Grossmama als Gratisnanny?

Eine Carte Blanche von Martina und Franziska Brägger, den Gründerinnen der Elternplattform www.esgehtauchso.ch, welche Eltern mit Betreuungsbedarf zu Tandemfamilien vernetzt.

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Der Umfang an unbezahlter Kinderbetreuung durch über 50-Jährige wird im «Generationenbericht Schweiz» pro Jahr auf rund 100 Millionen Stunden geschätzt – Grosseltern mit Enkelin.

Es fällt auf, dass viele junge Familien ohne die Unterstützung einer oder beider Grossmütter innert Kürze zu kollabieren drohen. Die Kinder werden stunden- oder tageweise durch Oma betreut, sei es, weil die Mutter nach dem Mutterschaftsurlaub wieder arbeitet, weil die Eltern ein Wochenende unter sich sein wollen oder weil sie einfach mal wieder ihren Schlaf brauchen. Der Umfang an unbezahlter Kinderbetreuung durch über 50-Jährige wird im «Generationenbericht Schweiz» pro Jahr auf rund 100 Millionen Stunden geschätzt, was einer jährlichen Arbeitsleistung von über zwei Milliarden Franken entspricht. Fast vier Fünftel davon leisten die Grossmütter, und alle finden es gut, schliesslich handelt es sich um eine Win-win-Situation: Die jungen Frauen können ihre Karriere trotz Kinder weiterverfolgen, die Väter brauchen sich nicht wesentlich einzuschränken, es wird viel Geld für die Kinderkrippe beziehungsweise die Nanny gespart und die Kinder werden, da eigenes Fleisch und Blut, liebevoll und fürsorglich betreut.

Die meisten werden es nicht einmal bemerkt haben: In der Aufzählung all dieser wunderbaren Vorteile fehlt die Perspektive der Grossmutter. Grossmütter werden oft gar nicht erst nach ihrer Ansicht gefragt, weil man davon ausgeht, dass sie stets und mit Freude für die Aufzucht ihrer Enkel zur Verfügung stehen. Viele Töchter und Söhne sind gar der Meinung, ihren Müttern noch einen Gefallen zu tun, wenn sie ihnen die Kinder anvertrauen. «Meine Mutter hat ein solches Aufheben davon gemacht, endlich ein Enkelkind zu haben, dann soll sie das Kind jetzt auch nehmen!», so oder ähnlich klingt es dann. Im Extremfall verpflichtet sich die Grossmutter auf Jahre hinaus, mehrere fixe Tage die Woche ihr Enkelkind gratis zu betreuen, und nicht genug; sie soll auch noch dankbar dafür sein!

Selber schuld, wenn sich die Grossmutter nicht wehrt, könnte man nun bei oberflächlicher Betrachtung einwenden. Das Problem ist jedoch komplex, man nennt es auch das Oma-Dilemma, welches folgendermassen umschrieben werden kann: Grossmütter freuen sich im Allgemeinen wie wahnsinnig über ihre Enkelkinder und möchten an ihrem Leben teilhaben. Als Familienmitglied. Nicht als Gratisnanny. Sie getrauen sich das aber nicht zu sagen, weil dann ihre gestresste Tochter oder ihr gestresster Sohn sauer werden könnte. Sind die nämlich sauer, besteht das Risiko einer Entzweiung, mit der Folge, dass Oma ihr Enkelkind nur noch an Weihnachten zu Gesicht bekommt. Dieses Horrorszenario gilt es unbedingt zu verhindern; und deshalb willigen Grossmütter in für sie einengende oder belastende Arrangements ein.

Die folgenden Überlegungen sollen dazu anregen, den Grossmuttermissbrauch für einmal kritisch zu überdenken:

  • Ihre Mutter hat Sie wahrscheinlich ohne grosse Unterstützung durch Ihren Vater grossgezogen, weshalb soll sich dieses ungute Muster nun wiederholen?
  • Hat Ihre Mutter es nicht verdient, sich ihren Enkeln spontan, sporadisch und ohne Erziehungsverantwortung zu widmen? Schliesslich hatte sie mit Ihnen schon genug Sorgen.
  • Ihre Mutter verwöhnt die Kinder viel zu sehr, es gibt z.B. keine Beschränkungen, was Fernseh- und Süssigkeitenkonsum anbelangt. Das geht total in Ordnung, solange es die Ausnahme bleibt. Zur Regel sollte es den Kindern zuliebe nicht werden.
  • Falls Ihre Mutter noch voll im Arbeitsleben drin ist, hat sie gar keine Zeit bzw. müsste den Enkeln zuliebe auf ihre Freizeit verzichten. Das wollen Sie ihr doch nicht zumuten.
  • Auch wenn Ihre Mutter im gleichen Quartier oder gar im gleichen Haus wie Sie wohnt: Sie hat ein Recht auf Privatsphäre.

Es hinterlässt auf die Dauer ein schales Gefühl, nur zu nehmen, ohne zu geben. Nehmen Sie lieber die Dienste von bezahlten Babysittern in Anspruch oder gehen Sie ein Betreuungs-Tandem ein – ein reines Gewissen ist ein gutes Ruhekissen! Wenn Sie die Hilfsbereitschaft Ihrer Mutter als Selbstverständlichkeit betrachten, werden es Ihre Kinder auch tun. Dabei soll die Beziehung zwischen Enkeln und Grossmutter etwas Spezielles und Schönes sein.

Wenn Sie zur glücklichen Mehrheit gehören, welche ein ausgewogenes, respektvolles und herzliches Generationenverhältnis pflegt: Glückwunsch! Sie meistern eine schwierige Gratwanderung ausgezeichnet.

Der Mamablog dankt den beiden Autorinnen herzlich.

Schreiben Sie mit! Schreiben Sie eine Carte Blanche! Stellen Sie Ihre Themen, Beobachtungen, Erfahrungen hier zur Diskussion! Die Redaktion wird die Texte sichten, auswählen und publizieren.

Texte ( zwischen 1800–2500 Zeichen) an mamablog@newsnetz.ch

154 Kommentare zu «Grossmama als Gratisnanny?»

  • Andrea Mordasini, Bern sagt:

    Wir haben das grosse Glück, dass meine Eltern gerade nebenan wohnen und meine beiden Kinder gerne und häufig hüten, seis damit ich arbeiten gehen kann, seis auch zwischendurch. Dies alles ist für mich überhaupt nicht selbstverständlich, sind meine Eltern ja auch nicht mehr die jüngsten. Gerade deshalb bin ich ihnen für ihren unermüdlichen Einsatz und ihr Engagement mega dankbar! Sie lieben ihre insgesamt fünf Grosskinder über alles und umgekehrt. Sie sind nicht nur die weltbesten (Schwieger)-Eltern für uns, sondern die weltbesten Grosseltern für unsere Kinder und jenen meiner beiden Schwestern

  • Rolf sagt:

    Ja und wir nennen Birgitt Mitterweier, die widerspenstige, die kranke Eni, die schiesswütige Katharina, Brunhild usw. auch nicht. Habe ich jemanden vergessen?

    • Eni sagt:

      @ Rolf

      Ja sich selbst haben Sie vergessen. Immer nur austeilen, aber noch nie einen Beitrag zum Thema geässert, weil Sie halt einfach nichts zu sagen haben.

      Ich wünschen Ihnen einen schönen Nachmittag.

      • Rolf sagt:

        Zu schreiben hätte ich eigentlich viel, nur sind die Themen hier wie auch die meisten Bloggerinnen und Blogger einfach nur dekadent und dermassen nicht von dieser Welt, dass ich einfach nicht anders kann als zu provozieren – Eni. In Zeiten wo 20 Mio. das Wasser bis zum Hals steht, wird hier über verwöhnte „Gofen“, Zicken auf dem Selbstverwirklichungstrip und Männer mit Persönlichkeitsstörungen diskutiert. Wenn das nicht dekadent ist, was ist des dann?

        Bitte frage mich jetzt nicht nach Themenbeispiele. Dies ist nicht mein Job. Für dies bekommen zwei Journalistinnen Geld. Peinlich nur, dass sich ein Ende der Mamablog-Themen abzeichnet. Es beginnt sich zu wiederholen und daher mussten weitere mit neuen Ideen angeheuert werden.

      • Stimmt, Rolf: Wir könnten natürlich auch über den dritten Weltkrieg diskutieren. Oder die Spekulation mit Grundnahrungsmitteln. Oder über die nahende Apokalypse. Oder… über irgendwas Grösseres, den Kosmos zum Beispiel, ja genau, warum nicht?

        Hier drinnen, in unseren struben, wirren Zeiten, diskutieren wir über den Mikrokosmos Familie und artverwandte Themen. Für Apokalypsen aller Art gibt es andere Foren, ganz viele sogar.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Marcel: vergiss die Vulkanausbrüche nicht welche den einen die Ferien boykottieren…

    • Isobel sagt:

      Rolf, und was motzen sie hier rum und sind nicht bei der glückskette gemeldet und helfen tatkräftig mit bei den flutopfern in pakistan?! Frauen leisten tagtäglich nicht nur in der hochburg der höchsten löhne und bonis unbezahlte hintergrundarbeit, nein, männer wie sie erlauben sich auch noch, sich über frauen lustig zu machen, die solche missstände aufzudecken versuchen. Los, helfen sie mit und leisten sie frondienst am mitmensch! Die gelegenheit in pakistan ist günstig und sie werden als held vielleicht aus den fluten zurückkehren in die trockene schweiz! Wir frauen wissen weltweit schon längst, wie aussichtslose lebenssituationen zu meistern sind und die wenigsten haben bisher aufbegehrt. Aber diese zeiten neigen sich dem ende zu, denn die skandalösen ungleichen arbeitsverteilungen weltweit generieren soziale unruhen und bürgerkriege.

    • Katharina sagt:

      Für Apokalypsen und kosmisches bin ich zustaendig. manchmal hat das wurmloch durchfall und es kommt was gescheites dabei raus.
      Fuer (virtuel?) schiesswuetiges nicht, da verweise ich an drohbrief schreibende in den nebenveranstaltungen.

      • Eni sagt:

        @ Rolf

        Na wenn Sie damit provozieren müssen, wenn Sie mich als krank bezeichnen, dann habe ich Mühe.

        Dass die Themen oft langweilig sind, stimmt. Verfassen Sie doch eine Carde-blanche wenn Sie denken, dass das was Sie zu sagen haben, auch für andere Interressant sein könnte, wovon ich überzeugt bin. Aber nur Andere beleidigen kann es doch nicht sein, oder brauchen Sie das um Ihren Frust loszuwerden?

  • Nik sagt:

    Einfach zum kotzen wie wieder über die ach so bösen, faulen und Taugenichts von Männern geschrieben wird. Fakt ist: Wenn die Grosseltern zu den Kinder schauen müssen, sind die Eltern entweder überfordert oder zu faul um zu ihren eigenen Kindern zu schauen. Das passt ja auch ganz gut zur heutigen Gesellschaft und vor allem zu diesem beschissenen Mamiblog, wo sich möchte-gerne-supermammis-und-pappis immer alles besser wissen, gemeinsam den Geschlechterkrieg anheizen und gegenseitig sich einen runter holen.

    • Eni sagt:

      @ Nik

      Stellen Sie sich vor: es gibt sogar Eltern die arbeiten müssen um Miete, Nahrung und Kleider zu bezahlen.
      Stellen Sie sich vor: es gibt sogar Grosseltern die gerne bei der Kinderbetreung helfen.

      Uebrigens: sind denn die Eltern die ihre Kinder in die Krippe geben auch zu faul oder überfordert?

      Gratistip: lesen Sie doch in Zukunft den beschissenen Mamabog ganz einach nicht mehr, das schont Ihre Nerven 😉

    • Isobel sagt:

      @Nik
      Ich bin noch nicht lange hier am mitlesen, aber dieser blog kümmert sich wenigstens um alltägliche sorgen der durchschnittlichen bevölkerung in der schweiz. Ich rate ihnen dringend, sich dem neu geschaffenen wirtschaftsblog des männergremiums des tagilesers hier näher anzusehen. Was halten sie denn von dieser neuen errungenschaft, wie bestmöglich geld verspekuliert wird von spargeldern, pensionskassengeldern etc.? Da müssten sie den mittelfinger erheben und auf diese fast schon kriminellen machenschaften zeigen, die uns alle weltweit fast in den abgrund vor einem jahr gerissen haben. Hier ist nicht der ort dafür, gehen sie in jenen blog und lassen sie dort gift ab. Die reaktionen werden mir recht geben – sie werden hochkant rausgeschmissen werden und zensuriert. Seien sie dort mutig und wagen sie es.

  • Lisa22 sagt:

    Dieses Betreuungsmodell der Grosi als Gratis-Nanny habe ich so nur in der Schweiz kennen lernen können.

    Als Neuzuzüger (vor 8 Jahren), ob ohne Verwandtschaft rundherum oder gar gleich aus dem Ausland, ist man als Frau/Mutter total allein gelassen. Man kann das Kind nirgendwo mal für ein paar Minuten/Stunden betreuen lassen, ausser, man gibt es in die KiTa für sehr viel Geld.

    Ich finde es gut, dass das fragwürdige System der Grosi als Gratis-Nanny einmal aus der Sicht der meist ungefragten Grosis thematisiert wird. Für mich hat das ein bisschen etwas von Ausbeutung der eigenen Eltern. Wären alle jungen Mütter auf KiTas angewiesen, würde endlich die Gesellschaft aufmerksamer auf dieses Problem. Die schweizer Gesellschaft profitiert stark von diesem System. Den volkswirtschaftlichen Schaden will ich gar nicht berechnen…

    • @Lisa22

      Häääh? Volkswirtschaftlicher Schaden wird angerichtet, wenn Grosseltern arbeiten? Wem Schaden sie?

      Offensichtlich sind Grosseltern in vielen Fällen kompetent, arbeitssam, wirtschaftlich produktiv. Aber ihre wirtschaftliche Leistung wird nicht in Geld entlöhnt. Das heisst, es fallen keine Steuern an.

      Und jetzt sind wir beim Kern des Problems: Es gibt keine zusätzlichen Steuereinnahmen, wenn Grosseltern Kinder hüten. Die SP-Clientèle kann die Staatsquote nicht erhöhen, sie kann nicht noch mehr Geld zum Fenster hinausschaufeln.

      Aha, die Alten schaden mit ihrer Arbeit den profitgierigen Jungspunden von der Betreuer-Mafia. Denn diese wollen für teures Geld, staatlich subventioniert hochqualifizierte, gut besoldete Jobs für die Bachelors in Kinderhütewissenschaften.

  • Regula sagt:

    Ganz einfach… wenn ich einen Not- oder Ausnahmefall habe, müssen die Grosseltern ran, gehe ich arbeiten, bezahle ich Schwiegermutter, eigene Eltern oder Babysitter und zwar anständig. Bei uns geht’s Hand in Hand… unsere Eltern leben im selben Haus, sie hüten die Kids, derweilen ich für sie einkaufe! oder die Kids helfen direkt bei den Grosseltern. Was nichts kostet, ist auch nix wert – meine Ansicht.
    Regu

  • heidi reiff sagt:

    Ich bin eine glückliche Omi, bin einfach Ansprechspartnerin wenn mal Not an der Frau ist, meine Enkelinnen gehen längst ihre eigenen Weg, sind ausserordentlich selbständig, können auch selbst schon kochen, ab und zu übernachten sie bei einer Freundin. Meine Tochter wohnt in einer Siedlung mit gegenseitiger Absprache mit MitbewohnerInnen gibt es keine Probleme was hüten betrifft. Meine Enkelinnen inkl. meine Tochter sind meine Perlen. 🙂 .

  • Isabella Mordasini sagt:

    @Katharina

    Was den „Unfall“ des Y-Chromosomes angeht, verweise ich auf die deutsche wikipedia Suchwort: „y-chromosom“.

    Kurze Zusammenfassung:
    1) Reptilien und Lurche haben kein geschlechtsbestimmendes Gen. Zwar werden eindeutige sexuelle Geschlechte ausgebildet, aber die Entwicklung in die eine oder andere Richtung ist nach der Zeugung noch nicht genau bestimmt. So können zum Beispiel Dichtestress, Temperatur oder anderes die nötigen Veränderungen in Gang bringen.

