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Die Sterne lügen nie

Hugo Stamm am Mittwoch den 15. November 2006

Einladung bei Freunden. Bankleute, Journalisten, Lehrer diskutieren angeregt über die Charaktereigenschaften ihrer Kinder. Die Gastgeberin, eine attraktive Psychologin, wirft ein, ihr Sohn sei ein typischer Widder. Willensstark, kämpferisch, energisch, kreativ (Feuerzeichen!). Betretenes Schweigen. Einige schauen sich verstohlen an. Wer will schon einer Psychologin widersprechen, die über den Charakter ihres Sohnes analysiert?

Für Skeptiker ist die Astrologie ein gesellschaftlich sanktionierter Aberglaube. Was kümmert es die unendlich weit entfernten Himmelskörper, was wir Menschen hier unten auf dem Miniplaneten Erde so alles anstellen? Was sollen die verschiedenen Gestirne, welche die 12 Sternbilder bilden, miteinander zu tun haben? Schliesslich haben sie nur aus unserer Froschperspektive eine vermeintliche Verbindung. (Dreidimensional gesehen liegen sie teilweise sehr weit auseinander.) Als wären alle Himmelskörper auf die Erde ausgerichtet.

Es gibt weitere Fragezeichen. Weshalb spielen Ort und Zeitpunkt der Geburt eine Rolle? Wenn schon, wäre wohl der Zeitpunkt der Zeugung entscheidend. (Dieser lässt sich bekanntlich nicht bestimmen.) Bei Geburten spielen Zufälligkeiten eine Rolle, die sich schlecht mit den astrologischen „Gesetzmässigkeiten“ in Einklang bringen lassen. (Astrologen bezeichnen die Astrologie als Wissenschaft. Die –Vorzeige-Astrologin Elisabeth Teissier hat schliesslich eine Doktorarbeit über die Astrologie geschrieben.) In ihrem Dilemma sprechen viele Astrologen vom entscheidenden Faktor der Erfahrung. Deshalb nennen sie ihre Disziplin psychologische Astrologie.

Apropos Wissenschaft: Die Chinesen haben die Astrologie vor rund 3000 Jahren erfunden. Nur: Damals gab es noch keine präzisen Messgeräte und Berechnungsmethoden. Die Gestirne wurden deshalb falsch positioniert, was auch falsche Interpretationen nach sich zog. Ausserdem haben sich die Himmelskörper in den vergangenen 3000 Jahren verschoben. Trotzdem halten die Astrologen an den falschen alten Grundlagen fest. Und nun kippten die Astrologen auch noch Pluto aus der Liste der Planeten. Himmel, Herrgott…

Die Astrologie ist heute ein beträchtlicher Wirtschaftszweig. In Italien gibt es kaum einen Fernsehsender, der nicht astrologische Beratungen anbietet. In Deutschland beispielsweise machen 20 000 Astrologen einen Umsatz von rund 800 Millionen Franken. In der Schweiz dürften schätzungsweise 2000 Sterndeuter gegen 100 Millionen umsetzen. Der deutsche Soziologe Edgar Wunder hat herausgefunden, dass in den letzten zehn Jahren “96 Prozent aller Prophezeiungen falsch waren”. Und die restlichen 4 Prozent? Laut Wunder lauter Zufallstreffer.

Doch noch so viele Kuriositäten vermögen die Astrologiegläubigen nicht nachdenklich zu stimmen. Kein Astrologe hat beispielsweise den Anschlag auf die Twintowers am 11. September 2001 voraus gesehen. Sie hatten sich nämlich vom damaligen „positiven Einfluss“ des Jupiters blenden lassen. Er sorge für ein glückliches 2001, hatten sie prophezeit.

Einen astrologischen GAU hatte Teissier 1999 produziert. Die Sonnenfinsternis vom 11. August 1999 hatte sie zu apokalyptischen Aussagen verleitet. «Vieles deutet für den 11. August auf eine kollektive, die gesamte Menschheit betreffende Katastrophe hin, auf Kriegshandlungen, Explosionen oder gar einen Super-GAU.» Sie flüchtete in eine angeblich sichere Gegend. Nie mehr werde sie eine weitere Vorhersage wagen, falls sie sich irren sollte, hatte die akademisch gebildete Sterndeuterin in die Welt hinausposaunt und bei leichtgläubigen Menschen apokalyptische Ängste ausgelöst. Doch nicht nur die Sterne hatten gelogen – Frau Teissier hielt sich auch nicht lange an ihr Versprechen und orakelt munter weiter.

