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Sind Religionen zu schonen?

Hugo Stamm am Samstag den 7. Dezember 2013
Morgan Freeman als Gott im Film «Bruce Almighty». Foto: Universal.

Wer darf im Namen Gottes sprechen? Bild oben: Morgan Freeman als Gott im Film «Bruce Almighty». Foto: Universal.

Dieser Impulstext stammt von Blogger Albert Baer.

«Religionen sind zu schonen

Sie sind für Moral gemacht

Da ist nicht eine hehre Lehre

Kein Gott hat klüger gedacht

Ist im Vorteil, im Vorteil.»

So «besingt» Herbert Grönemeyer die Religionen in seinem Lied «Ein Stück vom Himmel».

Dass man die Religionen bzw. die Religiösen beziehungsweise deren religiöse Gefühle schonen muss, ist schon fast zum Reflex geworden. Ich denke, man muss das Umgekehrte tun: Man muss sie scharf kritisieren und
zurechtweisen. Wieso?

Zuerst möchte ich klarstellen, dass meine Kritik und Zurechtweisung nur jene Religionen betreffen, die einen «totalen» Gott haben, also einen Gott von allem. Christentum und Islam sind für mich solche «totalen» Religionen.

Kritik:

Christentum und Islam nehmen sich das Recht heraus zu bestimmen, wer/was der Gott von allem ist – also auch von allen Menschen.

Sie «beglücken» also alle Menschen mit «ihrem» Gott: Schwule,
Lesben, Atheisten, Agnostiker… alle kommen in den Zwangsgenuss ihres totalen Gottes.

Das ist eine inakzeptable Vereinnahmung und Anmassung! Ich will euren Gott nicht, also lasst mich gefälligst mit eurem Gott in Ruhe.

Forderung:

Es muss diesen Religionen verboten werden, im Namen Gottes zu sprechen. Das Christentum darf nur vom «christlichen Gott» oder dem «Gott der Christen» sprechen und der Islam darf nur vom «muslimischen Gott» oder «Gott der Muslime» sprechen.

Der wahre Gott gehört niemandem und keiner ist das Sprachrohr des wahren Gottes.

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548 Kommentare zu “Sind Religionen zu schonen?”

  1. andersen sagt:

    @Reiff

    Sie können ja ein Atheistenkirche bauen.
    Vielleicht neben ein Tempel, katholische Kirche, Synagode, Moschee oder sogar neben ein reformierte Kirche.
    Ich habe kein Berührungsängste, dass es nicht Funktionieren würde.

  2. heidi reiff sagt:

    @ andersen

    Ich wohne in der nähe von der Mathäuskirche BS, eine reformierte Kirche, da gibt’s auch immer Wochenmärkte mit Allerlei, Gemüsestände etc. etc. und auch ein Handauflegeraum ——- Eine Verbotstafel – bitte keine Tauben füttern , hab ich jetzt noch nie gesehen – Hunde sind an der Leine zu führen auch nicht, es gibt viele Menschen, die ihre Hunde ausführen und sie halt dann etwas frei lassen im Park -Plastiksäcke sind vorhanden, um dann den Hundekot artgerecht zu entsorgen und Pingpongtische gibt es auch, es ist alles da. Schlusswort – ich weiss nicht ob es einen Gott gibt, ich bin Mensch.

  3. olive sagt:

    @andersen

    Atheismus ist keine Religion.

  4. Roland K. Moser sagt:

    @ Dr. Seltsam 16. Dezember 2013 um 22:58
    Danke gleichfalls.

    Hätte ein Religionskritiker ihre Äusserungen gemacht, wäre der Kommentar gelöscht worden.

  5. Albert Baer sagt:

    Papst Franziskus sagt

    “Und ich glaube an Gott. Nicht an einen katholischen Gott; es gibt keinen katholischen Gott; Gott ist/existiert.”

    Bravo Franziskus!!

    Jetzt braucht es das Gleiche nur noch von der muslimischen Seite und wir haben endlich religiösen Frieden, weil Religionsfreiheit.

    http://www.shortnews.de/id/1053518/papst-franziskus-ich-glaube-an-gott-nicht-an-einen-katholischen-gott

  6. Rabbi Jussuf sagt:

    Albert Baer
    ““Und ich glaube an Gott. Nicht an einen katholischen Gott; es gibt keinen katholischen Gott; Gott ist/existiert.””
    Fallen Sie auf jede billige Propaganda herein?

