Der Keim der Jugendgewalt

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Ähnliche Szenen müssen sich in München beim Übergriff Zürcher Jugendlicher auf Passanten abgespielt haben: Screenshot aus einem Videogame.

Die Bösen sind immer die andern. Niemand rechnet damit, dass der Bub, der heute noch so entzückend mit dem Holzschwert herumfuchtelt, morgen in den Gassen die Fäuste schwingen und harmlose Passanten verprügeln wird. Dennoch sollte man sich seiner Sache nicht zu sicher sein. Auch der Vater von Mike B., einer der Prügler von München fiel aus allen Wolken, als er von der Tat erfuhr. In einem Interview mit dem Münchner Merkur bekannte er unter Tränen: «Mein Sohn ist nie durch Gewalt aufgefallen und war eigentlich ganz brav.»

Jugendgewalt ist eine Realität. Gerade wurden in Winterthur, Rorschach und Altstätten Kinderbanden ausgehoben. Schon fordern SP und SVP geschlossen, dass die Eltern minderjähriger Gewalttäter in die Pflicht genommen werden. Eine löbliche Absicht, nur ist es, wenn der Nachwuchs zuschlägt, für Massnahmen schon reichlich spät. Denn es ist ja nicht so, dass der herzige Bub eines Morgens als Schläger aufwacht.

Was also können Eltern dagegen tun? Der Schweizerische Bund für Elternbildung lancierte vor zwei Jahren die Kampagne «Stark durch Erziehung». Die darin propagierten Grundsätze sind: «Liebe schenken, streiten dürfen, zuhören können, Grenzen setzen, Freiraum geben, Gefühle zeigen, Zeit haben und Mut machen.» Simples Rezept. Es konsequent anzuwenden ist aber schon schwieriger.

Liebe schenken und Freiräume gewähren, das geht nocht relativ einfach. Mehr Probleme macht es meistens, Grenzen zu setzen und konsequent zu bleiben. Wer hat dem Gequengel und den Wünschen der Kleinen nicht schon allzu oft nachgegeben, weil es gerade bequemer war? Wer wirft nicht seine eigenen Erziehungsgrundsätze immer mal wieder über den Haufen, weil man einfach gerade keine Zeit hat oder wegen dem allgemeinen Stress nicht die Kraft aufbringt, sich durchzusetzen und den Widerstand der Kinder auszuhalten? Und wer hat sich in Sachen Erziehung nicht schon eher in die Auseinandersetzung mit seinem Partner gestürzt, weil er glaubte, er wisse es besser, anstatt die Sache mit ihm durchzuziehen, auch wenn es vielleicht nicht so läuft, wie man es selbst gern hätte? Wie die Stiftung Kinderschutz schreibt, gehören aber beispielsweise ein ineffizienter Erziehungsstil oder häufiger Streit zwischen den Elternteilen zu Risikofaktoren für spätere Jugendgewalt.

Es ist verständlich, dass der Staat an der Erziehungsfront gegen Jugendgewalt vorgehen will. Aber auch das raffiniertesten Förderprogrammen wird nicht fördern können, was Kinder letztlich stark macht: Das Interesse von Vater und Mutter am Nachwuchs, Einigkeit in den Erziehungsgrundsätzen, persönliche Stärke. Und natürlich die Zeit, Kraft und Geduld, Kämpfe mit den lieben Kleinen auszufechten. Denn diese bleiben später der Gesellschaft erspart. Auch wenn es dafür weder Lob noch Anerkennung und schon gar kein Geld zu gewinnen gibt.

Lesen Sie auch: Der Krieg im Kinderzimmer

84 Kommentare zu «Der Keim der Jugendgewalt»

  • zysi sagt:

    @gargamel

    ja das schon. ich bezog mich auf ihre antwort an k.imhof….. das drohbild der svp schien mir passend, um den jugendl. schläger zu halten; eben nicht mit zähnen, sondern mit worten 😉

  • gargamel sagt:

    @zysi: ich dachte immer, die svp will, dass die schläger (zumindest die mit dem berüchtigten „migrationshintergrund“) eben genau nicht bleiben..?

  • zysi sagt:

    @gargamel
    ganz einfach, wenn der böse verhaltensaufällige nicht bleiben will, dann wird mit der SVP gedroht und er bleibt- so einfach können wir probleme lösen

  • gargamel sagt:

    @karin imhof: da wünsch aber mal viel glück beim festhalten des jugendlichen schlägers… meist ist er ja nicht alleine und meist liegt man ja bereits blutend am boden… halten sie dann mit den zähnen sein hosenbein fest oder wie geht das..?

  • Karin Imhof sagt:

    Hier sollten wir das Wort „Ausländer“ aus dieser Diskussion streichen. Es geht hier um Verhaltensaufälligkeit und da soll es auch keine Sonderbehandlung der „Schweizer“ geben – im Gegenteil!
    Ausländer sind willkommen. Verhaltensauffälligkeit nicht ! Und das ist ein gewaltiger Unterschied!
    Es kann ja nicht sein, dass jedem der das Problem der Verhaltensauffälligkeit angehen will, automatisch in die Ecke des Ausländerfeindes gestellt wird!
    Dass Ausländer im Schnitt öfter mit dem Gesetzt in Konflikt kommen ist eine rein statistische Tatsache, und hat mit Fremdenfeindlichkeit ABSOLUT nichts zu tun, resp. können wir das Thema Verhaltensauffälligkeit niemals lösen, wenn es nicht als solches, sondern als „Ausländerproblem“ allein der SVP überlassen wird.

  • Rahel sagt:

    @ Karin Imhof

    Ganz genau! Es wird einfach zuviel geduldet und weggeschaut in unserer Gesellschaft!
    Schlussendlich leiden darunter dann auch die Familien, deren Kinder ernsthaft zum Guten erzogen wurden! Dann nämlich, wenn wegen den schwarzen Schafen allgemeingültige Massnahmen und Einschränkungen eingeführt werden!

  • Karin Imhof sagt:

    Erziehung geht nicht nur die Eltern und die Schule, sondern uns alle an.
    Ich denke deshalb, dass man immer und überall ein verhaltenauffälliges Kind auf seine Verhaltensauffälligkeit aufmerksam machen und ihm mitteilen kann/soll, dass solches Verhalten, mindestens im öffentlichen Raum, nicht goutiert wird.
    Dass Eltern bei diesen wohlgemeinten, begleitenden Sozialisierungs-Versuchen der Gesellschaft dann oft völlig ausrasten und die „Nichteinmischung“ in ihre Erziehung höher gewichten als den durch ihr Kind verursachten Stör- und Stressfaktor, spricht leider für sich und die Nicht-Integration der Eltern.
    Mehr Zivilcourage in der Oeffentlichkeit heisst auch ruhig mal einen jungen Schläger auf den Polizeiposten zu bringen oder bis zum Eintreffen der Polizei festzuhalten, um ihn zusammen mit seinen Eltern die Tragweite seines Tuns und möglicher Konsequenzen bewusst zu machen.

  • Reto Huber sagt:

    Ach wie süss, diese Fassungslosigkeit in dieser Wellnes Mambi Dambi Runde, und man kann auch schön darüber diskutieren.
    Respekt habe ich nicht gelesen im Bericht. Wir hatten Respekt und hätten uns nicht gewagt… Aber eben.
    Anstatt die Probleme beim Namen zu nennen, entsorgt man die Kinder in Sonderschulen und verfüttert Drogen. Schuld sind ausschliesslich die Eltern. Mitschuldig die Psychiaterindustrie und Psychologenindustrie. Für jeden Furz muss man eine Prüfung ablegen, aber Kinder erziehen kann jeder wie er lustig ist.

  • Juerg Carl sagt:

    Staendig „den Eltern“ die Schuld am Fehlverhalten der „Kinder“ zu geben, ist wohl daneben: „Was zaehlt ist nicht was andere aus einem gemacht haben, sondern das was man mit dem macht was andere aus einem gemacht haben“….

  • schneider sagt:

    Sehr geehrte fr. lilliane minor.
    die kommentare über jugendgewalt von ihnen und den jugendleitern ist der grösste schwachsinn wo ich über vier jahrzente weg gelesen habe.!!ich hoffe nur nur dass sie niemals solchen jugendlichen gewalttätern in die hände geraten.!!!
    mit freundlichen grüssen—h.schneider.

  • oh man sagt:

    Oh je, der Tagi hat immer noch grosses Mitleid mit der Totschlägerbande…………oh je jetzt müssen sie 10 Jahre in den Knast! Warum dürfen sie nicht hier in den Knast……dann können wir sie nach einem Monat guter Führung feilassen……….ihr seid echt zum kotzen! Was ist mit dem Opfer? Ja ja, von dem wollt ihr ja schon lange nichts mehr wissen. Warum hat der blöde Kerl auch da gestanden dann hätten ihn diese ach so lieben Jungs nicht verbrügeln können. Täterschutz ist nun mal für den Tagi sehr wichtig und die Opfer sind ihnen einach egal. So lviel Lügen sind einfach unertragbar was ihr am anfangs über die Kerle geschrieben habt.

  • Robert E. sagt:

    Regeln-Ausbildung-Kontrollen-Sanktionen (Belohnung oder Bestrafung).
    So einfach muss eine Gesellschaft funktionieren, sonst haben wir Anarchie.
    (Siehe Banken!)

  • Elias sagt:

    Letztendlich ist es der Täter selbst, der die Verantwortung ignoriert. Wie die Eltern, die sein Verhalten jahrelang ignoriert, stattdessen von Schule oder Behörden Förderprogramme verlangt haben, anstatt die Verantwortung beim Namen zu nennen und Grenzen zu setzen resp. zu akzeptieren.

    Wie schon einmal erwähnt….. sagar um in einem See fischen zu dürfen, braucht es ein Patent aber jeder Trottel kann Kinder zeugen!

  • Divico sagt:

    @ Darja

    Ich fine den Umkehrschluss (dass man alle Männer auch ausschaffen solle) völlig absurd.
    Es müssten ja nicht alle Ausländer ausgeschafft werden. Hätten die Politiker von Anfang an durchgegriffen würden wir jetzt nicht so tief in der Sackgasse stecken. Jugendgewalt ist vorallem ein Ausländerproblem, aber auch ein Männerproblem. Allerdings wenn es um die Kindererziehung geht schlagen Frauen statistisch gesehen gleichoft wie Männer. Schweizer Männer (und Frauen) fallen aber vorallem durch Vandalismus auf, Ausänder hingegen vorallem durch körperliche Gewalt. Das sind die Fakten.

    @ Leonie Schwarz

    Sie machen den gleichen Fehler. Wir haben ein Ausländerproblem, aber da wir ja nicht über Ausländer reden dürfen (ausser natürlich es ist positiv) können wir das Problem gar nicht lösen, weil wir auf die Frage die falsche Antowrt geben, die zwar politisch korrekt ist, aber uns nicht weiterbringt. Darum reden die Politiker ständig von noch mehr Integration und vom wichtigeren Vökerrecht, aber dass wir so das Problem nicht in den Griff bekommen haben wir die letztzen 20 Jahre gesehen.

    @Thomas von Känel

    Nein, hier müsste der Wettbewerb spielen. Anstatt Arbeitersklaven zu importieren könnte man solche Jobs einfach viel besser bezahlen (das wäre nur fair) oder z.B. statt Militärdienst einen neuen Zivildienst (auch für Frauen) einführen, wo Arbeit die niemand machen möchte, aber wichtig ist, unter Bevölkerung aufgeteilt wird. Dann müsste z.B. auch ein Bankdirektor einmal pro Jahr für 1-3 Wochen Abfall sammeln. So schlimm wäre das sicher nicht. Jedenfalls besser als Ausländer und Kriminalität importieren.

  • Saba sagt:

    Keineswegs war es so, dass all diese “Problemjugendlichen” nur aus AUSLÄNDISCHEN Familien kamen… war gemeint.

