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Jeder Pflasterstein an seinem Platz

Die schönste Baustelle der Welt hat ein Ende – und das will mit einem «Pflaschterfescht» gefeiert werden. Doch ohne Sorgen ist die wiederhergestellte Stadt Bern nicht.

«Jetzt sieht das Ganze endlich wieder wie ein Weltkulturerbe aus», jubelt Bernmobil-Mann Markus Anderegg. Denn nun, nach halbjähriger Sperrung der Hauptschlagader der Abendverkaufs-Gängerschaft, ist auch der letzte Pflasterstein wieder an seinem Platz. Vorbei die Zeiten des Laubengangs, vorbei die Zeiten der fehlenden Tramwand und vorbei auch die Zeiten der schwindelerregenden Passerellen.

Einzige bekannte Kollateralschäden der «schönsten Baustelle der Welt»: Ein durchtrenntes Swisscom-Kabel, geschrumpfte Geschäftsumsätze und eine zerstörte historische Brunnenfigur. Bern scheint also wieder fertig gebaut und das wird denn auch gebührend gefeiert – mit einem «Pflaschterfescht».

Abseits der wiederauferstandenen Hauptstrasse der Abend- und Samstagnachmittagsverkaufsanhängerschaft ist die Baustadt Bern weniger glücklich unterwegs. 200 Kilogramm schwere Treppenstufen fallen in die Tiefe, die schöne Brache in der Lorraine bleibt noch ein wenig länger vom «Bauzimmer» verschont und wo denn nun der Running Gag des Hochhauses realisiert werden soll, ist immer noch unklar. Als Erfolg darf die Stadt da den Bau des Wasserfalls in der Elfenau vermelden.

Bern, dieses statische Zentrum des Sandsteins, ist doch noch nicht ganz fertig gebaut – zumindest in den Quartieren und Aussenbezirken. Doch immerhin: Das Zentrum sieht jetzt wieder wie ein Weltkulturerbe aus.

Benedikt Sartorius

Benedikt Sartorius lebt seit dem Transfer aus dem Oberland in Bern und hat seit einiger Zeit Frieden mit der Stadt geschlossen. Eine gewisse Neigung zum Sandstein- und Laubenallergiker ist aber immer noch spürbar.


Publiziert am 13. September 2013

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