Das Alleinerziehenden-Dilemma

Ein Papablog von Nils Pickert*

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Gegessen wird eigentlich immer nur vor dem Fernseher: In der amerikanischen Comedy-Serie «Gilmore Girls» kämpft eine alleinerziehende Mutter mit den Widrigkeiten des Alltags. Foto: PD

Momentan ist ja traditionell die Zeit der guten Vorsätze. Abnehmen möchte man. Mal so richtig was anpacken. Mehr Zeit für sich, nicht mehr so viel Stress. Interessanterweise sind unsere guten Vorsätze oft Selbstoptimierungsversuche. Es geht weniger darum, anderen den Umgang mit uns zu erleichtern (Mehr Geduld mit den Kindern, mehr Verständnis für die Mitmenschen, Geld für die ganzen Organisationen spenden, die das soziale Rückgrat der Gesellschaft bilden), als um das eigene Ego. Daran ist an sich nichts Schlechtes. Nur dass wir solche Planspiele zu gerne mit dem Label «ein besserer Mensch werden» versehen, ist dann doch ziemlich selbstgefällig. Ein bisschen wie damals, 2006, als sich Fussballdeutschland zum «Weltmeister der Herzen» erklärt hat. So einen Titel verleiht man sich nicht selbst, sondern bekommt ihn verliehen. Man verfügt nicht über die Gefühle der Herzen anderer, man bietet ihnen lediglich etwas an.

In diesem Zusammenhang lohnt es sich möglicherweise, die Neujahrsvorsätze zu überdenken. Wann habe/n ich/wir das letzte Mal etwas für … getan? Wie gehe/n ich/wir mit … um? Was mich persönlich seit einiger Zeit, insbesondere aber seit der Geburt meines dritten Kindes umtreibt: Wie gehen wir mit Alleinerziehenden um? Warum profitieren wir als Einzelne von ihren Widrigkeiten und behandeln sie als Gesellschaft wie Aussätzige? Wie jetzt, das finden Sie gar nicht?! Geben Sie mir noch ein paar Zeilen.

Für uns als Gesellschaft gilt: Alleinerziehende sind nicht problematisch – sie haben Probleme! Und zwar neben den, die aus den Konsequenzen einer Trennung und der Belastung, für die Erziehungsarbeit alleine verantwortlich zu sein, resultieren, vor allem Probleme, die wir ihnen machen. Wenn Sie alleinerziehend sind, ist es wahrscheinlicher, dass Sie Armut erfahren, ausgegrenzt werden und ihren Kindern Bildungschancen verwehrt werden, als wenn sie ihre Kinder als Paar erziehen. Wenn Sie ein alleinerziehender Vater sind, nimmt man sie entweder gar nicht wahr oder findet sie bestenfalls bemitleidenswert bis lächerlich.

Wenn Sie alleinerziehende Mutter sind, denkt man laut oder insgeheim darüber nach, ob Sie sich mit den Unterhaltskosten ihres Ex-Partners nicht ein schönes Leben machen wollen und wieso Sie eigentlich so leichtfertig ihre Beziehung aufgeben, wenn alleinerziehend sein ja ach so schlimm ist. In beiden Fällen werden Sie zum Symptom einer ichbezogenen, beziehungsarbeitsunwilligen Gesellschaft gemacht. An Ihnen sieht man, wie sehr es mit uns allen den Bach runtergeht. Hätten Sie sich nicht mehr Mühe geben können, verdammt?!

Für Sie und mich persönlich gilt: Was ist eigentlich los mit uns? Ja genau, uns meine ich. Wir Pärchen, die andere befreundete Paare nicht darauf ansprechen, dass ihre Beziehung gerade vor aller Augen auseinanderfällt. Die schon bei der Hochzeit «irgendwie gewusst haben, dass das nichts wird», mit anderen tuscheln, lästern und wissend nicken, wenn sie sich über ihn beschwert oder er sie wieder einmal passiv-aggressiv auflaufen lässt. Die auf den ersten Blick gesehen haben, «dass DIE ganz sicher nicht zusammenpassen». Was sind wir bloss für Feiglinge! Und schlimmer noch: Was sind wir bloss für scheinheilige Profiteure, dass uns gar nicht aufgeht, wie sehr sich unser eigener Beziehungsstatus daran hochzieht, dass andere in die Brüche gehen. Warum sagen wir nichts?

Es mag sein, dass man mit den wenigsten Menschen so gut befreundet ist, dass man ihnen ins Gesicht sagt, wenn man etwas für zum Scheitern verurteilt hält, obwohl es (längst) noch nicht so weit ist. So etwas wirkt schnell übergriffig, deplatziert und berührt alle Beteiligten peinlich. Wer hört schon gerne, dass er sich auf einem sinkenden Schiff befindet? Und wer spricht das gerne an, obwohl gar nicht so genau klar ist, ob das Schiff überhaupt sinkt oder nicht vorher noch einen Hafen erreicht? Diese Unsicherheit erklärt aber nicht, wie maliziös sich Paare nach der Trennung ihrer Freunde als Überlebende feiern. Gewiss, das ist alles traurig und sehr schade. Aber dann ist auch sehr schnell dieses «Hätte man ja ahnen können». Es musste wohl so kommen – sie meinte immer und er hat ja nie … Das hat etwas von hämischer Erleichterung. Als wüsste man genau, was bei einem selbst momentan nicht zum Besten steht, und wäre einfach froh drum, dass die näherkommenden Einschläge nicht das Ende der eigenen Partnerschaft markieren, sondern stattdessen eine andere draufgeht. Schau her, wir leben noch.

Wissen Sie jetzt, wovon ich spreche? Fall ja, dann lesen Sie vielleicht die Überschrift auch neu. Alleinerziehende sind nicht etwa unser Dilemma, sondern wir sind ihres. Alleinerziehend zu sein bedeutet, unter ausgesprochen widrigen Bedingungen Verantwortung für eine Form von Familie zu übernehmen. Dass diese Familie legitim und erwünscht ist und unsere Wertschätzung sowie Unterstützung verdient hat, wäre doch ein guter Vorsatz für das neue Jahr. Und zwar nicht aus paternalistischer Grossmütigkeit (Hier Mutti, kauf dir und den Balgen mal was Anständiges!), sondern aus einem Verständnis heraus, wie vielfältig Familie ist und wie umfassend und lebensbestimmend die Verantwortung, die Alleinerziehende Tag für Tag übernehmen.

«Schlüsselkind», ein Song aus der Sicht eines Scheidungskindes, der kein Klischee auslässt – und gerade so die Problematik auf den Punkt bringt. Quelle: Youtube

Die Mutter packt ihre Koffer und haut ab: «Maman est chez le coiffeur», ein Familiendrama der Schweiz-Kanadierin Léa Pool, das sich mit der Auflösung und Identität von Familien befasst. Quelle: Youtube

pickert150x150*Nils Pickert lebt mit seiner Familie in Süddeutschland. Er hat eine monatliche Kolumne auf Standard.at, in der er sich mit den männlichen Seiten der weiblichen Emanzipation beschäftigt.

127 Kommentare zu «Das Alleinerziehenden-Dilemma»

  • Delfina sagt:

    Vielen Dank, Nils Pickert, für diesen Beitrag. Ich fühle mich verstanden und unterstützt.

  • Antonio sagt:

    Aber der Papa dieses Blogs hört sicher gerne Kuschel-Rock Musik. (Rosa Musik). Weniger gerne richtigen Rock wie à la „Guns N‘ Roses“ oder „The Who“.. Weil, Mann ist Mann – und Frau ist Frau. Und wenn beide genug (emotional) intelligent sind -funktioniert es immer Bestens!

  • Antonio sagt:

    Na ja, Papa ist dann mal weg – Zigaretten kaufen; und kehrte nie mehr zurück. Und noch schlimmer, er vergnügte sich nachher sicher – irgendwo in der Südsee gelandet – mit sehr attraktiven Insulanerinnen – à la Paul Gaugin. Bitte, biite – noch mehr solche Klischees!!!

  • Flo sagt:

    ein Papablog:
    und nicht mal zwei ganze Zeilen die die Sorgen/Nöte und Probleme der alleinerziehenden Väter beschreiben, aber wohlgefüllte 6 Zeilen über die armen Mütter – die nota bene meist die Ursache für eine Trennung sind!