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125 Kommentare zu “Die Sterne lügen nie”

  1. Deniz sagt:

    Lieber rg ich glaube beim letzten Gericht werden keine Klammern mehr eingesetzt.

  2. Mario sagt:

    Ey ciao alo channe mir öpper sage wo isch de blöde Unterfutige! Sit Tsnünipauss iche suegchä. Da ische schriebe Hinterfultigge. Ische nöte glieche, säge GePiäSsä da im Chare seit Frau mitti geili Stimm ganzi Zit goffrischtuts!!! Cheffe chani nötte frage ische Fiirabig gangg…Was söli magge mit disä Soffa mammamiiiamariamiastelladicampiglio!!!

  3. Moria sagt:

    Mostaza luciando

    Arbeitslosigkeit (weiss auch nicht, wie Du auf dieses Thema gerutscht bist?)….wenn Du Geschenke als Darlehen Deiner Mitmenschn betrachtest, magst Du recht haben.

    Du erwaehnst das “reine” Herz, da beginnt sich schon etwas in mir heftig zu regen. Was ist schon ein REINES Herz oder ein reiner Koerper? Mit einem reinen Blick kann ich schon eher etwas anfangen.

    Du meinst “es gibt viele Leute, die haetten noch nie eine Persoenlichkeitsanalyse von einem Astrologen machen lassen und sagen trotzdem….” Mostaziña, da muss einem der Zaster reuen! Dafuer gibt es mindestens drei Alternativen:
    a) ich stelle mich vor einen Spiegel und mach da meine Personen-Analyse, hm!
    b) ich lasse mich in ein tief persoenliches Gespraech mit einem mir sehr nahe stehenden Menschen. Der wird mir ehrlich mithelfen, mich zu analysieren.
    c)ich versuche, in mich selbst hineinzufuehlen und ehrlich zu meinen Gefuehlen und Gedanken zu stehen

    Plagen Dich wirklich Probleme, mit denen Du alleine nicht mehr zurecht kommst, brauchst Du sicher entweder einen wirklichen Freund, mit dem Du ueber alles reden kannst oder einen Fachmann/Frau – aber sicherlich keinen Astrologen!!!

    Bruellender Loewe
    wenn Du wuesstest, wie Ferraris Frau Katze alle Rekorde an Wahrnehmungsbeflissenheit schlaegt. Die hat ihre Farbe schwarz auf weiss gewechselt, als er sich eine Freundin, deren Lieblingsfarbe WEISS war, zu sich nach Hause einlud!

    rg
    an Ihnen hab ich grosse Freude, zu Beginn Ihrer Blogtaetigkeit praesentierten Sie sich RELATIV humorlos. In der Zwischenzeit beweisen Sie uns auf sympathischste Weise, wo der Spass aufhoert, beginnt der Humor!

  4. Muchacha Mostaza sagt:

    @Kirpidirkipirkyrium.

    Uii, eine Zeile mit dem Wort Arbeitslos und schon gehts hier los. Naja, soviel zum Thema “werten”. Ein Teil von mir kann euch ja gut verstehen, aber wollt ihr hier nun über das Existenzrecht und Sicherheiten reden? Oder euch etwa selbst herausfordern und mal kurz darüber brüten warum eure Einstellung bezw. Ablehnung und Wut gegenüber Arbeitslosen so gross ist?

    Letztens hab ich im Tagi eine Karriaktur über den Klimawandel gesehen, die mich gleichermassen amüsierte wie frustrierte.

    Da meinte der Sprecher in Bild 1 am Rednerpult “Der Klimawandel gefährdet unsere Existenz…” (Die Zuhörer sassen teilnahmslos und unbeeindruckt mit gesenktem Kopf da)

    In Bild 2 formulierte er seinen Satz anderst “Der Klimawandel gefährdet unsere Wirtschaft…” (die Zuhörer schenkten dem Redner die vollste Aufmerksamkeit)

    Wen dem so sein wird, können wir mal gespannt sein, wieviele ihren Job in Zukunft behalten werden und wieviele nicht! Das wird sicher lustig!

