Angst frisst Mutter

Mütter machen sich Sorgen.

Sich zu sorgen ist normal. Zu viel Sorge kann einschränken: Ängstliche Frau. (Symbolbild)

Mütter machen sich Sorgen. Ein Mutterleben lang. Von der Befruchtung bis zur Himmelfahrt oder wohin es auch immer gehen mag, wenn wir hier fertig sind. Entwickelt sich das Kind im Bauch normal? Atmet es noch, wenn es mucksmäuschenstill in seinem Bettchen schläft? Verschluckt es sich auch nicht an einem Legostein? Fällt es vom Baum? Kommt es sicher auf die andere Strassenseite? Hat es gute Freunde? Ist es gut in der Schule? Verliebt es sich womöglich in einen unwürdigen Herzensbrecher? Hat es einen bösen Chef und schuftet sich in ein Burn-out? Diese Litanei der inneren Besorgnis dauert an und an und an, selbst dann, wenn «es» schon lange kein «es» mehr ist.

Schon klar, das ist total normal. Es ist sogar normaler als je zuvor. Abnormal normal, sozusagen. Debatten über eine überbesorgte Generation von Eltern füllen die Presse von Regenbogenblatt bis Wissenschaftsmagazin. Der Begriff der Helikopter-Eltern rotiert über unseren Köpfen und wir wissen: Wir sind viel zu ängstlich. Und das schadet den Kindern. Die sollten besser wieder Baumhütten zimmern, allein im Dunkeln Detektiv spielen, sich ungestört verprügeln dürfen auf dem Heimweg und sonstiges Verbotenes ausprobieren, ohne dass wir ihnen dabei ständig in den Nacken atmen. So viel haben wir verstanden. Angst ist normal. Aber haben sollen wir sie trotzdem nicht.

Und damit es auch so richtig komplex wird, gelten wir rasch als verantwortungslos, wenn wir unsere Kinder tatsächlich unbesorgt frei herumtollen lassen. Oder nicht stets präzise wissen, wann sie nach Hause kommen, ihnen kein Handy mitgeben, ihnen gar einen Schlüssel um den Hals hängen oder sie nicht ins Gymi befördern.

Mit diesem Salat an Widersprüchen und Sorgen müssen wir leben. Das ist auch nicht sonderlich dramatisch. Genauso wie mit der angeborenen Angst der Mütter, die ja eigentlich durchaus sinnvoll ist. Sie zwingt uns, uns stets mit vollem Einsatz für unseren Nachwuchs einzusetzen und Unheil möglichst vorauszusehen und zu verhindern. Das Problem an der Sache ist, dass wir nun mal nur sehr bedingt Einfluss auf den Lauf der Dinge haben. Auch wird die Welt in ein immer bedrohlicheres Licht gerückt, weil fast alles als potenziell bedrohlich eingestuft wird. Erdnüsse, Stofftieraugen, Zitronensäure, Zebrastreifen, das Internet etc. Und das, obwohl das Leben in unseren Breitengraden viel sicherer geworden ist. Diese Welt-Angst überträgt sich auf unsere Kinder. Auch das ist meist keine Tragödie, nur ein unbequemes und eigentlich unnötiges Korsett.

Richtig ernst wird es erst, wenn die Angst zur Krankheit wird. Und das ist keineswegs selten. Je nach Erhebung leidet jeder Fünfte im Lauf seines Lebens an einer Angststörung, Frauen sind doppelt so oft betroffen wie Männer. Und damit gibt es viele Mütter, die nicht nur einfach mit mütterlicher Sorge fertig werden müssen, sondern darüber hinaus in pathologischem Ausmass darunter leiden, dass das Leben eben nicht kontrollierbar ist.

Die Folgen reichen von Vermeidungsverhalten bis zu regelrechten Panikstörungen. Zu den eigentlichen Ängsten kommt die Sorge, den Kindern mit der eigenen Angst grad doppelt zu schaden, ihnen das Urvertrauen zu nehmen, das sie doch so dringend brauchen. Willkommen im Teufelskreis. Heisse Tipps und wohlmeinende Beschwichtigungen nützen hier leider kaum mehr, oft machen sie alles noch schlimmer, in dem sie das schlechte Gewissen füttern.

Gut zumindest, das man heute viel weiss über Angststörungen und ihre Therapie und dass sie ernstgenommen werden. Denn je früher sie behandelt werden, um so besser. Aber dafür müssen sie erst mal diagnostiziert werden. Und das wiederum bedingt, dass man sich eingesteht, dass etwas nicht stimmt. Nicht ganz einfach. Schliesslich ist Angst uncool, im wahrsten Sinn des Wortes. Und manchmal eine Krankheit. Dazu zu stehen bedeutet, zu der eigenen Schwäche zu stehen. Wer tut das schon gern? In der Überzeugung, dass es trotzdem wichtig ist, das Thema endlich aus dem Halbschatten zu holen, habe ich nach langem Hin und Her beschlossen, hier genau das zu tun: dazu zu stehen, dass ich eine Mutter mit übermässiger Angst bin. Ich bin nicht stolz darauf, aber es ist eine Tatsache. Eine, mit der man leben kann. Mal besser, mal weniger gut.

Für mich hat es sich bewährt, gegenüber mir und meinem Umfeld dazu zu stehen – auch gegenüber meinen Kindern. So wissen sie, dass es nichts mit ihnen zu tun hat, wenn ich ihnen mal wieder zu wenig zutraue oder mir eine eigentlich völlig übertriebene Ermahnung nicht verkneifen kann. Sie wissen auch, dass es nicht ihr Job ist, mich vor meiner Angst zu beschützen, in dem sie mir zuliebe übervorsichtig sind. Es gibt darum Dinge, die sie mit meinem Mann besprechen müssen. Wie die Erlaubnis, vom Fünfmeterbrett zu springen, allein mit dem Fahrrad im Quartier rumzudüsen oder auf eine hohe Mauer zu klettern. Das erspart ihnen unnötige Einschränkungen. Und mir gibt es die Zuversicht, dass sie trotz meiner Angst den Raum bekommen, ihre Kräfte und Fähigkeiten auszuloten.

202 Kommentare zu «Angst frisst Mutter»

  • Daniela sagt:

    Der Mischmasch an Kommentaren ist wirklich ärgerlich. Ich finde es nur schade, dass hier wieder dieses nervige Modewort Helikoptereltern in den Kommentaren hervorgeholt wird und das eigentliche Thema komplett untergeht. Der Artikel ist schon etwas älter, ich hoffe trotzdem, dass ich Dich, Andrea, damit noch erreiche: Denn ich ziehe meinen Hut vor so viel Ehrlichkeit, im Internet sein Angstproblem öffentlich zu machen! Wie viel Mut man dafür haben muss! Und wie viele heimlich denken, ja, mir geht es auch so, aber wie Du schon sagst, Angst ist ja nicht schick. Du hast meinen vollen Respekt.

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Kinder müssen auf die Schnauze, um wieder aufstehen zu lernen! Wir können sie nicht vor allen Gefahren beschützen und ihnen sämtliche Hürden, Steine und Gefahren aus dem Weg räumen und ihnen sämtliche Aufgaben, Verantwortung und Entscheide abnehmen. Wir erweisen ihnen so sonst einen Bärendienst und machen sie zu unsicheren, ängstlichen und unselbstständigen Mitmenschen, die es sich noch mit 30 im Hotel Mama auf unsere Kosten gut gehen und (h)aushalten lassen. Also, keine Macht den Helikopter-Eltern! Mit etwas XMV, viel Vertrauen in sich und seine Kinder, etwas Vorsicht und Kontrolle kommts gut

  • A Müller sagt:

    Man kann seine Kinder nicht vorallem schützen – leider. Aber wenn dann mal was passiert, nicht in Panik verfallen, sondern den gesunden Menschenverstand.
    LG http://homeofficefuermuetter.blogspot.de

  • Hannibelle sagt:

    Die Sorge mit dem Legostein kann man geschikt umrunden indem man den kleinen Kindern Duplosteine gibt (zu groß um sie zuverschlucken) und ihnen Später die richtigen Legos gibt, jedoch die Frage ob sich das Kind richtig entwikelt, ob es Freunde findet und ob es noch atmeht wenn es ganz ruhig schläft kann man nicht vermeiden und schon garnicht beeinflussen, man kann zwar während der Schwangerschaft 100mal zum Arzt gehen und es später ständig fragen willst du dich nicht malwieder mit jemandem verabreden doch letztendlich gehen die kinder ihren eigenen Weg. LG Hannibelle

  • Hannibelle sagt:

    Also ich finde nicht dass Kinder aufs Gymi müssen ich war selbst drei Jahre auf einem und alles was ich sagen kann ist: Die Lehrer dort hatten allesamt einen gewaltigen Schatten, auf der Realschule auf der ich jetzt bin habe ich zwar chaotische aber nette Lehrer, auch die sorge wird mein kind sich in den die falsche/n verlieben wird es vom baum Fallenn ist eigentlich unnötig denn jedes Kind muss seine Erfahrungen machen, zurzeit mache ich meine in der Liebe und früher bin ich auf viele Bäume geklettert, ich bin nie gefallen da man immer vorsichtig ist! Fortsetzug folgt!

  • Hans Christoffel sagt:

    Kaum zu glauben, dass unter „Angst frisst Mutter“ rund 90% der Kommentare hier nichts mit dem Thema zu tun haben. Was die vielen Kommentare über Rassismus mit dem Titel zu tun haben ist mir schleierhaft. Leider gibt es viele Mütter, welche überängstlich sind. Man gehe nur einmal zu einem Kinderspielplatz. Da sind die Mütter, deren Kinder, natürlich modisch gestylt in teuren Klamotten und blitzblank sauber anwesend sind. Bald bei jeder Bewegung ihrer Sprösslinge schreien sie rum: „Mach di nüd dräckig, pass doch uff, schrei nüd so luut, das seit mä doch nüd, lang doch nüd immer i de Dräck.“

  • xyxyxy sagt:

    ein Text von mir hängt schon stundenlang in der Schlaufe in dem die verbotenen Wörter (Religionsgemeinschaften) vorkommen – er ist zwar total antirassistisch, aber hier kriegen einige den Gschlöterli wenn man das J Wort oder das I Wort nur schon nennt.
    Manchmal fragt man sich, ob sie …… pc „weniger gute Schüler“ einstellen um die Schlaufe zu betätigen

  • xyxyxy sagt:

    Auguste – guter Punkt, sie haben die Angst vor dem Dunkeln aufgegriffen, sehr aufmerksam

    als Musikalisches Gegenstück nenne ich hier Fear of the Dark von IRON MAIDEN
    obwohl ich persönlich weder Angst vor dem Dunkeln noch vor bösen Geistern habe

  • xyxyxy sagt:

    marie – ich mach mal hier weiter, die Schlange wird mir zu lang.
    wir sind uns soweit einig. Ich finds gut, wenn sie mit den „Anderen“ reden. Alles sind Menschen und in manch einem Rauhbein steckt vielleicht ein guter Kerl, der einfach nur hilflos und orientierungslos ist. Aber es gibt auch renitente A. – ist leider so.
    Zum Schluss noch die Wiederholung meines heutigen Filmtipps. The Guard – ein Ire sieht schwarz. Eine tiefschwarze Komödie über einen der vorgibt Rassist zu sein, aber eigentlich ein Menschenfreund ist.

    • marie sagt:

      werde ich mir anschauen.
      ja, diese renitenten as sind mir auch ein greuel.
      danke ihnen und mdh, war interessant und hat mir auch ebenso interessante einblicke gegeben.
      gute nacht!

      @auguste
      a soft place to fall: wunderschön.

  • Widerspenstige sagt:

    btw Das Symbolbild mit der ängstlichen Frau hier stellt doch die Charakterschauspielerin Kristin Scott Thomas da. Sie hat diese Ängste sehr gut charakterisiert in ‚Der Pferdeflüsterer‘. Weiter war sie einfach genial in einem meiner absoluten Lieblingsfilme ‚Der englische Patient‘ zu bewundern. Das hätte man schon in der Bildlegende hinschreiben dürfen oder irre ich mich?

    • marie sagt:

      sie hat wunderbare grüne augen. hätte ich auch gerne.

