einem Jahr in Mexiko oder nach einer Heimkehr auch noch verängstigt ist, bleibt offen. Ich kann mir jedoch gut vorstellen, dass sein Vater die Bedrohung in Mexiko aufbauscht um seine Ziele zu erreichen.

    • Lea sagt:

      Ich würde mir wünschen, dass alle Kinder eine solch faire Trennung wie bei meinen Eltern erleben! Eltern, die die Kinder als Druckmittel einsetzen (Beuchsrecht, Alimente, schlecht reden über den/die Andere…) sollten jedoch hart bestraft werden.

    • Caro sagt:

      Und was wenn nicht? Würden Sie ein Kind in eine gefährliche Region zurück schicken und die Verantwortung dafür übernehmen? Herr Bucher ist Rechtsexperte und hat beim Bundesamt für Justiz zusammen mit Frau Feri eine Beschwerde gegen das unsorgfältige Vorgehen der Behörde eingereicht. Ein Vorstoss von Frau Feri, welche letztes Jahr schon verlangte, dass solche Fälle sorgfältiger abgeklärt werden wurde vom Bundesrat mit der Begründung „dies verursache Mehrkosten“ abgelehnt.

      • Lea sagt:

        @Caro: Ich bin generell gegen alle Ausschaffungen von Menschen die sich FREIWILLIG in der Schweiz befinden (zB. Armutsflüchtlinge). Dieses Kind wurde jedoch vom Vater (mittels einer List) entführt und von der Heimat Mexiko in die Schweiz gebracht. Da es nicht Urteilsfähig ist und und seit einem Jahr vom Vater eingeschüchtert wurde, eine Recht auf den Kontakt zum gewohnten Umfeld und der Familie hat, halte ich eine Rückkehr gemäss internationalem Recht für gerechtfertigt. Zumal die Gefärdung des Kindes (laut Bundesgericht) in Mexiko akzeptabel ist.

    • Felix Stern sagt:

      Tja, Lea, ich überlege gerade, wie Sie wohl reagieren würden, wenn es sich um eine Schweizer mutter und einen Mexikanischen Vater handeln würde. Was, wenn dieser Vater die Auslieferung des Kindes gerichtlich durchdrückt und die Mutter hier in der Schweiz zu Protokoll gibt, dass dem Leben des Kindes in Mexiko Gefahr drohe. Was würden die Feminsitinnen hier machen? Auf Rechtsstaat pochen und die Rückschaffung verlangen? Nein, sie würden ein Politikum daraus machen und klar stellen, dass das Kind auf gar keinen Fall zurückgeschafft werden darf.

      • Lea sagt:

        @Felix: Ich schrieb absichtlich: „ELTERN, die die Kinder als Druckmittel einsetzen, sollten jedoch hart bestraft werden.“

  • Andreas Bucher sagt:

    Ich habe grossen Respekt vor allen Antworten. Mehrmals wird gesagt, es seien die Eltern „schuld“, etc. Was man übersieht, ist, dass es hier ums Kind geht: Es will nicht zurück, und zwar deutlich, klipp und klar. Der Vater hätte es beeinflusst? Wohl schon. Aber es glaubt nun einmal dran, ausgesprochen fest, das hat auch das Obergericht akzeptiert. Und nun kehrt man die Situation einfach um: Das Kind ist für Wochen in ein Heim eingesperrt, wo die Mutter es jederzeit besuchen kann. Der Vater darf es nicht einmal aus Distanz sehen, keinerleit Kontakt. Es hat immer noch grosse Angst vor Mexiko!

    • Besserwisser sagt:

      Nicht nur nicht der Vater sondern das gesamte familiäre und soziale Umfeld aus der Schweiz. D.h. auch Paten, Urgrossmutter, Gspänli, Lehrpersonen etc.

      • Daniel H. sagt:

        @Katharina: Von was reden Sie hier eigentlich? Irgendwelche wahnsinning geheimen Kontakte (expats? 🙂 ) die Sie in Mexico haben, und die Sie ach so genau auf dem laufenden halten? 10 minuetige Abklaerungen die ein „ganz anderes bild“ ergeben? Wenn sie etwas gefunden haben das ein „ganz anderes Bild“ als all die Bilder die wir auf mexikanischen, und allen anderen Zeitungen der Welt, finden, dann teilen Sie das doch bitte. Vermutlich ist der Drogenkrieg eine Erfindung der boesen Amerikaner? Herrje, geben sie “ drug war mexico “ auf google ein. Und machen Sie sich ein neues Billd.

    • Sportpapi sagt:

      @Andreas Bucher: Ich habe aufmerksam gelesen, was sie heute und bereits früher zum Fall gesagt und geschrieben haben. Was ich allerdings nicht verstanden habe ist, weshalb Sie konsequent die Rechte/Situation der anderen Elternseite, hier der Mutter, ausblenden. Und: was bedeutet es für das Haager Abkommen, wenn in jedem Land – gut begründet – Spezialfälle geltend gemacht werden, was dann eine Rückführung konsequent verunmöglicht, und immer zum Nachteil des ausländischen Elternteils? Und was für eine Signalwirkung hat es, wenn der Entführer/die Entführerin jeweils noch recht bekommt?

      • Felix Stern sagt:

        @SP: Sie blenden die Interessen des Kindes aus. Dass Kinder für Feministinnen keine Interessen haben dürfen, ist klar. Für Sie aber offenbar auch nicht. Welche Signalwirkung soll so ein Urteil haben? Wie wäre es damit: auch Kinder haben Rechte. Es geht hier nicht um die Interessen der Mutter oder des Vaters sondern darum, was das Kind will und wo es sicher ist.

      • Andreas Bucher sagt:

        Ich blende die Mutter überhaupt nicht aus, Auch wenn ich keinen Kontakt zu ihr habe. Sie hat grundsätzlich Anspruch auf Rückführung des Kindes. Aber da gibt es eben die beiden Vorbehalte, die ich im Interview erwähnt habe. Da geht es schwrgewichtig um das Wohl des Kindes, und da treten die Interessen in den Hintergrund. Im konkreten Fall will man den Kindeswillen wegstecken und man tut auch nichts in Bezug auf die Gefahr, die ihm in Mexiko drohen könnte. Ich sage nicht, dass die Rückkehr mit der Mutter gefährlich ist, aber dass das Kind einen Anspruch darauf hat, dass man das abgeklärt.

      • Sportpapi sagt:

        @Andreas Bucher: Sie gehen also davon aus, dass die Willensäusserung eines neunjährigen Kindes dem Kindswohl entspricht? Obwohl die Wahrscheinlichkeit gross ist, dass dieser Kindeswillen stark vom Vater und seiner Familie beeinflusst wurde? Ehrlich gesagt graut mir davor, Kindern eine solche Verantwortung aufzubürden und sie einem solchen Loyalitätskonflikt auszusetzen!
        Bezüglich der Gefahren in Mexiko weiss ich nicht, was wie geprüft wurde, dazu kann ich nichts sagen. Aber wie Malena finde ich auch, dass Gesetzesbruch sich nicht lohnen darf. Auch wegen dem Signal, das das aussendet.

      • Widerspenstige sagt:

        Wieso möchte die Mutter nicht in der Schweiz wohnen bleiben? Was ist da Schwerwiegendes vorgefallen, dass eine Mutter es vorzieht, in ihr Land zurück zu kehren, welches anscheinend zum gefährlichen Lebensmittelpunkt für ihr Kind werden könnte? Da fehlt ein erheblicher Teil, was uns vorenthalten wurde und man sich nach all dem Medienhype doch nicht mitteilen will. Wozu also das ganze mediale Aufmerksamkeitsgeheische? Als Mutter weiss sie doch genau, wohin sie ihr Kind nimmt. Diesen gordischen Knoten können nur die Eltern gemeinsam am runden Tisch mihilfe einer Mediation für sich lösen.

      • Sportpapi sagt:

        Und doch, die Anliegen der Mutter blenden Sie genauso aus wie das Recht des Kindes auf Umgang mit beiden Elternteilen, was das gemeinsame Sorgerecht in Mexiko ja beinhaltet (und wie es endlich auch in der Schweiz die Regel ist). Und ebenso die Folgen für ein Vertragswerk, wenn die Vertragspartner – und da steht die Schweiz wohl nicht alleine da – sich nicht an die Abmachungen halten, sobald es um eigene Bürger geht. In Zusammenarbeit mit anderen Ländern sieht man ja, was es bedeutet, wenn keine Vereinbarung da ist!

      • Felix Stern sagt:

        @SP: Es graut Ihnen davor, dass beim Kindswohl auch die Interessen des Kindes berücksichtigt werden? Ja was soll denn sonst berücksichtigt werden? Die Alimente-Forderungen der Mutter? Soll das alles sein, worum es beim Kindswohl geht? Auch ein 9-Jähriges Kind darf seine Meinung äussern. Und die sollte auch gehört werden. Und man darf bei der Betrachtung des Kindswohl durchaus die Gefahr für Leib und Leben des Kindes mit in Betracht ziehen. Was denn sonst, wenn nicht das?

      • tststs sagt:

        „Sie gehen also davon aus, dass die Willensäusserung eines neunjährigen Kindes dem Kindswohl entspricht?“
        Ich bin hier ganz bei Ihnen SP. Nur weil ein Kind den Willen äussert, sich von Spaghetti, Gummibärli und es bitzeli Salat zu ernähren, nur weil es den Willen äussert, HdR um 22 Uhr auf DVD zu kucken, nur weil es den Willen äussert, lieber bei den Eltern von Gspändli XY zu leben (weil die ja im Gegensatz zu den eigenen Eltern sooo viel cooler sind), hat dies tatsächlich wenig bis gar nichts mit dem Kindswohl zu tun!

      • tststs sagt:

        „Auch ein 9-Jähriges Kind darf seine Meinung äussern. Und die sollte auch gehört werden.“ Und schauen Sie Herr Stern, hier liegt so ein weiterer Hund begraben. Es ist für Kinder extrem frustrierend, wenn sie zwar angehört werden, ihre Worte aber ohne Wirkung bleiben (nicht aus Böswilligkeit). Deshalb ist es ab und zu tatsächlich eher im Sinne des Kindswohles es vor vollendete Tatsachen zu stellen.

      • Katharina sagt:

        @WS: Anscheinend ignorierst auch Du, dass MX nicht Irak ist, wie hier als Analogie wegen Gefahr gesagt wurde. Meine Frau wollte auch nicht in Eurem Land wohnen, als wir dorthin gingen, mit dem Plan einer Uebersiedlung. Und sie kennt MX, und insbesondere wo jene Familie vor La Paz wohnte, sehr gut, da ihre Heimatprovinz. Also ich würde nach dem Vertrauensbruch des Vaters und noch mehr nachdem die Grossmutter das Kind ein zweites mal entführte, auch Massnahmen von den Behörden erbitten. Dazu gehört, dass eine kriminelle bei einer Verhandlung bewacht wird. Kein Wunder gibt es Kontaktsperren.

      • Widerspenstige sagt:

        Kat, da bin ich dankbar, dass Du persönlich mehr darüber sagen kannst als hier seit Wochen herum spekuliert wird. Vielleicht habe ich mich zuwenig deutlich ausgedrückt, aber ich stehe da immer noch ratlos herum u kann einfach nicht glauben, dass die Mutter ihr Kind bewusst gefährden möchte nur um Recht zu erhalten. Ich gehe da mit Dir einig u frage mich, wieso die mütterliche Seite so spärlich im Medienhype aufgezeigt wird. Entweder ist das Ganze so aufgebauscht worden, um den desolaten Zustand im Sorgerecht länderübergreifend darzustellen oder väterliche Anliegen sollen mehr im Fokus stehen!

