Immer sind die Eltern schuld

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Auch das ist eine Elternpflicht: Babys Ohren bleiben so sicher geschützt. (Flickr/Lars Plougmann)

Der Fall Carlos ist ausserordentlich: Seit früher Kindheit war er bereits aktenkundig. Jetzt, als 18-Jähriger, füllt er zahlreiche Ordner von Sozialbehörden, Polizei, Staats- und Bundesanwaltschaft. Liest man als Aussenstehender die zahlreichen Berichte und Analysen, fragt man sich reflexartig, wie so was möglich war – aber vor allem: Welche Rolle die Eltern bei all dem hatten und welche Schuld sie dafür tragen.

Das sind die Fragen, die die Öffentlichkeit denn auch am meisten bewegen. Davon zeugen Hunderte Online-Kommentare und Leserbriefe. Ein Leser schrieb in Bezug auf die hohen Kosten, die Carlos bislang verursachte: «Die Frage bleibt: Was ist mit den eigentlichen Verantwortlichen, den Eltern.» Ein anderer forderte: «Man sollte Carlos freilassen und die Eltern, seine Familie, für die zukünftigen Aktivitäten verantwortlich machen.» In zahlreichen Zuschriften ist immer wieder von versäumten Elternpflichten die Rede.

Doch welche Pflichten haben wir Eltern eigentlich? Und welche sind die wichtigsten? Die grundlegenden Pflichten sind diskussionslos jene, die die UN-Kinderrechtskonvention festgelegt hat und die zum Glück für die allermeisten Eltern und Erziehungsberechtigten selbstverständlich sind. Dazu gehört, dass man für das Kind sorgt (Kindeswohl), ihm eine Schulbildung ermöglicht, es vor Diskriminierung schützt, um die Gesundheit besorgt ist – und so weiter und so fort.

Googelt man das Wort Elternpflicht, kommen zahlreiche weitere Begriffe hinzu: Verkehrserziehung zum Beispiel, Aufklärung, Mithilfe in der Schule, Mithilfe bei Kopflausbefall, obligatorischer Erziehungskurs. Auch die Pflicht auf ausreichend Schlaf bei Kindern ist ein Thema. Oder jene, dass zerstrittene Eltern kooperieren.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche weitere Elternpflichten, die die eigene Haltung widerspiegeln, die individuell sind. Ich zum Beispiel halte es für eine wichtige Elternpflicht, mich für mein Kind zu interessieren und es nach bestem Wissen und Gewissen zu erziehen. Kollegen, mit welchen ich darüber sprach, nannten als eine ihrer wichtigen Pflichten, das Kind bestmöglich in der Schule zu unterstützen. Es gesund zu ernähren. Ihm ethische und moralische Werte weiterzugeben. Dem Kind dabei zu helfen, selbstständig zu werden und ihm «so viel wie nur möglich mitzugeben».

Was Eltern als ihre Pflicht ansehen, ist unterschiedlich. Verletzen Eltern jedoch grundlegende Pflichten, die das Kindswohl betreffen, sollten sie wegen Vernachlässigung oder Ähnlichem zur Rechenschaft gezogen werden. Ist das «Kind» wie Carlos bereits volljährig, kann man die Eltern allerdings nicht mehr zur Verantwortung ziehen. Die Eltern können nicht ewig für die Taten ihrer Kinder verantwortlich gemacht werden. Wir haben ja keine Sippenhaftung.

Was meinen Sie dazu?

190 Kommentare zu «Immer sind die Eltern schuld»

  • Arnold sagt:

    Obschon die Eltern sehr viel beitragen können, dass ihre Kinder nicht auf Abwege geraten finde ich es vermessen, wenn man ihnen die Schuld zufügt, wenn es krumm läuft!

  • Rena sagt:

    @ Brunhilde Steiner, Sportpapi und Carolina. Ganz herzlichen Dank für Eure Aufmunterungen und den Respekt! Es braucht ziemlich Mut, darüber zu sprechen und zu schreiben, wenn es mit dem eigenen Kind nicht rund läuft. Die Scham ist sehr gross, und gerade eine Mutter wird für alles, einfach alles verantwortlich gemacht. Mütter machen sich auch gern selbst für alles verantwortlich, nämlich wenn es gut läuft. Mein Kind studiert, ergo habe ich als Mutter alles richtig gemacht. Das höre ich oft. Was für ein Blödsinn.

    Alles Gute Euch!
    LG Rena

  • D. Kohler sagt:

    Trotzdem, wer andere verletzt oder auch mordet überschreitet nicht nur eine gesellschaftliche Schranke. Mit dem stimmt auch sonst irgend etwas nicht. Da nützt es nichts, jemanden in Watte zu packen und abzuwarten, dass diese Person sich ändert.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @D.Kohler:
      „Mit dem stimmt auch sonst irgend etwas nicht.“
      Was meinen Sie damit?
      Und stimmt bei denen, die zwar gesellschaftliche Schranken überschreiten (inklusive Schadenanrichten),
      dabei aber niemanden körperlich verletzen, alles?

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/
        oder anders formuliert, sind Sie sich ganz sicher dass Sie, für Sie jetzt Undenkbares nie tun werden-
        weil bei Ihnen eben „alles stimmt“,
        und falls sowas dennoch mal passieren sollte, dann läge es daran
        „dass etwas nicht mehr gestimmt hat“?
        Ich denke dass wir uns, so wie wir uns für Gutes, auch für weniger Gutes entscheiden können-
        es vereinfacht uns zwar „das Aushalten“, wenn wir die unguteren Sachen auf ein „mit dem stimmt sonst was nicht“ erklären, aber es greift mir zu wenig in unsre Tiefen- unsere Fähigkeit Gutes oder Schlechtes zu tun.

    • Carolina sagt:

      Rena hat aber, wie Sie oben lesen können, alles andere gemacht als ihren Sohn in Watte gepackt oder einfach abzuwarten. Sie hat eigentlich alles richtig gemacht, oder? Und trotzdem konnte das geschehen. Ich würde gern zurückkommen auf das, was jemand ganz am Anfang gesagt hat: es geht nicht um Schuld, sondern um Verantwortung. Und Rena trägt diese Verantwortung, sie passt ganz sicher nicht in das schön klischierte Bild ‚vernachlässigende Eltern‘. Sie legt hier dar, dass wir alle es aushalten müssen, dass Kinder auf Abwege geraten und wir es uns nicht erklären können und nicht einfach ein

      • Carolina sagt:

        /2 einfaches Kausalsystem im Sinne von böse Eltern = böse Kinder anwenden können, sondern dass es Mütter wie Rena gibt, die versuchen, alles richtig zu machen. Und in diesem Falle scheint unser System ja zu wirken, also vielleicht sollten wir alle einen Gang zurückschalten und von den Verdammungen und manchmal wirklich furchteinflössenden Posts hier absehen. Ich habe heute gelesen, dass die Schweiz eine der höchsten Rehabilitätsraten im Jugendstrafvollzug hat, das von den umlegenden Ländern intensiv studiert wird. Also ist es vielleicht an der Zeit, uns drüber klar zu werden, dass wir an

      • Carolina sagt:

        /3 einem einzigen Fall nicht unser gesamtes System in Frage stellen müssen. Entscheidend ist für meine Begriffe, und das folgere ich aus Renas Bericht, dass frühzeitig Hilfe vorhanden ist, wenn von den Eltern oder Erziehern gewünscht.

        Rena, Sie haben meinen Respekt.

  • D. Kohler sagt:

    Doch, doch, leider schon noch ein Kind 16/17. Es ist heute bewusster, dass das erneute Zusammenschliessen der Synapsen in der Pubertät eine enorme Schwierigkeit darstellt. Energydrinks sowie auch andere Einflüsse verzögern heute die Reifung des Gehrirns. Ausser Depressionen, Selbstmord, Bullemie Magersucht und dergleichen kommt dazu, dass mit Vernunft bei jungen Menschen durch das Wachsen des entsprechenden Hinrlappens durchschnittlich mit 25 Jahren erreicht wird. Ja, ich hätte es als dreifache Mutter und Ausbildnerin auch gerne einfacher.

    • Rena sagt:

      Sie haben recht, mit 16 / 17 ist er noch ein Kind, und ich glaube auch, dass die Reifung erst etwa mit 25 erreicht wird. Trotzdem bin ich als Mutter nicht mehr gleich verantwortlich wie für einen 5 Jährigen obwohl mich sein Verhalten manchmal sehr daran erinnert. Ab 16 wird den Kindern auch von Gesetzeswegen einige Entscheidungsfreiheit eingeräumt. Zum Beispiel, wo sie leben wollen. Mein Sohn konnte sich so (auf Staatskosten) in ein Heim für Schwererziehbare einweisen lassen, obwohl weder die Jugendanwaltschaft eingeschaltet war, noch wir Eltern dies wollten. Mein Sohn wollte einfach Action…

    • Rena sagt:

      Und in der Jugendpsychiatrie weist man die Eltern bei Eintritt an, den Kindern das Rauchen zu erlauben, da es bei angekreuztem „nicht erlauben“ ja doch praktiziert werde. Mein Sohn begann in der Klinik exzessiv zu rauchen, im Heim dann Drogen und Kiffen, sowie einpaar kleinere Delikte und ein grösseres. Alles Nachts, unter Aufsicht der Betreuer, während ich zu Hause im Bett lag und wünschte, er wäre nicht dort! Als er noch zu Hause wohnte, war er nicht straffällig und konsumierte keine Drogen. Jetzt, wo er wieder zu Hause wohnt, ist er nicht mehr straffällig und der Drogenkonsum ging zurück.

    • Rena sagt:

      Gopf, die 600 Zeichen reichen mir nirgends hin!
      Wollte sagen, kann man Eltern 100% zur Verantwortung ziehen, wenn der Jugendliche in einem Heim untergebracht wird, und von dort aus, unter kriminellem Einfluss, Straftaten begeht? Diese Eltern haben manchmal gar nichts falsch gemacht. Diese Jugendlichen haben oft einfach eine heftige Identitätskrise, sind ausländischer Herkunft, adoptiert oder / und super sensibel, dann haben sie vielleicht noch eine Lernbehinderung, wie mein Sohn, und der Faktor herzig fällt auch weg. Und dann muss man auch noch Mann / Frau werden, + Liebeskummer + Berufswahl..

      • Sportpapi sagt:

        Danke, Rena, für den Einblick. Eben, so einfach ist es nicht, wie einfache Gemüter das gerne darstellen. Ich wünsche Ihnen viel Kraft!

  • Rena sagt:

    … die er verursacht. Aber sich schämen nützt niemandem. Sicherlich habe ich Fehler gemacht, ich könnte die da alle ausbreiten. Wollt ihr sie hören? Befriedigt das jemanden? Ich habe mich Nächtelang gequält mit der Frage, wieso es soweit kommen konnte. Doch mein Sohn sagt, ich hätte nichts falsch gemacht. Mein Mann sagt das, meine Eltern, die Betreuer im Heim… ja wer ist denn der Schuldige? Mein Exmann? Ist etwas einfach, nicht wahr? Ich habe beschlossen, dass wir alle unsere Schuld daran haben, inklusive der Sohn selbst, der mit 16 / 17 auch kein Kind mehr ist. Jetzt geht es um die Zukunft

  • Rena sagt:

    … Da wird einer vielleicht lieber kriminell, alls ein Psycho zu sein. Männer verstehen das vielleicht besser als Frauen. Ich verstehe es auch erst, seit ich diese Erlebnisse mit meinem Sohn mache. Ich habe ihn nie aufgegeben, und jetzt wohnt er seit 4 Monaten wieder zu Hause, es geht gut, das Heim unterstützt uns, es wird immer billiger für die Allgemeinheit und er bekommt immer mehr Selbstvertrauen und wird selbständiger. MAN DARF KINDER UND JUGENDLICHE NICHT AUFGEBEN!!! Früher hätte ich geredet wie Brunhild Steiner, und lange habe ich mich geschämt für meinen Sohn, und die Kosten

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Rena:
      wie genau hätten Sie denn da geredet,
      sehr viele Wortmeldungen finden Sie in diesem Thread jedenfalls nicht von mir
      dass Sie schon das grössere Bild haben könnten…,
      mein wichtigstes Anliegen wäre die Früherkennung mit Möglicheit zu Massnahmen bei denjenigen, welche eben doch nicht alles bekommen-, diese Kinder gibt es nämlich und es nützt uns allen nichts, wenn wir aus lauter „Mitfreundlichkeit“ davor die Augen verschliessen wollen und lieber nicht wissen möchten wie destruktiv Eltern mit ihren Kindern umgehen können.

