Auch ich hätte wohl kein behindertes Kind gewollt

Ein Gastbeitrag von Ingrid Eva Liedtke*

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Dora ist anders: Die behinderte Hauptfigur in Stina Werenfels‘ Film «Dora oder die sexuellen Neurosen unserer Eltern» entdeckt die Welt sinnlicherweise. Screenshot: Dschoint Ventschr

Das war eine heisse Nacht! Nein, leider nicht so, wie man denken könnte. Eigentlich müssten die Scheiben beschlagen sein, so habe ich vor mich hin gedampft. Ein Artikel in der Zeitung «Die Zeit» hatte mich aufgewühlt. Es ging um das Thema pränatale Diagnostik oder auch präimplantale Diagnostik.

«Ich hätte auch keines gewollt!», lautete die Überschrift. Das hat mich sehr getroffen, und natürlich habe ich mich gefragt, wieso. Denn wenn ich ehrlich zu mir selber bin, dann habe ich vor zwanzig Jahren auch meinen Frauenarzt nach all diesen Untersuchungen gefragt, weil ich auf gar keinen Fall ein behindertes Kind wollte. Um Menschen mit einer Behinderung habe ich bis dahin immer einen Bogen gemacht, selbst um Blinde. Ich war ziemlich verklemmt und gehemmt und wusste nicht, wie ich mich verhalten sollte. Ich habe mich in jungen Jahren daran orientiert, was ich für cool und schön hielt, was Behinderung automatisch ausschloss. Das gab mir scheinbaren Halt.

Glücklicherweise konnte ich aber schon damals denken und werde diese Radiosendung nie mehr vergessen, die ich mir hochschwanger angehört habe. Ich sass im Auto, und mein damaliger Mann unterzeichnete gerade den Vertrag für das Haus, das wir für unsere bald stark vergrösserte Familie gemietet hatten. Ich erwartete Zwillinge und sah deshalb von pränataler Diagnostik ab, weil mein Frauenarzt meinte, dass es in diesem Fall ja eh nicht viel bringe oder schwierig sei. Wie und was genau das bedeutete, hatte ich mir damals gar nicht überlegt, weil ich überzeugt war, dass es mich gar nicht betreffe. Die Aussicht, mit meinem dreijährigen Sohn und zwei Babys durch den Tag zu kommen, erforderte so schon all meine Vorstellungskraft. Ausserdem wog mein Bauch eine Tonne, und ich hoffte, ihn bald loszuwerden, wollte einfach gebären und mich in meinem Körper wieder allein zu Hause fühlen, mich damit wieder leicht und kraftvoll bewegen können.

Da sass ich also mit schmerzenden, geschwollenen Beinen, eingezwängt auf dem Beifahrersitz und hörte diese Sendung über pränatale Diagnostik. Und da war diese Nonne, die sagte, dass man Menschen, die nicht unserer Norm entsprächen, nicht verhindern solle, weil sie uns ein Spiegel seien und wir viel von ihnen lernen könnten über all diese Dinge, die wir aus unserem perfekten, schönen Leben ausgeschlossen hätten, Dinge wie Menschlichkeit, Mitgefühl, Akzeptanz, Demut und Liebe.

Wie gesagt, ich konnte auch damals schon denken, und mir war sofort klar, wie recht sie hatte. Ich habe es noch meinem Mann erzählt und dann vergessen, in der Überzeugung, dass mich das nicht persönlich etwas anging, sondern nur so auf philosophischer Ebene ein interessanter Gedanke war.

Doch weit gefehlt! Es kam, wie man ahnt, anders. Meine Zwillinge kamen zur Welt, der Kleine normal, die Kleine behindert – einmal mehr scheint mir das Vokabular dazu schrecklich unpassend. Annina hat ein Downsyndrom. Ich möchte es an dieser Stelle nochmals wirklich mit äusserstem Nachdruck betonen: Meine Tochter leidet nicht am Downsyndrom. Es macht sie nur speziell. Sie kann einiges nicht so gut wie wir anderen Normalos, aber einiges kann sie auch besser.

So, und wenn wir jetzt wieder zum Thema kommen, dann passiert es mir des Öfteren, dass ich hören muss: «Ah, ein Downsyndrom, das sind Sonnenkinder, so liebenswerte Menschen, das ist ja auch nicht so schlimm, wie wenn ein Kind zum Beispiel autistisch ist.» Da gelange ich schnell in diese Position, wo ich nicht mehr viel zu melden habe, nicht wirklich mitreden kann, weil mein Fall ja gar nicht schlimm ist. Klar, ich sehe das auch so, aber vielleicht nicht alle Betroffenen.

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Die Autorin mit ihrer Tochter Annina.

Ich habe Glück gehabt! Stimmt! Sehr grosses Glück sogar. Das grösste war, dass ich nicht gewusst habe, dass Annina speziell ist. Ich habe es erst nach der Geburt erfahren und musste mich ganz neu darauf einstellen. Eine Herausforderung, ja, aber ich habe sie angenommen und sie gemeistert. Die ganze Familie hat das erstaunlich schnell und einfach hingekriegt. Ich bin sehr stolz auf mich und uns deswegen. Wir haben sehr viel lernen dürfen in den letzten zwanzig Jahren, über unsere Stärke, über die Liebe, über Mitgefühl, Akzeptanz, Menschlichkeit und über das Leben eben. Es gab auch viel Stress. Der hing aber eher mit der Zwillingskonstellation und meinem armen, entthronten Dreijährigen zusammen. Wir hatten aber auch sehr viel Spass mit Annina, denn sie hat einen unvergleichlichen Humor.

Ich gebe zu, dass ich es hätte wissen wollen, hätte ich die Wahl gehabt. Ich bin immer für Offenheit und eigentlich überzeugt davon, dass jeder Mensch seinen Weg selber wählen und gehen soll.

Ich hätte wohl auch keines gewollt!
Ein Glück, dass es anders gekommen ist.

In dieser ganzen Geschichte mit der Lebensplanung steckt doch immer auch dieses Moment, das wir nicht kennen, diese paar Schrauben, an denen die Schöpfungsintelligenz, Gott, oder wie auch immer wir es nennen wollen, dreht, ohne unser Zutun, weil wir noch etwas lernen dürfen, etwas erfahren sollen, von dem wir einfach noch nichts wissen können. Es ist das Unvorhersehbare, das uns schicksalhaft umhauen kann, uns manchmal windelweich schlägt, uns in tiefe Zweifel oder sogar ins Unglück stürzen kann, das nicht alle Menschen gleich gut tragen können und worin nicht jeder einen Sinn finden kann.

Es ist mir völlig klar, dass es mir nicht zusteht, ein Kind mit Beeinträchtigung als grosse schöne Lebensaufgabe für jede Familie zu bewerten, denn ich weiss nichts über deren Umstände und Schwierigkeiten. Ich kann nur aus meiner Erfahrung schöpfen, davon ausgehen und von mir sprechen. Ich bin überzeugt, dass meine Welt eine ärmere wäre ohne Menschen mit Downsyndrom und auch ohne alle Erfahrungen, die ich unterdessen durch Begegnungen mit Menschen verschiedenster Beeinträchtigung machen durfte. Die Offenheit, die es dazu braucht, habe ich durch meine Tochter erlangt.

Ich glaube daran, dass unsere Welt ärmer wird, wenn wir uns all dieser Erfahrungen berauben, die unvorhersehbar und nicht planbar sind. Leider sind wir auf dem Weg dazu, alles planbar zu machen!

Doch ich glaube auch, dass das Leben und die Natur immer wieder Wege finden, uns auszutricksen, wenn wir zu anmassend werden!

MB_porträt_150*Ingrid Eva Liedtke, Autorin, psychologische Beraterin und Coach. Sie schreibt den Blog Herzenblühen.

Lesen Sie auch den Beitrag vom Dienstag «Deshalb ist es sinnvoll, Embryonen zu testen».

143 Kommentare zu «Auch ich hätte wohl kein behindertes Kind gewollt»

  • Lisa sagt:

    Was hätte ich getan, wenn ich gewusst hätte, was an Krankenhausaufenthalten, medizinischen Krisen, Förderungen und den teilweise schrecklich unsensiblen Reaktionen der Mitmenschen („Wer ist daran schuld?“, „Schon wieder ein Sonderfall?“) auf uns zukommen würde? Mein damaliges Ich wäre aus Angst zum Arzt gerannt und hätte sich möglicherweise gegen unser Kind entschieden.Mein heutiges Ich stiimmt der Autorin voll zu. Aber ich verstehe Eltern, die als Träger/-innen schwerer Erbkrankheiten ihrem Kind die Schmerzen und den frühen Tod ersparen möchten. Nur was macht diese Möglichkeit mit uns allen?

  • Weisch Margret sagt:

    ich kann diesen Bericht nur teilen.auch wir (Oma und Opa) sind total überrascht worden mit einem kleinen Enkel mit dem Downsyndrom.der Kummer zunächst war groß,aber was sich jetzt entwickelt ( Mina ist 14 Monate) Ist alles ganz toll.wir lieben sie alle sehr und freuen uns über jeden Fortschritt.sicher für die Eltern ist eine Mehrbelastung durch viele Therapien,aber das strahlen und die Liebe der kleinen entschädigt für alles.ich hätte es mir vorher auch nie vorstellen können,aber sie ist eine Bereicherung für uns alle.

