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Hat auch nichts zu lachen: Der Junge im roten Pullover unter der Knute von «Kindergarten Cop» Arnold Schwarzenegger.

Der Berner Nachwuchs hat nichts zu lachen

In Kehrsatz dürfen Jugendliche nach zehn Uhr nicht mehr auf die Strasse, und im Kindergarten herrscht ein Weissbrot-Embargo. Bern sollte allmählich acht geben, seine Zöglinge nicht zu vergraulen.

Der Schulleiter ist irritiert, die Jugendlichen sind verärgert und die Jungsozialisten sind ausser sich: Die Ausgangssperre in Kehrsatz, die Jugendliche unter 16 Jahren nach zehn Uhr von der Strasse fernhalten soll, sorgt für reichlich Zündstoff. Derart in der persönlichen Freiheit beschnitten zu werden, ist wahrlich kein Spass.

Einmal mehr muss die Altersgruppe der unmündigen Menschen mit semi-erwachsenen Bedürfnissen erfahren, dass ihr Platz in der Öffentlichkeit arg eingeschränkt ist: Zu den spassigen Clubs haben sie noch keinen Zutritt, einen Jugendtreff gibt es nicht und die abendlichen Konzilien beim Velounterstand der Dorfschule sind plötzlich verboten.

Nun zeigen Hauptstädter-Recherchen, dass die Gängelung junger Menschen im Kanton Bern Tradition hat. Und zwar nicht erst, seit Interlaken, Ins und Kerzers die Ausgangssperre für Jugendliche salonfähig gemacht haben.

Es beginnt bereits im Kindergartenalter. Die Bevormundung unserer jungen Mitmenschen kommt in der Gestalt der DVD «Elterninfo: Kindergarten» daher (Trailer durch Anklicken ansehen), einem 34-minütigen Film, der Eltern von Kindergartenaspirantinnen und –aspiranten über Sinn und Zweck, aber auch die Regeln des Kindergartenbesuchs aufklärt. Gratis und mehrsprachig wird es an Bernerinnen und Berner mit Kindern im kindergartenfähigen Alter geschickt, schliesslich findet am 31. Januar auch schon das Einschreiben für den neuen Jahrgang statt.

Natürlich kommt das alles hübsch verpackt daher, das Wohl des Kindes steht im Zentrum, «ihrem Kind soll es im Kindergarten und später in der Schule gut gehen», sagt die Berner Ex-Sozialdirektorin Edith Olibet in der Einleitung.

Doch dann werden die Regeln bekanntgegeben, und es sind strenge Regeln, die da gelten in unseren städtischen Kindergärten. «Ihr Kind muss sich bewegen» ist eine der einleuchtenderen, schliesslich liegt die Bewegung irgendwie in der Natur des Kindes, doch andere scheinen doch übers Ziel hinauszuschiessen. «Schokolade, Weissbrot, Süssigkeiten und gezuckerte Getränke gehören nicht in den Kindergarten», sagt die Stimme aus dem Off, und das brüskiert dann doch in seiner Absolutheit. Ein Weissbrot-Embargo im Kindergarten? Wir erinnern uns mit Freude an die Geburtstage unserer Kindergartenkollegen, die dann jeweils eine Batterie Weggli und Schoggistängeli zum Wiegenfest offerierten. Das alles soll der Vergangenheit angehören?

Es sind beunruhigende Tendenzen, die da festgestellt werden. Die Entscheidungsträger sollten sich eins in Erinnerung rufen: Die allermeisten Kindergartenkinder, ja selbst ein Grossteil der renitenten Jugend wird dereinst einmal zum Steuerzahler im Kanton Bern werden. Sie täten gut daran, diese Hoffnungsträger nicht vor der Zeit zu vergraulen.

Schliesslich hat das Herumlungern im öffentlichen Raum auch seine Funktion im Prozess des Erwachsenwerdens. Wie formuliert die Stimme aus dem Off im Kindergarten-Video so schön? «Beim Spiel lernt Ihr Kind, sich durchzusetzen und zu teilen, um später (…) zurechtzukommen.» Oder: «Auch wenn es schwer fällt, Sie müssen Ihr Kind alleine gehen lassen. Das ist wichtig für sein Selbstvertrauen und seine Selbständigkeit.»

Und, nicht zuletzt: «Es geht um die Gesellschaft, zu lernen, Konflikte zu lösen (…). Zu lernen, wie man sich in einer Gesellschaft bewegt.»

Hanna Jordi

Hanna Jordi lebt in Bern seit 1985. Etwas anderes hat sich bislang nicht aufgedrängt.


Publiziert am 18. Januar 2013

21 Kommentare

  1. marie says:

    wurden denn nach 22:00 so viele gartenzwerge in chäsitz beschädigt? diese form von aggression kann nur am weissbrotkonsum liegen.
    fragen über fragen…
    musste zuerst checken, ob wir den 1. april haben. nö, dauert noch eine weile.