      • Felix Stern sagt:

        @tsts: Bei Ihnen ist „Kindswohl“ reine Beliebeigkeit. Für Feministinnen hat das mit dem Wohl des Kindes nichts zu tun (woher will das Kind schon wissen, was gut und schlecht ist?). Also nimmt man sich ein paar radikale Feministinnen und die stellen dann fest, dass nur im Wohle des KIndes sein darf, was im Interesse der Mutter ist. Was einem hilft, Alimenteforderungen zu stellen. Mit unseren Menschenrechten ist diese kinderverachtende Haltung nicht zu vereinbaren.

      • Katharina sagt:

        WS: sie weigert sich, diesen mehrheitlich CH Spin, der von der familie väterlicherseits befeuert wird, zu beheizen. Durch die Trennung ergibt sich auch ein Visumproblem. Ist nicht das erste mal, dass ein europäer eine MX anlächelt, um im Land zu bleiben. die ‚Besuche‘ beziehen sich auf Beamte der Immigrationsbehörde…

      • Sportpapi sagt:

        @Andreas Bucher: Sie beklagen sich ja, dass die von Ihnen eingebrachten neuen Gesetzesbestimmungen zu wenig beachtet werden. Es hätte noch viel mehr Abklärungen etc gebraucht. Allerdings war doch auch ein Ziel, dass das Verfahren maximal nach einem halben Jahr abgeschlossen ist – das funktioniert offenbar auch nicht.

    • Malena sagt:

      @Bucher: Ihr Punkt ist, dass man sich nicht über Willensäusserungen eines Kindes hinwegsetzen soll, auch wenn diese das Resultat von gezielter Beeinflussung durch einen Elternteil sind. Ich verstehe, dass die Rückführung für das Mädchen schlimm wäre, wenn sie sich nun vor Mexiko fürchtet. Es widerspricht aber meinem Gerechtigkeitsempfinden zutiefst, wenn sich die Manipulation eines Kindes schlussendlich auszahlt. Gerichtsurteile dürfen keine falsche Anreize setzen. Eltern die ihre Kinder manipulieren respektieren deren freien Willen ja auch nicht – wie können sie es dann vom Gericht verlangen?

      • Felix Stern sagt:

        @Malena: Man sollte die Willensäusserung des Kindes ernst nehmen. Egal, durch wen es wie beeinflusst wurde. Eine Beeinflussung können Sie ja so oder so nie ausschliessen. Das Kind ist ja hoffnungsvoller weise sozialen Kontakten ausgesetzt und nimmt von dort her Anregungen auf. Die Sache ist nur, dass hier das Interesse des Kindes willentlich ignoriert werden soll, weil sich das Kind erdreistet, nicht so zu antworten, wie es sich die Feministinnen wünschen. Also wird dem Kind eine Gehirnwäsche unterstellt und das Kind wird Zwangsverlagert. Den Feministinnen geht es nie um das WOhl des Kindes.

      • Andreas Bucher sagt:

        Die Schweizer Praxis ist sehr streng und hat im internationalen Vergleich keine Kritik zu fürchten. Wird das Kind beeinflusst und sieht man, dass es einfach die Meinung eines Elternteils wiedergibt, dann wird das nicht berücksichtigt. Im konkreten Fall liegt das anders. Die Situation für den Vater in Mexiko war kritisch, und das Kind hat das mitbekommen. Es ist überzeugt von der Gefahr und hat grosse Angst. Das können Sie nicht einfach wegschwatzen indem Sie die Eltern bzw. den Vater kritisieren. Wenn das Kind am ganzen Theater zugrunde geht, würden Sie dann auch noch so herzlos urteilen?

      • Malena sagt:

        Herzlos? Wenn sich die Manipulation des Kindes in Trennungskonflikten auszahlt werden weitere Eltern diesen Weg gehen. Dasselbe gilt für Kindsentführungen. Den Kindern die Verantwortung der Wahl zwischen Mama und Papa aufzubürden trägt massgeblich zum „Theater“ bei, an dem sie zugrunde gehen könnten. Alternative: Eltern zwingen, sich auf die für das Kind beste Lösung zu einigen (wenn sie unkooperativ sind gibts einkommensabhängige Bussen), Manipulationsversuche (auch subtile) sanktionieren. Wenn beide Eltern genug „Herz“ zeigen für ihr Kind muss es kein Gericht oder Journalist für sie tun.

      • Katharina sagt:

        @AB: Haben Sie Akteneinsicht? Können Sie nicht haben, wenn Sie hier als neutraler Experte dargestellt werden, was Sie nicht sein können – siehe die hier verlinkten parlamentarischen Anfragen.

        Zwei kurze Anfragen meinerseits in MX, was dadurch, dass der volle Name des Vaters und der letzte Wohnort in MX hier stehen, leicht war, ergibt ein ganz anderes Bild. Sowohl, was die Gefährdungssituation betrifft als auch Hintergründe zur Trennung des Paares und als Resultat sowohl Sorgerechtsvereinbarung als auch Consentform betreffend Ausreise des Kindes.

        Dafür habe ich bloss 10 Min Zeit aufgewendet.

      • Andreas Bucher sagt:

        An „Malena“: Ihr letzter Satz ist richtig. Wenn das nicht läuft, dann müssen Sie neu überlegen. Sie können an Manipulationsversuche denken, oder einfach an Einflussnahme. Aber dann geht’s nicht primär um den Elternstreit, sondern um das Wohl des Kindes. Und da müssen Sie noch weiterdenken und -fühlen.
        An „Katherina“: Es steht „Rechtsexperte“. Die Rechtsvertreter sind die Anwälte. Ich stehe der Familie zur Verfügung und kenne die Akten in weiten Teilen, vor allem alle Gerichtsurteile. Wenn Sie die lesen wollen, was ich Ihnen empfehle, dann braucht es mehr als 10 Minuten; für’s Kind!

      • Malena sagt:

        @Bucher: Ja, das Kindswohl ist zentral. Die Entfernung und potenzielle Entfremdung von einem Elternteil scheint für mich aber nicht die einzige oder beste Lösung zu sein. Wahrscheinlich hätte es neben der eigenmächtigen Übersiedlung aus Mexiko Optionen gegeben welche die Mutter nicht aussen vor lassen, z.B. ein Ortwechsel oder Jobwechsel im Land, oder ein einvernehmlicher Umzug in die Schweiz.Tatsachen schaften und das Kind in eine Situation bringen in der es sich für einen Elternteil entscheiden muss – wer das tut nimmt eine Beeinträchtigung des Kindswohls in Kauf.

  • Daniel H. sagt:

    Sueddeutsche Zeitung:

    Im mexikanischen Drogenkrieg sterben mehr Menschen als bei den Gefechten in Afghanistan und im Irak. Der Terror breitet sich immer weiter aus – weil es um Milliarden geht.

    Bleibt doch bitte beim Problem, alles andere ist nebensaechlich. Der Drogenkrieg ist eine Tatsache, und Rueckfuehrungen in Kriegsgebiete sind unzulaessig.

    • tststs sagt:

      Und Kuoni hat mit der mexikanischen Drogenmafia einen Deal, diese regelmässig mit Entführungsopfern zu versorgen?!?

      http://www.kuoni.ch/nord-und-zentralamerika/mexiko/riviera-maya/info/hotel/banyan-tree-mayakoba/

      • Gundel sagt:

        Wieder eine Antwort von jemanden der die Welt nur aus Ferienprospekten kennt.
        In Mexico kommt es vor allem drauf an wo man wohnt. Mexico ist nicht gleich Mexico.
        Leute die Geld haben, sind allerdings beständig mit der Gefahr von Kindesentführung konfrontiert. Dieses Thema wurde durch Film und Presse in den letzten Jahren ausführlich dokumentiert.

        Das soll jetzt nicht einseitig den Vater rechtfertigen, das rechtfertigt nicht die unprofessionelle Berichterstattung des Falles. Aber all das als Bagatelle hinzustellen, ist Wohlstandsdekadent.

      • extraterrestre sagt:

        dass mexico nicht gleich mexico ist musste hier wirklich mal gesagt werden, das land ist immens und es gibt gefährliche und ungefährliche orte. was ich nicht verstehe ist, warum der vater nach den ersten erpressungserfahrungen nicht bereits die koffer gepackt hat. mit meinem kind würde ich nie in einer solchen situation verharren, es hätte ihm klar sein müssen, dass seine familie über kurz oder lang in gefahr ist. ich habe selber lange in mexico gelebt und bin, seit ich kinder habe, sicher, dass ich nicht dorthin zurück kehren möchte, genau aus diesem grund — leider!

      • tststs sagt:

        „Mexico ist nicht gleich Mexico.“ Hehe…genau das meine ich doch… Nicht ganz Mexiko ist Tijuana 😉
        Ich möchte die Probleme in Mexiko auch gar nicht herunterspielen, aber einige tun hier so, als ob es in ganz Mexikon kein Fleckchen mehr gäbe, wo man Kinder aufziehen dürfte…

      • Felix Stern sagt:

        @extraterrestre: Also wenn der Vater bei den ersten Drohungen schon hätte die Koffer packen sollen, dann müsste man jetzt klar festhalten, das Kind darf auf gar keinen Fall dorthin zurück. In der Zwischenzeit hat sich ja die Lage verschärft, weil die Erpresser ja schon bei ihm zu Hause aufgetaucht sind (was vorher offenbar nicht der Fall war). Um ganz offen zu sein: wenn da, wo die Leute gewohnt haben, die Mafia auftaucht, dann kann man das Gebiet, wo sie wohnen als gefährlich bezeichnen. Dann braucht man keine Kuoni-Prospekt mehr, der aufzeigt, dass es sonstwo nett sein kann in dem Land.

      • extraterrestre sagt:

        OK, ich habe mich nicht 100% klar ausgedrückt. Der Vater hätte meiner meinung nach die koffer packen sollen, auch mit der möglichkeit, an einen anderen ort in mexico zu ziehen, aber er hätte nicht da bleiben sollen wo er war, das meinte ich. er hätte nicht zwingenderweise da schon in die CH reisen müssen, das meinte ich nicht. ich persönlich weiss, dass es in mexico sehr wohl schöne orte gibt, wo auch kinder glücklich aufwachsen. im vergleich zur CH aber fehlt es ganz eindeutig an sicherheit auf vielen ebenen -oder es wird sehr teuer, und das wäre mir für meine kinder zu kritisch

      • Felix Stern sagt:

        @extraterrestre: Also, abreisen ja, aber in die Schweiz, nein? Und wieso? Wieso wollen Sie diesem Mann vorschreiben, dass er in Mexiko bleiben muss? Vor allem aber eines: Wenn man schon aus Sicherheitsgründen den angestammten Wohnort in Mexiko verlassen sollte, dann dürfte ja wohl der Fall klar sein, dass man es dem Kind nicht zumuten darf, dort wieder zurück zu müssen, oder etwa nicht?

      • Caro sagt:

        V.a. wenn die ganze Familie einen Schweizer Pass hat…

  • Hattori Hanzo sagt:

    Mit welcher Verve wird hier gestritten, und alle kennen den Fall nur vom Hörensagen. „Der Vater hätte nicht…“ „Die Mutter…“ „Die Richter…“
    Liebe Leute wir kennen nicht die Umstände, die zu diesem Drama geführt haben.

    Nur dass jetzt, ein 9jähriges Mädchen in einem Heim, sozusagen in Abschiebungshaft sitzt, ist schon irgendwie ungeheuerlich. Wenn wir eins davon lernen können, dann wohl dies, dass wir immer dafür sorgen sollten, dass sich die Fronten nicht verhärten. Denn solche Dinge geschehen, wenn sich Fronten verhärten. Unaufhaltbare Kettenreaktionen der Eskalation.

