Geständnis aus der Küche

Eine Carte Blanche von Dörte Welti*

Pfannkuchen

Die Autorin weiss, wie das geht: Pfannkuchenproduktion in einem U-Boot der US-Navy. (Foto: Wikimedia)

Hier und heute oute ich mich. Als langweiligste Köchin der Welt. Seit die Älteste aus der Brei-Ära rausgewachsen ist, sind 17 Jahre feste Nahrung auf der Uhr, minus zwei Wochen Ferien, wo auch mal andere gekocht haben. Das macht dann also 50 Wochen im Jahr, im Schnitt fünf Tage und zwei Mahlzeiten pro Tag die Woche. Summa summarum 8500 Mahlzeiten. Davon gefühlte 8000 Mal Pasta, ein paar Mal Pfannkuchen, Kartoffelstock mit Fleisch und Gemüse, alles in Variationen.

Ich koche gerne, das ist nicht das Problem. Ich probiere auch gerne aus meiner umfangreichen über die Jahre zusammengekommenen Rezeptesammlung neue Gerichte aus. Fachleute raten ja dazu, den Kindern Geschmack beizubringen. Die formidablen Küchenkreationen esse ich dann meistens alleine auf: «Mam, schmeckt gut, aber kann ich mir ein paar Nudeln machen?»

Pancake Heart

Und sie kommen doch von Herzen.

Heute ist auch wieder so ein Tag. Das Jüngste kommt nach Hause zum Mittag und eigentlich ist Dienstag, es gibt IMMER Pfannkuchen Dienstags. Solche Gewohnheiten machen es einfacher, den Einkaufszettel im Zaum und die Kosten im Griff zu haben. Aber schon wieder Pfannkuchen?

Visionen tauchen vor meinem geistigen Auge auf, junge Erwachsene, die irgendwann in zehn Jahren mit Freunden zusammen sitzen und ihr «Bei-uns-gabs-immer-das-selbe-Trauma» verarbeiten. Grässlich. Aber mir fällt nix mehr ein. Nicht nach 8500 Mahlzeiten. Kühlschrank: Check. Es würde noch für eine Brunoise von gemischtem Gemüse mit Risotto al dente und leichter Cremesauce reichen. Italienische Haute Cuisine; hab ich mal in einem Kochbuch eines Fünf-Sterne-Hotels gefunden und gleich abgeschrieben.

Da klingelt das Telefon: «Mami? Können Lea, Nina, Catharina und Caro zum Essen kommen? Bittttäää! Und kannst Du Pfannkuchen machen? Ich hab von Deinen Pfannkuchen geschwärmt und jetzt wollen alle auch, die sind sooooo lecker! Daaaankeee!» Bevor ich den Mund aufmachen kann, hat sie schon wieder aufgelegt. Morgen ist auch noch ein Tag, um über die Revolution im Speiseplan nachzudenken …

(Foto: Oliver Beckmann)

(Foto: Oliver Beckmann)

* Dörte Welti ist Journalistin und Redaktorin, alleinerziehend mit drei Teenies (Jg. 95, 96 und 98) und daher freischaffend unterwegs. Sie ist redaktionell verantwortlich für den Schweizer Teil einer deutschen Frauenzeitschrift, schreibt unteren anderem für ein Inflight-Magazin und Auto-Zeitschriften. Die gebürtige Deutsche lebt mit ihrer Familie, zwei Katzen und zwei Schildkröten in der Nähe des Greifensees.

64 Kommentare zu «Geständnis aus der Küche»

  • Peter Müller sagt:

    Ich bin kulinarisch sehr vielfältig und hochwertig aufgewachsen, aber das Leben wird damit als Kind und Jugendlicher nicht einfacher ;). Jedes Schullager wurde zur kulinarischen Folter, fast jede Einladung ein Magenselbstmord. Aber ich hab damals durchaus Verständnis für Freunde auf Pasta-Trip entwickelt.. deren Eltern konnten einfach nicht kochen, selbst deren Pasta war.. zweckmässig. Bei uns haben die Freunde auf jeden Fall immer sehr gerne gegessen und Erzählen heute noch davon.
    Auch ich hatte einiges nicht gern, aber wenn es zwei mal im Monat das gleiche hab, wurde immer gemeckert :D.

