Stalins Tod: Intrigen und Paranoia im Sowjetimperium

Gefürchtet noch im Moment des Todes: Stalin, aufgebahrt in seinem Sarg. Foto: Serge Plantureux (Corbis, Getty)

Der alte Kalte Krieg war besser: Diesen Vergleich hört man heute öfters. Die Sowjetunion sei zwar ein grimmiger Gegner gewesen, aber sie wurde gelenkt von Realpolitikern mit zuverlässigen Massstäben. Ganz anders die jetzige Führung in Moskau: Die ticke eher wie eine Gangsterbande. Zuletzt griff Ex-Oligarch Michail Chodorkowski zum Mafiavergleich und meinte, Russland werde von einem «Verbrechersyndikat» beherrscht.

Wirklich? Die nostalgische Anerkennung passt vielleicht zur Sowjetunion von Breschnew bis Gorbatschow. Vergessen geht dabei eine tiefere Tradition: Bis in die 1960er-Jahre hinein herrschten im Kreml Zustände, die heute jeden mexikanischen Kartellboss erschüttern würden (wozu übrigens auch gehörte, dass man Killer auf politische Gegner im Ausland ansetzte).

Es begann schauderhaft

Unter Stalin konnte jeder staatliche Akt als Dolchstoss eingesetzt werden. Ob Aussenpolitik, Kartoffelzucht oder Strassenbau: Die kommunistischen Politiker interessierte bei jedem Entscheid, wer sich damit ausschalten und hinrichten liesse, notfalls mitsamt Familie. Der britische Historiker Simon Sebag Montefiore hat darüber ein eindrückliches Werk verfasst, «Stalin», aufgezogen als Bericht aus einem degenerierten Königshof.

Denn es begann schauderhaft und endete grotesk. Die Lakaien in Partei und Politbüro schwärzten einander in immer höheren Tempo an und versuchten, sich durch Massakerpläne als besonders kommunistisch zu präsentieren. Mit der Folge, dass nach jeder Intrigenrunde noch üblere Figuren in den Kremlpalast einzogen. Am Ende sollte Nikita Chruschtschow an die Staatsspitze folgen, «unwissend wie der Negus von Äthiopien» (Stalin) – ein Mann, der sich als KP-Chef der Ukraine bereits unter die grossen Verbrecher der Weltgeschichte gemordet hatte.

Weil Chruschtschow aber später, 1956, auf Abstand ging zum Blutsauger Stalin, blieb er im Westen als akzeptabler Politiker in Erinnerung.

Nun lässt sich die Bande im Kino auslachen: In «The Death of Stalin» schildert Regisseur Armando Iannucci die letzten Stunden des Tyrannen als kohlenschwarze Komödie.

«… voll Entsetzen vor dem Tode»

In der Tat endete der Mörder von Millionen hilflos geifernd im Irrwitz. «Ich traue nicht einmal mehr mir selbst»: So erfasste er am Ende seines Lebens die Paranoia, mit der er sein Reich verseucht hatte.

Als Stalin folglich am 1. März 1953 in seinem Schlafzimmer einen Hirnschlag erlitt, passierte – gar nichts. Fast einen Tag lang wagte keiner, der Stille in der Datscha nachzugehen. Als man Stalin dann röchelnd in seiner Pisse fand, wagte es keiner, einen Arzt zu suchen: Denn der Diktator hatte in seinem Misstrauen gerade eine Verhaftungswelle gegen Mediziner losgetreten. Jene Ärzte, die man dann verspätet auftrieb, waren so verängstigt, dass sie ihn nur zitternd untersuchten. Die Minister wagten es zuerst nicht, auch nur Fragen zu stellen nach dem Gesundheitszustand von Stalin. Dann wagten sie es nicht, irgendwas zu entscheiden.

Filmtrailer: «The Death of Stalin», Grossbritannien 2017.

«Das Gesicht verfärbte sich. Die Züge entstellten sich bis zur Unkenntlichkeit, die Lippen wurden schwarz. In den letzten zwei Stunden erstickte er einfach»: So beschrieb Stalins Tochter Swetlana die Agonie. «Offenbar in der letzten Minute öffnete er plötzlich die Augen. … Es war ein furchtbarer Blick, halb wahnsinnig, halb zornig, voll Entsetzen vor dem Tode.»

Kaum war es so weit, kaum war der Tod gewiss, rannten die anwesenden Politiker zu ihren Limousinen – zuvorderst Geheimdienstchef Lawrenti Beria. Alle preschten sie in den Kreml, um sich in die beste Position zu rangeln, die Macht zu ergreifen. Und um alle Unterlagen zu verbrennen, die sie belasten könnten. Denn jeder spürte, dass sie es mit dem Terror zu weit getrieben hatten.

Molotows Mordtheorie

Der ehemalige Aussenminister Wjatscheslaw Molotow behauptete später, Beria habe Stalin vergiftet. Denn der habe gewusst, dass der Diktator ihn als Nächstes hinrichten lassen wollte. Aber das ist zweifelhaft. Und der Mord hätte wenig genützt: Beria wurde wenige Monate nach Chruschtschows Amtsantritt verhaftet und hingerichtet.

Es ist nicht so sehr die Macht selber, die korrumpiert: Es ist eher die Machtgier. Auch dies lehrt die Geschichte von Stalin und seinen Mobstern. Sie zeigt, wie sehr die Fixierung auf einen Mann und die Staatsführung über Loyalitäten ein ganzes Land lähmen können. Und sie lässt ahnen, dass sich der Personenkult am Ende wohl immer gegen den Gefeierten dreht. Der Film «The Death of Stalin» wurde in Russland sofort verboten.

83 Kommentare zu «Stalins Tod: Intrigen und Paranoia im Sowjetimperium»

  • Allan Protisil sagt:

    “Stalin besaß einen tiefschürfenden, gründlichen und logischen Verstand. Er war ein unübertroffener Meister darin, in schweren Momenten einen Ausweg aus der ausweglosesten Lage zu finden. Er war eine herausragende Persönlichkeit.“
    .
    Zitat von Winston Churchill himself über Stalin.

