Ein Joghurt für den Frieden!


Selbstverwirklichung oder Grenzüberschreitung: Der Kurzfilm «500 g Alltag» bringt ein Erziehungsdilemma auf den Punkt. Quelle: EMH Films/Youtube

Blip. Blip. Blip. Alltagsmüde Menschen stehen in einer Reihe, schieben sich vorbei am Scanner der Kasse. Die Kassiererin kaut ihren Kaugummi mit Verachtung. Die Alltagsmüden tun so, als wären sie woanders und nur ihr Körper eingereiht zwischen all den anderen Alltagsmüden. Mittendrin ein kleines Mädchen, in der Hand ein Kuscheltier, im Haar eine Spange. Jöö, ein süsses Kind. Es grinst. Es kickt – nicht fest, aber genussvoll – der Frau im Flughostessenlook vor ihm in die Ferse. Diese versucht, mit verkniffenem Mund die Tritte zu ignorieren. Bis es einer zu viel ist. Sie dreht sich um – nicht zum Kind, sondern zur Mutter. «Wollen Sie dagegen nichts unternehmen?!?» Ein süffisantes Lächeln der Mutter, «nein», fast erstaunt, und erklärt, dass ein Kind seine Grenzen eben selber ausloten müsse, «ohne Druck von aussen». Hat die Weisheit mit Löffeln gefressen, die gute Frau. Die Stewardess, gut schweizerisch, dreht sich wieder nach vorn und frisst ihren Unmut in sich hinein – wie schon vielen anderen zuvor. Zumindest lässt ihr Gesicht darauf schliessen.

Die Mutter, urbaner Mini-Label-Look, verzieht selbstzufrieden das Gesicht. «Der haben wir’s aber gegeben!», mimt alles an ihr. Bis plötzlich dickes rosa Joghurt auf ihre Haare tropft und ihren Kopf überzieht wie eine Zuckerglasur. Ihr Hintermann leert ihr die Pampe mit Hingabe über die Grinsefresse, und man freut sich diebisch mit ihm. Erst recht, als er der Mutter charmant erklärt, dass eben auch er «sehr antiautoritär» erzogen worden sei.

«Antiautoritär» – weil der Begriff aus der Erziehungsdiskussion verschwunden ist, könnte man nämlich davon ausgehen, dass dies auch für das entsprechende Modell gilt. Weit gefehlt: Die «Generation Prinz», die derzeit als Selbstverwirklichungsprojekt erschaffen wird, ist oft nicht minder autoritätsfrei erzogen, als es die Kids der 68er waren. Bloss steckt heute nicht mal mehr eine Philosophie zur Verbesserung der Menschheit dahinter, sondern nur noch das grosse ICH.

Genau das zeigt der Film «500 g Alltag» von Eleanor Buechler und Manuel Haefele maliziös. Man möchte folglich nicht dem Kind eine scheuern, sondern der Mutter. Nicht minder blöde steht übrigens das Kick-Opfer da. Statt ihren Frust in sich hineinzufressen, hätte die Frau dem Kind direkt sagen können, dass es reicht. Die allermeisten Kids begreifen das. Zumindest, wenn sie keine Mutter als Ätsch-bätsch-Faktor im Rücken haben.

Die Joghurtschlacht sei hiermit eröffnet!

Wie würden Sie reagieren, wenn Sie sich in einer Situation wie im Video widerfänden? Haben Sie schon Ähnliches erlebt?

Jede Woche zeigt Tagesanzeiger.ch/Newsnet in Kooperation mit Swiss Films einen Kurzfilm. Hier geht’s zum Dossier.

201 Kommentare zu «Ein Joghurt für den Frieden!»

  • Pedro sagt:

    Ich denke, so eine Situation kann es kaum geben. Und wenn, würde wohl nicht nur der hintere Mann reagieren, sondern die ganzen (gelangweilt anstehenden) Leute reagieren und die Mutter zurechtweisen, und v.a. würde sich die getretene Dame vorne dran sicher nicht mit so einer Schnoddrigkeit abspeisen lassen.

  • Silvia Tschui sagt:

    Dieses Schreckbeispiel über antiautoritäre Erziehung hat einen Bart von hier bis zum Mond – ich hab das Beispiel schon vor rund 30 Jahren als Kind als Geschichte erzählt bekommen.

  • Jakob Sperling sagt:

    Das Erziehungsproblem gibt es so nicht. Ich bin mitten aus der Generation der liberal und antiautoritär erziehenden Eltern, aber ich und alle Eltern die ich kenne, hätten hier das Kind zurechtgewiesen.
    Der Film ist ein typischer Teil der neokonservativen Stimmungsmache gegen die liberale Erziehung. Darf man wissen, wer ihn in Auftrag gegeben und bezahlt hat? Man versucht, die liberale Erziehung zu diskreditieren. Dabei ist längst bewiesen, dass es fast durchwegs autoritär erzogene Kinder sind, die später Probleme machen, bis hin zur Kriminalität. Es wenden die Gewalt an, die geschlagen wurden.

    • Peter Fu sagt:

      Interessant, dass Sie wie selbstverständlich davon ausgehen, dass jemand den Film mit spezifischen Motiven in Auftrag gegeben hat und nicht einfach Lust hatte diesen Sketch, der hier etwas tiefgründiger auseinandergenommen wird, zu produzieren. Ein Hoch auf Liberalität!

    • Jemand mit Erfahrung sagt:

      Ach, wissen Sie was. Als Kind wurde ich ständig verprügelt. Und wissen Sie von wem? Von Kindern aus Elternhäusern mit antiautoritärem Erziehungsstil. Und wenn man schon einmal dabei ist: Alles reden meiner Eltern mit deren Eltern war vergebliche Mühe. Und letzteres sind nicht die neokonservativ erzogenen sondern überwiegend die vernachlässigten, auch unter der faulen Ausrede, man erziehe antiautoritär. Mit besten Dank von einem, der von Kindheit die antiautoritäre Erziehung verflucht wegen dem, was er aufgrund solche „erzogenener“ Kinder mitmachen musste.

  • Katharina sagt:

    Der Titel war ein Joghurt für den Frieden.

    Und ich las hier recht viel Streitereien. komisch, nicht?

    • Katharina sagt:

      Im übrigen halte ich den zum Anlass genommenen Kurzfilm schon für etwas hypothetisch. Ich habe das noch nie so erlebt. Aber bei uns wird das Queing früh anerzogen. Weiter haben die Check-out Lanes viel spatzig. Davon gibt es dann auch dutzende… für uns als doch eher ungeduldiges Volk.

  • Kinderlosglücklich sagt:

    Es ist nicht meine (gewollt kinderlos) Pflicht, die Goofen der Anderen zu erziehen. Erstens bezweifle ich, dass diese mit dem Terror aufhören werden. Zweitens riskiert man dann noch ein „Sie haben meine Kinder nicht zurechtzuweisen!“ von der Mutter. Aber so „praktizieren“ heute viele Eltern die Erziehung. Kinder auf die Welt stellen, ja, aber erziehen sollen diese dann lieber die Anderen. Mir liegt die Version des netten Herrn hinter der Mutter definitiv besser. Und besonders auf die Mutter hat es den nachhaltigeren Lerneffekt. Und die hat es ja offenbar am Nötigsten.

    • 13 sagt:

      Ja ja, immer die gleich Leier. Die Kinder der Anderen gehen mich nichts an, aber wenn ich es dann brauche, nehme ich gerne die Dienstleistungen der nächsten Gegenration, also der Kinder der anderen entgegen. Das allerwichtigste wird meistens vergessen: Kinder sind Menschen. Punkt. Und von (erwachsenen) Menschen erwarte ich einfach, dass sie, wenn sie von anderen Menschen gestört werden, den Mund aufmachen und was sagen. Und zwar anständig, schliesslich wurden sie hoffentlich erzogen. Ob es ein Erwachsener war oder nicht, ist dabei unwichtig. Wer den Mund hält ist selber schuld.

      • Kinderlosglücklich sagt:

        Ja, Sie sind wohl genau so eine Joghurt-Kandidatin. Ich hoffe (für Sie), dass wir nie an der gleichen Kasse anstehen :-)Und nebenbei erwähnt: davon, wer für wen zahlt und wer von wem profitiert, haben Sie offensichtlich keine Ahnung, respektive eben genau den – unter vielen Eltern – weitverbreiteten „one track mind“. Aber auch das überrascht mich in keinster Weise 🙂

      • Claudia sagt:

        aber 13, ich lese in diesem Blog andauernd, dass sich andere Menschen nicht in die Erziehung einzumischen haben. Gleichzeitig propagieren alle dass es „ein Dorf braucht um Kinder zu erziehen“. Ja was den nun? Den 5er und sWeggli geht hier wirklich nicht. Wenn jemand in meine Privatsphäre eindringt, bzw. sie beschädig, sprich: mein Schienbein malträtiert, so habe ich das Recht, etwas zu sagen. Primär sollten aber die Mütter so schlau sein (leider oftmals nicht) und das Kind zurechtweisen und nicht nur süffisant lächelnd daneben stehen.

      • mutter von vier kids sagt:

        also ganz ehrlich sowas hat sich noch kein kind bei mir getraut oder bei anderen die ich kenne. wenn dann doch dann gefällt mir die taktik vom joghurt-mann sehr gut. ich muss aber auch sagen das wenn ein kind das bein der anderen leute malträtiert die mutter von selbst hätte reagieren müssen. wenn das mein kind gewesen wäre hätte es sich erstens entschuldigen müssen und zweitens hätt ich es sogleich ins auto zurückgesetzt wo es auf mich hätte warten können bis ich fertig eingekauft habe. das wäre meine erziehungsweise den sowas geht absolut nicht. ein absolutes no go, ganz klar.

    • mutter von vier kids sagt:

      so ist es. ich stimme ihnen zu hundert prozent zu. diejenige die hätte reagieren müssen ist die mutter.

  • Simon sagt:

    Leider ist in der heutigen Zeit der Ätsch-Bätsch-Faktor von Prinzen-/Prinzessinnen-Eltern um einiges grösser wenn man dem Kind als Fremder etwas sagt, als wenn man sich an die begleitenden Eltern wendet.
    Sprich: Entweder hat man keinen Erfolg oder eine dumme Antwort der Eltern (siehe Film) oder darf sich Gemotze anhören was man sich erlauben würde das fremde Kind anzusprechen. 🙁

  • coja sagt:

    Der Begriff „antiautoritär“ wird oft falsch verstanden. Antiautoritäre Erziehung bedeutet lediglich, dass die Eltern ihr Kind nicht aufgrund ihres gegebenen, in keiner Art und Weise „verdienten“ Status als Autorität erziehen. Antiautoritär bedeutet nicht Laisser-faire, sondern dem Kind respektvoll und durch Vorleben die Regeln des Zusammenlebens beizubringen. Auch eine antiautoritär erziehende Mutter hätte im obigen Kassen-Beispiel reagieren sollen. Mich stört aber, dass Kinder oft sofort verbal grob angefahren werden, wo oft ein sachlich geäusserter Wunsch reichen würde.

