Teufelszeug Handy und Co.


Er hat aufgegeben. Fertig, Schluss. «Ich sage nichts mehr zu meinem Sohn, was das Handy angeht», erzählt mir ein guter Freund. «Soll er doch selbst schauen.» Klar, während der gemeinsamen Mahlzeiten habe das Gerät am Tisch nichts verloren. Doch sonst? «Louis könnte besser nur mit einem Arm leben als ohne Smartphone», sagt der Vater dreier Kinder.

«Er darf also die ganze Nacht hindurch chatten, ohne dass du eingreifst?», frage ich. «Ja», antwortet er. Solange der 14-Jährige jeden Morgen in die Schule gehe und dort einigermassen gute Leistungen erbringe… Er zieht die Schultern hoch, schüttelt den Kopf. «Er ist wohl alt genug dafür. Obwohl, ich weiss, es ist ein Riesenscheiss. Diese Geräte machen uns zu Zombies, und ich hasse sie.» Louis und sein 18-jähriger Bruder seien nur noch am iPhone, am iPad oder an der Gamekonsole, und die kleine Schwester, die den grösseren Brüdern alles nachahme, würde am liebsten auch immerzu ran. «Doch die Dinger gehören zur heutigen Kindheit, was soll man machen. Was sollen wir tun?!»

Ja, was sollen wir tun? Er wie auch ich und fast alle unsere Bekannten mit gleichaltrigen Kindern kämpfen mit denselben Fragen rund um Handyregeln, Onlinezeiten, Game- und Chatverhalten. Also um jene Themen, die einen grossen Teil der Freizeitbeschäftigung unserer Kinder und Jugendlichen betreffen. Welche Regeln sind im Umgang mit Smartphones und Co. angebracht? Wie viel Kontrolle muss sein? Ab welchem Alter sollen Kinder überhaupt ein Smartphone haben? Was, wenn sie nur noch am Handy kleben und für kaum was anderes mehr Begeisterung zeigen? Verhalten wir uns zu streng oder zu lasch?

In zig Gesprächen, die ich in den vergangenen Tagen und Wochen zum Thema mit Freunden und Bekannten führte, war von Familiendramen die Rede, von enormem Gruppendruck, von Klassen-Chats auf Whatsapp, die bis spät in die Nacht dauern, von inkonsequenten Vätern und konsequenteren Müttern oder umgekehrt. Fast alle Gesprächspartner sind davon überzeugt, dass man den Kindern beim Umgang mit den Gadgets Grenzen setzen muss – oder vielmehr müsste. Der Konjunktiv deshalb, weil die Eltern im selben Atemzug zu sagen pflegen, sie müssten wohl mehr eingreifen, sollten strikter und selber im Umgang mit dem Smartphone ein besseres Vorbild sein. Sie haben ein schlechtes Gewissen, sind verunsichert – und überfordert.

Wie der Freund, der seinen Sohn an das Handy verloren hat. «Ich bin vollkommen überfordert und wahrscheinlich auch feige», sagt er. Er sollte sich wohl mehr in die Erziehung der Kinder reinhängen. Andererseits: «Waren Eltern bei Teenagern nicht schon immer überfordert?» Vielleicht handle es sich bloss um eine Phase, bis diese so wichtigen Jahre – immerhin die Metamorphose zum Erwachsenwerden – abgeschlossen seien, meint er. Er selbst habe damals kaum was anderes getan, als in seinem Zimmer zu sitzen, Pot zu rauchen und Musik zu hören. Irgendwann habe er damit aufgehört, Gott sei Dank. «Das ist der Lauf der Zeit. Die Kids von heute werden schon damit zurechtkommen und lernen, mit den Geräten umzugehen.»

Was ist Ihre Meinung? Welche Regeln brauchen Kinder im Umgang mit Smartphones, Tablets, Computern und TV?


«Bist du Smartphone-süchtig?» Ein Augenschein auf Deutschlands Strassen und in Cafés der Sendung «taff» (Youtube).

143 Kommentare zu «Teufelszeug Handy und Co.»

  • René Baron sagt:

    Ich hoffe unsere Kinder auch weiterhin zu Tätigkeiten motivieren zu können bei denen man einfach kein Handy benutzen kann: Sport, Musik, Zeichnen, Reisen, etc. , wenn sie dann das Handy benutzen um über ihre „offline Leistungen“ zu berichten, dann ist das ein guter Kompromiss.

  • Michael sagt:

    Wie mit jeder anderen Sucht auch, man muss früh mit der Prävention anfangen, dann klappt es auch mit den Älteren. Für die Handysucht gibt es probate Mittel. Mit einer Prepaidkarte beispielsweise, wo am Monat beispielsweise 50 Franken draufgeladen werden. Ist das Guthaben verbraucht, gibt es für diesen Monat auch keinen Nachschlag. Und das heimische Funknetz von 00:00 – 06:00 stillegen. Man muss nur wollen.

  • Hanspeter Amstutz sagt:

    Wundersame Vorstellungen über das Selbstbestimmungsrecht jedes Kindes haben eine ganze Elterngeneration verunsichert. Wir Erwachsene sollten doch Kindern gegenüber Respekt und einiges an Empathie aufbringen. Damit ist aber sicher nicht eine Erziehung der raschen Wunscherfüllung gemeint. Kinder und auch noch Jugendliche brauchen Leitplanken, um stark zu werden. Eine Handybenützung ohne klare Regeln überfordert die allermeisten Kinder. Der Schaden, der dadurch entsteht, ist gewaltig. Es kann uns doch nicht egal sein, wenn übermüdetete Kids in den morgendlichen Schulstunden nur dahindämmern.

    • Anna K. sagt:

      Schöner Artikel!

      Viele Eltern sind ja sogar selbst überfordert mit dem Umgang von Handy und Co.
      Habe mich selbst schon oft dabei ertappt, wie ich mir sagte „nur noch 10Minuten surfen“ und dann wurde wieder mehr daraus. Und wie war ich froh, als mein altes Handy mal für ein paar Tage den Geist aufgab und ich erst dann wahrnahmn, wie angenehm es ist, nicht ständig in Gedanken woanders zu sein- und zu glaben man müsse immer grad allen antworten.

      Und erst Urlaub in einem Funkloch oder 3 Monate ohne Handy – eine wahre Wohltat!

      @Vreni Gute Idee, das mit dem Handy abends in den Korb! Danke

  • Martina Müller sagt:

    Wie sollen Kinder einen vernünftigen Umgang mit Handys und PC lernen, wenn die Eltern nicht mit guten Beisspiel vorangehen, leider ist auf unserem Schulhof auch zu beobachten, dass Kinder im Internet alleine herum surfen und viele Eltern nicht einmal wissen, was ihre Kinder dort anschauen. Ich finde es unverantwortlich, da keine Kontrolle in den meisten Fällen nicht mehr stattfindet. Schon Kindergartenkinder laufen in der unserer Tagesschule mit Natels herum, sehr traurig

  • Vreni sagt:

    Ich erlebe müde Kinder in der Schule.Vor allem höre ich immer häufiger: Kinder schlafen schlecht, können nicht einschlafen. Wie wir alle wissen, lieben Kinder Rituale.Vielleicht kann man sich überlegen, wie man Abende ohne Medien mit den Kindern zusammen bewusst gestaltet? Ein kleiner Tipp:In unserem Badezimmer steht ein Korb.Da hinein legen alle Familienmitglieder, auch die Erwachsenen, ihr Handy wenn Bettzeit ist. Wenn man das von Anfang an einführt, wird es zur Selbstverständlichkeit. Unser Hirn hat sonst nachts viel zu verarbeiten, gönnen wir ihm doch weniger Reiz- und Gefühlsüberflutung!

  • Simone sagt:

    Aufgeben liegt hier einfach nicht drin,
    Es ist unglaublich streng, macht müde und erschöpft.
    Es ist für ein Kind ein Riesengeschenk, wenn Eltern durchhalten. Eine durchgestandene Krise verbindet. Ich sage meinen Töchtern immer mal wieder, dass ich auch überfordert bin und dass ich weiss, dass zuviel
    Bildschirm ihrem Gehirn schade und weil mir ihre Gesundheit wichtig sei, nehme ich das Teil weg. Sobald sie erwachsen wären, können sie selber bestimmen. Das Geschrei und das Geschimpf halte ich aus- manchmal gelassen und manchmal bitz weniger;-)

    • Dr. Karin-Maria Schäfer-Zink sagt:

      Liebe Simone,
      ich bewundere Sie und sorge mich gleichzeitig um Sie. Genau wie Sie schränkte ich bei meinem Jüngsten den übermässigen (nächtelangen) Konsum von 3! Handys und PC ein, mit dem Resultat, dass er zusammen mit seinem esotherischen kampfsportlehrer die Jugenschtzbehörde auf mich hetzte. Mir wurden die Einschränkungen (Noten wurden vom Gymnasium beanstandet) als „psychische Gewalt“ ausgelegt und mir kurzerhand der Junge entzogen. Pflegeeltern wurden? Genau, der Kampfsportlehrer und seine Frau, dies ohne jegliche Eignungsabklärugen. Dies geschah vor 5 Jahren.

