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Der Mythos von der Wiederkehr des Religiösen

Hugo Stamm am Samstag den 5. Juli 2014
MINARETT, MINARETTE, VERBOT, PLAKAT, VOLKSINITIATIVE, INITIATIVE MINARETTVERBOT,

War der Abstimmungskampf um das Minarettverbot wirklich ein Beweis für die Rückkehr des Religiösen, wie manche behaupten? Foto: Urs Flüeler/Keystone

Manche Religionswissenschaftler werden nicht müde, die Wiederkehr des Religiösen zu propagieren. Die amerikanische Expertin Monica Toft gab ihrem neuen Buch sogar den Titel «Gottes Jahrhundert». Wunschtraum einer Gläubigen oder Realität? Die Autorin verweist auf die öffentliche Diskussion über religiöse Themen in den Medien. Dabei erwähnt sie das Burkaverbot in Frankreich. Auch der Schweiz gibt sie die Ehre und zieht das Minarettverbot als Beweis heran.

Tatsächlich tauchen religiöse Themen täglich in den Schlagzeilen auf. Doch Wiederkehr des Religiösen? Man reibt sich verwundert die Augen. Denn die Schlagzeilen demonstrieren uns vor allem die hässliche Seite der Religiosität: Intoleranz, Verfolgung, Hass, Gewalt.

Zuständig für die öffentliche Aufmerksamkeit sind in erster Linie der Islam und die Islamisten. Al-Quaida, Isis, Boko Haram zetteln Bürgerkriege an und sorgen auch im Westen für Angst und Schrecken. Sie kämpfen gegen Aufklärung und Demokratie – und für den Gottesstaat. Wenn die Religionswissenschaftler diese Form der Wiederkunft des Religiösen meinen, dann Gnade Gott.

Das tun die meisten vermutlich nicht. Sie sehnen sich nach einer konstruktiven Religiosität. Doch kehrt diese bei uns zurück? Die Schlagzeilen sind zumindest bei der katholischen Kirche selten schmeichelhaft: sexuelle Übergriffe katholischer Geistlicher, Vatileak, die Verschwendungssucht, Bankskandale im Vatikan usw. Einen Propagandaeffekt erzielt die Kirche nur, wenn ein Papst stirbt oder sich der Pontifex auf einer Weltreise effektvoll in Szene setzt.

Eine klare Antwort auf die angebliche Wiederkehr des Religiösen geben die Zahlen. Zwar gehören immer noch 39 Prozent der Schweizer Bevölkerung der katholischen und 20 Prozent der reformierten Kirche an, doch die meisten sind Karteileichen. Eine Untersuchung des schweizerischen Nationalfonds ergab, dass sich nur noch 23 Prozent der Katholiken und 15 Prozent der Protestanten als echte Anhänger ihres Glaubens bezeichnen. Vor vierzig Jahren besuchte noch rund ein Drittel der Schweizer regelmässig einen Gottesdienst, heute sind es keine 10 Prozent mehr. Ein konkretes Beispiel: In Basel sank die Zahl der Protestanten in den letzten 30 Jahren von 130’000 auf 30’000. Die Folge: Kirchen müssen verkauft oder kommerziell genutzt werden.

Sieht so die Wiederkehr des Religiösen aus? Betrachtet man den Aufschwung der Esoterik als Ersatzreligion, muss eher von einer Wiederkehr des magischen Denkens und des Aberglaubens gesprochen werden.

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279 Kommentare zu “Der Mythos von der Wiederkehr des Religiösen”

  1. Klara Brunner sagt:

    @ nada

    Nein, niemand verlässt seine Heimat möglicherweise für immer um anderswo um Asyl zu bitten. Aber zwei Dinge kommen da hinzu, die man nicht aus den “Augen verlieren” sollte. Das eine ist das Geschäft der Schlepper und Menschenhändler und das andere dasjenige mit den Illusionen es sei anderswo besser und das, ohne dieses besser überhaupt definieren zu können.

    Was jene Schweizer die aus Armut ausgewandert sind anbelangt, so empfehle ich Ihnen zu welchen Bedingungen die das taten. Da war jedenfalls kein Sozialamt das Nothilfe geleistet hat, viele starben wegen der schlechten Bedigungen während der Schiffsreise und wer trotz allem im von Handelsfirmen propagierten “Paradies” angekommen ist, hatte vor allem zunächst nichts, dafür schuften müssen wie die Sklaven. Evelin Hasler hat darüber einen Roman verfasst; ausserdem gibt es einige dokumentarische Berichte die sogar im Buchhandel erhältlich sind oder andernfalls in Archiven, z.T. bei Google auffindbar.
    Manche fanden tatsächlich eine neue Heimat, der grössere Teil wohl aber nicht.

    Ich werte nicht die Gründe wer warum von wo auswandert. Aber ich denke über Sinn und eher Sinnloses nach.

    @ ueli

    Schon möglich, dass ich so rüberkomme, manchmal verquickt man resp. ich seine Wünsche mit der Realität. Weil man manchmal denken tut, die Welt dürfte ein wenig fairer sein. Aber was wäre das konkret? Und aus wessen Sicht gesehen?

    Kriege und derg. haben dasselbe Ziel wie es die hier diskutierten religiösen Gemeinschaften unter dem Titel Sekten haben: Macht und Reichtum und das, obwohl beides vergänglich ist d.h. im jenseitigen Leben keinen Nutzen mehr hat, und obwohl man immer mal wieder verlauten lässt man sei für eine gerechte Verteilung der irdischen Güter.

    Romatikerin bin ich nicht eigentlich. Aber hinsichtlich der aktuellen Situation mache ich mir schon ein paar Gedanken. Was nützt es wem, wenn die Belastungen – auch die materiellen, man denke an den Euro der immer noch gestützt werden muss – übergewichtig werden oder etwas allzu sehr einseitig verteilt.