    ..was die Sterne & Co. dazu sagen, wissen wir ja schon oder interessiert uns nicht. Jedenfalls so wie’s aussieht, werden die Steuerzahler entlastet, in dem sie alle Arbeitslosen weiterhin steinigen und an den Pranger stellen dürfen. Somit erspart man ihnen, dass sie sich jeden Tag für ihre Situatuion schlecht fühlen müssen.

    Einziger Unterschied in dieser stagnierenden Entwicklung wird vermutlich sein: Nebst Seegen, Jubel und Lohn könnten die verdienenden viel Beschäftigten von der Pest eingeholt werden…oder so…und anstatt des erhofften Ausgleiches steigen die Krankenkassenprämien weiter ins unermessliche!

    Wünschen tue ichs aber keinem!

  5. Moos Tatza sagt:

    @Moria
    Meine Antwort scheint verloren gegangen zu sein! Du wolltest wissen wo an welchem Ort ich lebe, an dem der Tag um 12:42 endet. Ich antwortete mit in welchen Zeiten ich lebe! Wobei mein Tag weder Mittags beginnt noch endet. Bedaure auf deine Frage nicht anderst eingegangen zu sein! Jetzt hab ich den Salat, lach…

    Was die Persönlichkeitsanalyse angeht so meinte ich eigentlich:

    Mann/Frau kann eine machen oder nicht! Ob mit oder ohne, an unseren Schwächen und Schattenseiten mögen die wenigsten arbeiten! Das geht meist zu tief! Einen guten Freund u.a. bei Problemen zu konsultieren ist immer gut und selbstverständlich besser als gleich zum Astrologen zu rennen. Doch um die wirklich hartnäckigen Sachen zu lösen, können Freunde oftmals so ungenau und unbeholfen sein, wie Astrologen! Vonwegen “Uneinvorgenommenheit und Distanz”

    Wie hiess es nochmal: Das wesentliche ist für das Auge unsichtbar! So einfache, manchmal zum nerfen einfachen Sprichwörter habens extrem in sich!

    Kann es sein dass das, was du reiner Blick nennst, für mich das reine Herz ist?! (genauer gesagt, das energetische Herz, nicht die Pumpe aus Fleisch und Blut!)

  6. Löwengebrüll sagt:

    Mäuschen ist wohl heute müde, mag wohl nicht, weil es ein anstrengender Tag war. Mäuschen liebt das Cornet-Glacé vorzüglich.

  7. Moriña sagt:

    Mostaziña – passt zu Dir (irgendwann mal haben wir Deinen endgueltigen Taufnamen gefunden!)

    schade ist Deine Antwort stecken geblieben, sie war wohl derart erschlagend und picante, dass sie alle Leitungen verglueht hat.

    Deine Zeiteinteilung passt jedenfalls zu meiner – es ist immer der Moment fuer Pikantes!

    Von wegen Schwaechen und Schattenseiten, da hast Du vollkommen recht, nur es ist auch nicht einfach, selbst seine Schwachseiten zu erkennen. Und sich vor seinem, auch besten Freund oder Partner, geistig und gefuehlsmaessig ganz zu entbloessen ist natuerlich auch heikel. Das sehe ich auch ein. Deshalb spreche ich ja auch als Moeglichkeit, eine Fachperson zu konsultieren, an. Nur um Gottes Willen (!) nicht die Maerchenfeen und Kobolde aus der Astrologie. Denen gegenueber scheinst Du mir immer noch zu wenig kritisch?

    Reiner Blick – reines Herz. Weiss nicht, ob wir das selbe verstehen. Ich habe einfach Muehe mit dem Wort “rein”, das ist mir zu uebermenschlich, toent mir zu religioes. Meinst Du eventuell “echt” oder “wahrhaftig”?