    • Thomas Hartl sagt:

      “Wir haben das falsche Schwein geschlachtet.“
      .
      Ein weiteres Churchill-Zitate in Bezug auf Hitler und Stalin, einige Jahre später, nachdem der eiserne Vorhang gefallen, und Polen für den Westen verloren war.

      • Allan Protisil sagt:

        @Hartl
        “Polen für den Westen verloren war.“
        Diese Wortwahl zeigt ja sehr schön, was der Westen von den osteuropäischen Staaten hielt: Er sah sie nicht als eigenständige Staaten, sondern als sein Eigentum an. Und wurde aggressiv, als Stalins Sowjetunion jeden Versuch des Westens, diese Staaten zu beherrschen und wie gewohnt zu kolonisieren, zunichte machte.
        .
        Mir scheint, Stalin wird derart gehasst, weil er den westlichen Expansionsdrang nach Osten (zuerst die Nazis, dann die Nato) stoppte.

  • Daniel Montefiori sagt:

    Schwierig, mit lediglich 800 Zeichen zur Verfügung. Man muß sich zur Disziplin ermahnen…

    Zu Stalin und seinem Regime: Selten wurde so deutlich wie bei Stalin zu welchen erschreckenden barbarischen Greueln und Grausamkeiten und zu welcher Abgefeimtheit in der Verachtung zivilisatorischer Grundsätze (ob im Alltag oder bei wesentlichen Entscheidungen) ein menschliches Regime „fähig“ sein kann.

    Einmalig die explosive UND durchdringende Macht des Paranoischen und Paranoiden. Das hat so bisher kein Unterdrückungsregime auf Erde „erreicht“.

    Und als Nachsatz: Ich habe in den Kommentaren die Erwähnung des stalinistischen Judenhasses vermißt, der im „Lichte“ der NS-Ereignisse besonders makaber wirkt.

    • Allan Protisil sagt:

      @Montefiori
      Sie müssen wissen, dass die grob verzerrten Stalin-Bilder aus Kino, Presse und populärwissenschaftlicher Literatur eben Zerrbilder, eigentliche Karikaturen sind. Von einem gehörigen Mass Fehlinformation zeugt ja, dass Sie Stalin doch tatsächlich Antisemitismus unterstellen. Waren doch im sowjetischen Politbüro zeitweise über ein Drittel der Mitglieder Juden. Auch in sonstigen Staatsorganen waren die Juden, während der ganzen Existenz der Sowjetunion, stets überdurchschnittlich gut repräsentiert.
      .
      Insgesamt war der wirkliche Stalin war viel weniger spektakulär: Ein populärer, überlegt handelnder und ziemlich erfolgreicher Politiker. Vieles, was heute noch über Stalin an Unsinn behauptet wird, ist das Echo der Nazi- und der Kalten-Kriegs-Propaganda.

  • Kurt Engel sagt:

    Sie zeigt, wie sehr die Fixierung auf einen Mann und die Staatsführung über Loyalitäten ein ganzes Land lähmen können.
    Das sollten sich die Politiker gerade in D. vor Augen halten

  • Jürg Oberli sagt:

    Manchmal fragt man sich schon, ob die einzige Bedingung für einen Abschluss am Historischen Seminar der Uni Zürich die Zugehörigkeit zur Menschlichen Spezies ist.
    Sorry, aber sie sollten andernorts nochmal Geschichte studieren. Oder wenigstens Publizistik. Ihr Text ist sprachlich und inhaltlich auf einem Niveau, welches selbst im Gymnasium eine ungenügende Note verdient hätte.

  • Ulrich Oswald sagt:

    @ den bloeden Troll: Natuerlich leben wir in Zuerich im Alemannengau; am Bellevue etwa war die roemische Zollstation. Ab Koblenz begann die Germania superior. Im Westen, bei Windisch AG fing die grosse Strasse nach Chur in Gallia transalpina an,die von dort bis Verona in Cisalpina fuehrte, wo das roemische Reich Theoderichs begann, dort waŕs ein wenig schwierig. Aber die raetischen Kelten kannten sich gut aus,hatten sie schliesslich seinerzeit auch Hannibal ueber die Alpen. geholfen. Im Westen liessen sich die bleibend romanisierten Burgunder nieder,die sich in diesem Land immer noch recht wohl fuehlen. Den Germanen ist es immer noch am woehlsten bei sich zuhause, ausser auf Urlaub beim Ballermann. Und du verziehst dich jetzt endlich, am besten nach Durakgorod.

    • Allan Protisil sagt:

      @Oswald
      Richtig so, geben Sies diesen Geschichtsfälschern. Die sollen sich verziehen. Es regt mich auch auf, wenn hier Leute wider besseres Wissen einfach irgendeinen Unsinn verbreiten. Diese stupiden Nato-Trolle (und sogar Nazi-Symphatisanten!) stören jede normale Diskussion.

      • Heinz sagt:

        @Protisil
        Also Nazisympathisanten sind mir hier keine begegnet (sind in der Schweiz zum Glück sehr selten) – leider aber Stalinsten, was mich doch überrascht hat.

      • Roman Günter sagt:

        @Heinz
        Für Allan Protisil ist jeder, der Stalin nicht als den grossartigtsten Heilsbringer der modernen Geschichte betrachtet, ein verkappter Nazi.

    • Allan Protisil sagt:

      @Günter
      Na nicht übertreiben. Stalin war nicht der Messias. Sondern ein guter, standhafter, willensstarker und langfristig denkender, geschickter Politiker. Der sehr, sehr, sehr viel erreicht hat. Ohne Stalins Sowjetunion hätten die Nazis den Krieg gewonnen.