    Was heisst das denn, etwas nüchterner betrachtet?
    Es heisst, dass der katholische Gott der einzige ist. Darum braucht er den Präfix “katholisch” nicht.
    Darum ist Franziskus der Papst der einzig richtigen Religion.

    Abgesehen davon heisst “katholisch”: “Das Ganze betreffend”.
    Es kann daneben nichts anderes geben – ausser Aberglauben.

    Ich sehe da keinen Unterschied zu “Allahu Akbar”.

  7. Albert Baer sagt:

    @Rabbi

    “Was heisst das denn, etwas nüchterner betrachtet?
    Es heisst, dass der katholische Gott der einzige ist.”

    Ich verstehe es anders:
    Gott steht jenseits aller Religionen. Der Katholizismus ist ein möglicher Weg zu diesem areligiösen Gott.

    “Fallen Sie auf jede billige Propaganda herein?”

    Die Taten, die seinen Worten folgen werden, werden seine Worte bewertbar machen.

  8. Ueli sagt:

    @Rabbi Jussuf
    Hahaha – genau! Never trust a rich Hippie – that wants to be called “Holy Father”.

  9. Ueli sagt:

    @Albert Baer
    “Die Taten, die seinen Worten folgen werden…”
    Da lacht doch ein Pferd mit Gummizähnen! Erstens macht man schon mal eine ziemliche “Einschränkung” wenn Gott nur in der Einzahl vorkommen darf und als allmächtiger Schöpfer gehandelt wird. – Die Milliarden Inder, Chinesen, Japaner und andere “Heiden” sind dann schon mal auf dem Holzweg nach dieser Doktrin. Falls man es tatsächlich ernst meinen würde mit dem Joint Venture des Monotheismus – könnte man sich ja auch das ganze katholische Brimborium mal sparen und den Vatikan mit seinen ganzen Besitztümern versteigern und das Geld vielleicht den muslimischen Brüdern und Schwestern überweisen. Dann freilich würden die Muslime ihrerseits sicherlich auch ein paar “Liebesbeweise” an die Christenheit senden. Bis jetzt bombardieren aber die Christen lieber z.B. Länder wie den Irak und lassen dann das Nationalmuseum plündern – da sie zu “busy” sind, das Ölministerium zu bewachen.

  10. Rabbi Jussuf sagt:

    Albert Baer
    “Ich verstehe es anders:
    Gott steht jenseits aller Religionen. Der Katholizismus ist ein möglicher Weg zu diesem areligiösen Gott.”

    So kann man das Zitat? von Franz beim besten Willen nicht verstehen.
    Oder nur, wenn man bewusst den Rest des Zitates? ausblendet:
    “Es gebe Gott und er glaube an Jesus Christus, die Inkarnation Gottes. …”

  11. Albert Baer sagt:

    @Rabbi

    Hier was ein “wirklicher” Katholik zum gottlosen Franziskus meint:

    “Das achte Zitat ist das schlimmste. 8a) „Ich glaube an Gott, nicht an einen katholischen Gott, denn es gibt keinen katholischen Gott.“ Das ist schwer irreführend. Zwar ist Gott der Gott aller Menschen, doch stiftete er für alle Menschen eine Religion, und nur eine Religion, welche die katholische Religion ist. Deswegen ist der Gott des Katholizismus der einzig wahre Gott. 8b) „Jesus ist seine Fleischwerdung, mein Lehrer und mein Seelenhirte. aber Gott der Vater, Abba, ist das Licht und der Schöpfer.“ Wiederum schwer irreführend. Denn unterstellt dieses „aber“ nicht, daß Jesus Christus gar nicht der Schöpfer ist? Glaubt Franziskus überhaupt daran, daß Jesus mehr als ein bloßer Mensch ist? 8c) „Jeder Mensch hat seine eigene Vorstellung von gut und böse und muß wählen, dem Guten zu folgen und das Böse zu bekämpfen, so wie er diese begreift.“ Dies nun ist nicht mehr irreführend, sondern die glatte Leugnung jedweder objektiven Sittlichkeit und die Leugnung aller Prinzipien der katholischen Moral. Dies ist eine Einladung an alle Menschen, zu tun, was auch immer sie wollen. Weil dies aus dem Munde jenes Mannes kommt, welcher allem Anschein nach der katholische Papst ist, müssen wir es als schieren Wahnsinn einstufen.”