  • Maier Tom sagt:

    so was habe ich noch nicht erlebt, obschon Vater und regelmässiger Einkäufer in allen Formen von Läden und Supermärkten. Weder am eigenen noch bei fremden Kindern. Ist die Geschichte irgendwie an den Haaren herangezogen? Was ich aber schon mehrmals erlebt und beobachtet habe sind gehässige Interventionen von Verkaufspersonal und Zuschauer wenn Kinder teubelen, wohlgemerkt eine reine Eltern-Kind-Geschichte, und die haben sich reingemischt oder versuchen Ihr Besserwissen möglichst intensiv zu präsentieren.
    , ps: wer behauptet sein Kind hätte noch nie probiert via teubelen an was zu kommen lügt.

    • Anastasia sagt:

      Nein, ich finde nicht, dass das an den Haaren herbeigezogen ist. Ich hab auch schon an der Kasse mehrfach den Einkaufswagen von hinten in die Beine geschoben bekommen, Im Flugzeug wurde mir von dem hinter mir sitzenden Kind das Spielzeugauto auf den Kopf gehauen etc etc. Die Reaktion des dazugehörigen Elternteils war nie gerade umwerfend….Kinder sind halt so, das ist halt so….ähm ja, danke vielmals für die Aufklärung!

      • Carolina sagt:

        Ist es nicht interessant, wie unterschiedlich die Wahrnehmungen sind? Ich behaupte jetzt mal ganz frech, dass vielleicht die Eltern, die es für unumstössliches Kindesrecht halten, sich überall und an jedem abzuregen, auch die sind, denen solche ‚Geschichten‘ angeblich nie begegnen 😉 Dafür fällt ihnen aber im Gegenzug auf, wieviele Interventionen es angeblich von anderen gibt, die sich manche Dinge von Kindern vielleicht nicht gefallen lassen….. Das ist dann ‚gehässig‘, eine ‚reine Eltern-Kind-Geschichte‘. Das ist es aber eben in unserem Fall hier gerade nicht.

  • Impala sagt:

    2 Dinge: erstens sind Mütter, die so reagieren, völlig überfordert mit ihrem Kind. Keine Energie, um das Kind zu erziehen, sodass ein Wildwuchs entsteht.
    Zweitens: was macht man, wenn der Grossverteiler selbst einem einen Stock zwischen die Beine wirft? Wir sind Auslandschweizer, aber jedesmal wenn wir in der Schweiz einkaufen wollen, stehen da diese blöden Kinderwägeli… Und obwohl ich meinen Kindern einschärfe, anständig zu gehen und nicht zu rennen, artet jeder Supermarktbesuch in Stress aus…

  • Irene feldmann sagt:

    Jahren auch auf ihre Eltern draufdreschen werden, respektlos, ungezügelt und gefühllos. Wer seine Kinder und sich selber liebt, differenziert sich von Ihnen und gibt ihnen die Grenzen welche diese Kidds zu verantwortungsvollen, denkende und Reife Menschen macht.

  • Irene feldmann sagt:

    Es ist doch einfach so, Eltern die sich einen deut um ihre Kinder kümmern wählen die antiautoritäre Erziehung. Als selbstbefeiung von ihrer GEBEUTELTEN Kindheit um so etwas an sich selber gut zu machen. Was sie völlig verpassen ist ein Grundelement welches heißt: Kinder brauchen Grenzen, um sich Wohlzufühlen, ihren Lernprozess vom Verhalten in der Gesellschaft positiv und realistisch wahrzunehmen. Das ignorieren des Kindes in diesem Fall pöbeln, körperliche Verletzung andern zeigt ihr Unverständnis als Erwachsene und eine frei gewählte Impotenz. Es ist zu erwarten das diese Kinder in späteren

  • Irene feldmann sagt:

    Also wenn meine Kidds sie jemals so verhalten hätten, wären sie geschlachtet worden…..soviel zu Anstand…:)

  • Ora sagt:

    Aus versehen einen Schritt zurück tun… pech, wenn der solide Stöckel sich dann gerade auf den Zehen des Mädchens wiederfindet… kann halt passieren… muss man kein theater machen…

  • Tamar von Siebenthal sagt:

    Gibt’s solche Situationen im wirklichen Leben? Habe ich noch nie erlebt.

    • Carolina sagt:

      Noch nie auf dem Spielplatz gewesen und das eine Kind gesehen, dass allen anderen immer gern die Schaufel über den Schädel zieht und deren Mami gaanz cool daneben sitzt und auch nach der 10. Aufforderung immer noch nicht interveniert?
      Die Kassiererin oben hat es ja geschildert: in ihrem Kosmos scheint es das doch öfter mal zu geben.
      Was mich an dem Video am meisten nervt (ich weiss: Schauspieler!) ist das dämliche Grinsen der ‚Mutter‘ – dass da jemand nicht in Gesang und Tanz ausbricht, sondern aggressiv wird, kann ich total verstehen (auch wenn es nicht akzeptabel ist). Es kommt eben immer

      • Carolina sagt:

        /2 aber wirklich immer auf die Reaktion der Aufsichtsperson an: wischt sie alles beiseite, muss sie damit rechnen, angefeindet zu werden. Leute, die in ihren eigenen Kindern nur kleine Engelchen sehen, die auf jeden Fall alles dürfen, tun weder sich selbst noch den Kindern einen Gefallen – sie sind im Zusammenleben ein echter Störfaktor.

    • mila sagt:

      Ich erlebe solche Situationen auch eher selten.

      Was ich dagegen oft beobachte: Teenager, die nicht im Traum daran denken, einer Schwangeren oder betagten Person im Bus oder Tram von sich aus ihren Sitzplatz anzubieten. Da hat die vorherige Erziehung in punkto sozialem Zusammenleben wohl doch wenig gefruchtet.

      Anstand bedeutet eben auch das: Rücksichtnahme, nicht nur Impulskontrolle. Da scheint irgend etwas grob schiefzulaufen. Gerade auch wenn es um Mobbing geht – wer ist schon bereit, sich für ausgegrenzte Klassenkameraden einzusetzen? Gute Manieren sind eben nicht alles, was es braucht.

      • tina sagt:

        gerade im berüchtigtsten stadtkreis waren es die teenager, die mir hilfe in den ÖV anboten, als ich noch mit 2 kleinkindern unterwegs war. und gerade hier sind es auch die teenager, die gebrechlichen leuten den platz oder hilfe anbieten, und dazu noch nett sind.
        mobbing hingegen ist keine neue erscheinung, neu ist nur, dass es die erwachsenen kümmert

      • mila sagt:

        Ok, tina – vielleicht haben gerade die Jugendlichen im ‚berüchtigsten‘ Stadtteil aufgrund es anderen kulturellen Hintergrunds (noch) etwas mehr Respekt vor dem Alter (bzw. werdenden Müttern)? 😉

        Im ’normalen‘ Umfeld sehe ich Teenager, die sich (demonstrativ) hinter Smartphones, Kopfhörern oder 20min verschanzen und ihre Umgebung gar nicht wahrnehmen (wollen). Klar fällt einem da dann der ältere Herr ohne Sitzgelegenheit nicht auf. Diese Vereinzelungstendenz im öffentlichen Raum grassiert meiner Wahrnehmung nach förmlich, vor allem – aber längst nicht nur – beim Nachwuchs.

      • mila sagt:

        Und bzgl. Mobbing: Gerade Social Media machen dieses Phänomen deutlich sichtbar – vielleicht kümmern sich Erwachsene (Eltern, Lehrpersonen) deshalb mehr darum, als es früher womöglich der Fall war.

        Für mich ist es in jedem Fall ein Teil von (guter) Erziehung, dass man Kindern präventiv beibringt, für andere einzustehen. Von klein auf eben. Und nicht erst, wenn das eigene Kind als Opfer oder Täter(in) im ersten Mobbing-Vorfall betroffen ist.

  • Monica Fedier sagt:

    Auch ich arbeite an der Kasse und erlebe sehr viele solche Situationen. Es ist einfach verheerend wie gewisse Leute unverschämt sind und sich verteidigen mit dem Spruch :“der Kunde ist König“!
    Erst letzte Woche kam ein Vater mit 2 Knaben in den Laden. Die beiden Knaben hatten je eine Trillerpfeife und haben die ganze Zeit während der Mann einkaufte gepfiffen ohne Unterbruch! Als sie an die Kasse kamen habe ich höflich den Mann gebeten seinen Jungs zu sagen sie sollen doch nachher draussen weiter pfeiffen. Er hat mich übel beleidigt und gesagt, seine Kinder dürfen machen was sie wollen!+Spruch

    • Claudia sagt:

      Das nächste mal Trillerpfeife nehmen und dem guten Mann ins Ohr pfeifen. Fall erledigt. Leider ist es so, dass man für einen Hund einen Kurs braucht aber fortpflanzen kann sich Greti und Plethi. Und dann wundert man sich Ob der rücksichtslosen Menschheit. Kein Wunder wenn schon Kinder lernen dass sie machen können was sie wollen ohne Rücksicht auf andere Menschen.

    • Flo sagt:

      am schlimmsten finde ich diejenigen die angeblich ihre Kinder „antiautoritär“ erziehen, aber leider keine Ahnung haben was das eigentlich bedeutet!
      Meine letzthin gemachte Erfahrung im Grossverteiler;
      ich stosse meinen Einkaufswagen durch die Gänge, zwei kleine Kinder auf Trottis rasen durch die Gänge – eines davon biegt um die Ecke aus saut in vollem Tempo in mein Einkauswagen – naürlich tut es sich dabei weh und was macht der liebe Papi der ebenfalls um die Ecke kommt – er beschimpft mich minutenlang laut auf übelste!

      • Carolina sagt:

        Anh Toan, übernehmen Sie! Was schlagen Sie vor in dieser Situation? Den Papi ganz fest in den Arm nehmen und ihm sagen, er sei ein ganz toller Vater? Den Jungs freundlich zulächeln und ihnen sagen, Sie akzeptierten ihr Menschenrecht auf Unversehrheit auch bei eigener Blödheit?

      • Susi sagt:

        Carolina: 😀 😀 😀

    • Flo sagt:

      natürlich muss man bei diesem video auch noch anmerken; das Verhalten der Kasserin ist auch nicht gerade eine Zeichen guter Kinderstube – hat aber mit dem Verhalten der Mutter ihres Sprösslings nicht’s zu tun!

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Floh

        Was ist denn an der Reaktion der Kassiererin falsch, ausser dass sie unanständig Kaugummi kaut?

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Die Story ist wirlich schon uralt, wurde schon in meiner Kindheit zum Besten gegeben. Mal wars das Joghurt, dann ein Getränk, ein anderes Mal Kaugummi. Zum Thema: Ein Kind anständig zurechtweisen, wenn eigene Grenzen missachtet/überschritten werden, ist völlig ok. Anschnauzen oder noch schlimmer ohrfeigen geht gar nicht! Jeder Mensch, auch kleine Kinder, hat respektvolle Behandlung verdient. Wer als Mutter/Vater mit gutem Beispiel vorangeht und seinen Kindern täglich wichtige Werte wie Respekt, Anstand und Höflichkeit vorlebt, sollte solche Situationen wie jene an der Kasse nicht erleben ;).

  • Dodinmi sagt:

    Eine fast gleiche Situation habe ich einmal auch erlebt, jedoch mit einem Tritt ins Schienbein. Ich drehte mich um und das Kind schlug nochmals zu.. Nicht so heftig aber doch…habe ich den Tritt zurückgegeben Die Mutter schaute mich indigniert an und sagte nicht. Hätte sie was gesagt, hätte ich die Antwort bereit gehabt. Das Kind jedoch hat meine Reaktion verstanden und hat aufgehört. Manchmal muss man auf derselben Stufe reagieren!