      • Brunhild Steiner sagt:

        2
        und unter „Massnahmen“ verstehe ich kein Wegsperren sondern Familienbegleitung, Coaching und ähnliches.

        Zum Verzeihen, da hab ich ein bisschen Mühe, ich will meinen Kindern „vergeben“ können.
        Das „echte Vergeben“ ist ohnehin Entscheidung seines Opfers.

        Aber dass irgendein Vorfall zu einem Beziehungsabbruch meinerseits führen könnte,
        das wissen meine Kinder nicht weil es nicht so ist, jedenfalls nicht von mir schon so ins Auge gefasst.
        Dass sie die Verantwortung übernehmen müssen ist selbstverständlich, und dass ich es nicht schönerklären werde.

    • Rena sagt:

      Liebe Brunhilde, ich lese hier mehr oder weniger regelmässig mit, daher kenne ich ihre Haltung(en) etwas besser als nur von diesen paar Beiträgen hier. Ich schätze ihre Meinung und wie sie diese mit Bedacht und Fairness äussern. Nie radikal und schwarz- weiss, immer möglichst informiert und überlegt. Auch ihre Ansichten über Früherkennung und Familienunterstützung teile ich grundsätzlich, aber ich sehe, wie sog. benachteiligte Kinder manchmal gar keine Mühe in der Schule oder der Gesellschaft haben, und andere Eltern wie ich, die die Kinder gefördert haben, vorgelesen, Lieder gesungen…

      • Rena sagt:

        … raus in den Wald, gesund gekocht, TV Konsum eingeschränkt… (Dazu habe ich einen Hochschulabschluss und auch nach der Scheidung nie den Kontakt zum leiblichen Vater unterbunden)… kurz, die Verantwortung wahrnehmen, und dann trotzdem ein Kind haben, das Mühe hat, seinen Weg zu finden.

        Das Verzeihen oder eben nicht verzeihen, bei Verletzungen von Personen ergab sich aus verschiedenen Gesprächen mit meinem Sohn, wo ich mich gezwungen sah, eine klare Haltung einzunehmen. „Dann mache ich den halt kalt“ oder „ich werde Berufskiller wenn ich keine Lehre finde“ konnte ich so nicht stehen lasse

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Rena:
        danke fürs verständlicher machen und fürs Feedback,
        wünsche Ihnen viel Ausdauer und Beharrlichkeit auf dem weiteren Weg und immer wieder mal was Aufbauendes, Ermutigendes und Gutes!
        Und eine wirklich gute Zukunft Ihrem Sohn und dass „er es packen kann“!

  • Rena sagt:

    … kann es einem fast schlecht werden. Kinder sind böse? Gehts noch? Eltern bis ins unendliche Verantwortlich? Das Heim, das meinen Sohn unterstützt, finde ich auch unglaublich teuer. Die 4 Monate Psychiatrie waren noch viel teurer. Dort gehen Jugendliche ein und aus, oft ohne Diagnose oder Krankheit, aufgrund von Selbstmordversuchen oder Magersucht, Depressionen oder einfach Diagnose „Pubertät“. Ja, Pubertät, Scheidungskind, männlich, dunkelheutig… = gefährdet. Liebeskummer und Schulprobleme = krank. Ritalin nütz halt nicht immer. Kann auch Depressionen verstärken.

  • Rena sagt:

    … Diese Jugendlichen leiden enorm, und gerade bei Jungs ist Hoffnungslosigkeit und Kriminalität eng beisammen. Diese Kinder haben alle Eltern, und die Leiden auch. Man schämt sich, traut sich nicht, darüber zu sprechen, hat den Kindern alles gegeben was man konnte, und doch war es nicht genug. Diese Menschen brauchen Hilfe. Natürlich brauchen Opfer auch Hilfe. Und mein Sohn weiss, dass ich es ihm nie verzeihen würde, wenn er einem Menschen etwas antun würde. Auch andere Kriminelle Aktionen verurteile ich. Das gibt ihm auch Orientierung. Aber so, wie hier zum Teil geschrieben wird,

  • Ralf Schrader sagt:

    Es ging im Eingangsartikel nicht primär um das Beispiel Carlos, sondern um die Frage nach der Verantwortbarkeit der Eltern für die Gesamterziehung und dessen Resultat.
    Wenn ich die Literatur richtig kenne, schätzt man diesen Anteil auf 20%, den Rest machen Freunde, Schule, sonst. Umfeld und in letzter Zeit zunehmend die Medien. Gerade junge Eltern überschätzen ihre Rolle masslos.

  • Susanne Iseli sagt:

    Weshalb spricht niemand über die Opfer ?
    Die werden ignoriert, hingenommen und sind weitaus weniger interessant als der Agressor. Die Prioritäten sind massiv verschoben in dieser Hätschelpolitik im Interesse der Täter. Und dies seit Jahrzehnten.

    • Bruno Looser sagt:

      Das stimmt leider sehr. Ich frage mich wie dies zum heutigen total verkehrten Umgang mit Straftätern kommen konnte. Es wäre doch eigentlich normal, dass das Opfer die volle Aufmerksamkeit bekommt und nicht der Agressor. Aber offenbar hat sich da eine linke Betreuungsindustrie etabliert, die nur durch ausuferndes Wachstum weiter bestehen kann.
      Es kann nicht sein, Täter wie Carlos noch zu belohnen. Es muss möglich sein solche Agressoren forensisch richtig ein zu stufen, die nötigen Massnahmen zu ergreifen um die Gesellschaft vor diesen zu schützen.

  • hermann sagt:

    In der reichen Schweiz koennte man doch folgendes versuchen: Jeder hat Anrecht auf sagen wir mal 1 Jahr Knast. Zu 15’000 Franken pro Monat, also fuer insgesamt 180’000 Franken. Wenn einer nun 18 wird, kann er dieses Geld beziehen, und muss es erst zurueckzahlen, wenn er straffaellig wird. Das waere doch ein direkter Anreiz, nicht straffaellig zu werden (Praevention). Die Kriminalitaet wuerde zurueckgehen und die 18 Jaehrigen haetten Spass wie noch nie. Diesmal die Nichtstraffaelligen….

    • Eni sagt:

      Und was wenn Jugendliche vor 18 straffällig werden? Zählt Jugendstrafe auch oder nicht?

      • Eni sagt:

        Und sowieso, was heisst hier reiche Schweiz? Sie haben ja keine Ahnung wie in unserem Land mit Alten und Kranken umgegangen wird. So unwürdig, wie die Pflege sich vielerorts gestaltet, bezeichne ich solche Institutionen als subventionierte Verreckanstalten. Mehr ist das nicht.

  • gladiator sagt:

    es gibt da im film gladiator (nicht dass dies die ultimative Referenz wäre, aber als sprichwörtlich bildhaftes Beispiel tauglich) ein aussagekräftige szene, wo cäsar zu seinem sohnemann spricht, als er ihn nicht für die nachfolge auf dem throne rom’s vorsah:
    „deine fehler als sohn, sind mein versagen als vater“ – sinngemäss.

    daher, packt die Eltern, das hat nichts mit Sippenhaft zu tun; würde mich interessieren, wie der carlo sich mit der zeit aufführen würde, wenn seine Mama/papa seinetwegen in Gewahrsam wären…

    (eltern)spiele ohne folgen, waren noch nie gut

  • Oldfisch sagt:

    Rauslassen, wenn wieder etwas passiert, einsperren. Irgendwann wird er’s lernen. Aber nun nicht schon wieder
    20’000 Franken in den Ars…. schieben. Das ist eine Frechheit gegenüber jedem der sich bemüht seinen Lebensunterhalt
    selbst zu bestreiten.

    • monaco sagt:

      Eingesperrt lassen und selber für den Unterhalt im Gefängnis arbeiten lassen, das wäre das Richtige für dieses
      windige Zigarettenbürschle – der hat sicherlich Hunderte anständige Leute geschädigt, manche davon mit Sicherheit so schwer, dass sie an den Folgen lebenslang zu kauen haben werden.

      Die, die für ihn Milde wollen, sollen doch einen Fond aufmachen und das Geld für seine Maßnahmen selber bezahlen, aber bitte belästigt nicht den arbeitenden Bürger ständig mit diesem „veganisch-fruktarischen Gutmenschen-Gelaber“ (wie neulich ein Kommentar hier lautete, besser kann man das nicht ausdrücken

      • Eni sagt:

        @ monaco

        So in etwa, danke.

      • alien sagt:

        „Milde“? Ich will Gerechtigkeit. Wir haben Gesetze, und die müssen respektiert werden. Und vollzogen. Aber gerecht.

        Und monaco: „Mit Sicherheit“ – dass Du Dich getraust, so was zu schreiben. Du weisst es oder Du weisst es nicht. Und dann schreibst Du nichts drüber. Wenn Du spekulierst, dann bist Du ein lächerlicher Wischiwaschi.

        alien, Fleischesser, Gutmensch (zumindest kein Schlechtmensch).

      • alam sagt:

        Warum begreift ihr nicht, dass eingesperrt lassen x-mal teurer ist als eine Resozialisierungsmassnahme? Das hat nichts mit Milde zu tun, sondern mit rechnen können.

      • Eni sagt:

        Und wenn Monaco schreibt “ mit Sicherheit“ dann ist er sich wohl logischerweise sicher! Er benötigt von Ihnen mit SICHERHEIT keine schulmeisterischen Belehrungen.

      • Sportpapi sagt:

        @monaco: Sicherlich? Wissen Sie es denn? Ist es nicht so, dass er seine Strafe verbüsst hat? Sie möchten also einfach Leute ins Gefängnis sperren und auf Lebzeit dort lassen ohne gültiges Gerichtsurteil? Insbesondere, wenn es sich um Kinder und Jugendliche handelt?

      • Sportpapi sagt:

        @Eni: Ihr Auftritt hier macht mir richtig Angst. Sie wollen also ernsthaft Kinder verwahren und nie mehr rauslassen? Und sich das Geld für eine allfällige Reintegration sparen und dafür ganz viel für ihr Gefängnis ausgeben?
        Stellen Sie sich vor, es wäre Ihr Sohn, der aus was für Gründen auch immer als gefährlich erklärt und weggesperrt würde.

      • Ahn Toan sagt:

        @monaco: Sie wollen Carlos also lebenslang ins Arbeitslager stecken („Eingesperrt lassen“ Arbeiten für die Kosten)

        Den Teufel unten halten in seinem Loch, weil der Teufel, der ist immer böse und wird sich nie ändern, auch wenn wir uns noch so Mühe geben mit ihm. betrachten wir Carlos als Teufel, machen wir ihn, und unsere Angst vor ihm grösser, betrachten wir ihn als Menschen, ist er schon viel weniger bedrohlich.

        Statt Carlos zu bekämpfen, sollten wir unsere Angst bekämpfen. Wir werden glücklich, wenn wir unsere Angst, unseren Hass überwinden, ihn einzusperren, hilft UNS nicht.

      • alien sagt:

        monaco belehren wir nicht schulmeisterlich, wir belehren ihn gar nicht. Ich zum Beispiel fragte einfach, ob seine Behauptung irgendwie belegbar ist. Ich will, dass alles, was jemand sagt, vorher durch den Filter der Vernunft geht, wenn möglich. Und bei Dir ist das heute nicht so, Eni.

