Erziehen durch Zuschauen

Eine Carte Blanche von Liliane Minor*

Krippenleiterinnen sollten Kinder vermehrt selbst Spiele entwickeln lassen, statt ihnen zu viel vorzugeben. Bild: Kai Pfaffenbach (Reuters)

Wer ein Kind betreut, sollte es selbst Spiele entwickeln lassen, statt ihm zu viel vorzugeben. Bild: Kai Pfaffenbach (Reuters)

Ich erziehe meine Kinder anders, als es die Generation vor mir tat: Das ist das Mantra fast aller werdenden Eltern. Aber was Hänschen gelernt hat, wird Hans so schnell nicht mehr los. Wir mögen noch so entschlossen sein – im Zweifelsfall greifen wir gern zu den Erziehungsmethoden unserer Eltern. Mir jedenfalls ging es oft so, vor allem, als die Kinder noch kleiner waren. Dann habe ich beispielsweise die keifende Tochter vom brüllenden Sohn getrennt, obwohl ich mir vorgenommen hatte, die Kinder ihre Streitereien austragen zu lassen, so lange kein Blut fliesst. Oder ich habe erfolglos versucht, die beiden zu überzeugen, dass man mit Bauklötzen eine klasse Autogarage bauen kann – obwohl ich und sie wussten, dass eine Bauklotzgarage sofort einstürzt, wenn man ein Auto hineinschiebt. Aber die Bauklötze hatten sie schliesslich von den Grosseltern geschenkt bekommen.

Zu meiner Verteidigung und der aller Eltern kann ich sagen: Wir sind wenigstens keine Profis. Aber erstaunlicherweise sind auch Profis wie Krippenleiterinnen nicht dagegen gefeit, anstelle ihres Fachwissens das anzuwenden, was sie einst von ihren eigenen Eltern erfahren haben. Das zeigen nicht nur Studien, das gaben die Erzieherinnen kürzlich an einem Mediengespräch über Krippenqualität auch selbst zu. Eine erzählte, wie ein kleiner Junge immer wieder versuchte, auf eine Plastik-Autogarage zu klettern. Jedes Mal war der Versuch mit einem klaren «Nein» beendet. Aber nachhaltig war das nie. Der Kleine versuchte es noch und noch.

Die Erlösung brachte ein neues pädagogisches Konzept. Dieses klingt simpel: Die Krippenleiterinnen beobachten jedes Kind in festgelegten Abständen. Ziel ist es, jedem Kind ein Angebot zu machen, das es interessiert. Als die Erzieherinnen in besagter Krippe damit zu arbeiten begannen, wurde ihnen plötzlich bewusst, dass es dem kleinen Jungen gar nicht darum ging, auf genau diese Garage zu steigen. Sondern dass ihm eine Möglichkeit zum Klettern fehlte. Sie stellten ihm eine zu Verfügung – und damit war das Problem gelöst.

Wer Kinder beobachtet, statt einzugreifen, erlebt einen Wertewandel. Das sagen alle Erzieherinnen, die so arbeiten. Sie lassen die Kinder viel häufiger selbst Spiele entwickeln, statt ein vorbereitetes Programm durchzuziehen. Überspitzt formuliert, verändert sich die Rolle der Leiterinnen: Sie werden von Animatorinnen im Vordergrund zu Helferinnen im Hintergrund. «Man wird richtig neugierig auf das, was die Kinder von sich aus tun», sagte eine Leiterin.

Diese Neugier wäre auch vielen Eltern zu wünschen. Zugegeben, das klingt ein bisschen nach antiautoritärer Erziehung und Alt-68er-Groove. Aber es ist wie immer eine Frage der Mischung. Natürlich müssen die Kinder nach wie vor erzogen werden. Aber würden wir öfter versuchen herauszufinden, was unsere Kinder wollen, wir würden uns manche Konflikte ersparen. Etwa jenen um die Frage, ob man mit Bauklötzen spielen muss. Und im besten Fall erginge es uns so wie einer der Krippenleiterinnen, die sagte: «Man bekommt ein unerschütterliches Vertrauen in die Fähigkeit der Kinder, sich selbst zu helfen.»

minor150x150*Liliane Minor ist Redaktorin beim «Tages-Anzeiger». Sie hat zwei Kinder und wohnt im Zürcher Unterland.