  • Eduardo sagt:

    Leider gibt es unter den ca. 5000 genetisch bedingten Krankheiten (die heute als „besondere Begabungen“ beschönigt werden) einige extrem üble Fälle (siehe die Genetikliteratur), die die Allgemeinheit nie zu sehen bekommt u. auch gar nicht sehen will. Sie sind mit entsetzlichen Leiden, Entstellungen u. Beeinträchtigungen verbunden. Ich sehe nicht ein, warum all diese armen Menschen unbedingt zur Welt kommen sollen, nur damit sich ihre Eltern gut u. edel fühlen können. Man denke an den Terror, der Menschen, die nur schon ein wenig anders aussehen, in der Schule u. auf der Strasse bevorsteht.

    • Mina Peter sagt:

      Ganau. Weshalb leiden nicht verhindern, wenn dies möglich ist?

      • Blanche Wu sagt:

        und warum soll man Leiden ganz von der Welt verbannen wollen? Der Mensch wächst auch durch das Leid und nicht nur durch Freude. Leid und Freude gehören zusammen. Ohne das andere sind wir nur halb Mensch. Wir können im Vorfeld gar nicht beurteilen wie ein Kind sein wird, wenn es da ist und wie es sich fühlen wird mit einer Krankheit. Wir versuchen es uns vorzustellen, aber wissen tun wir es nicht. Wir gehen davon aus mit unserem logischen Verstand, dass das Verhindern eines Leidens besser ist als es zuzulassen, ohne wirklich zu wissen wie es denn überhaupt sein wird, wenn es denn soweit ist.

  • Vollzeitmutter sagt:

    super text!

  • Tamara Pabst sagt:

    Genau das hàtte ich auch geschrieben als Mama eines Sohnes mit Trisomie21. Es freut mich, dass Frau Liedtke so treffende Worte gefunden hat, wie schön! Mein Sohn ist nicht nur mein Kind, sondern auch mein Lehrer.
    Gleichzeitig bin ich sehr berührt von allen Eltern, die für die PID einstehen, weil sie ihrem Kind Leiden ersparen wollen.
    Trotz aller äusseren Differenzen, im Herzen ähneln wir uns – wir sind Eltern, die ihre Kinder lieben und für sie einstehen.

  • Sabrina Meier sagt:

    Ein sehr berührender Text der zum nachdenken animiert. Ich habe eine Lippen-Kiefer-Gaumenspalte und die Chance steht 1:2, dass mein Nachwuchs das auch bekommt. Je nach Genwerten. Ich frage mich, was hätte meine Mutter getan, wenn sie das schon vorher und nicht erst bei der Geburt gewusst hätte? Hätte Sie mich nicht gewollt? In den 80er Jahren war es noch ein „Ui Nein, so schlimm!“ Thema. Klar war es als Kind mit allen Operationen nicht einfach und ich habe einen kleinen Sprachfehler. Aber bin jetzt sehr erfolgreich in meinem Job und möchte keine Sekunde meines Lebens missen!

  • Ylene sagt:

    Ich werde JA stimmen. Warum wohl argumentieren immer Leute mit Trisomie-Kinder, wie lebenswert ein Leben mit Behinderung ist? So heuchlerisch. Ihr Kind leidet nicht mehr als andere und hat ein lebenswertes Leben. Warum wohl kommt so ein Beitrag nie von Eltern mit einem Kind mit bspw. Mukoviszidose oder Schmetterlingshaut? Weil ihr Kind sein kurzes Leben lang mörderische Schmerzen und Beschwerden hat. Diese Eltern würden alles tun, um ihrem Kind ein solches elendes Leben zu ersparen.

    • Tamar von Siebenthal sagt:

      Können denn diese von Ihnen hier genannten Krankheiten erkannt werden?

      • Jane Doe sagt:

        Ja, können sie, Mukoviszidose und Epidermolysis bullosa (Schmetterlingshaut) sind beides autosomal vererbte Krankheiten, die durch spezifische Genmutationen ausgelöst werden.

    • Blanche Wu sagt:

      @Ylene: und trotzdem würden diese Eltern mit einem Kind mit Schmetterlingshaut das Kind nachdem es erst mal auf der Welt ist nicht mehr hergeben wollen und lieben das Kind über alles.Wenn Eltern ihren Kindern diese Schmerzen ersparen wollten, müssten sie ja konsequenterweise das Kind bsp. im Alter von 5 Jahren ermorden um es von seinem Leiden zu erlösen. Machen aber nur seltern Eltern, ihre Kinder zu ermorden und wenn oft aus anderen Motiven. Nein Eltern kämpfen um ihre Kinder wenn sie leiden, weil sie sie lieben. Das Argument: wäre das Kind gar nicht erst da, müsste es nicht leiden geht nicht

  • R. Quadranti sagt:

    von der Verfassungsänderung können nur Paare die eine schwere Erbkrankheit haben oder kinderlose Paare Gebrauch machen. Und sie entscheiden ob sie wollen oder nicht. Durch diese Verfassungsänderung – und das ist der grosse Vorteil – gehen die Mehrlingsschwangerschaften zurück. Diese sind immer ein Risiko für Mutter und Kind. Ausserdem kann über die PID das gemacht werden, was bis zur 11. Woche mit dem Schwangerschaftsabbruch auch möglich ist. Ich stimme der Verfassungsänderung überzeugt zu. Sie lindert das Leiden von Paaren. Lassen wir die Betroffenen selber bestimmen.

  • Katharina sagt:

    Ein sehr berührender Text.

    Sicher nicht direkt auf die Abstimmung bezogen, oder doch: „Es ist mir völlig klar, dass es mir nicht zusteht“?

    „Leider sind wir auf dem Weg dazu, alles planbar zu machen!“ finde ich stimmt nun überhaupt nicht.

    Es ist das Dilemma des Transhumanismus im heutigen Stadium, dass durch Forschung über und Einführung von heute noch tabuisierten Technologien es möglich wird, die Ursache von DS , also einen Mangel oder Überangebot an Signaleiweissen, die bei der Vervielfältigung der Stränge beteiligt sind, zu beheben.

    • Katharina sagt:

      Dazu muss nicht einmal das editieren des Genoms dienen, da die Ursache NICHT im Erbgut liegt.

      Ein vorauseilendes Verbieten kann somit genauso als Erzwingen von Planbarkeit betrachtet werden. DS als Phänomen kann nebenbei auch Hinweise auf Mutation an sich (dem Motor der Evolution) liefern, denn DS ist recht häufig.

    • Katharina sagt:

      Zum Argument Selektion und das sei böse und respektlos: Wenn dies stimmte, müssten Regeln, nur innerhalb der eigenen Reli zu paaren, nur innerhalb der eigenen ethnischen Gruppe usw., verboten werden. So müsste nach jener Logik das Paaren nur zwischen Aristokraten und Proletariern, ethnisch unterschiedlichen Partnern usw. gesetzlich vorgeschrieben werden. Als Beispiel eine Heirat nur unter Schweizern müsste verboten sein. Nachkomme eines solchen Paares, da nicht gesetzeskonform, müssten ausgeschafft werden…

  • Gerda Wiewardas sagt:

    Am 14. Juni geht es darum, dass in der Schweiz nicht mehr so viele Mehrlingsgeburten durch IVF aufgrund einer krass restriktiven Verfassungsbestimmung entstehen. Bei Mehrlingsgeburten kommen viele viel zu früh zur Welt und sind DESHALB teilweise für den Rest ihres Lebens behindert.

    • C.Meier sagt:

      Am 14.Juni geht es darum das Frauen nur gesunde Embryonen eingepflanzt werden sollen um das Risiko eines Schwangerschaftsabbruches zu vermeiden, ob nun weil das Kind krank ist oder verloren wird und somit, diese zusätzliche psychische/physische Belastung zu verringern für diese Frauen die an sich, schon mit dieser Situation stark belastet sind.

  • nele sagt:

    Trotz der Möglichkeiten pränataler Diagnostik hat die Zahl der eingeschulten Kinder in heilpädagogische Schulen im Kanton St. Gallen 2014 zugenommen.

    • alam sagt:

      Wurden früher nicht einfach mehr Kinder irgendwie mehr schlecht als recht durch die Regelschule geschleust?

    • Tom sagt:

      bei der präimplantalen Diagnostik geht es nicht in erster Linie darum, keine behinderten Kinder zu gebären, sondern Eltern zu helfen, deren Kinder auf Grund einer Erbkrankheit einer hohen Sterblichkeit oder gar Totgeburten ausgesetzt sind, überhaupt lebensfähige Kinder zur Welt bringen zu können. Soll man es einer Frau zumuten, vier, fünf Kinder auszutragen, bis endlich eines zur Welt kommt, welches die tödliche Krankheit nicht geerbt hat?

    • R.Steiner sagt:

      Die Zahlen der eingeschulten Kinder mit einer Behindern hängen nicht unbedingt mit der pränatalen Diagnostik zusammen.
      Familien mit Migrationshintergrund und an der Armutsgrenze haben öfters entwicklungsverzögerte Kinder als Schweizer Familien. Zudem haben Frühgeborene heute höhere Überlebenschancen, können jedoch auch Entwicklungsverzögerungen haben. Und nicht zuletzt ist die Heilpädagogische Schule immer mehr zu einem Auffangbecken für Kinder geworden, die „aus dem engen System fallen“. Diese Kinder sind nicht unbedingt geistig behindert, zum teil „nur“ lernbehindert.

      • V.Golay sagt:

        @R.Steiner:
        Woher entnehmen sie das : Familien mit Migrationshintergrund haben entwicklungsverzögerte Kinder als Schweizer Familien… Ich habe auf jeden Fall viel mehr Schweizer Fmailien mit behinderten Kindern gesehen, allein schon der Familienname in einer behinderten Shcule sagt vieles aus, da ist aber kein Name mit Migrationshintergrund. Das Problem ist, dass viele Schweizer Lehrer Kinder mit Migrationshintergrudn sofort in diese Lernschwäche Kategorei einstufen und nur die Schweizer Kinder fördern. Ich spreche aus Erfahrung, wissen Sie was ich heute mache? Ich studiere an der ETH!!!!