    2) Bei der Entstehung der allerersten Säugetiere vor 350 Millionen Jahren entstand auf dem einen Arm des X Chromosoms durch eine Mutation ein geschlechtsbestimmendes Gen (SRY). Abgesehen von diesem einzelnen Gen gab es keine Unterscheidung zwischen den beiden X-Chromosomen. Dieses geschlechtsbestimmende Gen verursacht nicht das männliche Geschlecht. Aber es kanalisiert als Regelelement die übrigen Prozesse, die zur Ausbildung des Geschlechtes führen. Solche Aufspaltungen in der Entwicklung eines Individuums müssen korrekterweise in einer systemtheoretischen Sprache beschrieben werden.

    3) Eine sog. Inversion eines Astes auf dem männlichen Chromosom passierte vor 320 bis 240 Millionen Jahren. Eine Inversion ist ein ganz normaler Vorgang bei der Vervielfältigung der Chromosomen. Dabei wird ein Abschnitt aus dem DNA-Strang herausgeschnitten und verkehrt herum wieder eingebaut. Dieser Vorgang ist natürlich, wird von der Zelle reguliert.

    Erstmals beschrieben hat diesen Prozess die nachmalige Nobelpreisträgerin Barbara McClintock. Ihre Arbeiten wurden seit den 30er Jahren ignoriert, weil sie den gängigen Vorstellungne der Pflanzenzüchter widersprachen. Inversionen, wie Translokationen sind eine wesentliche genetische bei der Evolution der Arten.

    4) Die Folge dieser Inversion war, dass von nun an Defekte auf dem männlichen Chromosom nicht mehr durch Kopieren vom unveränderten homologen Chromosom repariert werden konnten.

    5) Von jetzt an häuften sich die Mutationen auf dem männlichen Chromosom und eine Vielzahl von genetischen Unterschieden zwischen Mann und Frau konnte sich etablieren.

    6) Die Verkürzung des männlichen Chromosoms passierte kontinuierlich als Folge der fehlenden Reparaturmöglichkeit. Der Verlust ist gemäss englischer wikipedia 4.6 Gene pro Millionen Jahre.

    7) Interessant ist der Aspekt, auf den die englische wikidpedia hinweist:
    „Without the ability to recombine during meiosis, the Y chromosome is unable to expose individual alleles to natural selection. Deleterious alleles are allowed to „hitchhike“ with beneficial neighbors, thus propagating maladapted alleles in to the next generation. Conversely, advantageous alleles may be selected against if they are surrounded by harmful alleles (background selection).
    Das heisst, Männer schlagen genetisch viel öfter über die Stränge, sind schlechter an die Umwelt angepasst, möglicherweise physiologisch weniger robust und öfter krank.

    Das wissen wir ja alles schon längst: Frauen sind die besseren Menschen, Frauen sind schöner, Frauen sind anmutiger, Frauen haben immer recht. Frauen sind die besseren Eltern, Frauen können sowieso alles besser. Wenn ein Mann meint, er könne es besser, dann ist das höchstens ein Ausreisser, der die Regel bestätigt

    Das letztere wäre so ungefähr auf dem populärbiologischen Niveau argumentiert, das unsere Germanistinnen-Blogistas regelmässig bemühen.

    • Cara Mia sagt:

      Und da dacht‘ ich doch, dass sei, weil dem Adam eine Rippe weggenommen wurde, zum die Eva machen… ?

      Ouuu, sorry, das ist ja, populistisches Niveau, ich entschuldige mich in aller Form.

      • Isabella Mordasini sagt:

        Und darum gebären Frauen, erziehen die Kinder, machen die Gartenarbeit, pflügen das Feld, hüten das Vieh, während die Männer unter dem Baobab sitzen, Tee trinken und von der letzten grossen Jagd prahlen…. Schiesslich können es die Frauen ja alles besser. Darum ist es ja die Grossmama als Gratiskinderhhütefrau und nicht der Grossvater. Der ist nämlich schon unter der Erde.

    • Brunhild Steiner sagt:

      Und eigentlich gehörte das ja in den
      Ist das Wunschkind heute ein Mädchen Thread, denn dort läuft der XX/XY Entstehungs-Schlagabtausch,
      wir wollen doch nicht die zugeschaufelten Grossmütter, die unter Enkelkindhütelast kurzatmig geworden sind,
      damit behelligen?!
      (Bitte den sarkastischen Unterton zu übersehen…;-) )

    • Katharina sagt:

      Dabei soll nicht uebersehen werden, dass isabella’s beitrag sprachlich und Inhaltlich eindeutig mit demjenigen uebereinstimmt, der auf der wortliste zu stehen scheint und in seiner parallelveranstaltung oft rot sieht.

      Ihr beitrag ist ein hinweis darauf, wie politisch selbst wissenschaftliche artikel auf wikipedia sind.

      hugh, die dumme zicke die gerne mit ihrer freundin rumschlampt hat gesprochen.

      • Widerspenstige sagt:

        Katharina, genau erkannt wegen der verkappten Nickträgerin. Das wollte ich zwar schon heute Mittag mitteilen, aber meine Internetverbindung war blockiert und mein PC und ich zusammen hatten einen Hitzestau, uff! Es hatte sage und schreibe innerhalb zwei Tagen von knapp 15°C über 30°C im Schatten – Sonnenjahr wie es leibt und lebt und die Klimaveränderung feiert ein Fest. Was sind wir hier unten auf Erden doch für arme Kreaturen, die einfach nichts mehr auf die Reihe kriegen…

    • Hier spricht zweifellos ein Biologe *räusper*…

      Danke für den Beitrag- schön, einmal etwas aus der Feder eines Spezialisten lesen zu können- fernab esotherischer Exkurse und feministischer Glaubensbekenntnisse!

      Du weisst, wovon Du sprichst!

  • zeitungsleser sagt:

    was für ein unfug.

    das einzige was als missbraucht festzustellen ist, ist das wort „missbrauch“ (es wird derzeit reichlich inflatioär bentutzt, was es seines inhalts zu berauben droht. auch der rest wei etwa die rede „unguten mustern“ ist nicht viel mehr als etwas psyeudopsychologie, très en vogue, sicher, aber auch ohne jeglichen belastbaren inhalt). was soll denn das bitte sein „grossmuttermissbrauch“? der tagi hatte an anderer stelle vielmehr recht als er schrieb, dass jetzt die babyboomergeneration einen substantiellen beitrag leisten muss. kinderhüten ist da nur ein teil davon.

    wenn wir alle überhaupt für etwas gut sind, dann dazu, uns gegenseitig zu helfen. die „professionalisierung“ von pflege etc. ist eigentlich auch ein phänomen des nicht-anteil-nehmen-wollens und der entsolidarisierung. nicht dass ich deswegen krippen abschaffen wollte – aber das hier geht entschieden zu weit: bezahlte babysitter ersetzen nicht das familiäre umfeld.

  • Olga Baumgartner sagt:

    Es macht mir „RiesenSpass „; diese Seiten zu lesen! – Im Herbst/ Winter werde ich , mit bald 70 Jahren, zum 1. Mal Oma werden.
    Und es ist gut, sich etwas vorzustellen zu dem Thema. –
    Sicher werde ich gerne einmal meine Enkel hüten,- wenn es dann auch wirklich erwünscht wäre . Aber ich denke, dass ich mich nie so einschränken werde, dass etwas Anderes keinen Platz mehr haben wird! – Ich habe noch soooo viele andere
    Hobby,s, die will ich zum Teil beibehalten können. – Aber , wenn die Situation dann da ist, – sieht es oft wieder ganz anders aus! – Ganz gelassen die Geschichte erwarten, und dann täglich neu überdenken. – Meisens kommt es anders, als du denkst!
    Allen Grosi,s weiterhin viel Freude und Gelassenheit.

  • Gigi sagt:

    Also wir geben der Grossmutter einen kleinen Lohn, klein weil mehr wollte sie nicht annehmen aber wir wollten es auch nicht das sie es gratis macht. Somit kriegt sie was und macht es auch noch gerne.
    Aber das wichtigste ist man sollte es genau besprechen damit es zu keinen Missverständnissen kommt. 🙂

  • Raphael Bühler sagt:

    Schade, die hier geschilderte Sichtweise ist äusserst eindimensional. Es gibt unzählige Grosseltern (nicht nur meine Eltern), die es sich nicht nehmen lassen wollen, einen Tag pro Woche, gar mehr oder auch weniger die Enkel zu versorgen. Meine Mutter bezeichnet den Montag mit meinem Sohn als schönsten Tag der Woche.

    • Romi sagt:

      Genau so ist es bei uns. Unsere Tochter geht 2 Tage in der Woche in die Krippe und einen Tag zur Omi (und Opi). Ich muss mich auf diesen Tag verlassen können, aber wir führen alles 6 Monate ein Gespräch, ob es für alle noch stimmt. Omi muss nicht auf Ferien verzichten, das organisieren wir dann immer frühzeitig. Die gemeinsame Zeit geniessen Omi und Enkeltochter in vollen Zügen. Neben der Horizonterweiterung hat meine Tochter eine zusätzliche, sehr vertraute, Bezugsperson. Ich freue mich für die beiden, denn ich hatte das aus geografischen Gründen nie. Beide währen um viele schöne Augenblicke und Erfahrungen ärmer und ich denke, das Verständnis für die Generation der anderen wurde erst so geweckt. Ich wünsche beiden, das sie noch lange Freude aneinander behalten!- Auch über die Babysitterzeit hinaus…

  • Sumsum sagt:

    habe noch selten einen so einseitigen und negativ geprägten beitrag gelesen. mein vater wurde pensioniert, als mein sohn auf die welt kam. und noch heute sagen meine eltern: es konnte ihnen nicht besseres passieren, als dass sie zu diesem zeitpunkt grosseltern wurden. sohnemann verbringt pro woche fix 2 tage bei ihnen und alle geniessen diese zeit. er erlebt dort einen anderen rhythmus, andere beschäftigungen, einen anderen menuplan etc., quasi eine horizonterweiterung zum leben mit mami und papi. alle beteiligten sind mit dieser variante sehr happy. und jetzt soll ich plötzlich ein schlechtes gewissen haben???

  • Regula sagt:

    @Marcel

    Ich würde ja gerne gerade unter dem Beitrag posten, aber da ist kein „Antworten“.

    Ich bin da ganz Ihrer Meinung.

    Es ist jedenfalls offensichtlich, dass in der Kleinstfamilie irgendwie der Wurm drin ist. Und es ist auch offensichtlich, dass Patchworkfamilien eine grosse Herausforderung sind.

    Nach genüsslicher Lektüre von Rafik Schamis „Die acht Frauen des Grossvaters“ frage ich mich ernsthaft, ob die hier beschriebene und gelebte Familienform evt. eine Alternative wäre.

  • Markus Schneider sagt:

    Jetzt auch noch das Gejammer der Grosseltern? Und nicht mal von Grosseltern selbst? Also bitte… wer Kinder hat weiss, dass sie zu hüten hat. Und ebenso will jeder Gesunde der selber Kinder hat, dass auch seine Kinder wieder Kinder haben, sont macht das Kinderhaben ja gar keinen Sinn. Also Schluss mit dem unsinnigen Gejammer, ich kenne keine Grosseltern, die ihre Enkel nicht gerne zu sich nähmen. Sollte es doch welche geben, so gehören sie in die Sprechstunde.

    Wann hingegen gibt es mal eine Carte Blanche zu den Kinderlosen? Die verzichten doch gezwungenermassen oder ganz bewusst auf Kinder – dennoch müssen sie für einen Grossteil der Kosten für Kinder aufkommen? Vor allem auch noch für missratene Kinder? Wann empört sich darüber mal jemand? Was haben die Kinderlosen von den Kindern der anderen? Und kommt jetzt bloss nicht mit den Renten. Dass die Jungen die Renten der Alten zahlen müssen ist doch eh ein Fehlkonstrukt. Also nochmal: Was haben die Kinderlosen von den Kindern der anderen? Und wieso müssen die Kinderlosen nicht auch für den Hund des Nachbarn bezahlen?

    • Eni sagt:

      @ Markus Schneider

      Gegenfrage: was hatten die Kinderlosen für einen Vorteil von Ihnen, als Sie selbst Kind waren? Da haben die Kinderlosen auch schon Steuern bezahlt die ebenfalls für Schulhäuser verwendet wurden.

      Ihr Einwände sind schon ein wenig seltsam. Im Grunde genommen müssten Sie ja dann ein Fan von Homosexuellen sein, da diese ja normalerweise keine Kinder haben, aber denen sprechen Sie die Menschenwürde ab.

      Denken Sie daran, dass wenn Sie eines Tages im Altersheim sind, dass Ihnen dann die Kinder anderer die Suppe einflössen und den Hintern abwischen. Dieses System nennt man Solidarität.

      • Markus Schneider sagt:

        Das ist grosser Quatsch. Das Pflegepersonal wird mir natürlich nicht aus Solidarität Suppe einflössen (sofern ich überhaupt je Pflege nötig haben werde). Das Pflegepersonal wird mich einzig und allein deshalb füttern, weil es durch mich bezahlt werden wird.

        Natürlich hatten die Kinderlosen von mir keinen Vorteil, weil das System schon damals ungerecht war. Ob die Schule in der gegenwärtigen Form (nämlich von Staat erzwungen) eine gute oder schlechte Sache ist, bleibt meines Erachtens dahingestellt. So oder so ist es mir aber leider nicht möglich, die Vergangenheit zu ändern. Bleiben wir also wie alle Menschen mit Vernunft bei der Gegenwart.

        Ohnehin habe ich mit keinem Wort gesagt, dass Kinderlosigkeit etwas gutes wäre. Und Fan von Homosexuellen bin ich schon gar nicht, das wissen Sie so gut wie ich. Auch nicht von Homosexuellen mit Kindern übrigens (die gibt es nämlich). Einzig bei Udo Rauchfleisch könnte ich…. eventuell…. schwach werden.

        Mir geht es einzig darum, dass die tatsächlichen Verursacher von Kosten diese auch übernehmen. Wer also Kinder hat, soll auch für sie aufkommen. Wer für Kinder nicht aufkommen kann, soll sie nicht auf die Welt stellen, ganz einfach. Schliesslich gibt es in der Schweiz nicht nur Dummheit und Sozialhilfe, sondern auch Anstand und funktionierende Verhütungsmittel.

        Umgekehrt heisst das natürlich auch, dass nur tatsächliche Leistung honoriert werden sollte. Es ist beispielsweise für mich nicht einzusehen, warum irgendeine Form von hetero- oder homosexuellem Paar Steuervergünstigung erhalten sollte, wenn es noch nicht mal Kinder hat, die sie mit Hilfe der erlassenen Steuer grossziehen könnten. Nur mal angenommen, dass Kinderhaben eine für die Gesellschaft wertvolle Leistung darstellt.

    • Brunhild Steiner sagt:

      @Markus Schneider: tja, da hat sich offenbar noch keiin Kinderloser derart unterdrückt gefühlt dass es ihm Antrieb zu einer Carte Blanche gegeben hätte- aber bestimmt haben Sie all die posts welche genau das bemängeln doch auch schon gelesen, nicht?
      Und was steht Ihnen im Wege selber eine Carte Blanche zu verfassen? Ausser dem Absegnen der R doch gar nichts, oder?

      • Eni sagt:

        @ Markus Schneider

        Klar, wird das Pflegepersonal Sie nicht ohne Bezahhlung pflegen, aber falls Sie denn mal ein Pflegefall werden (was ich Ihnen sicher nicht wünsche) dann verursachen Sie Kosten die andere zu tragen haben, so einfach ist das. Das meinte ich mit Solidarität. Alte gehören zur Gesellschaft genauso wie Kinder.

