Wenn Deutsch eine Fremdsprache ist

Eine Carte Blanche von Muriel Masciave (19)*.

Es braucht mehr Schulmaterial, das auf die individuellen Bedürfnisse der Schülerinnen und Schüler mit fremder Muttersprache angepasst werden kann: Ein Junge besucht in Basel den Deutschunterricht, 30. März 2004. (Keystone/Monika Flückiger)

Rund 1000 Schüler und Schülerinnen ohne oder mit nur wenigen Deutschkenntnissen treten pro Jahr in die Zürcher Volksschule ein. Dies entspricht etwa einem Drittel aller schulpflichtigen Kinder und Jugendlichen. Kinder, für welche die Erstsprache nicht Deutsch ist, brauchen unter guten Bedingungen rund fünf bis sechs Jahre, um die Deutschkompetenz eines gleichaltrigen Kindes zu erlangen. Gute Bedingungen bedeuten in diesem Fall unter anderem, dass die Kinder in nicht allzu grossen Gruppen arbeiten und dass in der Schule eine intensive Betreuung gewährleistet ist.

Da der Leitgedanke der Zürcher Volksschule ist, allen Kindern unabhängig von Alter, Geschlecht und Herkunft die gleichen Chancen zu bieten, muss die Schule die elfjährige Schulzeit optimal nutzen und einen qualitativ hoch stehenden DaZ-Unterricht anbieten (DaZ steht für «Deutsch als Zweitsprache»). Dieser DaZ-Unterricht soll den Kindern helfen, dem regulären Unterricht zu folgen und so Anschluss an die Regelklassen zu finden. Dabei sollen die Lehrpersonen möglichst gut unterstützt werden. Aus diesem Grund erarbeitet das Schulamt derzeit einen so genannten DaZ-Schlüsselbund. Er stellt Lehrpersonen mit Schülern, für die Deutsch eigentlich eine Fremdsprache ist, spezielles Unterrichtsmaterial zur Verfügung, mit dem sie die Schüler und Schülerinnen begleiten und fördern können. Im Rahmen meines Praktikums an der Handelsmittelschule arbeite ich bei diesem Projekt mit.

Seit ich letzten Winter im Schulhaus Auzelg in Zürich eine DaZ-Schulstunde mit fremdsprachigen Kindern besuchten durfte, kann ich mir auch selber viel mehr unter diesem «Deutsch als Zweitsprache» vorstellen. Ich habe dort auch mitbekommen, aus welch schwierigen Verhältnissen diese Kinder manchmal kommen. Es können sogar Kriegsflüchtlinge darunter sein. Bei diesen Kindern sind die Integration und das Lernen der deutschen Sprache noch viel problematischer, da sie traumatisiert sind von all den schlimmen Dingen, die sie schon erlebt haben.

Bei den ausländischen Kindern können die Eltern meistens kaum Deutsch und müssen ausserdem den ganzen Tag arbeiten, um die Familie zu ernähren. Gerade weil die Eltern nicht Deutsch sprechen und den Kindern nicht bei den Hausaufgaben und der Prüfungsvorbereitung helfen können, finde ich es sehr wichtig, dass die Schüler und Schülerinnen in der Schule die nötige Betreuung und Förderung erhalten.

Damit den Lehrpersonen das einfacher gelingt, bietet der DaZ-Schlüssel eine neue Art von Material, die im Baukastenprinzip aufgebaut ist. Das heisst, dass die Lehrpersonen die von uns zur Verfügung gestellten Materialien entweder so nutzen können, wie sie von uns vorgegeben sind, oder sie individuell auf ein Kind anpassen, erweitern oder verändern können, weil ja eben die Kinder ganz unterschiedliche Hintergründe haben.

Konkret gehören zum DaZ-Schlüsselbund diverse ausgedruckte Materialien wie z. B. Karteikarten, mit denen die Kinder die wichtigsten im Grundwortschatz enthaltenen Wörter lernen können. Ein meiner Meinung nach sehr wichtiger Bestandteil der Materialien ist auch ein grosses Wimmelbild. Auf diesem sind fünf verschiedene Szenen abgebildet. Mit dem Wimmelbild rückt das Lernen in den Hintergrund, da es sehr farbig ist und Spass macht – so lernen die Kinder spielend.

Zwar sind schon jetzt einige Lehrmittel für den Deutsch als Zweitsprache-Unterricht auf dem Markt. Jedoch denke ich, dass ein Unterrichtsmaterial wie der DaZ-Schlüsselbund noch fehlt, da die Materialien individuell anpassbar sind und auf das einzelne Kind zugeschnitten werden können.

Ich bin auf jeden Fall sehr stolz, in einem Projekt mitzuwirken, welches ein im Moment so wichtiges Thema aufgreift. Ausserdem finde ich es sehr innovativ von der Stadt Zürich, dass sie ein Projekt finanziert, das vielen Kindern und Jugendlichen helfen soll, Deutsch zu lernen, dabei Spass zu haben und so bei der Integration in die Regelklasse von grossem Nutzen ist. Und ich hoffe, dass der DaZ-Schlüsselbund auch die Lehrpersonen in ihrem Auftrag einen qualitativ hochstehenden Unterricht anzubieten, unterstützen wird.

mbMM*Muriel Masciave macht ein Praktikum beim Schulamt der Stadt Zürich.

155 Kommentare zu «Wenn Deutsch eine Fremdsprache ist»

  • Jenz sagt:

    Den misten ist halt zu viel, es gibt auch solche die gar kein Deutsch lernen wollen! Auserdem ist zu beobachten, das in vielen Geschäft schon viele Sachen auf Türkisch stehen. Sie wollen das der Deutsche andere Sprachen lernt. Um sich in seinem eigenen Land verständigen zu können ! Lg. Jenz

  • Hofmann sagt:

    Meiner Meinung nach sollen zuerst die Eltern in die Pflicht genommen werden. Für mich bedeutet dies, dass alle Eltern zwingend Deutschkurse belegen müssen, sofern sie in der Schweiz leben und auch bei uns bleiben wollen. Aus meiner Erfahrung werden D-Kurse von verschiedenen Organisationen gratis für Migranten durchgeführt.

  • Andy Arbeit sagt:

    Die Ratgeber «Unser Kind – 1. bis 6. Lebensjahr» für fremdsprachige Eltern mit Kindern im Vorschulalter finde ich sehr gut. Sie sind das Ergänzungsangebot zu den bekannten Pro Juventute Elternbriefen die wir kennen. Die einfach lesbaren Publikationen richten sich an Mütter und Väter mit Migrationshintergrund, die über unzureichende Kenntnisse der Regionalsprache verfügen. Eltern werden so mit den wichtigsten Informationen rund um das Aufwachsen des Kindes unterstützt und der Zugang zu Angeboten der Gesundheitsförderung, Beratung, Bildung und wird ihnen erleichtert.

  • starling sagt:

    Die Schweiz kann kein Einwanderungsland sein, mittlerweile ist das vielen klar geworden, die noch vor kurzem emsige Verteidiger der PFZ waren. Die kommenden Abstimmungen werden den Wandel zeigen, endlich! Klassen mit mehr als einem Drittel fremdsprachiger Kinder sind ein Problem, für alle. Auch die hochqualifizierten Einwanderer aus Deutschland wollen ihre Sprösslinge nicht in Schulen geben, wo die meisten Kinder kaum deutsch sprechen und es oft gar nie richtig lernen, weil sie zu wenig Gelegenheit zum Üben haben, jedes Kind spricht wieder ein anderes Chrüsimüsideutsch.

  • Elisabeth Zücker sagt:

    Dieser Beitrag erscheint mir ein bisschen gar einseitig: Bei den Kader-Expats z.B. arbeiten oft nicht beide Elternteile; auch wer nicht deutsch kann, kann seinen Kindern sehr wohl bei den Hausaufgaben helfen und DaZ-Lehrmittel gibt es wie Sand am Meer in allen Qualitäten und zwar seit mindestens den 1960er-Jahren. Wie kann man nur vom Besuch einer einzigen Lektion (also 45 Minuten) auf die grosse weite Welt schliessen! Gut gemeint und sich selbst beschäftigt; nicht ganz das erste Mal in der Stadtverwaltung…

    • Lisi müller sagt:

      Kinder von Kader-Expats gehen wohl auch nicht in eine Schweizer Regelklasse. Somit müssen sich solche Eltern auch nicht mit Hausaufgaben in einer fremden Sprache abmühen. Ausserdem ist es ziemlich daneben, wie Sie das persönliche Engagement einer jungen Praktikantin (welche übrigens zweisprachig aufgewachsen ist) dermassen herabwürdigen!

    • Amélie Müller sagt:

      Nicht deutsch sprechende Kader-Expats schicken ihre Kinder in der Regel auf Kosten des Arbeitgebers in Privatschulen.