  • Muttis Liebling sagt:

    8500 Mahlzeiten nebenberuflich gekocht! Es gibt also schlimmere Schicksale als Galeerensträfling.
    Hätten meine Kinder von ihrer Mutter erwartet, in der Woche bekocht zu werden, ein steil gegen Himmel gerichteter Mittelfinger wäre die Antwort gewesen. Sich darauf einlassend, hätte das Schicksal der Alleinerziehenden gedroht.
    John Boyd Orr bekam 1949 den Friedensnobelpreis für seine Arbeiten zur Ernährungsphysiologie und seinem Einsatz für die Schulspeisung. Diese hat mich und meine Kinder jeweils 12 Jahre begleitet. Wir sind alle ausserordentlich gesund, intelligent und gut aussehend.

  • Nina sagt:

    Hab da noch einen Tipp: Kinder kochen lassen! Ich war z.B. immer am Sonntagabend dran. Und nein, ich fand’s nicht lustig.

    • Andrea Mordasini, Bern sagt:

      Die Kinder lasse ich noch nicht gerade allleine kochen. Aber mitmachen (rüsten, schnipseln, schälen, rühren etc,) tun sie, wenn wir gut Zeit haben zB am Wochenende, gerne. Und mich dünkt, je mehr sie mitmachen, desto „besser“ essen sie. Bei uns is(s)t der Junge schnäderfräsig, während die Tochter (fast) alles isst. Pasta und Pommes sind aber auch bei uns der Renner, während gekochtes Gemüse eher Naserümpfen verursacht… Rohes Gemüse und vor allem Salat mögen sie hingegen sehr ;). Versuche gerne Neues, leider fehlt mir mittags die nötige Zeit fües Experimentieren, denn da muss es schnell gehen

  • Grossvater sagt:

    Gossmutter kocht ausgezeichnet. Klar kommen bei Besuch wunderbare Menüs auf den Tisch. Bei vorletzter Weihnachten kams aber krass zurück vom Enkel: „beim Grosi ist das Essen immer schlecht“. Über Geschmack lässt sich nicht streiten. Aber dem Fass den Boden herausgeschlagen hat die Bemerkung der Tochter: „mach Dir keine Sorgen, morgen gibts zu Hause wieder feine Teiggi“. Das Grosi wurde bleich : „so nicht!“ Letzte Weihnachten brachte der Pizzakurier 6 Schachteln. Der Schuss ging hinten raus: die ganze Verwandtschaft schwärmt noch heute von dem wunderbaren Weihnachtsschmaus mit den Pizzen.

  • manu aeberli sagt:

    Ich habe zwei Tipps, die sich leicht umsetzen lassen und das Kochen vereinfachen:

    1. In einer Agenda (ich nehme meist die Kleine von UNICEF) notiere ich alle Menüs – meist eine Woche im Voraus und kaufe dementsprechend ein. Wenn ich mal ideenlos bin, dann nehme ich einfach meine Kochagenda vom vorhergehenden Jahr zur Hand und komme so zu saisonalen Ideen.

    2. Ich koche abends auch oft zuviel, sodass immer auch noch was übrig bleibt für am darauffolgenden Mittag, wenn’s schnell gehen muss.

  • Hotel Papa sagt:

    Irgend etwas müssen wir falsch gemacht haben. Meine zwei essen praktisch alles was auf den Tisch kommt (mit allergiebedingten Ausnahmen) mit viel Genuss. Natürlich steht Comfort-Food auch hoch im Kurs, aber für meine Gemüseeintöpfe ernte ich regelmässig ein „Well, that was tasty!“

    Sonderbarerweise auch als kleine Kinder schon gern auch alle normalerweise „wääähhh“ Gemüse. Blumenkohl. Fenchel. Knollensellerie. Broccoli. Spinat. Alles Dinge, die ich erst mit erwachsenem Gaumen schätzen gelernt habe. Bei ihnen aber: Bring it on!

    • 13 sagt:

      Oder Sie hatten einfach Glück: Ich habe zwei Kinder, die mit exakt der gleichen Küche aufwachsen:

      Mädchen (5): Liebt alle Früchte und Rohkostgemüse, gekochtes Gemüse verweigert sie ausser Spinat, Brokkoli und Rüebli, Fleisch verschlingt sie in Unmengen, Fastfood würde sie jeden Tag essen. Süsses sagt ihr nicht viel.

