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Es war einmal eine Apokalypse

Hugo Stamm am Montag den 19. März 2012

Diesen Impuls-Artikel hat unser Blogger Felix Brunschwiler (Hypatia) verfasst. Vielen Dank.

Filmplakat des Endzeitfilms «2012».

Die 2012-Prophetie hat wohl viel mehr Verrückte in den Bann gezogen, als wir uns vorstellen können: Filmplakat des Endzeitfilms «2012» (Roland Emmerich).

Geniesse das Leben noch, solange du kannst, denn am Ende dieses Jahres werden wir alle tot sein!
Frag das nur mal Patrick Geryl*, den Untergangsdenker und Oberphantasten aus Antwerpen, einer der führenden Köpfe der europäischen 2012-Bewegung. Auf seiner website ** wird dir schlagartig klar, worum es geht. Das Ende naht!

Es beginnt mit einem gigantischen koronalen Massenauswurf auf der Sonne am 19. oder 20. Dezember 2012. Er wird das magnetische Feld der Erde derart schwer stören, dass sich unser Planet urplötzlich in entgegengesetzter Richtung durch den Raum drehen und die Sonne am 21. Dezember statt im Osten im Westen aufgehen wird. Das brüske Manöver werden wir nicht überleben, es sei denn, wir gehörten zu den 5000 Auserwählten, die sich früh genug auf der afrikanischen Hochebene versteckt halten. Bei uns in Europa und allen anderen Orten auf dieser Erde werden ausser Naturkatastrophen auch sämtliche Kernreaktoren durch Kernschmelze zerstört und 99 Prozent des bewohnbaren Landes verstrahlen. Wir müssten also weit genug fliehen können, wenn wir denn noch Zeit dazu hätten. Für Patrick Geryl ist klar: Als Fluchtpunkt für das Überleben kommt nur die afrikanische Hochebene in Frage.

Glaubt er das wirklich? – Er glaubt das wirklich, und er ist nicht der einzige. Die 2012-Prophetie hat wohl viel mehr Verrückte und solche, die sich dafür halten, in den Bann gezogen, als wir uns vorstellen können. Hollywoodregisseur Roland Emmerich machte selbst einen Film darüber, nicht über den Wahnsinn, nein, aber über die Katastrophe.

Die Vorhersage der Mayas wird selbstverständlich nicht stattfinden, aber mit der Klimaerwärmung scheint uns doch eine reale Katastrophe apokalyptischen Ausmasses zu erwarten…

Sind wir emotional abhängig vom Untergang? Gibt es nicht zu denken, dass wir es uns angewöhnt haben, Katastrophenphantasien zu konsumieren, ja, konsumieren zu wollen? Wir geniessen sie, wir verlangen danach und wehe, wenn jemand den Ernst der Sache zu relativieren beginnt! Das wollen wir nicht. Wie wenn wir kleine Kinder wären, die immer und immer wieder dasselbe Märchen von der bösen Hexe hören wollen…

Aber auch die Medien, die Politik und die Wissenschaften sorgen dafür, dass der Strom an Unheilsnachrichten nicht versiegt. Zusammen schreiben sie am Mythos vom Weltenende, dem grössten anzunehmenden Crash. Die Geschichten, die uns das Fürchten lehren, wir lesen sie allmorgentlich in der Zeitung und sehen sie in der Tagesschau.

Schau dich doch nur mal um! Das Klima, die Umwelt, die Weltbevölkerung, die Demokratie, die Ökonomie, Europa, die Vergreisung oder die Biodiversität, was auch immer, wähl Dir eins aus und stelle Dir die Frage: Gibt es da etwas, wovon wir glauben, dass es sich innerhalb absehbarer Zeit noch zum Guten entwickeln wird? – Eben.

Das Klima ist am Arsch, die Umwelt verwüstet, die Weltbevölkerung explodiert, und die Demokratie ist in Gefahr, unser ökonomisches System steht vor dem Absturz, Europa droht auseinanderzufallen, die Menschen hier werden älter und älter und mit der Artenvielfalt ist es sowieso aus und vorbei. Oh! Vergessen wir das Ärgste nicht! Bald, wenn die Muslime uns alle unterworfen haben werden, gilt auch in unserem Land die Scharia!