  2. Klara Brunner sagt:

    @ nada

    Ein verunstellender Fehler in der ersten Zeile! Sorry, so sollte der Satz beginnen:

    “Nein, niemand verlässt gerne oder leichtfertig seine Heimat möglicherweise für immer………………”

  3. andersen sagt:

    Man könnte auch Verkünden, dass es keins Problem ist, wenn die Menschen nicht an ein Gott glaubt, wegen dem geht der Universum weiter und die Menschen bleiben, nur alleine wegen der Schwerkraft mit beiden Beinen auf dem Boden.
    Das wird sich nicht ändern.

  4. Klara Brunner sagt:

    @ we are the world

    Es war jedenfalls nicht das Christentum das die Gleichstellung von Mann und Frau gefördert hat. Wenn man ansatzweise in jene althergebrachte Lebensweise Einblick hat oder hatte, der weiss, dass, je frömmer man sich darstellte desto schlechter gibgs dabei den Frauen (bei mir wars römisch-katholisc-abergläubig). Auch dazu gäbe es vieles was dokumentiert und nachvollziehbar ist.

    @ gerd fehlbaum

    Für mich findet hier über längere Zeit hinweg viel eher Sensibilisierung statt. Wer sich interessiert wird diversen Glaubens- und Guru-Gemeinschaften auch in schwierigen Lebenssituationen kritisch gegenüberstehen. Denn eins ist nun mal Tatsache, alle haben sie Machtansprüche und lassen sich teuer bezahlen. Wems schlecht geht, der sollte auf Strassenmissionen und dergl. einen grossen Bogen machen, denn willigt er ein mitzumachen (und mitzuzahlen) so hat er irgendwann gar nichts mehr: kein soziales Netz, kein Auskommen und keine Lebensenergie.

    Es gibt inzwischen soviele Beispiele und soviele Opfer haben glaubwürdige Berichte verfasst, weshalb es für mich wichtig ist sie ernst zu nehmen und unter die Leute zu bringen. Alle könnten sich hinreissen lassen und irgendwie mal betroffen sein, dann kann nur “Wissen” schützen.

  5. andersen sagt:

    Klara Brunner

    Ja, ein grosse Bogen von Strassenmission zum machen, ist Sinnvoll, aber es gibt immer noch Menschen, die nicht Aufgeklärt sind und hier sind die Bücher von Herr Hugo Stamm wichtig.

    Weil wer schlechte Erfahrungen mit Sekten gemacht haben, erholt sich fast niemals davon.
    Es gibt Eltern, die jahrelang keine Kontakt zu die Kindern hat, die in den Sekten untergetaucht sind.
    Sie zerbrechen fast.
    Eben auch wenn sie, durch die Aussteiger wissen, dass die eigene Kinder durch der Sekte bestraft und erniedrigt wird, damit sie die Leute noch weiter einschüchtern kann.

  6. olive sagt:

    @Nada

    neine, ich denke nicht, dass ich da etwas verkläre, ein Beispiel davon

    http://www.nzz.ch/dossiers/aus_dem_archiv/archiv-1941-1.17184132

    da war, wie auch in Irland, der reine Hunger.

    Es gibt die Vorstellung, die Schweiz sei irgendwie immer reich gewesen und ihre heutige Lage nur Dank der Ausbeutung anderer zu Stande gekommen.

    Aber es gab tatsächlich auch andere Gründe , die dazu führten, wie Fleiss, Erfindungsreichtum etc.

    Dass die Chinesen hilfreich sein könnten, das denke ich auch.

  7. olive sagt:

    @Klara Brunner

    bezüglich der Schlepper bin ich mit Ihnen einer Meinung.

    Die lügen den Menschen immer das gleiche Lied vom Paradies vor, nehmen ihnen nicht wenig Geld aus der Tasche und verdienen sich dumm und dämlich an ihnen.
    Hab letzthin einen Bericht von Kurt Pelda gelesen, der war dort , wo sich die Leute sammeln, in Syrien und hat mit einem Schlepper gesprochen, der in kürzester Zeit Millionär geworden ist, ein gutes Geschäft mit dem Elend.

    Die einzige nachhaltige Lösung wäre wirklich, Bedingungen zu schaffen, dass die Leute nicht mehr auswandern
    müssen.

  8. Edi Brugger sagt:

    @Olive
    Du getraust dich nicht einmal mehr die Quelle zu nennen. Ich verrätsche dich jetzt: es war die ach so böse Weltwoche. Ätschbätsch.

    Das mit den Bedingungen in Afrika wird wohl noch ein Weilchen dauern. Zur Zeit kaufen dort Inder und Chinesen riesige Landstücke für den Anbau von Nahrungsmitteln, aber leider nur für den Eigenbedarf. Die eingeborenen Bauern verlieren ihre letze Nahrungsgrundlage und wissen nicht mehr, wie die Familie ernähren.

    Aber nur nit stürme. Der allweise Gott hat schliesslich vier Milliarden Jahre gebraucht, um nach unzähligen Misserfolgen einen halbwegs brauchbaren Menschen zu basteln, da kann Afrika auch noch ein wenig warten.

  9. Nada sagt:

    @Olive: neine, ich denke nicht, dass ich da etwas verkläre, ein Beispiel davon …

    Die letzte Hungersnot in der Schweiz fand m.W. 1845 statt, es gab aber auch Jahrzehnte danach noch Auswanderung nach Übersee:

    Zur Immigrationswelle nach Amerika gehörte in den 1880er-Jahren eine Rekordzahl von Schweizern. Der Zustrom sollte die Haltung der Vereinigten Staaten gegenüber der Einwanderung prägen.
    In jenem Jahrzehnt hatten gegen 82’000 Schweizer ihr Hab und Gut gepackt und sich auf den Weg gemacht, um in Hafenstädten wie Hamburg und Le Havre einen Dampfer nach Amerika zu besteigen.