  • peter Steiner sagt:

    Ein gutes Projekt. Und doch:Nicht alles kann auf die Schule abgeschoben werden, denke ich. Hier stünden gerade auch die Medien in der Pflicht, und gerade auch das vorliegende Medienhaus. Wieviele unnötige Anglizismen werden verwendet, wieviel schlechtes Deutsch und das gerade in den Gratiszeitungen, die die Jugendlichen konsumieren. Hier liegt sehr viel Potenzial. Tja, wenn wir uns alle etwas an der eigenen Nase nehmen würden, sähe die Welt vielleicht schon besser aus, nicht?

    • alien sagt:

      Anglizismen sind nicht das Problem, in meinen Augen. Das Problem ist die Ausdünnung des Wortschatzes und der stilistischen Vielfalt der deutschen Sprache. Die grösste Zeitung des Landes, 20 Minuten, hat sich in dieser Hinsicht in den letzten Jahren deutlich verbessert, kann aber natürlich noch zulegen. Die einzige Zeitung mit ansehnlichem stilistischen Anspruch hierzulande mit Verbreitung, die NZZ, ist aber thematisch nicht sehr gut lesbar (mir schläft das Gesicht ein beim Lesen).

      • Matter Horn sagt:

        @alien: Wann haben Sie das letzte Mal eine NZZ gelesen? In den letzten 10 Jahren hat sich dieses Blatt optisch mehr gewandelt, als in den 225 Jahren zuvor.

      • alien sagt:

        Wann? Neulich, aber unregelmässig. Aber ehrlich gesagt, das Optische habe ich nicht angesprochen.

  • Francesca sagt:

    Es ist super, wenn Fremdsprachenkinder einen Turbokurs in Deutsch erhalten, ABER: die D-Schweizer Kinder dürfen dabei nicht ausgebremst werden. Was D-Schweizer Kinder heute an Deutsch beherrschen, auch nach der Matur, ist katastrophal. Schuld daran hat auch die neue deutsche Rechtsschreibung. Aber umso wichtiger wäre eine gute und intensive Ausbildung. Das findet derzeit zu wenig statt, zu viele D-Schweizer Kinder erhalten Deutsch als Fremdsprachenunterricht, weil zuviele Fremdsprachenkinder in der Klasse sind.

    • alien sagt:

      Inwiefern vermag die Rechtschreibung die Sprachkompetenz zu beeinflussen? Sehe ich nicht ein.

      • Francesca sagt:

        Es gibt verschiedene Kompetenzlevel. Primär sich im Alltag durchschlagen können ist das eine, dann gibt es verschiedene Stufen bis eben etwa zur Matur, was ja theoretisch die umfangreichste Ausbildung sein sollte. Dort sollte Sprachkompetenz auch im Falle von komplexen Themen vermittelt worden sein, und ohne korrekte Rechtschreibekenntnisse und die Kenntnis der Grammatik wird das Sprachverständnis, das Gefühl für eine Sprache, nicht entwickelt, zumal bei uns Dialekt gesprochen wird. Fehlt das Verständnis, können komplexe Texte nicht verstanden werden, und ein Studium wird schwierig.

    • Chris Schneider sagt:

      In erster Linie sollen auch mal endlich die Eltern in die Pflicht genommen werden. Es kann nicht sein, dass Eltern, welche nicht deutsche können, die ganze Arbeit der Schule, bzw. den Lehrern überlassen. Und ja, solange die deutsch-sprechenden Kinder nicht benachteiligt werden, ist alles ok. Sollte aber ein/e Lehrer/in meinem Sohn einmal sagen, er/sie habe jetzt keine Zeit für seine Fragen, weil die nicht-deutsch sprechenden Kinder nun seine/ihre Aufmekrsamkeit mehr brauchen, dann werde ich mir das sicher nicht gefallen lassen.

  • Esther Krebs sagt:

    An Leonardo: Schweizer KInder lernen extrem viel im Deutsch, wenn sie zusammen mit anderssprachigen Kindern zur Schule gehen . Erklären sie doch einmal auf gutes Deutsch was Heu ist oder ein Chrüsimüsi.
    Zudem ist nachgewiesen, dass zweisprachige Kinder einen Vorteil im Erlernen weiterer Sprachen haben (das haben Hirnforscher rausgefunden). Am besten würden sie ihrem Kind noch Chinesisch lernen. Das ist vermutlich die Sprachhe der Zukunft.

    • gabi sagt:

      Da kriegen Sie jetzt ein ziemliches Gnusch (um ebenfalls einen Helvetismus zu bemühen).

      Ja; zweisprachige Kinder haben einen Riesenvorteil beim Erlernen weiterer Sprachen, da sich ihre Hirnstruktur ganz anders, anspruchsvoller offenbar, vernetzt. Wie von der Wissenschaft nachgewiesen. Richtig.

      Dies bezieht sich auf Kinder, die zwei oder drei Sprachen RICHTIG erlernen, indem Sie sowohl zur Einen wie zur Anderen einen „puren“ Zugang haben. Also zumindest eine, im besseren Falle aber mehrere Personen, welche die Sprache auf einen hohen Niveau beherrschen und über einen Wortschatz verfügen,

      • gabi sagt:

        der das Gespür für Nuancen des Ausdrucks überhaupt erst ermöglicht.

        Dem ist in gemischten Klassen nicht einfach aus Prinzip, weil man sich´s doch so nett vorstellt, so.

        Daher ist Ihr Satz: „Schweizer KInder lernen extrem viel im Deutsch, wenn sie zusammen mit anderssprachigen Kindern zur Schule gehen.“ in so einer plumpen Form Unsinn.

        In einer Altersstufe, wo sie überhaupt erst einmal das Gefühl entwickeln müssen, dass es für ein und dieselbe Tätigkeit oder Sache verschiedene Wörter gibt – die sie selber noch nicht kennen – , welche unterschiedliche Bedeutungen transportieren können,

      • gabi sagt:

        ist es in keiner Weise ein Vorteil, dann noch von x verschiedensprachigen Mitschüler umgeben zu sein, die im besten Falle auch nur jeweils das rudimentärse Wort dafür kennen und die Grammatik der eignen Sprache nicht annähernd perfekt beherrschen.

        Was dagegen ganz klar beobachtet werden kann, in gemischten Schulen, ist die Angleichung an das unterste Level als „Common Ground“. Die Klassen, in welchen dann eben auch die Schüler mit deuschschweizer Eltern nicht mehr fragen: Wo isch s Velo?“, sondern nur noch „Wo isch Velo?“

        Das bringt nicht nur dem Gschpönli, das nicht zu kapieren vermag,

      • gabi sagt:

        dass da überhaupt etwas fehlen könnte, nichts. Es setzt die Fähigkeit des Kindes, dass es eigentlich besser wüsste ebenfalls herab, in dem es seine Hirnstrukturen (und da schliesst sich der Kreis wieder zu den folgen der Hirnentwicklung) noch nicht mal mehr auf etas derart simples, wie das intuitive Erfassen von der-die-das trainieren muss.

        Die Fähigkei zum differenzierten Ausdruck verkümmert. Was dies in weiterer Konsequenz auch für die Fähigkeit überhaupt differenziert zu denken und schliesslich auch für ein Gemeinwesen und eine Politik, die auf das Erfassen von Feinheiten

      • gabi sagt:

        und das Berücksichtigen von Unterschieden ausgerichtet ist, liegt auf der Hand und ist abzusehen.

        Oder aber, man möchte es lieber nicht sehen und keinefalls drüber nachdenken.

        Doch political correctness alleine weder ein gutes Erziehungskonzept, noch kann es als Gesellschaftsmodell betrachtet werden.

    • Hermann sagt:

      Gute Idee, chinesisch im Schweizer Klassenzimmer einführen, besonders nun mit dem Freihandelsabkommen. Dann haben alle endlich eine gemeinsame Sprache, und die Schweizerhirne werden bald die grössten der Welt sein. Wunderbare Vorstellung. Mein Schweizerpass ist eben noch röter geworden vor Freude…..

    • Muttis Liebling sagt:

      @Esther Krebs: Chinesisch, besser Mandarin, ist wahrscheinlich die Sprache der Zukunft. Latinisiert, in pingyin ist es die beste Hintergrundsprache, viel besser als Englisch. Mandarin ist eine Bildsprache, Grammatik braucht man erst für höhere Weihen, normal reicht es, die Silben in der richtigen Reihenfolge zu sprechen und richtig zu betonen,
      Die formale Einfachheit der Sprache bedingt auch die Einfachheit, die Klarheit des Denkens.Chinesen haben eine über 2000- jährige Kultur, die sich bewährt hat. Da kommen wir nicht mit,

    • Amélie Müller sagt:

      @gabi

      Sie haben die Aussage von Esther Krebs zurecht bemängelt, denn man kann nicht per se sagen, dass Mehrsprachigkeit ein Vorteil ist. Nur unter der Bedingung, dass mindestens eine Sprache korrekt und auf altersentsprechendem Niveau kompetent beherrscht wird. Die schlimmste Ausgangslage sind zwei „Halbsprachen“. Da hat ein einsprachiges Kind mit hoher Sprachkompetenz die um Welten besseren Voraussetzungen, weitere Sprachen zu erlernen. Nicht die Anzahl der Sprachen, die man in der Kindheit erlernt, ist entscheidend, sondern die Sprachkompetenz, die sich in weiten Teilen übertragen lässt.

