Die Gymiprüfung ist eine Castingshow

Ein Gastbeitrag von Patrick Hersiczky*

Jury of DSDS 2014 in Cologne

«Leider nein, die spricht zu leise»: Die Bewertungen an der mündlichen Gymiprüfung könnten auch von der aktuellen DSDS-Jury stammen. Foto: Reuters

Wie oft schon hatte ich als Sekundarlehrer mit Eltern und Schülern Diskussionen über die Vornoten. Sie zählen immerhin zur Hälfte, wenn es darum geht, nach der zweiten Oberstufe ins Gymnasium zu wechseln. Sie gelten bei den Aufnahmeprüfungen als die halbe Miete. Der am vergangenen Donnerstag publizierte Artikel «Der wundersame Sprung der Noten vor der Gymiprüfung» spricht mir deshalb aus dem Herzen: Wer sehr gute Vornoten hat, kann sich an der eigentlichen Prüfung gar den Patzer von mehreren ungenügenden Noten erlauben. Letztlich muss man «nur» den Durchschnitt aus Vornoten und Prüfungsnoten von 4,25 erreichen – und man ist in die von allen so gelobte Mittelschule aufgenommen worden.

Beim Übertritt von der sechsten Klasse ins Gymnasium zählen die Vornoten nach wie vor. Bei der Sekundarstufe allerdings wurden sie nun abgeschafft, was ich sehr begrüssenswert finde. Denn die Regelung mit den Vornoten zum Eintritt ins Gymnasium hatte jahrelang Ähnlichkeit mit der Qualifikationsrunde im Eishockey: Es ging bloss noch darum, einen möglichst guten Platz in den Playoffs zu ergattern. Eishockeyfreunde wissen: Man kann in der Qualifikation fast Letzter werden und dennoch im Playoff-Modus den Titel holen. Der ZSC hat dies einmal eindrücklich bewiesen.

Wer in den schriftlichen Prüfungen den Notenschnitt von 4,25 nicht erreichte, aber immerhin noch knapp über eine 4 hatte, konnte schliesslich an die mündliche Aufnahmeprüfung gehen. Dieses mündliche Aufnahmeverfahren erlebte ich als Experte jedoch immer wieder als Casting: «Ja, der passt doch gut in meine Klasse», meinte etwa die Gymilehrerin, mit welcher ich die Prüfung an der Kantonsschule abgenommen habe. «Mir fehlt noch ein Fussballer.» Oder aber: «Nein, die spricht mir zu leise.»

Ich hatte den Eindruck, ich sei im falschen Film beziehungsweise auf dem falschen Fernsehkanal und müsse die Fäkaliensprache von Dieter Bohlen und seiner Entourage ertragen. Aber nein, es waren nicht die Clips aus der DSDS-Kategorie «Leider nein», sondern es war die offizielle Aufnahmeprüfung an einem Gymnasium. Ich war erstaunt und kurz davor, zu sagen: «Aber hey, der ist ein Blender, hat zwar ein gutes Auftreten, aber keine Ahnung vom Text, den er eben gelesen hat.» Doch weil ich bei der nächsten Staffel wieder dabei sein wollte, habe ich wohl den einen oder anderen durchgewunken. Leider ja.

Dieser Teil des Selektionsverfahrens bleibt auch für Sekundarschüler unverändert, die mündliche Aufnahmeprüfung bei der Gymiprüfung gibt es nach wie vor. Wir Lehrer und Experten können so noch immer ein bisschen Einfluss darauf nehmen, wer Dschungelkönig werden kann und wer nicht. Fraglich ist allerdings, ob ich nach diesem Blog-Posting noch ein Aufgebot als Experte für eine Kantonsschule bekomme. Wer zu sehr aus dem Nähkästchen plaudert, wird nicht mehr «gevotet» – und schnell aus dem Nest von Mama Staat vertrieben.

Hersiczky-Patrick_100x150*Patrick Hersiczky ist Sekundarlehrer und nebenberuflich freier Journalist bei der «Aargauer Zeitung». Er ist Vater zweier Kinder (13 und 15) und lebt in Baden.

141 Kommentare zu «Die Gymiprüfung ist eine Castingshow»

  • Anne Baynor sagt:

    Hahaha, soll das etwa etwas Neues sein? Schon zu meiner Zeit – vor sehr vielen Jahren – war es nicht anders. Schon damals wussten wir Mädchen, was wir anziehen sollen und was lieber nicht, dass man viel reden soll, egal was, bloss nicht stumm da sitzen, etc. etc. Ich selber habe es z.B. einer äusserst lieben Expertin zu verdanken, dass ich in der Mathe nicht endgültig ausgeschieden bin. Offenbar war ich ihr sympathisch… Danke.

  • Patrick Hersiczky sagt:

    Schade, dass die meisten nicht zwischen einer pointierten Kolumne und einem recherchiertem Hintergrundbericht unterscheiden konnten. Anders als von einigen Kommentatoren behauptet stimmen die Aussagen, wenn sie auch vereinzelt vorgekommen sind. Bedanke mich aber dennoch für die spannende Diskussion und hoffe, dass sich inskünftig einige (so wie ich) mit ihrem richtigen Namen in diesem Forum melden.

    • Muttis Liebling sagt:

      Dieses Problem begleitet den Blog, seitdem ich den kenne. Viele Leser/ Kommentatoren bestehen auf Authentizität der Girlandengeschichten und mögen sich nicht an Metapher gewöhnen. Der Unterschied zwischen Journalismus (eine Geschichte wird aus sich heraus erzählt) und Publizistik (eine Geschichte wird auf der Metaebene als Fabel erzählt) wird hartnäckig verweigert.
      Ebenso möchte man ganz hartnäckig die Person des Schreibers, ob Autor oder Kommentator, mitdiskutieren. Siehe einen Beitrag höher. Die Vorstellung, das Schreiber nur Träger, aber nicht Teil der Meinung ist, wird ignoriert.

    • Muttis Liebling sagt:

      2/ Nach meiner Beobachtung ist das in dieser extremen Ausprägung ein typisch schweizerisches Problem, weil es hier üblich ist, alle Probleme eine Ebene zu tief anzugehen (sozial Fragestellungen werden individuell betrachtet, da kommt dieser grausige Begriff Eigenverantwortung ins Spiel; politische Fragen werden sozial angegangen, usw.).
      Probleme nicht lösen, statt dessen einen faulen Kompromiss finden und den auch noch zu feiern, das ist typisch schweizerisch. Das geht so lange, bis die Problemlawine über aller Köpfe zusammenschlägt. Dauert nicht mehr lange.

      • Carolina sagt:

        Und wie so oft, ML, muss man auch Ihnen mal wieder sagen, dass Sie über Ihren Schweizer Tellerrand nicht hinwegschauen können, dass sie völlig kritikunfähig sind und nur immer wieder die gleichen Sprechblasen bringen, die darauf hinauslaufen: Schweiz doof, Deutschland/Preussen gut! So wahnsinnig qualifziert macht Sie das auch nicht, hier mitzudiskutieren, auch wenn Sie Ihre immer wieder erklärten Prämissen einhalten würden (was Sie ja nicht tun). Also kehren Sie doch erst mal vor Ihrer eigenen Haustür.

    • Martin Frey sagt:

      Es liegt wohl an der Vehemenz der Voten dass viele sich an dieser Stelle nur mit Nicknames tummeln. Und von gewissen persönlichen Angriffen dürfen Sie sich nicht verrückt machen lassen, Hr. Hersiczky. Bei vielen Leuten hört halt der Spass beim oft heiligen Gral des eigenen Berufsbildes auf. Und Sie haben da ganz offensichtlich in ein Wespennest gestochen. Persönliche Angriffe wie die der Herren Wettstein und Schneider beweisen nicht nur Humorlosigkeit, sondern auch das Fehlen anderer Argumente. Sowie die Unfähigkeit, mit offenbar unangenehmen Sachverhalten umgehen zu können. Sei’s drum.