  • Ulrich Oswald sagt:

    @Heinz: Leider nicht ganz gestoppt. Dos is bemischer Lewwe wo lasst sich nix aufs Haupt scheissen, der mochts Maul auf !

  • Allan Protisil sagt:

    Man sieht: Einige ziemlich unappetitliche Deutschlandsymphatisanten verübeln es Stalin bis heute, dass er die Träume vom tausendjährigen Reich zunichte gemacht hat.

    • Heinz sagt:

      Sie beschmutzen das Andenken an meinen Grossonkel! Er war Hauptmann der Artillerie in der Roten Armee! Und es waren Männer wie er, die die heilige russische Erde von den Faschisten befreit haben! Sie haben das nicht wegen Stalin, sondern TROTZ Stalin erreicht! Und nun geben Sie endlich Ruhe mit Ihrem stalinistischen Geschwätz!

      • Allan Protisil sagt:

        @Heinz
        Natürlich hat nicht Stalin alleine die Deutschen besiegt, sondern die ganze Sowjetunion. Es war ja auch nicht meine Absicht, die Leistungen der sowjetischen Generäle, der genialen russischen Ingenieure, der willensstarken Soldaten usw. kleinzureden.

      • Heinz sagt:

        @Protisil: Das russische Volk hat im Grossen Vaterländischen Krieg unglaublich gelitten und unglaublich tapfer und gut gekämpft. Wie mir meine Vorfahren erzählt haben, lag das aber wirklich an der Einstellung der Menschen und nicht an Stalin. Stalin hat seine Truppen nicht ein einziges Mal an der Front besucht! Wenn schon einer ein Held war, dann Schukov – aber sicher nicht Stalin.

      • Thomas Hartl sagt:

        @Allan Protisil: Glauben sie wirklich, es hätte nach Stalins Tod in den UdSSR eine Entstalinisierung gegeben, wenn die Menschen in Russland und in den anderen Ländern der Sowjetunion nicht massiv unter diesem Tyrannen gelitten hätten? Wenn nicht Millionen Unschuldiger in den Gulags verschwunden wären? Was Stalin in Russland realisierte, hat wenig mit Kommunismus, aber sehr viel mit einer Führerdiktatur zu tun.

      • Heinz sagt:

        Zu den russischen Ingenieuren: mein Urgrossonkel war einer dieser ‚genialen‘ Ingenieure! Als Professor war er eines der grossen Vorbilder in der jungen Sowjetunion.
        Wissen Sie, wie er geendet hat? In den 30er Jahren vom NKWD verhaftet und im Gulag verschwunden. Fast jeder Russe hat solche Vorfahren, die Opfer der Generalsäuberung Stalins geworden sind!

      • Allan Protisil sagt:

        @Heinz
        Gehe völlig einig mit Ihnen, dass Nazideutschland nur dank RU besiegt werden konnte.
        Zu den “Repressionen“ in RU in der Kriegszeit: Sogar in der neutralen, ziemlich friedlichen Schweiz wurden Kriegsdienstverweigerer, angebliche Spione und “Landesverräter“ kurzerhand erschossen. Die Schweizer Militärjustiz fällte erschreckend viele Todesurteile.

      • Heinz sagt:

        @Protisil: Repressionen können Sie ohne Anführungszeichen schreiben. Mit dem Krieg hatten die Säuberungen der Dreissigerjahre auch nichts zu tun. Dafür viel mit Paranoia und Sadismus des ‚Woschd‘ (ja, er liess sich auch Führer nennen).

      • Allan Protisil sagt:

        @Heinz
        Auch Churchill und Roosevelt liessen sich Führer nennen. Oder was glauben Sie, was leader auf deutsch übersetzt heisst?

  • Ulrich Oswald sagt:

    @Cadell: So hat jeder Nationalist seine eigene Legende. Die Invasion Britanniens ist nicht so schwierig. Die Roemer haben es geschafft, die Angeln und die friesischen Sachsen ebenso, gleich wie die Wikinger und die Normannen, und seit kurzem offenbar sogar eine Mio Polen und andere foreigners. Bei der battle of Britain waere ich gerne dabei gewesen (Roman weiss warum), und sie hat tatsaechlich 1940 den Anfang vom Ende eingelaeutet. Den Ausschlag gab aber die ueberhebliche Dummheit der deutschen Fuehrung.

    • Heinz sagt:

      1. Hitler neigte dazu, seine Gegner zu unterschätzen
      2. Hitler mochte England (klingt seltsam, stimmt aber)

      Es war also weniger Dummheit, als Fehleinschätzung und Sympathie, die den Deutschen den Sieg vermasselten.
      Zudem: die Briten hatten damals die beste Navy und gute Jagdflugzeuge (Spitfire). Die (erfolgreiche) Invasion unter diesen Umständen wäre illusorisch gewesen.

  • Ulrich Oswald sagt:

    @Cadell: Der 2. Weltkrieg ist vorbei. Ob die RAF 1941 den Ausschlag gab (eher Churchills Sturheit und thirst for blood) oder die amerikanische Hilfe (1940-44) an Russland, oder gar (Gott behuete!) Omaha Beach am 6. Juni 1944, ist heute kalter Kaffee und laesst sich in den Geschichtsbuechern nachlesen. Heute muessen wir uns um andere Probleme kuemmern, z.B. um diese bloeden Trolle aus St. Petersburg.

    • Heinz sagt:

      Da möchte ich noch gratulieren: wie Sie den Troll auf russisch gestoppt haben, das war super!

    • Allan Protisil sagt:

      @Oswald
      Ausschlaggebend waren weder Churchill noch die USA, sondern die leistungsfähige sowjetische Rüstungsindustrie, die standhafte sowjetische Führung und die mutigen, patriotischen russischen Soldaten. 75% des deutschen Militärpotentials wurden von der UdSSR vernichtet. Die Amis kamen erst 1944, als die deutsche Niederlage längst feststand.