      • Amélie Müller sagt:

        @gabi2

        Aber den zweiten Teil unterschreibe ich nicht. Auch wenn CH-deutsch sprechende Kinder mal Balkan-Slang verwenden, verlernen sie die Sprachstrukturen, die sie in der frühen Kindheit gelernt haben, nicht. Manchmal tun sie das, um dazu zu gehören, manchmal um dem Gegenüber das Verstehen zu erleichtern. Zweiteres ist übrigens ein Zeichen, dass es sich in die andere Person hineinfühlen und reagieren kann. Eine Kompetenz, die beim Erwerb einer Fremdsprache zu Gute kommt. Die Schule übernimmt nur einen Teil der Sprachbildung. Ein Grossteil des Erfolgs liegt am Elternhaus, nicht an der Schule.

      • gabi sagt:

        Sie haben nicht Unrecht.

        Ich allerdings auch nicht ganz:

        Ich darf relativieren: Es ist nicht so, dass ALLE die hin und wieder mal Balkanslang verwenden, deshalb keine Sprachkompetenz hätten. Da haben Sie Recht.

        Für Kinder, die in einem Umfeld aufwachsen, wo nur noch Balkanslang gesprochen wird (und selbst wenn´s die Älteren, die – wie von Ihnen erwähnt – die Sprachkometenz noch hätten, nur zum Spass machen), wirkt sich das allerdings durchaus aus. Und da meine ich eben auch Recht zu haben.

  • irene feldmann sagt:

    sprache ist kultur, und für ferien passt das optimal. im altäglichen leben sich doch damit auseinander zu setzen, ist ein ganz anderer schuh!!!!

  • Hans Schweizer sagt:

    Mir gefällt wie immer die (Symbol)Bildauswahl. Geht es darum, in Presse oder Fernsehen eine Schweizerklasse zu zeigen, sieht man immer ein Bild mit vielen schwarzen und moslemischen (Kopftuch!) Kindern. Journalisten wollen uns damit sagen, dass dies einfach normal sei in einer Multikulti-Welt. Geht es aber darum, Probleme wg. ausländischen Kindern, die nicht deutsch sprechen, zu zeigen, dann wird zu diesem Artikel als Symbolbild eine Klasse gezeigt, die aus lauter weissen Kindern und einem Asiaten (und zwar Fernost, nicht Nahost) besteht. Man merkt die Intention und ist verstimmt…

    • gabi sagt:

      Mongoloid wär irgendwo ein schöner Kompromiss gewesen, was meinen Sie?!

      🙂

    • alien sagt:

      Hm, stimmt, das Beispiel sollte Schule machen. Berichte über die Industrie sollte man mit funkenstiebenden Hochöfen illustrieren, Berichte über Banken mit Dorés Dante-Inferno-Stichen, Berichte über das Bundeshaus mit Mafiabossen beim Spaghettiessen.

    • Chris Schneider sagt:

      Tja, so ist es halt. Medien sind die Instrumente der Politik. Und diese ist leider momentan viel zu weit links angesiedelt.

  • Lisi müller sagt:

    @Muttis Liebling:
    5Tage 8 Stunden pro Tag in die Krippe – nein Danke.

  • Kien sagt:

    „…Erstsprache nicht Deutsch ist, brauchen unter guten Bedingungen rund fünf bis sechs Jahre, um die Deutschkompetenz eines gleichaltrigen Kindes zu erlangen“. Komplett falsch. Bin im alter von 6 Jahren gekommen. Nach einem Jahr hatte ich den Dialekt drauf, nach einem weiteren auch den Rest. Sie unterschaetzen die Lernfaehigkeit bei Kindern. Alle Bekannten, ob Familie oder Mitfluechtlinge schafften dies. Erst diejenigen ab Jugendlichem Alter brauchten laenger, hier trifft es es eher.

    • Liv sagt:

      @Kien: Völlig einverstanden mit Ihnen. Die Aussage „“…Erstsprache nicht Deutsch ist, brauchen unter guten Bedingungen rund fünf bis sechs Jahre, um die Deutschkompetenz eines gleichaltrigen Kindes zu erlangen” stimmt für die Mehrheit der Kinder nicht. Es ist nachgewiesen, dass Kinder eine Intuition für Sprachen haben, so lernen sie die Sprache über das Gehör. Auch ich bin mit 14 zum ersten Mal in die CH gekommen und hatte keine Schwierigkeiten, Deutsch und Dialekt zu lernen (innerhalb eines Jahres). Und ich kenne viele Menschen, denen es ebenso ergangen ist.

    • Petr Kral sagt:

      Bei mir war es auch so. „Gute Bedingungen“ sind in diesem Kontext untaugliche, aber natürlich auf neusten wissenschaftlichen Erkenntnissen basierende Lern- und Lehrmethoden (und somit über jeden Zweifel erhaben), welche die Lernkurve der fremdsprachigen Kinder möglichst flach halten, sie in der sprachlichen Abhängikeit belassen und so das Einkommen der „Fachkräfte“ auf Jahre hinaus sichern.

  • Ja, Hauptsache defizitorientiert argumentieren! Meine beiden zweisprachig aufwachsenden Söhne sind in ihren Klassen als Deutschsprachige in der Minderheit. Unsere Familie empfindet diese Durchmischung als grosse Bereicherung in jeder Hinsicht. Ausserdem ist mir schon oft aufgefallen, dass in solch sprachlich und sozial heterogenen Klassen das zwischenmenschliche Klima um einiges besser ist als in den ach so „normalen“ Schweizer Klassen, die es noch auf dem Land gibt. Dort kämpfen viele Kinder mit anderen Schwierigkeiten; Scheidungen, Misshandlungen, Wohlstandsverwahrlosung, AD(H)S, etc.,…

    • Schildchrötli sagt:

      Das „defizitorientiert“ ist übrigens nicht auf den Ausgangstext, sondern auf manche Kommentare bezogen. Mehrsprachigkeit oder anderer kultureller Hintergrund wird leider in der CH oft als Manko empfunden – insbesondere wenn es sich dabei um Menschen aus dem Balkan handelt.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Schildkrötli:
      was genau ist Ihnen wo genau schon oft aufgefallen?
      Wär mir neu dass sich Problemfelder wie Scheidung, Misshandlung, Wohlstandsverwahrlosung
      und besonders dann noch medizinische Diagnosen!
      aufs „Land“ beschränken und die Städte grossräumig umfahren.
      Und die Schule Ihrer Kinder, laufen da möglicherweise,
      eben gerade aufgrund des hohen Fremdsprachenanteils,
      besondere Unterstützungsmassnahmen? Aufgrund derer das Klima „besser“ ist?

      • Schildchrötli sagt:

        Ich bin auf dem Land aufgewachsen, lebe seit langem in der Stadt und arbeite in einer kleinen Gemeinde, weiss also schon, wovon ich rede. Bei meiner Arbeit erlebe ich viele schwierige Verhältnisse hinter perfekten Fassaden. Ein möglicher Grund für die weniger aggressive Stimmung könnte vielleicht darin liegen, dass man an der Schule meiner Kinder die Vielfalt als Chance begreift, jedes Kind so nimmt, wie es ist und nicht jede Abweichung vom „Normalen“ wegtherapieren will – sage ich als Therapeutin. Die heile Welt existiert nirgends und hat auch noch nie existiert.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Schildchrötli:
        mir fehlt eine ganz entscheidende Antwort,
        existieren an der Schule Ihrer Kinder, aufgrund des höheren Fremdsprachenanteils, spezielle Unterstützungsmassnahmen welchen das „bessere Klima“ zu verdanken ist?

      • Brunhild Steiner sagt:

        2/ und hoffentlich ist Ihnen bewusst, dass „Fassadenbauen“ nicht bloss eine CH-er Landspezialität ist!

  • Christine Schaad Hügli sagt:

    Dass man Deutsch können muss, um dem Unterricht zu folgen, versteht sich von selbst. Aber: welches Deutsch? Hochsprache? Mundart? Wir erwarten selbstverständlich beides und vergessen dabei grosszügig, dass dies für alle Fremdsprachigen eine zusätzliche Hürde darstellt, die andere Länder nicht kennen: In den meisten anderen Ländern wird gleich parliert wie geschrieben. Wären all jene, die empört verlangen, dass Ausländer endlich Deutsch = Mundart+Hochsprache können, in der Lage, dem Unterricht z.B. in Französisch (=Landessprache) zu folgen? Nein? Dann sollten sie ihre Empörung drosseln.

  • marie sagt:

    …okke, dann bin ich mal weg, es nervt nämlich! …nicht nur mich.

    • gabi sagt:

      Kein Problem. Geniessen Sie den Tag.