        Wie wollen Sie denn Ihre Verursachertheorie bei Krankheit oder Unfall regeln? Wenn sie doch krank sind machen Sie sich wohl auch keine Gedanken, wer für diese Kosten aufkommt, denke ich jedenfalls, warum sollten Sie auch? Selbst wenn die Krankheiten selbst verschuldet sind, man kann doch diese Menschen nicht einfach verrecken lassen. Ich denke auch, dass man sich nur über die hohen Krankenkassenprämien ärgert solange man selber nicht davon Gebrauch machen muss. Sobald man krank ist interressiert einem das nicht mehr, nicht aus Egoismus sondern einfach weil man froh ist, wenn einem geholfen wird.

        Warum schreiben Sie nicht mal eine Carde blanche über Ihre Anliegen?

      • Markus Schneider sagt:

        Wenn alle Pflegefälle automatisch auf Kosten „der anderen“ gehen würden, so wäre unser schlechtes System längst zusammengebrochen. Tatsache ist doch, dass eben sehr viele Leute jahrelang die Pflege anderer zahlen müssen und DAZU auch noch ihre eigene. Das Solidaritätsgewäsch dazu mag ich schon gar nicht mehr hören. Den Leuten wird ja nicht mal gesagt, ob sie Nettozahler oder Nettobezüger sind und so bezieht jeder fröhlich vor sich hin, egal was kommt.

        Die Verursachertheorie ist doch sehr einfach umzusetzen. Ich weiss nicht, wass für Sie eine Krankheit ist, aber meines Wissens“ verreckt“ doch noch längst nicht gleich jeder Kranke. Hingegen werden sehr viele wieder gesund und könnten anschliessend etwas mehr zu den Kosten ihrer Krankheit beitragen. Ausserdem gibt es sehr viele Krankheiten, die sehr wohl selbst verschuldet sind und bei denen nicht einzusehen ist, warum die Gesellschaft dafür blechen soll. Sehr viele Leute könnten auch viel mehr (im voraus!) dafür tun, dass sie gar nicht erst krank werden und den anderen diese Kosten verursachen.

        Nur weil sich in dieser Richtung niemand die Finger verbrennen will, geschieht nichts. Womöglich würde man sich ja unbeliebt machen. Übrigens dasselbe mit dem sogenannten „Raucherschutz“: Rauchen in der Beiz mag ja meinetwegen für den Körper schädlich sein und kann offensichtlich verboten werden, weil die Mehrheit nicht raucht. Dass aber beispielsweise jedes Motorfahrzeug eine viel grössere und giftigere Dreckschleuder darstellt – bloss nicht davon reden. Dabei wär’s ja dann auch nicht damit getan, dass analog zu jeder Zigarettenpackung an jeder Autotür stehen müsste: „Autofahren tötet.“

        Ob es Ihnen passt oder nicht: im Moment mag ich in der Minderheit sein, aber Sie sehen ja selber wie die Krankenkassen- und Sozialhilfekosten jedes Jahr steigen. Dabei sind die ganzen versteckten Subventionen noch nicht einmal eingerechnet, und die werden auch gerne verschwiegen – beispielsweise profitieren bereits heute rund 40 Prozent der Bevölkerung von der sogenannten „Prämienverbilligung“ (siehe http://www.bernerzeitung.ch/schweiz/standard/Bereits-38-Prozent-profitieren-von-Praemienverbilligungen/story/21668756) – die natürlich nur für die Bezüger billig ist, jedoch von den übrigen 60& bezahlt werden muss. Dass es so nicht ewig weitergehen kann, bräuchte ich eigentlich nicht zu sagen. Aber manche haben’s noch immer nicht begriffen.

      • Eni sagt:

        Sie können das Solidaritätsgewäsch nicht mehr hören und ich das gejammere der Gutverdienenden nicht mehr, die den Anderen nicht mal die Luft zum atmen gönnen mögen. Ob Sie jemals Ihre eigenen Krankenkosten bezahlen können, wird sich zeigen. Setzen Sie sich doch dafür ein, dass der Strassenwischer und Güselmann das Gleiche verdient wie ein Banker, dann brauchen derer Krankenkassenprämien auch nicht mehr subventioniert werden. Auch Sie profitieren davon, dass es billige Arbeitskräfte hat, also profitieren auch die Strassenwischer von den Gutverdienenden.

        Ich verstehe Ihre Posts so, dass Sie zu denen gehören, die finanziell gut da stehen, also seien Sie doch mal zufrieden und hören Sie auf, auf hohem Niveau zu jammern.

      • Markus Schneider sagt:

        Sie scheinen hier einiges misszuverstehen. Es geht hier nicht um Kommunismus, sondern bloss um Kostenwahrheit.

        Was Sie ansprechen ist durchaus ein weiterer Punkt, der schon seit Jahrhunderten angegangen werden müsste. Es ist ja ein Witz, dass die einen behaupten, so und so viel wert zu sein, während die anderen durch ihrer Hände Arbeit im Grunde nichtmal ihre Existenz verdienen können. Aber wer ist schuld daran? Alle diejenigen, die von der Umverteilung leben und nochmal ihr Scherflein vom umverteilten Geld abzwacken. Natürlich sollte jede Arbeit wenigstens soviel einbringen, dass sie den Arbeiter ernährt. Aber andererseits muss dann jede Arbeit auch wirklich so anspruchsvoll sein, dass sie diese Kosten rechtfertigt. Ob Strassenwischer und „Güselmänner“ diesen Anforderungen genügen, wage ich sehr zu bezweifeln – sie sind es wohl kaum gewesen, die den Schritt von der Stein- in die Neuzeit mitzuverantworten haben. Ginge es hier nach Kostenwahrheit, dürften diese weiterhin in Lehmhütten wohnen, denn ihre Arbeit kann ein x-Beliebiger leisten. Der Bweis dafür liesse sich leicht erbringen: Es gibt weltweit Millionen Menschen, die sich um diese Arbeit reissen würden, wenn man sie ihnen denn nur geben würde. Und sie würden sie erst noch zu einem Bruchteil der gegenwärtig gezahlten Löhne leisten. Und auch leisten können, denn besondere Qualifikationen braucht es dazu ja wirklich nicht.

        Im übrigen haben die finanziell Gutgestellten aber ein mindestens ebensogrosses Recht zum Jammern, wie die ewigen Sozialfälle. „Gutgestellt“ klingt Ihrerseits ja, als wäre es von Gott gegeben, Sie missverkennen, dass dafür erst gearbeitet = geleistet werden muss. Es gibt überhaupt keinen Grund, den Sozialfällen ihre missliche Lage nicht klar vor Augen zu führen. Was Sie „Luft zum Atmen“ nennen ist reiner Luxus, wenn man mit der Situation in anderen Ländern vergleicht. Wer auf hohem Niveau jammert, sind die sogenannt „Armen“ der Schweiz. Meiner Meinung nach brauchen diese nicht zusätzlich gefördert zu werden, damit sie noch mehr Exemplare ihrer Art auf die Welt stellen, die dann ebenfalls sofort wieder am Sozialtropf hängen. Das macht doch überhaupt keinen Sinn. Es sei denn, man ist zu faul zum arbeiten, zu dumm zum arbeiten oder man gehört zu denen, welche von der Verwaltung dieser Sozialfälle leben – aber dann gehört man im Grunde zur selben Mischpoke.

      • Eni sagt:

        @ Markus Schneider

        Vielleicht würde viele Millionen Menschen diese Arbei annehmen für weniger Lohn, nur könnten Sie dann halt eben in der Schweiz nicht leben und müssten rein theoretisch täglich aus zb. Rumänien in die Schweiz zur arbeit fahren, was ja wohl kaum mögllch wäre.

        Es gibt in der Schweiz Menschen, die in einem 100% Pensum arbeiten und nicht genug zum Leben haben (working poor) und diese haben sehr wohl ein Anrecht auf soziale Ergänzungsleistungen. Dass es für den Güselmann keine Qualifikationen braucht, ist kaum abzustreiten aber man könnte mal aus probieren wie lange es ohne diese funktionieren würde. Es gab doch da mal in Italien eine Grosstadt, die in Abfall regelrecht versunken ist, dazu käme dann noch die Seuchengefahr. Also würd alleine der Umstand, dass die Güselmänner uns vor Seuchen bewahren einen Lohnaufschlag rechtfertigen.

        Was das jammern betrifft: ich habe Bekannte die für 3 Personen monatliche Alimente von 8500.- und mehr erhalten und Mühe haben damit auszu kommen. DAS ist jammern auf grossem Niveau und nicht wenn man mit dem Existenzminimum die Familie durchbringt und man durch eine Zahnarztrechnung einen Schock bekommt.

      • Eni sagt:

        @ Markus Schneider

        Möchte noch hinzufügen, dass Sie auch nicht unrecht haben damit, dass man weniger jammern sollte. Ich kenne schon auch Arbeiterfamilien wo die Eltern immer jammern, dass das Geld nicht reicht und es jedesmal ein Drama gibt wenn die Kinder neue Schuhe benötigen. Wenn man dann in deren Garage schaut, sieht man dann sofort woran es liegt, dass ende Geld noch Monat übrig ist. Die Neidgesellschaft hat auch kein Einsehen, dass sich halt nicht jeder einen BMW X5 (oder heissst er X8?) leisten kann.

        Auch sehe ich den Umstand, dass die meisten Leute mit Schulden nicht Schulden haben weil sie zuwenig verdienen, sondern weil sie mit Geld nicht umgehen können und dieser Umstand würde sich wohl auch nicht ändern wenn sie im Lotto gewinnen würden. Sie würden dann genauso über ihre Verhälnisse leben weil es immer jemanden gibt, der mehr hat als sie selber.

        Man sollte einfach dankbarer sein dafür was man hat und nicht ständig hadern damit was man nicht hat, dann wäre man auch zufriedener und müsste nicht ständig mit einem missgelaunten Gesicht rumrennen.

  • Lena sagt:

    die Schreiberinnen (Vertreterinnen der SVP-Ansicht, Mütter zurück an den Herd!?) unterstellen meiner Mutter also Hirnlosigkeit oder Unfähigkeit, nein zu sagen, da sie einen Tag pro Woche fix meine Kinder hütet, damit ich wieder zur Arbeit kann.

    Blödsinn! Meine Mutter hatte die Idee, dass meine Kinder anstelle von 3.5 Krippentage nur 2 Krippentage bekommen und die restliche Zeit bei ihr oder meinem Vater verbringen (jawohl, Opas hüten nämlich auch!!).

    Wie kann man behaupten, dass jede Oma, die hütet, dies nicht aus freiem Willen tut, sondern aus schlechtem Gewissen oder falsch verstandenem Pflichtbewusstsein?

    • Eni sagt:

      @ Lena

      Sie müssen bedenken, dass die Autorinnen dieses Beitrages ein Netzwerk betrieiben in welchem sie gegenseitiges Kinderhüten vermitteln. Wenn alle Eltern auf Grossmütter zurückgreifen ist dieses Netzwerk überflüssig, also machen sie diese Betreuungsform madig. Dies hat nichts damit zu tun, dass Ihre Mutter hirnlos und unfähig ist. Sie vertrten einfach eine Meinung die ihren eigenen Interressen am bekömlichsten sind. Schlussendlich ist dieser Beitrag nichts als Gratiswerbung in eigener Sache

      • Katharina sagt:

        genau. Somit sind wir hier in einem Infomercial….Publireportage oder wie das bei euch heisst. nur muesste zuoberst stehen:

        „The following program is a paid advertisement for….“

  • LiMa sagt:

    Meine Eltern – mein Vater ist pensioniert, meine Mutter arbeitet 90% (GL-Mitglied) – sind in die „Betreung“ unseres Sohnes nicht fix eingeplant. Dieser geht 2 Tage in die Krippe und 2 Tage zur Tagesmutter, wo er sich sehr wohl fühlt. Wenn meine Eltern es wünschen und sie Zeit dazu haben, können sie den kleinen Buben jederzeit dort abholen und Zeit mit ihm verbringen. Ansonsten besuchen wir uns spontan oder planen auch ganz bewusst Enkel – Grosseltern-Zeit, die meine Eltern (die Eltern meines Partners leben weit weg) ganz nach ihren Wünschen gestalten können und sollen. Auch wenn es bei meinen Eltern andere „Regeln“ gibt als bei uns Zuhause!
    Wir haben den Dialog immer gesucht und nie verloren. Meine Eltern bauen eine eigene Beziehung zu ihrem Enkel auf und respektieren, wenn ich sie um etwas bitte (etwa, dem Kind nicht zu viel Süsses zu geben o.ä.).
    Zuweilen ist es wohl aber so, dass es ohne die Hilfe der Eltern wirklich nur sehr schwer möglich ist; sprich, wenn die Mama wieder arbeiten möchte, aber der Lohn nicht reicht, um eine Betreuung zu bezahlen.
    Für mich persönlich war es nie eine Option, meine Eltern fix einzuplanen. Meine Eltern haben ihr eigenes Leben und auch wenn ich weiss, dass sie die Zeit mit meinem Sohn unsäglich geniessen, möchte ich, dass sie ihre Unabhängigkeit waren können.
    Aber eben: jeder soll es so machen, wie er/sie es für richtig und fair hält.

  • Grosseltern sind keine Ersatzmütter! Wir stellten sofort klar, dass wir unsere Enkel gerne 2 halbe Tage pro Woche hüten. Auch wenn die Eltern wieder einmal ausgehen möchten, waren wir gerne bereit, die Kinder zu hüten. Wir lieben unsere Enkel sehr. Sie sind auch heute immer willkommen. Wir haben mit unsern Kinder, der Schwiegertochter und den Enkeln ein schönes, lockeres, entspanntes Verhältnis. Von keiner Seite gibt es ein MUSS. Aber dafür sollten eben von Beginn weg die Weichen gestellt werden.

  • Barbara sagt:

    und andersherum gefragt : Gibt es ein Recht auf Elternsein – ohne dass sich die Großeltern zurückgesetzt fühlen – reicht nicht ein Omatag in der Woche ? Gibt es ein auf die Minute abgerechnetes Recht auf die Anwesenheit des/ der Enkel?
    Muss ich mir anhören: „Hier sind alle Kinder der FAmilie aufgewachsen“
    Muss es zwangsläufig so sein, dass die Großeltern die Kinder betreuen, weil es schon immer so gewesen ist?
    Ich gönne meinen Kindern die Zeit bei den Großeltern und lasse sie zu ihnen, aber DAS RECHT unsere Kinder zu betreuen sehe ich nicht.

  • simone sagt:

    Meine Schwiegereltern reissen sich darum, ihre drei Enkelinnen hueten zu koennen. Leider wohnen wir etwas weit weg, so nehmen sie sie 2 Wochen im Sommer, so kann ich an auswaertigen Arbeitsprojekten mitmachen, und 2 um Ostern, damit wir beide waehrend der Schulferien arbeiten koennen. Sie sind fast 80, mehr trauen sie sich nicht zu. Ich wuerde sie nie darum bitten, es sind immer sie, welche sich anbieten.

    Es ist naemlich nicht eine win-win Angelegenheit, sondern eine win-win-win. Fuer Kinder, Eltern und Grosseltern.

    Natuerlich nur wenn alle damit einverstanden sind.

    Uebrigens: wenn es ihnen zuviel wird, sagen sie es. So einfach ist das.

    Ich finde die Mentalitaet der Schreiberinnen wirklich bedenklich. Ausserdem: das Problem ist also, dass die MUTTER nach dem Mutterschaftsurlaub wieder arbeitet, und das andere ist das der GROSSMUTTER???

    Sind sie schon im Jahr 2010 angekommen? Mein Schwiegervater kuemmert sich naemlich um die Kinder genauso wie meine Schwiegermutter und mein Mann und ich haben GEMEINSAM besprochen, wer wie viel arbeitet.

    • Lena sagt:

      ebenfalls mein erster Gedanke.

      Wer solche Ansichten hegt, dass Omas nicht gern hüten und die Männer sowieso nichts dazu beitragen, ist irgendwo im Mittelalter stecken geblieben.