    • Jürg Schneeberger says:

      Uns wurde gar in der Sekundarschule noch im letzten Jahrhundert verboten, in der benachbarten Bäckerei “Pfünderli”, ruch oder weiss, und Süssigkeiten zu “gänggelen”. Es gab aber auch noch kaum übergewichtige Kinder, man bewegte sich in der Freizeit, weil sogar echte Arbeit im und ums Haus zu verrichten war und man lernte, gelegentlich zu verzichten, dafür etwas Mitverantwortung für das Zusammenleben in der Familie und der Gesellschaft zu übernehmen. Es wurde wohl nicht jeden Tag geduscht und Wäsche gewechselt, dafür war es selbstverständlich sich nicht mit den Schuhen auf Sofas und Betten zu räkeln oder rücksichtslos an Polstern der ÖV zu polieren, gerade heute, wo wieder Spucken Mode ist. Zum Frühstück gab es bei uns sogar Grahambrot und ich bin trotzdem problemlos erwachsen geworden, bestens durchs Leben gekommen und leider ein lausiger, widerwilliger Steuerzahler geworden. Also, füttert unseren Jüngsten Weissbrot und Schoggistängeli, dann essen sie vielleicht nichts Schlimmeres wie Kinder-Milchschnitten und überzuckerte Müeslipräparate und werden dereinst vorbildliche SteuerzahlerInnen. Auf solche Zusammenhänge muss man erst kommen

  2. D. Bach says:

    Die Angst regiert die Welt. Den jungen Menschen dies vor allem durch die Eltern wird dauernd Angst gemacht. Jeder sollte heute wissen, dass es egal ist ob dunkel oder helles Brot (das beweissen auch Studien). Die Abwechslung und das Maas machts, wie überall im Leben. Mein Vater glaubte den Quatsch und ass nur noch dunkles Brot oder Körnchenbrot – er starb mit 74 innerhalb 3 Monate an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Übergewicht kommt nicht vom zu vielen essen sondern von viel zuwenig Bewegung. Es sollte mehr Turnlehrer/Innen geben anstatt Psychologen und Ernährungsberater/Innen. Aber es ist leichter zu dozieren als mit Beispiel voran zu gehen (geht mir auch nicht anders). Ein Alter Mann sagte mir letzthin, er schaue viel aus dem Fenster und er bedaure die Jugend von heute. Er habe in der Vergangenheit viel mehr Freiheiten gehabt. Die Jungen dürfen und können nicht mehr machen als “herumhängen”. Sie werden vergessen von den Alten und Erwachsenen. Keine Streiche, keine Freiräume, keine Bestätigung, geht mal eine Scheibe zu bruch, oder sind die Jungen zu laut wird die Polizei gerufen und sie werden hauptsächlich nicht mehr gebraucht oder eingesetzt. Natürlich klingt das pauschal aber für viele Jugendliche auch aus Migrationsländern ist dies leider der Alltag.

  3. Marcel Zufferey says:

    Zuerst habe ich gedacht, das sei eine Zeitungsente: Ist denn schon der 1. April? Nein, das ist bitterer ernst! Was erdreistet sich der Staat eigentlich, wenn er die freiheitlichen Rechte- und die Lebensführung- seiner Bürger so stark einschränkt? Solcherlei Gebaren würde bei mir als Vater nur eines bewirken: So schnell als möglich den ansonsten so sympathischen Kanton Bern zu verlassen! Als Nächstes wird wohl ein Beamter in jedem Haushalt installiert, um.. ich weiss gar nicht mehr, was ich dazu sagen soll: Wenn es hier nicht geschrieben stünde, hätte ich solches in der Schweiz für völlig unmöglich gehalten!

    • Franz Mueller says:

      Eins vorneweg: äls älterer Herr, der mithalf drei Kinder grosszuziehen, kann ich über viele heutige Pseudoeltern nur noch den Kopf schütten! In 1. Klasse ein Handy, genügend Taschengeld um es am Kiosk für Süsszeugs zu verdampfen kein Znünibrot/Apfel mehr für die Pause. Sobald die Goofen dann in die Pubertät kommen, ist vielen die Schule völlig egal, am liebsten rumhängen bis spät in die Nacht, um dann nicht ausgeschlafen aufzustehen. Begreife Gemeinden/Städte die die Reissleine ziehen, weil die Eltern nichts mehr taugen. Kinderzerziehung? Fehlanzeige, dafür aber selber stundenlang am Handy Stuss quatschen ist wichtiger. So sehen wir jetzt viel zu viele Kinder auf den Strassen/Plätze, die kaum lebenstauglich rumgammeln, künftige Sozialhilfeempfänger in Sicht. Super!

    • Marcel Zufferey says:

      Mein lieber Herr Müller, was haben denn Sie für ein negatives Bild unserer Jugend? Schockierend! Ich möchte Ihnen in Erinnerung rufen, dass die Schweiz eine der tiefsten Jugendarbeitslosenquoten in Europa aufweist, die Bildungsabschlüsse immer höher klettern und die Jugend-Kriminalitätsrate hierzulande ausserordentlich tief ist. Aber eigentlich Sie haben Recht: Diese Rotzlöffel haben kein Anrecht auf Ablenkung und Vergnügen, das Leben ist schliesslich Pflicht und Aufopferung! Unter Dikator Ferdinand Marcos gab es auf den Philippinen seinerzeit auch Ausgangssperren- bezeichnenderweise ebenfalls ab 22.00 Uhr Abends, für die ganze Bevölkerung, notabene. Ich finde das noch gut: Diese unfähigen Eltern heute… also wirklich! Ab 22.00 Uhr ebenfalls weg schliessen!

