Muttersein auf dem Land

Eine Carte Blanche von Christine Gerber*.

(Foto: Christine Gerber)

Das Leben auf einem Bauernhof ist sehr abwechslungsreich: Christine Gerber und ihr Hund.

Mein Mann und ich bewirtschaften einen grossen Landwirtschaftsbetrieb. Unsere sechs Kinder haben wir von Anfang an in die täglichen Arbeiten mit einbezogen. Sie sind heute im Alter zwischen 13 und 25 Jahren und uns noch immer eine wichtige Hilfe.

Wir entschieden uns vor elf Jahren gemeinsam mit den Kindern für den Bau einer Pouletmasthalle. Sie ermöglicht uns, den Betrieb wirtschaftlich erfolgreich weiterzuführen. Wir erklärten den Kindern zuvor, dass wir auf alle angewiesen seien, sei es beim Bauen der Halle und später bei der Betreuung und frühmorgens beim Ausstallen der Tiere. Sie haben erkannt, dass man nur zusammen stark ist und etwas Grosses auf die Beine stellen kann. Auch heute, wo alle älter sind, helfen sie uns noch immer bei den Arbeiten. Wir halten in unserem Mastbetrieb 12’000 Hühner.

Unser vierzehnjähriger Sohn hat Freude an den Kühen und melkt sie am Abend selbstständig. Als Kleinkind haben wir ihn während des Melkens im «Sport-Wägeli» in den Milchraum gestellt. Er hat mir vor kurzem gesagt, dass ihm das Geräusch der Melkmaschine sehr vertraut vorkam und dass er diese Zeit im Wägeli genossen habe. Ob er deshalb heute so gerne im Stall hilft?

Ein Höhepunkt für unsere Familie ist das Mosten von Äpfeln, gerade letzte Woche war es wieder so weit. In unserer «Hostet» stehen viele Hochstammobstbäume, die Boskop, Sauergrauech und Mostäpfel tragen. Gemeinsam ernten wir die Früchte. Anschliessend werden sie mit einer Maschine geraffelt und gepresst und es entsteht frischer Apfelsaft. Der Saft schmeckt köstlich!

Ungefähr alle zehn Tage ist bei mir Backtag. Das heisst, dass ich für unseren grossen Haushalt aus zwölf Kilo Mehl Bauernbrot backe. Dafür verwende ich Ruch- und Halbweissmehl, das Brot backe ich in einem Backofen mit Schamotteboden. Ich mag das Backen sehr, es ist für mich eine schöne Abwechslung zu den anderen Tätigkeiten, die ich tagtäglich verrichte. Seit Jahren knete ich den Teig von Hand. Schon oft wurde ich gefragt, ob ich nicht endlich eine Knetmaschine kaufen möchte. Es sei doch ein Krampf, so viel Mehl zu einem Teig zu verarbeiten – und ich könnte es ringer haben. Doch in dieser Sache bin ich etwas altmodisch. Wie gerne knete ich den Brotteig! Das Gefühl ist wunderschön, wenn aus der klebrigen Masse ein schöner geschmeidiger Teig entsteht. Da sind auch unsere Kinder gern dabei und versuchen davon. Das Schönste ist aber, dass ich beim Kneten meinen Gedanken nachhängen kann.

So erinnere ich mich gerne zurück, wie unsere einzige Tochter bereits im Alter von elf Jahren zu ihren zwei kleinen Brüdern schaute. Mit viel Liebe und Fürsorge hat sie die Buben erzogen – als sei sie ihre Mama. Gemeinsam haben sie mir den Tisch gedeckt oder die Blumen gegossen. Manchmal haben sie das Picknick in den Rucksack gepackt und sind über Feldwege zum nahe gelegenen Wald marschiert. Unterwegs haben sie ein Blumensträusschen gepflückt und mir nach Hause gebracht.