      Und wenn Sie´s nervt: Tun Sie doch was dagegen.

      (Also… vielleicht mal an nem anderen Punkt ansetzen, als an dem, bei dem´s nicht zu klappen scheint?!)

      😉

      • gabi sagt:

        Sie könnten ja auch das, was Sie als „stalken“ bezeichnen…. einfach mal so stehen lassen?!

        Das wär doch dann ganz im Sinne von WS, oder?!

        Konstruktiv, halt.

        🙂

    • xyxyxy sagt:

      marie – gehst du auch ans MUSE? habe dir ein SMS geschrieben

  • marie sagt:

    gabi lassen sie das stalken! es nervt.

    • gabi sagt:

      Nein.

      Entweder es kommt endlich mal was – es darf gerne auch mal ein Eingeständnis sein! – oder sie lässt diese kindischen Behauptungen von „fundierter Kritik“, wenn sie nicht fähig ist, sich irgend etwas Anderem zu bedienen ausser Sexismus, plumpen Unterstellungen und Verleumdungen und der, immer weinerlicher vorgetragenen, Behauptung „konstruktiv diskutieren zu können“ als Ersatz für ebendies.

      Dann höre ich SOFORT auf. Versprochen.

  • Widerspenstige sagt:

    Liebe MB-Lesende und Mitbloggende

    Wie jedes Jahr am 14. Juni erinnere ich gerne daran, dass 1991 zum ersten Mal in der Geschichte Helvetiens ca. 500’000 Frauen am Frauenstreiktag mitwirkten unter Drohungen ihrer Ehemänner/Partner, Arbeitgeber etc.da nicht mitzuwirken und gefälligst den Haushalt zu machen bzw. am Arbeitsplatz zu bleiben ansonsten die Kündigung bei Fuss folgen würde! Viele Frauen wagten es deshalb nicht, nur die mutigsten scherten sich nicht um die Drohungen u machten mit. Genau solchen Frauen und auch mitwirkenden Männern verdanken wir den ISTzustand! Heissen Dank! 😀 😆

    • gabi sagt:

      Ich erinnere auch gerne daran. Was war das für ein lustiger Tag, als mich – ähnlich engagierte Frauen wie WS – sogar noch fürs Radio interviewt haben (ganz zu schweigen von den vielen Zeitungsartikel, die uns erwähnten) als und eine Freundin (eine Frau!) die Pressemitteilung einer „Männerselbsthilfegruppe“ schweizweit versandten, um zu behaupten, dass eine Frau Diplompsychologin Erdinger am Frauenstreiktag ein Sorgentelefon für überforderte Männer betreuen würde – ein Streikbrecherin also; für überforderte Chauvis, die dann ausgerechnet zur Telefonhotline weinen kämen!

      • gabi sagt:

        Was haben wir gejohlt und gelacht, über die seltsam bewegten Tussen, die uns eine derart offenkundig unlogische Verarschung abnahmen, weil sie sich ausserhalb ihrers Phraseologieuniversums einfach keine andere Welt vorstellen konnten.

        Es ist schön, dass auch über 20 Jahre danach noch ein paar olle Fregatten wie WS übrig geblieben sind, die mit ihrer Weltferne auch heute noch für Heiterkeit sorgen.

        Merci!.

      • Anne sagt:

        jaaa, auch ich erinnere mich gern daran! nur von Drohungen hab ich gar nichts mitbekommen – obwohl ich doch im jugendlichen Wahnsinn ein ganz freches T-Shirt trug „Alle Männer sind Schweine“ – ich lach mich jetzt noch kugelig ab dem Bild, der beiden Schweine, wie sie da lässig am Gatter hängen und diesen Spruch von sich geben.
        Aber so handhabe ich’s auch heute noch – Feminismus ja – aber immer schön locker bleiben….

      • gabi sagt:

        Ach, die Dinge, die sich in WS Vorstellung schon alle zugetragen haben…

        si non è vero, è ben trovato.

        Das hält die auch gerne beim „fundierten Argumentieren“ so. Ist nicht weiter ernst zu nehmen.

      • alien sagt:

        si, gabi, si? „Si“ heisst „man“ (und „sì“ heisst „ja“). Du wolltest „wenn“ sagen, das heisst „se“.

        Nicht sehr fundiert, Deine Italienischkenntnisse.

      • gabi sagt:

        Danke fürs Aufmerksammachen, alien.

        Tatsächlich schätze ich jede Korrektur und jeden Hinweis, der mir Neues (bzw. noch nicht Kapiertes) vermittelt und mich in irgend einer Weise weiter bringt.

        😉

      • gabi sagt:

        … Aber Duzen werde ich Sie dennoch nicht.

        Am Schluss würd Sie sonst noch jemand für nen Freund von mir halten und das wäre mir dann doch sehr peinlich.

      • alien sagt:

        Freund? Naaa. Geistige Leader duzen ihre Unterhunde. DU sagst MIR immer noch SIE. Das ist schon Recht so.

        😀

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Widerspenstige:
      und die ganz ganz Mutigen beharren darauf, dass es bei der Befruchtung gar kein xx oder xy gäbe,
      sondern von Beginn weg immer eine xx-Kombi sei, bei der dann manchmal halt das eine Bein abfällt,
      der Rest zusammenschrumpft und aus dem x somit ein y wird was dann die Entwicklung zum Jungen ermöglicht…

  • Eine Gotte sagt:

    Migration ist ja schön und gut. Es braucht aber Willen von beiden Seiten. Aber dass dann so Auswüchse daraus werden, dass selbst im Kindergarten schon Hochdeutsch gesprochen werden muss, finde ich ziemlich bedenklich. Wann lernen wir am schnellsten und einfachsten? Klar im Kinderalter. Und ich bin der Meinung, ein Kind muss zuerst Schweizerdeutsch lernen, wenn es in der Schweiz lebt.

  • Muttis Liebling sagt:

    Man sollte doch festhalten, dass 98% der hier geborenen Schweizer Deutsch nur rudimentär, ohne jegliches Sprachgefühl, beherrschen. Selbst Berufe wie Rundfunk- oder Fernsehmoderator, Politiker, usw. ermutigen die betreffenden Personen nicht, die deutsche Sprache im vollen Umfang zu erlernen und dann auch so zu benutzen.

    • gabi sagt:

      Das stimmt allerdings auch wieder…

      😀

    • Eine Gotte sagt:

      Naja, da an den meisten Schulen sowieso der Balkan-Slang die „Hauptsprache“ auf den Pausenhöfen ist, ist dies wohl nicht weiter verwunderlich. Selbst die Schweizer ohne jeglichen Migrationshintergrund adaptieren diese Sprache, damit sie dazu gehören. Wenn sich in dieser Hinsicht nichts ändert, wird es nie eine einwandfreies Deutsch- und sogar Schweizerdeutsch geben. Und dass das Schweizerdeutsch selbst in den Kindergärten schon abgeschafft werden soll, tut dann sein übriges.

      • Liv sagt:

        @Gotte: Als ich zur Schule ging, war der Italo-Slang die „Hauptsprache“. Und alle, alle haben den Untergang des Abendlandes vorausgesagt und beschworen … Es wurde gejammert, dass sich die Balken bogen. Aber siehe da, die CH steht, die Schweizer Dialekte sind intakt, wir schreiben immer noch alle noch Deutsch (oder das, was wir dafür halten). Es ist also anzunehmen, dass die Ära des Balkan-Slangs vorübergehen wird, nicht wahr?

    • Widerspenstige sagt:

      Stimmt Mothers Biest! Vorallem gewisse Politiker poltern in einem Slang öffentlich daher, wie wenn sie erst eine Fremsprache – nämlich Hochdeutsch ohne durch breitestes CH-Deutsch geschwängert zu sein – gelernt hätten. Das sind wahrlich keine grossen Vorbilder und sollten sich schön zurückhalten mit Kritik an Fremdsprachigen. Da muss ich dann jeweils nur den Kopf schütteln vor soiviel Gebälk in den eigenen Augen. Wobei bei den öffentlichen Sendern SRF da ein Relaunch mit den ModeratorInnen durchgezogen hat. Sie meinen damit wohl die Sportmoderatoren? 😉

      • gabi sagt:

        Jaja… Das Gebälk in den eignen Augen.

        Bei den Anderen. Immer bei den Anderen.

        Übrigens: Danke, dass Sie sich heute in der Nacht nicht die Schreibfinger gebrochen haben!

        😀

      • Widerspenstige sagt:

        Wir wollen heute artig sein, gabriel, und nicht den Schulbetrieb stören mit Querulantentum, ok?!

      • Carolina sagt:

        /2 dann, wie bei den einheimischen Kindern auch, die Schule zuständig bzw erweiterte Massnahmen, wie sie oben aufgeführt wurden.

        WS/Gabi: man muss nicht vor MLs immer gleichen Anti-Schweizer Reflexen auch noch Kotau machen. Wer weiss, wie grässlich er herumberlinert……

      • gabi sagt:

        Aber das mit den Moeratoren hat halt schon was, Caro.

