Ein Übungsmanöver mit 749 Toten?

Amerikaner während einer Übung an der Küste von Slapton Sands im Mai 1944. Foto: Getty Images

Der Küstenstreifen Slapton Sands in der südwestenglischen Grafschaft Devon ist heute ein Paradies. An den weiten Sandstrand haben sich ein paar wetterfeste Camper verirrt – ansonsten Natur pur. Vor 75 Jahren, in der Nacht vom 27. auf den 28. April 1944 war hier jedoch die Hölle los: US-amerikanische Landungsboote übten die Invasion unter dem Codenamen «Operation Tiger» auf den von Hitler-Deutschland besetzten Kontinent. Die Schiffe sollten möglichst viele Soldaten in möglichst kurzer Zeit an der Küste absetzen. Sie gerieten dabei ins Feuer.

Eine Patrouille deutscher Schnellboote im Kanal störte das Manöver überraschend und begann zu schiessen. Was für die Amerikaner eine harmlose Übung hätte sein sollen, wurde damit unvermittelt zu blutigem Ernst – mit einer heillosen Verwirrung. Die orientierungslosen US-Soldaten nahmen sich gegenseitig ins Visier. Die Opfer gerieten in eine Art von Fegefeuer unter dem absurden Begriff Friendly Fire – mit 749 Toten. Der schlechte Ausbildungsstand der blutjungen amerikanischen Soldaten trug zu dieser hohen Opferzahl bei. So bekundeten angeblich viele Mühe damit, sich auf den sinkenden Schiffen Schwimmwesten überzuziehen.

Erst 40 Jahre später kam die missglückte Übung ans Licht

Da die missglückte Übung während Jahrzehnten geheim geblieben war, durften nicht einmal die Angehörigen der Opfer wissen, was mit ihren verschollenen Söhnen genau geschehen war. Erst in den 80er-Jahren kam die Sache ans Licht, nachdem der heute verstorbene Hobbyforscher Ken Small in den Slapton Sands immer wieder Spuren von Soldaten gefunden hatte, etwa verrostete Patronen oder Reste von Uniformen.

Small begann in der Umgebung zu recherchieren und stiess auf die Geschichte. Dabei konnte er sich unter betagten Einheimischen nur auf das Hörensagen stützen, denn die Gegend war im Zweiten Weltkrieg für Zivilisten gesperrt. Und alle direkt Beteiligten unterstanden einer militärischen Schweigepflicht.

Am Anfang des Desasters stand die Konferenz von Casablanca im Januar 1943. Hier beschlossen US-Präsident Franklin D. Roosevelt, der britische Premierminister Winston Churchill und der französische Exil-General Charles de Gaulle die Invasion in das von Nazideutschland besetzte Europa. Sie handelten auf Drängen ihres Verbündeten Josef Stalin, der auf eine Westfront gegen Deutschland pochte, um seine Truppen im Osten zu entlasten.

Tödliche Ignoranz und ein nichts ahnender Sieger

Die Alliierten waren sich ihrer Sache in Slapton Sands ein gutes Jahr später so sicher, dass sie in jener verhängnisvollen Nacht erste Meldungen vom Desaster ignorierten. Der englische Royal-Air-Force-Jagdpilot Pete Nevill erinnerte sich Jahre später im persönlichen Gespräch, wie er bei seinem zufälligen Überflug das Gefecht meldete. Seine Kommandostelle auf dem Stützpunkt beruhigte ihn: «Das kann nicht sein, die üben nur.»

US-Admiral Don P. Moon kommandierte in jenem Frühjahr 1944 die militärischen Einsätze, die den Erfolg der Invasion vom 6. Juni in der Normandie sichern sollten – nach einem einstudierten Muster. Die Seeleute brachten ihre Landungsboote vor der englischen Südküste in Stellung. Von dort schossen die Soldaten auf ihren imaginären deutschen Feind und stürmten die Küste – alles mit scharfer Munition.