Ich habe meiner Tochter in dieser Beziehung viel Vertrauen geschenkt, weil ich bemerkt habe, dass sie das Wesentliche bei mir und meinem Mann abgeschaut hat. Auch für meinen Mann war die Kinderbetreuung immer selbstverständlich. Dadurch habe ich etwas Freiraum gewonnen und so konnte ich mich bereits früh ehrenamtlichen Tätigkeiten widmen. Ich engagierte mich im Vorstand der bernischen Landfrauenvereine, in der Schulkommission und im Sekretariat der Schweizer Kartoffelproduzenten. Auch diese Tätigkeiten sind abwechslungsreich und machen mir Freude.

*Christine Gerber-Weber ist gelernte Kauffrau und diplomierte Bäuerin. Sie ist seit 1987 mit dem Landwirt Niklaus Gerber verheiratet und hat sechs Kinder.

67 Kommentare zu «Muttersein auf dem Land»

  • Robbie sagt:

    @Katrin

    40 Jahre Umgang mit diesem Thema heisst leider nicht, dass alles in Butter ist …ganz im Gegenteil…und darum erwähne ich dies auch im Zusammenhang mit „traditionell“..man sollte hier bereits wieder aufpassen um nicht in neue Klischee`s zu fallen

  • Katrin sagt:

    @Robbie: 40 Jahre? Wirklich? Warum dann noch die ganzen Diskussionen zu diesem Thema, z.B. in diesem Blog?
    In einem gebe ich Dir aber recht: die Bäuerinnen, denen ich in den letzten Jahren begegnet bin, sind weltoffen und innovativ; sonst könnte man vermutlich heute mit Landwirtschaft kein Familieneinkommen mehr erwirtschaften.

    @Eni: die Faust im Sack ist langfristig nie gut, auch wenn man sich den Tag durch nicht so viel. Auch bei Bauernfamilien kann es ‚räblen‘, Themen die selben wie überall.

  • Katrin sagt:

    Das Leben von Familie Gerber, vor welcher ich grosse Hochachtung habe, weckt hier mehrheitlich positive Reaktionen. Frau Gerber hat die Möglichkeit, bei traditioneller Rollenverteilung voll berufstätig zu sein. Dies ist fast allen Frauen unter uns nicht möglich, da wir nicht mehr in einem (vielfach romantisierten?) Agrarstaat, sondern in einer modernen Industriegesellschaft leben. Wir und unsere Partner müssen unsere Rollen in Beruf und Familie neu definieren; jede Familie muss ihren eigenen Weg finden und versuchen zu leben. Der Blick zurück in die Vergangenheit ist hier wenig hilfreich.

    • Robbie sagt:

      Die „neue“ Rollenverteilung in der Familie kann doch auch „romantisiert“ sein ?!

      • Katrin sagt:

        Inwiefern? Bei der Diskussion der Rollenverteilung handelt sich eher um ein heutzutage notwendiges Stück Beziehungsarbeit. Genauso wenig romantisch wie die partnerschaftliche Arbeit auf einem Landwirtschaftsbetrieb. Der Unterschied: Frau Gerber kann sich die traditionelle Rollenverteilung zum Vorbild nehmen, der Rest der Paare, der nicht so lebt, muss die Verteilung für sich selber definieren.

      • Robbie sagt:

        Kennt man die heutige Arbeit der Bäuerinen,weiss man,dass sich eben vieles geändert hat und man eigentlich von „traditionell „kaum mehr sprechen kann. Sie müssen sich genauso neu „definieren“…

        Was die neue Rollenverteilung angeht…d.h. alles was mit Doppelverdiener,Teilzeitarbeit, Krippe…oder gemeinsames Sorgerecht zu tun hat…würde ich jetzt mittlerweile schon eher mit „traditionell “ bezeichnen.( dies spielt sich schon bald 40 Jahre ab…)

      • Eni sagt:

        Der Vorteil einer Beziehung in der Landwirtschaft ist doch, dass man sich miteinander auseinandersetzen muss und bei Meinungsverschiedenheiten nicht einfach die Faust im Sack machen kann. Schliesslich ist man den ganzen Tag zusammen und kann einander nicht aus dem Weg gehen.