  • Cybot sagt:

    Sorry, aber dieser Artikel ist echt das Unsinnigste, was ich im Mamablog je gelesen habe. Allein schon die Idee, dass alles in Geld ausgedrückt werden müsste…

    Die meisten Grosseltern machen das sehr gern, dass diese damit ausgenützt werden ist eine plumpe Unterstellung. Meine Schwiegermutter zum Beispiel hat schon lange angeboten, auf die Kinder aufzupassen, die wir allenfalls irgendwann hoffentlich haben werden. Genauso haben es auch meine Grosseltern bei uns schon gemacht, in den Grossfamilien früherer Zeiten wohl noch viel mehr. Das Phänomen ist also alles andere als neu.

    Nicht zuletzt gehen sogar Wissenschaftler davon aus, dass Frauen genau aus diesem Grund im Alter keine Kinder mehr bekommen können, weil es nämlich ein evolutionärer Vorteil war, dass Grossmütter ihren Töchtern bei der Kinderbetreuung helfen konnten. Ist natürlich nur eine Theorie, aber eine sehr plausible. Damit wäre es geradezu die naturgegebene Funktion der Grosseltern, für ihre Enkel zu sorgen, die die Autoren hier streitig machen wollen. Nicht sehr durchdacht.

    • Nina sagt:

      Das Phänomen der guten alten Zeit und der Grossfamilie geistert hier durch viele Beiträge. Und hier in dieser beispielhaften Argumentation wird das Phänomen mit einer These aus der evolutionären Psychologie erklärt. Diese ist für mich ein Diskurs, den Geo, Fokus, Das Magazin, die Weltwoche etc. seit einigen Jahren fleissig betreiben, und womit sich ihre LeserInnen versuchen ihrem Frausein/Mannsein zu versichern, nachdem die Geschlechtsrollen im Zuge der Emanzipation der Frauen neu verhandelt werden müssen. Ich selbst kann sehr gut leben ohne eine Idee über mich zu haben, die besagt, dass ich heute Männer, wie damals meine Vorfahrinnen in den Höhlen, wie Beeren sammle. Diie Süssen ess ich gleich, die Matschigen trockne ich, und spare ich mir für den harten Winter auf ; )

      Die (heile) Drei-Generationen-Gross-Familie ist offensichtlich für viele in diesem Blog ein sinnstiftender Mythos, aber keine historische Tatsache. Man veranschauliche sich: Noch das ganze 19. Jhdt. über wurde nur jeder zweite Erwachsene überhaupt 60 Jahre alt, während das Heiratsalter wegen den wirtschaftlich prekären Verhältnissen nur knapp unter 30 Jahren lag. Früher war auch nicht alles besser punkto gute Beziehungen in den Familien. Weil einem jeder zweite Säugling, und nochmals jedes zweite Kleinkind wegstarben, wäre es vernutlich emotional verheerend gewesen zu den Kindern (ebenso zu den Ehegatten, die auch einfach wegstarben, und die man ausserdem aus Gründen des wirtschaftlichen und sozialen Status und nicht aus so etwas wie Liebe (noch so eine Erfindung ; ) ) geheiratet hatte) eine intime Beziehung aufzubauen. Die Säuglinge wurden zu Ammen gegeben, weil die Mütter in der Landwirtschaft, im gewerblichen Betrieb, später auch in Heimarbeit unabkömmlich waren. Die Kinder (die zwei bis drei, die überlebten) arbeiteten den Eltern zu sobald sie 6-8 Jahre alt waren (und wer arbeiten kann, braucht ja offensichtlich keine Grossmutter, die ihn betreut…)

      Kurz, ich finds auch ziemlich schwierig Geschichte zu studieren, weil einem seine eigene zeitgenössische Normalität andauernd so furchtbar in die Quere kommt, ich habe mir einen Post-It über den Schreibtisch gehängt…

      • Das mit der Industrialisierung ist hier drinnen aber auch nicht mehr gerade neu- auch ich käu’s gerne immer und immer wieder.

        Niemand behauptet, dass die „traditionelle“ Familie, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts zuerst in der klasischen bürgerlichen Gesellschaft Fuss gefasst hat, und später dann, im Zuge der zweiten Welle der Industrialisierung nach dem Zweiten Weltkrieg das Mass der Dinge wurde (dank der Wirtschaftwunderjahre, eine wirtschaftlich wohl einmalige Phase, die nie mehr zurückkehren wird), besser seien, als die heutigen Familienfragmente (Patchwork). Das ist, glaube ich, ein Missverständnis.

        Allerdings muss gesagt werden dass wir uns mit unserer Einkinder-Politik (genauer: 1,46 Kinder)- und jetzt spreche ich aus der Warte einer kinderreichen Kultur- fortlaufend vieler sozialer Optionen berauben, die eine Familienstruktur mit vielen Kindern, Enkeln, Onkeln und Tanten- und natürlich dem Ätti und dem Grosi- naturgemäss so mit sich bringen. Das schläckt kei Geiss äweg.

        Und nun stehen wir vor Familienfragmenten und haben keine einzige, sozial tragbare Alternative zur Hand. Statt dessen Leere und Orientierungslosigkeit und Versuche, nicht mehr Bestehendes neu zusammen zu flicken oder zumindest neu zu betiteln. Wirft man einen Blick nach Schweden, so fällt einem auf, dass neue Beziehungsformen dort zwar gelebt werden- genauso wie bei uns- die Trennungswahrscheinlichkeit aber gut doppelt so hoch ist, als bei der immer noch weit verbreiteten, nostalgisch anmutenden Form des Zusammenlebens, der Ehe nämlich. Die Tendenz auseinanderzugehen setzt sich also fort, daran besteht kein Zweifel- zumindest vorderhand. Und genau das betrachten viele Menschen als eine Art Zeitbombe. Ich übrigens auch, solange uns keine sinnvolle Alternative zur Lebensform Familie einfällt. Dieses Vakuum müssen wir füllen. Das derzeitige Prtner-Rotationsprinzip unter dem Zeichen des leidlosen Glücks ist auf jeden Fall auch nicht besser, als die viel geschmähte Ehegemeinschaft- zumindest aus Sicht sozialstaatlicher Hilfeleistungen und all der seelischen Schmerzen, vor allem für die Kinder, die jede Trennung so mit sich bringt. Oder sehen Sie das anders?

      • Eni sagt:

        1.46 Kinder? Wie geht das? Ich habe es auch probiert, aber es sind dann einfach 2 geworden 🙂

      • Katharina sagt:

        Wissen Sie, Eni, das geht schon. Ein trottender Globi hat kuerzlich hier behauptet, das Y-Chromosom entstehe,weil da bei einem X-Chromosom ein Beinchen abfalle bei rigendeinem ‚Unfall‘. Das abgefallene beinchen wird sich wohl ein anderes soclhes beinchen suchen, mit diesem ganz lieb sein und dann gibts halt doch noch nachwuchs. das .46 Kind eben. Obwohl, wenn ich das so schreibe, das .46 wie ein kaliber ausschaut.

        so waltet die neue fortpflanzungsmedizin: Ein statist(iker) beim vorgang sammelt die abgefallenen beinchen und bringt sie dem globi.
        wobei ich eher glaube, dass der ‚unfall‘ damit zu tun hat, dass der satis(iker) beim ‚vorgang‘ unerwuenscht ist und hochkant aus dem schlafzimmer rausfliegt. er trottet dann widerspenstig um den globus rum. er ist so widerspensitg, dass er selbst die liegende acht uebersieht, die aus der halben portion viel mehr machen wuerde beim ‚vorgang‘ der multiplikation.

      • Eni sagt:

        Aha!!!! Jetzt weiss ich warum es nicht geklappt hat 🙂

      • Ist egal: Ich geh jetzt Pilze suchen! Hoffentlich finde ich mehr als 1,46 Steinpilze 😉

      • Eni sagt:

        Viel Glück bei der Suche, 1,46 Pilze gäben eine gar armseelige Suppe ab 😉

      • Katharina sagt:

        Ich will auch pilzlen gehen buaehhh.

        frische schwuemmli! dann ein feines risotto.

        aber, marcel, dann im wald nicht die trottende globi fuettern….hoechsten mit den roten pilzen mit den weissen punkten. dann schwebt sie stundenlang ueber dem globus….spaced out.

        vielleicht kennen hier einige ein paar gute pilzrezepte?

      • Eni sagt:

        @ Katharina

        Auch wenn die Kommentare von Globentrotterin nicht nur meine Zustimmung finden, ist es schon ein wenig übertrieben, sie deswegen gleich vergiften zu wollen. 🙁

      • Katharina sagt:

        nein. fliegenpilze in richtiger dosierung sind halluzinogen. ein tripli eben. leute auf so einem trip nennt man hier spaced out.

      • Eni sagt:

        Ich galube einfach, dass es Globentrotterin nîcht besonders gut geht und da braucht sie keine Anregung für einen Trip. Ich weiss, dass sie sich Ihnen gegenüber im Ton vergriffen hat, aber man kann das mit den Giftpilzen in den falschen Hals bekommen.

      • Katharina sagt:

        ok ok. sorry.

      • 1,5 Kilo Steinpilze, nicht 1,46, nein, einskommafünf!

      • Isabella Mordasini sagt:

        Also im Berner Oberland habe ich ab und zu Bauern kennengelernt, die als junge Burschen sich den Fliegenpîlz als Rauschmittel zugefügt haben.

        Andernorts, in Tschechien und auch in Teilen Italiens ist der Fliegenpilz ein normaler Speisepilz. Warum die Toxizität regional so stark verschieden ist, darüber streiten die Pilzologen. Lokale Rassen oder unterschiedliche Standortbedingungen?

    • Eni sagt:

      Schon gut 🙂

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Das ist aber nett Eni, dass wenigstens du die Globetrotterin nicht grad vergiften willst. Sie hat sich übrigens nirgends im Ton vergriffen, sie hat einfach ihre Meinung kundgetan, das darf man hier. Sie hat ganz offensichtlich einen Wissensvorsprung, dass darauf gewisse Leute, die sich einbilden, jeden Tag das Rädli neu zu erfinden, giftig reagieren, ist irgendwie nicht überraschend; ein gängiges Muster.

      • Katharina sagt:

        „gewisse Leute, die sich einbilden, jeden Tag das Rädli neu zu erfinden“ soll ich damit gemeint sein? Ich meine nicht, denn ich handle meinen Lbensetwurf nicht staendig neu aus. Im gegensatz zu anderen, die das vorschlagen. Aber Sie finden ja auch, ich sei ‚durcheinander‘. da ignorieren Sie tatsachen, die ihnen bekannt sind.

        Eni hat mich daruf hingewiesen, dass mein scherz eben anders verstadne werden kann, was mir nicht bewusst war. Dass sie sich da als hauswartin einmischen, ist ein widerspruch dazu, wo sie dasselbe dem Long John Silver vorwarfen.

        „nirgends im Ton vergriffen“ – sorry, da bin ich dezidiert anderer meinung.

        Und Piipi, sie muessen wirklich verstehen, dass der X-Y chromosomen-unfall , den Globetrotterin als Argument benutzte, laechelrich ist. INSBESONDERE aus wissenschaftlicher Sicht.

        Wie Nemo ind seinem/ihrem sehr guten und sehr sachlichen beitrag sagte, kann das ganze eine Manipulation sein. ich bezweilfe jedoch, dass es sich um denjenigen handlet, den nemo erwaehnt. da ist schon sprachlich wneig uebereinstimmung.

      • Pippi Langstrumpf sagt:

        Katharina, ich habe nicht dich gemeint. Das mit dem Chromosomen-Unfall ist nicht einfach nur lächerlich, aber es ist eigentlich kein Thema für einen Blog.

        Ich fragte dich, ob du durcheinander seiest, ich habe nicht behauptet, dass du es bist. Manchmal kommen mir deine Kommentare etwas wirr rein, deshalb frage ich dich, woran es liegt. Ich denke nicht, dass die Globetrotterin ein Fake ist, sie kommt für mich sehr wahrhaftig rüber. Was du gesagt hast wegen den sprachlichen Unterschieden, liegt auf der Hand.

      • Katharina sagt:

        „durcheinander“ -> bipolar disorder. deshalb sehr viel medis.

      • Laura sagt:

        @Katharina: Sorry das ich das sagen muss aber du bist wirklich eine dumme Zicke. Achte lieber darauf, dass dein Verhalten nicht in eine dumme Schlampe ausartet.

      • Brunhild Steiner sagt:

        @Laura: sind Sie die Laura, welche in nicht so ferner Vergangenheit die erste Laura zweimal kopiert hat?
        Erst wich Betroffene auf Laura A aus, nach abermaliger Kopie auf Laura TI.
        Ihr Post wär ein bisschen erhellender wenn Sie sich an laufender Diskussion mitbeteiligt hätten, so entsteht jedoch der Eindruck, dass Sie irgendwo im Hintergrund lauern, um bei seltener Gelegenheit etwas Bissiges zu platzieren.

      • Eni sagt:

        @ Pippi Langstrumpf

        Natürlich will ich niemanden vergiften hier. Ich habe meinen Unmut darüber geäussert, dass man Personen denen es vielleicht nicht so gut geht auf abwegige Gedanken bringen könnte.

      • Isabella Mordasini sagt:

        Problem ist folgendes: Der Originalpost von Globetrotterin ist nicht auffindbar — gelöscht oder was???

        Das Corpus delicti ist augenscheinlich untergegangen, darum kann die Verhandlung nicht fortgesetzt werden.

      • Eni sagt:

        @ Isabella

        Das Post von Globetrotterin ist nicht hier sondern bei Wunschgeschlecht Mädchen XX Faktor

  • Bob sagt:

    Hier werden aus Mücken Elefanten gemacht! Die Realität sieht anders aus: Mein Bruder und seine Frau wurden gefragt, ob man deren kleine Tochter in Serbien behalten dürfe (trotz 2 erwachsenen Töchtern in gleichen Haushalt) ! Die Grosstante der Kleinen hat sie ihren Eltern praktisch aus den Händen gerissen („zuckersüss!“)! Auf Facebook ähnliche Bilder: superglückliche und superstolze Grosseltern mit Enkelkindern, welche sie nicht aus den Händen geben!

    Da heutige Grossmütter berufstätig sind, können sie an Arbeitstagen natürlich nicht als Nanny einspringen. Aber der Artikel redet von einem „Missbrauch“ der Grosseltern durch „Zwangsbetreuung“, welcher gegen Menschenrechte (oder Ähnlichem) verstösst! Die Grosseltern im obigen Bild scheinen nicht gerade die Hilfe von Amnesty International zu benötigen …

    Kein Wunder geht diese Gesellschaft vor die Hunde, wenn nur noch Opfer, Missbräuche und Probleme gesehen werden!

  • Also all die vielen Stunden, welche ich mit meinem Mann schlafe und nicht verrechnet bekomme im Vergleich zu einer Prosituierten oder all die Putzarbeit die nicht bezahlt wird usw. Wenn wir jetzt Familienangelegenheiten als dem Blickwinkel von Arbeitnehmern sehen wird die Welt wirklich ärmer.

    • Ist den einen aber todenernst hier drinnen. Musst mal die Fossilien fragen.

      Der Homo oeconomicus lebt… alles wird radikal durchökonomisiert, bis nichts mehr übrigbleibt, alles, buchstäblich alles, jede Sekunde, jede Bewegung, jeder Augenaufschlag wird in Franken und Rappen aufgerechnet- die häusliche und berufliche Leistungsbilanz verlangt das: Da darf nie auch nur ein Quentchen Ungleichgewicht (Ungleichheit!!) sein, sonst…

    • Adrian sagt:

      +1 meine Rede

  • elena sagt:

    Da sieht man eine Foto mit den Grosseltern und anschliessend ist fast ausschliesslich von Grossmüttern die Schreibe: Einmal mehr kommt der etwas hilflose möchtegern moderne Ansatz dieses Blog zum Ausdruck.
    Meine Mutter wurde zum ersten Mal mit 41 Grossmutter, mein Vater war 43 und die beiden haben angeboten, jeweils an einem Abend und dem darauf folgenden Tage das Enkelkind zu betreuen. Aber immer am gleichen Abend/Tag pro Woche, und den haben sie bestimmt. So haben die beiden das mit allen fünf Enkelkindern gemacht (resp. meine Mutter dann alleine mit den beiden letzten noch), beim letzten Enkelkind war meine Mutter dann 56, mein Vater lebte längst nicht mehr. Meine Mutter lachte schallend, als ich ihr diesen Artikel via Mail sendete heute Morgen, es sei schon verrückt, dass gewisse Menschen sich ständig über andere erheben müssten. Und: Meine Mutter hütet übrigens wieder einen Abend und den darauffolgenden Tag – ihre Urenkelin dieses Mal. Und bestimmen tut sie den Abend und den Tag, und wenns mal nicht passt, sagt sie das. Und wenns der anderen Seite mal nicht passt, sagt die das – ein ziemlich einfaches Verfahren……

    • Nemo sagt:

      elena ich bin paff, in Ihrer Familie wird miteinander kommuniziert? Das ist genau der springende Punkt, wir sprechen viel zu wenig miteinander innerhalb und ausserhalb der Familie.