      • Eni sagt:

        @ Sportpapi

        Habe geschrieben, dass ich nicht Verwahrung sondern Heimeinweisung damit gemeint habe. Und ja, anstatt Hätschelblabla würde es wohl mehr nützen, wenn solcheTäter in Pflegeheimen mit Gewaltopfern Dienst tun müssten, um zu sehen, was man den Menschen angetan hat.

        Und ja, manchmal muss es halt auch für immer sein, dass jemand weggesperrt werden muss. Alle anderen Gefängnisinsassen aber müssen sinvoll beschäftigt werden, ansonsten ist ja wohl die Rückfallquote hoch.

      • Eni sagt:

        @ Sportpapi

        Und wenn je eines meiner Kinder gewalttätig werden würde, dann wäre ich wohl wie alle anderen Eltern und würde die Straftaten verniedlichen und überall erzählen was für ein guter Junge mein Sohn doch ist. Aber es wäre dann ja wohl Sache der Justiz, die Allgemeinheit vor meinem Sohn zu schützen, unabhängig davon, was ich für mein Kind wünschen würde.

  • Anh Toan sagt:

    Wir haben Carlos hier und jetzt. Wer oder was auch immer Schuld ist, wir müssen versuchen, das Beste zu tun, auch wenn wir zweifeln, wie viel das Carlos hilft. Denn es hilft uns, unseren Werten, ihm zu vergeben, uns auch um ihn zu bemühen. Wir könnten ihn auch wegsperren, Helm ab, aber nützt uns dies als Gesellschaft.

    Sind wir gleich respektlos gegen Carlos, wie er gegenüber seinen Opfer, gewinnt die Respektlosigkeit, wir leben es Carlos vor. Respektieren, lieben wir Carlos, gewinnen Liebe und Respekt.

    Liebe oder Hass, wer mehr genährt wird davon von uns, gewinnt.

    • Anh Toan sagt:

      Ein Junge fragt einen Waisen: „Bin ich gut oder böse?“

      „In Dir hat ist ein guter Riese und ein böser Riese, die ständig miteinander kämpfen.“

      „Wer gewinnt?“

      „Das liegt an Dir, der den Du mehr fütterst, machst Du stärker, der wird gewinnen!“

      • Anh Toan sagt:

        einen Weisen, nicht einen Waisen

      • Eni sagt:

        Klar, darf die Gesellschaft gegenüber Carlos nicht gewalttätig werden, aber man muss Carlos auch klar machen, dass nur Kindern bedingungslose Liebe entgegen gebracht wird. Sobald ein Mensch geistig mündig ist, muss man sich Respekt und Liebe verdienen. Anstatt Hätscheltherapie würde es vielleicht mehr greifen, wenn Carlos in Behinderten- oder Pflegeheimen arbeiten müsste. Da würde er vielleicht auch Gewaltopfern begegnen, die ihm den Spiegel vorhalten.

  • Katharina sagt:

    Auch bei ungünstigem Elternhaus und Herkunft ist und bleibt es aber immer der Täter, der sich durch die Wahl seiner Handlung zum Täter macht.

    Es gibt viele Kinder aus ’schlechtem Hause‘ die aber ihren Weg redlich und gut machen.

    Ich finde Carlos als Aufhänger nicht gut, da es sich hier um einen speziellen Fall zu handeln scheint, wo die behördlichen Massnahmen auch im Vollzug nicht konsistent und konsequent waren, soweit ich informiert bin. Ich kenne das ganze nur von diesem Portal und bin etwas erstaunt über die doch recht luxuriöse Behandlung eines wiederholenden Täters.

    • Katharina sagt:

      Ich finde jedenfalls, dass Elternhaus als Prima Causa von allem hinzustellen, und dabei auszublenden, dass – ab einem gewissen Alter – jedes aus eigenem Willen entscheidet und handelt, zu einfach. Irgendwann entlassen die Eltern das Kind in die Eigenständigkeit, oder oft löst sich das Kind aus eigenem Antrieb ab. Von da an ist es selber verantwortlich dafür, was es tut.

      Und es hat von da an auch die Pflicht, selber für taten grad zu stehen und zu bezahlen (‚own up o your deed‘). Strafvollzug sehe ich in erster Linie als ‚own up o your deed‘.

    • Katharina sagt:

      Wird nach Vollzug nun über Resozialisierungsmassnahmen die Gelegenheit geboten, dass der nun Gesühnte ein redliches Leben zu führen beginnt und dieser dann diese Hilfe ablehnt, bzw mit seinem Verhalten beweist, dass er nichts gelernt hat, dann finde ich, dass nach ein zwei gebotenen Chancen diese Hilfe nicht mehr der Oeffentlichkeit finanziell zugemutet werden kann. Ab diesem Zeitpunkt muss die Gewährung der Sicherheit der Gemeinde Vorrang bekommen.

      Konsequenterweise keine special settings mehr und entweder drehtür vollzug oder verwahrung.

      • Eni sagt:

        Danke vielmal Katharina. Mir geht diese ewige Verdrehung von Täter zu Opfer auch mächtig ans Gemüt. Wenn ich daran denke, dass meine Kinder von so einem abgestochen werden könnten, ohne gross Repressalien fürchten zu müssen, kommt mir die Galle hoch. Bei solchen staatlichen Massnahmen muss man sich über Selbstjustiz nicht wundern.

      • Rabe sagt:

        @Eni: Dass die Opfer nicht genügend unterstützt werden, ist doch das wahre Drama. Aber was man mit Leuten wie Carlos machen soll, wird dadurch auch nicht beantwortet. Was ist, wenn das nicht 100%ig risikofreie Sondersetting gute Resultate zeigt und billiger ist als die 100%ig sichere Verwahrung? Ganz ehrlich: Ich bin froh, muss ich solche Dinge nicht entscheiden.
        Sie reden hier von Selbstjustiz und weiter oben von Verwahrung eines 10(!)jährigen. Wenn sogar normal Erzogene wie Sie solch inakzeptables Zeug von sich geben, wundere ich mich nicht, wenn schlecht Erzogene soziopathisch werden.

      • Eni sagt:

        @ Rabe

        Wenn ich Jemandes Auto kaputt mache, muss ich solange bezahlen bis ich die Kosten dafür abgegolten habe. Also müsste gerechterweise auch ein Schwerverbrecher so lange büssen wie seine Opfer leiden und das ist halt in vielen Fällen lebenslänglich. Alles andere hat mit Gerechtigkeit NICHTS zu tun.

      • Sportpapi sagt:

        @Eni: lebenslänglich ist eben nicht lebenslänglich. Sonst müsste halt das Gesetz geändert werden. Und nein, der mehrfache Betrüger mit Millionenschaden wird nicht so hart angefasst. Auch wenn er viele Familien in den Ruin getrieben hat.

      • alien sagt:

        Eni, über die Ära des „Auge um Auge, Zahn um Zahn“ sind wir seit viiiielen Jahren hinweg. Wenn der Täter so lange büssen müsste, wie seine Opfer leiden, dann wäre das ein grosser Umbau des Strafsystems. Er würde dazu führen, dass man für kleinere Vergehen ewig büssen muss. Und dass man für grosse Vergehen (ein Mord an einem Alten in einem Heim etwa) gar nicht büssen muss.

        Eni, unser Strafsystem beruht auf Standardstrafen, die festgelegt werden von Leuten, die sich Gedanken darüber machen. Nicht von Bauchgesteuerten.

    • 13 sagt:

      @ Eni
      Bei dieser Logik müssten Sie aber auch die Todesstrafe und andere Körperstrafen befürworten. Jemand wird wegen Tötung verurteil: Todesstrafe, weil das Opfer ist ja auch tot. Körperverletzung: Folter, weil dem Opfer tat es auch weh. Im Strafrecht geht es NICHT um Wiedergutmachung oder Vergeltung. Sonst wäre der Staat keinen Deut besser als der Täter. Es geht darum, die die Schuld, also nicht die Tat, sondern die Schuld, die der Täter trägt, zu bestrafen und v.a. dafür zu sorgen, dass solche Taten in Zukunft nicht vorkommen. Weder vom Täter noch von anderen.

      • 13 sagt:

        Ich denke, es wäre Zeit, die Opferhilfe etwas vom Strafrecht zu trennen. Das Opfer hat nicht viel davon, wenn der Täter genügend bestraft wird, es hätte mehr davon, wenn ihm direkt geholfen wird, durch Fachkräfte, die helfen, es zu verarbeiten, finanziellen Ausgleich und Schutz vor weiteren Taten.

      • Sportpapi sagt:

        @13: Ich finde auch, Opferhilfe und Strafrecht sind zwei separate Geschichten. Und dass Gefängnis etc. teuer sind ist klar. Diese Beträge aber nun auch für die Opferhilfe zu verlangen ist sicher verfehlt. Erklären Sie uns als Frau vom Fach doch mal, was bei der Opferhilfe heute passiert und wo es fehlt.

      • Eni sagt:

        @ 13

        Nein, ich befürworte weder Folter noch Todesstrafe, da ein Staat meinen Augen nach nicht töten darf. Trotzdem kann ich manchmal nachvollziehen, dass Menschen denen schweres Leid zugefügt wurde zur Selbstjustiz greifen, weil Strafen oft lächerlich milde ausgesprochen werden. Auch ich war vor Jahren in einer dermassen verzweifelten Situation dass ich selber Richter gespielt hätte, wenn es nicht so gekommen wäre wie es zum Glück gekommen ist.

      • Eni sagt:

        @ 13

        Zudem wäre ja dann auch noch ein lebendes Kind da gewesen, welches auf meine Fürsorge angewiesen gewesen wäre. Trotzdem habe ich sehr deutlich gemacht und meine Drohungen gegen den Unfallfahrer wurden zum Glück auch sehr ernst genommen.

      • Katharina sagt:

        „Im Strafrecht geht es NICHT um Wiedergutmachung oder Vergeltung* – das sehe ich nicht so.

        Es geht mMn im Strafrecht darum, dass Verhaltensweisen und Taten sanktioniert sind, die das Gemeinschaftsleben in seiner Substanz gefährden. In einer freiheitlichen Gesellschaft ist es dann so, dass bei Übertretung ein Tarif gilt, mit dem für die Übertretung bezahlt wird. Je nach schwere des Fehltrittes. Moderne humane Gesellschaften sehen von unwürdigen Strafmassnahmen ab. Dazu zähle ich in den meisten Fällen die Todesstrafe oder den permanenten Ausschluss aus der Gesellschaft.

      • Katharina sagt:

        Eine humane Gesellschaft beugt der Willkür durch ein faires Verfahren, wo alle Seiten gehört werden und alle Seiten ihre Beweise vorlegen können, vor. Ob dies hier konkret der Fall war, weiss ich nicht. Meine Meinung ist Jein.

        Es ist aber umgekehrt auch so, dass eine humane Gesellschaft demjenigen, der straffällig wurde und seine Strafe verbüsste, Hand bieten sollte, um eine redliche Wiedereingliederung zu ermöglichen. Dies aber erst nach Verbüssung der Strafe, oder bei gutem Verhalten, während. Es gibt dazu aber grenzen des zumutbaren.

      • Katharina sagt:

        Wenn eine Gesellschaft dem betreffenden mehrere Chancen bot, diese aber konsistent ausgeschlagen wurden, dann beweist der betreffende in seinem Verhalten nur, dass er nicht einmal die grundlegendsten Regeln eines gemeinschaftlichen Lebens anerkennen will und somit sich selber nicht die Chance einer Wiedereingliedeung geben will.

        Dabei auf Herkunft und schlechtem Elternhaus zu verweisen ist nicht hilfreich, wenn der betreffende erstens erwachsen ist und zweitens in einer langen Reihe von Vorfällen immer wieder beweist, dass ihn die Gesellschaft dort draussen wenig interessiert.