  • Heinz sagt:

    Rangliste der grössten Massenmörder in der Menschheitsgeschichte:

    1. Mao (Kommunist)
    2. Stalin (Kommunist)
    3. Hitler (Nationalsozialist)

    Wem einer dieser drei Herren sympathisch ist, dem ist nicht mehr zu helfen. Das gilt auch für Sympathisanten der jeweiligen Ideologien.

    • Allan Protisil sagt:

      @Cadell
      Stalin muss ihnen nicht symphatisch sein. Trotzdem hat er Europa von den Nazis befreit. Ohne den Sieg der Sowjetunion wäre die Schweiz der Allemannengau des Deutschen Reichs geworden.

  • Mike Cadell sagt:

    Protisil, Buchenwald wurde von der US Army befreit. Und Stalin hat mehr Russen auf dem Gewissen als Hitler. Nebenbei hat er selbst zugegeben, dass die Sowjetunion ohne die amerikanischen Lend Lease Lieferungen verloren gewesen wäre. Praktisch alle Sowjetischen Soldaten marschierten mit Stiefeln Made in USA und sassen auf US Lastwagen und Lokomotiven. Von den weit über 10’000 modernen Kampfflugzeugen gar nicht erst zu reden.

    • Heinz sagt:

      Ohne Westallierte hätte der Krieg im Osten sicher länger gedauert. Aber Hitler hätte ihn trotzdem nicht gewonnen. Ein Blick auf die Landkarte macht das klar: die Sowjetunion war einfach in jeder Hinsicht zu gross für die Wehrmacht. Die Reserven an Soldaten waren enorm, die Rüstungsproduktion (Panzer, Artillerie, usw. ) überstieg jene Deutschlands zu jedem Zeitpunkt massiv. Sogar Generalstabschef Halder gab 1941 zu, dass man die Weite des russischen Raums unterschätzt habe.

      • Mike Cadell sagt:

        Heinz, die Russen hätten gleichwohl verloren. Denn in Sibirien wächst kein Weizen. Der kam aus der Ukraine. Und nach dem Verlust der Ukraine verhungerten die Sowjets nur aus einem Grund nicht. Millionen Tonnen Lebensmittel der USA durch Lend Lease.

    • Allan Protisil sagt:

      @Cadell
      Uiuiui, da hat aber jemand zu viele Hollywoodfilme geschaut…
      Die Fakten:
      – die Lieferungen aus den USA machten nur einen kleinen Teil des sowjetischen Arsenals aus. Z.B. lieferten die USA rund 6000 Panzer. Klingt erstmal nach sehr viel. War aber angesichts der von RU selbst produzierten 105’000 Panzer nur ein kleiner Bruchteil.
      – die Lierungen waren nicht gratis, sondern mussten von RU bezahlt werden. Die USA waren keine grosszügigen Samariter, sondern machten Geschäfte.
      – Gerade mal 8% aller Lieferungen erfolgten 1941 und 1942, den für RU am schwierigsten Kriegsjahren.

      • Rolf Zach sagt:

        Man kann ja die US Lieferungen klein reden. Sie sprechen von Panzern, die hat die UdSSR genügend produziert, aber vergessen bewusst die Lastwagen der Roten Armee, die meistens amerikanisch waren. Die US Lieferungen gingen auch über das Jahr 1942 hinaus. Was Sie erzählen bezüglich Bezahlung ist größtenteils einfach ein Märchen.
        Sie reden auch nicht davon, dass Stalin den bulgarischen Botschafter in Moskau einsetzen wollte, um mit Hitler einen Waffenstillstand zu schließen, unter Abtretung der annektierten polnischen Gebiete, von Bessarabien und vom Baltikum. Wie reagierte der bulgarische Botschafter? Er war ein echter russischer Patriot, er nahm den Vorschlag von Stalin zur Kenntnis, aber verfolgte ihn nicht weiter.
        Wie wurden die deutschen Truppen in der Ukraine begrüsst, mit Blumen!

      • Mike Cadell sagt:

        Die Russen haben aber den grössten Teil der Lieferungen nie bezahlt. Und sie verschweigen die Lebensmittellieferungen. Die Sowjetischen Soldaten assen amerikanische Rationen. Die wären sonst schlicht verhungert.

  • Ulrich Oswald sagt:

    @guenter: lieber Roman, seien wir uns doch einig: der dreissigjaehrige Krieg des kurzen 20. Jhts. (1914-1989) war doch fuer die Deutschen per 22.6.1941 verloren, vielleicht schon 1924,als dieser irre Mabuse in der Festung Landsberg sein Pamphlet schrieb. Ich empfehle dir das letzte Buch von Tony Jundt, der unsere Lebenszeit ab 1945 beschreibt. Nach diesem wurden die Geschehnisse „dort hinten tief in der Tuerkei“ (nach Goethe, gemeint ist die Sowjetunion) heillos und von Anfang an ueberschaetzt.

    • Mike Cadell sagt:

      Oswald, die Deutschen verloren den Krieg schon 1940 mit der Niederlage in der Schlacht um England. Vom unsinkbaren britischen Flugzeugträger aus wurde die Deutsche Infrastruktur zerschlagen. Und wie heisst es so schön? Taktik gewinnt Schlachten, Logistik gewinnt Kriege.

      • Allan Protisil sagt:

        @Cadell
        Das stimmt nicht, die Luftangriffe haben die deutsche Rüstungsindustrie nur minim beeinträchtigt.
        Erstens war die Luftwaffe damals viel weniger leistungsfähig als heute (nur geringe Bombenlast, wenig Zielgenauigkeit usw.), zweitens verfolgten die Engländer die ebenso absurde wie brutale Taktik, nicht Industrie-, sondern Wohngebiete zu bombardieren. Damit sollte die Zivilbevölkerung “mürbe“ und “kriegsmüde“ gebombt werden.
        So erreichte denn die deutsche Rüstungsproduktion 1944 ihre höchsten Produktionszahlen. Die Kriegsinfrastruktur wurde erst am Boden zerschlagen, hauptsächlich von der sowjetischen Armee.