  4. Hans Käslin says:

    So ein Quatschbericht und dazu noch in eigener Sache um eine Wohnung betteln. Frecher und Dümmer gaats nümmer. RTL Niveau – Nein Danke

    • Benedikt Sartorius says:

      So ein Quatschbericht und dazu noch in eigener Sache um eine Wohnung betteln

      Nun, Herr Käslin, mir scheint, ich habe da einen anderen Text gelesen.

  5. Francesca Mettier says:

    Wenn ich manchmal sehe, was Mütter Ihren Kindern zu Hause so alles zu essen geben (kochen wäre dafür ein zu gewagtes Wort) ist so ein Weissbrötchen mit Schoggistängeli darin geradezu ein Gesundbrunnen. Das sich aber die 16-Jährigen ab 22.00 nich mehr draussen herumtreiben dürfen ist schon richtig, sie nerven nämlich tagsüber schon genug.

    • Patrik Siegenthaler says:

      Wie oft beobachten Sie Mütter, die ihre Kinder bekochen, um ein objektives Bild darüber zu erhalten, ob sich Kinder gesund ernähren? Es gibt leider auch Erwachsene, die mir richtig auf die Nerven gehen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob man sie aufgrund dessen ab einer bestimmten Zeit einsperren darf. Vielen Dank für diesen informativen Beitrag, Frau Mettier.

    • Adam Gretener says:

      Aha, Kinder gehen ihnen also auf die Nerven. Mit 16 war ich alleine mit Freunden in den Ferien in Portugal, fuhr mit dem Velo von Zürich nach Yverdon, übernachtete mit Zelt im Wald, machte Fronarbeit in den Bergen, trank auch mal ein Bier, verliebte mich am Strand des Neuenburger-Sees, fuhr Wasserski in Estavayer, machte Elm unsicher auf den Skiern. Und nun raten Sie, wer mir so richtig auf die Nerven geht. Genau…

    • hofmann says:

      Diejenigen, die mit Weissbrot + Schoggistängeli, Süssgetränken, etc. gefüttert werden, das sind dann eben diejenigen, die im Nachhinein mit vielen Steuergeldern behandelt, therapiert werden müssen weil sie verfettet, übergewichtig, Hyperaktiv, sind, kiffen, rauchen, saufen, belästigen, pöbeln, randalieren und gewalttätig sind gegen alle und alles was ihnen über den Weg läuft oder gerade dummerweise da steht. Das sind diejenigen, die unser Soziallsystem aushöhlen, es für die anständigen Bürger, die das bezahlen müssen, unbezahlbar macht.

    • Patrik Siegenthaler says:

      @ Hofmann: Potz tausend, was Sie alles wissen und beweisen können. Schokolade, Weissbrot und Coca Cola sind demnach die Wurzel allen Übels und sollten verboten werden, richtig? Wow, und bisher hielt ich Cannabis für eine Einstiegsdroge. Nie hätte ich mir träumen lassen, das Killer…. äh ich meine Kinderschokolade auch eine ist.

  6. Ursula Gruemann says:

    Unsere drei Kinder gingen im Tessin in den Kindergarten und alle Schulen. In der Elementarschule wurde täglich das Znüni kontrolliert und alles, was süss oder sonstwie “ungesund” war, eingezogen. Resultat: drei Kinder um die dreissig, die alle keine einzige Karies an den Zähnen haben und sich bewusst ernähren. Ich bin der Schule dankbar, dass sie mich bei der Erziehung unterstützt haben. Unsere Kinder hätten wohl auch ohne Schule gelernt, wie man sich gesund ernährt, sicherlich aber haben viele profitieren können, bei denen dies zu Hause keine Wichtigkeit hatte.

  7. Etno says:

    Die Gemeine Kehrsatz hat ung. 4000 Einwohner , wovon 20% Kinder von 0-19 Jahr; rechnet man dies um, kommt man vielleicht auf 100-150 Kinder, wo diese eigenartige Ausgangssperre gilt
    Zu erleben gibts jedoch in Kehrsatz absolut nichts ( eine Durchgansstrasse, ein Coop und eine Tennishalle ).Gewählt wird zu fast 30% auf die SVP…sagt alles
    Dies nun als Kantons-Problem hinzustellen ist doch ein Stück übertrieben