  8. ferrarivernichter erklärt den weg sagt:

    @ mario:

    ich erkläre dir’s, kollega: fährst da die strasse runter, dann gehts irgendwann nach rechts, und, wie soll ich sagen, kommt ne kurve nach rechts glaub ich, fährst einfach weiter, bis da rechts ein haus kommt. fährst du noch weiter, kommt ein wald, da kommt ein weg, den fährst du links rein, dann gehts noch so fünf minuten, dann ist das benzin alle, und du hast dich verfahren.

    @ senf:

    einverstanden. du verzeihst mir mein misstrauen??!

    arbeitslosigkeit kann unter umständen ein geschenk sein. siehst du auch die schönen werbebanner für piazza.ch?? so ein geschenk ist das. danke, chef!

    solltest du zufällig auf deine derzeitige situation angespielt haben, so a la jetzt hast du zeit zum bloggen: ich wünsche dir, dass du als bemessungsgrundlage einen fantastischen job vorzuweisen hast. hast du nämlich nur den tagelöhner gegeben, schaust du bitter in die röhre…

    dafür wird dir auf kosten deiner beiträge ein bewerbungstraining verordnet, und wenn alles nichts nützt, kriegst du einen mehrwöchigen motivationskurs verpasst. das sind geschenke, die die seele erheitern…

    lass dir als relativ neuer gestalt hier mitteilen, dass hier einige bekennende arbeitslose herumlaufen. ich kann nichts dafür, dass ich momentan nicht dazugehöre. aber ich habe mal dazugehört, und das, was da von deiner kohle unternommen wird, um dich angeblich wieder in den arbeitsmarkt zu integrieren, ist ein hohn- und spottgedicht, das das gesamte treiben in den letzten zehn blogs hier locker und unmissverständlich in den schatten stellt.

    @ kirpidirkipirkyrium:

    was für ein schöner name! ja, ich nutze solche zeit gern, um im garten nach stellen zu suchen, an denen keine asche mit plastikmüllresten rumliegt. oder um auf dem felsen zu hocken und der kleinen frau katze beim fliegen zuzuschauen (“nur fliegen, starten und landen ist nicht wichtig.” woher hat sie DAS nur?). oder um an dieser hütte die fensterrahmen mit montageschaum auszuspritzen, damit es mir nicht jeden abend die einschlafkerze ausbläst. oder um mit meiner geilen 33.- billigen kreissäge aus dem bauhaus massenhaft wurmstichige holzladen in ofengerechte stücke zu zersägen…

    @ all:

    ich suche ab ca. frühling 2007 eine billige (ca.500.-/monat), holzgeheizte, abgelegene, alte, renovationssüchtige hütte für mich und die kleine frau katze.
    wir bringen das sofa selber mit, wühlen aber auch gern im estrichgerümpel… bitte bietet alles an, was nicht in den kantonen tg, ag, sg, zh, bl, ge, ju, vd, ne und ti ist. danke!

    @ deniz:

    die meisten katzen sind wasserscheu, ausser sie heissen van oder kombi. übrigens ist heute montag: waldspielgruppe hat fertig, es darf wieder sachlich diskutiert werden, wenn es sein muss.

  9. Daniel Laederach sagt:

    @feelx

    Das Buch heisst „Das Analogiedenken“ und ist herausgegeben von Karen Gloy/Manuel Bachmann. Untertitel: „Vorstösse in ein neues Gebiet der Rationalitätstheorie“. Alber 2000.