Einverstanden, ich übertreibe, aber achte mal darauf, wie oft der eine oder andere Experte meint, es sei nicht «fünf vor zwölf», sondern schon «fünf nach zwölf»!

Mit Angst gewinnst du Wähler für Politiker, Leser für Zeitungen, Stiftungen für Wissenschaftler. Ja, auch das gibt es, wie der Britische Philosoph Simon Blackburn einmal meinte: «Früher durften die Klimatologen froh sein mit einem Stuhl im Besenkasten der naturwissenschaftlichen Fakultät, heutzutage fliegen sie jedes Jahr mindestens zehn Mal Erste Klasse rund um die Welt.»

Niemand Vernünftiger wird heute leugnen wollen, dass unsere Welt zahlreiche ernste Probleme aufweist. Aber auch Fachleute sind da nicht immer vor der Gefahr geschützt, gewaltig zu übertreiben. – Es scheint jedenfalls nicht falsch zu sein, ein gewisses Misstrauen zu bewahren. Aber tun wir das auch? – Es wird schon nicht so schlimm kommen, nein, es wird noch viel schlimmer!

Der Weltuntergang war noch nie so nah wie heute. Andererseits ging es uns noch nie so gut. Es ist unser Wohlstand, der wenigstens teilweise die Situation zu erklären vermag: Wir haben Zeit und Möglichkeiten, unsere Gesellschaft hyperkritisch gegen das Licht zu halten. Wir starren auf die Gefahren und vergessen dabei die Sicherheit, die sie uns bietet. Ein Psychotherapeut würde uns anraten: Erinnere dich doch ab und zu der Segnungen unserer Zivilisation!

Es ist die Evolution, die uns mit «bad news bias»*** belastet. Unsere Sicht auf die Welt ist von Natur aus negativ überzeichnet. Evolutionär gesehen ist das die erfolgreichere Strategie. Wer auf die möglichen Gefahren achtet, hat die grösseren Chancen zu überleben als derjenige, der sich sorglos in Sicherheit wähnt. Es ist diese instinktive Bevorzugung des Übleren, die uns an das Märchen vom Weltenende glauben lässt.

1999 erschien das äusserst interessante Buch Apocalypses, worin deutlich wird, welche Vorteile das apokalyptische Denken in sich birgt. Der amerikanische Geschichtswissenschaftler Eugen Weber legt darin aus, wie der Glaube an die biblische Endzeit oft der Motor für den Fortschritt war. Zahlreiche Entdeckungsreisende und Wissenschaftler, darunter Christoph Columbus und Isaac Newton, waren Anhänger des Millenarismus und fanden darin ihre Motivation für ihr Tun. Was die Apokalypse für unsere Vorfahren war, ist der Kulturpessimismus für uns Heutige: Jedes Untergangsszenario ist eine säkulare Improvisation des stets wiederkehrenden Themas. Und auch wir gewinnen daraus einen Vorteil: Wegen des Klimaalarms werden wir endlich erlöst werden von unserer Abhängigkeit vom Erdöl. Weil wir zeitig genug Vorsorge gegen Vogelgrippe und Schweinepest getroffen haben, wird eine Grippepandemie vermieden werden können. Weil wir panische Angst haben vor einer ökonomischen Implosion haben, wird der Euro gerettet und Europa weiter zusammenwachsen.

Apropos Apokalypse. Weist nicht gerade die Ökologie religiöse Züge auf? Entdecken wir in der Klimageschichte nicht eine biblische Struktur? Am Anfang lebten wir im Garten Eden, eins mit der Natur, doch dann, vermutlich so etwa vor 6000 Jahren bissen wir in den Apfel des Baumes der Erkenntnis, wir entdeckten Wissenschaft, Wirtschaft und Technologie, und da verfielen wir der Sünde und fingen an, die Erde auszubeuten und zu verschmutzen. Nun tun wir eiligst Busse – mit dem Kauf von Sparlampen! Welches wird der nächste evolutionäre Schritt sein, den die Menschheit tut? Wird das Jüngste Gericht erscheinen, wenn wir die Erde endgültig zerstört haben werden, wie die Bibel verheisst, oder wird uns ein neues Denken vor dem Untergang bewahren? Wo ist das Heilsversprechen eines evolutionären Humanismus‘, der sich der Erde verdankt?