  • Luise sagt:

    Wirklich interessant. Sobald die übliche Gender-Streitereien nicht möglich sind, wirds ruhig im Mamablog.

    • Petra sagt:

      Sie sagen es. Luise! Vielleicht sind die verwöhnten Geschöpfe vom ZMV Zürcher Mami-Verein in sich gegangen und haben erkannt, was für ein unnötiges Gejammer sie jeweils von sich geben. Und in sich gehen heisst Ruhe hier… : – )

    • Roshan sagt:

      Es hat mehr mit den immer wiederkehrenden Voten der immer Gleichen ohne wirkliche Auseinandersetzung zu tun.

      Es hier eigentlich wenig zu sagen, ausser, dass unsere Bäuerin ein für sie und ihre Familie passendes Leben erarbeitet hat. Mit Erarbeiten selbstverständlich, dass die ganze Familie am selben Strick zieht.

      Ob es wirklich so ist und war, habe ich mit meiner Frage betreffend Idylle angemerkt.

      Landwirtschaft ist aber kein einfaches Business für eine familiäre Lebensgrundlage. Wer dies wählt, will aber meist nichts anderes mehr, so meine spärliche Erfahrung mit solchen Menschen.

    • Roshan sagt:

      In dem Sinn kann etwas positives, wie sie das hier schilderte, doch auch einfach als Beispiel in Ruhe stehen und wirken gelassen werden.

      Als Anlass zu eigener Nachdenklichkeit finde ich diesen Beitrag eben gut.

  • Robbie sagt:

    Ich finde Landfrauen die echten Powerfrauen ! Sie organisieren sich selber, pendelnd zwischen Familien- und Hofarbeit; sind oft der soziale Ansprechpunkt …und sehen meistens auch noch top-fit aus ! muuhh …ich mag das !

  • Francesca sagt:

    Was zählt, ist innere Zufriedenheit, Harmonie in der Familie. Das ist dieser Familie gelungen. Trotz urbanem Umfeld und Büroarbeit ist dies auch uns gelungen. Die „Kinder“ sind und waren immer in die Arbeiten eingebunden, ganz ohne Handwerk und mitten in der Stadt. Man muss sich aber bewusst sein, dass dies ein Luxus ist, denn die meisten Leute können nicht so leben, sind angestellt, müssen das Haus am Morgen verlassen und kommen abends heim, die Kinder sehen sie tagsüber nicht. Und doch sind auch solche Familien glücklich und leisten viel. Es können nicht alle bauern. …

    • Francesca sagt:

      … Bei den einen besteht der Luxus halt in Land- und Viehbesitz, bei den andern in einem Porsche, Dritten reichen zum Glücklichsein French Nails. Man sollte hier nicht werten.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Francesca:
        es besteht doch wohl ein sehr wesentlicher Unterschied zwischen Porschebesitz und Landwirtschaftsbesitz!!!
        Ich für meinen Teil bin sehr froh um alle Menschen die sich dafür einsetzen unser Land zu bebauen und für einheimische Nahrungsmittel zu sorgen!
        Von diesen Familien profitieren wir als ganze Gesellschaft-
        inwiefern profitiere ich von einem Porschebesitzer? Ausser dass er vielleicht ein bisschen mehr Steuern zahlt,-
        wenn er ehrlich ist?