    In den 1880er-Jahren allein wanderten etwa gleich viele Schweizer in die USA aus, wie in den 70 Jahren zuvor insgesamt. Die Schweizer gehörten zu einer Emigrantenwelle von fast fünf Millionen Europäern. Das waren fast doppelt soviele wie im Jahrzehnt davor.

    Es war eine Zeit des grossen Umbruchs. Die Welt kam aus einer grossen wirtschaftlichen Depression heraus. In Europa kam es zu politischen und sozialen Spannungen, hervorgerufen durch die zweite industrielle Revolution und eine Bevölkerungsexplosion.

    So war die Bevölkerung der Schweiz zwischen 1870 und 1914 von 2,65 auf fast 4 Millionen angewachsen. (Swissinfo)

    Zu behaupten, die Schweizer wären nur wegen Hungersnöten ausgewandert, während heutige Migranten quasi niedrigere Motive haben, entspricht einfach nicht den Tatsachen.

  10. @Ueli sagt:

    Erstaunlich und erschreckend, wie viele Apologeten des real wütenden Kommunismus (über 100 Millionen Opfer, seit rund 90 Jahren) sich am einstigen Nationalsozialismus (12 Jahre lang, weniger als 50 Millionen Opfer) abreagieren wollen.

  11. Aluminiumhydroxid sagt:

    @ Nada
    am 9. Juli 2014 um 16:27

    Das (PDF) “Demographisches Porträt der Schweiz” (www.bfs.admin.ch/bfs/portal/de/index/…/22/publ.Document.127584.pdf) zeigt weniger tendenziöse Diagramme als die von Ihnen angegebene “Swissinfo”-Quelle.

  12. we are the world sagt:

    @Nada
    Bei der Migration nach Amerika haben Sie Recht, es war eine Katastrophe für die Ureinwohner. Diese Ureinwohner (von uns Indianer genannt) konnten sich gegen diese Einwanderung nicht wehren oder sie haben sich zu spät angefangen zu wehren. Unrecht kann nicht durch neues Unrecht kompensiert werden. Nehmen wir uns das Schicksal der Ureinwohner Amerikas als Warnung für uns.

  13. olive sagt:

    @Nada

    i”In jenem Jahrzehnt hatten gegen 82’000 Schweizer ihr Hab und Gut gepackt und sich auf den Weg gemacht, um in Hafenstädten wie Hamburg und Le Havre einen Dampfer nach Amerika zu besteigen.”

    In einem Jahrzehnt, in typische Einwanderungsländer, was bei uns in einem Jahr, das meine ich.

  14. olive sagt:

    @Edi

    das stimmt, aber man wäre mir soweiso dahinter gekommen. Du liest sie offenbar auch?

    Das mit den Bedingungen in Afrika wird wohl noch ein Weilchen dauern. Zur Zeit kaufen dort Inder und Chinesen riesige Landstücke für den Anbau von Nahrungsmitteln, aber leider nur für den Eigenbedarf. Die eingeborenen Bauern verlieren ihre letze Nahrungsgrundlage und wissen nicht mehr, wie die Familie ernähren.

    Ich lese auch , dass die EU billigste Sachen dorthin verkauft, und die dortigen erzeuger können nicht mehr mithalten, es ist eine Misère.

    Es gibt aber Länder in Afrika ( muss mich besser kundig machen darüber , Nada wüsste es bestimmt ) denen es besser geht und die es aus eigener Kraft schaffen. Die müssen was richtig machen.

    Schlussendlich muss es doch in diese Richtung gehen.

    Was Gottes Geschöpf angeht:
    Die Wiege des Menschen liegt ja in Afrika..

  15. Edi Brugger sagt:

    @Olive
    Mit grossem Interesse, alle Unkenrufen zum Trotz, will sagen, das kümmert mich einen feuchten Humus. Ich finde die Weltwoche sehr interessant. Wer sagt denn, man müsse mit allem darin einverstanden sein.

    Apropos Zeit:
    Jossele lässt sich beim Schneider Isaak eine Hose machen. Lange passiert nichts, nach sechs Jahren kreuzt Isaak mit der Hose bei Jossele auf. “Biste meschugge Isaak, brauchste sieben Jahre für eine Hose wo hat Gott de Welt in sechs Tagen erschaffe?” “Eben, schau de Hose an, schau de Welt an!”

  16. Ueli sagt:

    @@Ueli
    1. Wer es nötig hat – einen “Wettbewerb” der Opferzahlen von verschiedenen Diktaturen zu veranstalten (ich habe übrigens nie behauptet, dass ich Stalinist oder Maoist sei), hat eigentlich schon seinen moralischen Bankrott erklärt. Im Endeffekt einfach nur infantil und daneben – mehr gibts dazu auch nicht zu sagen.

  17. olive sagt:

    Was regen wir uns überhaupt auf?
    Vorwärts schauen, Geschäfte machen, Sorgen sollen sich andere machen.

    bild.de/reise/2014/dubai/dubai-groesstes-einkaufszentrum-der-welt-36700148.bild.html

    Sogar der Blick klagte: Die wüstenscheichs haben noch nie etwas von Minergie gehört.
    Die Mall, 7 Kilometer überdacht und gekühlt und belüftet..

  18. olive sagt:

    Die überkandidelten Superreichen werden es zu geniessen wissen:

    http://www.thedubaimall.com/en/Index.aspx

    Ja, das Leben ist ungerecht , da wundert es einen nicht, dass vielen nur die Hoffnung auf ein Jenseits bleibt.