      • V.Golay sagt:

        Entschuldigen Sie für die Tippfehler, aber mein Computer hat Störungen. Aber zur Aufklärung: Es ist Fakt, dass viele KInder mit Migrationshintergrund allein wegen der Herkunft in „die 2. Klasse“ von Menschen eingeordnet werden, obwohl sie sehr intelligent sind. Ich und andere zig tausende teilen eine gemeinsame Geschichte, aufgrund der Herkunft – schlechte Noten erhalten. Aber wir haben es geschafft, wir studieren Jus, Medizin, Physik, mathematik etc. Am liebsten würde ich die damaligen Lehrer aufgrund dessen, dass sie unsere Natur beraubt haben, anzeigen. Vielen Dank für ihr Verständnis

  • Liseli sagt:

    Ich habe mir jetzt länger Gedanken darüber gemacht, ob ich als Frau, kinderlos und nicht betroffen zu diesem Thema Stellung nehmen darf. Ich werde „nein“ stimmen. Meine Überlegung ist, dass das Leben grundsätzlich unberechenbar ist. Gendefekte und Krankheiten auszuschliessen garantieren nicht, dass das Kind ewig gesund ist. Freunde haben ein perfektes Mädchen bekommen, mit 3 hatte sie einen schweren Unfall und ist seitdem behindert. Es gibt keine Garantien und ich möchte auch nicht, dass die Gesellschaft sich angewöhnt, nur die selbst gesetzte Norm als lebenswert anzuerkennen.

    • C.Meier sagt:

      ich mag wie Sie das sehen.

    • Ylene sagt:

      Ich nicht. Herrgott, es sind längstens nicht alle Behinderungen und Erbkrankheiten praktisch beschwerdefrei wie Trisomie! Fragen Sie mal liebende Eltern von Kindern mit Schmetterlingshaut u. ä., wie lebenswert die das Leben ihres armen gepeinigten Kindes finden. Das ist die Hölle auf Erden.

    • Blanche Wu sagt:

      Vor meiner Geburt sagten die Ärzte ich werde taub sein, denn ich hatte Bakterien? oder so etwas welche eigentlich meine Ohren zerstören hätten sollen….jedoch höre ich sehr gut und die Ärzte waren selber erstaunt darüber, warum ich denn hören kann, denn eigentlich sollte ich nicht hören können…ein Wunder?

      • Vierauge sagt:

        eben – und genauso geht es halt leider auch andersrum. Was hilft die beste PID oder Pränataldiagnostik gegen Gendefekte, die man so nicht diagnostizieren kann, und gegen Defekte, die aus anderen Gründen entstehen als durch gene, z.B. während der Geburt?

  • Gaegauf Domenig Christian sagt:

    Ich bin beeindruckt von ihrem Beitrag. Ich schreibe mit gestützter Kommunikation, da ich nicht situativ sprechen kann. Nun möchte ich gerne sagen, dass Leben in jeder Form heilig ist. Gott hat es geschaffen, damit immer neue Entwicklungschancen gegeben sind. Für mich ist es die Chance, mich in diesem Leben der Härte unseres heutigen materialistischen Denkens zu stellen. Ich bin überzeugt, dass Menschen mit Behinderung da sind, um der heutigen Menschheit die Augen zu öffnen. Nur so wird es überhaupt ein Fortbestehen der Menschheit geben.

    • R.Steiner sagt:

      @Gaegauf Domenig Chrstian
      Gratuliere Herzlich zu dieser Leistung, dass Sie diesen Beitrag mit gestützter Kommunikation gemacht haben. BRAVO!

  • AnnaK. sagt:

    WOW ein wunderschöner Artikel. Toll geschrieben!

    Vielen Dank Frau Liedtke!

  • Hans sagt:

    Zuerst wird mittels PND die Trisomie-21 und andere Erbkrankheiten ausgemerzt, damit alle ihr Wunschkind haben. Leider wird es aber da nicht aufhören. Schon bald kommt nämlich die Frage, ob man denn nicht ein Kind mit blauen Augen und blonden Haaren haben könnte.
    Was folgt, könnt ihr im Film Gattaca sehen…

  • Ulrich Gassner sagt:

    Eltern, die sich für eine behindertes Kind entscheiden, sollen das selbstverständlich tun können, Wieso man sie dafür jedoch bewundern sollte o.ä., erschliesst sich mir nicht. Der gegenteilige Entscheid verdient genau so sehr Respekt.

    • Widerspenstige sagt:

      Das ist der Schnittpunkt, wo Respekt angemessen erscheint: im Auge des Betroffenen oder des Betrachters, Ulrich. Das hat in meinen Augen wenig Respekt verdient, wenn man sich bewusst für das Selektieren entscheidet mit dem Wissen, dass da werdendes Leben hätte entstehen können. Es ist zu respektieren – nicht mehr u nicht weniger. Betroffene müssen damit umgehen können oder besser, lernen, damit umzugehen mit ihrem eigenen Gewissen. Da hilft kein Gesetz! Respekt hat verdient, wer sich ohne Wenn und Aber für werdendes Leben entschieden hat, denn sie/er trägt die Verantwortung für dieses Leben.

    • Widerspenstige sagt:

      Und mit Verantwortung meine ich auf sozialer und emotionaler Ebene, weniger auf monetärer Ebene. Dazu leben wir in Gemeinschaften und nicht alleine auf einer Insel.

      • ka sagt:

        genau, ich bin ganz bei ihnen widerspenstige. Es ist aber nicht nur die monetäre Ebene die wir als Gesellschaft tragen, die Behinderten leben dann auch mit uns, sind sichtbar hörbar fühlbar (Ich wohne gerade neben einer Behindertenstiftung und sie sind ein Teil unserer Nachbarschaft). je mehr wir als Gesellschaft zulassen und vielleicht sogar Fördern, dass eine Selektion betrieben wird, desto kleiner ist die Bereitschaft, diese Menschen in unsere Gesellschaft aufzunehmen und zu finanzieren.

  • Anne sagt:

    Es gibt ein Recht auf Unwissen!
    Das haben wir uns bei den ersten zwei genommen – zum Unverständnis gewisser Ärzte. Beim Dritten wollten wir wissen, weil die Lebenssituation eine andere war.
    Gut, dass es heute diese Möglichkeiten gibt, aber es braucht dazu viel Eigenleistung der werdenden Eltern, sich zu informieren, sich zu finden und zu entscheiden. Und Gynäkologinnen, die einem transparent aufklären und bspw. nicht einfach die Nackenfalte messen, ohne zu fragen, ob man das überhaupt will.

  • Nicole W. sagt:

    Guter Bericht. Regt zum Nachdenken an. Danke!

  • Bachmann sagt:

    Auch ich habe ein Kind mit Downsyndrom. Ich liebe mein bald erwachsenes Kind, das entwicklungsmässig auf dem Stand eines 4 bis 5 jährigen Kindes ist (in der sprachlichen Entwicklung deutlich tiefer) . Bald wird mein Kind die Schule verlassen müssen und mir wird schmerzlich bewusst, dass dieses Kind in eine sehr ungewisse Zukunft geht. Wie wird die Gesellschaft, die so viele Probleme zu bewältigen hat, künftig mit Menschen umgehen, die nie Beitrag zur Wohlfahrt leisten können, sondern ein Leben lang nur kosten? Ich verstehe alle angehenden Eltern, die nicht meine Ängste haben wollen.

    • Christoph Bögli sagt:

      Eigentlich hat unsere Gesellschaft so wenige Probleme zu bewältigen, wie kaum je zuvor. Nie zuvor waren so viel Wohlstand und so viele Möglichkeiten vorhanden, damit die Gesellschaft auch die Schwächeren wie eben Behinderte mit geringer oder keine Produktivität versorgen kann. Das Problem ist vielmehr, dass die Bereitschaft dazu offenbar invers mit dem effektiven Wohlstand korreliert – oder simpel gesagt: je mehr man hat, desto weniger will man abgeben bzw. desto mehr neidet man anderen jeden „leistungslos“ erhaltenen Franken. Es mangelt also nicht an den Mitteln, höchstens an der Haltung..

      • Bachmann sagt:

        Ich glaube wir befinden uns an einem Wendepunkt des zunehmenden Wohlstandes. Dann schwindet die Solidarität mit Flüchtlingen, mit Arbeitslosen, mit Kranken, mit Alten und sicher auch mit Behinderten. Und diese Wert-Haltungen sind es ja genau, die meine Ängste befeuern. Könnte ich mit Zuversicht davon ausgehen, dass die Gesellschaft mein Kind mitträgt und teilhaben lässt, dann wäre da nur noch der auch nicht immer einfache Alltag mit einem behinderten Kind zu bewältigen.

  • SrdjanM sagt:

    Vielen Gegnern der PID fällt es sehr schwer zu erkennen dass es hier nicht um ihre eigenen Überzeugungen und Einstellungen geht.

    Wer die PID für sich nicht möchte, muss sie nicht machen lassen.
    Wenn man es anderen nicht erlaben möchte muss man dafür objektive und nachvollziehbare Argumente liefern.
    Mit Berichten über die eigene persönliche Erfahrungen ist es nicht getan, egal wie nett und einfühlsam diese daherkommen…

    Den anderen diese Möglichkeit weiterhin zu verbieten, und dann in Kauf zu nehmen dass diese Babys abgetrieben werden, das ist ja auch nicht wirklich zu Ende gedacht.