      • Bruno Menzi sagt:

        Land- und Viehbesitz sind nicht unbedingt Luxus, sondern für einen Landwirt in erster Linie Produktionsmittel und ebenso Bestandteil der Natur. Verbunden mit der Verpflichtung, täglich dafür zu Sorgen und es zu Pflegen, will man seine Lebensgrundlage in der Landwirtschaft nicht leichtfertig kapputt gehen lassen.
        Einen Porsche kann man auch mal ein halbes Jahr in der Garage stehen lassen, da passiert nicht viel. Probieren sie das mal mit einem Tier oder auch einem Stück Kulturland…und „French Nails“? Keine Ahnung, brauche auch keine davon zu haben…

      • Marcos sagt:

        Also ich frage mich manchmal, warum es in der Landwirtschaft nicht mehr Firman (AG’s) gibt. Ich denke in den USA beispielsweise ist man hier weiter.

  • Hermann sagt:

    An dieser Stelle sollte auch einmal ueber die Generation meiner Grosseltern nachgedacht werden. Mein Vater kam 1914 zur Welt, sein Vater musste ins Militaer fuer vier Jahre. Meine Grossmutter war allein mit 6 Kindern, 10 Kuehen, grossen Weizenfeldern und einem grossen Rebberg. Ihre aelteste Tochter schaute zu den Kleinen, und die arme Frau hat sich fast zu tode gekrampft. Ja, so war die Schweiz damals, heute kaum mehr vorstellbar. Deshalb Hut ab vor jener Generation der Schweizer Frauen, die hart im nehmen waren, aber damals kaum beachtet wurden und nicht einmal stimmen durften
    .

  • alam sagt:

    So eine tüchtige Bauersfrau hatte ich auch als Mutter. Nein, das wünsche ich keinem Kind…

  • neni sagt:

    schöner bericht. beeindruckt mich der zusammenhang mit eltern und hof!! keine frage ist auch ein hartes stück arbeit, deshalb brauchts eine gewisse lebenseinstellung und die bereitschaft zu verzichten!!!

  • Eni sagt:

    Schön, ein Leben als Bäuerin habe ich mir immer erträumt, aber leider ist alles anderst gekommen.

  • Maya sagt:

    Wir sind jetzt bei 30 Kommentaren angelangt – zu einer guten Sache. Wenn es über irgend einen unsäglichen Mist geht, ein Luxusproblem von unausgefüllten Dämchen, die dummerweise auch noch „Mami“ sind, quillt die Kommentarspalte über vor Gejammer. Wäre gut, diese Spalte würde auch überquellen. Vor Zustimmung.

  • Luise sagt:

    Es ist natürlich so, dass die Hausfrauen in den Wohnungen und Einfamilienhäusern unter der Last von Putzen, Wäsche zusammenlegen etc. schon SEHR ausgelastet sind. Was soll da eine Bäuerin sagen????

  • Evi sagt:

    Was hier so nostalgisch stimmt, würde 99% aller Städter nach 6 Monaten auf den Keks gehen (sprich: überfordern). Wo bliebe denn da die Selbstverwirklichung, die regelmässige aktive Teilnahme an kulturellen und intellektuellen Angeboten? The pursuit of Happpiness? Vielleicht verwechseln wir globalisierten, urbanen und gebildeten Menschen des 21. Jahrhunderts, dass ein erfülltes Leben nicht gleichzusetzen ist mit der Anhäufung von beliebigen Glücksmomenten (wie z.B. Sinneseindrücke beim Reisen, Sinneseindrücke beim Weintrinken, Opern, Walderlebnisse , „back to the nature“-Gefühlsmomente…)

    • Hansli sagt:

      Die Bauernsfrau führt ihre leben wie sie will und ist dabei glücklich. Das ist nichts anderes als Selbstverwirklichung. Jeder bestimmt selbst was ihn glücklich macht.

      • Werner Meier sagt:

        Mit dem Unterschied, dass die portraitierte Frau offenbar weniger jammert und mehr leistet als das Durchschnittsagglo-Elter.

      • Hansli sagt:

        @Meier Also Bauern jammern immer…

        Wenn die Agglo-Frau auf Karriere aus ist, d.h. Leistung erbringt, dann ist das auch wieder kritisiert.