    http://www.kreuz-net.at/index.php?id=303

  12. Albert Baer sagt:

    Erhellend auch die ersten Zeilen dieses wirklichen Katholiken:

    “Die Katholiken, welche ein echtes Gespür für ihren Glauben bewahrt haben, sind von den Worten und Taten des Mannes empört, welcher derzeit auf dem Stuhl Petri sitzt. Beinahe möchte man fragen, ob er an diese Stelle gehievt worden ist, um vollends zu zerstören, was von der katholischen Kirche noch übriggeblieben ist. So wie ein echtes Kind des Zweiten Vatikanischen Konzils wendet auch er von Gott sich ab und zum Menschen hin.”

    “…wendet auch er von Gott sich ab und zum Menschen hin.”

    Das ist die Einstellung von allen Fundamentalisten: Die Menschen bedeuten ihnen nichts. Gottverehrung und Menschenverachtung. Einen solchen Giftcocktail kann nur der menschliche Geist mixen.

  13. Albert Baer sagt:

    “Gottverehrung und Menschenverachtung.”

    Oder eher

    Kirchen/Religionsverehrung und Menschenverachtung.

  14. Ueli sagt:

    @Albert Baer
    “Jeder Mensch hat seine EIGENE Vorstellung von gut und böse und muss wählen, dem Guten zu folgen und das Böse zu bekämpfen, so wie ER dies begreift.”
    Franziskus als Reinkarnation von Cesare Borgia oder dem Marquis de Sade – das wären doch mal eine Neuigkeit!
    Hier mal eine EIGENE Vorstellung von gut und böse – vorgetragen von Dorval, dem Paten einer respektablen Pariser Gang im Buch “Justine et Juliette” vom Marquis de Sade:
    “…nicht die Repressalien des Schwachen über den Starken sind wahrhaft in der Natur; sie sind im Geistigen, aber nicht im Körperlichen; um solche Repressalien anzuwenden, muss er Kräfte gebrauchen, die er nicht erhalten hat; er muss einen Charakter annehmen, der ihm keineswegs gegeben ist, in gewisser Weise der Natur Zwang antun. Aber was wahrhaft in den Gesetzen dieser weisen Mutter ist, das ist die Verletzung des Schwachen durch den Starken, weil, um zu diesem Verfahren zu kommen, er nur die Gaben benutzen muss, die er erhalten hat; er bekleidet sich nicht wie der Schwache mit einem anderen Charakter als dem eigenen; er setzt nur die Äusserungen dessen, den er von Natur erhalten hat, in Aktion. Alles was daraus resultiert, ist also natürlich: seine Unterdrückung, seine Gewalttaten, seine Grausamkeiten, seine Tyranneien, seine Ungerechtigkeiten … sind rein wie die Hand, die sie ihm aufprägte; und wenn er von all seinen Rechten Gebrauch macht, um den Schwachen zu unterdrücken und zu berauben, begeht er nur die natürlichste Sache der Welt … Wir sollten also niemals Skrupel über das haben, was wir dem Schwachen nehmen können, denn nicht wir begehen das Verbrechen, dieses wird vielmehr durch die Verteidigung oder Rache des Schwachen charakterisiert.”
    (Marquis de Sade, Justine et Juliette)

  15. Albert Baer sagt:

    @Ueli

    Franziskus spricht hier m.E. dem individuellen Menschen die Fähigkeit zu ethischen Überlegungen und ethischen Handlungen zu.
    Religionen glauben ja, dass Menschen keine Ethik “haben”, darum brauchen Menschen ein göttliches Moralsystem, dass die zu befolgen haben.

    Wenn man aber selber überlegt was gut und schlecht ist, kann man durchaus zum Schluss kommen, dass der Starke über den Schwächeren herrschen soll. Entscheidend ist für mich bei der Ethik das ehrliche Motiv, also das ehrliche Bemühen gut sein zu wollen und dass man sich selber nicht in in die eigene Tasche lügt und eine ethische Rechtfertigung für unethisches Verhalten sucht.