49 Kommentare zu «Erziehen durch Zuschauen»

  • Sigrid Günther sagt:

    Emmi Pikler hat das Prinzip des reinen Beobachtens und den würdevollen Umgang mit dem (Klein)-Kind schon 1946 in ihrem eigens gegründeten Säuglingsheim propagiert. Sie ist die Vorreiterin und sollte in allen Kinderkrippen und auch bei allen Tagesmüttern Einzug halten. Dann würden weniger Missverständnisse zwischen dem Erwachsenen und dem Kind entstehen, und es ist auf beiden Seiten eine Bereicherung.
    Ich arbeite seit 4 Jahren als freiberufliche Tagesmutter nach Emmi Piklers Vorgaben, und ich kann nur sagen: Es macht jeden Tag aufs Neue emensen Spass, und ich lerne immer noch dazu(!)

  • Ladybird sagt:

    Es wurde von Jan Rauch erwähnt, dass arbeitende Eltern kaum Zeit zum Beobachten haben und das Problem somit schon vorprogrammiert sei. Ich möchte hiermit sagen, dass es auch die Eltern wie mich und meinen Mann gibt, die beide arbeiten und trotzdem fähig sind ihre Kinder wahrzunehmen inkl. deren Bedürfnissen! Vielmehr ist es das Interesse am eigenen Kind, was die Beobachtung ausmacht und nicht die Zeit wie lange ein Kind beobachtet wird. Also: nicht automatisch sind arbeitende Eltern die schlechteren Beobachter, falls doch sind spätestens ab dem Kindergarten alle Eltern schlechte Beobachter. Gruss

  • Dieser Beitrag zeigt, wie einfach die Lösung sein kann, wenn man einfach dem kindlichen Weg folgt und nicht voraussetzt immer für alles die Patentlösung parat zu haben. Das erfordert, Liebe, Geduld, Selbstvertrauen und Zeit.
    Ich bin Kinder- und Jugendcoach und weiß, wie oft es den Kindern daran Mangelt, dass die Eltern Zeit für sie haben. Düs ist kein Vorwurf, denn die meisten Eltern müssen heute einen Drahtseilakt bewerkstelligen zwischen Familie und Job.

  • Rolf sagt:

    Interessanter Ansatz, aber ist der neu…? So wie hier dargestellt, purzeln sämtliche Kinder irgendwo in ihrer Selbstverwirklichung herum, während eine Betreuerin ein einzelnes Kind beobachtet um zu erahnen, wo gerade dieses Kind Erfüllung finden könnte. Gibt es keine geregelten Abläufe mehr…? Etwas, woran die Kinder sich orientieren können? Meine Kinder hatten wohl beides, waren aber weder glücklicher noch unglücklicher mit der Situation wie andere Kinder. Und manchmal ist ihr Ziel gerade dies, die Grenzen seines reiches auszuloten. Da scheint mir ein ’nein‘ angebracht.
    Und irgendwie hatte ich bisher nicht das Gefühl, dass antiautoritäre Eltern weniger gestresst oder glücklicher sind.
    Meine Kinder (beide Teenager) sehen mich heute als Pol an. Sind gerne in meiner Nähe, kennen ihre ’no Go’s‘ und ihr Spielfeld – das harmoniert eigentlich gut.