  19. olive sagt:

    @ Edi Brugger
    9. Juli 2014 um 18:41

    Für den ersten Teil
    :-))

    Für den zweiten Teil

    :-))

  20. olive sagt:

    @Edi

    im Ernst, das meine ich ja, die WW ist interessant, regt zum Nachdenken an und setzt einen oft bitter nötigen Kontrapunkt zu den anderen Medien.
    Wobei es noch andere gibt, z.B. den Beobachter, der auch immer wieder kritsche Artikel schreibt, die man so im “politisch korrekten Mainstream” nicht unbedingt findet:

    http://www.beobachter.ch/dossiers/dossierszuwanderung/artikel/zuwanderung_angst-ist-der-falsche-ratgeber/

    Es würde wohl niemand ernsthaft behaupten wollen, der Beobachter nähme nicht immer wieder Partei für Rechtlose, Arme.

    Das heisst ja nicht, dass man nicht realistisch überlegen darf, was sinnvoll ist für unser Land.

  21. Michael Bamberger sagt:

    @ Nada

    “Ich hoffe zwar, dass die Mehrheit der Christen diesmal den Nationalisten nicht mehr auf dem Leim kriecht, aber wenn ich an das Versagen der Kirchen in nicht so ferner Vergangenheit denke, überkommen mich Zweifel.”

    Wenn Jahrhunderte lang der Klerus und der Adel gemeinsam abgekartete Sache machte, ist es kaum verwunderlich, dass die Bürgerrechte, wie sie schliesslich in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte mündeten, jenen ein steter arger Dorn im Auge war, welcher durch xenophoben Nationalismus seinen ultimativen raison d’être fand. Von Franco über Hitler, von Salazar über Pinochet, bis hin zu den heutigen polnischen, russischen und ungarischen nationalistisch religiösen Auswüchsen, um nur diese wenigen Beispiele zu nennen.

  22. Nada sagt:

    @we are …: Nehmen wir uns das Schicksal der Ureinwohner Amerikas als Warnung für uns.

    Mit solchen Vergleichen versuchen auch die Neonazis Ängste schüren.

  23. Nada sagt:

    @Olive

    im Beobachter steht aber auch klar und deutlich, dass die Abgrenzung einen Preis haben wird:

    Der Ausgang des Kräftemessens bleibt freilich offen. Nur eines ist dabei sicher: Den Fünfer und das Weggli wirds für die Schweiz nicht mehr geben. Entweder wir geben nach und opfern das verfassungsmässige Ziel der Nachhaltigkeit, oder die Schweiz setzt eine Kontingentierung durch und nimmt dafür (auch wirtschaftliche) Nachteile im Verhältnis mit der EU in Kauf.

    Genau dies ist aber bei einem erheblichen Anteil der Befürwortern von MEI und Ecopop nicht angekommen (bei den Initianten von ecopop hingegen schon), schrieb nicht heute hier einer, dass die Schweizer gerne wieder Putzarbeiten verrichten werden, wenn man ihnen dafür 10’000.- Fr./Monat zahlt. Wenn diese Menschen schlussendlich die Rechnung präsentiert bekommen, dürfte es hier ziemlich ungemütlich werden.

  24. Klara Brunner sagt:

    @ we are the world

    Armengenössige Schweizer sind nicht nur nach Amerika, Brasilien, Argentinien, Afrika, Kanada, Frankreich, Italien, Griechenland und so ausgewandert. Manche fanden ein Auskommen und sind dort geblieben, manche verarmten auch in der neuen “Heimat” und konnten deswegen nie mehr in die Schweiz zurückkehren.
    Aber richtig nehme sich die Schweiz ein Beispiel an den Indianern die von den Amis geknechtet und vertrieben wurden. Und von den Drogenbossen und von den Grossgrundbesitzern und und und……..

    @ nada

    Sie werden doch nicht glauben die durchschnittlichen Schweizer hätten im Wohlstand gelebt? Manche lebten zwar in relativem Wohlstand aber viele eben überhaupt nicht, bei vielen war Schmalhans der Küchenmeister. Daher mussten Kinder sich verdingen, junge Mädchen als Mägde und Dienstmädchen dazuverdienen um Familien über Wasser zu halten. Hinzu kam die höhere Kinderzahl, und viel Kinder bedeute viel Armut, meinte kürzlich an einem Anlass eine Tischnachbarin die das so erlebt hat und heute etwa in meinem Alter ist.
    Und dann die grosse Arbeitslosigkeit, nicht zuletzt dadurch verursachte Alkohol-Probleme und Wegnahme von Kindern aus sog. asozialen Familien und deren Unterbringung in diversen Heimen (ein Thema das aktuell noch beschäftigt weil die Folgen daraus nicht grade ein Ruhmesblatt sind).
    Da sind noch lange Jahre viele Schweizer irgendwo in den Urwald gesiedelt, haben ein Stück Land roden dürfen oder so und beten, dass Gott ihnen beisthe. Sie kamen mit nichts als sich selbst und manche habens überlebt. Manche wurden auch angestellt von Schweizer und Deutschen Unternehmern und ausgebeutet wie die Sklaven.
    Da das alles nachzulesen ist, dürfte es für sie ein Leichtes sein sich darüber zu informieren. Armut und Hunger waren 1875 kein abgeschlossenes Thema in der Schweiz. Und die organisierte Auswanderung – es gab ein Büro in Zürich – war Teil der Armenfürsorge, die mit einer bezahlten Schiffspassage einfach, bei Rückkehr besagter mittellosen Auswanderungswilligen, rückzahlbar.