    Zum Thema mythisches – mentales Bewusstsein: Elmar Schübel hat eine Dissertation geschrieben über Astrologie bei Jean Gebser und macht darin die These, dass Thomas Rings Astrologie als ein Ausdruck der aperspektivisch/integralen Bewusstseinsstruktur sei. Ein Teil der Diss ist als Buch erschienen. (Jean Gebser und die Frage der Astrologie. Novalis. 2003). Dabei gehen zwei Kapitel auf Astrologie und die mythische Bewusstseinstruktur resp.auf die mentale ein (und natürlich auf die anderen von Gebser beschriebenen auch).
    Interessant finde ich den Hinweis, dass das früheste bekannte individuelle Geburtshoroskop erst aus dem Jahre 409 v.Chr. stammt. Vorher gab es nur „mundane“ Astrologie, d.h Horoskope für Länder, Völker resp. deren Repräsentanten, den Königen, was dem mythischen Wir-Bewusstsein entspricht (babylonische Astrologie). Im Uebergang zur griechischen Astrologie scheint eine Individualisierung stattgefunden zu haben. Er zitiert dann auch Ring, um den Uebergang vom mythischen ins rationale anhand der Tierkreisentwicklung vom siderischen zum tropischen Kreis: „Ein Durchdenken der Tierkreisordnung, die Abwendung von den ungleich grossen Sternbildern zu Gunsten gleich langer Strecken, ihre gegenseitige Beziehung als „Zeichen“, betrifft aber eine Abkehr vom Mythos überhaupt. Es liegt darin ein Uebergang des Denkens aus natürlichen in rationale Ordnungen.“ Im zwölfteiligen Tierkreis verbirgt sich eine allgemeine Prozess-Logik von Wachstum und Entwicklung, in dem jene Gehalte in eine Ordnung eingebunden sind, die sich schon in den Planeten-Symbolen zeigen. Im Mythischen findet die Tierkreis-Symbolik oft ihren Ausdruck in Aufgaben, die sich den Helden der Vorzeit stellen.
    Die Astrologie steht von Anfang an im Zentrum mentaler Anstrengungen.

  10. läderix sagt:

    @ferrarivernichter

    Wim!….

    Uff der seitte gegen über waren die abergläubische Astrologi Sternengucker / Prognosticantennten, Calendermacher / Nativiteten steller / Chiromantici, und dergleichen.

    Ich rede oder schelte auch nicht auff die Edele Kunst an ihr selbsten: Als welche in ihrem Rechten gebrauch eine grosse unergründliche Gabe Gottes ist. Dann die rechte Astrologia ist so hoch zu halten / als hoch des Ertzvatter Joseph / des Propheten Daniels ((!)) / der drey Weysen aus dem Morgenland / Kunst / je zu halten gewest. Aber / lieber / wo ist der jenige der noch ein füncklein von solcher alten chaldäischen Kust übrig hätte? Wo ist der heutige Astrologus ohne einen der nicht liege? der nicht die Welt äffe und betriege? 😉

  11. rg sagt:

    @Deniz

    Was, keine Klammern mehr beim Gericht, nur noch Messer und Gabel?

    Da hatte der @ferrarivernichter doch recht, wenn er sagt ” bevor er [Gott] uns verspeist “

    Alfred Adler hat mal gesagt;

    ” Die größte Gefahr im Leben ist, dass man zu vorsichtig wird… “

    @Moria

    Der Humor war schon immer da, blieb aber relative unbemerkt. Ich passe mich eben dem Thema an.

    rg

  12. Göttin sagt:

    @ Alfred Adler

    Stimmt. Der Zauber ist zerbrochen.

  13. feelx sagt:

    Daniel Läderach

    Ich würde meinen, was von Anfang an im Zentrum stand, war die Orientierung in Raum und Zeit. Die Entdeckung des Firmaments als eines Leitfadens dazu war im Anfang mythische Hypostasierung der Zeichen zu realen oder personalen Wesen, die am Firmament „erscheinen“ und den Menschen sagten, „wo’s langgeht“. Dieser Götterhimmel ist entzaubert. Aber mit der Nüchternheit kam auch die Entäuschung und die Entfremdung. Es bleibt die Sehnsucht nach dieser ursprünglichen Geborgenheit und die zweifelhafte und vergebliche Bemühung diese Ursprünglichkeit in einer Art Psychologisierung wieder aufleben zu lassen. Wenn die Astrologie dem Menschen weismachen will, wo er ist und wo es für ihn langsgeht, dann lebt sie noch von dieser ursprünglichen Bedeutung der Astrologie für den Menschen und sein tägliches Leben. Aber indem sie die Orientierung des Menschen in Raum und Zeit zur seelischen Orientierung verinnerlicht, hat sie nicht nur den urprünglichen Bezug zu ihr selbst verloren, sondern auch den Schein und den Zauber des Ursprünglichen.

  14. Vote sagt:

    KKK Kirpidirkipirkyrium Könnte Kotzen

  15. Löwengebrüll sagt:

    Deniz: Brüllender Löwe ist gegangen mit weitaufgesprerrten Maul in den dichten Urwalt, um seine Beute zu fangen und sie genüsslich zu verspeisen.