    • 13 sagt:

      Gratuliere. Und das Kind hat damit gelernt, dass treten in Ordnung ist, schliesslich machen es die Grossen ja auch. Schade, sind diese manchmal nicht ein kleines bisschen reifer….

      • Bernhard sagt:

        Richtig, Zurückschlagen ist ein ungünstiges Signal! Denn es hat den falschen Lerneffekt: Das Kind lernt nicht zu schlagen/treten/beissen etc, weil es die eigene schmerzhafte Konsequenz fürchtet – und nicht, weil es versteht, dass damit dem anderen weh gemacht wird. Interessant finde ich einfach, dass eine vergleichbare Tat im Sandkasten als ok eingestuft wird und die Kinder das alleine unter sich ausmachen sollen…wo ist da der Unterschied? Wenn ich die Aktion als Eltern des „Täters“ daneben finde und eingreife, dann doch genau so im Sandkasten! Aber da gehen die Meinungen diametral ./.

      • Bernhard sagt:

        ./.. auseinander. Für mich persönlich hat Gewalt (als Aktion, nicht als Reaktion!) in keiner Form eine Daseinsberechtigung. Dies unseren Nachkommen auf den Weg zu geben, ist mir ein Anliegen. Und ich erdreiste mich, fremde Kinder darauf aufmerksam zu machen, wenn ich das Gefühl habe, dass gewisse Regeln des Respekts und Anstands nicht eingehalten werden. Wenn diese Kinder schon früh „lernen“, dass Gewaltanwendung Vorteile verschafft, werden sie dieses Verhaltensmuster nur schwer ablegen können. Warum auch? Zum Glück sind wir keine Tiere mehr, wo nur der Stärkere überlebt!

      • Susi sagt:

        “ Interessant finde ich einfach, dass eine vergleichbare Tat im Sandkasten als ok eingestuft wird und die Kinder das alleine unter sich ausmachen sollen…wo ist da der Unterschied?“
        Als ok wird es zwar nicht eingestuft, aber dass die Kinder es alleine unter sich ausmachen sollen, wird ja oft so gehalten. Stimmt eigentlich, wo ist da der Unterschied? Man müsste das doch im Grunde gleich handhaben. Da muss ich auch mal drüber nachdenken, ich mische mich nämlich auf dem Spielplatz so wenig wie möglich ein.

        „Zum Glück sind wir keine Tiere mehr…“
        Da gehen gewisse Meinungen aber auseinander 😉

  • Katia von Arx sagt:

    Einfach wieder mal eines der vielen langweiligen Mütterbashing-Beispiele. Gäbe es das gleiche Filmli auch mit einem Papi, der ein Joghurt von einer Frau über den Kopf geleert bekommt? Nein.

    • Chris sagt:

      Leider ist es halt so, dass meistens Mütter diese Alltagssituationen erleben, da Papi am Geld verdienen ist. Das hat doch gar nichts mit Mütterbashing zu tun. Was ich schon erlebt habe ist ähnliches. Kind benimmt sich total daneben und Mama säuselt irgendwas. Ans Schienbein ginggen würde mich so ein Goof nur einmal.

    • fabian sagt:

      katja von arx, frauen sind nun mal erheblich stärker an der erziehung von kindern beteiligt. seit jahrzehnten. und heute. was genau ist also ihr punkt?

  • Egon Prosper sagt:

    LOL! Klasse Kurzfilm!
    Ab jetzt kauf ich auch immer noch nen 500g Becher Joghurt ;D für den Fall der Fälle, denn ich hab auch Robin-Hood-Potenzial haha!
    Als Schlusspointe wäre jedoch der Dame (Stewardess) zuvorderst in der Schlange zu wünschen gewesen: „Das Joghurt geht auf mich (maliziös grinsend)*
    An Andrea Fischer: Danke fürs Thema! :-*

  • Angelika sagt:

    Moderne Märchen wie diese gibt es auch schon seit Jahren… Einziger Unterschied: Meine Variante spielt im Tram und nicht an der Kasse und statt einem Joghurt bekommt die Mutter ein Getränk über den Kopf gelehrt.
    Wäre vielleicht einmal ein wirklich spannendes Blog- Thema…

  • Susi sagt:

    Mir kommt dazu auch grad noch eine Geschichte in den Sinn. Vor mehr als einem Jahrzehnt traf ich im Tram mal eine Freundin mit ihrem etwa 1jährigen Kind. Die Mutter und ich unterhielten uns und schenkten dem Kind für etwa zwei Minuten keine Aufmerksamkeit, worauf mich das Kind fadengrad ins Gesicht schlug und eins meiner Augen derart übel traf, dass es noch eine halte Stunde später tränte. Die während mein Auge am Auslaufen und ich halb blind war, sagte die Mutter zu mir: „Du kannst auch ruhig auf sie reagieren, gell!“ Ich war mir nicht ganz sicher, ob sie meinte, ich dürfe das Kind jetzt zurückschlagen, aber ich war sowieso viel zu fest mit meinem Auge beschäftigt. Schräg fand ich es trotzdem, dass sie zum Kind selbst nichts sagte, fühlte mich aber nicht grad imstande, diese Diskussion zu führen.

    • Anh Toan sagt:

      Ja, die Mutter hätten dem ca 1 jährigen Kind etwas von der Deklaration der universellen Menschenrechte, der Unverletzbarkeit der körperlichen Intergrität erzählen sollen.

      Was genau sollte man tun bei einem ca. 1 jährigen?

      • Susi sagt:

        „Was genau sollte man tun bei einem ca. 1 jährigen?“

        Z.B. dem Kind sagen, dass das grad nicht richtig war, was es gemacht hat.

        Auf ein 1jähriges kann zurechtgewiesen werden mit Worten, nicht? Die verstehen mehr als man denkt und wenn es die Worte nicht versteht, dann sicher den Ton und die Mimik.

      • Susi sagt:

        Oder Anh Toan, gehören sie etwa auch zu denen, die es ok finden, wenn ein 1jähriges andere mitten ins Gesicht schlägt, ohne dass jemand darauf reagiert?

        Der Witz mit der Deklaration der universellen Menschenrechte ist unlustig…

      • Carolina sagt:

        Was schlagen Sie den vor, Anh Toan? Aeussern Sie sich doch mal dazu – wir haben ja nun oben von Ihnen gelesen, dass die hier geschilderten Verhaltensweisen psychologisch zu erklären sind; heisst das, sie sind nicht zu ändern? Es gibt keine Möglichkeit der Intervention?

      • Carolina sagt:

        Sorry, fehlt ein ’n’…..;-)

      • Susi sagt:

        @Carolina: Ja, bin auch auf Anh Toans Vorschlag gespannt.

        Aber ich glaube, ich habe mit ihm das Heu eh nicht so auf der gleichen Bühne, denn ich fände es auch nicht so läss, wenn sich an der Kasse „alle ein wenig treten würden in der Schlange“, um die Zeit zu vertreiben. Bünzli, der ich bin. 🙂

      • Anh Toan sagt:

        @Carolina: Oben habe ich nicht beschrieben, was die Mutter tun sollte, da meine ich übrigens auch, dass Eltern solches Verhalten abstellen sollten, sondern wie ich als Getretener, Fremder reagieren würde.

        Vielleicht waren Ihre Kinder ja schon ganz schlau mit 1 Jahr alt, für mich sind 1-Jährige Wesen, die Fressen, Rülpsen und Windeln voll machen und Mama und vielleicht sogar Papa und Auto sagen. Oder Mama und Papa verstehen das Gemök als Mama und Papa. (http://www.logopaedie.ch/Kleine-Kinder.79.0.html sagt das etwas wissenschaftlicher)

        Man kann einem 1 jährigen gar nichts erklären.

      • Anh Toan sagt:

        1 Jährige sind nicht fähig, ihr Tun zu reflektieren, Sie können nicht konkretes Verhalten unter einer generellen Norm zu ordnen (Juristen sagen subsumieren), also z.B. Du sollst Fremde nicht hauen, ja nicht ins Gesicht hauen.

        Vielleicht verstehen die, wenn die Mutter böse auf sie ist, das vermute ich sogar, aber warum die Mutter böse ist, kann ein 1 jähriges Kind nicht verstehen.

      • Susi sagt:

        Anh Toan, sie unterschätzen die kognitive Entwicklung eines 1jährigen gewaltig. Gerade im Alter von 12-18 Monaten erforscht das Kind die Umwelt intensiv und schaut, was es bewirken kann. Und natürlich ist es in der Lage, Ursache und Wirkung miteinander zu verbinden. Wenn es jemandem ins Gesicht schlägt und die Mutter dann böse schaut und in einem unangenehmen Ton mit ihm spricht, ist diese Wirkung anders, als wenn die Mutter nichts tut und die andere Person sich nolens volens zurückzieht und das Gespräch mit der Mutter beendet (Kinderziel erreicht).
        Sogar eine Seeanemone kann zwischen günstig (Licht) und ungünstig (dunkel) unterscheiden und richtet ihr Verhalten danach (Bewegung in Richtung Helligkeit). Ein Kleinkind ist doch noch ein paar Stufen weiter, auch wenn Sie ihm offenbar nicht mehr als einem Gemüse zutrauen…
        Es geht nicht um eine Reflektion oder um eine Subsumierung, um es in Ihren Worten auszudrücken, darum bringt es tatsächlich nichts, wenn die Mutter dem Kind einen Vortrag über Menschenrechte hält. Es geht um einen Lernprozess auf einer relativ niederen Stufe, nämlich darum, kausale Zusammenhänge zu erkennen.

      • Anh Toan sagt:

        @Susi: „Wenn es jemandem ins Gesicht schlägt und die Mutter dann böse schaut und in einem unangenehmen Ton mit ihm spricht“

        also Strafe (unangenehmer Ton)

        Artikel 19 Absatz 1 CH Strafgesetzbuch (steht in den meisten Strafgesetzbüchern etwa so)

        War der Täter zur Zeit der Tat nicht fähig, das Unrecht seiner Tat
        einzusehen oder gemäss dieser Einsicht zu handeln, so ist er nicht
        strafbar.

        Tut mir leid, ich halte Strafe für einen 1 Jährigen genauso falsch, wie Erklärung unmöglich.

        (Denken Sie echt, ein 1 jähriges Kind wüsste in dieser Situation, was es falsch gemacht hat? Etwas ja, aber was?)

      • Anh Toan sagt:

        Ein 1 jähriges Kind denkt vielleicht gar nicht, dass es etwas falsch gemacht hat, sondern dass es falsch ist, es entwickelt Schuldgefühle für seine Existenz als Kind.

        Klar versteht ein 1 jähriges Kind mehr als eine Seeanemone oder sonst ein Gemüse, ist ja nicht gerade eine hohe Messlatte, aber schon beim Vergleich mit einem 1 jährigen Hund wäre ich nicht so sicher, wer mehr „versteht“.

      • Anh Toan sagt:

        Ich bezweifle, dass ein 1 jähriges Kind die Kausalität von Fäustchen ausgahren – Auge tut weh, versteht, es versteht nicht mal, warum auch seine Hand weh tut, oder beginnt gerade langsam, dies zu verstehen, aber die Kausalität von Faust ausfahren – Auge tut weh – Mutti ist böse, weil das darf man nicht – das versteht kaum ein Kind vor 2.5 – 3 Jahren.