    • Auguste sagt:

      hmm…, die zärtliche seite der angst in worte gefasst von der grossartigen allison moorer…

      youtube: a soft place to fall

  • xyxyxy sagt:

    Kathy 2
    natürlich weiss ich dass es sprachlichen Rassismus gibt und dass der Mohrenkopf nicht gerade freundlich ist.
    Aber der schwarze Mann und das schwarze Schaf – haben eben genau keinen solchen Hintergrund. Der schwarze Mann ist heute evt. problematisch, da es immer mehr dunkelhäutige Menschen in CH gibt. Aber das habe ich bereits im ersten Post gesagt – worauf sie nicht mit einer Silbe eingegangen sind.
    Wissen sie wenn man alles politisch überfrachtet, dann kann man weder Kultur noch Menschsein richtig geniessen, das ist meine Meinung.

  • Katharina sagt:

    Übertriebene Angst, oder sogar Angst im pathologischen Spektrum, ist oft vorgetäuscht – auch sich selber gegenüber – um die Macht der Kontrolle behalten zu können.

  • xyxyxy sagt:

    @marie
    Schwarzes Schaf wird nicht im Zusammenhang mit Hautfarbe verwendet – David Coverdale sang schon I´m the Black Sheep of the family – der Mann fühlte sich nicht als schwarzer, sondern als Aussenseiter oder eben als Ausreisser, der aus sicht der Herde von weissen Schafen negativ auffällt.

    @Kathy – nein ich muss nicht jeden Wiki Artikel lesen. Ich vermisse die Fähigkeit, dass man konkret auf ein Argument eingeht und nicht ständig abscheift. Man muss selbst denken können, das bedeutet, dass man konkret auf Argumente eingehen kann ohne zitieren zu müssen.

    • marie sagt:

      xy: sie sind im stande dies differenziert zu analysieren. glauben sie mir ganz viele nicht. dort liegt die crux begraben. ich weiss was sie meinen und ihnen würde ich zuletzt fremdenfeindlichkeit, geschweige denn rassismus vorwerfen. definitiv nicht. aber es gibt viele tumbe menschen, die das nicht verstehen, geschweige denn sich die mühe zu geben, um es wenigstens versuchen zu verstehen. leider. wäre schön, wenn es alle so sehen würden wie sie. ist aber nicht so, leider, leider. schwieriges neverending thema.
      und seit geraumer zeit ist fremdenfeindlichkeit wieder salonfähig. cave!

      • xyxyxy sagt:

        marie – sie haben natürlich recht
        ich bin auch Tag für Tag mit Menschen im Kontakt und das Thema, das wir streifen ist sehr breit
        dass die tumben das nicht raffen, ist ok. Aber dann müssten doch die Nichttumben in der Lage sein differenziert darüber zu reden um etwas Klarheit in die WElt zu bringen. ABer die Sprache zerlumpt zu Schlagwörtern und das ist gefährlich, weil damit auch das Denken verflacht.
        Wenn man aus politischer Korrektheit dort Rassismus hineinliest, wo kein Rassismus ist, hat man am Ende vielleicht sogar den Rassismus gefördert.

      • marie sagt:

        ich versuche mich kurz zu halten hier eine kleine geschichte: wir spielten im kindergarten das spiel „was machsch we dr schwarz ma chunnt? fortspringä“.mein vater kam mich mal abholen. er hatte rabenschwarze haare und olivefarbige haut. ich an seiner hand auch dunkle haare, dunkle augen. die kinder auf dem nachhause weg, schrien den text und zeigten mit dem finger auf meinen vater. ich erklärte ihm es sei ein spiel. er versuchte mir damals den „schwarzen mann“ zu erklären. die eltern der kinder taten es aber nicht. es ging weiter, plötzlich war ich der schwarze mann. und das blieb. unschön.

      • Monsieur de Hummel sagt:

        @ marie

        Naja, so sind Kinder halt. Die lachen auch Mitschüler aus, die unter schwerem Heuschnupfen zu leiden haben und bezeichnen sie als Monster. Dasselbe bei körperlichen Defiziten wie Fettleibigkeit, Sehschwäche oder sogar Fehlen einer Gliedmasse…

        Schön ist das tatsächlich nicht. Aber für mich hat das nur sehr bedingt mit eigentlichem Rassismus oder in diesen Fällen Diskriminierung zu tun.

      • Katharina sagt:

        „Naja, so sind Kinder halt“ – eben. marie bringt ein klassisches Beispiel des Giftes der frühen Jahre. es ist eine rassistische Situation.

      • marie sagt:

        ja, vater wurde dermassen verbiestert darüber, dass er in der folge nicht auf deren eltern losging, sondern auf uns… ok, mein vater war ein monster, aber geholfen, haben dann diejenigen, die noch öl ins feuer gossen, eben auch nicht. ausländer halt. sie sehen, die geschichte würde weiter gehen. aber ich höre jetzt auf.
        einfach ein wenig darüber nachdenken, was sprache bewirken kann. wäre schon ein schritt in die richtige richtung.

      • Clemens sagt:

        Salonfähig sind leider auch weitere „Feindlichkeiten“ wieder geworden, was letztlich Ausdruck zunehmender Ängste in der Gesellschaft ist.

    • Katharina sagt:

      „nein ich muss nicht jeden Wiki Artikel lesen. Ich vermisse die Fähigkeit, dass man konkret auf ein Argument eingeht und nicht ständig abscheift“ und ich finde es besser mit dem Link auf einen Wiki Artikel auf das wesentliche des Themas zu verweisen (‚white privilege‘ – welches als Platzhalter für ähnliche Muster steht, unter anderem auch für male privilege) statt das hier auszudeutschen. Sie verhalten sich dann einfach ignorant, wenn Sie sagen Sie hätten es nicht nötig, den Artikel mindestens anzulesen.

    • Katharina sagt:

      „sondern als Aussenseiter oder eben als Ausreisser, der aus sicht der Herde von weissen Schafen negativ auffällt“ – und warum denken Sie ist schwarz negativ?

      • xyxyxy sagt:

        Katharina – wie gesagt es gab einmal eine Zeit, da waren die Menschen deutscher Sprache nicht mit dunkler Hautfarbe konfrontiert. Vielleicht fiel es ihnen auf, dass Schafherden mehrheitlich weiss sind. Dort kommt das her mit dem Schwarz Schaf.
        Dass Schwarz/Dunkelheit eher negativ und Weiss/Licht eher positiv besetzt ist, hat auch rein nichts mit Hautfarbe zu tun. Der Dieb in der Nacht tarnte sich schwarz. Im Dunkeln fürchten sich die Menschen. Licht steht für Erleuchtung etc. etc. – Eben solche natürlichen Dinge werden nicht mehr gesehen, wenn man politisch überfrachtet denkt.

      • Monsieur de Hummel sagt:

        Ja Himmel, wenn man schon von wikipedia spricht. Dort steht das, was überall steht, wenn es um die Redwendung geht. Die weisse Schafswolle war beliebter, weil man sie im Gegensatz zur schwarzen Färben konnte…

        Dass man tatsächlich darüber diskutieren muss, ob die Redewendung rassistisch sei, ist ziemlich lächerlich.

      • Katharina sagt:

        „Wie gesagt es gab einmal eine Zeit, da waren die Menschen deutscher Sprache nicht mit dunkler Hautfarbe konfrontiert“ – dem ist aber seit der Zeit, als das Gebiet zum römischen Reich gehörte, nicht mehr so. Und ganz sicher spätestens seit der Kolonialzeit.

        Das Problem ist der Mechanismus der Ausgrenzung durch das Sprachbild. Und das interessante dabei, dass auch im englischen ähnliche Mechanismen bestehen. z.B das Wort moron. auch black sheep, Nuisance, etymologisch verwandt mit Noose. also woran die Sklaven aufgehängt wurden.

      • Katharina sagt:

        Und wegen der Geschichte und dem sich dadurch eben ergebenden Kontext eines Begriffes muss das beleuchtet werden. Solche Sprachbilder sind deswegen so verinnerlicht, weil sie im frühkindlichen Stadium während der Erlernung von Sprache vermittelt werden. das Gift der frühen Jahre eben.

        Ich bin mit Ihnen einig, dass p.c. reden manchmal übertrieben wird. Oder dass die race card auch ausgenutzt wird – siehe etwa der republikanische Präsidentenanwärter Cain, der das versuchte.

      • Katharina sagt:

        Ich lief da einmal mit meiner Partnerin voll rein, als ich sie als hot tamale bezeichnete, ich meinte es als Kompliment, weil sie eben temperamentvoll ist. Aber der Ausdruck löst eben bei den Latinas die Furien aus, weil Latinas als ‚leichte Frauen‘ betrachtet werden, always available for a ‚little romp‘ by a white boy.

      • xyxyxy sagt:

        Kathy 2 – zudem schrieb ich: aus sicht der Herde negativ
        Ich bin das schwarze Schaf der Familie. Weil die ganz Familie in die Kirche geht und ich ich ein Rockstar bin. Für den biederen Kirchgänger ist das schwarze Schaf ein Skandal, der Rockstar hingegen geniesst seinen Aussenseiterstatus.
        Umgekehrt kann das schwarze Schaf auch der sein der in einer alternativen Punkfamilie eine Bankkarriere anstrebt. Das schwarze Schaf fällt in der weissen Herde negativ auf, es sei den die Herde wäre tolerant (ist sie meistens nicht).

      • xyxyxy sagt:

        ok Katharina, dann haben wir uns ja halbwegs gefunden
        1. es gibt sprachlichen Rassismus
        2. nicht jede Redewendung funktioniert bei jedem kulturellen Hintergrund gleich
        3. man kann es mit politisch korrektem Reden auch übertreiben

        ich füge dem noch dazu, dass etwas Lockerheit und Humor am ehesten dem Bösen wehrt
        diesbezüglicher Filmtipp: The Guard – Ein Ire sieht schwarz.

      • alien sagt:

        Leider kann Elena kein Deutsch, sonst wäre es sicher nett mit ihr hier.

      • marie sagt:

        ich würde als „betroffene“ auch gerne ein kleine fazit/resummé von mir geben:
        mir fällt auf, dass solche diskussionen oft mit den falschen geführt werden. ich vermute xy würde niemals auf die idee kommen, einen migranten zu pöbeln aufgrund der hautfarbe, religion usw… das müsste man echt mit diesen pöbler machen, aber erfahrungsgemäss bringt es dort genaiso wenig, weil diejenigen, die es betrifft, sich im recht wähnen, sich immer noch als ha(e)rran(e)ri)a)sse zu sehen. na ja, ich hoffe es wird besser. aber cave der sprache, trotzdem.

      • Monsieur de Hummel sagt:

        @ marie

        Mag jetzt schon wieder etwas von der Diskussion abdriften. Ich habe ohnehin nicht das Gefühl, dass in der Schweiz unter den jungen Leuten Migranten häufig rassistisch beleidigt werden. Umgekehrt kommt es aber sehr häufig vor. Sie können sich kaum vorstellen, wie häufig ich irgendwo an der Langstrasse oder an Basket- und Fussballspielen wegen meiner Herkunft (also Schweiz) beleidigt wurde…

      • marie sagt:

        m d h, ich schätze sie differenzierter ein als dieser post. überlegen sie mal. ich meine das nicht böse und will schon gar nicht eine polemik vom zaun brechen.
        übrigens: rassismus/fremdenfeindlichkeit ist kein ch-problem, diese „unart“ gibt es überall. irgendwannmal kommen sie immer aus dem süden (l. de crescenzo).

      • xyxyxy sagt:

        @marie – selbstverständlich pöble ich niemanden an wegen seiner Hautfarber oder Herkunft, das habe ich nicht mal als Kind oder Teenager gemacht – so etwas ist mir zuwider. Zuwider ist mir allerdings auch die politisch Korrekte Schwatze und dass alles gleich Rassismus genannt wird, was nicht Rassismus ist.
        Ca. 70% der Menschen sind Mitläufer und werden bei Unrechtregimen mitmachen, wenn der Gesellschafliche Druck gross genug ist. Zu diesen 70% würden viele gehören, die heute politisch korrekt reden und sich total gut vorkommen. Wir wären überrascht wer Charakter zeigen würde und wer nicht.

