Achtung, Kinder im Netz!

Ein Gastbeitrag von Martin Hermida*

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Gerade bei jüngeren Kindern sollten die Inhalte beschränkt werden: Drei Mädchen, die sich in den Ferien mit dem Smartphone und dem iPad beschäftigen. Foto: iStock

Die Welt von Kindern verändert sich entscheidend, wenn sie ein internetfähiges Gerät bekommen. Sie können Websites zu jedem erdenklichen Thema besuchen, das gesamte Wissen der Menschheit auf Wikipedia abrufen, online Programme zum Spielen oder Kreativsein nutzen und auf Foren, Blogs und in Chats zu allen möglichen Themen mitreden.

Im Internet gibt es kaum Beschränkungen. Alterskontrollen können mit einem Klick umgangen werden, Videoportale stellen alle möglichen Filme zur Verfügung und durch Web-TV können Kinder auch am Nachmittag die Filme des Spätprogramms schauen. Darüber hinaus können sie mit Menschen in Kontakt treten, die mit ihrem Offline-Leben gar nichts zu tun haben. Unsere Untersuchungen zeigen, dass Kinder bereits ab 10 Jahren beginnen, sich mit fremden Personen im Internet zu unterhalten.

Was also soll man als Eltern tun? Bei jüngeren Kindern ist es sinnvoll, eine Auswahl an Internetseiten zu treffen, die das Kind besuchen darf. Bei Smartphones und Tablets können zudem einzelne Funktionen, wie In-App-Käufe, das Herunterladen bestimmter Inhalte oder die Kamera, gesperrt werden (Links für iOS-Geräte und für Android). Dennoch sollten Eltern auch jüngere Kinder darauf hinweisen, dass man nie mit letzter Sicherheit weiss, wer sich hinter einem Online-Kontakt verbirgt.

Bei Jugendlichen von 15 oder 16 Jahren bringen Verbote weniger, doch wie bei jedem Schritt in die Selbständigkeit lohnt es sich, die neu gewonnene Freiheit mit den Jugendlichen zu besprechen. Gerade wenn es ums Internet geht, lassen sich viele Eltern vom technischen Wissen ihrer Kinder entmutigen. Doch das ist falsch, Eltern können bei wichtigen Aspekten des Internets sehr wohl mitreden. Für ein Gespräch eignen sich diese Fragen, die sich Jugendliche kaum von selbst stellen:

  • Wer steckt hinter den eigenen Lieblings-Internetseiten? Ein Einzelner? Ein Konzern?
  • Warum ist eine bestimmte Seite im Internet? Als Geschenk an die Nutzer? Oder muss sie dem Besitzer Geld einbringen? Wie bringt sie dem Besitzer Geld ein?
  • Mit wem hat man dank des Smartphones mehr Kontakt? Mit wem weniger?
  • Was gefällt einem an Facebook und Whatsapp? Und was stresst?
  • Was wäre mühsam, wenn man einen Tag kein Internet hätte? Was würde man in dieser Zeit machen? Gäbe es auch angenehme Seiten eines Offline-Tages?
  • Was ist das lustigste eigene Erlebnis im Zusammenhang mit dem Internet? Und was das schlimmste?

Unabhängig vom Alter ist es wichtig, Kindern zu erklären, dass sie sich bei unangenehmen Erlebnissen immer an die Eltern wenden können. Das tönt trivial, aber unsere Forschung zeigt, dass über die Hälfte der Eltern nichts von den schlechten Internet-Erfahrungen ihrer Kinder weiss (Lesen Sie dazu das Interview im Mamablog: Internet-Bekanntschaften: «Eltern wähnen sich in falscher Sicherheit»). Kinder beschäftigen dabei auch Dinge, die wir nicht unmittelbar mit dem Internet verknüpfen. Wenn sie in sozialen Netzwerken oder auf Nachrichtenportalen Bilder aus Kriegsgebieten sehen, zum Beispiel. Oder etwas über einen angeblichen Weltuntergang lesen.

Herminada_Martin_150* Martin Hermida arbeitet am Institut für Publizistikwissenschaft und Medienforschung der Universität Zürich (IPMZ). Er forscht und lehrt zum Einfluss neuer Medien auf die Gesellschaft. www.eukidsonline.ch

159 Kommentare zu «Achtung, Kinder im Netz!»

  • Flo sagt:

    spätestens seit dem letzten TATORT muss jedem klar sein wie gefährlich das Netz ist und wie hilflos Eltern da sind!

  • Christian Duerig sagt:

    Durften sich Ihre Keiner auch an einem aussergewöhnlichen Essen erfreuen ?
    „Small Plates / New York Times“ auf You Tube könnte Sie inspirieren, etwas Ähnliches mit Ihren Lieben zu unternehmen. Schauen Sie vorbei und nehen Sie an der Lebensfreude dieser 6 Zweitklässler teil.
    Ich behalte diese Schüler in Erinnerung, besonders der letzt Satz hat es mir angetan: „They are fired !“

  • Christian Duerig sagt:

    Sobald Ihre Kinder englisch verstehen, zeigen Sie ihnen „Connections“ von James Burke.
    Seine Geschichtsdarstellung ist so interessant, witzig, intrigenreich und … , dass Sie selber in tiefes Nachdenken versinken können. Hier können neugierige Kinder die Welt entdecken. Mit Google Earth können sie die Orte aufsuchen, von welche James Burke berichtet. Google mit Wikipedia hilft Ihnen das Erlebte zu ergänzen.
    Für mich war James Burke nur eine Bereicherung, die ich jedem Mitmenschen empfehlen kann.
    Happy New Year !
    I hope, that will will not have a black out.

  • Christian Duerig sagt:

    @ Jürg Brechbühl
    Sobald Sie natürliche Zahlen ansprechen, brauchen Sie Prädikatenlogik.
    Mit dem Extensionsaxiom und dem Unendlichkeitsaxiom sichern Sie die Existenz dieser unendlichen Menge. Wenn Sie sich hier ausdrücken, benutzen Sie immer wieder die Prädikatenlogik.
    HINWEIS:
    Studieren Sie die Formale Logik mit Prof. Dr. Paul Hoyningen-Huene von der Leibniz Universität. Sie finden diese 12-teilige Vorlesung auf You Tube. Haben Sie viel Geduld mit den philosophischen Ausschweifungen, denn … am Schluss werden Sie viel mehr wissen.
    Ich langweilte mich fast zu Tode und trotzdem empfehle Hornigen

    • Womit wir endgültig angekommen wären bei: Wie nutzen Erwachsene das Internet sinnvoll (oder auch grossgewordene Kinder).

      • Christian Duerig sagt:

        Ich bin ein grosser Google Fan. Dank meiner Intelligenz kann ich nur davon profitieren.
        Eignen Sie sich rechtzeitig die Formale Logik an und … ab geht die Post.
        Meinungen interessieren mich nicht. Ich stütze mich auf naturwissenschaftliches Wissen, das ich selber nachvollziehen kann. Ab und zu helfe ich angehenden Maturanden über die Runden zu kommen. Happy New Year !

  • Christian Duerig sagt:

    @ Jürg Brechbühl
    Die Videos finden Sie unter „LERNEN MIT FREUDE“.

  • Christian Duerig sagt:

    @ Jürg Brechbühl
    Auf You Tube habe ich mehrere Kurzvideos zur Chemie (Elektronenkonfigurationenen, Lewis-Schreibweise, …) hochgeladen.
    Schauen Sie vorbei und lernen, was Sie lernen können. Es ist sehr einfach !
    Ich kenne sämtliche Elemente mit Ordnungszahl, Elektronenkonfigurationen und und und..
    Mit „How To Develop A Super Power Memory“ von Harry Lorayne ( kostenlose PDF im Internet, Buch bei Amazon), weiss ich so viel, dass … ich nur Lebensfreude versprühe. Mit 70 Jahren renne ich noch immer mit den Fishermens Strongmen. In Engelberg 2014 war ich der älteste Teilnehmer. Was tun Sie ?

    • @Christian Duerig

      Ich werde mir Ihre Videos anschauen. Aber vorher ist bei mir noch ein Spaziergang im Schnee notwendig und dann soll ich mich wieder einmal hinter die Epigenetik klemmen.
      Was ich tue?
      a) So gut wie möglich wieder gesund werden nach einem Autounfall vor vielen Jahren, bei dem ich eine Hirnverletzung erlitt und übel beieinander war.
      b) Mein vor dem Unfall angefangenes Biologiestudium (Vegetations- und Pflanzenökologie) wiederaufnehmen und beenden.
      c) Dafür sorgen, dass die Uni Bern ihr Studenten ernst nimmt und ordentlich ausbildet, Behinderte nicht mehr diskriminiert

    • Susi sagt:

      Herr Duerig, jetzt hab ich aus reiner Neugierde in ihre Chemie-Videos geschaut, und da fiel es mir wie Schuppen von den Augen: ahaaaaaaa, ENDLICH verstehe ich das Periodensystem! Sie schaffen das, was meine Chemielehrer in 4 Jahren nicht hingebracht haben doch tatsächlich in wenigen Minuten!!! Und vielleicht kann ich jetzt sogar meinem Mann im Quiz Duell endlich mal die Stirn bieten!!! JUCHEEE!

      • Christian Duerig sagt:

        @ Susi
        Wollen Sie noch mehr Wissen ?
        Ich zeige Ihnen, wie Sie das PSE auswendig lernen, wie Sie sämtliche Unregelmässigkeiten in den Elektrokonfigurationen hinkriegen, wie Sie sich bei Professor Marin Polyakoff at Nottingham bewerben können, ein Chemiestudium in Angriff zu nehmen.
        Zu den Chemie Videos: Ich erstellte diese für eine Tertianerin, die sich mit Chemie auseinandersetzen muss. Das ist der Grund, weshalb die Sprache eine sehr einfache ist. Mit diesem Aufbauprinzip, weiss Sie mehr als die Lehrer, die die Maturafragen stellen.

        Nach der Lewis-Schreibweise

      • @Christian Dürig
        Danke für die Hinweise auf Internet-Lehrvideos.

        Das mit dem Periodensystem muss ich dann leider überspringen, weil ich das vor schon sehr langer Zeit lernen musste. Ihre Sorgfalt bei den Chemievideos wäre es Wert, wenn Sie mehr Zuschauer bekämen.