  • Saba sagt:

    Also ich kann dazu nur sagen, dass es bei uns vor zehn Jahren schon genau so abgegangen ist. Ich wuchs in einem kleinen, beschaulichen Agglo Kaff im Zürcher Unterland auf und das allgemeine Motto war wohl in etwa „Jugendliche auf Abwegen“.
    Neunjährige die kifften, Elfjährige mit Alkoholvergiftung samt Spitaleinlieferung, Zwölfjährige, die sexuelle Übergriffe begingen – natürlich alles immer im Schatten von den „coolen Älteren“, deren Tagesprogramm aus Leute „ausnehmen“, sich mit Gleichgesinnten aus den herumliegenden Käffern blutig prügeln, Sachbeschädigung bis hin zu Autodiebstahl – und natürlich Drogen konsumieren und auch verdealen en masse bestand. Es gab eine „Gang“, die mehrheitlich aus schon etwas älteren Jugendlichen bestand – und die bei allen den Ton angaben und für die Jüngeren die grossen Vorbildern verkörperten.
    Keineswegs war es so, dass all diese „Problemjugendlichen“ nur aus Schweizer Familien kamen – da war wirklich alles dabei und zwar auch mehr als nur Eine(r) aus so genannt „gutem Hause“ und keineswegs nur „bildungsfernen Schichten“. Als Jugendlicher überlegt man meistens gar nicht so weit, es ging nur darum wer am meisten Gras rauchen kann, wer wie viele Mädchen flachlegt, wer der „Coolste“ ist, sich von niemandem was sagen lässt und etwas zu sagen hat – wer den Respekt und die Anerkennung hat. Und die hat man halt dadurch erlangt (bei den Männern), indem man so viel Scheisse gebaut hat wie nur möglich. Frauen hatten gar nichts zu melden, die jungen Mädchen waren hauptsächlich damit beschäftigt, in der „Hierarchie aufzusteigen“ und einen von den älteren, coolen Typen zum Freund zu haben. (Und sich so sexy wie möglich zu kleiden und anzumalen.) Solche Gedanken wie: Es wird auch mal eine Zeit nach der Jugend geben und dann wäre man vermutlich noch schei**froh darum, in der Schule irgendwas mitbekommen zu haben, damit man eine anständige Basis für ein gutes Leben hat – so was gabs einfach gar nicht. Natürlich sind praktisch alle irgendwann extrem auf die Schnauze geflogen, denn der Zeitpunkt kommt, wo der Streber von der Klasse ein erfolgreicher Unternehmer ist – und du stehst ohne Schulabschluss da und kannst stattdessen drei Gefängnisaufenthalte vorweisen – aber in diesem Moment ist man so gefangen in dieser ganzen Dynamik, in dieser ganzen Welt… Und dann natürlich auch noch die Hormone, Jugendliche sind ja alle hormongestört.
    Ich weiss keine Lösung, sicherlich gut wäre aber zum Beispiel, wenn vermehrt junge Erwachsene die selber mal „so“ waren Problemjugendlichen von ihrem Leben erzählen würden – von dem danach und dass es verdammt beschissen ist.
    Dass du irgendwann dastehst ohne anständigen Schulabschluss, im besten Fall mit irgendeiner Maurerlehre oder so etwas, dass du dann die nächsten vierzig Jahre mit einem beschissenen Mindestlohn leben musst, in irgendeiner hässlichen, sanierungsbedürftigen Wohnung am Stadtrand – während die ehemaligen uncoolen Typen ein eigenes Haus und zwei Autos haben. Dass aus den lustigen Drogengeschichten irgendwann etwas nicht mehr so lustiges wird und du dich für den Rest deines Lebens mit einer Drogensucht herumschlagen kannst, oder dass du als 26-jährige mit drei Kindern von drei verschiedenen Vätern von Sozialhilfe lebst und es dir einen feuchten Kehricht nützt, dass du mal der „geilste Schuss“ vom Kaff warst.
    Ansonsten bin ich für knallharte Massnahmen. Ich kenne einen (heute schon älteren) ehemaligen „Intensivtäter“, er war während seiner Jugend in fünfzehn verschiedenen Heimen und überall dort, wo mans mit dieser pädagogischen, verständnisvollen Masche probieren und die Dinge auf dem psychologischen Weg angehen wollte, kam gar nichts dabei raus – die Situation hat sich nur noch drastisch verschlimmert, Schliesslich kam er in das dazumal härteste Heim der Schweiz, irgendwo im Welschland. Er wurde dort weder geschlagen, noch misshandelt – auch nicht einmal angeschrien. Aber die Verfahrensweise dort war knallhart, extrem konsequent und disziplinarisch. Eine von vorne bis hinten geregelte Tagesstruktur, ohne viel blabla und ohne Kuschelpädagogik – es läuft so und so, wenn du dich daran nicht halten kannst, gibts Sanktionen. Nicht beim zweiten oder dritten, sondern beim ersten Mal. Man muss – es tönt etwas krass – im Grunde genommen nicht unähnlich vorgehen wie bei der Hundeerziehung. Ein gutes Beispiel dafür sind die Strafverfahren nach einem kriminellen Vergehen: Ein Hund muss sofort, unmittelbar nach dem Vergehen bestraft werden – ansonsten kann er den Zusammenhang überhaupt nicht mehr erfassen. Wenn ein Jugendlicher überhaupt erst vier Monate später seine Gerichtsverhandlung hat, dann kann er das überhaupt nicht mehr zureichend verknüpfen. Gefängnis halte ich nicht für die richtige Initiative, denn erstens sind danach wirklich alle Wege verbaut, zweitens kommen sie dort erst mit den wirklich falschen Leuten richtig in Kontakt – und drittens muss man im Knast einfach wirklich so knallhart werden um überhaupt zu überleben, dass sich dadurch wohl auch bei einem nicht richtig „schwerem Jungen“ der Kriminelle in ihm erst so richtig entwickelt. Im Gefängnis gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder Täter oder Opfer zu sein. Und all jene, die sich aufgrund ihres Alters, ihrem Aussehen oder was auch immer tendenziell schon eher als Opfer anbieten, müssen sich umso härter geben, müssen umso mehr Täter sein. Und dieses Verhalten, welches dann so extrem verinnerlicht wird, draussen wieder abzulegen, ist mehr als nur schwierig.

    Man muss diesen Jugendlichen klar machen – egal ob männlich oder weiblich – dass dieses Stadium, in welchem sie sich in diesen Augenblick befinden nur temporär ist, dass ihre Jugend sehr schnell einmal vorbei sein wird und dass die Jahre die dann danach kommen, verdammt lang und unerfreulich sein werden mit den Gegebenheiten im Hintergrund, welche sie sich selber daran sind zu schaffen.
    Diesen Jugendlichen ist nichts wichtiger, als nicht Opfer zu sein. Keine Verlierer, keine Looser zu sein.
    Aber sie müssten begreifen, dass sie genau das für den Rest ihres Lebens sein werden – sie werden die Opfer, die Verlierer dieser Gesellschaft sein.

  • heidi reiff sagt:

    ^Fakten

    Im Jahr 1948 kam ich in den Kindergarten , ich hatte das Glück einer liebevollen Kindergärtnerin zu begegnen die mit uns Kids gut umgehen konnte, es war eine alte Frau mit schneeweissen Haaren, die war alles andere zum Glück als autoritär, ich bin immer gerne zur Schule gegangen ein Rettungsanker für mich, hab meist mit Lehrpersonen gut Erfahrungen gemacht. Vehement lehne ich einfach diese Bücher ab aus der Psychologieecke , „Der kleine Tyrann“, Gewalt wird leider nach wie vor meist in den engsten Familienkreisen weitergegeben, Guru Hellinger aus der Ecke „Familienstellen“ scheint da nach wie vor paradoxerweise grossen Erfolg zu haben mit seinem Ahnenfanatismus, unter dem Motto „Danke Papi, Danke Mammi, ich habe die Ohrfeige verdient, die Selbstgerechtigkeit lässt grüssen. Ist das nach wie vor so wichtig, was andere Menschen von uns denken, leider konnte ich bis jetzt noch nie in das Hirn eines anderen Menschen, ich tausche mich ab und zu ganz normal einfach mit Mitmenschen aus, ein guter Hinweis hat mir vor 25 Jahren eine Frau geliefert „Kluge Menschen sind immer scheinangepasst “ , für mein Weg war es einfach ein hilfreicher Hinweis. Die Lied die „Gedanken sind frei“ das ich in der Schule gelernt habe ist nach wie vor mein Lieblingslied. : – )

  • M. sagt:

    Interessante Statements hier, gelinde gesagt. Als in zweiter Generation in der Schweiz aufgewachsener Ausländer (Ja, Balkan) kann ich ob gewissen Individuen bzw. deren Aussagen hier nur den Kopf schütteln (Nein, nicht die Fäuste). „Der Schweizer“ (man beachte bitte die gewollte Pauschalisierung) verkennt zumeist, was die vielen Ausländer hier leisten/geleistet haben, als sie in den 70ern gerufen. Ganz offensichtlich bedarf es eines stetigen Sündenbocks, um von Boden- bis Genfersee am Stammtisch was zu quasseln zu haben. Seit dem 2. Weltkrieg waren das abwechselnd bzw. nacheinander (nur so in etwa chronologisch): d’tschinnge, d’portugiese, d’spanier, d’afrikaner, d’jugos, d’albaner, die dütsche. Und, ich wette, ich habe noch einige vergessen.

    Kleiner Denkanstoss: Nur, weil einer prügelt oder zweifelsohne bestrafenswerte Delikte begeht, ist er noch lange kein Immigrant. Die Immigranten, deren es zur genüge gibt, dies nicht tun, nimmt die Öffentlichkeit – geschweige denn der „Stammtisch“ – nur leider nicht wahr.

    Ansonsten, Frä Binswanger, hoffe ich, dass Sie Ihre Erziehung nicht allzu abhängig von dem Blog da machen sowie hoffentlich ECHT nur zu diskussionen anregen wollen. Andernfalls fände ich Ihre Form der Kindererziehung ziemlich fragwürdig. Sprich, unreif.

  • Leoni Schwarz sagt:

    @ von Känel
    Wie gesagt, das beabsichtige ich nicht. Meinungsfreiheit ist das eine, Beleidigungen, Anstandslosigkeit und verbale Diskriminierung was Anderes. Aber ja, vielleicht haben Sie ja Recht und man sollte das alles so stehen lassen, wenn 30-40% der Schweizer Bevölkerung so denkt. Dann können wir allerdings auch gleich die Rassismus-Strafnorm abschaffen. Damit alle wissen, woran sie mit den Schweizern sind. Ich würde vielleicht auch in Betracht ziehen, aus der Schweiz auszuwandern, aber nicht „wegen dem ausländischen Gesindel“, sondern wegen unseren zunehmend rechtsgerichteten, rückwärtsgewandten, verblendeten und gehirngewaschenen „aufrechten Schweizern“….

  • studimutter sagt:

    @gargamel: 🙂 schöner hätte ich es selbst nicht ausdrücken können. Andere, kritische und reflektierte Meinungen finde ich absolut wichtig. Kuschel benötige ich genau so wenig wie dumm und rassistisch.

  • gargamel sagt:

    @TvK: ich glaube den beiden gings nicht darum keine anderen meinungen dulden zu wollen, sondern um die zwei, drei, ich nenn‘ sie mal trolle, die hier ihre von keinerlei reflektion getrübten rassistischen ansichten rumproleten…

    ich gehe allerdings auch davon aus, dass eine halbwegs „gesunde“ community, wie sie dieser blog meiner meinung nach hat, solche kackbraunen figuren normalerweise gut handeln kann. bin aber auch nicht böse, wenn deren übelste ergüsse rausgeschmissen werden…

    und im zweifelsfalle gilt halt nach wie vor die alte regel: don’t feed the trolls.

  • gabrielle sagt:

    Doch, es gibt Lob und Anerkennung für Eltern, deren Kinder Anstand haben, Respekt zeigen, freundlich sind etc. Ich kenne solch eine Famile die laufend Komplimente bekommt, für ihre Kinder. Da solche Kinder leider nicht mehr die Norm sind, fallen sie ausgesprochen positiv auf, was den Eltern und den Kindern auch immer wieder gesagt wird wird.

  • BigMac sagt:

    Etwas, das mich auch immer wundert, ist, wieso man sich ums verrecken so auf die sogenannten „bildungsfernen“ Schichten einschiesst. Sorry, aber es wird auch in Zukunft Leute brauchen, die auf dem Bau arbeiten oder Toiletten putzen, etc. Es wird auch immer Menschen geben, die sich „bildungsfern“ sehr viel wohler fühlen, als als „Zwangsintellektuelle“. Wieso eine entsprechende Verteilung der Bevölkerung inklusive der Kinder etwas schlechtes sein soll, entgeht mir deshalb und ist wohl nur das Ergebnis einer zwar wohlmeinenden aber letztendlich fehlgeleiteten Philosphie der extremen sog. „Chancengleichheit“. Solange eine Durchlässigkeit in beide Richtungen gegeben ist, und man auch als „bildungsferner“ durchaus gut leben und gar erflogreicher als mancher Intelektuelle sein kann, ist m.E. Chancengleichheit ausreichend gegeben. Die Alternative wären letztlich staatliche Aufzuchtprogramme für alle, damit auch ja alle genau den gleichen Hintergrund haben – Orwell lässt grüssen.