  • Anne sagt:

    Das Abwägen zwischen Kindeswille und Kindeswohl ist in solchen Situationen das Schwierigste überhaupt. Und die Gerichte sind dann verdammt dazu, einen Entscheid treffen zu müssen, welcher zwischen Recht und Unrecht, Opfer und Täter, Richtig und Falsch entscheiden muss. Hätten die Eltern die Kompetenz dazu, Konflikte ohne Gericht zu lösen, wäre dies für das Kind das Beste. Leider vergessen dies viele Eltern, wenn sie sich trennen und fügen dem Kind so langfristigen Schaden zu. Dann dem Gericht einseitig Schuld zu zuschieben ist unreif.

    • Marcel Zufferey sagt:

      Kann ich zu 100 Prozent unterschreiben, Anne! Aber leider leben wir in einer Zeit, in der sich die Verantwortung über das eigene Verhalten bequem an den Staat abdelegieren lässt. Weil viele Eltern bei einer Scheidung eigentlich gar nicht mehr richtig urteils- und rechtsfähig sind, muss halt der Staat eingreifen. Das halte ich für eine grundsätzliche Fehlentwicklung.

    • Widerspenstige sagt:

      Ja, genau um das geht es im Wesentlichen, danke Anne!

    • mila sagt:

      Viele Eltern? Statistisch betrachtet trennen sich die meisten Paare ohne Kampfscheidung mit allen unschönen Konsequenzen. Aber die wenigen anderen ‚besetzen‘ die gesamte öffentliche Debatte.

      HH unten hat meines Erachtens recht: für verhärtete Fronten sind in der Regel zwei verantwortlich. Für ein Gericht ist es unter solchen Bedingungen nahezu unmöglich, für eine Deeskalation zu sorgen. Mit der Konsequenz, dass der am Ende getroffene Entscheid nicht allen Parteien ‚gerecht‘ werden kann, am wenigsten den Kindern.

      • tina sagt:

        HH hat aber gar nicht geschrieben, dass in der regel 2 verantwortlich seien für verhärtete fronten. einer reicht nämlich.
        aber du hast völlig recht: sobald eine behörde eingeschaltet wird, wirds fast garantiert nur schlimmer….

      • Anne sagt:

        „viele Eltern“ – ich gebe Ihnen recht mila, bei den Meisten klappt dies ohne Probleme. Ist wohl meine déformation professionnelle.
        Aber glauben Sie mir, wir Fachleute bemühen uns trotz allem, die Kinder zu hören und zu einem Entscheid zu kommen, der vor allem das langfristige Kindeswohl im Fokus hat. Und wenn ich mir mal persönliche Gefühle erlaube: macht es einem ratlos und wütend, mit welcher Zerstörungswut gewisse Eltern vorgehen.
        Meine Ausführungen greifen jedoch im heute geschilderten Fall nur marginal, weil es sich hier um einen internationalen Kontext handelt. .

      • mila sagt:

        Der Ausdruck Fronten(bildung) besagt in meinen Augen, dass zwei Parteien sich gegenseitig hochschaukeln. Aber zugegeben, das ist meine Lesart.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Nun, ich würde es einmal so ausdrücken, mila: Viele Väter unterschreiben die Scheidungskonvention nur deshalb, weil sie genau wissen, dass sie keine Chance haben. Obwohl sie z. T. nur Teilzeit gearbeitet haben. Obwohl ihre Frauen von allem Anfang nur Teilzeit (<50 Prozent) arbeiten wollten und dem Mann die Haupternährerrolle ganz bewusst überassen haben. Das nennt sich dann auch ‚einvernehmlich‘ geschieden…

      • mila sagt:

        Nicht schon wieder die alte Leier… Müssen wir hier in jedem neuen Thread stets neu betonen, dass auch aus Frauensicht gewisse Bestimmungen, zB. hinsichtlich Unterhaltsregelung, zuungunsten der Väter/Männer unfair sind? Sprich: Die Zumutbarkeit einer (Vollzeit-)Abeitstätigkeit der Mutter. Aber das hat mit dem vorliegenden Fall nichts zu tun.

    • tina sagt:

      genau genommen reicht ein elternteil, der nicht kooperiert

  • 13 sagt:

    Rechtsexperte in allen Ehren, aber wie wäre es mit einbisschen Kenntnis der Kinderpsychologie. Das Kind ist 9 Jahre alt. Es darf nicht Autofahren, nicht einmal Motorrad, nicht wählen, nicht arbeiten und keine Verträge unterzeichnen. Es darf nicht einmal alleine ins Schwimmbad und wird bei vielen Filmen nicht ins Kino gelassen. Und das alles unabhängig davon, ob es das will oder nicht und zwar, weil wir es für zu jung halten, diese Entscheidungen zu treffen oder die Konsequenzen dieser Entscheidungen nachvollziehen zu können. Die Folgen einer Rückkehr nach Mexico soll es aber abschätzen können

    • 13 sagt:

      und dann auch noch sachlich entscheiden, ob es das will und ob es gefährlich ist oder nicht. Ein Strafgericht würde das Kind nicht verurteilen, mit der Begründung, es sei zu jung, um schuldfähig zu sein. Aber bei einem komplexen Entführungsfall, der sogar viele Juristen an seine Grenzen bringt, soll es die Entscheidung selber fällen können. Das ist doch Wahnsinn. Natürlich hat das Mädchen Angst zurückzukehren. Es ist ja kein Säugling mehr und hat den Kampf des Vaters gegen diese Rückkehr mitbekommen. Selbst wenn er nicht direkt beeinflusst hat, so war ein Einfluss da. Und genau darum sollten

      • 13 sagt:

        Gerichte darüber entscheiden und eben nicht 9jährige Kinder.
        Und wenn wir schon über Gerichte reden, so sollte es doch dem Herr Professor klar sein, dass das Gericht, welches die Entführung prüft eben nicht ein Kinderzuteilungsgericht ist. Es geht nicht darum, wo ist das Kind besser aufgehoben oder was es will. Es geht um zwei Fragen: Hat der Vater es im Unrecht in die Schweiz gebracht oder da behalten. Wenn ja, folgt die zweite Frage: Spricht etwas gegen eine Rückführung? Wird das verneint, muss rückgeführt werden. So funktionieren internationale Verträge nämlich: Man greift nicht in die

      • tststs sagt:

        Kann ich vollumfänglich unterschreiben…

      • 13 sagt:

        Justiz des anderen Staates ein, sondern bliebt bei der eigenen Kompetenz. Vielleicht wäre es das nächste Mal sinnvoller, Leute von der Zentralbehörde zu befragen.

      • Sportpapi sagt:

        Danke 13. Und ich dachte schon, ich wäre der einzige, der das genau so sieht.

      • ka sagt:

        Danke 13 für diese Klarstellung. Umso unverantwortlicher finde ich es, dass dieser Fall hier in die Medien gezogen wird, mit ganz klarer Parteinahme für den Vater. Damit ist niemandem gedient!

      • 13 sagt:

        Und noch ein Nachtrag, nach dem Lesen aller Kommentare: Wenn man fordert, dass hier darüber entschieden wird, was das Beste für das Kind ist und damit schlussendlich auch, ob der Vater oder die Mutter das Sorgerecht hat, dann befürwortet man einen sogenannten Justiztourismus. Passt mir die Justiz eines Staates nicht, gehe ich eben in ein anderes. Bsp. Das Scheidungsrecht in der Schweiz ist immer noch sehr frauenorientiert, was die Kinder anbelangt. Da sollte man dann Vätern empfehlen, die Kinderzuteilung von einem anderen Staat verhandeln lassen, vielleicht einem muslimischen? Wollen wir das?

      • Anne sagt:

        Bezüglich Justiztourismus gebe ich Ihnen absolut recht! Ein weiterer Themekreis ist der Kindeswille. Nur weil ein Kind in einer Anhörung sagt, dass es dieses und jenes will, heisst das noch lange nicht, dass dies auch dem Kindeswohl entspricht. Und auch nicht, ob der in der Anhörung geäusserte Wille auch tatsächlich der langfristige Wille eines Kindes ist. Weil es entwicklungspsychologisch gesehen noch nicht in der Lage ist, alle Folgen abzuschätzen. (Dies ist für Erwachsene manchmal genau so schwierig) Kinder, welche unter dem Konflikt der Eltern leiden, entscheiden sich für EINE Seite,

      • Anne sagt:

        …in der Hoffnung, dem Konflikt entfliehen zu können und nicht, weil der andere Elternteil ungeliebt und unfähig ist. Dies ist leider vielen Eltern und bissigen Anwälten nicht bewusst. Die Gericht sind hier in der Pflicht, möglichst viel Verantwortung an die Eltern zurück zu geben, was häufig mühsam, schwierig und hoffnungslos ist und nur gelingt, wenn umgehend gehandelt wird und professionelle Akteure mit einbezogen werden. Ich sage ketzerisch und ohne den Fall zu kennen: evtl. wäre das Kind in einer Fremdplatzierung tatsächlich am Besten aufgehoben.

      • Felix Stern sagt:

        @13: „…wo ist das Kind besser aufgehoben oder was es will“ Und genau da ist ja der Haken. Hinsichtlich, „was es will“ hat das Gericht den Willen des Kindes ja ignoriert (und Sie haben uns auch noch eine merklich dämliche Erklärung geliefert, warum die Feministinnen den Kindern einen eigenen Willen absprechen. Für die Feministinnen sind Kinder nur Alimente-Werte. Ein eigenes Interesse dürfen die Kinder in Ihrer Logik ja nicht haben.). Das ist ja schon einmal ein problem. Und in Sachen „wo ist das Kind besser aufgehoben“: Das Kind soll in ein Kriegsgebiet gebracht werden.

      • Kathy sagt:

        „Wenn ja, folgt die zweite Frage: Spricht etwas gegen eine Rückführung?“

        Und warum diese Frage nicht mit Ja beantwortet wurde, verstehe ich und die 1000en von Mexikanern die jedes Jahr unter Todesgefahr illegal in die USA einreisen nicht.

        Ich verstehe auch eine solche CH-Mutter nicht, sie sollte das Kindswohl über ihr eigenes stellen, was sie ja, dem Bericht nach, am Anfang auch wollte.

      • 13 sagt:

        @ Herr Stern
        Lesen Sie. Ich spreche dem Kind weder einen Willen noch ein Interesse ab. Dieses zu prüfen obliegt aber in erster Linie einem Scheidungsgericht und das wäre hier in Mexico. Der Feminismus-Vorwurf wird übrigens langweilig, denn alles gesagte gilt auch bei Entführungen durch Mütter und ich bin sowieso als erste der Meinung dass sich eine finanzielle Abhängigkeit vom Mann nicht mit Feminismus vereinbaren lässt. Eine wahre Feministin bezieht keine Alimente, sondern verdient ihr Geld selber
        😉

    • Widerspenstige sagt:

      Danke 13 für diese aufklärenden Worte als Juristin. Es scheint mir aber schon etwas stossend, dass die 9-Jährige so wenig Einfluss auf ihren eigenen Kindswillen hat, gerade was ihre Verzweiflungstat anbelangt. Da sehe ich doch etwas mehr Einfluss als notwendig an. Dass das Mädchen unter grossen Druck steht, ist ja ausser Frage. Deshalb warte ich jetzt auf einen seriösen Bericht des Psychiaters. Seine Aussagen, soweit er sie überhaupt öffentlich machen darf wegen der ärztl. Schweigepflicht, dürften massgebend den Verlauf beeinflussen. En verrat!

      • Franz Vontobel sagt:

        Haha, Sie mal wieder, WS… On verra heisst das – bleiben sie doch einfach beim Doitschen… 😉

        (oder war das Dialekt für „ein Verrat“..?)