    Es war wohl schon nicht so richtig vergleichbar mit unserem sozialen Netz zu welchen Bedingungen was jene Migranten im Ankunftsland erwartet hat.

  25. Klara Brunner sagt:

    @ nada

    Da fehlt der Schluss, so sollte der Satz lauten:

    “…..Und die organisierte Auswanderung – es gab ein Büro in Zürich – war Teil der Armenfürsorge, die mit einer bezahlten Schiffspassage einfach, bei Rückkehr besagter mittellosen Auswanderungswilligen, rückzahlbar sicherte, dass jene Armenhäusler auch anderswo durch Arbeit auf keinen grünen Zweig kamen, blieben wo sie waren. Im Ausland, wo genau war irrelevant…..”

  26. Ueli sagt:

    @olive
    Die Weltwoche ist das inoffizielle Propagandablatt der SVP und regt weder zum “Nachdenken” an, noch setzt sie einen Kontrapunkt zu irgendetwas. Die einzigen Artikel, die nicht unter die Rubrik “Schrott” fallen – sind die nicht selber produzierten aka Eingekauften. Bei der Weltwoche weiss man wahrscheinlich sogar selber, dass man sonst diese “Zeitung” nicht einmal gratis an den Mann / die Frau bringen könnte. Was den Artikel im Beobachter anbelangt: Nicht sonderbar “Antimainstream” wenn man ein paar Stammtischparolen in die Welt hinausposaunt. Das “Argument”, dass die schweizer Wirtschaft / Gesellschaft “schwerwiegende Probleme” wegen der Zuwanderung zu stemmen habe wird doch nicht dadurch verifiziert, dass sich etwa 50 % der Bevölkerung “dichtegestresst” fühlen. Ich bin zwar kein Freund der liberalen Medien wie “Bilanz” und co. – aber im neusten Heft wurde dort über ein paar Seiten mal ein bisschen näher hingeschaut was den Mythos der schweizer “Superwirtschaft” anbelangt. Fazit: Schon vor der Abstimmung war die Schweiz nicht mehr in “Bestform” was Wettbewerbsfähigkeit anbelangt. Die Abstimmung hat diesen Trend nun nicht nur bestätigt, sondern ihn sogar noch verstärkt.

  27. olive sagt:

    @Nada

    “im Beobachter steht aber auch klar und deutlich, dass die Abgrenzung einen Preis haben wird:”

    Ja, das habe ich gelesen.

    Da steht auch:

    Jeder Entscheid wird seinen Preis haben.

    Die Schweiz steht spätestens dann an einem entscheidenden Wendepunkt. Auf der einen Seite stehen die Argumente für ein möglichst unbehindertes und angeblich unverzichtbares Wachstum der Wirtschaft, auf der andern Seite jene für eine möglichst nachhaltige Entwicklung, die auch künftigen Generationen möglichst viele natürliche Lebensgrundlagen auf begrenztem Platz sichern soll. Beides zusammen wird nicht zu haben sein. Jeder Entscheid wird seinen Preis haben.

    “Ein bisschen Gelassenheit ist dabei ratsam. Allein von der Angst vor einem wirtschaftlichen Einbruch sollten wir uns jedenfalls nicht leiten lassen. ”

    Veränderungen sind angesagt. Das ist so, das gilt nicht nur für die Schweiz.
    Das “Aufgehen” in der EU hätte ganz klar auch einen Preis, und der ist eben für viele höher, als der bei “Draussenbleiben”.

    Eigentlich ein Witz, wir sind mitten in Europa, wir sind Europäer, wir beteiligen uns an allem Möglichen und bezahlen für alles Mögliche, aber das genügt nicht, weil wir nicht in das Konstrukt EU wollen.

  28. Edi Brugger sagt:

    @Ueli
    Selbstverständlich gibt es zur WW nur eine Meinung.

  29. Nada sagt:

    @Ueli: Die Weltwoche ist das inoffizielle Propagandablatt der SVP und regt weder zum “Nachdenken” an, noch setzt sie einen Kontrapunkt zu irgendetwas.

    Aber, aber Ueli die ww ist doch ein hochstehendes Blatt, das sich bereits im Editorial einen philosophischen Anstrich gibt:

    Gedanken am Rande eines Symposiums: Warum arbeiten wir? Zur Selbstverwirklichung, besagt ein landläufiges Missverständnis. Die Wahrheit ist: Arbeit ist das Gegenteil von Selbstverwirklichung. Arbeit ist idealerweise die Hingabe des Selbst an eine Aufgabe, in die man sich versenkt. Selbstverwirklichung ist praktizierte Egozentrik. Arbeit hingegen ist Überwindung der Egozentrik, indem man sich an etwas anderes verliert. Das Befreiende der Arbeit besteht darin, dass sich der Mensch nicht mehr mit sich selbst beschäftigt, sondern mit der Sache, die sich ihm ent­gegenstellt. Was die Marxisten als «Entfremdung» kritisieren, ist das Erlebnis der Freiheit. Philosophisch: Der Mensch wird erst dann mit sich identisch, wenn er sich mit einer Sache identifiziert, die nicht mit ihm identisch ist. (ww Ausgabe 27)

    Wobei ich mich frage, weshalb die noch diesen komischen Thiel mit seinem Gargamel-Komplex beschäftigen, Köppel ist doch bereits Komiker genug, egal ob er sich philosophisch gibt oder droht den Rhein umzuleiten.