      • Mike Cadell sagt:

        Infrastruktur, das sind nicht nur Fabriken. Was nützt es 1433 Me262 zu bauen, wenn die Amerikaner die Hydierwerke und das Eisenbahnnetz zerschlagen haben.? Die Luftwaffe und Panzertruppe hatte wegen der USAAF keinen Treibstoff. Das hat den Deutschen das Genick gebrochen.

  • Ulrich Oswald sagt:

    К Протизиль: Что ты ишешь здесь ь свободе.?? Зачем ты не уедишь в Колыму (бес белого!) или к чорту ?

  • Ulrich Oswald sagt:

    Die Psychiater lehren uns, dass man nicht mit Paranoiden ueber deren Wahnvorstellungen streiten soll. Das mag auch fuer die Religionen gelten. Lasseen wir doch den Ex-Ministranten Dschugaschwili in Frieden schmoren.

    • Allan Protisil sagt:

      @Oswald
      Sie scheinen sich mit Psychiatern auszukennen. Also natürlich nicht dass ich jetzt denken würde, sie wären oft bei einem…

  • Allan Protisil sagt:

    Was bleibt von Stalin, dieser herausragenden, vielleicht bedeutendsten Figur der Menschheitsgeschichte des 20. Jahrhunderts, ist der Sieg über Nazideutschland. Mitte des Jahrhunderts versank Westeuropa in Barbarei: Entweder herrschten brutale rassistische Regimes (Spanien, DE, Italien, usw.), oder es wurde mit den Nazis kollaboriert (Schweiz, Schweden, usw.) oder aber es wurde den Nazis nur geringer, pro-forma Widerstand geleistet (Frankreich, Norwegen). Stalins Sowjetunion dagegen hatte als einziges Land die technischen Möglichkeiten, das wirtschaftliche Potenzial und v.a. die MORALISCHE GRÖSSE, den Nazis entgegenzutreten und die Barbarei zu stoppen.
    Die Kulturnation Russland hat den Europäern die Barbarei ausgetrieben.

    • Roman Günter sagt:

      @Protisil
      Der Krieg war im Osten nach Mai ’45 noch nicht ausgestanden. Die Barbarei der Russen war grenzenlos und über die Gräueltaten an der Zivilbevölkerung ist mittlerweile auch genug Wissen vorhanden, um die Rote Armee in die gleiche Ecke wie die Nazis stecken zu können. Glücklicherweise war die Stalin Führung so gewaltig unfähig, dass trotz immenser Kriegsmateriallieferungen der Amerikaner, die Rote Armee nie über die Oststaaten hinaus wirken konnte. Den Westeuropäern ist die russische Barbarei erspart geblieben.

      • Allan Protisil sagt:

        @Günter
        Na, Herr Günter, Sie scheinen sich ja bis heute noch über RUs Sieg 1945 zu ärgern. Da hätte sich doch nicht etwa jemand einen Sieg Deutschlands gewünscht? Ziemlich unappetitlich, was Sie da von sich geben.

      • Roman Günter sagt:

        @Protisil
        Es ist naheliegend, dass Sie die Amerikaner als unappetitlich finden, sie alleine haben aber schlussendlich die Deutschen besiegt. Der Osten blieb nach dem Krieg noch sehr lange dunkel, kulturelles Ödland, dem Barbaren Stalin schutzlos ausgeliefert.

    • Mike Cadell sagt:

      Stalin muss sich seinen Platz vermutlich nur mit Hitler, Mao und Pol Pot teilen als schlimmste Massenmörder des 20. Jahrhunderts. Der Rest ihres Kommentars ist übertrieben getrollt, Protisil.

      • Allan Protisil sagt:

        @Cadell
        1. Da müssten Sie dann allerdings auch noch Churchill in Ihre Massenmörderliste aufnehmen: Unter ihm starben Millionen Inder eines grausamen Hungertodes.
        2. Sie können es drehen und wenden, wie Sie wollen: Stalin hat Europa von den Nazis befreit.

    • Thomas Hartl sagt:

      @Allan Protisil: «oder es wurde mit den Nazis kollaboriert» – Zu diesen Kollaborateuren muss man Stalin allerdings auch zählen. Ohne das geheime Zusatzprotokoll zum deutsch-sowjetischen Nichtangriffsvertrag vom 23. August 1939 hätte Hitler den Angriff auf Polen kaum gewagt. Dass dann Stalin den Polen in den Rücken gefallen ist, verzeihen viele Polen den Russen bis heute nicht. Natürlich hat das ganze eine Vorgeschichte, mit dem Polnisch-Sowjetischer Krieg von 1920. Trotzdem hat sich Stalin extrem unehrenhaft verhalten, als er sich Polen mit Hitler teilte.

      • Mike Cadell sagt:

        Nicht nur Polen, Hartl. Auch das gesamte Baltikum, Finnland und Teile Rumäniens. Stalin war bis zum 22. Juni 1941 der mit weitem Abstand wichtigste Verbündete Hitlers. Er lieferte den Grossteil des Oels, dass die Wehrmacht für den Polen und Westfeldzug brauchte.

      • Allan Protisil sagt:

        @Hartl
        Das war keine Kooperation: Stalin übernahm weder die Nazi-Ideologie, noch hatten RU und DE gemeinsame Interessen (wie die Nazi-Verbündeten). Stalin schaffte es mit geschickter Diplomatie, Hitlers Aggression zu zügeln und den Kriegsbeginn hinauszuzögern. Die Sowjetunion gewann wertvolle Zeit. Der Nichtangriffspakt war eine Meisterleistung der sowjetischen Diplomatie, die dank ihm gewonnenen zwei Jahre waren wohl entscheidend für den Sieg.