      • Katharina sagt:

        Und wer das glaubt, wird so selig wie die, die bei Handy Benutzung überhaupt keinen Zusammenhang zu digitaler Demenz sehen.

  • Markus Schneider sagt:

    Der Umgang mit Smartphone-Benutzern ist sehr einfach: Wer dauernd auf diesen Geräten herumdrückt erntet nicht nur meine deutliche Missfallensbekundung sondern muss im Wiederholungsfall auf meine Anwesenheit verzichten. In meiner Anwesenheit wird nicht am Smartphone und auch nicht am Festnetztelefon herumgedrückt, basta. Wer sich daran hält (oder ohnehin nicht auf eine solche Idee kommt), der hat in mir einen hingebungsvollen Erzähler und Zuhörer.

    Leute, die ständig am Smartphone hängen haben keine Kinderstube. Insofern ist es eine totale Bankrotterklärung des im Artikel genannten Vaters.

  • Mitleser sagt:

    Ich denke, im Dauergebrauch des Handys steckt auch eine Flucht. Die Kinder sind oft überfordert mit der Realität, wie sie sich multimedial ganz unschön darstellt. Und wie das so ist mit dem Unschönen, es fesselt magisch.
    Ich bin ein Gegner des Internets. Nicht nur sind Kriminalitätsfelder daraus gewachsen, derer der Staat nicht mehr Herr wird (Cyberangriffe verursachen jedes Jahr Kosten von 1000 Mrd. Dollar), es verführt zum Mobbig und man wird schnell selber Opfer. Kinder durschauen das schlimme Spiel am allerwenigsten. Auch hebelt die Fotographiererei die Bürgerrechte aus.

  • Teilzeitpapi sagt:

    Die Frage ist, sind Südkorea und Japan im Exzess und/oder uns bloss voraus? Ein Beispiel:

    Die [japanische] Bahn warnt, dass Leute von den Bahnsteigen auf die Gleise fallen, weil sie in ihre Smartphones vertieft seien. 2012 waren es bereits 3500, ein Mann kam dabei ums Leben.

    http://www.tagesanzeiger.ch/leben/gesellschaft/Sklaven-des-Smartphones/story/12944987

    Auch Psychologen sind an der Entwicklung von Apps und Games beteiligt…

    • Brunhild Steiner sagt:

      naja, so tief ist die Zahl der Unfälle aufgrund Unaufmerksamkeit wegen Handynutzung bei uns ja auch nicht, sie fallen noch nicht reihenweise auf die Gleise deswegen, aber dafür bremsen sie viel zu spät, schneiden die Vorfahrt ab, übersehen Fussgänger (auch solche die aufmerksam ohne Bildschirm vorm Gesicht wagen die Strasse zu überqueren)…

    • Stranger sagt:

      Psychologen??? Was tun die denn? Programmieren? 🙂

      • Teilzeitpapi sagt:

        Falls es keine ironische Frage war: Wie überall das Produkt, in diesem Fall Games und Apps, so konzipieren, dass der Kunde möglichst nicht mehr aufhören kann mit Konsumieren. Sich Glück davon verspricht oder sogar fast süchtig wird. Z.B. Spiele, die rund um die Uhr weitergehen, man Punkte verlieren kann, wenn man nicht regelmässig ins Spiel schaut oder etwas hegt und pflegt, usw.

      • Muttis Liebling sagt:

        Neben den produktberatenden Psychologen, welche für die Abhängigkeit vom Produkt zuständig sind, gibt es noch die politikberatenden Psychologen. Die sind dafür zuständig, dass die mit Sicherheit auftretende Kritik an der Förderung von Abhängigkeit in die falsche Richtung gelenkt wird:

        Statt zu fragen, wie wir dem Problem generell begegnen, wird diskutiert, wie jeder für sich und für seinen Goldschatz Kind damit umgeht.
        Merke: Es soll zwar diskutiert werden, nur ändern darf sich nichts, jedenfalls nicht auf der gesellschaftlichen Ebene. Private Verhaltensänderungen gefährden das Konzept nicht.

  • Lala sagt:

    Es ist wie mit vielen Dingen, es kommt doch auf die Menge an. Teenies verkriechen sich phasenweise gerne. Ist es wirklich ein grosser Unterschied ob sie im Zimmer auf dem Phone rumdrücken, das Bravo lesen, TV schauen oder Löcher in die Wände starren.
    Wichtig sind Regeln, keine Geräte am Essenstisch, Gespräche werden nicht wegen dem Chat/Handy unterbrochen usw. Gilt dann jedoch für alle Familienmitglieder. Zusätzliche Regelung ab 22.00 Uhr sind bei uns diese Geräte auf der Ladestation und wir für die Aussenwelt nicht mehr erreichbar. Hat sich bewährt, denn der Schlaf ist doch zu wichtig.

  • ka sagt:

    Übrigens läuft die Kommunikation auch in Sportclubs häufig übers Handy. Wenn das Kind nicht im Chat ist, bekommt es dann nicht mit, wo Besammlung, Aufgebotslisten, Absagen etc. Ein anderes lustiges Relikt ist der Telefonalarm der Klassenlehrerin, der kam mit dem normalen Festnetztelefon nie an, per Handy geht’s keine 10 Minuten 🙂

    • Susi sagt:

      @ka: Ja, diese Chats sind organisatorisch wirklich extrem praktisch. Wie ich oben schreibe, nutze ich manchmal auch den Klassenchat, aber eben, das setzt dann voraus, dass alle Schüler/innen ein Smartphone besitzen. Insofern ist es etwas heikel, aber seit einiger Zeit hab ich gar keine Tastenhandys mehr gesehen im Schulbetrieb und Schüler ohne Handys gibt’s glaub nicht…

      • Brunhild Steiner sagt:

        …doch gibts schon, zumindest in unsrem Haushalt solche die es einfach zu Hause lassen weil es sie dermassen anödet, und eine Besitzlose, der wir die Vorteile erst noch beibringen müssen…

      • Susi sagt:

        @Brunhild: Ihre Kinder sind teilweise ja auch noch jünger. An unserer Schule herrscht für das 7. und 8. Schuljahr (also für die 13-14 Jährigen) striktes Handy-Verbot. Die Eltern finden das super und unterstützen diese Regelung.

      • Susi sagt:

        Ich hab mich demnach nicht klar genug ausgedrückt, ich meinte Schüler auf Gymnasialstufe, also die 15- ca. 20jährigen. Bei denen ist’s schon anders…

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Susi

        wir haben die Gymnasialstufe mit dabei, bin mir schon bewusst dass wir bezüglich Nutzungsverhalten eher aus dem Rahmen fallen, aber mir ist schon wichtig festzuhalten längst nicht alle Jugendlichen flächendeckend stehen dieser Nutzung uneingeschränkt freiwillig und gerne zur Verfügung, und es ist kein Gesetz dass aus allen Kindern Handyüberbordende Intensivnutzer werden…

      • Susi sagt:

        @Brunhild: Ja, das ist noch beruhigend.

      • Sportpapi sagt:

        Nun ja. Wie man durchaus gezwungen werden kann, Schulbücher anzuschaffen, einen Taschenrechner zu haben, werden künftig wohl euch die einen oder anderen elektronischen Geräte obligatorisch am Gymnasium.

  • angelina sagt:

    bei unseren kindern in der schule ist das smartphone in der dritten klasse langsam ein thema. unsere 10 jährige kriegt aber trotzdem keins und das hab ich ihr auch gesagt. wenn dann wenn sie in die oberstufe kommt und der schulweg weiter weg von zu hause ist, ein normales tastenhandy wo sie im notfall sms schreiben und telefonieren kann und das mit prepaidkarte. ein smartphone kann sie mal selber kaufen wenn sie ihr eigenes geld verdient. das ist unsere sichtweise der dinge und so werden wir es auch durchziehen für all unsere kinder. wir sind aber selber auch vorbild.