      • tina sagt:

        und so ein psychiater soll dann irgendwie die wahrheit aus dem unterbewusstsein des mädchens rausdestillieren können? das ist doch ein witz

      • Widerspenstige sagt:

        tina, es ist die Aufgabe einer psychologisch geschulten Fachperson, heraus zu finden, woher die panische Angst kommt und wie sich der Gemütszustand vor der Abreise in die Schweiz befand des Mädchens. Das kann nicht einem Obergericht zugemutet werden, wo es nur um Umsetzung von Gesetzen geht. In der ‚Rundschau‘ sagte die Grossmutter, dass sie zusammen mit dem Mädchen ca. 4 Stunden im Nebenzimmer während der Gerichtsverhandlung schwer bewacht mit einem Polizisten ausharren mussten. Das ist ein Schockzustand sondergleichen u hätte so nicht zugemutet werden dürfen! Wie gesagt einfach stümperhaft!

      • tina sagt:

        ja, stümperhaft und total schlimm. aber ich bezweifle halt dass eine fachperson irgendwelcher art nun irgendwie die wahrheit aus dem kind zaubern kann. schliesslich waren da – wie du selber merkst – schon andere fachpersonen stümperhaft involviert. muss schrecklich sein für das kind

      • tststs sagt:

        „muss schrecklich sein für das kind“
        Naja, ist halt so eine Sache, wie man es dem Kind verkauft…
        Wenn es natürlich der pösepöse Polizist ist, der dich (das Kind) wegnehmen und in einem Zwinger in die Hölle verfrachten will, ja dann hat das Kind natürlich keinen guten Eindruck…

      • tina sagt:

        tsts: das mädchen hat ja schon keinen kontakt zu seinen eltern, ist in einem heim, leidet bis zur suizidgefährdung, wurde bei der befragung schon mal total falsch behandelt. und wer soll das nun richtig handhaben?

  • Widerspenstige sagt:

    Ich mache es kurz und bündig, in Anbetracht solcher Fragen und Antworten, die nicht viel mehr wissen lassen, als vor einer Woche: das gemeinsame Sorgerecht ist ein Rohrkrepierer und hätte niemals gesetzlich verankert werden sollen! Es zeigt sich wieder einmal, wie direkt Betroffene zum Spielball werden bei solchen hirnverbrannten Zwängereien! Ich sehe mich u Gleichgesinnte bestätigt, als das gem. Sorgerecht zur Diskussion stand. Es ist schlicht nicht umsetzbar für solche Fälle!

    • Sportpapi sagt:

      Das stimmt in solchen Fällen. Nur hätte dann garantiert die Mutter, und nicht der Vater das Sorgerecht…

    • Marcel Zufferey sagt:

      Aha, umsetzbar ist also nur die traditionelle Mutterrolle: Rollenbilder werden nur so lange infrage gestellt, als dass das heilige Mutterkreuz davon nicht tangiert wird! Die Mutter ist also für das Kind zuständig und der Vater für die Kohle. Das klingt ja wie im 19. Jahrhundert (oder 1938)! Gut, ich hatte schon immer so meine Zweifel an der wahren Gesinnung sog. „progressiver“ Kreise. Rückwärtsgewandtheit als Fortschritt zu verkaufen ist auch eine Leitung: Das muss man zuerst einmal schaffen! Aber Traditionen sind ja eh‘ wieder im Trend, wie vor allem die jüngeren Generationen beweisen…

    • Malena sagt:

      @Widerspenstige: Das gemeinsame Sorgerecht ist die fairste Lösung und erlaubt den Kindern gleichwertigen Kontakt zu beiden Eltern. Ein Gericht kann das alleinige Sorgerecht nach wie vor zuteilen falls nötig. Wenn Sie ein Problem haben mit Gleichberechtigung tut mir das leid – aber Sie werden die Gleichstellung nicht aufhalten können.

    • Widerspenstige sagt:

      Halt! So missverstanden will ich nicht werden. Ich betone, dass FÜR SOLCHE FÄLLE das gem. Sorgerecht nicht greift! Das war leider abzusehen, denn wo gemeinsam Sorge getragen wird – um es einfach auszudrücken! – ist das auch bei Trennungsfällen unter den jeweiligen Partnern diskutier- und regelbar. Sind die Fälle aber so verkorkst wie dieses Beispiel sehr medienträchtig beweist, dann können auch Bundesgerichte an ihre Grenzen stossen. DAS ist meine Aussage u ist nicht mit zuwenig Verständnis für Gleichberechtigung zu verwechseln. Also bitte!

      • Malena sagt:

        Ich verstehe Sie schon richtig. Sie haben die Gleichberechtigung der Eltern in Bezug auf das Sorgerecht bekämpft mit Verweis auf schwierige Fälle, in welchen sich ein Elternteil völlig quer legt (und sich damit das alleinige Sorgerecht sichern konnte sofern es die Frau war). Sie schreiben oben „das gemeinsame Sorgerecht ist ein Rohrkrepierer und hätte niemals gesetzlich verankert werden sollen!“ Jetzt wollen Sie sich rhetorisch auf die Seite der Gleichstellung schlagen. Seien Sie doch mal ehrlich zu sich selbst – Sie sind auf dem falschen Dampfer.

      • Martin Frey sagt:

        Danke für die klaren Worte, Malena.

      • Widerspenstige sagt:

        Ja, Malena, das stimmt. Weil immer noch zur Hauptsache die Frau die Hauptlast trägt was Haushalt u Erziehung anbelangt. Unter diesen Voraussetzungen kamen meine Argumente gegen das gem. Sorgerecht zustande. Wenn sich die gemeinsame Sorge im Alltag aber mehr gleichberechtigt ausgebreitet hat, dann wird es wohl in Zukunft erfreulich weniger solche medienträchtigen Sorgerechtskämpfe geben. Davon gehe ich aus oder ich hoffe es sehr für Betroffene.

      • Malena sagt:

        @Widerspenstige: Sie wollten also den Vätern das Sorgerecht vorenthalten, bis sie die Hälfte der „Familienarbeit“ (Einkommenssicherung zählt nicht) übernehmen. Wenn Sie so kalt und berechnend das (rechtliche) Verhältnis zwischen Kindern und ihren Vätern als Geisel einsetzen für die Erzwingung einer ideologischen Gesellschaftsvision, disqualifizieren Sie sich doch selbst und werfen ein schlechtes Licht auf den Feminismus. Gleichberechtigung und Wahlfreiheit sind das Ziel, nicht staatlich sanktionierte Gleichmachung. Und schon gar nicht auf Kosten der Kinder.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Na ja, Widerspenstige: Das paritätische Familienmodell ist, statistisch betrachtet, das Zweitseltenste in ganz Europa, selbst im viel gelobten Skandinavien. Das Seltenste ist dasjenige mit einer Alleinernäherin und einem Hausmann. Und das Drittseltenste besteht aus einer Haupternährerin und einem Mann, der meistens nicht mehr arbeiten kann, selbst wenn er wollte. Warum das so ist, will natürlich niemand so genau wissen. Weil man sich dann gleichzeitig eingestehen müsste, dass die ganze Familienpolitik, so wie sie heute aufgegleist wird, auf vollkommen falschen Prämissen beruht.

      • Sportpapi sagt:

        @WS: Du hast aber auch schon bestätigt, dass du ein Kind auch dann zur Mutter geben würdest, wenn der Vater mehrheitlich die Kinderbetreuung übernommen hat. Weil die Mutter die Mutter ist.

    • Brürrk sagt:

      die sind ja gar nicht geschieden. Sie haben das gemeinsame Sorgerecht, weil sie nicht geschieden sind…

  • Katja sagt:

    Die Gefahr durch Entführungen in Mexiko ist absolut real. Wenn der Vater Geschäftsmann ist, ist durch nichts leichter an sein Geld zu kommen als durch Entführung seines Kindes. Während eine meiner Studentinnen in der Schweiz ein Austauschsemester machte, wurde ihr Bruder entführt. 2 Jahre zuvor der Vater. Die Eltern haben ihr verboten, nach Mexiko zurück zu kehren. Auch bei ihr hatte man es zuvor versucht. Sie studiert jetzt überall, nur nicht zuhause. Schade, dass unsere Gerichte scheinbar nicht ein Minimum an Infirmationen über die Realität im Ausland einholen wollen, bevor sie entscheiden.

    • Daniel H. sagt:

      Danke Katja. Simple, klare Fakten. Nach mexikanischer (!) statistik 115 000 Entfuehrungen im Jahr 2012, Tendenz stark steigend. Es geht hier nicht um einen Sorgerechtsfall, noch die Situation der Mutter ( wie Sportpapi leider leider nicht begreift ) noch die des Vaters. Es geht um die Sicherheitslage eines fast 10 jaehrigen Maedchens, nichts anderes. Und absolut niemand kann da die Verantwortung uebernehmen, oder denkt hier jemand wenn das Kind zurueck kommt und entfuehrt wird springt die Schweizer Justiz zu Hilfe?

    • Felix Stern sagt:

      @Katja: Wäre es die Mutter, die von einer Gefahr in Mexiko reden würden, wäre man sich hier im Feministinnen-Blog einig. Dann wäre es eine Zumutung, ein Kind dort hinbringen zu wollen. Das Problem ist nur, es ist eben der VATER, der hier erzählt, dass er erpresst wurde und dadurch eine gefahr für das Wohl des Kindes entstehet. Für Feministinnen sind die Aussagen eines Mannes nicht ernst zu nehmen. Wer weiss, ob der die Gefahr nicht hoch gaukelt? Vielleicht ist er ja selber Schuld, dass er erpresst wurde? Andere finden nette Kuoni-Kataloge und schon kann man alle Mafia-Besuche vergessen.

  • Besserwisser sagt:

    Und jetzt versucht euch einmal vorzustellen, dass das Kind tatsächlich nicht beeinflusst wurde (nicht mehr als alle Kinder beeinflusst werden, durch eine gesunde und sichere Umgebung, das schulische und soziale Umfeld), sich seit Wochen unter massiv einseitiger Beeinflussung immer noch gegen eine Rückführung wehrt. Dass das Bundesgericht tatsächlich ein Fehlurteil gemacht hat und dies nun mit allen Mitteln zu rechtfertigen und durchzudrücken versucht. Das wäre eine himmelschreiende Ungerechtigkeit, oder?

    • Madeleine sagt:

      Herzlichen Dank! Das sehe ich genau so und kann mir nicht erklären, weshalb es bei dieser Geschichte noch so viele Zweifler gibt! Wenn es denn an der Darstellung der Gegenseite fehlt, so denke ich mir: „Die Mutter handelt nur noch aus purem Egoismus!“ Es würde mir das Herz brechen, wenn meine Tochter im Heim sein müsste und würde ALLES auch meine Wünsche zurückstellen, damit sie dort heraus kommt!

      • Sportpapi sagt:

        @Madeleine: Wenn der Vater ihrer Kinder mit den Kindern nach, sagen wir mal, China ziehen würde, ohne Sie zu fragen. Dann würden Sie den Kindern zu liebe auf jegliche Ansprüche verzichten und der Restfamilie alles Gute wünschen? Weil Sie ja auf keinen Fall egoistisch sein wollen?

      • Madeleine sagt:

        @Sportpapi: Jetzt verdrehen Sie aber die Tatsachen. Es war ja abgemacht, dass Vater und Tochter für einige Monate in der Schweiz leben wollten und auch, dass sie nachher ganz in der Schweiz leben wollten! Nun steht die Geschichte aber an einem ganz anderen Punkt! (ich kanns selber kaum glauben, dass ich für einmal auf der Vaterseite stehe – aber hier finde ich die Sachlage ganz eindeutig!)

      • Sportpapi sagt:

        @Madeleine: Wenn es fix gewesen wäre, dass die Familie inklusive Mutter „nachher“ ganz in der Schweiz wohnen wollten, dann wäre ganz sicher nicht die Rückkehr nach Mexiko nach drei Monaten vereinbart worden. Dass auch die Mutter in die Schweiz wollte, wissen wir nicht so genau. Dass die Absprache aber lautete, dass Vater mit Tochter nach drei Monaten nach Mexiko zurückkehrt ist glaube ich unbestritten. Nur hat er sich nicht an diese Abmachung gehalten.