  8. barbara says:

    nun: wenn der gesunde Menschenverstand nicht mehr existiert, muss der Staat/die Gemeinde/die Behörden Regeln setzen. Ich bin Mutter einer bald 20-Jährigen. Ich hätte meinem Kind nie im Leben erlaubt nach 22:00h noch auf der Strasse rum zu hängen. 1. hatte sie genug Zeit zwischen Schulschluss und Abendessen ihre Beziehungen zu pflegen und wo auch immer rum zu hängen. Zudem gab es auch noch Möglichkeiten Gspänli (Teenager) mit heim zu bringen zum Znacht und danach noch zusammen im Zimmer rum zu hängen. Die Teenager sind in der Zeit eh gefordert mit Schule, Berufswahl, und Hormonschüben. Meine Tochter war sehr oft müde und ich hätte zu ihrem Schutz keine Erlaubnis gegeben, so lange draussen zu bleiben. (In Kehrsatz ist ja ab 22:00h Ende der Fahnenstange. Wie lange haben die sich da getummelt? Bis Mitternacht?) Wenn Schüler dann am nächsten Tag, wenn sie bis 22.00 draussen waren (dann muss man noch heim und ausziehen und noch per sms die Kollegen updaten) also, Schlaf ab ca. Mitternacht, wie konzentriert können diese am nächsten Tag im Unterricht sein?
    Wenn die Eltern sich nicht um das körperliche Wohl kümmern, weil sie die Diskussion mit den eigenen Kindern scheuen oder sogar angst vor ihnen haben, muss halt ein anderes Instrument genutzt werden, damit die Kinder sich einigermassen gesund entwickeln können. Weil Eltern, die den Erziehungsauftrag nicht wahrnehmen, den eigenen Kindern wohl auch nicht beibringen, dass es sich nicht gehört, laut rum zu krakeelen und den eigenen Müll zu entsorgen, öffentliches Gut nicht zu zerstören etc. muss die Gesellschaft (in diesem Fall die Gemeinde) die Erziehung bis zu einem gewissen Punkt übernehmen.
    Dies geht absolut gegen meine Einstellung dass der Mensch frei sein soll sich zu bewegen wo und wie er möchte (solange er sich selber und andere nicht gefährdet) und dass alle Eltern frei sein sollen ihre Kinder zu erziehen wie sie möchten. Nur: wenn sie es nicht tun, was wird dann aus den jungen Menschen? Was wird aus unserer Gesellschaft? Jugendliche müssen doch nicht nur lernen sich in der Gruppe zu positionieren sondern auch, dass es auch Grenzen gibt in denen man sich bewegen kann. Dies müssen wir Erwachsene doch auch. Wir müssen auch zu bestimmten Zeiten bei der Arbeit sein und dort die Leistung abliefern für die wir den Lohn erhalten. Und da kann ich auch nicht an 5 Tagen der Woche, das ganze Jahr über, übermüdet erscheinen und meine Leistung nicht bringen oder meine Kollegen meine Arbeit tun lassen. Und die Verbote die Eltern (oder eben Kehrsatz) aussprechen, sollen doch den Jugendlichen auf dies vorbereiten, meine ich.

    • Hansruedi says:

      Sie sprechen hier von einem total verwahrlosten Jugendlichen, der täglich bis in die späten Stunden draussen ist und sicher noch Drogen konsumiert. Dies ist aber ein Sonder(=seltener)fall. Da sollte eigentlich das soziale System der Gemeinde (Schule, Eltern, meinetwegen auch die Polizei) diesen Sonderfall erkennen und wenn nötig gezielt eingreiffen.
      Das Problem dieser Ausgangssperre ist die Kollektivbestrafung. Hier werden 15-Jährige, die wöchentlich 2 mal ins (Fussball-, Volleyball-, usw) Training gehen, das bis um 22:00 geht, quasi gezwungen dieses Verordnung zu brechen.
      Jugendliche im Alter von 13-15 haben zusätzlich sicher ein genügend starkes Immunsystem, um 2-3 mal in der Woche länger (Bis 12 Uhr) aufzubleiben ohne Spätfolgen. Dieses Gesetz ist also in jeder hinsicht übertrieben und unnötig. Bisschen mehr für die Jugendlichen zu machen wäre sicher sinnvoller und auch längerfristig gedacht.

  9. Robert Nyffenegger says:

    Im Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland”
    Jeremias Gotthelf 1797 – 1854, Text von mir 1938 – bis auf weiteres

    Säugling
    „Horch, lieber Hans, steh endlich auf!
    Der Fritzli kriegt wohl keinen Schnauf.
    Er schreit und zetert mordio,
    So wird man nicht des Schlafes froh.
    Hol ihn geschwind in unser Bett,
    Gehört doch jetzt zu unsrem Set.
    Das Schlafen zwischen Elternteilen,
    Das stoppt doch rasch das lästig Greinen.“

    Kleinkind
    „Die Brotrind musst du nimmer Essen,
    Das geben wir dem Schwan zum fressen.
    Du willst die Pommes mit Ketchup,
    Versteh dich gut, ich hol`s im Trab.
    Du willst auch noch die Mayonnaise,
    Versteh dich gut, willst keinen Käse.
    Du möchtest jetzt eine Glace,
    Das kriegst du doch, von deiner Fee.“