    • Manuela sagt:

      Ja, das haben die Eltern von Schulkollegen auch gesagt. Dann haben die mit 14 Jahren beim Bäcker etc. gejobbt in den Ferien und sich gekauft, was sie wollten.

    • ka sagt:

      @ angelina: schöne Vorsätze, es wird dann in der Oberstufe einfach ein arger Aussenseiter sein, wenn es im Klassenchat nicht mitbekommt, was so läuft. Es geht doch eh schon lange nicht mehr ums telefonieren, bestimmt bekommen sie bis dann gar kein Tastenhandy mehr. Zum Glück für ihr Kind hoffentlich.

      • Marcel sagt:

        @ka
        Chats, Whats-App etc. funktionieren übrigens auch sehr gut auf dem Tastenhandy. Dafür brauchts kein Smartphone.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @ka

        nicht so über die Tastenhandys herziehn, die sind super! Und gibts sogar inklusive online-Möglichkeit, es gibt sogar solche die sich für die Freizeit ein online-loses erwerben, um genau dieser 24h Erreichbarkeit über die online-Welt zu entkommen…, totgesagte werden länger leben 😉

      • Susi sagt:

        @Brunhild: Das ist ja eine super Idee. Und diese Tastenhandys sind so günstig, sie müssten einfach mit meiner (Nano?)SIM kompatibel sein…

  • Franz Kaufman sagt:

    Mir scheint, das Handynutzen wohl noch nicht ganz so akzeptiert ist, wie Alkohol und Rauchen. Aber das wird schon.

    • Franz Vontobel sagt:

      Ja, Rauchen ist ja extreeem akzeptiert, heute – nur Heroinspritzen in der Öffentlichkeit ist noch akzeptierter…

    • Muttis Liebling sagt:

      Ein Blick aus dem Fenster zeigt, das Rauchen und Smartphone- Nutzung auf Strassen, Plätzen und in Parks ungefähr gleich häufig und nicht selten vergesellschaftet sind.

      • Franz Kaufman sagt:

        Was ich meinte ist, dass der negative Effekt schon nicht auf der selben Stufe ist wie Rauchen oder Alkohol. Sowenig wie Rauchen auf der Stufe von Heroinspritzen, gell Herr Vontobel.
        Klar sollte man sein Kind auf die Gefahren der Sucht aufmerksam machen, und es so erziehen, dass es die Suchtgefahr selber erkennen und somit kontrollieren kann.
        Trotzdem dünkt mich die Reaktion auf Handy und Computernutzung etwas übertrieben. Hat evtl. auch etwas mit dem Generationenunterschied zu tun.

  • Muttis Liebling sagt:

    Das Pendant zu den Missbräuchlern aller Art sind die Berufenen, die das Kochbuch der Prävention dazu kreieren und ihren Mitmenschen damit auf den Keks gehen. Es gibt keine konkreten Strategien gegen die Suchtverlockungen nicht nur in der Pubertät. Zeit- oder Inhaltlimitierungen regen nur an, Gegenmassnahmen zu erfinden. Es sollte keinem 14- jährigen schwer fallen, sich ohne Wissen der Eltern ein Prepaid- Smartphone zu beschaffen.
    Einzig sinnvoll sind die Pflege einer gewissen Familienkultur, wie Brunhild es beschreibt oder z.B. starke Hobbys, die in Konkurrenz zum Suchtverhalten stehen.

    • Franz Kaufman sagt:

      Schlechtes Beispiel, bei einem 14-Jährigen mit der Kontrolle anzufangen, ist auch gar spät. Limitierung (nicht verbieten) von Anfang an, kann da schon mehr bringen, ist auch konsequenter.

  • Susi sagt:

    Ich selbst bin wahrscheinlich kein gutes Vorbild, ich hänge sicher zu oft am Bildschirm. Was ich aber nicht verstehe, ist, dass so viele Eltern bereits ihren Kleinkindern ein Handy in die Hand geben. (In einem Kommentar oben steht stolz, „wir haben unser 3jähriges Kind im Griff“. Das sollte doch selbstverständlich sein! Je jünger ein Kind ein Suchtverhalten entwickelt, umso schwieriger ist es, das später zu regulieren. Unsere Tochter (6) kriegt darum mein Phone nur in Ausnahmefällen in die Hand, vielleicht zweimal pro Monat für 10 Minuten, wenn überhaupt.

    • Sportpapi sagt:

      Das verstehe ich nun nicht. Weshalb ist es für ein sechsjähriges Kind so schlimm, dass es praktisch gar nie darf, was die Mutter ständig tut? Ich meine, im Gegensatz zu Alkohol gibt es in dem Alter ja durchaus altersgerechte Angebote.

      • Susi sagt:

        @SP: Es ist überhaupt nicht schlimm für meine Tochter, dass sie das nicht darf. Sie freut sich, wenn sie’s mal kriegt, bettelt aber höchst selten, weil sie halt den Tarif kennt. Sie hat besseres zu tun als auf dem Handy rumzudrücken. (Das hätte ich auch, aber leider ist man ab einem gewissen Alter halt eigenverantwortlich… 🙂 )
        Kinder müssen nicht immer den gleichen Seich machen wie die Eltern.

      • Susi sagt:

        Dazu kommt, dass die Vorbildfunktion häufig überschätzt wird. Kommt das Kind mal in das Alter, wo die Peers wichtiger sind, nimmt das sowieso überhand.
        Ein Bekannter hat mir kürzlich erzählt, dass er seiner Tochter (13) für eine Woche das Handy weggeschlossen hat, weil sie es trotz Verbot auch nachts benutzte. Als sie es wieder einschaltete, hatte es 11’000 (!!!) neue Nachrichten drauf, hauptsächlich aus Gruppenchats. Sowas kriegen Eltern normalerweise gar nicht mit…

      • Bernhard sagt:

        @Susi: „Als sie es wieder einschaltete, hatte es 11’000 (!!!) neue Nachrichten drauf, hauptsächlich aus Gruppenchats.“

        Das ist krass!!! Genau aus diesem Grund habe ich WhatsApp gelöscht. Das wurde mir wirklich zu viel.

        Das Problem ist halt – und da verstehe ich die Verzweiflung der heutigen Jugend – dass man ohne soziale Medien von allem ausgeschlossen wird, was ausschliesslich über diese Kanäle läuft: Klatsch und Tratsch, Verabredungen, Einladungen etc. Da braucht man schon ein grosses Selbstwertgefühl, um sich dem Ganzen bewusst entziehen zu können! Wahrlich kein einfaches Unterfangen…

      • Susi sagt:

        @Bernhard: Irgendwie habe ich das Gefühl, dass Jugendliche ohne WhatsApp leider tatsächlich verpassen, was so abgeht.

        Einer meiner Schüler hat für meine Klasse auch einen Klassenchat eingerichtet, und ich muss zugeben, so etwas Praktisches hatte ich noch nie, ich kann kurzfristig noch eine Info durchsenden und es klappt immer.

        Gleichzeitig ist es für die Jugendlichen eine Gratwanderung, nicht Zeit mit unnötigen Mitteilungen zu verdüdelen, sei das nun beim Erstellen oder beim Lesen.
        Ziemlich komplexes Thema.

      • Bernhard sagt:

        @Susi: Ja. Ein wirklich komplexes Thema. Vor allem auch, weil es im schulischen Bereich dazu verleitet, Aufgaben nicht mehr selbst zu lösen. Bei meinen Schülern ist das halt auch so: Wer’s zuerst hat, schickt ein Bild der Lösung an die Klasse. Die ganz cleveren machen noch während des Unterrichts ab, wer welche Aufgabe löst. Von der Effizienz her genial! Da bleibt nacher mehr Zeit für das wirklich Wichtige im Leben: Gamen und Facebook!! 😉

      • Susi sagt:

        @Bernhard: „Wer’s zuerst hat, schickt ein Bild der Lösung an die Klasse.“
        Ja, schade gab’s das zu meiner Zeit noch nicht, ich hab ein Vermögen und ganz viel Zeit in den Kopierapparat gesteckt, um die Lösungen der Gspänli zu kopieren 😀

      • Bernhard sagt:

        @Susi: „Ja, schade gab’s das zu meiner Zeit noch nicht, ich hab ein Vermögen und ganz viel Zeit in den Kopierapparat gesteckt, um die Lösungen der Gspänli zu kopieren 😀 “

        Genau!!

        Wir mussten uns diese Hilfen noch hart erarbeiten und bisweilen auch teuer bezahlen. Heute werden sie einem ungefragt und kostenfrei nachgeschmissen! Eine Sauerei!!