    Sicher gehen höhere Gewaltbereitschaft und geringere Bildung Hand in Hand, aber mit mehr „Bildung“ lässt sich das Problem m.E. nicht lösen. Es wird immer einen substantiellen Teil der Bevölkerung geben, der nicht im Sinne unserer Bildungsinstitutionen lernen will oder kann. Ein Diplom ändert daran wenig. Wichtig wäre die Frage, was diese Schicht benötigt, um zufrieden zu sein und das eigene Leben nicht als perspektivenlos zu sehen. Meines Erachtens hängt die Zufriedenheit der meisten Menschen am „Peer-Vergleich“. Wie stehen ich und meine Chancen im Vergleich mit anderen aus meinem Umfeld da? Gleich gut, dann bin ich in etwa zufrieden, besser, dann bin ich glücklich, schlechter: unzufrieden. Das Problem ist daher meines Erachtens der realitätsfremde „Peer-Vergleich“. Einfacher ausgedrückt: Vergleiche ich mich mit Bill Gates&Co. und erwarte, dasselbe zu erreichen oder sogar, darauf einen Anspruch zu haben, werde ich mit allergrösster Wahrscheinlichkeit ein sehr unglückliches Leben haben. Natürlich ist der Peer-Vergleich nicht die einzige massgebende Faktor aber ein insbesondere unter jugendlichen/jungen Männern – und dort sind ja die meisten Gewalttäter zu finden – ein sehr sehr wichtiger.

  • Thomas von Känel sagt:

    @ Leoni Schwarz und Studimutter: machen wir doch aus dem Mamablog eine kleine Kuschelinsel, in der 30-50% der Meinungen der Schweizer Bevölkerung zensuriert werden…

  • Lukas sagt:

    @ Urs Berger: Sie haben völlig Recht. Es ist wirklich tragisch, wie die meisten „Hardliner“ welche nun nach „Law & Order“, „Zero Tolerance“, Ausschaffung, körperlicher Züchtigung, etc. schreien nicht erkennen, dass die agressiven Jugendlichen leider (auch) ein Spiegel ihrer selbst sind. Wer so um sich schlägt, andere Meinungen plattmacht und sich jeder differenzierten Betrachtungsweise verschliesst sollte sich nicht wundern, wenn auch unsere Kids nicht zu weltoffenen und vor allem sozialkompetenten Mitbürgern heranwachsen. Ich selbst versuche, meinen Jungs durch mein Verhalten und meine Äusserungen ein Vorbild zu sein. Und ihnen geduldig erklären, dass es für gewisse Probleme leider keine einfachen Rezepte gibt.

  • studimutter sagt:

    Liebe Bigmama.

    Obama und Rice kommen ja nicht aus einer bildungsfernen Schicht. Wir sprechen ja von bildungsfernen Schichten und nicht unbedingt von Kinder mit Migrationshintergrund. Auch wenn ich diese Ausdrücke schrecklich finde, scheinen sie allgemein verständlich zu sein. Du hast absolut recht, in Deiner Aussage, dass diejenigen, welche die Förderung am dringensten benötigen, diese nicht in Anspruch nehmen. Stimmt leider nur allzu oft. Von Experten gibt es genügend Anregungen und Pläne, wie man diese Kinder und Eltern unterstützen kann. Nur scheint es (wie alles irgendwie) eine politische Frage zu sein.

    @ marcel sutter und divico. schade schade, so ein toller BLOG und so intolerante und undifferenzierte menschen.

  • rb sagt:

    @ Thomas von Känel : Da haben Sie recht, es ist nicht alles Gene und nicht alles Umwelt. Aber das „Weitergeben“ funktioniert nicht so, wie es sich die meisten Menschen vorstellen. Über 50 Jahre Forschung haben das unumstösslich gezeigt.

    Falsch ist Ihre Aussage, dass nur Prädispositionen und Vulnerabilitäten vererbt werden. Oder haben Sie eine Prädisposition für eine bestimmte Augen-, Haar- Hautfarbe? Nein, genausowenig wie sie eine Prädisposition für bestimmte Ausprägungen von Persönlichkeitseigenschaften haben. Zugegebenermassen ist da das genaue Zusammenspiel verschiedener Gene und Zufallsfaktoren um ein Vielfaches komplexer und entzieht sich gegenwärtig weitgehend unserer Kenntnis. Was aber heute schon feststeht: Es ist nicht die elterliche Erziehung!

  • Marcel sagt:

    Schliess mich den letzten, vorangegangenen Voten an: Rassismus hat hier NICHTS zu suchen!

  • Thomas von Känel sagt:

    @Marcel Suter: Sie behaupten auch noch dümlich, die linksgrünen würden die schöne schweiz kaputtmachen, obwohl in den letzten 100 jahren (inklusive der letzten zwanzig) klar die rechten die macht in der schweiz hatten (http://preview.tinyurl.com/die-rechten-sind-an-der-macht). also hören Sie auf hier rumzujammern und schreiben Sie lieber der fdp einen langen brief in dem Sie Ihr leid klagen – die war nämlich ganz besonders an den vielen ausländern interessiert für das magische wirtschaftswachstum.

  • Thomas von Känel sagt:

    @Marcel Suter und Divico: Sie beide werden sicher diejenigen sein die dann auf der Baustelle rackern, die Toilette putzen und im Sommer die Rüebli ernten wenn die Ausländer mal weg sind (und wenn Sie dann ob der vielen Arbeit todkrank im Spital liegen werden Sie sich sicher weigern von einem deutschen Arzt behandelt zu werden…).

  • Leoni Schwarz sagt:

    Ich habe langsam ein Problem mit der „political correctness“ in diesem Blog. Nichts gegen unterschiedliche Meinungen, aber es darf doch nicht sein, dass ausländerfeindliches, rassistisches und sexistisches Gedankengut hier toleriert wird und noch der letzte Prolet sich hier zu artikulieren versuchen darf…! Der „Mamablog“ ist längst zu einem Sammelgefäss für die frustrierten anonymen Rundumschläge primitiven Rechtsaussen-Gedankenguts geworden, was eine sinnvolle, interessante und sachliche Diskussion des eigentlichen Themas immer mehr verunmöglicht. Schade. Ein kleines bisschen „Zensur“ könntet ihr euch schon leisten. Um des Anstandes Willen.

  • bigmama sagt:

    Liebe Studimutter

    Ich habe nicht gesagt, dass Förderprogramme eh nichts nützen und man deswegen darauf verzichten soll. Ich habe gesagt, dass Förderprogramme wahrscheinlich vor allem den Kindern nützen werden, bei denen die Eltern sich ebenfalls engagieren. Schliesslich haben auch die Förderprogramme für Minderheiten in den USA vor allem denjenigen geholfen, bei denen die Eltern ein starkes Interesse am Vorwärtskommen der Kinder zeigten (z.B. M.+B. Obama, C. Rice). Die Grenzen von Förderprogrammen zu sehen, heisst nicht unbedingt Ablehnung. Gerade B. Obama, der Förderprogramme befürwortet, hat wiederholt die Eltern aufgerufen, mehr Verantwortung zu übernehmen ( http://www.youtube.com/watch?v=Zv6EAaoFNno).

  • Darja Rauber sagt:

    @ Marcel Suter: Dann wandern Sie mal schön aus! In jedem anderen Land ausser der Schweiz werden nämlich SIE der Ausländer sein, der sich anzupassen und zu integrieren hat. Ob Ihnen das gelingen wird, sei mal dahingestellt. So xenophob und dumm sie Sie sich ausdrücken, wohl eher nicht. Vermutlich wird man dann SIE in die Schweiz rückschaffen wollen… Naja, Proleten muss es wohl überall geben…

    @Divico: Sie machen es sich viel zu einfach. Ist ja aber auch ein einfaches Rezept: Problem „die Ausländer“ erkannt, ausschaffen. Dass Jugendgewalt und Kriminalität in absolut überwiegendem Masse bspw. auch ein „Männerproblem“ ist, wollen Sie ja wohl kaum bestreiten. Schaffen wir deshalb alle Männer aus dem Land? Wohl kaum…!

  • studimutter sagt:

    Liebe Bigmama.

    Natürlich bin ich Deiner Meinung. „Trotz aller gesellschaftlichen Faktoren sind jedoch letztlich die Eltern für ihre Kinder verantwortlich.“. Diesen Satz täte ich auf der Stelle unterschreiben und bin mir dem auch bei meiner Erziehung meines Kindes bewusst. Nur: Was macht man mit den Kindern, deren Eltern kein „Engagement/Interesse“ zeigen. Und von diesen Eltern gibt es leider viele. Müssen diese Kindern nun den Weg ihrer Eltern gehen, weil ein Förderprogramm eh nichts nützt. Da bin ich anderer Meinung. Bei Förderprogrammen sollen ja nicht ausschliesslich die Kinder gefördert werden, sonder auch die Eltern in die Verantwortung gezogen werden. Und wenn auch, ein Versuch ist es allemal Wert. :-).

  • urs berger sagt:

    obwohl es keinen Sinn macht, sich über die Zensur hier zu äussern. Währenddem man mit einer leichten Kritik am Durchschnittsjournalisten/Journalismus hier kaum durchkommt, kann man vermutlich nächtens auch die Ausmerzung von nicht mitteleuropäischem Normalleben unzensuriert verlangen.
    Herr Binswanger. Sinnloses verbales willkürliches rumschlagen ist ja genau das, was die Jugendlichen physisch konsequent umsetzen. Also freuen sie sich doch, dass Ihr Vorbild zwar nicht bei allen, aber bei einigen Jugendlichen doch recht gut ankommt und diese auch nicht eine ‚Karriere‘ als Gutmenschen anstreben, sondern wie Sie, es lieben, zu provozieren,nicht zu differenzieren, einfach mal zu prügeln. Und falls es Ihnen in der SChweiz nicht mehr gefällt, können Sie es mit Ihren Ansichten durchaus in gewissen abgelegenden Regionen Serbiens weiterbringen, oder in Afghanistan.

  • BigMac sagt:

    @Vegi Burger: Ich habe mit meinem Post mitnichten gesagt, dass Canabis mit Alkohol gleichzusetzen wäre. Auch habe ich mich nicht zu den jeweiligen Folgen und deren „Schwere“ geäussert. Mir ging es nur um die grundsätzliche Einstellung, dass der Rauschmittelkonsum – besonders der Konsum durch Jugendliche – im Rahmen der Canabisdiskussion generell verharmlost wurde. Insbesondere wurde der Konsum trotz Verbot von grossen Teilen der Bevölkerung akzeptiert/toleriert und diese „Akzeptanz“ scheint sich mittlerweile auch auf Alkohol zu erstrecken. Als 13 oder 14-jähriger mit der Bierflasche am Bahnhof rumhängen, hätte es bei uns vor 20 Jahren auf jeden Fall noch nicht gegeben, das hätten wir uns nicht getraut. Genausowenig hätten wir uns getraut in der Öffentlichkeit zu rauchen geschweige denn zu kiffen.

    Man kann es auch anders herum ausdrücken: wir waren als halbstarke die Helden, wenn wir irgendwo heimlich ein Bier oder ein Fläschchen Lambrusco getrunken und dazu eine geraucht hatten. Heute macht das „jeder“ und es braucht einiges mehr – bspw. einen Mitschüler zu verprügeln und das mit der Handykamera zu filmen – um den gleichen „Status“ zu erreichen. Womit wir wieder beim Motto „Grenzen Setzen“ wären. Es wäre m.E. ratsam, die Grenzen lieber so tief zu setzen, dass sie übertreten werden können, ohne dass das gleich in der Katastrophe endet. Jugendlichen alle Rechte und Freiheiten zuzugestehen, wird nur dazu führen, dass zumindest ein Teil davon immer extremere Taten begehen wird, um noch „aufzufallen“ (siehe auch die ganzen Amokläufer).