Die misslungene Landeübung hätte für die Alliierten noch schlimmer ausgehen können, falls die Deutschen Gefangene gemacht hätten. Denn dann wären sie über die bevorstehende Invasion informiert worden. Doch die Besatzungen der deutschen Patrouillenboote realisierten nicht, welch grossen Schaden sie unter den Amerikanern angerichtet hatten. Sie zogen sich nichts ahnend nach Cherbourg an der französischen Küste zurück.

51 Kommentare zu «Ein Übungsmanöver mit 749 Toten?»

  • Wilfried Schuler sagt:

    @Alex Elsener
    Interessanter Hinweis. Werde prüfen ob es dieses Buch noch gibt. Es gab nämlich Fälle in denen solche Bücher von der CIA zu 99% aus den Läden gekauft wurden.
    Beispiel: I.F. Stone „The hidden history of the Korean War“ Davon gibt es eine pdf Dateim Internet. Hochinteressant.

  • gabi sagt:

    Äusserst überrascht war ich beim Lesen des Artikels über den letzten Abschnitt: Dass es für die Alliierten schlimmer hätte ausgehen können, wenn die Deutschen Gefangene gemacht hätten, weil die dann die Invasionspläne hätten verraten können.

    Ich kann nur staunen. Das ist doch völlig absurd und wirft Fragen zum tatsächlichen Wissen des Autors auf:

    Die Deutschen haben aller-allerspätestens ab Frühjahr ´43 (post Stalingrad) mit einer Invasion gerechnet. Genau darum sind die Küsten befestigt und Rommel als erfahrener Truppenführer hin gestellt worden.

    Was genau hätten Gefangene von Slapton Sands also der obersten Heeresleitung Neues berichten können?

    Oder glaubt der Auto etwa im Ernst, die beteiligten Truppen wären über genauen Ort und Zeit des D-Day informiert worden???

  • Thomas Tschopp sagt:

    Ich bin bis zum Titel gekommen. „Übungsmanöver“, das hat mir schon gereicht. Wenn der Autor nicht einmal weiss, dass „Manöver“ selbst Übung bedeutet kann man den Rest eh rauchen.

  • Wilhelm Konrad sagt:

    Wo liegt Nazideutschland ?

    Ich habe das Land mühsam auf allen mir zugänglichen Atlanten gesucht und das Land
    Nazideutschland
    nicht gefunden.

    Vielleicht helfen Sie mir weiter …

    • Bruno Heuberger sagt:

      …Vielleicht haben sie gefehlt oder hatten einen Fensterplatz im Geschichtsunterricht – nachholen wäre angesagt…

      • Georg sagt:

        Herr Konrad hat recht: Den geografischen Begriff oder den Länderbegriff Nazideutschland gibt es nicht. Das hat Deutsches Reich geheissen. Kein Grund also, ihm Nachholen zu empfehlen.

    • Daniela Hafter sagt:

      Es handelt sich um Deutschland. Aus welchen Gründen auch immer, sprechen die deutschen Medien von Nazideutschland, als ob sie damit nichts zu tun hätten. Anders bei Russland, wo nie von Kommunisten Russland die rede ist.

  • Jürg Brechbühl sagt:

    Ein kurzer Blick in die wikipedia zu „exercise tiger“ zeigt:
    749 Amerikaner und Briten wurden am 28. April auf den drei von den deutschen Schnellbooten getöteten Landungsschiffen getötet.
    Am Tag zuvor wurden bis 450 Soldaten getötet, weil ein Teil der Landungsschiffe eine Stunde zu früh ausluden und von der eigenen Schiffsartillerei „übungshalber“ beschossen wurden.
    Na ja, wir leben in Zeiten von uncle google und auntie wikipedia. Da ist es dann ein einfaches fake news zu entlarven. Wen wundert es, dass die Qualitätspresse dermassen rasch an Vertrauen verliert?