        Und auf 3sat wird das dann auch noch europaweit vorgeführt.

        Das ist mir dann schon auch unangenehm.

        Wönn isch Andra Meier die Kulturzeit modörierön höre, dann möschte isch misch wirklisch am Liebstön in ein scholldischtes Kömmerlein verziehön.

        Ehrlich.

        Ist mir eine ähnliche Qual, wie wenn man mich zwingen würde das Gesamtwerk von Heino in einem Go durch zu hören.

        Und ein Rätsel, wie man unter diesen Umstönden Moderatorin wird, st´s noch dazu. Ev. gibt´s auch ne Quote für Moderatoren, die der Aussprache nischt mäschtisch sönd?

      • Carolina sagt:

        Gabi, es gibt auch in Deutschland Moderationen mit rollendem fränkischen ‚R‘ oder schwer sächselnd, bei denen mir heiss und kalt wird – wie in England, wenn jemand mit, sagen wir mal, Liverpudlian accent die Zuschauer amüsiert bzw ärgert. Es ist etwas, dass mich an uns und an Leuten wie ML nervt, dieses Peinlichkeitsgefühl, dieses Sich-Heruntermachen, das den Schweizern eigen ist und von den MLs dieser Welt weidlich ausgenutzt wird. Vielfalt ist Vielfalt und ich halte die für eine Bereicherung – mal ganz abgesehen davon, dass unsere Einwanderer von solchen Diskussionen nur träumen können.

      • gabi sagt:

        Also, wenn man die Unfähigkeit den Mund zu As oder zu Es zu öffnen, noch als Lokalkolorit verstanden wissen möchte… Von mir aus.

        Aber ch nur als sch ausprechen zu können, das hat doch härzlisch wenig mit Regionalakzent zu tun, sondern wirklich mit einem Manko, das in den Ohren weh tut.

      • Muttis Liebling sagt:

        Carolina, ich gelte auch in meinen in D veröffentlichten Publikationen aus Sprachpurist und kritisiere überregional Agierende mit lokalem Dialekt. In einem bayrischen Lokalsender können die reden, wei sie wollen, das höre ich eh nicht.
        Von einem Nachrichtensprecher oder Moderator von SRF 4 News, einem öffentlich- rechtlichen Minderheitensender für Leute wie mich, erwarte ich ein gepflegtes Deutsch, in welchem keine Anglizismen vorkommen, das generische Geschlecht korrekt benutzt wird, auch Abkürzungen richtig betont werden und das in einem Sprachduktus, welcher dem Publikum angemessen ist.

      • Carolina sagt:

        Na dann schreiben Sie doch mal an Roger de Weck, ML – er ist sicher begeistert, wenn einer der beiden Hörer von SRF 4 einen, Achtung Anglizismus, Input gibt….. Aber Sie merken schon, ML, dass aller Sprachpurismus bzw Sprachfeingefühl völlig abgehoben und losgelöst sind von einer Realität, in der es vielen Immigranten nicht einmal gelingt, rudimentäres Deutsch zu erlernen. Leider können wir nicht bei Adam und Eva anfangen, sondern müssen uns diesem Problem stellen. Ich sehe Gabis obigen Beitrag als hilfreich an: früher, wie oben berichtet, wurde an Immigranten die Forderung gestellt, unsere

      • Carolina sagt:

        /2 Sprache als Integrationsbeitrag zu erlernen, egal ob Asylant, Flüchtling oder expat. Stellen wir diese Forderung heute überhaupt noch? Oder drängen wir, wie oben von manchen gesagt, heutzutage diese Menschen eher in einer Opferrolle hinein, in der wir nichts mehr von ihnen verlangen dürfen? Mir scheint, es wäre wichtig, unsere diesbezügliche Schonhaltung aufzugeben.

    • Carolina sagt:

      Also hallo! Sprache ist in erster Linie dazu da, sich verständlich zu machen und selber zu verstehen. Es ist sekundär, ob das im Dialekt oder grammatikalisch perfekt geschieht. Solange wir den Politiker, die Moderatorin etc verstehen, ist Kommunikation gelungen. Das gilt auch für Ausländer: diejenigen, die sich die Mühe machen, Deutsch zu lernen, brauchen nicht perfekt zu sein – es reicht erst einmal völlig, dass sie zu Integrationszwecken bereit sind, unsere Sprache (in all ihren Varianten) zu lernen und auch mit ihren Kindern zu sprechen. Für den korrekten schriftlichen Gebrauch ist ja

      • Carolina sagt:

        Sh….. hierhin:

        /2 dann, wie bei den einheimischen Kindern auch, die Schule zuständig bzw erweiterte Massnahmen, wie sie oben aufgeführt wurden.

        WS/Gabi: man muss nicht vor MLs immer gleichen Anti-Schweizer Reflexen auch noch Kotau machen. Wer weiss, wie grässlich er herumberlinert……

      • Widerspenstige sagt:

        Das ist Ihre ganz subjektive Meinung, Carolina, und ich teile diese nur bedingt. Gerade hat sich an der Uni Leipzig der Verdacht erhärtet, dass die schnöde männliche Form in der Sprache sich negativ auf Rollenbilder auswirkt und somit das Gegenteil nun in der Sprache angewendet werden soll: alle männlich geprägten Wörter werden weiblich und somit eine ausgleichende Gerechtigkeit erfolgen. 😀
        Sprache ist weit mehr als reine Verständigungsmöglichkeit, hallo! Da tropft mein sprachsensibles Herz aber gewaltig bei so einer vereinfachenden Sichtweise. ML sprach von CHlern bzw. hier Geschulten.

      • marie sagt:

        Thema Leipzig humorvoll gesehen:
        Für Frauen absolut i.o. wenn sie als Frau Professor angesprochen wird.
        Für Männer ganz schlimm, grosses Entrüsten, wenn diese als Herr Professorin angesprochen werden.
        Also für diese witzige Erkenntnis fand ich dieses Projekt ja durchaus amüsant 😉

      • gabi sagt:

        Ich lach mich scheckig:Sogar noch den Genderrechtsprechmurks hegen, der in alledirektestem Zusammenhang mit einer derart grotesken Peinlichkeit wie „Danke, dass Du dich nicht von Männern unterdrückt fühlst.“ erst so richtig an komödiantischer Fahrt aufnimmt.

        Köstlich.

        Und nie eine Ahnung von irgendwas.

        Und das Abhauen, Weducken, Aussitzen, Leerschweigen oder als harmlos Abwiegeln immer auch noch als „artig bleiben“ etikettieren wollen.

        Bloss leider… Nie irgend was zu Ende denken, geschweige denn begründen können, aber dennoch immer von „fundierter Kritik“ plappern.

        WS – the Rock!

      • Muttis Liebling sagt:

        Sprache ist weit mehr als Verständigung, es ist Voraussetzung und gleichzeitig Konsequenz des Denkens. Wer nicht in der Lage ist, sich sprachlich logisch und artikuliert auszudrücken, dem hapert es auch beim Denken.
        Das merkt man aktual insbesondere an – Stichwort Uni Leipzig – den Schwierigkeiten beim Umgang mit grammatikalischen und generischem Geschlecht.Z.B. ‚Professor‘ ist als Funktionsbezeichnung ein Abstraktum und deshalb generisch sächlich, während ‚Professorin‘ eine weibliche Person, ein Konkretum, bezeichnet.
        Wer sich da fehlausdrückt, offenbart ein Problem im abstrakten Denken.

      • Carolina sagt:

        Vielleicht könnten Sie das mal ausdeutschen, Herr Professorin ML – so heisst das nämlich genderkorrekt lt Uni Leipzig….. Ich habe tatsächlich erst mal, wie marie, an Realsatire gedacht, als ich das gelesen habe. Das brüten diese Leute den ganzen Tag lang aus? Da muss ich jemand, der sich jeden Tag mit wirklichen Problemen herumschlägt, wirklich total vera….t vorkommen (pardon my French).
        Wir reden hier von Menschen, die nicht mal rudimentär unsere Sprache sprechen – über semantische Feinheiten und akademischen Dummsprech kann man sich unterhalten, wenn die Grundlagen da sind…..

      • gabi sagt:

        Halb so schlimm, ML:

        „Wer nicht in der Lage ist, sich sprachlich logisch und artikuliert auszudrücken, dem hapert es auch beim Denken.“

        Macht doch nichts!

        Als Ersatz für diese Fähgikeit, betont man einfach drei, vier Mal mehr, wie fundiert man argumentieren könne. Oder man erklärt diesen Mangel überhaupt zu einer Qualität: Etwa zum Vermögen „ganzheitlicher“ als Andere denken zu können. Oder überhaupt zum Ausdruck „fundierter Kritik“!

        🙂

        Ist doch wirklich ganz einfach!