        Aber klar erbringt die Bäuerin 100 mal mehr Leistung als die Agglo-Hausfrau.

  • Danielle sagt:

    Ist ja im Kleinen besehen alles schön und gut – aber 6! Kinder in unserer übervölkerten Welt ist ein verantwortungsloser Egotrip. Was diese Familie an Ressourcen verbraucht, geht buchstäblich auf keine Kuhhaut. Statt Eigenvermehrung Pflege-/Adoptivkinder – das würde der Welt mehr bringen.

    • Chris Heyduk sagt:

      Ach, und die Städterin, die jede Woche ein neues Täschli kauft und jedes zweite Wochenende in eine andere Stadt fliegt, verbraucht keine Resourcen? Hören Sie mir auf mit diesem Quatsch.

    • aus "Grossfamilie" sagt:

      Das mit den Ressourcen ist ein Witz.
      Angenommen eine Familie mit 2 Kindern lebt in einer 5.5 Zimmer Wohnung, hat 2 Autos, dann dürfte die Familie 11 Zimmer bewohnen, 4 Autos fahren und hätte noch nicht mehr Ressourcen verbraucht.

      Ganz abgesehen davon haben die Kinder Hobbys zu Hause und werden wahrscheinlich nicht einzeln herumgefahren.
      Zudem werden in grösseren Familien die Kleider oft nach getragen. Zudem lernt man dass, das Geld nicht auf Bäumen wächst. Und so viel werden die nicht mehr Essen als andere Kinder:-)

      • Marcos sagt:

        Sorry, das ist falsch gerechnet. Bei dieser Rechnung zählt nicht die relative Zahl, also was man pro Kopf verbraucht, sondern die absolute Zahl, was die Familie insgesamt verbraucht. Und hier schneidet auch in ihrer Rechnung ganz klar und eindeutig die Familie mit wenig Kindern besser ab.
        Zudem – und das ist der Hauptpunkt – wenn die Kinder wiederum Kinder haben usw. die weiter Ressourcen verbrauen.

    • Martin sagt:

      Die Welt ist nicht ueberbevoelkert! Die vilen Resourcen sind nur sehr ungerrecht verteilt!

      • Marcos sagt:

        Also ich sehe das anders. Wenn wir global gesehen mehr Ressourcen verbrauchen als „nachwachsen“ dann sind wir a) inneffizient oder verschwenderisch oder b) es gibt zu viele von uns. Meiner Meinung nach trifft a) und b) zu. Was aber auf jeden Fall klar ist, unsere Ressourcen sind begrenzt. Die Erdbeölkerung kann also unmöglich endlos steigen. Die Geburtenrate ist zwar gesunken und in eingen Ländern unter 2, aber insgesamt ist die Bevölkerungszahl immer noch am steigen. So kann es und wird es irgendwann nicht weitergehen. Aber ich befürchte es wird kein schönes aufwachen geben.

    • Carolina sagt:

      Ich halte es für ein Elend, dass heutzutage einer kinderreichen Familie, die nicht einmal staatliche Unterstützung fordert, Egotrip und Ressoucenverschwendung vorgerechnet wird. Heisst das, es soll eine staatlich festgelegte Kinderoberzahl geben? Heisst das, wir sehen Kinder nicht mehr als unsere Zukunft, sondern nur noch als Zerstörer unserer Zukunft? Mit dieser Art von Wahrnehmung läuft für meine Begriffe etwas grundsätzlich aus dem Ruder. Diese Familie zieht in Eigenverantwortung sechs Kinder gross und dafür sollte man sie respektieren und nicht verdammen.

      • Marcos sagt:

        Ich denke eine Bauernsfamilie wird doch sehr stark subventioniert. Eine Familie in der Stadt kann sich ja kaum 6 Kinder leisten. (Ich bin aber bis zu einem gewissen Grad für Subventionen für Bauern, wenn die Alternative dazu ist dass wir alles importieren. Das aber nur so nebenbei).
        Ich denke, eine globale Begrenzung der Anzahl Kinder wäre sinnvoll auch wenn ich das sehr unschön finde und es auch politisch nicht durchsetzbar ist.