      • Patrick Hersiczky sagt:

        @Martin Frey Herzlichen Dank für den Support! Verabschiede mich nun aber definitiv aus den Diskussionen, die spannend und aufschlussreich waren, leider teilweise uch etwas unfreundlich. Aber damit kann ich umgehen…

    • Susi sagt:

      @Hersiczky: „Schade, dass die meisten nicht zwischen einer pointierten Kolumne und einem recherchiertem Hintergrundbericht unterscheiden konnten.“

      Hier geht es nicht um ein stinkiges Kinderabteil im Zug oder um ein Geburtstagskuchengeschichtlein, sondern um das offizielle Aufnahmeverfahren an Zürcher Kantonsschulen, über das Sie berichten, und zwar auf eine Art, die den Grossteil der Leserschaft annehmen lässt, dass dieses Verhalten der prüfenden Lehrkräfte Standard ist. Viele Reaktionen in den Kommentaren gehen in die Richtung „endlich deckt mal einer diese Missstände auf“ oder „danke für Ihre Offenheit, Sie Held“. Warum, Herr Hersiczky, reagieren Sie auf diese nicht mit dem Kommentar „aber es ist doch nur eine POINTIERTE KOLUMNE!“?
      Wenn Sie glaubten, mit sowas keinen Shitstorm (wenn auch im Wasserglas, da Ferienzeit) auszulösen, war Ihre Haltung wohl schlicht naiv.

      Und jetzt schreiben Sie, dass die Kritiker (mehrheitlich Gymnasiallehrkräfte) halt einfach nicht verstanden hätten, dass es sich nur um eine „pointierte Kolumne“ handle. Da machen Sie es sich nun aber sehr leicht, hmm?

      Ich hab übrigens überhaupt keine Mühe, mit meinem vollen Namen hinter meinen Kommentaren zu stehen, ich mag meinen Nicknamen einfach mehr, weil es mein Rufname ist.

      Den Umständen entsprechende Grüsse
      Susanne Pauli Schön

      • Bernhard sagt:

        @Susi: Respekt!! 😉

        Herzliche Grüsse aus einem Einkaufszentrum in Wallisellen…

        Bernhard von Grünigen (aber das wussten Sie ja schon…) 🙂

      • Susi sagt:

        @Bernhard von Grünigen: Ja, ich hab dank den Paracodin-Tropfen so gut geschlafen, dass ich jetzt Lust hatte, mit der Faust auf den Tisch zu hauen. (Was ich ja sonst praktisch nie tue). 🙂
        Hab auch grad gedacht, dass Sie im Einkaufzentrum am Käfelen sind, nächstens bin ich mit dabei!

      • Bernhard sagt:

        @Susi: Ich freue mich! 🙂

      • Martin Frey sagt:

        Ich fand jetzt das „Herauspointieren der Kolumne anhand von Einzelfällen“ nicht so schlimm wie Sie, Susi. Aber ich bin auch nicht Lehrer, daher kann ich auch nicht sagen wie ich reagiert hätte. Zu den Einzelfällen kann ich persönlich nichts sagen da mir die Erfahrung fehlt. Aber ich bilde seit Jahren junge Menschen aus. Und höre dabei immer wieder teils seltsam Anmutendes, um es mal so zu formulieren. Mögen alles auch Einzelerfahrungen sein, aber trotzdem lohnt es sich m. E., sich damit auseinanderzusetzen anstatt nur dem Ueberbringer der Nachricht auf den Kopf zu hauen.
        Gute Besserung, Susi!

      • Susi sagt:

        @Martin: „Gute Besserung, Susi“
        Danke! (Hoffentlich bezieht sich dieser Wunsch nur auf meinen grippalen Infekt 🙂 )

      • Martin Frey sagt:

        Selbstverständlich! 🙂

      • Carolina sagt:

        PH: Ich gebe Susi in vollem Umfang Recht, auch mir hat sich erst nach Ihrer Klarstellung erschlossen, dass auch Sie von Einzelfällen ausgehen und Sie nicht das System für mehr oder weniger korrupt erklären. Auch ich bilde seit Jahren junge Menschen aus, habe Kinder, die die Kanti-Prüfungen gemacht haben (mehrmals z.T. ;-)) und bin die erste, die zugeben kann, dass es überall, wo Menschen zugange sind, menschelt. Es ist aber nochmal etwas ganz anderes, sozusagen systemimmanente Kritik zu üben (auch wenn Sie nachher noch ein alles-nicht-so-schlimm hinterherschieben). Mit Verlaub, man fühlt sich

      • Carolina sagt:

        /2 sich ein wenig vera….t. Und ja, es wäre zu diskutieren, ob ‚pointierte Kolumnen‘ dieser Art eben nicht auch unerwünschte Reaktionen hervorbringen.
        Noch etwas: wenn Sie wirklich nicht wissen, warum Menschen ‚anonym‘ bzw mit Nicks in Blogs sein wollen, hoffe ich doch sehr, dass Sie das nicht Ihren Schülern vermitteln. Wenn ich mir vorstelle, ein Lehrer würde meinen Kindern sagen, nehmt einfach ungeniert Euren richtigen Namen, wird es mir ein wenig schlecht.

    • Widerspenstige sagt:

      Wie immer wird der Überbringer von schlechten Wahrheiten zur Schlachtbank gebracht. Genau wie unsere BR EWS vor ein paar Tagen. Und ich bin auch fast in diesen Graben gefallen, aus dem es kein Entrinnen mehr gibt. Also das Missfallen sollte sich jetzt auf den Missstand im Aufnahmeverfahren konzentrieren u dort eine hitzige Debatte auslösen. An oberster Erziehungsfachstelle notabene! Es geht ja schliesslich um die Zukunft der Prüflinge u nicht um die Zukunft der Prüfungsexperten. Im Moment hoffentlich nicht…

      Susi, manchmal ist schweigen Gold (ich hätte meinen Namen hier niemals plaziert).

      • Susi sagt:

        WS: „Wie immer wird der Überbringer von schlechten Wahrheiten zur Schlachtbank gebracht“:

        WS, es ist nur eine „pointierte Kolummne“! 😉

      • Susi sagt:

        Und WS, zu den Namen: Es gibt hier genug Leute, die unter ihrem vollen Namen kommentieren. Ihre Reaktion zeigt mir aber einmal mehr, wie ernst das Geschreibsel des Herrn H. hier genommen wird. Sie sprechen von Missständen im Aufnahmeverfahren, sogar noch nachdem der Autor das ganze relativiert hat. Davon, dass es hier um die Zukunft der Prüflinge gehe. Und das ist es genau, was ich oben gemeint habe. ML erzählt irgendetwas von Metaphern, während der Blog solche Reaktionen wie die Ihrige hier auslöst und die Gymnasiallehrkräfte in ein schlechtes Licht stellt.

      • Susi sagt:

        @WS 2: Haben Sie überlesen, dass Herr H. oben sagt, es handle sich bei den im Blog beschriebenen Situationen um Einzelfälle? Falls nein, warum sprechen Sie dann bitte von Missständen im Aufnahmeverfahren?

  • Markus Wettstein sagt:

    Sie sind an der Schule, als Prüfungsexperte und als Journalist untauglich!

  • Patrick Hersiczky sagt:

    Liebe Comunity!

    Zuerst mal ganz herzlichen Dank für alle Kommentare, die ich nicht alle beantworten möchte. Nur so viel: Was ich erlebt habe, stimmt (leider). Ob ich deshalb kein guter Lehrer oder Experte bin, müssen andere entscheiden. Klar ist: Schule ist ein sehr emotionales Thema, bei dem jeder mitreden kann. Wie eben beim Fussball, bei dem jeder Zuschauer Trainer, Spieler oder Manager ist. Aber im Gegensatz zu einigen Kommentarschreiber stehe ich zumindest mit vollem Namen und Bild hinter meinem Blog, der eben auch etwas pointiert geschrieben ist.

    Herzliche Grüsse, Patrick Hersiczky

    • OT sagt:

      Wenn das stimmt, dann erklären Sie mir doch, den Beweggrund des Prüfers, warum ein Fussballer in eine Klasse MUSS. Erklären Sie mir auch, ob solche Entscheidungen die Norm sind und warum. Und warum sagen Sie dann nichts? Sie sind ja Experte. Und welche Kriterien wären denn für Sie die richtigen?

      • Patrick Hersiczky sagt:

        @OT Es wurde verschiedentlich gesagt, dass für das Gymi nicht nur die rein fachliche Kompetenz gefragt ist. Auch ein gekonntes Auftreten bzw. eine gute Rhetorik sind Qualitäten. Zudem habe ich nur im Fach Deutsch bewertet. Der Prüfling musste sich auch in Französisch und Mathe beweisen. Und letztlich eine Probezeit und natürlich die Matura selbst bestehen. Ich finde aber, dass die die fachliche Kompetenz im Vordergrund stehen muss.