        Übrigens hat mir ein Zimmerkollege in meinem ersten Internat tatsächlich 500.- pro Monat angeboten dafür, dass ich ihm künftig alle Hausaufgaben machen würde. Leider blieb er nur drei Wochen und somit platzte unser Deal…

      • Susi sagt:

        @Bernhard: 500.- im Monat?? So geil!

        Also, deine Nebenverdienst-Geschichten werden ja immer besser, hahaha! (Bitte mehr davon!)

      • Bernhard sagt:

        @Susi: „Also, deine Nebenverdienst-Geschichten werden ja immer besser, hahaha!

        Ja, leider hat’s nicht geklappt! Wäre wirklich leicht verdientes Geld gewesen. Und als 14-jähriger sind 500 Stutz eine Menge Geld!

        Der Kerl war aber ein ganz armer! Habe später vernommen, dass er irgendwo vom Hausdach gesprungen ist, weil er nicht verkraften konnte, dass seine Mutter eine sehr, sehr rassige Brünette, aber leider auch eine weltbekannte P.rno-Darstellerin war…

        „(Bitte mehr davon!)“

        Puuuh, da bringst du mich in die Bredouille. Ich bin langsam aber sicher ausgeschossen mit meinen Stories… 😉

      • Franz Vontobel sagt:

        Widerspenstige! Schnell! Er hat „P.rno“ gesagt! Ein Fall für sie und das Herz-Lungen-Chakra! 😀

      • Susi sagt:

        Die Geschichte ist wirklich traurig, P.rno hin oder her…

        Mein peinlichster Nebenverdienst war, als ich während der Studentenzeit als Osterhase verkleidet Schoggieier mit dem Aufdruck „z’Oerlike git’s alles“ an die Passanten verteilte und einer ehemaligen Mitschülerin aus der Primarschule über den Weg lief… („Ui, Susi, bisch DU das?“, mit einem Was-ist-nur-aus-dir-geworden-Gesichtsausdruck)

      • Bernhard sagt:

        @Susi: „Mein peinlichster Nebenverdienst war, als ich während der Studentenzeit als Osterhase verkleidet Schoggieier mit dem Aufdruck “z’Oerlike git’s alles” an die Passanten verteilte.“

        Aaah, DU warst das!!!!! 😀 An diese Werbeaktion mag ich mich noch knapp erinnern…

        Da fällt mir ein weiterer Nebenverdienst ein: Ich habe ende 90er für die Quartierzeitung „Die Vorstadt“ geschrieben. Dabei gabs auch fast keinen Mindeststandard, was Niveau u Relevanz anbelangt…Einmal wars irgend ein „Rock-Konzert“ im Restaurant Katzenbach, das andere mal eine „Säuli-Taufe“ am Zehntenhausplatz…übel!! 😉

      • Susi sagt:

        @Bernhard: Ich schmeiss mich grad weg! Du hast für die Vorstadt geschrieben??? (Was ich vorher absichtlich nicht erwähnt habe, aber jetzt mach ich’s: Ich war auf der Vorstadt-Titelseite… Als Osterhase, umsäumt von Kindern.)

        Hey, kannst du dich echt erinnern an den Osterhasen? Ich hab bei dieser Kampagne mehrere Jahre mitgemacht!

      • Bernhard sagt:

        @Susi: Das ist ja lustig!!!! 😀

        Damit ist auch geklärt, warum ich mich auch nach so langer Zeit noch an diese Osterhasen-Sache erinnern kann…

        Das Foto stammt aber definitiv nicht von mir. Meine Schnappschüsse haben es leider nie aufs Titelblatt geschafft… 🙁

      • Susi sagt:

        Hihi, ja, vielleicht hab ich dir vor ca. 20 Jahren ja eins dieser feinen Schoggi-Eier geschenkt!

      • Bernhard sagt:

        @Susi: „Hihi, ja, vielleicht hab ich dir vor ca. 20 Jahren ja eins dieser feinen Schoggi-Eier geschenkt!“

        Darauf könnte ich glatt wetten!!!!! 😀

        Ou, da fällt mir noch ein Nebenjob ein: Ich habe in der damaligen Bäckerei/Konditorei meines Cousins gejobbt. Beim Rückwärtsfahren aus dem Innenhof mit dem Toyota Hiace fuhr ich seinen teuren BMW zu Schrott. Das war der mit Abstand unlukrativste Ferienjob meines Lebens!!!!!!! 🙁

      • Susi sagt:

        Auto zu Schrott fahren, warum erinnert mich das grad an unsere Töchter… 😀

      • Bernhard sagt:

        @Susi: „Auto zu Schrott fahren, warum erinnert mich das grad an unsere Töchter…“

        Ja, voll!!!!!!! 😀

        Zum Glück haben wir nicht mitbekommen, was sonst so gelaufen ist… 😉

      • Bernhard sagt:

        @Susi: 😀

        Zum Glück haben wir nicht mitgekriegt, was die Mädels sonst so angestellt haben. Und über ein allfälliges Hausverbot wurde ich auch noch nicht informiert… 😉

      • Bernhard sagt:

        @Susi: 😀

        Zum Glück haben wir nicht mitgekriegt, was die Mädels sonst so angestellt haben. Und über ein Hausverbot wurde ich bislang noch nicht informiert… 😉

      • Susi sagt:

        ich hab übrigens gestern auf dem Filmli noch gesehen, dass meine deiner beim grossen Crash ins Steuer gefasst hat… Die Schuldfrage wäre somit geklärt 😀

      • Bernhard sagt:

        😀

        Zum Glück haben wir nicht mitgekriegt, was die Mädels sonst so angestellt haben. Und über ein Hausverbot wurde ich bislang noch nicht informiert… 😉

      • Bernhard sagt:

        @Susi: „Ich hab übrigens gestern auf dem Filmli noch gesehen, dass meine deiner beim grossen Crash ins Steuer gefasst hat… Die Schuldfrage wäre somit geklärt“

        😀

        Waaas? Du hast die Aufzeichnung der Blackbox anschauen dürfen? Auf dem Polizeiposten? 😀

        Dann musstest du auch noch gleich den defekten Scheinwerfer berappen? 😉

        Was haben wir nur für schlimme Kinder… (aber was wundert uns das bei solchen Eltern…) 🙂

      • Susi sagt:

        Bernhard: „Auf dem Polizeiposten? Dann musstest du auch noch gleich den defekten Scheinwerfer berappen?“

        Genau, und dazu kam dann noch die übliche Busse wegen Beamtenbeleidigung, weil ich mich wieder mal aufgeregt habe und eine freche Schnurre hatte. (Das nächste Mal gehst glaub besser du hin…)

        „Zum Glück haben wir nicht mitgekriegt, was die Mädels sonst so angestellt haben.“

        In der Tat, manchmal ist Nicht-Wissen ein wahrer Segen… 😀

      • Bernhard sagt:

        @Susi: „Genau, und dazu kam dann noch die übliche Busse wegen Beamtenbeleidigung, weil ich mich wieder mal aufgeregt habe und eine freche Schnurre hatte.“

        Ou nein!!! Hast du den Polizisten mal wieder als „verf.ggter sche.ssbull!!!“ bezeichnet???

        Ja, das nächste mal gehe wohl besser ich dorthin… 😉

      • Susi sagt:

        Ja, schon wieder. Impulskontrolle gehört wohl nicht zu meinen Stärken.

        (höhö!)

    • Manuela sagt:

      Naja, von außen kann man ein Kind eigentlich nur mit Medikamenten regulieren. Alles andere müsste das Kind schon selbst tun. Ist ja ein Kind. Kein Roboter, für den ich bestimme, was er in jeder Sekunde so macht…

      • Susi sagt:

        Schon mal was von Selbstregulation gehört? Gefühle regulieren und so? Fester Begriff in der Psychologie…

      • Manuela sagt:

        Jaja, aber Kinder haben das nicht. Das Gehirn kann das nicht automatisch. Das gehört ja gerade zu ihrer Entwicklung, dass sie das lernen. Aber das lernen sie eben durch SELBST regulieren, nicht durch Verbote, sondern durch die Einsicht und dem daraus entstehenden Willen bewusst zu handeln. Und Teens können das eben auch nicht immer. Das dauert bis in die 20iger, wenn man vorher genug Möglichkeit zum Üben hatte.