  • Frölein Mitens sagt:

    Also mir fielen GOTT SEI DANK kurz nach der Geburt unserer nun 13 M. alten Tochter die Bücher von Emmi Pikler in die Hände und sie waren ein wahrer Segen für unser Haushalt. Unsere Tochter ist eine super ausgeglichene, aktive, zufriedene Bohne, spielt ‚Stundenlang‘ zufrieden, wie es sein sollte. Wir haben sie von Anfang an nie ‚bespielt‘, nie stundenlang herumgetragen, sie in Positionen gezwängt, die sie selber nicht einnehmen bzw. verlassen konnte oder ihr irgendwas ‚beigebracht‘ oder gezeigt wie ein Spielzeug funktioniert. Man merkt den Unterschied gewaltig zu anderen Kindern.

    • Eni sagt:

      Ach ja, Sie sind ja super Mom und machen immer alles richtig was? Nimmt mich wunder wie schnell Sie an Ihre Grenzen gekommen wären, wenn Ihre Tochter ein Schreikind wäre. Vielleicht sollten Sie einfach mal dankbar sein, dass Sie einfach Glück haben, anstatt hier immer die Allwissende zu spielen.

  • Rolf Gehring sagt:

    Den Artikel finde ich so toll und das dahinterstehende Menschenverständnis ebenso. Diese Ansicht vertrete ich seit über
    20 Jahren, oder noch länger.
    Erschütternd ist, dass es versucht wurde, mich zu entmündigen und in die Irrenanstalt , wegen meinen Meinungen zu stecken.
    Dabei wollte ich doch lediglich das vorleben, was in mir ist und herauswollte. Zum grossen teil ist mir dies gelungen.
    Ich sehe es an meinen vier Söhnen.
    Wie sagte mein vater immer: Die ganze Erziehung nützt nix, sie machen einem alles nach!

  • christoph sagt:

    das ist doch Montessori Maria!
    Ihre Methode der Arbeit mit den KIndern
    „Helfe mir das selbst zu thun“

  • eleonore sagt:

    Ich denke, kinder brauchen anregung und einen guten ausgleich zwischen freiheit und angeleitet werden. Nur „machen lassen“ ist nicht für alle Kinder lustig…

  • maia sagt:

    Was für ein Glück ich offenbar hatte: Meine Eltern habe uns Kinder nicht nur in „festgelegten Abständen“ beobachtet! Sie haben mit uns zusammen gelebt, sich für uns interessiert und so auch gemerkt was jedes Einzelne von uns interessiert und uns entsprechend gefördert und gefordert. Das war allerdings vor 68. Genauso haben es meine Geschwister (ich habe leider keine Kinder) auch gemacht. Was ist neu an dem Konzept?

  • Helene sagt:

    Genau! Als Mutter nerve ich mich immer wieder darüber, dass die Kinder überall mit fixfertigem Spielzeug zugemüllt werden – die eigene Kreativität bleibt dabei ziemlich auf der Strecke. Es ist immer klar, was wozu gebraucht werden soll und bei manchen Spielsachen sind sogar die Szenarien vorgegeben (durch Filme etc.). Da lob ich mir z. B. Waldspielgruppen, wo den Kids selbst Ideen kommen können (und SpielgruppenleiterInnen – auch in „indoor“-Spielgruppen, die das fördern)!
    Ich finde, es geht bei diesem Thema nicht ausschliesslich um den Erziehungsstil, sondern auch um das Konsumverhalten.

  • think about sagt:

    Gerade gestern nach dem Abendessen wurde es mir wieder bewusst. Es ist wunderbar seiner Brut zuzusehen. Die Kinder melden sich ab „Darf ich bitte vom Tisch“… und spielen noch etwas miteinander im Wohnzimmer. Rollenspiele, Verstecken, Verkleiden etc… Vom Esstisch beobachte ich die Kids gerne und sehe, wie sich wer unterhalten kann und wie er/sie kommuniziert oder sich durchsetzt. Wo seine/ihre Grenzen sind. Kommt er oder sie nicht alleine weiter oder gibt es mal groben Streit, gehe ich klären dazwischen.