  • alam sagt:

    Vielen Dank Nils Pickert für die andere Sichtweise auf die Alleinerziehenden.

  • Lia sagt:

    gibt es wirklich Menschen, die sich erheben, indem sie über andere urteilen? Die ihre Paarqualität an zerbrochenen Beziehungen anderer Menschen? Das sind keine Freunde.

  • semmelweiß sagt:

    In Zukunft braucht es gar keine Trennung mehr, um Alleinerziehend zu sein, das ist doch der Trend: Mutter werden OHNE lästigen Mann! Einfach Egg-Freezing und dann ab zur Samenbank, machen heute schon viele und in Zukunft werden es noch mehr sein, weil man es ihnen ermöglichst und auf dem Silbertablett serviert. Die klassische Familie gibt es schon lange nicht mehr, ist ein Auslaufmodell und wird sich bald erledigt haben, in Grossstädten leben heute schon 50% Singles, viele von denen haben zwar einen ausgeprägten Kinderwunsch aber KEINEN Familienwunsch. Guten Rutsch, auf die schöne neue Welt!

    • Widerspenstige sagt:

      Es war schon fast immer so, dass Mütter mit der Erziehung und dem Haushalt alleine klar kommen mussten. Ihre Männer bzw. Väter ihrer Kinder waren abwesend tagelang, wochenlang, jahrelang je nach sozialer Lage. Also für Mütter änderte sich in den letzten Jahrzehnten wenig bis gar nichts. Im Gegenteil. Sie gehen zusätzlich noch ausser Haus Lohnarbeit generieren u da wundert man sich, dass das zum Scheitern verurteilt ist diese Dreifachbelastung?! Grosses Augenreiben bei den Vätern seit Jahren u ja, jammern auf hohem Niveau. Es kann nur besser werden.

      Willkommen 2015! (eine starke 8!)

      • Reto Stadelman sagt:

        Na dann, geniessen wir zusammen die Einsamkeit. Auf das Gegeneinander! Auf das wir immer alle Fehler beim anderen Geschlecht erkennen und genau beschreiben können, mit dem Ziel sich gegenseitig vor den Kopf zu stossen. So funktioniert das 21. Jahrhundert. Gedrillt auf Bedürfnissbefriedigung auf einem absurden Niveau. Schon Kant wusste das Selbstbeschränkung die einzige Möglichkeit darstellt das Leben wirklich geniesen zu können.
        Aber ich weiche ab. Viel Spass im neuen Jahr. Es wird nicht besser als 2014. Wir entfernen uns nur noch mehr von den anderen Menschen…

      • Muttis Liebling sagt:

        Die Frauen hüten das Feuer und die Männer gehen auf Jagd. So begann das mal im Paläolithikum als der Mensch sich vom Naturgeschöpf zum sozialen Wesen wandelte. Das bekommt man so schnell nicht raus, schon gar nicht in einer Kultur, die ausser Traditionen nicht mehr viel zu bieten hat, sprich, die sich zunehmend von der Zukunft abkoppelt.
        Deshalb folge ich Herrn Stadelmann: Was immer uns an 2014 gestört hat, 2015 wird es schlimmer. Mehr Terror, mehr Wirtschaftskrieg, vielleicht ein realer Krieg in Europa und vor allem der weitere Verfall aller Werte.
        Trotzdem, Viel Spass Euch allen beim Fallen.

      • Widerspenstige sagt:

        Nein, falsch meine Worte interpretiert, Reto. Ich war immer für ein Miteinander der Geschlechter u weniger für ein Gegeneinander. Es ist eine Antwort auf den unglücklichen Text von semmelweiss, der Alleinerziehenden Müttern solches Ansinnen unterschiebt. Dabei sind das Ausnahmefälle mit diesen Samenbanken u werden es auch in Zukunft bleiben. Wieso nicht reflektieren über Fakten, dass zuviele Mütter eine Dreifachbelastung meistern müssen? Wieso nicht Väter mehr Verantwortung diesbezüglich zumuten, damit eine Entlastung stattfinden kann? Ist das zuviel verlangt, wenn Papa Staat sich weigert?!

      • Widerspenstige sagt:

        ML, genau das wollte ich nicht schreiben mit der Feuerstelle und der Jagd. Ist einfach zu weit zurück, aber anscheinend immer noch in den Köpfen drin. Dass es eine Stagnation geben wird überall ist nicht von der Hand zu weisen. Aber ein Krieg in Europa ist weniger wahrscheinlich als Neuverteilung der Machtverhältnisse einzelner Mitgliedstaaten. Du kannst doch hier im MB nicht mit der ganz grossen Kehle anrichten u den Teufel an die Wand malen! Es bleibt ein starkes Jahr, wie ich geschrieben habe mit der Symbolzahl 8 in der Quersumme. Wer das zu deuten weiss, fährt nicht schlecht…

      • Sportpapi sagt:

        @WS: Die Mütter, die wirklich eine Dreifachbelastung tragen MÜSSEN kommen hier viel zu selten zu Wort. Ausserdem geht es nicht um Einfach, doppelt oder dreifach, sondern um den Umfang. Und da glaubst doch auch du nicht, dass Frauen grundsätzlich mehr belastet sind, oder? Und für die Mütter änderte sich in den letzten Jahrzehnten nichts? Der steigende Wohlstand ist nicht bei ihnen angekommen? Die entlastenden Technologien? Die vielfältigen Betreuungsinstitutionen, die eine Berufstätigkeit ermöglichen? Die Wahlfreiheiten, die Frauen heute haben, und die der früheren Generation eher fehlte?

      • Sportpapi sagt:

        Und wer soll den Vätern mehr Verantwortung übertragen? Übertragen heisst ja, dass jemand Chef ist, und delegiert. Ist es nicht so, dass in Partnerschaften beide miteinander aushandeln, wer was macht, wer welche Verantwortung trägt? Und sind es nicht vor allem die Väter, die sich in den letzten Jahrzehnten bewegt haben, die sich engagieren zu Hause, die mit den Kindern spielen, mit ihnen turnen, usw. Während die Mütter erstaunlicherweise trotz aller Entlastung kaum mehr Erwerbsarbeit aufgenommen haben? Vielleicht solltes du dich mal mehr mit der Realität, statt mit Klischees befassen?

      • Sportpapi sagt:

        Zuletzt, immer wieder, Papa Staat weigert sich? Weigert sich, was zu tun? Papa Staat sind wir alle, und wir haben mehrfach entschieden, sehr viel für die Familien, sehr viel für die Vereinbarkeit von Familie und Arbeit zu tun, zumindest in den meisten Kantonen. Aber es gibt auch Grenzen. Viele Menschen finden offenbar, dass diese langsam erreicht sind. Also was soll PAPA Staat mehr tun?

    • susa sagt:

      Silbertablett? Sicher nicht! Es sind nämlich die MÄNNER, die keine Familie wollen, nicht die Frauen. Hören Sie also auf, über böse Frauen zu jammern, die Kinder ohne Vater wollen, das stimmt nämlich überhaupt nicht. Viele Frauen wurden aber von Männern dermassen hintergangen, für Jüngere verlassen, als Zeitvertreib benutzt, dass ihnen gar keine andere Wahl bleibt, wollen sie nochmals Mutter werden. Denken Sie im Ernst, ein Leben als Alleinerziehende sei ein Zuckerschlecken? Während mein Ex (der mich für eine 18jährige verliess) sich ein schönes Leben macht, muss ich aufs Sozialamt.

      • Mia sagt:

        @Susa. Jeder Frau muss bei der Zeugung von Kindern heute doch bewusst sein, dass sie mit fast 50%iger Chance alleinerziehend werden wird. Meistens ist es ja auch wirklich so, dass der Kinderwunsch vor allem bei den Frauen ausgeprägt ist und nicht bei den Männern. Ich kenne auch Fälle, wo die Frauen sich mit dem Geld vom Ex ein schönes Leben machen, während der Mann in einer 1 Zimmer Absteige haust. So oder so kein schöner Zustand. Was hindert sie daran arbeiten zu gehen? Auch mit Kind ist Teilzeitarbeit möglich.

  • lux sagt:

    @“spotpapi“: siehe Webseite des Bundesamtes für Statistik über die Armutsbetroffenen in der CH, etc.