        In Asien sehe ich, dass die ihre Kinder bis etwa 3 alles machen lassen. Die rennen mit dem Essen hinter dem Kind her, um ihm noch einen Löffel rein zu stopfen, nix mit still sitzen oder so. Erst ab etwa 3 gehts los, aber dann richtig.

      • Grace sagt:

        Ganz einfach: „schluss damit!“ Wenn das Kind dann nicht folgt, gibt es einen spürbaren Klapps auf den Hinterteil. Kleine Kinder begreifen da sehr schnell, wer die Autorität hat! Das ist das Mandat der Eltern. Sie sind die Autoritäten über dem Kind. Antiautorität ist owieso ene Illusion. Wir alle stehen unter Autorität: Zuerst unter dem Gesetz, dann unter Arbeitsgebern und so weiter. Je schneller ein Kind das begreift, desto besser für die Lehrer, die gibt es nämlich bald nicht mehr. Auch werden solche Kinder als Erwachsene keine Verantwortung übernehmen und als Versager durchs Leben schnorren.

      • Ralph sagt:

        Anh Toan, haben Sie Kinder?

      • Carolina sagt:

        Ja, das wäre jetzt auch meine Frage gewesen, Anh Toan: haben Sie Kinder?
        Ihr Geschreibe ist extrem alltagsfremd und vor allem überheblich! Daran, dass die allermeisten auch sehr kleinen Kinder dieses Verhalten nicht aufweisen, können Sie erkennen, dass da sehr wohl schon Erziehungsmassnahmen (welcher Art auch immer) zum Zuge gekommen sind. Nichts einfacher, als einem 1-jährigen, der ja wohl kaum stehen kann, zu zeigen, dass andere nicht geginngt oder getreten werden: da braucht es keine Diskussionen, keine Erklärungen, schon gar keine Menschenrechtskommission, sondern ein klares Nein bzw das-

      • Carolina sagt:

        /2 Wegziehen des Kindes. Alltag auf dem Kinderspielplatz, im Haus, überall, wohin man mit dem Kind geht.

        Und ja, ich oute mich hier wie Susi auch als Oberbünzli: alle ginggen im Chor im Supermarkt? Was ich dazu zu sagen habe, ist wirklich nicht druckreif…….

      • Susi sagt:

        Aber, aber, Carolina, einem unzurechnungsfähigen Einjährigen ein „Nein!“ an den Kopf werfen?? Kennen Sie denn das StGB (Art. 19, Abs. 1) nicht?!
        Spass beiseite, einmal mehr schliesse ich mich Ihnen an.

        Und zu Anh Toan: Ihre Art bezüglich Kleinkindererziehung legalistisch zu argumentieren birgt einen gewissen Unterhaltungswert; vielleicht sollten Sie mal einen Erziehungsratgeber schreiben, dieser Ansatz fehlt ja ev. noch auf dem sonst so überschwemmten Markt.

      • Anh Toan sagt:

        Sagt mal, habt Ihr Kinder?

        Konnten die Laufen mit einem Jahr?

        Ich argumentiere nicht legalistisch, nehme das Gesetz nur als Beispiel. Es geht um (ethische) rechtfertigung von Strafe, welche Schuld voraussetzt, eben die Möglichkeit, zu erklennen das dieses Handeln unrecht ist und entsprerchend dieser Erkenntnis zu handeln.

        „Wegziehen“ damit es nicht weiter machen kann, ist etwas ganz anders als „unangeneher Ton“ nachdem „die Tat“ (hier gehts um den Schlag ins Auge) bereits vollendet ist, das ist Strafe, Strafe setzt Schuld voraus, 1-jährigen fehlt die Erkenntnis wie richtig handeln.

      • Anh Toan sagt:

        Wenn, würd ich einen Ratgeber für Kinder schreiben, wie man Eltern ertragen kann.

      • Susi sagt:

        „Sagt mal, habt Ihr Kinder?“ – Ja

        „Konnten die Laufen mit einem Jahr?“ – Ja

        Und Sie, Anh Toan, haben Sie Kinder?

      • Anh Toan sagt:

        @Susi

        Nein, ich habe keine Kinder, und damit sind meine Argumente bereits entkräftet.

      • Susi sagt:

        Anh Toan, ich bin der Meinung, dass durchaus auch Leute, die selbst keine Kinder haben, mitreden können, wenn es um Erziehungsthemen geht. Als ich Ihre Beiträge las, kam mir einfach mehrmals der Gedanke „ich glaube, der hat keine Kinder“, weil Sie halt wirklich sehr theoretisch argumentieren. Wahrscheinlich wären wir nie wirklich einer Meinung, aber ich bin überzeugt, dass die Erfahrung und der intensive Umgang mit eigenen Kindern die Haltung bezüglich Erziehung sehr stark verändern kann.

      • Susi sagt:

        Als ich noch kinderlos war, hab ich mich häufig über Dinge, die ich bei Freunden mit Kindern beobachtet habe, genervt und heimlich gedacht, dass ich das dann mal ganz anders mache. („Was, die schält doch tatsächlich ein Wienerli für ihren verwöhnten Goof!?“ und ein paar Jahre später sieht man Susi beim Wienerlischälen.)

        Auch fand ich Babys extrem langweilig, bevor ich ein eigenes hatte. Und mit dem eigenen merkte ich plötzlich, wie viel die schon mit ein paar Monaten können.

      • Anh Toan sagt:

        @Susi

        Mütter erkennen Intelligenz bei Säuglingen. Sind die Kinder dann 10 oder 12, fragen sie sich, wo die Intelligenz, die sie doch damals so überzeugt wahrnahmen, denn gebleiben ist.

        Spatzen, welche ein Kuckuckskind aufziehen, denken auch, dass sie das grösste und schönste Spatzenkind von allen haben.

        Man sollte Aussagen von Müttern betreffend die Intelligenz eigener Kinder nicht allzu ernst nehmen.

      • Anh Toan sagt:

        Ausserdem hatte ich regelmässig Kontakt zu 5 Neffen und Nichten und einem Patenkind mit Geschwister. Die Rolle als onkerl ist eine andere als die der Eltern, trotzdem kann man sehen, wie Kinder funktionieren, ab dem Teenageralter häufig sogar besser, gerade weil mein keine Autorität ausüben muss.

        Keines konnte mit 1 Jahr (frei) laufen.

      • Susi sagt:

        Ich fand meinen Säugling nicht intelligenter als andere, sondern habe meine Meinung generell revidiert, einfach dadurch, dass ich intensiven Kontakt mit einem hatte und viel dazulernte.
        mein Kind halte ich übrigens nicht für überintelligent. sie konnte zwar sehr früh sprechen (mit 18 Monaten machte sie 3-Wort-Sätze, hatte einen Wortschatz von etwa 150 Wörtern), konnte dafür mit 4 noch kein Gesicht zeichnen. So sind halt Begabungen verschieden, und als Mutter nimmt man die durchaus wahr.

        Übrigens kenne ich mehrere Kinder, die schon mit 10 Monaten frei gehen konnten, so selten ist das nicht.

      • Carolina sagt:

        Anh Toan, mit Verlaub, aber Sie begeben sich hier in gefährliches Fahrwasser, wenn Sie die Fähigkeit, eine Strafe zu verstehen, vom Laufenkönnen abhängig machen! Babies reagieren schon ganz von Anfang an auf ihre Eltern und deren Stimmungen, ohne dass sie vorher die Menschenrechtskonvention lesen können, sie wissen instinktiv genau, was Freude, Glück, aber auch betrübte Stimmungen sind. Wohlbemerkt, ich rede hier nicht von Schreien, grobem Anfahren oder gar Schlagen – ich würde im Traum nicht darauf kommen, das bei fremden Kindern anzuwenden. Aber die Eltern versuchen, darauf hinzuweisen,

      • Carolina sagt:

        /2 dass sie gefälligst im öffentlichen Raum ihre Erziehungspflicht wahrzunehmen haben, darf wohl noch erlaubt sein, oder? Damit fängt es an und wenn man dann sieht, dass die Eltern einfach nonchalant darüber hinweggrinsen, kann man auch einem fremden Kind mal klipp und klar ‚Nein‘ sagen. Das hat mit dem Alter und schon gar nicht mit dem Laufenkönnen null und nichts zu tun. Aber ich glaube, das wissen Sie selbst sehr gut, oder? Sie sind sicher ein sehr lieber Onkel (die braucht es auch), aber Eltern sollten halt nicht immer nur lieb sein.

      • 13 sagt:

        @ Grace
        Zu Recht erwähnen Sie das Gesetz und es gibt gute Gründe, warum das Schlagen von Kindern in den meisten Ländern Europas verboten ist und auch mittels der UNO Kinderrechtskonvention untersagt wurde. Also welche Autorität gilt nun? Ich finde es nur traurig und beschämend, dass im Jahre 2014 immer noch Gewalt an Kindern propagiert wird und das auch noch veröffentlicht wird. Aber eigentlich nicht überraschend. Schliesslich gehört die Schweiz nicht in diese „meisten Länder Europas“, die das verbieten….

      • mutter von vier kids sagt:

        @ anh toan

        ich hab vier kinder und darum kann ich ihnen mit sicherheit sagen das die das mit 1 jahr sehr gut verstehen können was ein „nein“ bedeutet. in oben beschriebenem fall hätte ich dem kind ein „Nein, das macht AuA!“ gesagt und es zur seite genommen. ausserdem hätte ich mich bei der kollegin entschuldigt.
        erziehung fängt von klein auf an genau wie mit dem essen am tisch. bei uns wird nur am tisch gegessen und nicht auf dem sofa oder bett oder dergleichen wie ich schon bei anderen gesehen habe. das muss man den kids von klein auf beibringen die sitzen schon als baby mit am tisch

      • mutter von vier kids sagt:

        und kucken zu um zu lernen. wie in asien erst ab 3 jahren und vorher dürfen sie alles?! ja potz donner, die haushalte möcht ich nicht sehn dort. ein kleinkind ist wie ein welpe, es braucht eine führung von klein auf. nur so können sie lernen sich in die gesellschaft einzugliedern und das ist pflicht der eltern das dem kind zu vermitteln. sie haben keine kinder also bitte kriegen sie erstmal welche dann werden sie selber erleben was ich meine.

    • Flo sagt:

      vermutlich hätten sie am besten den Schlag der Mutter weitergegeben!

      • Susi sagt:

        aber die Mutter war eben zu allen immer viel zu lieb, so eine schlägt man doch nicht 🙂

      • Tamar von Siebenthal sagt:

        @ Grace

        Wenn Sie keine anderen Erziehungsmethoden haben als schlagen, dann besser keine Kinder haben.

        Die Hände festhalten und ein bestimmtes „Nein, das tut weh“ sagen, genügt.

    • Franz Vontobel sagt:

      Kleinkinder beginnen mit etwa 2 bis 3 Jahren, Zusammenhänge zu erkennen – vorher sind „Erziehung“ und „Konsequenzen androhen“ mehr oder weniger sinnlos…

  • TheSwissMiss sagt:

    Ich denke ich würde dem Kind anständig sagen, dass es aufhören soll – ich habe noch nie erlebt, dass das nicht reicht. In einem Flugzeug hatte ich mal ein Kind hinter mir, welches ständig an meinen Sitz getreten hat. Ich habe mich einfach umgedreht und freundlich gesagt, dass es mich stört. Das wars!