Gott ist tot. Es ist der Mensch, der sich das alles antut. Es ist auch sein Hochmut, der vermeint, er sei der Verursacher des Untergangs. Als ob der Mensch tatsächlich imstande wäre, den Planeten zu verwüsten! Der Planet hat schon viel Schlimmeres erduldet.

Das Schwarzsehen scheint zur Condition humaine zu gehören. Doch gemach! Ist es denn wirklich so, dass alles schlechter wird? Ist die Welt nicht doch besser geworden? Warum will niemand die gute Botschaft und alle nur die schlechten Nachrichten hören?

Sogar Afrika, dieser riesige Kontinent, an den wir nur mit Sorge denken, macht Fortschritte. Die Revolutionen in Libyen und Ägypten versprechen Demokratie. Die Geburtenziffer senkt sich und das ökonomische Wachstum zieht an. – Was das betrifft, hat unser Untergangsdenker aus Antwerpen, Patrick Geryl, mit seiner Flucht auf’s Afrikanische Hochland doch die richtige Wahl getroffen: Wenn wir in einem Jahr tot und verschwunden sind, befindet er sich auf dem Kontinent der Zukunft.
* Patrick Geryl (1955) ist ein Autor aus Antwerpen. Geryl publizierte verschiedene Bücher mit eigensinnigen Theorien und Voraussagen. So etwa zeigte er sich in seinem Buch «A new Space-Time Dimension» aus dem Jahr 1979 als Gegner der Relativitätstheorie.
**http://www.howtosurvive2012.com/htm_night/home.htm
*** bad news bias: http://rhetorica.net/bias.htm

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415 Kommentare zu “Es war einmal eine Apokalypse”

  1. hm sagt:

    Zeit, die läuft, ist nicht besonders bedrohlich, sie läuft und läuft und läuft, und da sie niemand abstellen kann, läuft sie weiter und immer weiter und immer immer weiter, bis sie wieder läuft und läuft …

  2. Lisa sagt:

    @ rataxes

    Ich habe meinen “Senf” dazu längst gegeben. Nun müssten Sie ihn nur noch lesen. Es dürfte klar sein, dass ein konkreter Vertrag nicht im www zu finden ist. Es geht dabei ja nicht um z.B. den Ausgang einer Rechtsverhandlung. Aber eben scrollen Sie und lesen Sie und Sie werden nicht nur von Seiten VPOD sondern auch meinerseits fündig werden.

    Wie Sie mich titulieren ist mir eigentlich gleichgültig bisher haben Sie sich noch für keine Ihrer Varianten wirklich entscheiden können. Kennen tun Sie mich auch nicht. Und die Einblicke die ich hier gebe sind Ihnen zu schnöde. Also…was solls?

  3. Rabbi Jussuf sagt:

    Hm
    Vielen Dank für die Mühe.
    Diese fünf Punkte sind alles?
    Zu 3. Bin ich einverstanden mit Ihnen.
    Punkt 4, Das Mönchtum war sicher ein wesentlicher Bestandteil des Mittelalters.
    Punkt 5 sehe ich nicht was das mit der christlichen mittelalterlichen Kultur zu tun hätte, höchstens als Identitätsfindung gegenüber einem äusseren Feind > Kreuzzüge, Reconquista.
    Interessant wäre dann aber der enorme Einfluss des aristotelischen Denkens, dank der Übersetzungen aus dem Arabischen, auf das Hoch- und Spätmittelalter.

    Punkt 1 „gemeinsame Erbe der Bibel und der alten Kirche“
    Da frage ich mich, was damit gemeint sein kann. Einfach so kann ich mir darauf keinen Reim machen. Wie ist „gemeinsam“ gemeint?

    Punkt 2 Reichsidee. Die war ja wohl eine Weiterentwicklung des Römischen Reiches, das nahtlos ins Mittelalter überging, bis zur Metamorphose in den Feudalismus. Der war aber wohl eher umstandsbedingt, als irgendwie gottgewollt. Jedenfalls gibt es dazu kaum eine Anleitung in der Bibel.