    • Cédric Ruckstuhl sagt:

      Ha, so etwas. Das heisst, es starben noch weit mehr, und zudem nicht von den Deutschen, sondern von den eigenen Leuten getötet. Ja, das hätte wirklich auch im Artikel stehen müssen. Anscheinend geht die Vertuschung des Versagens bis heute weiter.

    • Pjotr Müller sagt:

      Soso: „auf den drei von den deutschen Schnellbooten getöteten Landungsschiffen …“
      Ja, das hat im Artikel wirklich gefehlt!

    • Anton Paschke sagt:

      Also Herr Brechbühl, mit Wikipedia bin ich vorsichtig, da findet man immer wieder Irrtümer. Nur wird es dann schwierig das Gegenteil zu beweisen.

    • Heidi Herrmann sagt:

      Ein „kurzer Blick“ in Wikipedia und damit einen Artikel und generell die gesamte Presse als fake news entlarven? Hmmmm…

  • Reinhold Messerschmitt sagt:

    Bewunderung, dass solche Recherchen stattfinden und veröffentlicht werden. Ein ehemaliger Kriegsberichterstatterger der Frw.Strm.Brig. Langemarck, Vlaams an het Oostfront, hat im Alter von 90 Jahren, nach dem Zusammenbruch der UdSSR in den freigegebenen Archiven Moskaus erstaunliches herausgefunden, das er aus prikären Gründer nur den ehemaligen Soldaten preisgab. Aus Angst vor Gegenmaßnahmen. Was die Europäer z. T. nicht wissen. Der Befehl Stalins lautete: den Westen überrennen und zur Kolchose zu machen. Der Startpunkt verzögerte sich, weil Stalin viele seiner eigene Offiziere hinrichten liess. Hitler kam mit seinem Angriff deshalb zuvor, was vermutlich den Westen Europas vor Schlimmeren bewahrte.

    • Stefan Egger sagt:

      Ja klar, was könnte auch schlimmer als der Holocaust sein? Mit dieser Argumentation versuchten schon die Nazis ihre Verbrechen zu rechtfertigen. Behalten Sie doch ihren Geschichtsrelativismus lieber für sich.

      • Lukas Anstutz sagt:

        Stefan Egger, googlen sie Holodomor, da haben sie ihre Antwort

      • Cédric Ruckstuhl sagt:

        @Anstutz
        Homomor? was soll das sein, noch nie gehört.

      • gabi sagt:

        Ich empfinde es als einen schrecklichen „verkehrten Relativismus“ jeden Hinweis auf irgend ein anderes Massenverbrechen abzutun, weil dies angeblich die Verbrechen der Nazis verharmlose.

        Das ist doch einfach nur absurd.

        Und auf eine ganz, ganz wirre, beklemmende Art und Weise eine Huldigung an Adolf Hitler: „Unseren Führer übertrifft keiner!“

    • Cédric Ruckstuhl sagt:

      @Reinhold Messerschmitt
      Es gibt viele Verschwörungstheorien, mit welchen Alt- und Neonazis bis heute die Verbrechen Deutschlands zu relativieren versuchen.
      Einige weitere der unbeholfenen Relativierungsversuche sind:
      – „Davon wussten wir doch gar nichts“
      – „Die Wehrmacht tat nur ihre Pflicht“
      – „Wir haben nur Befehle ausgeführt“
      – „Wir haben die europäische Zivilisation verteidigt“
      – usw.

    • Yolanda Hecht sagt:

      Wer oder was ist das jetzt? Einer der ehemaligen Soldaten (ca. 100 Jahre alt), dem das Geheimnis über Stalins Pläne preisgeben wurde und „die Europäer“ aufklärt oder ein Bot/Troll, der kein Deutsch kann (Kriegsberichterstatterger, aus prikären Gründer), nicht weiss, was eine Kolchose ist und Vlaams an het Ostfront für einen Namen hält? Und auch andere Dinge nicht so genau nimmt: z.B. 6. SS-Freiwilligen-Sturmbrigade Langemark.