  30. H2O sagt:

    @Nada am 9. Juli 20114 um 22:12

    Ja klar, das neu geplante Wasserkraftwerk am Rheinfall bei Neuhausen mag für Sie ein Witz sein. Aber ein schöner Teil des Wasser unseres Rheins lässt sich schon beim Aaregletscher bewirtschaften bzw. umleiten etc.
    Der Bodensee ist übrigens auch ein Trinkwasserreservoir und Analogieschlüsse sind viele möglich und sinnvoll.
    :-))
    :-))
    :-))

  31. fred sagt:

    @Edi

    Köstlich, wie man dich mit einem ironischen Beitrag provozieren kann. Du demontierst dich in deinem Post gleich selbst, in dem du in deiner Antwort mir vorwirfst, selektiv zu zitieren und zu unterstellen zu wissen was wahr ist… um gleich darauf
    – hochgradig selektiv aus Wiki zu zitieren und
    – zu behaupten, zu wissen was wahr ist

    😀

    Deine Aussagen sind reine Behauptungen (Quellenangaben???) und werden im Forschungsumfeld durchaus kontrovers diskutiert (siehe zB Theissen).
    Der Begriff “historische Wahrheit” ist in diesem Zusammenhang per se Unsinn. Es gibt lediglich Interpretationen von historischen Fakten (Ausgrabungen, Schriftstücke etc.), die man allenfalls noch mit Wahrscheinlichkeiten verknüpfen kann.

    Deshalb weicht meine Wahrheit von deiner ziemlich ab (Wahrheit ist die Übereinstimmung von erkennendem Verstand (in diesem Falle meinem!) und Sache). Denk mal logisch!

  32. Gian Battista Raschèr sagt:

    Man erinnere sich an die Weltwoche vor dreissig Jahren, mit Leuten wie Hans O. Staub oder Fred David. Das war noch eine Wochenzeitung mit Rang und mit Format! Dagegen heute …

  33. Gian Battista Raschèr sagt:

    @ Edi Brugger am 9. Juli 2014 um 11:15:

    “Ohne Weihnachts- Oster- Auffahrttamtam sind alle Jesusworte gewöhnliche Sprüche, mehr oder weniger weise, wie du und ich sie verfassen könnten.”

    Gewöhnliche Sprüche? Wie Sie diese verfassen könnten? Da sind zumindest leise Zweifel angebracht. 😉

  34. andersen sagt:

    Olive sagt:

    Wir wollen nicht in der EU.
    Das respektiert alle 28 Länder, auch das die Schweizer nur unter sich sein will.

    Das finde ich sogar sehr entzückend.
    Das Heidi-Land lässt grüssen, es wird in der Zukunft kein böse Frau Rottenmeier kommen, die die “Heidis” in der Schule drängt.
    Sogar ich, finde der Alpkäse köstlich und die Kuhglocken süss.

    Viel Spass!

  35. olive sagt:

    @Ueli

    ” Fazit: Schon vor der Abstimmung war die Schweiz nicht mehr in “Bestform” was Wettbewerbsfähigkeit anbelangt. Die Abstimmung hat diesen Trend nun nicht nur bestätigt, sondern ihn sogar noch verstärkt.”

    Wie kann das sein, wo wir doch dank der Bilateralen in Bestform sind und dank dem Aufgehen in der EU in noch bessere Form kämen?

    Danke für Ihre kompetente tiefsinnige Beurteilung der WW.

  36. andersen sagt:

    Das Köppel hat immer noch ein Traum, dass der EU die Schweiz anpassen soll.

    Upps.

    Es erinnert mich an ein alte russische Geschichte:

    Ein reicher Mann fährt mit der Taxi, er steigt aus und gibt der Taxichauffeur 10 Franken Trinkgelder.
    Das Taxichauffeur sagte, Hallo, gestern fuhr Ihr Sohn Taxi und er hat mich 100 Franken Trinkgeld gegeben.
    Der reicher Mann antwortete: Ja, aber mein Sohn ist nicht, wie ich,arm geboren.

  37. Edi Brugger sagt:

    @Fred

    Wenn der Gottessohn von sich behauptet, er sei die Wahrheit, dann ist das bestenfalls religiöse Wahrheit aber die Religioten (Michael Schmidt-Salomon) erstarren in Ehrfurcht. Wenn für die Existenz dieser Figur keinerlei historisch anerkennbare Beweise gefunden werden, sollte die Nichtexistenz aus Vernunftgründen irgendeinmal akzeptiert werden (Historische Wahrheit). Diese Meinung kann korrigiert werden, wenn neue Fakten auftauchen (Keynes: I change my mind when facts change), entsprechend der „wissenschaftlichen Wahrheit“. Historiker sind schliesslich auch Wissenschafter.
    (selektiv Wiki zu „Ontologisch-metaphysische Korrespondenztheorie“: Wahrheit ist die Übereinstimmung von erkennendem Verstand und Sache). Die Vernunft ist mit eine bestimmende Grösse.

    Da aber die ganze Jesusfabel in der Bibel steht wird sie zur religiösen Wahrheit. Die Religioten machen sich bei jeder Kritik in die Hose und drohen den Heiden mit ewigem Höllenfeuer.

    Somit muss ich eingestehen, dass deine „selektive Beweisführung“ eine spezielle Form der Wahrheit bestätigt. Diese Wahrheit mache ich dir nicht streitig.

  38. Klara Brunner sagt:

    @ edi brugger

    Pontius Pilatus, der römische Statthalter, soll Jesus anlässlich seiner Verurteilung gefragt haben “Was ist die Wahrheit?”. Und Jesus soll dazu geschwiegen haben.