  • Erwin Schindler sagt:

    Meine Frau arbeitet noch einen Tag pro Woche. Manchmal gibt’s bei den Schwiegereltern regelrechte Kämpfe, wer von beiden nun hüten gehen darf. In der Regel wechseln sie sich inzwischen ab. Der Schwiegervater z.B. hat seine beiden Kinder nie gewickelt, er hat es nie gelernt. Und jetzt bei der Enkelin hat er es im Nu gelernt und ist extrem begeistert. Und wir haben auch noch das Glück, dass alle Grosseltern noch leben und vorallem noch zusammen leben.

  • raquelle sagt:

    phänomen der neuzeit – früher war das ganz anders! dort wurden die kinder nur von der grossmutter (bzw. einem familienmitglied) betreut. die durchschnittsfamilien mussten arbeiten und zwar mutter und vater. war war zuhause? grossmutter und grossvater. allenfalls noch die urgrosstante. hausangestellte und nannies konnten sich nur die reichen leute leisten. dort hat dann frau mutter auch nicht gearbeitet, sie hatte aber hilfe mit den kindern.

    ich wurde gänzlich von meiner grossmutter erzogen und meine kinder werden von ihr über alles vergöttert. jetzt ist sie langsam alt und hat keine kraft mehr zwei kleinkinder tageweise zu betreuen, bietet mir aber oftmals an, dass ich sie über nacht bei ihr lasse, damit ich auch wieder einmal mit meinem mann ausgehen kann oder einfach nur aus- bzw. ungestört „durch“-schlafen kann. ich gehe die kinder dann am morgen holen. ich glaube es braucht einfach eine gute kommunikation und verständnis zwischen den generationen.

    ich wurde oftmals ganze wochen in die ferien zu verwandten geschickt – das wäre heute in unserer zeit gar nicht mehr denkbar.. wieviele von uns sind noch hausfrauen die wochenweise auf kinder in die ferien nehmen können? das gibts doch gar nicht mehr! frauen deren kinder ausgezogen sind, widmen sich doch wieder einer arbeit…

    also ich freue mich dann schon auf meine enkel! auch wenn ich (hoffentlich) noch aktiv sein werde (und dies noch in weiter ferne liegt)!!

    • „phänomen der neuzeit – früher war das ganz anders! dort wurden die kinder nur von der grossmutter (bzw. einem familienmitglied) betreut. die durchschnittsfamilien mussten arbeiten und zwar mutter und vater.“

      Wir produzieren heute dafür steigende Aktienkurse und leisten uns einen oder zwei BMW. Zudem stimmt die Kapitalrendite- was will man mehr?

  • rq sagt:

    ich wurde gänzlich von meiner grossmutter erzogen und meine kinder werden von ihr über alles vergöttert. jetzt ist sie langsam alt und hat keine kraft mehr zwei kleinkinder tageweise zu betreuen, bietet mir aber oftmals an, dass ich sie über nacht bei ihr lasse, damit ich auch wieder einmal mit meinem mann ausgehen kann oder einfach nur ausschlafen kann. ich gehe die kinder dann am morgen holen. meine mutter lebt im ausland, die familie meines mannes auch

    ich glaube es braucht einfach eine gute kommunikation zwischen den generationen.

  • Pippi Langstrumpf sagt:

    Wo ist eigentlich Auguste? Hat ihn das Kinder einschulen so erschöpft, dass er sich grad ausklinken musste….. 😉

  • Grosamunde sagt:

    Kürzlich berichtete mir eine 73-jährige Grossmutter von ihrem Dilemma. Lange war sie traurig darüber dass ihre drei Kinder kinderlos blieben. Erst nachdem Karriere, Reisen etc. auskostet waren und die biologische Uhr am ablaufen war, wurde die älteste Tochter mit 42 erstmals Mutter und zwei weitere folgten kurze Zeit später. Selbstverständlich wurde die nun ja eigentlich betagte Frau als regelmässiger Babysitter eingeplant. Sie hatte ja immer davon geredet gerne Grossmutter zu werden. Eine gedanken- und lieblose Situation die so selten nicht ist.

  • Bettina sagt:

    Bin ich froh, sind sowohl meine Eltern als auch meine Schwiegereltern offene, kommunikative und nach wie vor arbeitstätige Menschen, die – jede nach ihren Möglichkeiten – sehr gerne einen Teil der Betreuung ihres Enkels übernehmen. Natürlich setzt das gerade bei einer fixen Betreuungszeit einen guten Dialog voraus und die – beidseitige – Möglichkeit, die Situation ab und an wieder zu beurteilen. Für uns als Eltern, für die Grosseltern und vor allem für unseren Sohn ist der gute, herzliche, häufige, rege Kontakt der Familienmitglieder aller Generationen ein Gewinn. Denn gerade auch durch die Diskussion über Erziehung des Enkels werden Muster und Konflikte zwischen Eltern und Grosselterngeneration deutlich und können besprochen werden, was diese Beziehungen wiederum fördert.

  • Urs sagt:

    Wer redet von „Kinder-“ oder (meistens) „Tochtermissbrauch“, wenn Eltern selbstverständlich erwarten, dass einem die eigenen Kinder im Alter unterstützend zur Seite stehen, im Extremfall durch jahrelange Pflege und Betreuung? Weshalb soll es dann schlecht sein, wenn die selben Eltern zuvor ihren Kindern in der Kleinkinderphase der Enkel zur Seite stehen?

    Der Artikel zeigt, dass die Solidarität zwischen den Generationen heute leider etwas abhanden gekommen ist. Natürlich muss im Einzelfall immer ausgehandelt werden, was an konkreter gegenseitiger Hilfe möglich und sinnvoll ist. Aber man muss sich bewusst sein, dass „Geben und Nehmen“ zwischen Eltern, Kindern und Enkeln keine Momentaufnahme sein kann, sondern sich über ein ganzes Leben erstreckt.

    • Regula sagt:

      Genau. Es könnte bei mir so rauskommen, dass ich für Enkel und meine Eltern gleichzeitig sorgen könnte. Warum also nicht den Enkel einpacken und zu meinen Eltern fahren und dort zum Beispiel die grossen Stubenfenster putzen? Solange das allen passt, natürlich.

  • Nina sagt:

    Ich glaube wenn alle Eltern denken, dass alle Grosseltern sich immer gerne um ihre Enkel kümmern sind sie etwas blauäugig. Gerade wenn die Grosseltern schon etwas älter (vielleicht auch körperlich etwas eingeschränkt) sind und die Enkel noch jung, kann es doch sehr anstrengend für diese sich ständig um sie zu kümmern. Sogar die Eltern werden ja irgendwann müde, und sie sind um einige Jahrzehnte jünger! Und ja, ich stelle mir vor, dass es schwierig ist nein zu sagen, weil das zu Spannungen führt.
    Meine Schwiegermutter hat bewusst nach der Pensionierung weiter gearbeitet, weil sie wusste, dass sonst von ihr erwartet wird, dass sie sich um ihre beiden jungen Enkel kümmert (die Kinder meines Schwagers). Arbeiten erschiehn ihr da die weniger anstrengende Alternative. Auch so kümmert sie sich in ihrer Freizet mehr als genug um ihre Enkel.

    Was hier gar nicht erwähnt wird, sind Eltern deren Eltern nicht mehr leben oder z.B. im Ausland sind und rein deshalb diese Betreuungshilfe wegfällt.

    Immer wieder ist hier die Rede davon, dass Grosseltern ihre Enkel ja nicht erziehen müsse, aber wenn sie diese sehr häufig betreuen, muss es doch auch hier gewisse Regeln geben. Es kann ja nicht funktionieren, wenn Kinder tagsüber bei den Grosseltern verwöhnt werden, und Abends zu Hause ist plötzlich alles anders. Gerade wenn unterschiedliche Vorstellungen von Erziehung herschen bei Eltern und Grosseltern, kann dies auch zu Spannungen führen.

    • sportpapi sagt:

      Über unterschiedliche Vorstellungen von Erziehung kann man intensiv und offen diskutieren. Was gilt, entscheiden aber am Schluss natürlich die Eltern. Auch, wie weit die Grosseltern die Freiheiten ausdehnen würden (was sie natürlich auch sollen…)

    • mira sagt:

      Ich frage mich in solchen Fällen einfach, was für eine Beziehung hier zwischen Eltern und Kindern herrschen muss, wenn man über Fragen der Enkelbetreuung nicht einfach offen und ohne Angst reden kann. Für mich unvorstellbar…

  • Marc Cathomen sagt:

    Wenn die Grosseltern nicht auf ihre Enkel aufpassen wollen, dann sollten sie dies einfach zum Ausdruck bringen.

  • Moi sagt:

    Ich weiss, mein Eintrag passt nicht zum heutigen Thema, aber würde mich dochmal interessieren was Ihr dazu so denkt. Und der Mamablog sollte der richtige Ort dazu sein.

    Darf eine Frau mit Kinderwagen ein ganzes Viererabteil in einem vollen Zug für sich alleine beanspruchen? Die gute Frau hat im „Behinderten-Abteil“ 2 Sitze hochgeklappt damit der Kinderwagen im Abteil Platz hatte. Ich verstehe ja, dass man einen Kinderwage wo hinstellen muss, und auch, dass dadurch allenfalls der eine Sitz beim Gang nicht mehr „benutzbar“ ist, aber normalerweise sollten doch zumindest dann noch zwei Personen am Fenster Platz haben. Ein Kinderwagen braucht ja Platz, aber doch bitte mit Mass.
    Mich würde dazu Eure Meinung interessieren.

    • Cara Mia sagt:

      Nun, bemühe ich mich hier mal… es ist eine prinzipielle Frage, man sollte sich halt immer so verhalten, dass die Umgebung möglichst nicht unnötig eingeschränkt wird. Fuhr die Frau weit und war das Kind sehr klein, dann hätte sie wohl so oder so einen Tragkorb oder das Oberteil des Wagens hinstellen müssen, und das braucht Platz. Konnte das Kind sitzen und fuhr sie nicht sehr weit, hätte sie es wohl auf die Schoss nehmen können und den Wagen im Vorraum deponieren. Es ist aber nicht einfach, denn meist hat man den ganzen Krempel irgendwie im oder am Wagen, dann muss man vielleicht wickeln, und dann mit einer Hand, das Kind im Arm, den Wagen zusammenlegen und deponieren, und das nötige Zeug aus den Netzen fischen… Oder das Kind schläft ein, dann muss man den Wagen doch holen, durch all die Leute, das Kind kann man aber ja nicht einfach da weiterschlafen lassen…

      Vielleicht versuchen Sie sich da mal reinzufühlen?

      • Cara Mia sagt:

        P.S.: es ist auch nicht ganz einfach, mit einem Baby in einen vollen Zug zu steigen, weil man sich davor fürchtet, dass es zu schreien anfängt (und dann erst recht stört), und so weiter. Ein voller Zug ist für eine Person mit einem Baby ziemlich stressig.. das Verständnis und die Hilfe der Umgebung ist sicher mehr Wert, als Kritik.

      • Moi sagt:

        Mir ist klar, dass man mit einem Kinderwagen Platz braucht. Aber da kein „Wägeli“ kommt in diesem Zug fand ich, mit einer etwas geschickteren Positionierung der Kinderwagens wäre 1-2 Sitzplätze mehr dagewesen. Das Kind hatte sie bei sich, und da sie gleich beim ersten Abteil war, also gleich bei der Türe, und im gegenüberliegenden Abteil nur 3 Sitze waren, wäre es möglich gewesen den Kinderwagen so hinzustellen, dass er immer noch bei ihr gewesen wäre und dre Ganz nur minimal „versperrt“ gewesen wäre. Es gibt sicher Fälle wo es nicht anders geht, als ein Abteil zu besetzen. Aber sollte man sich nicht zumindest die Mühe machen auch den andern Platz zu machen. Besonders wenn andere noch nett fragen, ob man den Kinderwagen nicht anders hinstellen könne. Es sollte doch ein Miteinander sein. Und kein demonstrativ sich breit mache. Ich habe umgekehrt genau so wenig Verständnis, wenn jemand Koffer breiter hinstellt als nötig. Auch wenn auch da zum Teil mehr als sein eigener Sitzplatz aus Platzgründen verstellt sein wird.
        Kinderwagen sind sperrig, ganz klar. Und ich helfe auch immer gerne und auch ungefragt beim ein/ausladen von Kinderwäge. Und denke ich werde evt auch später selber mal um solche Hilfe dankbar sein.

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Vielleicht gehen sie das nächste Mal zu Fuss, wenn der Zug so voll ist, dann müssen sie sich nicht ärgern, ausserdem ist Gehen sehr gesund.

    • *sigh* sagt:

      1. Natürlich darf sie (er) das, die haben genauso für das Billet bezahlt. Die bessere Frage wäre, ob ein Kinderwagen, wie ein Velo auch, ein eigenes Billet benötigt.

      2. Weniger als 4 Plätze zu belegen ist ja gar nicht möglich (sofern das Kind aus dem Kinderwagen raus-, und der Kinderwagen in greifbarer Nähe sein soll) – der Kinderwagen selbst belegt 2 Plätze, der Erwachsene 1 Platz und das Kind 1 Platz, macht nach meiner Rechnung 4 Plätze. Den Kinderwagen woanders hinstellen würde allerdings auch funkionieren.

      3. Ich habe eher Mühe damit, wenn Leute die ihre Zugfahrt schön planen können, einen übervollen Pendlerzug wählen.

      4. Grosse-Dinger-im-Zug-Mitnehmer (Kinderwagen, Velo, Koffer, etc.) sollten sich früh genug ums Aussteigen kümmern, und nicht ein einer Hektik den ganzen Kram zusammensammeln und über die anderen Fahrgäste drüber rennen (und sich dann noch darüber aufregen, dass diese nicht wie von Geisterhand Platz machen).

      • berufstätiges Mami sagt:

        Den Kinderwage woanders hinstellen geht in gewissen Zügen einfach nicht. In einigen Zügen der SBB hat’s keinen Vorraum mehr. Da ist oftmals schon das Verstauen eines Koffers schwierig, geschweige denn eines Kinderwagens, diese Wagen sind nur für Aktenmappen und Notebooktaschen konzipiert. Und je nach Alter des Kindes ist dies ja während der Fahrt noch am Schlafen, dann ist der Wagen in der Liegeposition und braucht tatsächlich in einem Behindertenabteil 2 bis 3 (hochgeklappte) Sitzplätze.
        Ich bin übrigens früher auch oft so Zug gefahren. Und morgen werde ich, zwar ohne Kinderwagen, aber mit drei Kindern, auch ein ganzes Viererabteil belegen. Un dich bin die einzige, die eine Fahrkarte haben wird. Die Kinder fahren gratis oder mit Juniorkarte…. Ist das jetzt wirklich schlimm?

      • *sigh* sagt:

        Ja, wenn kein Platz da ist, ist kein Platz da. Dann gifteln ohnehin alle und Mami kann sich noch so viel Mühe geben niemanden zu stören. Bloss nicht zu ernst nehmen das Ganze..