  • Christian Duerig sagt:

    ACHTUNG KINDER IM NETZ
    Dieser Titel unterstellt, dass das Internet ein Netz zum Fischen, Fangen, … ist.
    Dass es Rettungsnetze, Beziehungsnetze, Sozialnetze, …. gibt, die Hilfe anbieten, wird ausgeblendet.

    Lernen Sie mit dem Internet umzugehen. Das langweilige Buchlesen, Buchstabieren, Buchdurchackern, …. wird effizienter angegangen. Videovorlesungen von den besten Professoren stehen Ihnen zur Verfügung, falls Sie englisch sprechen und verstehen können. The Great Courses sind wirklich hervorragend. Es gibt Professoren, die dies verneinen, denn Sie sorgen sich um Ihren eigenen Broterwerb.

    • Stranger sagt:

      Nur ist man weitgehend auf sich selbst gestellt bei der Auswahl. Auch von MIT-Leuten ist sicher Mindertolles im Netz.

    • @Christian Duerig

      Woher nehmen die jungen Leute die kritische Fähigkeit, zu unterscheiden, welche der online Kurse für sie lehrreich sind und welche nicht. Wie wollen sie erkennen, wann man sich halt durch schwieriges durchbeissen muss und wann es schlicht Seich ist, den man abstellen muss. Wie wollen sie den Kontext erkennen, in welchem Zusammenhang das online gebotene Wissen wirksam und nötig ist?

      Solche Medienkompetenz setzt zuerst eine Kompetenz im Lernen, im Gespräch, Lesen, Zuhören voraus. Damit, dass man fünf und sechsjährige mit affigen Bildschirmchen ausstattet ist es nicht gemacht.

      • Stranger sagt:

        Stimmt, aber es braucht noch mehr als diese Kompetenzen. Andere Leute, und zwar gescheite Leute und nicht nur solche, die sich dafür halten, müssen vorselektieren.

      • @stranger
        Seltsamerweise habe ich nie viel von Selektion gehalten. Für mich war Intelligenz immer etwas universell menschliches.

        Allerdings wurde ich durch Beobachtungen an Mitschülern in der ganzen Schulzeit schon auch darauf aufmerksam, dass es andere gibt, die weniger intelligent sind als ich selber. Mich hat das immer gewundert und ich versuchte es mir vorzustellen, dass so etwas vorkommt.

        Wer also soll selektieren, bzw. unterscheiden, wer wofür begabt ist? Die Professoren an der Uni sind ja nicht immer die hellsten Lichter, obschon unsere Unis sich gerne in elitärem Dünkel sonnen.

    • Christian Duerig sagt:

      @ Jürg Brechbühl
      Weshalb haben wir noch keine Diagnosetests im Internet ! Wo sind die lückenlosen Lehrgänge bis zur Matur ? Wie kann der interessierte Schüler seinen Standpunkt bestimmen ? ANTWORT: Nur in der Schule.
      Das ist eine sehr grosse Verschwendung von Interesse, das brachliegt, Neues lernen zu wollen. Ich weiss noch gut, wie ich mich gelangweilt habe.
      Welcher Lehrer kann Aussagenlogik unterrichten ? Welcher Lehrer versteht die Prädikatenlogik ? Wer führt weiter ?
      Das Internet muss endlich in die Schule eingeführt werden. Die Lehrer müssen die Ärmel hochkrempeln. Der Zug steht bereit ..

      • @Christian Dürig
        1) Ja, ich habe mich die ganze Schulzeit hindurch bis zur Matur mörderisch gelangweilt. Es war eine Folter und verstösst gegen die Menschenrechtskonvention, wenn man das einem Kind und einem Jugendlichen antut!

        2) Ich merke bei meinen jungen Studienkollegen, dass ihnen das Studium der Aussagenlogik helfen täte, Suchmaschinen einigermassen brauchbar zu bedienen. Allerdings ist für diesen Gebrauch kaum ein Lehrer notwendig, sondern ein zweitägiges Selbststudium.

        3) Warum sollte man im Gymnasium Prädikatenlogik unterrichten. Ich sehe den Zweck nicht. (Ich studiere Biologie.)

      • Stranger sagt:

        Also, wir hatten Logik schon in der Kanti. Genug. Nicht so viel wie es gibt, aber mehr als nichts.

        Meine Tochter ist jetzt in der Kanti endlich anständig gefordert. Simpel ist es nicht. Schwierig aber auch nicht, einfach viel zu tun.

      • Christian Duerig sagt:

        @ Strange
        Auf You Tube können Sie Professor Christian Spannagel in die Aussagenlogik und Prädikatenlogik folgen. Sie werden schnell feststellen können, wie langweilig und verunsichert und …. sich Professor Spannagel präsentiert. Ich rate Ihnen, Prof. Dr. Paul Hoyningen-Huene in die Formale Logik zu folgen und eine Auge zuzudrücken, wenn er sich in philosophischen Ausschweifungen begibt. Halten Sie durch (zirka 30 Stunden !!!) und vieles wird Ihnen klarer erscheinen.
        Glücklicherweise geschieht der Einstieg via Mathe viel eleganter. Der dtv-Atlas Mathematik hilft Ihnen mit ein paar Seiten !

  • @stranger,

    Wenn ich die jungen in Bern frage, warum sie sich nicht wheren höre ich, dass sie ob dem extremen Leistungsdruck gar keine Zeit dafür haben. Das Bolognasystem wird von ihnen sofort genannt. In Bern wurde das Studium zum Teil in kleinste Einheiten aufgeteilt, die alle für sich in Prüfungen abgeschlossen werden müssen.

    In Bern ist das Bolognasystem mit all diesen Kontrollen das Machtinstruument der Professoren. Sie selber machen es sich bequem und schauen, dass sie mit möglichst wenig Eigenleistung möglichst viel ECTS verteilen können.

    • /2
      @stranger
      Für mich gehört das Bolognasystem zu dem manipulativen, entfremdeten, das heute schon 6-jährige am Handy einüben.

      Man verwaltet den eigenen Lernfortschritt anhand von ECTS-Kredit-Konten online am Bildschirm und denkt nicht mehr über das eigene Wissen und Können nach.

      Spätestens die Arbeitgeber merken dann, dass die Absolventen von der Uni Bern unbrauchbar sind. Wenn man in den Zeitungskommentaren nachschaut, so haben Akademiker von der Uni im Publikum einen extrem schlechten Ruf.

    • /3
      @stranger
      An der ETH habe ich noch nicht gezielt gefragt, warum sich die Studenten nicht wehren.

      Über das Bolognasystem hörte ich dort, dass es undurchschaubar und nicht konsequent gehandhabt wird. Je nach Lehrveranstaltung müsse man dreimal soviel leisten für gleichviel ECTS. Darum sei das Bolognasystem bei den ETH Studenten unbeliebt.

      Von mir aus gesehen:
      Das würde dazu passen, dass ETH Studenten darauf trainiert werden, als Ingenieure zu funktionieren und immer zuerst nachzurechnen, bevor sie ihr Handeln planen. So bietet das Bolognasystem keine Entscheidugnsgrundlage für sie.

      • tina sagt:

        auf jeden fall werden 6jährige bereits in systeme gepresst. sie müssen täglich ein kärtchen auf den tisch stellen, wie ihre gemütsverfassung ist. sie lernen früh, dass neutral am besten ist, dann werden keine komischen fragen gestellt.

      • Stranger sagt:

        ECTS regt mich enorm auf. Wenn immer ein Mitstudi fragt, wieviele ECTS-Punkte denn irgenwdas gebe, dann verliere ich etwas die Hoffnung. Die Studenten arbeiten für die Punkte, nicht fürs Wissen. Das ist ein RIESENPROBLEM. Aber sie müssen es, denn nur so kommen sie durch. Katastrophe. Dass diese Punkte bei einigen Veranstaltungen fast gratis sind, bei anderen aber richtig Arbeit nötig ist (und auch Risiko, denn durch Prüfungen kann man ja durchfallen), ist absolut unsinnig.

        Ich habe mein erstes Studium ohne ECTS gemacht. War brutal schwierig. Aber wenigstens nicht aus administrativen Gründen.

      • @tina
        Das mit den neutralen Kärtchen alarmiert mich. Es ist genau die Richtung, die ich meine. Die Kinder dürfen nicht einfach sich selber sein, sondern sie müssen deklarieren und werden danach zur Rede gestellt. Das ist Erwachsenenverhalten und sogar die Erwachsenen finden das meistens nicht nötig.

      • @stranger
        Der eine ETH-Professor, einer von den Urgesteinen, ein altes Schlachtross, ein engagierter Hochschullehrer mit einer Mission sagte mir, seit der Bologna-Reform täten ihn die Studenten immer als erstes fragen: Wieviel ECTS gibt es. Die meisten Studenten täten ihn nicht einmal fragen, was man in dem Kurs lernen könne. Das sei früher anders gewesen, da hätten die Studenten nach den Lehrinhalten gefragt. Für ihn sei das Unterrichten extrem frustrierend geworden auf diese Weise.

      • Sportpapi sagt:

        Vielleicht liegt es ja daran, dass die Lehrinhalte/-ziele alle bereits vor der Vorlesung elektronisch kommuniziert werden? 🙂
        Ernsthaft jetzt: Was ist denn mit dem Bloogna-System wirklich anders geworden an der ETH?

      • Stranger sagt:

        An der ETH weiss ich es nicht. An anderen Unis hat jetzt jede Lehrveranstaltung einen individuellen Wert, und die LNs sind schwieriger geworden und ein richtiger Stolperstein. Man kümmert sich als Student ewig um diese Punkte und vergleicht und transferiert, was früher nicht war (nicht möglich und nicht nötig). Die Anzahl ECTS ist nicht universell vergleichbar, es ist, wie wenn ein Schweizer mit 4 Franken und 5 Euros plötzlich 9 „Geld“ hat. Unsinnig.

      • Stranger sagt:

        Aber die jungen Studis kennen das gar nicht mehr anders. Für sie ist die Hochschule einfach eine Fortsetzung des Gymis mit anderen Mitteln. Ein Unititel hat heute eine andere Aussage als früher. Ich glaube, dass das eigenständige Denken beschränkt wird. Die Wirtschaft erhält so zwar Leute, aber nicht wirklich gute Leute. Und irgendwann schiesst das auf die ganze Volkswirtschaft zurück.