      • Susi sagt:

        @Manuela: Aber genau davon spreche ich eben. Wenn im Kleinkindalter, wo das Gehirn noch sehr stark in der Entwicklung ist, bereits die Suchtzentren „aktiviert“ werden, wird es je länger je schwieriger.
        Dies gilt auch noch für das Teenie-Alter, da das Gehirn erst etwa mit 20 ausgereift ist. Jugendliche, die bis 20 weder geraucht (etc.), noch andere eminente Süchte entwickelt haben, werden das auch im weiteren Leben mit sehr viel kleinerer Wahrscheinlichkeit tun, bzw. es viel leichter haben, von einer Sucht wieder wegzukommen.

      • Susi sagt:

        Meine Mutter versprach mir damals ein „grosses“ Geschenk, falls ich am 20. Geburtstag nicht zu den Rauchern gehören würde. Ich hielt mich daran, bekam ein saumässig teures Velo und kann mir heute das Gelegenheitsrauchen leisten; süchtig wurde ich nie.
        (Und ehrlich gesagt hält sich auch meine Handy-Sucht tatsächlich in Grenzen…)

      • Manuela sagt:

        Nun, es kann sein, dass es daran liegt, dass ich Neuroentwicklungsbiologin bin, aber ganz so einfach ist das dann doch nicht. Im kindlichen Gehirn gibt es nicht ‚das Suchtzentrum‘, sondern es gibt ‚ein Belohnungssystem‘, das sich aus vielen verschiedenen Teilen zusammen setzt, die sich z.T. gegenseitig verstärken. Aber all das ist hoch dynamisch und keinesfalls so zu verstehen: Suchtzentrum 1x aktiviert -> wird leichter süchtig.Denn ich diesem Belohnungssystem müssen sich regulatorische Elemente erst ausbreiten. Und das tun sie nicht durch Verbote. Begreifen von Verboten findet wo anders statt

      • Manuela sagt:

        Ach, und wie Sie schon erwähnten, die meisten Erwachsenen haben selbst nur begrenzte Impulskontrolle.Darum haben wir Gesetze und Mechanismen, diese mit Staatagewalt durchzusetzen.Eben weil der Mensch im Allgemeinen kein Geschöpf ist, dass sich gern und gut selbst reguliert.Und über diese Gesetze diskutieren wir auch noch, weil wir selbst nur ungern eingeschränkt werden wollen.Es geht also eher darum, was wir brauchen um ein sozialverträgliches Leben‘ zu führen, weniger was wir wollen.
        Mein Kind zumindest braucht kein Verbot, sondern im richtigen Moment das richtige Werkzeug – je nach Interesse

      • Susi sagt:

        @Manuela: Ich spreche ja oben auch nicht von „dem Suchtzentrum“ und das Wort „aktivieren“ hab ich absichtlich in Anführungszeichen gesetzt. Was ich meinte, ist, dass sich eben die neuronalen Bahnen ungünstig entwickeln (nochmal lapidar gesagt, weil auf so wenige Zeichen reduziert); aus einer Autobahn wieder einen Trampelpfad zu machen, ist oft sehr schwierig. Ich kenne solches einfach aus der Lernpsychologie, die sich ja seit einigen Jahren stark mit der Neuropsychologie überschneidet.
        Ich habe nicht den Eindruck, dass wir von zwei verschiedenen Dingen reden (schreiben)…

      • Manuela sagt:

        Ich denke schon, dass wir da von verschiedenen Dingen reden. Denn der Straßenvergleich ist weit verbreitet aber deswegen nicht richtiger.
        Außerdem finde ich tatsächlich dass elterliche Kontrolle ein Elternproblem ist und die eigene Machtposition demonstriert. Wer so agiert hat den Fokus auf sich selbst und nicht auf den Bedürfnissen des Kindes. Etwas zu verbieten bedeutet eben NICHT Auseinandersetzung mit dem Kind und seinen Bedürfnissen, sondern möglichst wenig Zeit in Erklärungen und Verhandlungen anderer zu stecken. Es macht MEIN Leben einfacher, mehr nicht.

      • Susi sagt:

        „Denn der Straßenvergleich ist weit verbreitet aber deswegen nicht richtiger.“

        Hmm, dann muss ich meine ganze Grawe- und Roth-Literatur vielleicht rituell verbrennen. Also alles unwahr.
        Ok, dann gehe ich mal mein Büchergestell entrümpeln…

        P.S. Ich spreche auch nirgends wirklich von einem „Verbot“, sondern davon, dass ich meiner sechsjährigen Tochter das Handy nur selten in die Hand gebe. Das ist faktisch nicht das gleiche…

      • Moor sagt:

        Manuela, sind Sie wirklich Neuroentwicklungspsychologin? Hier kann ja jeder alles behaupten. Vielleicht kommt noch jemand und sagt, er sei Lebensmitteltechnologe und schreibt, die Behauptung, dass Fritten ungesund sind, sei zwar weit verbreitet aber dennoch nicht richtiger…

        Ja, Susi, hopp, Bücher verbrennen. Grawe ist schon seit ein paar Jahren tot!

      • Susi sagt:

        @Moor: Wäre aber schade darum…

        @Manuela: Verzeihen Sie mir, aber ich vertraue da jetzt einfach mal auf die Info der Lern- und Neuropsychologen aus meinem Umfeld, die das Fundament ihrer Kurse doch irgendwie auf dem neusten Entwicklungsstand der Neurowissenschaft halten…

      • Manuela sagt:

        Ich bin Neuoentwicklungsbiologin, wie ich oben schrieb und zwar konkret Elektrophysiologie in jungen Gehirnen. Und naja, den Grawe gibt man Studenten gern in die Hand. Auf Kongressen wird aber sehr schnell klar, dass diese vereinfachte Darstellung der Synaptogenese ein ziemliches Hilfskonstrukt ist, v.a. in Bezug auf die LTP/LTD Modellierung. Man weiß darüber leider noch nicht sehr viel, v.a. nicht, wie Synaprogenese in Netzwerken des Neocortex genetisch reguliert wird. Es ist eben nicht prinziell so, wie’s im Buch steht, in der Wissenschaft.

      • Susi sagt:

        Natürlich wird auf Neurokongressen immer gesagt, man wisse noch nicht genau, wie es sich mit X und Y detailliert verhalte. Und klar ist wohl auch, dass man im Mäusehirnlabor nicht von „Trampelpfaden“ spricht.
        Das Vorhandensein einer neuronalen Plastizität liegt aber auf der Hand, und dass sich neuronale Bahnen vor und nach Lernprozessen entsprechend verändern (oder von mir aus „Synaptogenese“ u. „LTP“), wurde durch bildgebende Verfahren gezeigt.
        Man kann sich da jetzt fragen, was denn nun hilfreich als theoretisches Konstrukt ist, und worin genau der Mehrwert besteht, sich in einem Mamablog in Details zu verlieren.

        Ihre Argumentation bringt mich übrigens nicht weniger zum Schluss: Gerade Kinder brauchen manchmal ein Regulativ von aussen (= „Erziehung“); negative Verhaltensmuster sollten nicht ständig aktiviert und verstärkt werden.

        Was mir aber auffällt, ist, dass wenn ich „Tomate“ schreibe, behaupten Sie, ich hätte „Banane“ gesagt; das beginnt bereits beim Roboter-Vergleich. Irgendwie gibt’s bei mir eine Autobahn, die mich auf ein Verdrehen meiner Worte mit heftigem negativem somatischem Marker reagieren lässt. Darum lasse ich das Paddel hier liegen.

  • Susi sagt:

    Ich selbst bin wahrscheinlich kein gutes Vorbild, ich hänge sicher zu oft am Bildschirm. Was ich aber nicht verstehe, ist, dass so viele Eltern bereits ihren Kleinkindern ein Handy in die Hand geben. (In einem Kommentar oben steht stolz, „wir haben unser 3jähriges Kind im Griff“. Das sollte doch selbstverständlich sein! Je jünger ein Kind ein Suchtverhalten entwickelt, umso schwieriger ist es, das später zu regulieren. Unsere Tochter (6) kriegt darum mein Phone nur in Ausnahmefällen in die Hand, vielleicht zweimal pro Monat für 10 Minuten, wenn überhaupt.

    • Franz Vontobel sagt:

      Was ich aber nicht verstehe, ist, dass so viele Eltern bereits ihren Kleinkindern ein Handy in die Hand geben.

      Ist wohl ein Fall von „die Geister, die ich rief…“:

      Zuerst grosse Begeisterung – „Schaut! unser kleines Genie! Es kann bereits ein Smart-Phone bedienen! Es ist so smart!“ – (Dabei ist das eher Apples Verdienst, die die Benutzerführung so intuitiv gestaltet hat, dass auch ein normalsmarter 2jähriger damit zurecht kommt).