      • ka sagt:

        @Madeleine: wir haben viel zu wenig Informationen um uns ein Urteil zu bilden, es steht uns gar nicht zu, für eine Seite Partei zu nehmen. Lösen könne diese unmögliche Situation nur die Eltern, indem sie zusammensitzen, miteinander reden und für das Kind die beste Lösung finden. Die Verantwortung kann man nicht an ein Gericht delegieren!

    • tststs sagt:

      „Und jetzt versucht euch einmal vorzustellen, dass das Kind tatsächlich nicht beeinflusst wurde…“
      Sorry, entweder das Kind ist ein Roboter oder beeinflussbar.
      Viel schlimmer finde ich die Instrumentalisierung des Kindes…spätestens bei den geäusserten Suizidgedanken müsste jedem auffallen, wie wenig hier noch das Mädchen aus dem kindlichen Munde spricht!

    • Besserwisser sagt:

      Das Kind ist fast 10 Jahre alt. Hätte es diese Altersgrenze erreicht wäre das Ganze kein Problem. Aber es sollte doch bitte auch auf die Reife geachtet werden. Wenn ein 10jähriges sagt, dass es erst um 24 Uhr ins Bett will ist das doch schon ein bisschen ein Unterschied, wie ein 10jähriges, dass sich dagegen sträubt in ein gefährliches Land zurück zu kehren. Wobei es nicht einmal genau weiss wohin es kommt und in welches Umfeld. Und wie genau die Suizidäusserungen ausgesehen haben wissen wir nicht. Es hat bestimmt nicht gesagt „ich suizidiere mich“.

      • ka sagt:

        es ist da aufgewachsen, kommt zurück zur Mutter in eine gewohnte Umgebung! Diesen Fall haben die Eltern verbockt, sie tragen die alleinige Verantwortung für diesen Zustand!

      • Besserwisser sagt:

        Die gewohnte Umgebung war beim Vater, welcher für die Tagesstruktur und Sicherheit gesorgt hat. Es ist unklar, wo das Mädchen hinkommt. Und wäre die Mutter in der Position des Vaters wäre der Entscheid sicher anders heraus gekommen.

      • tina sagt:

        besserwisser, wenn du da involviert bist: niemand kann sich ein bild der lage machen hier (auch dann nicht, wenn beide elternteile die gesamte wahrheit aus ihrer perspektive hier darstellen würden, eben weil es nur ihre perspektive ist), lass dir die kommentare nicht zu nahe gehen. die diskussion hier dreht sich nicht um die tatsächlich involvierten personen sondern um eine „was wäre wenn“ geschichte.

      • Lea sagt:

        Nein, die gewohnte Umgebung war bei den Eltern in Mexiko. Mit dem Vater in der Schweiz kam das Kind erst letztes Jahr zu einem dreimonatigen BESUCH, der vom Vater und der Oma widerrechtlich verlängert wurde.

  • tststs sagt:

    Ich wiederhole mich: erlaube mir kein abschliessendes Urteil.
    Aber den folgenden Satz finde ich ziemlich schamlos: „Man entschuldigt sich gegenüber den Verdingkindern, aber man tut nichts, wenn heute einem Kind das Gleiche widerfährt.“ Die Situation dieses Kindes mit dem eines Verdingkindes zu vergleichen, finde ich jenseits…spricht für die Objektivtät des Interviewten…

    • marielle sagt:

      Hätte mich fast an meinem Kaffee verschluckt als ich das las. Eine solche Aussage ist widerwärtig und verhöhnt die Opfer. Bezeichnend, dass keine Nachfrage vonseiten der Interviewerin kommt. Frage mich sowieso, weshalb ein Einzelfall hier breit getreten wird, bei dem man nichts als spekulieren, aber dafür seine Auffassung, dass die Schweiz das Mass aller Dinge sei, vertreten kann. Wie anmassend. Auch in Mexiko leben Eltern, die ihre Kinder lieben. Und man sollte ein pauschales Urteil über andere Länder tunlichst vermeiden, wenn man sein bisheriges Leben in der Swissness-Blase verbracht hat.

      • Martin Frey sagt:

        Ging mir gleich wie Marielle. Der „Experte“ versteigt sich hier zu einer unglaublichen Aussage. Sagt einerseits viel über die Experten in unserer Medienlandschaft, sowie andererseits auch über Journalismus aus, dass man derartige Aussagen einfach so stehen und wirken lässt.

      • ka sagt:

        danke, frage mich auch wie die Beziehung der Autorin zu diesem Fall ist. Eigentlich geht es hier um einen Scheidungskrieg mit Sorgerechtsstreit und zusätzlicher Komplikation von Wohnorten in verschiedenen Ländern. Das sind ganz private Angelegenheiten, die die Öffentlichkeit eigentlich nichts angehen.

    • Widerspenstige sagt:

      Ja, dieser Satz ist mir auch sauer aufgestossen. Der Vergleich ist schamlos, tststs. Aber es lässt aufhorchen, was genau da abläuft vor aller interessierten Augen. DAS sollte doch wachrütteln, in welch desolatem Zustand das Sorgerecht dahin vegetierte. Wieso kommt so ein Fall in einer ‚Rundschau‘ (die ich nicht gesehen habe, werde ich im Podcast nachholen) u wieso wird die väterliche Sichtweise so vermarktet?! Das ist mE eine viel beachtenswertere Tatsache u sollte wirklich näher untersucht werden. Wieviel Einfluss hat der Vater auf gewisse Medienkreise u wie schlachtet er seinen Fall aus?!

    • Gundel sagt:

      Dass die Berichterstattung unprofessionell, und so in höchstem Masse kontraproduktiv ist, scheint unbestritten.
      Aber @marielle bezüglich ihrer „Swissness-Blase“ frage ich mich doch, ob nicht gerade Leute mit einer Einstellung wie sie, die typischen Schweizer-Bünzli sind, die ein Leben lang in der Schweiz gelebt haben und meinen, es sei doch überall so, wie bei uns.
      Unsere lieben naiven Schweizer können sich meist keine Vorstellung machen, wie korrupt es in vielen Ländern dieser Welt zu und her geht. Darf man offiziell natürlich nicht sagen, ist aber trotzdem so.

      • ka sagt:

        na ja, betreff Korruption wird die Schweiz im Moment gerade durch die Weltpresse gejagt (FIFA) 😉

      • marielle sagt:

        Ich habe nicht mein ganzes Leben in der Schweiz verbracht, sondern lebe hier erst seit einigen Jahren. Ich gebe Ihnen in dem Punkt recht, dass man aus westlicher Warte auch Gefahr laufen kann, Zustände in anderen Regionen zu romantisieren. Mein Punkt ist einfach, dass man vorsichtig sein sollte, als Experte wohlgemerkt, immer nach unseren europäischen Massstäben urteilen zu wollen, wenn man bei seiner Argumentation nicht tatsächlich auf präzise Kenntnisse der jeweiligen Lebenswelt zurückgreifen kann.

      • Gundel sagt:

        typische Antwort einer braven Schweizerin, die nichts kennt, als die Welt der Presse

        wohnen sie mal ein paar Jährchen in Mexico oder in Bulgarien….

      • marielle sagt:

        Zudem ist es für mich auffallend, wie sehr viele die Haltung verinnerlicht haben, dass in der CH grundsätzlich immer alles besser ist als in anderen Ländern. Ausser Acht gelassen wird bei einer solchen Argumentation aber eben, dass es andere Menschen gibt, die ebenfalls gern in ihren Ländern leben, dort Kinder aufzuziehen, lieben, lachen und sterben und auch dort bleiben möchten. Die Schweizer Gesetzgebung leistet der Korruption von Sportverbänden ebenfalls Vorschub, aber wie würde man sich empören, wenn ein mexikanischer Experte sagen würde: Nun, dann ist wohl auch das ganze Land korrupt.

      • marielle sagt:

        Bemerkenswert, Gundel, was Sie so alles über Kommentatorinnen zu wissen glauben, die Sie gar nicht kennen.

      • Gundel sagt:

        marielle – als ehemalige Weltenbürgerin, die jahrelang in verschiedenen Ländern gelebt hat und da ich sehr viele Bekannte mit ähnlicher Vita kenne, merke ich sofort, wenn eine Person andere Länder nur vom Ferien machen kennt.

      • marielle sagt:

        Zum Einen habe ich mich, im Gegensatz zu anderen Leuten hier, überhaupt nicht zur Lage in anderen Ländern geäussert. Zum Anderen würde ich an Ihrer Stelle Ihr Urteilsvermögen einmal überdenken, trotz eines bewegten Lebens als Weltenbürgerin (was auch immer das heissen mag). Denn ich bin keine Schweizerin und demnach laufen Ihre Aussagen, die hier eine brave Bünzli-Schweizerin erkannt haben wollen, wohl ins Leere.

    • Felix Stern sagt:

      Ich wüsste nicht, inwiefern der Umgang der Feministinnen mit den Kindern sich von dem Umgang mit den Verdingkindern unterscheiden sollte. In beiden Fällen waren die Kinder nur Spielball anderer Interssen. Heute sind die Kinder Spielball der Interessen der Feministinnen. Sie werden keinen Deut besser behandelt als die Verdingkinder.

      • Franz Vontobel sagt:

        Sie werden keinen Deut besser behandelt als die Verdingkinder.

        Aha. Das heisst, Kinder werden von „den Feministinnen“ erniedrigt, ausgebeutet, geprügelt, vergewaltigt, totgeschlagen.

      • Daniel H. sagt:

        @Mila: Ihrer Meinung nach sollten also alle Vertraege, mit jeglichen Laendern, egal wann sie geschlossen wurden, immer eingehalten werden? Sollte es nicht, speziell wenn es um Kinder geht, richtig sein die Zeit aufzuwenden und die Situation, von mir aus jeden Monat, neu zu evaluieren? Die Situation in Laendern aendert sich, wissen sie sicher. Solche die vor 25 Jahren perfekt in Ordnung waren sind es vielleicht heute nicht mehr. In diesem Sinne, auch solche die letzten Monat in Ordnung waren sind es vielleicht nicht mehr. Zur Situation in Mexico gibt es wirklich nicht mehr zu sagen….

    • Andreas Bucher sagt:

      Man muss auch ganz objektiv nicht immer gleicher Meinung sein. Betreffend der Zahl der Betroffenen und die Schrecklichkeit der Erlebnisse mag der Vergleich hinken. Vergessen Sie aber nicht, dass es nun viele Kinder sind, die die Schweiz ins Ausland geschickt hat, ohne sich um ihr oft trauriges Schicksal weiter zu kümmern. Bitte nicht einfach die Augen verschliessen, weil man sich bei den Verdingkindern entschuldigt hat. Mir geht es um ewas anderes: Die Richter handeln heute wie damals: Besserwissen, Eltern strafen, kein Blick aufs Kind. An der Mentalität hat sich wenig bis nichts geändert.

      • Sportpapi sagt:

        @Andreas Bucher: Können Sie mal ein paar Beispiele für das traurige Schicksal dieser heimgeschickten Kinder bringen? Ist es nicht auch Besserwissen, wenn wir glauben, den Kindern gehe es generell in der Schweiz besser als im Herkunftsland, und unsere Gerichtsbarkeit habe sich über die des zuständigen Gerichts vor Ort hnwegzusetzen?

      • Andreas Bucher sagt:

        An „Sportpapi“: Den Sohn Bianchi hat man nach Italien geschickt und dem ging es dort gar nicht gut, getrennt von seiner Mutter. Kürzlich hat man einen 8-jährigen nach Italien geschickt, ohne die Mutter, und es besteht kaum Aussicht, dass er vor der Volljährigkeit zurück kommt. Man hat drei Knaben mit der Mutter nach Argentinien gschickt, obwohl sich der Vater um die Kinder gar nicht kümmern wollte; die Schweizer Botschaft hatte Unterstützung geleistet, so miserabel war die Situation. Die beiden australischen Kinder hat man für 11/2 Jahre nach Australien geschickt, bei Dritten untergebracht.