      • Katharina sagt:

        Da einfach grosse Geldbeträge ohne Bedingungen auszugeben, ist aus Sicht der Gemeinde unzumutbar. Dabei geht es nicht um die Kosten an sich, sondern um das Prinzip einer rechtlichen Konsistenz.

  • Irene feldmann sagt:

    Es braucht Stärke, Kinder zu erziehen, doch noch viel mehr, sie ihrer Fehler Konsequenzen ausbaden zu lassen.

  • alam sagt:

    Wenn ein Jugendlicher auffällig wird, muss jemand schuld sein. Da werden pauschal alle Vorurteile abgeklappert: alleinerziehende Mutter? Bingo! Migrationshintergrund? Bingo! Sind die Eltern Akademiker, müssen andere Vorurteile herhalten: Schlechte Lehrer und Schulen, etc. Ich bin froh, dass nicht Hinz und Kunz – zu denen ich auch gehöre – über das Schicksal auffälliger Jugendlicher entscheiden, sondern Fachleute, die nicht mangels besseren Wissens auf Vorurteile bauen müssen.

    • Eni sagt:

      Da wollen wir doch alle hoffen, dass all die „armen“ Straftäter Ihre Milde anerkennen und Sie niemals Opfer solcher (ehemals) auffälliger Jugendlichen werden………

    • Blanche Wu sagt:

      Was leider immer ausgeblendet wird: ja es gibt auch Jugendliche welche ohne Fehlverhalten von Dritten die Grenzen überschreiten. Es muss niemand von ausserhalb schuld sein um Seich zu machen. Es gibt auch Kinder und Jugendliche, die treten gerne mal mehr über die Linien. Da kann man noch so super sein als Lehrer, Eltern, etc. Aber ja ein Kind wird nur kriminell weil das Umfeld nicht stimmt. Das mag auf den grossen Teil zutreffen, aber es gibt auch Ausnahmen wo das Kind einfach böse ist.

      • Eni sagt:

        Und Menschen die „einfach böse“ sind, gehören aus Sicherheitsgründen fürs Gemeinwohl eingesperrt. Frage mich eh, warum Carlos nicht ausgeschafft wird. Meines Wissens nach ist er franz Staatsbürger oder stimmt diese Info nicht?

      • Sportpapi sagt:

        Klar. Und weil sie ja auch zwingend selber schuld sind, werden sie nicht nur zum Schutz der Gesellschaft von dieser ferngehalten, sondern ins Gefängnis gesteckt und vergessen.

  • Rina sagt:

    Schon bedenklich, dass ein selbstständiger Architekt nicht in der Lage sein soll, während der Arbeitszeit für sein Kind eine Betreuung zu organisieren. Sind dies unsere Studierten von der Uni?! Und dass 10 Jährige mit Handschellen verhaftet und 4 Tage auf der Wache oder wo auch immer (?) behalten werden, kann ich eigentlich auch nicht glauben. Auch hätte das Jugendamt spätestens dann eingegriffen. Welche Verwaltungsangestellte Spezial Betreuungen bewilligen, in dieser Preisklasse, würde mich noch immer interessieren. Wer hat da von wem warum PROFITIERT???

  • Wernre sagt:

    Sicher ist er VOLLJàHRIG.
    Die Fehler haben seine Eltern vorher gemacht.
    Der Vater ist Architekt,
    Warum wird er finanziell nicht zur Verantwortung gezogen.
    Moralisch funktionert es vermutlich nicht.
    Werner

  • Glättli sagt:

    Tatsache ist, dass rechtlich ein Rückgriff auf Vermögen der Kinder gemacht werden kann . Sie müssen zahlen, wenn Eltern für Alters- und Pflegekosten nicht selber aufkommen können. Aber offenbar gilt das nicht umgekehrt.Das erstaunt mich doch sehr.

  • Joerg Hanspeter sagt:

    Offenbar schafft es die Menschheit einfach nicht, einen vernünftigen Mittelweg zu finden. Früher hat häufig Kinder sehr schnell versorgt, wenn die Eltern (oder die Mutter) nicht der Norm entsprach. Heute ist man zum Gegenteil übergegangen, die Freiheitsrechte aller Beteiligten stehen an oberster Stelle, was so weit führt, dass man jemandem, der bereits wegen eines Mordversuches an einem seiner Kinder verurteilt wurde, wieder ein Kind anvertraut, dass er dann prompt umbringt. Wie blöd muss man da eigentlich sein? Wir müssen einfach die Verhältnismässigkeit wieder herstellen.

  • tststs sagt:

    Und was ist mit Eltern, die zwei anständige Kinder grossziehen und eines, das halt straffällig wird?

    • Dani sagt:

      Tja, die Aufgabe nur zu 66.666….% erfüllt *fg*

      • Alfred Frei sagt:

        ziemlich billige Antowrt von Dani. Worauf tststs hinaus will ist ja wohl, dass es eben nicht NUR von den Eltern abhängt, wie sich ein Kind benimmt. Erstens bringt das Kind immer auch selber einen eigenen Charakter und eine eigene Persönlichkeit mit. Und zweitens kommt das Kind ja immer auch mit der Gesellschaft in Kontakt und reagiert auf die entsprechenden Erfahrungen. Und unsere Gesellschaft macht es schwarzen jungen Männern nicht leicht. Sobald einer ein bisschen dunkler ist, wird jeder Seich, den er macht, gleich als Ausdruck seines kriminellen Charakters gedeutet.

  • tststs sagt:

    Wenn eine Gesellschaft es zulässt, dass ein 10jähriges Kind (ungeachtet dessen, was es gemacht hat) von der Polizei abgeführt und vor ein Gericht gestellt wird, dann ist es ziemlich billig mit dem Finger auf die Eltern zu zeigen!

    • Eni sagt:

      Wenn eine Gesellschaft es zulässt, dass Gewaltopfer verhöhnt und alleine gelassen werden, hält sich mein Mitleid für Täter, welche auch noch auf Staatskosten Anwalt, Therapien usw bezahlt werden in Grenzen. Wenn ein 10 jähriges Kind schon derart bösartig ist, dass es von unserer Kuschelpolizei in Handschellen abgeführt werden muss, dann gehört es verwahrt.

  • Juliette sagt:

    Das, was ein Kind braucht, um das Feuer des äusseren Lebens zu überstehen – ist „Nestwärme“. Wenn diese Liebe und Fürsorge fehlt, fehlt sie ein Leben lang. Dann ist nichts im Schatzkästchen, woraus man in Notlagen zehren könnte und alles Schulwissen ist nichts wert, wenn Mensch kein Selbstvertrauen hat. Dann lässt er sich von anderen auffressen oder wird selbst zum Raubtier. Also braucht es ein Umdenken in allen Köpfen jeden Alters, um jedem anderen Menschen aus dem selben Wohlwollen heraus zu begegnen, wie man selbst behandelt werden möchte – liebevoll, offen, MENSCHLICHE Werte fördernd.

  • Auguste sagt:

    hmm…, eignet sich der völlig missratene „carlos“ wirklich als beispiel? als aufhänger gewiss, aber auf welchem niveau? der junge mann ist ein übler soziopath, der nur mit fast grenzenlosem aufwand und völlig unrealistischen mitteln einigermassen gesellschaftsverträglich ruhiggestellt werden kann. das scheint mir etwas gar weit weg von der norm zu sein, sogar bei der frage wie mit elternversagen umgegangen werden sollte.

    youtube: miranda lambert – famous in a small town

    • hannes sagt:

      Ich schätze Sie sind sehr jung. Sicherlich keine Mutter von Kindern. Wenn doch, dann hoffe ich, dass sie noch etwas dazu lernen können. Jemanden den Sie persönlich nicht kennen als „völlig missraten und Soziopathen“ zu bezeichnen deutet für mich stark auf eine menschenverachtende Grundeinstellung hin.

      • captain kirk sagt:

        Wenn jemand einen anderen Menschen absticht weil er provoziert wurde ist völlig missraten und ein Soziopath. Denn ein normal denkender Mensch tut dies nicht!

      • Auguste sagt:

        hmm…, die fakten sprechen eine ziemlich eindeutige sprache, hannes. klar, könnnte man jetzt einen auf „der arme junge“ machen, aber „carlos“ zeigt sehr wenig neigung, etwas von sich aus an seinem verhalten zu ändern. sobald das luxus-setting wegfällt, fällt bei „carlos“ auch wieder die maske. ich würde den sogar verwahren, hannes, denn so einem möchte ich nicht im „lätzen“ moment begegnen. dieser mensch erscheint mir gemeingefährlich.

      • hannes sagt:

        @Auguste Verwahrung ist etwas krass.. Ich finde die Strafe die „Carlos“ bekommt, jetzt schon recht hart. Immer wieder jeden „Mucks“, von sich, in den Zeitungen nachlesen zu können. Zu lesen dass man mehrheitlich gehasst und als Monster gesehen wird, muss schrecklich sein. Letztendlich ging es auch „Carlos“ um Anerkennung. Warum sonst, träumte er davon Kickbox-Weltmeister zu werden. Ihm die Hoffnung auf ein besseres Leben zu nehmen, macht ihn nicht zum besseren Menschen. Solange er noch hoffen kann, ein anständiges Leben zu führen, habe ich für meinen Teil keine Angst vor dem “Lätzen“ Moment.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @hannes:
        Zeitung wird immer noch freiwillig gelesen…, und klar, jeder Mensch sehnt sich nach Anerkennung-
        ob in diesem Setting wirklich alle Personen diesen Umgang mit fehlender Anerkennung konstruktiv vorgelebt haben,
        da sind bei mir nun grosse Zweifel aufgetaucht-,
        wenns nicht mal mein bewunderter Coach so richtig auf die Reihe kriegt?…
        Vielleicht wär von einem anderen Weltmeistertitel zu träumen gesünder für alle…,
        aber dazu bräuchte es Einsicht, mir ist nicht ganz klar wieviel Einsichtsfähigkeit bisher gefordert worden ist.

      • Daniel Kaempfer sagt:

        Nun vermutlich kennen Sie ja Carlos und können sein Opferdasein gut einschätzen. Offensichtlich sind Sie auch viel weiser als wir, die den Messerstecher Carlos nicht so toll finden. Sie sind eben ein Gutmensch und ich nicht!

      • alien sagt:

        captain kirk und auguste: soziopath ist kein sehr gutes Urteil. Wir kennen ihn nicht. Aber sicher hat er arge Probleme.

        Was können wir tun, wir als Gesellschaft:
        a) euthanasieren
        b) für ewig einsperren
        c) sondersetting
        ? a) und b) geht ja nicht, laut Strafgesetz. Irgendwann kommt er ja eh raus. Und dann will ich, dass er nicht mehr gefährlich ist. Und wenn er sogar nützlich ist, umso besser.

        Also c)

      • alien sagt:

        Und ewig verwahren geht nur im Ausnahmefall. Der hier wahrscheinlich nicht gegeben ist. Vergiss nicht: Wir reden hier nicht von einem Osterwalder oder so. Sondern von einem Gewalttäter.

    • hannes sagt:

      @captain Kirk Da müssten Sie erst einmal definieren was ein sogenannt „normal denkender Mensch“ so im allgemeinen macht. „Normal denkende Menschen“ führen auch Kriege und bringen Menschen wegen viel weniger um. Es gibt halt immer auch Ursachen und Wirkungen.
      Wenn Sie sich schon so moralisch und Gebotstafel-artig ausdrücken, dann kennen Sie sicher auch das Zitat: „Wer ohne Sünde ist werfe den ersten Stein“. Jemanden als vollkommen missraten und üblen Soziopathen zu beschimpfen, hat für mich genauso soziophtische Züge. Weiterhin guten flug in der Enterprise, Captain Kirk

      • captain kirk sagt:

        Das können Sie halten wie Sie wollen. Aber wenn jemand einem andrem Menschen ein Messer zwei mal in den Rücken rammt, hat definitiv ein grosses Problem. Er hätte seinem Opfer auch einfach einen Schlag verpassen können und es dann dabei bewenden lassen. Auch nicht die feine Art, aber immer noch besser als jemanden mit einem Messer zu attackieren.
        Ob der Täter eine miese Kindheit hatte oder nicht würde mich als Opfer einen Dreck interessieren. Wenn Sie das Opfer wären, würden Sie mit Sicherheit auch so denken.