  16. Daniel Laederach sagt:

    @feelx

    So, wie ich Sie verstehe, meinen Sie, durch eine Art urtümlicher Projektion innerseelischer Faktoren (Bilder, Bedürfnisse) sind diese in die Himmelskörper hineingelesen worden. Zugleich haben diese Himmelskörper als Orientierung für Raum und Zeit gegolten. Beides zusammen ist sinnstiftend gewesen für die damaligen Menschen, insbesondere auch dadurch, dass damals der Kontakt zur Sternenwelt noch unmittelbar war; man schaute noch wirklich in den Himmel und nicht in Bücher oder Computer, wenn man orientiert sein wollte.

    Dem kann ich eigentlich zustimmen. Aber: Jede Projektion braucht auch ihr Gegenstück, eine Art Entsprechung und kann nicht beliebig geschehen. Bei der Zurücknahme von Projektionen im Verlauf der „Entmythologisierung“ bleibt ein nicht unwesentlicher Rest übrig. Vielleicht nicht mehr ein so Grandioser, was dann dem Verlust an Geborgenheit entspricht. Das würde dann für eine heutige Astrologie bedeuten, dass sie nicht in Anspruch nehmen kann eine vollständige Sinnerfüllung zu vermitteln, genauso wenig wie es, sagen wir ein Persönlichkeitstest in der Psychologie, tut. Eine verantwortbare Astrologie dürfte auch nicht als Religionsersatz daherkommen.

  17. Markus Sulzberger sagt:

    Hallo zusammen

    @ feelx und Daniel Läderach

    Wie formuliere ich im zweidimensionalen Raum die dritte Dimension? Genau diese Frage möchte in Bezug zur hermetischen Verschlossenheit stellen. Wie kann ich das Corpus Hermeticum verstehen ohne die Einweihungen zu erhalten die Voraussetzungen für deren Verständnis sind? Es gibt im Grunde keine hermetischen Geheimnisse, die Hermetische Wissenschaft ist für jeden zugänglich der sich prinzipiell darum bemüht. Allerdings kann man sie nicht erfassen wenn man sich nicht dafür vorbereitet und nicht die entsprechenden Veränderungen an seinem Wesen vornimmt. Ist das nicht der Fall, kann man ja ein bisschen aus Bücher zitieren.

    Bei den Einweihungen handelt es sich im Grunde genommen immer um Selbsteinweihungen und vor allem ist es die Fähigkeit die Prozesse von Welt und Menschen aus einem archetypischen Standpunkt zu betrachten. Dies wiederum bedingt dass der entsprechende Mensch sich aus dem Kampf der Pole los löst, (z.B. durch Verzicht auf Rechthaberei) was schon allein schier unmöglich ist…
    Es ist sehr interessant wie Tat (Thot, Hermes) mit Pymander in Kontakt tritt… schon dort liegt ein wesentlicher Schlüssel begraben. Wie können wir über die Hermetische Wissenschaft spekulieren wenn wir diese Fähigkeit nicht besitzen? Aber ich bezweifle dass viele in dieser Runde vom Corpus Hermeticum überhaupt je gehört, gelesen geschweige denn es verstanden haben.

    Wer an einem Zusammenhang von Hermetischer Wissenschaft und materieller Wissenschaft zweifelt sollte sich mal Gedanken darüber machen, ob Newton sich wohl zum Spass eine so umfangreiche alchemistische Bibliothek zugelegt hat.

    Etwas nicht zu kennen und abzulehnen ist etwas anderes als etwas zu kennen und abzulehnen. Im Zusammenhang mit Astrologie und der Hermetischen Wissenschaft ist der erste Fall die Regel was allerdings nichts mit Kompetenz zu tun hat…

    Die Verhältnisse analog zu digital kann man mit eurem Bild auch folgendermassen ergänzen: während der analoge Verlauf alle Phasen des Tages beinhaltet so beschreibt der digiale Modus nur die zwei Extreme hell und dunkel. Aber das Bild ist ungenügend. Ich schweife ab.