  • tina sagt:

    möglicherweise liegt der hund da begraben, dass sich wohlhabende anwälte leisten können.
    bei normalverdienern kommt die normregelung zum zuge. da bleiben die getrenntlebenden finanziell etwa auf dem selben niveau, erwerbsgearbeitet haben auf dem level sowieso beide elternteile auch vor der trennung.
    je mehr materielles zum erstreiten vorhanden, desto mehr wird gestritten.

  • tina sagt:

    kann man sich vielleicht ein wenig respektvoller äussern? es gibt nicht wenige halbwaisen in meinem umfeld. die väter starben an hirntumoren oder plötzlichem herzstillstand. sehr tragisch. die frauen dieser männer sind nun auch alleinerziehend.
    ich weiss nicht, warum ich keinen einzigen vater kenne, dessen partnerin gestorben ist.

  • Felix Stern sagt:

    Und was einmal mehr vergessen geht: hinter jeder geschiedenen Mutter steht ein ausgenommener Zahlvater, der sie vergoldet. Das ist die Frechheit in unserem System. Würde unser System darauf aufbauen, dass geschiedene Mütter auch für sich sorgen müssten, dann hätten sie auch die Anerkennung und Unterstützung verdient, von der hier die Rede ist. In unserem Falle sind sie aber reine Profiteure zu Lasten der Zahlväter. Noch weiter verhätschelt brauchen die nicht werden.

    • tina sagt:

      hallo herr stern.ich duze die leute grundsätzlich, aber das ist mir in diesem fall zu wenig distanziert.
      ich habe unsere familie bereits in ungetrennter partnerschaft durchgefüttert, und ich kenne keine einzige getrenntlebende frau, die ihren lebensunterhalt und mindestens die hälfte des unterhalts der kinder nicht selber erwirtschaftet.

    • Felix Stern sagt:

      Hallo Tina, Sie scheinen nicht sehr viele getrennt lebende Frauen zu kennen. Ich kenne sehr viele Männer, die an die 80% ihres Lohnes abtreten, um die ex-Familie in ihrem gewohnten Lebensstandard zu finanzieren (ohne dass die Frau etwas finanziell zu diesem Lebensstandard beitragen würde) und selber bei den Eltern wieder einziehen mussten, weil eine eigene Existenz nicht möglich war. Sobald man von Kindern in der Mehrzahl spricht, ist so eine Verteilung des Einkommens in der Schweiz der Normalfall. Das ist eine Frechheit.

      • tina sagt:

        herr stern, man kann das leicht berechnen: selbst wenn dem mann nur 3000 bleiben würden und das gemäss ihrem beispiel 20% wären, müsste er ein monatseinkommen von 15’000 netto haben. ich kenne tatsächlich keinen einzigen mann mit so einem einkommen. und nun soll ich glauben, dass von einem monatseinkommen von netto 15000 der frau 12

      • tina sagt:

        ups.
        nun soll ich glauben, dass von einem monatlichen netto einkommen der frau 12 tausend zugesprochen werden, während dem erwerbstätigen nur 3000 bleiben? als norm. hör doch auf

  • Eduardo sagt:

    Sorry, aber was soll das Gejammer der Alleinerziehenden und ihre häufig so selbstgefällige Rolle als die grossen Leidenden? Am Anfang ihrer später gescheiterten Beziehungen stand ja immer erst mal das Maximum an Vergnügen, Lust, Glück und Befriedigung (ja, richtig, reden wir hier nicht drumherum: vor allem erotisch-sexuell). Wenn es am Ende anders aussieht (Missvergnügen, Unlust, Unglücklichsein, Frustration; wenn auch sehr stark abgemildert durch die beste und verlässlichste aller Beziehungen, nämlich die zu den eigenen Kindern), dann gleicht es sich halt wieder aus.

  • Widerspenstige sagt:

    Der letzte Absatz im Leitartikel ist mE einer der essentiellen des Alltagslebens. Wer diese Lebensphilosophie nicht beherzigen will oder kann, der wird ewig daran nagen. Ich bin inzwischen überzeugt, dass es die Mutigen unter den Beziehungsgestressten sind, die einen Schlussstrich ziehen und öffentlich für alle sichtbar dazu stehen. Die anderen schlängeln sich durch langjährige Beziehungen, die gar keine mehr sind, nur um den schönen Schein zu wahren. Das ist es auch nicht, was mit Beziehung gemeint ist u frisst Energien. Also zum Jahreswechsel eine pro/contra-Liste erstellen… 😉

    • Sportpapi sagt:

      @WS: Einfach einen Schlussstrich ziehen unter eine Beziehung, wenn da noch Kinder involviert sind, ist überhaupt nicht mutig. Es ist verantwortungslos. Eine Trennung in der Situation darf immer nur letzte Lösung sein.

    • Peter Steiner sagt:

      „Die anderen schlängeln sich durch langjährige Beziehungen, die gar keine mehr sind.“

      Wie wär’s mit Beziehungsarbeit ? Ja, richtig gelesen: Beziehungen bestehen zu einem grossen Teil aus Arbeit. Täglich neu und immer wieder. Nochmals: Sobald Kinder da sind, gibt’s ein Projekt von ein paar Jahren, das man durchziehen sollte.

    • Carolina sagt:

      Ganz klar nein, WS. Es erfordert sehr, sehr viel Mut und Kompromissbereitschaft, an einer bestehenden Beziehung zu arbeiten – wobei am Ende natürlich auch eine Trennung stehen kann. Idealerweise würden Menschen besser an ihren Erwartungen und den auf den anderen projizierten Hoffnungen arbeiten, als sich sofort zu trennen – und dann nämlich in aller Regel den Beziehungsmüll-Rucksack einfach in die nächste Beziehung mitzunehmen. Beziehungsstress ist Lebensstress und sich dem entziehen zu wollen, ist der völlig falsche Weg, der in der Regel wie ein Boomerang zurückkommt.

    • Widerspenstige sagt:

      Bitte genau lesen, was da steht: ich schreibe bewusst ‚den Beziehungsgestressten…‘ was impliziert, dass es sich nur um diese handelt in meinem Beitrag. Die sollen besser sich trennen dürfen – mit Absolution von Leuten wie Ihr oder irre ich mich? – als Kinder noch mehr mit Streitereien und wüsten Szenen einer Ehe zu belasten. Man kann sich ja etwas in die Tasche lügen und sich nicht mehr im Spiegel ansehen wollen, nur um heile-Welt zu spielen. Das geht natürlich auch, bis der Spiegel zerbricht…Beziehungsarbeit hat Grenzen, die sind hier angesprochen.

      • Sportpapi sagt:

        @WS: Erwachsene Menschen sollten es doch eigentlich auch ohne wüste Streitereien schaffen. Oder ist das für dich die einzige Alternative, die du zu ewiger Liebe siehst? Und nein, „Beziehungsgestresst“ ist man vielleicht noch schnell einmal, vorübergehend. Das ist noch lange kein Trennungsgrund.

      • Bernhard sagt:

        @SP: „Erwachsene Menschen sollten es doch eigentlich auch ohne wüste Streitereien schaffen.“
        Möchte man meinen, ja. Dummerweise gehören zu einer Konfliktlösung innerhalb der Partnerschaft immer zwei. Da genügt es leider schon, wenn die Hälfte eine andere Vorstellung von Konfliktmanagement hat. Und dann gibt es drei Möglichkeiten: – Sich dem Schicksal hingeben, schlucken und unglücklich weitermachen, obwohl es für einem definitiv nicht mehr stimmt (trotz grösster Bemühungen).
        – Weitermachen, bis Groll, Wut, u. Hass so gross geworden sind, dass etwas Gröberes passiert.
        – Sofortige Konsequenzen

      • Bernhard sagt:

        Ich vermag nicht zu beurteilen, welche Variante „die Beste“ ist. Ich glaube, dass es sie schlicht nicht gibt, wenn sich der eine Part verweigert! Und dann finde ich es ziemlich unfair, jemandem entgegenzuhalten, er oder sie hätte feige gehandelt, indem der einfachste Weg gewählt worden sei. Wie wenn die meisten Menschen, von denen eine Trennung ausgeht, vorgängig nichts unternommen hätten, um diese zu retten! Dieser Generalverdacht greift nicht! Natürlich gibt es sie, die „Schlussmacher, weil’s gerade etwas anstrengend wird“. Aber ist das die Regel? Gerade mit Kindern? Ich glaube nicht!