      • Carolina sagt:

        WS: Es tut mir Leid, bei diesem Thema (Integration durch Sprache von Menschen, die erst einmal die Grundlagen erlernen müssen) klingt es für mich wie Lala-Land, wenn Sie vorbringen, ‚dass die schnöde männliche Form in der Sprache sich negativ auf Rollenbilder auswirkt und somit das Gegenteil nun in der Sprache angewendet werden soll‘ – das sind ‚Probleme‘, die für diejenigen, die Tag für Tag damit beschäftigt sind, Ausländern unsere Sprache beizubringen, höchstwahrscheinlich rein akademisch sind. Uebrigens: mein Sprachgefühl packt das grosse Grausen bei ‚Herr Professorin’…….

      • gabi sagt:

        Caro:

        Ohne es ausdeutschen zu wollen, bevor sich WS comitten würde, hier ausnahmsweise mal eine Diskussion drüber zu führen, anstatt immer nur abzuhauen, wenn´s mit den Phrasen alleine nicht weiter geht…

        Du weisst mit Deinem Hintergrund, weshalb ich mich – gerade auch wegen des Querbezuges zu Genderrechtsprech! – gar nicht mehr einkriege ob diesem ober-oberpeinlichen und entlarvenden “Danke, dass Du Dich als Frau nicht unterdrückt fühlst von Männern” von WS gestern.

        Oder?

      • Carolina sagt:

        Ja, aber es langweilt mich trotzdem – genauso wie mich die merkwürdigen Akademia-Geburten der Uni-Leipzig langweilen (nachdem ich mich eine Weile darüber aufgeregt habe)……

      • gabi sagt:

        Das versteh ich hingegen. Ist ja auch bekloppt langweilig.

        Doch WS merkt´s ja nicht einmal. Und das find ich halt schon die Überhärte… Während sie zugleich bei jeder Gelegenheit ihren „kritschen Geist“ und ihre Fähigkeit „fundiert“ zu kritisieren beweihräuchert.

        Uäh!

      • gabi sagt:

        „sprachsensibles Herz!“

        Den les ich erst jetzt.
        Ein Klassiker!
        Ein paar Running Gags gehen immer!

        😀

    • alien sagt:

      98%? Ich glaube, das ist übertrieben. 97% würde es auch tun. Nein, ich glaube, dass viele Schweizer ganz gut Deutsch können, dass es halt einfach nicht so geschliffen klingt. Das ist Sprachfärbung.

  • Petr Kral sagt:

    Ich kann mich sehr gut erinnern, wie meine Familie 1968 in die CH kam. In der Klasse waren wir 3 Fremdsprachige und ich bin meinem damaligen Primarlehrer noch heute dankbar, wie normal und mit gMV er uns behandelt hat. Er hat aber auch ganz klar gefordert, dass wir möglichst rasch Deutsch lernen. Am Vormittag ging ich in den normalen Unterricht, am Nachmittag war Deutschunterricht. Im darauffolgenden Schuljahr wurde ich wie jeder andere benotet. Die Schonfrist war vorbei. Keine Extrawürste mehr, kein „ach du armer Flüchtling“. Ich selbst wollte so behandelt werden, wie alle anderen auch.

  • Jezebel sagt:

    lt. Gut ist, dass es immer noch solche Ausländer gibt, die ehrlich und fleissig sind. Leider gibt es wie immer auch schwarze Schafe, die das System schamlos ausnützen. Aber ich hoffe, dass die Anständigen auch in Zukunft in der Mehrzahl sein werden. Was die Schulsituation betrifft, bin ich auch nicht so glücklich darüber, dass es so viele Ausländerkinder gibt, die das Niveau senken. Darum senden mein Mann und ich unsere Kinder in eine Privatschule, um dem aus dem Weg zu gehen. So sollte es natürlich nicht sein, aber die heutige Situation lässt keine andere Wahl.

    • xyxyxy sagt:

      ja wir wollen mal hoffen Jezebel dass diese neuen Generationen von Einwanderern den gleichen Weg zurücklegen, wie ihre und ein Teil meiner Familie das gemacht haben.
      Allerdings haben sich die Proportionen zum Teil dermassen verschoben, dass man nicht davon ausgehen darf, dass es heute einfach gleich wie früher läuft. Als ich in die Primarschule ging, hatten wir zwei Ausländer in der Klasse. Im Chindsgi meiner Buben gibt es gerade mal noch 4 Schweizer und die haben alle einen fremdsprachigen Elternteil. Über 50% der Kinder haben alle die Muttersprache wie die Mehrheit unserer Fussball-Nati.

      • Jezebel sagt:

        Ja, ich weiss. Diese Situation finde ich absolut unbefriedigend und bedenklich. Dagegen wird nichts unternommen. Ständig ist die Rede von Integration, Förderung etc. Aber wer schaut denn für die Schweizer kids, die keine Probleme mit Deutsch haben? Wer setzt sich dafür ein, dass die richtig gefördert werden und nicht von Fremdsprachigen gebremst werden? Nur die Eltern natürlich und der einzige Ausweg aus dieser Misere ist die Privatschule.

  • Jezebel sagt:

    Auch ich habe einen Migrationshintergrund. In meiner Kindheit mussten die Ausländerkinder ganz schnell Deutsch lernen. Es gab nichts anderes. Meiner Mutter hatte mit mir stets CH-Deutsch (mit Akzent) gesprochen, weil sie wollte, dass ich mich integriere. Hatte aber schwer zu kämpfen gegen Vorurteile wie Schlüsselkind, Hortkind, geldgierige Eltern(wieso arbeiten denn beide?) etc. Hab’s dann aber doch noch geschafft, ins Gymi zu kommen, zu studieren und bin was Rechtes geworden. Meine Eltern waren dankbar in der Schweiz sein zu dürfen und haben ihr Leben lang hart gearbeitet und Steuern gezah

  • Lehrzeit sagt:

    Ein Problem ist auch, dass die Kinder, welche aus fremdsprachigen Elternhäusern kommen, ausserhalb der Schule kaum je auf Deutsch angesprochen werden oder Gelegenheit haben über verschiedene Themen auf Deutsch Konversation zu betreiben. In der Stadt Zürich wird derzeit das Betreuungsangebot so umgebaut, dass in Grosshorten, an Mittagstischen an denen „wenn möglich“ noch eine erwachsene Person sitzt, Sprachförderung zumindest stark erschwert wird. Schade. Hier wäre ein besserer Betreuungsschlüssel viel wert. Das jetzt eingeführte Modell erschwert die Chancengleichheit wesentlich.

  • Elo sagt:

    zuallererst – wenn man jemandem einredet er sei soooo ein armer und alles sei sooooo schwer, ists kein wunder dass die kinder probleme haben zu lernen etc… wenn ich zu meiner tochter gehe und erkläre „oh das ist schwer“ wird sie davon ausgehen dass es sehr schwer ist weil ich das so sage … wenn ich ihr aber die aufgabe zeige und sage „schau es ist ganz einfach“ geht sie schon viel offener und motivierter an die aufgabe heran.

    Meine eltern sind mit mir auf die philippinen ausgewandert als ich 6j war… Ich hatte dort KEIN englischunterricht und KEIN tagalog unterricht und

    • Elo sagt:

      trotzdem habe ich innerhalb von 6MONATEN genug englisch und tagalog gelernt um dem unterricht zu folgen ..innerhalb von keinen 2 jahren habe ich beide sprachen so gut wie meine muttersprache (französisch) geredet. nicht ganz 4 jahre danach – meine eltern haben sich getrennt und meine mutter hat auf der insel einen deutschschweizer kennengelernt – landete ich in einer deutschsprachigen schule… DA hatte ich deutschuntericht: 6-9 monate später verstand ich genug um dem unterricht zu folgen … wie gesagt : man kann nem kind erklären dass etwas eig ganz einfach it oder eben man kann es ihnen

      • Elo sagt:

        auch einfach nur schwer machen. in einem erziehungsratgeber habe ich mal gelesen: man soll auf probleme oder z.bsp schmerzen beim hinfalle EINEHEN aber ja nicht DRAMATIESIEREN. solange wir den kindern und jugendlichen einreden sie haben probleme eine sprache zu lernen und sich zu integrieren wird es so bleiben.

      • gabi sagt:

        Das gäbs hier im MB noch in einigen anderen Belangen zu erklären.

        Hier gibt´s ein paar Gestalten, die sind geradezu besessen davon, auch noch den unproblematischst-zufriedenen Mitblogern erklären zu müssen, worunter sie gefälligst alle zu leiden hätten!

        Letztentdlich ist das „Probleme“ hochkochen ja grad die Hauptbeschäftigung der Figuren, welche die Welt bei jeder Gelegenheit – apropos Sprache – mit Genderrechtsprech zwangsbeglücken wollen.