    Um eine Vorstellung zu erhalten was durch die Astrologie zu beschreiben versucht wird, braucht man sich nur vorzustellen welch gewaltige Kräfte im All wirken damit die ganze Sache mit den im Raum schwebenden Unniversen seine Ordnung hat. Man stelle sich nur das gewaltige Energiefeld unserer Sonne vor ohne deren Strahlung unsere Zivilisation undenkbar wäre. Ein paar Grössenwahnsinnige Vertreter unserer Menschheit stellen sich dessen ungeachtet über die Sonne ohne jedoch den kleinsten Fatz zur Erhaltung und Erschaffung dieses System beigetragen zu haben, sondern vorallem an deren Zerstörung durch Eigendünkel wirken.

    Ist es nun vorstellbar, dass das Energiefeld weiter durch den Raum wirkt oder hört es genau bei Pluto – pardon Neptun auf? wohl kaum! Zudem behaupte ich, dass von den Auswirkungen der Sonne erst der kleinste Teil erforscht ist. Somit ist es also wohl auch vorstellbar, dass die Sterne, die bekanntlich ja auch Sonnen sind, durchaus ihre Wirksamkeit über die Grenze ihres Sonnensystems hinaus haben können.

    Aber alle diese Überlegungen haben nur einen Sinn wen man den Anknüpfungspunkt im Menschen, das Sternenkleid als solches, in Betracht zieht… da dies jedoch so gut wie unbekannt ist, ist es also gar nicht möglich darüber zu diskutieren. Denn darin ist das ‘so oben wie unten’ zu finden.

  18. feelx sagt:

    Daniel Läderach

    Das mythische Denken kennt keine Unterscheidung zwischen Seelen und Göttern. Alles ist Geist. Es kennt noch kein Innen und Aussen, alles ist eins. Vielleicht ist es sogar umgekehrt. Das Seelische sind nur göttliche Projektionen. Aber man sieht schon. Das geht nicht. Denn es gab noch keine Subjekte. Es gab nur Kräfte, die über das Sein und Nichtsein entschieden. Kräfte, die die Aussaat bestimmten, die Ernte, die Regenzeit. Das Wohl und Wehe der Menschen. Es wimmelte von Geistern. Die Bewusstwerdung des Menschen ist ein Prozess der Individuation mit all seinen Entdeckungen und Enttäuschungen. Wer für ein paar Wochen einfach mal in die Natur wohnen geht und mit einfachsten Mitteln versucht zu leben, der hat mehr Chancen dieses Ursprüngliche wiederzufinden als sich durch eine Persönlichkeitsanalyse sagen zu lassen, wer man ist.

  19. feelx sagt:

    Markus Sulzberger

    Was meinen Sie mit dem Kontakt zwischen Thot und Pymander? Wurde nicht das Corpus Hermeticum auch Pymander genannt nach dem ersten „Buch“? Und sind Sie wirklich der Meinung, dass das ein „Gott“ geschrieben hat? – Fragen über Fragen…

    Erzählen Sie uns etwas über das Corpus Hermeticum. Ich jedenfalls höre aufmerksam zu.

    Und noch ein Gesundheitstip zur Krankheit der Rechthaberei: Zuhören.

  20. Daniel Laederach sagt:

    feelx & Markus Sulzberger

    Ich werde auch zuhören und sobald mir Zeit gegeben ist auch noch einiges äussern wollen.

  21. Daniel Laederach sagt:

    Feelx und Markus Sulzberger

    Ganz allgemein gesprochen fragt Astrologie nach der Bedeutung von Himmelsereignissen für die irdische Sphäre und damit verbunden nach der Zeitqualität. Astrale Ereignisse werden eruiert indem eine Entsprechung zwischen planetarischer Ebene und irdischer Ebene postuliert wird (symbolhafte Analogien). Wie das funktioniert (Synchronizität, allg. Vernetzung mit dem unus mundus, physik. Kausalität oder anderes mehr oder einiges von dem allen zusammen) wird von Astrologen unterschiedlich beurteilt. Das Gemeinsame: Die Deutung geschieht mithilfe symbolhafter Interpretationen.

