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Advent, Advent (9)

Der «Hauptstädter» hat einen Adventskalender gebastelt – und öffnet täglich ein Fensterchen. Heute beschenken wir Eduard Knecht, abgewählter Gemeindepräsident von Wohlen.

Kopf hoch, Herr Knecht. Dann haben Sie eben verloren. 403 Personen wollten dann doch lieber Bänz Müller als neuen Gemeindepräsidenten. Dabei war es doch immer sehr lustig mit Ihnen. Rückblickend hat wohl alles mit der Schliessung des Primarschulhauses in Säriswil begonnen. Wissen Sie noch, wie Sie sich darüber gefreut haben, aber gleichzeitig eine «kommunikative Panne» eingestehen mussten?

Nicht einmal ein Jahr später haben Sie bewiesen, dass Sie die Sache mit der Kommunikation immer noch relativ locker angehen. Um eine Ausgangssperre für unter Zwölfjährige ab 22 Uhr zu legitimieren, erzählten Sie die haarsträubende Geschichte vom Zehnjährigen, der nachts um eins mit einer Flasche Wodka aufgegriffen wurde und dessen Eltern sich weigerten, ihn auf dem Polizeiposten abzuholen. Ob es sich beim kindlichen Säufer um einen ehemaligen Säriswil-Schüler handelte, der mit der Schliessung seiner Schule einfach nicht klargekommen ist, blieb offen. Dennoch eine sehr schöne Geschichte, aber leider stellte sich dann heraus, dass sie so gar nie passiert ist.

Politisch gesehen, stellten Sie sich mit dieser Aktion wahrscheinlich etwas ins Abseits. Aber eine Wählerschaft, die eine gute Räuberpistole nicht zu schätzen weiss, hat Sie sowieso nicht verdient. Nun werden Sie dafür wieder vermehrt Zeit für die angenehmen Dinge im Leben haben. Dieses lästige Amt sind Sie nun los. Seien Sie doch wieder einmal Kind, gehen Sie raus, betrinken Sie sich. Wir offerieren.

Martin Erdmann

Martin Erdmann


Publiziert am 9. Dezember 2013

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