    • Susi sagt:

      „…hinter meinem Blog, der eben auch etwas pointiert geschrieben ist“

      „pointiert“? Also eben doch überspitzt.

      • Muttis Liebling sagt:

        Na sicher überspitzt. Das ist die grundsätzliche Technik beim problemorientierten Schreiben. Detailtreue ist keinesfalls notwendig, im Gegenteil, Detailtreue ist dem Ansinnen einer Situationsbeschreibung abträglich.

      • OT sagt:

        Lieber Herr Hersiczky, Sie antworten leider nicht auf meine Fragen. Und ja, die fachliche Kompetenz muss da sein, das verneine ich keineswegs. Aber wissen Sie, manchmal versuchen wir in einer mündlichen Prüfung auch etwas herauszuspüren, ob der Schüler mehr könnte, dies aber nicht kann, weil die Prüfungssituation sehr stressig ist. Ist er z.B. neugierig? Hat er Ideen, auch wenn diese nicht korrekt sind? Etc. Finden Sie das verwerflich? Sollen wir nur die Maschinen reinlassen, die nach Schema X funktionieren?
        Und damit Sie sehen, dass ich zu meinem Namen stehen kann – Olivia Batchelor-Travé

  • Nala sagt:

    Dann sollten Sie besser nie im Kanton Glarus zur Gymiprüfung gehen. Hier wird nicht nur eine Mathe (zählt doppelt) und eine Deutsch (Verfassen eines Textes und Sprachkunde: Textverständnis und Sprachbetrachtung) Prüfung geschrieben, nein es muss auch noch eine Wahlarbeit geschrieben werden, die dann mündlich geprüft wird. Wer aus der Sek in die Kanti will, reicht zusätzlich noch einen Bewertungsbogen des Sek-Lehrers ein. Ach ja, Vornoten zählen auch.
    Ich kenn einen Kantiabgänger der 4.1 Matur abschloss, Studium dann mit 5,7 – halt wie der ZCS – erst wenns drauf an kommt muss man gewinnen.

  • Markus Schneider sagt:

    Patrick Hersiczky gibt sein Versagen in der Prüfungskommission offen zu, er ist dafür ganz offensichtlich ungeeignet und überfordert. Zusätzlich beschuldigt er auch andere Personen eines fehlbaren Verhaltens, ob das nun zutrifft oder nicht. Dem sollte nachgegangen werden. Umso schlimmer, da er selber Lehrer ist. Hier dagegen wird es abgehandelt, als hätte man ein paar Kühe zum falschen Preis verkauft. Oder in Hersiczkys dümmlichem Vergleich: Als ginge es um eine Casting-Show bei Dieter Bohlen. Falls er es noch nicht realisiert hat: Er selber sitzt auf der Seite von Dieter Bohlen.

    • Tom Meier sagt:

      HALLO? Er kritisiert, dass andere Lehrer Leute aufgrund von Eigenschaften wie „die spricht zu leise“ ablehen und versucht sich gegen solche Praktiken zu wehren, risikert dadurch nicht mehr als Prüfer zugelassen werden und Sie meinen er sei in der Prüfungskommision am falschen Platz? Ganz im Gegenteil: Mehr Leute Hersiczkys sollten in die Kommision, damit das mauscheln aufhört und die Leute eine Chance bekommen, die sie verdienen!

  • Hans Meser sagt:

    Die oben beschriebene Praxis befremdete mich sehr, zumal ich selbst seit Jahren als Prüfer mündliche Aufnahmeprüfungen ans Gymi durchführe. Klar scheint es objektiver, sich hinter ganz klar zählbaren Punkten einer Grammatikprüfung zu verstecken, aber auch die mündliche Ausdrucksweise und Analysefähigkeit kann durchaus objektiv bewertet werden. Wer dies nicht kann oder will, sollte den Lehrerjob schnellstmöglich an den Nagel hängen. Was hier beschrieben wurde, ist eine Farce und dafür würde ich meinen guten Namen nicht hergeben.

  • Urs sagt:

    Ich sage es schon lange: Die Abschaffung der Sek-Prüfung war der grösste Fehler, den unsere reformgeilen Bildungspolitiker begangen haben. Damit wurde der Lehrerwillkür und dem elterlichen Ehrgeiz Tür und Tor geöffnet. Damit hat sich die Selektion auf das Gymi verschoben, was das Niveau in den tieferen Klassen extrem nach unten gezogen hat. Sek l und ll haben sich zu Auffangbecken für Unterprivilegierte entwickelt und sind niveaumässig noch mehr abgesackt. Und dann wundert man sich, dass Lehrmeister sowie Hochschulen und Universitäten sich über immer schlechteren Nachwuchs beklagen.

  • Anton Keller sagt:

    Der Artikel erscheint mir erlogen. Die Prüfende am Gymnasium kennen ausser den Namen nichts von den Prüflingen. Wie soll der Experte denn wissen, ob der Prüfling ein guter Fussballspieler ist? Der hat gar keine Zeit rumzuquatschen. Und es ist nie ein einzelner Experte, der Noten gibt, sondern es sind immer deren zwei. Klar kann es Abweichungen geben in der Bewertung. Sie sind aber nie sehr gross. Nicht einmal von einem -ic-malus kann man da sprechen, da die meisten Experten multikulti-affin sind.

  • OT sagt:

    Das scheint mir doch, entschuldigen Sie die Worte, eine typische Ansicht eines Sekundarlehrers zu sein. Wir, die elitären Gymnasiallehrer, tun wieder einmal keine seriöse Arbeit, sondern lassen nur den rein, in unser elitäres System, der zu uns passt ( Warum wir einen Fussballer im einer Klasse brauchen sollten, ist mir nicht klar, zählt doch der Sport in unserer Institution überhaupt nicht – da haben Sie wohl den Überblick noch nicht so ganz). Mir ist noch nie ein solch Auswahlverfahren begegnet, wir führen auch kein „Casting“ durch.

    • OT sagt:

      Rein kommt, wer über den Intellekt, das Können und v.a. Neugier verfügt. Sind das Kriterien eines Castings? Wenn ja, dann nennen Sie doch, was die Kriterien für eine Aufnahme sein sollten. Sie scheinen ja besser darüber Bescheid zu wissen als ein Gymnasiallehrer.

    • chocolate sagt:

      Danke, dass Sie sich melden mit Ihrem Einwand.
      Ich bin zwar nicht Lehrer, aber auch ich finde den Artikel daneben. Da wird pseudowitzig etwas abgehandelt, was, wenn es so vorgekommen wäre, ein Skandal wäre. Aber der gute Herr hat nur ein wenig leer geschluckt und mitgemacht?
      Naja, erinnert mich ein wenig an den Glanzschüler in der Klasse eines meiner Kinder: Vom Lehrer mit schlechten Vornoten in die Prüfung geschickt (‚Die besteht er eh nicht, kann ja nicht mal richtig Deutsch!!!?). Und jetzt? Ein absoluter Glanzschüler! Gut, gab es da noch andere Beurteiler mit anderen Massstäben!

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Ich finde Gymiprüfungen per se schon skandalös: im Kanton Zürich müssen 6. Klässler dafür 2. Sekstoff beherrschen, welchen sie in regulären Unterricht noch gar nich durchgenommen haben. Ohne teure Nachhilfestunden schafft das ein Kind nicht. Will heissen: Gymi nur für die Reichen. Bei uns zählen einfach die Noten und fertig, alles andere ist ungerecht.

    • 13 sagt:

      Na ja, Noten sind auch nicht wirklich fair, hängen ja sehr vom Lehrer ab. Ich war zu meiner Zeit auf jeden Fall froh um die Möglichkeit der Prüfung, übrigens ganz ohne Nachhilfe. Der Lehrer, der den grössten Teil der Noten vergab, fand mich ja völlig ungeeignet, wobei seine beiden Hauptargumente gegen eine akademische Laufbahn waren: 1. Sie ist ein Mädchen. 2. Sie ist Ausländerin.
      Ich finde das System gut, wo beides geht. Die einen können mit den Noten ohne Prüfung rein, die anderen haben an der Prüfung die zweite Chance.

      • chocolate sagt:

        Oh ja, das ist wohl leider kein Einzelfall! Bei unseren Verwandten hiess es: Da ist schon ein Mädchen im Gymi, das reicht, eine soll eine Lehre machen. Vom Lehrer!!!