    Was die Perspektivenlosigkeit angeht, ist dies sicher auch ein wichtiger Punkt. Insbesondere deshalb, weil es sich um eine eingebildete Perspektivenlosigkeit handelt. Vor allem die Medien verbreiten mit Ihren Casting- & Schön-und-reich-Shows den Eindruck, jeder Nichtskönner hätte eine reelle Chance, über Nacht zum Star und Millionär zu werden. Entsprechend orientieren sich die jugendlichen an diesem Ziel und wie schon die klassische Motivationslehre sagt: Ziele müssen erreichbar sein, ansonsten wirken sie demotivierend. In dieser Hinsicht sind die jugendlichen von heute sicher Perspektivenlos. Was also dringend nötig wäre, wäre den jugendlichen realisierbare Ziele anzubieten und vor allem als erstrebenswert darzustellen. Dazu gehört auch den jugendlichen ein ehrliches Bild der Welt und insbesondere ihrer individuellen Chancen zu vermitteln – nicht ein von naiven Wunschvorstellungen beherrschtes. Insbesondere wäre dabei auch die Tatsache nicht zu vergessen, dass es auch zum Erreichen von (erreichbaren) Zielen Einsatz und Willen braucht und man nicht nur darauf warten kann, entdeckt zu werden oder dass einem „jemand“ hilft. Was hier die ach so benachteiligten jugendlichen mit Migrationshintergrund angeht: Das ist m.E. einfach eine weitere bequeme Ausrede für mangelnden Einsatzwillen. Ich kenne genügend Personen aus dem Balkan, aber auch aus anderen Regionen, die es in der Schweiz zu etwas gebracht haben und zudem wären die Chancen dieser Menschen in ihrer Heimat wohl noch um ein vielfaches schlechter. Die Schuld auf andere zu schieben – die Eltern, die Schule, den Staat, die Wirtschaft – gehört eben auch ein Stückweit zur Pupertät und jeder zusätzlich Sündenbock wird da gerne angenommen. Da unterscheiden sich die Schweizer Jugendlichen nicht von denen aus dem Balkan. Das dümmste, was wir tun können, ist diese Ausreden zu akzeptieren oder gar noch aus ideelen Vorstellungen zu fördern.

  • bigmama sagt:

    @Marcel: Ich bin keine Anhängerin der antiautoritären Erziehung, aber ich bezweifle sehr, dass die Schläger von heute so erzogen wurden. Dieser Erziehungsstil war zu einer Zeit angesagt, als die Täter von heute noch nicht geboren waren. Natürlich kann man jetzt argumentieren, dass deren Eltern in den 70er so erzogen wurden und deshalb später bei der Erziehung der eigenen Kinder versagten. Dagegen spricht, dass antiautoritäre Erziehung im Bürgertum praktiziert wurde. Die Schläger und ihre Eltern aber mehrheitlich aus einem anderen Milieu stammen.

    Zeiten mit einer sehr gewaltbereiten Jugend hat es schon lange vor der antiautoritären Erziehung gegeben, z.B. die SA-Schlägerbanden in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts. Jugendgewalt blüht dort auf, wo ein rechtsfreier Raum besteht und Gewalt verherrlicht wird, z.B. in Ghettos. In der Schweiz gibt es zwar keine rechtsfreien Räume, Gewalttäter werden jedoch sehr milde bestraft. Physische Gewalt ist in der Schweiz zwar verpönt, darf aber in Filmen etc. verherrlicht werden.

    Trotz aller gesellschaftlichen Faktoren sind jedoch letztlich die Eltern für ihre Kinder verantwortlich. Ich nehme an, dass z.B. staatliche Förderungsprogramme für Kinder aus bildungsfernen Schichten wie sie u.a. die Studimutter fordert, nur den Kinder nützen werden, bei denen auch die Eltern Engagement/Interesse zeigen. Sitzt das Kleinkind am Abend/Wochenende dauernd vor Fernseher/Konsole/Gameboy kann die beste Kindertagesstätte die Schäden nur teilweise beheben.

    Ein ambivalentes Verhältnis zu Aggressionen herrscht nicht nur in der Gesellschaft, sondern auch bei uns Erziehenden. Unsere Kinder sollen keine Schläger werden, anderseits aber genügend „Biss“ haben, um sich später auf dem Arbeitsmarkt durchzusetzen. Beobachtet man Eltern am Sandkasten, sieht man wie Eltern zwar intervenieren, wenn ihr Kind den anderen alles wegnimmt. Gleichzeitig spürt man aber auch, wie sie insgeheim froh sind, dass es nicht ihr Kind ist, dass sich von den anderen alles widerstandslos wegnehmen lässt.

  • marcel sutter sagt:

    ich denke ich werde auswandern und in einem anderen land eine familie gründen. ich kann nicht verantworten kinder in diesem land auf die welt zu stellen. dieses land geht immer mehr den bach runter. immer mehr asylbewerber aus allen herren ländern, todesraser, roma, sozialbetrüger aus dem balkan, afrikansiche drogendealer, tödliche gewalt auf den strassen…

    die falsche linksgrüne politik der letzten 20 jahre hat ganz viel in diesem land kaputt gemacht. ich will gar nicht wissen wie es in 20 jahren aussieht…

  • Divico sagt:

    Es ist so unglaublich mühsam bei diesem Thema. Es wird seit 20 Jahren immer (!) drumherum geredet, obwohl jeder, der ehrlich ist, weiss, dass es ein Ausländerproblem ist. Wer ehrlich und nicht ideologisch fixiert ist, für den ist das sicher die plausibelste Erklärung. Leider hat die SVP viel zu lange mit der Ausschaffungsinitiative gewartet. Nun ist es leider zu spät. Diesen 1. August habe ich in Zürich am Abend praktisch nur Ausländer gesehen. Vor 20 Jahren hätte ich wahrscheinlich fast keine Ausländer gesehen. Die Schweizer Politiker haben in 20 Jahren geschafft, dass Einheimische zur Minderheit und dadurch gewaltsame Übergriffe auf Einheimische zum Normalfall wurden. Die Medien machen viel zu wenig Druck auf die Politiker und berichten nicht objektiv über das Problem. Schuld sind alle (die Eltern, die Schule, die Gesellschaft als Ganzes, blablabla) aber die Politiker, die diese Tragödie zu verantworten haben, über die wird nicht diskutiert.

  • Marcel sagt:

    Auf jeden Fall ist die von einer anderen Generation vor Jahrzehnten (oder im letzten Jahrhundert, oder, noch besser: Vor der Jahrtausendwende!) propagierte, antiautoritäre Erziehung definitiv ein Rohrkrepierer: Da lagen die 68er- wie so häufig- völlig falsch. Der Witz dazu ist allgemein bekannt: „Oh nein, muss ich schon wieder das tun, was ich will, Papa..?“

  • Hallo alle miteinander,

    ich denke, dass ich die älteste bin, die da was zu sagen hat.
    Von Beginn des Lebens eines Menschen haben die Eltern die Verantwortung übernommen. Das Essen, allgemeine Verpflegung
    und auch die Sprache zu lernen, da wo man aufwächst, egal ob man Türke, Jugo usw. ist. Schliesslich will man da ja leben
    mit den Kindern. Also haben sie alle die Sprache zu lernen. Auch zu Hause und da kommt schon das erste Problem. Da wird
    in der Heimatsprache geredet, weil die Mutter kann es nicht, hat es ja nie gelernt. Kommen die Kinder in die Schule können sie die deutsche Sprache nicht und schon geht es los.

    Und jetzt geht es weiter, später wenn man dann älter ist, keine Ausbildung hat, keine Lehrstelle logischerweise, weil man ja
    nciht deutsch kann, und dann sind die bösen Lehrer schuld und alle anderen sowieso.

    Dann geht man auf die Strasse, nimmt Drogen oder anderes. Dann kann man Sachen lesen „Mensch zusammengeschlagen, ist auf dem Boden gelegen, und dann noch mit den Stiefeln auf den Kopf eingetreten.“ Schön und dieses soll alles legal sein, nur weil ein Jungendlicher keine Arbeitsstelle findet?

    Ich weiss, es ist schwer heute eine Ausbildungsstelle zu finden. Man kann doch nicht alle andere dafür verantwortlich machen. Selbst an sich arbeiten. Ihr müsst alle an Euch glauben. Ihr schafft dieses, wenn Ihr nur wollt.
    Ich drücke Euch alle die Daumen. Und für die anderen lernt die Sprache, es ist wichtig für Euch, wenn Ihr dann wollt.

  • Thomas von Känel sagt:

    @rb: was die eltern ihren kindern mit ihren genen auf den weg geben sind chancen bzw risiken (zb ein erhöhtes risiko für gefässkrankheiten, oder eventuell eine grössere chance besonders freidliebend zu sein). aber: es braucht immer auch umweltfaktoren wie zb das verhalten der eltern damit diese chancen bzw risiken zum tragen kommen. es ist nicht alles genetik, genausowenig wie alles umwelt ist.

  • Papa sagt:

    „Aber auch das raffiniertesten Förderprogrammen wird nicht fördern können, was Kinder letztlich stark macht: Das Interesse von Vater und Mutter am Nachwuchs, Einigkeit in den Erziehungsgrundsätzen, persönliche Stärke. Und natürlich die Zeit, Kraft und Geduld, Kämpfe mit den lieben Kleinen auszufechten. Denn diese bleiben später der Gesellschaft erspart. Auch wenn es dafür weder Lob noch Anerkennung und schon gar kein Geld zu gewinnen gibt.“

    Beim Lesen von Post und Kommentaren fällt auf, dass Jugendgewalt primär als männliches Problem wahrgenommen, was wahrscheinlich überwiegend stimmt. Hat jemand Angaben dazu, wie sich die Anzahl der Suizide bei Jugendlichen entwickelt hat? Ich könnte mir vorstellen, dass die genannten Punkte – sollten sie in der Kindererziehung fehlen – auch diesbezüglich Auswirkungen haben…

  • *sigh* sagt:

    Zitat von Katharina:
    „ich bin jedenfalls froh, dann nicht mehr auf diesem planeten rumzukraxeln.“
    toll, wunderbar.. einfach grossartig sich selbst (der gesellschaft) keine zukunft vorstellen zu können – eine wunderbare nachricht an die nachkommen..

    liebe eltern:
    es ist ziemlich egal für wie schlimm und kaputt sie die welt von heute halten, wenn sie ihren kindern keine immergültigen ideale vermitteln können, sollten sie das kinderkriegen bleiben lassen! ..“nach mir die sintflut“ ist keine brauchbare lebenphilosophie.

  • Yvonne sagt:

    Ich bin auch überzeugter Anhänger des Grenzen-setzens schon beim ganz kleinen Kind. Ich hab noch gut die Stimme meiner Eltern im Kopf „Nicht in diesem Ton!“ oder „Wir holen Dich um Mitternacht dort ab!“. Was konnte ich betteln, schmollen, heulen, beleidigt sein! Es muss nicht leicht gewesen sein für meine Eltern. Doch sie haben es richtig gemacht.

    Bestimmt kann auch das „gut erzogene“ Kind mal durch die falschen Freunde zum Rauchen, Kiffen und Blödsinn machen kommen. Aber die kleinen Tyrannen des Kindergartens werden garantiert als Teenager Ihren Eltern die Hölle heiss machen!

  • heidi reiff sagt:

    Kein Mensch kommt mit Gewaltpotential auf die Welt auch nicht als Drögeler, diese Ammenmärchen die da rumgehen sind verstunken und verlogen, der Gruppendruck von aussen ist gross die Verführung auch in der globalen Welt, ein Kind das als kleines Kind ernst genommen wird und liebevoll betreut wird, ich habe mich intensiv mit Entwicklungspsychologie beschäftigt, Kinder von 1 -4 vier lernen nach Nachahmung, das menschliche Gehirn ist bei der Geburt nicht voll entwickelt, Babys schreien, wenn Sie Bedürfnisse haben, durch ratioale Sprache kann das Baby sich noch nicht ausdrücken also ist es der Ausdruck des Schreiens, sich bemerkbar zu machen, Kinder sind keine Tyrannen nach wie vor werden unschuldige Kinder missbraucht als Sündenböcke, der Frust der eigenen Eltern, die Ihre Geschichte nicht angeschaut wird blindlings weitergegeben an unschuldige Opfer und das sind leider die eigenen Kinder. Dafür gibt es für mich keine Entschuldigung und auch keinRechtfertigung tönt ev. etwas naiv, im hier und jetzt haben wir ja die Chance, diese destruktiven Muster nicht weiter zu geben, Emotion ist auch ein Teil der menschlichen Exsistenz, gehört auch zum Leben.

  • rb sagt:

    @ Mik: Sie haben etwas Wahres angesprochen. Die Genetik ist das, was die Eltern den Kindern auf den Weg geben und je älter ein Mensch wird, desto grösser ist der Anteil der Varianz im Verhalten, die durch die Gene erklärt wird. Was zu betonen ist: Es sind i.d.R. nicht friedliebende, stabile, ehrgeizige, nette Menschen, die asoziale Schläger als Kinder haben. Die Eltern geben schon etwas an die Kinder weiter, aber nicht durch Erziehung.