    • Susi sagt:

      Und ich hab mal in einem Flugzeug erlebt, dass das Kind vor mir ständig auf den Sitz stand, mir die Sicht auf den Bildschirm blockierte und seinen Keks auf mich krümmelte. Ich bat zuerst das Kind sich zu setzen, weil ich nichts sehe, ohne Erfolg. Dann sprach ich den Vater an, der zeigte keine Reaktion, als wäre ich Luft! (Er sprach Schweizerdeutsch, ein Sprachproblem war’s also nicht.) Das Kind benahm sich wie eine Sau, rannte herum und begoss mehrere Passagiere (unter anderem auch mich) mit Cola. Die Eltern taten einfach nichts, entschuldigten sich auch bei niemandem. Erst als ich mich an das Flugpersonal wandte und dieses die Eltern verwarnte, war Ruhe.
      Ja, solche Eltern und solche Kinder gibt es. Zum Glück aber nur selten.

      • Claudia sagt:

        sIn diesem Fall hätte ich wohl selber zur Cola gegriffen und upps wäre sie über Mamis oder Papis Schoss geflossen. Lustig ist es dann jeweils, wenn das Flugzeug in ein Luftloch gerät und das liebe herumspringende Kindlein irgendwo entgegen knallt.

      • Muttis Liebling sagt:

        ‚Höflichkeit ist eine Zier, doch auskommen kann man ohne ihr.‘ Deutsches Sprichwort.
        ‚Höflichkeit‘ kann man durch ‚Bescheidenheit‘ ersetzen, beides benutzt man nur privat, nicht im Flugzeug.
        Ich hatte auch einmal in der Berliner S-Bahn ein ähnliches Erlebnis, habe der Mutter gesagt, dass ich ihr Kind beim nächsten Halt im hohen Bogen aus der Bahn werfe. Wir sind eben herzlicher und direkter miteinander, verstehen uns aber ganz gut. Da fliessen keine Tränen und niemand ist wirklich berührt.

  • alam sagt:

    Wenn es irgendwie geht, ist einkaufen ohne Kinder viel entspannter für alle. Ich muss nicht ständig nein sagen, die Kinder müssen nicht ständig brav sein, und die übrigen Einkaufenden müssen mir nicht ständig auf die Finger schauen/klopfen.

    • mutter von vier kids sagt:

      das geht am besten wenn man schon etwas grössere kids hat die in die schule kiga oder spielgruppe gehen. bei ganz kleinen kindern müssen die eben mit. ich geh bei meinen aber immer einkaufen wenn sie vormittags in der schule sind, ist viel entspannter da geb ich ihnen recht.

  • Anh Toan sagt:

    Das Kind fragt: He, wer bist denn Du da vor mir, spielst Du ein Spiel mit mir, weil es sonst nichts zu tun hat, die Stewardess signalisiert, geht Dich nichts an, ich will alleine sein, versuchen Dich zu ignorieren selbst wenn Du mich mehrmals trittst. Also „sagt“ das Kind: Wenn das Spiel ist, zu versuchen mich zu ignorieren, trete ich solange, bist Du mich nicht mehr ignorieren kannst, und dann habe ich gewonnen. Ätsch-Bätsch!

    • 13 sagt:

      Gefällt mir 😉

    • Carolina sagt:

      Ja, sehr nett. Aendert aber nichts an der Tatsache, dass die Eltern, hier die Mutter, dafür verantwortlich ist, dass das Kind eben nicht versucht, Aufmerksamkeit dadurch zu erregen, dass es jemanden ginggt oder schlägt oder was auch immer…
      Es ist eben nun mal Sache der Eltern, den Kindern beizubringen, dass sie im öffentlichen Raum gewisse Dinge nicht zu machen haben – bei den meisten funktioniert das ja auch, allzu oft kommt das Beispiel oben ja wohl nicht vor. Aber wenn, dann ist meiner Ansicht nach nur eine schnelle, klare Intervention hilfreich – vor allem, wenn Muttern so blöde grinst.

  • eva honegger sagt:

    ich habe acht Kinder ,aber so etwas habe ich nie erlebt. kann es fast nicht glauben ,was ich da gelesen habe. meine Kinder habe ich alle ohne zu schlagen oder sonst strafen zu müssen erzogen, einfach erklärt, warum man so etwas nicht tut. eigentlich ganz einfach.mein Motto: was man nicht will, dass was man dir antut, das tu auch keinem Anderen an.

    • c.von waldkirch sagt:

      Das ist der Vorteil: Mit 8 Kindern kann man sich keine solchen Ideologien der Selbsterfahrung der Kinder auf Kosten der Umwelt leisten, sonst wird das familiäre Zusammenleben unmöglich und die Mama geht unter. Mir fällt immer wieder auf, wie Kollegen mit vielen Geschwistern auch als Erwachsene rücksichtsvoll, hilfsbereit und umsichtig sind. Das „Kind als König“ benimmt sich eben auch wie ein unumschränkter Herrscher. Acht Könige, das geht dann eben gar nicht. Mein Dank an die Mütter grosser Familien!

    • mutter von vier kids sagt:

      geht mir auch so, sowas hab ich selbst auch noch nie erlebt. sowas würden sich die kids die ich kenne und meine eigenen niemald getrauen.

  • Anh Toan sagt:

    Ich würde das Kind genauso harmlos zurück „ginggen“, und damit auf seinen Versuch ein Spiel zu kreieren, eingehen. Oder allenfalls dessen Provokationsversuch ins Leere laufen lassen, indem ich diesen als Spiel verstehe. Dem Kind ist doch nur langweilig, also erfindet es ein Spiel. Und wenn sich dann alle ein wenig treten würden in der Schlange, und versuchen, das Treten der anderen abzuwehren, wäre das Warten auf die unendliche lahme Kassierin durch ein wenig Abwechslung unterbrochen, der Alltag ein bisschen weniger alltäglich.

  • Ralph sagt:

    Wenn ich mich in dieser Situation wiEderfände, würde ich zuerst abwarten, ob der erste Tritt ein Versehen war. Nach dem zweiten Tritt würde ich mich umdrehen und das Kind fragen, ob ihm meine Schuhe nicht gefallen. Alles Weitere würde sich ergeben.

    • Susi sagt:

      „Alles Weitere würde sich ergeben.“
      Was denn zum Beispiel?

      – Es ergibt sich ein lustiges Gespräch mit Kind und Mutter.

      – Die Mutter sagt: „Sprechen Sie mein Kind nicht an, das erziehe ich selbst!“ und es ergibt sich eine noch angespanntere Stimmung.

      – Das Kind sagt: „Nein, goldene Schuhe finde ich doof!“ und es ergibt sich eine Kopfnuss vonseiten Ralphs.

      – Das Kind sagt: „Nein, goldene Schuhe finde ich doof!“, worauf die anderen Kunden dem Kind widersprechen und es ergibt sich ein lustiges Gespräch, bis alle bezahlt haben und zusammen noch eins trinken gehen.

      – …

      • Franz Vontobel sagt:

        oder, nach dem zweiten Tritt: zurück treten!

      • Flo sagt:

        Franz Vontobel
        oder, nach dem zweiten Tritt: zurück treten!
        Genau, nur so begreifen sie’s (Mutter und Kind)!
        Aber; wenn zwei das selbe tun, ist es nicht das Gleiche!

        eine Bekannte erzählte mir eine tolle Geschichte;
        Sie sass auf einem Bänkli, eine Mutter mit Kind setzte sich daneben. Das Kind schlug mit einen Luftballon auf den Kopf meiner Bekannten – Kommentar der Mutter;; hör auf, sonst geht der Ballon kaputt!

        Und wenn dann die eigenen Kinder den Respekt auch vbor ihren Eltern verloren haben, ja dann gibt’s das grosse Geschrei und der Kinderpsychologe kommt zum Einsatz!

      • Susi sagt:

        „hör auf, sonst geht der Ballon kaputt!“

        Ich schmeiss mich weg!

      • Claudia sagt:

        Ich habe mal im Tram beobachtet, wie der ca 3 Jährige Knirps seine Mutter geschlagen hat. Richtig geschlagen. Mehrmals. Mutti hat weder etwas gesagt noch reagiert. Da muss man sich dann nicht wundern was für Jugendliche, bzw. Erwachsene da rauskommen.

  • Nala sagt:

    Ich hatte so ähnliches erlebt und das Kind direkt angesprochen, was es denn tun würde, wenn ich es auch ginggen würde. Gibt dann interessante Diskussionen mit den Kindern und deren Eltern. Den Eltern wars immer eher peinlich, wenn das Kind sowas machte.
    Was mich im Film mehr interessieren würde. Welche Kassierin kann es sich leisten so langsam die Produkte zu scannen? Huiuiui da schläft einem ja das Gesicht ein. Und eine Kassierin die so unanständig ihren Kaugummi kaut, bei der würd ich nie mehr an der Kasse anstehen.

  • Bruno Juchli sagt:

    Ich finde es interessant, wenn gefordert wird, dass man sich „anständig“ mit „bitte bätti“ wehren soll.
    Die Wortwahl, Ton, Körperhaltung sind alle wichtige Botschaftsträger. Zu verlangen dass man immer zuvorkommend, anständig, in normalem Ton, ja geradezu liebwürdig seine Meinung äussert beraubt einem eines riesigen Spektrums an Kommunikation. Natürlich soll man nicht ständig laut werden, aber die angemessene Anwendung der verschwiedenen Kommunikationsmittel auf verschiedene Situationen halte ich für sehr wichtig.

    • Bruno Juchli sagt:

      Allerdings bin ich auch der Meinung, dass viele Leute gerne einen Gang zurück schalten dürften. Manche Ärgernisse (Drängler, nervig laut…) sind nur Missverständnisse und basieren nicht auf Boswilligkeit. Es ist also angemessen zuerst anständig auf das eigene Empfinden/Anschauung hinzuweisen. Vielleicht reagiert das Gegenüber dann sehr anständig, entschuldigt sich und korrigiert das „Problem“ sofort. Dann haben vielleicht sogar alle was dazugelernt und eine solche Situation kann in Zukunft verhindert werden. Statt auf Eskalationskurs zu gehen und Fronten zu verhärten…

  • Grohe Barbara sagt:

    Das Filmchen ist recht gut. Ich musste lachen und dabei an eine Situation bei Freunden denken: wir hatten nach dem Essen noch Nachtisch und der 4jährige Sohn drohte mir mich mit Pudding zu bewerfen. Er fand das recht lustig, die Eltern lachten mit. Plötzlich bekam ich einen Löffel voll ab. Betretene Gesichter bei den Eltern. Ich drehte den Spiess um und warf einen Löffel zurück. Das fand er dann wiederum garnicht so lustig.

  • Werner Guntli sagt:

    „Um ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf.“ (afrikan. Sprichwort)
    Leider beteiligt sich das „Dorf“ immer weniger an der Erziehung. Da ist wohl eines der grossen Probleme in der heutigen Zeit.

    • 13 sagt:

      Ich würde sagen, dass grösste Problem sind eher die Eltern, die gerne die Türe schliessen und das Dorf aussperren. So hat sich dieses irgendwann daran gewöhnt, nicht mehr gefragt zu werden. Oder lebt dem Zeitgeist entsprechend, hinter der eigenen geschlossenen Haustüre.