      Junge (2): Isst Gemüse aller Art, verweigert praktisch alle Sorten Fleisch, bei Früchten gehen nur Äpfel, Bananen und Trauben, Pommes und sonstiges Fastfood ist nicht sein Ding, aber er könnte eine Tafel Schokolade verdrücken.

      Wie gesagt, ich habe nichts anders gemacht.

      • Hotel Papa sagt:

        Ja, klar, die Kids sind natürlich schon Individualisten. Die Tochter hat schon als Kleinkind Oliven gemocht, der Sohn isst sie als junger Erwachsener noch nicht freiwillig. Crevetten muss ich der Tochter nicht auftischen, der Sohn hat sie geliebt, bis er auch dagegen eine Allergie entwickelt hat.
        Die Dinge ändern sich auch. Als Kind hat die Tochter Gemüse am liebsten als Rohkost gehabt. heute soll die Mahlzeit wenn möglich „richtig gekocht“ sein.

      • Hotel Papa sagt:

        Gee, was ist an der Antwort jetzt wieder Zen$vrwürdig?

      • marak sagt:

        Ja, die Rohköstler. Habe auch so Eine zuhause. Das ist ja in Ordnung so. Oftmals hängt es von der Konsistenz des Essens ab. Da haben Kleinkinder offenbar starke pro und contra Attitüden. Das hat nicht immer mit dem Geschmack als solches zu tun. Zumindest habe ich diesen Eindruck.

      • 13 sagt:

        Ich finde Rohkost eigentlich super. Wenn immer möglich, schnipsle ich das schon während dem Kochen und stelle es schon mal auf den Tisch. Es rettet die Kinder regelmässig beim „Ich kann keinesfalls noch ganze 10 Minuten auf das Essen warten, sondern werde in spätestens 2 verhungern“-Anfall und wenn sie danach einen Nudeln-ohne-Sauce-Tag haben, gibt es bei Mami kein schlechtes Gewissen, denn sie haben schon je eine halbe Gurke verdrückt 😉

  • Joerg Hanspeter sagt:

    Wieso beklagen Sie sich, wenn essen ein Wunschkonzert ist, dann wird halt auch gewünscht. Ich finde auch, Kinder sollten sich einfach alles immer wünschen können und die Eltern haben sich gefälligst anzupassen. Ich hoffe, Ihre Kinder können auch wünschen, ob und wann sie in die Schule wollen, wann sie ins Bett wollen, wann sie aufstehen wollen usw.

    • tina sagt:

      warum sollen die kinder denn nicht wünschen dürfen, was sie gerne essen möchte? ich bin froh um ihren input, und ich bin froh wenn ich etwas koche worüber sich alle freuen. kürzlich fiel mir auf, wie schön es ist, dass wir nur positive essensthemen haben. kein kalorien zählen, kein „oh mein gott da ist fett drin“.
      ich kann auch machen was ich will und gehe trotzdem arbeiten, komisch eigentlich.

      • Hotel Papa sagt:

        Weil dann je nach Vorliebe jeden Tag „Spaghetti blutt“ auf dem Speisezettel steht.

        A) ist das ungesund

        und B) muss ein Gaumen auch trainiert werden.

      • tina sagt:

        im notfall kann man immer noch um weitere ideen bitten hotel papa. ich habe es ausprobiert und als sie noch so ca 1 meter kurz waren 2 wochen lang spaghetti blutt gekocht auf täglichen wunsch hin. sie denken heute noch (inzwischen fast 1,70m gross) mit schaudern daran und nörgeln wenn es mehr als 2mal wöchentlich pasta gibt.

      • Hotel Papa sagt:

        Schön, dass das Extremprogramm funktioniert hat. Der Schuss kann aber nach hinten losgehen.

      • tina sagt:

        ja wie soll denn das nach hinten los gehen? schlimmer als jeden tag spaghetti ohne wünschen hätte es ja kaum mehr kommen können. danach wurden sie zu gourmets.

      • Hotel Papa sagt:

        Ich kenne Leute, die hätten sich bis zu den ersten Syptomen von Skorbut (und vermutlich darüber hinaus) mit Spaghetti blutt verköstigen lassen.

      • tina sagt:

        ich hätte sicher nicht jahrelang nur spagetti ohne gekocht.
        offenbar mag es sein, dass kinder gemüse und salat verweigern und nur pasta wollen, aber dann mögen sie eben meist zum zvieri vielleicht rohe rüeblistängeli, gekochte eier, käse, gedörrte äpfel, cherrytomaten, fischstäbli, vollkorncracker, joghurt.