    • think about sagt:

      2/ Kurz motivieren oder gezielt Mut zusprechen ist auch dabei. (Dasselbe Szenario wie auch auf einem Spielplatz, oder in der Badi resp. Badewanne). Ab und zu kommt wiedermal ein Kind zu uns Eltern zum kuscheln und düst wieder davon. Ein Glas Wein in der Hand mach das Ganze noch angenehmer
      Vor dem Schlafengehen wird noch kurz gelesen und ab in die Kiste. Also ziemlich ähnlich wie die Rolle eines Assessors. Meine Frau und ich arbeiten beide und es ist uns bewusst, dass wir die Kinder nicht immer im Auge haben und beobachten können. Kleinkinder noch eher.

      • think about sagt:

        Es ist wichtig, nach einem Krippe Tag sich mit den Betreuerinnen nach Möglichkeit auszutauschen. Sie machen die Beobachtungen in den Tagen unserer Abwesenheiten. Dies erlaubt beiden die Kinder besser einzuschätzen und abzuholen. Was ich mir selber hinter die Ohren schreiben muss ist: Sag den Kinder vermehrt was sich machen dürfen und wo. Nicht ständig, was sie NICHT machen dürfen. Aber je Situation natürlich Grund und Konsequenzen aufzeigen weshalb etwas nicht richtig ist. Das obige lässt sich besser umsetzten, wenn Eltern und all Kinder gesund und ausgeschlafen sind. haha…:-)

      • plop sagt:

        Ja, das sind die schönen Momente en famille. Und ja, der Grundsatz des zusprechen statt verneinen funktioniert meist ziemlich gut (falls wer ein konkretes Beispiel braucht..z.B: Jetzt kannst du den Becher wieder hinstellen, statt: leer den Becher nicht aus… ).
        Schön ist auch das beobachten mehrerer Kinder/Gspänli, je nach alter bleibt man da aber besser ziemlich aufmerksam dabei, was aber äbe auch schön ist.

  • Bernhard sagt:

    1) Sehr interessanter Artikel. Danke. Ich bin auch der Meinung, dass sich viele Konflikte verhindern liessen, wenn die Kinder vor der Intervention der Eltern einfach mal beobachtet würden um zu sehen, wie sich die Situation entwickelt. Das können aus meiner Sicht auch Eltern, die viel arbeiten. Denn irgendwann sind auch diese Eltern mit ihren Kindern zusammen. Selbstverständlich gibt es auch Situationen, in denen ein Beobachten fahrlässig ist (z.B. wenn ein Kind die Strasse ohne zu schauen überqueren möchte etc.).

    • Bernhard sagt:

      2) Oftmals entstehen Konflikte ja, wenn die Wünsche der Eltern nicht mit denjenigen der Kinder im Einklang stehen. Ich frage mich dann jeweils, wie wichtig und dringend es nun ist, meinen Willen durchzusetzen. Kinder lieben das Gefühl „selber“ etwas zu entscheiden oder zu machen. Was ich oftmals einsetze, wenn meine Wünsche nicht durchdringen: Ich gebe der Kleinen zwei Auswahlmöglichkeiten von Dingen, die für mich beide passen. Dann hat sie das Gefühl, selber bestimmt zu haben und „trötzelt“ viel seltener. Beispiel Windel wechseln: Möchtest du sie lieber im Zimmer oder auf dem Sofa wechseln?

  • Sportpapi sagt:

    Mein Sohn wollte übrigens, kaum konnte er stehen, auch immer auf die Plastik-Garage klettern. Obwohl er durchaus ganz viele andere, dafür vorgesehene Klettereinrichtungen nutzen konnte.

  • rabe sagt:

    „Die richtige Mischung macht’s“, da bin ich völlig einverstanden. Was die Episode mit der Krippe betrifft: Wenn da niemand auf die Idee kommt, dem Jungen zu sagen: „Nein, hier nicht raufklettern, aber da drüben kannst du“, dann sind diese Leute schlicht ein bisschen unfähig.