    • chocolate sagt:

      Ich finde die Aufnahmeprüfungen auch doof, es gibt etliche Kantone mit einem besseren System als in Zürich.
      Aber dass die Kinder den 2. Sekstoff beherrschen müssen in der 6. Klasse stimmt nicht. In der Mathematik sind es Textaufgaben, die die Lehrer eigentlich mit den Schülern durchnehmen müssten. Ein bisschen Hilfe von zu Hause (vor allem Motivationsarbeit), schon klappts.
      Dass man es ohne teure Nachhilfestunden nicht schafft, stimmt nicht. Unsere vier Kinder sind alle ohne solche reingekommen, ebenso die allermeisten ihrer Klassenkameraden.

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        Meine Nichte (wohnhaft im KT Zürich) hat die Gymiprüfung nicht geschafft, trotz hohem Notendurchschnitt, bei uns wäre sie automatisch fürs Gymi empfohlen worden.

  • fabian sagt:

    „Wer zu sehr aus dem Nähkästchen plaudert, wird nicht mehr «gevotet» – und schnell aus dem Nest von Mama Staat vertrieben.“
    Noch schnell ein ideologischer Schlenker zum Schluss – wer nicht mit den Mächtigen pfeifft, ist in der Privatwirtschaft schneller aus dem Nest geworfen als beim Staat. Was aber eher peinlich ist: Gut bezahlter Staatsangestellter sein und gegen den Staat schimpfen.

  • Ego Maniak sagt:

    A propos „durchgewunken“: Das Verb „winken“ wird regelmäßig konjugiert: ich winke, ich winkte, ich habe gewinkt. Die Form „gewunken“ ist landschaftlich verbreitet, aber streng genommen ein Irrtum. Zwar heißt es „sinken, sank, gesunken“ und „trinken, trank, getrunken“, doch nicht „winken, wank, gewunken“. Die Formen von „winken“ werden wie die Formen von blinken, hinken und schminken regelmäßig gebildet.

  • Widerspenstige sagt:

    ‚Fraglich ist allerdings, ob ich nach diesem Blog-Posting noch ein Aufgebot als Experte für eine Kantonsschule bekomme. Wer zu sehr aus dem Nähkästchen plaudert, wird nicht mehr «gevotet» – und schnell aus dem Nest von Mama Staat vertrieben.‘ Das ist in jedem Beruf und in jeder Branche so, dass, wer aus ‚dem Nähkästchen plaudert‘ (was für ein Begriff aus der weiblichen Plappertantenfront…!) schnell aus dem Sichtfeld ‚entfernt‘ sprich entlassen wird. Wer will schon Nestbeschmutzer unterstützen, wenn doch Seilschaften hüben wie drüben so gut funktionieren? Und es heisst DER STAAT dh PAPA Staat

  • Amélie sagt:

    Auf die Qualität der mündlichen Prüfung hat nicht nur die Institution direkten Einfluss, sondern die Prüfer selbst. Eine Aufgabe, die man ernst nehmen soll. Hier versucht einer, sich auf die lustige Art herauszureden. Klar durchgefallen.

  • Susi sagt:

    Wie musste ich jetzt grad die Augen reiben ab diesem Artikel…

    Ich bezweifle, dass die im Artikel aufgeführten Aussagen von prüfenden Gymnasiallehrkräften so stimmen, sie tönen etwas stark nach Dichtung um des Unterhaltungswertes Willen; ganz sicher aber sind sie nicht repräsentativ für das Aufnahmeverfahren.
    Mündliche Aufnahmeprüfungen werden durchgeführt, damit schriftlich schwächere Schüler/innen ihre mündliche Stärke – falls vorhanden – unter Beweis stellen können. Teil dieser Stärke besteht eben auch aus dem Auftreten und der Interaktion. Bei Präsentationen gehören diese Bereiche ganz klar zu den Bewertungskriterien, warum also sollten sie bei Aufnahmeprüfungen ausgeblendet werden?

    Herr Hersiczky, wieviel Kalkül steckt dahinter, dass dieser Artikel ausgerechnet am ersten Tag der Zürcher Sportferien erscheint? Ist doch ziemlich praktisch, dass Ihre Behauptungen nicht in den Lehrerzimmern der von den Blenderprüflingen manipulierten Lehrkräfte diskutiert werden können. Sonst müssten Sie sich ja noch den Reaktionen stellen. Aber Konfrontationen zu vermeiden ist immer bequemer, auch wenn man als „Experte“ an mündlichen Prüfungen waltet und seine Funktion dabei nicht wahrnimmt.

    • Martin Frey sagt:

      Sollte man nicht voraussetzen dürfen, dass sich alle MB-Schreiber an die Wahrheit halten und keine Geschichten einfach so erfinden? Haben Sie denn andere Erfahrungen gemacht, Susi, dass Sie so hart reinfahren und Hr. Hersiczky derartiges unterstellen? Wäre schön, von den (hier zahlreich anwesenden Lehrern) dazu zu hören…

      • Susi sagt:

        @Martin: Natürlich habe ich andere Erfahrungen gemacht, Herr Frey, weder bei Aufnahmeprüfungen noch bei mündlichen Abschlussprüfungen herrscht ein Feld-Wald-und-Wiesen-Bewertungssystem wie von Herr H. geschildert, sowas ist völlig undenkbar. «Mir fehlt noch ein Fussballer.» ?!? Das ist ja wohl ein schlechter Witz.

      • Susi sagt:

        @Martin: „Wäre schön, von den (hier zahlreich anwesenden Lehrern) dazu zu hören…“
        Ja, eben. Die Lehrer haben jetzt Ferien, viele von ihnen sind auf der Skipiste und lesen heute keinen Mamablog beim Frühstück. Praktisch für den Autor, oder? 😉

      • Martin Frey sagt:

        Heisst das dann, dass es andere Beispiele nicht gibt, nur weil derartiges in Ihrem Umfeld glücklicherweise undenkbar ist, Susi?
        Persönlich denke ich auch, dass es sich um Einzelfälle handeln dürfte. Aber wie in allen Branchen gibt es überall Leute die unseriös arbeiten. Und ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass der Autor die Beispiele, die ja auch als Aufhänger für den Artikel dienen, einfach so aus dem Hut zieht. Was Sie ja andeuten.

      • Susi sagt:

        @Martin: Ja, ich halte es durchaus für möglich, dass diese Beispiele überspitzt präsentiert werden.

        Herr H. stellt in seiner Funktion als „Experte“ die Prüfungssituation so dar, als würde es allgemein so praktiziert, die Rede ist nicht von vereinzelten schwarzen Schafen. Und das in einem Blog des TA, der von Kreti und Pleti gelesen wird. Ziemlich skandalös, sowas.

    • Stevens sagt:

      @Susi: Wir wissen ja gar nicht, wo Herr Hersiczky arbeitet (leider ein grosser Schwachpunkt dieses Beitrags).
      Er lebt im Aargau, schreibt für die AZ, er könnte auch im Aargau arbeiten – und da sind die Sportferien heute zu Ende gegangen.

      • Susi sagt:

        @Stevens: Wesentlich ist doch vor allem das Zielpublikum. Es handelt sich um den Blog einer Zürcher Tageszeitung, der Grossteil der Leserschaft stammt aus Zürich, und von hier kommen auch die meisten Reaktionen.

      • 13 sagt:

        @ Susi/Stevens
        Siehe oben. Da wird die Frage geklärt. Es geht um ZH.

      • Susi sagt:

        Ich arbeite nicht in Zürich, vielleicht wird ja hier so vorgegangen, dass der Fussballer trotz mangelhafter Fachkenntnissen bevorzugt wird, wenn man grad einen benötigt. 😛

      • Susi sagt:

        „trotz mangelhafter Fachkenntnisse“. äxgüsi. wenn ich Schaum vor dem Mund hab, entgleist mir zuweilen die Grammatik.

      • Bernhard sagt:

        @Susi: „Vielleicht wird ja hier so vorgegangen, dass der Fussballer trotz mangelhafter Fachkenntnissen bevorzugt wird, wenn man grad einen benötigt.“
        Das ist vermutlich wie beim Einbürgern: Braucht man grad dringend ein junges Stürmer-Juwel für die Nationalmanmnschaft, kanns nicht schnell genug gehen… 😉
        Ich habe in meinem Nebenberuf ja viel mit Fussballern zu tun. Da wär mir der eine oder andere Maturand sehr willkommen!! 😀
        Aber wie Sie richtig sagen: Es geht hier um Personen, welche die Aufnahmeprüfung fast geschafft hätten (zw. 4 und 4.25). Die verfügen also über ein best. Wissen!