  4. Luana sagt:

    @Michael Bamberger

    Meine Frage

    Müssten wir aufgrund dieser Theorie nicht davon ausgehen, dass in allen Kulturen oben-Himmel-gut und unten-Hölle-böse ist? Gibt es solche Vorstellungen tatsächlich durch alle Kulturen hindurch?“

    haben sie so beantwortet:

    Ja, das ist der Fall, hier dazu einige Beispiele die Hölle betreffend:

    Vielen Dank für diese Aufzählung, mir ist aufgefallen, dass sämtliche Beispiele aus Euroasien stammten. Ich habe deshalb nach wie vor meine Zweifel, dass solche Vorstellungen auch in Afrika, Nordamerika/Karibik, Papuaneuguinea, Australien/Ozeanien verbreitet waren. Mit sind nur Beispiele aus Mittel- und Südamerika bekannt, wobei Wikipedia betont, dass diese Unterweltvorstellungen nicht mit den christlichen vergleichbar seien:

    Xibalbá [ʃɨbʊlbə] bedeutet in den Maya-Sprachen „Ort der Angst“.[1] In der Mythologie der Maya war Xibalbá die neunstufige Unterwelt, die unterste Stufe des dreigliedrigen Kosmos und nicht gleichzusetzen mit der Hölle, der Jenseitsvorstellung verschiedener christlicher sowie anderer Religionsgemeinschaften und Kulturen. In Xibalbá verweilten nach dem Glauben der Maya die Ahnen so lange, bis sie diesen Ort nach bestandenen Prüfungen, Kämpfen und auferlegten Leiden verlassen durften. Selbstmörder, Geopferte und Frauen, die im Kindbett starben, stiegen direkt zu den Göttern auf.

    Das Wort pacha gibt es sowohl im Quechua als auch im Aymara, wo es das gleiche Bedeutungsfeld umfasst. Der Begriff pacha umfasst in beiden Sprachen seit jeher und bis heute sowohl Zeit als auch Raum, damit also die Gesamtheit des Seins, die Totalität. Doch pacha kann aufgeschlüsselt werden in drei Seinsebenen: Auf der räumlichen Ebene heißen die zwei sich gegenüberstehenden Dimensionen hanaqpacha / hananpacha (Quechua) bzw. alaxpacha (Aymara), die Oberwelt (Himmel in der christlichen Vorstellung) und ukhupacha (Quechua) bzw. manqhapacha (Aymara), die Unterwelt (Hölle in der christlichen Vorstellung). In der andinen Kosmologie gibt es nicht die Vorstellung von absolut gut oder absolut schlecht. Alles hat alles in sich. Das gesamte Leben der Andenbewohner ist darauf ausgerichtet, ein ständiges Gleichgewicht (Mitte: chawpi bzw. taypi) zwischen den Gegensätzen zu schaffen. Arbeit, Gebete, Feste und Riten haben zum Ziel, dieses Gleichgewicht wieder herzustellen.

  5. Rabbi Jussuf sagt:

    So auf die Schnelle

    Luana

    der giechische Hades war keine Hölle im christlich dualistischen Sinn, sondern ein Schattenreich, in das jeder Tote eintreten musste und im Dämmerschlaf dahin vegetieren mussten. Nur wenige Auserwählte konnten dem Hades entfliehen, oder wurden in den Olymp aufgenommen.
    Ev. vergleichbar zur christlichen Hölle war nach einer anderer, neuerer griechischen Vorstellung der Tartaros (vermutlich sogar deren Vorgänger), da finden Höllenqualen statt, der ist aber nur für wenige ganz Schlimmen bestimmt, alle anderen wandern nach dem Tod und dem darauf folgenden Totengericht in selige Gefilde. (Elysium)

  6. Rabbi Jussuf sagt:

    Auch Hel der nordischen Sagen ist in früher Zeit nicht vergleichbar mit der Hölle, trotz dem Namen (Hölle leitet sich davon ab). Hel ist vergleichbar mit dem Hades. Das Gegenstück Walhall ist für gefallene Krieger reserviert. Ich bin mir aber nicht sicher, wie die zwei genau zusammenhängen. Könnte auch sein, dass sie aus verschiedenen Mythen kommen.