    Wenn Sie, feelx, sagen, dass im Erlebnis mit der Natur Wesentliches im Menschen angerührt wird, kann ich dem nur zustimmen. Letztmals selber wiedererlebt in Norditalien, in den Alpen dort: einen wirklich klaren Fixsternhimmel mit dem Milchstrassenband und das bei minus 15 Grad. Das erinnerte mich dann auch an meine Jugendzeit, wo ich mit einem Fernrohr – also schon technisiert – den Himmel beobachtete und im jugendlichen Entdeckereifer forschte. Das Erlebnis, als ich zum erstenmal die vier klassischen Jupitermonde sah oder den Saturnring, war faszinierend.
    Ich stelle mir vor, dass der mythische Mensch das „Erlebnis Sternenhimmel“ um einiges verstärkt als numinos empfunden haben muss.
    Dieses Numinose kann man natürlich losgelöst von Astrologie haben. Dennoch bin ich der Ueberzeugung, dass im Numinosen auch reale Kräfte sind, die die Astrologie zu beschreiben versucht, ob im mythischen oder jetzigen Zeitalter. Ich glaube, den Schritt der Entmythologisierung nicht soweit gehen zu müssen, dass ich nach dessen Vollzug zwei getrennte Welten habe, die Wissenschaftliche und die Erlebbare. Die Erlebbare kann ebenso Gegenstand der Erforschung sein. Aber mir ist auch klar, dass Wissenschaft auf verlässlichen Regeln stehen muss. Gebiete in der Psychologie, wie z.B. die Introspektionsforschung, damals vertreten durch die Würzburgerschule (es ging um das Erleben und Beschreiben von Denkprozessen, die der methodisch geschulte Forscher an sich selbst wahrnahm und protokollierte; das geht soweit bis zur Entdeckung des „Aha-Erlebnisses“ durch Bühler) , waren mit dem Aufkommen des Behaviorismus innerhalb der Psychologengemeinde verpönt und ab den 30iger-Jahren verschwunden. Das scheint sich heute wieder verändert zu haben.

    Um nun aber auf die Hermetik zurückzukommen: A.Faivre macht eine Arbeitsdefinition der Esoterik (als „Esoterologe“ und nicht als Esoteriker natürlich). Esoterik ist nach ihm:
    1. Denken in Entsprechungen
    2. Idee des lebendigen Kosmos
    3. Imagination und Meditation
    4. Erfahrung der Transmutation (Läuterung auf dem spirituellen Weg)
    Diese 4 Punkte sind zentral.
    Die zwei Nebenbedeutungen sind: a)Praxis der Konkordanz (Suche nach dem Gemeinsamen der verschiedenen Lehren) und b)Transmission oder Initiation durch Meister (Angewandt in heutiger Zeit, ein besonders heikler Punkt).

    Meine Frage: Wie sehen Ergebnisse solchen Forschens wohl aus 1.) bei einem Esoterologen, 2.) wie würden sie aussehen bei einem der zugleich Esoteriker im eigentlichen Sinn des Wortes ist und Esoterologe?

    Eine Charakterisierung des Mythischen bei Gebser ist: der Kreis (Signatur); Polarität/Ambivalenz (Wesen); kreishafte-polare Ergänzung (Charakter); Bild/Imagination Die Einheit würde Gebser dem Magischen zuweisen. Aber es geht ja um das Vormentale, von daher gesehen, gehört ja auch die „Einheit“ dazu.

  22. Cassius an Brutus sagt:

    Die Wahrheit liegt nicht in den Sternen sondern in uns!

  23. Marc sagt:

    Als typischer Fisch, der die Romantik sucht, muss ich machmal mehrere Zeitungen oder Zeitschriften kaufen, bis ich ein passendes Horoskop finde. 🙂 Glücklicherweise sind ja nicht alle gleich! Astrologie ist vor allem Unterhaltung. Unverbindliche Mutmassungen. Oder wurde schon jemals ein Astrologe wegen Falschaussage vor Gericht gestellt?

  24. dani sagt:

    Guten Tag Herr Stamm

    Vielleicht sollten Sie sich etwas näher mit der Astrologie beschäftigen, bevor Sie solche Artikel verfassen. 😉

    Grüsse

    Dani

  25. Bernhardt sagt:

    jaja mit den sternen ist es so eine sache ;). Lügen tun sie aber nicht!