      • Susi sagt:

        Ja, jetzt wo Sie’s sagen. Ich glaube, ich würde bei einem Fussballer auch vorbehaltslos aufrunden, da ich eine Schwäche für leichte O-Beine habe…

      • Bernhard sagt:

        @Susi: Und ich mag Fussballer, weil sie (bis auf wenige Ausnahmen) ohne nachzufragen einfach machen, was man ihnen sagt! Das haben sie nämlich seit der ersten Trainingseinheit im F-Juniorenalter so eingebläut erhalten…man muss ihnen dann und wann halt die Schuhe binden oder den Mund nach dem Znüni abwischen. Ab und zu auch aufs WC begleiten. Aber das gehört zu unserem Job… 😉

        (@Tina, bitte nicht gleich ausflippen! Das war ein SCHERZ!!!!!!!!!!) 😀

      • Susi sagt:

        Hihi, Bernhard! Ich musste diesen Kommentar gleich dreimal lesen und jedes Mal laut lachen!
        (Bin grad am Korrigieren, da kommt mir ein Grins-Zückerli zwischendurch sehr gelegen!)

      • Bernhard sagt:

        @Susi: 😀

        Korrigieren Sie daheim? Oder sitzen Sie grad irgendwo gemütlich in einem Café? Ich gehe nacher noch rasch in die Schule und danach mal wieder ins Glattzentrum – für den Fall, dass Sie auch in der Nähe sind… 😉

      • Susi sagt:

        Daheim und mit triefender Nase 🙁

      • Susi sagt:

        Manchmal korrigiere ich aber tatsächlich auch im Glattzentrum, meine Tochter liebt die Müsliburg und wenn ich grad einen zeitlichen Korrekturengpass habe, löse ich ihn auch mal so…

      • Bernhard sagt:

        @Susi: „Daheim und mit triefender Nase 🙁 “

        Ojeeeeee!! In dem Fall gute Besserung!

      • Susi sagt:

        Danke! (Meine Tochter geht einmal im Jahr eine Woche ohne mich in die Skiferien, und genau dann bin ich krank, supi…)

        Aber unser Austausch zeigt immerhin, was für seriöse Lehrkräfte wir sind. Gehen in den „Ferien“ an die Schule oder sind am Korrigieren! Ja, nämlich!

      • Bernhard sagt:

        @Susi: Das mit der Müsliburg habe ich mir gedacht!! 🙂

        Geben Sie das nächste Mal einfach kurz Bescheid! Meine Tochter findet die Müsliburg auch toll! Wobei: Dann kommen Sie nicht zum Korrigieren…mist!!!! 😉

      • Susi sagt:

        Ich nutze die Müsliburg hin und wieder auch, um in Ruhe einen Starbuckskafi zu trinken 😉

      • Bernhard sagt:

        @Susi: Sie sind grossartig! 😀

        Bis bald! Ich mache mich jetzt auf den Weg und überlasse das Feld nun wieder den blogbezogenen Kommentaren… (ein allseitiges Sorry für den kurzen Flirt-Einschub…bei Susi kann ich einfach nicht anders…) 😉

      • Susi sagt:

        @Bernhard: Gleichfalls 😀
        Und einen schönen Tag!

    • Bernhard sagt:

      @Susi: „Wieviel Kalkül steckt dahinter, dass dieser Artikel ausgerechnet am ersten Tag der Zürcher Sportferien erscheint?“

      Hammer! Sherlock bereits am Morgen wieder auf Fährtenjagd und in Kombinierungslaune! 😀

      Ich liebe Ihre Art zu denken, wehrte Susi!! 😉

      Zum Thema: Bei so einer „2. Chance“ gehts ja genau darum herauszufinden, ob die betreffende Person vielleicht doch das POTENZIAL fürs Gymi hat. Da ist es absolut legitim, auch andere Kriterien statt einzig und allein das Wissen zu „testen“ bzw. zu beurteilen. Sonst kommt z.B. der/die mit der Prüfungsangst wieder nicht durch…!

      • Susi sagt:

        Guten Morgen, lieber Bernhard! Ja, Sherlock-Susi wieder mal voll auf der Fährte einer Verschwörungstheorie 🙂

        „Bei so einer “2. Chance” gehts ja genau darum herauszufinden, ob die betreffende Person vielleicht doch das POTENZIAL fürs Gymi hat. “ Ich stimme 100%ig zu, hatte das sogar in meinem ursprünglichen Text drin, der mir dann zu lang erschien.
        Ich korrigiere ja jeweils Deutschaufsätze bei den Aufnahmeprüfungen, und das ist halt keine genaue Wissenschaft. Darum schaut man bei den Grenzfällen aufs Potential, sprich, kann man mit diesem Schüler arbeiten und etwas herausholen?

      • Bernhard sagt:

        @Susi: „Darum schaut man bei den Grenzfällen aufs Potential, sprich, kann man mit diesem Schüler arbeiten und etwas herausholen?“

        Und dies ist nunmal eine rein subjektive Empfindung. Ich schaue die Anfangsphase dieser Casting-Shows noch gerne, weil es spannend ist zu verfolgen, wie unterschiedlich ein und dieselbe Leistung wahrgenommen und bewertet wird! Und selbstverständlich spielt da das Auftreten (Körperhaltung, Stimmlautstärke, Wortwahl etc.) mit. Klar, dass charmante und sympathische Zeitgenossen bessere Chancen haben auf ein Weiterkommen. Auch wenn sie evtl. nur „Blender“ sind… 😉

      • Susi sagt:

        @Bernhard: Mein Kommentar zog sich auf die Aufsatzkorrektur, wo man eben in manchen Fällen auch versucht, ein Potential herauszugreifen.

        Wer gut schwatzen kann, hat aber bei mündlichen Prüfungen einen grossen Vorteil, das ist klar!

      • Bernhard sagt:

        @Susi: Ich finde es gut und wichtig, dass Sie in Grenzfällen auch „zwischen den Zeilen“ lesen! Ich ticke diesbezüglich vielleicht noch etwas extremer: Ich gebe sogar Punkte, wenn jemand zwar falsch, aber mit einem verblüffenden Argumentatorium antwortet. Dass ich sagen muss: „Das ist zwar kreuzfalsch, was Sie mir hier auftischen, aber Sie machen das mit so viel Enthusiasmus und Verve, dass Sie nicht ohne Punkte davonkommen!“
        Später im Leben ist es mir wichtiger, jemand versucht wenigstens etwas, statt aus Unsicherheit heraus einfach aufzugeben! (Da haben uns z.B. die Deutschen was voraus!) 😉

      • Susi sagt:

        Genau. Gute Begründungen sind doch generell das A und O!

      • tina sagt:

        der steuerzahler ansich geht natürlich davon aus, dass auch lehrer eher in ihrer freizeit blogs kommentieren, sprich, ausserhalb der schulferien eher weniger zeit für sowas vorhanden ist….hust

      • Susi sagt:

        ach so, Herr H. war also vielmehr umsichtig mit dem Publikationszeitpunkt, weil er weiss, dass seriöse Lehrer nur während der unterrichtsfreien Zeit zum Bloggen kommen. Ahaaaaaa, wie gedankenvoll von ihm!

      • tina sagt:

        ich würde gar nicht so weit denken susi. ich würde mich einfach nicht so entrüsten, dass man als lehrer schliesslich nur während der unterrichtszeit blogs kommentieren kann, wenn ich lehrer wäre

      • tina sagt:

        und wenn schon würde ich das nicht öffentlich schreiben, wenn ich lehrer werde. und wenn trotzdem, würde ich es nicht noch besonders geistreich finden

      • Susi sagt:

        tina: mein Beitrag war weder geistreich noch witzig gemeint und es geht auch nicht in erster Linie ums Kommentare schreiben (was man sicherlich weniger tut, wenn man in den Skiferien ist), sondern es geht um eine Diskussion in den Lehrerzimmern und der damit einhergehenden Informations-Verbreitung. Möglicherweise würde jemand einer Zürcher Kantonsschule sogar Stellung zu den Vorwürfen nehmen, wäre der Laden nicht momentan zu. Tscheggsch, wasi mein?