        Ich Fliege jetzt weiter und geniesse den schönen Flug in der Enterprise!

      • Eni sagt:

        @ hannes

        Ich finde Ihre Ansicht sehr verblendet. Ich träume auch von einem eigenen Pferd. Soll ich jetzt straffällig werden, damit man mir meinen Traum erfüllt? Es ist nicht Aufgabe der Allgemeinheit, Träume eines Schwerverbrechers zu erfüllen, und sowieso: was ist mit den Träumen der Opfer? Um diese machen Sie sich ja keine Gedanken. Solche Ansichten sind einfach nur krank!

      • Henriette sagt:

        @ hannes, ob Sie auch noch so liebend verständnisvoll wären, wenn Ihnen der Besagte ein Messer 2mal in den Rücken gerammt hätte?

    • hannes sagt:

      @Daniel Kaempfer
      Nein Sie sind kein Gutmensch. Sie gehören zu denjenigen die am liebsten schreien würden „hängen!“. Es gibt noch Gefährlicheres als einzelne kriminelle Individuen. Das nennt sich der Mob.
      @Henriette Es hat nichts mit „liebend verständnisvoll zu tun“ . Es wäre mir wie gesagt, lieber ein „Carlos“, von dem man sich nicht mehr zu fürchten braucht. Lesen Sie den Beitrag von „@alien“ .Raus kommt „Carlos“ so oder so.

  • Daniel sagt:

    Also ich stimme schon dem Beitrag zu. Sicherlich kann man die Eltern nicht einfach für alles verantwortlich machen, bzw zur Rechenschaft ziehen. Aber dennoch darf sich das Elternpaar ruhig anhören, wenn sie einen Idioten herangezogen haben, der mit 18 nunmal echt zu blöd für die Welt ist und das Gefühl hat, er sei der Mittelpunkt des Universums und jeder hätte sich um ihn zu Sorgen, weil er es alleine nicht schafft, weil ihn diese böse böse Welt im Stich gelassen hat. FUCK! Übernehmt Verantwortung für euer Handeln. (Ich rede hier jetzt nicht von den Eltern)

  • Chris Heyduk sagt:

    Fakt ist, viele Eltern machen es sich heute sehr bequem und schieben die Verantwortung an den Hort, die Krippe oder die Schule. Klar, es gibt Kinder, die auch bei guter Erziehung später auf die schiefe Bahn geraten, aber die Chance ist wesentlich geringer bei Kids, die zu Hause ordentlich erzogen wurden.

    • alam sagt:

      Stimmt nicht. Genau das Gegenteil ist der Fall. Krippen und Horte verhindern, dass Kinder herumlungern oder sich selbst überlassen sind.

    • Doris sagt:

      Das stimmt nicht, dass Kinder, die in Krippen untergebracht oder von Tagesmüttern betreut wurden auf der schlechten Bahn landen. Mein Mann und ich haben immer gearbeitet und trotzdem sind unsere beiden Kinder gut erzogen, respektvoll gegenüber den Mitmenschen und haben eine sehr gute Schulbildung absolviert. Wichtig ist, dass Kinder geliebt und gut betreut werden. All dies ist mit einer guten Organisation möglich.

  • Teilzeitpapi sagt:

    Die Eltern haben die Verantwortung (nicht zu verwechseln mit Schuld) für die Stimmung in der Familie und für die Beziehung zu den Kindern. Dafür, ob sich das Kind wertvoll fühlt. Schreibt Jesper Juul und teile ich vollständig. Wenn ich könnte, würde ich sein Buch über Aggression zur Pflichtlektüre erklären für alle, die mit Kindern zu tun haben. Sehr erhellend. Wie von grossen Teilen der Gesellschaft aggressiv (dazu zählt auch die Pathologisierung durch „Experten“) Aggression von Kindern tabuisiert wird. Aus verständlicher Angst vor Gewalt und Krieg.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Nur führt tabuisierte Agression nicht zu einem konstruktiven Umgang mit Aggression (die entsteht, wenn wir uns nicht wertvoll fühlen). Ich denke, ich bin nicht der einzige, der aus der Kindheit das Gefühl kennt, nicht wertvoll gewesen zu sein (hat einen Bezug zum Blogbeitrag „Zehn fiese Elternsätze“). Und dass man darauf nicht aggressiv reagieren durfte, sondern „anständig“ und „brav“ sein musste. Ich bin so froh über die Bücher von Jesper Juul, für mich unglaubliche Augenöffner, die mir ein schnelleres Selbsterkennen, Lernen und neue Sicht- und Handlungsweisen ermöglicht haben.

    • Mike sagt:

      Die Unterscheidung zwischen Verantwortung und Schuld trifft den Nagel auf den Kopf – Eltern sind für ihren minderjährigen Nachwuchs immer verantwortlich. Das ist sehr einfach. Ob sie in jedem Fall auch eine moralische Schuld trifft, wenn dieser Nachwuchs dann z.B. kriminell wird, ist ungleich schwieriger und nur von Fall zu Fall zu beantworten. Inwieweit also die Eltern an den Taten von diesem „Carlos“ schuld sind, weiss von uns hier wohl niemand.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Bei der Schuldfrage z.B. vor Gericht geht es um Fragen wie Wissen, klarer Kopf und Absichten. Die meisten Eltern aber wollen nur das Beste für ihr Kind, auch wenn das Kind unter ihrem Verhalten leidet und sich nicht gut entwickeln kann. Die meisten Eltern geben immer ihr Bestmögliches. Und irgendwann hat man als „Kind“ im Leben die Verantwortung, mit dem von seinen Eltern Gelernten umzugehen, daran zu arbeiten und sich weiter zu entwickeln.

      • Carolina sagt:

        TZP: Bitte setzen Sie jetzt diese schönen Worte noch in die Praxis um. Sagen Sie uns (und der Jugendstaatsanwaltschaft, den Eltern von C, die ja mit dem Gedanken spielen, zu klagen!,), wie dieser völlig verkorkste Fall gekehrt werden kann, vor allem aber, wie man in Zukunft mit solchen Cs verfahren soll. Jesper Juul ist schön und gut, aber seine (Entschuldigung) Patentrezepte verlangen von den Eltern Einsicht, eine gewisse Intelligenz und Arbeit an sich selber – aber genau hier liegt ja ein gravierendes Problem: diese Einsichten sind oft genug nicht gegeben!

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Carolina:
        genau dort liegt doch das Problem, wir haben keinerlei Handlungsmöglichkeiten
        wenn wir mit unfähigen und/oder unwilligen Eltern konfrontiert sind!
        Bis offiziell eingeschritten werden darf geht schon zuviel kaputt.
        Da sollte angesetzt werden können, bloss weiss ich auch nicht wie, obligatorisches Coaching
        oder so was in der Richtung? Familienbesuche sobald das Kind im Kiga negativ auffällt?

        Die wenigsten Jugendlichen ticken plötzlich als Jugendliche komplett aus der Reihe,
        öfters sind dann Bemerkungen wie „der/die war doch schon früher aufgefallen“-
        Früherkennung wär wichtig.

      • Sportpapi sagt:

        @Carolina: Die Eltern können sich einerseits ihrer Schuld sehr bewusst sein, andererseits trotzdem klagen, wenn der Staat rechtswidrig handelt (und damit eine erfolgreiche Reintegration in Frage stellt). Ich finde deine Vorwürfe hier völlig verfehlt.
        @BS: Wollen wir nun wegen eines Einzelfalls wieder alle Regeln auf den Kopf stellen? Wissen Sie, wie viele Kinder im Kindergarten negativ auffallen? Wie viele Male Eltern wie hier die Ritalin-Abgabe verweigern, usw? Was möchten Sie da tun, im Rahmen der Gesetze?
        Es ist wie immer: Im Nachhinein ist man immer schlauer.

      • Sportpapi sagt:

        Generell ist es äusserst fragwürdig, wie hier ohne genauere Kenntnis der Fakten, ohne Sachverstand diskutiert wird. Selbst die Verwahrung von Kindern wird verlangt. Drehen hier denn nun alle durch? Leben wir nicht mehr in einem Rechtsstaat, auf den wir stolz sein dürfen?

      • Carolina sagt:

        SP: An wen habe ich denn Vorwürfe gerichtet? Ich habe nur darauf hingewiesen, dass die schönen Worte uns nicht davor bewahren einzusehen, dass vernünftiges und einsichtiges Verhalten von seiten der Eltern Voraussetzung dafür ist, sie auch in die Tat umzusetzen.
        Generell krankt diese Diskussion eben genau daran: dass viele schöne pädagogische bzw auch weniger pädagogische Ansätze hier präsentiert und verfochen werden, ohne dass wir (alle von uns, auch Du, SP) genau wissen, um was es eigentlich geht, da gebe ich Dir Recht. Aber es gibt noch einen anderen Aspekt, SP: auch wenn es sich hier um

      • Carolina sagt:

        /2 einen krassen Einzelfall handelt (überhaupt in jeder Beziehung, sowohl was Behandlung als auch Volatilität angeht), für den selbstverständlich nicht das Recht gebeugt werden kann, sieht es doch ganz so aus, als ob C und sein Anwalt mittlerweile die Macht haben, sich durchzusetzen mit ihren Forderungen. Ist das tatsächlich rechtsstaatlich?
        Und noch etwas: ich möchte nicht das Geschrei hören, wenn ein C in Zukunft durch irgendein grauenhaftes Verbrechen auffällt, weil alle Warnzeichnen ignoriert wurden.
        Für alle Parteien ist es also ein Gratwanderung, der weder durch Maximalforderungen wie

      • Carolina sagt:

        /3 ‚Rübe ab‘, ‚lebenslange Verwahrung‘ noch durch Deine merkwürdige Empörtheit darüber, dass man überhaupt darüber diskutiert, Rechnung getragen wird.

      • Sportpapi sagt:

        @Caro: Ich habe deine Aussagen so verstanden, dass du auch im konkreten Fall der Meinung bist, dass die Eltern nicht einsichtig sind (der Hinweis auf die Eltern, dies es sogar waren, zu klaren, war für mich deutlich). Solche Aussagen waren hier zu hören, und auch BS hat diesen Ball aufgenommen. Wenn du das nur allgemein gemeint hast, nehme ich alles zurück. Zum anderen: C und sein Anwalt haben verlangt, dass nach Ablauf der Strafe Freiheit oder „Therapie“ stehen, und nicht Gefängnis. Eigentlich selbstverständlich, oder? Sie haben Ihre Rechte eingefordert und recht bekommen.