      • mila sagt:

        Merke: ein Fehlurteil zu Lasten des Kindes liegt immer dann vor, wenn der betroffene Elternteil Schweizer Herkunft ist, unabhängig vom Zielland, das zuvor der Lebensmittelpunkt der Familie war. Kinder, die in die Schweiz rückgeführt werden, leiden anscheinend nicht. Oder wollten Sie uns eigentlich etwas ganz anderes sagen?

        Wenn die Zustände derart himmelschreiend sind, sollte sich die Schweiz wohl wirklich überlegen, das Haager Abkommen zu kündigen – und nicht nur mit Mexiko. Denn augenscheinlich sind nur Schweizer Eltern gute Eltern.

      • mila sagt:

        Und nun ohne Ironie: wenn eine Grundsatz-Regelung nicht umgesetzt wird, weil dann doch (je)der individuelle Einzelfall vor Ort geprüft werden soll, dann fragt es sich schon, wozu es eine solche Regelung überhaupt braucht.

      • Sportpapi sagt:

        @Andreas Bucher: Dem Sohn Bianchi ging es also gar nicht gut, als er zum Vater zurück musste? Nachdem die Mutter mit ihm drei Jahre auf der Flucht war? Sie hätten also den Sohn nicht zurückgebracht? (übrigens: wie wär es denn, wenn eine wildfremde Person ein Kind entführt und an sich gewöhnt?)
        Und eine Mutter mit den Kindern nach Argentinien zurück, was die Mutter sehr bekümmert, wie ich gelesen habe, da sie lieber in der Schweiz leben würde. Aber dass die Mexikanerin nun einfach in die Schweiz kommen soll, um ihre Kinder zu sehen, das ist natürlich etwas anderes.

      • Sportpapi sagt:

        Sie haben aber recht, den involvierten Kindern geht es ganz sicher nicht gut. Denn Sie haben das Recht auf regelmässigen Kontakt zu beiden Elternteilen, dort, wie der familiäre Lebensmittelpunkt lag. Also geht es doch darum zu verhindern, dass Kinder entführt werden. Und dies gelingt sicher nicht, wenn wir den Entführern schliesslich noch recht geben, sie unbehelligt mit ihren Kindern bei uns leben lassen. Als Vorbild für andere. Gerade deshalb gibt es doch das Abkommen! Dass die Kinder schnell zurückgeführt werden, und keine Fakten geschaffen werden, die nicht mehr geändert werden können.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Sie habe völlig recht. In einem alten Artikel zum Thema habe ich gelesen, dass man das Haager Abkommen unterzeichnet habe, damit aus der Schweiz (von Männern!) entführte Kinder umgehend zurückgebracht werden. Man habe aber Mühe damit bekommen, dass man dafür plötzlich auch Gegenrecht leisten musste, da dies so schon nicht verstanden werde…

      • Andreas Bucher sagt:

        An Sportpapi: Sie sind nun den ganzen Tag mehrmals interveniert und haben leider erst wenig dazu gelernt. Es geht weder ums Abkommen noch um die Eltern, sonder ganz einfach nur ums Kind: dem geht es jämmerlich schlecht und das können Sie nicht mit Ihren Theorien wegdefinieren. Ich hatte noch nicht angefügt: Das Kind, von dem kürzlich in der NZZ die Rede war, musste 5 Jahre in New York ausharren, bis es von seinem Vater befreit wurde und zur Mutter zurückkehren konnte. Die Gerichte hatten anerkannt, dass der Vater sexuelles Grenzverhalten zeige. Und Sie wollen immer noch nichts verstehen?

      • mila sagt:

        Ich verstehe sehr gut. Man will das Fünferli und das Wegglu aus Schweizer Sicht – aber dann wäre es zumindest redluch, auf das Fünferli (Haager Abkommen) zu verzichten, dass im Einzelfall ohnehin zum Papiertiger verkommt. Denn erschwerende Umstände, die eine Einzelfallprüfung aus Schweizer Sicht erfordern, werden sich wohl immer (er)finden lassen.

        @SP: Der Eindruck, den Sie mit Verweis auf den alten Artikel schildern, hat mich dieser Tage ganz aktuell wieder beschlichen. Und nicht zum ersten Mal.

      • Sportpapi sagt:

        @Andreas Bucher: Sie bringen gerade ein neues Thema ins Spiel, das ich bei Ihnen in früheren Schriften zum Thema allerdings bereits als zentral gelesen habe. Dass es bei der Gefährdung von Leib und Leben nämlich in erster Linie um den Schutz vor einem gewalttätigen und/oder sexuell übergriffigen Vater (!) geht, vor dem die Mutter (!) mit Kind verständlicherweise geflüchtet ist. Sie verlangen also, dass Schweizer Gerichte dies aus der Ferne überprüfen, und notfalls Entscheide des zuständigen lokalen Gerichts (sowieso korrupt!) über den Haufen werfen. Die Idee ist löblich.

      • Sportpapi sagt:

        Doch wir alle wissen, dass solche Vorwürfe in Sorgerechtsstreitereien Alltag sind. Was nicht heisst, dass nichts daran ist, oder vor allem, dass die Mutter nicht fest daran glaubt. Das ändert aber nichts daran, dass für die Überprüfung die Behörden am alten Wohnort zuständig sind. Dies ist doch der Kern der Haager Vereinbarung.

      • Sportpapi sagt:

        Ziel dieses Übereinkommens ist es,
        a) die sofortige Rückgabe widerrechtlich in einen Vertragsstaat verbrachter oder dort zurückgehaltener Kinder sicherzustellen und
        b) zu gewährleisten, dass das in einem Vertragsstaat bestehende Sorgerecht und Recht zum persönlichen Umgang in den anderen Vertragsstaaten tatsächlich beachtet wird.
        Etc. Was Sie vorschlagen ist, diesen Automatismus grundsätzlich in Frage zu stellen, und unsere Behörden über die anderer Länder zu stellen.

      • Daniel H. sagt:

        @sportpapi: Herr Bucher hat etwas verstanden, und versucht verzweifelt Ihnen etwas zu erklaeren, dass offensichtlich weit ueber Ihren intellektuellen Kompetenzen liegt. Und ueber denen von ein paar anderen eifrigen Kommetierenden hier. Nochmals, wenn jemand dermassen qualifiziert und informiert, nicht nur im Allgemeinen sondern auch im spezifischen Fall, etwas zu sagen hat solltet Ihr alle vielleicht einfach mal zuhoeren. Zuhoeren und lernen, aber das liegt Euch leider fremd. Schade……und Herr Bucher: Sie geniessen meinen allerhoechsten Respekt fuer Ihren Einsatz.

      • Sportpapi sagt:

        Herr H., ich halte Ihnen jetzt mal zu Gute, dass Sie offenbar durch ihre persönliche Betroffenheit aufgebracht sind und damit nicht mehr in der Lage, eine vernünftige Diskussion zu führen. Ja, Andreas Bucher weiss in der Thematik viel mehr als wir. Nein, er hat die Wahrheit dennoch nicht für sich gepachtet. Nehmen Sie zur Kenntnis, dass hier einige kluge Menschen, zum Teil ebenfalls vom Fach, eine ganz andere Haltung einnehmen. Aus guten Gründen. Ebenso wie offensichtlich das Bundesgericht, das nicht einfach unprofessionell und dilettantisch arbeitet, sondern sich wohl auch etwas überlegt.

  • Ka sagt:

    Bei dieser Geschichte gibt es doch nur Verlierer. Die Behörden können nur falsch entscheiden, entweder aus Sicht der Mutter, oder aus Sicht des Vaters, ganz bestimmt aber hat das Kind verloren, in dem Moment wo der Vater sich mit der Tochter abgesetzt hat!

    • Sportpapi sagt:

      Danke. Eigentlich fasst das das Geschehen perfekt zusammen. Die zentrale Frage für mich ist nun aber, wie kann man nun nicht nur für das Kind eine optimale Situation schaffen, sondern auch möglichst ähnliche Fälle in Zukunft verhindern.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Ka
      wann hat sich der Vater abgesetzt?
      Wie soll denn ein Elternteil Ihrer Ansicht nach, angemessen reagieren, wenn der eine Teil sich nicht mehr an Abmachungen hält? Bis jetzt war die Info dass ein Umzug in CH von Beiden geplant war, jedoch die Mutter einen Rückzieher machte.
      Ehrlich gesagt, mein Vertrauen in die MX-Justiz wäre ebenfalls zu gering, als dass ich dann vertraglichen Abmachungen mein Schicksal übergeben würde und aufs Prinzip Hoffnung setzte- also das Kind zurückfliegen lassen würde in der Hoffnung, die dortige Rechtsprechung würde dann fair gewichten.

      • Sportpapi sagt:

        Frau Steiner, sich verkehren gerade die verfügbaren Tatsachen. Der Vater gibt an, dass auch die Mutter mit dem Gedanken gespielt hat, in die Schweiz zu kommen. Sicher ist aber, dass vereinbart war, dass er mit dem Kind nach den drei Monaten wieder nach Mexiko zurückkehrt. Vielleicht ist es gerade dieser Vertrauensbruch, der ausschlaggebend ist, dass die Mutter nicht mehr kommen möchte.

    • maia sagt:

      @BS: Es war geplant gewesen, dass das Kind erstmal 3 Monate in der Schweiz beim Vater ist um zu schauen, wie das läuft. Dann aber sollte es zurück zur Mutter. Der Vater hat das Kind dann aber hier behalten. Ja und jetzt: „Wie soll denn ein Elternteil Ihrer Ansicht nach, angemessen reagieren, wenn der eine Teil sich nicht mehr an Abmachungen hält?“ – wie soll sich die Mutter verhalten nach diesem Vertrauensbruch durch den Vater?

      • Brunhild Steiner sagt:

        @maia
        @Sportpapi

        laut Berichten („verfügbaren Tatsachen“, Herr Sportpapi…)
        ist der Vater gebliebe weil das Kind in der Zwischenzeit offenbar nicht mehr zurückwollte;
        da eine Übersiedelung ohnehin geplant (und nicht bloss Gedankenspielerei, Sportpapi) war,
        gab es die Planänderung,
        hätten Sie auch die Güte die veränderte Bedrohungslage
        in Form von unfreundlicher Besuch zuhause zwecks Gelderpressun in die veränderten Umstände miteinzubeziehen?

      • maia sagt:

        Leider weiss ich nicht, ob diser Besuch zwecks Gelderpressung stattgefunden hat. Ich war schlicht und einfach nicht dabei – Sie offenbar schon. Ich frage mich aber, warum dies dann nicht an Ort und Stelle geklärt wurde. Warum lies der Vater die Mutter im Glauben, dass das Kind nach drei Monaten zurück kommt?

      • Sportpapi sagt:

        Soso, die veränderte Bedrohungslage also, in den drei Monaten, da Vater und Kind in der Schweiz wohnten…

      • Besserwisser sagt:

        Die Lage veränderte sich in den letzten 6 Jahren stetig zum Schlechten. Seit einem Jahr nun sogar dramatisch. Deshalb und der Schulbildung und Zukunftsperspektiven zuliebe war es auch der Plan, das Kind in der Schweiz einzuschulen.

      • Sportpapi sagt:

        @Besserwisser: Offenbar sind Sie ja Insider. Können Sie uns sagen, weshalb der Vater nicht wie abgemacht nach drei Monaten zurückgekehrt ist, um eine schnelle, einvernehmliche Lösung zu finden? Und weshalb die Mutter anschliessend ihre Absichten geändert hat?