      • Katharina sagt:

        Stranger: „Die Wirtschaft erhält so zwar Leute, aber nicht wirklich gute Leute. Und irgendwann schiesst das auf die ganze Volkswirtschaft zurück.“ Wenn Du Leute mit Klone ersetzest, ergibt sich, wohin das führt: Algorithmen. Künstliche Intelligenz ist heute soweit, dass sie die Erstanamnese eines Arztes vollständig ersetzen kann und dank Vernetzung sogar besser löst als der menschliche Arzt. Dies, weil durch Vernetzung und Kenntnis der Patientengeschichte, Rezepturen usw und allen möglichen Kombinationen von bekannten Nebenwirkungen, Risiken etc. die Menge an Information so gross geworden ist,

      • Katharina sagt:

        2: dass sie das humane kognitive System, vor allem angesichts der im Tarif kurzen zugestandenen Zeit, überfordert. Ditto die Recherchearbeit von Juristen (Studium von Caselaw).

        Im Logistik- und Transportwesen, das ca 40% der amerikanischen Jobs und damit ca 40% der Wertschöpfungskette des nationalen BIPs bedeutet, wird AI die Mehrheit der Jobs eliminieren. Als Vorreiterbeispiel sei hier Amazon genannt, wo es nur noch eine Frage der Zeit ist, wann die letzten humanen Jobs unter Sklavenähnlichen Zuständen, eliminiert sind.

      • Sportpapi sagt:

        @Stranger: Wie früher gibt es obligatorische Veranstaltungen, die zu bestehen sind (allenfalls mit kleinen Abstrichen), und Wahlveranstaltungen, von denen man eine gewisse Anzahl bestehen muss. Die Punkte entsprechen dem vorgesehenen Workload (1 Punkt = eine Semesterwochenstunde, 30 Punkte ein Semester), was aber natürlich schwierig abzuschätzen ist. Zumal wenn die Anforderungen nicht immer vergleichbar sind.
        Die Ziele von Bologna – die Mehrheit der Studierenden volkswirtschaftlich sinnvoll nach dem Bachelor zu schicken und Mobilität – werdern von der ETH nur sehr begrenzt umgesetzt.

      • Sportpapi sagt:

        @Katharina: Das gilt aber nur, wenn die Daten vollständig vorhanden sind. Und da liegt das Problem bei vielen Anamnesen. Der Arzt muss die richtigen Fragen stellen, spüren, was läuft, und der Patient muss korrekt und umfassend antworten. Und selbst dann bin ich nicht sicher, ob ein Komputer ohne jegliche Instinkte das Problem immer besser erkennt als ein Arzt, der die Patienten sieht und spürt.

      • @Sportpapi
        Bei der Uni Bern wurde folgendes anders

        a) Das Studium ist modularisiert. Jede Lehrveranstaltung wird für sich alleine durchgeführt. Es gibt keine zusammenhängenden Lehrgänge mehr. Das Wissen wird nicht mehr über mehrere Jahre aufgebaut. Ein Professor, der eine fortgeschrittene Lehrveranstaltung durchführt, kann sich nicht darauf verlassen, dass seine Studenten die notwendige Vorbildung mitbringen. Die Rückmeldungen in den anonymen Qualitätskontrollbogen zwingen den Professor, seine Anforderungen auf das kleinste gemeinsame Niveau herunterzufahren, oberflächlich.

      • /2
        @sportpapi
        @stranger

        b) Die Prüfungen in der Biologie wurden an der Uni Bern nicht schwieriger. Aber es gibt sehr viel mehr davon (drei bis viermal soviele). Die Studenten haben mit all diesen ständigen Kontrllen keine Zeit mehr, um Schwerpunkte zu setzen, ihren eigenen Interessen folgend, sich gezielt zu vertiefen und Spezialgebiete. Sie denken nicht mehr über ihre berufliche Zukunft nach und was ihnen mehr oder weniger dafür nützen könnte.

        c) Die Studenten sind dermassen in ständiger Angst, dass sie sich nicht mehr für ihre Bedürfnisse zur Wehr setzen.

      • /3
        @sportpapi
        d) Das Bolognasystem wurde nur pseudomässig eingeführt. Auf der Stufe des Studiums funktioniert die Bemessung der Studienleistungen nicht.

        Was in Frankreich ein „Praktikum“ ist, wäre Arbeit im Labor, gibt pro 90 Minuten pro Woche 1.5 ECTS und die gesamte Arbeit wird im Labor verrichtet. In Bern ist ein Praktikum eine halbe Vorlesung mit Vor- und Nachbereitung. Für dieselben 1.5 ECTS arbeitet in Berner Student 360 bis 480 Minuten pro Woche. Die Reglemente sehen vor, das französische System hier anzuwenden, aber das funktioniert bei unseren Studiengängen gar nicht.

      • /4
        @sportpapi

        e) Das Bolognasystem gibt den Professoren Freiräume für jeden denkbaren Missbrauch. Sie sind nicht mehr selber verantwortlich für das was sie leisten sondern delegieren die gesamte Verantwortung an die Bürokratie. Wenn die Bürokraten die Fehlleistungen eines Professors nicht bemerken, dann wurstelt er einfach weiter, betrügt die Studenten, schwänzt die Uni, delegiert den Unterricht an seine Unterlinge ohne Lehrberechtigung. Jede nur denkbare Sauerei wird damit ermöglicht.

        f) Ein kostspieliger bürokratischer Apparat wurde geschaffen, für diese dysfunktionalen Kontrollarbeiten.

      • /5

        Wäre ja schön, welche Wörter einen auf die Fr415chaltun6s Warteschlaufe verbannen.

      • Stranger sagt:

        a) bis d) unterschreibe ich. Meine Tochter wird dereinst studieren, wahrscheinlich. Sie wird dabei etwas sehr anderes erleben als es ich damals tat. Ich bedaure dies sehr. Dies ist eine Verschlechterung der Gesellschaft, und ihre Leader denken, es sei eine Verbesserung.

      • Stranger sagt:

        Die anderen zwei Punkte, die plötzlich aus dem Purgatorium auferstanden sind, Brechbühl, sind auch richtig, IMO. Kat, dass immer mehr intelligente Arbeit durch Roboter gemacht werden kann, ist schon so. Die Arbeiten, wo auch in Zukunft Menschen nötig sind, werden immer seltener. Sportpapi, Deine Einwände sind nicht prinzipiell, nur graduell.

      • Sportpapi sagt:

        @Stranger: Mich erinnert die Geschichte daran, wie man vor einiger Zeit im IT-Bereich alles nach Indien auslagern wollte. Offenbar hat das nicht überall so gut geklappt, weil die zwar programmieren konnten, aber vielfach den Auftrag nicht wirklich verstanden haben,. Aber bitte, das ist ja nicht mein Gebiet.

      • Sportpapi sagt:

        @Brechbühl: Natürlich gibt es auch aufbauende Veranstaltungen. Man definiert dazu Auflagen, die erfüllt sein müssen, bevor der Kurs besucht werden kann. Und das Thema Evaluation ist hier nicht so passend, oder? Wenn ich denke, wie viele Professoren man praktisch zwingen muss, auch mal eine Vorlesung zu halten – denen sind die Evaluationen ganz bestimmt ziemlich egal. Prüfungen: Allenfalls mehr kleinere, dafür keine riesigen Abschlussprüfungen mehr. Und doch, gerade Schwerpunkte setzen wird mit Bologna gefördert, weil die Wahlmöglichkeiten teilweise grösser (sicher nicht kleiner) wurden.

      • Sportpapi sagt:

        Das Problem der Vergleichbarkeit der Punkte habe ich bereits erwähnt. Stimmt, ist schwierig, aber es ist immerhin mal ein Versuch. Letztlich ist aber heute sowieso noch wichtiger als früher, wo der Bachelor, wo der Master erworben wurde.
        Zuletzt: Welche Bürokratie? Ich sehe nicht, wo es davon heute mehr geben soll. Jedes bestandene Fach wird vermerkt, wie früher. Und Missbrauch durch die Professoren? Wie dieses Thema hier dazu passen soll, ist mir schleierhaft.

      • @sportpapi

        Deine ursprüngliche Frage betraf die ETH. Ich kenne die ETH nicht. Es kann sein, dass wir aneinander vorbeireden.

        Was im Biologiestudium an der Uni Bern im allgemeinen und in der Pflanzen- und Vegetationsökologie im speziellen anders geworden ist: Extreme Modularisierung, in jeder Lehrveranstaltung wieder bei Null anfangen. Den gleichen Anfängerstoff fünf bis sieben mal hören und auswendig lernen, so gut wie keine Vertiefung mehr im Bachelor und Null, Nichts, Nada, ganz und gar keine Ausbildung im Masterstudium. Bürokratieleerlauf zum Abwinken mit Dutzenden von neuen Stellen.

      • @sportpapi

        Zur Frage, wie der Missbrauch des Systems durch die Professoren hierher kam.

        Dort wo ich studiere ist das Studienziel nicht mehr, die Grundlagen des Faches zu beherrschen, sondern schöne Berichtlein schreiben und eindrückliche Vorträglein zu halten. Dies sind die Vorgaben sowohl von Studienkommission wie Dekanat meiner Fakultät.

        Um das zu erreichen, müssen die Professoren keinen besonders gründlichen Unterricht erteilen. Ihr Ziel ist einfach, mit möglichst wenig eigenem Aufwand möglichst viele ECTSLi zu verteilen. Die Bolognareform ermöglicht den flächendeckenden Missbrauch.

  • /10

    DAS meine ich mit entfremdet, gefangen in der eigenen kleinen, miefigen Handywelt.

    Ich meine dieses kleinkarierte, manipulierbare Verhalten sowohl an der Uni Bern, wo die Studenten dem Mami am Rockzipfel hängen und zum Teil noch wie Kinder aussehen, wie auch an der ETH, wo sie viel selbständiger, erwachsener sind.

    Es hat ein Ausmass, dass es den Professoren unheimlich wird. Sie wollen gar nicht dermassen abhängige junge Menschen in ihren Schulen haben.