    Wenn also dieser Dorval aus ehrlichen ethischen Überlegungen und nicht aus opportunistischen Gründen zu dieser seiner Ethik kommt, dann ist das m.E. Ethik.

  16. Ueli sagt:

    @Albert Baer
    “Wenn also dieser Dorval aus ehrlichen ethischen Überlegungen und nicht aus opportunistischen Gründen zu dieser seiner Ethik kommt, dann ist das m.E. Ethik.”
    Interessanterweise argumentieren Sie hier mit der gleichen Logik wie Dorval, der den Schwachen ja gerade vorwirft, dass sie aus blankem Opportunismus / Egoismus – die “natürliche Ordnung” auf den Kopf stellen wollten, indem sie die Herrschaft und mit ihr alle Verbrechen, die in ihrem Namen verübt werden – nicht einfach akzeptieren, sondern sich sogar noch dagegen wehren.

  17. Albert Baer sagt:

    @Ueli

    “Interessanterweise argumentieren Sie hier mit der gleichen Logik wie Dorval,…”

    Inwiefern ist das interessant?

    Der allfällige Opportunismus der anderen darf für die Ethik des Dorval keine Rolle spielen. Die Tatsache, dass Dorval aber anscheinend seine Ethik aus dem Verhalten anderer ableitet (weil die das tun, muss ich jenes tun) spricht dafür, dass seine Ethik nicht ehrlich ist.
    Für seine Ethik muss man schon selber die Verantwortung übernehmen und kann nicht auf andere verweisen.

    Ich würde sagen Dorvas ist ein ethischer Schlappschwanz.

  18. Ueli sagt:

    @Albert Baer
    “Religionen glauben ja, dass Menschen KEINE “Ethik” haben, darum brauchen Menschen ein göttliches Moralsystem, dass die zu befolgen haben.” Nicht ganz – es fehlt noch eine kleine entscheidende Zutat: Der Mensch muss über einen freien Willen verfügen und jederzeit sich bewusst machen können – was er mit dieser oder jener Tat anrichtet. Ist diese Voraussetzung nicht von Geburt an gegeben – wäre das Befolgen oder Nichtbefolgen der 10 Gebote eine reine Lotterie.

  19. Albert Baer sagt:

    @Ueli

    “Nicht ganz – es fehlt noch eine kleine entscheidende Zutat: Der Mensch muss über einen freien Willen verfügen und jederzeit sich bewusst machen können – was er mit dieser oder jener Tat anrichtet.”

    Das ist eben der Widerspruch der Religionen:

    “Entscheide dich frei… aber gefälligst für das Richtige.”

    Dem sagt man in der Psychologie “Double Bind”. Ein möglicher Grund für schizophrene Erkrankungen.

    de.wikipedia.org/wiki/Doppelbindungstheorie

  20. heidi reiff sagt:

    Ich habe viele Erfahrungen gemacht in Gruppentherapien als Laiin, ein Mann erzählte offen, dass er, wenn er ein sog. böser ungattiger Bub war,er selbst die Rute holen musste für seinen Vater, der ihm dann den A…… versohlte, da hat sich sein Vater hübsch aus der Schlinge gezogen, als Kids sind wir ja diesen mech anismen hilflos ausgeliefert. Ich halte längst nichts mehr von abrahamittischen Indoktrinationsideeologien, wer sein Kind liebt, züchtigt es, ich weiss ich wiederhole mich, als erwachsene Menschen haben wir ja die Möglichkeit, solche destruktiven Muster nicht weiter zu geben , ich bin schon lange nichtmehr autoritätsgläubig, auch ein Weg …………

  21. Ueli sagt:

    @Albert Baer
    “Inwiefern ist das interessant?”
    Weil man ein Argument nicht mit einem Gegenargument entkräften kann, welches einfach nur die Akteure austauscht – aber ansonsten genau die gleiche Argumentationsschiene fährt. Das wäre in etwa so – wie wenn ein Staat die Todesstrafe für einen Mörder ausspricht und als Begründung die “pure Lust am Töten” nennt.

  22. Albert Baer sagt:

    @Ueli

    “Weil man ein Argument nicht mit einem Gegenargument entkräften kann, welches einfach nur die Akteure austauscht – aber ansonsten genau die gleiche Argumentationsschiene fährt.”