  7. Luana sagt:

    @Rabbi Jussuf

    Danke für die Ergänzungen. Offensichtlich besteht bei den “Unterwelten” anderer Kulturen die Gefahr, dass man sie aufgrund gewisser Ähnlichkeiten in das uns bekannte Schema Himmel-gut/Hölle-böse presst. Wurden fremde Religionen zu Beginn nicht oft von christlichen Missionaren erforscht/beschrieben? Vielleicht hatte dies einen Einfluss darauf, dass andere “Unterwelten” als der Hölle ähnlich dargestellt wurden. Ich habe kürzlich im Buch “Afrika als Weltreligion” von Al Imfeld etwas Interessantes bezüglich möglicher falscher Annahmen europäischer Forschungsreisender gelesen:

    Das Christentum und der Islam haben Afrika beeinflusst – sei es auch nur aus einem Abwehrmechanismus heraus. Zwei Beispiele dafür sind die Schöpfungsberichte und die Eschatologie. Das traditionelle Afrika kannte keinen Weltuntergang. Auch die Schöpfung stand wohl kaum derart im Interesse, wie es einige Forscher glauben machen wollen. Ich halte die meisten aufgezeichneten Schöfpungserzählungen für Projektionen. Ein Beispiel kann uns der Deutsche Leo Frobenius sein. Er bereitete grosse Trinkfeste und hörte Nächte hindurch Mythen und Schöpungserzählungen zu. Heute weiss man, dass Afrikaner schon aus Anstand und Entgegenkommen ihm das erzählten, was er hören wollte.

  8. Rabbi Jussuf sagt:

    Luana
    das Gut/Böse Schema gibt es sicher überall auf der Welt in Ansätzen, nur niemals so ins Extrem geführt wie im Christentum und Islam.
    Es ist sicher so wie Du sagst, , dass die alten “heidnischen” Geschichten gefärbt und uminterpretiert sind von den christlichen Schreibern, genau wie bei der Ursprungsgeschichte des Christentums.
    Das Gut/Böse gibt es noch gar nicht so lange.

  9. Hypatia sagt:

    Rabbi Jussuf sagt: 27.03.2012 um 13:11

    Sorry, dass ich mich erst jetzt wieder melde.

    “Apokalyptische Vorstellungen sind stets defensiv und dienen dazu, einen früheren, tiefer gehenden ideologischen Einsatz zu verteidigen, der auf ernsthafte Schwierigkeiten gestossen ist. Apokalyptische Entwürfe eines Gerichts, das die Bösen zerstören, die Guten aber belohnen soll, besitzen keine eigene Anziehungskraft. Man muss bereits zu dem gehören, was „gut“ ist, und zwar aus Gründen, die nicht einem apokalyptischen Denken entspringen. Es ist der Einsatz eines Volkes für seine Traditionen, Institutionen, seine Kultur und seine Ideale, der bestimmt, was „gut“ ist. Erst dann, wenn das Gute durch äussere Umstände überwältigt zu werden droht, beginnt apokalyptisches Denken, Sinn zu machen. (J. Z. Smith, 1987)”

    Prophezeiungen sind also erst dann sinnvoll, wenn sie ein Versprechen in der Zukunft einzulösen versprechen, welches in der Gegenwart nicht eingelöst werden konnte obwohl es eingelöst werden müsste?

  10. Rabbi Jussuf sagt:

    Hypatia
    Würde ich anders sehen. Es geht ja um spezielle Prophezeiungen, die wohl eher zur Motivierung dienen sollen und gedacht sind als Fokussierung auf Belohung, für einen treuen Glauben,oder Bestrafung, wenn die derzeitige Ideologie Schwachstellen aufweist, oder sonst keine guten Argumente vorhanden sind.
    So etwa verstehe ich den Text.