    • tina sagt:

      du glaubst, das liegt an den handys? am internet? nicht eher eine art wohlstandlethargie?

      • @tina

        Ich weiss es nicht.

        Diese Jungen sind aufmerksam, arbeiten hart, sind gut informiert, was läuft auf dieser Welt. Aber sie setzen ihr Interessen nicht durch. Sie melden sie nicht einmal richtig an.

        Es kann auch an anderem liegen. Es ist nicht nur die Generation, die mit dem Mobiltelefon im Sack aufgewachsen ist.

        Es ist auch die Generation, bei der „Sozialkompetenz“ auf dem Lehrplan stand, Gschpürschmi-Debatten im Kreis sitzend unter Anleitung der Lehrerin. Möglich, dass für diese Jungen jeder, der sich äussert, als Streber daherkommt, nicht als engagierter Kämpfer.

      • Stranger sagt:

        Das ist es auch nicht, Brechbühl. Lass uns weiter studieren, es fällt uns schon noch ein.

        Wichtige Gründe sind der enge Arbeitsmarkt, die bornierte Haltung der HR hierzulande, Bologna (sehr wesentlich). Dann die Haltung, dass es die Alten halt schon kapieren, weil sie ja eben alt sind. Studieren ist anders als vor 20 Jahren. Sehr anders. (nicht nur die Testate, die heute „LN“ heissen).

      • tina sagt:

        das kann man doch nicht so pauschalisieren jürg b.
        ich finde kritisches denken ja supi, aber weniger dieses pauschal herumgetrampel auf guten jungen leuten. da studieren sie und sind möglicherweise im durchschnitt etwas angepasster als ein teil der menschen gut findet: ja wenn das alles ist…. wären sie faul und dumm und planlos wäre es ja auch wieder nicht recht.
        im grunde läuft ja aber offenbar deine kritik aufs bologna system hinaus. systeme kritisieren ist ok.

  • /9

    Kommt der antretende Direktor der ETH, Professor Lino Guzella daher und will an der ETH mehr „kritisches Denken“ einführen.

    Was haben die Vertreter von der Studentenschaft beizutragen: Strahlend grinsendes Grosssein, dass man mit dem Professor zusammensitzen darf. Keine eigenen Überlegungen, kein „ja aber…“, kein „wenn sie schon kritisches Denken haben wollen, dann muss auch ….“. Vollkommen unkritisch wird einfach angehimmelt, das die Schulleitung jetzt den Studenten kritisches Denken beibrignen will.

  • /6

    Sowohl ETH- wie Uni Bern- Studenten sind mit Mobiltelefonen aufgewachsen, tragen sie im Alltag auf dem Körper wie eine Dienstwaffe. Sie tun all das, was Lea so toll findet. Sie kommunizieren zeitversetzt per SMS, sind zugehörig. An der ETH kommt dazu Aufgaben per email austauschen und einige Masterstudenten schlagen während des Unterrichtes online die Fakten nach und korrigieren den Professor, wenn er ungenau war.

    • /7
      Und jetzt das grosse ABER:
      Sowohl an ETH wie an Uni Bern berichten die Studenten im privaten Gespräch mit präzisen Worten, was in der Ausbildung falsch läuft. Aber sie sind dabei nur unter sich, unter gleichaltrigen.

      Nie, aber wirklich nie werden sie beim Dekan, beim Leiter des Institutes, bei der Schulleitung vorstellig und melden Forderungen an. Sie sind abgeschnitten von dieser wirklichen Welt da draussen, dort wo die Entscheide fallen, wo über sie verfügt wird. Sie managen ihr Leben am Bildschirm, nicht auf der Strasse, in den Büros und Hörsäälen.

      • /8
        An der Uni Bern ist die Studentenschaft komplett abwesend. Das hat ein Ausmass angenommen, dass einer unserer Professoren in der Pause laut in den Hörsaal hineinrief, was ist nur mit Euch Studenten los, da habt Ihr Ideen zum Unterricht und keiner kommt vorbei. Wir haben so einer Zeit studiert, wo man auf der Strasse demonstrierte.

        An der ETH hat die Studentenschaft eine farbige Zeitschrift mit Superprofi-Layout. Diese applaudiert vollkommen unkritisch, lüpft die ETH in den Himmel der Superelite. Nichts eigenes, keine Auseinandersetzung mit den drängenden Problemen des Betriebes.

  • Warum bin ich dermassen alarmiert, wenn ich in diesem Blog Plädoyers lese dafür, dass Kinder ihr persönliches, internetfähiges Mobiltelefon im Alltag bei sich haben sollen und damit ihren Alltag managen, so wie das zum Beispiel Lea vorschlägt?

    Sowohl an der Uni Bern, wie auch an der ETH Zürich beobachte ich meine jungen Studienkollegen, wie sie ihren Alltag organisieren. Ich frage sie nicht aus, zu welchen Themen sie ihre SMS schreiben. Hingegen beobachte ich, was daneben an Kommunikation in Person übrigbleibt.

    • /2
      An der ETH sind die Studenten sehr viel selbständiger als an der Uni Bern. Sie treffen sich in der Cafeteria im Institusgebäude, in der Freizeit und sie kooperieren untereinander beim Lernen und im Unterricht, lebendig, zielgerichtet. ETH Studenten sind aus der ganzen Schweiz und sie wohnen selbständig.

      Die meisten an der Uni Bern wohnen noch beim Mammi, sie kooperieren kaum je beim Lernen oder bei Studienarbeiten, sind höchstens in kleinsten Grüppchen zusammen und nur die wenigstens treffen ihre Studienkollegen in der Freizeit.

      • /3
        An der Uni Bern sind viele Lernmaterialien sind nur online verfügbar. Die Studenten sind gezwungen zuhause für teures Geld Farbtinte zu verbrauchen für die Ausdrucke. Das Ökologiestudium in Bern enthält nur ein Minimum an Unterricht. Der grösste Teil des Lernens beruht auf konstruktivistischer Selbsterfahrung anhand von nur online verfügbaren Publikationen in wissenschaftlichen Journals.

        Der Hauptgrund für dies Verwahrlus ist, dass die Professoren ihre Studenten als lästiges Übel wahrnehmen, die sie an der Publikationsproduktion hindern (pro Professor 100 Publikationen pro Jahr).

      • / 4
        In der ETH haben alle Studenten Guthaben für Netzwerkdrucker sie drucken Lernmaterialien aus, machen Notizen, arbeiten mit ihren Kollegen daran. Die Professoren drucken Skripten und die online Texte sind nur unterstützend aber nicht Voraussetzung für die Teilnahme am Unterricht.

        Die ETH Professoren wollen wirklich, dass die Studenten am Schluss etwas können und hinterher als erfolgreiche Berufsleute gute Stellen finden. ETH-Absolventen finden gute Stellen. Berner Biologen geben sich die Türe auf dem RAV und leben als Praktikanten am Existenzminimum.

      • /5
        Was hat das jetzt alles mit dem Gebrauch elektronischer Medien zu tun (siehe oben, 21:44)?

        Studenten an ETH wie Uni Bern managen ihren Alltag per SMS und email. Facebook ist, so weit ich das mitbekommen habe entweder ausser Gebrauch oder war von Anfang an nie ein Thema.

        An der ETH werden Studenpläne, Raumzuordnungen und „Marschbefehle“ von der Leitung via Apps zur Verfügung gestellt. An solchem merkt man, dass die ETH sehr viel mehr Stutz zur Verfügung hat als die Uni Bern.

  • @sportpapi

    Bitte, es ist der Blick. Kann ein Blickjournalist in die Schlagzeile schreiben: „Der ETH-Rektor relativiert den Lerneffekt von online Lehrangeboten“. Das geht natürlich nicht.

    Immerhin, Hut ab. Der Blick hat mehr und interessanteres zu bieten als das fündundzwanzigste Fudi von dier Woche irgendeiner Pseudoprominenten. Und ja, wir lesen im Blick über Dinge, die von den mainstream Zeitungen ausgeklammert werden.

    • gehört eigentlich zu sportpapi 20:12

      • tina sagt:

        das kam aber in den mainstream zeitungen, nur hiess es dort „Die Onlinekurse seien eine Facette in der Entwicklung hin zu einer besseren Lehre, sagt der ETH-Präsident im Interview. «Sie sind sinnvoll, aber nicht alleinseligmachend.» Guzzella sieht die Kurse vor allem «als Ergänzung.» Das Entscheidende beim Lernen sei der Austausch. So lerne man richtig, und nicht indem man etwas auf einem Bildschirm sehe.“

      • Stranger sagt:

        Ja. Ich fand, dass Guzzella hier sehr vernünfige Meinungen hat. Wären doch nur alle Unis so besonnen.

      • @stranger

        Professor Guzella wurde im Oktober vom Bundesrat gewählt. Ich vermute, er veröffentlicht hier die Absichten, die er dem Bundesrat gegenüber nannte, nämlich, dass die ETH in die schweizerischen Verhältnisse sich einpassen muss und das Lehren soll, was wir hier brauchen.

        In dem Sinn hat der Bundesrat vernünftig entschieden und das wäre dann wirklich ein seltenes Wunder, wenn diese drei Gartenzwerge, drei Suppenhühner und der eine richtige Mann von Weisheit geschlagen werden.

    • Katharina sagt:

      Seit wann ist der Blick, mit der grössten Leserschaft im Schweizer Blätterwald, NICHT Mainstream?

    • Stranger sagt:

      Naja, mich wundert das natürlich nicht. Wer auf dem Bildschirm kreiert, der lernt sicher dabei. Wer nur Infos liest, der lernt wenig, das ist aber nichts Neues.

    • Sportpapi sagt:

      Schlimmer ist ja, wenn nicht einmal mehr die Profis wissen, was sie da schreiben. Aus „Diese Kurse seien sinnvoll, aber nur als Ergänzung“ wird also ein „wettern“?

  • Hat es schon jemand von der anderen Seite her angeschaut? Die grossflächige Verteilung von Handys erlaubt den Eltern, die Kinder zu lenken, deren Welt zu strukturieren, ihnen Phantasie und Abenteuerlust auszutreiben, Kontrolle über die Gestaltung des Alltages auszuüben.