    Ich komme nicht nach. Beziehen Sie das jetzt auf mich oder auf Dorval oder auf die Aussage der Schwachen?

    PS:
    Wenn ein “Schwacher” eine “Pro-Schwache/Contra-Starke”-Ethik hat, einfach weil er selber schwach ist, ist das natürlich auch opportunistisch und hat nichts mit Ethik zu tun.

  23. Ueli sagt:

    @Albert Baer
    “Entscheide dich frei…aber gefälligst für das Richtige.”
    Naja man lässts ja offen – wie oft man sich Versündigen darf – bis es dann eines Tages heisst: One Way ticket to hell – my friend.
    Gewisse furchtsame Christen wollen ja heute nicht einmal mehr was von Hölle und Fegefeuer wissen. Andere eher Hardcore gesinnte – behaupten dann wiederum, dass wir uns als Seele schon vor der Geburt für das eine oder eben das andere entschieden haben. Eine weitere Möglichkeit ist – dass wir uns schon in der Hölle (unser Planet!) befinden und Satan der eigentliche Herrscher der Materie ist – während Gott wiederum Satan als Staatsanwalt uns quasi auf den Hals hetzt – sodass wir ihm unsere Unschuld beweisen dürfen. Auch eine Variante –

  24. Ueli sagt:

    @Albert Baer
    “Wenn ein “Schwacher” eine “Pro-Schwache/Contra-Starke”-Ethik hat, einfach weil er selber schwach ist, ist das natürlich auch opportunistisch und hat nichts mit Ethik zu tun.” Naja – dann müssten sie aber ziemlich in Konflikt mit so ziemlich jedem Monotheismus kommen – da z.B. im Neuen Testament (die Juden sind da vielleicht noch am wenigsten betroffen) die Armen im Geiste, die Bettler, Verkrüppelten, Prostituierten und Ausgestossenen – als diejenigen bezeichnet werden, welche quasi einen Startvorteil gegenüber den Mächtigen und Herrschenden haben – wenns um die Plätze im Himmelreich geht. “Die letzten werden die ersten sein!” –

  25. Albert Baer sagt:

    @Ueli

    “Auch eine Variante -”

    Diese unendlichen Varianten sind wohl das eigentliche Kreuz des Menschen. Er hat mehr Hirnleistung zur Verfügung als er fürs Überleben braucht. Also rechnet dieser unterbeschäftigte Rechner die ganze Zeit und rechnet und rechnet bis im selber schwindelig wird.

  26. Ueli sagt:

    @Albert Baer
    Unser Hirn “rechnet” nicht Herr Baer – aber der Mensch kann im Gegensatz zum Tier, Lust an Vivisektion und Selbstquälerei finden (das Ausmalen der Höllenstrafen ist eine Variante). Der Zwang zu Grausamkeit und Destruktion entspringt wiederum aus organischer Verdrängung der Nähe zum Körper, ähnlich wie nach Freuds genialer Ahnung der Ekel entsprang, als mit dem aufrechten Gang, mit der Entfernung von der Erde, der Geruchssinn, der das männliche Tier zum menstruierenden Weibchen zog, organischer Verdrängung anheimfiel. In der abendländischen, wahrscheinlich in jeder Zivilisation ist das Körperliche tabuiert, Gegenstand von Anziehung und Widerwillen. Die Hassliebe gegen den Körper färbt alle neuere Kultur. Der Körper wird als Unterlegenes, Versklavtes noch einmal verhöhnt und gestossen und zugleich als das Verbotene, Verdinglichte, Entfremdete begehrt. Erst Kultur kenn den Körper als Ding, das man besitzen kann, erst in ihr hat er sich vom Geist, dem Inbegriff der Macht und des Kommandos, als der Gegenstand, das tote Ding, “corpus”, unterschieden.

  27. Albert Baer sagt:

    @Ueli

    Diese Trennung von Geist und Körper hat sich mit Damasio (“Descartes Irrtum”) ja als Illusion herausgestellt.

    Buchempfehlung:
    “Das Gehirn ist nicht einsam”; Resonanzen zwischen Gehirn, Leib und Umwelt; Hans Jürgen Scheurle.