    • Stephan sagt:

      Na ja, Schule und ins Bett gehen muss ja sein.
      Aber ich höre, wenn ich in der Küche gestanden bin, lieber ein „Mmmh, fein, Papi“ als ein „Das hani nöd gern“, oder gar „das isch gruuusig“. Da koche ich lieber Spaghetti mit einer Fertignapolisauce und sehe nur zufriedene Gesichter, als mich abzumühen, um dann lange Gesichter und Diskussionen zu haben, ob nun das gegessen werden muss, oder man ein Joghurt oder ein Stück Brot oder CornFlakes darf…..

      • Urs sagt:

        Fertigsauce geht gar nicht. Meine Kinder essen das nicht, verstehe ich auch.

      • Kathy sagt:

        Natürlich ist es angenehmer, nur nach den Wünschen der Kinder zu kochen – hätte meine Mutter das so gemacht, hätte ich in den ersten 16 Lebensjahren keine Vitamine zu mir genommen. Sehr gesund…

      • Joerg Hanspeter sagt:

        @Stephan: Meines Erachtens gehört Essen auch zur Allgemeinbildung. Wir mussten zu Hause nicht alles essen, aber beinahe alles probieren, und ich bin in einem Haushalt aufgewachsen, wo teilweise auch sehr „exotisches“ auf den Tisch kam. Ausweichen mit „ich nehm heute ein Joghurt oder Corn Flakes“ gab es nicht. Heute bin ich froh darüber, dass sich mein kulinarischer Horizont nicht nur Spaghetti mit Fertigsauce beschränkt. Natürlich bin ich auch froh, dass Ihre Kinder nicht alles essen, sonst wäre gewisse Lebensmittel noch teurer 🙂

      • tina sagt:

        ich kann super fertigsauce simulieren ;-). der trick heisst: pürieren. geht mit einem stabmixer 3,5 sekunden

      • Teilzeitpapi sagt:

        “Das hani nöd gern”, oder gar “das isch gruuusig”. Um das zu vermeiden orientiere man sich an den „Kinderprodukten“. Die Marketingabteilungen wissen bestens, was den Kindern schmeckt. Zuckeranteil einfach ignorieren (z.B. in Ketchup, Joghurt oder Corn Flakes). Sollte der Arzt zu einer Zuckerreduktion raten, dies möglichst schrittweise vollziehen. Es können heftige Entzugserscheinungen auftreten. 😉

  • monaco sagt:

    Ich bin bei meiner Grosi aufgewachsen – jeden Tag gab es ein 3-Gang-Menü: Suppe oder Salat, Hauptgang mit Fleisch oder Fisch (Freitags vegi oder süßes Gericht) und Nachtisch (Obst oder Pudding). Meine Grosi war eine sehr patente Frau, hat ihre Küche organisiert wie ein Feldwebel, beim Abwasch musste ich helfen und auch bügeln habe ich von ihr gelernt.
    Pasta? Gab es nie – viel Geld hatten wir auch nicht.
    Man muss nur kochen können und wollen. Übrigens: Es gab auch nie „Kinderessen“ – heute koche ich selber oft (und gerne mit Gästen zusammen), Pasta gibt es höchstens als Zwischengang…

  • hermann sagt:

    Ich habe in Italien kochen gelernt und viele Jahre gern und gut gekocht, bis ich mir meine neue Familie anlachte. Mamma (die selten Zeit zum kochen hat) will nur etwas, das nicht dick macht, der 12 Jaehrige etwas das den Baerenhunger stillt und der 7 Jaehrige entweder Fischstaebli oder Tortellini. So koche ich taeglich drei Menus zum Znacht. Keins fuer mich selbst, denn bestimmt passt irgendetwas jemandem nicht und dann habe ich meinen Teller voll. Nein, kein IQ Problem, nur Vaterliebe…

    • Brigitt sagt:

      Bei uns läuft das ganz ähnlich! Als passionierte Hobbyköchin koche ich jeden Tag frisch und immer wieder anders, querbeet über alle Kontinente und von allem. Für unseren Sohn (15) koche ich jeweils abwechslungsweise eines seiner ca. 5 Gerichte, die er mag… Wir Eltern können unser Essen geniessen, Sohnemann ist zufrieden. Eine harmonische Mahlzeit ist mir diesen Aufwand wert! Das Repertoire meines Sohnes erweitert sich ohne Druck ganz von alleine immer mal wieder um ein neues Gericht. Das ergibt sich dann schon noch bis er erwachsen wird, nur durch das Vorleben der Vielfalt.