      Dann grosses Entsetzen – „Unser Kind schaut nur noch ins Smart-Phone! Warum? Wie konnte das bloss geschehen!?“

      • Susi sagt:

        Stimmt, das hab ich auch schon erlebt. („Hey, mein 3jähriger kann das Tablet besser bedienen als du, Susi!“)

        Vielleicht ist es auch eine Methode, das Kind still zu beschäftigen…

      • Stranger sagt:

        Wie mich die Kinder auslachen wegen meiner SMS-schreib-Methode IRA „Alle drei Tage ein Anschlag.“…

  • Manuela sagt:

    Ach und ich muss sagen, die Kids (4 und 2) haben mein altes iPhone bekommen mit ein paar Apps und wir haben einige Kinder DVDs. Die beiden schauen total gern. Aber die Kleine gibt nach 15 Minuten auf (entspricht ihrer normalen Konzentrationspanne) und die Große nach 1,5 Stunden. Ganz von selbst. Ich muss da gar nix begrenzen. Aber ich mach gern was anderes mit ihnen, wenn sie nimmer schauen wollen. Sie sind dann so hubbelig, dass sie meist Bewegung brauchen, was ja auch die normale Reaktion auf so eine Konzentrationsphase ist. Ich seh da kein Problem. V.a. im Sommer nicht.

  • Heidi K. sagt:

    Wir haben unseren Kindern keine „Apple“-Grenzen gesetzt und dies mit Erfolg. Der Konsum hält sich in Grenzen, die Hausaufgaben werden gemacht und die Zensuren sind gut bis sehr gut. Bei Tisch allerdings durften sie nie aber in der Freizeit schon – so lange sie wollten und noch wollen. Als Mutter ist mir aufgefallen, dass die Kinder, die nur wenig spielen dürfen eher Suchtpotential entwickeln und immer mehr wollen. Wenn es erlaubt ist, dann pendeln sich die Dingen von alleine ein. Zu strenge Eltern erreichen die erzieherischen Ziele nicht.

    • Martina Müller sagt:

      Ja, aber alles durchgehen lassen , ist sicher auch nicht die richtige Methode, es geht ja grundsätzlich auch nicht um das Verbieten, aber vom Alter her muss ich mir schon überlegen was ist sinnvoll und was nicht

  • Manuela sagt:

    Ich bin als Teen sehr exzessiv vor dem TV gehangen und hatte Null Bock. Dann wurde ich etwas schlechter in der Schule und meine Mutter hat mir die letzlichen Konsequenzen erklärt. Ich hab dann immernoch viel TV geschaut, achtete aber mehr auf die Schule. Klar, ich hab damit viel Zeit vergeudet. Aber dann irgendwann mit 16 kam der Tag, an dem es klick machte. Ich fing an mich über die Jahre vor der Glotze zu ärgern, weil ich dort nicht wirklich interessante Sachen erlebte. Also änderte ich mein TV Verhalten. Hat dann doch zu ner MINT Doktorarbeit gereicht. Auch ohne Grenzen.

    • Manuela sagt:

      Ich meine damit, dass Kontrolle auch besagt, wir vertrauen nicht darauf, dass die Kids ihr Leben gemeistert bekommen. Die haben eben exzessive Phasen. Das geht auch vorbei. Ja und? Unsere Aufgabe als Eltern sollte doch sein, den Kids zu ermöglichen, auf ihrem ganz eigenen Weg glücklich zu werden. Wie der aussieht müssen die Kids herausfinden. Und wie man mit solchen Phasen umgeht und sich dann auch wieder verändert auch. Wie sollen sie an den Punkt kommen zu erkennen, wann genug ist, wenn sie immer vorher ausgebremst werden, weil sie sich einer fiktiven Grenze nähern.

    • Manuela sagt:

      Ich hab damals auch viele Stunden lang mit Freunden telefoniert bis in die Nacht. Da ist WA schon billiger. Und mal ehrlich: Chaoten heißt, sich mit seinen Freunden unterhalten und austauschen. Das ist ja wohl genau das Gegenteil von Vereinsamen. Auch Gamen heiß: SPIELEN. Wie es schon vor Jahren auf der re:publika formuliert wurde: Wir haben Angst, dass unsere Kids zu viel Spielen und mit Freunden reden? Häää?
      Vielleicht sind wir auch bloß stinkig, weil sich die Teens so gar nicht mehr für ihre Eltern interessieren und lieber ihr eigenes Ding machen. So gemein aber auch!

  • Brunhild Steiner sagt:

    Also jetzt mal was aus der Steinzeit, es gibt sie sehr wohl, die Kinder welche sich beschränken können und/oder nicht ein dermassen zügelloses Verhalten entwickeln. Ich freu mich jedenfalls riesig über unsre Kinder (16, 14, 12) die ihren Konsum sehr gut im Griff haben, gar nicht abtauchen wollen, zwischen Gruppendruck/Stress ja keine Nachricht zu verpassen etc bisher immer die Freiheit wählten und eine ausgewogene Balance an Tag legen. Und nein, ich finde nicht dass es fast schon ein Gesetz ist, dass sie irgendwann total aus der Balance geraten müssen, weil sonst nicht richtig pubertiert…

    • Brunhild Steiner sagt:

      2/ es scheint sogar so dass wir unsrer Jüngsten ein Handy werden „aufzwingen müssen“, wollen tut sie es noch nicht. Dafür, zugegeben, hat sie ihre „Gamezeiten“ am wenigsten im Griff, sich letzthin selbst eine Fastenkur verschrieben und bisher selbstständig eingehalten (ich hab vergessen sie auf ihren eigenen Wunsch hin, daraufhin zu beobachten),
      allerdings führen wir auch einen eher technikbescheidenen Haushalt, Handys dienen der Erreichbarkeit im Notfall und sind nicht angewachsener Bestandteil unserer Hände… .

      • Brunhild Steiner sagt:

        3/ Allerdings wäre mir nie in den Sinn gekommen ihnen das Handy über Nacht zu überlassen wenn wir hätten feststellen müssen dass sie keine Nachtruhe mehr haben, und auch kein „in die Ruhe kommen“ vorher; da sehe ich schon unsre Verantwortung gefragt, denn ein genügen in der Schule wäre mir zuwenig wenn ohne all diese Ablenkungen ein gut bis sehr gut möglich wäre.
        Das sind wir dem Potential, welches in unsren Kindern schlummert, schuldig finde ich.

    • Franz Vontobel sagt:

      „Gute Nacht, John-Boy!“ 😀

      • extraterrestre sagt:

        Sehr sympathisch diese Steinzeitler :o) Ich hoffe, bei uns wird es auch mal so aussehen, wenn die Kinder älter sind!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Franz Vontobel

        naja, so „steinzeitig“ dann auch wieder nicht 😉

        @extraterrestre

        soeben Ihre Zeilen weiter oben gesehen, nur Mut und lassen Sie sich ja nicht irre machen! Wir sind zwar digital-werbetechnisch gesehen äusserst entwicklungsbedürftig, aber es geht uns ausgesprochen gut mit dieser Unterentwickeltheit… 🙂

    • Susi sagt:

      @Brunhild: „Also jetzt mal was aus der Steinzeit“

      Aber so steinzeitmässig kommen Sie mir nicht vor, Sie sind ja sehr viel online. Kriegen das die Kinder denn nicht mit?

      • Brunhild Steiner sagt:

        klar kriegen sie das mit, aber eben auch dass ich die weite online-Welt nur vor dem festinstallierten Compi zugängig hab, und nicht 24h/d…

  • extraterresre sagt:

    2/…seinen Freundeskreis darüber informieren muss, was man gerade tut, Fotos schicken muss, etc… Kinder ahmen mehrheitlich das nach, was Eltern tun – vielleicht nicht gerade unbedingt in der Pubertät (obwohl ich da noch keine Erfahrung mit eigenen Kindern haben, da diese ja noch kleiner sind), aber wer seinen Kinder zeigt, dass es wichtigeres gibt als die digitale Parallelwelt und dran bleibt, der macht bestimmt nicht falsches. Dass Erwachsene das Verhalten ihrer Eltern kopieren zeigt gerade das Beispiel des im Blog beschriebenen Vaters :o) „laisser faire“ ist für mich hier keine Lösung.