  28. Ueli sagt:

    @Albert Baer
    Danke für die Buchempfehlung. Schon absurd, dass sich unser Hirnchen nach ein paar Jahrtausenden Kultur wieder an die simple Tatsache erinnern musste, dass es unter dem Kopf noch weitergeht. Oder frei nach Nietzsche: Ohne den Verdauungstrakt könnten die Menschen fast auf die Idee kommen, dass sie Götter seien. Cogito ergo “dumm”.

  29. heidi reiff sagt:

    die 10 Gebote aus der Bibel kenne ich auswendig, CVP heisst christliche Volkspartei, wie diese Partei das Sagen hat , ich mach einfach nicht mehr mit in diesem Heuchelverein, , Religion ist Opium für das Volk, ich küsse keine goldpokale, glaube längst nicht mehr an das Märchen Dornröschen und Schneewittchen heisse auch nicht Rapunzel. Punkt, Heisse auch nicht Juila aus dem Szenario von shekspear, bekannt ist ja das Szenario von Goethes Faust , das Gretchen hat glaub immer gesagt. – Heinrich mir graut vor dir, der idealisierte Jean Gabin hat die BB in die Schranken gestellt, und der liebe Meisterspuker Klaus Kinski , der seine Tochter jahrelang gequält hat bekommt jetzt einen Oscar inkl. Alain Delon,

  30. Albert Baer sagt:

    @Ueli

    “dass sich unser Hirnchen nach ein paar Jahrtausenden Kultur wieder an die simple Tatsache erinnern musste, dass es unter dem Kopf noch weitergeht.”

    Kein Wunder, dass vor allem Männer dieser IIlusion erlagen/erliegen: physische Stärke, keine Mens, keine Schwangerschaft. Da kann man schon auf die Idee kommen, dass man nur aus Geist und Wille besteht.

  31. Richard sagt:

    Im gegenwärtigen Zeitalter ist es den Menschen weitgehend freigestellt an was oder wen sie glauben wollen. Die Folgen ihres Glaubens oder Aberglaubens dürfen oder müssen sie allerdings selber tragen. Davon lesen wir täglich in den Zeitungen. – 1.Mose 1: „Im Anfang schuf Gott die Himmel und die Erde”. Dann redete dieser eine Gott über Jah tausende zu einzelnen Menschen, besonders aber zum Volke Israel. „Nachdem Gott vielfältig und auf vielerlei Weise ehemals zu den Vätern geredet hat in den Propheten[a], a) Jer 7,25; 2Petr 3,2 / 2 – hat er am Ende dieser Tage zu uns geredet im Sohn, den er zum Erben aller Dinge eingesetzt hat, durch den er auch die Welten gemacht hat (Hebr 1.1) – Apg 17.30 Nachdem nun Gott die Zeiten der Unwissenheit übersehen hat, gebietet er jetzt den Menschen, daß sie alle überall Buße tun sollen 31 weil er einen Tag festgesetzt hat, an dem er den Erdkreis richten wird in Gerechtigkeit durch einen Mann, den er bestimmt hat, und er hat allen dadurch den Beweis gegeben, daß er ihn auferweckt hat aus den Toten.

  32. wolkeU1_hs sagt:

    hier gehts zum wolkeninhalt: h ttp://ubuntuone.com/0WYfPR20YIb48zSfpBbNUb

  33. Albert Baer sagt:

    Ein letzter Versuch an diesem ersten Tag zur Illegitimität von Gottesbehauptungen (=Religionen) und für den Bann dieser Behauptung:

    Gott kann man als die Antwort auf das und den Grund des letzten WARUMS betrachten.
    Es ist der letzte Grund warum es mich und alles andere gibt. Er ist MEIN Grund.

    Ist es da legitim, wenn andere behaupten sie wüssten etwas über diesen meinen Grund oder sprächen sogar im Namen dieses meinen Grundes?

    Ich halte das als eine grobe Einmischung in die Person und eine Verletzung seiner persönlichen Integrität.

  34. Albert Baer sagt:

    Doch noch ein Nachtrag:

    Das Wort “Gottesbehauptungen” von meinem Post von 9:00 möchte ich ersetzen durch “überindividuelle Gottesvereinnahmungen”. Das trifft den Charakter von Religionen m.E. besser.