  • Giulietta sagt:

    Wie immer liegt die Wahrheit in der goldenen Mitte und wie richtig gesagt, die Mischung macht’s aus. Lässt man Kinder spielen, dann können sie selbst ihre Kreativität ausleben. Allerdings habe ich auch beobachtet, dass sie nach einer Weile es auch recht gerne haben, wenn Erwachsene mitspielen und Spiele ausdenken. Ich habe so viele Male gehört, „es isch vill lässiger, wenn Du au mitmachsch….“ Sie lieben die Konstante aber auch die Abwechslung. Wenn beides im Gleichgewicht geschieht (was mir leider nicht immer gelingt) dann steht der Harmonie nichts mehr im Weg.

    • Andrea Mordasini, Bern sagt:

      Dieser Meinung bin ich auch, es kommt auf eine gute Mischung an. Ich lasse meine Kinder sehr gerne+oft selber spielen+Erfahrungen sammeln. Dies fördert die Kreativität. Ich greife ein bzw spiele mit ihnen, falls gewünscht+falls nötig. Montessoris „Hilf mir es selbst zu tun“ find ich super. Meistens brauchts bloss ein paar Erklärungen und Anleitungen bis ein Kind etwas – wie zB auf einen Baum klettern und wieder runterkommen – selber kann und will. Empfehlenswert neben den bereits erwähnten Büchern auch Rita Messmers „Ihr Baby kanns“:hhttp://www.weltbild.ch/3/14193307-1/buch/ihr-baby-kanns.html

  • Sportpapi sagt:

    Was für eine Erkenntnis. Als ob dies in unterschiedlichen Varianten nicht schon längst der Trend in der Pädagogik wäre. Mit Auswüchsen, wo es dann eben nicht mehr immer funktioniert, sobald gegebene Lernziele erreicht werden sollten.
    Aber Grundlage war ja dieser Artikel: http://www.tagesanzeiger.ch/wissen/medizin-und-psychologie/Krippen-sind-gut-fuer-die-Psyche/story/29636302. Also: Kinder sollten tun, was sie Lust haben (zu lernen), und nicht was die Gruppe soll. Und sie brauchen eine Erzieherin (nur Frauen?), die Zeit für sie hat. Aber natürlich spricht das nur für die Krippen…

    • Nicole sagt:

      Betreuungsgutscheine…
      …werden dazu führen, dass die Stadt Bern ihre Tarife den privaten anpassen werden muss. Was sich in erster Linie auf den Betreuungsschlüssel auswirken wird. Dieser wurde bereits in den letzten Jahren etwas gekürzt. Sprich mehr Kinder weniger ausgebildetes Personal. So finde ich mich in einem Arbeitsrahmen wieder, der es mir nur noch bedingt ermöglicht pädagogisch zu arbeiten, was mir sehr missfällt. Denn um Kinder lediglich zu hüten, dafür brauch ich keine Ausbildung. Es macht mir keinen Spass mehr so in diesem Metier zu arbeiten! Kpnzept super, Umsetzung unmöglich!

  • Thomas Fischer sagt:

    Frau Minor, danke für Ihren Artikel. Wo finde ich weiterführende Informationen zu diesem Thema?

    • Werner Luginbühl sagt:

      In den Schriften von Emmi Pikler, jener Kleinkinderpädagogin, die das Montessori-Konzept auf die ganz kleinen angewendet hat. Gute Lektüre!

      • lisi sagt:

        Falls Sie noch kleine Kinder haben, ist das Buch von Heidi Maier-Hauser sehr zu empfehlen, es heisst Lieben, Ermutigen, Loslassen. Tolles Buch, da so simpel, tolle Frau. Hatte das Glück sie persönlich kennen zu lernen. Heute hilft mir dieses Basiswissen selbst bei meinen Teenagern noch. Die wichtigste Erkenntnis überhaupt ist der Satz „Hilf mir es selbst zu tun“. Montessori so angewandt ist sehr zu empfehlen.