  • Jana sagt:

    Antiautoritäre Erziehung heisst nicht, dass es keine Regeln gibt, sondern dass Regeln diskutiert werden können, und dass sie vor allem begründet sein müssen. Ich möchte nicht, dass mein Kind sich nur deshalb an Regeln hält, weil „Mama sonst sauer wird“. Wenn ein Kind alt genug ist, um Regeln bewusst zu übertreten (wenn es weiss, dass Sachen richtig oder falsch sein können), und weiss, dass das eigene Handeln Konsequenzen hat, dann kann man auch einen Dialog führen. Ich finde aber künstliche Grenzen und irrationale Begründungen da fehl am Platz („wenn du nicht aufisst, scheint die Sonne nicht“)

    • Hotel Papa sagt:

      Sehe ich nicht so. Diskussionen über Regeln sind fruchtbar ab Urteilsfähigkeit der Kinder. Dann kann man auch mal zu Kompromissen kommen.
      Regeln verstehen können sie aber schon viel früher. Da ist dann durchaus auch Platz für „Ist so weil ist so!“ (Und, ja auch: „Weil Mama und Papa das so wollen!“)

  • Susi sagt:

    Super Film, mir gefällt vor allem auch der Vor- und Nachspann mit diesen Buchstaben-Klebebändern – wie hiessen die nochmals? Man sieht da auch so schön, wie viele Leute an so einem 3-Minuten-Filmli beteiligt sind.

  • Francesca sagt:

    Die Haltung der Mutter ist eine einfache Delegation: die Umgebung soll die Grenzen setzen, nicht sie. Sie liefert ihr Kind damit Dritten aus, von denen sie die Reaktionen nicht einschätzen kann. Wir schulden es unsern Kindern, dass sie von uns lernen, was geht, und was eben nicht geht. Wir können es ihnen liebevoll und altersgerecht beibringen und sie so aufs Leben vorbereiten. Diese Mutter hier lässt ihr KInd offen in den Hammer laufen, denn irgendwann kriegt es von irgendwem eine gebraten, dass ihm Hören und Sehen vergeht, und dann begreift es die Welt nicht mehr, fühlt sich verkannt.

  • Nadia B. sagt:

    Ich kenne diesen Witz auch schon. Allerdings in dieser Variante: die Frau gibt der Mutter eine Ohrfeige. Dann sagt sie: „Ich bin auch antiautoritär erzogen.“

  • franz meier sagt:

    Alter Witz, nicht wirklich lustig, ABER:
    Wenn mich ein Kind piesakt, spreche ich das Kind an, nicht dessen Mutter. Sonst kommt es eben so raus, wie im Film.

  • dres sagt:

    „Wie würden Sie reagieren, wenn Sie sich in einer Situation wie im Video widerfänden?“
    Dem verzogenen Goof und seiner noch verzogeneren Mutter scheinbar unbeabsichtigt mit vollem Gewicht auf die Zehen stehen. Ich weiss, erzieherisch nutzlos – aber danach wäre ein gewisser Abstand sicher gewährleistet. Abgesehen davon habe ich eigentlich noch nie ein Kind erlebt, das einer fremde Person in die Hacken tritt.

  • Jost Müller sagt:

    Also ich mache da folgendes: Umdrehen und bitten aufzuhören. Wenn das nichts bringt zurückgingen leicht. Wenn das immer noch nichts bringt eine Ohrfeige. Die Anzeige nehme ich gerne in Kauf. Ich bin nicht angewiesen auf einen einwandfreien Leumund. Der Mutter würde ich dann sagen dass sie ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt.

  • Corinne sagt:

    Herrlich, der Kurzfilm. Wäre die Realität doch auch so! 😉

  • Walter Kuhn sagt:

    „Antiautoritäre“ Erziehung wird meist falsch verstanden. Viele Alt-68er und Alt-80er glauben, die eigenen Kinder sollten einmal die Revolution vollenden. Andere wiederum glauben, es reiche, von Zeit zu Zeit „Grenzen zu zeigen“. Das Kind provoziert, bis es die Eltern verjagt, und sie schreien oder schlagen. – Wie sich das rächt und kein Witz: In ZH antwortete ein Muttermörder dem Richter auf die Frage nach dem Warum: „Ich musste ihr Grenzen setzen“.

    Der moralischen und gesetzlichen Pflicht zur Erziehung kommt aber nur nach, wer selbst Vorbild ist, und dem Kind sagt was richtig ist.

  • Frank Tork sagt:

    Strohmanndiskussion. Wieder mal ein beliebtes Sujet, um „die Linken“ und „Mode-Eltern“ lächerlich zu machen. Ich kenne niemanden, der seine Kinder einfach machen lässt, was sie wollen. Nicht mal eine einzige Person. Aber die Klatschheftli schreiben im Monatstakt über dieses „Thema“. Danke, Diskussion beendet.

    • Walter Kuhn sagt:

      Doch, solche Mütter gibt es, mindestens eine. Die schaute bloss zu, wenn die Kinder sitzende Mitpassagiere ins Gesicht schlugen, oder stehende in den Rücken. Die Kinder tun einem leid. Zuerst wollte sie kein Kindergarten mehr haben – warum wohl!?. Jetzt sind sie nicht mehr bei der Mutter. Auch Mütter aus Afrika, die noch nicht integriert sind, lassen ihre Kinder Leute belästigen und ganze Abteile verunreingigen. – Als Betroffener oder Augenzeuge ist man darob meist so baff, dass man gar nicht reagiert. (Einen vollen Jogurtbecher hat man selten zur Hand, dieses Rezept ist praxisfremd.)

      • Fritz Huber sagt:

        Ah ja? Wieviele „nicht integrierte Mütter aus Afrika“ haben sie denn im Zug schon beobachtet?

        Eine verallgemeinernde Herabsetzung einer Personengruppe aufgrund ihrer ethnischen Herkunft nennt sich auch Rassismus.

  • Martin Johansson sagt:

    Es ist ganz einfach, dazu braucht es weder ein Studium in Pädagogik noch Erfahrung in Tiefenpsychologie. Wenn am Verhalten des Kindes etwas störend auffällt sollten Massnahmen ergriffen werden, damit das aufhört, konsequent. Das nannte sich früher mal Erziehung. Einerseits durch vormachen als Vorbild, andererseits halt durch klare Instruktionen, was das Kind tun darf und was nicht. Das Ziel wäre ja, dass der kleine Mensch sich später in der Gesellschaft zurechtfindet. Ausser man lebt auf einer einsamen Insel. Und nein, das Kind kriegt KEINEN psychischen Schaden, wenn es zurechtgewiesen wird…

    • Ulrich Gassner sagt:

      Wo kann ich unterschreiben?
      Es kommt hinzu, dass Kinder auch fast erleichtert reagieren, wenn sie realisieren, dass man ihre Spielchen durchschaut und deshalb klare Grenzen gesetzt hat. Ständig Erwachsene provozieren ist eben auch anstrengend.

  • Franz Vontobel sagt:

    Mal ganz abgesehen davon, dass der „gespielte Witz“ hier einen Bart hat, auf den er wohl selber tritt – antiautoritär erziehen heisst eben nicht nicht-erziehen (wie das 13 oben ausführte)…

    • erika sagt:

      das „anti“ beruht ohnehin auf einem (absichtlichen?) übersetzungsfehler bzw. auf übereifer und falsch verstandenem vorauseilendem gehorsam von menschen im deutschsprachigen raum. alexander s. neill, der „erfinder“ der NICHT-autoritären erziehung, hat nie davon gesprochen und dies auch nicht gelebt. ich darf mitreden, ich kenne das system inside: mein sohn war zwei jahre in summerhil… inhaltlich bin ich völlig bei ihnen, franz vontobel.

  • diva sagt:

    tja, als dieser hype als DIE wissenschaftliche, psychologisch und pädagogisch wertvollste erkenntnis war und man als rabenmutter verschrieen wurde, wenn man seinem kind noch anstand beibrachte, dachte keiner daran, dass «die süssen kleinen» mal erwachsen werden. heute regen sich alle über rüpelende jugendliche, arrogante und freche, ichbezogene junge menschen auf, dabei sind diese nichts anderes als der produkt der dummheit ihrer eltern. eltern, die werte, gute manieren und respekt als altmodisch empfanden und so unfähig waren kinder zu erziehen, dass sie dazu ratgeber brauchten…

  • Paula sagt:

    Das ist ein alter Witz und hat einen so langen Bart, der reicht bis zum Boden bzw. in die 70er Jahre. In meiner Jugend (das ist 35 Jahre her), war es ein Glas Honig (das war den Produzenten wohl zu klebrig), das der Hintermann mit denselben Worten der Mutter über den Kopf kippte….das war damals zum totlachen lustig. Wenn das jetzt Thema einer ernsthaften Diskussion werden soll zeigt das vor Allem eins: Eigentlich hat sich nix geändert – die Kinder wurden damals und werden heute auch gross und machen ihren Weg und die „Alten“ motzen damals wie heute über die sog. moderne Erziehung.

  • 13 sagt:

    Irgendwie werden hier Äpfel und Birnen vermischt und auch noch etwas schwarz-weiss gemalen. Eine antiautoritäre Erziehung beeinhaltet nicht, dass man den Kindern nicht beibringen kann, dass sie die Grenzen anderer Menschen akzeptieren müssen. Es geht eher um den Dialog mit dem Kind und das man die Macht, die jedes Elternteil über das Kind hat, nicht missbraucht, sondern zurückhaltend anwendet, nämlich dort, wo es wirklich nötig ist, was klar der Fall ist, wenn ein anderer zu schaden kommt. Insbesondere die Erkenntnis, dass Respekt keine Einbahnstrasse ist. Problematisch ist in meinen Augen

    • 13 sagt:

      nicht die autiautoritäre Erziehung, sondern der angesprochene Prinzenstatus. Der hat nämlich nichts mehr mit Gleichwertigkeit zu tun, sondern eher, dass dem Kind beigebracht wird, dass seine Bedürfnisse vor allen anderen geht. Für ein Baby ist das in Ordnung, aber irgendwann sollte das Nein erlernt werden. Denn ansonsten wird es klar problematisch, wie im Video. Antiautoritär nenne ich das nicht. Eher sehr autoritär, nur dass das Kind die Autorität ist.

    • Ulrich Gassner sagt:

      Dieses und ähnliches Geschwurbel enthält eine grundsätzliche Fehlüberlegung. (Kleine) Kinder sind nicht rational denkende, verständige Wesen, mit denen man einen echten ‚Dialog‘ führen könnte, sondern zwar meist liebenswürdige, aber auch egoistische kleine Intriganten, denen immer mal wieder unmissverständlich klar gemacht werden muss, wer der Boss ist und dass sie sich nun mal an gewisse Regeln zu halten haben.

      • 13 sagt:

        Kinder, die von Anfang an mit dem Dialog aufwachsen, lernen ihn auch ganz schnell. Kinder sind auch keine Egoisten. Sie sind zu Beginn auf ihre eigenen Bedürfnisse konzentriert und lernen nach und nach, dass auch andere Menschen Bedürfnisse haben. So ab ca. 4 Jahren können sie sich auch in andere reinversetzen. Wenn man es ihnen beigebracht hat. Wenn nicht, folgen sie einfach blind Regeln, aus denen sie irgendwann ausbrechen (meistens in der Pubertät). Ich bin nicht der Boss meiner Kinder, sondern aufgrund Alter und Erfahrung eine Leitperson. Altersgemässe Vorgehensweise ist dabei klar.