  35. Ueli sagt:

    @Albert Baer
    Ihre immer wieder gewälzte Frage ob es denn “legitim” sei, dass irgendjemand seinen Gott als den universalen Gott betrachten darf und damit auch insgeheim ihre Wenigkeit mit dieser Gottheit beglückt wird – erinnert an die Hartnäckigkeit von Fundis, welche immer wieder die gleichen “falschen” Fragen ihren Mitmenschen unter die Nase reiben. Vielleicht sind Sie überhaupt nicht so “religionsuntauglich”?

  36. Albert Baer sagt:

    @Ueli

    “welche immer wieder die gleichen “falschen” Fragen ihren Mitmenschen unter die Nase reiben.”

    Dabei haben mir meine Lehrer beigebracht, dass es keine falschen Fragen gibt.

    Finde Sie es denn legitim, wenn ein Mensch, ein Buch, eine Gruppe von Menschen sagt, dass ausgerechnet sie meinen Urgrund (=Gott) kennen?
    Ich finde das eine illegitimer Übergriff in mein Sein.

  37. Nada sagt:

    @Albert Baer

    Ich halte das als eine grobe Einmischung in die Person und eine Verletzung seiner persönlichen Integrität.

    ??? Eine Verletzung der persönlichen Integrität ???

    Persönliche Integrität ist die fortwährend aufrechterhaltene Übereinstimmung des persönlichen Wertesystems mit dem eigenen Handeln. Grundlage des Wertesystems ist eine religiöse, politische oder humanistisch begründete Ethik. Ein integerer Mensch lebt in dem Bewusstsein, dass sich seine persönlichen Überzeugungen, Maßstäbe und Wertvorstellungen in seinem Verhalten ausdrücken. Persönliche Integrität ist als Treue zu sich selbst umschrieben worden. Das Gegenteil von integer ist korrumpierbar, also sich in seinem Verhalten nicht von inneren Werten und Prinzipien, sondern von äußeren Drohungen und Verlockungen leiten zu lassen. (wiki)

    Ich finde das eine illegitimer Übergriff in mein Sein.

    “Sein” im Sinne von “Existenz”? Die von Ihnen beanstandeten Behauptungen greifen doch nicht in Ihre Existenz ein, sondern in Ihre Befindlichkeit. Auf persönliche Empfindlichkeiten nehme ich im RL meist Rücksicht, aber individuelle persönliche Empfindlichkeiten sollten nicht gesetzlich geschützt werden (dies gilt insbesondere auch für religiöse Gefühle).

  38. Albert Baer sagt:

    @nada

    Ja!
    Wikipedia bitte weiterlesen:

    “Der Begriff findet Verwendung vor allem dann, wenn darauf hingewiesen werden soll, dass die Persönlichkeit eines Menschen, seine Ganzheit und Unversehrtheit ein zerbrechliches Gut sei und gegen Angriffe von außen geschützt werden müsse.”

    Wenn ein AUSSEN von mir sagt, er wisse was ich bin (ein Geschöpf eines bestimmen Gottes) dann ist das eine Einmischung in meine Essenz, ausser die Aussage kommt vom tatsächlichen Schöpfer.

    “Die von Ihnen beanstandeten Behauptungen greifen doch nicht in Ihre Existenz ein, sondern in Ihre Befindlichkeit.”

    Auch wenn mir die Behauptungen total egal wären, greifen sie faktisch in meine Existenz ein.

    Die Firma Audi darf auch nicht behaupten/werben, sie hätte die Menschen geschaffen. Wieso sollten das die Religionen von ihren Göttern behaupten dürfen?

  39. Albert Baer sagt:

    @Nada

    Schlussendlich machen Religionen mit ihren Behauptungen nichts anderes wie jene Menschen, die anderen Menschen sagen, sie wüssten mehr über deren Inneres als sie selber: Sie wüsste wer jene eigentlich seien, was jene eigentlich fühlten etc.

    Das alles ist eine fundamentale Verletzung der persönlichen Integrität seitens der “Behaupter”.

  40. Carl Dal Pund sagt:

    Das Recht auf Wohlbefinden des Buergers steht in wirklch saekularen Rechtsstaaten nicht zur Disposition. Weder der Despotien von Religions- noch von Versicherungsgaengstern, noch von anderen Missbrauchern ihrer vom Staat tolerierten oder gar offizell bis hin zu theokratischem Schwulst in der Verfassung von seinem Monopol abgespaltenen strukturellen Gewalt…..