  • Katharina sagt:

    Betreffend link zu globalife: interessanter Hinweis. Der link funktioniert nur, wenn die klammer am schluss „)“ wegelassen wird:
    http://oldsite.soziologie-blossfeld.de/globalife/pdf/report_deutsch.pdf
    zum thema:

    ich finde, was knuffel sagt, bringt das ursache-wirkungsfeld auf den punkt. Es wird immer junge menschen geben , die ‚auffallen‘ oder durch umstande wie scheidung tod etc eine beziehungsperson verlieren. kappt man da das auffangnetz an ersatzbezuegen, baut sich die gesellschaft die naechste zeitbombe.

    zu alkohol und drogen. oft wird cannabis als harmlos bezeichnet. tatsache ist, dass die langzeit-auswirkungen auf nervensystem, neurotransmitter etc erst dank neuerer forschung (und technologie) erkundet werden. so harmlos ist thc nicht.
    wenn schon von wirksubstanzen geredet wird: die verschreibung stimmungsaktiver pharmazeutika steigt rasant an. gerade bei jungen leuten. das geht soweit, dass die teilnahme an der schule verweigert wird, falls der kid nicht auf ritalin gesetzt wird. und das, ohne das der junge patient von einem neurologen, psychologen untersucht wird und ohne dass die ‚balance of the brain chemistry‘ untersucht wurde.

    eine langzeitwirkung von ritalin ist erwiesen: extreme gewaltausbrueche etwa im jahre siebn oder acht nach beginn regelmaessiger einnahme. man rechne selber.

    ansonsten finde ich schon, dass eine grosse gesellschaftlcihe toleranz zu substanzmissbrauch besteht, sei es alkohol, halblegale kraeuter und immer mehr das designer zeugs aus der pharmakueche. gemsicht mit ‚energy-drinks‘ mit soviel koffein guarana usw, dass niemand mehr die interaktion all der substanzen genau kennt.

    waere ich heute noch 20 jahre jung, dann koennte ich mir gut vorstellen, dass cih wegen der kommenden Dystopie der zweiten haelfte dieses jahrhunderts evt. auch keinen bock haette. ich bin jedenfalls froh, dann nicht mehr auf diesem planeten rumzukraxeln.

  • gargamel sagt:

    verlieren wir hier nicht die dimensionen aus den augen. ganz klar, alle die medial aufbereiteten fälle sind erschreckend und zeugen von einer verstörenden gewissenlosigkeit und empathie-unfähigkeit der jugendlichen täter.

    aber: der weitaus grösste teil der jugend schlägt nicht wahllos leute halbtot oder sticht mit messern aufeinander ein, sondern geht in die pfadi, spielt fussball, liest und, ja, spielt auch videogames. dies nur zur erinnerung.

  • Marcel sagt:

    @Knuffel: Ganz entscheidend ist die Lage auf dem Arbeitsmarkt- wie verschiedene internationale Studien beweisen (u. a. GLOBALIFE, Lebensverläufe im Globalisierungsprozess / http://oldsite.soziologie-blossfeld.de/globalife/pdf/report_deutsch.pdf), sind es vor allem neu in den Arbeitsmarkt eintretende Menschen, die mit zum Teil enormen Schwieriglkeiten zu kämpfen haben, bis sie erst einmal in einem geregelten (?) Erwerbsleben Fuss fassen können.

    Doch der Arbeits-Markt hat eh für immer mehr Menschen- Arbeitgeber als auch Erwerbstätige- aufgehört, richtig zu funktionieren- und das nicht erst seit gestern.

  • Daniel sagt:

    Jugendgewalt ist Männergewalt.
    Jugendgewalt ist Unterschichtsgewalt.
    Jugendgewalt ist Gruppengewalt.

    Die Schweiz ist eines der sichersten Länder der Erde.

  • Mik sagt:

    Ich wäre vorsichtig, alles auf die Erziehung zu schieben. Erstens darf die Genetik nicht ganz vergessen gehen. Es ist doch vorstellbar, dass ein Kind eine Veranlagung zur Gewalt hat, obwohl Mama und Papa die friedliebensten Menschen sind. Zweitens gibt es Familien mit drei oder vier Kinder, von denen eines zum Gewalttäter wird, während die anderen nie auffällig werden. Nichts gegen die Forderung, Eltern müssten sich um ihre Kinder kümmern. Aber Erziehung ist eben doch nur ein Faktor unter vielen.

    Und Yves: Ich hatte Zeit für viele Dummheiten. Aber ich sass zu Hause und hab während meiner ganzen Jugendzeit ferngesehen und sass am Computer, die Natur fand ich blöd. Und siehe da, ich bin weder Sozialfall noch Krimineller. Sondern Wanderer und Geselligkeitsfanatiker. Menschen ändern sich eben oft, wenn sie erwachsen werden.

  • perla sagt:

    In diesem Blog werden sehr viele verschiedene Fakten miteinander vermengt, dass jeder für sich die absolut richtige Haltung herausfiltert und auch nachvollziehbar ist. Gewalt ist für mich ein Ausdruck wie wir alle miteinander umgehen, Beruf, Schule und Haus. Gibt es heute noch einen respektvollen und gastfreundlichen Umgang der Erwachsenen untereinander? Meine Antwort ist nein. Wir sind eben zur Human Resource verkommen, formbar, hinterlistig und wechseln beliebig die Ansichten wie der Wind gerade weht, immer gut zum Vorteil desjenigen, der sich am meisten nimmt. Scham gibt es nicht mehr. Will noch irgendjemand seine Kinder zum Gegen-den-Strom-schwimmen erziehen ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, dass das Kind später keine stromlininenförmige Karriere macht? Ich meine damit nicht, das Gewalt toleriert werden darf, jeder kann wohl eine kleine Schubserei auf dem Hof von einer Prügelei unterscheiden – auch die Lehrer. Langfristigkeit und Treue wird bestraft, Kurzfristdenken wird belohnt. Das lernen die Kinder von klein auf, in erster Linie von ihren Eltern und diese passen sich eben ihrer Umgebung stark an, weil sie nur nicht auffallen wollen.

  • Suermel sagt:

    Als ich den Titel las und dazu das Bild anguckte hatte ich schon Angst, dass es sich hier um einen weiteren Beitrag handelt wie böse doch Videogames sind, und dass man sie am besten verbieten würde weil sie unsere Jugend zu Killern machen, etc. Zum Glück habe ich mich getäuscht.

    Im Grossen und Ganzen kann ich mich dem Beitrag anschliessen. Ein Grossteil der Verantwortung ist sicherlich bei den Eltern anzusiedeln, und hier müssen wir uns alle selbst an der Nase nehmen. Allerdings sollte auch die Verantwortung der ganzen Gesellschaft nicht unterschätzt werden. Jugendliche sind heute kaum noch irgendwo Wilkommen und werden schnell mal vertrieben weil sich einer daran stört dass sie Lärm machen, ‚rumlümmeln‘, etc. Hier wäre es sicherlich hilfreich wieder Räume zu schaffen und den Jugendlichen gegenüber ein bisschen mehr Toleranz zu zeigen.

  • Yves sagt:

    Im Alter von 12-14 Jahre hatte ich gar keine Zeit respektive Möglichkeit, mal kurz in die Stadt zu gehen, um Leute zu verprügeln oder auszurauben. Pfadi, Fussball, Familie, Lesen etc. Die verschiedenen Hobbies haben mich vollkommen beschäftigt und die Langeweile wurde mit einem Buch vertrieben.

    Die Eltern müssen den Kindern zeigen, wie der Altag sinnvoll ausgefüllt werden kann. Es gibt zig spannende und sinnvolle Tätigkeiten. Ich staune immer wieder, wie einfach es ist, meine drei Kinder zu Beschäftigen. Ein Bach und ein paar Steine genügen für Stunden der sinnvollen Beschäftigung (Naturerlebnis inklusive).

  • Beka sagt:

    Doch, doch, der Vater von Mike fiel schon aus allen Wolken, als er von der Tat seines Sohnes hörte. Die Mutter hat ihm nämlich verheimlicht, dass sein Sohn vorbestraft ist. Sie hat die Briefe vom Gericht ihm gegenüber unterschlagen.
    Die Frage lautet also: Wie steht es eigentlich um die Kommunikation und das Vertrauen innerhalb einer Familie, in der solche Schläger aufwachsen?

    @ Redaktion: Wie xenophob darf eigentlich jemand noch schreiben, bis Ihr ihn hier rausschmeisst?

    Ist ein gefakter daniel binswanger, der Menschen in Anführungszeichen setzt und behauptet, dass Jugendgewalt „aussliesslich von “menschen”, die aus dem balkan, afrika und anderen unterentwickelten regionen dieser welt stammen“ noch nicht genug xenophob – zumal zwei der drei München-Schläger ja waschechte Schweizer sind?

  • Marcel sagt:

    @studimutter: Mit dem „externem Faktor“ habe ich lediglich versucht, aufzuzeigen, dass es sich hier um einen Einfluss handelt, der nicht nur hausgemacht ist. Intern wird er natürlich erst- oder v. a. dann, wenn man all die Integrationsbemühungen- Massnahmen- und Auflagen berücksichtigt.

    „Am Beispiel Deutschland ist das deutlich zu sehen. Die Geburtenrate ist gesunken, ausser in der bildungsfernen Schicht, da steigt die Geburtenrate.“ Diesbezüglich bildet Deutschland aber in Europa das Schlusslicht, wie ein Bericht des Europarates zeigt. Aber das ist wohl auch auf Zensursula zurückzuführen.

  • Knuffel sagt:

    @BigMac: Ihre Worte :“[…] Die jahrelange fehlgeleitete Toleranz gegenüber Canabis hat für mich zu einer “Rauschkultur” unter den jugendlichen Geführt, die sich mittlerweile auch auf den Alkohol erstreckt. Lange genug haben die “Haschbefürworter” ja damit argumentiert, Alkohol sei mit Canabis gleichzusetzen. Wenn nun das Kiffen beim 14-jährigen nicht verwerflich ist, weder von Polizei noch Gesellschaft (Passanten -> Stichwort: Zivilcourage) geahndet wird, wieso soll dann das Biersaufen etwas anderes sein?“[…] möchte ich gerne kommentieren:

    Fehlgeleitete Toleranz gegenüber Cannabis…so würde ich das nicht bezeichnen. Fehlinformation passt da schon eher. Wer Cannabis mit Alkohol gleichsetzt, sollte nochmals nachlesen. Meiner Meinung nach gehört Alkohol zu den harten Drogen, im Gegenteil zum Cannabis. Allein vom medizinischen Aspekt her wirkt Alkohol weitaus zerstörerischer als der Hanf (Verdauungssystem, Hirn, Leber, Nieren…..). Alkohol fördert nachweislich die Aggresivität, der Durchschnittskiffer selber ist viel zu entspannt, als dass er sich prügeln möchte, geschweige denn lautstark gröhlend durch die Gassen ziehen muss, um das nächste Opfer zu suchen. Das ist ein Fakt, den mit Sicherheit Millionen Kiffer bestätigen können.

    Dennoch sollte beides nicht an Jugendliche „verkaufbar“ sein, sondern von Seiten des Staates vermehrt auf eine Altersfreigabe ab frühestens 18 Jahre gedrängt werden. Erst dann sind die meisten körperlich und geistig relativ erwachsen.

    Meiner Meinung nach liegt das steigende Gewaltpotenzial der Jugend neben dem starken Alkoholkonsum aber auch noch in anderen Bereichen. Schon die Einwandererpolitik lässt stark zu wünschen übrig. Wo Kulturen derart kollidieren, ist Gewalt vorprogrammiert, diese Erfahrung macht der Mensch nicht erst heute, sondern er hat sie schon sehr lange oder glaubt hier irgendjemand, dass sich vor 600 Jahren niemand gegen die sogenannte Missionierung gewehrt hat? Es ist das gleiche in grün heute, nur auf andere Art und Weise. Jeder Gläubige, ob Moslem oder Christ sieht den jeweils anderen mit einem sehr „aggresiven Auge“.

    Dazu kommt die Perspektivenlosigkeit der Jugend. Ich glaube, fast jeder Einzelne von uns sieht der Zukunft zur Zeit mit einem sehr bangem Gefühl entgegen. Lesen wir dann noch, dass die Manager von Bank XYZ trotz Finanz- und Wirtschaftskrise Boni und Abfindungen in unglaublichen Höhen abkassieren, wächst in uns kalte Wut. Wir Erwachsenen können uns aber kontrollieren, wie haben unsere Emotionen im Griff, anders ist das bei Jugendlichen. Die Schläger von München befinden sich allesamt in einer Lebensphase, die Wissenschaftler und Eltern und eigentlich alle als Pupertät bezeichnen. Wer spätestens hier nicht lernt, sich selbst zu kontrollieren, w i r d kontrolliert. Nämlich von Hass, Wut, Respektlosigkeit und auch Angst und Verzweiflung.