      • tina sagt:

        ich gehe davon aus, dass ein teil lehrer während der unterrichtsfreien zeit von 13 wochen jährlich auch unterricht vorbereitet, und darum sehr wohl recht viele genug zeit haben, stellung zu beziehen. eben: mehr als während des effektiv laufenden schuljahres

      • Susi sagt:

        es geht mir um etwas anderes, nämlich um

        1. die Möglichkeit einer Stellungnahme von offizieller Seite, z.B. der Schulleitung einer Zürcher Gymnasialschule oder einem Fachschaftspräsidium. Und das wird in der unterrichtsfreien Zeit wohl nicht passieren, da zu einer solchen Stellungnahme auch ein vorangehender Austausch gehört.

        2. den Meinungsaustausch, wenn eine solche Bombe platzt; sowas spräche sich schnell unter Lehrkräften rum, wenn Gelegenheit (Lehrerzimmer) da wäre, wodurch einige den Blog lesen und kommentieren würden, die das sonst gar nicht tun. Passiert in den Ferien nicht.

      • tina sagt:

        das war ja keine offizielle anklage. auf einen blog kann man also auch nicht offiziell reagieren. natürlich muss man nicht, in seiner freizeit. aber natürlich lesen lehrer auch hier.
        ich bin recht sicher, dass die gegendarstellung schon in der pipeline war, bevor dieser blog hier erschien. meinsch nöd?

      • Susi sagt:

        @tina: Nein, natürlich muss man nicht offiziell reagieren. Aber hier wird durch den Publikationszeitpunkt diese Möglichkeit einfach mal grundsätzlich vermieden, und das finde ich störend.
        Vielleicht gäbe es sowieso keine Reaktion von offizieller Seite, aber das wüsste man halt nur, wenn die Gelegenheit dazu mal grundsätzlich gegeben wäre.
        Klar lesen Lehrer mit, aber vielleicht doch einige weniger, wenn Ferienzeit ist.

        Welche Gegendarstellung meinst du?

  • 13 sagt:

    Und wieder mal einer, der in seiner langen Schullaufbahn, das Wort Föderalismus nicht gelernt hat. Von welchem Kanton spricht er? Aargau? Zürich? Ein Blick über die Kantonsgrenzen und eine Präzisierung wäre doch wünschenswert, bevor man eine System „erklärt“ und kommentiert, das für einen grossen Anteil der Leserschaft gar nicht gilt.

    • Martin Frey sagt:

      Der Mann lebt in Baden und schreibt für die AZ. Die Annahme liegt also nahe dass es sich um den Aargau handelt. Wobei, ist das angestossene Problem wirklich ein kantonales?

      • tina sagt:

        der link zum tagi artikel verweist aber auf die zürich seite

      • 13 sagt:

        Von Baden aus ist man unter einer Stunde in diversen Kantonen, er könnte irgendwo arbeiten, aber ich nahm auch AG an. Und doch, es dünkt mich eben entscheidend, wie es sich mit den angesprochenen Vornoten wirklich verhält, ob es eine Möglichkeit des prüfungsfreien Eintritts gibt und ob die mündlichen Prüfungen ein Teil des Ganzen sind oder, so wie ich ihn hier verstanden habe, noch eine Chance für diejenigen, die es knapp nicht geschafft habe. Gibt man ihnen noch eine letzte Chance, empfinde ich es als weniger falsch, eben nicht nur auf die Leistung, sondern das rundherum zu schauen.

      • Susi sagt:

        13: Die mündlichen Aufnahmeprüfungen werden nur bei den Grenzfällen durchgeführt, (und das nicht mal in allen Kantonen), eben genau für diejenigen, die noch eine zweite Chance kriegen, ihre mündlichen Fähigkeiten unter Beweis zu stellen.

    • Hugo Bosshard sagt:

      Vom Aargau wird er nicht sprechen, denn da funktioniert das Schulsystem komplett anders und Aufnahmeprüfungen gibr es in der Regel keine. Die Empfehlung des Lehrers reicht und das Kind wird in die Bezirksschule aufgenommen. Wenn die Eltern nicht einverstanden sind oder ein Grenzfall vorliegt, geht das Kind an eine Aufnahmeprüfung, bei der die Chancen zu bestehen, minim sind. Nach 3 Jahren Bezirksschule dann die Abschlussprüfung, bei der die Vornoten der gesamten 9. Klasse mitzählen. Eine Gymi-Aufnahmeprüfung ist das aber nicht, denn alle Bezschüler schreiben sie, auch die zukünftigen Lehrlinge

      • Hugo Bosshard sagt:

        Ich weiss nicht, wie es jetzt ist, aber vor zehn Jahren konnte man noch nach jeder Oberstufenklasse in die höhere Stufe aufsteigen. Ohne Prüfung, sondern durch konstante Leistung. Und davon wurde auch rege Gebrauch gemacht, wobei man natürlich die jeweilige Klasse wiederholen musste.

    • 13 sagt:

      Also nun doch Zürich? Wie gesagt: sehr ungenau, wenn man da raten muss. In Bern gibt es beide Möglichkeiten: die prüfungsfreie Aufnahme aufgrund Empfehlungen der Lehrer (ein Mix aus Noten und allgemeinen Beurteilungen) und wer diese nicht mitbringt, kann an die Prüfung, dort sind dann Vornoten unerheblich. Diese ist in schriftlich und mündlich geteilt und logisch zählt im mündlichen Teil auch noch etwas anderes als reines Wissen. Im Gymnasium braucht es nicht nur Kinder, die in den drei zufällig gewählten Hauptfächer (Deutsch, Franz, Math) sehr gut sind. Es gibt auch andere Kompetenzen.

      • Hugo Bosshard sagt:

        Ich würde auf jeden Fall Zürich annehmen, denn das ist der Blog einer Zürcher Zeitung und in der Regel wird angegeben, wenn es sich NICHT um Zürich handelt. Von Baden ist man in 15 Minuten mit dem Zug am Hauptbahnhof, wohl die Hälfte aller Badener arbeitet in Zürich.
        Vielleicht liegt das an meinen Lokapatriotismus, aber ich fand das Aargauer System immer besser. Meine Kinder fühlten sich überhaupt nicht unter Druck gesetzt, als es um den Wechsel in die Oberstufe ging. Denn selbst wenn es für die Bezirksschule nicht gereicht hätte, wären sie in die Sek gegangen und von da vielleicht nach 2-3

      • Hugo Bosshard sagt:

        Jahren aufgestiegen. Ich verstehe nicht, was gegen ein durchlässiges System spricht. Beim einen Kind fällt der Räppler mit 12, beim andern mit 13, beim dritten mit 14. Soll doch jeder dann ins Gymi gehen, wenn er dafür bereit ist – oder auch nicht. Das Zürcher System hingegen erscheint mir sehr stur und wie immer wieder gezeigt, führt es zu einem enormen Druck für die Schüler und die Eltern.

    • Patrick Hersiczky sagt:

      @13: Es betrifft den Kanton Zürich. Das Aufnahmeverfahren im Aargau ist anders (Bezirksschule). Dies hätte ich evtl. erwähnen müssen, aber es ist doch erfreulich, dass der Mamablog auch ausserhalb Zürichs gelesen wird…

      • 13 sagt:

        @ Herr Hersiczky
        Danke für die Aufklärung. Der Mamablog ist mit mehreren grossen Zeitungen verlinkt, natürlich dem Tagesanzeiger, eine Zürcher Zeitung, die aber schweizweit gelesen wird, aber auch z. Bsp. dem Bund (BE) und der Berner Zeitung. Daher ist die Leserschaft etwas weiter zerstreut. Und bei solvielen verschiedenen Systemen kann m.M.n. nur Kritik geübt werden, wenn dann dieses System als ganzes betrachtet wird. Ich bleibe dabei, dass es im Gymi mehr braucht, als gute Sprach- und Mathekenntnisse.

      • Patrick Hersiczky sagt:

        @13 Da gebe ich Ihnen absolut Recht! Ein guter Gymi-Schüler, eine gute Gymi-Schülerin muss nicht nur fachlich, sondern auch in der menschlichen Entwicklung Reife aufweisen. Nur ist es schwierig, geistige Reife fair zu bewerten! Und ich weiss nicht, wie sich der „Fussballer“ in dieser Hinsicht entwickelt hat. Aber auch kluge Fussballer braucht das Land! 🙂

      • chocolate sagt:

        Für die 6. Klässler gelten Ihre Ausführungen aber nicht. Die können keine mündliche Prüfung mehr machen.