  41. Albert Baer sagt:

    Aufgeschnappt:
    “Neu geschätzt: 22% der sonnenähnlichen Sterne haben einen potentiell lebensfreundlichen Planeten.”

    Angenommen wir haben in ein paar 100 Jahren Kontakt mit anderen Formen intelligenten Lebens, mit denen wir sogar über so etwas wie Gott diskutieren könnten?

    Müsste man dann die Religionsfreiheit galaxieweit einführen und z.B. von den Xyntapeten auf Xyntapien fordern dürfte, dass man auch bei ihnen von Jesus oder Allah oder welchem Gott der Menschen auch immer erzählen darf und sagen darf, dass der auch ihr Gott sei… und umgekehrt?

  42. Carl Dal Pund sagt:

    Anstatt sich nicht nur um globale, sondern gar auch interplanetare Theokratieprobleme zu sorgen, sollten zuerst die Augiasstaelle im eigenen Hinterhof ausgemistet, und die Theokratien mit Abschminken der hoheitlichen Rechte und Trockenlegung der Subventionssuempfe auf ein sozial ertraeglicheres Mass gestutzt werden….

  43. Ueli sagt:

    @Albert Baer
    “22% der sonnenähnlichen Sterne…”
    Ja – nur gehe man einfach mal von der nicht allzu unplausiblen Hypothese aus, dass diese potentiell intelligenten Lebewesen, welche sich in ein Raumschiff setzen könnten und über eine Technologie verfügten, welche mit der gleichen “Chemie und Physik” fertig werden müsste wie die von uns gehandhabte – etwa ein paar tausend oder gar Millionen Jahre unterwegs wären um uns zu erreichen. Das “profane” Phänomen namens “Tod” wäre überwunden – und somit “Götterstatus” erreicht. Was könnten wir in den Augen von solchen Wesen darstellen – sicherlich nicht philosophische Gesprächspartner. Wir Menschen haben ja nicht einmal allzu viel “Respekt” vor unseren ähnlich konstruierten / sterblichen – nicht allzu fernen Artverwandten – den anderen Säugetieren. Wie weit müsste dieser “Respekt” gegenüber uns gesunken sein – in den Augen von potentiell unsterblichen Wesen. Unendlich.

  44. Ueli sagt:

    @Albert Baer
    Andererseits muss man sich einfach mal den Schrecken von “potentieller Unsterblichkeit” ausmalen. Als unsterbliches Wesen kann so ziemlich gar nichts mehr “Sinn” machen. Solche Worte, Gefühle, Phänomene, Tatsachen wie zum Beispiel: “Liebe”, “Aufopferung”, “Ziele”, “Leiden”, “Neuorientierung”, “Reue”, “Wut”, “Trauer”, “Glück”, “Verlust”, “Glaube”, “Hoffnung”, “Gegenwart”, “Vergangenheit”, “Zukunft” – überhaupt alles was uns als Menschen eben zu Menschen macht – hat im Grunde mit unserer Sterblichkeit und unserem Bewusstsein dieser Sterblichkeit zu tun. Deswegen ist ja auch der “gekreuzigte Gott” – trotz aller “Befremdung” – ein so starkes Symbol für Menschen.

  45. wolkeU1_hs sagt:

    hier gehts zum: wolkentest .
    h ttp://ubuntuone.com/0WYfPR20YIb48zSfpBbNUb

  46. Albert Baer sagt:

    Gott gehört in die Zuständigkeit jedes einzelnen Menschen und nicht in die Zuständigkeit von Religionen.
    Religionen verletzen mit ihren Anmassungen/Vereinnahmungen dieses Menschenrecht.

  47. wolkeU1_hs sagt:

    hier gibts ausgewählte verse aus hugos stammbibel (ausgabe newsnetz-blog).

    feelx x Kosmos – beim Schattenboxen! siehe:
    ht tp://ubuntuone.com/7HwGMy6SDkiYciAomSAyXs

  48. wolkeU1_hs sagt:

    übung – rechte links zu setzen:
    zu finden bei: http://www.ubuntuone.com/0WYfPR20YIb48zSfpBbNUb