    • Anton Paschke sagt:

      Herr Messerschmitt, das behauptete schon mein Vater, der in der 6. Armee mitmarschierte. Auffallend die vielen russischen Panzer in Werkstätten, keiner einsatzfähig.
      Ich bin zu anderer Ansicht gekommen. Googeln Sie mal „Warum wurde Marschal Blücher erschossen?“. Die Russen hatten schlechte Erinnerungen an Cukushima (nicht Fukushima) und Port Arthur. Die Transibirische Eisenbahn hatte nur ein Geleise. Stalin verlegte alle funktionsfähigen T34 nach Fernost und Göhring konnte der Gelegenheit nicht wiederstehen. Ohne auch nur zu versuchen das einzige Geleise irgendwo zu sprengen.

      • Anton Paschke sagt:

        Uebrigens, der bekannte Herr Köppel von der SVP hat sich auch geäussert, dass der Ueberfall Deutschlands auf die Sowjetunion keine sorgfältig durchdachte Aktion war. In der Folge sind alle über Köppel hergefallen.

  • Werner Graf sagt:

    40 Jahre Geheimhaltung. Für was?
    Ah ja, um sich aus der Verantwortung zu stehlen.

  • Anton Paschke sagt:

    > Denn dann wären sie über die bevorstehende Invasion informiert worden.
    Erwin Rommel ist sicher selbst auf die Idee gekommen. Der Erfolg Rommels 1942 in Nordafrika beruhte darauf, dass er das OKH falsch informierte und so zusätzliche schwere Panzer bekam. 1944 gab es keine Reserve mehr, nur grosse Klappe. Nach der Invasion der Normandie nahm Rommel die Einladung zum Selbstmord an, so dass seine Familie von der Gestapo nicht verfolgt wurde.

  • Oliver Keller sagt:

    Ich habe diesen Strand vor vielen Jahren auch besucht. Was hier nicht ganz klar hervorgehoben wird, ist die Tatsache, dass 2 LST von den Deutschen versenkt wurden, dabei gab es die meisten Opfer. Vorher beschoss die Royal Navy die Strände, wusste aber nicht, dass die Landungsoperation um eine Stunde verschoben wurde. Der Befehlshaber der Amerikaner während der Operation Tiger, Don Moon, verübte im August 1944 Suizid.

  • Anton Schneider sagt:

    Nehme nur ich überhebliche und verfehlte Schadenfreude in diesem traurigen Beitrag wahr?

    • Vadim Koslov sagt:

      Es waren Amerikaner
      ..also böse, blutrünstige imperialisten welche friedliebende Länder „destabilisieren“ wollten.

      Aa nein, das wurden Sie ja erst ein Jahr später nachdem Europa befreit war

    • tigercat sagt:

      Ihre Frage lässt sich von jedem Menschen, der es schätzt im von den Alliierten befreiten Europa zu leben, ganz einfach beantworten: DEFINITIV JA!

      • Cédric Ruckstuhl sagt:

        @Tigercat
        Das dürften nicht allzu viele gewesen sein. Denken Sie an die hunderttausende von vergewaltigten Französinnen. An die Luftangriffe auf deutsche Städte mit Millionen Toten. An das Wüten der Briten in Süditalien, allein bei der Zerstörung der Abtei Cassino gingen unermessliche Kulturschätze verloren.

      • gabi sagt:

        Jaja… Und der Aufstand auf dem Majdan war ein „faschistischer Putsch“.

        Wir erkennen die Melodie „Cédrick Ruckstuhl“.

      • Wilfried Schuler sagt:

        Der Aufstand auf dem Maidan.
        War das kein faschistischer Putsch? Ein Putsch von Leuten die die Schulden der Ukraine in 5 Jahren verdoppelt haben und den Lebenstandard der kleinen Leute halbiert.