    Über dem Handy brütend, toben Kinder nicht im Wald herum, setzen sich nicht Gefahren im Strassenverkehr aus, kommen nicht laut weinend mit aufgeschürften Knien angerannt.

    So verstehe ich Leas:
    Bequeme zeitversetzte Kommunikation, ÖV Fahrplan, Austausch von Schulhausaufgaben, Nachschlagewerke, Zugehörigkeit…

    • Lea sagt:

      Ich wollte damit eigentlich genau das Gegenteil sagen. Dank zeitversetzter Kommunikation, können Kinder dann Antworten, wenns ihnen passt. Wer selbständig den ÖV benutzen kann, hat viel mehr Freiheiten als Mamitaxi Nutzer. Wer sich abends einfach mit KollegInnen über die Hausaufgaben austauschen kann und zügig Hintergrund wissen im Internet findet ist umabhängiger als wer die Eltern um Hilfe fragen muss und nur alle zwei Wochen in die Bibliothek kann.

      • @Lea

        Ich weiss, dass Du das Gegenteil sagen wolltest.

        Aber die Realität ist, dass solche Kinder anfangen ihren Alltag zu managen anstatt ihn zu leben. Das ist der erste Schritt zur Entfremdung, der sie später im Leben daran hindert, authentisch das zu tun, was sie wirklich belebt, freut, vorwärtsdrängt, hinreisst, aufgeilt, bewegt.

        Das sind dann die Tröten, die mt 16 anfangen mit abgefahrenen Designerdrogen zu experimentieren, und mit 26 sich wundern, dass sie superqualifizierten Uniabgänger nirgends gebraucht werden, weil sie Wissen vor sich hertragen und nie verinnerlicht haben.

      • Lea sagt:

        @Jürg: Falls du das wusstest, sehe ich deinen (11:29) Kommentar nahe beim trollen.

    • @Lea, wenn die Argumente ausgehen, dann kommt das vom „trollen“.

      Ich habe darüber geschrieben, dass Eltern die Welt der Kinder manipulieren und unter Kontrolle bringen, indem sie diese bis in den hintersten Winkel ihrer Existenz durchgestalten. Das Machtmittel ist die Verteilung von Mobiltelefonen. Die rechtfertigende Ideologie ist „Anschluss an moderne Technologie“.

      Die Wahrheit ist ein youtube-Filmchen über kopulierende Schnecken anstatt gruusige, schleimige Tierchen einzufangen, in der Hosentasche nachhause bringen und der Mamma auf den Küchentisch legen.

      • /2 richtig, man kommuniziert ja neuerdings „zeitversetzt“, oder zumindest behauptet man, das Hinterlassen von Nachrichten, sei dann so etwas wie „Kommunikation“, ohne vermutlich eine blasse Ahnung zu haben, was der Begriff informationstheoretisch beinhaltet.

        Item, also eine Handyfilmchen an die Mamma:
        Du in der Spaghettisauce ist dann ein grosser Gartenschneck, tu ihn bitte nicht in die Mikrowelle. Tschüss Müntschi, ich bin bei der Maja und dort gibt es Spaghetti ohne Schnecken.

        Die Mutter darf dann zeitversetzt schimpfen.

  • Katharina sagt:

    Internet und Pseudo-Vernetzung ist overrated und wird wie jede Mode auf ein vernünftiges Mass reduziert werden. Oder geächtet wie andere Sucht, e.g. das Rauchen.

    Nur Vernetzung im realen Leben bringt Gewinn. Das andere ist die Jagd nach einer Illusion, ähnlich dem Flimmern einer Mirage in heisser Luft. Natürlich müssen Kinder damit umgehen lernen. Aber sicher nicht in der Weise des sinnlosen Herumtapsens auf einem Toucscreen während des Pendelns wie alle anderen Net-Zombies im OeV. Die anderen hoffen einfach auf Google Car 😉

    • tina sagt:

      ja, das ist schon so. pseudovernetzung, jagd nach illusion. das sind gefahren wegen dem suchtpotential.
      was ist aber schlimmer am sinnlosen herumtapsen auf dem handy während man sich im öv langweilt, als gelangweilt zum fenster hinauszuschauen?
      die meisten bücher und zeitungen beinhalten ja auch nicht nur sinnvolle informationen. es wird sogar als qualität angesehen, sich zu langweilen und nichts zu tun. ich meine, es kann doch sehr inspirierend sein, sinnlos herumzusurfen. man folgt vielleicht einem faden von ideen dabei

      • @tina

        Warum fahren diese Kinder eigentlich nicht mit dem Velo zur Schule?

        Und warum sollten sie sich auf dem Schulweg oder auf dem Weg zum Schwimmunterricht langweilen? Es gibt viel zu sehen und zu beobachten, wenn man gelernt hat, die Augen offen zu halten.

        Natürlich, das funktioniert nicht, wenn die Eltern das Handy als Erziehungsersatz einführen.

      • tina sagt:

        erziehungsersatz? das ist beleidigend.
        meine kinder wollen nicht einmal ein handy übrigens. sie lassen sich bei bestimmten gelegenheiten mein altes aufdrängen

    • Muttis Liebling sagt:

      Der Herr Horx, so ein Zukunftsforscher, hat vorausgesagt, dass Smartphones bald den gleichen Status wie Rauchen einnehmen werden. Im Strassenbild sind beide Süchte auch in etwa gleich vertreten.
      Süchte kommen über die Oberschicht in einen Bevölkerung und verlassen diese über die Unterschicht. Rauchen und Smartphone sind bereits in der Unterschicht angekommen, also dürfen wir mit dem baldigen Ende nicht der Geräte, sondern des Suchtverhaltens daran rechnen.
      Die Geräte können ja nichts dafür, dass sich solche Schwachsinns- Applikationen wie (as-) soziale Netzwerke Epidemie- artig ausbreiten

      • Stranger sagt:

        hm. Wie Rauchen. Dann gibt’s auch dieses Passivsmartphonen, oder? Und bald gibts eSmartphones oder was?

        Kulturkritisch sein ist gut. Einfach immer weiter denken. Weil bis man dann mal eine gute Meinung hat geht man durch viele unsinnige durch.

      • Peter Steiner sagt:

        @Stranger. Passivsmartphonen gibt’s tatsächlich. Es kommt immer häufiger vor, dass ein Gespräch unterbrochen wird, weil offenbar ein SMS, eine Twittermeldung oder ein Telefongespräch wichtiger ist oder zumindest die Unterhaltung unterbricht. Viele Leute haben mittlerweile sogar die Scham verloren, das gemeinsame Mittagsessen deswegen zu unterbrechen.

      • @Peter Steiner

        Was wäre die gesellschaftlich akzeptierte Reaktion darauf, dass jemand mitten im Gespräch einfach sich umdreht und sein Telefon in die Hand nimmt? Ich habe mir schon mehrmals überlegt, dass ich einfach aufstehe und weggehe.

        Jedenfalls sind das Leute, mit denen ich mich nicht ein weiteres mal treffe. Vielleicht wissen sie nicht warum, aber ich bin zufrieden mit mir selber und mit meinen eigenen Gründen.

    • Christian Duerig sagt:

      Ihre Vernetzung heisst Verfilzung !!!

      • @Christian Duerig

        Danke für die Hinweise zu den youtube Filmen. Was aber wollen Sie ausdrücken mit Ihrem Einwurf von 12:54,
        „Ihre Vernetzung heisst Verfilzung?“
        Wessen Vernetzung‘
        Was ist verfilzt?
        Auf welchen der Diskussionsbeiträge hier im Forum bezieht sich Ihr Einwurf?

      • Christian Duerig sagt:

        @ Jürg Brechbühl
        Katharina meint, dass aus der Vernetzung im Alltag Nutzen gezogen werden kann. Ich nenne dieses Nutzen ziehen Verfilzung.
        Im Internet können Sie lernen, ohne direkt Nutzen ziehen zu können. Der Nutzen stellt sich erst ein, wenn Sie Ihr angeeignetes Wissen dienlich einsetzen. Es findet keine Verfilzung statt.
        Ich bevorzuge alles Wissen aus dem Internet vor jedem Buch-, Schul- oder Uni-Wissen.
        Heute findet der Wissensaustausch via Internet statt. Der Wissensstand von Cern wurde via Internet den Universitäten weltweit zur Verfügung gestellt. Die Rückkoppelung zahlte sich aus.

      • Katharina sagt:

        Duerig: Ich habe mich überhaupt nicht zum Thema Studium geäussert. Dies ist ein Thema, das JB eingebracht hat und wo er richtigerweise darauf hinweist, dass an einigen Schulen Ausbildung und Erziehung einerseits politisiert wurde und andererseits Punktesysteme zu Krämerei anstatt konstruktivem Lernen führen.

        Soziale Vernetzung im realen (Berufs)leben sind allerdings aus meiner Erfahrung gewinnbringend. Meine Erfahrung ist auch, dass virtuelle Vernetzung (also ohne die Person im realen Leben zu kennen) mir noch nie einen Lead im Berufsleben ergab.

      • Katharina sagt:

        2: Ich kann mir auch nicht vorstellen, dass ich in meinem Studium ohne direkten Kontakt zu Professoren, Tutoren und Kommilitonen den Austausch genossen hätte, der mein Wissen, meine Neugierde und all die Fertigkeiten, die notwendig sind, um eine These durch Verifizierung und Falsifizieren zu schleusen, und damit solide zu machen, gestählt hätte. Das heisst nicht, dass all das Material, das auf dem Netz frei verfügbar ist, sehr wichtig ist. Die Idee dahinter ist aber, das heute bekannte Wissen ALLEN verfügbar zu machen, die einen Internetzugang haben.

      • Katharina sagt:

        3: Im Kontext eines akademischen Curriculums bedeutet das aber immer noch, den ganzen Weg des Materials, also auch die Schritte Verifizierung und Falsifizierung, nachzuvollziehen.