    Wenn in Deutschlands Großstädten Moscheen gebaut werden, obwohl sich die Anwohner dagegen aussprechen und diesen Anwohnern dann von Politikern gesagt wird:“Dann müssen Sie eben umziehen.“ wächst Wut. Wut die sich zuerst in den Familien breitmacht, dann in die Schulen getragen wird, auf die Straße und in die Köpfe der Jugendlichen. Und schon ist der erste kleine Funke Wut auf beiden Seiten gezündet. Wenn sich dann noch in Alkohol oder andere harte Drogen geflüchtet wird, sinkt schlicht und einfach die Hemmschwelle.
    Die dann tatsaechlich ausgeführte Gewalt ist „nur“ eine Entladung des Ganzen, ein Ventil. I(ch setze „nur“ bewusst in Anführungsstriche, ich möchte hier nichts verharmlosen, sondern lediglich aufzeigen, dass die Ursache woanders liegt, zumindest meiner Meinung nach.)

    In die Perspektivenlosigkeit führt neben Krise/Arbeitsmarktlage auch das Bildungssystem. Bildung kommt auf jedenfall in Deutschland viel zu kurz. Die Einzigen die an der deutschen Bildungspolitik verdienen sind die Schulbuchverlage. Lehrer, Kinder, Eltern kommen definitiv zu kurz. Sei es dass ein Lehrer die Arbeit von drei Lehrern machen muss, weil mehr einfach nicht eingestellt/bezahlt werden können, oder sei es dass man hier in Deutschland nur 25km weiter umzieht und fürs gleiche Schuljahr komplett andere Bücher kaufen muss, sei es dass vor einigen Jahren beim Lehrerstudium das Fach „Methodik“ freiwillig zu belegen war, oder sei es die Tatsache, dass sich Lehrer und Eltern so oft und mit unglaublichem Elan, die Schuld am Versagen des Kindes gegenseitig in die Schuhe schieben, das Kind dazwischen steht und oft nur der Amboss dieses Hammers ist. Diese Liste nimmt kein Ende. Tatsachen, die Unzufriedenheit und Hass schüren.

    Ich wohne in einem kleinen Städtchen, hier wurden vor 3 oder 4 Jahren die Sozialarbeiterstellen um sage und schreibe 65% (!!!) gekürzt. Im Klartext heisst dass, diese Sozialarbeiter, die sich mühsam den Weg zu den Herzen der Jugendlichen erkämpft haben – fallen einfach weg! Vertraute Personen, Ansprechpartner, Begleiter zu Gerichtsterminen, Betreuer werden auf die Straße gesetzt. Unser Jugendhaus hier hat vor Jahren in einen Anbau investiert, Betreutes Wohnen fand dort statt, jeder „auffällige“ Jugendliche, der dort untergebracht war, hatte sein eigenes kleines Reich, regelmäßige Mahlzeiten und HA-Betreuung etc. Der Anbau steht nun leer, weil sich die Kosten selbst mit Hilfe der kath. Orden nicht mehr decken lassen. Und meine Stadt ist mit Sicherheit nicht die einzige, in der sowas passiert.

    Wer solch eine Sozialpolitik führt, braucht sich nicht wundern, wenn der Hass irgendwann mit einer solchen Macht zurück s c h l ä g t, oder?

    Das wars erstmal.

    PS: Vielen Dank an Michèle Binswanger für dieses absolut zeitgemäße und wichtige Thema! Mal was anderes als vollgekackte Windeln, weiter so!

  • Georg sagt:

    Als Sündenbock die bösen sog. Killergames zu präsentieren ist lachhaft. Ich persönlich habe während meiner ganzen Jugend (auch) solche Videogames gespielt und bin der Meinung, dass diese eher zum Aggressionsabbau den -aufbau beitragen. Im Übrigen sind diese vor allem bei Gymnasiasten & Studenten beliebt und diese begehen ja offensichtlich nicht die angesprochenen Gewaltexzesse.

    Die Ursache ist – wie so oft – komplizierter. Meiner Meinung nach handelt es sich primär um Frustration welche aus Perspektivlosigkeit resultiert und sich danach in solch krassen Taten entlädt (notabene unentschuldbar!).
    Ja, die Täter stammen mehrheitlich aus dem Balkan, aber Fakt ist eben auch, dass gerade diese Jugendlichen die schwersten Nachteile in ihrem beruflichen Weiterkommen haben:
    -die Deutschkenntnisse sind in aller Regel schlechter
    -oft können die Eltern nicht als Vorbilder herhalten hinsichtlich beruflicher Entwicklung
    -die Familien verfügen über wenig Kontakte zu potenziellen Arbeitgebern („Vitamin B“)
    -ein -ic im Namen tut oft sein übriges.

    Die Folge: Arbeitslosigkeit und die eingangs erwähnte Frustration. Diese Secondos, welche auch über Tugenden wie Ehrgeiz und Leistungsbereitschaft verfügen, erhalten den Eindruck, dass sie in der Gesellschaft schlicht überflüssig sind und nur zum Handlanger taugen.

    Jugendgewalt ist daher primär ein gesellschaftliches Defizit, welches sich nur durch verstärkte Bemühungen im Bildungs- und Sozialbereich eindämmen lässt. Damit meine ich explizit nicht, dass touch-me-feel-me-Soziologen sich zu einem Kaffeeplausch mit den Secondos treffen um über die Probleme zu reden. Das kommt schlicht nicht an.
    Ich fände es beispielsweise wünschenswert, wenn sich gut integrierte, erfolgreiche Secondo-Männer (jaja, das gibt es!) mit diesen Problemfällen ehrenamtlich beschäftigen würden – im Rahmen eines Götti-Coaching-Systems. Sie könnten als Vorbild herhalten und zeigen, dass man auch mit einem Migrationshintergrund in der Schweiz etwas erreichen kann, sie könnten ihr Wissen über den Arbeitsmarkt weitergeben oder Hilfe bei der Kontaktaufnahme zum potenziellen Arbeitgeber leisten.

    Ironischerweise sind vor allem die Personen, welche wegen der Jugendgewalt lautstark Ausschaffungen fordern, diejenigen welche Jugendgewalt durch ihre Vorurteile und Ausgrenzung fördern.

  • Thomas Wirth sagt:

    Ein Artikel, der eigentlich kaum eines weiteren Kommentares bedarf, da er den Nagel sehr schön auf den Kopf trifft. Die primäre Verantwortung liegt bei den Eltern, denn sie legen fundamentale Weichen. Sie schaffen den Rahmen, innerhalb dessen ein Kind seine Persönlichkeit schön oder eben weniger schön entfalten kann. / Dummerweise lässt sich mit Gewaltverherrlichung mehr Geld verdienen als mit Liebe (u.a. in Musik-. Film-, Gameindustrie oder auch in gewissen Kulturkreisen). Für den Fall also, dass wir Eltern als Vorbild mal Schwäche zeigen, dann steht sofort ein starkes, prügelndes Vorbild aus dem Ghetto mit einem Haufen Groupies als Helden-Ersatz bereit. Es ist also anspruchsvoller – aber dennoch nicht undurchschaubar geworden. / Trotzdem, wie im Artikel schön beschrieben: nicht die anderen sind Schuld, sondern jeder oder jede einzelne von uns kann sein Leben und damit auch das Familienleben selber gestalten. Je mehr Nonsens in eine Familie Einlass finden will, umso mehr unpopuläre Entscheidungen gilt es zu fällen. Eigenes Beispiel: was habe ich mich früher darüber geärgert, dass ich ohne Fernseher aufwachsen musste und wir statt dessen immer gemeinsam Brett- oder Kartenspiele gespielt haben oder ich halt in meinem Zimmer etwas vor mich hingebastelt- gekritzelt oder gemalt habe. Heute bin ich unendlich dankbar dafür. / Mein Tipp: z.B. den TV einfach mal in den Estrich stellen und die Zeit nutzen, um am eigenen Bewusstsein zu forschen. Je mehr wir an uns selber arbeiten und uns weiterenticklen, desto weniger müssen wir letztlich auch an anderen herumdoktern.

  • Patrick Tigri sagt:

    “ Liebe schenken, streiten dürfen, zuhören können, Grenzen setzen, Freiraum geben, Gefühle zeigen, Zeit haben und Mut machen.» Simples Rezept. “

    Nee, nicht simpel. Wir dürfen nicht vergessen, dass diese Rezepte in der Wirtschaft sehr oft nicht gelten. Arbeitnehmern wird mit Härte begegnet, Auseinandersetzungen unterdrückt, Flexibilität gebremst, Gefühle zeigen als unpassend bezeichnet. Warum also sollen Arbeitnehmer, die in der Arbeitswelt als Malochroboter angestellt sind, zuhaus plötzlich sozial sinnvolles Verhalten zeigen? Und dann erst noch fördern?

    Nein. Die Wirtschaft erzeugt die Brutalos selbst. Durch ihr eigenes brutales Verhalten.

  • studimutter sagt:

    Lieber Marcel. Das hätte ich gerne nochmals erklärt. Ein Migrationshintergrund ist ein „externer Faktor“? Da muss ich wohl was falsch verstanden haben! Grundsätzlich ist es sicher so; Menschen mit Migrationshintergrund sind vermehrt in der „bildungsfernen“ Schicht zu finden. Was sich wiederum negativ auf praktisch alles auswirkt. Weniger Bildung = Arbeitslos = Straffällig und gewalttätig = Übergewichtig, geringe Symptomaufmerksamkeit, Konsum von Suchtmittel (Belastung Gesundheitswesen) = keine Ausbildung/ Schulabbrecher/ etc. = Sucht etc.

    Und da stellt sich doch eher die Frage, warum ist das so? Das würde ich eher als interner Faktor oder internes Problem benennen.
    Ich sags ja immer und immer wieder und werde genug oft dafür belächelt. Bei den Kindern muss man ansetzen und dies schon sehr früh. Kinder mit Migrationshintergrund müssen gefördert und unterstützt werden. Sowie natürlich auch ihre Eltern. Manchmal ist es reichlich spät, wenn Kinder mit 5 oder 6 Jahren, als mit Eintritt in den KiGa, „integriert“ werden. Diese Kinder haben dann schon eine grosse Benachteiligung. Dies zu ignorieren wäre, bzw. ist, ein Fehler, den sich die Gesellschaft nicht leisten darf. Am Beispiel Deutschland ist das deutlich zu sehen. Die Geburtenrate ist gesunken, ausser in der bildungsfernen Schicht, da steigt die Geburtenrate. Das aber diese Kinder Ausbildung/ Studium/ Lehre absolvieren, ist nicht abzusehen, obwohl in diesen Kindern ein grosses Potential liegt. Diese Zukunft muss man fördern.

    Ich glaube, die Frage von Frau Binswanger, ist ein Teilaspekt einer wirklich sehr wichtigen Frage, wohin sich unsere Zukunft entwickelt. Und viel zu gross, um dies hier zu klären.

  • Mara sagt:

    Ich bin da nicht so ganz eurer Meinung. Mein Sohn war schon immer ein Raufer, wollte seine Grenzen kennen lernen, was ich auch absolut in Ordnung fand, so lange er sich mit Grösseren und Stärkeren anlegte. Mein Familienleben war damals sehr harmonisch, fröhlich und basierte auf Dialog.
    Mit dem Tod seines Vaters vor ein paar Monaten wurde er aber dann nicht richtig fertig, Ich muss sagen, er ist grad mal 14 und hätte den Vater noch so sehr gebaucht. Mir kommt vor, dass er kein Bild mehr hat an dem er sich orientieren kann, dass er dadurch alles mögliche ausprobiert, sei es verbale Gewalt, Schläge, Rebellion, Sturheit aber auch Weinen und die Suche nach körperlicher Wärme, Kontakt. Ich sehe es so, dass grad ein Jugendlicher sich am Vater „halten“ will, er braucht ein Gegenüber, das auf seiner Welle reitet, das kann die Mutter und die Schwester nicht, das kann nur der Vater. Viele von uns, die sich trennt haben als Eltern vergessen das oder wollen es nicht sehen, oder sie denken, dass der neue Partner diesen Teil „dann schon abdecken wird“ , geht aber nicht, wenn das Kind es nicht zulässt. Eltern nehmt euch in die Verantwortung, Mütter wie auch Väter, ihr werdet gebraucht grad in der Pubertät damit unsere Jungs wieder zurück innerhalb der Leitplanken ihren Weg suchen können. Alles andere, die Schule, das unqualifizierte Lehrpersonal, Alkohol sind doch nur Ausreden, damit wir Eltern uns nicht stellen müssen und unser „ach so bequem parkiertes Hinterteil“ hochkriegen müssen und etwas für die Jungen tun.