    Schulkind
    „Du kriegst vom Lehrer einen Rüffel?
    Das darf nicht sein, das ist ein Büffel.
    Ich werde mich sogleich beschweren,
    Das dürfte ihn dann Mores lehren.
    Du hast im Rechnen eine Drei,
    Das ist nicht schlimm, ist Einerlei.
    Dein Vater hatte stets ne Vier
    Und ist trotzdem ein hohes Tier.“

    Pubertät
    „Du hast dein Sackgeld aufgebessert
    Und so mein Haushaltsgeld verwässert.
    Doch macht mir dieses keinen Kummer;
    Im Schlagzeug bist `ne tolle Nummer.
    Im TV, Facebook und Computer,
    Bist du ein echter Troubleshooter.
    Du bist ein soziales Wesen,
    Das sieht man an den Mobil-Spesen.“

    Schüler
    „Klar, wirst Du Matura machen,
    Alles andre wär zum Lachen.
    Das bisschen kiffen und auch schnüffeln,
    Das unterstützt dich doch beim büffeln.
    Verkennt der Lehrer dein Genie,
    Denk an den ersten Preis beim Ski.
    Dein Vater weiss doch immer Rat,
    Hast einen Platz im Internat.“

    Student
    „Nach sieben Jahren – Abitur,
    Das ist ja super, ist `ne Fuhr.
    Jetzt machst in Geisteswissenschaft,
    Ich weiss, das fordert deine Kraft.
    Vielleicht wirst du jetzt Psycholog,
    Gehört sich so, aus gutem Trog.
    Doch ebenfalls Politologe,
    Wär heut im allgemeinen Soge.“

    Beruf
    „Hurra, hurra, ich gratuliere,
    Hast eine Staatsstell bei der Schmiere.
    Dein Weg nach oben ist gerettet,
    Man liegt doch so, wie man sich bettet.
    Mit dem Parteibuch der SP,
    Ist das von gestern doch kein Schnee.
    Deine Zukunft ist nicht düster,
    Denn bald bist du der Herr Minister!“

    • Francesca Mettier says:

      Ja, dieser Meinung schliesse ich mich an. Dieser Kommentar in Gedichtform ist absolut genial. Genau so verhält es sich nämlich im Grosen und Ganzen im heilen Schweizerland.

    • Katrin Werner says:

      Toll geschrieben! Das ist nicht nur in der Schweiz so, in Italien ist das noch schlimmer1

Alle Kommentare zeigen
  1. marie says:

    wurden denn nach 22:00 so viele gartenzwerge in chäsitz beschädigt? diese form von aggression kann nur am weissbrotkonsum liegen.
    fragen über fragen…
    musste zuerst checken, ob wir den 1. april haben. nö, dauert noch eine weile.

    • Jürg Schneeberger says:

      Uns wurde gar in der Sekundarschule noch im letzten Jahrhundert verboten, in der benachbarten Bäckerei “Pfünderli”, ruch oder weiss, und Süssigkeiten zu “gänggelen”. Es gab aber auch noch kaum übergewichtige Kinder, man bewegte sich in der Freizeit, weil sogar echte Arbeit im und ums Haus zu verrichten war und man lernte, gelegentlich zu verzichten, dafür etwas Mitverantwortung für das Zusammenleben in der Familie und der Gesellschaft zu übernehmen. Es wurde wohl nicht jeden Tag geduscht und Wäsche gewechselt, dafür war es selbstverständlich sich nicht mit den Schuhen auf Sofas und Betten zu räkeln oder rücksichtslos an Polstern der ÖV zu polieren, gerade heute, wo wieder Spucken Mode ist. Zum Frühstück gab es bei uns sogar Grahambrot und ich bin trotzdem problemlos erwachsen geworden, bestens durchs Leben gekommen und leider ein lausiger, widerwilliger Steuerzahler geworden. Also, füttert unseren Jüngsten Weissbrot und Schoggistängeli, dann essen sie vielleicht nichts Schlimmeres wie Kinder-Milchschnitten und überzuckerte Müeslipräparate und werden dereinst vorbildliche SteuerzahlerInnen. Auf solche Zusammenhänge muss man erst kommen

  2. D. Bach says:

    Die Angst regiert die Welt. Den jungen Menschen dies vor allem durch die Eltern wird dauernd Angst gemacht. Jeder sollte heute wissen, dass es egal ist ob dunkel oder helles Brot (das beweissen auch Studien). Die Abwechslung und das Maas machts, wie überall im Leben. Mein Vater glaubte den Quatsch und ass nur noch dunkles Brot oder Körnchenbrot – er starb mit 74 innerhalb 3 Monate an Bauchspeicheldrüsenkrebs. Übergewicht kommt nicht vom zu vielen essen sondern von viel zuwenig Bewegung. Es sollte mehr Turnlehrer/Innen geben anstatt Psychologen und Ernährungsberater/Innen. Aber es ist leichter zu dozieren als mit Beispiel voran zu gehen (geht mir auch nicht anders). Ein Alter Mann sagte mir letzthin, er schaue viel aus dem Fenster und er bedaure die Jugend von heute. Er habe in der Vergangenheit viel mehr Freiheiten gehabt. Die Jungen dürfen und können nicht mehr machen als “herumhängen”. Sie werden vergessen von den Alten und Erwachsenen. Keine Streiche, keine Freiräume, keine Bestätigung, geht mal eine Scheibe zu bruch, oder sind die Jungen zu laut wird die Polizei gerufen und sie werden hauptsächlich nicht mehr gebraucht oder eingesetzt. Natürlich klingt das pauschal aber für viele Jugendliche auch aus Migrationsländern ist dies leider der Alltag.