    Wahrscheinlich kommt es bei manchen Erzählungen der Bibel – die aus sehr unterschiedlichen Zeiträumen stammen sollen, also über die Dauer von einigen Jahrhunderten niedergeschrieben wurden – drauf an wie sie interpretiert werden und über welche Kenntnis Prediger &Co. über die Zeit und die Situation in der besagter Jesus gaelbt habe, verfügen. Wenn man die Geschichten aus der Perspektive “betrachtet” nehmen sie sich in Sinn und Inhalt schon deswegen anders aus als man das mancherorts gerne hätte. Grade hinsichtlich Wunder wäre da noch ein weites unbebautes Feld das anderes hervorbrächte als man so von orthodox-religiösen und fantasievollen Neo-Religionen hört. Auch die politische Situation spielt doch dabei eine Role, es gab z.B. ein Versammlungsverbort das die römischen Besatzer auferlegt hatten. Wo sich zwei auf der Strasse zusammengerottet haben sollen bereits Ordnungskräfte eingeschritten sein……….Bibel etwas menschlicher und realitätsbezogener wäre was anderes als dieses weltfremde Gelabere das niemandem was nützt und ideale hat die kein Mensch erfüllen kann ohne ernsthaft gesundheitlichen Schaden daran zu nehmen.

  39. olive sagt:

    @ andersen
    10. Juli 2014 um 09:42

    “Das respektiert alle 28 Länder, auch das die Schweizer nur unter sich sein will.”

    Ich weiss nicht, warum Sie immer einen solchen Käse schreiben müssen.

    Nur weil wir nicht in die EU wollen und die Einwanderung etwas begrenzen, wollen wir nicht “unter uns” sein und wir sind es auch nicht, Sie sind ja auch hier, oder?

    Wir wollen im Verhältnis zur bestehenden Bevölkerung und der Grösse des Landes die Einwanderung beeinflussen, aber ich habe keine Hoffnung, dass Sie das kapieren.

  40. Nada sagt:

    @Olive: Wir wollen im Verhältnis zur bestehenden Bevölkerung und der Grösse des Landes die Einwanderung beeinflussen, aber ich habe keine Hoffnung, dass Sie das kapieren

    Dass die Mehrheit das will, ist durchaus verständlich. Nur hätte man sich besser vor Abschluss der bilateralen Verträge überlegt, was man will. Änderungswünsche stossen bei der anderen Vertragspartei selten auf Begeisterung. Dies ist nicht nur bei Verträgen mit der “bösen” EU so. Wenn ich meinen Vermieter schreibe, dass ich ab jetzt nur noch 80% der Miete zahlen kann, wird er kaum auf diesen Wunsch eingehen, sondern den Vertrag kündigen, wenn ich meinen Verpflichtungen nicht mehr nachkomme.

  41. Klara Brunner sagt:

    @ nada

    Es ist auch nicht wichtig ob Änderungswünsche von der Gegenseite mit Begeisterung aufgenommen werden. Hauptsache es ist vertraglich so vereinbart und deswegen rechtlich haltbar. Wenn Sie einen Vertrag nicht einhalten können Sie dafür belangt werden. Das ist nun aber in dem Zusammenhang gar nicht der Fall.

    Verträge von so grosser Tragweite wie sie solche mit der EU nach sich ziehen können sind über Jahre hinweg nicht abschätzbar. Zudem wäre es für einen grossen Teil der Stimmbürger eine Überforderung gewesen über rechtliche Belange in der Dimension ausreichend Kenntnis zu haben, da nicht alle ein Studium internationalen Rechts absolviert haben. Und weil schon zu Beginn als die ersten Staaten sich verbündet haben keineswegs so wirklich klar gewesen ist wie das mit den Finanzen aussieht, was aber grundlegend gewesen wäre.

  42. Edi Brugger sagt:

    @Olive

    Es ist schon tragisch mit dieser Andersen. Ich frage mich schon, wie sie so lange in einem Land leben kann, das ihr derart verhasst ist. Offenbar hilft ihr ein starker unerschütterlicher Glaube an den lieben Gott und Jesus und den heiligen Geist, die widrigen Umstände in einem EU-freien Land zu erdulden.

  43. Karl Martell junior sagt:

    @edi brugger
    @Ueli
    Immer wieder zieht man in diesem Forum über die Weltwoche her. Ja, hier bewahrheitet sich die preussische Redewendung: viel Feind, viel Ehr. Insbesondere hat Ueli die Deutungshoheit in diesem Forum; er ärgert sich über Meinungen Anderer (infantil, ahnungsloser Pöbel). ja, die Meinungsäusserungsfreiheit gehört nach einigen Forumsteilnehmern unterdrückt.
    So etwa; ” leben und leben lassen” oder “meinen und meinen lassen” ist eine ärgerliche Toleranzforderung

  44. Gian Battista Raschèr sagt:

    Klara Brunner am 10. Juli 2014 um 11:59:

    “Pontius Pilatus, der römische Statthalter, soll Jesus anlässlich seiner Verurteilung gefragt haben “Was ist die Wahrheit?”. Und Jesus soll dazu geschwiegen haben.”

    Zuvor soll Jesus gesagt haben: “Ich bin dazu geboren und dazu in die Welt gekommen, dass ich für die Wahrheit Zeugnis ablege. Jeder, der aus der Wahrheit ist, hört auf meine Stimme.” (Joh 19,37)

    Für “Wahrheit” finden wir im griechischen Text “ἀλήθεια”, woraus Heidegger mittels “λήθη” (lḗthē, deutsch “Vergessen”) die Grundbedeutung “Unverborgenheit” ableitete. Nun ist aber “Λήθη” (Lḗthē) in der griechischen Mythologie der Strom des Vergessens, der die elysischen Gefilde umfloss; in diese Gefilde in der Unterwelt gehen die Frommen ein, wo sie in ewiger Glückseligkeit leben.

    Nun kann man also wählen:
    – Muss man die “Wahrheit” kennen, nicht vergessen (können) und ewig glückselig leben?
    – Darf man alles vergessen und so ewig glückselig leben?