      • Sportpapi sagt:

        Dennoch wäre heute natürlich eine Verwahrung zu diskutieren (aber nicht bei einem 10jährigen Kind!). Das können aber natürlich nur die Fachleute entscheiden. Und klar ist, dass dies etwas kostet.
        Und nein, ich ärgere mich nicht darüber, dass diskutiert wird. Sondern wie ohne Kenntnis der Fakten ge- und verurteilt wird. Man könnte auch den peinlichen Auftritt von Martin Graf diskutieren, der das Bundesgericht dafür rügt, dass es das Gesetz beachtet.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Ich möchte mich nicht zu einem „Experten“ in einem anscheinend verkorksten Fall, von dem viel, aber wahrscheinlich nicht alles an die Öffentlichkeit gedrungen ist, aufschwingen. Was Carlos an schlechter Ausgangslage mitbekommen hat und wo er später nicht Verantwortung übernommen hat, damit umzugehen oder damit überfordert war ist Aufgabe von Gutachtern, Therapeuten, usw. Nicht meine. Wir alle wissen nicht, was aus uns geworden wäre oder wie wir mit einer Kindheit umgegangen wären oder umgehen hätten können, wie sie vielleicht Carlos erlebte.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Eine wichtigste Erkenntnis aus Juuls Buch: Wenn wir uns bei aggressiven Kindern nicht fragen, WARUM sie aggressiv sind, auf was für Nöte sie so aufmerksam machen (weil sie es intellektuell nicht greifen und sprachlich nicht ausdrücken können), sondern das Verhalten pathologisieren und mittels Medikamenten und Therapien nur eine Verhaltensänderung herbeiführen wollen, so werden wir viel mehr tickende Zeitbomben haben. Die vielleicht im Stil von Carlos explodieren oder implodieren in Form von Selbstzerstörung. Darüber sollten wir nachdenken.

      • Teilzeitpapi sagt:

        Und eine weitere wichtige Erkenntnis: Dürfen Kinder heute genügend den Umgang mit Aggression lernen? Dürfen sie miteinander kämpfen in Kita, Kiga, Schule, zuhause, Grenzen ausloten, konstruktiven Umgang mit Aggressionen lernen? Oder wird ihnen auf aggressive Weise beigebracht, dass Aggressionen nicht erwünscht oder erlaubt sind, sondern nur brav, folgsam, angepasst sein? Dass sie nicht mit Aggression um Hilfe rufen dürfen, weil ihr Entwicklungsstand keine anderen Möglichkeiten erlaubt? Dass ihnen niemand zuhört, sich niemand für ihre Probleme, ihr Leiden interessiert?

  • alam sagt:

    Ich erwarte von den Behörden, dass für den Fall Carlos eine Informationssperre eingerichtet wird. Es soll erst in ein paar Monaten wieder einen offiziellen Pressetermin geben. Sogar ich brave Bürgerin würde garantiert kriminell werden, wenn ich permanent so verfolgt und gehetzt würde wie Carlos. So kann keine Massnahme wirken. Der Junge hat seine Strafe abgesessen und soll nun wieder integriert werden.

    • Heidi Merz sagt:

      Danke, das sehe ich auch so.

      Ausserdem, ein Mensch, der schon mit 10 Jahren in die offensichtlich unzimperlichen Mühlen der Polizei gerät, hat denkbar schlechte Karten. Ich wünsche ihm von Herzen, dass er trotz aller Hindernisse seinen Weg machen kann und einen Platz in der Gesellschaft findet, der es ihm ermöglicht, juristisch unauffällig, gewaltfrei, selbstbestimmt und einigermassen glücklich zu leben.

      • Mamacita sagt:

        Ich wünsche dem Carlos such nichts schlechtes! Aber wünschen Sie jedem Straftäter, der leider keine schöne Kindheit haben durfte, auch alles Gute? Ah, ich hatte eine miese Kindheit, also darf ich mich so verhalten!?.. Wir führen hier in der Schweiz definitiv eine Täterschutz Politik, denn für die Opfern bleibt keine Zeit und kein Geld – geht alles zu Lasten der Täter! Willkommen in die schöne Schweiz, ihr Straftäter! Da habt ihrs gut 🙂

    • monaco sagt:

      Och der Ärmste…der soll endlich lernen für seinen Unterhalt zu arbeiten!
      Was für Maßnahmen sollen da denn wirken? Da wirkt nix mehr

      • alam sagt:

        Das tut er ja! Er muss arbeiten und darf in seiner Freizeit trainieren.

      • Eni sagt:

        @ alam

        Sie scheinen da etwas zu verwechseln: meines Wissens ist es so, dass Carlos vor der sogenannten „Hetzte“ straffällig geworden ist und in brutaler Weise. Solche Schönredner wie Sie sollten sich vielleicht einmal mit Opfern von solch „armen Kriminellen“ unterhalten. Diese Verharmlosung von Gewalt gegen Wehrlose ist schon an sich kriminell.

      • alam sagt:

        Nein, ich verwechsle gar nichts. Er war straffällig, wurde dafür bestraft, hat die Strafe abgesessen, hat sich gut verhalten und war auf dem Weg zur Reintegration. Alles andere kam nach der Hetze.

      • alien sagt:

        Hm. Eni, was tätest Du mit ihm, ganz genau? Und monaco: Woher wollen denn Sie das wissen???

    • Daniel Stanislaus Martel sagt:

      @Alam
      Der arme Junge… Leid tut mir das Opfer, dessen Schicksal niemanden interessiert…

      • Eni sagt:

        @ alam

        Hat sich gut verhalten? Sorry, er musste rund um die Uhr bewacht werden von Sozialarbeitern, damit er sich „gut“ verhält. Sobald das Kuschelexperiment abgebrochen wurde, ist er ja ziemlich schnell wieder auffällig geworden.

        So verblendet kann man doch nicht sein!

      • alam sagt:

        Ach so, Ihr seid die Fachleute und wisst ganz genau was, wie, wo und warum passiert ist? Schon klar, wenn man dem Blick eins zu eins alles glaubt…

  • M. Meier sagt:

    Mein Gott wird hier auf hohem Niveau gejammert – egal welche Meinung vertreten wird. Verbringt mal ein paar Wochen in einem Barrio irgendwo in Bolivien oder in Kolumbien um ein Gefühl zu kriegen wie ca. 80 % der Menschheit leben. In der Schweiz leben wir im sprichwörtlichen Elfenbeinturm, in einer ungeahnten Rechtssicherheit mit der entsprechenden Vollkaskomentalität. Blicken wir ein bisschen über unseren Tellerrand sollten wir erkennen, dass wir sogar mit mehreren Carlos – zumindest vorläufig noch – im Paradies leben!

    • Roland K. Moser sagt:

      Es liegt an uns, dass es hier +/- funktioniert. Weil sich auch die Ämter und Behörden +/- den Gesetzen entsprechend verhalten.

  • Anna sagt:

    Elternpflicht? Grenzen zeigen, Grenzen respektieren. Ein Ja soll ein Ja sein und bleiben, ein Nein ebenso.
    Klarheit und Wahrheit.
    Selbst aus einem äusserst dysfunktionalen pathologisierenden Elternhaus stammend kann ich nur soviel sagen.
    Denn: was man mit auf den Weg bekommt von seinen Eltern, das bleibt oft für das ganze Leben lang in einem drin und kann förderlich als auch zerstörerisch sein.
    …und, wenn man es nicht aus sich heraus bringt, gibt man es 1:1 seinen Kindern weiter.
    Carlos‘ Eltern gehören genau so in die Umerziehung wie ihr Sohn. Denn sie wissen (noch immer) nicht, was sie tun.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Und Liebe, die an kein Verhalten und keine Fehler geknüpft ist. Wertschätzung, Respekt und Verständnis, auch wenn man die eigenen Grenzen zieht.

  • Lia sagt:

    dieses „Kind“ namens Carlos hat sich bereits mit 9 oder 10 Jahren strafbar gemacht und danach immer wieder – es ist also ganz klar, dass die Eltern da versagt haben, zumal sie auch jetzt noch versuchen, die gesamte Schuld den Staatsvertretern in die Schuhe zu schieben. Auch wenn sie nicht zur Rechenschaft gezogen werden können, dass sie da versagt haben, ist klar.

  • Sportpapi sagt:

    Wenn wir schon über „Carlos“ diskutieren müssen wäre ich schon gespannt, auch mal einen konstruktiven Vorschlag zum Umgang mit Jugendlichen wie ihm zu lesen. Die Schuldfrage ist in diesem Zusammenhang eigentlich irrelevant, weil auch eine Bestrafung der Eltern (was sowieso nicht machbar ist) der Gesellschaft nichts bringt.

  • Ricco Morales sagt:

    Schlussendlich ist keine Erziehung perfekt, und die Eltern haben einen Anteil am Charakter und Verhalten des Kindes, ob es nun 4, 16, oder 50-jährig ist. Damit muss mal als Eltern leben und einen Weg finden zwischen selbstgerechter Verdrängung (ich habe alles richtig gemacht, ich habe nichts mehr damit zu tun) und überkritischer Selbstkasteiung (ich habe alles falsch gemacht, hätte ich doch…).

  • Ricco Morales sagt:

    Jeder Mensch ist geprägt durch seine genetischen Anlagen und sein Umfeld (zuerst Eltern, Kita, später Schule, Freunde etc.). Jeder Mensch hat Schwächen (egoistisch, aggressiv, schadenfroh, depressiv, Suchtverhalten, etc), die man ev. durch eine bessere Erziehung hätte minimieren können. Mit der Volljährigkeit übernimmt das Kind die volle (juristische) Verantwortung für seine Handlungen, aber auch dafür ist es mehr oder weniger gut vorbereitet worden. Schuld im juristischen Sinn lässt sich wohl nur bei groben Erziehungsfehlern (z.B. Anstiftung zu Verbrechen, krasse Vernachlässigung) festmachen.

  • Max Bader sagt:

    Es gibt Kinder, die wachsen in einer heilen Welt auf und kommen trotzdem auf die schiefe Bahn, andere wachsen unter sehr schwierigen Verhältnissen auf und entwickeln sich hervorragend. Aber bei 95% kommt es so heraus, wie es vom Elternhaus vorgelegt wurde, auch bei Carlos. Seine Eltern suchen nun die Schuld bei den Behörden, dabei waren sie grauenhafte Eltern, wenn nur 20% von dem stimmt, was man in den Medien lesen konnte.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Vielleicht sollte es „vermeintlich heile Welt“ oder „nach aussen heile Welt“ heissen. Kinder behalten Familienprobleme aus Loyalität weitgehend für sich, sie wollen ja die Familien nicht gefährden oder verlieren (natürlich kann es sein, dass sie ausserhalb der Familie Aggressivitäts-Hilferufe absetzen). Manchmal werden sie auch zusätzlich von den Eltern angehalten, nach aussen „brav“ und „anständig“ zu sein. Was heil aussehen mag kann in Wahrheit sehr krank oder problembeladen sein.

  • Amos sagt:

    Carlos hat sicher kein stabiles, kraftvolles, unterstützendes Elternhaus gehabt. Man muss jetzt nicht so tun, also ob derart negative Voraussetzungen keinen Einfluss haben: sie haben!

  • Mamacita sagt:

    Nur so nebenbei: Nicht alle misshandelten, verwahrlosten oder vernachlässigten Kindern werden später kriminell! Es hat auch mit dem Umfeld zu tun, ob man Menschen um sich hat, die einem Verständnis entgegenbringt und einem unterstützt. Aber man muss sich auch verändern wollen! Sonst geht da gar nichts! Und Carlos möchte sich offensichtlich nicht verändern.. Ich frag mich gerade, wie sich sein, durch Messerstichen verletztes Opfer wohl fühlen mag, wenn sein Peiniger als „armes Ding“ hingestellt wird, permanent über ihn gesprochen wird und das Opfer selbst ist aus den Augen, aus dem Sinn?!

    • Brunhild Steiner sagt:

      … das Opfer hatte halt das Pech als Spiegel für uns alle dienen zu müssen…

    • eleonore sagt:

      es gibt Resilienz der Individuen, und auch ein liebvolles Umfeld hilft. Deshalb werden die Menschen, die als Kinder schlimm vernachlässigt oder misshandelt wurden, zu 80-90% nicht kriminell. Aber es gibt auch welche (so ca. 10%), da kann man sich als Pflege- oder Adoptionsfamilie dann bemühen wie man will, sie werden trotzdem kriminell. Und häufiger wechsel von Pflegefamilien und Heimen, was gerade in den schwersten Fällen oft vorkommt, ist natürlich auch nicht unbedingt förderlich…

    • Teilzeitpapi sagt:

      Und dann gibt es noch diejenigen, welche die Aggression über das Erleben von nicht wertvoll sein nicht nach aussen, sondern nach innen richten. Einen Hilferuf in Form von Selbstzerstörung absetzen. Was mich über Drogen, Alkoholmissbrauch, Magersucht, Selbstverstümmelungen und die Suizidrate der Schweiz nachdenken lässt.