      • Katharina sagt:

        4: Da ich nicht an einer Schweizer Uni studierte, halte ich mich aus der Diskussion um das politische, so wie JB sie einbrachte, heraus. Die kann ich nur insofern etwas nachvollziehen, in dem etwa die UZH ein Institut, das massgeblich an Zukunftstechnologien mitforschte, und das in einer führenden Rolle, aus entweder politischen oder persönlichen Gründen wegstrich. Es ging um Robotik und künstliche Intelligenz. Ein Gebiet, wo die Schweiz historisch betrachtet prädestiniert wäre mit der exzellenten Tradition in Präzisionsmechanik und einigen Innovationen im Softwarebereich im allgemeinen.

      • Katharina sagt:

        5: (z.b grosse Teile von Google Maps und Google Translate.)

        Die ETH, wo der Lead des Instituts nun ist, ist auch besser prädestiniert, diese Forschung global zugänglicher zu machen, dank sozialer Vernetzung im realen Leben mit anderen Spitzenstandorten, aber auch mit der wichtigen ethischen Verantwortung solchen Entwicklungen gegenüber und konsequenterweise einer gewissen absichtlichen Distanz zu Leuten wie de Grey, Bostrom und anderen Transhumanisten im Silicon Valley Dunstkreis.

      • Katharina sagt:

        6: Aber da Sie als erstes mir gegenüber mit Wörtern wie Verfilzung kamen und aus Erfahrungen mit Ihnen von früher, gehe ich auf Ihre Einwürfe i.d.R nicht ein. Hier tue ich dies, weil JB ein wichtiges Thema angesprochen hat und Sie auf ihn ausnahmsweise in angemessenem Ton antworteten.

        P.S: 29. Dezember 2014 um 17:35 ‚Das heisst nicht, dass all das Material, das auf dem Netz frei verfügbar ist, sehr wichtig ist‘ sollte sein: ‚Das heisst nicht, dass all das Material, das auf dem Netz frei verfügbar ist, unwichtig ist‘.

    • Christian Duerig sagt:

      Jeder ETH-Student kann Prof. Gilbert Strang via You Tube in die Lineare Algebra folgen. Er wird so viel profitieren, wie er an der ETH kaum profitieren kann.
      Jeder ETH-Student kann Prof. Ramamurti Shankar via You Tube in die Physik folgen. Er wird so viel profitieren, wie er an der ETH kaum profitieren kann.
      Jeder ETH-Student kann Prof. John Horton Conway via You Tube folgen. Mit dem FREE WILL THEOREM erhält er so tiefe Einblicke in unser Universum, dass hier sogar die ETH-Professoren profitieren können.
      Herr Rektor, bitte kein Blablablablabla…. !

  • tina sagt:

    ich wollte einen büchertipp einstellen. vielleicht klappts ja doch noch: little brother – homeland. es geht genau darum. was für möglichkeiten und gefahren bietet internet. es soll junge leute sensibilisieren, ist aber auch einfach eine cool zu lesende geschichte. altersangabe ab 12. die 3 (!) nachworte haben sehr guten input, was man sich alles anschauen und aneignen könnte (tipp: codeacademy)

    • Stranger sagt:

      Hehe, tina, ich lese grad den Vorgänger davon, Little Brother, und bin restlos begeistert, nicht nur wegen der glaubhaften Personen und der mitreissenden Geschichte, sondern auch wegen der technischen Details, die immer wahr und richtig sind (und nur selten leicht vereinfacht). Ich habe hier einigen Background und würde mich sehr erregen, wenn ich Fehler fände. Irgendwie ist es wie ein „Cryptonomicon“ für Jugendliche.

      Ich habe das Buch zweimal gekauft, einmal für mich und einmal für meine Tochter.

      • Stranger sagt:

        Und codieren zu lernen, empfehle ich Jugendlichen sehr. Nicht, weil die Wirtschaft so will, sondern, weil das Codieren den Jugendlichen zu mehr Emanzipation von den grossen Konzernen verhilft. Wer weiss, was Computer so können, ist selbstbewusster, da bin ich überzeugt davon.

      • tina sagt:

        hui du kennst das cryptonomicon? mein lieblingsbuch allerzeiten ist snowcrash 🙂

      • Stranger sagt:

        Snow Crash ist cool. Mein Nick auf einer anderen Plattform ist YT. Noch etwas besser gefallen hat mir Diamond Age. Seine neueren Sachen (ab 2004 etwa) finde ich leider etwas weniger mitreissend. Dai chum schreib mir, dann tauschen wir ein paar Geektipps aus.

  • tina sagt:

    datenschutz? darf man nicht schreiben???

  • Lisi Müller sagt:

    Kann mir jemand plausibel erklären, weshalb ein 10 jähriges Kind ein internetfähiges Gerät besitzen muss?!

    • m.mueller sagt:

      Lisi das ist doch ganz einfach klar:
      .
      Wenn alle anderen Kinder der Schulklasse es haben (und ein paar wenige Ausnahmen werden sinnvollerweise dabei evt. übersehen), so wird das Kind als Aussenseiter und minder bemitteltes Geschöpf gehänselt oder sogar gemoppt.
      .
      Der Gruppendruck ist heutzutage extrem und man sollte m.E. als einzelne Familie nur in ganz extremen Fällen nicht nachgeben. Das hat übrigens nichts mit zu lascher Erziehung zu tun!

      • Einzelkind sagt:

        Doch, genau das HAT mit lascher Erziehung etwas zu tun, und zwar sehr! Solche Meinungen machen traurig und lassen wenig Hoffnung für die heranwachsende Generation aufkommen..
        Gruppendruck gab’s schon immer, und diesem manchmal standzuhalten hatte früher stark gemacht. Es kann doch nicht sein, dass alle derart mainstreamabhängig sein sollen. Gottlob muss ich dieses Elend mangels Nachwuchs nicht auch noch unterstützen…

    • @Müller Lisi

      Nein, kann niemand. Es gibt keinen Grund. Es ist gewöhnlicher Zeitvertrieb für gelangeweilte Erwachsene. Müssen deswegen Kinder Freibillete für die Kegelbahn haben, einen Gutschein für das Lotto vom Schafzüchterverein im Löwen, einen Erwachsenenausweis, um am Türsteher irgend einer versifften Trendbar vorbeizukommen?

      Welche Erwachsenen brauchen ein internetfähiges Telefon? Die Zürcher, die an den Tramhaltestellen stehen und wie wild tippen, um eine 36.82Sekunden schnellere ÖV-Verbindung von Wiedikon an den HB zu finden? Die Leute, die im Pendlerzug mein Blog lesen?

      • Stranger sagt:

        Ich finde, das Internet ist eine grossartige Erfindung. Das ist aber nicht wichtig, wichtig ist, dass es zur Gegenwart dazu gehört wie der Asphalt auf den Strassen und die Lolipopläden in den Bahnhöfen – es ist aber deutlich wichtiger als diese Sachen. Darum müssen die Kinder schon früh damit vertraut gemacht werden. Kinder ohne Internetanschluss sind in einem wichtigen Teil abgehängt. Das ist eine Tatsache, mit der Du Dich vertraut machen solltest, Jürg.

      • Katharina sagt:

        75% des Internets sind Pron, Stranger. Der Rest halbgebackener poliischer Aktivismus. vielleicht 5% sind bereichernder Content. Dafür verbraten wir viel Energie und Zeit und eine von Algorithmen eingegrenzte – programmierte – Sicht auf die Welt. Wahnsinnig viel Fortschritt, mit Terabytes von OMG und smileyes. Weit davon entfernt, was ich als gebildete, humanistische und offene Gesellschaft betrachte.

      • tina sagt:

        bleiben noch 20% katharina. und das ist nicht wenig. 80% der buchstaben in den büchern, die man vielleicht zu wichtiger literatur zählen würde, sind auch nicht wichtig, im sinne von information

      • Stranger sagt:

        75% des Internets seien Porno. Kann sein, vom Speicherplatz her. Von der Anzahl der Seiten her sicher nicht. Allerdings ist die Masse an dummem Zeugs auf dem Internet unglaublich, klar. Der Aufwand, das Gold aus dem ganzen Dreck zu filtern, wird immer grösser. Und beim Filtern wird man dauernd von schnusigen Katzenvideos abgelenkt.
        Unter dem Strich, finde ich, bleibt das Internet aber etwas Tolles. Es hat ja auch so Zeugs wie diesen Mamablog drinnen. Hab ich jedenfalls gehört.

    • Lea sagt:

      Wie bei Erwachsenen, gibt es keinen Grund dass es eines haben MUSS. Aber einige Vorteile: Bequeme zeitversetzte Kommunikation, ÖV Fahrplan, Austausch von Schulhausaufgaben, Nachschlagewerke, Zugehörigkeit…

      • @Lea

        Das alles für die Kinder? Wo sind die Erwachsenen, die Eltern, Lehrer, Leiter von Sportvereinen?

        Schulaufgaben austauschen? Hehemm, sollen die Kinder die Aufgaben nicht selber machen?

      • Hermann sagt:

        Lea hat recht. Und haben die Kinder zu hause keinen Zugang zum Internet, finden sie leicht einen Kollegen der das hat. So ist es besser, dass sie das zu hause machen. Wir haben ein Spielzimmer mit zwei Computern, die allen zugänglich sind. Und jeder sieht sofort, auf welcher Webpage einer ist. Da gibt es sehr selten unerwünschte Seiten.

      • Lea sagt:

        @Jürg: Die Erwachsenen sind dann für die Kinder da, wenn diese sie brauchen und wünschen. Wenn ein Kind selbständig mit dem ÖV zum Training gehen kann und bei Verspätungen den Ersatzzug findet, ein info SMS schickt und während der Wartezeit schon mit den Aufgaben beginnt ist das meiner Meinung nach für alle gäbig.
        Heutzutage bestehen Schulaufgaben zum Glück nur noch selten aus stumpfsinnigem Auswendig lernen, sondern eher im verstehen von Zusammenhängen oder erarbeiten von neuen Themen. Dabei ist es hilfreich oder sogar notwendig, dass sich die Kinder austauschen und voneinander lernen.

      • Stranger sagt:

        Lea trifft den Nagel auf den Kopf. Vernetztes Denken und Kooperation sind heute viel wichtiger, auch in der Schule, als zu Deinen Zeiten (und zu meinen).

      • @Lea

        Zitat: „Die Erwachsenen sind dann für die Kinder da, wenn diese sie brauchen und wünschen.“ Das ist überholte, längst widerlegte, altbackene anti-autoritäre Ideologie.