      • Thomas Hartl sagt:

        @Allan Protisil: Das ist Blödsinn. Hätte Stalin auf Seiten Polen in den Krieg eingegriffen und Deutschland 1939 zu einem Zweifrontenkrieg gezwungen, wäre es nie zu einem Weltkrieg gekommen, es hätte kein Holocaust gegeben und Millionen von Menschenleben wären gerettet worden. Stalin hat ein mieses Spiel gespielt, weil er darauf hoffte, dass sich Deutschland und die Alliierten gegenseitig fertig machen. Damit hat er sich gründlich verrechnet und dabei beinahe sein Reich verloren.

      • Allan Protisil sagt:

        @Cadell
        “Hätte Stalin 1939 auf Seiten Polens in den Krieg eingegriffen und DE in einen Zweifrontenkrieg gezwungen…“
        1. Das ist objektiv falsch. 1939 gab es keinen Zweifrontenkrieg. Weil weder Frankreich noch England Kampfhandlungen unternahmen. Erst im Mai 1940 kam es zu Kämpfen zwischen DE und FR. Unabhängig von einem ev. Eingreifen RUs wäre es 1939 also unmöglich zu einem Zweifrontenkrieg gekommen.
        2. Die dank Stalins genialer Diplomatie gewonnenen Friedensjahre 1939 und 1940 nutzte RU, um sich auf einen deutschen Angriff vorzubereiten, was letztendlich wohl entscheidend für den Sieg war.
        3. Wo bleibt ihre Kritik an den passiven FR und GB, die Polen nicht zu Hilfe kamen? Obwohl beide (im Unterschied zu RU!) dies Polen hoch und heilig versprochen hatten?

      • Thomas Hartl sagt:

        @Allan Protisil: Stalin ist den Polen ja nicht nur nicht zu Hilfe gekommen, er ist ihnen, wie zuvor den baltischen Staaten und Finnland, in den Rücken gefallen. Stalin hätte es locker in der Hand gehabt, Hitler in Polen so lange zu beschäftigen, um Frankreich und England die Zeit zum Angriff zu geben. Zudem hat Stalin den Deutschen die Ressourcen zu ihren Kriegen geliefert, bevor er selber mit den Hosen unten überfallen wurde.

      • Allan Protisil sagt:

        @Hartl
        – Stalin ist nicht Polen in den Rücken gefallen, sondern hat russische Gebiete, die die Polen 1920 erobert und seitdem grausam unterdrückt (brutale Polonisierungspolitik) hatten, befreit.
        – RU war noch 1941 so schwach, dass es fast eine vollständige Niederlage erlitten hatte. Erst recht wäre es 1939 zu schwach gewesen, um gegen DE zu bestehen.
        – FR und GB hatten nicht die geringste Lust, für Polen zu sterben. Ansonsten hätten sie Polen geholfen, wozu sie durch die Beistandspakte mit Polen verpflichtet waren. Und diese Verpflichtung galt, ganz egal, was RU machte.
        – DEs Bedingungen für einen Nichtangriffsvertrag mit RU waren hart: Entweder ihr liefert uns, was wir wollen, oder wir kommen und holen es uns mit Gewalt. RU hatte keinerlei Alternative.

  • Ulrich Oswald sagt:

    @Rolf Zach: Nicht ganz einverstanden. Es kommt nicht nur auf die Elite, sondern auch auf die Bildung der breiten Massen an. Sonst waeren ja die USA einsame intellektuelle Weltspitze. In. Russland wird heute ab Stufe Gym. mindestens eine Fremdsprache (meist engl, sehr oft dt.) gelernt und der Bildungsdurchschnitt entspricht sicher dem unseren. Bei der Politik fehlt allerdings der Einfluss der europaeischen Aufklaerung. Aber das ist auch anderswo der Fall.

  • Rolf Zach sagt:

    Nun, Herr Protisil hat seine Analyse der Geschichte über Stalin, da werden auch die Bücher von Orlando Figes und Karl Schlögel nicht viel daran ändern.
    Was aber wirklich langfristig nachwirkt von dieser Zeit, ist die Qualität der russischen Elite und der russischen Zivilisation. Russland war sicher vor 1917 nicht ein Staat mit einem großen Renommee. Dagegen konnte die russische Kultur es damals durchaus mit der Kultur von Frankreich, Deutschland und England gleichziehen. In der der Literatur war sie sogar bedeutender. Natürlich war das Analphabetentum verbreiteter als in West-Europa, aber die kulturelle Elite war top und die wissenschaftliche holte auf. Viele gebildete Russen, auch Offiziere und Beamte, sprachen mehrere Fremdsprachen inkl. der Zar selbst.

    • Rolf Zach sagt:

      Seit der Oktoberrevolution ist es mit der russischen Zivilisation ständig abwärts gegangen. Lenin, Trotzki, Kamenev etc. waren sehr gebildet, kannten Europa und waren auch oftmals Juden, die hungrig nach Aufstieg waren und nicht mehr die ungebildeten Trottel aus dem Schetetl sein wollten. Stalin mit sehr dürftiger Bildung und wenig Kenntnis von Europa, sammelte Männer um sich, wie Chruschtschow, die sich alle zwar Ingenieur nannten, aber sonst eigentlich der brutale Muschik blieben. Die Nachkommen dieser Kommunisten aus der Stalin-Zeit regieren heute Russland und weder Gorbatschow, noch Jelzin und erst recht nicht Putin haben etwas zur Hebung von deren Bildungsniveau beigetragen. Mit Ausnahme der Universität Moskau bleiben alle russischen Universitäten im weltweiten Ranking zurück.