      • marie sagt:

        xy, wir versuchen doch nur, dass dies braune sooooossse nicht wieder die oberhand kriegt, da sind wir uns einig. ich bin einfach der meinug, dass es in der tat eine grauzone ist. pc oder nicht pc. ganz platt: sie würden nie vom „bösen schwarzen mann“ mit einem pnos wähler sprechen, da der pnoswähler nicht ihre sichtweise hat. aber mit marie ist das kein problem, da ich weiss, dass sie differenzieren können.
        ich sage nur, auf sprache achten. da der pnos wähler, sich in seiner haltung bestärkt fühlen würde und marie einfach eine spannende diskussion mit xy hat. das ist der unterschied.

      • xyxyxy sagt:

        @marie
        ja – obwohl ich diesen Terminus ja überhaupt nicht gebracht habe
        mit PNOS wählern rede ich, so weit ich weiss, gar nicht.
        Ich denke die Gefahr liegt in erster Linie im Mitläufertum, darin, wenn die Leute nciht mehr selbständig denken und darin, wenn sie zu einfache gut/böse Raster haben. Ideologen haben prinzipiell diesen gut/böse Raster, diesen gefährlich elitären Dünkel. Natürlich ist von allen Ideologien Rassismus/Faschismus der Schlimmste.
        Aber wir müssen auch reden können was wir denken und wir sollten auch politisch unkorrekte Witze machen können, wie Monty Python oder Borat.

      • marie sagt:

        xy ich bin ganz bei ihnen, wie gesagt, ich finde diese diskussion sehr spannend und katharinas bericht zeigt um was es ua geht (vor allem mit dem hot tamale :grins: ich hoffe sie darf ihre partnerin jetzt so nennen).
        und ich gebe ihnen recht, dass eine grosse gefahr wirklich die mitläufer sind. ich war in den 90ern ziemlich bei der antifa engagiert, ich treffe mich sporadisch regelmässig auch noch mit ehemaligen. plötzlich sind unter diesen ehem themen, die wir damals als fascho bezeichnet haben, halt eben: salonfähig. pc oder nicht pc, diese frage stelle ich mir immer wieder vermehrt.

      • marie sagt:

        obwohl ich es mit pc auch nicht habe. ich liebe den britischen humor genau aus diesem grund, da er echt nichts kennt. aber die briten machen sich halt auch masslos über sich selbst lustig (little britain zbsp.).

      • Monsieur de Hummel sagt:

        @ marie

        Es geht darum, dass (das ist grds. durchaus positiv) sich der gut erzogene und gebildete Schweizer Bürger (sicherlich nicht nur der Schweizer Bürger) offensichtlich extrem viel Gedanken darüber macht, dass er nicht rassistisch wirkt. Das mache ich auch und spreche deshalb z.B. in der Öffentlichkeit auch möglichst nicht vom „bösen, schwarzen Mann“, aus Angst, jemanden beleidigen können. Obwohl das ja eigentlich doof ist, da ich genau weiss, dass es keine rassistische Beleidigung ist.

        Man sieht es ja schon in diesem Blog, wie genau man sich erklären muss.

      • Monsieur de Hummel sagt:

        Das regt mich zum einen auf, dass man sich derart politisch überkorrekt verhalten muss, um nicht mit der Rassistenkeule in Kontakt zu kommen.

        Und dem extrem kontrollierten Verhalten steht meiner Erfahrung nach das Verhalten eines Grossteils der ausländischen Jugendlichen in der Schweiz gegenüber. An was das genau liegt, kann ich nicht erklären. Aber offensichtlich scheinen die Jugendlichen Immigranten in weit geringerem Ausmasse von der Vorstellung geplagt, jemanden rassistisch zu beleidigen, als es bei den schweizerischen Jugendlichen der Fall ist. PNOS und SD mal ausgenommen.

      • marie sagt:

        ich habs weiter oben versucht zu erklären. auch hier ganz platt: eigentlich sollten wir mit pnösler und neonazis darüber diskutieren oder solche mitläufer wie sie xy beschrieben hat. grosso modo sind wir uns ja einig. ich finde einfach, dass man va heute mehr auf die sprache achten sollte, da fremdenfeindlichkeit wieder salonfähig ist.
        und das mit dinge nicht aussprechen aus respekt, kenne ich auch – die deutschweizer unterscheiden sich ja nicht nur im positiven zu einem heissblütigen neapolitaner 😉 …600z sind die hölle.

      • xyxyxy sagt:

        marie – wir müssen lernen hinter die Schlagwörter zu schauen. Angst, Schwäche und niedere Triebe verstecken sich gerne hinter einer Ideologie, die einen automatisch zu den Guten gehören lässt. An den äussersten Polen ähneln sich die Leute oft erschreckend stark. Bei Links/Rechts Extrem findet man manchmal die gleichen Feindbilder: Amerika und das Kapital (Juden)/ Weltverschwörung. Natürlcih können sich solche Dinge auch ändern und plötzlich sind es Moslems oder so, aber das sind ja nur äusserlichkeiten. Im Innern sind Leute, die solchen Gut/Böse Ideologien anhängen, sich oftmals ähnlich.

      • marie sagt:

        bei migranten ist oft der fall, dass sie sich minderwärtig vorkommen, weil sie im eigenen land nicht (über)leben können und deshalb in ein fremdes land auswandern müssen, um zu überleben, wo sie in der regel die sprache nicht können. sie haben in dem sinne doppelt versagt. dazu kommt dann oft noch unqualifizierte arbeit, die in wohlhabenden ländern nicht wertgeschätzt wird.
        menschliche reaktion: man hat das bedürfnis sich aufzuwerten. die meisten machen das mit leistung, sehr gut sogar. einige halt mit andere niedermachen. das ist grob den kern beschrieben.

      • marie sagt:

        nb ich toleriere umgekehrten rassismus auch nicht, nota bene!

      • xyxyxy sagt:

        @marie
        sie haben natürlich recht: eigentlich müssten wir mit dem Pnösler reden, ihn als Menschen ernst nehmen, auf ihn zugehen etc. – genauso wie mit dem Chaoten, der meint er täte ein gutes Werk wenn er ein Auto anzündet oder dem Gotteskrieger. Wir sollten keinen alleine lassen, keinen aufgeben.
        Es gab eine Zeit in meinem Leben, da versuchte ich so zu leben. Aber irgendwann hatte ich die Schnauze voll. Je nachdem wie extrem die Leute sind, kann das sogar gefährlich werden. Man kann sein Leben auch an unverbesserliche Idioten verschwenden.

      • xyxyxy sagt:

        marie bezüglich mdh
        was sie sagen ist nur eine Seite der Medaille – sozusagen die Sozialromantische (damit will ich nicht sagen, dass es diesen Aspekt nicht auch gibt)
        die andere Seite ist aber die, dass es halt viele Kulturen gibt, welche all das Liberale, das gerade den Linken und Liberalen wichtig ist, verachten und hassen. Patriarchalische Systeme, Ultranationalismus, religiöser Elitarismus und ja, Rassismus. Diese andere Denkweise ist oft das grössere Problem, als die wirtschafliche Nachteile, weil diese Denkmuster und Glaubenssätze Jahrhundertealte Tradition sind.

      • marie sagt:

        richtig, das sind faktoren, die oft dann noch dazu kommen. ich habe einfach versucht den kern zu beschreiben, das kann man übrigens auch ganz gut auf einen neonazi münzen, die werten sich ja auch ständig auf. das ist nur der grobe kern. es ist komplexer als beschrieben.
        ich setze auf dialog, und ich versuche fremdenfeindlichen zu zeigen, dass die mehrheit der migranten ihr ding ganz anständig durchziehen – was die meisten ja auch machen. für die anderen, die ausscheren, gibt es eine justiz, die in der ch me gut funktioniert.

      • marie sagt:

        das braucht geduld und nerven (ja! nerven). aber steter tropfen höhlt den stein und vllt sollten wir anfangen die grenzen in unseren köpfen zu hinterfragen, aber nicht allzu sehr – denn sonst artet es aus. ist wie mit der angst, das fängt sonst an, uns aufzufressen. und das nützt der sache dann auch nicht. aber achtsamkeit, rücksicht, respekt… menschliches verhalten halt. und neugierde, das ist oft ein türöffner.

      • Auguste sagt:

        hmm…, dass dunkle und die furcht – darüber musste einfach gesungen werden…

        youtube: robert cray – don’t be afraid of the dark

      • Monsieur de Hummel sagt:

        Die Diskussion ist sehr interessant und ich denke, dass ich grds. sowohl xy als auch marie weitgehend zustimmen kann. Allerdings halte ich besonders die Aussagen von xy bzgl. des Zusammenhangs von Kultur und Rassismus für zutreffender als die wirtschaftliche Erklärung.
        Ich glaube, dass man z.B. zur Zeit sagen kann, dass der Schweizer im Durchschnitt nicht besonders nationalistisch ist. Wir haben z.B. keine direkten Feinde ggü denen wir uns irgendwie überhöhen müssten. Dies zeigt sich dann umgekehrt z.B. in Serbien-Albanien, wo ein gewisser Nationalismus gepflegt wird,

      • Monsieur de Hummel sagt:

        unter Hilfenahme dessen man dann z.B. irgendwelche Gebietsansprüche geltend macht oder sich einfach über den Gegner stellt. Und je ausgeprägter der Nationalstolz und die eigene Überhöhung desto schneller ist man dabei, rassistisch zu denken.
        Und dabei geht es ja längst nicht nur um strafrechtlich Relevantes.

        Aber das geht jetzt vielleicht etwas zu weit. Sicher sind wir uns einig, dass Rassismus auf beide Seiten verurteilen muss. Mir war es nur ein Anliegen zu betonen, dass Rassismus längst nicht nur einseitig vom Inländer gegen den Ausländer geschieht.

      • marie sagt:

        dieser meinung bin ich auch: rassismus ist nicht nur ein ch-problem, den gibt’s überall.
        ich will noch einmal kurz betonen, ich habe einfach versucht den kern ganz grob zu beschrieben, und habe xy ja recht gegeben, wich ich ihnen auch recht geben, weil das faktoren sind, die dann noch dazu kommen. aber wie gesagt, bei rassimus/fremdenfeindlichkeit geht es ua um sich aufwerten. so harmlos aufwerten klingt, aber die folgen können fürchtbar sein.

      • marie sagt:

        @auguste
        …von robert habe ich noch ein paar platten, aber leider keinen plattenspieler (mehr!!!). 🙁 toller blueser.

      • Katharina sagt:

        „Das regt mich zum einen auf, dass man sich derart politisch überkorrekt verhalten muss, um nicht mit der Rassistenkeule in Kontakt zu kommen.“ – seltsam ist ja, dass dann aber hier PNOS SD und Nazi in den texten durchgeschaltet werden (also direkt, nicht Warteliste), aber das Wort Jud3, Isr4el, Isl4hm und ähnliches die Schlaufe bringt…. ist das nun ein antisemitischer bias oder wird sofort angenommen es handle sich um einen rechtsextremen text? ich denke eher das erstere.

      • marie sagt:

        also pnos und sd sind parteien, aber das mit nazi weiss ich auch nicht.

      • Katharina sagt:

        „Wir haben z.B. keine direkten Feinde ggü denen wir uns irgendwie überhöhen müssten“ – sorry aber das stimmt nicht. siehe der fast schon reflexartige Hass auf die grosse Schwester Amerika.

      • alien sagt:

        Also „Amerika“ hassen ist ja ziemlich blöd, immerhin ist das ein ganzer Kontinent… Ach, Du meintest die USA, dann sag das doch. Ne, also die hasse ich genauso wenig, wer das tut, ist dumm. Ich habe dezidiert nicht den Eindruck, dass hier besonders viele USA-Hasser unterwegs sind.

  • Katharina sagt:

    „Und damit es auch so richtig komplex wird, gelten wir rasch als verantwortungslos, wenn wir unsere Kinder tatsächlich unbesorgt frei herumtollen lassen“ – sich keine Gedanken darüber zu machen, was andere über einen denken, nimmt schon sehr viele Ängste. Was andere über einen denken, kann letztlich nicht beeinflusst werden.

  • Widerspenstige sagt:

    Ich kann Ihnen sehr nachfühlen Andrea F. Hier eines meiner elementaren Aha-Erlebnisse: ich war im eigenen Geschäft u bediente Kunden, als plötzlich unser knapp 5-jähriges Mädchen im Eingang stand – alleine! Mir blieb vor Schreck das Herz still! Sie hatte an jenem schönen Sommertag einfach beschlossen, nicht wie üblich mit den Gspänli nach Hause zu gehen nach dem Chindsgi, sondern direkt zum Mami ins Geschäft zu kommen. Dabei musste sie zwei Mal über Strassen gehen, wobei die grosse Kreuzung dazwischen war. Sie schaute mich so freudig an, dass ich sie einfach erleichtert in die Arme schloss.