      • Sportpapi sagt:

        @Bernhard: Das ist richtig. Für den Fall, dass jemand die Trennung verlangt, weil der Partner/die Partnerin sämtliche Bemühungen der Beziehungspflege verweigert hat. Bei mir ist aber ein anderer Eindruck entstanden. Nämlich einfach zu gehen, wenn man von der Beziehung gestresst ist, diese anstrengend geworden ist. Und bei der WS habe ich den Eindruck aus Erfahrung, dass sie damit vor allem die Frauen meint. Und diese nehmen dann automatisch die Kinder mit. Dies ist ja meiner Meinung mit ein Grund, weshalb Männer sich nicht trennen- die Sorge, die Kinder zu verlieren.

      • Carolina sagt:

        Bernhard,, WS hat vor allem denen Mut attestiert, die eine Beziehung verlassen. Dem wollte ich entgegenhalten, dass diejenigen, die Beziehungspflege betreiben und versuchen, eine Beziehung zu retten (und das unterstelle ich den meisten, denn ich kenne nur sehr wenige Menschen, die leichtfertig einfach aufgeben), oft einen langen Schnauf brauchen und sehr viel Courage und Kompromissfähigkeit. Es gibt hier kein Entweder/Oder – jede Situation ist anders. Und mit lapidaren Statements, dass Beziehungen immer ‚kaputt‘ seien, nur weil sie von aussen betrachtet so aussehen, ist niemandem geholfen. Wir

      • Carolina sagt:

        /2 alle kennen wohl Beziehungen, die langweilig, gestresst und merkwürdig nach aussen wirken, aber auf irgendeiner Ebene zu funktionieren scheinen – diese Ebene kann für uns selber unmöglich sein, ist aber für andere Paare vielleicht eine Basis dafür zusammenzubleiben. Also einseitig Mut auf die Trennungswilligen zu verteilen, ist verfehlt.

      • mila sagt:

        Mir widerstrebt der Begriff der ‚Beziehungsarbeit‘ grundsätzlich, weil ich es nicht für zielführend halte, Beziehungen in ökonomische Begriffe zu fassen – mit einem derart ökonomisierten/rationalisierten (Optimierungs-)Denken kommt man u.U. vielleicht sogar früher zum Schluss, dass sich das ‚Investieren‘ in eine gestörte Beziehung nicht mehr lohnt. Da schwingt mir bei ‚Gärtchenpflege‘ doch etwas wesentliches Mehr mit: die Hingabe, die es braucht, um Beziehungen aufrecht zu erhalten.

        Ebenso denke ich, dass mit der ‚Gärtchenpflege‘ in der Regel zu spät begonnen wird: nämlich wenn das Unkraut /

      • mila sagt:

        bereits (heftig) wuchert. Oftmals geschieht dies aus falsch verstandener Rücksichtnahme, nur: wenn die rosa Wolken der ersten Verliebtheit/Liebe sich verziehen, lässt die Geduld nach. Der Faden reisst entsprechend schneller, gerade bei Details, die einen bis dahin (scheinbar) nicht gestört haben. Die sprichwörtliche Zahnpastatube, die nicht richtig ausgedrückt oder zugeschraubt wird, ist ein noch harmloses Beispiel dafür.

      • Widerspenstige sagt:

        Danke Bernhard, so habe ich es gemeint, jedoch Metapher mit dem zerbrochenen Spiegel genommen. Bei meinen Aussagen sehen Mitbloggende jeweils ein rotes Tuch bzw. verhädern sich wegen dem eigenen Scheuklappenblick (Sp). Nirgends habe ich davon etwas geschrieben, dass Familie an und für sich etwas Negatives darstelle. Nur die Definition davon (klassisches hollywoodmässiges Klischee von Frau, Mann, Kind, Haustier, Haus, Auto….) bemängle nicht nur ich u sollte eine moderne Gesellschaft mal unverklärter sehen. So über getrennte Menschen herzuziehen ist einfach gemein u kontraproduktiv!

      • Felix Stern sagt:

        @WS: Es ist mutig, den Vater finanziell zu ruinieren und sich auf die faule Haut zu legen? Auch nur bei den selbstgerechten Feministinnen. Denen sind ja die Kinder auch egal, da geht es nur um die Selbstherrlichkeit der abhauenden Mutter selbst. Naja, Sie zeigen hier die typische Hinterfotzigkeit der Feministinnen.

      • tina sagt:

        herr stern, üblicherweise sind männer, die sich so äussern, genau jene, die auf der faulen haut liegen und ihre ex frauen reissen sich den allerwertesten auf um die kinder grosszuziehen. kriegen sie sich mal wieder ein, es wirkt so trostlos hier, dieses geheule

      • Bernhard sagt:

        @Felix Stern: Haben Sie konkrete Zahlen zu Ihren immer wieder geäusserten Behauptung, geschiedene Frauen würden ihr Leben durch die Scheidung primär vergolden? Ich kenne eigentlich fast nur den umgekehrten Fall: Dass geschiedene Frauen am oder unter dem Existenzminimum leben. Ich denke, dass die Frau sehr wohl weiss, was sie ihren Kindern mit der Scheidung antut. Und da ist der Faktor Geld wohl zweitrangig. Im Einzelfall mag es natürlich „Gold-Diggerinnen“ geben. So, wie es Männer gibt, denen die Karriere wichtiger ist als das Kind/die Frau. Sind deswegen alle Männer so?

      • tina sagt:

        bernhard, um einen mann auszunehmen müsste man ja erstmal einen wohlhabenden haben.
        oft bewegt man sich ja in einem umfeld, das auf einigermassen dem selben einkommenslevel lebt wie man selber. wenn man reiche freunde hat, ist die wahrscheinlichkeit dass einer davon ausgenommen wird eben grösser.
        ebenso wie die wahrscheinlichkeit grösser ist, dass in deren wohnungen eingebrochen wird als in meine. kein mensch wird mir je meine uhr klauen wollen. in manchen dingen hat mans leichter, wenn man nicht so wohlhabend ist

      • Bernhard sagt:

        @F.S. deshalb würden mich konkrete Zahlen über die Einkommensverhältnisse nach der Scheidung sehr interessieren! Ich habe Sie an anderer Stelle schon mal gefragt: Was wäre denn die Lösung? Der Mann ist doch i.d.R. auch nicht bereit, auf 50% zu reduzieren. Sie schon? Ich kann Ihren Unmut und Frust sehr gut nachvollziehen. Richtig Verständnis dafür aufbringen kann ich aber erst, wenn ich weiss, dass Sie ALLES dafür getan haben (im Extremfall Jobwechsel), dass die Kinder 50:50 betreut werden könnten. Wenn das dann trotzdem nicht geklappt hat, bin zu 100% auf Ihrer Seite!!

      • Widerspenstige sagt:

        Felix, Sie verwechseln da etwas wesentliches: Feministinnen sind Macherinnen, die fragen nicht lange u liegen praktisch nie auf der faulen Haut. Das überlassen sie den TrittbrettfahrerInnen. Von denen wimmelt es hier wie überall. Also soviel Kenntnis des Feminismus sollte man schon noch mitbringen, wenn man hier so eine grosse Klappe darüber ständig hält, gell.

      • Sportpapi sagt:

        @WS: Feministinnen sind Macherinnen? Dabei wissen wir ja noch nicht einmal, was Feministinnen überhaupt sind.
        Ausserdem hast du recht, deine Aussagen wirken auf mich immer wider wie ein rotes Tuch. Das hängt aber wohl mehr an deinen Aussagen, als an meinem „Scheuklappenblick“. An übertriebenem Mutterkult (und der Sichtweise, Väter seien für Kinder nice to have), se xistischen Aussagen, faktenfernen Behauptungen. An einer politischen Ansicht (Papa Staat muss für uns alles regeln, darf aber gleichzeitig nirgendwo Vorgaben machen, sonst bin ich widerspenstig), die ich überhaupt nicht teilen mag

  • Lea sagt:

    Kinder alleine oder zuzweit zu erziehen, halte ich für eine momentane Unsitte, von der niemand profitiert. Den Kindern werden so wichtige Erfahrungen vorenthalten, die Eltern sind unnötig gestresst und Kriesen können kaum kompensiert werden.
    Wenn NachbarInnen, FreundInnen, Bekannte und Verwante von anfang an miteinbezogen werden, sollte selbst während grossen Kriesen (Tod, Krankheit, Trennung…) stets jemand für die Kinder Zeit haben.