  • rabbit sagt:

    Mich würden mal die Folgekosten der Masseneinwanderung auch im Bildungsbereich interessieren. Als autochthoner Arbeitsdepp habe ich die Masseneinwanderung ja nicht bloss mitzufinanzieren und als gut zu befinden, ich habe als Krönung auch noch meine beiden Söhne in mehr oder weniger dysfunktionale Kassen abzustellen um sie als integrationshilfskräfte missbrauchen zu lassen. Wenigstens bin ich nicht in einem der ganz üblen Schulbezirke beheimatet , so dass ich mich damit trösten kann, dass viele andere eingeborene Eltern mit CH-Hintergrund noch übler dran sind…

    • alam sagt:

      Wer als Erwachsener einwandert spart der Schweiz schon mal seine eigene Schulzeit. Es könnte also sogar sein, dass uns Einwanderer trotz Deutschkursen für ihre Kinder billiger kommen, weil die Eltern direkt arbeiten und Steuern und AHV zahlen, und das ist die Mehrheit, auch wenn durch die einseitige Medienberichterstattung der Eindruck entsteht, dass die Mehrheit Asylbewerber und sonstige Sozialschmarotzer seien.

      • Widerspenstige sagt:

        Stimmt alam! Auch die Hochschulabsolventen aus dem Ausland, die anscheinend den CHlern den Job wegnehmen, haben ihre teure Ausbildung im Ausland finanziert erhalten – meist durch ihre Eltern je nach Herkunftsland – und bringen demnach MEHRWERT nach CH. Bei einem Bewerbungsgespräch zeigt es sich, ob man den Anforderungen genügt oder ob man zuwenig qualifiziert wäre.

    • Susanne sagt:

      Nun, als „Halbautochthone“ mit Kindern in Schwamendingen sehe ich keine Probleme mit fremdsprachigen Kindern, sondern damit, dass allen Kindern das Erlernen der deutschen Sprache, insbesondere der Rechtschreibung durch die „moderne“ Schulgebung sehr erschwert wird. Damit werden alle Kinder diskriminiert. Die Schulpflege findet, dass Rechtschreibung nicht so wichtig sei, da ja der Computer eh alles korrigiert… Im Franz und Englisch muss die Rechtschreibung aber stimmen!?!

    • Fuchs sagt:

      Ich weiss wovon Sie schreiben. In der Klasse von meinem Sohn kommen auf 20 Schüler 3 Schweizer (hm, 1/3 …)
      Die Schwachen werden unterstützt, die anderen sich selbst oder den Eltern überlassen. Oder man hat das Geld für eine Privatschule …

    • Cybot sagt:

      Wäre es dir lieber, auf die Einwanderer zu verzichten, und stattdessen deinen Kindern eine Welt zuzumuten, in der auf einen arbeitenden Bürger drei pensionierte kommen? Die Alterspyramide in der Schweiz ist schon schief genug, unter den Schweizern selbst aber noch viel extremer.

      • Stefan Baumgartner sagt:

        Und Sie haben das Gefühl diese Pyramide kann endlos in den Himmel wachsen? Der Aufprall kommt und er wird ganz bestimmt nicht einfacher!

  • gabi sagt:

    Mir fällt auf, wie oft ich im Zusammenhang mit Integrationsschwierigkeiten von Traumata lese.

    Ich geniesse das mit grosser Vorsicht. Nicht, dass ich die Gewichtigkeit eines Traumas bestreiten möchte, aber diese Verknüpfung zu Integrationsschwierigkeiten wird langsam zu einer vorauseilenden Entschuldigung.

    Meine Familie hat selber einen Flüchtlingshintergrund. Der Krieg, die Gefahr, die Bedrohung, auch Gefangenschaft und unmennschliche Behandlung, hat bei Generationen von Verzweifelten tiefe Spuren hinterlassen, die den Weg in den sicheren Hafen Schweiz gefunden hatten.

    Aus genau diesem

    • gabi sagt:

      Bewusstsein heraus haben Sie sich integrieren wollen. Aus dem Wissen, wie weit es in jener anderen Welt, der sie entflohen sind, kommen konnte, wollten Sie sich umso mehr in das Gemeinwesen eines Staates einfügen, das Menschen keine derartigen Traumata aufbürdete.
      Ich habe Freunde, deren Eltern bewusst ch-deutsch mit ihren Kindern sprachen, obwohl sie es selber nicht korrekt beherrschten.
      Ein Trauma ist nicht einfach eine Entschuldigung, sich nicht anpassen zu müssen, sondern kann im Gegenteil gerade ein Ansporn dazu sein.

      Aber eben… Bedingungen dafür ist und bleibt natürlich,

      • gabi sagt:

        dass die Chancen und Möglchkeiten (also auch die schulischen für die Kids!) überhaupt anerkannt und geschätzt werden.

        Überhaupt nicht funktionieren kann es dagegen mit Immigranten, die zwar ins Land kommen, dann aber nur damit beschäftigt sind, sich selber der Überlegenheit des Landes / der Nationalität / der Religion zu versichern, in welchem sie offenbar nicht länger bleiben konnten.

        Ich bitte im Zusammenhang mit „Trauma“ daher um etwas mehr Aufmerksamkeit.

      • gabi sagt:

        Öh… Keine Ahnung, warum ich das „sie“ immer gross geschrieben habe. Sorry.

      • gabi sagt:

        Und die Anderen, die „Traumalosen“, die so leichtfertig „Wirtschaftsflüchtlinge“ genannt werden, haben natürlich erst recht die Pflicht, dafür zu sorgen, dass ihre Kinder die Sprache beherrschen und ihnen dadurch kein Nachteil erwächst. Diese Pflicht kann nicht leichtfertig an Andere delegiert werden, doch ist zugliech zu sehen, dass gerade jene, die für die niedrigsten Arbeiten, für die sich die Schweizer längst zu fein sind, ins Land kommen, natürlich nicht dieselben Möglichkeiten dazu haben. Sei es finanziell, sei es überhaupt von der Zeit her, sei es, dass sie selbst ihre eigene Sprache

      • gabi sagt:

        nur auf einem extrem rudimentären Niveau beherrschen (was ja in Wirklichkeit der Ursprung des Balkanslang ist).

        Den Kindern dieser Eltern muss natürlich geholfen werden und sämtliche sinnvollen Massnahmen dazu sind begrüssenswert!

    • Carolina sagt:

      Auch wenn es schon fast peinlich wirkt: dem schliesse ich mich an! 😉

      • gabi sagt:

        Danke, dass Du Dich nicht von mir eingenommen fühlst.

      • Eni sagt:

        Kann mich dem nur anschliessen. Für schlechtes Benehmen gibt es keine Entschuldigung, schliesslich gibt es auch traumatistierte Menschen aus Nationen die nicht ständig nur Ärger machen und die Schmusepolitik der Schweiz ausnützen.

  • Brunhild Steiner sagt:

    In einem weiteren Schritt bräuchte es ein Obligatorium für Fremdsprachige vor Kiga-eintritt, eine „Sprachlern“-Krippe, Spielgruppe oder was auch immer zu besuchen. Und ich wünschte mir dass Fremdsprachige grundsätzlich verpflichtet wären die hiesige Landessprache zu lernen.
    Wir ziehen auch nicht ins Ausland mit der Erwartung „dass die dort dann schon irgendwie zu uns und unsren Kindern schauen werden“. Mir gefällt das Projekt von „Kulturvermittlern“ um einem sich Abschotten-können entgegenzuwirken.

  • Esther Krebs sagt:

    Als Schulleiterin und selber DaZ-unterrichtende Lehrperson seit über 20 Jahren freue ich mich sehr auf DaZ-Schlüsselbund. Gerade, weil man es den unterschiedlichen Bedürfnissen und Niveaus der Kinder anpassen kann. Auch in Klassen mit nur 1 oder 2 deutschsprachigen Kindern ist es möglich rasch auf ein gutes Deutschniveau zu kommen. Kinder sind sehr lernbereit.
    Danke allen Entwicklerinnen von DaZ-Schlüsselbund!

    • Leonardo sagt:

      Aber was bedeuten „rasch“ und „gutes Niveau“? Und was wird aus den 1 oder 2 deutschsprachigen Kindern? Machen diese die gleichen Fortschritte wie Kinder in einer Klasse mit nur 1 oder 2 fremdsprachigen?

      Ganz ehrlich: mich interessiert (was den künftigen Schulalltag meiner Kinder angeht) nur am Rande, ob die fremdsprachigen Kinder ihr deutsch verbessern. Mich interessieren der Lernfortschritt meiner Kinder und der Einfluss, den die fremdsprachigen Kinder auf diesen Fortschritt im Vergleich zu einer weniger „durchmischten“ Klasse haben.

      • marcel meier sagt:

        Leonaedo
        Seien Sie doch ein wenig positiv.
        Mein Sohn ist in der vierten Klasse. In seiner Klasse haben über die Hälfte seiner Mitschüler fremsprachige Eltern.
        Sein Deutsch ist gut. Was ich fragwürdig finde ist der Englischunterricht. Die paar Worte die er in den letzten zwei Jahren gelernt hat, haben ihm meiner Meinung nach nicht viel gebracht ausser einer guten Note. In der fünften Klasse beginnt dann noch der Französischunterricht. Ich fände es sinnvoller erst mal eine Sprache richtig zu lernen als drei Sprachen so halbpatzig. Ach und ja, lesen lesen lesen von mir aus auch Mickey Mouse

      • alien sagt:

        Hm, also „halbbatzig“ schreibst Du schon einmal ziemlich halbbatzig.