        Und morgen werde ich, zwar ohne Kinderwagen, aber mit drei Kindern, auch ein ganzes Viererabteil belegen. … Ist das jetzt wirklich schlimm?
        Verstehe ich jetzt nicht, das sind ja 4 Personen also dürften 4 Sitzplätze doch genau passen…?
        Die Frage nach dem Billet für den Kinderwagen stelle ich bloss, weil ich für mein Velo jedes Mal ein halbes Billet lösen MUSS und damit mE noch weniger Platz beanspruche als ein Kinderwagen. IMHO eine sehr berechtigte Frage, zumal die SBB das Zusatzbillet mit Platzproblemen begründet. Ich dürfte als Velofahrer sogar aus dem Zug gewiesen werden (trotz gültigen Billets!) wenn ich den anderen zuviel Platz wegnehme – das kann einem Kinderwagenfahrer nicht passieren. Eltern-Privileg? Eindeutiges Ja! Soll aber gewährt sein, solange sie mich in Ruhe pendeln lassen.. 😉

      • Cara Mia sagt:

        Ich will die Tante ja nicht sinnlos in Schutz nehmen, aber manchmal hat man halt seinen Stolz, zeigt nicht der ganzen Umwelt, wie müde man ist, und kommt trotzig rüber. Vorschlag an Moi: selber ausprobieren, also einen Kinderwagen samt lebendigem Inhalt fassen, und rein damit in einen vollen Zug. Danach ist vielleicht einiges klarer.

    • Regula sagt:

      Es gibt einfach Leute, die brauchen zu viel Platz. Das hat nichts mit dem Kinderwagen zu tun.

      • Charmin sagt:

        Schön, dass es auch Leute wie Regula gibt, die von aussen beurteilen können.. Nehme mal nicht an, dass die Frage ein Angriff hat sein sollen, sondern nur eine Frage in den Raum.. Und sofort rennen genau die Mütter sturm, die hier im Mamablog sonst schon immer gegen alles wettern und sich verteidigen.
        Keine Angst, auch das wird kein Angriff. Denn ich nehme an, die, die sich hier so stolz verteidigen, geben sich die grösste Mühe. Und auch dass Zugfahren mit Kinderwagen stressig ist, glaube ich gern.
        Und doch könnte auch ich ein Liedchen singen über Kinderwagen im Weg erzählen und dann der Tonfall der Antwort, wenn ich – um Verständnis und Freundlichkeit stets extremst bemüht – nachfrage, ob es wohl möglich wäre noch ein bischen mehr Platz zu machen. Ich würde ja auch gerne helfen, das biete ich auch an, statt selber zu schieben, denn wie unantastbar solche Eingriffe in die Privatsphäre sind, ist ja altbekannt. Vielleicht ist was dran, wenn jeder vorbeigehende meint, es sei zuwenig Platz? Spätestens beim 20.? Und ja, auch wenn 20 fragen unds nicht anders geht, das wiederholen und erklären stiftet weniger Unruhe als ein hochnäsiges oder abschätziges gemotze (Klar, solange auch die Fragenden Anstand zeigen gehts einfacher).
        Wer weiss, vielleicht erinnere ich mich in der Zukunft an diese meine und Ihre Worte, wenn ich selbst um Platz gebeten werde. Ich hoffe allerdings, ich werde gar nie Anlass dazu geben. Auch nicht mit Kinderwagen. Und wenn doch: Dann habe ich meine Lektion gelernt 😉

      • Cara Mia sagt:

        Das stimmt ja alles, so sachlich von aussen betrachtet. Aber als Mutter eines Babies ist man manchmal einfach durch den Wind, unausgeschlafen, erschöpft, was weiss ich. Und in einem vollen Zug eh nervös. Seid also lieb zueinander.

      • Moi sagt:

        Wenn sie müde und erschöpft gewirkt hätte, kein Problem, vollstes Verständnis. Sie hat aber eher so gewirkt wie gewisse Jung mit Hängejeans und Turnschuhe auf der gegenüberliegenden Sitzbank. Damit meine ich nicht, dass sie dies getan hätte, aber ihre Art und Weise kam mir mehr vor a la hier bin ich, alles mein, ich breit mich hier aus und seht ich habe ein Kind drum darf ich dass. Sie hat sich dann auch genüsslich ums Baby gekümmert (was ja eigentlich schön wäre) und alles andre drum, was sie ja nichts angeht, ignoriert. Mir schoss einfach nur das Bild eines späteren total verzogenen Kindes in den Kopf.
        Aber ja, vielleicht bin ich ja eine Mutterhasserin… (Denke zwar, dass ich in 10 Jahren auch Kinder haben werde…) Auch wenn ich mich das erste Mal an dem Verhalten einer Mutter mit Kind gestört habe.

      • Isobel sagt:

        @Moi
        Wenn die mutter so auf dich gewirkt hat und sich einen deut um andere rund um sie gekümmert hat und sich voll ihrem baby zugewendet hat, dann hatte sie wahrscheinlich gerade das buch ‚bitterfotze‘ dieser schwedischen journalistin in der tasche und probierte entsprechendes verhalten wie im buch beschrieben gerade mal aus.(ironie!) Ich weiss nicht, aber diese junge mutter im zug gefällt mir irgendwie. So soll doch eine junge stolze mutter oder auch vater sein und sich um ihr/sein kind hingebungsvoll kümmern. Es wird hier doch ständig reklamiert, dass sich junge eltern zu wenig um ihren nachwuchs im zug oder restaurant oder so kümmern und wenn sie es mit hingabe in aller öffenltichkeit tut, dann wird ihr verhalten hier diksutiert. Sonderbare zeiten, in der wir leben hier in ch!

      • Eni sagt:

        Ich war mit meinen Kindern im Wallis in den Ferien und habe auf dem Hin- und Rückweg jeweils ein ganzes 4er- Abteil für das Gepäck benötigt. Aus Rücksichtslosigkeit? Nein! Es hat in den Zügen der SBB pro Wagen ca 1 qm Platz, der für Gepäck vorgesehen ist und dieser war schon besetzt.

      • StefanB sagt:

        @Isobel:
        Ihnen gefällt die Mutter, die sich liebevoll um ihr Kind kümmert?
        Mir gefallen Mütter auch, die sich um ihre Kinder kümmern; wenn aber diese Mütter überheblich sind und meinen, mir und meinem Kind gehört die Welt, und alle müssen sich jetzt danach richten, was ich und mein Kind brauchen – nein, für so ein egoistisches Verhalten habe ich absolut kein Verständnis. Denn was auch Kinder lernen müssen – und das lernen sie am besten, indem ihre Eltern dies vorleben – ist, dass man auf die Mitmenschen Rücksicht nehmen muss. Wer dies nicht lernt, wird etweder einsam und verbittert, egois- äh, egozentrischer Künstler, Sportler oder Abzock-Banker. Vielleicht auch eine Mischung von allem

        @Eni:
        Das liegt ganz einfach daran, dass die SBB nicht mehr glauben, dass jemand mit der Bahn eine länger dauernde Reise unternimmt. Tagestouristen und Pendler brauchen bestenfalls einen kleinen Tagesrucksack oder einen Aktenkoffer, aber sicher kein Riesengepäck. Ausserdem könnte man das ja mit der Bahn aufgeben – gegen bare Münze natürlich. Honni soit qui mal y pense …

      • Isobel sagt:

        @StefanB
        Völlig mit ihnen einverstanden, wenn es sich um reinen egoismus handeln würde. Würde! In diesem fall handelt es sich meiner meinung nach nicht um egoismus,sondern um mütterinstinkt und schutz des eigenen nachwuchses. Dieses gluckhafte verhalten wird sich legen bei dieser oder anderen jungen eltern, wenn das kindchen älter wird. Sie selber haben sich wohl noch nie in die nähe eines brütenden schwans oder einer säugenden katzenmutter gewagt, wie aggressiv diese muttertiere ihre brut verteidigen! Das ist ein reiner instinkt und soll aber kein freipass sein. Nur damit dies klar auseinander gehalten wird in diesem speziellen fall. Übrigens schön dass sie für @Moi reden, er ist aber anscheinend manns genug, um sich selber verteidigen zu können und sein velo mit einem kind zu vergleichen! Sache gits, die gits gar nöd!

      • Isobel sagt:

        @StefanB
        Sorry, das mit dem velo hat *sigh* gesagt und Moi ist eine frau…bin wohl zu lange auf balkonien gewesen heute morgen…

      • Eni sagt:

        @ Stefan B

        Gepäckaufgabe war eine Variante, die leider wieder verworfen werden musste.Wir sind am Samstag morgen gereist und ich hätte das Gepäck am Donnerstag um 15 Uhr aufgeben müssen. Da ich die ganze Woche gearbeitet habe und erst am Freitag waschen konnte, hätte ich mit gebrauchter Wäsche reisen müssen. Das ganze Problem wäre auf dem Rückweg das Gleiche gewesen, ausserdem benötigten wir ja auch am Freitag noch Kleidung.

        Im Uebrigen waren wir nicht die Einzigen mit diesem Problem, auch andere haben Sitzplätze mit Gepäck belegt und das waren Leute ohne Kinder.

    • Insel sagt:

      Ich hoffe, die Damen und Herren der SBB lesen hier mit. Es gibt nämlich – insbesondere in Zügen von und zu den Flughäfen VIEL zu wenig Platz für Gepäck.

  • StefanB sagt:

    Komisch, dass die Autorinnen davon ausgehen, dass die Grossmütter gar nicht die stunden- oder tageweise Betreuung der Enkel übernehmen möchten. In vielen oder den meisten Fällen ist es wohl so, dass die Grossmütter sich anbieten, manchmal sogar direkt aufdrängen.

    Der Rest spielt auf drei Horrorszenarien an, die allen Eltern wohl im Hinterkopf rumspuken:
    Zum Ersten Grosseltern, die die Enkel über alles verwöhnen, zum Zweiten Grosseltern, die von den Enkeln total überfordert sind (ergibt sich meistens aus dem Ersten nach einiger Zeit), zum Dritten die Angst, dass die Grosseltern den Enkeln dasselbe antun können, was sie einem selbst angetan haben (das „ungute Muster“).

    Beim Lesen des Artikels kommt mir der Verdacht, die zwei Autorinnen benutzen das Vehikel in erster Linie, um auf ihre Website aufmerksam zu machen. Zwar ist ihre Dienstleistung (noch) gratis, aber wer sie liest, merkt, dass eine Spende erwartet wird.

  • Buebepapi sagt:

    Ich habe die Erfahrung gemacht, dass viele Rentner Mühe haben, ihren Alltag zu organisieren und ihnen eine gewisse
    Struktur im Leben fehlt. Mancher Rentner hat Mühe mit der Situation klarzukommen, nicht mehr im Berufsleben zu stehen und einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten. Die Betreuung von Enkelkindern kann ein Fixpunkt sein und eine wertvolle Bereicherung im manchmal sinnleeren Rentnerdasein. Man wird wenigstens noch für etwas gebraucht, wenn man sonst nichts mehr leisten kann oder darf.
    Meine Schwiegereltern haben auf jedenfall gerne auf unseren älteren Sohn geschaut, alls meine Frau noch teilzeit arbeitete.
    Leider geht es ihnen jetzt gesundheitlich nicht mehr so gut und sie vermissen die Tage mit unseren Kindern sehr.
    Zwischendurch eine Übernachtung bei ihnen wollen sie sich aber trotzdem nicht nehmen lassen und wir können dann wieder mal eine freien Abend einschalten und die Zweisamkeit geniessen.

    • Regula sagt:

      Einmal pro Woche geht unser Nachbar, der auch Rentner ist, nach Zürich, um seine Enkel zu hüten. Das ist sein freier Tag, und er kann mit ihnen zusammen das Stadtleben geniessen. Manchmal schleppt er sie auch in den Alpstein und ist am Abend genauso müde und zufrieden wie die Buben.

  • Hans Mustermann sagt:

    Ach das ist doch eh eine Sache die für beide oder besser gesagt alle drei Seiten stimmen muss.
    Aber ich erinnere mich gut an die zeit in den Sommerferien als wir zusammen mit Cusinen und Cusins für ein zwei Wochen bei unseren Grosseltern waren und den ganzen Tag als Rasselbande gespielt haben und relativ unbeobachtet unseren Spass hatten.
    Und ich nehme mal an auch unseren Grosseltern hat wieder mal ein volles Haus Spass gemacht, sonst hätten wir ja wohl nicht jedes Jahr wieder gehen können.
    Und für die welche die Kontrole nicht wirklcih abgeben können: Glaubt mir, dem Kind wird es nicht wirklich schaden wenn es mal etwas mehr verwöhnt wird 😉

  • mira sagt:

    Ich schliesse mich Stefan W an. Meine Mutter hatte mir schon Jahre vor der Geburt gesagt, sie wolle dann nicht für die Grosskinder verantwortlich sein und wir sollten sie nicht einplanen. Dies haben wir dann auch nicht gemacht und eine Betreuung, die ohne Grossmutter auskommt organisiert. Schon kurz nach der Geburt aber bot sie sich dann an, trotzdem gewisse Zeiten zu übernehmen und hat das dann sogar noch ausgeweitet. Anfänglich waren wir uns ziemlich unsicher, ob wir das annehmen sollten, irgendwann wurde uns aber klar, dass sie es wirklich gerne möchte und grosse Freude daran hat. Abmachung ist allerdings, dass sie nicht verpflichtet ist. Wenn sie mal ne Weiterbildung oder etwas anderes vor hat, dann fällt sie aus (mit Ankündigung). Da die Kita nebst den regulären Stunden noch flexible anbietet, ist das für uns auch überhaupt kein Problem. Meine Eltern nehmen die Kleine auch manchmal zu sich, wenn ich beruflich ins Ausland und mein Mann lange arbeiten muss.
    Meine Mutter hat mir noch NIE dreingeredet (diskutieren schon, aber nicht bevormunden) und die Art, wie sie mit der Kleinen umgeht ist super. Ich könnte mir wirklich keine bessere Grossmutter vorstellen! Ich nehme mir ein Vorbild an ihr und hoffe, dass ich auch mal so eine Grossmutter werde!

  • Esmeralda sagt:

    Ich bin auch der Meinung, dass die Beziehung zwischen Grosseltern und Grosskindern eine „Verwöhnbeziehung“ sein soll. Die Grosseltern sollen die Kinder nicht erziehen müssen. Nachtessen vor dem Fernseher oder viel Süsszeug essen o.ä ohne Erzieheungszwang gehört für mich in eine solche Beziehung.
    Meine Eltern hüten und verwöhnen meine drei Kinder sehr gerne. Niemals möchte ich aber, dass sie diese erziehen müssen. Das ist ganz klar meine Aufgabe.

    • mira sagt:

      Dieser Meinung war ich anfänglich auch. Meine Mutter widersprach dem jedoch vehement mit folgender Argumentation: „Meinst Du, ich möchte, dass mir die Grosskinder dann auf der Nase herumtanzen und Ihre Spielchen mit mir treiben? Regeln und Grenzen wird es auch bei mir geben. Zu meinem eigenen Wohl“. Irgendwie find ich das verständlich. Und, die Regeln und Grenzen beim Grossmutti müssen ja nicht ganz so eng sein, wie zu hause…!