    • Widerspenstige sagt:

      /2 Dabei hatte sie noch nie vorher diesen Weg alleine machen dürfen, weil an der Kreuzung keine Ampeln stehen. Sie musste selbständig entscheiden, wann sie rüber gehen darf. Ich weiss nicht mehr, wo unsere Nanny war oder ob sie gerade krank war zu jender Zeit. Es hat uns Eltern aber gezeigt, dass uns nichts anderes übrig bleibt, als dem Kind und seinem Schutzengel zu vertrauen. Ja, das tönt jetzt ziemlich unmodern, aber ich stamme aus einer streng-katholischen Erziehung u da wurde sehr viel dem Schutzengel übertragen. Sämtliche Ängste und Nöte. Uns hat es geholfen bis heute.. 🙂

      • E.H.Roth sagt:

        Ja WS, jetzt wo Du es erwähnst .. der Schutzengel.. diese frühere übliche Redewendung habe ich völlig vergessen aber es stimmt.

      • xyxyxy sagt:

        solche Schutzengel Sicherheiten sind an sich eine gute Sache, solange sie an einen gesundem Menschenverstand gekoppelt sind.
        Spätestens dann, wenn man auch die Familienplanung ganz und gar in die Hand des Schutzengels legen will, sind erste Bedenken anzubringen.

        Aber wie sagte schon der hl. Otto? Ich hab an meiner Orgel eine Christopherusplakette und bin noch nie mit einer anderen Orgel zusammengestossen.

  • pixel sagt:

    Vertrauen haben ins Leben. Und eine Prise Buddhismus. That’s it.

  • Clemens sagt:

    Da kommt mir doch die heutige 20-Minuten-Schlagzeile in den Sinn, wonach Selbstoffenbarung offenbar ein grosses Bedürfnis der Menschen ist und zu ähnlichen Glücksgefühlen führt wie Sex…

    Soviel Selbstbefriedigung sei mir gestattet 🙂

    Guter Artikel im Übrigen – Kindererziehung ganz ohne Ängste ist wohl nicht möglich.

  • Monsieur de Hummel sagt:

    Guter Artikel, es ist selten einen so ehrlichen Einblick in sein Seelenleben zu gewähren.

    Einziger Kritikpunkt ist für mich, dass nicht ganz klar wurde, ob die Autorin einfach sehr ängstlich ist oder tatsächlich an einer diagnostizierten Angststörung leidet.

    • pixel sagt:

      und wenn schon, was tut es zur Sache, als der eigenen Neugier? 😉

      • Monsieur de Hummel sagt:

        Tja… 😉
        Aber es macht für mich schon noch einen grossen Unterschied, ob man sich „outet“, einfach etwas übervorsichtig zu sein oder oder aber wirklich an einer Krankheit zu leiden.

        Denn der Artikel soll ja gerade aufzeigen, dass es offensichtlich viele Menschen gibt, die an einer Angststörung leiden und dies halt sehr ungerne publik machen wollen. Da wäre es natürlich ein besonders starkes Zeichen, wenn eine Journalistin und Mutter bekennt
        , dass sie daran leidet.
        Das würde doch umso mehr zeigen, dass ein erfolgreiches Leben auch trotz einer solchen Störung möglich ist.

  • mira sagt:

    Schöner Artikel. Gerade heute morgen bekam ich es auch mit der Angst zu tun und malte mir eine Horror-Version aus. Das war ganz schrecklich und ich versuchte die Gedanken so schnell wie möglich loszuwerden. Allerdings ist das für mich neu. Bis jetzt war ich eher das Gegenteil: das schafft sie schon… Dadurch ist unsere Grosse auch sehr selbständig geworden. Mein Mann ist da eher der Angsthase.

  • Sandra sagt:

    Danke, Frau Fischer, für diesen guten Artikel.
    Bei mir steigt die Angst manchmal sehr stark an, wenn ich an die Dinge denke, die ich täglich in der Zeitung lese. Wie die junge Mutter, der die Kinder weggenommen wurden, weil diese blaue Flecken hatten – vom Spielen, und weil kleine Kinder bekanntlich ab und zu mal stürzen. Vielleicht sollte ich aufhören Zeitung zu lesen… Oder wäre ich dann mir dann über die Gefahren nicht bewusst?!… Ich gebe mir wirklich Mühe, dass die Angst mich nicht beherrscht.

    • Kinder werden wegen ein paar blauen Flecken nicht den Eltern weggenommen. Dies ist ein Ammenmärchen. Bei einem Kindesentzug spielen noch ganz andere Dinge eine Rolle.

    • Widerspenstige sagt:

      Ja, so ist es bestimmt wie It must be said sagt. Einfach weniger Trivial-TV u zB 20-Minuten-Seichtheit lesen u es kehrt ein wenig Beruhigung ein, Sandra. Bitte nehmen Sie mir das jetzt nicht übel, aber es hat was. Ich lese solches Zeug aus Prinzip nicht und konzentriere mich auf Dok-Sendungen mit Facts – aber dies auch nur sehr dosiert, um informiert zu sein. Weil ich auch dazu neige, alles zu bildlich mit viel Phantasie verpackt mir vor Augen zu führen, musste ich mich irgendwann davon distanzieren. Also lasse ich gewissen Dinge gar nicht bis zu mir dringen. Da hat mir Tai Chi sehr geholfen

    • plop sagt:

      Ich habe diesen Fall in der NZZ gelesen – also durchaus nicht nur Stoff fürs Boulevard, sondern wirklich ein ziemlicher Fehler seitens Behörden! Die Mutter war, da sehr jung, wohl irgendwie schon grundsätzlich verdächtig…

      • Sportpapi sagt:

        Und wenn dann das Kind noch einen Sonnenbrand hat, weil die Mutter es einmal in das Solarium mitnimmt, sind sie gleich auf der ganzen Welt bekannt (und berücktigt!).
        http://www.blick.ch/news/ausland/sie-machen-ein-monster-aus-ihr-id1869500.html

      • plop sagt:

        hoppla… Das ist aber auch dumm gelaufen…

      • xyxyxy sagt:

        die Behörden gehen auf die Schwächsten los, so läuft das. In Familien mit echter Gewalt wird weggeschaut. Weil man vor unberechenbaren Gewalttätern Angst hat, erst recht wenn sie aus einem fremden kulturellen Hintergrund stammen.
        Aber eine alleinerziehende Mutter ist ein dankbares Opfer.
        Stand in der NZZ und im Tagi.

      • Monsieur de Hummel sagt:

        Sandra hat da völlig Recht. Der Fall hat tatsächlich so stattgefunden. Wurde ja auch vom Gericht bestätigt, dass ihr beide Kinder zu Unrecht weggenommen wurde.
        Ein absoluter Skandal, dass so eine ultima ratio Anwendung einfach mal so ohne Weiteres eingesetzt wurde.

        Allerdings ist das ein absoluter Ausnahmefall. Umgekehrt kommt es viel häufiger vor, dass Kinder misshandelt werden, aber nichts passiert (ist ja auch häufig sehr schwierig zu beweisen). Von daher müssen Sie sich diesbezüglich keine grossen Sorgen machen.

  • tststs sagt:

    „Sorgen machen“ gehört, glaube ich, per definitionem zur Elternschaft… „Angst haben“ blockiert einfach nur…

    Aber es ist schon so, dass der Zeitgeist im Moment eher Schisser hervorbringt, resp. es ist die richtige Zeit um Angst zu säen (und nach Verboten zu schreien…)…

  • plop sagt:

    Dass man den Kindern vertrauen muss, scheint mir eine der schwierigeren Aufgaben des Elternseins zu sein… Es gibt aber auch da Unterschiede, man muss sich schon immer bewusst sein, was kann das Kind? was entspricht seinem Entwicklungsstand? Ein Jähriges Kind kann noch nicht selber von irgendwo runtersteigen, ein 3-jähriger hingegen schon (sofern selber hochgekommen). Schwierig find ichs im Strassenverkehr, weil da nicht mehr nur das „können“ der Kinder mitspielt. Ich hab ein Träumi-kind und wenn wir mit velöli in der Stadt unterwegs sind, gibts im Moment ein Seil dran /

    • plop sagt:

      / manchmal sogar wenn zu Fuss und er partout nicht an der Hand laufen will. Zum Glück vergess ich dann ab und zu dieses Seil und so kommt er doch nicht ganz ums Verkehrsregeln-lernen rum, weil das wär dann die ganz schlechte Seite meiner Unfall-verhinderungsmethode…
      Übrigens, das mit dem Seil am velo/likeabike ist auch praktisch, wenn man mal länger unterwegs sein möchte, man kann das Kind auch mal ziehen, wenns müde ist…

  • Philipp Rittermann sagt:

    die heutigen mütter machen sich wohl hauptsächlich sorgen um ihre äh-selbstverwirklichung; und leider nicht so sehr um ihre kinder…..die negativen folgen hiervon sind u.a. sehr offensichtllich in blogs wie diesem.

      • alien sagt:

        Das ist Rittersmanns Programm, wusstest Du das nicht?

      • Frage mich einfach, was für grottenschlechte Erfahrungen Herr Rittermann mit Frauen gemacht haben muss um solche Kommentare von sich zu geben. Ehrlich gesagt tut mir das etwas Leid.
        Von Frauen (und natürlich Männern) gibt es solche und solche. Vielleicht bei der künftigen Partnerwahl die Auswahlkriterien etwas mehr unter die Lupe nehmen? Vielleicht eher Frauen, mit denen man(n) Pferde stehlen kann (blöder Ausdruck), solche mit festem Charakter, gemeinsamen Werten etc. Und halt vielleicht auch solche mit wabbeligen Oberschenkeln oder halt ein paar Falten im Gesicht nicht ausschliessen.

      • alien sagt:

        Tut mir auch leid, aber doch nicht so sehr… Ich habe auch schon schlechte Erfahrungen gemacht mit Frauen, aber auch schon SEHR positive, haufenweise. Viel mehr als mit Männern.

  • reina sagt:

    Angst frisst Mütter wenn die Kinder auf dem 30 cm Trottinett Helme tragen die 2x so gross sind wie der Kopf des Kindes?

    • plop sagt:

      Der Helm schützt nicht wirklich, wenn das 3-jährige von einem Auto angefahren wird…

    • Vielleicht ist es einfach Knausrigkeit? Ist halt schon billiger, die Helme etwas grösser zu kaufen. Dann halten sie länger.

      Einen Helm finde ich je nach Fahrstil des Kindes schon ein Muss.

      • Sportpapi sagt:

        Oh ja. Wenn sie dann Downhill fahren oder Halfpipe…
        Zum anderen: Unter die Helme müssen ja auch noch dicke Kappen passen. Wobei dann grundsätzlich der Bändel aber nicht zu fest angezogen wird (also eigentlich gar nicht), weil das die Kinder stört…

  • sunmoonstar sagt:

    Guter Artikel, bloss bei uns ist es Angst-frisst-Vater, was für Mutter, die mehr Zeit mit den Kindern verbringt, äusserst anstrengend ist. Vor allem wenn in über 12 Jahren nichts Schlimmes passiert ist; auch in den Augen des Vaters nicht. Da hilft nur, immer wieder zu diskutieren, neu auszuhandeln und letztlich den Vater iel meht einzuspannen. Sodass er die Kinder zur Schule begleitet, wenn ihm das zu gefährlich ist… Das Problem dabei ist, dass die Kinder die unterschiedlichen Angstniveaus gekonnt versuchen auszuspielen, womit wir beim nächsten Blog wären.

    • plop sagt:

      Bei uns ist auch eher „Angst frisst Vater“ – und ja, das einzige, was „dagegen“ hilft, ist Zeit mit dem Kind zu verbringen, hab ich festgestellt…

  • Manuela sagt:

    Danke schön!

  • Mara sagt:

    Liebe Frau Fischer, auch mit diesem Beitrag haben Sie mich wieder für sich gewonnen. Volltreffer. Sie sind die ehrlichste Schreiberin in diesem Gefäss, betrachten die Dinge von einer persönlichen Warte aus, aber ohne Narzissmus, ohne Selbstverliebtheit, analytisch, klar und doch empathisch (und – das haben Sie auch bewiesen – mit Humor). Eine reife Frau, erwachsen, ernsthaft, kräftig, schön. Ein grosses Danke!