    • mila sagt:

      Der Punkt ist: Menschen, die sich kategorisch gegen PID/PDI aussprechen, würden in der Regel auch Abtreibungen verbieten, wenn sie es könnten. Und IVF gleich mit dazu. Das wäre aus ihrer Sicht das ‚zu Ende denken‘ des Themas.

      • Christoph Bögli sagt:

        Das ist so und gerade das Scheinheilige an der Debatte: Die PID-Gegner lassen meist nur hinter versteckter Hand durchscheinen, dass es eigentlich um das grosse Ganze geht, also Reproduktionsmedizin und erst recht Abtreibungen generell verboten gehören. Weil man sich angesichts des breiten politischen Konsens aber nicht getraut, diese Debatte zu führen und sich damit zu isolieren, wird das Rückzugsgefecht halt an anderen willkürlichen und eigentlich sinnlosen Grenzen geführt – wie eben PID..

  • Betroffener sagt:

    Bei unserem Embryo besteht zurzeit Verdacht auf Trisomie 18 (Bluttest). Ein Kind mit Trisomie 18 ist nicht „anders“. Es ist nicht lebensfähig! Diejenigen, die überhaupt zur Welt kommen, haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von wenigen Tagen. Seit vier Wochen sind wir nun dabei, weitere Untersuchungen (Biopsien) zu machen, zu hoffen, zu bangen, zu leiden. Wir gefährden dabei das Leben unseres vielleicht gesunden Kindes. Gegebenenfalls müssen wir abtreiben (auf dem Weg der Totgeburt). Nur, weil wir die Eizelle im Januar nicht testen durften. Was für ein unmoralischer, unethischer Unsinn!

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Betroffener

      Es gibt da aber auch andere Stimmen.
      Ich verstehe dass Ihnen das beinah den letzten Nerv raubt und Sie der Verzweiflung nahe sind.
      Und doch sind Alternativen da.
      Auch ein todgeweihtes Kind kann mit Liebe und Achtung ausgetragen werden, es kann genauso willkommen geheissen werden, auch wenn der Abschied von ihm höchstwahrscheinlich kurz darauf erfolgen wird.
      Hier drin gab es vor ein paar Jahren genau diesbezüglich zwei Erfahrensberichte.

      • Brunhild Steiner sagt:

        21.10.2009
        wenn-schwangere-go tt-spielen-müssen

      • Andi sagt:

        @Brunhild: Mir fehlen die Worte! Ich bin absolut empört über Ihre saloppen Worte an den betroffenen Vater, der gerade das Schlimmste erlebt, was man als werdende Eltern erleben kann.

      • angelina sagt:

        @brunhild

        mir fehlen ebenfalls die worte. ich bin auch schwanger mit unserem jungen bei dem zum glück bis jetzt alles in ordnung ist. aber wenns anders wäre würde ich wohl genauso handeln und es genau wissen wollen wie „betroffener“.

        @betroffener
        es tut mir von herzen leid für sie, ich wünsche ihnen ganz viel kraft und zuversicht.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Andi
        @angelina

        ich habe schon im vorigen, diesbezüglichen Thema, mit „Betroffener“ ausgetauscht, resp auf seine Situation reagiert, betrachten Sie dies als eine Art Fortsetzung des Gespräches, in dem nicht wieder von Punkt 0 gestartet wird.

    • ka sagt:

      andi: ich empfinde die Worte von Brunhilde gar nicht als salopp, sondern als einfühlsam. Ich denke, sie weiss schon wovon sie spricht. Den Schmerz von „Betroffener“ kann hier mit Worten niemand mildern!

      • angelina sagt:

        der satz : „wenn-schwangere-go tt-spielen-müssen“ hätte absolut nicht sein müssen. das hat absolut nichts damit zu tun. ausserdem ist jedem selbst überlassen wie er mit so einer nachricht umgeht und absolut niemand hat sich da anzumassen klugscheisser-ratschläge zu geben.

      • Carolina sagt:

        Angelina, ein bisschen viel Empörung, oder? Brunhild hat auf das Blogthema hingewiesen, dass an dem von ihr genannten Datum zu genau dieser Problematik erschienen ist.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @angelina

        ich glaube Sie verwechseln da etwas ziemlich heftig,
        die von Ihnen angekreideten Worte stammen nicht von mir, sondern wurden im Oktober 09 als Überschrift gesetzt, zu genau so einem Thema, der Diagnose einer zum sehr frühen Tod führenden Behinderung, im gesammelten Archiv einer der wertvollsten Beiträge, immer noch.

      • Katharina sagt:

        Salopp würde ich auch nicht sagen. Ich weiss, dass ‚kann mit Liebe und Achtung ausgetragen werden, es kann genauso willkommen geheissen werden, auch wenn der Abschied von ihm höchstwahrscheinlich kurz darauf erfolgen wird‘ für BS aus ihrer Sicht auf unsere Welt die fast einzige Meinung sein kann.

        Ich kann das so als einen Beitrag aufgrund Deines Wertesystems gut verstehen und stehen lassen, BS. Ohne das Wertesystem abzuurteilen, so ich andere Antworten suche. Aber manchmal ist eine ans Herz gerichtete Ermahnung wertvoll. so sehe ich diesen Teil des Verlaufes.

    • Jane Doe sagt:

      @Betroffener: Ich möchte Ihnen mein herzliches Beileid aussprechen und viel Kraft wünschen für die kommende Zeit.

      Es hätte wohl mehr Sinn gemacht, wenn jemand wie Sie, jemand der wirklich betroffen ist von der jetztigen Regelung um PID in der Schweiz, den heutigen Artikel verfasst hätte und nicht Frau Liedtke. Ich hoffe, die Schweizer sind vernünftig und bereiten diesem Unsinn am 14. Juni ein Ende.

  • clara müller sagt:

    Ich war in einer sehr ähnlichen Situation: Schwanger mit Zwillingen, wobei bei einem Kind die Werte abwichen, dass man gesagt hat, es könnte ein Hinweis auf einen Gendefekt sein. Ich wollte es wissen. Die Ultraschall-Untersuchungen ergaben dann, dass „höchstens“ ein Down-Syndrom vorliegt mit einer Wahrscheinlichkeit von 8% oder sowas, aber keine andere Trisomie. Das Herz sah zudem ganz normal aus, also kein Hinweis auf einen Herzfehler. Ich hätte ein Down-Syndrom-Kind nicht abgetrieben, aber ich wollte mich darauf vorbereiten können.
    Im Endeffekt hat keines der Kinder ein Down-Syndrom.

  • Gerhard K. sagt:

    Gerne möchte ich hier anmerken dass man, mit gewissen Anaylsen, schon während der Schwangerschaft gewisse risiken ausfindig machen kann. Jedoch sind auch diese nicht immer absolut zuverlässig. Bei meinem Schwager wurde als Embrio eine Behinderund festgestellt, und der Mutter (also meiner Schwiegermutter) eine Abtreibung nahegelegt. Die Schwiegermutter war drauf und dran, entschied sich auf dem Weg zur Abtreibung jedoch anders. Mein Schwager ist nun 16 Jahre alt, hochintelligent und völlig gesund.

  • Betroffener sagt:

    Ein starker Artikel – auch wenn er nur begrenzt mit Präimplantationsdiagnostik zu tun hat sondern vielmehr die Frage der Abtreibung betrifft. Auch ohne PID können Embryos auf Gendefekte untersucht werden. Was mit und ohne IVF sehr oft gemacht wird. Einfach in einem viel späteren und weiter entwickelten Stadium. Mit dem Risiko einer Fehlgeburt, obwohl das Kind vielleicht gar keinen Gendefekt hat. Falls aber ein Gendefekt festgestellt wird, kann heute ein Embryo im 5. Monat abgetrieben werden. Was daran besser sein soll als an der PID muss mir mal jemand erklären!

    • Dr. med. Monika Diethelm-Knoepfel sagt:

      Ein Schwangerschaftsabbruch wegen eines Gendefektes ist sicher nicht besser als eine PID. Aber je einfacher es ist, geschädigte Embryonen auszuscheiden, desto grösser der Druck der Gesellschaft auf die werdenden/potenzellen Eltern, das auch zu tun. Das ist ja auch das Problem bei den pränatalen Tests, dass heute schon Leute in der Schweiz sich nicht schämen zu sagen, solche Kinder müsse man ja heute nicht mehr haben. Und Leute schreiben in Blogs offen, die Eltern sollten für die Mehrkosten behinderter Kinder selbst aufkommen müssen, sie hätten sie ja nicht haben müssen.

      • Betroffener sagt:

        Eine solche Haltung ist selbstverständlich absolut inakzeptabel. Sie wird sich aber auch nie durchsetzen. „Vollidioten“ (es ist mir klar, dass das Wort diesen Leuten nicht gerecht wird – oder umgekehrt) gibt es immer und überall. Das heisst nicht, dass man alle Regeln nach diesen wenigen Leuten ausrichten muss oder soll. In unserem Fall geht es um Trisomie 18. Es geht also nicht um die Frage, ob wir mit einem behinderten Kind leben wollen, weil das Kind nie wird leben dürfen. Es wird einfach alles ein riesiger, wahnsinnig schmerzhafter Leerlauf bleiben.

      • ka sagt:

        ich glaube nicht das es wenige „Vollidioten“ sind. Es ist das Geld das regiert, und es werden die Versicherungen sein, die uns die Entscheidung diktieren. Ja ich gebe ihnen recht, es ist ein riesiger, schmerzhafter Leerlauf, wenn sie sie was durchmachen müssen. Aber im Leben kommen vielleicht noch viele schmerzhafte Entscheide und Leerläufe und Ungerechtigkeiten auf uns zu. wenn wir die alle schon im Voraus wissbar machen könnte, wie würde da unser Leben verlaufen??