      • Rolf Zach sagt:

        Die Sowjetunion profitierte eigentlich von den hervorragenden westlichen Intellektuellen, die natürlich keine Freunde von konservativen Reaktionären waren, sondern das westliche Gedankengut weiterentwickelten, wie z.B. Keynes und Myrdal. Diese Intellektuellen mit Marx gaben der UdSSr den hellleuchtenden roten Farbanstrich des Fortschrittes, dahinter aber war orientalischer Despotismus der schlimmsten Sorte. Da wäre sogar Alexander der II. ein Revolutionär und sein reaktionärer Sohn Alexander III. ein Liberaler gewesen.
        Wer in den Nachfolge-Republiken der UdSSr Schriftsteller ist (außer Russland), benützt die russische Sprache nicht mehr. Es ist keine Sprache mehr der Kultur und auch nicht mehr der Macht.
        Ein Land mit dem Export von Rohstoffen ohne Nobelpreisträger.

  • Ulrich Oswald sagt:

    @Protisil: Lesen lernen hilft beim Denken! Ich sprach vom Nach-Fruehling, also nach Husak@Konsorten. Aber ich habe dich verstanden Du erinnerst mich an einen jungen Halbstarken, den ich 1992 in derr Ex-SU kennengelernt habe und der sich ins Budapest anno 1954 zurueckwuenschte, wo anscheinend sein Pappi wuetete.

    • Allan Protisil sagt:

      @Oswald
      Sie scheinen da einiges zu vermischen: Die Prager Krawalle waren 1968, nicht 1954. Und sie waren in Prag, nicht in Budapest.

    • Mike Cadell sagt:

      was genau geschah denn 1956 in Ungarn? „Krawalle“?

      • Allan Protisil sagt:

        @Cadell
        Schlimmer noch: 1956 kam es in Ungarn zu einem Putschversuch ungarischer Nationalisten. Ungarische Nationalisten und Altnazis, die 1939-1945 mit Hitler zusammen Krieg führten, drängten mit Gewalt zurück an die Macht.

  • Peter Wolf sagt:

    Gottlob hatten alle Angst vor Stalin und haben ihn nicht behandelt und gerettet, als er darniederlag. Sonst hätte er noch weitere Zehntausende ermorden lassen.

  • Ulrich Oswald sagt:

    @Protisil: Der Nach-Prager Fruehling ist doch laengst Geschichte. Hoer doch auf, die Totalitaeren jedwelcher Couleur heilig zu sprechen!

  • Ulrich Oswald sagt:

    Keine schlechte Analyse. Von welchem Spengler haben Sie abgeschrieben?

    • Allan Protisil sagt:

      Witzig ist ja, dass hier Stalin doch tatsächlich Paranoia vorgeworfen wird. Wie wenn Westeuropa und die USA nicht gerade in der allergrössten Paranoia seit den Hexenverbrennungen stecken würden: Angeblich mischen sich mysteriöse russische Hacker überall in Wahlen ein, angeblich sind wir umzingelt von geheimnisvollen Agenten finsterer fremder Mächte, das Referendum in Katalonien war manipuliert, etc.
      Paranoia, einfach nur noch krank!

  • Allan Protisil sagt:

    Tja, so kommts, wenn man sein Geschichtswissen aus Hollywood-Filmen bezieht. Stalins Regierung gründete auf strikter Rationalität. U.a. erfuhren Wissenschaft und Bildung einen gewaltigen Aufschwung, innert weniger Jahre wurde der Analphabetismus liquidiert, dutzende Universitäten gegründet. Mit dieser Politik erzielte Stalin grosse Erfolge: die Industrialisierung Russlands, und das wichtigste- er besiegte Hitler und hat die Menschheit vor den Nazis gerettet.
    Er starb 1953 im Alter von 73 Jahren eines natürlichen Todes. Danach setzte ein Machtkampf um seine Nachfolge ein, wie das eben (ausser in Monarchien, wol der Nachfolger schon feststeht) so ist.

    • Thomas Hartl sagt:

      Da glorifizieren sie Väterchen Stalin allerdings schon ziemlich arg. Immerhin liegen die Schätzungen der Opfer durch seine Säuberungen zwischen 3 und 20 Millionen. Auch hat nicht Stalin Hitler besiegt, sondern einige seiner fähigen Generäle, die mehr durch Zufall die Säuberungen überlebt haben. Stalin ist hingegen dafür verantwortlich, dass die UdSSR diesen Krieg beinahe verloren hätte, zum einen weil er alle Warnungen vor Hitler in den Wind geschlagen hat, und zum anderen, weil er die meisten höheren Offiziere zuvor hinrichten lies, oder in den Gulag schickte.

      • Allan Protisil sagt:

        @Hartl
        – Natürlich hat nicht Stalin alleine die Deutschen besiegt, sondern die ganze Sowjetunion. Es war ja auch nicht meine Absicht, die Leistungen der sowjetischen Generäle, der genialen russischen Ingenieure, der willensstarken Soldaten usw. kleinzureden.
        – “3 bis 20 Millionen“ habe Stalin getötet. Soso, klingt ja nach einer ziemlich exakten Zahl. Wenn schon die Zahlen derart schwammig sind, liegt der Gedanke nicht fern, dass die ganzen angeblichen “Säuberungen“ komplett erfunden sind. Und es ist ihnen hoffentlich bewusst, dass Sie hier Nazi-Propaganda wiederholen: Hitlers Propagandisten stellen Stalin als Monster dar, um so ihren Überfall auf RU zu rechtfertigen. Das ist bis heute – leider – in vielen Köpfen hängengeblieben.

    • Roman Günter sagt:

      Ein solcher Kommentar, einfach auf die Nazis und den Holocaust bezogen, würde Sie vermutlich ins Gefängnis bringen, Herr Protisil. Oder war das jetzt einfach Satire? Die Wissenschaft wurde eher mit strikter Rationalität monströser Verbrechen dienstbar gemacht. Die Stalin Regierung war einzig im millionenfacher Mord an der eigenen Bevölkerung erfolgreich.