      • tina sagt:

        gerade wenn besserwisser insiderwissen hat, hoffe ich sehr, dass er es nicht ausplaudert. das geht uns alle überhaupt nichts an, und wir können uns niemals eine meinung bilden. ich glaube nicht, dass es irgendetwas für irgendjemanden besser macht, wenn man hier persönliche geschichten durchkaut

  • Sportpapi sagt:

    Und für einmal ärgert mich die Interviewführung tatsächlich. Weshalb gibt man dem Befragten nur Steilpässe, seine Anliegen unterzubringen, und verzichtet vollständig auf kritische Rückfragen? Wie etwa: Wie steht es mit der Beeinflussung des Kindes. Wie kann so der Kindeswille erfasst werden. Wie ist die Situation der Mutter? Welche Möglichkeiten hat sie, ihre Rechte wahrzunehmen, die ihr vom zuständigen Gericht zugesprochen wurden. Welchen Wert hat ein Abkommen, wenn selbst Länder wie die Schweiz die Umsetzung verweigern und damit die Interessen der „eigenen Leute“ wahren?

    • Sportpapi sagt:

      Was würde das für die nächsten Fälle bedeuten, wenn vielleicht einmal ein Kind aus der Schweiz in ein entferntes Land entführt wird? Ist es vertretbar, dass man dafür belohnt wird, wenn man einen Rechtsbruch begeht? Dass man also seine Ziele so erreicht, die man auf ordentlichem, legalen Weg nicht bekommt? Hier konkret: Das zuständige Gericht spricht das gemeinsame Sorgerecht, mit der Entführung bekommt der Vater faktisch das alleinige, das ihm gar nicht zusteht. Was für eine Botschaft sendet das aus? Ist zu erwarten, dass sich solche Fälle häufen, wenn es keine Konsequenzen gibt?

      • Brürrk sagt:

        ach, in dieser frage sind die Schweizer braver als andere Länder. Ich vermute, die Schweizer sind wesentlich konsequenter in der Umsetzung des Haager Abkommens, wenn es gegen die Interessen ihrer eigenen Staatsbürger geht als andere Länder. Auf jeden Fall habe ich hier schon einige Beispiele gehört, wo Schweizer Mütter oder Väter gegen ihren Willen ein Kind in ein fremdes Land abgeben mussten.

  • Sportpapi sagt:

    Das ist jetzt also die objektive Stellungnahme des unabhängigen Experten? Ha, wie anders würde sich wohl der Anwalt des Vaters äussern!

    • Carmen sagt:

      Der hätte bestimmt noch bessere Argumente. Und stellen Sie sich einfach mal vor, sie haben Recht? Dann wäre diese Situation tatsächlich unhaltbar. Aber klar, wir sind wie immer Staats- und Rechtsgläubig. Bis wir selber in die Maschinerie geraten. Lesen sie sich mal über die unzähligen Fälle ein, in denen das HKÜ zuungunsten der Kinder durchgesetzt wurde. Die zwei Neuseeländischen Buben befinden sich jetzt dort in einem Kinderheim. Aber Hauptsache, wir befolgen streng unsere Paragraphen. Obwohl in diesem Fall, wie mir scheint das HKÜ vom Bundesgericht selber verletzt wurde.

      • Sportpapi sagt:

        @Carmen: Ich stelle mir vor allem vor, ich wäre in der Situation der Mutter. Und in einem fremden Land, das eigentlich gar nicht zuständig ist, würde eine solche „Maschinerie“ anlaufen, statt einfach mein entführtes Kind wieder zurückzubringen.

    • Carmen sagt:

      Zurück in ein Land, in welchem die Gesetze schon seit Jahren ausser Kraft gesetzt sind. Haben Sie ernsthaft das Gefühl, dass Sie umgekehrt ein Kind aus Mexiko je wieder zurück bringen könnten?

  • Malena sagt:

    Meine Position: 1. der Vater hat mit seinem Vorgehen die Situation verschuldet und 2. die tatsächliche Gefahr für das Kind muss im Rückführungsentscheid berücksichtigt werden.
    Dieses Interview ist aber wenig hilfreich, viele Aussagen sind schwammig bis tendenziös:
    „bis zum Äussersten zu gehen – Sie verstehen sicher, was ich damit meine“
    „die Polizei in Mexiko korrupt ist. Da liegt der Schluss nahe, dass das Gleiche auch für die mexikanischen Gerichte gilt“
    „der Kindeswille wird nie beachtet“
    Andreas Bucher wurde schon im ersten Artikel zitiert. Was meinen andere Rechsexperten?

  • Marcel Zufferey sagt:

    Offenbar haben die Justizbehörden dermassen viel Ermessensspielraum, dass man schon fast versucht ist, (in diesem Falle) von reiner Willkür zu sprechen. Das sind keine guten Voraussetzungen für faire Verfahren, richterliche Anordnungen und rechtsgültige Urteile, sowohl in diesem Falle als auch in Scheidungs- und Trennungsfragen ganz generell. Die Kinder werden auf diesem Weg zu einer Art Pfand, zu einem Erpressungsmittel.

    • mila sagt:

      Das ist doch bei jeder Trennung/Scheidung mit Kampf ums Sorgerecht der Fall: das Kind wird zum Pfand. Insofern, als auf seinem Rücken die gegenläufigen Interessen der Eltern ausgetragen werden. In erster Linie sind dafür die Eltern zu verantworten, in zweiter Linie stellt sich die Frage, wie Gerichte in einer derart verfahrenen Situation für Transparenz und ein faires Verfahren sorgen können. Denn jedes Elternteil wird von sich behaupten, es handle ausschliesslich im Hinblick auf das Kindswohl. Die ‚Wahrheit‘, wenn es eine solche überhaupt gibt, bleibt auf der Strecke –

      • mila sagt:

        und ich beneide keinen Richter um die Aufgabe, einen Entscheid fällen zu müssen. Was die Gesellschaft erwarten darf, ist, dass alle Aspekte umfassend abgeklärt und berücksichtigt werden. Ist dies in einem Verfahren nicht der Fall, und werden die Kompetenzen überschritten, haben sich die zuständigen Behörden zu verantworten.

        Aber das ändert nichts an der Ausgangslage, dass in aller Regel die Eltern ihr Kind in eine unmögliche Lage gebracht haben – wobei selten einer allein die Verantwortung dafür trägt.

      • Sportpapi sagt:

        „wobei selten einer allein die Verantwortung dafür trägt.“ Aus den wenigen verfügbaren Informationen: Was werfen Sie der Mutter vor? Was hätten Sie anders gemacht?
        Ansonsten haben Sie recht. Allerdings bezweifle ich, dass das Schweizer Gericht hier zuständig ist, nur weil das mexikanische offenbar ein aus Schweizer Sicht „falsches“ Urteil fällen könnte (obwohl in der Schweiz wohl genau gleich entschieden würde). Und ich finde es ganz schlimm, einem kleinen Kind die Entscheidung zu überlassen, ihm so viel Verantwortung aufzubürden und es in einen grossen Loyalitätskonlikt zu stürzen.

      • mila sagt:

        Ich werfe der Mutter gar nichts vor, offenbar hat sie mehrere Monate gewartet, bevor sie sich an die Behörden wandte. Was für mich zumindest von Gesprächsbereitschaft zeugt – aber eben, auch das ist nur eine Vermutung angesichts einer weitgehend unklaren Sachlage.

    • Marcel Zufferey sagt:

      Ketzerische Frage: Wann stösst ein Rechtstaat eigentlich an seine Grenzen? Oder kann er einfach nach Belieben in jeden Lebensbereich eingreifen und richten? Wie privat ist das Private? Wie viel Objektivität kann der Staat mit seinen Organen überhaupt herstellen? Kann der Staat überhaupt objektiv sein? Oder triumphiert am Ende immer der menschliche Makel?

    • 13 sagt:

      @ M.Z.
      Eben gerade nicht. Das Ermessens eines Gerichts nach dem Haager Übereinkommen ist sehr eingeschränkt, im Gegensatz zum Scheidungsverfahren. Es gilt immer der Grundsatz, dass ein zu Unrecht in ein anderes Land gebrachte oder dort behaltene Kind zurück muss, ausser in ganz speziellen Ausnahmefällen. Und gerade einen solchen hat das Bundesgericht verneint. Damit hatte es kein Ermessen mehr, sondern musste so entscheiden.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Es scheint aber, als ob die Arbeitgruppe unter Prof. Bucher neue Regelungen eingebracht hat, eben mit der Ziel der stärkeren Berücksichtigung des Kindswohls, die eben gerade dem Sinn und Geist des Haager Übereinkommens widersprechen. Denn faktisch wird damit die Tür geöffnet, hier in der Schweiz die Sorgerechtsfrage noch einmal zu prüfen. Damit wird das Abkommen zur Farce und letztlich wertlos. Dies obwohl man weiss, wie problematisch die Fälle mit Ländern sind, die dem Abkommen nicht unterstellt sind, und man also den Wert der Vereinbarung gerade für Schweizer Eltern kennt.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Ja, das scheint so zu sein, wie dieser Fall beweist, 13. Was Scheidungs- und Sorgerechts- sowie Umgangsrechtsurteile anbelangt, geben Sie mir also recht. Offenbar als Juristin. Ich denke, am Kindswohl und in Familienfragen droht eines der wichtigsten Projekte der Moderne, die Gleichberechtigung der Frauen, zu scheitern. Alte Ungerechtigkeiten werden einfach durch neue Ungerechtigkeiten ersetzt.

    • Marcel Zufferey sagt:

      Sie haben recht, mila: Den Gerichten obliegt es, aus der subjektiven Interessenswahrnehmung der Eltern a) einen objektiven Sachverhalt abzuleiten und b) auch noch ein Urzeil zu fällen, dass allen Beteiligten gleichermassen gerecht wird- ausser den Kindern, nota bene. Deshalb auch meine unten stehenden Fragen.

      • mila sagt:

        Der menschliche Makel triumphiert im Grunde schon dann, wenn zwei vollmündige, erwachsene Personen nicht dazu in der Lage sind, sich als Eltern mit gemeinsamer Verantwortung gütlich und im Kindsinteresse zu einigen. Die Behörden erhalten, wenn man so möchte, lediglich den Schwarzen Peter weitergeschoben. Und müssen im Rahmen der geltenden rechtlichen Bestimmungen eine tragfähige Lösung finden.

        Nun kann man lange darüber diskutieren, ob der gesetzliche Rahmen fair geregelt ist, die Behörden gemäss ihren Kompetenzen handeln etc. Ich verstehe allerdings nicht genau, was Sie damit meinen,

      • mila sagt:

        dass die Gleichberechtigung der Frauen am Kindswohl und Familienfragen zu scheitern droht. Denn: die meisten Paaren trennen sich einvernehmlich. Und wie in allen übrigen zivil- und strafrechtlichen Belangen ist es ein verhältnismässig kleiner Rest, der die Behörden überproportional beschäftigt.

      • Marcel Zufferey sagt:

        Mila: Natürlich finden die meisten Scheidungen ‚einvernehmlich‘ statt. Aber weit über 90 Prozent aller Alleinerziehenden sind komischerweise weiblich. Sobald sich Eltern trennen, findet ein Salto rückwärts in die Fünfzigerjahre statt und der Vater muss zahlen und die Mutter kümmert sich um die Kinder. Ob er auch Teilzeit gearbeitet hat oder nicht, ist völlig irrelevant. Und aus der gemeinsamen Wohnung darf er meist auch noch ausziehen. Viele Väter geben einfach auf und unterschreiben die Scheidungskonvention, weil sie wissen, dass sie keine Chance haben. Das nennt sich dann ‚einvernehmlich’…

      • Sportpapi sagt:

        Das erscheint mir ein relevanter Hinweis. Natürlich gibt die aktuelle Scheidungspraxis auch den Rahmen für eine einvernehmliche Regelung vor. Beide Seiten wissen ja, wie die Gerichte entscheiden.