  • Mario sagt:

    Ich hatte immer Prüfungsangst und schaffte es, noch in der BMS, in Geschichte trotz Vornote 6.0 nur eine Schlussnote von 4.0 zu erlangen. Wie es geschah: Die Prüfung war mündlich und ich hatte ein totales Blackout. Nun, sechs Jahre später weiss ich das gelernte immer noch, aber an der Prüfung kam kein richtiges Wort raus. Resultat: Null Punkte. Da ich mit Null Punkten in der Prüfung das Fach nicht bestanden hätte, war der Lehrer gnädig und gab mir trotz Blackout eine 2. Darum liebe Lehrer: Prüfungen sind nur Momentaufnahmen und ergeben oft ein verfälschtes Bild. Vornoten sind mehr als wichtig.

    • Stevens sagt:

      @Mario: Ihre Geschichte hat aber auch rein gar nichts mit Vornoten zu tun.
      Es reicht es doch, wenn der Lehrer sie „lupfen“ kann, dh eine Empfehlung aussprecht: „Doch der kann das im Gymi, er muss aber seine Prüfungsangst überwinden“. Und dann muss er sie unterstützen, ihre Prüfungsangst zu überwinden.
      Denn im Studium sind sie einfach einer unter hunderten. Da nützt ihnen ihre „Prüfungsangst-Nummer“ nix mehr.

      Sorry, in ihrem Fall wurde schlechtestmöglich gehandelt. Ihr Lehrer hat es sich da ganz einfach gemacht.

    • mila sagt:

      Ich glaube, Sie würden ganz generell im Leben besser fahren, wenn Sie sich mit Ihrer Prüfungs- respektive Versagensangst auseinandersetzen. In herausfordernde prüfungsähnliche Situationen – z.B. im Rahmen eines Assessments – werden Sie immer wieder kommen, und im Gegensatz zur Schule zählen die ‚Vornoten‘ da wenig. Sie werden mehr oder weniger ausschliesslich nach Ihrer (Tages-)Performance bewertet.

      • Müller Markus sagt:

        Mila hat recht.

        Das spätere Leben ist voll solcher Situationen. Beispielsweise – in meinem Fall – die Rechtsanwaltsprüfung, der eigentliche Ausbildungsabschluss. Da sitzen Sie an einem bestimmten Tag 4 Stunden vor 5 Experten und werden gelöchert und aufs Glatteis geführt. Wollen Sie denen dann auch etwas von „Prüfungsangst“ und „Momentaufnahme“ erzählen? Das können Sie schon – nur interessiert das niemanden. Übrigens auch im späteren Leben dann nicht. Wenn Sie vor Gericht in einer bestimmten Verhandlung als Anwalt versagen, ist der Klient wegen ihnen vielleicht im Gefängnis. That’s real life

      • Martin Frey sagt:

        Alles richtig Hr. Müller, nur handelt es sich dabei nicht um Kinder sondern um gestandene Juristen. Ist schon nicht ganz das gleiche.

      • mila sagt:

        @Martin Frey: Ich habe selbst miterlebt, wie eine gute, blitzgescheite Freundin von mir im Studium an ihrer Prüfungsangst gescheitert ist, nachdem sie schon das Gymi äusserst knapp bestanden hatte. Wenn ein Schüler dieses Problem hat, sollte man es mE möglichst früh angehen, denn im Gymi kann man sich evt. noch irgendwie mit Vornoten retten, im Studium (und Leben) später nicht.

      • mila sagt:

        Was ich damit sagen will: wenn Prüfungsangst das eigentliche Problem ist, dann ist das Sich-auf-Vornoten-verlassen-können eine Problemverlagerung, die die Betroffenen kurzfristig weiter bringt, ihnen auf lange Sicht jedoch eher schadet. Prüfungsangst geht auch nicht auf magische Weise weg, wenn man ‚älter‘ wird – sie wird eher schlimmer und damit belastender. Besser also, man packt das Problem rechtzeitig bei der Wurzel.

      • Müller Markus sagt:

        Das stimmt, Herr Frey. Aber ich weiss nicht, ob es wirklich sinnvoll ist, Kinder und Jugendliche quasi möglichst in Wattebäuschen eingehüllt in Richtung des Erwachsenendaseins zu führen. Der „Realitätshammer“ wird einfach später kommen, und zwar spätestens in der Berufslehre oder mit 20 an der Universität, und dann wird es ganz sicher nicht einfacher sein, als wenn man schon als Jugendlicher gelernt hat, mit seinen Prüfungs- und Versagensängsten umzugehen.

      • Martin Frey sagt:

        Bin da ganz bei Ihnen, Hr. Müller. Irgendwelche antiautoritäre Wattebäuschenpädagogikmethoden sind daher auch nicht so mein Ding. Aber man muss die Jugendlichen sachte daran heranführen. Zudem gibt es immer individuell verschiedene Entwicklungsstufen und Charaktertypen. Derart hinzustehen und zu bestehen ist auch unter Erwachsenen nicht allen gegeben.

      • Martin Frey sagt:

        Verstehe Sie gut, mila, habe das selber oft beobachtet. In mündlichen Prüfungen entscheidet immer das Auftreten mit, und wie gut man das Wissen abrufen und präsentieren kann. Persönlich bin ich aber doch der Ansicht dass man das (bis zu einem gewissen Grad) lernen kann durch Heranführen an derartige Aufgaben. Man lernt dann automatisch am Erfolg. Kinder diesbezüglich unter einer Käseglocke verschonen zu wollen ist m. E. wenig hilfreich, ich bin da mit Hr. Müller gleicher Meinung. Und ja, einverstanden, das Reinmogeln ins Gymi dank Vornoten und Private Coach hilft da längerfristig sicher nicht.

  • linus b. sagt:

    Willkür, Vetternwirtschaft, soziale oder unsoziale Lehrer usw. sind die Aufnahmekriterien. Zu vergleichen mit dem Verfahren der Einbürgerung. Entweder wohnst du am „richtigen“ Ort oder halt nicht.

    Unsere Politiker, welche für ein gerechtes System zuständig wären, überlassen das Feld den Mittelschullehrern und kompensieren ihren Machtverlust auf dem Spielplatz der Primarstufe und wüten als Reformtiger mit den uns bekannten Folgen. Wieso das so ist? Wahrscheinlich denken die Politiker, dass eine mögliche Sitzung mit Gymipersonal auf Latein gefürt wird.

  • Martin Frey sagt:

    Köstlicher Text zu einem wenig lustigen Feld unseres Schulwesens. Nicht nur zeigt Hr. Hersiczky schön auf, wie teils unsachlich und stereotypenbasiert derartige Wertungen durch das Lehrpersonal vorgenommen werden können, bei dem ja sachliche Beurteilungen von Kindern an sich zur Berufsqualifikation gehören sollte. So gesehen mag dies auch einen Teil der Erklärungen sein für die teils frappante Diskrepanz der Gymiquoten zwischen Gemeinden innerhalb desselben Kantons.
    Ob dies Einzelfälle sind ist whs. schwierig zu beurteilen. Als Ausbildner jedoch müssen einem diese Umstände immer bewusst sein.

  • Renato Stiefenhofer sagt:

    Vornoten als 50% Hilfe sind Unsinn!
    Es MUSS zählen, ob einer an einem bestimmten Tag im Jahr seine paar Sachen im Kopf aufs Papier bringen kann. So ist das Leben; und so ist es auch richtig, dass die Kids das früh genug realisieren. Pauken statt Projekte. Die Kinder werden es Ihnen dereinst danken.

    Nehmt den Kindern die Smartphones sechs Monate vor der Prüfung weg, und dann bestehen sie die relativ einfache Prüfung auch. Nehmen Sie, als Eltern, den Auftrag als Schutzbefohlene wahr und helfen Sie Ihren Kindern. Hier in Asien hat nur dieses Modell Erfolg. Die CH muss wieder besser werden!

    • Renato Stiefenhofer sagt:

      … … den Auftrag als Schützer der Schutzbefohlenen… sollte es heissen.

      Ich möchte mich bei Herrn Patrick Hersiczky für seine Offenheit bedanken. Natürlich hoffen wir alle, dass dies ein Einzelfall ist. Wenn man aber sieht, wer später an der Uni oder an den Hochschulen ein Studium innert nützlicher Frist nicht oder nur mit grosser Mühe schafft, sieht die Ursache im aufgeplusterten Gymnasiumsapparat. Weniger ist mehr. Die Lehre muss endlich glaubwürdig gefördert werden.