  3. Marcel Zufferey says:

    Zuerst habe ich gedacht, das sei eine Zeitungsente: Ist denn schon der 1. April? Nein, das ist bitterer ernst! Was erdreistet sich der Staat eigentlich, wenn er die freiheitlichen Rechte- und die Lebensführung- seiner Bürger so stark einschränkt? Solcherlei Gebaren würde bei mir als Vater nur eines bewirken: So schnell als möglich den ansonsten so sympathischen Kanton Bern zu verlassen! Als Nächstes wird wohl ein Beamter in jedem Haushalt installiert, um.. ich weiss gar nicht mehr, was ich dazu sagen soll: Wenn es hier nicht geschrieben stünde, hätte ich solches in der Schweiz für völlig unmöglich gehalten!

    • Franz Mueller says:

      Eins vorneweg: äls älterer Herr, der mithalf drei Kinder grosszuziehen, kann ich über viele heutige Pseudoeltern nur noch den Kopf schütten! In 1. Klasse ein Handy, genügend Taschengeld um es am Kiosk für Süsszeugs zu verdampfen kein Znünibrot/Apfel mehr für die Pause. Sobald die Goofen dann in die Pubertät kommen, ist vielen die Schule völlig egal, am liebsten rumhängen bis spät in die Nacht, um dann nicht ausgeschlafen aufzustehen. Begreife Gemeinden/Städte die die Reissleine ziehen, weil die Eltern nichts mehr taugen. Kinderzerziehung? Fehlanzeige, dafür aber selber stundenlang am Handy Stuss quatschen ist wichtiger. So sehen wir jetzt viel zu viele Kinder auf den Strassen/Plätze, die kaum lebenstauglich rumgammeln, künftige Sozialhilfeempfänger in Sicht. Super!

    • Marcel Zufferey says:

      Mein lieber Herr Müller, was haben denn Sie für ein negatives Bild unserer Jugend? Schockierend! Ich möchte Ihnen in Erinnerung rufen, dass die Schweiz eine der tiefsten Jugendarbeitslosenquoten in Europa aufweist, die Bildungsabschlüsse immer höher klettern und die Jugend-Kriminalitätsrate hierzulande ausserordentlich tief ist. Aber eigentlich Sie haben Recht: Diese Rotzlöffel haben kein Anrecht auf Ablenkung und Vergnügen, das Leben ist schliesslich Pflicht und Aufopferung! Unter Dikator Ferdinand Marcos gab es auf den Philippinen seinerzeit auch Ausgangssperren- bezeichnenderweise ebenfalls ab 22.00 Uhr Abends, für die ganze Bevölkerung, notabene. Ich finde das noch gut: Diese unfähigen Eltern heute… also wirklich! Ab 22.00 Uhr ebenfalls weg schliessen!

  4. Hans Käslin says:

    So ein Quatschbericht und dazu noch in eigener Sache um eine Wohnung betteln. Frecher und Dümmer gaats nümmer. RTL Niveau – Nein Danke

    • Benedikt Sartorius says:

      So ein Quatschbericht und dazu noch in eigener Sache um eine Wohnung betteln

      Nun, Herr Käslin, mir scheint, ich habe da einen anderen Text gelesen.

  5. Francesca Mettier says:

    Wenn ich manchmal sehe, was Mütter Ihren Kindern zu Hause so alles zu essen geben (kochen wäre dafür ein zu gewagtes Wort) ist so ein Weissbrötchen mit Schoggistängeli darin geradezu ein Gesundbrunnen. Das sich aber die 16-Jährigen ab 22.00 nich mehr draussen herumtreiben dürfen ist schon richtig, sie nerven nämlich tagsüber schon genug.

    • Patrik Siegenthaler says:

      Wie oft beobachten Sie Mütter, die ihre Kinder bekochen, um ein objektives Bild darüber zu erhalten, ob sich Kinder gesund ernähren? Es gibt leider auch Erwachsene, die mir richtig auf die Nerven gehen. Aber ich bin mir nicht sicher, ob man sie aufgrund dessen ab einer bestimmten Zeit einsperren darf. Vielen Dank für diesen informativen Beitrag, Frau Mettier.