        1) Könnten Kinder selber entscheiden, wann sie die Erwachsenen brauchen, dann wären sie schon erwachsenen.

        2) Käme es nur auf die Wünsche der Kind an, dann täten die Kinder die Erwachsenen erziehen und nicht umgekehrt.

        Genau darum dreht sich doch die Diskussion hier, dass Erwachsene zu feige und zu bequem sind, hinzustehen und Verantwortung zu übernehmen!

      • @stranger 16:55

        Ich wurde konsequent zuhause erzogen und in der Schule ausgebildet, in Zusammenhängen zu denken. „Fakten auswendiglernen“, das taten schon in den 60er Jahren nur die minderintelligenten, diejenigen, die in der Schule geistig überfordert waren, die Verlierer mit den schlechten Noten.

        In Zusammenhängen denken kann nur, wer die Fakten kennt.

        Warum der Konsum von zusammenhanglosen Bildern, Eindrücken, Tönen, Wortgewittern aus dem Internet in irgendeiner Form das Denken in Zusammenhängen fördern soll, ist mir nicht bekannt. In Ruhe ein Buch lesen würde da schon mehr nützen.

      • Lea sagt:

        @Jürg: Als ich aufwuchs war es normal, dass beide Eltern arbeiteten und wir mit anderen Kindern spielten. Bei Problemen konnten wir zu Erwachsenen gehen. Obwohl ich zuhause wenig mitbestimmen konnte, hatte ich viel Freiheiten, wenn ich dadauf achtete, dass Vater nichts bemerkte und nichts verbieten konnte.
        Meiner Meinung nach sind heutige Jugentliche die das Internet als zusammenhanglose Sammlung sehen und nicht sinnvoll nutzen können Verlierer. Genau wie frühere, die mit Bibliotheken, Zeitungen, Biefen, Telefonbuch, Landkarte, Fahrplan…überfordert waren und diese nicht gebrauchen konnten.

      • @Lea

        Recht hast Du: Kartenlesen musste man in der Pfadi lernen und wer nicht in die Pfadi ging, war ein Verlierer, ist es heute noch!

        Willst Du im Ernst sagen, als 8-jährige hast Du selber im Fahrplan nachgeschaut, mit welchem Zug Du zum Grosi fährst, das Telefonbuch benutzt, um die Nummer vom Gschpänli oben im Dorf herauszufinden?

        Willst Du behaupten, die Kinder von heute täten dem Grosi per SMS von der Schulreise schreiben und keine Postkarte mehr schicken und das Grosi hängt dann die SMS an seine Steckwand?

        Ich war der einzige Bub weit und breit, der ab 12-jährig Zeitung las.

      • Lea sagt:

        @Jürg: Ich ging nie zu den Stadtkindern in die Pfadi. Mit 8 konnte ich gerade lesen, aber mit 10 (Lisis Frage) rief ich bei der Heimreise Zuhause (Nummer im Kopf und Portemonnaie) an um zu sagen, dass eine Zugstrecke unterbrochen ist, während der Bahnhofvorstand mir die Züge aufschrieb. Eine alte Oma die SMS liest kenne ich nicht, aber eine, die den Blog ihrer Enkelin liest und täglich Mailt.
        Wichtig finde ich, dass Kinder (früher, heute und zukünftig) den umgang mit aktuellen Technologien, Fähigkeiten und Normen schrittweise lernen, um später selbständig erfolgreich leben zu können.

      • @Lea

        Zitat: „Wichtig finde ich, dass Kinder (früher, heute und zukünftig) den umgang mit aktuellen Technologien, Fähigkeiten und Normen schrittweise lernen, “

        1) Entweder sind es Normen und dann gelten sie oder sie sind aktuell, aber dann nennt man es „Mode“ und nicht „Norm“.

        2) „aktuelle Technologien“ – huah, huah, huah, genau, jeder 5-jährige möchte Astronaut werden und jede 5-jährige möchte am Herzmonitor hantieren und Krankenschwester spielen. Sollen sie das wirklich?

        3) „Fähigkeiten“, echt jetzt, Sprechen unterscheidet Menschen von Affen, Herumtippen auf einem Bildschirm ist affig.

      • Stranger sagt:

        Jürg Brechbühl, Dein Name sagt es gut, was man zu tun geneigt ist, wenn man Dein selbstverliebtes Geschwafel länger liest. Alle Menschen müssen so sein wie Du und auch so aufgewachsen sein, sonst sind sie Loser. Ich war nie in der Pfadi, aus gutem Grund (den ich jetzt nicht ausbreite). – von wegen Norm: gesellschaftliche Normen verlieren rasant an Relevanz, und das ist grossteils gut so (Zwänge gehen damit verloren). – Computer und Internet stehen im Zentrum von vielen, vielen Berufen und Jobs. Wer nicht mit dem Internet umgehen kann, für den ist die Berufswahl sehr eingeschränkt. Das. Ist. So

      • Stranger sagt:

        Und Brechbühl: Wirklich affig ist es, anderen Leuten seine eigene Meinung als allgemein gültig aufs Auge drücken zu wollen. Capito? Du bist der geborene Checker (ich hoffe, Du weisst, was ein Checker ist, sonst musst Du halt googlen…)

      • Lea sagt:

        @Jürg: Kann es sein, dass du mich nicht verstehen willst?
        1. Normen ändern sich mit der Zeit und je nach Gruppierung (Sozialer Wandel). Die Norm, dass Mann der Frau die Tür aufhält gilt z.B. heute nicht mehr.
        2. Aktuelle massen Technologien währe wohl passender. Heute Internet, Natel… Während unserer Jugend Festnetz, Bücher, Briefe…
        3. Viele Fähigkeiten sehen doof aus, für Betrachter, die die Tatigkeit nicht kennen und das Ergebniss nicht verstehen/sehen. Z.B. wenn jemand auf eine Schreibmaschine hakt und der Betrachtende das fremdsprachige Gedicht nicht lesen kann.

      • @stranger

        Entweder sind es Normen und dann gelten sie oder es sind Moden, dann wandeln sie sich. Das ist einfache, banale Logik.

        Ich habe eigentlich nichts darüber geschrieben, welche gesellschaftlichen Normen ich bevorzuge, sondern ich habe Lea erklärt, dass ihre Argumente logisch nicht durchdacht sind.

        Aha, dann ist also Logik eine Norm, der ich folge. Nur, würde ich darauf verzichten, so gäbe es keine Mobiltelefone und eigentlich auch sonst nichts von dem was wir so den ganzen Tag nutzen. Also haben wir da eine Norm, die ziemlich beständig ist.

      • @stranger

        Zitat: „…Dein Name sagt es gut, was man zu tun geneigt ist, wenn man Dein selbstverliebtes Geschwafel länger liest.“

        Genau das meine ich mit „Genau darum dreht sich doch die Diskussion hier, dass Erwachsene zu feige und zu bequem sind, hinzustehen und Verantwortung zu übernehmen!“

        Erwachsene, die Verantwortung übernehmen, die denken nach, stehen hin, sagen was sie zu sagen haben und respektieren die Überlegungen anderer und sie fürchten sich nicht vor den aggressiven Kleingeistern, die verhindern, vernütigen, verbrämen, verfemen, verteufeln, verleumden.

      • @Lea

        „Sozialer Wandel“ ist der Euphemismus linker Politiker und Zeitungsschreiberlinge, die vor allem eines wollen, die Auflösung von Normen, die Schaffung einer gesichtslosen, manipulierbaren Masse, ohne persönliche Überzeugung und ohne eigenen Werte.

        „Sozialer Wandel“ wird hier in der Schweiz nicht mit dem Wandel von Normen gleichgesetzt, sondern mit der systematischen Auflösung von existentiellen Werten. Anstatt Respekt vor dem anderen relativierendes Wischiwaschi, anything goes, alles ist möglich, alles ist erlaubt, Konsumismus, Leerlauf.

    • Christoph Bögli sagt:

      „Müssen“ tut man eh nichts. Und ob 10 oder 8 oder 14 Jahre der richtige Zeitpunkt sind kann man auch endlos debattieren, auch, weil das stark von der individuellen Reife und Notwendigkeit abhängt. Der Grund, wieso früher oder später auch ein Kind ein internetfähiges Gerät besitzen oder eher benutzen dürfen sollte, ist halt, dass der Umgang damit eine banale Grundkompetenz um in der heutigen Gesellschaft ist. Klar kann man darauf verzichten, wenn mans unbedingt darauf anlegt, man kann schliesslich auch ohne Sprachkenntnisse oder Mathematik überleben, aber ob man sich damit einen Gefallen tut..

  • Christian Duerig sagt:

    Wenn Kinder Internetseiten besuchen, die nicht für Kinder gedacht sind, dann ist Ihr Kind neugierig. Hoffentlich ist es intelligent und aufgeklärt genug, damit es sich in dieser neuen Welt zurechtfinden kann. Unser Sohn hatte immer die neusten Gadgets. Er wusste sich von verführerischen Webseiten fernzuhalten. Unsere Art, offen alle Themen anzusprechen, zeigte uns, wann er überfordert wurde. Ein gemeinsames Verarbeiten der Erlebnisse im Netz, zeigte ihm rasch, dass auf szenenreichen Webseiten nichts zu lernen ist. Also: Nutze deine Freizeit besser. Unternimm irgend etwas mit deinen Freunden.

  • Aschwanden Benni sagt:

    Es ist witzig zu beobachten, wie frühere Regeln und Verhaltensrichtlinien nach Lust und Laune einfach umgebogen oder über Bord geworfen werden, sobald sie nicht mehr in den Zeitgeist passen. Wohl jeder der heute Erwachsenen kann sich erinnern, dass einem als Kind die Zeiten und Inhalte des Fernsehens von den Eltern reglementiert und beschränkt wurden. Fand man ja auch irgendwie sinnvoll, nicht die ganze Zeit vor der „Glotze“ zu sitzen, oder? Heut kriegen die Kinder ihre eigene Glotze im Kleinformat, vor der sie dann fast die ganze Freizeit verbringen. Ist das jetzt plötzlich unbedenklich?