  • Sandra sagt:

    auch als Alleinstehende ohne Kinder ist man bzw. frau ein Problem in der Gesellschaft. Die Familie wird immer noch verherrlicht in unserer ach so modernen Zeit.

    • Widerspenstige sagt:

      Sandra, das ist vorallem in der Schweiz noch so. Da dauert alles ein wenig länger als ausserhalb der unsichtbaren Grenzen. Welches kleine Land weltweit hängt noch an 26 verschiedenen Kantonen seine Glückseligkeiten? Welches Land wendet soviel Geld auf für 26 verschiedene Verwaltungen und deren Gemeinden? Wer kann sich so etwas überhaupt noch leisten, ohne dabei vor die Hunde zu gehen? Ja, es wird gespart an vielen Dingen u allen voran an Unterstützung für Familien u Alleinstehenden. Dort wird grosszügig mit dem Rotstift Leistung gestrichen, damit es für sämtliche Vierbeiner noch genug hat!

    • Widerspenstige sagt:

      Die klassische Familie als Vorzeigemodell wird nur ideell verherrlicht, Sandra.

      • Sportpapi sagt:

        Klar, WS. Nur ideell. Trotzdem träumen die meisten davon. Vor allem auch die Kinder…

      • Carolina sagt:

        Stimme Dir völlig zu, SP. Immer wieder wird versucht, den Menschen die ‚klassische Familie‘ (was immer das genau heisst, denn heutzutage ist ja auch unverheiratet, keine Kinder, ein Hund z.B. eine k.F.) auszureden und immer noch haben die allermeisten Menschen den dringenden Wunsch nach Familie bzw verbindlicher Beziehung. Und dass jetzt alles in der Schweiz, auf dieser Insel der Seligen, so schrecklich sein soll, hört sich nach ML an – was es nicht wahrer macht.

      • Widerspenstige sagt:

        Und jetzt? Es geht hier um Alleinerziehende, welche sich höchstwahrscheinlich ein glorifizierendes Familienidyll gewünscht und teilweise auch gelebt haben. Dann kam der Crash der Seifenblase und schwupp…..war der Traum geplatzt. Ihr zwei macht genau das, was Nils Pickert mit diesem tiefgründigen Artikel ansprechen wollte. Das hämische kommt irgendwie durch in Euren Zeilen, Carolina und Sportpapi. An was klammert Ihr Euch fest, wenn die Alleinerziehenden sich als gescheiterte Seelen definieren?! Ist Euch nicht klar, was Ihr mit solchen Sätzen unterstellt? 😯

      • Carolina sagt:

        WS: Ich definiere Alleinerziehende als ‚verlorene Seelen‘? Aber hallo! Bitte genau lesen, wie oben selber empfohlen!

      • Sportpapi sagt:

        @WS: Da ist gar nichts hämisch. Hier geht es einzig darum, Widerstand zu leisten gegenüber Leuten, die das Ideal der Familie schlechtreden. Ich frage dich noch einmal: Weshalb streben fast alle Menschen danach, eine (intakte, funktionerenden) Familie zu haben? Gerade wenn sie Kinder haben? Wenn jemand aber gerne alleine bleiben möchte, wie offenbar Sandra, ist da doch nichts einzuwenden. Noch einmal: Mit Kindern ist es aber anders. Da ist man nicht nur sich selbst gegenüber verantwortlich, sondern auch den Kindern.

      • Sportpapi sagt:

        Zum anderen, eigentlich nicht hier das Thema: Dass die Seifenblase platzt ist meist kein Naturereignis, zu dem man nichts beitragen kann. Erwachsene Menschen wählen ihre Partner aus, gehen eine Beziehung ein, übernehmen Verantwortung, z.B. für Kinder. Wenn eine Beziehung scheitert, sind die beiden Ex-Partner schon irgendwie in der Mitverantwortung, vielleicht einer mehr als der andere. Ratschläge, jährlich zu prüfen, ob die Beziehung noch befriedigt, oder ob es (jüngere, süssere) Alternativen gibt, halte ich – mit Blick auf die Kinder – für verantwortungslos.

      • Carolina sagt:

        Das widerum, SP, sehe ich jetzt ein wenig anders (wie Du weisst). Ich halte eine Art regelmässigen Check-up (das kann ja auch nur ein Abendessen sein) für eine gute Idee, um kurz aus dem meist stressigen Alltag aufzutauchen und den anderen mal reden zu lassen – ihm zuzuhören und auch seine Probleme, Meinungen und Anregungen für die Beziehung anzuhören. Allerdings halte ich den Jahreswechsel dafür für fatal! In dieser Zeit ist unsere Praxis voll mit Leuten, denen man raten muss, erst mal ein wenig Abstand von Familie und Beziehung zu finden nach einer intensiven Weihnachtszeit. Da sollte man

      • Carolina sagt:

        /2 keine unwiderruflichen Entscheidungen treffen!

      • mila sagt:

        @Carolina: Es ist eine Binsenwahrheit, dass insbesondere (aber nicht ausschliesslich) Männern solche Beziehungs-Check up-Gespräche widerstreben… Zumindest bis es (fast) schon zu spät dafür ist. Auch ist es nicht selten so, dass für einen Partner die Beziehung eigentlich ganz in Ordnung ist, während der andere Unverstandene (bzw. sich unverstanden Fühlende) sich bereits innerlich auf dem potentiellen Absprung vorbereitet. Erst wenn die Krise nicht mehr abzuwenden ist, sind dann beide zum Reden bereit. Wobei, manchmal ist es der unzufriedene Part zu diesem Zeitpunkt auch nicht mehr.

      • Sportpapi sagt:

        @Caro: Innehalten, die Situation überprüfen, gute Vorsätze zu fassen, Missstände zu bestimmen, die angepackt werden sollen, Wünsche herausschälen, die zu realiseren wären. All das ist, auch ausserhalb des Jahreswechsels, sicher immer wieder mal angebracht. Zeit investieren, um wieder einmal die eigenen Situation zu reflektieren. Allerdings ist der Rahmen für mich schon auch abgesteckt, solange ich Verpflichtungen habe, die ich nicht ohne weiteres abstreifen kann. Und ja auch nicht will..

      • Carolina sagt:

        Ich würde ganz sicher nicht regelmässigen ‚Beziehungsgesprächen‘ das Wort reden – das stimmt schon, dass bei (hauptsächlich) Männern der Fluchtreflex aktiviert wird, wenn sie den Satz hören ‚wir müssen reden‘;-), wofür ich ein gewisses Verständnis habe….
        Es reicht meistens völlig, auf einem einmal vereinbarten Termin/Kurzwochenende/Abendessen zu bestehen und dann sich auch wirklich auf den anderen zu konzentrieren, um die beiden zu synchronisieren. Was ja nicht bedeutet, dass dann alles wieder für xMonate toll ist – aber zumindest spürt man mal wieder, dass der andere ein Interesse an der

      • Carolina sagt:

        /2 Beziehung hat.

      • Sportpapi sagt:

        @mila: Beziehungs-check-up-Gespräche? Einmal im Monat nach Traktanden? Liegt nicht das Problem meist darin, dass viele gar nicht in der Lage sind, einmal deutsch und deutlich zu kommunizieren? Ich meine, wenn ich irgendwo ein Problem sehe, muss ich das doch bei passender Gelegenheit einmal zur Sprache bringen. Und auch deutlich machen, dass es mir wichtig ist.

  • lux sagt:

    Danke für Ihren ungewöhnlichen und schlauen Artikel, Herr Pickert.

    Ansonsten wünsche ich den anderen Kommentierenden die genauere Lektüre des Blogs von Nils Pickert, mehr Mut zu unangenehmen Wahrheiten und die Lektüre von Statistiken. (Und bitte jetzt keine Antworten, die mit „Ich glaube keiner Statikstik, die ich nicht selbst….“ beginnen).

    Und anderen Allein-Erziehenden viel Mut und viel Zeit, um auch Kommentare zu lesen und zu schreiben wie die Vielschreiber hier.

  • Manni Mann sagt:

    Seltsam wie sie ihre eigene Erlebniswelt generalisieren Herr P. Was sie hier schreiben ist einfach zu spezifisch.
    Herr P. – nein, es ist nicht so, dass wir verantwortlich sind, für das scheitern anderer. Ein grundlegender Irrtum.
    1. können wir uns irren: wir können meinen dass eine Beziehung nichts taugt und dann hält sie länger als alle anderen – und umgekehrt.