      • Eni sagt:

        Diese Grossfamilie verbraucht sicher weniger Resourcen als eine mittelständische Kleinfamilie welche jährlich Flugreisen unternimmt.

  • Chris Heyduk sagt:

    Ich finde es interessant, dass oftmals in sogenannt „traditionellen Familen“ ein viel gerechteres und partnerschaftliches Leben geführt wird als bei den modernen Städtern. Hier packen beide zu gleichen Teilen an mit den entsprechenden Verantwortungsbereichen. Auch die Kinder sind von klein auf voll eingebunden und lernen Dinge, die sie in einem Hort oder mit einer Nanny nie lernen würden.

    • tina sagt:

      ich nannte die krippe jeweils grossfamilienersatz. die meiner kinder war in einer grossen villa mit bäumen im garten, und hatte eine menge zu bieten, was ich in meiner wohnung, mit meinen mitteln und verhältnissen nicht hätte bieten können. sie halfen beim kochen, putzen, schauten zu einander, hatten ein malatelier, musikinstrumende, töggelikasten und eine werkstatt. meine kinder gingen 9 jahre lang an 2-3 tagen wöchentlich, hatten ihren spass aber lernten auch einiges, was die kleinfamilie nicht bieten kann. das ist nicht zwingend notwendig, aber ich fand es gut für sie

    • Hansli sagt:

      @Heyduk In den Städten packen auch beide an, nur ist das halt im jeweiligen Job. Die Bauernsfrau hier arbeitet schliesslich auch, mit dem einzigen Unterschied das wohnen und arbeiten am gleichen Ort stattfindet. Das ist das Bild einer arbeitenden Frau und entspricht nicht der Hausfrau die nur für ihre Kinder da ist. Diese Frau ist also auf dem Selbtsverwirklichungstripp. Hier werden arbeitende Kinder als positiv dargestellt. Wenn jedoch in der Stadt ein Kind am Abend heimkommt und das Nachtessen vorbereitet für die Eltern. Dann sind das Rabeneltern, die nicht für ihr Kind da ist.

  • plop sagt:

    Danke für diesen Einblick in ihr Leben. Kinder die auf einem Bauernhof aufwachsen dürfen haben ein grosses Glück, immerhin können sie die Arbeit der Eltern miterleben und mithelfen. Das fehlt schon, in der Stadtwohnung und mit Arbeit am Kompi…

    • juerg. sagt:

      ist es ein grosses Glück? Vielleicht sollten die Kinder mal zu Wort kommen. Es ist nicht auszuschliessen das die Kinder auf vieles verzichten müssen..

      • gerber stefan sagt:

        ich bin der älteste der 6 Kinder, wir mussten ja auch nicht jede freie Minute etwas helfen. wir hatten eine sehr schöne Kindheit:-)

      • einfachich sagt:

        Ich bin mit drei Geschwistern auf einem Bauernhof aufgewachsen. Meine Kindheit empfand ich alles andere als schön. Ich hätte viel dafür gegeben, mit anderen „normalen“ Kindern tauschen zu können.

  • think about sagt:

    „…Wir entschieden uns vor elf Jahren gemeinsam mit den Kindern.“
    Schön, konnten die Kinder im Alter von 2-13 jährig schon abschätzen was dies heisst ! 🙂

    • Evi sagt:

      Auch wenn Vorschulkinder bis 6 Jahre noch kein entwickeltes Gefühl für längere Raum-Zeit-Verpflichtungen und damit verbundener Arbeitspflicht haben, so können sie doch entscheiden, ob das, was da vorgeschlagen wird, ihnen grundsätzlich gefällt oder nicht.