  • Blitz Blank sagt:

    Das Leben ist ein Risiko und endet immer mit dem Tod.
    Je grösser die Sicherheit, desto grösser die Angst vor der Unsicherheit. Als Tod und Krankheit noch allgegenwärtiger waren, waren sie gezwungenermassen Teil des Lebens.
    Der Grad der Sicherheit, also die Chance das Leben „gelingt“, war wohl noch nie so hoch wie heute. Trotzdem bleibt das Risiko.
    Deshalb Risikomanagement statt Sicherheitsmanagement. Ziel: Akzeptables Risiko, statt die Illusion der Sicherheit.

    Hoping For The Best, But Expecting The Worst.

    • Valeria sagt:

      Der Artikel greift ein Thema auf, dass ich als Mutter auch gut kenne. Aber Angst ist gut, Angst bewahrt uns vor Unfällen und hilft uns, Gefahren einzuschätzen und zu analysieren. Angst zu haben ist ein wichtiger Teil unseres Menschseins und erfüllt genau denselben Zweck, den das Fremdeln im Kleinkindalter inne hat. Misstrauen gegenüber Neuem. Erst mal abwarten und zuschauen.

      Und es gibt einen massiven Unterschied zwischen verschiedenen Ausprägungen der Mutterangst, welche Frau Fischer beschreibt, und einer Angststörung. Mit ersteren muss man umgehen lernen, letzteres gehört in Behandlung.

      • Blitz Blank sagt:

        @Valeria

        „Aber Angst ist gut, Angst bewahrt uns vor Unfällen und hilft uns, Gefahren einzuschätzen und zu analysieren.“

        Nur Idioten und Psychopathen haben keine Angst.
        😉

      • alien sagt:

        Drauf ess ich jetzt einen Mohrenkopf.

    • Valeria sagt:

      Was ich aber sagen wollte. Das wichtigste Instrument, mit Angst umzugehen, ist die Statistik. Jedenfalls für mich. Ich versuche mir klar zu machen, dass die Wahrscheinlichkeit, dass mein Kind von einem bösen, schwarzen Manne entführt wird, sehr klein ist. Jedenfalls um EINIGES kleiner, wie die Wahrscheinlichkeit, dass ich es beim Einparken selber überfahre. Oder dass es in einem unbeobachteten Moment im Teich des Nachbarn ertrinkt.

      Diese Risiken kann man akzeptieren und (dadurch) bannen. Risikomanagement, ein gutes Wort, Blitz Blank.

      • Blitz Blank sagt:

        @Valeria

        „Diese Risiken kann man akzeptieren und (dadurch) bannen.“

        Mit dem „bannen“ tappen Sie wieder in die „Sicherheits-Falle“.

        Bannen kann man die Risiken nicht. Man kann sie nur reduzieren! Das Risiko bleibt uns immer und überall erhalten.

        0% Risiko=0%Leben
        100% risikofrei ist nur der Tod.

      • Valeria sagt:

        Jap, da haben Sie recht. Bannen kann man kein Risiko zu 100%. Aber wenn man die wirklichen Risiken kennt, kann man sie minimieren. Das wollte ich damit sagen.

        Kennen Sie Janusz Korczak? Er hat genau das gefordert: „Das Recht des Kindes auf seinen eigenen Tod“. Er setzt dabei das Recht auf Tod mit dem Recht auf Risiko gleich, da jedes Risiko den Tod zur Folge haben könnte. Erziehung darf nicht darauf beruhen, den Kindern ihre eigenen Erfahrungen vorwegzunehmen und allen Wagnissen vorzubeugen. Ein radikaler Ansatz, das gebe ich zu. Aber die Richtung kann ich unterschreiben.

      • plop sagt:

        Ja, Valeria, in Worten kann ich dem auch zustimmen – das beginnt schon bei der Schwangerschaft und den tausend Kontrollen, all die Möglichkeiten der Medizin, welche wir hier ja auch schon besprochen haben… Aber die Vorstellung von diesem „Recht auf den Tod“ beim eigenen Kind – das macht mich grad heulen! Und dieses Recht möchte ich ihm wirklich am liebsten wegnehmen…

      • Blitz Blank sagt:

        @Valeria

        Janusz Korczak kenne ich nicht. Meine Überlegungen kommen eher vom Risikomanagement bei Skitouren oder Variantenfahren. Diesen Winter kam ich in ein Schneebrett und das hat mich veranlasst nochmals intensiver über Leben und Risiko nachzudenken.

        „Er setzt dabei das Recht auf Tod mit dem Recht auf Risiko gleich“

        Ich würde sogar folgendes sagen:
        Das Recht zu leben beinhaltet das Recht zu sterben.

      • Valeria sagt:

        „Das Recht zu leben beinhaltet das Recht zu sterben.“

        Ein philosophischer Ansatz. Und wahr. Das eine bedingt das andere. Nur der Zeitraum dazwischen variiert.

        @ plop: Es gibt auch immer wieder Situationen, da überkommen mich so Bilder, diese „worst-case“-Szenarien. z.B. wenn ich in der Zeitung lese, dass wieder ein 3-jähriges vom eigenen Onkel überfahren wurde. Da schiessen mir gleich die Tränen in die Augen. Aber ich kann meine Tochter deswegen nicht einsperren. Ich kann nur hoffen, dass nichts passiert. Und zwar im Wissen, dass ich wahrscheinlich dran zerbrechen würde, wenn doch…

      • mira sagt:

        @Valeria
        Naja, das Risiko von einem bösen, weissen Mann entführt zu werden ist bestimmt grösser. Nichts für ungut, aber das Beispiel finde ich etwas krass.

      • Valeria sagt:

        Sorry, mira. Aber da habe ich jetzt überhaupt nicht dran gedacht. Als Kind wurden wir vor solchen Gestalten gewarnt. Aber „schwarz“ meinte nicht die Hautfarbe, sondern die Kleidung. Oder „schwarz“ im Sinne von schlecht und gefährlich. Es waren die Geschichten, mit denen man uns Kindern eingebläut hat, ja nie zu jemandem ins Auto zu steigen. „Der böse, schwarze Mann“ ist eine Allegorie für einen (für mich tatsächlich weissen) Mann, der in der Dämmerung Kinder entführt.

      • Karl von Bruk sagt:

        @mira: Auch der unbekannte „boese weisse Mann“ ist eine statistische Fehleinschaetzung, selbst wenn er im Hetz- und Sexprangerblatt alls paar Jahre in Serie abgefeiert wird. Am meisten gefaehrdet sind VerdingkindsklavInnen, dicht gefolgt von in religioesen oder privaten Heimen versenkten Waisen. Die Missbrauchsratte in „normalen“ Familien betraegt prozentual nur einen kleinen Bruchteil (darum wird bei Statistikmanipulationen gerne mit den absoluten statt relativen Zahlen gefochten). Wenig befuerchtet, aber weitaus am toedlichsten fuer Kinder sind Kunstfehler und fahrlaessig verursachte Unfaell

      • mira sagt:

        @Karl von Bruk
        Hier geht es aber nicht um Verding/Heim-Kinder, sondern um Kinder in normalen Familen

        @Valeria
        Ich kenne den Ausspruch, trotzdem finde ich ihn krass. Vielleicht weil ich im Bekanntenkreis zwei dunkelhäutige Afrikaner habe.

      • Sportpapi sagt:

        Wobei der befürchtete schwarze Mann ja wohl eher ein Köhler oder Kaminfeger war, als ein Schwarzafrikaner.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi:
        stimme zu, wobei beim Spiel „wer hat Angst vorm Schwarzen Mann“
        auch noch die Variante „Tod“ dazukommt-
        und ich es vom diesem Aspekt her gesehen ziemlich anstrengend finde all diesen Bemühungen/Vorgaben um „politisch korrekt bezeichnete Kinderspiele&Reime Folge zu leisten…

      • marie sagt:

        wer mit dem ausdruck „schwarzer mann“ mühe hat, dem empfehle ich den film: es geschah am hellichten tag. gerd fröbe ist DIE verkörperung dieses „schwarzen mannes“…
        kann aber verstehen, dass es einigen aufstösst, da es in der tat genug tumbe menschen gibt, die darin schwarzafrikaner sehen und nicht über die nasenspitze hinausdenken können.
        ich meide diese kinderspiel übrigens auch, obwohl ich, eben, die „gerd fröbes“ darin erkenne (n will).

      • Sportpapi sagt:

        Schlimmer ist es doch, wenn man dann beim Völkerball in die „Koli“ (Kolonie) abgeschoben wird…

      • E.H.Roth sagt:

        marie, es gibt immer Leute die mit ihrer kleinen Weltsicht sehr sensibel auf alles reagieren. Das traurigste ist aber, die glauben sie hätten RECHT mit ihrer Einstellung und sind überzeugt anderen sagen zu müssen was richtig und falsch ist. Gestern als ich mal wieder Zug gefahren bin, wollte mir auch ein fremder sagen was ich zu tun hätte. Ich gab dem Herrn zu verstehen, dass ich nicht der Typ Mann bin dem man sagt was er tun und lassen soll.

      • Monsieur de Hummel sagt:

        @ sportpapi

        Haha, steht Koli wirklich für Kolonie? Da habe ich doch glatt eine Frage beantwortet bekommen, die ich mir seit Jahren stelle. 😉

        Ansonsten finde, dass man auch nicht überkorrekt sein muss. Ob der schwarze Mann jetzt nun einfach die Ausgeburt des bösen, ein betrunkener Kaminfeger oder ein afrikanischer Drogendealer ist, so what. Böse sind sie doch alle. 😉

      • marie sagt:

        hr roth ich habe sie auch nicht anders eingeschätzt, bravo. 😉
        aber zurück zumt thema angst. es fällt mir immer wieder auf, dass alles, was mit emotionalität in verbindung mit empathie auch irrational werden kann. fr f gibt verantwortung ab, damit ihr leben nicht zu hölle wird, was sie dann ihren kinder vermitteln würde. das finde ich eine absolut sackstarke einsicht und sehr mutige entscheidung. aber was machen wir mit sehr ängstlichen menschen, die ihre ängste als normal erachten, so weitergeben und anderen auch vorschreiben, wie sie damit umgehen sollen? vor denen fürchte ich mich beinahe.

      • xyxyxy sagt:

        schwarzer Mann und schwarzes Schaf sind alte Redewendungen und haben nichts mit Rassimus zu tun.
        Niemand von uns dachte an einen stark pigmentierten Menschen, wenn wir sagten „ich bin das schwarze Schaf“ etc.

        dumm ist vielleicht einfach, dass Menschen anderer Hautfarbe unsere sprachbilder nicht so gut kennen, und das dann persönlich nehmen.
        Trotzdem finde ich, dass wir unsere Redewendungen deshalb nicht unbedingt über Bord werfen müssen. Wir haben eine sehr bildhafte und sehr ausdrucksstarke Sprache.

      • Katharina sagt:

        „schwarzer Mann und schwarzes Schaf sind alte Redewendungen und haben nichts mit Rassimus zu tun.“ leider ist es aber so, dass solche Sprachbilder genau die Wurzel von Rassismus sind. das Gift der frühen Jahre eben.

      • xyxyxy sagt:

        @katharina – für mich ist ihr Kommentar völlig unverständlich

        das Schwarze Schaf hat rein gar nichts mit Menschen anderer Hautfarbe zu tun, da ging es darum, dass jemand aus der Reihe tanzt – für die Angepassten war es ein negativ Titel – für den, der gerne ausbricht eher etwas worauf er stolz war

        über die Herkunft der schwarzen Mannes hat Sportpapi einiges gesagt, das mir sinnvoll erscheint – auch dort hatte die Redewendung ursprünglich REIN GAR NICHTS mit Rassismus zu tun. Wie also kommen sie auf die seltsame Idee, diese Wendungen seinen gar DIE WURZEL von Rassismus?

      • Katharina sagt:

        ich sag es ja immer wieder, ihr merkt es nicht einmal. Wie war das noch mit jenen SVP Plakaten und dem schwarzen Schaf? da wurde genau mit rassistischen Stereotypen gespielt und Angst eingeflösst, nicht? Denken wird von der Sprache geprägt und umgekehrt. Das ist nun wirklich trivial.