  11. xyz sagt:

    @ Felix-Hypatia

    vielleicht abschließend hier: Dr. Karsten Poppe befaßt sich auf seinem Blog etwas spezieller mit der Endzeitproblematik (ein Anstoß..derart wurden theologische Besonderheiten hier nie diskutiert, ja überhaupt nicht gekannt))

    #
    Aus entrückter Perspektive – ein darbystisches Zentralmotiv
    Von K.P. am 27. März 2012
    Archive
    Im Mai 2011 war in vielen amerikanischen Städten eine Kampagne präsent, die vor einem bevorstehenden Ende der Welt am 21. Mai bzw. am 21. Oktober 2011 warnte. Die Plakate mit der Aufschrift Judgment Day May 21, 2011 und der Aufforderung cry mightily unto God wurden großflächig angebracht, und in den Wochen vor dem angegebenen Datum verbreiteten zahlreiche Gruppen von Überzeugten die Botschaft an zentralen Plätzen amerikanischer Großstädte.
    Den Hintergrund bilden die Berechnungen des autodidaktischen Bibelforschers Harold Camping (geb. 1921), der seit Jahrzehnten seine Botschaften über Family Radio übermittelt. Konkret kündigte Camping an, dass es am 21. Mai 2011 zur sogenannten rapture kommen werde, zur Entrückung der Gerechten, die vor der Unbill der unmittelbaren Apokalypse bewahrt bleiben. Das endgültige Ende der Welt sei dann am 21. Oktober 2011 zu erwarten.
    Wir haben es mit einem Zentralmotiv des darbystischen System zu tun, das im Allgemeinen auf Evangelikale (und nicht nur auf solche der Brüderbewegung) große Faszination ausübt:
    Die Idee einer vorapokalyptischen Entrückung einer ausgesuchten Gruppe ist eine in den USA sehr präsente Vorstellung, deren Ausgangspunkt eine spezifische Interpretation einer Passage aus dem 1. Thessalonicherbrief (4,15-17) ist und die außerdem Bezüge aus alttestamentlichen Prophetentexten heranzieht. Die Interpretation geht auf John Nelson Darby (1800-1882), ein einflussreiches Mitglied der Brüderbewegung (Plymouth Brethren), zurück und wurde in die Bibelausgabe von Cyrus Scofield (1843-1921), die sogenannte Scofield Reference Bible (ab 1909), übernommen. Diese hat in evangelikalen Kreisen bis heute höchstes Ansehen und verbreitet die Ideen von Darbys dispensationalistischer Geschichtslehre weiter.
    Der Vorteil der entrückten Perspektive: die Entrückten können aus unendlicher Distanz das blutige und grausame Schauspiel des apokalyptischen Endkampfes genießen.

  12. xyz sagt:

    Anmerkung Virus: bei Anklicken des BLAUEN BASTA-Eintrags….es sind schon “einige” ZYNIKER hier unterwegs!

  13. Lisa sagt:

    @ rataxes

    Ist Ihnen wirklich entgangen, dass ich da mal angestellt gewesen war???

    Nein, nie und nimmer würde ich Sie wissentlich als Rechtsbeistand zuziehen.

  14. Nibbler51 sagt:

    huhu ihrs

    lustig was ihr schreibt um mal auf den punkt zu kommen :

    lasst bitte entlich mal die MAYAS in ruhe sie haben nie gesagt das die welt am 21.12.2012 untergeht oder sonst sowas das haben immer nur leute gesagt die ruhm ansehen oder geld oder sonstwas egoistisches wollen.

    die mayas haben NUR ausgesagt das am 21.12.2012 die WELT also die ERDE vom Globalen zeitalter in das galaktische zeitalter übertritt

    was das genau heisst weiss wohl KEINER da keiner mehr lebt der diese berechnungen aufgestellt hat. da das wissen dieser vorhersagen nicht mehr komplett vorhanden ist. deswegen nicht nachzuvollziehen. was genau das problem ist den dan kommen immer irgendwelche kelein menschen die mit sowas geld verdienen sich einen ruf machen macht bekommen wollen oder sonst was.

    darum bitte ich euhc nochmals:

    entweder INFORMIERT ihr euch richtig oder HÖRT AUF damit irgendwelchen mist zu reden zu behaupten oder sich versuchen wichtigzumachen vor andern oder jeden mist zu glauben das irgendeiner darüber sagt danke.