    • Brigit sagt:

      Herr Fischer, Frau Minor bezieht sich auf das „infans-Konzept“ und „Bildungs- und Lerngeschichten“.

      • Brigit sagt:

        Beides vielversprechende Konzepte, welche zurzeit in der Schweiz in vorschulischen Kindertageseinrichtungen eingeführt werden.

  • juerg. sagt:

    Bin schockiert ab solchen „neuen pädagogischen Konzepten“. Einfaches Basiswissen von Eltern scheint in Krippen zu fehlen..

    • Brunhild Steiner sagt:

      @juerg.:
      einfaches bis einfachstes Basiswissen scheint heutzutage noch an ganz anderen Orten zu fehlen,
      und die Orte, an denen sich wohlklingende Titel tummeln, sind nachdrücklich mitgemeint…

  • Brunhild Steiner sagt:

    Haben von Beginn weg nie „militärisch“ vorgegeben wie mit was zu spielen sei,
    ausser die Objekte seien in destruktiverer Weise zweckentfremdet worden….,
    zu was etwas gedacht worden ist, was die eigentliche Absicht wäre, das schon,
    aber offen gelassen was die Kinder dann daraus machen.
    Schätze mal dass dies die meisten Eltern so handhab(t)en, zumindest wenn sich die Aufmerksamkeit/Zeit auf mehrere Kinder aufteilen muss?

    • juerg. sagt:

      Notwendige kritische Masse an Kindern, um den Freiraum zu haben Kind zu sein?
      ..ob es für die Kinder nicht besser wäre den Schuleintritt so lange wie möglich hinauszuzögern..

  • Thomas Knorra sagt:

    Den geschilderten Ansatz finde ich sehr gut. 🙂

    „Natürlich müssen die Kinder nach wie vor erzogen werden.“ Vielleicht müssen Kinder gar nicht erzogen (zu einem vom Erwachsenen bestimmten Ziel ‚hingezogen‘, notfalls gezerrt), sondern einfach nur in ihrem Wollen und Werden respektiert und begleitet werden.

    @tina: Du gehörst sicherlich nicht dazu 🙂 ,aber leider gibt es doch auch heute noch eine Menge Eltern, die ihre Kinder aus Zeitmangel, Überforderung oder Desinteresse kaum beobachten oder beachten bzw. nur, wenn sie sich in ihrem erwachsenen Zeitvertreib von ihnen gestört fühlen. 🙁

  • tina sagt:

    gibt es irgend jemanden, der sein kind tatsächlich sein kind nicht beobachtet? oder hat irgendjemand sein kind gezwungen mit bauklötzen zu spielen?

    • tina sagt:

      oje. zu früh zum schreiben. da ist ein kind zuviel im text, ich bitte um entschuldigung

      • Norbert sagt:

        Etwas Alltägliches: Ein Kind versucht auf einen Baum zu klettern und schon ist die besorgte Erzieherin/Mutter da, das geht doch nicht, das Kind könnte herunterfallen. Und schon ist es vorbei mit der persönlichen Entwicklung eines Kindes.
        Jahrzehntelang habe ich sowohl in Kindergärten als auch in Schulen beobachtet, sofern denn mal ein Mann vorhanden war, ein Mann geht mit der o.g. Problematik anders um als eine Frau!

      • think about sagt:

        @Norbert. Dies kann gut sein – ist aber nicht die Regel. Es gibt durchaus Männer, welche an Überprotektionismus leiden – und deren Frauen recht easy sind.

