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  • Im Zentrum eines allfälligen Stadtfests: Der Poller. (Bild: Adrian Moser)

  • Hätte am Bärenfest ein Revival erfahren: Der Braune Mutz. (Bild: Michael Schneeberger)

  • Auch legendär: Der «Bund»-Bär.

  • Bärenfest von Plonk & Replonk.

  • Beim Fell-Verteilen. (Bild: Adrian Moser)

  • Vergessene Geschichte: Die Kampagne «Der Bär kommt zurück» mit Thomas Fuchs. (Bild: Michael Schneeberger)

  • Bärenfell von Urs. (Bild: Adrian Moser)

  • Fasnachtsbär mit Ueli Maurer und Alexander Tschäppät an der BEA. (Bild: Valérie Chételat)

  • Fasnachtsbär mit Narren. (Bild: Franziska Scheidegger)

  • Feiern das Pflaschterfescht: Alexander Tschäppät, Ursula Wyss, Sven Gubler. (Bild: Tobias Anliker)

Berner Stadtfestivitäten

Nach dem «Pflaschterfescht» droht Bern das «Pollerfescht» – so die Party-Think-Tanks dieser Stadt keine bessere Idee ausknobeln.

Ein letztes Mal gehts auf die Marktgass-Baustelle zurück. Denn dort wurde am Samstag bekanntlich das «Pflaschterfescht» gefeiert, ein Fest, das um 11 Uhr mit Reden und Antworten von Bern-City-Direktor Sven Gubler, Alexander Tschäppät und Ursula Wyss eröffnet wurde. Ein Fest, so schrieb ein Leser-Kommentator, mit «Seifenblasen als Hauptattraktion», ein Fest «für U10 und Ü80 + Begleiter (Eltern und Betreuer). Und um 20:00 ist es schon fertig. Schämt euch». Nun gut.

Jedenfalls ist es so, dass Stadtpräsident Tschäppät neben seinem Ringtone-Bonmot «Gass uf, Gass ab, Bratwurscht hiä, ä Bratwurscht da» dem Moderator des Gassenradios Energy Bern auch noch den Satz ins Mikrofon sprach, dass er sich freuen würde, wenn man auch mal ein Bern-Fest machen könnte, ohne dass man zuerst eine Gasse «pflästern» müsste.

Blickt man in das Archiv zurück, wäre ein solches Stadtfest eigentlich für das laufende Jahr 2013 vorgesehen gewesen. Der Anlass der Feier wäre das gemeinhin ungeläufige Jubiläum «500 Jahre Bärenhaltung in Bern» gewesen. Dieser Vorschlag wurde im Stadtrat niedergeschmettert, aus folgenden Gründen, wie es in einem Artikelaus dem Jahr 2011 heisst: Der Anlass des Fests «gefiel der Linken nicht. Denn die ersten Bären waren nach der Schlacht von Novara nach Bern gelangt, was die Linke als militaristischen Anlass empfand. ‘Die Schlacht mag schön gewesen sein’, fand dagegen SVP-Fraktionschef Roland Jakob. Er prangerte wie die übrige Rechte an, dass das Fest Steuergelder kosten würde.» Die Bonmot-Antwort eines «sichtlich genervten» Stadtpräsidenten: «Bär oder nicht Bär, das ist mir egal».

Falls das Fest stattgefunden hätte, hätte man jedenfalls viele Bilder aus der jüngeren und älteren Lokalgeschichte hervorkramen und in der Altstadt oder beim Bärengraben aufhängen können: So etwa das Bild eines jugendlich wirkenden Thomas Fuchs, wie er seine Kampagne «Der Bär kommt zurück» bewirbt, man hätte das Fell des Bären Urs mit oder ohne Barbara Hayoz, eine alte, schöne Illustration von Plonk & Replonk, natürlich zahllose Fasnachtsbären (inklusive Ueli Maurer und Alex Tschäppät), den «Bund»-Bären oder auch den verblichenen «Braunen Mutz» von der Genfergasse zeigen können.

Doch eben: Es gilt nun, da das Bern-Fest dank dem Votum des Stapis wieder auf dem politischen Parkett erscheint, einen neuen Anlass für die Party, die jenseits des Wappentiers liegt, zu zimmern. Und falls eine grosse, parallelaktionsmässige Idee nicht gefunden werden kann, kann die Stadt analog dem «Pflaschterfescht» auf ein anderes sanierungsbedürftiges Bauwerk verweisen: Wie die «Berner Zeitung» am Samstag berichtete, versagt der verkehrsregulierende Poller in der Aarbergergasse seit längerem Zeit seinen Dienst. Sobald dieser wieder funktioniert, könnte man dann immer noch ein «Pollerfescht» veranstalten.

Benedikt Sartorius

Benedikt Sartorius lebt seit dem Transfer aus dem Oberland in Bern und hat seit einiger Zeit Frieden mit der Stadt geschlossen. Eine gewisse Neigung zum Sandstein- und Laubenallergiker ist aber immer noch spürbar.


Publiziert am 16. September 2013

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