      • tststs sagt:

        „in die Fünfzigerjahre statt und der Vater muss zahlen und die Mutter kümmert sich um die Kinder. Ob er auch Teilzeit gearbeitet hat oder nicht, ist völlig irrelevant…“ Sorry, aber das stimmt doch so einfach nicht; idR werden die bestehenden Verhältnisse fortgeführt.
        Resp. auch für die „Heimmüetterli“ hat sich einiges verändert. Egal, ob man vor 30 Jahren eine andere Abmachung getroffen hat (z.B. dass sie zuhause bleibt und sich um alles kümmert und er auswärts), kann das Gericht eine Hausfrau zur Arbeit verdonnern, auch wenn sie dem Arbeitsmarkt 30 Jahre fernblieb…

  • mila sagt:

    Mir fällt eines auf: die Frage, die bei jeder Kindsbefragung abgeklärt werden muss – nämlich ob eine Beeinflussung seitens eines Elternteils vorliegt – wird hier nicht einmal ansatzweise thematisiert. Wieso nicht? Diese erübrigt sich nicht mit dem Hinweis, das Kind sei intelligent.

    Es ist vermutlich nicht der Standard, dass der Vater keinen Zugang zum Kind erhält, genauso wie sein Umfeld. Oder etwa doch? Wenn die Öffentlicheit ‚informiert‘ wird, dann doch bitte umfassend. Ich würde mich angesichts dessen, was ‚bekannt‘ ist, immer noch hüten, mir ein abschliessendes Bild zu machen.

    • tina sagt:

      mila, es gibt doch kein kind das nicht von eltern beeinflusst wird, das lässt sich gar nicht verhindern, es wäre kindsmisshandlung ein kind nicht zu beeinflussen, das braucht ein kind nämlich. und ein kind sich selber zu überlassen ist verwahrlosung

    • mila sagt:

      Sorry, tina, aber hier geht es nicht um diese ’normale‘ Art der Beeinflussung, die sich schlicht und ergreifend auch Erziehung nennt.

      • tina sagt:

        ja schon klar mila. egal was hier wirklich lief: ein elternteil möchte das kind in mexiko, der andere in der schweiz, und vor nicht allzulanger zeit war man sich sogar einig. natürlich haben die elternteile mit dem kind gesprochen darüber, jeder aus seiner perspektive. natürlich wurde das kind beeinflusst und das muss gar nicht negativ sein, im gegenteil. weil: wenn man die eltern vom kind fernhält, dann wird es selber etwas zusammenreimen, was seine eltern möchten. es damit alleinzulassen wäre die pure folter. es verliert den halt total.

      • mila sagt:

        Es muss gar nicht negativ sein? Nun ja, die Suizidalitätsgedanken beim Kind werden einen Grund haben. Als Elterteil würde ich mir als allererstes das vorwerfen, denn normal ist das auch in einer angespannten Situation nicht. Stattdessen wird es noch als Pro-Argument für die Interessen einer Seite ausgespielt. Grauenhaft.

    • Felix Stern sagt:

      Natürlich, mila, werden sie sich hüten ein Urteil zu fällen. Um Gottes willen gegen die Interssen einer Schwester im Kampfe Position zu beziehen, das geht doch zu weit. Dann lieber das Kind der Gefahr einer Entführung durch die Drogenmafia aussetzen. Bei den Feministinnen ist es doch immer das gleiche: das Intersses des Kindes ist nur dann wichtig, wenn es darum gezht, Alimente zu erzwingen. Ansonsten, wenn sich das Kind etwa nicht im Sinne der Mutter ausdrückt, dann gilt des Kind als zu doof, eine eigene Meinung zu haben und jede Gefahr wird schön gefärbt.

      • mila sagt:

        Ich wiederhole mich gerne noch einmal, extra für Sie: ich bin a) keine Feministin, und im Gegensatz zu Ihnen spielt es für mich b) keine Rolle, ob es hier um einen Vater oder eine Mutter geht. Mir geht es allein um die Faktenlage, und die ist zu diesem Zeitpunkt alles andere als eindeutig.

  • Martin Frey sagt:

    „es habe sich nicht mit Nachdruck gegen die Rückkehr gewehrt.“ Weshalb erinnert mich das nur an unzählige hanebüchene Gerichtsurteile bei sexuellen Übergriffen?
    Was mich immer wieder erstaunt: das nahezu blinde Vertrauen vieler Leute in die Schweizer Justiz. Wenn man derartiges hört, muss man nicht mehr über eine Verfassungsgerichtbarkeit nachdenken, meine ich.

    • Brunhild Steiner sagt:

      danke…

    • Sportpapi sagt:

      @Martin Frey: Was genau werfen Sie dem zuständigen Schweizer Gericht vor? Hätte es sein Urteil wirklich ausschliesslich auf die Aussage eines kleinen Mädchens abstützen sollen? Würden Sie über Ihren Wohnort Ihre Kinder entscheiden lassen? Auch wenn es nicht nur um ein paar Strassen, sondern tausende Kilometer geht? Würden Sie das auch tun, wenn Sie gerade seit Monaten in einem fremden Land sind, und es den Kindern dort gut gefällt? Was wären Ihre Erwartungen ans Gericht, wenn ihr Kind von der Mutter ohne Ihr EInverständnis auf einen fremden Kontinent gebracht wird?

      • Martin Frey sagt:

        Bei allen Vorbehalten gegenüber dem Experten meine ich, kommt das aus dem Text schon hervor. „Bereits an der Verhandlung vom 19. Februar wollte das Obergericht Aargau das Kind festhalten und per Flugzeug aus dem Land schaffen.“ Zudem wurden offenbar Zwangsmassnahmen erwogen, obwohl ich bezweifle dass das Urteil bereits rechtsrkräftig war (kommt aber aus dem Text nicht hervor) Zudem wurde die Gefahrenlage aufgrund der Situation für Touristen analysiert was mit Verlaub, für ein Land wie Mexiko nicht dasselbe ist.
        Bei jeder Ausschaffung eines Intensivtäters wird sauberer, gründlicher vorgegangen.

      • Martin Frey sagt:

        Was mich aber am meisten stört ist schon die oben um 06:21 erwähnte Argumentation, die Hr. Bucher im zweitletzten Abschnitt beschreibt. Hat etwas von einer Catch-22-Logik, meine ich. Beachtung des Kindswohls sieht definitiv anders aus.
        Das Kind kann sowieso nur verlieren bei dieser Geschichte, ist ja sein Schicksal schon lange zum Spielball verkommen. Letztendlich interessieren sein Wohlergehen und sein Willen niemanden wirklich, die Eltern nicht, aber auch nicht die Justiz. Aber alle wissen was gut für das Kind ist…
        Die grossen Fehler wurden vorher gemacht.

      • Sportpapi sagt:

        @Martin Frey: Jetzt sind Sie aber nicht auf meine Fragen eingegangen. Und beziehen sich ausschliesslich auf die Kritik dieses Experten, indem Sie sein Urteil übernehmen. Ich für meinen Teil als Laie und nicht informierte Person halte mich da mal zurück. Aber als Mutter, dessen Kind bereits ein Jahr ausser Land ist, würde ich wohl auch erwarten, dass mein Kind umgehend in den nächsten Flieger gesetzt wird. Und nicht durch langwierige Verfahren eine Situation geschaffen wird, die das schliesslich verunmöglicht da nicht mehr zumutbar.

      • 13 sagt:

        @ Martin Frey
        Es geht bei Fällen der Kinderentführung in erster Linie um Zeit. Zwangsmassnahmen werden unverzüglich vorbereitet, wenn auch vor Rechtskraft nicht ausgeführt, weil es im Interesse des Kindes liegt, dass der rechtmässige Zustand möglichst rasch wieder hergestellt wird. Und was das Wohlergehen des Kindes anbelangt, so ist das nicht die Aufgabe des Gerichtes das Beste für das Kind zu ermitteln. Das macht ein Scheidungsgericht. Es geht nur darum zu prüfen, ob das Kind bei der Rückkehr ernsthaft gefährdet ist. Wenn nein, muss es zurück, alles andere wäre verheerend.

      • Martin Frey sagt:

        @Sportpapi: Ich übernehme die wenigen konkreten Angaben zum Fall, die Hr. Bucher gemacht hat, nicht sein Urteil, das ist ein Unterschied. Ich gehe z.B. einfach mal davon aus, dass er den Umstand nicht erfindet, dass das Bundesgericht seine Gefährdungsanalyse aufgrund der Situation für Touristen gemacht hat.
        Ansonsten masse ich mir genauso wenig ein Urteil an wie Sie. Aber einfach ein Kind in ein Flugzeug setzen wie Sie das verlangen, das geht auch nicht.

      • Martin Frey sagt:

        Völlig einverstanden 13. Aber eine solche Prüfung sollte gründlich und sauber sein, nicht oberflächlich, wie es, zumindest gemäss Hr. Bucher, den Eindruck erweckt. Diese Zeit muss sein, meine ich. Zudem liegt in dem Fall ja das gemeinsame Sorgerecht vor, wenn ich mich nicht irre. Ich frage mich da schon ob der Fall so klar ist wie eine x-beliebige Kindsentführung ohne gemeinsames Sorgerecht. Letztendlich tangiert der Fall durchaus auch die Scheidungsfrage. Als Laie weiss ich nicht ob man das einfach so gänzlich trennen kann. Es geht ja immernhin auch um das vielbemühte Kindswohl bei der Sache.

    • Remo Nydegger sagt:

      Herr Frey, auch wenn ich Ihren Ärger durchaus nachvollziehen kann: die Verfassungsgerichtsbarkeit hat nun wirklich nichts mit diesem Thema zu tun und – viel wichtiger noch – würde das Problem auch nicht lösen!
      Kommt hinzu, dass es durchaus gute Gründe gegen die Installation eines solchen Gerichts gibt.

      • Martin Frey sagt:

        Da haben Sie mich falsch verstanden, Hr. Nydegger, ich sehe das wie Sie. Meines Erachtens löst ein solches Gericht keinerlei Probleme, schafft dafür wohl eher neue.

      • tina sagt:

        MF: es ist einfach eine fehlannahme, dass gerichte probleme lösen. gerichtsbeschlüsse basieren auf gesetzen und auf recht. aber das hat nichts mit gerechtigkeit zutun und schon garnicht mit lösungen. das realisiert man vermutlich erst wirklich, wenn man persönlich konfrontiert ist damit. wie viele leute (ich auch) bei einer scheidung.
        ich finde es haarsträubend, was ich da gelesen habe, und ich weigere mich, eine meinung abzugeben, die ich mir gar nicht bilden kann. das ist ein persönliches drama innerhalb einer familie.
        „rückführung“ und „ausschaffung“ …. das kind ist 9!

      • Sportpapi sagt:

        “rückführung” und “ausschaffung” …. das kind ist 9!
        Wie würdest du es denn nennen? Oder einfach nicht vollziehen?

      • tina sagt:

        ich weiss dass es so heisst. aber es zeigt einfach, wie wenig rechtssprechung mit dem leben zu tun hat.

      • Martin Frey sagt:

        @tina: Ich denke wie Sie auch, dass man sich in dieser Affäre mit Urteilen zurückhalten sollte, da kaum jemand aufgrund dieser Informationslage den Fall schlüssig beurteilen kann.
        Und ja, Rechtsprechung hat (leider) nichts mit Gerechtigkeit zu tun.

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Dies gilt insbesondere für ehrverletzende, rassistische, unsachliche, themenfremde Kommentare oder solche in Mundart oder Fremdsprachen. Kommentare mit Fantasienamen oder mit ganz offensichtlich falschen Namen werden ebenfalls nicht veröffentlicht. Über die Entscheide der Redaktion wird keine Korrespondenz geführt.