    • Andrea Mordasini, Bern sagt:

      Ja, schwarze Schafe gibt es immer und überall, auch in den sogenannt „besten Familien“. Eine Garantie, dass die Kinder „gut geraten“ gibts nicht. Wo ich auch so meine Probleme habe, ist, wenn aus Tätern Opfer und aus Opfern Täter gemacht werden. Und dies scheint mir im Falle von „Carlos“ der Fall zu sein. Klar ist es tragisch, dass er – wie es scheint – eine schlimme Kindheit gehabt hat. Was aber ist mit seinem Opfer, das die Messerattacke nur knapp überlebte und das Leben lang mit dem Trauma, dem Erlebten klarkommen muss? Was da in letzter Zeit abging, ist der pure Hohn dem Opfer gegenüber!

  • Joerg Hanspeter sagt:

    Wenn Eltern sich Mühe geben, Ihre Kinder nach bestem Wissen zu erziehen (nicht primär auf die bequemste Weise), dann haben sie ihre Pflicht erfüllt. Wenn man den Berichten glauben will, scheint das bei Carlos nicht der Fall zu sein. Was ich im Moment nicht verstehe, ist jetzt seine Strafe verbüsst oder nicht? Die Reaktionen im Gefängnis deuten nicht darauf hin, dass die Therapie bisher sehr viel gebracht hat. Und auch wenn ich mich wiederhohle, wieso werden Gewalttäter nicht von allen Kampfsport-Aktivitäten gesperrt, ein Amokläufer erhählt ja auch kein Schiesstraining.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Ganz allgemein, ohne Carlos-Bezug. Kampfsport ist nicht unbedingt Kampfkunst. Kampfkünstler lernen, wie sie zu ihrem Schutz andere Menschen mit üblen Absichten ausser Gefecht setzen. Die Fähigkeiten, anderen grossen Schaden bis hin zum Tod zufügen zu können führt bei normalen Menschen zu Verantwortung (Gerichte beurteilen Selbstverteidigung bei Kampfkünstlern anders) und Respekt vor anderen und vor Kämpfen. Ein guter Kampfkunstlehrer schaut sich deshalb seine Schüler gut an und lehnt solche, die psychische Probleme haben und/oder nicht an sich arbeiten wollen, ab.

  • Mamacita sagt:

    Der Fall Carlos geht mir langsam sowas auf die Nerven! Glasklar ist, dass seine Eltern in seiner früheren Kindheit versäumt hatten ihn Manieren beizubringen und wie man sich in der Gesellschaft zu verhalten hat! Ich finde es beschämend für die Schweiz, dass sie(wir alle!)diesen jungen Mann mit Samthandschuhen anfassen und ihm jeden Wunsch von den Augen abliest, dabei hat er sich in keinster Art und Weise diese Behandlung verdient!! Wenn meine Kinder Scheisse bauen, dann bekommen sie sicher nicht auch noch für 100.- ein Spielzeug!! Was wäre denn das für eine Erziehung???

    • Hanne sagt:

      Ich finde es beschämend, dass in unserer reichen Gesellschaft, niemand die Wünsche der wirklich Ärmsten wahr nimmt. Kinder sehen, was die anderen alles haben, sie sehen wie viel Respekt ihnen für das was sie haben, entgegengebracht wird. Sie möchten das auch. Wie schnell ist man dann dabei, zuzugreifen, sich die Dinge zu nehmen, später dann auch damit anzugeben. In unserer Gesellschaft in welcher nur die Besitzenden zu Ehren kommen, haben es die Besitzlosen doppelt schwer. Und Besitz meine ich nicht nur im materiellen Sinn, auch den Besitz an Sprache, an Liebe und Sorge zu sich tragen können.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Hanne:
        und genau hier (und schon vorher!) beginnt meine Verantwortung als Mutter/Vater!

        Es liegt an mir ob ich auf die „reiche“ oder „arme“ Seite linse und in mir Begehrlichkeiten wachsen lasse, ich werde IMMER jemanden finden, dem es meiner Ansicht nach besser geht, der „reicher“ ist. Wenn ich mir dann einrede, das bedeute auch weniger Respekt für mich, dann sind die Chancen gross dass ich das meinen Kindern auch so weitergebe. Fokussiere ich mich hingegen auf den viel grösseren Teil der noch weniger hat, hilft das vielleicht zu „bescheiderem“ Auftreten diesbezüglich.

    • eleonore sagt:

      Was bei Carlos vergeigt wurde liegt nicht in der grössenordnung „wie oder wieviel bestrafe ich mein Kind?“ Carlos scheint in seiner Kindheit arg vernachlässigt worden zu sein, in der Grössenordnung, wo das Jugendamt einschreitet. Das sind ganz andere Dimensionen. Und in solchen Situationen kann man oft nicht mehr viel machen, wenn ein Kind z.B. in den ersten ein, zwei Jahren schlimm vernachlässigt wurde, oder wenn die Mutter während der Schwangersc haft massiv Drogen oder Alkohol konsumierte. Das lässt spuren fürs leben und ist in manchen fällen nicht mehr zu richten…

  • Schmidt sagt:

    Selbstverständlich sind nicht immer die Eltern schuld und man kann sie auch nicht zur Verantwortung ziehen, wenn die Kinder später kriminell werden. Aber dieser Fall liegt nach bisherigen Informationen ein wenig anders. Die Eltern haben in Carlos Jugend total versagt und jetzt plötzlich (viel zu spät) sind sie für ihn da und verlangen jede möglich Unterstützung vom Staat.

  • Hanne sagt:

    Carlos wurde herumgeschubst, keiner wollte ihn haben, alle hörten seine Hilferufe nicht und als er dann straffällig wurde, dann war er der Böse. Ich wette, dass die Schule genauso ihren Anteil an der Entwicklung hatte, wie das einfache Elternhaus. Einfach im Sinn von, ich tue das was ich als Kind erlebt habe an Erzie-hung und Liebe. Und in diesen Bereichen versagen Akademiker genauso wie der Arbeiter oder die Reini-gungskraft. Carlos ist auf Grund der Massnahme, die ihm all das gegeben hat, was ein Kind braucht (Mitgefühl, Aufmerksamkeit, Anregung). Nur so kann er es schaffen.

    • Jan Rauch sagt:

      ….sagte das Kaninchen, kurz bevor es vom Wolf gefressen wurde….. Eltern sind in der Pflicht ihren Kids das mit auf den Weg zu geben, damit sie gesellschaftsfähig sind. Auch das Umfeld (KIGA, Lehrer, Kollegen etc) ziehen an einem Strick in eine Richtung, oder halt auch nicht.
      Trotzdem kann es passieren, dass in Einzelfällen ein „Carlos“ dabei herauskommt….. Diese Verhaltensweise darf nicht toleriert und verniedlicht werden. Blauäugigkeit kann ausgenutzt werden und sich für die Gesellschaft in eine unerwünschte Richtung entwickeln.

      • alien sagt:

        „Eltern sind in der Pflicht.“ Und wenn es ihnen nicht gelingt? Sind die Eltern verantwortlich für alles, was ihre Kinder im Leben bosgen? Und wenn die Eltern nicht da sind, dann die Grosseltern? Oder die Pflegeeltern? Oder das Waisenhaus? Oder die Schule? Wieviele Jahre lang? Ewig? Nur bis 18? Bis 16? Bis 21?

        Was, genau, aber bitte ganz ganz genau, Jan, heisst „kann nicht toleriert werden“? Was sollen wir tun? Standrechtlich erschiessen??? An die Wand und mit dem Flammenwerfer drüber????

  • alam sagt:

    Was wissen wir denn über diesen Carlos? Und woher? Und was wissen wir über all die ähnlichen Fälle, die unsere Fachleute wieder auf die richtige Bahn gebracht haben? Die gibt es nämlich. Unsere Wiedereingliederung funktioniert klar besser als harte Strafen in anderen Ländern. Wenn es in einigen Fällen ein Sondersetting zur Vermeidung einer lebenslangen kriminellen Karriere braucht, haben wir unter dem Strich sogar gespart. Müssen die Spezialisten jede Massnahme öffentlich rechtfertigen? Die Medienhetze auf diesen Jungen hilft sicher nicht dabei, ihn zurück in ein normales Leben zu führen

    • Reto B. sagt:

      Nun, ich habe gelesen, dass der junge „Carlos“ bei seiner Mutter aufgewachsen ist, im Ausland, in Paris. Mama war in der Fashionindustrie tätig und hat den 6jährigen Carlos oft unbeaufsichtigt tagelang zuhause gelassen. Zudem soll sie gewalttätig sein, mit einem messer auf den Vater losgegangen sein. Sorry, das ist schon mal eine ziemlich miese Kindheit. Sondersetting finde ich okay, wenn es in einem vernünftigen Rahmen ist.

      • Reto B. sagt:

        Ach ja, was ich übrigens ebenfalls idiotisch finde ist, dass dem jungen Carlos ein Programm aufgezwungen wird, das 29’000 kostet (von dem Geld sieht er selber wohl am wenigsten, das kosten seine 9 Betreuer/Therapeuten und die Wohnung, die er sicher nicht selber gewählt hat), zum ersten Mal hat er Struktur in seinem Leben, hält sich daran und dann wird er, ohne dass er etwas dafür oder dagegen getan hätte, aus dieser Struktur gerissen. Was hat ihm das wohl beigebracht? Die Welt ist ein Haifischbecken – jeder für sich, würd ich mal sagen.

      • alien sagt:

        Ja, Reto, ich fürchte, dass dieser Aspekt bei vielen Leuten untergeht, dieser Aspekt, was man ihm wohl mitteilt mit dieser unüberlegten und populistischen Aktion.

        alam, ich bin Deiner Meinung. Die Hardliner werden aber immer lauter hierzulande. Die meisten Medien machen es sich ja sehr einfach. Ich warte nur drauf, dass der Tagi hier auch den Unbeugsamen gibt. Den Erbarmungslosen.

        Dabei überlegt sich die „vox populi“ eben nicht, was die Alternativen wären. Soll man Carlos einfach killen? Dann wären wir alle Probleme los. Aber nein, das geht ja nicht. Für immer einsperren? Dafür gibt es keine

      • alien sagt:

        Gesetze, wir können ihn also (ausser, wenn er klar renitent und gefährlich bleibt) nur einige Jahre wegsperren. Danach kommt er raus und ist kaputter denn je, und bringt jemanden um und WIE HÄTTE MAN DAS VERHINDERN KÖNNEN? Womöglich genau mit dem aktuellen Sondersetting.

        Und ausserdem: Schaut doch mal, für was für Müll sonst so Geld ausgegeben wird.

  • Roland K. Moser sagt:

    Das gesamte Umfeld ist schuld. Fragen Sie doch einfach einen Psychologen.

    • Naseweis sagt:

      Was für ein Blödsinn! Die böse, böse Umwelt soll jetzt schuld an diesem Desaster sein? Zu allererst sind die Eltern in der Verantwortung und die haben ja gezeigt wessen „Geisteskind“ sie sind! Sie haben ihren Tunichtgut von Sohn noch in seiner renitenten Haltung (Hungerstreik/Angriffe/Pöbeleien) gegen alle Massnahmen unterstützt. Der Apfel fiel nicht weit vom Stamm. Der wird n i e ein, nur einigermassen „gutes“ Mitglied der Gesellschaft werden und immer, sein Leben lang ein „Sondersetting“ brauchen.
      Schön wenn ich für meinen Sohn 19’000.– p.M. gehabt hätte – und er ist doch etwas geworden!