  • 13 sagt:

    Diese Langweile kannten wir bis vor ein paar Monaten auch. Und dann fanden wir die für uns beste Lösung: eine Bio-Kiste von einem nahen Hof. Sie kommt einmal pro Woche und bringt saisonale Gemüse und Früchte und dann muss eben das verkocht werden, was da ist, denn wegwerfen ist nicht. Die Kinder können sich durch das zelebrierte Öffnen der Kiste und das Herausfinden, was das nun ist, etwas mehr begeistern und wenn sie es mal stehen lassen, machen wir kein Drama daraus. Dann gibt es an dem Abend nur Pasta oder Brot mit Rohkostgemüse und am nächsten wird wieder geschlemmt.

    • tina sagt:

      ich habe auch so ein abo und finde es toll, aber zum glück sind meine kinder alle 2 wochen 2 tage nicht bei mir, dann esse ich nicht selten 1,5kg gemüse. nämlich jenes, das meine kinder nicht essen (fenchel, randen, kürbis). oft teste ich aber an den tagen auch menüs die ich noch nicht kochen kann, zum beispiel konnte ich so capuns etablieren. deswegen kann ich jetzt fast alles in fast alles wickeln und weiss wie ich es kochen muss, dass sie es mögen

  • Sven sagt:

    Gibt doch genug Rezeptideen, z.B. genau hier beim Tagi, damit man die Grundnahrungsmittel immer wieder neu und spannend kombinieren kann. Ich geb’s zu, es kann in Arbeit ausarten, aber zumindest an den Wochenenden sollte doch etwas mehr drin sein, als die immer gleichen Rezepte zu recyclen. Mein Tipp: Die Gerichte aus Sweet Home sammeln und nachkochen. Da sind wirklich immer wieder echte Perlen versteckt, die man sicher gerne mehr als nur einmal kochen/essen möchte.

    • Franz Vontobel sagt:

      Das Problem sind nicht die mangelnden Ideen, das Problem ist die „was der Bauer nicht kennt, das frisst er nicht“-Einstellung des Nachwuchses…

  • WorkingMama sagt:

    Der Gaumen meiner 2 Vorschulkinder ist ziemlich limitiert und nicht weil ich es nicht versucht haette! Wir essen schon seit die Kinder abgestillt sind am Abend zusammen aber alles was nicht Tomaten-Pasta/Gemueserisotto/Ghackts & Kartoffelstock bringt ein „Waehh das han ich noed gern“ ueber die Lippen bevor man am Tisch sitzt und nur unter Druck (ok es gibt kein Dessert/Joghurt) aufgegessen wird. Unser Haushalt arbeitet gezwungenermassen 200%, meistens landet etwas selber gekochtes auf dem Tisch und manchmal denke ich schon wieso ich mir das antue-in der Hoffnung dass es besser/einfacher wird!

    • Teilzeitpapi sagt:

      Hm, wir haben nie extra für die Kinder gekocht resp. die Menüs für die Kinder angepasst. Aber selbstverständlich haben die Kinder die Freiheit, nach dem obligatorischen Probieren gar nichts zu essen. Haben sie ganz selten gemacht und sind nicht verhungert. Interessant ist, dass sie nach Wanderungen oder draussen sein, wenn wir im Wald kochen, ohne Reklamationen alles verschlingen, auch wenn sie es sonst nicht besonders mögen. Da müssen dann anscheinend die Kalorien rein. 🙂

  • Teilzeitpapi sagt:

    Hm, für uns ist kochen ein Experimentierfeld. Im Moment versuchen wir, die Fructose bis auf Früchte so gut wie möglich zu eliminieren und alternative Genüsse zu finden. Auch Geschmacksverstärker, künstliche Aromen und chemische Süssstoffe versuchen wir zu vermeiden. Milch kommt uns inzwischen viel süsser als früher vor. Wahrscheinlich hat sich unser Geschmacksempfinden bereits verfeinert. Gluschtig macht mich Coconut Granola, möchte ich mal ausprobieren: http://www.katharinakocht.com/coconut-granola/.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Hammer waren letzthin unsere Kinder, als sie bei einer Bäckerei riefen: Hier stinkt’s (!) nach süss. Wir arbeiten nicht mit Verboten, sondern mit anderen Genüssen, Knabbereien und dem Verständnis, dass Fructose/Zucker kurzfristig zwar lecker ist, man meist noch mehr und noch mehr davon will, längerfristig aber schwer krank machen kann. Das scheinen die Kinder zu verstehen. Interessant ist, dass sie auch Wildpflanzen mögen (und über essen Bezug zu diesen Pflanzen aufbauen), die meist etwas bitter sind.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Hintergrund unseres Experiments: http://www.youtube.com/watch?v=ceFyF9px20Y, http://www.nzz.ch/nachrichten/hintergrund/wissenschaft/teuf-lisch-suess-1.11154936. Dass die WHO den aktuellen Richtwert für Zucker (bei sehr vielen Leuten dürfte der Konsum bereits diesen weit übersteigen) halbieren will dürfte zeigen, wie ernst die Lage ist. Erinnert irgendwie an die Geschichte des Umgangs mit Tabak und der Tabakindustrie. Der World Cancer Research Fund schätzt, dass mit gesunder Ernährung und genügend Bewegung 30-40% der Krebsfälle vermieden werden könnte.

  • Franz Vontobel sagt:

    Ich stehe zwar nur an drei Tagen der Woche hinter dem Herd, das Gefühl des kulinarischen Groundhog Days kenne ich aber auch.
    Wie auch das Naserümpfen, wenn man sich extra Mühe gibt und mal was Neues ausprobieren will.

    Ist wohl ein Naturgesetz – dagegen Anzukämpfen ist wohl ehrenhaft, aber mit etwa derselben Erfolgsaussicht versehen wie ein Kampf gegen die Erdanziehung…

    • tina sagt:

      mag nicht bei allen klappen, aber ich frage meine kinder immer wieder und bin wirklich froh wenn sie mir input haben, was sie gern essen würden. dann essen sie es auch gern. als sie noch ganz klein waren gab es auf ihren wunsch mal 2 wochen lang nur spaghetti ohne sauce. seither jammern sie, wenn es mehr als 2mal wöchentlich pasta gibt :). strike!
      ich habe listen mit menüideen und gehe so vor, dass ich reis, polenta, kartoffeln, getreide abwechsle . smooties als „flüssigsalat“ wird geliebt

  • Francesca sagt:

    @dres: wir reden wieder miteinander, wenn Ihr Kleiner älter ist, mit 4 haben meine auch noch Paella, Chinesisch und Gemüse gegessen. Aber dann kam die Zeit, in der wir Erwachsenen, die einzigen waren, die das Essen genossen. Und irgendwann gibt man auf, immer nur angewiderte Gesichter, nach all der Mühe, das bringt es nicht. Heute kochen meine volljährigen Jugendlichen alle ausgezeichnet und vielseitig. Vitaminpillen halfen überbrücken, und so ein bisschen Obst und Salat kriegt man schon an das Männlein oder Weiblein. Wirklich wchtig ist, am Tisch und während dem Essen nicht zu streiten.

    • dres sagt:

      @Francesca und Petra: Meine Güte, der Artikel ist völlig kalter Kaffee. Diese Essgeschichte erleben wohl 99 Prozent der Eltern gleich. Pizza, Pasta, Reis, Fleisch und Fisch – dann ist bei uns zumindest bei den warmen Mahlzeiten auch schon bald Ende der Vielfalt. Das kommt später dann schon noch gut.
      😉

  • petra sagt:

    @dres: man hört’s ja immer wieder von den franzosen, aber gegensätze gibt es immer , soll es geben, machen die vielfalt des lebens aus. ich konnte jedenfalls herzlich lachen. besonders über die spontane einladung von 4 weiteren heisshungrigen mäulern. ich jedenfals konnte in dieser zeit unmengen verdrücken!!! grins

  • Marie-Anne sagt:

    Ja, die ewige Pasta. Ich probierte und probiere auch immer wieder, Abwechslung in den Speiseplan zu bringen, aber wenn es um das Lieblingsmenu geht, für Geburtstage etc., kommen immer wieder die selber kreierten Schinkennudeln und die Morchelrahmsauce mit Nudeln, höchstens selber gemachte Lasagne mit wenig Fleisch und viel Gemüse können da mithalten. Dann halt….. wenn die Wünsche so bescheiden sind, wer wollte da widersprechen? Der Eine meint, dass er nur zu Hause die Morchelsauce wirklich geniessen könne, weil er dann sicher sei, dass sie wirklich nicht sanden und knirschen.