    • Manni Mann sagt:

      2. wohlmeinende Tipps von aussen, sind fast immer unnütz.
      a) weil wir meist nicht einmal die Hälfte aller Fakten kennen
      b) Unvernünftige Leute wollen und werden nicht hören, und werden uns dann noch die Schuld für ihr scheitern geben, WEIL wir etwas gesagt haben.
      c) wer wirklich ein Problem lösen WILL, der wird sich Hilfe suchen, der wird die Offenheit anzeigen, so dass es auch zu einem Gespräch kommt.

      Klar ist das alles etwas verdichtet ausgedrückt, aber das kommt der Realität weitaus näher, als ihre Gedanken

      • Steffi sagt:

        Ich halte mich selbst für ziemlich vernünftig und lebenserfahren genug, dass ich sehr wohl in der Lage bin, die Verantwortung für meine Kinder zu übernehmen. Aber Herr Pickert hat in einer Sache den Nagel auf den Kopf getroffen: Das Schwierigste am alleinerziehend sein ist der Umgang der Mitmenschen mit dieser Situation, sei es auf der behördlichen oder auf Arbeitgeberseite oder auch im privaten Umfeld wie im Freundeskreis, in der Schule oder im Kindergarten.

        Und es wird immer davon ausgegangen, dass bei 50:50 die Schuld am Scheitern der Beziehung haben oder die Frau (und so sind die Rollen

      • Steffi sagt:

        wieder klar verteilt) nicht genug Beziehungsarbeit investiert hat. Aber im Fall der klassischen Midlifecrisis greift das alles nicht. Da kannst du als Frau nichts gegen machen. Wenn der Mann meint, er möchte wieder 25 sein, dann ist da kein Halten mehr. Je mehr du an seine Verantwortung appellierst, desto mehr dreht er frei. Und er will dann auch kein Gespräch mehr. Und da bist du als Frau auch nicht gescheitert. Und wenn der Mann sich dann noch eine Mittzwanzigerfreundin sucht, die ein Leben mit Familie und Kindern einfach nur spießig findet, dann holt er sich dort seine Bestätigung.

      • Sportpapi sagt:

        @Steffi: Noch einmal: Es tut mir leid, was Ihnen und Ihren Kindern da passiert ist.Ich glaube aber nicht, dass man dafür nun Ihnen die Schuld gibt. Nach meiner Erfahrung wird vielmehr jeder Mann, der die Familie verlässt, als verantwortungslos bezeichnet. Unabhängig davon, was in der Beziehung gelaufen ist.

  • mila sagt:

    Ich kenne kein einziges Paar mit Kindern, dass sich leichtfertig getrennt hat. Das eine, dass sich getrennt hat, kümmert sich weiterhin zu zweit um die Kleinen, sie sind gut drei Tage in der Woche beim Vater – aber er hatte auch schon vor der Scheidung seinen Papitag, sie hat gearbeitet. So kommt man auch nicht in die Geldfalle.

    Hingegen kenne ich einige Paare, die nicht glücklich sind, aber trotzdem zusammen bleiben – auch ohne Kinder. Oft ist es übrigens der Mann, für den es eigentlich nicht mehr stimmt. Aber solange kein neuer Partner am Horizont anzeichnet, findet man sich ab.

    • mila sagt:

      Sorry, sich anzeichnet.

    • Sportpapi sagt:

      @mila: Sie glauben, die unzufriedenen Männer bleiben, bis sie eine neue Partnerin gefunden haben? Weshalb sollten sie das tun? Meinen Sie nicht, es hängt auch mit den Kindern zusammen?
      Ausserdem wundere ich mich, wie sie bei einigen Paaren merken, dass sie nicht glücklich sind – vor allem die Männer. Nur sie selber merken es nicht?

  • Bernhard sagt:

    Es ist ja nicht so, dass es eine Formel für die ewige Liebe geben würde, bei der keine Eigenleistung gefordert ist! Man kann also nicht sagen: „Aaah, die beiden haben 97 Matching-Pts. Deren Beziehung wird jetzt ganz sicher für immer halten und deshalb ist Familienplanung richtig! Während die beiden mit den 24 Punkten in 5 Monaten wieder getrennt sein werden…“. Man kann allerhöchstens bestimmte Grundvoraussetzungen definieren, die für einen erfolgreichen Start gegeben sein sollten. Aber selbst da gibt es Aha-Erlebnisse („Ich hätte nie gedacht, dass ich trotz … so glücklich sein könnte!“).

  • Stella3 sagt:

    Mich hat dieser Artikel sehr befremdet! So, also so denken gewisse Pärchen von ‚uns‘. hämische Erleichterung?Wow, krass! 1. fühle ich mich nicht als alleinerziehend, da der Vater gleichberechtigt miterzieht, wir sind immernoch eine Familie, nur wir als Paar gehen getrennte Wege(sogar die Ferien verbringen wir gemeinsam). Als wir noch ein Paar waren, war ich sehr traurig als ein befreundetes Päärchen sich getrennt hat! Nie hätte ich mich darüber erfreuen können, noch hämisch erleichtert sein, dass wir nicht so weit sind.

    • Stella3 sagt:

      2/ auch wenn ich merke, dass bei einem Paar kriselt kann ich keinerlei Häme empfinden.
      Man macht halt seinen Weg.@ Herr Steiner glauben Sie mir, so eine Trennung macht man nicht leichtfertig. Es bedeutet, weniger Zeit und Geld zu haben und bei manchen bricht ein Streit aus, als hätten sie sich nie geliebt. Aber manchmal ist es einfach auch besser für die ganze Familie. @ Joerg Hanspeter man kann im Leben vorausschauen aber nicht immer alles planen!

  • Sportpapi sagt:

    Mich stört ja eigentlich bereits der Begriff „Alleinerziehend“. Die meisten Kinder haben zwei Eltern. Und meistens sind beide Eltern auch bereit, sich mehr oder weniger an der Beziehung zu beteiligen.

    • Steffi sagt:

      Ja, Sportpapi, soweit die Theorie. In der Praxis trägt die Hauptlast der Verantwortung immer noch die Mutter, da die meisten Kinder bei der Mutter bleiben und die Väter sich häufig aus der Verantwortung herausziehen. Besonders wenn der Vater in einer neuen Partnerschaft ist.

      Der Vater meiner Kinder hatte dieses Jahr an keinem der Weihnachtsfeiertage Zeit für seine Kinder, weil er mit der Familie seiner Freundin feiern wollte. Und meine Kinder haben die Freundin erst einmal gesehen. Mal ganz abgesehen davon, dass ich keinen neuen Partner habe, wäre es umgekehrt wohl undenkbar.

    • Sportpapi sagt:

      @Steffi: Plädieren Sie dafür, dass Kinder vermehrt bei den Vätern bleiben sollten? Viele hätten da wohl nichts dagegen.
      Ihre persönliche Geschichte tut mir hingegen leid, vor allem für die Kinder. Das sollten sie so nicht erleben müssen.

  • Carolina sagt:

    Ich empfinde NP’s Text als widersprüchlich und vor allem völlig alltagsfremd – voller Betuptheiten, merkwürdiger U-Turns und (fast schon) Unterstellungen, die ich nicht ernst nehmen kann. Niemand, den ich kenne, reagiert mit Häme auf die Trennung von Freunden; wer auch nur den kleinsten Menschenverstand hat, wird sich hüten, sich in Beziehungen einzumischen, schon gar am Anfang – das ist Regel Nr 1 im sozialen Zusammenleben: Erfahrungen sind immer ureigenster Art, ein Aussensteher kann nie die komplette Innendynamik eines Paares erfassen, also hält man sich raus und ist einfach Freund! Das

    • Carolina sagt:

      /2 heisst ja nicht, dass man selber eine Trennung im engeren Kreis nicht vielleicht als Anstoss für das Ueberdenken der eigenen Beziehung nehmen könnte – was das allerdings mit ‚profitieren‘ zu tun hat, entgeht mir.