      • Betroffener sagt:

        @ka: Das glaube ich nicht. Nur schon deshalb, weil die IVF immer die Ausnahme und die natürliche Schwangerschaft der Normalfall bleiben wird. Es wird sich also um verhältnismässig wenige Fälle handeln, die keinen Einfluss auf die Einschätzung des Werts eines Lebens durch die Gesellschaft hat. Ihr salopper Hinweis, schmerzhafte Leerläufe gehörten halt zum Leben, bietet mir wenig Trost. Ich halte ihn für reichlich zynisch.

      • ka sagt:

        ja das tut mir leid, ich wollte sie nicht verletzten. Es geht mir hier halt mehr um die gesellschaftliche Diskussion, und deshalb ist das Einzelschicksal nicht entsprechend gewürdigt. Das geht aber Meinung nach in einem gesellschaftlichen Kontext auch nicht. Wenn wir über neue Gesetze abstimmen, müssen wir versuchen, diese in einem gesamten Zusammenhang zu beurteilen. Fakt ist, dass wir mit neuen Gesetzen einzelnen Fällen und damit immer auch Schicksalen nicht gerecht werden können. Aber wir entscheiden über eine weitere Entwicklung die unsere Gesellschaft macht.

      • Carolina sagt:

        Betroffener, ich habe bei Ihrem Wort ‚Leerlauf‘ geschluckt. Ihre Erfahrung habe ich nie gemacht, ich habe mich in der falschen Sicherheit gewiegt, unser Baby wäre völlig gesund. Ich will und möchte mir deshalb nicht anmassen, Ihnen in irgendeiner Form Ratschläge zu geben. Nur dieses (na ja, ist ja doch wieder ein Ratschlag, sorry): Sie werden ein Kind bekommen, auch wenn es nicht leben wird. Das ist nie, nie, nie umsonst! In irgendeiner Form wird es zu Ihrem Lebenslauf gehören und in der Erinnerung weiterleben. Nehmen Sie alles, was Sie von Ihrem Kind haben werden, mit allen Sinnen auf, das

      • Carolina sagt:

        /2 kann Ihnen in Zukunft hoffentlich helfen, nicht nur den Leerlauf, sondern eben die Tatsache zu erinnern, dass Ihr Kind zwar nicht leben konnte, aber doch für eine kurze Zeit da war. Ich wünsche Ihnen von ganzem Herzen die Kraft und den Zusammenhalt, den Sie benötigen werden.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Betroffener

        „…Sie wird sich aber auch nie durchsetzen.“
        Diesbezüglich können Sie sich genauso wenig sicher sein, wie die Vorlagengegner mit ihren befürchteten Szenarien.
        Gerade die fast schon Selbstverständlich von PND, inklusive teilweise sehr mangelhafter Aufklärung bezüglich Nebenwirkungen, zeigt wie verbreitet das Selektionsdenken schon ist.

        Zu ihrer persönlichen Situation kann ich mich nur Carolina anschliessen, ich habe schon einige Berichte über Betroffene gelesen, welche ihr Kind trotz ungünstigster Diagnose zur Welt brachten, schon tot oder bald sterbend.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        In schlimmsten, ungewünschesten, widrigsten Umständen haben wir doch die Wahl aus verschiedenen Umgangsmöglichkeiten zu entscheiden, welche wir für uns in Anspruch nehmen wollen.

  • Gerd Robian sagt:

    Die Welt wird noch lange voller Leid und Schmerz sein und Gelegenheiten bieten, uns den Spiegel vorzuhalten, durch das Hässliche, Kranke, Erbärmliche, Brutale, Unglückliche. Daran werden auch alle Fortschritte in der PID nichts ändern.

  • angelina sagt:

    ich bewundere alle die sich für ihr behindertes kind entscheiden. ich hätte diese kraft nicht.
    wir bekommen in ein paar wochen unseren ersten jungen (4 kind.) und hätte ich gewusst, das er das down syndrom hat, mein mann und ich hätten uns dagegen entschieden.
    wir sind einfach der meinung das ein kind mit down syndrom nie sein leben so führen können wird wie ein gesundes kind. es wird nie eine familie gründen können, es wird immer auf hilfe angewiesen sein. ausserdem muss man solche kinder auch speziell unterstützen je nach grad der behinderung. psychomotorik, spezialunterricht in der

    • angelina sagt:

      schule etc. so etwas möchten wir unserem kind nicht antun.

      • tina sagt:

        jö. einer meiner söhne ging sowohl zur psychomotoriktherapie als auch zur logopädie, und das bei sonst völlig normaler entwicklung. keine sorge deswegen. es hat ihm sogar spass gemacht. ich fands total unnötig und liess es nur zu, weil er so gern da hin ging, aber irgendwie kanns das ja wohl schon nicht sein als grund für eine therapie…. ich hatte echt die kraft nicht, mich gegen die fachleute zu wehren diesbezüglich. gar nicht dran zu denken, dass das ein grund sein könnte, dass mein sohn präventiv gar nicht hätte geboren werden sollen….und viele menschen gründen nie eine familie

      • angelina sagt:

        ich rede hier von schwerstbehinderungen. sie verstehen mich völlig falsch. das ist überhaupt nicht dasselbe. ausserdem hat jede mutter das recht selbst darüber zu entscheiden, ohne einmischen durch fremde.

      • tina sagt:

        ja das habe ich verstanden, wollte aber darauf hinweisen, dass psychomotoriktherapie kein weltuntergang ist und nicht schwerstbehinderte betrifft

      • Kathy sagt:

        So etwas möchten sie auch sich nicht antun, seien sie wenigstens ehrlich! Wieviele Menschen mit Down Sydrom würden wohl sagen, dass sie lieber nicht leben würden?? Eben..

    • Dr. med. Monika Diethelm-Knoepfel sagt:

      Wenn man einem Kind kein „schlechtes“ Leben zumuten möchte, dann darf man auch kein Kind auf die Welt bringen. Denn wie soll ich als Mutter/Vater garantieren, dass meinem Kind nie etwas Schlimmes zustösst. Ich kann weder verhindern, dass es Leukämie bekommt, noch das es überfallen oder bei einem Unfall schwer verletzt wird. Und ich kann auch nicht garantieren, dass es nicht einen falschen Partner wählt, der ihm/ihr das Leben zur Hölle macht etc.

      • angelina sagt:

        wie schon erwähnt ist es nicht dasselbe ob ein kind schon schwerstbehindert zur welt kommt oder es durch einen unfall wird etc. und wenn ich als mutter nicht weiss (wie die artikelverfasserin übrigens auch nicht) das mein kind eine solche behinderung haben wird. kann ich auch nicht entscheiden und muss damit umzugehen lernen was ich auch tun würde. ich würde mein kind niemals in ein heim abschieben sondern mein bestes geben. wenn ich es aber vorher schon weiss würde ich eine entscheidung treffen was ich für mein kind das beste halte und nicht für mich selber.

      • San sagt:

        Naja, die statistische Wahrscheinlichkeit, dass einem Kind so etwas zustösst, ist in unseren Breitengraden zum Glück sehr unwahrscheinlich. Daher ist der Vergleich wenig zielführend.

      • San sagt:

        …sehr klein, meine ich natürlich.

      • tina sagt:

        sehr klein? allein die wahrscheinlichkeit depressionen zu bekommen liegt bei über 10%. psychische krankheiten allgemein bei 20%. natürlich sind nicht alle mit psychischen krankheiten sehr eingeschränkt, aber viele sind es. bis zur arbeitsunfähigkeit und sehr wenig grund zur lebensfreude. und da haben wir noch nichtmal am rande davon gekratzt, was frau knöpfel erwähnte. schwere krankheiten mit bleibenden schäden, unfälle, misshandlungen, traumata, das alles zusammengerechnet: nein, da sind wir nicht mehr bei sehr kleinen wahrscheinlichkeiten.

      • HMH sagt:

        Die meisten Behinderungen entstehen tatsächlich erst bei oder nach der Geburt. Man muss sich darüber bewusst sein, dass nur ein kleiner Anteil durch Pränataldiagnostik vermeidbar ist. Gleich, ob man sie machen lässt und welche Schritte man aus dem Ergebnis ableitet – oder auch nicht.

    • Petra Meier sagt:

      Weil ein Kind später Unterstützung brauchen wird, soll es lieber nicht zur Welt kommen? Was ist denn das für ein darwinistisches, ausgrenzendes Weltbild? Ganz abgesehen davon, dass Ihre vier (!) Kinder auch Unterstützung brauchen – vom Steuerzahler, von der Lehrerschaft usw.usf. Bezeichnend auch die Formulierung, Sie seien „der Meinung“, dass ein Down-Syndrom-Kind nie das Leben werde führen können wie andere Kinder. Ja, eine solche „Meinung“ ist wahrlich nicht gerade hilfreich für die betroffenen Kids und ihre Eltern. Ich hoffe für Sie, dass nie etwas Ihre unheimlich heile Welt trüben wird.

  • Max Blatter sagt:

    Und was hat dieser (sehr interessante) Blog mit Pränatal-Diagnostik zu tun? Sie haben ohne Ihr Wissen ein … spezielles … Kind bekommen, und dieses „Schicksal“ anschliessend in positivem Sinn angenommen. Bewundernswert.
    Sie hätten durch eine Pränatal-Diagnostik schon während der Schwangerschaft über die Situation informiert sein können. Und dann? Dann hätten Sie sich vielleicht ganz bewusst für das Kind entschieden – noch bewundernswerter. Entscheidungen bewusst und wissend zu treffen, macht uns zu mündigen Menschen und hebt unser Verhalten auf eine ganz andere ethische Ebene.