    😀

  45. hm sagt:

    Ueli @ Karl Martell junior: ” Dass die Nazis Ihre Partei als “Arbeiterpartei” bezeichneten, war freilich ein weiterer Propagandaschachzug – um sich den verwirrten deutschen Sozialdemokraten … anzubiedern.”
    Ueli, wer war da verwirrt, die “Sozialfaschisten”? Diese waren übrigen schon 1925 in ihrem Heidelberger Programm für die Schaffung der Vereinigten Staaten von Europa.
    Wir Schweizer wissen also nicht erst seit der siebten Kavallerie im Fort Yuma, woher der Wind weht bzw. wem wir den ganzen Schlamassel zu verdanken haben. Klar sind wir die einzig verbliebenen Indianer Europas. Zudem leistet unser kleines Dorf seit Divico jeder zentralistischen und demokratiefeindlichen Beamtentyrannei heftigsten Widerstand, beim Bellenus.
    Wie wir übrigens erst seit kurzem insbes. jenseits des grossen Teiches zu kleinen Negerlein avancieren konnten, ist natürlich eine ganz andere, dumme Geschichte. Immerhin, im Achtelfinal verlieren wir nur 0:1, und dies erst noch gegen einen zweifachen Weltmeister. Wir haben also schon Grund stolz auf uns zu sein.
    Zudem sind wir stolz auf unsere Freiheit: Wir wollen aussuchen können, wen wir rein lassen, um ihn dann auch wieder heim schicken zu können, wenns ihm dann nicht mehr so gut geht, das nennen wir Konjunkturpuffer. Wir wollen auch keine Kosten für die Integration oder gar für Soziallasten tragen. Und an Investitionen ins eigene Bildungswesen müssen wir auch sparen, nur so bleiben wir Staatshaushaltsweltmeister. Übrigens wollen wir Schweizer alle da bleiben, weils hier am Schönsten ist, möglichst unter uns, und schon gar nicht in überfüllten Vorortszügen.
    Schon so.

  46. hm sagt:

    @ KMjr
    Es geht nicht um die gute oder schlechte Weltwoche (m.E. keine Frage, oder sonst dann Anlass fruchtloser ewiger Diskussionen).
    Ich habe auch schon Mein Kampf gelesen – und es geht mir trotzdem gut. Die Frage, die sich stellt, ist eine andere, nämlich in etwa die, ab wann man das Bravo lesen darf, oder anders gesagt: Wie reif man sein sollte um das, was man ganz einfach lesen kann, auch zu verstehen. Bei Ihnen hab’ ich da so meine Zweifel, insbes. wenn ich an Ihre Nullen denke.

  47. @ Herr Stamm sagt:

    Würde mir mal enen saftigen Artikel über freikirchliche und landeskirchliche wiedergeborene Evangelikale (die Etablierteren) wünschen!

    Es gibt mM nach momentan zu wenige “Aufmüpfige”, die sie konfrontieren.
    Und ihre Funktionäre streichen viele Ehrungen ein und sonnen sich gerne in der öffentlichen Wahrnehmung.
    Evangelikalismus ist doch trotz aller Wendehalsigkeit immer noch ein Unterwerfungskonzept (Frau unter den Mann…Dominierende Männer, die nach Belieben Haken schlagen).
    Wie kommen ferner Mitglieder damit zurecht: Ökumene, Hinwendung zum Papst, Abgrenzung von L. Gassmann-Freikirchen usw.? Fühlen die sich nicht vera.? Oder firmiert das unter “Entwicklung”, “erweiterter Horizont”?
    Gibt es noch kritische “mächtige” Stimmen vom Evangelikalimus/Pietismus Geschädigter wie Hesse oder Moser? Oder nur einvernehmliche “Übernahme” und Einheitsbrei? (der verwässerte Gott)

  48. könnte interessieren sagt:

    TV-Sendungen Liste zu Glaubensthemen auf artikel-4

    dlf-Beitrag heute abend 20.10h cc Nationalismus/Patriotismus – Deutschland schwierig Vaterland

    Planet WIssen (BR) mit Infos zur Lebensbornbewegung
    (nicht zu vergessen: selbst recherchieren: die “Schmankerl” der SEDHeimerziehung (Entschädigungsaufstockung) bis in die 90er! Jahre)

  49. olive sagt:

    @ Nada
    10. Juli 2014 um 13:46

    “Dass die Mehrheit das will, ist durchaus verständlich. Nur hätte man sich besser vor Abschluss der bilateralen Verträge überlegt, was man will. Änderungswünsche stossen bei der anderen Vertragspartei selten auf Begeisterung”

    So einfach ist nicht. Änderungsmöglichkeiten sind im Vertrag eingebaut, denn man kann diesen Vertag nicht so festzurren wie einen simplen Mietvertrag, da sich in einem solchen Verbund ständig etwas ändern kann und man sich dem anpassen können muss.
    Nur möchte man jetzt trotzdem keine Änderungen.

    Man könnte wirklich meinen, die EU seien unsere strengen Eltern, die uns unsere Flausen austreiben wollen.

  50. Alienus sagt:

    @Karl Marter junior

    Tja, wi(e)der(lich) diese Weltwoche!

    Inzwischen erreicht offensichtlich diese Postille das Niveau der guten alten Prawda oder ansatzweise sogar des Stürmers. In Verbindung mit der Weltwoche den Begriff Ehr zu verwenden verbietet eigentlich die menschliche Logik.

    Denn wie es die Spucknapfe und die Kloaken bracht’s, so braucht’s es halt auch die Weltwoche als den medialen Bedürfnisplatz für die Super-Patrioten, Nationalidioten, Unverbesserlichen und die Besten und Größten in der Welt(woche)!