      • Bernhard sagt:

        @Carolina: „Man hält sich raus und ist einfach Freund!“

        Das gefällt mir sehr! Ich fühle mich bei den Menschen am wohlsten und am meisten geborgen, die mich einfach so nehmen, wie ich bin. Die meine Meinungen und Entscheidungen akzeptieren und mir nicht ihre aufdrücken wollen. Diskutieren darf man. Vorbehalte ansprechen für den Fall, dass ich vielleicht etwas übersehen haben könnte, ebenfalls. Habe ich mich aber für etwas entschieden, zählt in meinen Augen nur noch das Vorwärtsschauen und die Unterstützung. Kein permanentes Kopfschütteln und ewiges madig machen. Das hilft niemandem!

      • mila sagt:

        D’accord mit Ihnen beiden: Ungefragt gibt man keine (negative) Meinung zum Partner von Freunden ab. Was aber, wenn man – in der Regel im Krisenfall – explizit gefragt wird? Wenn man beide Beteiligten gut kennt und mag, möchte man mit keinem/r unsolidarisch sein. Aber gerade Dead-End-Beziehungen sind von aussen teils leichter zu erkennen als aus der Innensicht. Mit Dead-End meine ich: keine Entwicklungsmöglichkeit, wenn nicht einer der Partner (oder beide) massiv an sich arbeitet. Wir alle kennen die Charmeure, die im Freundeskreis immer das beste Bild abgeben, /

      • mila sagt:

        sich zuhause jedoch nicht die geringste Mühe geben und den anderen bei der kleinsten Gelegenheit anschnauzen, überfahren, runtersetzen. Oder die ewigen Nörgler, die beim Partner kein Haar gerade stehen lassen können – auch in Gesellschaft. Als (guter) Freund jahrelang um den heissen Brei zu reden kann hier nicht die richtige Lösung sein. Aber als guter Freund weiss man auch, dass die Dynamik gegenseitig bedingt ist, irgendwann einmal ihren Lauf genommen hat und nun unaufhaltsam erscheint. Wie das vermitteln? Die meisten wollen die (ganze) Wahrheit nicht hören, erwarten dann aber, /

      • mila sagt:

        sollte es irgendwann doch zur Trennung kommen, volle Unterstützung in ihrem nun vollends negativen Bild des Partners. Und oft wird auch genau das als ‚gute‘ Freundschaft bezeichnet, gerade (aber sicher nicht nur) unter Frauen. Aber ich halte dieses mit der Meinung hinter dem Berg zurückhaltende Schweigen, bis es zur Katastrophe kommt, und das nachträgliche Mitlästern für eine äusserst ungute Art von Freundschaft. Und könnte entsprechend auf solche Freundschaften gut verzichten (wenn ich sie hätte).

      • Bernhard sagt:

        @mila: Wenn ich in Beziehungsfragen um eine explizite Meinung gefragt werde, dann versuche ich, diese so zu äussern, dass nicht die Trennung das Resultat ist, sondern das Zusammenbleiben. „Sollen wir uns nicht gescheiter trennen?“ – „Wenn du bereit bist, mehr auf ihre Bedürfnisse einzugehen und die Familie etwas wichtiger nimmst als deine unzähligen Hobbies, dann NEIN!!“ Ich käme mir schäbig dabei vor, zu einer Trennung zu raten!! Die Folgen sind für mich als Aussenstehender erstens nicht absehbar und ich habe sie zweitens auch nicht zu tragen. Das wäre für mich zu billig!

      • Sportpapi sagt:

        „Und oft wird auch genau das als ‘gute’ Freundschaft bezeichnet, gerade (aber sicher nicht nur) unter Frauen.“ Das stimmt. Ungefragt seine Meinung bekannt geben ist aber wirklich gut zu überlegen. Wenn man gefragt wird, ist das aber ganz etwas anderes. Und noch schlimmer ist es, eine falsche Meinung zu äussern, nur um der Freundschaft willen (oder das Denken ganz auszuschalten, aus falsch verstandener Solidarität).

      • Carola sagt:

        Das Überdenken der eigenen Beziehung gehört mit zum Mutigsten, deshalb wird das so häufig nicht gemacht.

      • mila sagt:

        @Bernhard: Ich würde sogar noch weitergehen und jedwede Ratschläge bezüglich (Nicht-)Trennung rundweg ablehnen. Aber ehrlich gesagt hat mich auch noch nie jemand gefragt, ob sie/er sich trennen soll – vielmehr wollte man über (teils langjährig schwelende) Konflikte reden. Und in dem einen oder anderen Fall war ich dann der Meinung, dass eine Paartherapie angesagt wäre; insbesondere, wenn die Fronten bereits so verhärtet waren, dass ohne Mediation kein Kompromiss mehr gefunden werden konnte.

        Jedoch: die Hemmschwelle, zum Therapeuten zu gehen ist nach wie vor sehr hoch. Warum eigentlich?

      • mila sagt:

        @Carola: Beziehungsweise wird jedes (Über-)Denken so lange hinausgeschoben, wie man (frau) sich noch irgendwie durchwursteln kann. Ist dies nicht mehr möglich, haben sich die jeweiligen (Verhaltens-)Muster oft bereits schon so sehr verfestigt, dass man ihnen ohne Hilfe Dritter nur mehr schwer beikommt. „Du bist immer so ungehalten zu mir“, „Nie kann man es Dir recht machen“, „Du nimmst meine Bedürfnisse überhaupt nicht wahr“, „Gegenüber anderen zeigst Du immer Deine besten Seiten, mir gegenüber die schlecht(est)en“ etc.

        Dabei wird ausgeblendet, dass man es selbst verpasst hat, /

      • mila sagt:

        der nun empfundenen Rücksichtslosigkeit respektive Nörgelei des Partners des lieben Hausfriedens willen frühzeitig entgegenzuwirken. Wenn es sich jemand über längere Zeit angewöhnt hat, seinen eigentlich liebsten Menschen wie einen Fussabtreter für eigene Frustrationen zu behandeln, wird und kann er solches Verhalten nicht von heute auf morgen ablegen.

  • Susi sagt:

    Auf mich (und auf mein näheres Umfeld) treffen die im Artikel gemachten Aussagen in keiner Weise zu, ich kann nur sagen:

    Vor Alleinerziehenden habe ich den grössten Respekt!

    • Carolina sagt:

      Ich habe vor Alleinerziehenden (hoffe ich) ebenso viel oder wenig Respekt wie vor allen anderen …. diese künstliche Auseinanderdividierung halte ich für alltagsfremd und etwas an den Haaren herbeigezogen. Siehe unten.

      • Susi sagt:

        Für mich ist es schon so, dass die Lebenssituation einer Person auf meine Haltung ihr gegenüber einen Einfluss hat. Vielleicht ist „Respekt“ aber nicht das richtige Wort dafür

  • Susi sagt:

    Mir ist nicht ganz klar, Herr Pickert, worauf Sie in Ihrem Artikel insgesamt hinauswollen und wundere mich zudem etwas über Ihr negatives Menschenbild.

    Zum Abschnitt über die Paare im Freundeskreis, die nicht zusammenpassen: Wie sollte man hier denn vorgehen? Sagen: „Hey, bei euch läuft’s glaub auch nicht mehr so rund?“ Die Paare wissen selbst, wie es um sie steht, da muss (und sollte) man sich nicht einmischen, ausser die suchen das Gespräch von sich aus.

    • Susi sagt:

      Vor vielen Jahren war ich Trauzeugin bei einem Freund und sagte ihm vor der Hochzeit, ich hätte das Gefühl, dass er die Braut gar nicht liebe. Er bestätigte das zwar, wollte aber die Sache nach einigem hin und her doch „durchziehen“. Meines Wissens sind die beiden noch immer zusammen und haben Kinder. Heute wäre ich viel zurückhaltender; eine solche Einmischung macht m.E. etwas an der (ev. nicht mal so schlechten) Beziehung kaputt, weil ich dann sozusagen Mitwisserin war.

      • Bernhard sagt:

        @Susi: Ich sehe das gleich wie Sie! Will ich denn wirklich über das Leben eines anderen bestimmen, indem ich ihn/sie auf eine eventuelle Fehlentscheidung hinweise? Als Freund unterstütze ich die Person. Egal, ob ich persönlich dahinter stehe oder nicht. Denn sonst wird es einen Graben zwischen uns geben. Das habe ich schon einmal erlebt und möchte es nicht nochmal! Das Gleiche gilt m.M.n. auch für die eigenen Kinder bei ihrer Partnerwahl! Es gibt nichts Destruktiveres, als den Liebespartner schlecht zu machen. Mögen die Gründe dafür noch so plausibel sein! Es entfremdet nur!!