    • Manfred Stierli sagt:

      Ich seh dass so: Mit der pränatalen Diagnostik wird der Eindruck vermittelt, dass man sein Wunschkind bekommt. Nun fragen Sie sich doch selber mal ernsthaft, wie definiert sich denn ein Wunschkind? Was ist näher dran an ihrer Vorstellung; Ein behindertes Kind, welches fröhlich und liebevoll ist, oder ein „normales“ Kind mit miesestem Charakter. Sehen Sie, auch mit der pränatalen Diagnostik, werden Sie uU kein Wunschkind bekommen, Sie würden aber umso enttäuschter sein.

    • adlerauge sagt:

      Allerdings sollte man sich VOR jedem Test darüber im Klaren sein, wie man mit dessen Resultat umzugehen gedenkt. Dies ist sicher nicht immer der Fall, vor allem wenn immer mehr pränatale Tests standardmässig durchgeführt werden…

  • Remo Kleiner-Dunkel sagt:

    Auch Schwerstbehinderte können glücklich sein, siehe z.B. Team Hoyt => http://de.m.wikipedia.org/wiki/Team_Hoyt

  • Marie sagt:

    Neben der Frage, ob es für die Famile und Gesellschaft zumutbar ist, behinderte Kinder (die sind ja meist auch noch herzig) und später behinderte Erwachsene (nicht mehr ganz so herzig, kostenintensiv, aufgrund ihrer Grösse und körperlichen Stärke schwieriger handhabbar) zu integrieren stellt sich doch auch die nicht beantwortbare Frage: Welche Behinderung ist dem Menschen zumutbar? Mit welcher Behinderung ist ein einigermassen glückliches Leben möglich? Ab wann wird das Leben einfach nur zur Tortur?

    Ich kann mir vorstellen, dass sich viele Eltern diese Gedanken vorrangig machen.

    • Ria Eugster sagt:

      Auch wenn ich Ihnen zustimme, dass sich viele Eltern diese Gedanken vorrangig machen, muss ich Ihnen zum ersten Teil widersprechen:
      Wenn Sie fragen, mit welcher Behinderung ein einigermassen glückliches Leben möglich sei, implizieren Sie, dass Behinderte weniger glücklich und „Gesunde“ ein glücklicheres Leben führen würden. Aber dem ist nicht so, schauen Sie sich um!
      Wie glücklich wir uns fühlen hängt mehr mit unserem Umgang damit als unserem Leben zusammen. Auch wenn das manchmal schwer vorstellbar scheint.

      • Marie sagt:

        Liebe Ria

        Ich denke da an Behinderte, die vom Kopf an runter gelähmt sind, vielleicht noch psychische Störungen haben, aggressiv sind etc. etc…

        Viele Behinderte sind glücklich, ja, aber halt eben nicht alle. Und diese werden ja auch viel mehr ‚versteckt‘ als diejenigen, die wenigstens glücklich schienen.

        Aber pränatal wird sich diese Qualifizierung eh nicht erstellen lassen. Und ist ausserdem sehr subjektiv….

      • maia sagt:

        @Marie: „Viele Behinderte sind glücklich, ja, aber halt eben nicht alle“ – eigentlich müsste es hier doch einfach heissen: Viele MENSCHEN sind glücklich, aber eben nicht alle.

  • Carolina sagt:

    Der Bericht hat mich sehr berührt. Vor allem deshalb, weil es mir in vielem genau gleich ging: ich war absolut davon überzeugt, nicht mit einem behinderten Kind leben zu können und habe deshalb alle prän. Untersuchungen machen lassen, die damals zur Verfügung standen. Bis eines unserer Kinder völlig gesund in meinem Bauch wuchs, aber trotzdem einige Tage nach der Geburt starb. Damals hätten wir alles dafür gegeben, dieses Kind aufwachsen zu sehen, egal mit welcher Behinderung.
    Seit dieser Zeit weiss ich für mich, dass die zitierte Nonne oben es für meine Begriffe wirklich wunderbar in Worte

    • Carolina sagt:

      /2 gefasst hat: ich bin an nichts in meinem Leben so gewachsen wie daran. Das heisst für mich auch, dass ich mir nie im Leben anmassen würde, einer Frau irgendeine Richtung vorgeben zu wollen, jede geht einen anderen Weg. Ich werde auch Ja stimmen im Juni, denn alles andere wäre inkonsequent. Aber wir sollten uns darüber im Klaren sein, dass wir vorsichtig und bedächtig vorgehen müssen, denn es ist tatsächlich schon keine Zukunftsmusik mehr, dass Frauen, die Behinderte zur Welt bringen bzw sich nicht testen lassen, dumm angeredet werden – es ist nur noch ein ganz kleiner Schritt zur Forderung

      • Carolina sagt:

        /3 der Krankenkassen/der Politik, pränatales Screening verpflichtend zu machen.

      • Martin Frey sagt:

        Mein tiefstes Beileid, Carolina.
        Und ja, wir sollten all unsere Energie darauf konzentrieren, dass man die Wahlfreiheiten behält ohne stigmatisiert, diskriminiert oder z.b. von Versicherungen oder der Arbeitswelt ausgeschlossen zu werden. Anstatt technologische Fortschritte apodiktisch zu bekämpfen die wir durchaus auch positiv nutzen können.

      • mila sagt:

        Da bin ich bei Ihnen, MF. Ich glaube nicht, dass der Weg zu flächendeckendem Screening, Selektionszwang und Leistungsausschüssen notwendig vorgezeichnet ist. Weil ich sehe, dass die meisten Menschen in unserer Gesellschaft sich durchaus differenzierte Gedanken zu diesem Thema machen.

        Carolina, auch wenn dies an anderer Stelle schon geschrieben wurde: um die Erfahrung, die Sie machen mussten, und andere in diesem Forum, tut es mir sehr leid.

      • Carolina sagt:

        MF, ich sehe keine apodiktische Bekämpfung technologischen Fortschrittes. Aber ich sehe Zweifel, Gewissen, Fragen, Unsicherheiten und sehr viel Unglück. Es ist für mich absolut klar (und ich habe ja alles Mögliche selber auf mich angewandt), dass, wo Leid verhindert werden kann, das auch geschehen soll. Aber angesichts meiner eigenen Erfahrungen und von Klienten und Bekannten, bei denen Methoden, die zuerst Sicherheit versprechen, sich dann aber später als zweischneidiges Schwert herausstellen können (!), extrem wichtig ist, dass Menschen immer wieder aufgeklärt werden und ehrlich informiert

      • Carolina sagt:

        /2 werden. Eine Schwangerschaft bzw der Weg dahin kann eine hochemotionale Angelegenheit sein – ich behaupte, dass viele, die später Probleme mit z.B. IVF haben (Partnerschaft, Nicht-Funktionieren) nicht darüber aufgeklärt waren, dass wir alle in hochemotionalen Situationen u.U. völlig anders entscheiden als wenn wir Fakten und Informationen geliefert bekommen. Es ist extrem wichtig eigentlich für alle Menschen, dass wir für alles, wirklich alles einen Preis bezahlen – einen Preis, dessen Höhe wir oft erst sehr viel später erfahren. Ich glaube, dass die meisten Menschen ein instinktives Wissen

      • Carolina sagt:

        /3 darum haben, das bei vielen zu einem Unbehagen angesichts neuer Technologien führt – das halte ich für zutiefst menschlich und da muss man ansetzen.

      • Martin Frey sagt:

        @Carolina: Ich sehe diese teils apodiktischen Haltungen schon. Bin tlw. täglich damit konfrontiert, zudem schimmern sie in gewissen Voten auch hier im MB durch. Aber darum geht es mir nicht primär. Natürlich ist mir bewusst dass durch neue Möglichkeiten und Technologien immer auch eine Ueberforderung stattfinden kann, sowieso in der Medizin wo viele Leute und einer Technisierung und Mechanisierung leiden. Und wie Sie richtig anmerken, jede Möglichkeit hat ihre Schattenseiten. Eine Chorionzottenbiopsie führt zu einem Abort, das Kind wäre aber gesund gewesen? Kann man damit umgehen, damit leben?

      • Gerhard Engler sagt:

        @grösstenteils bin ich gleicher Meinung. Es ist aber nicht zu befürchten, dass pränatales Screening zur Pflicht wird. Die Krankenkassen-Grundversicherung verweigert ja weiterhin jegliche Kostenübernahme für ein solches Screening. Man versucht also weiterhin, die Eltern daran zu hindern, auch wenn es in Zukunft nicht mehr ganz verboten ist.

      • Carolina sagt:

        MF: Ich verstehe, dass Sie wohl die eine Seite der Medaille sehen und ich eher die andere. Ich wollte eigentlich auch nur ausdrücken (unbeholfen, ich weiss), dass viel zu wenig darauf hingewiesen wird, dass es – auch mit den neuen Technologien – keine Garantien im Leben gibt. Und so landen dann die Menschen, die ungehörte Hoffnungen und Wünsche z.B. in IVF gesetzt haben, bei mir. Oder solche, die vor (manchmal vielen) Jahren eine Abtreibung machen liessen. Wir können nicht auf der einen Seite nach dem Recht auf Entscheidungsfreiheit rufen, die Verantwortung, die diese mit sich bringt, aber

      • Carolina sagt:

        /2 negieren. Wir müssen viel stärker darauf hinweisen, dass die Konsequenzen unseres Handelns, auch z.B. bei pränatalem Screening, bedacht werden wollen. Ich bin bei meinen älteren Kindern auch jeweils naiv gewesen: heute bin ich zutiefst dankbar, dass mir keine Entscheidung für eine Abtreibung (die ich vorher gar nicht richtig bedacht hatte) abverlangt wurde. Ich weiss heute, wie unglaublich schwierig diese Entscheidung sein kann, auch wenn man meinte, darauf vorbereitet gewesen zu sein.
        Deshalb braucht es neben der medizinischen Fachberatung dringend auch eine menschliche.