  • Georg Ritter sagt:

    Dem Himmel und der Frau Gerber sei Dank für diesen Bericht. Vielen Dank! Überschwänglichen Dank! Endlich mal ein Bericht aus einer anderen Welt als der der Luxusjammertussen aus Zürich, die geifern, weil sie mit ihren Grossradkinderwagen im Café nicht mehr den Durchgang versperren dürfen! Und dann ist der Bericht vielleicht einem oder zwei Lesern, ev. sogar drei oder vier auch eine Anleitung, dass man auch im Stadt- und Vorortleben und in der Blockwohnung die Kinder zu ihrem eigenen Nutzen zur Mithilfe einsetzen kann. Auch ohne Hühnerzucht. Zu tun gibt es immer etwas. Vielen Dank.

    • Luise sagt:

      Leider gibt es in Stadt und Einfamilienhäuschenquartieren zu wenig zu tun. Meine Kinder haben mir oft stundenlang im Garten geholfen. Wir haben dort gemeinsam geschwitzt, gelacht und auch etwa gestritten. Sie wissen heute was es braucht, bis eine Schüssel Salat auf dem Tisch steht oder ein Glas Konfitüre.

      • Georg Ritter sagt:

        Klar, zu wenig zu tun. Wäsche zusammenfalten, Geschirrspüler ein- und ausräumen, Zmorge zubereiten, Bad putzen, Auto staubsaugen, einkaufen, … muss ich Ihnen noch einige weitere Ideen geben?

      • Maya sagt:

        Entschuldigen Sie, Luise, genau Ihre Haltung produziert bequeme, um nicht zu sagen faule, alltagsuntaugliche Kinder. Es gibt auch in einer Vierzimmerwohnung in einem Dreipersonenhaushalt genug zu tun, an dem die Kinder lernen können, dass man einen Beitrag leisten soll. Und kommen Sie mir nicht mit den vielen Hausaufgaben, bitte. Die Kinder der Bäuerin im Artikel haben auch Hausaufgaben…

      • Sportpapi sagt:

        Wir mussten auch viel im Garten helfen. Gefreut darüber haben wir uns aber eher nicht. Gerade weil wir wussten, dass dies eher das Freizeitvernügen der Eltern war, und nicht wie auf dem Bauernhof der Familien-Job.

      • Maya sagt:

        Sportpapi, man kann nicht nur im Garten helfen. Man kann auch, es wird weiter oben gesagt, im Haushalt helfen.

      • Sportpapi sagt:

        @Maya: Wir mussten zu Hause sehr viel helfen. Und waren bis zu einem gewissen Grad auch einsichtig. Immerhin wohnten wir in diesem Haushalt, und die Arbeit musste gemacht werden. Garten ist aber eben etwas anderes.

    • Markus sagt:

      Ich muss Luise recht geben. Die von Ritter aufgezählten Tätigkeiten sind zwar nötig (ok, in meiner Familie gab’s nie ein Auto, also auch kein Autostaubsaugen…), sie können aber niemals die Befriedigung ersetzen, alles Laub zu einem grossen Haufen zusammengerecht zu haben oder den Schnee auf dem Vorplatz weggeschaufelt zu haben. Oder natürlich im Frühling die Beete vorzubereiten, anzupflanzen und dann im Sommer zu ernten.

  • Roshan sagt:

    Ist es wirklich so idyllisch?

    • Beatrice sagt:

      Das habe ich mich auch grad gefragt 🙂 Für mich tönt es nach einem Riesenchrampf, enorm viel Arbeit, Anstrengung und nach Verzicht. Aber – und das ist wohl das Entscheidende – mir scheint diese Frau ist genau da angekommen, wo sie zusammen mit ihrem Mann hin wollte. Sie leben ihren gemeinsamen Traum und dabei geht ihnen die Familie über alles. Sie scheint mit sich und dem ganzen Umfeld im Reinen zu sein. Und wenn jemand so etwas ausstrahlt, dann ist doch das nichts anderes als idyllisch. Oder?