      • Katharina sagt:

        Als Einstieg: white privilege auf Wikipedia:

        http://de.wikipedia.org/wiki/Wei%C3%9Fsein

      • marie sagt:

        xy, katharina hat recht. das wird in gewissen kreisen „stereotyp verwendet“.

      • xyxyxy sagt:

        Katharina – sie können (wie viele andere auch) offenbar nur schwer zu hören. Was bitte hat ein SVP Plakat aus dem 21. Jahrhundert, mit einer sehr alten und sehr gebräuchlichen Redewendung zu tun, die WIR gebraucht haben, als es noch keine schwarzen Einwohner gab? Eigentlich nichts. Die Herkunft der Redewendung und die Bedeutung ist einfach.
        Die einzige Problematik ergibt sich, weil Menschen, welche unsere Sprachkultur nicht verstehen, das (wie sie) missverstehen. Deshalb wäre es sinnvoll, wenn alle sprachlich wieder etwas besser gebildet wären.

      • Katharina sagt:

        marie, nicht nur das, sondern solche Sprachbilder sind sehr tief verwurzelt, verinnerlicht und meist unbewusst. so würde ich zB Valeria nicht als rassistin bezeichnen, obwohl sie ein solches Sprachbild verwendete.

        ein gutes Beispiel wie das funktioniert ist ein WeWo Titelblatt neulich mit dem Roma Kind. Was mich da mehr erstaunte als dass die WeWo das publizierte ist mehr, dass dazu weder rechtliche Konsequenzen entstanden noch die WeWo eine Retraktion veröffentlichte, weil der öffentliche Druck nicht vorhanden ist.

      • Katharina sagt:

        kommen Sie mir nicht mit sprachlich ungebildet, xy. Und lesen Sie vielleicht den Wikipedia Artikel. Überlegen sie sich zB etwa woher das Wort Mohr kommt. Auch ein Sprachbild derselben Art.

        Und wenn Sie den Zusammenhang des SVP Plakates mit der sprachlichen Wendung und Rassismus nicht verstehen und dass dieses Plakat nur in Euren Sprachgebiet so wirksam sein konnte, dann verstehen Sie rein gar nichts.

      • marie sagt:

        katharina diesbezüglich bin ich ganz bei ihnen – ich war in wien als diese wewo veröffentlicht wurde. und ein freund (schweizer) von mir hielt die wewo ganz geschockt in der hand und war nur noch sprachlos.
        aber österreichische journalisten haben strafanzeige erstattet. ich suche mal den artikel.
        ich bin ja selbst ursprünglich keine ch-erin. ich sehe das so und unterscheide: fremdenangst, fremdenfeindlichkeit und eben rassismus. (600z sind nun doch zu wenig)
        valeria würde ich jetzt in keine dieser kategorien stecken. sie hat den ausdruck einfach gebraucht, wie viele übrigens.

      • Monsieur de Hummel sagt:

        Lol, wäre ja auch noch besser, sie als Rassistin zu bezeichnen. Nur weil gewisse Leute Bezeichnung wie schwarzes Schaf und dergleichen offenbar bloss vom SVP-Plakat kennen… Die Leute, die beim schwarzen Mann und Schaf überhaupt an den Afrikaner denken, sind fehlgelagert und unterliegen offenbar irgendwelchen eigenartigen Verwurzelungen.

        Vermutlich finden dieselben Leute auch die Bezeichnung Schwein für das lustige rosarote Tier bedenklich, weil dieser Ausdruck im aktuellen Sprachgebrauch ganz offensichtlich des Öfteren im Zusammenhang mit dummen Menschen verwendet wird…

      • Monsieur de Hummel sagt:

        Wenn man schon mit Wortherkunft und dergleichen kommt, dann soll man wenigstens beim Anfang beginnen…

        Beim Mohrenkopf z.B. könnte man mit der Argumentation punkten.

      • Katharina sagt:

        MdH: Wenn sie mit einer Partnerin zusammenleben, die einer der Minderheiten angehört (obwohl inzwischen rein numerisch Lateinamerikaner in Südkalifornien nicht mehr Minderheit sind), dann gehen sie durch einen Lernprozess, der genau sich um white privilege und den verinnerlichten unbewussten Sprachbilder dreht.

        „sind fehlgelagert und unterliegen offenbar irgendwelchen eigenartigen Verwurzelungen.“ – darüber müssen wir wohl wirklich nicht reden, denn der Teilsatz ist…rassistisch.

      • Katharina sagt:

        Mohrenkopf. der Kopf eines Mohren (also Schwarzafrikaner. Mohr, oder das englische Moron kommt von Maure. Die Mauren hielten die iberische Halbinsel über 8 Jahrhunderte besetzt.

      • Monsieur de Hummel sagt:

        Ja eben, Mohrenkopf hat tatsächlich einen rassischtischen Hintergrund. Das habe ich ja geschrieben…

        Aber wenn Leute altbekannte Ausdrücke und Sprichtwörter falsch interpretieren, dann ist es deren Problem. Daher, wer allgemein hinter dem Adjektiv „schwarz“ mal per se Rassismus vermutet, ist irgendwie falsch gewickelt.

      • Katharina sagt:

        „Daher, wer allgemein hinter dem Adjektiv “schwarz” mal per se Rassismus vermutet, ist irgendwie falsch gewickelt.“ – es geht nicht um das Farbadjektiv schwarz alleine, sondern es geht um den „bösen, schwarzen Mann“.

        zudem: Sie machen weiter dann die Unterstellung ‚falsch‘ gewickelt – weil Sie mit meiner Sicht nicht einverstanden sind.

      • Monsieur de Hummel sagt:

        Das stimmt, ich bin tatsächlich nicht einverstanden. Ganz offensichtlich hat die Herkunft des „bösen, schwarzen Mannes“ nichts mit Afrikanern zu tun. Wenn also jemand hinter diesem Ausdruck Rassismus vermututet, ist er derjenige, der ein Problem hat. Das wollte ich damit sagen. „Falsch gewickelt“ war möglicherweise keine besonders feine Ausdrucksweise, das gebe ich zu. 😉

        Und was auch klar ist. Wäre meine Freundin Afrikanerin würde ich sicher auch nicht regelmässig vom „schwarzen Mann“ sprechen, weil ein Ausländer den Ausdruck vielleicht nicht richtig deutet.

      • Valeria sagt:

        @ Katharina:
        Nein, nein, nein.

        „Mohr“, „schwarzes Schaf“ und der „böse, schwarze Mann“ sind nicht Sprachbilder derselben Art. Aber so gar nicht.

        Der Begriff Mohr bezeichnet dunkelhäutige Menschen. Das war in der Geschichte nicht immer negativ gemeint und schon gar nicht immer rassistisch konnotiert. Die schwarze Madonna ist auch eine Mohrin, sie wurde und wird in der katholischen Kirche immer noch verehrt. Heute wird der Begriff „Mohr“ dagegen als etwas negatives, rassistisches verwendet und sollte deswegen vermieden werden. Wie sieht das in 100 Jahren aus? Wir wissen es nicht.

      • Valeria sagt:

        Der Ursprung vom schwarzen Schaf ist dagegen in der Wollproduktion zu suchen und der klassische böse, schwarze Mann ist eine Kinderschreckfigur wie der Sandmann (früher auch böse) und Knecht Ruprecht. Es gibt zwar Theorien, dass auch ein dunkelhäutiger böser Mensch damit gemeint sein könnte, wahrscheinlicher aber ist tatsächlich, dass mit „schwarz“ das Dunkle im Sinne von schlecht gemeint ist. Oder dass es auf die Pestzeit zurückgeht und der böse, schwarze Mann eine weitere Personifizierung des Todes darstellt.

      • marie sagt:

        @valeria
        kulturhistorisch kurz, aber tipp topp erklärt. nur: sagen sie das mal einem bekennden neonazi. 😉

      • Katharina sagt:

        nein nein nein Valeria.

        schwarzes Schaf wird als Sprachbild der Ausgrenzung benutzt, und das seit langem. Natürlich hat weisse Wolle Vorteile und es kann damit mit einer hier übrigens nicht weiter belegten Kulturgeschichte von der Art der Anwendung solcher sprachlichen Bilder abgelenkt werden. Dass diese Kulturgeschichte (auch betreffend dem bösen schwarzen Mann) in Wiederholung gebracht wird, ohne dass nur eine Person sich die Mühe macht, dafür einen Beleg zu posten, während mir, die ich Belege betreffend white privilege geliefert habe, diese aber als unnötig und vom Thema ablenkend hingestellt werden und mir mangelnde sprachliche Bildung unterschoben wird, ist eben genau auch ein Indiz dieses Denkens, denn ich bin ja als amerikanische Frau ungebildet, habe keine Ahnung und rede nur wirres Zeug. auch eine Art Rassismus, nicht?

        Genau genommen ist es ja dann so, dass wenn schon Kulturgeschichte als Argument verwendet wird, ich sagen könnte, die Geschichte besagter Kultur sei dann rassistisch, was ich hier aber nicht gemacht habe, obwohl… naja lassen wir das.

        Natürlich auch bezeichnet Mohr ursprünglich einfach das Volk der Mauren – Araber übrigens. Es ist ein Feindbild, weil die Mauren eben die iberische Halbinsel 800 Jahre besetzt hielten und dort verhasst waren, welches nun losgelöst von der eigentlichen Geschichte weiterlebt. Der ewige Sündenbock.

        Um einem Kind über Angst ein Tabu zu vermitteln, wird was angewandt? eben. der Schwarze, oder der Jude, oder der Zigeuner. das unbekannte. überlegen Sie, was in Lateinamerika und Afrika als angst einflössendes Feindbild benutzt wird: der fahle, weisse, blutrünstige europäische Kolonialherr. es funktioniert auch umgekehrt, verstehen sie nun den Mechanismus?

        N_ger etwa ist ja etymologisch auch nur ein aus dem lateinischen stammendes Wort für schwarz. Das Wort ist aber dermassen überladen, dass es nicht mehr in einem friedlichen Gespräch verwendet werden soll.

        oder , betreffend dem Gift der frühen Jahre: finden sie, dass ‚10 kleine N_gerlein‘ nicht rassistisch ist? eben.

        oder einiges in Tim und Struppi, das an kolonialistischer Arroganz nur so strotzt. oder andere Kinderbücher und da insbesondere die Illustrationen. es ist die Sprache der Bilder, die das noch verstärkt und eben tief verwurzelt im Denken. darum geht es.

        white privilege, und die ganze Forschung dazu ist kein fringe Beschäftigung, sondern im Zentrum sozialer Forschung, btw.

        worum es mir geht: dass solches Denken viel früher anfängt als die offensichtlich krassen Denkarten von Neonazis und eben in den sprachlichen Bildern, die zur Ausgrenzung benutzt werden, ihre Wurzel haben und viele sich dessen nicht einmal bewusst sind. Und – dass es nicht ein Phänomen ist, das nur in der europäisch geprägten Kultur (und da schliesse ich die amerikanische mit ein) vorkommt.

      • Katharina sagt:

        nein nein nein Valeria.

        schwarzes Schaf wird als Sprachbild der Ausgrenzung benutzt, und das seit langem. Natürlich hat weisse Wolle Vorteile und es kann damit mit einer hier übrigens nicht weiter belegten Kulturgeschichte von der Art der Anwendung solcher sprachlichen Bilder abgelenkt werden. Dass diese Kulturgeschichte (auch betreffend dem bösen schwarzen Mann) in Wiederholung gebracht wird, ohne dass nur eine Person sich die Mühe macht, dafür einen Beleg zu posten, während mir, die ich Belege betreffend white privilege geliefert habe, diese aber als unnötig und vom Thema ablenkend /

      • Katharina sagt:

        werden und mir mangelnde sprachliche Bildung unterschoben wird, ist eben genau auch ein Indiz dieses Denkens, denn ich bin ja als amerikanische Frau ungebildet, habe keine Ahnung und rede nur wirres Zeug. auch eine Art Rassismus, nicht?
        Genaugenommen ist es ja dann so, dass wenn schon Kulturgeschichte als Argument verwendet wird, ich sagen könnte, die Geschichte besagter Kultur sei dann rassistisch, was ich hier aber nicht gemacht habe, obwohl… naja lassen wir das.

