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Bern bewegt – nur weiss es (noch) niemand

Aus sportlicher Sicht hat Bern ein Leidensjahr hinter sich. Doch gibt es neben Fussball und Eishockey noch andere Sportarten. Und siehe da, die Hauptstädter können es doch!

Als Sport-Fanatiker und bekennender Supporter der Hauptstadt-Vereine macht man momentan eine schwere Zeit durch. Der SC Bern spielte nur in den Playouts – anstatt wie gewohnt am Kampf um den modern-biederen Meisterpokal teilzunehmen. Dank einer seltsamen Punkte-Regelung mussten sich die Eishockeyaner aber keine Sorgen um den Abstieg machen. Der SCB wird hoffentlich seine Lehren aus diesem Seuchen-Jahr ziehen. Man muss nächste Saison diesen Zürchern das Leben auf dem Eis zur Hölle machen.

Und YB…ja was soll man dazu noch sagen? Am liebsten nichts, doch haben die Young Boys ein paar Zeilen verdient: Zu oft hat YB es verpasst, das entscheidende Spiel zu gewinnen. Zu oft haben die Spieler den Trainer im Stich gelassen. Zu oft haben sie den Anhängern Gründe geliefert, dem Verein den Rücken zu kehren – was sie aber nie machen würden, «wius YB isch». Und dass Herr Zarate nach dem Ausrauster im GC-Spiel aus dem Kader verbannt wurde, ist zwar verständlich. Aber sind wir mal ehrlich: man kann den armen Kerl nach knapp 9-monatigem, unattraktivem und erfolglosem Gekicke irgendwie auch verstehen.

Die Vermutung liegt nahe, dass der Berner Sport am Boden ist – oder zumindest mit grossem Abstand der Konkurrenz hinterherhinkt. Doch auf den zweiten Blick sieht es gar nicht so schlimm aus – ernsthaft! Der Hauptstädter stellt Ihnen drei erfolgreiche Vereine vor, die für YB und dem SCB in die Bresche springen.

Volley Köniz ist momentan die zweite Kraft im Frauen-Volleyball und schnupperte Ende März am Meisterpokal. Obwohl seit Jahren Volero Zürich die Nase vorn hat, müssen sich die Bernerinnen nicht verstecken. Spielerinnen mit klangvollen Namen wie Schafflützel, Bisserowa, Carvalho de Sousa oder Ostrowska werden nächstes Jahr wieder voll angreifen! Dass die Spiele der Frauen spannend und sehenswert sind, verspricht schon der Vereins-Spruch: «Emotionen Hautnah»

Mit den Bern Grizzlies wird es sehr männlich. Der letzte Meisteschafts-Gewinn liegt zwar schon ein paar Jahre zurück (2007) , doch können sie dieses Jahr wieder Ansprüche auf den Meistertitel stellen. Die Mannschaft spielt zurzeit erfolgreichen American Football. In der noch jungen NLA-Saison musste die Mannschaft erst eine Niederlage einstecken. Wer also auf körperbetonten Sport, auf Männer in engen und dreckigen Hosen und auf Erfolg steht, darf sich gerne beim nächsten Heimspiel am 25. Mai um 14:00 Uhr beim Leichtathletikstadion Wankdorf einfinden.

Wem das aber zu hart ist, kann der Wasser Sport Club Bern empfohlen werden. Filigran und mit viel Können schweben die Athleten mit ihren Weidlingen – so werden die Boote in der Wasserfahr-Szene bezeichnet – über die H2O-Fläche und scheinen mit der Natur enger verbunden zu sein als Reinhold Messner mit dem Yeti. Obwohl der Erfolg ausbleibt – wie bei YB – haben sie hier eine Erwähnung verdient und würden sich mit Sicherheit über neue Zuschauer freuen.

Die Berner Sportwelt bietet viel mehr als nur YB und SCB – und das ist auch gut so. Das Sportamt der Stadt Bern sieht das ebenfalls so und hat vor zirka einem Jahr ein aufwendiges Video produziert, das einen kleinen Ausschnitt aus der Berner Sport-Vielfalt bietet. Die Knoten-Punkte beziehungsweise die Erzähler des kurzen Videos sind Parkouristen. Das Amt impliziert damit, dass es am Puls der Zeit ist. Irgendwie YOLO, oder so…

Ragulan Vivekananthan

Ragulan Vivekananthan ist offiziell Oberaargauer, aber das Herz gehörte schon immer der Stadt. Er ist weiterhin auf der Suche nach dem besten Cordon Bleu der Stadt. Tipps sind herzlich willkommen.


Publiziert am 12. Mai 2014

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4 Kommentare

  1. Lorenz says:

    Ich finde man kann überhaubt nicht sagen, dass YB nicht erfolgreich war. Sie haben icr Ziel erreicht.

    • Ragulan says:

      Lieber Lorenz,

      Gründsätzlich kann ich deine Aussage nachvollziehen. Doch nur weil man das Minimalziel “3. Quali-Runde Europe League” erreicht hat, muss man nicht zwingend von einer erfolgreichen Saison sprechen.

      Basel war in dieser Saison sehr schwach und vor allem der zweiten Platz von GC wäre möglich gewesen. Anstatt auf Arsenal London wird man nun wohl auf irgend ein NoName Team aus Lettland treffen, was doch sehr bedaurlich ist.

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  1. Lorenz says:

    Ich finde man kann überhaubt nicht sagen, dass YB nicht erfolgreich war. Sie haben icr Ziel erreicht.

    • Ragulan says:

      Lieber Lorenz,

      Gründsätzlich kann ich deine Aussage nachvollziehen. Doch nur weil man das Minimalziel “3. Quali-Runde Europe League” erreicht hat, muss man nicht zwingend von einer erfolgreichen Saison sprechen.

      Basel war in dieser Saison sehr schwach und vor allem der zweiten Platz von GC wäre möglich gewesen. Anstatt auf Arsenal London wird man nun wohl auf irgend ein NoName Team aus Lettland treffen, was doch sehr bedaurlich ist.

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