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  • Zwei Bissen nach dem Kauf: Die Kapitulation.

  • Glibbrige Kügelchen vor frittiertem Schoggigipfeli: Bubble Tea, komm zurück!

  • US-Import: Der Cronut. Offenbar war der New Yorker Erfinder gar nicht beeindruckt von der Migros-Kopie.

  • Ein Omen des kommenden Unheils? Die Werbung hängt schief in der Landschaft.

  • Sozusagen ein komprimierter Döner: Der Cronut.

Wenn die Arterien um Gnade winseln

Für Frozen Joghurt ist es zu kalt geworden und kein Hahn kräht mehr nach Bubble Tea. Doch keine Sorge, die Trend-Gastronomie wartet bereits mit dem neuesten Produkt auf: dem Cronut.

Zugegeben: Ausser kleinen Kindern und Online-Journalistinnen mit einer Schwäche für Götterspeise hat sich wohl niemand nach dem ersten Probieren wieder auf einen Bubble Tea eingelassen. Das zuckersüsse Getränk mit den kleinen, glibbrigen Tapiokakugeln als Einlage galt einst als das Nonplusultra der Trendprodukte. Nur liegt es eben in der Natur von Trends, dass sie sich schnell wieder legen, und so scheint auch Berns Bedürfnis nach Bubbles schwindend: «Der Hype ist vobei», heisst es lakonisch beim ehemaligen Bubble-Tea-Anbieter Tingel-Kringel in der Länggasse, noch lakonischer «Produkt nicht gefunden» auf der Website des Süssigkeitenhändlers Lolipop.

Bubble Tea ist also weg vom Fenster, jetzt gibt’s dafür den Cronut. Aus New York stammend, wird die Kreuzung aus Croissant und Donut seit einigen Wochen auch in Bern angeboten – sehr zum Missfallen des Erfinders, welcher der Kopistin Migros Plagiat und Schlimmeres vorwirft. Ein guter Grund also, das Ding zu testen, bevor ihm entweder die Justiz oder das Desinteresse der Berner Bevölkerung den Garaus macht: Im grossen Apfel stehen die Fans angeblich bereits in den frühen Morgenstunden für die Süssigkeit an, im orangen Riesen an der Marktgasse hängt das Werbeschild etwas verloren und ziemlich schief in der Landschaft.

Vom Nährwert her ist so ein Cronut sozusagen ein komprimierter Döner, wenn auch mit einem Preis von 4.50 Franken etwas billiger. Das Testobjekt Variante Nougat gibt dem Wort «Kalorienbombe» eine ganz neue Bedeutung: Ein Biss, und man glaubt die eigenen Arterien panisch um Gnade winseln zu hören. Die definitiv überschätzte Süssigkeit stellt sich als eine Art frittiertes Schoggigipfeli heraus, vermutlich hat da ein versierter Migros-Nahrungstechnologie-Experte auch noch zur Konditorspritze gegriffen und eine tüchtige Dosis Fett nachgeschoben. Zwei Bissen reichen zur Kapitulation und dem sehnsüchtigen Wunsch nach der Rückkehr des Bubble Tea. Was müssen diese Trends auch so vergänglich sein!

Gianna Blum

Gianna Blum hat 2006 das Land- gegen das Stadtleben eingetauscht und sucht immer noch nach dem Unterschied. Für Hinweise ist sie dankbar.


Publiziert am 9. Oktober 2013

3 Kommentare

  1. René Müller says:

    Was hat die MIGROS je selbst aufgebaut.? Seit jahrzehnten Trittbrettfahrer. Ich kann von der MIGROS Führungsspitze das gelaber von Ethik und Moral im Einkauf nicht mehr hören. Die Einkäufer/innen werden darauf getrimmt nach dem Motto zu arbeiten; “Und bist du nicht Willig, so brauch ich Gewalt.” Das ist MIGROS Ethik und Moral. Es begann mit Duttweiler. Weil damals die Kartelle Bier und Tabak zu stark waren und ihn nicht belieferten, hat er aus der Not eine Tugend gemacht. Er verkaufte die zwei Sortimente nicht, unter dem Vorwand der Volksgesundheit. Tatsache ist, er bekam die Ware nicht..

  2. René Müller says:

    Schade, dass der Bund mein Kommentar gelöscht hat. Wurde wohl von der MIGROS unter Druck gesetzt. Schade um den bisher neutralen Bund den ich seit meiner Kindheit, 50 Jahren, lese. Andere Blätter hatten den Mut die Tatsache zu veröffentlichen.

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  1. René Müller says:

    Was hat die MIGROS je selbst aufgebaut.? Seit jahrzehnten Trittbrettfahrer. Ich kann von der MIGROS Führungsspitze das gelaber von Ethik und Moral im Einkauf nicht mehr hören. Die Einkäufer/innen werden darauf getrimmt nach dem Motto zu arbeiten; “Und bist du nicht Willig, so brauch ich Gewalt.” Das ist MIGROS Ethik und Moral. Es begann mit Duttweiler. Weil damals die Kartelle Bier und Tabak zu stark waren und ihn nicht belieferten, hat er aus der Not eine Tugend gemacht. Er verkaufte die zwei Sortimente nicht, unter dem Vorwand der Volksgesundheit. Tatsache ist, er bekam die Ware nicht..

  2. René Müller says:

    Schade, dass der Bund mein Kommentar gelöscht hat. Wurde wohl von der MIGROS unter Druck gesetzt. Schade um den bisher neutralen Bund den ich seit meiner Kindheit, 50 Jahren, lese. Andere Blätter hatten den Mut die Tatsache zu veröffentlichen.

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