  • Mrs.No sagt:

    …und man muss sich als Eltern bewusst sein, dass es – wenn das Kind auf die schiefe Bahn gerät – von der Gesellschaft voll und ganz so betrachtet wird, dass es einzig die Schuld der Eltern ist, SIE haben in der Erziehung versagt (meist die Mutter), SIE haben etwas (alles) falsch gemacht. Egal ob Psychologen, Sozialpädagogen oder Polizei – die Eltern müssen für das Verhalten des Kindes gerade stehen und die Schuldzuweisungen ertragen, ob nun gerecht oder nicht.
    Und darum nochmals: Man wird es sich als Eltern am meisten selber danken, wenn man frühzeitig klare Grenzen gesetzt hat.

  • Markus Schmidli sagt:

    Ja, wenn der Nachwuchs zuschlägt ist es zu spät für Erziehungsmassnahmen. Nicht zu spät aber wäre es, um die Eltern an den Kosten für die Resozialisierung solcher Brut zu beteiligen. Bis jetzt darf das vor allem die Allgemeinheit übernehmen, was gar nicht einzusehen ist. Fährt einer mit seinem Auto jemand um oder lässt jemand von seinem Hund beissen muss er dafür doch auch geradestehen. Warum nicht bei seinen Kindern?

    Und was Eltern dagegen tun können… „Liebe schenken, streiten dürfen, zuhören können, Grenzen setzen, Freiraum geben, Gefühle zeigen, Zeit haben und Mut machen.“ Und was noch alles – simpel ist es angeblich. Nur funktioniert es offenbar nicht oder wird falsch verstanden. Oder ist falsch. Hauptsache nichts konkretes. Dabei dann auch noch „konsequent“ bleiben – als ob das irgendjemand könnte. Und als ob irgendjemand die Wahrheit gepachtet hätte und sie deshalb ums Verrecken „konsequent“ durchsetzen dürfte. Dabei ist es doch klar: Starker Nachwuchs wird durch Konsequenz doch nur aufgereizt, dagegen zu rebellieren. Schwacher entwickelt Neurosen. Und was ich zuhause nicht mache, das mach ich anderswo. So einfach ist der Mensch doch nicht gestrickt, dass er sich ans gute Vorbild von Mami und Papi hält und darüber nicht mehr sieht, dass die Welt noch ein Stück grösser ist. Wo sind denn überhaupt die vorbildhaften Eltern? Die meisten, wenn nicht alle Eltern solcher Schläger haben doch selber einen bereits Schaden – nämlich ein soclhes Brett vor dem Kopf, dass sie gar nicht sehen WOLLEN, was ihr Nachwuchs treibt. Es ist ja wohl ein Witz, dass dann nur der Nachwuchs bestraft wird – in soclhen Fällen muss doch die ganze Familie therapiert werden. Aber natürlich ist es einfacher, aufs schwächste Glied loszugehen – den Halbwüchsigen, der tatsächlich noch gar nicht richtig weiss, was er tut. Und der ja keineswegs allein ist, denn viele tun genau dasselbe wie er. Die Gesellschaft soll sich doch auch mal darüber klarwerden, WIEVIEL (absolut unvermeidliche) Jugendgewalt sie tatsächlich zu tolerieren bereit ist. Und zwar ganz konkret. Nicht so, das jeder Fall doch wieder einer zuviel ist. Es ist doch ein Hohn zu glauben, dass es mit jedem Jahr weniger davon gebe, und dann noch ein wenig weniger, und noch weniger. Stattdessen wird bei jedem neuen Fall ein noch grösseres Geschrei gemacht und nach Gesetzesänderung gerufen. Aber die Jugend wird in alle Ewigkeit über die Stränge schlagen – in jeder Hinsicht, und das ist gut so. Die Frage ist doch nur, wie wir dem begegnen. Immerhin gibt es genug Stimmen, die die gegenwärtige „Jugendgewalt“ auf die jahrzehntelange Herrschaft der „Antiautoritären“ und „Gewaltfreien“ zurückführen. Wer sonst hat ihnen denn bisher diese Märchen von der immerwährenden „Chancengleichheit“ erzählt und ausgeblendet, dass das Recht des Stärkeren weiterhin Gültigkeit hat?

    Ich denke, die Gewalt innerhalb der Gesellschaft müsste bloss wieder ein wenig gleichmässiger verteilt werden, sodass die Jugendlichen nicht mehr so einen grossen Anteil daran haben. Liegt das nicht auch an all den erwachsenen Memmen, die sich scheuen, Halbstarke auch mal in den Senkel zu stellen und zu kontrollieren, was sie eigentlich treiben? Lieber gucken sie Fernsehen und schauen, was Richterin Salesch treibt oder wie man in der Lindenstrasse Probleme bewältigt. Auch das Bier schmeckt sicher immer gut. Vermutlich ist die gegenwärtige Jugendgewalt doch bloss die Frucht schlecht erzogener gegenwärtiger Eltern. Ich warte eigentlich nur noch auf den Soziologen, der herausfindet, dass steigende Jugendgewalt auch ihr Gutes hat. Kann ja durchaus sein, dass die Welt insgesamt wieder gewalttätiger wird. Weniger sind wir ja nicht geworden, sie wir uns um die knapper werdenden Ressourcen balgen müssen. Und wer’s nicht manierlich mit Anzug und Krawatte kann, der tut’s halt vielleicht mit der rohen Faust.

  • gargamel sagt:

    @daniel binswanger: wie recht sie doch haben! vor allem in der rechtsextremen szene wimmelt es ja nur so von afrikanern und balkaniern…

  • Mrs.No sagt:

    Erziehung fängt beim stillen an. Daher wohl auch der Satz „schon mit der Muttermilch eingeflösst“.
    Ich konnte bereits mit einem Jahr Sätze bilden. Dann lag ich also an der Brust meiner Mutter, hab getrunken – und wenn nichts mehr kam sagte ich: „Diese Brust fertig will trinken andere Brust.“ Und wenn meine Mutter nicht gleich reagierte, biss ich sie mit voller Kraft in die Brustwarze. Was für ein kleiner Tyrann! Was daraus entstand war eine ich-will-alles-und-ich-will-es-sofort-Haltung, welche mir, erstmal älter, das Leben nicht wirklich erleichtert hat. Die richtige Reaktion wäre gewesen, dass mich meine Mutter sofort abgesetzt und mir unmissverständlich klar gemacht hätte, dass es absolut indiskutabel ist sie zu beissen. Der Irrglaube, das Kleine „wisse es noch nicht besser“, ist sehr verheerend. Mein Vater war Kinderarzt und hat immer wieder erzählt wie unglaublich viele Familien zu ihm kamen, in welchen das zweijährige Kind die ganze Familie voll in der Hand hatte – und Mami und Papi von vorn bis hinten tyrannisierte.
    Soviel also zum Thema Grenzen setzen.
    Und nein Frau Binswanger, nicht nur die Gesellschaft wird es ihnen in erster Linie danken wenn sie schon früh konsequent und nachhaltig Grenzen setzen – sondern sie sich selber. Denn ist das Kind erstmal aus dem Ruder gelaufen, wird es mehr als nur verdammt schwierig dies wieder zu ändern. Ist der Schalter erstmal umgelegt, lässt er sich nur mit grösstem Aufwand wieder zurück kippen.

    Und Papa: Ich bin mir sicher, dass viele von diesen Ehemanns-losen Frauen sich auch wünschen würden, einen Vater für ihr Kind zu haben – nur liegt das oftmals nicht in der Macht der Frau, dies zu bestimmen. Ich hatte viele solche „Gewälttäter Jugendliche“ als Kollegen, bei den meisten war die Mutter alleinerziehend, völlig überfordert – und der Vater hat im besten Fall eine Karte zu Weihnachten und Geburtstag geschickt, im schlechtesten Fall war er schon während der Schwangerschaft abgehauen.

  • Urs sagt:

    Mit dem Zitieren von Aussagen des Vaters von Mike B. wäre ich vorsichtiger! Einige Behauptungen aus dem genannten Interview sind nachweislich falsch! Ob einer überrascht ist oder bloss überrascht spielt dürft wohl doch ein Unterschied sein!

  • andre p sagt:

    @binswanger: soso, normale mitteleuropaeische jugendliche machen sowas nicht? alle di nicht in diesen kreis gehoeren sind also unterentwickelt??? ziemlich fragwuerdig so eine ausgrenzende bemerkung in die runde zu werfen … sorry fuer die derbe ausdrucksweise: aber … einfach mal: fr… halten!

  • Darja Rauber sagt:

    @ Papa
    Ja genau, „Männer zurück zu Heim und Familie“, sozusagen… 🙂

    @ Markus: Sind an der ach so schlimmen „Verweiblichung“ des Lehrberufs eigentlich die Frauen schuld, die den Lehrberuf wählen, oder die Männer, die ihn nicht wählen??

    Und sind die Frauen, die bekanntlich selber keine 2% der physischen Gewaltdelikte begehen, trotzdem schuld an den 98%, die von Männern begangen werden, bloss weil ein paar Lehrerinnen die Jungs sich nicht auf dem Schulhof prügeln lassen? Und hat die 0815 Prügelei auf dem Schulhof (kann mich sogar daran erinnern, als Mädchen daran teilgenommen zu haben!) – bzw. deren Verhinderung – tatsächlich etwas mit dem vermehrten Auftreten von brutalster, willkürlichster Jugengewalt auf den Strassen zu tun, wie sie derzeit mutmasslich beobachtet wird?

    Eine ziemlich gewagte Behauptung…

  • daniel binswanger sagt:

    es ist recht sinnlos über dieses thema so zu diskutieren, weil die gewalt ja nicht von normalen mitteleuropäischen jugendlichen ausgeübt wird, sondern aussliesslich von „menschen“, die aus dem balkan, afrika und anderen unterentwickelten regionen dieser welt stammen. da kann man noch lange videogames kritisieren, das wird genau gar nichts ändern….

  • Vegi Burger sagt:

    @Bigmac: Richtig, Drogen waren schon immer ein Problem. Schon vor 20 Jahren, als die bekifften am See Musik hörten und die besoffenen sich am Dorffest die Köpfe blutig schlugen…

    Die Gleichstellung von Cannabis und Alkohol ist nur insofern richtig, als dass beides Drogen sind. Der Unterschiedliegt im Wesentlichen darin, dass die eine noch verbilligt wurde die letzten Jahre und die andere dazu dient, dass der Alkoholiker mit ruhigem Gewissen auf den Kiffer zeigen kann, dieser sei der Böse… Ich würde Ihnen empfehlen, sich mal eine Ggenüberstellung gefährlichkeit/soziele Kosten zwischen sog. illegalen Drogen und den ‚grossen‘ beidel legalen anzuschauen.

    Zurück zum Thema: Das Problem ist sicher auch unterschiedliche Kulturen und Abwesenheit der ‚üblichen‘ sozialen Strukturen. Wenn die erste Generation, die kein Deutsch kann, die Kinder hütet der zweiten Generation, welche auch nur knapp etwas Deutsch versteht, ist es nicht weiter verwunderlich, wenn etwas schief geht. Denn Grosseltern waren noch nie sonderlich stark im Grenzen setzen, und wenn die Eltern am Abend nach Hause kommen, sind sie schlicht nicht in der Lage zu beurteilen, was ihre Kinder eigentlich den ganzen Tag so trieben.

    Sowieso empfehle ich aber noch einen Blick in ‚gängige‘ Musik Videos. Richtig, es ist wissenschaftlich bewiesen, dass nicht jeder Ego Shooter ein Killer wird. Aber was die Musik- und Filmindustrie als Bild zum Thema Gewalt (und auch Frau…) vermittelt, hinterlässt Spuren, sowieso in ‚Macho geprägten‘ Strukturen. Schlussendlich ist aber alles ein Teil einer riesigen Industrie, und der Rubel muss ja rollen. Also einmal mehr: Gewinne privatisieren, ‚Verluste‘ sozialisieren.

    Übrigens habe ich nicht eine prinzipielle Abneigung gegenüber Ausländern. Aber ich sehe in gewissen Problemen schon einen Zusammenhang zu Herkunft/Kultur.

    Achja, um den Bogen zurück zum Alkohol zu spannen…;-) Welche Kreise waren/sind für die viel zu tiefe Besteuerung des Alkohols ? Genau diejenigen, die am lautesten schreien, wenn’s darum geht, jemanden ausschaffen zu können… Eben, Hauptsache, die Kasse stimmt…

  • Papa sagt:

    Ist mal wieder ein Fall für mein Lieblingsthema: Väter zurück in die Familien! Sowohl für Buben als auch für Mädchen ist es heute extrem schwierig Vorbilder für gesundes „männliches“ Verhalten zu finden. Dabei ist gerade der gesunde Umgang mit Kraft und Gewalt ein Thema, das den Kindern von Männern vorgelebt werden muss.