      • Susi sagt:

        „Es gibt nichts Destruktiveres, als den Liebespartner schlecht zu machen.“

        Das trifft den Nagel auf den Kopf.

  • Peter Steiner sagt:

    Ausnahmen ausgenommen wird heute zu schnell und leichtfertig geschieden. Eine Familie ist ein Projekt von mindestens 14 Jahren ohne leichtfertige Ausstiegsmöglichkeit. Und das versucht man durchzuziehen. Wie gesagt, Ausnahmen ausgenommen.

    • Joerg Hanspeter sagt:

      Und wie bei einem Projekt, sollte man einen Plan haben, wie das Ganze zu bewältigen ist und zwar möglichst früh. Ich habe das Gefühl, dass viele einfach mal anfangen, mit dem Projekt Familie, ohne einen Plan, wie es mit Ausbildung, Beruf, Finanzen weitergehen soll. Wenn man die Situation von Alleinerziehenden analysiert, wird man feststellen, dass in vielen Fällen ein hohes Mass an Selbstverschulden der Grund für die wirtschaftlich schlechten Verhältnisse ist. Ja, ich weiss, Geld ist nicht alles, aber eine stabile wirtschaftliche Basis macht vieles einfacher.

      • Sportpapi sagt:

        @Joerg Hanspeter: Hier bin ich eher nicht einverstanden. Die meisten Paare warten heute ja mit dem Kinder kriegen bis fast zum letzten Moment. Vielfach wird doch geplant, gewartet, überlegt und gewichtet – und manchmal auch gespart (wenn da nicht noch die x-te Weltreise dazwischen kommt). Und gerade diese hohen Ansprüche an die Beziehung sind letztlich doch häufig mit ein Grund, dass diese scheitern. Finanzielle Probleme könnte man häufig noch lösen, wenn man miteinander kooperieren würde.

      • Joerg Hanspeter sagt:

        @Sportpapi: Mit dem „warten auf den letzten Moment“ gebe ich Ihnen recht! Trotzdem habe ich häufig das Gefühl, dass deswegen nicht besser geplant wird, im Gegenteil, man schiebt einfach die Entscheidung auf. Man wartet so lange, bis einem einfach nur noch die Entscheidung bleibt, entweder mit dem aktuellen, mässig geeigneten Partner, eine Familie gründen, oder gar nicht mehr.

    • @Peter Steiner

      In meiner Denkwelt sind die einzigen Ausnahmen: Alkoholismus, fortgesetzte schwere körperliche Gewalt und sehr lange Gefängnsiaufenthalte. Mit allem anderen sollte man sich zu arrangieren suchen.

  • Sportpapi sagt:

    Und nein, ich finde eigentlich auch nicht, dass man Alleinerziehende und ihre Ex-Partner einfach pauschal aus jeglicher Mit-Verantwortung entlassen kann, nur weil es irgendwie nicht mehr angesagt ist, das zu hinterfragen. Dabei geht es nicht um den Einzelfall. Aber ja, es gibt zu viele Trennungen, zu viele Fälle auch, die sich anschliessend nicht mehr selbstständig – gemeinsam! – ausreichend finanzieren können. Und da sind in erster Linie einmal die Ex-Partner gegenseitig in der Verantwortung, und nicht die unbeteiligte Gesellschaft.

  • Sportpapi sagt:

    Soso, ich profitiere also von Alleinerziehenden? Komischer Gedanke.Da helfen alle Erklärungen nicht weite. Nein, ich fühle mich nicht besser, wir sehen unsere Beziehung nicht in einem anderen Licht, nur weil andere sich trennen/scheitern. Und nein, ich bin nicht der Meinung, anderen zu erklären, dass ich ihre Beziehung zum scheitern verurteilt sehe. Wie komme ich denn dazu?

  • Muttis Liebling sagt:

    Ein einziges Statement nicht teilbarer sozialer Fehleinstellungen. Probleme behandelt man auf der Ebene, auf welcher die entstanden sind und existieren, nicht eine Etage tiefer. Weder bemüht man sich individuell um einen sozialen Missstand, noch begreift man private Spendensammelorganisationen als Notwendigkeit. Nur als Fremdkörper im Sozialen.

    Politisch und sozial engagierte Menschen lehnen jeden privaten Einsatz für Sozialität und Politik ab. Sie agieren als Teil der Gesellschaft auf der jeweiligen Ebene, ohne als Person zu wirken. Zentral statt peripher, grundsätzlich, statt im Detail.

    • Entweder erzieht eine Mutter oder sie ist allein. Entweder oder. Sie muss sich entscheiden.

      ***Alleinerziehend*** ist nichts als Schönsprech für eine ganz bestimmte Kategorie von Verlierern, die von der Sozialhilfe abhängig wurden, nachdem sie sich mit dem Vater ihrer Kinder verkracht hatten.

      Ah ja, umgekehrt auch. Das sind dann die Bezahlväter, die in einer Dachmansarde hausen und 80% ihres 6000Franken Lohnes als Alimente abdrücken. Sie sind auch alleine und erziehen nicht. Sie sind die ganz grossen Verlierer, weil sie nicht einmal auf die Fürsorge können. Sie sind schliesslich die bösen.

      • Carolina sagt:

        Meine Güte, Brechbühl, lesen Sie eigentlich mal, was Sie da so schreibseln? Ist Ihnen als Superakademiker schon mal aufgefallen, dass es nicht von überragender Intelligenz zeugt, über alles und jedes festzementierte und unverrückbare Urteile zu haben (Meinungen zählen ja nicht, wie Sie uns darlegten) und immer noch mit einem Unterton von ‚früher-war-alles-besser‘ und leicht verbittertem Unterton zu garnieren?

      • Caroline sagt:

        Aber, aber, Herr brechbühl! arbeiten sie an ihren antiquierten Vorstellungen! Nicht wenige Alleinerziehende sind weder von Sozialhilfe noch von ihn ungeheizten Mansarden darbenden exmännern abhängig. Eine Freundin hatte sogar alimentenbevorschussung abgelehnt, weil sie sich nicht mit dem sozialamtsschimmel abgeben mochte, sie vertraute auf ihre Kreativität und ihren pep, heute ist sie eine erfolgreiche Geschäftsfrau – zur Verbitterung ihres Ex-Mannes, der mit neuer „Familie“ und drei weiteren Blagen inkl. Hausfrau tüchtig anschaffen muss und kaum vom Fleck kommt.

      • @Caroline

        Ich möchte gerne wissen, ob diese erfolgreiche Geschäftsfrau die Kosten tatsächlich übernimmt, oder an allen Ecken und Enden den Steuerzahlern zur Last fällt. Es gibt alle möglichen politischen Tricks, alleinstehenden Müttern Kosten und Lasten abzunehmen und so zu tun, als wären sie nicht vom Staat abhängig.

      • @Carolina

        Früher war nicht besser, aber hat man sich mit dem zufrieden mit was man hatte, nicht ständig die anderen aufgerufen, zu rennen und einem den Dreck wegzuräumen.

        Man nennt das nicht „festzementierte Urteile“ sondern „Werte“ und „gesellschaftliche Normen“. Habe ich gesagt, Meinungen täten nicht zählen? Meinung haben darf jeder, nur ist das bedeutungslos ob der Fakten.

        Fakten: a) Familien missbrauchen den Staat als Vollkasko b) unser sogenannter Wohlstand ist ein Trugbild, weil er auf der Billigstarbeit von chinesischen Massenarbeitern fusst und diese stellen neuerdings Ansprüche.

      • Carolina sagt:

        Q.e.d.

      • caroline sagt:

        @Brechbühl: Da der Exmann (ein Arzt!) es fertig brachte, sich arm zu rechnen und deshalb für die Alimente nicht belangt werden konnte, erhielt die Freundin die Kinderzulagen, die mW auch von „intakten“ Familien gerne genommen werden. Bei den Steuern hatte sie keine anderen Vergünstigen als jene, die Nicht-Alleinerziehenden-Familien auch zustehen. Hätte sie – sozusagen zur Strafe für Intelligenz und Mut auch noch auf die Hilfen verzichten sollen, die allen zustehen? Viele Kinder von Alleinerziehenden scheinen mir smarter und selbstständiger als verwöhnte und überbehütete Mami-Papi-Kids.

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