      • Luise sagt:

        Arbeit, Anstrengung und Verzicht scheinen nicht unglücklich zu machen, wenn der Rest stimmt. Langeweile, Nichtstun und irgendwelchen Phantomen nachjagen ermüdet mehr, glaube ich. Und verführt vor allem dazu, sich mit unnützen Dingen zu beschäftigen, z. b. dem Dauerüberwachen der Kinder. Die Bauernkinder von Gerbers dürfen dagegen alleine in den Wald, ohne Helm und ohne Videoüberwachung.

      • Papillon sagt:

        Wenn man sich zusammen mit dem Lebenspartner seinen Traum verwirklichen kann, dann ist das doch das Höchste. Was will man mehr.

    • Claude c. sagt:

      Jein..einerseits ist es idyllisch- jedenfalls als Kind das Spielen in der Natur, im Wald, ohne dauernde Beaufsichtigung. Aber andererseits ist es auch hart, in der Freizeit ständig im Betrieb mithelfen zu müssen. Habe deshalb jeweils meinen Stundenplan gefakt, damit ich mehr Freizeit hatte und mich mehr mit Freunden treffen konnte nach der Schule 😉
      Für mich wäre ein Leben als Bäuerin nie in Frage gekommen.

  • diva sagt:

    uupps. da hat sich der fehlerteufel ein geschlichen: es sollte heissen: …«in nichts NACH STEHT»… sorry 🙂

  • diva sagt:

    abgesehen von der hühnermast, die ich als tierschützerin verurteile, hat diese frau das was ich einen traumjob nenne. ein job der sinn macht und sie steht für mein empfinden einer dieser «spitenmanagerinnnen» die sich im tagi gerne feiern lassen und die uns anderen oft als «vorbild» hingestellt werden, in nichts nacht. im gegenteil. sie hat begriffen, was lebensqualität ist. war richtig schön zu lesen und schön zu wissen, dass es das noch gibt.

    • Peter Steiner sagt:

      Den Traumjob, den Sie sich da vorstellen, beinhaltet sehr viel Arbeit. Aber ja, mal ein geerdeter Bericht aus der realen Welt ohne die üblichen Luxus-Tussi-Mütter-Probleme, wo Kinder nicht zu Prinzen und Prinzessinnen verkommen.

      • Hansli sagt:

        Ja, ein Bericht einer hart arbeitenden Frau die sich selbst auf dem Hof verwirklicht. Wirklich ein Bericht der keine Tussihausfrauen-Luxus-Probleme behandelt.

      • Martin sagt:

        Euere Kommentare gefallen mir!
        .
        Harte Arbeit ist aber nichts fuer Luxus-Tussis mit langen Fingernaegeln.

      • Maila Bühler sagt:

        Na mal wieder toll – die Bauersfrau als Idealbild und die manikürte Bürollistin als Tussi-Feindbild. Da könnte frau genau so gut den Vergleich Bauer – Büroarbeiter anstellen und behaupten, die Männer von heute seine total verweichlicht und arbeiteten nur in Büros weil sie echte, harte Arbeiten scheuten. Zs, zs, zs überlegt mal was ihr schreibt. (Oder als Alternative: heiratet doch einfach nur noch Bauersfrauen, dann müsst ihr euch nicht mehr mit diesen bösen Tussis abgeben!)

  • Luise sagt:

    Liest sich idyllisch. Menschen wie diese Familie sorgen dafür, dass bei den anderen Essen auf den Tisch kommt. Respekt. Wenn so viele Kinder da sind und so viel Arbeit, ist das einzige Problem wohl, dass weder Mutter noch Vater viel Zeit für sich haben. Vielleicht haben sie aber auch ganz einfach weniger Ansprüche und geben sich zufrieden mit dem, das sie haben.

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