      • Roland K. Moser sagt:

        Die Eltern gehören auch zum Umfeld. Und seine Gewalttätigkeit hat Ursache in seiner beschissenen Kindheit. Fragen Sie einen Psychologen.

        Und das allerbeste: Ich würden ihn trotzdem nach Frankreich zurückbringen. Dort ist er hergekommen. Es ist Sache der Franzosen, für ihn zu sorgen.

    • michael sagt:

      kurz und knapp auf den punkt gebracht !

    • s. götz sagt:

      Wie sagt das Sprichwort so schön: Es braucht ein ganzes Dorf, um ein Kind zu erziehen. Wenn aber das Dorf gegen das Kind ist…

  • Martina Müller sagt:

    ich finde es unglaublich wie viel Zeit zu dem Thema Carlos verschwendet wird, wenn alle Integrationsmassnahmen nichts nützen und alles noch mehr Geld kostet , sollte man die Verantwortlichen die Eltern zur Kasse bitten. Es kann nicht sein, dass die Bevölkerung für solche Missstände aufkommen muss. Klar ist, dass diese Eltern in irgendeiner Form ihren Erziehungspflichten so nicht nachgekommen sind, leider beobachte ich dieses Phänomen auch auf dem Schulhof, wo Kinder herumlungern und die Eltern ihrer Aufsichtspflicht nicht so nachkommen wie es eigentlich sein sollte.

    • tina sagt:

      stimmt! immer diese traurigen bilder von schulhöfen, auf denen lauter kinder ohne ihre eltern herumlungern. diese egoisteneltern sind wohl am karriere machen. wenn wenigstens die mutter in der küche stehen würde während die kinder auf dem schulhof sich selbst überlassen herumlungern, nicht?

      • Hanne sagt:

        Wem ist damit geholfen? Wenn das Kind zu Hause gar nicht als Bezugsort kennt? Übrigens lungern die Kinder nicht herum sondern verbringen wertvolle Zeit mit ihren Kollegen oder mit sich selbst. Viele eilen nach dem Essen wieder in die Schule um eben genau das zu haben, herumlungern dürfen. Natürlich kommen sie dann auch auf dumme Ideen für die sie dann gerade stehen müssen. Aber auch das gehört dazu. Brave Gutmenschen gibt es viel zu viele. Die die uns den Spiegel vorhalten, wie Carlos, die werden leider weggedperrt, anstatt ihnen zuzuhören.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Hanne:
        “ Brave Gutmenschen gibt es viel zu viele. Die die uns den Spiegel vorhalten, wie Carlos, die werden leider weggedperrt, anstatt ihnen zuzuhören.“

        Balsam auf die Seelen jedes Opfer von Prügeln, Überfall, Messerattacken etc,
        denen wurde halt endlich mal der Spiegel vorgehalten,
        resp, sie durften als veranschaulichendes Beispiel für „uns“ herhalten…,
        auch eine Sichtweise, wenn gleich ein bisschen ne schräge… .

        Der hohe Lebensstandart hierzulande ist also „zuvielen Gutmenschen“ zu verdanken?
        Verzichten will ich darauf deswegen aber eher nicht.

      • tina sagt:

        hanne, ich habe nur witze gemacht :). stell dir vor, die eltern würden sogar in der schule ständig neben ihren kindern stehen. dieser vorwurf an die eltern ist doch sowas von lächerlich. wenn sogar pause haben als herumlungern dargestellt wird, hei….

    • eleonore sagt:

      Meistens ist gerade bei den Eltern, die ihre Pflichten in sträflicher Weise vernachlässigen und wirklich nicht für ihre Kinder sorgen (starke Vernachlässigung, Misshandlung, etc.) nicht viel zu holen… Wer kann schon 34’000 CHF pro Monat für eine Klinik Rheinau oder 30’000 CHF für ein Sondersetting oder 20’000 CHF pro Monat für einen Gefängnisplatz aus eigener Tasche zahlen?

    • Naseweis sagt:

      Hanne 28. Februar 2014 um 08:44; Natürlich kommen sie dann auch auf dumme Ideen für die sie dann gerade stehen müssen – müssten! Genau ds ist das was Carlos nie gelernt hat, Verantwortung übernehmen für das was er getan hat. Und das lernt man zu Hause, von den Eltern!
      Uebrigens, wenn sie solches Mitleid mit dem armen unverstandenen jungen Mann (mittlerweile 21 J. alt) haben, weshalb bieten sie ihm dann nicht ihre ganz persönliche Hilfe und Unterstützung an und nehmen ihn zu sich. Er wird ihnen unendlich dankbar sein und sich künftig als gutes Mitglied der Gemeinschaft verhalten

  • Naseweis sagt:

    ich denke bei carlos ist hopfen und malz verloren.da wird gross getönt er habe ich in seinem setting „bewährt“ – ja mein gott ich glaube bei einem finanz.aufwand von fast 30’000.– fr. bewährt sich „vermutlic“h jeder jugendliche. da wurde ihm zucker in den a… geblasen bis er zur nase rauskam – bewähren, d.h. etwas ohne belohnung leisten musste er nie.er wurde gepampert und mit einer schutzglocke umgeben.wo und was auch immer er in zukunft leisten muss,er wird versagen weil er nie gelernt hat aus eigener kraft und motivatin etwas zu leisten.da hat man für viel geld ein monster herangezogen

    • Hanne sagt:

      Wie viel Geld bläst du im Monat deinen eigenen Kindern in den A.? Über die Jahre verteilt bis sie 18 sind kommt da ein hübsches Sümmchen zusammen. Geht man davon aus das Carlos das alles nicht hatte oder nur einen Bruchteil von dem, was du deinen Kindern gibst, keinen Trotti, nur Secondhandklamotten, dafür Spiessroutenlauf in der Schule, nie mithalten können beim Taschengeld auf Klassenreisen, Schule und gutbetuchte Kinder können da viele Emotionen wecken, Sehnsüchte und Wünsche. Wenn ihm die Gesellschaft das dann gibt und er sich einfügt, dann wurde er doch gewonnen.

      • Thomas Ruosch sagt:

        Dann wurde er nicht gewonnen, sondern gekauft.
        Das ist auch eine Lösung, ob es sich dabei um eine gute oder schlechte Lösung handelt, kann jeder selbst entscheiden.

      • Sandra sagt:

        @Hanne: Mein Gott er hatte zuwenig Cash der Arme. Wissen Sie eigentlich wie viele Familien oder allein Erziehende am Existenzminimum leben? Einfach lächerlich. Wenn man den Fall Carlos unbedingt an etwas aufhängen will, dann eher an zu wenig Nestwärme oder liebenden Elternhaus (ich kenne da aber die Umstände nicht). Auf jeden Fall nicht am fehlenden Geld. Wie Carlos von den Behörden das Geld in den A…. geblasen wurde, ist höchstens ein Affront den ehrlich, hart arbeitenden jungen Leuten gegenüber, die Ende Monat trotzdem nichts in der Tasche haben. Sie sollten ihr materielles Denken überdenken

      • Naseweis sagt:

        liebe Hanne, da muss ich dich schwer enttäuschen!Als ledige Mutter(1968)hatte ich weder das Geld noch die Gelegenheit meinen Sohn irgend etwas i.d.A. zu blasen!Während seiner Kindheit haben wir nur von meinem Einkommen(ohne Sozialhilfe)gelebt,Tagesmutter musste ich aus eigener Tasche ohne Zustupf einer Inst. bezahlen.m.Secondhandkleidern,ohne Trotti,ganz wenig Taschengeld und mit viel Häme von Mitschülern/Eltern haben wir vieles durchstehen müssen und trotzdem ist aus meinem Sohn ein wertvolles Mitglieder der Gesellschaft und ein wunderbarer Vater geworden.Ich musste auf mein Leben verzichten

  • eleonore sagt:

    bei carlos sieht es schon so aus, als sei da in der kindheit einiges schief gelaufen. Und tatsächlich ist unter den Straftätern die Anzahl menschen, die eine schreckliche Kindheit hatten (Eltern mit Suchtproblemen, verhnachlässigung, keine normale Bindung, Misshandlung, Odyssee durch Institutionen und Pflegefamilien) überproportional gross.

    Zum glück gibt es auch „Resilienz“, und viele Menschen, die eine schreckliche Kindheit hatten werden brave, gesetzestreue Bürger. Aber man legt dem Menschen wirklich eine schwere hypothek in die Wiege, wenn man für Kinder nicht richtig sorgt.

    • Teilzeitpapi sagt:

      Und dann gibt es noch diejenigen, welche die Aggression über das Erleben von nicht wertvoll sein nicht nach aussen, sondern nach innen richten. Einen Hilferuf in Form von Selbstzerstörung absetzen. Was mich über Drogen, Alkoholmissbrauch, Magersucht, Selbstverstümmelungen und die Suizidrate der Schweiz nachdenken lässt. Ja, ich wiederhole mich, aber bitte, bitte, vergesst diese lange Zeit unauffälligen, braven, angepassten Kinder (denn ihre Bedürfnisse und Probleme sind es ja nicht Wert, geäussert zu werden, haben sie gelernt) mit geringem Selbstwertgefühl nicht. Sie leiden genauso. Danke.

    • Naseweis sagt:

      aber ist es nicht so, dass man als mehr oder weniger erwachsneer Mensch für seine Taten eigenverantwortlich ist. Und immer alles auf die Kindheit zu schieben ist einfach nur eine faule asurede.

  • diva sagt:

    im fall carlos ist jetzt sicher zu spät. da wurde jedch früher versäumt, genauer hinzuschauen, was leider noch oft passiert, wenn es nicht um eine alleinerziehnde mutter handelt. bei denen stehen die behörden schnell vor der tür, wenn die kinder auffällig sind. nur so ist ja möglich, dass kinder innerhalb der familie missbraucht werden können. vater, mutter, kind = heile welt? in den wenigsten fällen, würde ich sagen.
    denn es ist auch elternpflicht für sein kinder da zu sein und sie nicht an kirppe und hort zu delegieren und sich selbst zu überlassen.

    • Hanne sagt:

      Krippe und Hort sind häufig eine grossartige Chance für Kinder, wenn das Elternhaus versagt. Denn dort erhalten die Kinder wenigstens Aufmerksamkeit, Anregung und Hilfe bei den schulischen Aufgaben. Meine Kinder hätten sich mega gelangweilt zu Hause, weil ich ihnen gar nicht so viel Spass, Interaktion und Spiel hätte anbieten können, wie sie es Krippe, Kindergarten und Hort erfahren haben. Ich hätte nie diese Ausflüge machen können, nie die ganzen schönen Materialien haben können, hätte nur halb so viele Spiele und Basteleien gewusst. Nur hatte Carlos das vielleicht nicht einmal.

    • Astrid Meier sagt:

      Carlos ist nicht bei einer alleinerziehenden Mutter aufgewachsen. Im Gegenteil zog die Mutter nach Paris und liess das Kind beim Vater. Da er bereits mit 10 erstmals straffällig wurde und seit damals kein regelmässiger Schulbesuch mehr stattfinden konnte, dürften die Ämter schon hingeschaut haben.

  • Muttis Liebling sagt:

    Grundlegende Elternpflicht ist es, das Kind zu eigenem Wohlergehen unter Wahrung der gesellschaftlichen Rolle und Pflichten zu erziehen, wenn es sein muss, auch zu zwingen.
    Wenn, wie in der gestrigen Diskussion die hohe Wert Lernen und Bildung mit Stress assoziiert wird, ist das ebenso Fehlerziehung wie das Einzelsetting für den ‚Carlos‘ genannten jungen Mann Justizversagen ist.
    Eine Gesellschaft muss sich schon mal bemühen, etwas konkretere Erziehungsziele als die oben genannten zu formulieren. Für mich gehört zwingend dazu, dem Kind zu vermitteln, das Ich hintan zu stellen.

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