      • Rahel sagt:

        Ich denke auch, dass man den Grosseltern nicht die Erziehung aufbuerden sollte. Hueten ja- und das machen alle Grosseltern in meinem Umfeld auch sehr gerne Und sie sollten auch verwoehnen duerfen- trotzdem moechte ich aber auch, dass Grosseltern sich auch einigermassen an die Regeln der Eltern halten!
        Ich habe da manchmal Schwierigkeiten mit meiner Schwiegermutter. Wir sehen zu Hause kaum fern- unsere Tochter (3) darf sich ab und zu Pingu oder Barbapapa auf dem Internet anschauen oder auch ab und zu etwas kurzes im Fernseher. Zudem sind wir ziemlich strikt mit Suessigkeiten- wir essen zu geregelten Zeiten und dann gibt es auch mal was Suesses zum z’Vieri oder Dessert- bei meiner Schwiegermutter sitzt sie aber mittlerweile automatisch vor dem Fernseher und schaut sich diese absolut doofen Kinderserien an und zudem bekommt sie die ganze Zeit Guetzli und andere Suessigkeiten- das nervt- vorallem, weil meine Schwiegermutter weiss, dass wir das nicht moechten.
        Verwoehnen kann man auch anders. Vorallem indem man sich Zeit nimmt etwas mit dem Kind zu tun- eine Geschichte vorlesen, kuscheln, spielen, auf einen Ausflug mitnehmen…

      • Brunhild Steiner sagt:

        Hallo Rahel…:-)
        wegen der Süssigkeiten würd ich mir nicht allzuviel Gedanken machen, wegen des TV schon eher.
        Kann der Schwiegermutter-Sohn da nicht einen Deal à la „unbegrenzte Süssigkeitenzufuhr,
        dafür klar definiertes TV-Programm“ aushandeln?
        Bei Süssigkeitenüberdosis in so Ausnahmesituationen wirds allen schlecht und sie hören freiwillig auf (auch wenns bei Kindern zugegeben manchmal erstaunlich viel verträgt), beim TV zeigt sich die Overdose meist erst viel später.

  • Cara Mia sagt:

    Als ich mein erstes Kind kriegte und wusste, dass ich arbeiten muss, wollte meine Mutter (unbedingt) einspringen. Sie ist ein Babynarr und plante wie verrückt, so dass ich noch vor der Geburt realisierte, dass da ein kleines Geschwisterchen von mir heranwachsen wird, und nicht mein Kind. Mit Ach und Krach setzte ich durch, dass die Kleine zu einer Tagesmutter kam, und meine Mutter nur einsprang, wenn diese nicht konnte. Sie prophezeite mir nette Dinge wie Drogensucht meiner Kinder und so weiter und malte den Teufel an die Wand, aber ich blieb dabei. Aber auch das ging nicht, weil sie mir den Haushalt auf den Kopf stellte und nicht daran dachte, mich als Mutter dieses Kindes irgendwie einzubeziehen. Sie behandelte im Gegenteil auch mich (weiterhin) wie ihr Kind. Es kam zum Knall und zum obigen Szenario „nur noch an Weihnachten“. Das ist nun lange her, zwischenzeitlich haben sie die Wogen mehr als geglättet, aber belastet mich heute noch. Es war ein unnötiger Kraftakt nebst all den andern Belastungen, die ich damals eh schon hatte. Liebevolle Hilfe wäre mehr als nötig gewesen.

    Meinen Kindern – sie sind allerdings noch jung – gegenüber habe ich klar durchgegeben, dass ich nicht einplanbar bin. Ich bin auch kein Babynarr, dies kommt hinzu. ABER, und auch das wissen sie ganz genau, ich lasse sie nie hängen. Wenn also Not an der Frau ist, bin ich immer da, aber sonst wirklich lieber nicht.

    • Eni sagt:

      @ Cara Mia

      Wohnten Sie denn damals noch bei Ihren Eltern?

      • Cara Mia sagt:

        Oh nein, schon lange nicht mehr. Aber kaum war ich schwanger, wurde ich wieder vom Clan dirigiert.. wurde wieder Clan-Eigentum, sozusagen.

      • Cara Mia sagt:

        PS: jetzt kommt sicher die Frage nach meinem Mann: also: er war DA. Und litt auch unter meiner Mutter. Und musste auch arbeiten. Das Geld reichte hinten und vorne nicht, aus verschiedenen Gründen, weshalb wir eine Lösung finden mussten. Das gelang dann auch mit einer Supertagesmutter.

      • Eni sagt:

        @ Cara Mia

        Ja, manchmal ist es schwer sich gegen die Familie durchzusetzen.

        Ich selber bin zwar froh, dass meine Mutter die Kinder hütet wenn ich arbeite und auch mal ausgehe, aber auch ich musste Regeln durchsetzen, dass ich die Mutter der Kinder bin, ansonsten hätte auch ich auf eine Tagesmutter wechseln müssen, was bei meinen Arbeitszeiten schwierig wäre.

  • Ana sagt:

    Der pauschale Schutz der Grosseltern in diesem Bericht ist leicht nachvollziehbar, wenn man im Hinterkopf hat, dass die Autoren die Gründer einer Elternplattform sind, welche Eltern mit Betreuungsbedarf zu Tandemfamilien vernetzt…..
    Grosseltern passen da nicht ins Konzept, denn die müssen nicht vermittelt werden. Ein schöner Werbebeitrag, finde ich – heute gibt es sicherlich besonders viele Klicks auf der Homepage dieser Organisation.
    Ansonsten denke ich auch, dass die generationenübergreifende Betreuung gut besprochen sein möchte und die Eltern im Hinterkopf haben sollten, dass Grosseltern Kinder VERziehen dürfen, denn die Eltern ERziehen.
    Man sollte seinen Eltern nicht nochmals die gleiche Aufgabe aufbürden, die sie schon einmal bewältigt haben, sondern die Dienste für Ausnahmen in Anspruch nehmen. Es kommt natürlich auch immer auf das Alter, die Gesundheit etc. der Grosseltern an – heute ist es ja nicht mehr üblich, mit 50 schon Grosseltern zu sein, oder?

  • Sportpapi sagt:

    Auch Grosseltern sind erwachsen und können ihr Engagement selber aushandeln. Bei uns ist es so: wehe, wenn die Kinder am abgemachten wöchentlichen Abend mal nicht kommen können…

  • Lara Kraft sagt:

    Also ich kenne nur Grosseltern, die ihre Enkel sehr gerne bei sich haben und sich dabei nicht ausgenützt vorkommen. Im Gegenteil, meine Eltern – und auch die meines Freundes – würden uns den Hals umdrehen, wenn wir nur zu Hause blieben um sie zu „entlasten“. Die sehen das auch nicht als Aufpassdienst, sondern verbringen einfach gerne Zeit mit ihnen, und auch umgekehrt.

    @ Henri

    Komischer Familiensinn.

  • Brige sagt:

    selten so einen bescheuerten beitrag gelesen in diesem blog! meine beiden „mütter“, also meine mutter und meine schwiegermutter sind beide nicht berufstätig und freuen sich, dass sie die kinder bei sich haben können. und ja, ich frage regelmässig nach, ob es für sie stimmt oder ob es ihnen zuviel ist, und nein, sie müssen keine angst haben dass uns das entzweien würde.

    wieso fragt nicht mal einer die hütenden grossmütter und grossväter?? jeder weiss was diese generation will oder eben nicht will, aber hat man sie auch mal gefragt?

    mir kommt dieser beitrag als reine werbung für ihre plattform vor. damit sich ja jeder ein schlechtes gewissen macht, die grosseltern aus dem schiff wirft und Ihre dienste in anspruch nimmt. Poh, meine „Mütter“ wären zutiefst beleidigt wenn ich die Betreuung ausserhalb der Familie weitergeben würde.

    • Luise sagt:

      Es gibt auch andere, berufstätige Grossmütter! Und solche, die ihre neue Freiheit geniessen nachdem sie jahrzehntelang für die Familie da waren!

      • Brige sagt:

        richtig. und genau deshalb find ich diese pauschalisierung in diesem beitrag völlig unnötig. jeder wie er kann und will, aber bitte nicht alle grossmütter in einen hilfsbedürftigen-topf werfen und ihnen die fähigkeit absprechen sich zu artikulieren. und den familien, die die grosseltern in anspruch dürfen nehmen als hütedienst ein schlechtes gewissen machen. hatte ich nämlich im ersten moment, als ich obigen beitrag gelesen habe. meine mutter konnte mich allerdings dann wieder beruhigen 😀

    • Pippi Langstrumpf sagt:

      Mir kam das genauso vor, als Werbeplattform. Aber warum auch nicht, wenn man es weiss. Für viele scheint es ein Bedürfnis zu sein, dass sich ältere und jüngere vernetzen können. Man muss als Eltern einfach sehr vorsichtig sein, wem man seine Kinder anvertraut, wer übernimmt die Verantwortung, was ist, wenn ein Unfall passiert usw. Dazu muss es keine Einbahnstrasse sein, sollte es gar nicht, vielleicht sind die Leihgrosseltern einmal froh, wenn sie beim Einkaufen und andern schwereren Tätigkeiten Hilfe bekommen, generell finde ich, dass die Generationen wieder mehr zueinander schauen sollten, diese Abkapselungen tun niemandem gut.

      Für mich selbst hoffe ich, dass ich dereinst fit genug bin, für meine zukünftigen Enkel sorgen zu können, ich würde mir wünschen, sie in der Nähe zu haben und aufwachsen zu sehen. Bis es soweit ist, wird es noch eine Weile dauern, zum Glück. Aber niemand weiss, wie er sich gesundheitlich entwickelt, es kann morgen aus sein.

      • Stefan W sagt:

        Gegen die Werbeplattform habe ich ja nichts. Ich finde das sogar eine gute Idee. Aber eben: Eher für Eltern, die selber /keine/ helfenden Eltern haben und nicht zur Schonung von Grossmamis, die bitte für sich selber Vereinbarungen treffen sollen, und denen man auch zutrauen sollte, das zu können.

        Also die richtige Plattform, aber die falschen Argumente 🙂

  • Bislang hatten wir immer Hemmungen, unsere Tochter meinen Eltern zu geben- man will tatschlich nicht nur nehmen, sondern auch irgendwie geben können. Der Punkt ist aber der: Meine Eltern wollen unsere Tochter viel mehr bei sich haben, immer und immer wieder fragen sie nach ihr. Verkehrte Welt?

    Zum Text: Da ich den Vorteil habe, zwischen zwei Kulturen hin und her switchen zu können, fällt langsam auf, dass wir Kinder in unserem Kulturkreis immer mehr zur hochkomplexen Materie verklären- also ehrlich: komplizierter geht’s gar nicht mehr! Man könnte ja meinen, Kinder zu haben sei eine lästige Pflicht, die für alle Beteiligten nur noch aus Übeln verschiedenster Art zu bestehen scheint. Gott sind wir ökonomisch und verbohrt geworden: Kinder werfen nun mal keine materielle Rendite ab, es gibt keinen Break-Even und ja: man muss sich einschränken, wenn man Kinder hat! So what?

    • Regula sagt:

      Dabei haben doch alle ihr Wunschbaby? Woher denn auf einmal all die lästigen Pflichten?

    • Wunschbaby schon ja: Nur lässt sich das nicht ohne Probleme gross ziehen. Aber da ja viele an das leidlose Glück glauben und folglich davon ausgehen, dass jeder Tag im Leben unbedingt voller Glück und Erfüllung sein muss, wohlverstanden jeder einzige Tag, nun dann…

      …sollten eigentlich nur noch die Menschen Kinder haben, die auch wissen, was auf sie zukommen wird.

      Hort = schlecht
      Grosi = schlecht
      Eltern = schlecht

      Ja was denn nun? Soll man die Kinder industriell herstellen und die Aufzucht entsprechend organisieren?

      „Sobald Männer und Frauen (…) die Gewohnheit annehmen, die individuellen Vor- und Nachteile jeder voraussichtlichen Folge von Handlungen abzuwägen-, oder, wie wir es auch ausdrücken könnten: sobald sie in ihrem Privatleben eine Art unausgesprochender Kostenrechnung einführen-, müssen ihnen unvermeidlich die schweren persönlichen Opfer, welche Familienbindungen und namentlich Elternschaft unter modernen Bedingungen mit sich bringen, ebenso wie die Tatsache bewusst werden, (…) dass Kinder nicht mehr ein wirtschaftliches Aktivum sind. (…) Was ich sagen will (…) kann in der Frage zusammengefasst werden, die so deutlich in den Köpfen mancher potentieller Eltern steht: Warum sollten wir unsere Wünsche stutzen und unser Leben arm machen (…)?“

      Joseph A. Schumpeter in „Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie“, 1947

      Er ging seinerzeit von einer Zersetzung / Auflösung der bürgerlichen Familie aus. Davon sind wir beileibe nicht mehr entfernt- ohne einen realistischen Ersatz auf Lager zu haben. Das sind gute Vorausstzungen für die Zukunft also.

      • Regula sagt:

        Leidloses Glück. Das gefällt mir.

        Die Aufzucht des Nachwuchses ist ja schon sehr stark organisiert, wenn man bedenkt, welche Verpflichtungen Kinder nebst Schule sonst noch so haben und wie ausgefüllt der Terminkalender ihrer Eltern ist.

        Was die Zukunfstaussichten angeht, mache mir dahingehend wirklich Sorgen. Was ist zu tun?

      • „Was ist zu tun?“

        Warten, was auseinandergeht, wird sich schon wieder zusammenfügen, Schritt für Schritt, Generation für Generation… bis am Schluss ein neues Ganzes entsteht, dass die Gesellschaft wieder zu stabilisieren vermag. Geduld ist angesagt.

      • Katharina sagt:

        @Marcel Zufferey 20. August 2010 um 12:32:

        „Er ging seinerzeit von einer Zersetzung / Auflösung der bürgerlichen Familie aus. Davon sind wir beileibe nicht mehr entfernt- ohne einen realistischen Ersatz auf Lager zu haben. Das sind gute Voraussetzungen für die Zukunft also.“

        Schumpeter kommt als Resultat seiner Analyse auf Staatssozialismus als ’natürliches‘ Nachfolgesystem des Kapitalismus. Es hat sich seit der Zeit seiner Analyse (1942) gezeigt, dass Staatssozialismus kein überlebensfähiges System ist. In dem Sinn ist Deine Aussage richtig, dass es noch keinen realistischen Ersatz zum bestehenden System gibt.

        Das bedeutet, dass es keine Innovation an brauchbaren Gesellschaftssystemen gab, was ich eigentlich nicht unterschreibe. Innovation von Gesellschaftsmodellen braucht Freiheit, diese Modelle zu verwirklichen und auf ihre Brauchbarkeit zu überprüfen. Das funktioniert nur in einem Staat, der sich als Infrastruktur versteht, im Gegensatz zum europäischen Ansatz, dass der Staat ein übergeordnetes Konstrukt ähnlich eines Über-Ichs ist, dem sich das Individuum bzw. die Kernfamilie unterzuordnen habe.

        Schumpeter, wie auch Marx, liessen einiges an Wunschdenken in ihre Arbeiten fliessen. Dieses Wunschdenken kam aus einem Ressentiment gegen den Kapitalismus und daraus entwickelten sie dann Szenarien des Systemzusammenbruchs und eines Neubeginns nach der Katharsis in bei beiden sehr ähnlichen Gesellschaftssystemen.

        Der Denkfehler, den beide machen ist, dass sie Gesellschaft und Staat gleichsetzen, dann dieses als geschlossenes System definieren und die Untereinheiten des Staates bis hin zum Individuum als Teilsystem definieren. Funktionale Dekomposition mit dem Staat als Grundfunktion. Das Regelsystem, nach welchem die Dekomposition selbst zu erfolgen habe, ist dann im Begriff Staatssozialismus zusammengefasst.
        Oder verkürzt: der Denkfehler ist, dass Gesellschaft als hierarchisches System mit dem Individuum als kleinstes Teilsystem der untersten Hierarchiestufe modelliert wird.
        Der andere Denkfehler natürlich, dass versucht wird, die Wirklichkeit dem Modell anzupassen statt umgekehrt.

        Um in der Sprache der Systemtheorie zu bleiben: Wird Gesellschaft als relationales System gesehen, wo das Individuum zwar immer noch kleinstes Teilsystem ist, oder genauer als Element gesehen wird, und die Mengenbildung als Funktion von Interessensbeziehungen (Relationen) geschieht, ergibt sich ein dynamisches offenes nichthierarchisches System. Staat ist in diesem System eine Menge von Interessensbeziehungen. Wie bei anderen Interessensbeziehungen ändert sich sowohl Inhalt (Interesse) als auch die Form der Beziehung über die Zeit. Wesentlich ist der nicht-hierarchische offene dynamische Ansatz. Kapital ist in diesem System eine von vielen Ausprägungen von Interessensaustausch (Beziehungen).