  • Cédric Ruckstuhl sagt:

    Es überrascht nicht, dass es zu diesem Desaster kam und das Ganze danach vertuscht wurde. Den Amerikanern galt ein Menschenleben, inkl. die eigenen Soldaten, noch nie viel. Sie schickten blutjunge, kaum ausgebildete und schlecht bewaffnete Soldaten in die Schlachten, mit der Strategie, durch die blosse massive Überzahl zu siegen. Und wenn es schiefging, dann wurde alles geleugnet und vertuscht, denn die Army irrt sich prinzipiell nie.

    • Thomas Hartl sagt:

      Wenn sie den Krieg im Osten mit der Westfront vergleichen, dann werden sie zum Schluss kommen, dass das Leben sowjetischer und gegen Ende auch deutscher Soldaten ihren jeweiligen Vorgesetzten viel weniger Wert waren, als das bei den Amerikanern und Briten der Fall war. Das beweisen auch die Verlustzahlen. Am wenigsten galt das Leben vermutlich in der japanischen Armee.

      • Anton Paschke sagt:

        @Thomas Hartl. Was mir über die Amerikaner überliefert wurde: sobald auch nur ein Schuss fiel, zogen Sie sich zurück und warteten auf die Bomber. Sie verheizten eigene Soldaten nicht.

        Die Japaner eroberten Singapur. Um durch den Sumpf zu kommen schickten sie Soldaten vor, die dann auf den Schultern Bretter trugen und so als Brückenpfeiler dienten. Die Einheiten marschierten über die Brücke, am Schluss fand es keiner nötig die eingesunkenen Träger aus dem Sumpf zu ziehen. Das entspricht Ihrer Behauptung.

    • Cedric Ruckstuhl sagt:

      @Hartl
      Wie kommen Sie zu dieser Behauptung? Wir haben soeben gesehen, wie die USA ohne mit der Wimper zu zucken für eine Übung 800 Soldaten opferten. Und danach das Ganze auch noch zu vertuschen versuchten. Wahrscheinlich waren es die grossen Humanressourcen, welche die Army zu diesem sorglosen Umgang mit den eigenen Soldaten bewegte. Sie wusste, dass sie aus einem Reservoir von hunderten Millionen Amerikanern immer neue Soldaten rekrutieren konnte.

      • Thomas Hartl sagt:

        @Ruckstuhl: Übungen werden durchgeführt um Verluste im Ernstfall zu reduzieren, nicht weil das Leben dieser Männer wenig wert war. Zeichen für Geringschätzung von Menschenleben sind sinnlose Sturmangriffe ohne ausreichende Vorbereitung und Kapitulationsverbote in aussichtslosen Situationen. Das wurde von Japan, der Sowjetunion und Deutschland praktiziert, aber nicht von den Westallierten. Vergleichen sie dazu auch die Anzahl Kriegsopfer der verschiedenen Staaten.

      • Anton Paschke sagt:

        Kapitulationsverbote sind eine gute Idee und steigern die Moral. Nach 1938 sind viele junge Tschechen nach England gegangen um gegen Deutschland zu kämpfen. Die wurden dann in Lybien in Tobruk eingesetzt. Rommel, der Wüstenfuchs, hat Tobruk umgangen, nicht erobern wollen. Aber die Tschechen hätten heldenhaft gekämpft, es war ihnen klar, dass die Gestapo jeden Gefangenen erschiessen würde. Er war kein Engländer sondern ein Ueberläufer in englischer Uniform.
        Analog das Warschauer Ghetto. Die Aufständischen hatten kaum Waffen, aber die Gewissheit, dass sie so oder so nicht überleben werden. Sie haben eine Division SS aufgerieben.

      • Thomas Hartl sagt:

        @Anton Paschke: Was sie beschreiben sind keine Kapitulationsverbote durch Offiziere oder gar durch einem Führer, sondern der individuellen Beschluss von Kämpfern, bis zur letzten Patrone durchzuhalten. Das hat nichts zu tun, mit Hitlers Rückzugsverbot aus Stalingrad, oder Stalins Befehl Nr. 227 zu tun, die für den Tod von hunderttausenden von Männer verantwortlich waren. Westliche Demokratien konnten sich das gar nicht erlauben, weil hohe Verluste zu politischem Widerstand gegen den Krieg geführt hätte.