  • Monique sagt:

    In der Klasse meiner Tochter gibt es 10 Nationen. Da sind 2 Expats dabei,, solche die erst vor kurzem in die CH gekommen sind und 3. Generationsimmigranten, welche aber in Spanisch oder Italienisch aufgewachsen sind. Unsere Schule profitiert vom ganzen QUIMS (Qualität in multikulturesllen Schulen) Angebot inkl. guter DAZ Strukturen. Meine Erfahrung ist sehr positiv. Die Gründe für den guten Schulbetrieb und das gute Leistungsniveau sind sicher die Strukturen – aber vor allem die gute soziale Durchmischung. Es braucht unbedingt genug Kinder in einer Klasse mit gutem Sprachhintergrund.

  • Einzelkind sagt:

    Schön und gut, aber letztendlich alles nur Symptombekämpfung. Gute Bedingungen für das rasche Erlernen der deutschen Sprache wären gegeben, wenn es sich bei fremdsprachigen Kindern um eine absolute Minderheit handeln würde. In meiner damaligen Primarschulklasse hatten wir unter 27 Schülern EINEN Türken und EINEN Tessiner. Beide beherrschten bereits in der 2. Klasse einwandfreies Deutsch. Dazu benötigte es keinerlei Zusatzbetreuung oder besonders geschulte Lehrkräfte…

    • Andreas Obrist sagt:

      Wenn ich lese, dass ein Drittel der Schüler fremdsprachig sind… dann frage ich mich noch wieviele der nicht fremdsprachigen Kinder trotzdem migrationshintergrund haben. Da kommt mir Sarazin in den Sinn.

      • Lehrzeit sagt:

        Wieso? Sarazin hatte kein Problem mit deutschen Migranten. Und diejenigen, welche nicht fremdsprachig sind, sind entweder Deutsche oder …. Aargauer…?

    • Theo Nötzli sagt:

      Wir kommen aus dem multikuli-dilemma so schnell nicht mehr raus: in klassen, in welchen die fremdsprachigen in überzahl sind, muss man sich nämlich bereits die spezielle unterstützung/förderung der deutschsprachigen überlegen! Auch politisch funktioniert mulitkulti nur, wo es einen starken obrigkeitsstaat gibt (Helmut Schmidt), z.b. in Singapore. Mit demokratie lässt sich sowas schwer vereinbaren – und wenn, dann vielleicht nur auf ganz lange sicht (Helmut Schmidt). Da gibt es nichts hinzuzufügen.

    • gabi sagt:

      Logisch. Eigentlich.

    • Widerspenstige sagt:

      Wieso wollen denn CH-Familien nicht mehr Kinder auf die Welt stellen? Wo sind die Gründe zu suchen, damit mehr CH-Kinder in den Klassen sitzen??
      Wer hat denn den Familienartikel nicht annehmen wollen und somit eine weitere strukturelle Basis verhindert, dass eine Familie den Spagat zwischen Beruf und Kind besser unter einen Hut bringen könnte? Wer Anreize für mehr Kinder aus CH-Familien mutwillig verhindert bei solchen Brückeninitiativen wie der Familienartikel, muss sich über eine Multi-kultination nicht aufregen wollen. Die Folgen sind gravierend genau wegen solchen Scheuklappendenkern.

      • Philipp M. Rittermann sagt:

        na ja. wer will schon kinder mit unseren frauen….?! 😉

      • Einzelkind sagt:

        Man kann es so oft wiederholen wie man will: das allerletzte was wir brauchen sind noch mehr Leute in unserem Land bzw. auf der Welt! Mein Lösungsansatz für ein ausgeglicheneres Verhältnis wäre viel eher, den Ausländeranteil zu drosseln. Rigorose Zuwanderungspolitik betreiben, Grenzen sichern, Attraktivität für Zuwanderer drastisch reduzieren, keine Kompromisse für Sans-Papiers, etc.

      • gabi sagt:

        AHV mit Aktienspekulation auf Wachstum…äh… woanders halt… bezahlen.

        Super Idee!

      • Auguste sagt:

        hmm…, ein einzelkind protestiert gegen mehr leute – natürlich. auch das mit der reduktion der attraktivität der schweiz wäre für eine tourismus-destination, wie wir es sind, vielleicht eher kontraproduktiv. und ist ein dasein ohne papiere nicht schon kompromisslos genug und meistens trostlos dazu?

        gegen einen kühlen kopf hilft eine svp-mütze, aber wie wärmt man kalte herzen?

        youtube: dan seals – bordertown

      • Jack Stoffel sagt:

        @ Einzelkind: Was wir ganz sicher nicht brauchen und noch nie gebraucht haben, sind Ausländer-raus-Sprüche. Mein Lösungsansatz wäre eher, den Fremdenhasseranteil rigoros zu drosseln. – Liebe Ausländerfeinde; ich hab euch seit Jahrzehnten dermassen satt! Ihr wisst ganz genau, dass sich die Immigration in Europa auf lange Sicht nicht wird aufhalten lassen. Diese fremden Menschen kommen nun mal zu uns, ob nun früher oder später, legal oder illegal, obs euch passt oder nicht. Lasst euch doch ausnahmsweise mal etwas Konstruktives einfallen!

      • Einzelkind sagt:

        Sie verstehen alle gar nichts, oder? Wer heute noch ernsthaft behauptet, die wachsende Überpopulation wäre nicht das grösste Problem überhaupt, der ist doch nicht ganz dicht!?!
        Mit zu senkender Attraktivität meinte ich doch nicht gegenüber Touristen! Sondern gegenüber unerwünschten Elementen wie dem ganzen ****** aus Nordafrika oder dem Balkan!
        Die Bezeichnung Rassist nehme ich mittlerweile als Kompliment auf, das sage ich Ihnen offen und ehrlich.

      • U. Knecht sagt:

        ek +1

      • Jack Stoffel sagt:

        @ Einzelkind: Das wars dann. Mit Rassisten diskutiere ich nicht. Und tschüss.

    • gabi sagt:

      Test

      Danke, dass Sie sich nicht vom schönen Wetter ermattet fühlen.

    • Manuela Spinello sagt:

      Bei unserer Tochter ist’s genau umgekehrt. Sie ist unter 29 Erstklässlern die einzige, die zu Hause Schweizerdeutsch spricht. – Und notabene: Mein Mann und ich sind beide eingebürgerte Secondos! – Was mich beunruhigt ist, dass unsere Tochter mit Ausdrücken nach Hause kommt, die in weissichwasfür Sprachen sind. Und einen Slang sprich, den wir nicht goutieren. – Wir ziehen in Betracht, umzuziehen oder eine Privatschule zu suchen. – Die Zustände sind unhaltbar!!

    • Cybot sagt:

      Dann fangt doch an, mehr Kinder zu kriegen. Das wäre Ursachenbekämpfung. ALLES andere ist nur Symptombekämpfung.

      • Manuela Spinello sagt:

        Wir hätten gerne mehr Kinder. – Bezahlst Du die Kosten, Cybot??

      • Muttis Liebling sagt:

        Darum dreht sich tatsächlch (fast) alles. Bei einer kumulativen Fertiliät von 2.1 und einem entsprechend angepassten Bildungsangebot bräuchte CH keine ausländischen Fachkräfte zu importieren, der Anteil schweizerischer Kinder in den Schulen, bzw. schweizerischer Angestellten in den Firmen wäre deutlich höher und die Wohnbevölkerung würde nur um den Anteil der steigenden Lebenserwartung und der wenigen anerkannten Asylanten wachsen.
        Aber wer zu faul und vor allem zu hedonistisch zum Kinderkriegen ist, der muss sein verzogenes Einzelkind eben neben Ali und Konsorten auf die Schulbank setzen.

      • Leonardo sagt:

        An mir/uns liegt es nicht – für das dritte Kind schaffen wir gerade Platz…

      • Muttis Liebling sagt:

        @Manuela Spinello: Das im reichsten Land der Welt ausgerechnet immer (Kinder, Gesundheitswesen, SBB, usw.) zuallererst die Kosten benannt werden, hat schon den Charakter einer Zwangsneurose.
        Ausserdem, Ihr seid doch stolz auf Eure Demokratie. Warum duldet Ihr denn, dass die Kinderbetreuung gegen jede Moral und Logik markwirtschaftlich organisert ist? Meine beiden berliner Enkel haben einen Krippenplatz, der 5 Tage und 8 Stunden am Tag symbolische 100 Euro/ Monat kostet obwohl Berlin pleite ist.
        Krippe/ Kindergarten sind doch keine Ware, die kostendeckend vergütet werden muss.

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