        Wenn Du sagst, dass die Zersetzung der bestehenden Strukturen ohne zumindest ansatzweise entstehender alternativer Strukturen eine gute Voraussetzung für die Zukunft seien, sagst Du eigentlich, dass der Absturz ins Chaos und die dann folgende sehr lange Periode anarchistischer Kriege gut sei. Dies ist ein Szenario, das der Historiker und Philosoph Olaf Stapledon in seinem Werk „Die letzten und die ersten Mensche, Eine Geschichte der nahen und fernen Zukunft“ skizzierte. In seinem Szenario dauert die Periode des Chaos 100’000 Jahre, gefolgt von der Patagonischen Zivilisation. Eine gute Sache? Wirklich?

      • Ja, eindeutig: Mit Schumperters Zitat aus Kapitalismus, Sozialismus und Demokratie habe ich ein sehr exotischen Werk beigezogen. Und ebenfalls richtig: Sowohl Marx als auch Schumpeter- sonst eigentlich nicht unbedingt Artverwandte- liessen sehr viel Wunschdenken in ihre Werke schliessen. Beide sind aber wichtige Zeitzeugen, die beide natürlich nur für ihre eigene Zeit sprechen können. Was ich an Schumpeters genanntem Werk zentral kritisiere, ist der ganze Aufbau seiner Theorie: Im Zentrum steht ja der berühmt-berüchtigte „Prozess der schöpferischen Zerstörung“, der dann wiederum das Ende des Kapitalismus einleuten soll- oder, in Marx‘ Worten: Die permanente „Expropriation“ bedeutet das Ende des Kapitalimus, woraus dann schlussendlich der Staatssozialismus hervorgehen soll. Daran glaube ich m. E. auch nicht.

        „Der Denkfehler, den beide machen ist, dass sie Gesellschaft und Staat gleichsetzen, dann dieses als geschlossenes System definieren und die Untereinheiten des Staates bis hin zum Individuum als Teilsystem definieren.“

        Das funktioniert natürlich gar nicht, allerdings bin ich mir nicht ganz so sicher, ob Marx Staat und Gesellschaft so klar voneinander trennt. Schumpeter hingegen macht das am Ende erwähnter Theorie. Was das System und seine Komponenten anbelangt, da halte ich mich wiederum an Karl Polanyi („The Great Transformation“, ein unbedingt und vor allem heute wieder ausserordentlich lesenswertes Buch!), der da zwischen Zivilgesellschaft, Staat (als Interessensvertreter und Regulativ, dass im schlimmsten Falle über Krieg und Frieden entscheidet [als Folge des Faschismus, in seinem Falle]) und Markt unterscheidet.

        „Oder verkürzt: der Denkfehler ist, dass Gesellschaft als hierarchisches System mit dem Individuum als kleinstes Teilsystem der untersten Hierarchiestufe modelliert wird.“

        Finde ich so wiederum absolut richtig. Aber natürlich hat man sich v. a. im Verlaufe der Achzigerjahre grundsätzlich gefragt, ob es so etwas wie eine Gesellschaft überhaupt gibt (Margareth Thatcher). Selbstverständlich gibt es sie: Wir sind ja nicht ein Haufen lose zusammengewürfelter individuuen, sondern Menschen, die über ihre Interessen aufs Engste miteinander verknüpft sind, woraus auch Begriffe wie „das soziale Kapital“ u. ä. (z. B. Reziprozität) ihre Legitimation hernehmen. Zweckentfremdet zwar, aber doch: Wir sind nicht nur der berühmte Homo oeconomicus, sondern eben auch- und vor allem, wie ich sogar behaupte- der Homo sociologicus. Nur wird das gesellschaftliche Gefüge z. Z. stark vom technologischen Fortschritt (Beschleunigungskultur), dem globalen Handel und den daraus folgenden Erschütterungen für das Individuum heimgesucht. Hinzu kommen noch die Emanzipation, die fast zeitgleich mit der grossen Transformation unserer Volkswirtschaften weg von der Industrie- hin zur Dienstleistungsgesellschaft stattgefunden hat. Insofern befinden wir uns ganz eindeutig in einer zweiten „Great Transformation“- allerdings unter dem Einfluss der technologischen Revolution. Alles ist im Fluss, wie seinerzeit, vor 150 Jahren im Zuge der Industrialisierung. Doch genau das wird allerorten immer wieder gerne unterschätzt. Stattdessen macht man sich auf die Suche nach Schuldigen „für das alles“- und findet sie in der allgemeinen Konfusion natürlich auch, jeder und jede für sich, denn wer lange genug im Nebel herumgeirrt ist, sehnt sich geradezu nach Orientierung. „Ich suche nicht, ich finde.“, hat Pablo Picasso einst treffenderweise gesagt.

        Zurück zu Schumpeter: Ja, er sah die bürgerliche Familie (Kapitel „Zersetzung“) zerfallen- und das tut sie ja auch. Die Frage ist nur, in was für Teile genau sie zerfällt- und ob sich die wieder zu einem neuen, sozial tragenden Gefüge zusammensetzen lassen. Und natürlich war ich alles andere als optimistisch, als ich sagte, dass das ja optimale Zukunftsaussichten sind- ich war- einmal mehr, lediglich ironisch bis zynisch…

      • Schumpeter erschien übrigens 1947 zum ersten Mal in Deutsch- gemäss Impressum. Du sprichst von 1942, ergo ist das die englische Urversion.

  • Regula sagt:

    Das Wichtigste in Sachen Kinder hüten, sind Abmachungen, vielleicht auch finanzieller Art oder in From anderer Gegeleistungen. Auf jeden Fall muss man dieses Thema ansprechen. Das gilt nicht nur für Grosseltern, sondern auch für Nachbarn. Abmachungen sind vor allem dann wichtig, wenn das Hüten regelmässig stattfindet, weil sich nämlich beide Seiten, die abgebende und die aufnehmende, auf etwas einstellen und verlassen können müssen.

    Meine Kinder waren zum Teil regelmässig, bei meiner Mutter und meinem Vater. Dazu durften sie oft in die Ferien zu ihne oder mit ihnen in die Ferien. Meine Mutter, die die Betreuung hauptsächlich übernahmn, arbeitete damals teilzeit und war auch sonst sehr ausgefüllt. Ein gorsses Plus ist, dass sie sehr ungkompliziert ist. Sie sagte immer frei heraus, wann es ihr passte und wann nicht, so dass ich immer wusste, woran ich mit ihr war.

    Das Verhältnis zwischen meiner Mutter und mir war/ist sehr entspannt. Es gab bezüglich Kinder nie Unstimmigkeiten, was sich vermutlich auch auf die Beziehung der Enkel zu ihren Grosseltern auswirkte und auswirkt.

    Heute sind meine Jungs erwachsen und haben noch immer ein sehr gutes Verhältnis zu ihren Grosseltern mütterlicherseits. Väterlicherseits erinnern sie sich nicht einmal mehr an ihre Namen, weil alles aus verschiedenen Gründen so kompliziert war.

    Ich habe mir deshalb vorgenommen, für meine Enkel (falls ich mal welche haben sollte) Zeit zu haben. Ich würde sie gerne einen Tag pro Woche hüten und würde auch meine Anstellung dahingehend ausrichten. Aber eben, es braucht Abmachungen. Und Grosszügigkeit von beiden Seiten.

    • Ich werde mir die Zeit auch nehmen für meine Enkel. Den Buben zeige ich dann den Chevy, den Mädchen auch. Wahrscheinlich gibt es bis dahin kein Benzin mehr- also wird er irgendwo in der Welt stehen, ob hier oder in Asien, ist egal- und zwar als Robinsonspielplatz. Vieleicht kann ich ja hie und da mal ein Fläschchen Reinbenzin auftreiben, auf dem Schwarzmarkt zum Beispiel, bei Mad Max, und ihn laufen lassen, den V8- und wenn’s nur für eine Minute ist.

      Und da wir ja schon beim Geben und Nehmen sind: Sobald meine Eltern einmal immobil und leicht pflegebedürftig werden, quartieren wir sie in unserer grossen Wohnung ein, ein Zimmer dafür existiert schon. Das ist doch verdammt nochmal eine Selbstverständlichkeit, mein ehemaliger Vermieter hat das mit seiner Mutter auch gemacht, bis es dann wirklich nicht mehr ging und sie in ein Pfelgeheim musste. Auf welchem Planeten leben wir eigentlich?

  • Stefan W, sagt:

    Die Entdeckung der Grosseltern als neue schutzbedürftige Bevölkerungsgruppe… Und dann noch pauschal der Hilflosgikeit bezichtigt: Diese armen Menschen können keine für sich befriedigende Regelung mit ihren Kindern entwickeln. Ich möchte nur kurz eine andere Sicht darstellen:

    (1) Grosseltern sind erwachsene Menschen, die meistens schon das eine oder andere Problem im Leben selbständig gemeistert haben.

    (2) Ebenso wie bei den Eltern und bei den Kindern gibt es auch bei den Grosseltern unterschiedliche Typen. Es gibt solche, die die Aussicht begeistert, ihre Enkel 5 Tage in der Woche bei sich zu haben und es gibt solche, die dieselbe Aussicht tief erschrecken würde. Es gibt solche, die sogar möglichst nahe bei ihren Kindern und Enkeln wohnen möchten und es gibt solche, denen ein einmal jährliches Familienfest fest schon fast zu viel ist. Und es gibt alle Zwischenstufen zwischen diesen Extremen.

    (3) Deshalb ist es m.E. wenig sinnvoll, einen pauschalen Aufruf zur Schonung der Grosseltern oder auch nur des Grossmami allein zu publizieren. Den einen mag man so gerecht werden, den anderen nimmt man einen wichtigen Lebenszweck.

    Schluss: Grosseltern sind erwachsen. Sie können selber mit ihren Kindern eine Abmachung treffen, die allen Seiten möglichst gerecht wird. Wichtig ist bloss, dass sie ihre Abgrenzung möglichst früh klar stellen, und sich nicht vor lauter Freude über das erste Enkelkind zuviel aufhalsen. Aber, wie gesagt, man kann ihnen ohne weiteres zumuten, das selber zu können, sofern sie auch noch fit genug sind, um ihre Enkel zu hüten.

    Man braucht nicht alle Mitmenschen immer bei der Hand zu nehmen. Man braucht nicht für alles eine Hilfsorganisation. So sehe ich das zumindest. (Meine Kinder werden allerdings aus geografischen Gründen nur relativ selten von Grossmamis gehütet)

      • daniela sagt:

        zu punkt 3 in deiner auflistung… „3) Deshalb ist es m.E. wenig sinnvoll, einen pauschalen Aufruf zur Schonung der Grosseltern oder auch nur des Grossmami allein zu publizieren. Den einen mag man so gerecht werden, den anderen nimmt man einen wichtigen Lebenszweck.“
        habe erst vor kurzem selber erlebt, wie meine grossmutter mir und meiner schwester quasi die schuld gibt, dass angeblich andere mitmenschen schlecht über sie denken und reden, weil weder ihre tochter (unsere tante), noch wir bis heute verheiratet sind, nein, noch schlimmer, im konkubinat leben und noch immer (mit anfang, mitte dreissig) keine eigenen kinder haben. sie hat wortwörtlich gesagt: die denken sicher alles mögliche, was ich falsch gemacht habe, dass ihr immer noch so lebt.
        dies erzeugt einen druck, und auch immer wieder die falle, zu glauben, dass man sich für die eigenen entscheidungen gegenüber der älteren generation rechtfertigen oder erklären müsste.

        somit kann ich nur bestätigen, dass es tatsächlich leider menschen gibt, die nach erfüllter aufgabe, ihre kinder aufzuziehen und ihnen alles mitzugeben, was sie konnten, sich nicht wieder mehr um sich selbst kümmern. und das ist, (meiner meinung nach) die kernaussage, worum es gehen sollte: niemals darf ein anderer mensch mein lebenszweck sein, schon gar nicht dann, wenn er/sie nicht mehr meiner obhut anvertraut ist, weil genug alt, eigenverantwortlich und selbständig.

        glücklicherweise habe ich von meiner pflegemutter ein ganz anderes bild vorgelebt bekommen. nach einigen jahren, in denen sie mit herz und freude hausfrau und pflegmutter war und sich um uns gekümmert hat, hat sie sich ganz selbstverständlich wieder anderen, neuen und ihr eigenen themen und interessen zugewandt.

      • daniela sagt:

        selbstverständlich empfinde ich es als sehr wertvoll, die unterstützung der grosseltern (oder auch anderen älteren bezugspersonen) zu haben, die sich zeit nehmen für die enkelkinder da zu sein. für alle beteiligten im idealfall ein gewinn, und dies in erster linie nicht finanziell, sonder auf einer menschlichen ebene. dass damit probleme und auseinandersetzungen einhergehen, ist normal, weil menschlich. hinzukommt, dass die grosseltern sich vielleicht zum ersten mal in ihrem leben an die umgekehrte rolle gewöhnen müssen, ihren kindern bezüglich regeln folgen zu müssen, auch wenn sie das eine oder andere mal eine ausnahme machen dürfen.

    • Wolfgang sagt:

      Sehe ich ähnlich. Im Artikel kommen die Großeltern pauschal als halbdebile Opfer weg, denen man die KInder wie einen Mühlstein grinsend um den Hals hängt. So ein Blödsinn. Wer als Oma und Opa fit genug zur Betreuung eines KIndes ist, kann und wird auch stopp sagen, wenn es zuviel wird. Und das bei den aufgezählten Vorteilen der Großelternbetreuung die Großeltern selber nicht auftauchen, liegt an den Autorinnen, wenn sie sie eben unvollständig aufzählen. Meine Großeltern freuen sich einmal die Woche auf unsere zwei Kleinkinder, als wären sie selber Kinder und sie sehen schon der Zeit mit Wehmut entgegen, wenn unsere Kids in Kindsgi und Schule gehen werden, denn dann ist „die schönste Zeit vorbei“ (Zitat). Einerseits wird heutzutage dem Geist der Großfamilie nachgeweint und nun scheint genau das egoistisch und rücksichtslos zu sein. Komische Welt….

  • Henri sagt:

    Ahh! Der erste Kommentar auf der grünen Wiese!

    Beim Lesen dieses Beitrags gehen mir als Vater zweier erwachsener 30-jähriger (und somit reproduktions-gefährdeter) Kinder folgende 2 Gedanken durch den Kopf:

    a) Hilfe! Endlich gehört mein Leben wieder mir! Ich will nicht (schon?) wieder in die Rolle zurückfallen, welche ich viele lange Jahre hatte: verantwortlich für andere, Kleine.

    b) Meine Schwiegereltern (und besonders der Vater) hatten hin und wieder (aber keinesfalls regelmässig) unsere Kinder für 1-3 Tage zu sich genommen – war schön für uns, zwischendurch, besonders als wir mit Schwierigkeiten kämpfzten und Schlafprobleme hatten.

    Und dann denke ich:

    1) Warum sollte ich die Kinder meiner Kinder regelmässig hüten? Mir ist es (noch) nicht langweilig, und ich finde, die (erwachsenen) Kinder sollten ihr eigenes Leben selbst organsieren – so wie das auch meine Eltern, ich und meine Frau wie auch viele andere Eltern damals auch taten.
    Ich fühle mich jedenfalls nicht verpflichtet, diese augenscheinliche Bedürfdigkeit und Schwächlichkeit der heutigen Eltern zu unterstützen und auszugleichen.

    2) In besonderen Situationen werde ich gerne einspringen, allenfalls die Kinder sogar mehrere Tage hüten.
    Aber nur dann – in besonderen Situationen und um die jungen Eltern in schwierigen Situationen zu entlasten.

    Insgesamt erscheint mir aber dieses genaze Gerede um die armen Eltern etwas jämmerlich und übertrieben – es ist Teil des Elternseins, ans Limit zu kommen, und auch darüber. Na und?

    • Luise sagt:

      Ich denke genau so, kann für ein paar Jahre noch meine 100 %-Berufstätigkeit als „Entschuldigung“ vorbringen… Sind die Enkel aber erst einmal da werde ich sicher ab und zu am Wochenende einspringen.

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