      • Martin Frey sagt:

        Bin noch besetzt Carolina habe aber grad eben entdeckt dass meine Folgeeinträge zur Differenzierung im Zensurnirwana verschwunden sind. Melde mich noch.

      • Katharina sagt:

        ‚Deshalb braucht es neben der medizinischen Fachberatung dringend auch eine menschliche.‘

        Ich weiss nun nicht, wie das bei Euch gehandhabt wird, aber hier wird etwas empfohlen, das mit Genetischem Counselling bezeichnet wird. D.h. es wird VOR Tests und Screenings auf die möglichen Dilemma und Schwierigkeiten einer Entscheidung hingewiesen. Patienten können dann schon im Voraus abwinken, so sie sich einem Dilemma nicht aussetzen wollen.

      • Martin Frey sagt:

        @Carolina: ich finde, besser kann man es kaum formulieren. 🙂
        All die neuen Möglichkeiten und Technologien sind nur soviel wert wie die Menschen die sie handhaben und uns bei den Entscheidungen begleiten. Dafür braucht es eine sachliche und objektive Beratung die auf die ganz individuellen Bedürfnisse eingeht, Empathie und viel Vertrauen. Ohne Vertrauen, das man sich täglich erarbeiten muss, geht gar nichts. Die Kommunikation kommt bei uns leider zu oft zu kurz.

      • Martin Frey sagt:

        Trotzdem müssen die Menschen die Wahlfreiheit haben, nach der bestmöglichen Aufklärung. Auch wenn sich die Wahl später als falsch herausstellen sollte. Hier kann ich Katharina beipflichten, gibt es noch viel Verbesserungspotential.

    • mila sagt:

      Auch wenn ich mich hiermit wahrscheinlich in die Nesseln setze: Eher milde Verlaufsformen von Down Syndrom können nicht der Gradmesser sein. Was ist mit schweren Behinderungen, und mit früh tödlich verlaufenden Erbkrankheiten – würden Sie diese auch bewusst in Kauf nehmen, wohl wissend, dass die Zeit, die sie mit dem Kind verbringen, von Anfang an geliehen ist und es leidet, Schmerzen hat? In dieser Hinsicht hätte ich es ehrlicher gefunden, mit Betroffenen eines schweren Falls zu reden, nicht eines ‚Sonnenscheinkinds‘. So eines wird sich sicher nie als Jugendlicher für Sterbehilfe engagieren.

      • mila sagt:

        Auch ich bin überzeugt davon, dass mit vergleichsweise ‚leichten‘ Beeinträchtigungen eine gute Lebensqualität möglich ist – vielleicht in dem einen oder einen Fall sogar eine bessere als bei sogenannten Gesunden. Aber den Gedanken, dass mein Kind lange vor seiner Zeit sterben wird, und sein ganzes Dasein von medizinischen Abläufen bestimmt wäre, ohne dass die Beschwerden dadurch gelindert werden können, könnte ich nicht bewusst ertragen. Wir können uns nun fragen: war es (alles) besser, als wir es bewusst nicht wissen konnten – oder gibt uns die Diagnostik in diesem Punkt ein Mittel,

      • mila sagt:

        um unnötiges Leiden zu verhindern. Und zwar, wohlgemerkt, nicht in erster Linie das eigene.

      • Martin Frey sagt:

        Guter Punkt, mila. Obwohl ich den Artikel sehr gut und authentisch finde, sollten wir in der Tat nicht vergessen dass es auch bei Trisomien verschieden schwere Ausprägungen gibt, die leichteren können ein nahezu normales Leben führen. Insofern würde es das Bild etwas komplettieren, dem Artikel z.b. das Schicksal eines CF-Kindes und der damit verbundenen Situation der Angehöriger und deren Gefühlslage gegenüber zu stellen, wie es gestern zwar erwähnt aber nicht geschildert wurde.

      • ka sagt:

        /1 Diese Diskussion welche Behinderung schlimmer ist, ist an sich schon furchtbar. Sie können das nie gegeneinander ausspielen, weil sie nicht wissen können, wie es wirklich ist und wie sie damit umgehen würden. Zum Glück nicht, sie können ja auch nicht wissen, ob ihre gesundes Kind vielleicht mal einen Unfall hat und dann schwer behindert ist. Da haben sie alles unternommen, kein behindertes Kind zu bekommen und haben doch keine Sicherheit. Wie weiter oben Ria Eugster schreibt ist das für uns alle eine totale Überforderung. Wir glauben zwar, mit den neuen techn. Möglichkeiten etwas gewonnen

      • ka sagt:

        /2 zu haben, sind am Schluss aber die eigentlichen Verlierer, weil wir gezwungen werden, etwas zu entscheiden, was uns seelisch überfordert.

      • mila sagt:

        Sehen Sie, dass ist genau der Punkt: was jemanden seelisch überfordert, ist eine persönliche Angelegenheit – nicht bei jedem ist es dasselbe. Gegen solche ‚universalistisch‘-fatalistischen Annahmen verwehre ich mich entsprechend entschieden. Natürlich hat man nie im Leben die totale Sicherheit, aber für mich ist es durchaus etwas anderes, wenn ein zunächst gesundes Kind krank wird oder einen Unfall hat, als wenn ich von Beginn weg eine schwere Krankheit in Kauf nehme, die ich allenfalls hätte verhindern können. Wie ich im konkreten Fall wirklich entscheiden würde, sei dahingestellt –

      • mila sagt:

        im Voraus kann man es nie wissen. Aber doch, ja: die Wahl hätte ich gerne. Nicht zuletzt in dem wie weiter unten von Max Blatter beschrieben Sinn.

      • ka sagt:

        / 1 sie meinen in diesem Sinn: „Entscheidungen bewusst und wissend zu treffen, macht uns zu mündigen Menschen …“ Da muss ich ihnen widersprechen, sie MEINEN zu Wissen, das ist ein Trugschluss. Die Ärzte können ihnen nicht sagen, wie „schlimm“ die Behinderung sein wird, sie können nicht abschätzen wie schlimm es für sie ist, ganz zu schweigen von ihrem Partner und ev. Geschwister. Die ganze Umgebung spielt auch noch eine Rolle. All ihre Überlegungen beruhen auf Annahmen und Vermutungen. Echt, das nehme ich ihnen nicht ab, dass sie das alles unter Zeitdruck genügend ausgewogen..

      • mila sagt:

        Natürlich kann die Schwere bestimmter Trisomien und Erbkrankheiten medizinisch eingeschätzt werden, obschon auch hier keine Garantien bestehen. Aber schön, dass Sie meinen zu wissen, was ich nicht zu wissen meinen kann. Und ganz genau: ich selbst kann für mich, gemeinsam mit meinem Partner, immer noch am besten beurteilen, was auch für uns als Eltern zumutbar ist – und was nicht. Wenn ich vorab gar nichts wissen will, kann ich zudem auf jegliche Tests verzichten. Ihre Art der Fundamental-Bevormundung empfinde ich insofern als äusserst anmassend

      • mila sagt:

        …um nicht zu sagen: selbstgerecht. Ich würde mir jedenfalls nicht anmassen, über jemanden zu urteilen, der sich gegen ein (wahrscheinlich anzunehmendes) behindertes oder schwerkrankes Kind entschieden hat. Genauso wenig wie über jemanden, der es nicht getan hat. Humanität bedeutet für mich, die bestmöglichen Bedingungen für Betroffene zu schaffen – ohne den Zwang, seine Menschlichkeit unter Beweis stellen zu müssen, indem man sich jeder natürlichen Begebenheit schicksalshaft unterwirft. Das tun wir auch in allen anderen medizinischen Bereichen schon längst nicht mehr, und beklagen uns nicht.

      • mila sagt:

        Ich glaube übrigens auch kaum, dass sich irgendjemand ernsthaft im Namen von ‚Menschlichkeit, Mitgefühl, Akzeptanz, Demut und Liebe‘ dagegen aussprechen würde, sollte es einmal Heilmittel gegen Trisomien und Erbkrankheiten geben – beispielsweise mit Therapien im Embryonalstadium. Dann würde niemand mehr davon sprechen, dass die Gesellschaft von Geburt an behinderte oder beeinträchtigte Menschen ‚braucht‘, um human zu bleiben. Es gibt anderweitig genug Gebrechen, Krankheit und Leid auf dieser Welt, das wir nie werden beheben können – zumindest gehe ich davon aus. Eine gewisse Heuchelei hängt,

      • mila sagt:

        wenigstens sehe ich das so – der ganzen Debatte an. Aber das ist nur mein persönlicher Eindruck.

      • Martin Frey sagt:

        Sehr schön formuliert, mila. Bin da ganz bei Ihnen.

      • mila sagt:

        Noch ein letztes, um nicht Gefahr zu laufen, falsch verstanden zu werden: der Wert eines Menschen, ob er nun gesund ist oder behindert bzw. beeinträchtigt, beziffert sich für mich in seinem Selbstwert – seiner Existenz an (und für) sich. Und nicht darin, was seine ‚Kondition‘ in seinem Umfeld oder in der Gesellschaft bewirkt.