      • Katharina sagt:

        Natürlich bezeichnet Mohr ursprünglich einfach das Volk der Mauren – Araber übrigens. Es ist ein Feindbild, weil die Mauren eben die iberische Halbinsel 800 Jahre besetzt hielten und dort verhasst waren, welches nun losgelöst von der eigentlichen Geschichte weiterlebt. Der ewige Sündenbock.

        Um einem Kind über Angst ein Tabu zu vermitteln, wird was angewandt? eben. der Schwarze, oder der Jud3, oder der Zigeuner. das unbekannte. überlegen Sie, was in Lateinamerika und Afrika als angsteinflössendes Feindbild benutzt wird: der fahle, weisse, blutrünstige europäische Kolonialherr.

      • Katharina sagt:

        es funktioniert auch umgekehrt, verstehen sie nun den Mechanismus?

      • Katharina sagt:

        N3ger etwa ist ja auch nur ein aus dem lateinischen stammendes Wort für schwarz. Das Wort ist aber dermassen überladen, dass es nicht mehr in einem friedlichen Gespräch verwendet werden soll.

        oder , betreffend dem Gift der frühen Jahre: finden sie, dass ‚10 kleine N3gerlein‘ nicht rassistisch ist? eben.
        oder einiges in Tim und Struppi, das an kolonial Arroganz nur so strotzt. oder andere Kinderbücher und da insbesondere die Illustrationen. es ist die Sprache der Bilder, die das noch verstärkt und eben tief verwurzelt im Denken. darum geht es.

      • Katharina sagt:

        white privilege, und die ganze Forschung dazu ist keine Neben-Beschäftigung, sondern im Zentrum sozialer Forschung.

        worum es mir geht: dass solches Denken viel früher anfängt als die offensichtlich krassen Denkarten von Neonazis und eben in den sprachlichen Bildern, die zur Ausgrenzung benutzt werden, ihre Wurzel haben und viele sich dessen nicht einmal bewusst sind. Und – dass es nicht ein Phänomen ist, das nur in der europäisch geprägten Kultur (und da schliesse ich die amerikanische mit ein) vorkommt.

      • Monsieur de Hummel sagt:

        Quellen?

        Schwarzes Schaf: http://de.wikipedia.org/wiki/Schwarzes_Schaf

        Schwarzer Mann: http://de.wikipedia.org/wiki/Wer_hat_Angst_vorm_Schwarzen_Mann%3F
        Hierbei wird tatsächlich auch die Möglichkeit erwähnt, dass es zu gewissen Zeiten um die Hauptfarbe hätte gehen können.

      • marie sagt:

        vllt ist die frage naiv katharina. aber ist kulturgeschichte nicht auch eine möglichkeit eben diese begriffe wieder zu entlasten?
        nicht dass ich mich nach dem begriff n3g3r sehne. aber ich denke da vor allem an den begriff jud3.
        wie gesagt ich frage naiv.

      • Katharina sagt:

        „aber ist kulturgeschichte nicht auch eine möglichkeit eben diese begriffe wieder zu entlasten“ – was ich das beste finde: Immersion. also eine zeitlang mit den leuten leben. ich weiss nicht ob du people to people international kennst. die Idee ist, dass junge (meist Studenten) einen Monat in einer Familie im Gastland leben und im Gegenrecht dann auch einen jugendlichen als temporäres Familienmitglied aufnehmen. funktioniert wunderbar.

      • Katharina sagt:

        falls es dich interessiert:

        http://www.ptpi.org/

        In der Schweiz heben die Kontaktstellen in Zürich, Bern und Interlaken.

      • Valeria sagt:

        Katharina. Sie haben mit vielem, was Sie hier schreiben, recht und ich unterstütze Sie vollkommen in Ihrem Bestreben, dem Rassismus so früh wie möglich einen Riegel vorzuschieben. Nur betrachten Sie Sprache als etwas Gesetztes, etwas, was beständig ist. Und dem ist nicht so. Sprache variiert, sie verändert sich, Worte haben Bedeutungen, verlieren sie wieder, gehen ganz vergessen und tauchen an anderen Orten wieder auf. Sprache bildet sich im Kontext. Sprache fliesst.

        Und oft passiert es, dass Worte oder ganze Redewendungen ihre eigentliche Bedeutung verlieren und nur noch im übertragenen…

      • Valeria sagt:

        …Sinne verwendet werden. Dass Ausdrücke wie „etwas ist getürkt“ oder „das kommt mir Spanisch vor“ ebenfalls rassistisch benutzt werden können, ist noch relativ klar. Aber wusste Sie, dass auch „mauscheln“ ein solcher Ausdruck ist?

        Und genauso hat diese Diskussion gestartet. Der Begriff „böser, schwarzer Mann“ wurde von mir (gänzlich ohne rassistische Hintergedanken) als Angstbild verwendet. Ich bin in einer Gegend aufgewachsen, wo man Kindern so eingebläut hat, nicht jedem zu vertrauen. Wenn man diese Redewendung nicht kennt, kann man das natürlich falsch verstehen…

      • Valeria sagt:

        …Aber weder hat dieser Begriff historisch, noch umgangssprachlich in seiner Verwendung etwas mit einem dunkelhäutigen Menschen zu tun. Wäre mir klar gewesen, dass die Verwendung sehr regional bedingt ist (habe ich jetzt erst im Laufe der Recherchen herausgefunden), hätte ich ihn nicht verwendet.

      • Katharina sagt:

        „und ich Wiki nicht als Quelle angebe“ – was ist falsch an Wiki, wenn es in erster Linie darum geht einen Begriff zu klären? White privilege ist nun mal als Begriff im deutschsprachigen Raum nicht so bekannt, und weiss-sein (die offizielle Übersetzung) kann sehr schnell missverstanden werden.

        Ich zitiere ungerne google books, eben weil die Quelle oft unvollständig vorliegt (z.b wenn es dann sagt eine Seite sei in der Vorschau nicht verfügbar, bitte kaufen) und weil google books mMn oft Urheberrechte verletzt. Die scans waren nicht autorisiert.

      • Katharina sagt:

        interessantes Buch übrigens, das auf das archetypische, die Märchen und Sagen verweist. Wunderschön, aber auch da ist es angebracht, eben die Hintergründe zu beleuchten (dies ohne das Buch zu kennen, nur aus der schnellen Durchsicht die ich soeben gemacht habe). denn gerade im archetypischen liegt ja die Quelle..auch des rassistischen Denkens. Gehen Sie als Weisse in ein typisches Chicano Quartier. da fühlen sie es einmal im umgekehrten Sinn. manchmal recht unheimlich: La Gringa es en nuestra calle!

      • alien sagt:

        Eben, ich hasse die USA nicht. Aber den Kopf schütteln muss ich schon öfters mal. Etwa bei dem hier.

      • Katharina sagt:

        Ich mache Ihnen auch keinen Vorwurf, Valeria, wie ich früher schon sagte.

        getürkt ist eindeutig rassistisch, aber ‘das kommt mir Spanisch vor‘ nicht, weil zweites auf sich selber bezogen ausgedrückt ist und ein Unverständnis, da fremd, ausdrückt. im Wesentlichen das auf sich selber bezogene macht den Unterschied.

      • Katharina sagt:

        Alien: ich kommentiere Artikel von Killian prinzipiell nicht. Der Herr ist ein Meister der Missinformation und Manipulation mit falschen Aussagen, und selber getürkten Quellenangaben. Dass dieses Haus hier mit dem zusammenarbeitet ist eigentlich seltsam und lässt Fragen über deren Glaubwürdigkeit aufkommen. sorry. und ja ich weiss ich habe gerade getürkt verwendet.

        worauf er sich bezieht sind Gesetze in Arizona. einem Kanton, der leider sehr sehr ins arische abgedriftet ist. sorry.

        und was in Alabama abging, das ist richtig. denn drögelen und dann schwanger werden? und ein süchtiges Kind?

      • Katharina sagt:

        weiter: Killian erwähnt immer wieder allzu gerne die Exzesse der rep-fundis, aber er erwähnt nie, welche gewaltigen Fortschritte in Sachen LGBT Rechte erreicht wurden, dies, obwohl Obama aus seinen religiösen Überzeugungen heraus sich konsistent quer stellt und wir dies trotzdem erreichten. dank gutem Lobbying. oder er erwähnt nie, dass einige der lokalen Gesetze verfassungswidrig sind und Obama als Präsident diese suspendieren kann, dies aber nicht macht und die Lobbying Gruppen wegen Obama’s Verhalten zum Rechtsweg gezwungen sind.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        „So verurteilte ein Gericht in dem konservativen Staat die 32-jährige Amanda Kimbrough zu zehn Jahren Haft, nachdem ihr Frühchen kurz nach der Geburt gestorben war und ein Test Spuren von Methamphetamin ergeben hatte.“

        Spuren! Ein solcher Verhältnisblödsinn ist typisch USA! Da müssten noch ganz andere Leute in die Kiste. Zum Glück ist unser Justizsystem nicht dermassen aus den Fugen geraten. Schon die Tatsache, dass ein moderner Staat die Todesstrafe kennt und vollzieht, ist eine Schande! In solchen Fragen müssen die USA noch sehr viel lernen, z.B. von Good old Europe, wir sind da viel weiter

  • xyxyxy sagt:

    endlich mal ein Beitrag zu dem Thema, wo sich nicht ein(e) Prahlhans(in) meldet, der/die sagt, wie super doll mutig er/sie, im Gegensatz zu allen anderen Menschen(!) ist. Und dann das unsägliche Echo sämtlicher PrahlhänsINNEN im Blog, wo sich alle mit ihrem Mut brüsten, der angeblich unzählige Levels über dem Gesellschaftsdurchschnitt sein soll.

    Bravo für den Mut zu seinen Schwächen zu stehen.

    • marie sagt:

      schliess mich xy und brunhild steiner an.

    • alien sagt:

      Der Morgen ist noch jung, marie.

      • marie sagt:

        ja mir wäre lieber wenn es schon abend wäre…

      • xyxyxy sagt:

        ihr Widersprechen darf natürlich nicht fehlen
        aber „hoch angesehen“ hier im Blog?
        Nein spp ganz bestimmt nicht. Hier ist es hoch angesehen, wenn man sich als einer outet, der gegen den „heutigen Sicherheitswahn“ ist. Bis anhin habe ich nur solche Einträge registriert, die jeweils mit viel Applaus quittiert wurden. Aber was red ich da, das hab ich ja bereits gesagt und sie wissen ja, dass es so war.
        Es geht ja nur darum, dass ich es gesagt habe und sie mir gerne widersprechen.

      • Sportpapi sagt:

        @xyxyxy: Sie überschätzen sich. Aber richtig, ich habe eine Tendenz, kritisch zu sein, gerne etwas zu widersprechen, die Sache auch noch von der anderen Seite anzusehen. Hat aber gar nichts mit Ihnen zu tun. Ansonsten bleibe ich bei meinen Aussagen. Welche Mutter sollte Mühe haben damit zu sagen, dass sie Angst, vielleicht sogar etwas viel Angst, um ihre Kinder hat?

      • xyxyxy sagt:

        spp – die Selbstüberschätzung dürfen sie mir gerne geben, ich steh dazu.

        Was ihr Widersprechen betrifft. Es ist ja schön, wenn man kritisch ist und widerspricht.
        Aber dann sollte man, wenn man mal gleicher Meinung ist, sich nicht zu schön sein, das auch mal zu sagen.
        Zudem sollte das Widersprechen, dann doch einer gewissen Genauigkeit folgen, sonst ist es eben nicht wirklich kritisch, sondern widersprechen um des Widersprechens willen. Beispiel: Dass es allgemein so ist, wie sie sagen stimmt natürlich auch. Ich habe aber spezifisch von diesem Blog gesprochen.

    • Sportpapi sagt:

      Wobei es nicht viel Mut braucht, eine Haltung einzunehmen, die auch nach eigenen Worten weit verbreitet ist. Uncool, Angst zu haben? Uncool vielleicht, aber sicher hoch angesehen…

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi:
        Angst haben und von einer Angststörung betroffen sein ist nicht dasselbe.
        Wenn ich die Autorin richtig verstanden habe, dann leidet sie unter einer Angststörung,
        und einer solchen kommt man mit den üblichen Tricks und Kniffs unsren alltäglichen, im Rahmen liegenden Ängsten, Befürchtungen und Sorgen eben nicht so schnell bei.
        Und „hoch angesehen“ ist es auch nicht grad, braucht viel Verständnis vom Umfeld.