      • Franz Vontobel sagt:

        Jaja, nicht rational denkend, aber Intriganten – nur so von wegen „Geschwurbel“… 😀

      • 13 sagt:

        Aber meine Hauptaussage haben Sie dabei offenbar nicht verstanden. Nur weil man nicht ständig „den Kindern zeigt, wer der Boss ist“ heisst das nicht, dass die Kinder alles dürfen und alle das so hinnehmen müssen, mal ganz von der absolut unpassenden Reaktion der „Stewardess“, welche mich wohl auch zu einem dummen Spruch inspiriert hätte (was nicht heisst, dass ich zu meinem Kind nichts gesagt hätte).

      • Ulrich Gassner sagt:

        @FV: Das Intrigieren erfolgt eben instinktiv. 😉

      • 13 sagt:

        @ FV
        😀

      • Ulrich Gassner sagt:

        @13: Bei einer obigen Antwort habe ich
        a) zu empfindlich auf das ‚Dialogs‘-Zeugs reagiert, und
        b) war da der zweite Teil ihrer Mitteilung noch nicht sichtbar, mit dem ich sehr einverstanden bin.
        Unsere Auffassungen liegen nicht weit auseinander.

      • 13 sagt:

        @ U.G.
        Auszug Duden: Intrigieren = etwas gemeines planen (und ausführen), um jemand anderem zu schaden

        Wenn das instinktiv geht, ohne rationales denken, würde das unser Strafrecht ziemlich revolutionieren. Ein Steuerbetrug würde so locker unter Instinkt gehen.

      • Ulrich Gassner sagt:

        @13: OK, Sie haben gewonnen. Nehmen Sie zur Belohnung ein Sugus.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das mit dem „Instinkt“ heisst dann bei uns so schön Steuerhinterziehung, und eben nicht -betrug…

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Eben. Die Steuerhinterziehung ist was anderes als ein Betrug, weil es bei Betrug noch eine zusätzliche hinterlistige Absicht und Tat braucht, Wie bei einer Intrige. Das kann nicht einfach so zufällig geschehen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Das war eigentlich eher satirisch gemeint. Mal eben ein paar Tausend Franken Einkommen „vergessen“… Ja, da kommen sicher die Instinkte zu tragen.

    • Sportpapi sagt:

      @13: Und trotzdem finde ich auch Ihre Überzeugungen zwar schon, aber für mich nicht so alltagstauglich. Es gibt jetzt drei Möglichkeiten. Entweder Sie haben recht, Kinder wären so, und wir machen es falsch. Oder aber Sie haben einfach pflegeleichte Kinder. Oder aber Sie haben unrecht und Ihr Konzept ist nicht praxistauglich.

      • Susi sagt:

        Also, bei mir klappt auch nicht immer alles über den Dialog. Manchmal nützt diskutieren nichts mehr, zumindest bei meiner Tochter, da muss ich dann sagen: „So, jetzt isch fertig. Äntweder du tuesch jetzt folgä oder es git e Straf.“ Ja, ist Erpressung und man zwingt dem Kind den eigenen Willen auf, aber manchmal versteht es halt einfach nicht, dass etwas jetzt nicht geht oder nötig ist, o.ä., egal, wie detailliert man es erklärt.

      • 13 sagt:

        @ SP
        Welche Überzeugung? Des Dialogs oder dass „antiautoritäre Erziehung“ und ein „Prinzenstatus“ nicht das Gleiche ist?
        Nun, es gibt einen Unterschied zwischen Überzeugung/Anspruch und dem Alltag. Immer klappt es nicht und ich bin auch nur ein Mensch, der mal die Nerven verliert, die Kinder anschreit oder einfach ins Zimmer stellt. Aber da es eben meiner Überzeugung entspricht, ich daran arbeite, dass es klappt, geht es meistens gut mit dem altersgemässen Dialog. Da besteht schon ein Riesenunterschied im Umgang mit der 6j. und dem 3j, dessen Hauptargument „aber ig wott“ ist.

      • 13 sagt:

        Falsch denke ich auch nicht. Ich kann mir nicht vorstellen, dass viele da drin wirklich autoritär erziehen, wo der Wille des Kindes nichts zählt, wenn der Boss etwas sagt. In meinem Umfeld gibt es das nur in einer Familie und diesen Kontakt habe ich inzwischen abgebrochen. Die meisten liegen irgendwo dazwischen, mal mehr Richtung Regeln, mal mehr Richtung Ausprobieren. Die Welt ist ja nicht schwarz-weiss. Pflegeleicht? Ich weiss nicht. Es sind tolle Kinder mit viel Energie und einer ganzen Portion eigenem Willen, was nicht immer einfach ist. Aber wer weiss wie sie mit anderer Erziehung wären?

      • Carolina sagt:

        13: Ich finde, es ist nichts dagegen einzuwenden, wenn Sie und Ihr Partner einigermassen konsequent diese Haltung versuchen durchzusetzen – gemeinsam. Eltern haben immer unterschiedliche Erziehungsstile, wie auch unsere Kinder jeweils anders sind. Meistens, zumindest in der Rückschau, haben wir ja unsere Massnahmen auch auf die Bedürfnisse des jeweiligen Kindes abgestellt, d.h. eine gewisse Flexibilität ist unbewusst immer da. Womit ich ein Problem habe ist, die eigene Haltung als allgemeingültig darzustellen. Ich bin da ein gebranntes Kind. Meine älteren Kinder waren – bis auf normale

      • Carolina sagt:

        /2 ‚Probleme‘ – sehr pflegeleicht, als sie klein waren und rückblickend muss ich leider sagen, dass ich gern mal die Supermutter gegenüber anderen rausgekehrt habe. Später dann gab es mit einem Kind ziemlich massive Problemstellungen, die uns alles überdenken liess. Insofern finde ich heute, dass es völlig ok ist, seine eigenen Haltungen zu haben und auch mitzuteilen, aber sehr, sehr vorsichtig sein muss, inwiefern neue Altersstufen auch neue Probleme und Haltungsänderungen mit sich bringen können. Die Jury steht in jedem Fall noch aus!

      • 13 sagt:

        @ Carolina
        Die Referenz habe ich insofern als sowohl ich wie auch mein Mann auf eine ganz ähnliche Weise erzogen wurden, was im Übrigen nicht heisst, dass wir gleich erziehen. Es herrschen auch nicht immer die gleichen Regeln. Und wie geschrieben: Eine Überzeugung, einen Anspruch, wo man hinwill, wie man es sich vorstellt hat man, unabhängig vom Kind. Ich nehme mir ja auch vor, mein Kind nie zu schlagen und warte nicht zuerst mal ab, wie das Kind wird und entscheide dann, ob es Schläge verdient. Und diese Überzeugung sage ich auch, muss ja nicht jeder teilen. Im Alltag braucht es manchmal

      • 13 sagt:

        etwas pragmatische Lösungen, wie ich das auch gesagt habe, gelingt mir da ein Dialog auch oft nicht, und von einer Supermami bin ich weit entfernt. Ich versuche mein Bestes, wie dies im Übrigen auch alle anderen Mütter tun, nur was das Beste ist bzw. wäre, da unterscheiden sich die Ansichten eben je nach Weltanschauung. Wenn aber von vornerein kommt, das geht eh nicht, dann muss ich sagen, dass ich täglich etwas anderes sehe. Und ich behandle auch meine Kinder nicht gleich, weil sie aufgrund Charakter, Alter und Familienkonstellation anders sind, aber gleichwertig. Da haben Sie recht.

      • Carolina sagt:

        Im wesentlichen, das habe ich vergessen zu sagen, würde ich dafür plädoyieren, dass sich Eltern generell ein wenig zurücknehmen, wenn es darum geht, ‚perfekt‘ sein zu wollen, alles richtig machen zu wollen etc (als ob es tatsächlich das eine Richtige, das eine Perfekte gäbe). Guter Willen machen schon sehr viel aus, finde ich. Dann noch ein wenig Vorsicht und Kritikfähigkeit in den Cocktail und Bingo. Für unsere Kinder sind wir mit all unseren Fehlern und Irrtümern und nervigen Eigenschaften eben doch immer die Eltern – mit etwas Glück kann man dann später über die Fehler mit ihnen lachen.

  • Daniel sagt:

    Das Problem ist, dass wenn man das Kind anschnauzt weil es sich scheisse benimmt, dann wird man von anderen Leuten zurecht gewiesen, dass es ja noch ein Kind ist und es seine Erfahrungen machen soll. Unsere Kinder werden so behandelt, als würde Gold abgehen, wenn es eben mal eine gescheuert bekommt. Wie bei den Erwachsenen gibt es Kinder, die sind vernünftiger, und die anderen lernen eben nur so. Seht es ein, nicht überall lassen sich mit Worte oder Liebesnuschelei die Vernunft herstellen.

    • Charles sagt:

      Na und? Dann richten Sie sich eben in der zweiten Phase gegen die Erwachsenen. Sie könnten z.B. sagen, Sie würden gleich nach dem Einkaufen zur KESB gegen, um eine Fremdplatzierung des Goofs zu fordern… 🙂

      Abgesehen davon: Sie brauchen ja nicht gleich anzuschnauzen und zu hauen.

      • Christina sagt:

        Abgesehen davon, dass ich als Mutter mein Kind in einer Gruppe von Menschen in der Regel eher zu früh als zu spät schon selber auf sein Fehlverhalten hinweise, schätze ich es nicht, wenn fremde Menschen mein Kind direkt anschnauzen, denn dies steht in einer vergleichbaren Situation an einer Supermarktkasse nur mir zu.

        @Daniel: Mit allem Respekt: Schlagen geht gar nicht. Körperliche Gewalt bewirkt erwiesenermassen keinen Lerneffekt, sondern nur Ängste und Terror. Schrecklich ist bereits die Vorstellung….

      • Ulrich Gassner sagt:

        Das steht nur Ihnen zu, Christina? Weit gefehlt, das steht jedem zu, der von Ihrem Goofen traktiert wird. So halte ich es. Und wenn dann die Mama noch meint, einen auf Löwenmutter machen zu müssen, kriegt sie verbal auch noch Ihr Fett weg.

      • 13 sagt:

        Da staune ich auch sehr, Christina. Da ich meinen Kindern beibringe, selber Verantwortung für ihre Taten zu übernehmen, würde ich mich in einer vergleichbaren Situation umdrehen und dem Kind sagen: „Würdest Du bitte damit aufhören? Das stört mich.“ Meistens ist es sogar einiges effektiver und das Mädchen ist ja kein Kleinkind mehr und weiss, was sie tut. Anschnauzen ist aber nicht nötig.

      • Sportpapi sagt:

        @Christina: Wenn ich ein Problem mit dem Kind habe, wende ich mich an das Kind. Die Mutter hat mir ja nicht getan. Ausserdem hatte sie ja die Gelegenheit, bereits früher einzugreifen.

      • Claudia sagt:

        nein Christina. Wenn ihr Kind gegen MEIN Schienbein tritt, habe ich das Recht etwas zu sagen.

      • Pete sagt:

        Christina, wenn es so weit kommt, dass ich Ihr Kind direkt anspreche, dann haben SIE es zu weit kommen lassen und IHRE CHANCE verpasst, ihrem Kind etwas beizubringen oder es zurechtzuweisen. Als Mensch in der Umgebung muss ich weder das Fehlverhalten eines Rotzgoofen noch Ihre Indignation ertragen wenn Ihr Kind die Grundsätze des Anstands nicht kennt. Schlagen bringt nicht viel, Kinder einfach gewähren zu lassen ist jedoch auch inakzeptabel.