      • ka sagt:

        sorry mila, ich wollte sie echt nicht angreifen. Leider wird der 2. Teil meine Antwort einfach nicht freigeschaltete. Das sie für sich persönlich bereit sind solche Entscheidungen zu fällen glaube ich schon und finde ich auch sehr stark von ihnen. Bei dieser Diskussion hier geht es ja aber um die gesellschaftliche Entwicklung, die wir einschlagen werden mit der nächsten Abstimmung. (übrigens bin ich mir noch gar nicht sicher, was ich stimmen werde) Genau aus diesem Grund müssen wir meiner M. nach über unsere eigene Befindlichkeit hinaus, genau abwägen was dies für die Gesellschaft bedeutet.

      • Pixel sagt:

        Wie wäre es denn, wenn wir die Entscheidung darüber, eine Familie zu haben, als Abenteuer ansehen, auf welches man sich bewusst einlässt?

  • Herren Michael sagt:

    Danke für diesen interessanten und berührenden Bericht! Das Leben bringt für viele oder alle Menschen besondere Herausforderungen mit sich und ich bewundere alle, wie diese Familie, die diese mit solcher Lebensfreude und Optimismus meistern. Als Familienvater von drei kleinen Kindern mache ich mir oft Gedanken darüber, ob ich im Umgang mit meiner Familie alles richtig mache und wie wir in verschiedenen Situationen handeln sollen. Ich denke, dass es einfach wichtig ist, dass man seine Lieben und generell Menschen mag und für sie Interesse zeigt. Deshalb finde ich diesen Bericht auch so spannend

  • Ria Eugster sagt:

    Danke für diesen Beitrag. Er hat mich berührt und daran erinnert, dass gerade das, was wir uns nicht wünschen eben auch Gelegenheit sein kann, über sich hinaus zu wachsen. Auch wenn man es sich selber nicht zugetraut hätte.

    Und ich bin dankbar, dass ich während meiner „fruchtbaren“ Zeit nicht so viele schwerwiegende Entscheidungen zu fällen hatte. Denn eigentlich empfinde ich das als Überforderung.

  • Anja Mayer sagt:

    Natuerlich *will* keiner ein behindertes Kind. Wer will schon seinem Kind „sowas“ antun? Es will auch keiner ein krankes oder sonstwie leidendes Kind. Und trotzdem, wenn man Kinder hat, die an etwas leiden, liebt man sie trotzdem ueber alles. Klar. Der Punkt ist fuer mich einfach: Das ist kein Grund, fuer andere Leute Dinge zu verbieten. Abtreibung. Praenataldiagnostik. Warum soll es mir zustehen, zu entscheiden, ob andere Leute dieses Mittel benutzen oder nicht? Ich bin sicher, deren Entscheidung ist schwer genug.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Anja Mayer
      das Schwierige bei derartigen Vorlagen ist,
      dass sich das unmittelbar persönliche mit weitreichenden gesellschaftlichen Entwicklungen verknüpft,
      die ersten Weichenstellungen erscheinen oft klein und unbedeutend,
      „nur“ eine Privatangelegenheit bei der niemand dreinschwatzen sollte.
      Erst im Rückblick wird sich die eine oder andere verheerende Auswirkung zeigen.
      Ich möchte keine Selektionsgesellschaft, keine Pflichtkataloge, keine Kostenübernahmeverweigerungen etc-
      alles jetzt noch kein Thema, aber der Weg führt dorthin.

      • Rahel S sagt:

        Brunhild- das sehe ich genau so. Ich wohne im Ausland und bei meiner dritten Schwangerschaft mussten ich und mein Mann doch tatsaechlich einige male unterschreiben und bestaetigen, dass wir keine ausfuehrlichen genetischen Tests machen wollen (gewisse andere Tests haben wir gemacht)- so quasi also Sicherheit fuer die Krankenkasse/ Aerzte etc.
        Ich sehe schon, das es in die Richtung geht, dass, wenn man ein behindertes Kind hat, automatisch die Frage/ Anklage im Raum steht „aber ihr haettet das ja wissen und verhindern koennen“.

      • Elisa sagt:

        1/@Brunhilde Steiner: gibt es das nicht zu einem gewissen Grad heute schon? Für die Zusatzversicherung unseres Sohnes mussten wir eine Gesundheitserklärung einreichen. Da er bis dahin schon eine heftige Erkältung gehabt hatte (die armen Zweitgeborenen…) gab es etliche Nachfragen seitens der Versicherung. Bei einer angeborenen Schwäche o.ä. hätten sie wohl einen Ausschluss gemacht. Es würde mich interessieren, wie das bei einem Kind mit Behinderung abläuft.

      • Bruno Juchli sagt:

        @Steiner
        Stellen Sie sich vor, die Gesellschaft würde einer Familie die schlecht mit dem „behinderten“ Kind zurecht anbieten das Kind abzunehmen. Für ein gutes Leben und eine gute Behandlung des Kindes zu garantieren. Und das Ganze ohne die Eltern dafür schlecht hinzustellen oder sonst zu benachteiligen (auch finanziell).
        In diesem Falle fände ich ihre Argumentation völlig ok.

        So lange die Gesellschaft Eltern die ein Problem mit „behinderten“ Kinder haben aber als „Rabeneltern“ und dergleichen darstellt, so lange kann doch die Gesellschaft nicht ernsthaft verlangen die Diagnostik zu verbieten

      • Elisa sagt:

        2/Was die Frage angeht, ob das eine Privatangelegenheit ist – ich kann Ihre Argumentation nachvollziehen. Nur – wenn ich jetzt (nota bene als Mutter zweier gesunder Kinder) z.B. den Eltern mit einem erhöhten CF-Risiko (s. Tagi von gestern) das Recht abspreche, zu verhindern, dass sie noch ein Kind mit CF bekommen, spiele ich dann nicht auch Gott?

    • Elisa sagt:

      2/Privatangelegenheit oder nicht – ich sehe Ihre Argumentation. Nur, wenn ich (nota bene als Mutter zweier gesunder Kinder) Eltern mit einem erhöhten CF-Risiko das Recht abspreche, zu verhindern, dass sie ein weiteres Kind mit CF bekommen, spiele ich dann nicht auch Gott?

      • Martin Frey sagt:

        Völlig richtig, Elisa.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Elisa
        @Mar tin Fr ey

        „Go tt spielen“ tun wir ohnehin,
        die Frage ist vielmehr in welchem Ausmass wir das tun wollen,
        ob wir uns allen Entwicklungsmöglichkeiten bewusst sind und fähig
        mit allen Konsequenzen- auch den heute noch-nicht-so-denkbaren, umzugehen.

        Diese Fähigkeit stelle ich eher in Frage,
        daher ziehe ich es vor in einem kleineren Bereich „Go tt zu spielen“, um es nicht späteren Generationen zuzumuten auf viel grösseren Feldern ebenfalls Go ttspielenzumüssen.

      • Thomas Lieven sagt:

        Das „Gott spielen“-Argument halte ich für unpassend.
        In der Diskussion um die PID geht es um eine philosophisch-ethische Frage: Kommt besitzt eine befruchtete Eizelle bereits Menschenwürde und soll ihr ein rechtlicher Schutz zukommen? Wird die Frage mit Ja beantwortet, so muss das Recht des Embryos mit dem Recht der Eltern auf Selbstbestimmung abgewägt werden. Diese Güterabwägung muss die Gesellschaft gemeinsam vornehmen und die Verantwortung dafür tragen.
        Es geht nicht um „Gott spielen“, sondern um die Frage, ab wann wir Leben für schützenswert halten.

      • Elisa sagt:

        @Thomas Lieven: klingt gut – nur, die Behinderung eines Menschen betreffen den Menschen selber und dessen engstes Umfeld. „Die Gesellschaft“ muss so direkt nichts zu deren Alltag beitragen. D.h. mit aufwändigen und schwierigen Therapien zurechtzukommen, einer geringen Lebenserwartung des eigenen Kindes zu leben etc., das alles betrifft uns nicht als „Gesellschaft“. Und ja, es kann einem Kind auch nach der Geburt etwas zustossen, aber ehrlich gesagt, es ist ja schon nicht dasselbe, zu wissen, dass ein Kind eine Behinderung haben wird und zu wissen, dass etwas passieren könnte irgendwann.

  • babuschka miro sagt:

    Wow!Ihr Beitrag hat mich umgehauen.Sehr gut geschrieben,nichts verherrlicht aber total ehrlich.Unsere Nachbarn haben ein Kind mit dem Down-Syndrom und ich bewundere ihre Einstellung zum Leben.Ich weiss nicht,wie ich als betroffene Mutter mit diesem Schicksal umgehen könnte.Der Bub ist jetzt 6 Jahre alt und kostet die Eltern sehr viel Kraft.Und trotzdem wirken sie sehr glücklich.Anfangs dachte ich immer,dass sie uns um unsere „normalen“ Kinder beneiden.Heute bin ich sicher,dass es nicht so ist.Ich schäme mich für diese Gedanken…

    • Caro sagt:

      @Brunhild: Sie bringen wieder die Vorlage ins Spiel. Vergessen Sie aber nicht, dass schon heute, auch ohne Vorlage, Kinder mit Downsyndrom oder anderen Beeinträchtigungen abgetrieben werden können. Und das wird sehr, sehr oft gemacht (was ich auch nicht gut finde). Eine Annahme der Vorlage bedeutet somit aber nicht, dass es weniger „behinderte“ Kinder gibt, sie werden nur früher „eliminiert“ (furchtbares Wort in diesem Zusammenhang, aber mir fiel kein anderes ein).

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Caro
        wenn schon bringen die Hauptbeiträge die Vorlage ins Spiel, respektive sie ist der Auslöser für die Beiträge,
        gerade weil heute schon viel gemacht wird auf diesem Gebiet,
        ist es wichtig mögliche Zukunftsszenarien zu bedenken.

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