      • Allan Protisil sagt:

        @Günter
        Warum in aller Welt sollte jemand über die Nazis dasselbe schreiben wie über Stalin?? Die Nazis waren menschenverachtende Barbaren. Stalin dagegen hat sich den Nazis entgegengestellt und die Menschheit vor ihnen gerettet. Den Rest ihres wirren Kommentars brauche ich gar nicht erst zu kommentieren.

      • Roman Günter sagt:

        @Protisil
        Es scheint Sie nicht zu berühren, dass Sie in Ihren Kommentaren ein System verherrlichen, das als eines der entsetzlichsten Verbrecher-Systeme der modernen Geschichte betrachtet werden muss. Sie haben einfach Glück, dass die Opfer Stalins nicht gleich gewichtet werden, wie die Opfer der Nazis.

      • Allan Protisil sagt:

        @Günter
        Warum in aller Welt sollte jemand die stalinistische Sowjetunion “als eines der entsetzlichsten Verbrecher-Systeme der modernen Geschichte“ betrachten müssen? Die Sowjetunion, die die Menschheit vor den Nazis gerettet hat. Die die aus Westeuropa kommenden, typische europäische Barbarei Hitlers aufhielt. Die die KZs Auschwitz und Buchenwald befreite. Die die entscheidende Unterstützung für die Entkolonialisierung leistete. Die insgesamt hunderte Millionen Menschen rettete, inkl. Sie bzw. Ihre Vorfahren.

      • Roman Günter sagt:

        @Protisil
        Die Kräfte der Amerikaner reichten nur für die Besiegung Hitler-Deutschlands, Russland musste sich selbst befreien – und ist bis heute damit beschäftigt.

    • Ralf Schrader sagt:

      Auch in Monarchien steht der Nachfolger selten fest. Bis ins 19. Jahrhundert sind viele Nachfolgen kriegerisch gelöst worden, z.B. die Auslösung des Deutsch- Französischen Krieges auf dem Hintergrund der spanischen Thronfolge.

      In China hatten die Kaiser bis zu 3000 Konkubinen und entsprechend viele Kinder. Das war jede Thronfolge ein Gemetzel und alles andere als vorher klar.

      • Allan Protisil sagt:

        @Schrader
        “Einen Feudalstaat kann man durch eine Revolution oder Regierungsbildung nicht in eine andere Gesellschaftsordnung überführen“
        .
        Interessant. D.h., die frz. Revolution hatte überhaupt nichts verändert. Frankreich war vor 1789 eine Monarchie, und es war auch danach eine. Und ist bis heute eine Monarchie geblieben, nicht war? Sie sind ja ein fantastischer Historiker.

      • Ralf Schrader sagt:

        Monarchie ist eine Staatsform, keine Gesellschaftsordnung. Die Französische Revolution hat nur temporär die Staatsform geändert. Da diese aber der feudalistischen Wirtschaftsform nicht entsprach, wurde mit Napoleon wieder auf Monarchie zurück geschalte bis mit der 2. Republik Wirtschaft und Staat harmonisiert werden konnten.

  • Ralf Schrader sagt:

    Russland war vor der Oktoberrevolution ein Feudalstaat und in den Jahren danach auch ein Feudalstaat. Lenin war der erste Zar der Nach- Romanow- Dynastie, Stalin der zweite. Da war nicht Machtgier im Spiel, es war nur die historische Realität, dass ein Feudalstaat nur von einem autoritären Kaiser (Zaren) regiert werden kann.

    So ist Kim Jong- un der dritte Kaiser der Kim- und Xi Jinping der dritte Kaiser der Mao- Dynastie. Nur das die VR China und die RF inzwischen im Übergang vom Feudalismus zum staatsmonopolistischen Kapitalismus sind. Von Sozialismus in allen genannten Staaten keine Spur. Nordkorea entspricht Preussen unter dem Soldatenkönig und die RF und VR China dem Deutschen Reich kurz nach der Gründung durch Bismarck 1871.

    • Allan Protisil sagt:

      @Schrader
      Richtig ist einzig, dass RU vor 1917 ein Feudalstaat war. Damals war es eine Monarchie, und der Adel die tonangebende Gesellschaftsschicht.
      .
      Danach aber war RU mitnichten ein Feudalstaat. Sondern eine sozialistische Republik. Die Macht lag nicht mehr bei einer Dynastie, sondern bei der KP. Die tonangebende Schicht waren die in der KP organisierten Kommunisten, welche zumeist einfacher (nicht adliger) Herkunft waren: Stalin war der Sohn eines Schumachers, Chruschtschow und Breschnew Bauernsöhne, Lenin kam aus dem Bürgertum.

      • Ralf Schrader sagt:

        Einen Feudalstaat kann man durch eine Revolution oder Regierungsbildung nicht in eine andere Gesellschaftsordnung überführen. Sozialistische Staaten gab es sowieso noch nie. Die SU und die Satteliten schrieben in ihren Verfassungen im Stadium des Aufbaus der Grundlagen des Sozialismus zu sein.

        Das ist dann auch immer richtig, denn die Grundlagen für den Sozialismus können nur im Kapitalismus gelegt werden. Ein Feudalstaat kann den Kapitalismus nicht überspringen und gleich sozialistisch werden.

        Wäre die DDR sozialistisch gewesen, hätte die Treuhand deren Wirtschaft nicht privatisieren können. Man ging aber davon aus, dass die DDR- Wirtschaft nicht Volks-, sondern Staatseigentum und die DDR damit ein staatsmonopolistisch kapitalistischer Staat war.

      • Allan Protisil sagt:

        @Schrader
        “Einen Feudalstaat kann man durch eine Revolution oder Regierungsbildung nicht in eine andere Gesellschaftsordnung überführen“
        .
        Interessant. D.h., die frz. Revolution hatte überhaupt nichts verändert. Frankreich war vor 1789 eine Monarchie, u. es war auch danach eine. Und ist bis heute eine Monarchie geblieben, nicht war? Sie sind ja ein fantastischer Historiker.

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