  • extraterresre sagt:

    1/ Wir sind Eltern eines 4.5 und eines 1.5 jährigen Sohnes. Wir Eltern haben beide ein Handy (kein Smartphone), um uns kurzfristig auf dem laufenden halten oder im Notfall jemanden erreichen zu können. Die beiden Jungs dürfen vor dem Abendessen ca. eine halbe Stunde Trickfilme auf dem Laptop schauen. Wir haben kein facebook. Wollen die Jungs mehr Trickfilme sehen, sagen wir konsequent nein. Auch bei argem Ungehorsam wird die Trickfilmrunde gestrichen. Bis jetzt funktioniert das gut so. Ich gehe mit Paul Moser einig – das Vorbild ist wohl sehr wichtig. Ich sehe nicht ein, warum man pausenlos…

    • extraterrestre sagt:

      2/… chatten, Fotos verschicken, telefonieren, etc. muss. Kinder ahmen mehrheitlich das Verhalten der Eltern nach — vielleicht nicht unbedingt in der Pubertät, aber sehr wohl vorher und auch nachher. Der im Blog beschriebene Vater ist das beste Beispiel dafür – ihn hat man einfach machen lassen, und er macht das gleiche nun bei seinem Sohn. Mir persönlich ist es wichtig, meinen Kinder zu zeigen, dass die digitale eine Schein- oder Parallelwelt ist, und dass das richtige Leben hier im Spielzimmer und draussen in der Natur statfindet.

      • extraterrestre sagt:

        3/ und noch ein Gedanke zum im Blog beschriebenen Vater: er lässt den Sohn machen solange die schulische Leistung stimmt. Welche Botschaft übermittelt er dem Sohn? Mach was Du willst, solante die Leistung stimmt, ist alles erlaubt. Ist das wirklich der richtige Ansatz?

    • Erwin Zehnder sagt:

      Warten Sie mal ein paar Jahre. Wenn sie es selbst nicht machen dürfen, gehen sie zu Freunden, so oft sie können. Wollen Sie Ihre Kinder dann einsperren? Oder selbst die Freunde ihrer Kinder aussuchen? Das funktioniert nie, zumindest dann nicht, wenn die Kinder eine Schule besuchen und nicht mit Homeschooling total von andern abgeschottet werden.l
      Sie haben ja so recht, wenn Sie versuchen den Konsum zu kontrollieren. Aber es ist kaum zu machen.

      • Brunhild Steiner sagt:

        …nur nicht so desillusioniert, es geht ganz viel, auch ohne den totalen Überwachungsstaat…

      • extraterrestre sagt:

        ich habe nicht vor, meine Kinder einzusperren oder ihre Freunde auszulesen/ihnen den Umgang zu verbieten. Wir haben auch Computer und Internet, sind nicht blind und informieren uns. Ich habe keine Ahnung, was in der Schulzeit/Pubertät auf mich zukommt. Bis jetzt zeigt mir meine Erfahrung/Beobachtung, dass Kinder ihre Eltern kopieren (nicht immer, aber allgemein schon), und dass ein miteinander leben, vorleben und vormachen immer noch das beste ist. Es ist halt anstrengender, als die Kinder mit tablet in eine Ecke zu stellen, aber ich denke, auf die Dauer lohnt es sich (so hoffe ich wenigstens)

      • extraterrestre sagt:

        …und noch ein Gedanke: ich bin nicht Befürworterin von totaler Überwachung und Verboten im Zusammenhang mit sinnvoller Nutzung digitaler Medien. Was ich meine ist, dass ein sinnvolles Alternativprogramm vielleicht mehr hilft. Fragen Sie mal einen kleinen Jungen, ob er lieber vor dem Bildschirm rumhängt oder ob er eine Stunde mit Papa rumtoben, Fussball spielen, mit Playmobil Ritterburgen, etc. spielen möchte (der Papa müsste dann halt auch wirklich wollen und Spass dabei haben). Im Teenie-Alter könnten da vielleicht Sport oder Musik (je nach Veranlagung) ein sinnvolles Gegensteuer sein.

      • Erwin Zehnder sagt:

        Als allein erziehender Papa, der auch noch Geld verdienen sollte (die Mama will ja auch noch unterhalten werden), bleibt dazu eigentlich nur das Wochenende. Und das, meine lieben Frauen (auch allein erziehend?) nützen wir aus, wann immer es möglich ist. Dann ist das Handy häufig wegen nicht vorhandener Netzabdeckung stumm und wir überleben trotzdem.
        Ja, ich habe früher auch geschmunzelt über die ach so überlasteten Mütter.

      • extraterrestre sagt:

        @ Erwin Zehnder (09:45h): ich verstehe Ihre Antwort hier irgendwie nicht ganz. Das Beispiel mit dem Papa war ein BEISPIEL, genauso gilt es für Mamas, die sich mit ihren Kindern beschäftigen sollten/Alternativen zum Handy/Computer/etc. schaffen sollten. Als Alleinerziehende/r ist das sicher schwieriger, ich selber bin nicht alleinerziehend. Ich übernehme zum Grossteil die Kinderbetreuung, mein Mann arbeitet 100% und mehr. Trotzdem widmet er sich seinen Söhnen, wann immer er kann, und hat selber Spass daran, das ist wohl das wichtigste, denke ich.

      • extraterrestre sagt:

        Entschuldigung, sollte heissen @ Erwin Zehnder (15:55h)

      • Erwin Zehnder sagt:

        Ist eigentlich nicht so schwer zu verstehen. Unter der Woche bleibt neben Arbeit, Haushalt, Aufgabenhilfe etc. wenig Zeit, mit dem Jungen Fussball zu spielen. Macht er sowieso lieber mit seinen Freunden.Er ist dann aber auch manche Stunde ausserhalb meiner Kontrolle, weg, irgendwo im Dorf oder der Umgebung. Lassen Ihre Kinder das Handy zu Hause, wenn sie draussen oder bei Freunden sind? Das ist jetzt eine ernsthafte Frage, es interessiert mich, wie das Andere halten.
        In unserem Bergdorf gibts viele Möglichkeiten für Kinder und sie machen auch viel. Trotzdem ist das Handy ein Thema.

      • extraterrestre sagt:

        Meine Kinder sind noch zu klein um selber ein Handy zu haben, und wie ich oben bereits erwähnt hatte, weiss ich nicht, wie ich was handhaben werde, wenn es soweit ist. Meine Meinung ist einfach, dass ich denke, der im Blog beschriebene Vater macht einen Fehler, wenn er den Sohn einfach sich selber überlässt „solange die Leistung stimmt“, aber falls das seine Haltung ist seit das Kind klein war, dann ist es jetzt auch zu spät. Man sollte sich um Kinder kümmern und ihnen Alternativen bieten zu dem, was man ihnen verbietet (verbieten will). Dass das nicht immer einfach ist, ist klar.

  • Dani sagt:

    Das Problem hierbei ist auch, dass so viele Eltern einfach KEINEN SCHIMMER haben, dass es für die Kids besonders reizvoll ist, sich an den Geräten aufzuhalten. Mein Kollege ist sein ganzes Leben schon ein Zocker und da ist es normal dass beide seiner Kinder auch spielen, egal ob auf Iphone, Ipad oder WiiU etc. ABER er kennt die Spiele genaustens und die Kinder kennen die Regeln: Vormachen können sie ihm nichts. Und wenn sie nicht parieren ist W-Lan weg, oder aber er deaktiviert einfach mal ihren Itunes Account. Es wird zwar geheult, aber INET süchtige Kinder auf Entzug spuren senationell. ;o)

  • Daddy sagt:

    Unsere 3 jährige Tochter haben wir diesbezüglich noch gut im Griff. Wie Paul Moser oben richtig schreibt, das Vorbild prägt! Deshalb haben meine Freundin und ich bei der Geburt vereinbart, dass wir unseren eigenen Handy-/Tabletkonsum auf das nötigste reduzieren, wenn die Kleine anwesend ist. Bis heute klappt es. Wir haben noch kein Gezeter. Ganz im Gegenteil zu ihrem 2.5 jährigen Cousin. Der kann auf dem Tablet schon selber seine Briobahn-Filme bei Youtube anschauen. Ganz alleine. Ohne Eltern. Ohne Kontrolle. Und wie sind die Eltern? Immer und überall am Handy oder Tablet!

    • Martin sagt:

      Das ist keine besondere Leistung. Diese Apps und Tablets wurden genau fuer diesen Zweck entwickelt. Das ist ja das gefaehrliche, es ist so banal fuer die Kids, dass sie praktisch sofort suechtig nach diesen Dingen sind. Als Eltern muss man sich nun zusaetzlich mit Parental Control im Internet auseinandersetzen. Ich wuerde mal mit genau definierten Online available Zeiten beginnen, danach Sperren von Facebook/Social Medias usw.