      • mutter von vier kids sagt:

        @christina

        hahaha!!!!!
        also mal ernsthaft. goofen die sowas machen wurden nicht erzogen, das ist meine meinung. wenn meine sowas täten und ich trau ihnen das eigentlich überhaupt nicht zu aber wenn, dann POTZ DONNER!!!!!! sowas geht gar nicht.

    • Walter Boshalter sagt:

      Nunja, irgendwie müssen gutschweizerische Eigenschaften wie die Faust-im-Sack-machen ja weitergegeben werden. Das resultiert dann später (Klischeehasser bitte weghören) in der klassischen schweizer Menschentraube vor dem Verkaufsstand, wo sich der kleine Italiener vordrängt und alle innerlich „A****loch“ denken aber nur der Deutsche in zurechtweist…

    • 13 sagt:

      Und dann gibt es auch noch die unvernünftigen Erwachsenen, die sich nicht benehmen können. Befürworten sie da auch Gewaltanwendung oder ist das nur gegenüber Schwächeren toleriert? Vermutlich das Zweite, denn Sie wollen ja damit, dass Sie dem Kind eine Ohrfeige verpassen, diesem beibringen, dass es nicht andere Leute (Entschuldigung, Erwachsene) mit dem Fuss kicken soll. Die Logik verstehe ich selbst als doch ziemlich vernünftige Erwachsene nicht.

      • Christina sagt:

        @13: Die freundliche Aufforderung „würdest du bitte aufhören, das stört mich“ ist o.k., denn damit wird dem Kind vorgelebt, was man erwartet. Anschnauzen ist jedoch nicht ok. Letzteres hatte ich auch gemeint mit meinem Post. Insofern bin ich einverstanden.

      • Hotel Papa sagt:

        Nix bitte. „Ich will das nicht. Hör auf!“

        Wer sich aggressiv benimmt, darf, soll erfahren, was das im Gegenüber auslöst.

        War nicht genau das das Ziel der antiautoritären Erziehung? Erfahrung machen heisst eben auch, erfahren was eigenes (Fehl-) Verhalten im Gegenüber auslöst.

      • 13 sagt:

        @ HP
        Es gibt keine bessere Erziehung als das Vorbild. Wenn ich will, dass meine wie auch andere Kinder einen anständigen Umgangston mir gegenüber anschlagen, dann brauche ich auch ihnen gegenüber einen anständigen Ton. Ich wurde nämlich gut erzogen. Ansonsten muss ich mich wundern, wenn sie mir gegenüber oder auch sonst frech sind. Sie plappern ja nur das nach. Wenn es nicht aufhört, würde ich deutlicher werden und mich dann auch (aber nicht nur) an die Mutter wenden.

      • Hotel Papa sagt:

        Kommt drauf an, in welchem Alter. Wobei bei der Göre Vorbild noch angebracht ist.
        .
        Als Vorbild gut wirken können aber nur regelmässig angetroffene Bezugspersonen.
        .
        Und wenn so offensichtlich Grenzüberschreitung gesucht wird, wie hier gespielt, dann ist klare Grenzsetzung gefragt. „Bitte“ enthält implizit eine Alternative für den Gebetenen, sich anders zu verhalten. Das ist keine klare Grenze.
        .
        Deswegen Befehlston. Klar und unmissverständlich. Muss nicht aggressiv sein. Aber deutlich.
        .
        (Grammatikalisch ist eine Bitte übrigens auch Imperativ. Bloss eben weichgespült.)

      • 13 sagt:

        @ Hp
        Wieso können nur Bezugspersonen Vorbilder sein? Für mich ist klar: Wie ich von anderen behandelt werden will, so behandle ich andere. Wenn sich jemand an meinem Verhalten stört, dann bin ich froh, wenn er etwas sagt, aber erwarte einen gewissen Anstand. Und den bringe ich auch anderen entgegen. Warum soll ich Befehle aussenden, wenn es auch höflich geht? In 99% der ähnlichen Fälle reicht es nämlich gut.

      • Hotel Papa sagt:

        Bei den 99% ist aber wahrscheinlich nicht offensichtliche Provokation im Spiel. Mit der Option, die Bitte abzulehnen, gibst Du dem Provokateur nur die Chance für eine zusätzliche Runde im Machtspielchen.

        Ich sehe auch nicht ein, was an einer unmissverständlichen Aufforderung unhöflich sein soll. Ich bitte nicht darum, aufzuhören. Ich fordere es. Das Verhalten ist inakzeptabel. Das darf man zum Ausdruck bringen.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Naja, meistens werden Erwachsene nicht körperlich übergriffig. Folglich gibt es auch keine körperliche Antwort. Aber wenn doch: So ganz absolut würde ich nicht ausschliessen, dass ich mich dann auch auf körperlicher Ebene wehre. Da kickt ihnen jemand so unangenehm in die Beine. Geht vielleicht noch. Betatscht Ihr Gesäss, Ihre Brüste, oder was auch immer? Nein, man kann nicht alles immer mit Worten lösen!

      • Andreas Daxer sagt:

        ja liebe christina – da haben sie sich offenbar mit ihrer meinung etwas verrannt. nie im leben käme es mir in den sinn, ein kind das mir auf die nerven geht, zu BITTEN sich anständig zu verhalten ! natürlich würde ich nie ein fremdes kind anfassen. aber meine worte wären so klar und unmissverständlich, dass weder sie noch ihr kind weitere anstalten machen würden mich weiter zu nerven. jeder muss eine fahrprüfung machen um auto fahren zu dürfen. ich wäre dafür, dass auch eltern sich einer prüfung unterziehen müssten, ob sie überhaupt ein kind erziehen könnten……

      • Franz Vontobel sagt:

        Mhh, das ist eine interessante Wortwahl, Daxer: ein Kind, dass ihnen auf die Nerven geht – Sie nehmen sich also das Recht heraus, ein Kind, dass sie nervt (eine sehr subjektive Angelegenheit, die wohl auch vor sich hin singen, reden u.ä. nerviges Verhalten umfasst) zusammenzustauchen.
        Getrauen sie sich das bei Erwachsenen auch? Oder sind sie v.a. Schwächeren gegenüber so mutig?

      • 13 sagt:

        @ Sp
        Ach Du meine Güte, man kann es auch übertreiben. Es ist ein gelangweiltes Unterstufenkind, dass seine Langweile damit zu bekämpfen versucht, indem es sanft einen anderen Menschen kickt, in der Hoffnung, dass dieser reagiert und nun etwas spannenderes passiert (was es auch erreicht hat;-)) Einen Einbrecher mit Waffe oder bei einem sex. Übergriff würde ich niemanden höflich bitten, doch wieder rauszugehen oder aufzuhören, aber hier finde ich es jetzt nicht derart tragisch. Würde es danach nicht aufhören, würde ich energischer werden, die Mutter ansprechen oder sogar am Fuss festhalten.

      • Andreas Daxer sagt:

        lieber herr vontobel, andreas daxer – oder herr daxer – soviel zeit muss sein. natürlich stauche ich nur kinder und schwächere zusammen. um es mit ihren worten zu sagen: es wäre noch zu definieren was schwächere sind……….sie gehörten offenbar zu den schwächeren; was die treffsicherheit von interpretationen und wortgewandtheit anbelangt…….mmh

      • Andreas Daxer sagt:

        und allen ein schönes weekend !

      • Franz Vontobel sagt:

        Ach, Daxer reicht schon, denke ich…

    • Widerspenstige sagt:

      Da irren Sie sich, Christina, denn Sie und Ihr Kind befinden sich an einer Kasse in öffentlichem Raum. Da ist es möglich, dass dem Kind Regeln von der Aussenwelt beigebracht werden die nicht immer konform mit Ihren gehen.

      Ich darf anfügen, dass ich mit meinen Kindern selten bis nie (oder ich kann mich schon gar nicht mehr daran erinnern, solange ist es her .)) sowas erlebt habe. Sie wurden aber auch nicht ausschliesslich von Mama/Papa erzogen, sondern waren bei Tagesmüttern und zuletzt bei einer Nanny.

      Also familienergänzende Betreuung kann sehr sinnvoll sein für sämtliche Lebenslagen…

      • Franz Vontobel sagt:

        Mhh – was möchten sie uns damit genau sagen? Dass ihre Kinder, wären sie ausschliesslich von ihnen erzogen worden, in genau solche Situationen geraten wären..?

        Ok, das kann ich mir nun wirklich gut vorstellen!… 😀

      • Widerspenstige sagt:

        Franz, Sie sollten nicht zwischen den Zeilen lesen, sondern nur verinnerlichen, was da steht. Aber die Gefahr war latent vorhanden, das hat Ihr Röntgenblick wieder mal ungehemmt durchschaut. 😆

      • Sportpapi sagt:

        Nun ja, es gibt Kinder, denen es gut tut, nicht von den eigenen Eltern betreut zu werden. Bei anderen haben die Eltern das auch im Griff. Unsere Kinder würden so etwas jedenfalls auch nicht machen…

      • Susi sagt:

        @SP: Ich glaube nicht, dass solches Verhalten von Kindern immer damit zusammenhängt, dass die Eltern es nicht „im Griff“ haben. Es gibt einfach Kinder, die extrem viel schwieriger sind als andere; ich kenne solche, die einen Mist am nächsten bauen und auf rein gar niemanden hören, obwohl die Eltern keine schlechte Erziehungsarbeit leisten.

      • Hotel Papa sagt:

        Yep. Denke ich auch jedesmal, wenn ich solche Besserwisserkommentare höre. „Ich wünsch Dir ja eigentlich nichts schlechtes. Aber dass Dein Nachwuchs mal ein so richtig schwieriges Jahr durchmacht, schon!“

      • Sportpapi sagt:

        @Susi: Ich kenne das durchaus auch aus eigener Erfahrung mit einem unserer dreien, der kaum auf etwas hört, und doch nicht anders erzogen ist als die beiden anderen. Und dennoch, gegenüber Erwachsenen würde er sich das nicht erlauben. (Hoffentlich)

      • Carolina sagt:

        Stimme HP bei: als jemand, der zwei fast erwachsene Kinder und einen 7jährigen hat, habe ich da Erfahrung. Bei uns gelten klare Ansagen und Richtlinien, die wir beide relativ konsequent durchgehalten haben und ganz sicher hätten wir keinem unserer Kinder solches Verhalten durchgehen lassen aufgrund irgendwelcher vager Vorstellung von Gleichberechtigung und nicht-autoritärer Erziehung. Jeder, der noch kleine Kinder hat, muss sich darüber im Klaren sein, dass man erst dann wirklich eine Bilanz von ‚erfolgreicher‘ Erziehung ziehen kann, wenn die Kinder erwachsen sind. Und dann werden, meiner

      • Carolina sagt:

        /2 Erfahrung nach, in den meisten Fällen und bei mehreren Kindern klar, dass auch Geschwister-Kinder unterschiedlich sind, dass manche in frühen Jahren pflegeleicht und in der Pubertät extrem schwierig sind oder umgekehrt und noch viele andere mögliche Varianten. Und ich kenne genügend Eltern, die sich – soweit man das von aussen beurteilen kann – nichts vorzuwerfen haben und trotzdem Probleme mit einem Kind haben, während das andere vielleicht ‚wohlgeraten‘ ist.
        Wichtiger als alles andere ist mMn Konsequenz beim eigenen Erziehungsstil, Lernbereitschaft und vor allem nie Selbstgefälligkeit.

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