      • Sportpapi sagt:

        @BS: Ich habe verstanden, dass die Autorin unter „übertriebenen Ängsten“ leidet, keineswegs unter einer Angststörung. Dies war eher ein Einschub, um der Geschichte mehr Dramatik zu verleihen. Sollte ich mich irren, bitte ich um Entschuldigung für meine Fehleinschätzung.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Sportpapi:
        dann lesen Sie nochmals Abschnitt 5, und dann Abschnitt 8,
        daraus schliesse ich dass sich bei ihr eben gerade nicht mehr um die üblichen Ängste,
        welche das Leben mit Kindern mitbringt, handelt.

    • E.H.Roth sagt:

      Stimmt, es ist sehr langweilig immer nur von den sogenannten selbsternannten perfekten Eltern / Menschen zu hören die von und über sich schreiben wie toll sie sind und bei jeder Gelegenheit allen anderen unter die Nase reiben müssen was alles sie richtig machen wie zB. das mit diesem Veloanhänger. Ich hätte vor 20 Jahren für die Kleine nie im Leben einen solchen Anhänger an mein Bike geschraubt… sondern so transportiert wie in alten Zeiten nämlich vorn am Lenker mit Blick nach vorn und so radelte ich durch die City auch wie immer. Ich machte eben was mir passt und was ich für richtig finde.

  • diva sagt:

    danke frau fischer. ich fühle mich TOTAL verstanden. sei noch zu erwähnen, dass es mit dem ende der biologischen kindheit nicht aufhört. in der pubertätszeit holt man sich oft genug ränder unter die augen, weil man vor sorge und angst nicht schlafen kann. ich konnte damit nur umgeben, indem für meine tochter klar war, dass sie mich jederzeit aus dem bett klingeln konnte und ich sie mit dem auto hole. egal wo. und ich muss sagen, ich hab da orte gesehen, wo ich nicht einmal am tag hingehen würde, aber das ist ein anderes thema… 😉

  • Sportpapi sagt:

    Erlaubnis, vom Sprungturm zu springen? Ich meine, entweder hat es jemand explizit verboten, oder es ist erlaubt. Hat es jemand explizit verboten, wird es der Partner hoffentlich auch nicht zulassen. Ich glaube übrigens nicht, dass Mütter mehr Ängste haben als die Väter, im Gegenteil. Sehr wohl aber, dass wir alle heute übertreiben, und damit unsere Kinder blockieren.
    Eine Einsicht, die viele haben. Und dennoch nicht über ihren eigenen Schatten springen. Weshalb eigentlich nicht?

    • Blitz Blank sagt:

      Die (biologisch bedingt!) ängstliche Mutter und der angstfreie Vater halte ich auch für ziemlich klischiert.

      • Karl von Bruk sagt:

        Man kann die biologisch bedingten Unterschiede zwar leugnen; aber sie beweisen sich immer wieder. „Natuerlich“ wird auch ein Vater, der diesen Namen verdient, sein eigenes Kind nicht wissentlich und gewissenlos einer vermeidbaren Gefahr aussetzen. Auch er wird seine 12jaehrige Tochter nicht nach Mitternacht einem 14jaehrigen geilen Raser anvertrauen, obwohl der intime Teil des Verkehrs (nur in der Schweiz!) strafbefreit wurde. Das „vaeterliche“ Gewissen wird oefters bei fremden Kindern, sei es in der Verdingkind- oder bereits in Friedenszeiten ohne militaerische Notwendigkeit in der Wehrsklav

    • Valeria sagt:

      Das mit dem Sprungturm habe ich mir auch gedacht. Bei uns war das nicht eine Sache des Dürfens, sondern eine des sich Trauens… Hehe, das erste Mal war dann übrigens nicht so geglückt und mein Hinterteil hat ein paar Tage ziemlich geschmerzt. Und ehrlich, ich glaube nicht, dass ich meine Eltern irgendwann gefragt habe, ob ich auf eine Mauer klettern darf.

  • Brunhild Steiner sagt:

    Angststörungen sind heimliche Lebens-fülle-fresser
    und egal ob man Betroffene/r mit Kindern oder ohne,
    oder noch selber Kind ist,
    es braucht Ausdauer, Verständnis und ganz viel Hoffnung.

    In diesem Sinne, Ihnen einen kraftvollen Frühling und Sommer deren befreiende Wärme, Wachsen und Freiheit
    auch in kühleren Zeiten die Oberhand behalten!
    Danke fürs hinstehen, und Ihr Lösungsansatz klingt gut. 🙂

  • Muttis Liebling sagt:

    Angst, welche sich seriell auf 5 Kinder verteilt ist etwas ganz anderes als die, die brachial auf ein viel zu spät geborenes Einzelkind niederprasselt. Angst, Sorge usw. gab es schon immer und ist in Grenzen vernünftig. Gepaart mit einem unglücklichen Zeitgeist, bei dem Vermeiden von Fehlern wichtiger als Erfolg ist und emotionale Beziehungen vereinzeln, dafür aber hochgezüchtet werden, wird Angst zum Stigma und gleichzeitig Prädiktiv einer vor sich hin gammelnden Gesellschaft.

    Guten Morgen

    • marie sagt:

      auch guten morgen – vor sich hin gammelnde gesellschaft? ml, wir müssen arbeiten gehen und nach diesem votum verstehe ich endlich die furcht der mütter… ihr post klingt wie ein beschrieb eines entsorgungshofes für sondermülldeponie.
      stimmt aber. ausgeprägte furcht und angst lässt wenig bis gar kein leben zu. deshalb fahren ab sofort velo mit anhänger in la, vllt gibt das den nötigen kick.
      hatten sie 5 kinder? falls ja, hut ab!

      • lisi sagt:

        Wir haben fünf Kinder, ich sorge mich aber um jedes einzelne. Ich stimme zu, dass nicht alle Angst und Erwartungen auf das eine Kind projeziert werden. Ich möchte aber trotzdem Keines verlieren, obwohl ich dann ja noch vier hätte…. Angst gehört zum Leben, sie darf aber unser Leben nicht bestimmen. Ich versuche den Kids soviel Freiheit wie möglich zu geben. Bei den Grossen half mir der Satz von Remo Largo, sobald sie zum Haus raus gehen, wissen sie, dass sie für sich selber verantwortlich sind, ich kann sie nicht mehr beschützen. Sie müssen sich selber beschützen.

      • marie sagt:

        ich glaube mütter und auch väter sorgen sich immer. ist ein zeichen der liebe und in gewisser hinsicht die liebe zum leben.

      • xyxyxy sagt:

        ml – halten sie es für Weise in jedem erdenklichen Übel den gleichen Nenner zu finden?
        die heutige Kinderarmegesellschaft….
        Ja, das wäre natürlich schön, wenn alles Übel sich auf einen Nenner reduzieren liesse, dann wäre das Heilmittel schnell gefunden. Aber nur Sektierer und verquere Ideologen sind so blind, dass sie eine solch verkürzte Sichtweise der Probleme einnehmen.
        übertriebene Angst gab es auch früher – meine Schwiegermutter ist so ein Beispiel und die ist wohl älter als Sie, wuchs unter ärmsten Verhältnissen auf und hatte selbst 4 Kinder – aber bei ihnen immer alles stereotyp

      • alien sagt:

        Mein Mädel ist am Sonntag beim Baumhausbauen in einen alten, rostigen Nagel getreten… das tut immer noch weh… na, hoffentlich bleibt nichts zurück…

        Was ich meine: Die Kinder an der langen, langen Leine zu haben, ist manchmal schon gefährlich. Dennoch ist es viel besser als das Gegenteil.

    • E.H.Roth sagt:

      hm, ML Sie habe mal wieder wo schon oft in letzter Zeit genau „den Nagel auf dem Kopf getroffen“.

      • marie sagt:

        hr roth! …“vor sich hin gammelnde gesellschaft“? er spricht ua von UNS. davon distanziere ich mich, bin zwar nicht mehr die jüngste, aber vor mich hin gammeln tu ich nicht. bin durchaus seeeehr vital, habe meine haltung und meinung und liebe das leben, und versuche achtsam und respektvoll mit meinen mitmenschen umzugehen (gelingt nicht immer, aber immer öfters).

      • marie sagt:

        und kenne überigens mehrheitlich nur solche menschen – mir stellt sich die frage in welchen kreisen ml verkehrt.

      • E.H.Roth sagt:

        halllöchen marie. ja, dann müssen Sie sich auch nicht angesprochen fühlen von ML aber was er sagt stimmt halt trotzdem. Sonst alles klar im Lande Bern?

      • E.H.Roth sagt:

        Es hat schon immer Menschen gegeben die ängstlich sind. Das ist nichts neues. Die Risikobereitschaft ist unterschiedlich was heisst, was für den einen bereits ein Risiko ist, ist für ein anderer noch Komfortzone. Für mich war als Jugendlicher das Töff fahren nur interessant, wenn es viel Verkehr auf der Strasse hatte d.h. erst überholen wenn es bereits Gegenverkehr hatte. Für mich war das keine Risiko und als ich einmal frontal in ein Auto gefahren bin hat mich das nicht vom aufhören abgehalten. Hm, auf der Teufelsbrücke den Handstand drücken gefällig und Turnübungen machen? Fragt mal Roth!

      • marie sagt:

        ich gebe in sachen angst ml ja recht, aber mir gefällt das halt „vor sich hin gammelnde gesellschaft“ nicht. ist so …nihilistisch, so ablehnend… mag das gar nicht. obwohl ich ja auch nicht gerade die zuversichtlichste person bin. na ja. ml halt. obwohl mit ihm ja eine diskussion/debatte möglich ist. im gegensatz zu anderen hier, wo hopfen und malz verloren ist.
        ps: ne, ich brauche urlaub, am besten ein 2jähriges sabbatical. nach 26jahren arbeiten sollte das doch allen mitarbeitern vom arbeitgeber offeriert werden… muss ja noch mal ca 25jahre…
        sonst alles in ordnung – und bei ihnen?

      • E.H.Roth sagt:

        ja marie, war einige Tage in der Toscana. Bekannte besuchen, Hausparty und etwas am Meer spazieren und mit dem Auto rumgefahren…

      • marie sagt:

        und sie kommen zurück? 🙁

      • E.H.Roth sagt:

        ja marie, es kommen eigentlich die allermeisten wieder zurück… die nächste Italoreise wird Neapel und Caserta sein. Schon mal dort gewesen?

      • marie sagt:

        stamme aus der gegend. 😯 aber wenn sie einen weiteren ausflug machen wollen, dann empfehle ich ihnen castel del monte zu besuchen. ist zwar auf der anderen seite in apulien in der nähe von bari, aber ich finde diese burg/festung, was es genau ist ist eher unklar, aber das gebäude steht schon beinahe mystisch in einer wunderbaren landschaft…
        gewisse „dinge“ aus neapel fehlen mir, auf anderes kann ich gut verzichten. tipp zum einstimmen: hochzeit auf italienisch mit loren und mastroianni – KLASSE!

      • E.H.Roth sagt:

        Kulturell gesehen liebe ich die Gegend sehr hm, .. wie sagte man noch über die Italienerinnen aus dem Süden? heisser als der Vesuv… Ich war einmal Verlobt mit einer rassige Neapolitanerin. Wir hatten eine Beziehung wie in den Filmen aus den 50/60er Jahre mit Gina Lollobrigida!

        muss jetzt gehen marie. Merke, wer Angst hat lebt nicht. Risiko gehört zum leben und wegen ein paar Narben stirbt keiner.

  • Karl von Bruk sagt:

    In nicht bibeltheokratisch beherrschten Kulturen bestimmen ab spaetestens 14 Jahren die Vaeter die Grenzen des Risikoverhaltens der Burschen. Das haelt die Schaeden des Gluckensyndrom-Hausarrestes der Mutter in Grenzen. Verfehlt ist in diesem sonst dollen Artikel nur das Verharmlosen des Verpruegelns, Kinder ab 14 Jahren haben auch unbewaffnet gefaehrliche Kraefte, die schnell einmal zu schweren Koerperverletzungen und gar Tod fuehren koennen. Kampftraining gehoert in einen Ring unter erfahrene Trainer. Spaetestens ab diesem Alter sollte auch jede illegale Gewalt konsequent strafrechtlich verf

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