  • Brunhild Steiner sagt:

    Alle diese Fragen sollten auch wir Erwachsene uns stellen…, wann hatten wir den letzten Offline-Tag?
    Ist die Balance zwischen Teilnahme am Virtuellen/ am Leben vor und nach der realen Wohnungstüre noch in Balance? Schaffe ich es, mir selber Beschränkungen aufzuerlegen? An die ich mich dann auch halte?
    Würd ich’s hinkriegen den ganzen Tag nicht mehr nachsehen zu gehen ob sich inzwischen noch Weitere zu Wort gemeldet haben???
    Drum: schönen, unverkabelten Stephanstag allerseits 🙂

    • tina sagt:

      ich finde offline tage so sinnvoll wie nicht-lesen-tage. warum sollte ich nicht lesen? natürlich könnte man, aber wozu sollte man sich dazu zwingen? wenn ich nur noch lesen würde, wäre es nicht mehr gut.
      man kann ja auch sinnvolleres und interessanteres machen, als blogs zu kommentieren oder problematische inhalte zu konsumieren.
      internet benutzen zu können bedeutet auch informationen einholen und als masse von einzelnen interessierten einfluss nehmen zu können.
      auch dir einen schönen stephanstag!

      • Thomas sagt:

        Liebe Tina
        Prinzipiell muss ich Dir recht geben. Nur eine Sache stört mich an Deiner Aussage.
        Wenn Du Dich zu irgenetwas „zwingen“ musst ist es schon etwas problematisch.
        Sobald Zwang hinzukommt besteht die Gefahr von Sucht.
        Glaub mich weiss wovon ich rede.
        Und wenn die lieben Kinder (um die es hier im Blog geht) nur unter Zwang davon ablassen, muss man sich fragen, ob man in der Erziehung etwas verpasst hat.
        Es geht nicht um absolute Abstinenz, es geht um das Mass. Und so ist es bei allem das man tut.
        ZU VIEL ist IMMER ZU VIEL, egal von was!
        Parazelsus hat es trefend formuliert.

      • tina sagt:

        du hältst es für problematisch, wenn man so gerne liest, dass man sich fast zwingen müsste, einen tag lang nicht zu lesen? oder nicht ständig zwischendurch husch irgendwo was zu lesen? also ich wirklich nicht.
        aber es geht um kinder, stimmt, und da ist es wirklich heikel. sogar meine söhne sagten, es sei schon gut gewesen, sei ich sehr streng gewesen bis sie 13 waren.
        so schade wurde mein anderer text nicht gepostet. ich hatte so viel interessanten input

      • mila sagt:

        @Thomas: Kinder sind hirnentwicklungsbedingt sucht-anfälliger als Erwachsene und daher auf elterliche Fremdregulierung angewiesen. Kein Kind wird von sich aus den TV oder das Smartphone nach einer halben Stunde ausschalten (ausser es hat es bereits gelernt, bzw. verinnerlicht).

        @tina: Ganz bei Ihnen. Wenn es eine Sucht gibt, der ich bereits ein Leben lang ohne schlechtes Gewissen oder schädigende Folgen fröhne, dann ist das die Lesesucht. 😉

      • Muttis Liebling sagt:

        Kant, der Philosoph der preussischen Version der Aufklärung, war dagegen, dass das Volk lesen lernt, weil es das Volk verderben würde. 100 Jahre später, in der Romantik, sollten anständige Fräuleins nicht lesen, weil, man rate warum, es sie verderben würde. So ging das weiter bis zum TV.
        Nun sollten wir langsam mitbekommen, dass kein Medium verderbt, nur dessen Inhalte. Es verbleibt nur die Aufgabe, Medienkompetenz zu vermitteln und zu erwerben. Das können auch Kinder, wenn ihre Eltern es können. Bei denen fängt es an, nicht beim Internet.

      • Stranger sagt:

        mila, bei mir gibt’s manchmal internet-Sendeschluss.

    • Katharina sagt:

      Wie Du siehst, ist die leiseste Kritik an der Menge an online Aktivität unerwünscht.

  • Brunhild Steiner sagt:

    „Das tönt trivial, aber unsere Forschung zeigt,
    dass über die Hälfte der Eltern
    nichts von den schlechten Internet-Erfahrungen ihrer Kinder weiss…“

    Ich kann mir aber schlecht vorstellen dass diese „über die Hälfte der Eltern“ dafür ansonsten so umfassend über die Erfahrungen ihrer Kinder Bescheid wüssten- anderereits würde es mich auch ziemlich erschrecken wenn tatsächlich über die Hälfte diesbezüglich so abwesend wäre.

    • Christoph Bögli sagt:

      Ersteres ist natürlich klar und letzteres wohl oder übel so. Eltern kennen nun einmal kaum je alle Erfahrungen der Kinder, insbesondere schlechte Erfahrungen teilt man auch als Kind nicht zwangsweise. Ob das im Internet ist oder sonst wo spielt keine Rolle. Und ist im Normalfall auch nicht tragisch, schliesslich muss auch ein Kind lernen, mit gewissen Problemen selber fertig zu werden, solange diese im verträglichen Rahmen sind.

    • Lea sagt:

      Das Kinder die meisten schlechten Erfahrungen den Eltern nicht (oder erst sehr viel später) erzählen, halte ich für normal und wichtig für eine gesunde Entwicklung. Bei Erfahrungen, die so gravierend sind, dass sie den Eltern/Lehrern… mitgeteilt werden, ist es selbstverständlich wichtig, dass die Kinder ernst genommen und unterstützt werden. Wobei meiner Meinung nach gravierend negative Erfahrungen fast nie Online gemacht werden (Eistee sexting), sondern fast nur im „richtigen“ Leben (Gewalt, Drogen, Unfälle…)

  • Urs Gautschi sagt:

    Die Mehrheit der Erwachsenen ist mit der Konfiguration von Kinderschutz Einschränkungen technisch restlos überfordert. Andere sind einfach zu faul und froh, wenn das Kind mit dem Smartphone spielt ruhig gestellt ist. Weiter: Was in einem Fall evtl. mal gelingt, wird spätestens auf dem Pausenhof ausgehebelt. Was auf dem Gerät von Fritzli gesperrt ist, geht beim Hansli… Es gibt keine griffige Methode um die Jungen vor den dunklen Seiten des WWW umfassend und effektiv zu schützen! Dazu fehlt den meisten Erziehungsverantwortlichen die Medienkompetenz oder schlicht das Verantwortungsbewusstsein.

  • Es gibt schicht keinen Grund, warum Kinder ein online-Telefon brauchen. Kindern kann man einleuchtend erklären, dass es Dinge gibt, die der Erwachsenenwelt vorbehalten sind. Dazu gehören Alkohol, Schusswaffen und internetfähige Telefone.

    Bei mir war es so: Sehr viele Nachbarskinder hatten Chäpslipistolen und „schossen“ wie Indianer und Cowboy aufeinander. Andere hatten das nicht. Die Erklärung der Erwachsenen war kurz und bündig: Auf Menschen zielt man nicht! Auch nicht zum Spiel, basta. Ein Gewehr hat man zuhause, mit Munition dazu und das hat man einzig für den schlimmsten aller Notfälle.

    • Zitat aus dem Beitrag: “ Kinder beschäftigen dabei auch Dinge, … Wenn sie in sozialen Netzwerken oder auf Nachrichtenportalen Bilder aus Kriegsgebieten sehen.. “ Das geht 10-jährige nur etwas an, wenn sie selber Fragen dazu stellen. Dazu genügt, einmal täglich gemeinsam mit der Familie Nachrichten zu sehen und zu besprechen.

      SF DRS bringt leider nur die immer gleichen Klisches aus den 70er Jahren und meldet nicht im eigentlichen Sinn Nachrichten. Also müssen sich die Erwachsenen um ihrer selbst willen um brauchbare Nachrichtenkanäle kümmern und diese ihren Kindern anbieten.

      • Stranger sagt:

        Hjaaa. Die Journalismuskritik fiel natürlich auf offene Ohren bei mir, Deine Ansichten zu Internet und so sind nicht sehr brauchbar, sorry. Was für Scheisse auf der Welt geschieht, sollen schon recht kleine Kinder mitkriegen. Wenn sie es wollen.

    • Christoph Bögli sagt:

      Das können Sie den Kindern schon erklären, aber bei normalen Kindern bleibt davon höchstens hängen, dass es da offenbar etwas „erwachsenes“ und damit verdammt interessantes gibt. Blöder- bzw. glücklicherweise können Sie Kinder auch nur sehr begrenzt überwachen, womit dann das eine zum anderen führt. Sprich man geht dann halt zu den Nachbarskindern und spielt mit deren Pistolen, man sieht die krassen Videos auf deren Smartphones und man trinkt so oder so Alkohol vor 18, auf der Schulreise oder wo auch immer. Alles was sie also bewirken ist Heimlichkeit und ein gestörtes Vertrauensverhältnis..

      • Einzelkind sagt:

        So kann nur ein Verlierer sprechen. Es macht noch einen Unterschied, ob man nur hie und da ausser Hause etwas „Verruchtes“ aufschnappt, oder ob man damit inflationär zig Stunden pro Tag verbringt.
        Wir hatten damals weder TV noch Computer zuhause, es gab nie Ferien im Ausland und später, als viele Gleichaltrige mit dem Töffli unterwegs waren, war auch das ein absolutes No-Go. Und trotzdem lebe ich noch – und zwar sehr gut!
        Meine Eltern konnten noch Tabus setzen, die ich mich nie hätte in Frage zu stellen getraut: Alkohol und Drogen. Trotz div. Angeboten war das für mich nie eine Option – NIE!

      • Christoph Bögli sagt:

        Es macht auch einen Unterschied, ob Kinder etwas völlig unkontrolliert bei einem Kollegen konsumieren oder in einem vernünftigen Kontext zu Hause. Um letzteres gings mir eigentlich: Besser, Kinder lernen kritische, aber unvermeidliche Dinge in einem geschützten Rahmen, mit klaren Regeln und vernünftigen Erklärungen, als irgendwo auf der Strasse. Plumpe Verbote und Tabus waren schon immer dämlich. Erst recht, wenn diese scheinheilig sind („bis 17 ists böse, nachher aber völlig ok..“). PS: Schön dass Sie noch „leben“, aber wenn schon klingt das eher nach einer spassfreien „Verlierer“-Biographie.

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