      • Daddy sagt:

        Was ist keine besondere Leistung? Die Tablets wurden nicht in erster Linie für Kinder entwickelt. Gewisse Apps auf jeden Fall ja und das ist auch gut so. Aber gleich von Sucht zu schreiben, finde ich doch ein bisschen übertrieben. Man muss sich auch nicht mit irgendwelchen Kontrollzentren ausrüsten, um auch jeden Schritt des Kindes zu verfolgen. Nein. Man muss vorallem da sein für das Kind und mit ihm zusammen die Welt des grossen weiten Web entdecken. Das Kind braucht Medienerziehung. Aber das bedingt, dass die Eltern eine gewisse Internetkompetenz besitzen und genau das ist das Problem!

      • Jane Doe sagt:

        @Daddy: „Ein Kind braucht Medienerziehung“ Ja, aber nicht mit 3 Jahren. Mit 3 Jahren muss ein Kind lernen, ein Buch, Farbstifte, Bauklötze usw. zu handhaben, 3-dimensionale Objekte mit verschiedenen Texturen… Medienerziehung kommt für mich bei älteren Kinder und dann geht es darum: Wie verhalte ich mich im Internet, welche Bilder soll ich nicht hochladen, dass ich nicht mit Fremden interagieren soll usw. Ein 3-Jähriger mit einem iPad ist keine Medienerziehung, sorry, das ist einfach eine faule Ausrede.

      • Susi sagt:

        Martin: „Diese Apps und Tablets wurden genau fuer diesen Zweck entwickelt.“

        Die wurden doch eher für Kreti und Pleti und Dummies wie mich entwickelt…

  • Maettu sagt:

    60x pro Tag das Handy konsultieren ist eines der Kriterien für Handysucht. Oder Stress bei leerem Akku. Gut, wird das Thema endlich aufs Tapet gebracht. Die Industrie hat das lange genug unter den Teppich gekehrt. Es sind ja auch bei Weitem nicht nur Kinder davon betroffen. Da gibt es einen einfachen Test: http://www.hypnobeep.com/test/

    • Muttis Liebling sagt:

      Also ist man nicht süchtig, wenn man sich auf 59 Blicke beschränkt? Wer denkt sich nur solchen Blödsinn aus?

      • Stranger sagt:

        Gefällt mir, ML. Die Leute sollen zuerst denken und dann schreiben. Und sie sollen Zeugs schreiben, das richtig ist.

        „Ich habe Dir schon 50 Millionen Mal gesagt, Du sollst nicht immer so übertreiben.“

    • Erwin Zehnder sagt:

      60 x pro Tag? Dann sind in der Klasse meines Sohnes (13 Jahre) die meisten Mitschüler und alle seine Freunde und Freundinnen süchtig. Wer solche Kriterien aufstellt, hat von der realen Welt keine Ahnung. Es ist viel schlimmer. 60 SMS, Whatsapp-Meldungen oder Aehnliches empfangen, das schaffen die heute in einer Stunde, zumindest bei schlechtem Wetter.
      Und ja, ich hasse den Tag, an dem ich dem Kind ein Handy geschenkt habe.

      • Brunhild Steiner sagt:

        …vielleicht sollten Sie mehr hassen dass Sie es ohne fixe Abmachungen und durchgesetzter Konsequenzen geschenkt haben? Ein Handy an sich macht noch keinen Schaden, erst der sub-optimale Umgang damit.

      • Erwin Zehnder sagt:

        Sie haben ja so recht, Frau Steiner. Ich hoffe für Sie, dass Sie das besser hinkriegen. Ist nicht so einfach durchzusetzen, wenn die Andern alles dürfen. Man sollte das so hinkriegen, dass alle Kinder einer Klasse oder eines Freundeskreises (eines Dorfes in unserem Fall) gleichzeitig bestimmte Zeiten offline sind.
        Eigentlich weiss man ja, was man tun sollte, aber das durchzusetzen ist das Problem. Manchmal natürlich auch aus eigener Bequemlichkeit.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Erwin Zehnder
        manchmal lassen wir uns durch dieses vehemente „aber alle anderen tun!!!“ viel zu sehr einschüchtern,
        denn erstens ist komplett egal was die anderen „alle“ tun, wir sind uns!
        Und zweitens, ob das wirklich so ist mit diesem „alle“, wer weiss das schon wirklich, solange wir nicht mit allen Betreffenden persönlich darüber ausgetauscht haben?

      • Martina Müller sagt:

        Ich halte es absolut nicht für richtig Kindern schon im Kleinkindalter Handys zu geben, dann muss ich mich als Elternteil nicht mehr wundern, wenn Missbrauch mit diesem Gerät stattfindet. Nur weil es einen Gruppendruck gibt muss ich diesen nicht unterstützen. Kinder würden von mir sicher keinen Handyvertrag mit Internetzugang bekommen, ich sehe ja täglich was auf dem Schulplatz passiert

  • Paul Moser sagt:

    Der Gruppendruck ist das eine. Das andere – wie in solchen Fragen halt immer – das Vorbild. Wenn ich Eltern sehe, die den Kinderwagen mit einer Hand schieben und mit der anderen das Handy bedienen oder wenn ich den Spielplatz sehe, wo die Eltern auf den Bänken sitzen und ins Handy starren – dieses Vorbild prägt halt auch.

    • Der Vorwurf ist mir etwas zu platt. Gerade wenn das Kind im Kinderwagen glücklich nach vorne guckt, oder auf dem Spielplatz rumklettert, habe ich als Vater doch die Möglichkeit ohne schlechtes Gewissen meine Handygeschäfte zu erledigen. Wichtig finde ich aber: Wenn das Kind etwas erzählen will oder Aufmerksamkeit braucht, dann legt man als Erwachsener das Handy weg und hört zu.

      • Susi sagt:

        @Markus: Bin da gleicher Meinung.
        Ich schaue auf dem Spielplatz sehr häufig auf das Handy (oder in die Zeitung, oder ins Buch, ist das weniger schlimm, Paul Moser?), unter anderem auch, um mit niemandem sprechen zu müssen, voll autistisch halt 😉

      • Bernhard sagt:

        @Susi: „Ich schaue auf dem Spielplatz sehr häufig auf das Handy (oder in die Zeitung, oder ins Buch, unter anderem auch, um mit niemandem sprechen zu müssen, voll autistisch halt 😉

        Also ich finde, letzthin hattest du dich brutal im Griff, wehrte Susi!! Und der Autismus war dir kaum anzumerken… 😀

        Ich würde sagen: Hopfen und Malz sind da doch noch nicht gänzlich verloren!! 😉

      • Susi sagt:

        @Bernhard: Ja, das kommt eben sehr auf das Gegenüber an, in gewissen Fällen gewinnt es über die Handy-Sucht (Komplimente haben viele Gesichter, gell 🙂 )

      • Bernhard sagt:

        @Susi: „Ja, das kommt eben sehr auf das Gegenüber an, in gewissen Fällen gewinnt es über die Handy-Sucht (Komplimente haben viele Gesichter, gell 🙂 )“

        😀

        Und danke gleichfalls!!

      • Stranger sagt:

        Sorry, Susi, wessen musstest Du Dich erwehren?

      • Sportpapi sagt:

        Gibt es jetzt den wöchentlichen MB-Austausch im Glatt? Das war übrigens der Ort meiner frühen Schülerjoberfahrungen.

      • Susi sagt:

        @SP: Wöchentlich sicher nicht, ich muss an Bernhards Glattmorgen normalerweise arbeiten. Aber Bernhard und ich haben uns so gut verstanden, dass wir unseren Austausch gleich erweitert haben, und siehe da, unsere Töchter verstehen sich auch super, also voll win-win! 🙂

        Was war denn Ihr Glatt-Job? Im Service?

      • Sportpapi sagt:

        Migroskasse am freien Mittwoch nachmittag und in den Ferien. Später bin ich dann aufgestiegen und durfte als Journalist an die Glatt-Pressekonferenzen.

      • Sportpapi sagt:

        Migroskasse am freien Mittwoch nachmittag und in den Ferien. Später durfte ich dann als Journalist an die Glatt-Pressekonferenzen.

      • Susi sagt:

        Migroskasse ist auch nicht schlecht. Journalismus? Small World! 🙂

    • Der Vorwurf ist mir etwas zu platt. Gerade wenn das Kind im Kinderwagen glücklich nach vorne guckt, oder auf dem Spielplatz rumklettert, habe ich als Vater doch die Möglichkeit ohne schlechtes Gewissen meine Handygeschäfte zu erledigen. Wichtig finde ich aber: Wenn das Kind etwas erzählen will oder Aufmerksamkeit braucht, dann legt man als Erwachsener das Handy weg und hört zu.

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