      • Cédric Ruckstuhl sagt:

        @Hartl
        Die Army schickte in schwierigen Situationen immer zuerst die aus Afroamerikanern bestehenden Einheiten vor. Desgleichen die Engländer, welche die indischen Regimenter vorschickten. Da haben Sie ihre menschenfreundlichen Heerführer aus den USA und England. Der grösste Zynismus ist, dass beide sich über den deutschen Rassismus empörten…

      • gabi sagt:

        “ Wir haben soeben gesehen, wie die USA ohne mit der Wimper zu zucken für eine Übung 800 Soldaten opferten.“

        Bitte versuchen Sie´s doch wenigstens etwas weniger plump. Auch Ihr Vorgesetzter in Olgino wird Ihnen dankbar sein.

        Dass die Amerikaner „für die Übung 800 Soldaten opferten“ (also vorher Bescheid gewusst hätten und diese Verluste bewusst in Kauf hätten nehmen müssen) steht da EBEN GERADE NICHT!

        Dass der kommandierende General Don P. Moon sich nach der Veröffentlichung der Opferzahlen noch im Jahre 1944 das Leben nahm, ist ja wohl kaum das Handeln eines Gewissenlosen.

        Ihre Beiträge sind vulgärstes Ami-Bashing, wie es exakt seit dem Beginn der Ukraineinvasion durch Russland 2014 auffällig gehäuft in Internet-Foren zu finden ist.

  • Margit sagt:

    Danke für diese Story. Mir tun die Soldaten und deren Familien leid, die lange nicht gewusst haben, was da passiert ist. Tja, die großen Herrscher, wie Stalin, Churchill etc haben so viele eigene Leute auf dem Gewissen. Es gibt noch mehr solche Stories…Gut, dass ihr den Mut habt und darüber schreibt. Wie ein Schriftsteller sagte: es gibt die Geschichte hinter der Geschichte….

    • Rolf Rothacher sagt:

      Angesichts von mehr als 11’000’000 toter Soldaten im WWII sind 800 Tote nun wirklich ohne jede Bedeutung. Und das Wissen, die Soldaten sind aufgrund einer schlecht vorbereiteten Übung umgekommen und nicht im Kampf gegen Nazi-Deutschland, hätte die Familien weitaus mehr belastet, als die Lüge. Und warum führen Sie Stalin und Churchill an, nicht aber Hitler oder Roosevelt? Seltsame Aufteilung der Geschichte.

      • Dominique Kim sagt:

        Ich diskrepiere: „800 Tote nun wirklich ohne jede Bedeutung“. JEDE menschliche Seele ist von grossem Wert für den Schöpfer.

  • Jürg Brechbühl sagt:

    Zitat aus dem Artikel “ verrostete Patronen“ –>>> ???? Ich wusste nicht, dass Messing rostet. Aber man lernt ja nie aus.

    • Peter Meier sagt:

      Ich finde die Lehren die man daraus ziehen könnte liegen sicher nicht im Bereich der Materialkunde.

    • Thomas Hartl sagt:

      Eine Patrone besteht aus Hülse, Zündhütchen, Treibladung und Geschoss. Falls es sich um ein Vollmantelgeschoss handelt, kann der Eisen- oder Stahlmantel durchaus verrosten.

    • Oliver Keller sagt:

      Nicht alle Patronen waren aus Messing, Jürg Brechbühl. Es gab wegen Materialmangel viele aus emailliertem Stahl, entsprechend häufig waren die Ladehemmungen, besonders bei Maschinengewehren mit hoher Schusskadenz, z.B. das MG 42.

  • Alex Elsener sagt:

    Eine Korrektur: Die Übung wurde nicht geheim gehalten, sondern spätestens 1946 im Buch My Three Years With Eisenhower von Harry Butchers publik gemacht.

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