  • dres sagt:

    Also bei uns gibts täglich etwas Anderes. Ich koche von Thailändisch über alle Varianten quer durch Europa bis hin zu frittierten Grillen alles – immer mit viel Gemüse. Und der Vierjährige bedankt sich nach jedem Essen auch noch artig. Nur bei Pfannkuchen, Pasta und Schokolade rümpft er die Nase. Irgend etwas müssen Sie falsch gemacht haben.

    • Svensson sagt:

      Ja, schon klar. Sie kochen super vielfältig und so. Aber jetzt mal ehrlich, wenn ihr Kind tatsächlich bei Pasta und Pfannkuchen die Nase rümpft (Schokolade muss mit vier jährig nun nicht unbedingt sein), haben wohl eher sie etwas falsch gemacht. Vielfalt gut und recht, aber ohne Pasta gibt es keine Vielfalt. Und auch Omelette oder Pfannkuchen ist Bestandteil diverser Asiatischer Rezepte.

  • kiki sagt:

    Sie sprechen mir zu tiefst aus dem Herzen mit ihrem Gestaendnis! Auch bei uns ist es Pasta, Pasta und nochmals Pasta, die auf den Tisch kommt – und einmal die Woche „Omletten“, wie die bei uns genannt werden. Das einzige, was mich an ihrem Artikel nicht troestet, ist die Tatsache, dass das Wochenmenu auch im Teenager-Alter nicht abwechslungsreicher wird. Darauf habe ich mich bis jetzt eingestellt…

    • alien sagt:

      Das Rezept heisst Pizzakurier.

      • Andreas sagt:

        Kinder wollen ja auch immer wieder die gleichen Märchen hören…. also darfs auch das gleiche Essen sein.
        Und die Steigerung von Pasta und Omeletten: Das gleiche mit Ketchup.
        Und die Variante für anspruchsvollere Eltern: Omelette mit einer gedünsteten Gemüsepfanne und feinen frischen Kräutern füllen.

  • jürg. sagt:

    Auch ich bin so ein langweiliger Koch auf der endlosen Suche nach spannenden vegetarischen Rezepten (ohne Tofu)..

    • Helen Maier sagt:

      Empfehle Yotam Ottolenghis Kochbuch Vegetarisch. .Super Vielfalt!

      • jürg. sagt:

        Vielen Dank, gerade bestellt.

      • marie sagt:

        @jürg.
        warum nicht einmal einen ayurvedischen kochkurs besuchen? ok, die philiosophie und lebenshaltung dahinter blende ich einfach aus (sehr aufwendig und für mich alles andere als alltagspraktikabel; mit anderen worten nicht so mein ding). aber man entdeckt neue gewürze, andere zubereitungsarten und mein absoluter renner: selbstgemachter käse und die hülsenfrüchtevarianten; da finden selbst solche, die sie nicht so mögen, eine feine zubereitungsart.

      • jürg. sagt:

        @Marie
        Danke für den Tipp und die Horizonterweiterung.

      • dani sagt:

        Danke für den Tip, ebenfalls gerade bestellt…

    • Metin sagt:

      Nicht ganz objektiv, dennoch ein guter Tipp für vegetarische Gerichte: Türkische Küche. Ich kenne einige, die sind total überrascht, was diese Küche an vegetarischer Vielfalt zu bieten hat.

      • Metin sagt:

        Leider, gibt es (fast) keine türkischen Restaurants, die noch echte (vegatarische) Hausmannskost anbieten. Doch auch hier gibt es Kochkurse oder gute Kochbücher.

      • marie sagt:

        stimmt metin! in der mediterranen küche kann man das fleisch gut weglassen. börek und gözleme 😛 da gehe ich barfuss mit einem eimer wasser durch die gobiwüste!

      • Metin sagt:

        Marie..ich fange lieber nicht an, sonst gibt es eine endlose Liste meiner Lieblingsgerichte. Letztes Jahr haben wir in einem Kochkurs (www.fingerfertig.ch) Börek (aus Strudelteig) und Gözleme selber gemacht. War super spannend.

    • Sara sagt:

      Das kochheft Köstlich vegetarisch, hat auch sehr viele nicht-tofu-haltige rezepte! 🙂

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