  • Stuzzicadenti sagt:

    Der Keim der Jugendgewalt ist tatsächlich im Elternhaus zu suchen, aber aus ganz anderen Gründen, als man denkt. Diesen Jugendlichen fehlt ein echtes Zuhause, ein Rückzugsort, an dem sie gern viel Zeit verbingen und vor allem Privatsphäre haben. Ohne diesen Platz, hängen sie mit Gleichgestellten auf der Strasse rum, haben extreme Langweile und suchen darum früher oder später den Kick in physischer Gewalt… Gerade bei Familien von Balkan sind Grossfamilien in kleinen Wohnungen normal, und daduch zieht es deren Nachwuchs hinaus auf die Strasse. Daheim mit Freunden gamen oder alleine gemütlich TV gucken, können sie eben gerade nicht, da schlichtweg der Platz fehlt. Den haben sie nur auf der Strasse, draussen sind sie frei…

  • bigmama sagt:

    Jetzt soll also die Schule schuld sein, die die Buben nicht mehr kämpfen lässt. Dabei haben auch früher die Lehrer eingegriffen, wenn Schüler sich geprügelt haben. Darum prügelte man sich damals halt auf dem Heimweg oder wenn die Lehrer mal nicht präsent waren. Das ist heute genauso, meine Kinder berichten mir jedenfalls noch von Schlägereien. Ich bin sicher, dass diejenigen, die fordern, dass die Lehrerinnen bei Prügeleien wegschauen, die ersten sind, die die Schule verklagen, wenn der eigene Sprössling mit einem blauen Auge heimkommt. Das männliche Lehrpersonal wurde übrigens nicht von den Schulen vertrieben, sondern hat es vorgezogen, in lukrativere Berufe zu wechseln. Jugendliche Gewalttäter stammen nicht nur aus Familien mit Migrationshintergrund – Jugendgewalt ist in erster Linie ein Bildungsproblem. Gymnasiasten und BMS-Schüler begehen keine Gewalttaten.

  • Hannah sagt:

    Keim der Jugengewalt ist die Familie. Kinder nehmen die Eltern als Vorbild, leben ihnen nach. Eltern, die (insbesondere psychische) Gewalt anwenden und ein solches Klima in der Familie pflegen, züchten Schlägerkinder heran. Man ist beinahe geneigt, einen Vergleich zur sog. Kampfhundeaufzucht zu ziehen. Es ist nahezu undenkbar, dass die Brutaloschläger von München in einem gesunden Familienumfeld einen derartigen Weg eingeschlagen hätten (die Tat in Münschen war beileibe nicht die erste Straftat, die Eltern sind folglich kaum aus „allen Wolken“ gefallen). Oder salopp ausgedrückt: der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. Die Schule vermag allenfalls noch Symptombekämpfung zu leisten, die Weichen sind vorher falsch gestellt worden.

  • BigMac sagt:

    Die Verantwortung für die Kinder liegt bei den Eltern. Dieser Grundsatz ist sicher richtig, dass Grenzen und Regeln von den Eltern durchgesetzt werden müssen und sie ihren Kindern die notwendige Reibungsfläche bieten sollen, sicher auch. Problematisch ist meines Erachtens in dem Zusammenhang, dass die Gesellschaft als Ganzes und der Gesetzgeber im besonderen den Eltern dabei in den Rücken fallen. Es herrscht m.E. eine weit verbreitete grundsätzliche Einstellung „Regeln gelten nur für andere“. Wenn sogar der Staat soweit geht, sogar Gesetze dort nicht durchzusetzen, wo es zu „unbequem“ ist, macht es das für mich als Elternteil nicht gerade einfacher, mich mit meinen „Regeln“ durchzusetzen. Beispiel Marihuana, Beispiel Alkohol, Beispiel Schulpflicht…es gäbe noch unzählige weitere Bereiche, in denen sich Politik und Justiz mit der Aussage „das lässt sich sowieso nicht durchsetzen“ vor unpopulären Massnahmen drücken. Warum sollen verdeckte Testeinkäufe nicht zu schmerzhaften Bussen oder gar Lizenzentzug führen – über 50% der Geschäfte verkaufen Alkoholika trotz entsprechender Verbote ungerührt an Kinder. Wieso kann die Polizei jugendliche Kiffer und Dealer nicht aus dem Verkehr ziehen? Das Argument „weil sie es morgen eh wieder tun“ kann ja wohl nicht akzeptabel sein?

    Die ganze Thematik „Rauschmittel“ im Zusammenhang mit Jugendlichen und Gewalt scheint mir entscheidend zu sein – insbesondere bei den „schweren Fällen“. Auch im Münchner Fall war Alkohol im Spiel. Die jahrelange fehlgeleitete Toleranz gegenüber Canabis hat für mich zu einer „Rauschkultur“ unter den jugendlichen Geführt, die sich mittlerweile auch auf den Alkohol erstreckt. Lange genug haben die „Haschbefürworter“ ja damit argumentiert, Alkohol sei mit Canabis gleichzusetzen. Wenn nun das Kiffen beim 14-jährigen nicht verwerflich ist, weder von Polizei noch Gesellschaft (Passanten -> Stichwort: Zivilcourage) geahndet wird, wieso soll dann das Biersaufen etwas anderes sein? Dies ist nur ein logischer Umkehrschluss. Ich kann mich gut an die Zeit als „Töfflibueb“ erinnern – ist ja noch nicht sooo lange her, aber scheinbar hat sich in den 20 Jahren doch sehr viel verändert. Auch wir haben uns für die eine oder andere Sommernachtsparty illegalerweise Alkohol besorgt. Wir mussten dies allerdings noch diskret und im versteckten tun. Dadurch war es zwar noch aufregender, aber andererseits automatisch auch sehr viel seltener der Fall, als das heute die Regel zu sein scheint.

  • Ronny sagt:

    @Markus, da geb ich Ihnen vollkommen Recht. Die vorwiegend weiblichen Betreuungspersonen in Schule, Kindergarten, zu Hause, etc lassen die Jungs nicht mehr streiten und kämpfen. Jungs müssen sich halt ab und zu prügeln „bis eine grännet“. Damit lernen sie die Grenze zwischen Raufen / Prügeln und bösartiger Gewalt spielerisch kennen. Wenn bei jedem „Tomätli“ gleich interveniert wird lernen die das nie.
    Dass Gewaltfilme und -spiele aus braven Kindern keine Schläger und Amokläufer machen ist mittlerweile mehrfach wissenschaftlich belegt.
    Ausserdem war die „Jugend“ in den Augen der Erwachsenen schon vor 2000 Jahren „daneben“ und wird es wohl auch immer sein. Solche Fälle sind zum Glück Ausnahmen!
    Es gibt dazu ein gutes Buch von einem reformierten Pfarrer Namens Thomas Hartmann (Schluss mit dem Gewalttabu), das die Sache gut auf den Punkt bringt

  • Rémy sagt:

    „Auch wenn es dafür weder Lob noch Anerkennung und schon gar kein Geld zu gewinnen gibt“
    Mein Kommentar hat gar nichts mit dem Thema zu tun aber es handelt sich um etwas das mich bewegt denn ich habe zur Zeit viele Schwangere um mich. Und ich finde es bedencklich wie der Schweizer Staat die Familien fordert statt sie zu fördern. Die schweizer staatliche Familienpolitik ist schlichtweg ungenügend (wenn nicht inexistent), und wie mit den Familien umgegangen wird, insbesondere finanziell, ist eigentlich eine Schande in einem Land das parktisch das höchste pro-Kopf Einkommen der Welt hat.
    Einfach einen kleinen Gedenkanstoss an die Leute, die einerseits finden dass es zu viele Ausländer gibt in unserem Land, die aber nicht verstehen warum schweizer Frauen nur 1.4 Kinder im Schnitt gebären: ausser dem biologischen Trieb, den jede(r) verspürt, gibt es in der Schweiz ganz einfach keinen Grund Kinder zu haben!
    Und etwas das jeder Kritiker der Staatlichen Interventionen bedenken sollte: jedes Kind das heute in der Schweiz zur Welt kommt, wird in 20 Jahren, nachdem es den eigenen Eltern zirka eine Million Franken gekostet hat, in die Volkswirtschaft eingebunden und wird nochmals bis zum Tag an dem es pensioniert wird zwischen 500’000 und 1 Mllion Franken an direkten Einkommensteuern dem Staat abdrucken! (alle anderen Abgaben nicht eingerechnet)
    So gesehen sollte der Staat einen hohen Salär (und nicht Kinderzulage genannte Almosen) an jede Familie bezahlen, die ein Kind aufzieht!
    Ich jedenfalls werde keine kleine Schweizer Steuerzahler produzieren…

  • Gerhard sagt:

    Es darf aber auch nicht unschicklich sein festzustellen, dass der Migrationhintergrund eine wesentliche Rolle spielt und hier begleitend anzusetzen. Viele dieser Eltern sind schlicht nicht angekommen in unserer Gesellschaft. Es liegt an uns, ob sie es jemals werden.

  • markus sagt:

    Heute ist die Angst vor Gewalt schon unter Primarschüleren so gross, dass schon ein harmloses Ringkämpfchen in den Schulen eine Morgenkreis zur Folge hat. Wie sollen Jungs mit Ihrer stetig wachsenden Kaft lernen umzugehen, wenn sie sich nicht mal untereinander messen dürfen?
    In meiner Schulzeit rannten jedenfalls keine Pädagogen in Panik auf den Pausenplatz, wenn mal ein kleines „Rangordnungskämpfchen“ im Gange war. Gut, damals gab es noch mehr männliches Lehrpersonal.

  • rb sagt:

    Der Bub wacht nicht eines Morgens aus heiterem Himmel als Gewalttäter auf. Schwere Delikte, insbesondere gewaltbezogene, haben immer eine Vorgeschichte. Die Jugendlichen waren schon in der Vergangenheit negativ aufgefallen und ich denke, da muss man ansetzen. Auffälliges Verhalten, insbesondere solches, das prädiktiv für spätere Gewalttaten ist, soll beim ersten Auftreten sofort aufgegriffen und mit geeigneten Massnahmen angegangen werden. Schwierig wird es dadurch, dass von den auffälligen Jugendlichen nur wenige später tatsächlich schwer kriminell werden. „Bubenstreiche“ sind von wirklich gestörtem Verhalten zu trennen. Geeignete Diagnose- und Prognoseinstrumente müssen entwickelt werden.

    Viel Grösser als der Einfluss der Eltern ist jener des Freundeskreises. Eltern können insofern lenken, als sie die Kinder in entsprechenden „Umgebungen“ platzieren, bzw. deren Freundeskreis im Auge behalten.

  • Marcel sagt:

    Irgendwo im Beziehungsviereck Eltern – Schule – (Betreuungseinrichtung) -Kind hapert’s, denke ich. Nein, es sind nicht alleine die Eltern an der steigenden Jugendgewalt schuld, um die im Titel gestellte Frage zu beantworten. Das Thema ist komplex: Ein Blick auf die zur Zeit verfügbaren Kriminalitätsstatistiken der verschiedenen Polizeikorps in unserem Lande bringt etwas Licht ins Dunkel: Jugendgewalt mit oder ohne Migrationshintergrund- wie aus den Statistiken der Kantonspolizei St. Gallen hervorgeht, ist das offenbar mitentscheidend- womit wir es mit einem aus schweizer Sicht „externen Faktor“ zu tun haben. Dann wären da noch die Erwerbsverhältnisse- bzw. die Präsenzzeit der Eltern im Haushalt zu erwähnen, oder der Einfluss der multimedialen Informationsgesellschaft,die den Einfluss der Eltern auf die Entwicklung ihrer Kinder noch zusätzlich beeinflusst / einschränkt…

  • bigmama sagt:

    Der Vater von Mike B. fiel wohl kaum ahnungslos aus allen Wolken, da sein Sohn bereits vorbestraft war.

    Was Kinder stark macht, haben sie sehr gut zusammengefasst. Nicht erwähnt haben sie jedoch, das ambivalente Verhältnis unserer Gesellschaft zu Gewalt. Einerseits ist Gewalt (absolut zu Recht) verpönt, anderseits wird riesig Kohle gemacht mit der Darstellung/Verherrlichung von Gewalt in Filmen/Musik/Games. Konkret bedeutet das für die Eltern „Allein gegen die Trash-TV- und Game-Mafia“.

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