    • Adam Gretener says:

      Aha, Kinder gehen ihnen also auf die Nerven. Mit 16 war ich alleine mit Freunden in den Ferien in Portugal, fuhr mit dem Velo von Zürich nach Yverdon, übernachtete mit Zelt im Wald, machte Fronarbeit in den Bergen, trank auch mal ein Bier, verliebte mich am Strand des Neuenburger-Sees, fuhr Wasserski in Estavayer, machte Elm unsicher auf den Skiern. Und nun raten Sie, wer mir so richtig auf die Nerven geht. Genau…

    • hofmann says:

      Diejenigen, die mit Weissbrot + Schoggistängeli, Süssgetränken, etc. gefüttert werden, das sind dann eben diejenigen, die im Nachhinein mit vielen Steuergeldern behandelt, therapiert werden müssen weil sie verfettet, übergewichtig, Hyperaktiv, sind, kiffen, rauchen, saufen, belästigen, pöbeln, randalieren und gewalttätig sind gegen alle und alles was ihnen über den Weg läuft oder gerade dummerweise da steht. Das sind diejenigen, die unser Soziallsystem aushöhlen, es für die anständigen Bürger, die das bezahlen müssen, unbezahlbar macht.

    • Patrik Siegenthaler says:

      @ Hofmann: Potz tausend, was Sie alles wissen und beweisen können. Schokolade, Weissbrot und Coca Cola sind demnach die Wurzel allen Übels und sollten verboten werden, richtig? Wow, und bisher hielt ich Cannabis für eine Einstiegsdroge. Nie hätte ich mir träumen lassen, das Killer…. äh ich meine Kinderschokolade auch eine ist.

  6. Ursula Gruemann says:

    Unsere drei Kinder gingen im Tessin in den Kindergarten und alle Schulen. In der Elementarschule wurde täglich das Znüni kontrolliert und alles, was süss oder sonstwie “ungesund” war, eingezogen. Resultat: drei Kinder um die dreissig, die alle keine einzige Karies an den Zähnen haben und sich bewusst ernähren. Ich bin der Schule dankbar, dass sie mich bei der Erziehung unterstützt haben. Unsere Kinder hätten wohl auch ohne Schule gelernt, wie man sich gesund ernährt, sicherlich aber haben viele profitieren können, bei denen dies zu Hause keine Wichtigkeit hatte.

  7. Etno says:

    Die Gemeine Kehrsatz hat ung. 4000 Einwohner , wovon 20% Kinder von 0-19 Jahr; rechnet man dies um, kommt man vielleicht auf 100-150 Kinder, wo diese eigenartige Ausgangssperre gilt
    Zu erleben gibts jedoch in Kehrsatz absolut nichts ( eine Durchgansstrasse, ein Coop und eine Tennishalle ).Gewählt wird zu fast 30% auf die SVP…sagt alles
    Dies nun als Kantons-Problem hinzustellen ist doch ein Stück übertrieben

  8. barbara says:

    nun: wenn der gesunde Menschenverstand nicht mehr existiert, muss der Staat/die Gemeinde/die Behörden Regeln setzen. Ich bin Mutter einer bald 20-Jährigen. Ich hätte meinem Kind nie im Leben erlaubt nach 22:00h noch auf der Strasse rum zu hängen. 1. hatte sie genug Zeit zwischen Schulschluss und Abendessen ihre Beziehungen zu pflegen und wo auch immer rum zu hängen. Zudem gab es auch noch Möglichkeiten Gspänli (Teenager) mit heim zu bringen zum Znacht und danach noch zusammen im Zimmer rum zu hängen. Die Teenager sind in der Zeit eh gefordert mit Schule, Berufswahl, und Hormonschüben. Meine Tochter war sehr oft müde und ich hätte zu ihrem Schutz keine Erlaubnis gegeben, so lange draussen zu bleiben. (In Kehrsatz ist ja ab 22:00h Ende der Fahnenstange. Wie lange haben die sich da getummelt? Bis Mitternacht?) Wenn Schüler dann am nächsten Tag, wenn sie bis 22.00 draussen waren (dann muss man noch heim und ausziehen und noch per sms die Kollegen updaten) also, Schlaf ab ca. Mitternacht, wie konzentriert können diese am nächsten Tag im Unterricht sein?
    Wenn die Eltern sich nicht um das körperliche Wohl kümmern, weil sie die Diskussion mit den eigenen Kindern scheuen oder sogar angst vor ihnen haben, muss halt ein anderes Instrument genutzt werden, damit die Kinder sich einigermassen gesund entwickeln können. Weil Eltern, die den Erziehungsauftrag nicht wahrnehmen, den eigenen Kindern wohl auch nicht beibringen, dass es sich nicht gehört, laut rum zu krakeelen und den eigenen Müll zu entsorgen, öffentliches Gut nicht zu zerstören etc. muss die Gesellschaft (in diesem Fall die Gemeinde) die Erziehung bis zu einem gewissen Punkt übernehmen.
    Dies geht absolut gegen meine Einstellung dass der Mensch frei sein soll sich zu bewegen wo und wie er möchte (solange er sich selber und andere nicht gefährdet) und dass alle Eltern frei sein sollen ihre Kinder zu erziehen wie sie möchten. Nur: wenn sie es nicht tun, was wird dann aus den jungen Menschen? Was wird aus unserer Gesellschaft? Jugendliche müssen doch nicht nur lernen sich in der Gruppe zu positionieren sondern auch, dass es auch Grenzen gibt in denen man sich bewegen kann. Dies müssen wir Erwachsene doch auch. Wir müssen auch zu bestimmten Zeiten bei der Arbeit sein und dort die Leistung abliefern für die wir den Lohn erhalten. Und da kann ich auch nicht an 5 Tagen der Woche, das ganze Jahr über, übermüdet erscheinen und meine Leistung nicht bringen oder meine Kollegen meine Arbeit tun lassen. Und die Verbote die Eltern (oder eben Kehrsatz) aussprechen, sollen doch den Jugendlichen auf dies vorbereiten, meine ich.