    • Jan Rauch sagt:

      guten Morgen Tina
      Wenn beide arbeiten gehen, ist die Zeit und die Möglichkeit nicht da sein Kind beobachten zu können… Dass dann Eltern ihre Kids nicht verstehen können, ist vorprogrammiert.
      Beispiel ist, dass Mutter dem Kind sagt, „wenn ich schon Zeit habe, dann mach doch nicht so ein Theater und nimm Rücksicht auf mich“ (Live erlebt, Mutter ca.35, Kind ca. 3.5jährig).
      Die Tendenz, dass beide gleichzeitig und viel arbeiten gehen, ist Heute (auch ohne finanziellen Zwang) recht weit verbreitet…

      • Silvia sagt:

        Meine Mutter ging nicht arbeiten, war eine stolze Hausfrau und Mutter. Dass sie mich beobachtet hat oder sich um meine Wünsche gekümmert hat, ist mir nicht sonderlich bekannt. Dito meine Schwester, die denkt, sie sei für die Kinder da, dabei ist es eigenlich ein Selbstverwirklichungsprogramm à la „Schaut mal, wie toll ICH bin!“. Arbeitende Mütter oder nicht, dass ist hier gar nicht die Frage, lieber Jan.

      • Trulla sagt:

        Ich habe den Eindruck, dass Rücksichtnahme und Feinfühligkeit werden leider nicht mehr in dem für unsere Gesellschaft eigentlich benötigten Maße gelehrt und „praktiziert“ wird. Und das zeigt sich mir in vielen Situationen. Jeder sollte achtsam sein in seinem eigenen Tun um dem wenigstens ein kleines bisschen entgegen zu setzen.
        Ich wünsche allen einen Guten Morgen und einen schönen Tag!

      • tina sagt:

        das war doch einfach ein schlechter moment. es ist eine absolute luxuslage, wenn nicht beide elternteil erwerbsarbeiten müssen, und auch das war nur in den letzten paar jahrzehnten möglich, in den reichsten ländern der welt, maximal 25% aller eltern. alle anderen sind schlechte eltern, ernsthaft?

      • tina sagt:

        25% der eltern in den reichsten ländern der welt, meinte ich.

      • Jan Rauch sagt:

        Silvia: Doch darum geht es im Sinne von „wer nicht um seine Kids herum ist, da abwesend, kann nicht schauen“. Natürlich ist es auch (leider) so, dass Eltern (obwohl sie um das Kind sein können) nicht schauen. Ich will ja nicht über den Lebens- und Erziehungsstil Anderer urteilen, aber wer Kids hat, sollte aus meiner Sicht die Erziehungsverantwortung tragen…..

      • maru sagt:

        Klar, es ist nicht meine Aufgabe, die Familienplanung anderer zu hinterfragen, dennoch kann ich nicht verstehen, weshalb eigentlich Paare (wenn beide Menschlein arbeiten) Kinder in die Welt setzen, um sie dann – kaum sind sie geboren – in die Obhut der Kita, der Grosseltern oder sonst wem zu geben. Was bitte ist Sinn und Zweck dieses seltsamen Unterfangens? Etwa, dass sie sich bemüssigt fühlen, der grossen weiten Welt zu beweisen, dass sie „es“ auch können?

      • saskia sagt:

        Es wird mir übel, wenn ich diese Aussage lese : Eltern dürfen einem 3.5-jährigen Kind auch mal ihr Gefühlslage mitteilen. Meine Arbeit (80% ohne finanziellen Zwang…) macht mich glücklich, toleranter und offener als manche 100% Mutter.

    • gabi sagt:

      ein Kind darf doch niemal als “ zu viel “ bezeichnet werden…

      😉

      • tina sagt:

        😀 ja stimmt gabi, das sagt man nicht. ich meinte eigentlich, das erste war geplant, das zweite nur ein unfall
        (das ist nur ein witz über meinen verschreiber)

      • maru sagt:

        @gabi: Tina sagte ja nur, dass das Kind im Text „zu viel“ sei. Habt ihr jetzt eigentlich tatsächlich alle eine Schraube locker?

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