      Die Schule hat einen Auftrag; den soll sie endlich wieder erfüllen! Bitte.

    • Peter sagt:

      Genau! Die Kinder möglichst früh ans kapitalistische System anpassen, damit jegliche Kreativität und Lust an Bildung schön auf der Strecke bleibt. Ruhe, Ordnung und Disziplin – nu so gehts weiter, gell lieber Renato.
      Schei**en wir doch den Kindern direkt von Geburt an ins Gesicht, um ihnen aufzeigen, dass nur der „Bessere“ und „Stärkere“ überlebt.

      Viel Glück

    • Adrian Wehrli sagt:

      In Asien sind die ausgebildeten, mit Wissen vollgestopfen Jugendlichen nachher für nichts zu gebrauch in der Wirschaft, da Sie nie gelernt haben Probleme zu lösen, sondern nur vorgegebens Wissen zu „schlucke“. Darum importiert China so viel Expats, darum findet it China und Korea keine Innovation statt.

      • Muttis Liebling sagt:

        Nun sind die Schulen auch nicht dazu da, Rohmaterial für die Wirtschaft zu produzieren. Im Gegenteil.

    • Kathy sagt:

      Die Vornoten sollen bleiben! Sonst gibt es X Kinder die von den Eltern in Vorbereitungskurse geschickt werden, dort auf die Prüfung getrimmt werden, diese bestehen und dann in der Probezeit mit wehenden Fahnen untergehen. Das wirkt sich nicht sehr positiv auf das Selbstbewusstsein aus.

    • Willi sagt:

      Jetzt hab ich erst gemeint, Sie meinen das Ernst.

  • Muttis Liebling sagt:

    Kann mir jemand begründen, warum es überhaupt so etwas wie eine Maturaquote oder Aufnahmeprüfungen gibt? Warum nicht Schulen, an denen man alle Abschlüsse erzielen kann und dementsprechend die Schüler dynamisch an diese herangeführt werden?

    • Martin Frey sagt:

      Weil wir in der CH nicht die Bildungsfehler unserer geschätzten Nachbarländer wiederholen wollen, um mittels einer sinnfreien Erhöhung der Gymiquote unser erprobtes duales Bildungssystem in Rekordzeit zu zerstören.
      Für ein gut funktionierendes Gymnasialsystem braucht es keine hohe sondern eine tiefe Quote, um eine gute Voraussetzung für die Vorbereitung auf die Hochschulen gewährleisten zu können. Denn das ist nach wie vor die Kernaufgabe der Gymnasien. Die in letzter Zeit stattgefundene Verwässerung ist das Gegenteil davon und ein Teil der Gründe für den NC auf Hochschulniveau.

    • Jana sagt:

      Weil es damit nicht erledigt ist. Wenn die Matura zu einem sehr häufigen Schulabschluss mutiert, verlangen auch mehr Branchen für die Lehrstelle eine Matura – die Sekundarstufe wird dadurch abgewertet, ganz zu schweigen von der Realschule. Auch Universitäten werden dann beginnen, Aufnahmeprüfungen oder Notenschnitt-Untergrenzen für die Zulassung zum Studium zu verlangen. Unabhängig davon, ob die Gymnasiale Ausbildung qualitativ sehr gut ist oder eher weniger.
      Aber ich bin auch der Meinung, dass das Schulsystem durchlässiger und dynamischer sein sollte.

      • Martin Frey sagt:

        Unser Schulsystem ist schon sehr durchlässig, gerade im Vergleich mit anderen europäischen Ländern ist die soziale Mobilität bei uns sehr hoch.

    • Thomas sagt:

      Prüfungsfreier Übertritt ans Gymi wäre an der Zeit. Die Welt hat sich in den letzten 100 Jahren geändert, viel mehr Jobs benötigen höhere Ausbildungen, nur schon für die Einladung um Interview. Internationale Firmen rekrutieren anders als der Elektriker von nebenan.

      • Muttis Liebling sagt:

        Sehe ich auch so. Hürden legt man nicht beim Zugang, sondern beim Abgang vom Bildungssystem an. Das Niveau der Abschlussprüfungen entscheidet, wie viele Absolventen mit welcher Leistung die nächste Stufe erreichen.
        Es gibt auch keinen Grund zur Annahme, dass die Leistungsfähigkeit zum Zeitpunkt x < Erwachsenenalter mit der zum Zeitpunkt y nahe dem Erwachsenenalter korreliert. Wer will, soll versuchen, die Matura zu erreichen. Wenn es nicht klappt, gilt der vorherige Abschluss. Dafür braucht man weder Zugangsprüfungen, noch Quoten. Das regelt sich von selbst.

      • Muttis Liebling sagt:

        2/ Natürlich kommt dann wieder das lächerliche Argument der Kosten. Das zählt aber nicht, schon weil Geld in CH das einzige im Überfluss vorhandene ist. Im Gegensatz zu Bildung und Verstand. Da mangelt es ganz erheblich, ist aber reparabel.

  • Fred sagt:

    Da habe ich jetzt aber doch erhebliche Zweifel, dass das bei mündlichen Prüfungen flächendeckend so zu und her geht. Sicher, es gibt nichts, was es nicht gibt, aber ich hoffe doch dass das eher die Ausnahme ist.
    Zu den Vornoten: Es ist richtig, wenn diese ebenfalls zählen, denn es darf in diesem Alter noch nicht sein, dass der weitere Schulverlauf, alleine davon abhängt wie fit man am Tag X ist. Was ist, wenn man am Tag X leicht kränklich ist, im Privatleben gerade eine schwierige Situation durchmacht, extreme Prüfungsangst hat die einem wieder einholt, …..

    • Patrick Hersiczky sagt:

      @Fred Ja, es ist sicher nicht so, dass meine Aussagen alle mündlichen Prüfungen betreffen. Mit meinen Gymi-Kollegen haben wir uns nicht nur sehr seriös auf die Prüfungen vorbereitet (zB. welche Texte, wer protokolliert etc.), sondern uns auch auf einem hohen Niveau über die Beurteilung ausgetauscht. Wenn aber jemand ein gutes Auftreten hat, ist dies sicher auch eine Qualität, dürfte meines Erachtens aber nicht zu sehr ins Gewicht fallen. Es gab nämlich eben auch Schüler/innen, die dies nicht hatten, aber dennoch in eine Mittelschule gehören. Letztlich muss es eine Gesamtbewertung sein…

      • Susi sagt:

        Und Sie behaupten hier tatsächlich, dass gewissen Schüler/innen hauptsächlich wegen ihres Auftretens ins Gymnasium aufgenommen werden?

      • Willi sagt:

        Nein, nicht nur das Auftreten ist wichtig, auch die finanziellen Verhältnisse der Eltern spielen eine Rolle.

      • Susi sagt:

        @Willy: Ja, genau, darum hat das Prüfungsteam bei den Bewertungsgesprächen auch stets die jeweilige Steuererklärung als Entscheidungsgrundlage vorliegen.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Dann wünsch ich Ihnen mal viele Whistblowers welche sich Ihnen anschliessen,
    Experten, die beginnen Abläufe zu hinterfragen
    und Selbstkritik zu üben-

    das ist doch schon mal ein guter Anfang!!!
    🙂

    • Brunhild Steiner sagt:

      oje oje
      Whistleblowers sollte das natürlich heissen, wohl ein bisschen zu früh am Morgen…

    • Susi sagt:

      „Experten, die beginnen Abläufe zu hinterfragen“

      Er hinterfragt ja nicht den Prüfungsablauf, sondern die Notengebung. Und hat dort offenbar auch nicht eingegriffen, sondern war nur „kurz davor, zu sagen:…“ Da muss man sich doch fragen: Wozu werden da denn eigentlich Experten bezahlt? Um die Faust im Sack zu machen und nachher im Mamablog ein Traktätchen zu verfassen?

  • Schräger Vogel sagt:

    Was sind denn Sie für ein schräger Vogel?
    Was ist denn das für eine schräge Schule?
    Ich hab das selbst als Prüfungsexperte am Gymi anders erlebt!

  • Clara sagt:

    Die Vorstellungsgespräche sind ebenso Casting-Shows. Leider.

    • Bert Lüscher sagt:

      Genau, Aber es ist auch ein Vorstellungsgespräch für eine Arbeitsstelle zur Zusammenarbeit und keine Prüfung für die Aufnahme in eine Schule als Schüler.

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