    • Hansruedi says:

      Sie sprechen hier von einem total verwahrlosten Jugendlichen, der täglich bis in die späten Stunden draussen ist und sicher noch Drogen konsumiert. Dies ist aber ein Sonder(=seltener)fall. Da sollte eigentlich das soziale System der Gemeinde (Schule, Eltern, meinetwegen auch die Polizei) diesen Sonderfall erkennen und wenn nötig gezielt eingreiffen.
      Das Problem dieser Ausgangssperre ist die Kollektivbestrafung. Hier werden 15-Jährige, die wöchentlich 2 mal ins (Fussball-, Volleyball-, usw) Training gehen, das bis um 22:00 geht, quasi gezwungen dieses Verordnung zu brechen.
      Jugendliche im Alter von 13-15 haben zusätzlich sicher ein genügend starkes Immunsystem, um 2-3 mal in der Woche länger (Bis 12 Uhr) aufzubleiben ohne Spätfolgen. Dieses Gesetz ist also in jeder hinsicht übertrieben und unnötig. Bisschen mehr für die Jugendlichen zu machen wäre sicher sinnvoller und auch längerfristig gedacht.

  9. Robert Nyffenegger says:

    Im Hause muss beginnen, was leuchten soll im Vaterland”
    Jeremias Gotthelf 1797 – 1854, Text von mir 1938 – bis auf weiteres

    Säugling
    „Horch, lieber Hans, steh endlich auf!
    Der Fritzli kriegt wohl keinen Schnauf.
    Er schreit und zetert mordio,
    So wird man nicht des Schlafes froh.
    Hol ihn geschwind in unser Bett,
    Gehört doch jetzt zu unsrem Set.
    Das Schlafen zwischen Elternteilen,
    Das stoppt doch rasch das lästig Greinen.“

    Kleinkind
    „Die Brotrind musst du nimmer Essen,
    Das geben wir dem Schwan zum fressen.
    Du willst die Pommes mit Ketchup,
    Versteh dich gut, ich hol`s im Trab.
    Du willst auch noch die Mayonnaise,
    Versteh dich gut, willst keinen Käse.
    Du möchtest jetzt eine Glace,
    Das kriegst du doch, von deiner Fee.“

    Schulkind
    „Du kriegst vom Lehrer einen Rüffel?
    Das darf nicht sein, das ist ein Büffel.
    Ich werde mich sogleich beschweren,
    Das dürfte ihn dann Mores lehren.
    Du hast im Rechnen eine Drei,
    Das ist nicht schlimm, ist Einerlei.
    Dein Vater hatte stets ne Vier
    Und ist trotzdem ein hohes Tier.“

    Pubertät
    „Du hast dein Sackgeld aufgebessert
    Und so mein Haushaltsgeld verwässert.
    Doch macht mir dieses keinen Kummer;
    Im Schlagzeug bist `ne tolle Nummer.
    Im TV, Facebook und Computer,
    Bist du ein echter Troubleshooter.
    Du bist ein soziales Wesen,
    Das sieht man an den Mobil-Spesen.“

    Schüler
    „Klar, wirst Du Matura machen,
    Alles andre wär zum Lachen.
    Das bisschen kiffen und auch schnüffeln,
    Das unterstützt dich doch beim büffeln.
    Verkennt der Lehrer dein Genie,
    Denk an den ersten Preis beim Ski.
    Dein Vater weiss doch immer Rat,
    Hast einen Platz im Internat.“

    Student
    „Nach sieben Jahren – Abitur,
    Das ist ja super, ist `ne Fuhr.
    Jetzt machst in Geisteswissenschaft,
    Ich weiss, das fordert deine Kraft.
    Vielleicht wirst du jetzt Psycholog,
    Gehört sich so, aus gutem Trog.
    Doch ebenfalls Politologe,
    Wär heut im allgemeinen Soge.“

    Beruf
    „Hurra, hurra, ich gratuliere,
    Hast eine Staatsstell bei der Schmiere.
    Dein Weg nach oben ist gerettet,
    Man liegt doch so, wie man sich bettet.
    Mit dem Parteibuch der SP,
    Ist das von gestern doch kein Schnee.
    Deine Zukunft ist nicht düster,
    Denn bald bist du der Herr Minister!“

    • Francesca Mettier says:

      Ja, dieser Meinung schliesse ich mich an. Dieser Kommentar in Gedichtform ist absolut genial. Genau so verhält es sich nämlich im Grosen und Ganzen im heilen Schweizerland.

    • Katrin Werner says:

      Toll geschrieben! Das ist nicht nur in der Schweiz so, in Italien ist das noch schlimmer1

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